Die CIG und der interreligiöse Trialog

November 7, 2009 von schariagegner

التوحيدية

at-tauḥīdiyya

Monotheismus

Köln und der Dialog

Von Jacques Auvergne

Am 27. Oktober 2007 und in Bergisch-Gladbach konnte die Christlich-Islamische Gesellschaft e. V. (CIG) ihr 25jähriges Bestehen feiern. Die 1982 gegründete CIG ist damit die älteste und größte christlich-islamische Dialogorganisation in Deutschland. Vereinssitz ist Köln, Vorsitzender der CIG ist der gelernte Pädagoge, Islamkonvertit und Anwendungsprogrammierer Wilhelm Sabri Hoffmann aus Rheine (Deutsche Muslim-Liga Bonn und Tariqah As-Safinah, beide um Bashir Ahmad Dultz). Geschäftsführer der CIG ist der katholische Theologe (Diplom und Lizentiat) Dr. Thomas Lemmen. Diplomchrist Lemmen ist Ehemann der Islamwissenschaftlerin Melanie Miehl

Herr Lemmen und Frau Miehl sind miteinander verheiratet und Mitglieder des dominikanischen Laienordens. Das Paar ist führend im Dialog mit dem Islam, ein Dialog, so befürchten wir Menschenrechtler und Bürgerrechtler, der in Kürze eine europaweite Rechtsspaltung in schariarechtlich eingemauerte Milieus nach sich ziehen kann. Was vom evangelischen oder katholischen Endverbraucher zum Thema Islam gesprochen werden darf und geglaubt werden muss, wird inzwischen an Orten wie der CIG entschieden. Die Schafherde der rheinischen Pfarrer und Pastoren trottet, begeistert (abrahamisch) blökend, den Herren Dultz und Lemmen hinterher. Mehrere evangelische oder katholische Akademien hat man über Netzwerke wie den Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs (KCID) mittlerweile bestens im Griff. In unseren Städten werden schariaverharmlosende Festlichkeiten veranstaltet wie das seit 2001 und damit unmittelbar nach „nine eleven“ jährlich veranstaltete Abrahamsfest in Marl. Wozu so ein Terroranschlag doch nutzbringend ist.

Die für das erpresserische Gottesbild des repressiven orthodoxen Islam werbende Organisation CIG wurde also 25 Jahre alt. Zur Selbstbeweihräucherung pardon Vierteljahrhundertfeier durfte der an der radikalen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen šarīʿa (Scharia) orientierte Mustafa Cerić aus Sarajevo nicht fehlen. Wenn alles gut geht wird Großmufti Cerić in Kürze gewissermaßen als der muslimische Papst Europas tätig werden können, Ali Bardakoğlu macht Vergleichbares in Kleinasien.

Der Boss pardon das geistliche Oberhaupt des von der CIG herangebetenen Bosniers ist der weltweit viel geachtete Hassprediger Yūsuf al-Qaraḍāwī. Das von šaiḫ (Scheich) al-Qaraḍāwī und Muftī Cerić geheimbündlerisch betriebene Kartell heißt European Council for Fatwa and Research (ECFR, Conseil Européen de la fatwa et de la recherche). Das Konzil ECFR, wir können es Europäischer Fatwa-Rat nennen, wurde aus dem Umfeld der FIOE (frz. UOIE) sprich Muslimbruderschaft gegründet (vgl. Sägefisch 140.) und verlangt nach einer einzigen muslimischen Autorität für Europa mit der möglichst vollumfänglich eingeführten Geltung des Islamischen Rechts für alle Muslime.

Der katholische Flügel der rheinischen CIG also zertifiziert sich selbst als islamkompatibel und dialogtauglich, indem sie den bosnischen Theokraten und Stellvertreter des Herrn Yūsuf al-Qaraḍāwī einlädt, des heutigen Ideengebers der Muslimbruderschaft. Das Treueverhältnis von Mustafa Cerić zu dem die weibliche Genitalverstümmelung, den Mord an Homosexuellen, die islamische Zwangsverheiratung und die Durchführung von Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten fordernden, unter Sunniten hoch angesehenen Yūsuf al-Qaraḍāwī ist für Nordrhein-Westfalens Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration Armin Laschet und für Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma kein Anlass gewesen, der Veranstaltung fern zu bleiben.

Laschet ist CDU-Politiker, Jahrgang 1961 und war als Jugendlicher in der kirchlichen Pfarr- und Jugendarbeit tätig. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen folgte eine journalistische Ausbildung und eine Tätigkeit als Chefredakteur der Aachener Kirchenzeitung.

Schramma, ebenfalls CDU, erblickte 1947 in Köln das Licht der Welt, studierte Latein, Philosophie und Pädagogik in Köln und arbeitete als Gymnasiallehrer in Köln-Rodenkirchen, Wesel und Hürth, hat also am Horizont lebenslang den doppelspitzigen Mittelpunkt des Weltalls erblicken können, den Kölner Dom.

Rheinische Dreifaltigkeit: Vater Mustafa Cerić, Sohn Thomas Lemmen, Heiliger Geist Fritz Schramma. Der Großmufti, der beamtete Islamverharmloser und der Oberbürgermeister. Für die freiheitliche Demokratie der auch für Frauen und Ex-Muslime geltenden vollen Bürger- und Menschenrechte einschließlich der Meinungs- und Pressefreiheit ist diese Trinität nicht gerade begünstigend. Zwar ist der ǧiḥād (Krieg) noch nicht ausgebrochen, jedoch bereits der Dialog.

Noch zu Schramma. Drei Tage bevor sich der schreckliche Anschlag von Solingen auf das von der türkeistämmigen Einwandererfamilie Genç bewohnte Haus zum fünfzehnten mal jährte, einem von vier rassistisch motivierten Jugendlichen aus der Nachbarschaft durchgeführten Anschlag dem fünf Mädchen und Frauen zum Opfer fielen, wurde im Mai 2008 der von dem Mediziner und Herzspezialisten Yaşar Bilgin (CDU) und dessen Türkisch-Deutscher Gesundheitsstiftung ausgelobter »Genç-Preis für friedliches Miteinander« an Kölns Lateinlehrer und Stadtoberhaupt verliehen. Wie als Gegenleistung hatte sich der Pädagoge jahrelang dafür eingesetzt, dass der noch etwas gehemmt schariatreue Islamverband DİTİB als das von Kleinasien aus theokratisch organisierte Auslandstürkentum in Köln-Ehrenfeld die umstrittene Großmoschee errichten darf. Heute, am 07.11.2009 wird die Grundsteinlegung erfolgen.

Zur Großmoschee sagte Ralph Giordano dem deutschen Innenminister angemessene und wichtige Worte (1). Geglückte Integration wenigstens von Seiten des noblen Spenders (Preisgeld 10.000 €)? Nicht ganz. Der übersteigert nationalbewusster Türke und deutscher Kardiologe Yaşar Bilgin ließ eine Todesanzeige für den Nationalisten Muhsin Yazıcıoğlu schalten, wie im Mai 2009 bekannt wurde. Yazıcıoğlu gehört seit seiner Jugend der türkischen rassistischen Bewegung Graue Wölfe an und war zeitweise Berater des Rechtsradikalen und Obristen Alparslan Türkeş.

Die Grauen Wölfe, türkisch Bozkurtlar sind die Mitglieder der türkisch-nationalistischen und (damit) rassistisch-kurdenfeindlichen Milliyetçi Hareket Partisi (MHP, deutsch: Partei der Nationalistischen Bewegung). In den Siebziger Jahren ermordeten die Grauen Wölfe Intellektuelle und linke Politiker. Der Kampfname des Herrn Türkeş stammt von Alp Arslan, einem mittelalterlichen seldschukischen Feldherrn, dessen Andenken, nicht zuletzt durch das Betreiben des radikalislamisch „und“ diktatorisch herrschenden, 2006 verstorbenen Saparmyrat Ataýewiç Nyýazow erneut als turkmenischer und offensichtlich auch türkischer Nationalheld verewigt wurde. Nyýazow ließ sich als Türkmenbaşy (Führer der Turkmenen) kultisch verehren und war Präsident des mittelasiatischen Staates. Oben links auf der Netzseite von Muhsin Yazıcıoğlu heult, ganz dezent versteht sich, die Silhouette eines kleinen Wolfes den Mond an (2). Der Wolf, wohl genauer: die Wölfin ist ein altes Totem oder Sagentier der türkischen Stämme und Stammeskonföderationen der asiatischen Steppe. Ein uraltes Symbol, das nichts dafür kann, dass es seit hundert Jahren im Gestrüpp der (immer wieder islamistisch „erleuchteten“) nationalistischen Ideologien Panturkismus, Turanismus, Jungtürken und MHP / Graue Wölfe benutzt worden ist.

Der »Genç-Preis für friedliches Miteinander« und der braune Sumpf um die Ülkücüler („Idealisten“) genannten Grauen Wölfe – für Lateinlehrer Schramma vielleicht ein Anlass, den Preis nebst Preisgeld an den türkisch-patriotischen Medizinprofessor zurückzugeben? Oder gar über die Grundrechtswidrigkeit der frauenentrechtenden und zum Apostatenmord aufrufenden šarīʿa nachzudenken und die provokante Architekturwerdung der Geschlechtertrennung und der Überlegenheitsideologie des orthodoxen Islam in Köln-Ehrenfeld zu kritisieren?

Natürlich nicht, stattdessen kassierte der im Oktober 2009 aus dem Amt geschiedene Schramma am 01.11.2009 in der Moschee in Werl gleich noch einen Preis. Dieses mal war es der nach dem diesbezüglich ungefragten, 1933 aus ungeklärter Ursache an einem Berliner Seeufer zu Tode gekommene Muḥammad an-Nāfiʿ Ǧalabī benannte „Friedenspreis“. Beim Wort Frieden hat man pflichtschuldig zu lächeln. Diesen Mohammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis vergibt ein Archiv wahlweise eine Stiftung namens „Islam-Archiv Soest / Amina-Abdullah-Stiftung“. Amina Abdullah, vorislamisch (al-ǧāhiliyya) Ursula Bednorz war die 2008 verstorbene Ehefrau des bis zur Glitschigkeit geschmeidigen Soester Archivgründers Muhammad Salim Abdullah, hinter dem sich kein Geringerer als Herbert Krawinkel verbirgt, der Münchhausen Allahs (3), (4).

Herr Abdullahkrawinkel bekränzte mit seinem undotierten Preis bereits multikulturelle Schariafreunde wie Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (1989), den ob seiner beschämenswert unmoralischen Calvin-Verteidigung (5) zu kritisierenden Generalsuperintendenten Dr. Rolf Wischnath (2001), Annemarie Schimmel (2002), INSSAN-Beiratsmitglied Barbara John (2006) oder den Jesuiten, CIBEDO-Berater und Tariq-Ramadan-Versteher Prof. Dr. Christian Troll (2008). Zur Preisverleihung an und Bedeutung des Jesuiten Christian Troll und zu Mohammed Salim Abdullah (Herbert Krawinkel) schreibt Gudrun Eussner Lesenswertes (6).

Der Mohammad-Nafi-Tschelebi-Preis ist nach einem jungen Einwanderer aus Syrien benannt worden, einem Studenten der Ingenieurswissenschaften im Berlin der Jahre der untergehenden Weimarer Republik. Der auch als Abd al-Nafi Schalabi wiedergegebene ʿAbdu n-Nāfiʿ Ǧalabī übernahm führende Funktionen in den damals noch recht kleinen muslimischen Kreisen Deutschlands, gründete Institutionen und editierte Schriften.

Zurück zu unseren rheinischen Islamoptimisten, zurück zur CIG um das Ehepaar Miehl & Lemmen nebst Bürgermeister und Integrationsminister. Der Dialogbetrieb verwendet den vor annähernd vier Jahrtausenden verstorbenen Abraham (arabisch nutzbar gemacht ‏Ibrāhīm) für seine Zwecke. Es sei daher gestattet, diesen vier Verteidigern des politischen Islam auch im ausgehenden Jahr 2009 diese Worte in den Mund zu legen: »Für jedes gottesfürchtige Kind Abrahams werden im künftigen Kalifat von Europa ein paar Krümel vom Tisch der Machthaber herunter fallen, lasst uns als Kleriker und Politiker die göttliche Staatsform bauen und bereits heute den Säkularen befehlen, den ḥiǧāb zu tolerieren. Kein Festgottesdienst und keine Podiumsdiskussion mehr ohne eingeladene Kopftuchfrau, irgendwann ist dann auch das Lehrerinnenkopftuchverbot gekippt, ad maiorem Dei gloriam, in šāʾa llāh.«

Ein Kopftuch ist für Islamkenner kein Stück Stoff, sondern ein Aufruf zur islamischen, parallelen Staatsgründung an Ort und Stelle (bedarfsweise eben mitten in Deutschland), in der mindestens ein anderes, frauendiskriminierendes Familien- und Personenstandsrecht gilt. Das Kopftuch beschimpft jeden Nichtmuslim als Dhimmi oder Harbi.

Ist es das, was Thomas Lemmen und Melanie Miehl planen, wollen sie seit mindestens vier Jahren das mittlerweile in acht von sechzehn Bundesländern mühselig erkämpfte Lehrerinnenkopftuchverbot zu Fall bringen? Wir dürfen es vermuten und wären über eine erneute Stellungsnahme der CIG zum Lehrerinnenkopftuch dankbar. Die vom Vorstand der CIG am 03.11.2005 abgegebene Erklärung ist ja vielleicht nicht mehr aktuell, in der es heißt:

„Nicht das Kopftuch, sondern sein Verbot gefährdet die Integration der Muslime. Ein Kopftuchverbot ist für ein Miteinander der Religionen in unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft ein falsches Signal.“

In der Sache liegt die CIG freilich falsch, denn jenes Kopftuch, das aussagt: »Ich habe einen Besitzer, der mich sexualpolitisch kontrolliert, ich komme in den Himmel und die Unverschleierte nicht, ich sporne die Männer der zur Herrschaft (al-islām) vorgesehenen Menschenklasse an, ḥisba zu betreiben, das heißt das Rechte zu gebieten und das Unrechte zu verbieten«, dieses Kopftuch segregiert, diskriminiert! Das Kopftuch (al-ḥiǧāb) fordert die repressive Lebensführung nach den Kriterien der šarīʿa und den Aufbau eines anderen Staates, einer islamischen Gesellschaftsform (niḍām islāmī). Für die CIG ist das ja vielleicht kein Problem.

Katholik Lemmen hat von der Scharia sprich vom Islam keine Ahnung, will den Islam reformieren oder belügt uns Bundesbürger ganz bewusst: „Aller Dank gebührt jedoch dem Einen Gott, von dem Muslime und Christen gemeinsam bekennen, dass er stets größer ist und allein unser unvollkommenes Streben zum guten Ende führen kann: Deus semper maior – allahu akbar.“ Das war kein Witz, das war Lemmen. Mit einem Gott, der neunjährige Ehefrauen akzeptiert, jeder Ehefrau bis zu drei Artgenossinnen auf die Schlafstelle beigesellt (da ist širk, Beigesellung, einmal kein Problem), mit einem Gott, der dieselbe(n) zu verstoßen bereit ist und als Ehebrecherin zu steinigen, mit diesem barbarischen (scharia-islamischen) Gott möchte ich als evangelischer Christ (EKD, EKIR) und vorsichtiger Sympathisant katholischer Lebensweise nichts zu tun haben. Für wen spricht der dominikanische Laienbruder und Theologe Lemmen eigentlich, etwa für den genannten Deus? Katholische und evangelische Kirchengemeinden, deutsche Integrationsvereine, Kulturzentren und erst recht unsere kommunalen Institutionen sollten ihre Räumlichkeiten dem CIG e. V. beziehungsweise für einen solchen, demokratiegefährdenden Dialog nicht zur Verfügung stellen.

Mit einem Gott, der es jedem Vater gebietet, als walī muǧbir (Wali Mudschbir, Nötigender Heiratsvormund; Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang) seine jungfräuliche Tochter auch gegen deren Willen zu verheiraten, möchte ich als Sozialarbeiter und als ein Kollege und Nachbar von Einwanderern aus so genannten islamischen Ländern nichts zu tun haben (7). Den etwa in Indonesien vertretenen Schafiiten ist eine Form der weiblichen Genitalverstümmelung islamrechtlich verpflichtend vorgeschrieben, welche die Herrschaften Allāh, Miehl und Lemmen ja vielleicht rationalisieren und bagatellisieren mögen (8). Wie sehr müssen sich Deutschlands mutige Ex-Muslime durch „ihren“ islamverherrlichenden Minister Laschet missachtet fühlen.

„Das Gemeinsame soll herausgestellt, das Trennende nach Möglichkeit so erklärt werden, dass die gegenseitige Verständigung fortschreitet“ bekennt die CIG 1983 in ihrer Grundsatzerklärung. Daraus kann Zweierlei folgen. Entweder betreiben wir als Ex-Muslime oder sonstige Nichtmuslime jetzt auch walī muǧbir und schafiitische FGM. Oder wir „erklären“ den Düsseldorfer und Kölner Kindern und Jugendlichen walī muǧbir und schafiitische FGM so, dass wir alle uns irgendwie besser verstanden fühlen. Interreligiöses Wohlfühlen ist angesagt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat ausgedient, dafür verstehen wir uns jetzt.

„Religiöse Kontakte führen nach unseren Erfahrungen nicht zur Religionsvermischung, dem sogenannten Synkretismus, sondern eher zur Vertiefung des eigenen Glaubens“ sagt die CIG über sich selbst, was heißen mag: Den Christen ihr Grundgesetz, den Muslimen ihre Scharia. „Mitglieder der CIG sind allerdings davon überzeugt, dass Christen und Muslime den gleichen Gott anbeten.“ Dass jeder Mensch zur Religion berufen ist glauben wir ja auch, doch halten wir die Scharia für kulturellen Rassismus und das Kopftuch für ein antimodernes Kriegszeichen. Solange dieser Verein den zwangsverheiratenden, töchtertauschenden, Hände abhackenden und Ehebrecher steinigenden Allahgott der Scharia mit dem Gott des Jesus von Nazareth verwechselt, möchten wir jedem säkularen Muslim den Austritt aus der CIG ans Herz legen und jedem säkularen Christen sowieso. Mir scheint allerdings, dass heute und nach diesen Kriterien niemand aus der CIG austreten muss.

Zum erwähnten, die universellen Menschenrechte großzügig übergehenden Abrahamsfest schnappt man sich ein paar echte Juden, drapiert Kopftuchfrauen drumherum, pflanzt einen Friedensbaum (Libanonzeder versteht sich) oder lässt einen möglichst wichtigen Politiker sein Gesicht in die Kamera recken. Dazu sinniert der Pressereporter: „Die Abrahams-Religionen … Toledo kann überall sein … Mit Abraham über Grenzen gucken … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen (9).“ Kritik am mittelalterlichen, kulturrassistischen Apartheidsstaat von Andalusien ist nicht länger vorgesehen, hier und heute geht es schließlich um Höheres.

Die Zweckentfremdung des mythischen jüdischen Stammvaters zur Bagatellisierung der grundrechtswidrigen und frauenfeindlichen Scharia hat auch in Bielefeld Konjunktur. Dort lässt man die Freundin der islamrechtlich steinigenden Diktatur von Teheran Hamideh Mohagheghi (Lehrbeauftragte der Universität Paderborn zu »Religion des Islam« für evangelische und katholische Lehramtsstudenten) ebenso reden wie den mit dem Scharia-Islam kuschelnden Tübinger Karl-Josef Kuschel: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime« (10).

Der Großmeister der als Trialog etikettierten Doktrin der Islambeschwichtigung Karl-Josef Kuschel ist Autor von »Streit um Abraham: Was Juden, Christen und Muslime trennt – und was sie eint« (2001), »Juden – Christen – Muslime: Herkunft und Zukunft« (2007) sowie »Weihnachten und der Koran« (2008). Kuschel verteidigt im Namen einer schrecklichen „antiislamischen Stimmung“ bedrohten „kostbaren Dialog- und Begegnungskultur“ das Lehrerinnenkopftuch der Fereshta Ludin und kämpft mit Zähnen und Klauen gegen die deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuches (11). Das Kopftuch, so flunkert der Tübinger Katholik über den sexistischen Hidschab, sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten gefälligst die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen.

Nach den „Konsequenzen“, die sich aus Imam-Ehe, walī muǧbir, ḥiǧāb, ḥisba und niḍām islāmī für den säkularen Rechtsstaat ergeben, fragt Professor Doktor Kuschel gar nicht erst. Man kassiert Gelder von der Europäischen Union und von der Deutschen Bundesregierung (Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), lässt auf der Internetseite bielefelder-abrahamsfest ein Exemplar der Spezies Islamweibchen auftreten das heißt eine in den persisch pardā arabisch ḥiǧāb genannten Stoffkäfig gesperrte lächelnde Frau. Demnächst ja vielleicht mit niqāb, Gesichtsschleier. Auch das Bild der Ganzkörperverschleierten fordert unseren „Respekt“ für die hoch politische Botschaft: Lasst das Lehrerinnenkopftuch zu!

Die Kölner Pfarrerin Dorothee Schaper von der evangelischen Melanchton-Akademie oder ihre katholische Kollegin aus der selben Stadt Melanie Miehl nehmen auf einer rheinischen Dialogbühne bevorzugt dann Platz, wenn eine muslimische Kopftuchfrau (die im Eifelstädtchen Mayen geborene Ex-Katholikin Rabeya Müller tut`s zur Not auch) neben ihr zu sitzen kommt. Eine „trialogisch“ hinzugezogene Aktivisten einer Synagogengemeinde mit jüdisch-frommer Wollmütze (shaytl; darüber womöglich stirntikhl) rundet den theozentrischen Anblick „abrahamisch“ ab und schüchtert etwaige Unbotmäßige erfolgreich ein. Von dem Schmerz und der Schuld von Auschwitz profitiert der politische Allāh, man sollte auch jüdischerseits von einer Instrumentalisierung des Judentums sprechen.

Jüdische radikale Frauenverschleierung gibt es inzwischen auch, seitdem Frau Bruria Keren die „Frumka“, eine burqa-ähnliche Ganzkörperverhüllung (Jewish Burka) für ihre weiblichen Sektenangehörigen propagiert. Religionspolitik als die Machtergreifung des Kriegerbundes jedenfalls Männerbundes, eine Jahrtausende alte Dynamik, die den Himmel männlich und patriarchalisch verwaltet, heute eben mit Schützenhilfe der burkatragenden Jüdin Bruria Keren und der Kölner Laiendominikaner der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

Deutschlands Dialog oder Trialog mit dem Islam verwendet zauberhafte Musik und entrückenden Tanz, der Einsatz der Seite des gelegentlich als islamische Mystik getarnten Sufi-Gesetzesislam ist da unverzichtbar, man erinnere sich an Rumi-Bewunderer Ban Ki Moon (Sägefisch 110.). Den mystischen Islam des Rheinlandes aber beherrscht noch vor Hassan Dyck ein Anderer.

Dyck ist Gründer der Osmanischen Herberge im Eifeldorf Kall-Sötenich und gehört zur Naqšbandiyya-Tradition, deren Subtradition sich als Goldene Kette (Golden Chain) auf den brutalen Feldherrn, Auftragsmörder und Staatsgründer Muḥammad zurückführt (12). Dyck ist damit in angeblich spiritueller Gehorsamstreue dem Schariafreund Nazım Kıbrısi („Nāḍim von Zypern“) d. i. šaiḫ Mehmet Nâzım Adil al-Haqqani verpflichtet.

Nein, wesentlich einflussreicher als ein Herr Dyck ist im regierungs- und kirchenseits bezuschussten rheinischen Dialogbetrieb der in Königsberg geborene Muslim und Schech (Scheich) Aḥmad Dultz. Der gebürtige Ostpreuße, der beliebt, sich mit Schech Bashir anreden zu lassen, vertritt in Deutschland die alte nordafrikanische aṭ-ṭarīqa aš-šāḏilīya, die Schadhiliyya-Tradition mit einem wie selbstverständlichem Machtbewusstsein. Am 16. Juli 2006 weilte Scheich Dultz als Vertreter der Deutschen Muslim Liga Bonn auf Einladung der Familie von Hohenzollern-Sigmaringen auf Schloss Namedy bei Andernach.

Frau Prinzessin Heide von Hohenzollern schätzt interreligiöse Friedensgebete im Rahmen ihrer Aktion Kunst im Park, wogegen gar nichts einzuwenden wäre, wenn sie sich ebenso engagiert gegen islamischen Fundamentalismus, Kopftuchzwang und Scharia positionieren würde. Europas an seiner Funktionseinbuße möglicherweise leidender Hochadel muss sehen, wo er bleibt, und sind die Saudiprinzen nicht auch Hochadel? Kritiker am repressiven Herrschaftskult gibt es bei den Trägern gräflicher und fürstlicher Namen wohl ebenso selten wie unter Europas christlichen Klerikern. Macht … macht gierig nach mehr.

Als Epizentrum der Islamisierung zu nennen ist in Bezug auf die so gerne den tanzenden Derwischen zusehenden rheinischen Pastoren und Pfarrer das beim mittelrheinischen Neuwied gelegene Bendorfer Forum für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog. Die Rüsselsheimer Pfarrerin Dr. Annette Mehlhorn leitet das in seinen Vorgängerinstitutionen viele Jahrzehnte alte, aus der Katholischen Frauenarbeit stammende heutige Bendorfer Forum. In Großbritannien gibt es mit Ammerdown Park (nahe bei Bath oder Radstock, Somerset) eine wesensverwandte Bildungsstätte, „Schech Baschir“, weniger romantisch: Staatsbürger Dultz und seine Sufis gastieren von Zeit zu Zeit in Ammerdown Park.

Ein Rabbiner ist auch in England rasch gefunden und Kopftuchdressur und Schariastaat werden ebenso trireligiös abgesegnet wie im auf den Hügeln über dem Neuwieder Becken, im einst nach der katholischen Sozialaktivistin Hedwig Dransfeld benannten Haus mit der Adresse Im Wenigerbachtal 8-25, 56170 Bendorf: „Zu den wichtigsten Partnern gehören bis heute das Leo-Baeck-College in London, das Centre for the Study of Islam and Christian-Muslim Relations an der Universität Birmingham und die Deutsche Muslim-Liga Bonn.“ Jüdisches College, christliche Islamfreunde und die Bonner Muslim-Liga. Sich gleich aus drei Richtungen heranschleichend wird man den Geist Abrahams doch wohl ergreifen können.

Deutschland 2009. Wie in den deutschen Jahren nach der Gründung des Zweiten Reiches (1871) beginnt eine fundamentalistisch verkitschte, eine neoromantisch vergoldete Logik der Angstleugnung und enthemmten Nutzbarmachung, eine Kultur der Schaufensterveranstaltungen und Hinterzimmerabsprachen Europas klerikale und politische Kaste zu durchwuchern. Die Moleküle schwenken ein wenig um und ordnen sich neu. Entrückte schwafeln von „durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, die Durchtriebeneren vom „Change-Prozess.“ Vom wenig ernst gemeinten Revoluzzertamtam (attac, JuSo, linke Kirchentagsbewegung, Gregor Gysi) politisch ganz links bis hin zur rechtskonservativen Gegenmoderne (Eva Herman, Lebensschützer, Kreationisten einschließlich Harun Yahya, VIKZ, Milli Görüş) wird jede Nutzergruppe bedient. Doch ein Kristallgitter bleibt erhalten, wenn Linksextreme wie Sabine Schiffer oder Beate Sträter für Sayyid Quṭb werben, wenn der Nürnberger Chor der Gewerkschaft ein Lied für die Burka singt oder wenn die Kölner Klerikerinnen Dorothee Schaper und Melanie Miehl die Scharia und das Kopftuch professionell verherrlichen. Europa ist dynamisch, elastisch, gibt nach, verändert sich. Ein Koordinatensystem verändert sich nicht: der Islam, die nach dem qurʾān (3:110) Beste aller Gemeinschaften.

Nun zu Melanie Miehl, zitiert nach »Frauen und Islam« bei Migration online 2005 neuveröffentlicht und erstmals gehalten auf dem Seminar Islam in der Arbeitswelt im Dezember 2001.

In islamischen Rechtsbüchern befassen sich einige Kapitel mit den besonderen Zuständen der Frau, die mit der weiblichen Biologie zusammenhängen. Das sind Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit. Für diese Situationen gelten Einschränkungen bei den rituellen Verpflichtungen. So ist zum Beispiel im Ramadan den schwangeren, stillenden Frauen und auch menstruierenden Frauen das Fasten untersagt. Allerdings besteht die Pflicht, solche versäumten Fastentage im Laufe des Jahres nachzuholen oder ersatzweise Arme zu unterstützen. Im zehnten Jahrhundert waren die Einschränkungen ein Argument für die ohnehin frauenfeindlichen Gelehrten zu sagen, Frauen seien religiös nicht ganz vollwertig. Ganz anders sieht das natürlich die islamische Frauenbewegung, die es inzwischen gibt. Hier heißt es, diese Einschränkungen seien eine Gnade Gottes, da die Frauen angepasst an ihre biologischen Rhythmen leben können und in bestimmten biologischen Zusammenhängen Verpflichtungen entfallen.

Bemerkenswert, dass auch die interkulturelle Melanie Miehl nicht behauptet, die „islamische Frauenbewegung“ würde sich gegen die Scharia aussprechen. Bedauerlich hingegen, dass Miehl eben dieses weder vermisst noch uns verrät, wen sie denn für die „islamische Frauenbewegung“ hält. Vielleicht die 1947 im iranischen Hamadan geborene, orthodoxe und gottesstaatlich ausgerichtete Marionette des Mullah-Regimes Schirin Ebadi (Šīrīn ʿIbādī) oder die 1940 im marokkanischen Fès geborene, heute kläglich in die Enge getriebene Fatima Mernissi (Fāṭima Marnīsī)? Oder aber die reaktionäre Nādiyya Yāsīn (frz. Nadia Yassine) von der schariatreuen Bewegung „Al-ʿadl wa l-iḥsān – Gerechtigkeit und Wohlergehen“?

Nādiyya Yāsīn ist Tochter von ʿAbd as-Salām Yāsīn (frz. Abdessalam Yassine), dem im Jahre 1928 in Marrakesch geborenen panislamistischen Intellektuellen (13). Islamist Yāsīn frz. Yassine gründete mehrere Zeitschriften, die eine vollumfänglich implementierte Scharia fordern (Allahkratie), eine davon wurde vom marokkanischen König verboten, mehrfach wurde die noch nicht ausgelieferte gesamte Ausgabe beschlagnahmt. Heute redet seine Tochter Nādiyya frz. Nadia von „Demokratie“ (so ähnlich tat das auch al-Maudūdī und sprach vom „demokratischen Kalifat“) wenn sie die Monarchie kritisiert … sprich als unislamisch kritisiert. Die Europäer feiern Frauen wie Yāsīn oder Mernissi als Demokratinnen, vor allem die kulturrelativistischen „Feministinnen“ tun das.

Schirin Ebadi funktioniert als das Werbemaskottchen der Mullahs. Man mag es niemandem gönnen, in der islamisch-religiösen Diktatur zu leben, doch ihre im Staatsterrorismus vielleicht überlebenswichtige Werbung für die reine Scharia kann und darf uns außerhalb des Iran lebende Weltbürger nicht überzeugen. Die irgendwie frauenfreundliche Richterin begann ihre Karriere bereits vor 1979 also unter dem bestialisch folternden Schah. Die auf die radikale Islamisierung des Landes folgenden dreißig Jahre ist Ebadi zwischen Fernsehshows, Theaterbühnen und iranischen Gefängniszellen herumgewirbelt, in letzteren saß sie auch mal ein, hat sie da ein wenig von Frauenrechten und dort ein wenig von Menschenrechten geredet und findet Islam und Scharia einfach hervorragend. Bewirkt hat sie oder jedenfalls hat das Schreckensregime von Teheran in dieser langen Zeit nicht die Umsetzung der universellen Menschenrechte, sondern etwas anderes, nämlich dem Rest der Welt eine Islam-Diktatur mit menschlichem Antlitz zu verkaufen.

Kann doch alles nicht so schlimm sein in der Ǧomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān, wenn eine adrette Frau Ebadi vor laufenden Kameras von Freiheitsrechten redet. Deutschlands linken Gutmenschen um die antiimperialistische Sabine Schiffer (vgl. Sägefisch Nr. 134.) oder die evangelische Beate Sträter (vgl. Sägefisch Nr. 087.) ist die Existenz von Schirin Ebadi zur Aufrechterhaltung des Feinbildes USA-Israel dienlich, die weniger revolutionär und eher monetär orientierten Germanen betrachten Ebadi weniger als Friedensengel denn als Lottofee, sie legen Wert auf den Īrān als Handelspartner. Den Friedensnobelpreis gönnen der Gutesten dann beide deutschen Fraktionen. Islam verbindet.

Deutschland, Hafenamt. Lieferung, Kran. Zielort Iran. Nicht militärisch nutzbar. Eigentlich. Auch nicht als Baugerüst für Schahab-4-Raketen. Und falls doch, ich bitte Sie, dann doch nicht von einer krankaufenden Firma, die gar nicht mit dem Militär zusammenarbeitet. Das gewaltige Edelstahlobjekt brachte Deutschland 600.000 € in die Kasse. Schiff gerade ausgelaufen, tuuut. Was Sie nicht sagen, die Firma Mizan Machine steht auf der Schwarzen Liste als Kooperationspartner der Armee? Möchten Sie etwa dem Boot hinterherschwimmen (14)? Wird schon werden, Sie sollten es mit Jürgen Micksch halten und Ihr „Islambild verändern“.

Der vom Gottesliebling (Muḥammad) gestiftete Kerker der Angst, welchen Sunna-Zwangshandeln und Scharia-Doktrin seit tausend Jahren gegen jeden Fremdeinfluss versiegelt haben, muss gesprengt werden, will sich der Islam mit der kulturellen Moderne beziehungsweise der freiheitlichen Demokratie versöhnen. Den Kulturrassismus der Scharia lediglich, wie es die CIG und Melanie Miehl handhaben, „schön zu erklären“, zu rationalisieren, ist weder aus pädagogischer noch aus staatsbürgerlicher Sicht hinnehmbar. Religiöse Säkulare sollten jede Spielart der gehorsamspflichtigen Sexualisierung des Religiösen als von Patriarchen und patriarchalen Weibchen betriebene sakral-repressive Obszönisierung zurückzuweisen. Ich weiß, jetzt kommt das „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ – was nur bedeutet: Solange du dich noch gezwungen fühlst, bist du nicht gläubig genug! Im Islam heißt Gläubigkeit Pflichterfüllung. Eine autonome Lebensführung stört die Orthopraxie. Folgerichtig wollen die der Muslimbruderschaft, der FIOE oder der Millî-Görüş-Bewegung nicht fern stehenden deutschen Islamverbände verhindern, dass die Spezies Muslim-Frau so leben kann wie eine wirklich in der völligen (sexuellen, beruflichen, religiösen, politischen) Selbstbestimmung angekommene Staatsbürgerin. Das Zeichen für diesen Krieg ist das Kopftuch.

Das Kopftuch sagt: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allāh ein Gräuel. Die realen nichtkopftuchtragenden oder kopftuchtragenden Lesben werden eben „arrangiert verheiratet“ sprich zwangsverheiratet (kismet, arab. qadar), denn auch ein Leben als Single ist von Allahgott nicht vorgesehen.

Der Islam muss sein Wohlverhaltensdiktat aufgeben, das die vorislamische, womöglich oftmals brutale Stammeskultur fortgesetzt und teilweise verschärft hat. Die Jungen und Mädchen auferlegte Dressur, den weiblichen Körper und den menstruierenden weiblichen Körper mit geheiligtem Ekel (Lieben für Allah, Hassen für Allah) zu befrachten, wird die Seite der nachhaltigen (damit auch: die freiheitlich demokratische) Erziehung und Sozialarbeit als eine persönlichkeitsverzerrende, demokratieverhindernde Sexualmagie zurückweisen müssen.

Das gewaltsame Unters-Kopftuch-Drängen (Belästigungsdschihad) durch Sätze wie „Jedes Haar, was man sieht, verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange“ ist keine schulfähige Religionspädagogik. In diesem Sinne darf uns der etwas auffällige Kopftuchverzicht der Damen Lamya Kaddor und vor allem Emel Abidin Algan nicht die Sicht auf die Doktrin des ḥiǧāb vernebeln. Wir kennen Töchter, die auf Druck ihrer Familie verheiratet werden, auch mit dem Cousin, wir kennen Frauen, die das Haus kaum noch verlassen dürfen, wir erleben als Jugendarbeiter muslimische Aggression gegen Nichtfastende und andere Gehorsamsverweigerer.

Es wird allerhöchste Zeit, dass wir Pädagogen und Sozialpädagogen die täglich erlebten Folgen der durch DİTİB, Millî Görüş oder ZMD geforderten Jungen- und Mädchenerziehung dem Bereich der »Ekklesiogenen Neurosen« zurechnen (15). Wir dürfen die erziehungsbedingte beziehungsweise durch die Koranschulen verstärkte, nicht selten erhebliche, krankheitswertige Abweichung des Denkens, Fühlens und Handelns als »Islamogene Neurose« definieren.

Für Islamkonvertiten wie auch für die von Kindheit an muslimisch Sozialisierten erschwert dabei der kalkuliert antisoziale Zug des Islam den Ausstieg aus dem Tugendgefängnis. Die geheiligte Meidung gilt eben nicht nur den Nichtmuslimen, sondern auch deren Verhaltensweisen: „Wer sich so verhält wie ein Ungläubiger, ist einer von ihnen.“

Hier hätte der christlich-islamische Dialog eine Aufgabe, Wohlfühlveranstaltungen mit dem Freundeskreis von Aiman Mazyek, Ayyub Axel Köhler, Rabeya Müller, Bekir Alboğa und Mustafa Cerić werden dabei allerdings zu beenden sein. Sarkastisch gesagt werde der weibliche Leib mit klerikaler Mitwirkung bitte weiterhin islamisch tabuisiert und dämonisiert, längst nicht ausschließlich von der Kairoer al-Azhar ausgehend, sondern von Duisburg-Marxloh und Köln-Ehrenfeld. Es lebe das politische Hymen und das dieser Membran entsprechende textile, kopfbedeckende Jungfern- oder Ex-Jungfern-Häutchen, Feridun Zaimoğlu nennt es Schamtuch. Das Tuch auf eben jenem weiblichen Haar, das im orthodoxen Islam immer ein wenig nackter sein muss als das männliche Haar.

Das Hymen ist die in einer rituellen Vergewaltigung (islamische Hochzeitsnacht) mit dem angeblich männlichsten aller Körperteile zu zerstörende Membran, deren unzeitgemäßes Einreißen das Kalifat zum Einsturz bringen würde, weshalb die türkischstämmigen Mädchen von Brüdern und Tanten auf Schritt und Tritt zu kontrollieren sind. Die unverschleierten Mädchen sind in dieser Logik Schlampen ehrloser (islamverweigernder) Familien, die man zum Üben benutzen kann sprich zum Sex, fallweise auch erzwungen.

Bei der Religionsausübung fällt auf, dass Männer und Frauen getrennt – meistens räumlich getrennt – beten. Quellen der muslimischen Frühzeit belegen, dass das zu Lebzeiten des Propheten nicht der Fall war. Im Hof des Propheten wurde gemeinsam gebetet, die Männer vorne und die Frauen dahinter.

Wir sollen uns also verstärkt dem prophetischen Vorbild zuwenden, den Gefährten des Muḥammad? Zur Lösung der gescheiterten Integration für alle Kölner Kamelle und eine Prise ʿaṣr as-saʿāda, Zeitalter der Glückseligkeit? Die Kamelle bitte nicht nur koscher, sondern ḥalāl.

Seit Jahrzehnten haben die neidischen Reaktionäre Allahs auf den technologischen und kulturellen sprich zivilisatorischen Fortschritt des nichtmuslimischen Teils der Menschheit mit dieser „Rolle rückwärts“ reagiert, mit der Politikwerdung der Bewunderung der ʿaṣr as-saʿāda (vgl. türkisch saadet). Das ist durchaus orthodox, da nur die Nachahmung (taqlīd) der orthopraktischen Vorgaben der Autoritäten deiner Rechtsschule (maḏhab) dich, vielleicht, aus der ewigen Verdammnis retten kann und ein anderes Vorbild für Gottgefälligkeit und Sittlichkeit als das vom Propheten gelebte durch nach Großmufti Mustafa Cerić aus Sarajevo „unveränderliche und unverhandelbare“ Scharia verboten ist, wie er in »The challenge of a single Muslim authority in Europe« klarstellt.

Dort ordnet Cerić an: „Die Scharia ist das ewige Prinzip, auf dessen Basis wirklich jede Generation von Muslimen das Recht und die Pflicht hat, ihre Urteile über Gut und Böse aufzubauen sowie, zeitangepasst und erfahrungsabhängig, richtig und falsch zu benennen. … Das persönliche Glaubensbekenntnis (aš-šahāda. Schahada) und die gemeinschaftsbezogene Sitten- und Pflichtenlehre (aš-šarīʿa, Scharia) müssen in der Anwendung der Führerschaft (al-imāma. Imamat) ihren Ausdruck finden. Dieses Führertum, dieses Imamat ist der menschengemäße Weg der Selbstzucht und dienstlichen Treue den Werten und Gütern der Zivilgesellschaft gegenüber (16).“

Europas halbbewusst säkularisierte Christen wie Kuschel, Lemmen und Miehl glauben ja vielleicht, mit ihrem Trialog ein Vertiefen spiritueller Kultur zu erzielen, der wesentlich handfestere Großmufti redet von der geheiligten islamischen Statthalterschaft, vom Sonderrecht. Als hochrangiger orthodoxer muslim betreibt Mustafa Cerić die Rechtsspaltung Europas.

Wie erwähnt kooperiert die als gemeinnützig anerkannte Christlich-Islamische Gesellschaft ganz bewusst mit Mustafa Cerić vom in Dublin ansässigen radikalislamischen ECFR. Ob das denn wirklich so anerkennenswert gemeinnützig ist, mögen die folgenden Worte des Bosniers erhellen, die der bei Jörg Lau zu findenden »Declaration Of European Muslims« entstammen. Für alle muslimūn Europas, so heißt es da (interkulturell, trireligiös), soll künftig das islamische Personenstandsrecht gelten: „Es gilt, den Weg für das Muslimische Recht im Bereich des Personenstandsrechts freizumachen, beispielsweise ein implementiertes Muslimisches Familienrecht zu gewährleisten (17).“

Wir wollen das natürlich nicht, wir wollen ein einheitliches, säkulares Recht für alle, für alle Männer und Frauen jeder Nichtreligion, Ex-Religion oder Religion, und deshalb haben wir dem orthodoxen sprich politischen Islam des bosnischen Großmuftis Einhalt zu gebieten. Sein frauenentrechtendes Kalifat möge Cerić nicht in Deutschland aufbauen dürfen und hoffentlich auch nicht in Bosnien.

Diffus orakelt Melanie Miehl über menschenrechtliche namentlich frauenrechtliche Misstände des Islam, die angeblich allesamt unislamischer Herkunft seien. Die Kölner Katholikin verwendet den angeblich frauenfreundlichen Koran und die fehlerfreie Urgemeinde gegen allerlei ebenso angeblich erst in späteren Jahrhunderten in den Islam eingedrungenes Unrecht.

Mit diesem Lobgesang auf den reinen, makellosen Ur-Islam schafft man sich unter radikalen Muslimen vermutlich keine Feinde. Den nichtmuslimischen oder muslimischen Islamkritikern macht Melanie Miehl ziemlich schuldhaft das Leben beziehungsweise Überleben schwer. Die wie zufällig mit dem Parteiprogramm der an Necmettin Erbakan orientierten türkischen Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit, Parteizeitung: Millî Gazete) bestens kompatible Koranverehrung geht weiter:

Insgesamt gibt es also aus dem Koran heraus eine religiöse Gleichwertigkeit der Geschlechter. Daraus leitet sich aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter ab. An das männliche und weibliche Geschlecht sind unterschiedliche Anforderungen und Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft.

Sehr geehrte Frau Miehl, zum 01.07.1958 ist für alle Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten ersatzlos gestrichen worden.

Gerät Koranfreundin Melanie Miehl bei der Schwärmerei für das Medina-Modell Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland als aus dem Blick? Da heißt es

»(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.«

Das ewig reichlich willkürlich bleibende, keine Rechtssicherheit bietende Islamische Recht ist schlicht verfassungswidrig. Ach, und was hat das Dritte Reich doch nicht alles für „Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft“ (Miehl)? Knüpfen klingt ja so niedlich, verspielt und kreativ.

Der Islam hat die Frau überhaupt erst zum Rechtssubjekt gemacht.

Falsch, es war die arabische Unternehmerin Ḫadīğa bint Ḫuwaylid („Chadidscha“), die dem fünfzehn Jahre jüngeren Karawanenführer den Heiratsantrag machte. Der Erwählte schaffte diese Möglichkeit nach dem Tode seiner Frau allerdings ab, auf Anordnung Allahgottes, wie er es nannte. Sehr geehrte Frau Miehl, Sie sollten Ihre Islamstudien intensivieren.

Als eigenständiges Rechtssubjekt ist die Frau nicht länger ein Objekt, das gehandelt, als Braut verkauft wird. … Der Koran schafft auch den Brautkauf ab, der im vorislamischen Arabien üblich war.

So ein Unsinn, die Frau kann ohne Heiratsvormund nicht heiraten. Islamwissenschaftlerin Miehl verschweigt uns ferner den walī muǧbir. Oder sie kennt den wali Mudschbir nicht, es gibt schließlich sehr unkundige Ausbilder von Islamwissenschaftlern und folglich oft noch unbrauchbarere Islamwissenschaftler. Vielleicht möchte Europa aber betrogen werden und hat Interesse am Einkauf möglichst dummer Islamwissenschaftler, die sich als Referent vulgo Mietmaul risikolos auf kirchlichen oder kommunalen Bühnen platzieren lassen. Es verwundert wenig, wenn der vom Erdöleinkäufer finanzierte islamwissenschaftliche Minnesänger die Schönheiten des Korans preist und die Wahhabiten gleich mit.

Allerdings ist die Rechtsfähigkeit der Frauen im Vergleich zu der des Mannes in bestimmen Bereichen eingeschränkt. So gibt es die Regelung, die es einer Frau untersagt, einen islamischen Staat zu führen.

Genau. Durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht abgedeckt, auch nicht durch Artikel 4 Religionsfreiheit.

Daneben wird zum Beispiel die Zeugenaussage einer Frau vor Gericht anders gewertet als die eines Mannes. Das lässt sich aber nicht als eine Abwertung der Frau verstehen, sondern muss in einem komplexen System islamischen Rechts gesehen werden und lässt sich daraus erklären.

Halbe Aussage vor Gericht, das bedeutet, lax gesprochen, halbe Portion. Das iranische Blutgeld (diyya, pers. diyye) beziffert den geringeren Wert des Weibes, die Ayatollahs kennen den Islam. Frau Miehl bewertet diese Bewertung allerdings falsch, der Islam wertet die Frau emotional und eben auch rechtlich ab und wir dürfen beides nicht zulassen.

Was Ehe und Scheidung angeht, ist es wichtig zu wissen, dass das islamische Eheverständnis ein anderes ist als etwa das katholische.

Talaq, talaq, talaq (18). Und die Verstoßene kann, sofern der Bio-Clan sie zurücknimmt bzw. leben lässt, einen Mann geringeren Ansehens heiraten. Andernfalls kann sie als Nutte leben, im Kalifat ist schließlich jeder nützlich, und sei es als schlechtes Beispiel.

Das muslimische Eheverständnis kommt eher an das protestantische heran. Luther hat ja die Ehe als weltlich Ding bezeichnet. Es geht um den Abschluss eines Vertrages.

Die islamische Ehe ist nicht nur Recht (aš-šarīʿa, Scharia), sondern die einzige sozial wie religiös akzeptierte Weise ehrbarer Sexualität. Die schariakonforme Familie, die islamische Ehe (an-nikkāḥ) und der vollzogene Koitus nebst nachfolgender Geburt eines Kindes nämlich vor allem eines Sohnes bilden den Nukleus des niḍām islāmī (türk. Nizam İslâmi), der einzig schützenswerten Lebensweise. Nur sie führt, vielleicht, in die ewige Gottesnähe.

Es stimmt, die Ehe ist ein von den männlichen Vertretern ausgehandelter Vertrag – dessen Verweigerung dich in die Höllenflammen führt. Die islamische Ehe als nicht der Religion zugehörig zu bezeichnen ist taqiyya, bewusste Lüge, und dient der daʿwa, der Islambewerbung. Im islām gibt es überhaupt keinen weltlichen Bereich! Seit der Zeit des im Jahre 1111 verstorbenen Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, so dürfen wir sagen, ist jeder Bereich des menschlichen Zusammenlebens Teil der šarīʿa, auch der kleinste Handels- oder Kaufvertrag. Alles hat schariarechtliche Bedeutung, welche, erfährst du per fatwā, durch Koranlektüre oder vermittels bezogener Prügel.

Die Lebensweise der Nichtmuslime ist geheiligt herabzuwürdigen, ökonomisch nutzbar zu machen, ihre Umgangsformen und ihr Sexualverhalten sind aus Sicht der islamischen Orthodoxie sittlich geringeren Wertes.

[Der islamische Ehevertrag] Zum Beispiel die Frage, ob die Frau später noch eine Berufstätigkeit anstrebt, ob sie bereit ist, mit ihrem Mann in dessen Heimatland zu gehen. … Man darf nur nichts vereinbaren, was gegen den Islam an sich verstößt.

Deswegen haben wir das Standesamt erfunden, das die Gleichberechtigung der Frau garantiert. Deshalb werben wir für die standesamtliche Eheschließung und gegen die Ehe beim Guru, Imam oder Voodoo-Zauberer. Frau Miehl hat uns unterschlagen, dass die trennungswillige Muslima ihre Kinder verlieren wird, die gehören nach Islamischem Recht der Familie des Ehemannes. Außerdem darf die Muslima keinen Nichtmuslim heiraten, auch das ist in Deutschland schlicht verfassungswidrig.

Dieser Vertrag wird zwischen Braut und Bräutigam geschlossen oder zwischen dem Bräutigam und dem Vertreter oder Vormund der Braut. Es ist aber so, dass keine Frau gegen ihren Willen verheiratet werden darf, eine solche Ehe ist ungültig.

Das glauben islamverliebte Katholikinnen in Köln, das wissen Frauen in Malaysia besser und das schreibt das dortige Familienministerium folgendermaßen (19)

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Verheiratung erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits.«

Soweit der malaysische Staat. Und soweit auch zum Text »Frauen und Islam (20).« Miehl ist Vorstandsmitglied der CIG und war von 2003 bis 2008 Vorsitzende des Koordinierungsrates der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland (KCID).

Jacques Auvergne

(1) Großmoschee Köln, Giordano an Schäuble. »Mir macht Angst, dass Sie so viel Verständnis haben«, FAZ vom 02.03.2008

http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E1F862BCA7EB24552AD27D6444ADF83B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(2) Da heult der Wolf, bei Muhsin Yazicioğlu

http://www.muhsinyazicioglu.org/

(3) Das Chamäleon der Islamisierung: Herbert Krawinkel, Nichtfreimauerer (?) und Ganzgroßimam (?) Mohammed Salim Abdullah; Preisverleiher an die nach Einfluss gierenden Dhimmis

http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2273&view=previous&

(4) Muhammed Salim Abdullah = Herbert Abdullah Krawinkel. Wikipedia Diskussion

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Muhammad_Salim_Abdullah

(5) „Antiimperialist und Antirassist“ Rolf Wischnath verteidigt den geheiligten Mord des Genfer Reformatoren an Michel Servet im Jahre 1553. Zum islamkompatiblen Calvin-Kult des Jahres 2009. Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/23/121/

(6) Gudrun Eussner. Zu: Christian Troll

http://www.eussner.net/artikel_2007-04-03_20-01-29.html

(7) Islamischer Wali Mudschbir plus islamisches Heiratsalter = islamische Ehe = Islam. Bericht zu Afghanistan von Theresa Schäfer: »Kinderbräute erwartet oft die Ehehölle«, Stuttgarter Zeitung vom 16.07.2009, man beachte den ausgezeichneten Kommentar von marti

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2129147_0_6120_-zwangsehen-in-afghanistan-kinderbraeute-erwartet-oft-ehehoelle.html

(8) Islamic FGM. Indonesiens islamrechtlich vorgeschriebene Mädchenbeschneidung

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1435

(9) Kinder fehlinformieren mit einem angeblich toleranten Andalusien: „Toledo kann überall sein … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen.“

http://www.mlks.marl.de/kubucha/abraham/06/pressedok.html

(10) Kuscheln mit dem Scharia-Islam: Karl-Josef Kuschel. Der Tübinger Schariafreund und Professor auf Deutschlandtournee, im Programm das Evangelium des Trialogs: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime in Europa«

http://www.c-eichert.de/a/index.php?go=vo001.php

http://www.gcjz-minden.de/0339bc99960ea5804/0339bc9b300f1ca01/index.html

http://www.salvatorianerinnen.de/terminsache/details/?no_cache=1&tx_activitycal_pi1[eventid]=3

(11) Der Kopftuchprofessor. Kuschel billigt Fereshta Ludin. Kuschel pro Lehrerinnenkopftuch. Das Kopftuch sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen

http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/1998/imp980502.html

(12) Goldene Kette, Golden Chain

http://naqshbandi.org/chain/names.htm

(13) Abdessalaam Yassine

http://www.yassine.net/en/mishkate/pages/YOChapterDetailPage.aspx?BookID=15&isBook=OK&ChapterID=1&Lang=4

(14) Einen kleinen Kran für den lieben Iran

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,353161,00.html

(15) Eberhard Schaetzing: Ekklesiogene Neurose

http://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiogene_Neurose

(16) »The challenge of a single Muslim authority in Europe«, Mustafa Cerić: „The sharı¯’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience. … The personal confession of faith (the shaha¯dah) and the collective moral commitment (the sharı¯’ah) must find expression in the practical function of leadership (the ima¯mah) as the human way of discipline and loyalty to the common good of civil society.“

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(17) Mustafa Cerić (DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS) will die Rechtsspaltung Europas, für alle Muslime soll islamisches Personenstandsrecht gelten: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.“ Dank an Jörg Lau

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

(18) talaq

http://www.islamic-sharia.org/divorce-talaq/talaq-bain.html

(19) Malaysia. Wali Mujbir (guardian)

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(20) Melanie Miehl: »Frauen und Islam«, Seminar Islam in der Arbeitswelt, 10.-14.12.2001

http://www.migration-online.de/beitrag._cGlkPTIzJmlkPTM0MzE_.html

Maududi erklärt den Islam

Oktober 30, 2009 von schariagegner

نظام اسلامی

niḍām islāmī,

Nizam İslâmi,

Ordnung (Staatsordnung) im Sinne des islām

Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam

»Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988) enthält als posthum angefertigte Textsammlung Auszüge aus Vorträgen des 1979 verstorbenen islamischen Theoretikers und pakistanischen Parteigründers al-Maudūdī (1). Gekürzt, aus dem Englischen übertragen und kommentiert von Jacques Auvergne

Pakistan 1941. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete ein 38jähriger, 1903 in Aurangabad (Maharashtra, Indien) geborener Journalist und Prediger eine religiöse Partei. Das geschah in Lahore (Provinz Punjab), der Aktivist war Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī und seine missionarisch-elitäre Partei Jamaat-e-Islami (JI) besteht bis heute (2).

2002 trat die JI gemeinsam mit vier anderen islamistischen Parteien aus so unterschiedlichen Spektren wie Deobandi, Barelwi und Schiiten als Zweckgemeinschaft und Wahlbündnis namens Muttahida Majlis-e-Amal (MMA, Vereinigte Aktionsfront) zur Parlamentswahl an und stellt inzwischen in Pakistans Nordwestlicher Grenzprovinz (North-West Frontier Province, NWFP) die Regierung. Man vermutet 20 % der Pakistanis als Schiiten, die weltweit größte schiitische Gemeinschaft außerhalb des Iran. Die Hauptstadt der von 20 Millionen Einwohnern und zumeist von Paschtunen (Stichwort afghanische Burka) bewohnten Nordwestprovinz NWFP ist Peschawar, im westlichen Nachbarland Afghanistan tragen Pakistans Nordwestprovinz und die so genannten Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (FATA) den Namen Paschtunistan oder Ostafghanistan. Im Februar 2009 wurde nach eineinhalbjährigem ǧihād der Ṭalibān gegen die pakistanische Armee, der die gezielte Zerstörung von Mädchenschulen zeitigte und die Flucht oder Vertreibung von Zehntausenden von Menschen, im NWFP-Distrikt Malakaland (Swat-Tal) die šarīʿa zur Gänze eingeführt (3), zwei Monate darauf im Distrikt Swat. In Swat Ehebruch nun mit Steinigung „islamrechtlich bewertet“ wird (4).

1997 hatte die mächtigste der islamischen Parteien Pakistans die Wahlen boykottiert, 2006 brachte sie, obwohl JI-Führer Qazi Hussain Ahmad von Pakistans Polizei angeblich zu seinem Schutz interniert worden war, in der Stadt Karachi 25.000 Menschen zu einer Demonstration gegen Gotteslästerung auf die Straße (5).

Frauen und Nichtmuslime sind in (Afghanistan und) Pakistan traditionell und praktisch so gut wie rechtlos, bereits seit 1986 gilt Blasphemie als Straftatbestand (Pakistanisches Strafgesetzbuch, Zusatz 295-C). Die Lage in Pakistan ist ebenso intransparent wie explosiv. Womöglich durch Terrorgruppen wie die Laschkar-e Taiba (sie wird mit den Angriffen auf Hotels, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen im indischen Bombay am 26.-29.11.2008 in Verbindung gebracht) bereicherte rebellische traditionelle Stammesführer im Westen proben kleine und mittlere Sezessionskriege oder fordern und bekommen die šarīʿa. Präsident Musharraf wird auch in den Großstädten politisch von (noch) Radikaleren in die Enge getrieben. Und irgendwo stehen potentiell jederzeit hunderttausendfachen Tod bringende Atomraketen herum.

Bei einer derartigen Vielfalt und Dynamik an Brutalität, wie sie das Pakistan dieser Jahre bestimmt, der tödliche Anschlag auf Benazir Bhutto in Rawalpindi (Provinz Punjab) am 27.12.2007 wurde weltweit zum Sinnzeichen dieses Schreckens, könnte man den Parteigründer und islamischen Theoretiker al-Maudūdī leicht übersehen.

Das weltweit viel gelesene Werk »Khutabat. Fundamentals of Islam« (Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam) wurde aus den Predigten des konsequenten islamischen Denkers sprich islamischen Staatstheoretikers erst nach dessen Tod zusammengestellt und erschien im Englischen im Jahre 1985 als »Let us be Muslims.«

Britischer Herausgeber war die in Leicester (‘lɛstə) ansässige Islamic Foundation, die gemeinsam mit der in derselben mittelenglischen Großstadt (290.000 Einwohner) niedergelassenen UK Islamic Mission, im Netz www.ukim.org, den britischen Zweig der JI darstellt. Als Übersetzer ins Englische betätigte sich Khurram Murad (1932-1996), mit dem der Deutsche Konvertit Ahmad von Denffer (www.muslimehelfen.org) zwischen 1978 und 1984 zusammenarbeitete. Der 1949 im niederrheinischen Mönchengladbach als Kind einer baltendeutschen Familie geborene Ahmad von Denffer veröffentlichte zwischen 1995 und 2005 zehn seiner religiösen Schriften beim der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Islamischen Zentrum München.

Der Titel der neun Jahre nach dem Tod des „Meisters“ (Maulānā, türkisch Mevlana) herausgegebenen Textsammlung weist auf das Wort Chutba (ḫuṭba) hin, wie wir es aus dem Begriff für die islamische Freitagspredigt kennen. Im frühmittelalterlichen ersten Jahrhundert des politischen islām wurden in der solcherart verstandenen ḫuṭba auch die militärpolitischen Befehle ausgegeben. In späteren Jahrhunderten mögen, vorbehaltlich der menschenrechtswidrigen und „ewigen“ Grenzen der šarīʿa, moralisch orientierte Appelle nach Selbstvervollkommnung überwogen haben. Heutzutage werden auch Predigten für die Zeit des Freitagsgebetes geschrieben, die kluge Lebenshilfe enthalten, nach wie vor gilt allerdings auch in Deutschland der angeblich von Allah gewollte Schariavorbehalt.

Eher selten werden in Freitagspredigten alle Nichtmuslime als stinkende Nachkommen von Affen und Schweinen bezeichnet oder es wird im Jahre 2005 durch engagierte Muslime wie Herrn David Mitterhuber vom Multikulturhaus im bayerischen Neu-Ulm („Wenn keine Fremden dabei sind, predigt Mitterhuber den Dschihad. Das Töten und Sterben im Auftrag Allahs“) zum soziopolitischen Saubermachen aufgerufen (6). Zwei Jahre später ist Mitterhuber immer noch politreligiös aktiv als Leiter des Islamischen Informationszentrums (IIZ). Im Umfeld des IIZ warb man Kämpfer nach Tschetschenien und lässt sich in pakistanischen paramilitärischen Trainingslagern zu einem Soldaten Allahs ausbilden, während an der süddeutschen innenstädtischen Schaufensterscheibe der Aufkleber „Islam heißt Frieden“ prangt (7). Ein bemerkenswertes Friedensverständnis ist es allemal.

Nach al-Maudūdī muss der politischen Macht Allahgottes nicht nur als Gesetzgeber (Souverän) jedes Gemeinwesens, sondern auch als Herrscher durch jeden muslim zum Durchbruch verholfen werden, jede andere Staatsform (islamische Lebensweise) sei Verrat an der Tugend und Beförderung der Wirkmacht des Teufels. Demokratie ist für radikale Muslime eine „Ungerechtigkeit“. General Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq (Zia ul-Hakk), Pakistans Regierungschef zwischen 1977 und 1988, genoss das Wohlwollen des Theokraten al-Maudūdī.

Zwei Jahre vor der Islamischen Revolution im Iran (1979) implementierte Putschist Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq die vollumfängliche šarīʿa (dem Dieb die Hand religiös abhacken und andere ḥadd-Strafen) und sprach vom islamischen »System« (nizam). Das beispielsweise ins Türkische eingegangene Wort Nizam bedeutet Staatsordnung oder Gesellschaftsvertrag (an-niḍām) und wird weltweit islamisch-revolutionär verstanden, letztlich ist bereits die frühmittelalterliche Staatsgründung von Medina die erste Islamische Revolution. Die 1971 gegründete und nach dem Militärputsch bereits im Folgejahr verbotene erste Partei der nationalistisch-radikalislamischen türkischen Millî-Görüş-Bewegung nannte sich Milli Nizam Partisi (MNP).

Der pakistanische niḍām islāmī (nizam islami) wird in aller Welt in antidemokratischen islamischen Kreisen bewundert. Nach „Meister“ al-Maudūdī reicht es aber nicht, zu bewundern und sei das Nichthandeln gotteslästerlich. Islamisches Tun nämlich sei nichts anderes als der allumfassend betriebene Aufbau der „Herrschaft Gottes“ (ḥakimiyyat allāh), die Parteigänger Allahs müssten zur revolutionären Kraft werden und der Gottheit den Weg zur irdischen Macht und Übernahme der Staatsführung ebnen. Die künftigen, aus konsequent islamischer Sicht einzig legitimen Herrscher sind Stellvertreter (Ḫulafāʾ, Kalifen, Sg. Ḫalīfa) der heilsverweigernden oder heilsgewährenden Gottheit. Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī spricht, Monarchie beziehungsweise Autokratie zurückzuweisend, zunächst überraschend vom „demokratischen Kalifat.“

In Allahs Demokratie wird der qurʾān zur Verfassung, muslimische Frauen haben kein passives und nichtmuslimische Bürger gar kein Wahlrecht. Solange die im Buch „ḫuṭabat. Grundlagen des Islam“ (»Khutabat. Fundamentals of Islam«) und in den anderen Schriften von „Meister Maududi“ dargelegten, mit Koran und Hadithen völlig verträglichen Forderungen nach der radikalen Politikwerdung des Allahkultes in vielen islamischen Milieus und auch in Europa hohes Ansehen genießen, verdienen sie auch unsere Betrachtung.

Hören wir auf die in den »ḫuṭabat (Khutabat. Fundamentals of Islam)« niedergelegten Worte des Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Liebe Glaubensgeschwister, ihr seid davon überzeugt, dass sich Muslime und kuffār voneinander unterscheiden, ihr glaubt, das Allāh nicht die kuffār liebt, sondern die Muslime und dass Allāh am Weltende den Muslimen verzeihen wird und den kuffār nicht. Weiter seid ihr euch ganz sicher, dass die Muslime in die ǧanna, das islamische Paradies gelangen werden, jeder kāfir aber in die ǧahannam, die islamische Hölle hinabgeworfen wird. … Warum macht Allāh diese Unterschiede, wo doch der kāfir ebenso zwei Augen und Ohren hat wie ihr, die gleiche Luft atmet und das gleiche Wasser trinkt? Warum diese Rangerniedrigung für die kuffār, warum euer Verbleib im Himmel und ihr Verbleib in der Hölle? … al-islām ist die Unterwerfung unter Allāh, al-kufr ist der Ungehorsam gegenüber Allāh. Beide, der muslim und der kāfir sind menschliche Wesen, doch den einen hat Allāh erhöht, weil er die Befehle Allahs erkennt und befolgt, der andere jedoch hat sich als Gottesleugner und Gehorsamsverweigerer selbst erniedrigt.

Die Dressur auf das „Erkennen der Befehle“ beginnt im Kindesalter. Der das Territorium, den Körper und die Körperlichkeit schachbrettartig in paradieskonforme und potentiell teuflische Zonen zerlegende Polit-Kult islām gibt vielfältige, sklavisch genau zu befolgende Reinigungsbefehle aus. Die „Kleine Unreinheit“, verursacht durch Schlaf, Bewusstlosigkeit, Ausscheidung verschiedener Körpersubstanzen, beim wesensgemäß reineren Mann jedoch auch durch das Berühren der Haut einer mit ihm nicht nahe verwandten Frau muss durch die „Kleine Waschung“ (arab. wudūʿ, pers. ābdast) von Gesicht, Händen und Unterarmen sowie das feuchte Abwischen von Haaren und Füßen beseitigt werden, sonst knistern die Höllenflammen.

„Große Unreinheit“ folgt im politischen islamischen Körperkult beim männlichen Samenerguss, der weiblichen Menstruation sowie innerhalb von vierzig Tagen nach der Niederkunft. Sie kann nur durch ġusl (Ghusl), Ganzkörperwaschung beseitigt werden, andernfalls drohen soziale Ächtung und verschlossene Paradiestore. Es spricht al-Maudūdī:

In zweierlei Hinsicht unterscheiden sich also muslim und kāfir, im Glaubenswissen und im Handeln, in Verstand und Tat. Zuerst muss man nämlich wissen, wer der Herr ist, wie die Befehle des Herren lauten und wie diese Vorgaben umzusetzen sind, welche Taten Allahs Wohlgefallen erzeugen und welche nicht. Dann aber geht es darum, in der Erkenntnis dessen, was Allāh fordert, sich seiner eigenen Forderungen zu entäußern: die Wünsche Allahs sind zu erfüllen, die eigenen Wünsche sind nachrangig.

Wenn immer ihr etwas für gut bewertet, Allāh aber sagt, dass es schlecht ist, müsst ihr es so betrachten, wie euer Herr es sagt. Und wenn ihr glaubt, eine Handlung sei gefährlich oder schädlich, Allāh sie euch jedoch befiehlt, dann habt ihr sie auszuführen, und wenn es euren Besitz oder euer Leben kosten sollte. Was Gott euch verbietet, dürft ihr also nicht tun, und wenn es euch den Reichtum der ganzen Welt gewähren würde. So dienen Muslime ihrem Herrn, dafür werden sie einst belohnt werden, und das ist das Wissen, das die kuffār nicht besitzen und der Mangel, für den sie als Ungehorsame aufgeschrieben werden und Gottes Heils beraubt werden. Jetzt aber sagt es ehrlich: Seid ihr den kuffār wirklich sittlich überlegen, wenn ihr euch zwar Muslime nennt, euch aber heute so verhaltet wie die Ungläubigen?

Einfach gesagt: wie kann ein muslim einem kāfir überlegen sein, wenn er sich genau so verhält wie der Unwissende? Wir müssen über diese Frage ernsthaft nachdenken. Sicherlich, wir wissen, anders als die kuffār, dass der qurʾān Gottes Buch ist. Doch wir gehen trotzdem mit dem qurʾān so um wie die Ungläubigen. Obwohl wir wissen, dass Muḥammad der Prophet Allahs ist, verweigern wir ihm, einem Ungläubigen gleich, doch den Gehorsam. Wir wissen, dass Allāh die Lügner verflucht und ihnen die Hölle zur Wohnung gegeben hat und dass Er als diejenigen als die größten Sünder bezeichnet, die für Zinsen leihen und den Zins annehmen. Uns ist bewusst, dass Er Unmoral und Pornographie grausam bestrafen wird, und doch gehen wird diesem Frevel ebenso nach wie die Ungläubigen, wie diejenigen, die keine Angst vor Gottes Zorn haben.

Warum sind die Muslime heutzutage erniedrigt?

Der Entwicklungsstand moralischer Reife zweier beliebiger Sandkastenbengel. Beide zeigen völlig ernst aufeinander „Der da hat angefangen!“ Sind radikale Muslime Sandkastenbengel? Wie gut, dass es Israel gibt: „ … hat angefangen!“ Liebe Araber, so wird das nie was mit dem Anschluss an den Weltstandard der Technologie und Zivilisation.

Trotz der so großen Zahl an Muslimen und muslimischen Regierungen ist die Welt in der Hand derjenigen, die sich gegen Allāh aufgelehnt haben. Sie haben euch in ihrer Gewalt und steuern euch, wohin sie wollen. Eure Ehre wird mit Füßen getreten. Eine solche Lage sollte eigentlich ebenso unmöglich sein, wie ein Gegenstand gleichzeitig schwarz und weiß sein kann. Wie konnte der gottgeliebte muslim derart in Ungnade fallen, ist Gott (Allāh vergib mir!) so ungerecht, dass er euch trotz Pflichterfüllung derartig bestraft?

Wenn es zu eurem Glauben gehört, zu wissen, dass Gott niemals ungerecht ist, werdet ihr zugeben müssen, dass irgendetwas mit eurem Anspruch nicht stimmen kann, Muslime zu sein. Mögt ihr auch in euren Papieren als Muslime geführt werden, Allāh besitzt seine beiden eigenen Listen mit den Namen seiner gehorsamen und ungehorsamen Knechte.

Allahs Worte sind nicht etwa gekommen, um euch Unglück und Elend zu bescheren, nein, der qurʾān ist Quelle von Glück und Erfolg. Die Kinder Israels, die Juden verhielten sich falsch in Bezug auf die ihrer Verantwortung überlassenen Schriften. In Sure 2:61 spricht Allāh: „Schande und Erniedrigung bedeckte sie, Allahs Zorn kam über sie, weil sie die Zeichen Allahs zurückwiesen …, weil sie Widerspenstigkeit und Frevel begingen.“ Wenn also ein Volk der Buchbesitzer Demütigung und Erniedrigung erfährt, dann nur deshalb, weil es Allahs Wort gegenüber ungerecht war. Es gibt keinen anderen Weg, sich vor der Wut Gottes zu retten, als dem qurʾān seinen wahren Wert einzuräumen.

Ihr habt nicht das Recht zu sagen: ‘Das ist meine Meinung’ oder ‘Das ist bei uns so Brauch’ oder ‘Diese oder jene Autorität verlangt das von mir’, all das wäre nichts als Vorwand. Alles müsst ihr im Lichte von al-qurʾān und as-sunna bewerten. Was für ein ungehöriger Widerspruch wäre es, sich muslim zu nennen, aber irgendeiner eigenen oder gesellschaftlichen Meinung den Vorzug gegenüber den Worten von Koran und Sunna zu geben. Sure 5:44 erhellt es: „Wer sich nicht an das hält, was Allāh hinabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“

Wer das Glaubensbekenntnis spricht, verwandelt sich ganz und gar. Aus einem kāfir wird ein muslim: vorher war er unrein, nun ist er rein, gestern missfiel er Allāh, ab heute strebt er, von Ihm geliebt zu werden, in der Vergangenheit war ihm die Hölle bestimmt, jetzt steht ihm die Türe zum Paradies offen. Aber das bloße Aussprechen der kalima mit ihren sechs oder sieben Worten ist es nicht, was einen kāfir zu einem muslim macht, einen unreinen Leib und eine verdammte Seele zu einem reinen Körper und einer gottgeliebten Seele. Ihr müsst die Worte der kalima wirklich erfassen, eure Herzen verwandeln lassen und euer ganzes Leben verändern. Nur dann werdet ihr Muslime werden.

Der Titel »Let us BE Muslims« (Hervorhebung Auvergne) wird hier erkennbar als aufrüttelnder Appell, auch zum aufrüttelnden Vorwurf: ‘Wir müssen Muslime SEIN, das ist unsere einzige Chance, vielleicht die letzte.’

Die kalima ṭayyiba ist das wahre Wort, jedes Ding im Weltganzen ist dafür Zeuge, Mensch, Tier, Baum, Stein oder Sand, reißender Fluss oder glänzende Sonne. Das Weltall ist von Allāh geschaffen, Er allein ist sein Herrscher. Wann immer ihr euch vor Ihm verneigt, begeht ihr nichts anderes als das, was alle Dinge ihrem Wesen gemäß tun: Den Einklang mit Gott bekennen. Alle Kräfte der Natur befördern denjenigen, der an die kalima ṭayyiba glaubt. Wer der kalima ṭayyiba Folge leistet, gleicht dem stolzen Baum mit seinen tiefen Wurzeln und hohem Gezweig, der reiche Frucht hervorbringt.

Ganz im Gegensatz dazu steht die kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha), die behauptet, es gebe keinen Gott oder es gebe neben Allāh ein anderes Wesen göttlicher macht. Was für eine verlogene und leere Behauptung ist das doch! Wie kann jemand, der eine derartig widernatürliche Meinung vertritt, im Diesseits oder Jenseits erfolgreich sein? Allāh hat ihm eine Frist gewährt, eine Zeitlang darf er aus den Energien der Natur zehren. Wer dem falschen Wort, der kalima ḫabiṯa anhängt, gleicht dem bitteren Unkraut mit seinen schwachen Wurzeln und seiner Schädlichkeit.

Kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha) bedeutet widerliches, bösartiges Wort oder Wort der Heimtücke. Die Vokabel ḫabiṯa hat auch nach dem Tode des islamischen Theoretikers ihre radikale Verwendung gefunden. Wie das Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy (Militant Ideology Atlas, 192, 195) berichtet, bezeichnet Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“) ganze Nationen als „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“ Staatswesen der Verworfenheit, Nationen des Übels (8). Der Bärtige im oberen Bild ist al-Maqdisī (9). Zurück zu al-Maudūdī:

Ein Irrweg ist es, anderen Menschen anstatt Allāh zu gehorchen. Wir dürfen den uns fortschrittlich und modern erscheinenden Völkern nicht folgen, denn Allāh stellt in Sure 6:116 klar: „Und wenn du der Mehrheit der Menschen folgst, wirst du von Allahs Weg hinweggeführt werden.“

Ihr mögt die heidnischen Tempel der Götzenanbetung aus Stein oder Mörtel zerstört haben, doch habt ihr die Tempel in euren Herzen übersehen. Diese Götzen zu zerstören ist jedoch Voraussetzung, um ein muslim zu werden. Ich bin sicher: was immer ihr in dieser Welt zu erleiden habt, ist das Resultat aus dem soeben beschriebenen Dienst an den Götzen.

Es dürfte für einen Fundamentalisten von verführerischer Konsequenz sein, ein äußeres Heidentum durch ein inneres zu ergänzen und Außenwelt wie Innenwelt gleichermaßen vom dämonischen Schmutz zu reinigen, beiderlei Heidentum zu vernichten. Das Bild von den herzlichen Bauwerken gibt es auch sehr konstruktiv, ganz ohne Abbruchwerkzeug: „Errichtet den Staat Gottes in eurem Herzen, so wird er bald auf eurem Territorium entstehen“ (uphold Islam in your heart, and it will grow strong within your society), wie der 1972 geborene, viersprachige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland, Köln 2009, 200) den ägyptischen Richter und Scheich Ḥasan al-Huḍaibī zitiert. Scheich al-Huḍaibī war zwischen 1950 und 1973 der zweite „General Guide“ (Generallenker, Führer) der Muslimbruderschaft.

Zweierlei Muslime?

Es gibt die halbherzigen Muslime. Halbherzigkeit reicht nicht aus, um ein muslim zu sein. Den gottesdienstlichen Ritualen beizuwohnen oder die Perlen seiner Gebetskette durch die Finger gleiten zu lassen ist die täuschende Oberfläche, die äußerliche Frömmigkeit, das macht einen kāfir nicht zu einem muslim. Die oberflächlichen Menschen lieben etwas um sich selbst willen oder um ihres Volkes willen, nicht aber um Allahs willen. Solche Menschen mögen Institutionen kultureller, pädagogischer oder politischer Art begründet haben, ihre Einrichtungen werden zwar islamisch erscheinen, doch niemals islamisch sein.

Es gibt die echten Muslime, die alles Tun unter den Willen Allahs stellen. Gottes Rechtleitung bestimmt ihre Gedanken und Gefühle, ihre Arbeit und Sexualität, ihre Liebe und ihren Hass vollkommen und kompromisslos. All ihre Gemeinschaft und jedes ihrer Gemeinwesen bestehen nur um des islām willen.

Din und Scharia

Aš-šarīʿa (Scharia) bedeutet Weg oder Pfad, ad-dīn (Din) bedeutet Religion. Der Eintritt in den dīn ist die Anerkenntnis der Herrschaft Allahs, seines Gesandten und seiner Bücher, die Art und Weise aber, in der man heute gottgefällig zu leben hat, ist die šarīʿa. Die šarīʿa lehrt uns, wie wir Allāh anzubeten haben und ihm gehorchen sollen, wie wir Körper und Herz reinigen müssen. Kurz gesagt, die šarīʿa lehrt uns, wie wir unser gesamtes Leben führen müssen. Der dīn ist die ureigene Religion von allen Propheten, von Noah, Abraham, Jesus und Moses, die šarīʿa hingegen ist die von Allāh gestiftete und durch Muḥammad bekannt gewordene Orthopraxie.

Ibada

Al-ʿibāda gehört zum Wort für Diener oder Knecht, ʿAbd. Die ʿibāda ist die Gottesdienerschaft oder Gottesknechtschaft. Lebenslanger treuer Gehorsam und völlige Dienstbereitschaft in jedem Augenblick ist die Pflicht eines ʿabdallāh, eines jeden muslim. Das ist ʿibāda. Wer jedoch für seine dienende Arbeit zwar bezahlt wird, ohne aber die Anweisungen seines Herrn umzusetzen, wird nicht Diener genannt werden können, sondern untreu, widerspenstig. Allāh weist uns genau darauf hin: „Ich habe die Menschen nur erschaffen, damit sie mir dienen.“

Wer die Pflichten, die ihm die Menschen gegeben haben, über die Pflichten stellt, die Allāh ihm aufgetragen hat, weiß nichts von der wahren Bedeutung der ʿibāda. Mit gefalteten Händen sich in Gebetsrichtung, zur qibla hin auszurichten, sich mit der Stirn auf die Erde niederwerfen, einige rituell vorgeschrieben Worte zu sprechen oder im ramaḍān bis zum Sonnenuntergang zu hungern und zu dursten, das ist nicht ʿibāda, sondern Äußerlichkeit. Ihr müsst das ganze Leben hindurch ʿibāda ausüben, jede eurer Handlungen muss mit Allahs Gesetz in Einklang stehen. Bei jedem Schritt müsst ihr darauf achten, was ḥalāl, was erlaubt und was ḥarām, was verboten ist. Was ist hier und heute zu vermeiden, was erregt jetzt Gottes Missfallen? Das ist ʿibāda, Gottesknechtschaft, dann und nur dann ist sogar euer Weg zu eurer Familie Gottesdienst, dann ist es Dienst an Gott, wenn ihr eure Kinder küsst.

Heute, genau drei Jahrzehnte nach dem Tod des al-Maudūdī definiert die Seite www.al-muwahidun.com die Ibada als „sich verneigen, gehorchen, seine Kleinheit akzeptieren“ und führt zur Gottesdienerschaft aus: „[einerseits] etwas, was die Scharia befiehlt, selbst wenn es [widersprüchlich] zum Brauch oder zum Verstand ist … [andererseits] die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbande nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, das Gute befehlen, das Schlechte verbieten, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen (10).“

Die deutschsprachige Seite verlinkt zu in jugoslawischer Sprache gehaltenen und Bosnien aktiven Netzwerken wie der wahhabitisch anmutenden www.imamitewhida.com oder zur möglicherweise dschihadistisch motivierten //monoteizem.com/ und www.suza-za-tewhidom.com (11). Die Letztgenannte verlinkt zur sich auf Ibn Taymiyya berufenden, arabischsprachigen und womöglich den islamischen Terrorismus billigenden Seite www.ansaaraltawheed.com. Den Bestandteil „Unterstützer des Eingottglaubens“ (ansar al-tawhid) führen Terrorgruppen im Sudan (12) und Irak (13) im Namen. Für Frauen hält das nähere Umfeld die deutsche Seite //ukhti.net bereit. Werbefeldzug und Feldzug für das Kalifat ist das Letzte, was das zerfallene Jugoslawien braucht, hoffentlich geht in Bosnien oder auch in Deutschland niemand diesen Radikalen auf den Leim, die in Nigeria oder Pakistan Entführer, Attentäter und Kindersoldaten ausbilden.

Zum Suchbegriff „ukhti net“ bietet uns YouTube, sicherlich wenig zufällig, Erbauungsvideos an mit rechtleitenden Titeln wie: „Demokratie ist Kufr. Die Gesetzgebung obliegt einzig und allein Allah“ (14) und „Demokratische Wahlen sind Schirk. Muslime hütet euch“ (15). Diese zwei Wahlsprüche postmoderner „Aussteiger“, dieser Betreiber einer nach dem 1.400 Jahre alten Vorbild des Propheten reinszenierten Auswanderung (hiǧra) aus der Demokratie führen uns zurück zur Logik und Islamkonsequenz eines al-Maudūdī:

Adhan. Der Ruf zur Versammlung

Der aḏān (Adhan) ruft die Muslime zum Gebet, aufmerksam strömen sie zum Mittelpunkt. Das erzieht sie zur Disziplin, wie sie beispielsweise auch beim Militär unverzichtbar ist, wenn die Signaltrompete die Soldaten zum Kommandeur ruft. Nur mit dem gemeinsamen Befehl können Soldaten erfolgreich kämpfen. Als Muslime sind wir eine echte Armee, die Armee Gottes, doch unser Kampf ist viel härter als der einer gewöhnlichen Truppe. Die Armee der Muslime ist im permanenten Kriegszustand mit den Mächten des Bösen in sich selbst und in der Welt.

Imam

Dem imām (Imam) ist absolute Folge zu leisten, jede seiner Gebetshaltungen ist genau nachzuahmen. Sollte er einen Fehler machen, wird er höflich in der dafür vorgesehenen Weise darauf aufmerksam gemacht: „subḥān allāh“, nur Gott ist fehlerlos, das Gebet wird wiederholt, ohne dass der imām etwas von seinem Ansehen verliert. Sollte der imām jedoch wissentlich einen Fehler begehen, wissentlich den qurʾān falsch interpretieren oder predigend Worte des širk (Schirk), der Beigesellung oder des kufr, des Unglaubens von sich geben, müssen die Betenden aufstehen, das Gebet abbrechen und die Versammlung verlassen. So wie es sich mit der Gehorsamspflicht des muslim gegenüber seinem imām verhält, so verhält es sich mit derjenigen des Staatsbürgers zum Staatspräsidenten.

Az-zakāt (zakāh)

Der qurʾān (9:60) bestimmt, das es acht Empfängerkreise der geheiligten Abgabezahlung der zakāt (zakāh) gibt, zu denen die Gruppe der »muʿallafatu l-qulūb« zählt, das bedeutet wörtlich: diejenigen, deren Herz für den islām gewonnen werden soll. Das mögen auch zum islām konvertierte Menschen sein, denen es gilt, die soziale Seite der wahren Religion spürbar werden zu lassen. Das dürfen aber auch diejenigen sein, die davon abgehalten werden müssen, gegen den islām zu arbeiten. Eine weitere Gruppe sind die »fī s-sabīli llāh«, diejenigen, die sich auf dem Wege Allahs befinden, die Streiter Gottes. Das sind diejenigen, die Gottes Herrschaft überall auf der Welt zum ihrem Recht verhelfen wollen. Der Prophet Muḥammad sagte einst, dass eine wohlhabende Person nur aus einem einzigen Grund zakāh annehmen dürfe, nämlich für den ǧiḥād.

Herz heißt auf Arabisch al-qalb, Mehrzahl al-qulūb. Geheiligtes Bestechungsgeld. Ist zu befürchten, dass Europas „ungläubige“ Funktionäre aus Politik, Pädagogik und Kirche finanzielle islamische Aufmerksamkeiten erhalten und entgegennehmen werden, von Flugreisen an den Golf über Moscheebaufinanzierung bis zur Bücherspende an öffentliche Bibliotheken, nachdem die jeweiligen Verwalter den »muʿallafatu l-qulūb« zugerechnet worden waren? Daneben also sind die Neo-Muslime berechtigte Empfänger der Ritualabgabe: Konvertieren und reich werden, ein attraktiver Anreiz schafft zufriedene Gesichter. Hochinteressant ist auch die koranisch gebotene, mit finanzieller Zuwendung zu regelnde Verhinderung von Islamgegnerschaft und sicherlich auch bereits von Islamkritik. Nicht zuletzt bekommt auch der Gotteskrieger, der Dschihadist seinen Teil von der zakāh (zakāt). An der Nähe zu einem militärisch gemeinten Begriff des ǧiḥād kann wenig Zweifel bestehen.

Die religiöse Sozialabgabe dient also den bereitwilligen Arbeitern des bedarfsweise tötenden ǧiḥād (Dschihad). In Pakistan haben im Herbst 2009 lokale Geistliche Rechtsgutachten, Fatwas herausgegeben, in denen die Angehörigen der Aḥmadiyya als »Wajibul Qatl« bezeichnet werden, als zu tötende Wesen (16). Der dem schariarechtlichen al-aḥkām al-ḫamsa, dem fünfstufigen Bewertungssystem entstammende Terminus, hier untertreibt punjabnewsline, bewertet die Tötung eines jeden Aḥmadī in Asad-Kaschmir (17) islamrechtlich (islamisch) nicht nur als empfohlen (mandūb, mustaḥabb), sondern als verpflichtend (wāǧib, farḍ). Der Wortstamm q-t-l, (Substantiv qatl; qutl; Imperativ qital; Verbform III qātala) bedeutet allgemein „kämpfen, töten“ und soll im Heiligen Buch (al-qurʾān) der Muslime 187 mal vorkommen, davon 25 mal als Imperativ: „Kämpft, tötet!“ Das gegen die Sekte der Ahmadis verwendete »wāǧib ul-qatl (wajibul-qatl)« lässt sich als „geheiligte Vernichtung“ oder „islamischer Pflichtmord“ wiedergeben. Zurück zu Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Ḥaǧǧ. Das Steinigen der Säulen (ramī ǧimar; ramī al-ǧamarāt). In der Morgendämmerung marschieren die Pilger nach Mina zurück und werfen kleine Steine auf die Säulen. Jeder einzelne Soldat der Sache Allahs spricht: [Ich werfe diese Steine] gegen den Teufel und seine Parteigenossen. Ich bin Zeuge für die Wahrheit des qurʾān.“ Er bekennt damit: „O Allāh! Ich werde jeden angreifen, der sich aufmacht, deine Religion anzugreifen und dein Wort zu unterdrücken, ich werde dafür kämpfen, dass dein Wort herrscht.“ Nach dem die Steine geworfen worden sind, werden Opfertiere dargebracht. Dieses Opfer ist ein Zeichen für die Intention und Entschlossenheit, das Leben auf dem Wege Allahs hinzugeben, wann immer es nötig ist.

Bis 2004 hatten drei Säulen den Teufel dargestellt, seitdem sind sie aus Sicherheitsgründen durch eine Steinwand ersetzt worden (18). In der Pilgerpraxis der aus aller Welt Angereisten ist in diesen Minuten oftmals viel Wut freigesetzt worden, gelegentlich ist es zu hektischen Tumulten, kollektiven Panikattacken und daraus resultierend zu Verletzungen gekommen.

Im ḥaǧǧ zeigt sich der islām als eine Friedensbewegung, wird die Stadt Mekka zu einem Zentrum der Gleichheit vor Gott. Das Treffen von Menschen aller Nationen in Ehrlichkeit und Liebe [wie es die jährliche große Pilgerfahrt nach Mekka darstellt] ist ein Segen für die Menschheit. Konnte irgendjemand ein besseres System entwickeln um den Weltfrieden herbeizuführen als den ḥaǧǧ? Alle Worte sind unzureichend, die Vorzüge des ḥaǧǧ wiederzugeben. Hier sind die Rechte aller Menschen gleich.

So ein Unsinn. Frauen unterliegen der geheiligten Entrechtung und Ungläubige müssen leider draußen bleiben, damit der künftigen Hölle das Brennmaterial nicht ausgeht. Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid sagen der islamgerecht zu spaltenden Menschheit, wo die Reise hin geht: »Muslims only«. Der Weg zum Paradies, hier entlang, auf der gerade gebahnten Straße bleiben bitte. »Obligatory for non muslims«, Ungläubige bitte hier abbiegen (19). Man vergleiche das schariatische Mehrklassensystem mit der Beschilderung im öffentlichen Raum Südafrikas der Jahre 1948-1994 (20).

Auch Deutschland Badeanstalten betreffend ist segregiertes Muslimschwimmen doch sicherlich zu verhindern. Wie der Drogenabhängige nach dem Rauschgift lechzt, schaffen Deutschlands radikale Muslime sich den Bedarf nach Schwimmen in gereinigter (dhimmifreier) Zone, wie eine Diskussion unter Türkeistämmigen veranschaulicht, die etwas fehlerhafte Schreibweise wurde belassen: Kisakürek: „wisst ihr wo man als Muslim schwimmen gehen kann“, Enzar: „sag bescheid wenn du es gefunden hast diesen ort wo mann oder frau als muslime schwimmen kann. wir suchen auch aber vergeblich“, sisterE: „wird wohl schwierig sein in unmittelbarer nähe so einen ort zu finden. deswegen ist es auch wichtig dass sich muslime zusammenschliessen und solche möglichkeiten organisieren: man redet mit dem hallenbad vor ort … vielleicht bringt es auch was bei der stadt (sportamt) nachzufragen (21).“ Bemerkenswert der gewählte Nickname Kisakürek, der auf Necip Fazıl Kısakürek hinweisen dürfte (22), den Ideengeber für die »İBDA-C, Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten« (23). Die dschihadistische İBDA-C (İslami Büyük Doğu Akıncılar Cephesi) kämpft für die Errichtung eines Kalifats Türkei mit Islamischem Rechtssystem. Symptomatisch kann sich das Mitfiebern für das antidemokratische Gedankengut der İBDA-C offensichtlich darin zeigen, getrenntes Muslimschwimmen in deutschen Hallenbädern zu wünschen.

Doch scheint etwas falsch zu laufen mit dem ḥaǧǧ, denn obwohl jährlich Tausende nach Mekka wallfahrten, verändert er ihr Leben nicht. Sie leben nach der Pilgerreise genau sehr oder so wenig moralisch wie vorher. Das befleckt den islām. Wir müssen den ḥaǧǧ wieder so durchführen, wie er beabsichtigt ist, damit sich Jahr für Jahr tausende von Muslimen verändern und die Botschaft des islām in alle Weltgegenden tragen. Heutzutage sieht es leider noch anders aus und ist Mekka kein lebendes Beispiel für wahre Religion. Makler und raffgierige Händler missbrauchen das Zentrum des Pilgerns für ihre Zwecke, ja selbst die saudi-arabische Regierung ist in dieser zutiefst unislamischen, auf persönlichen finanziellen Gewinn bedachten ḥaǧǧ-Industrie verstrickt. Ich möchte niemanden tadeln, aber auch hier müssen wir uns alle sehr verändern.

Die Rolle des ǧiḥād

Gebet, Armensteuer und Pilgerfahrt sind nicht wie die Gottesdienste anderer Religionen, beispielsweise besteht ihr Zweck nicht darin, Allāh durch äußerliches rituelles Handeln zufrieden zu stellen. Denn dem islām geht es um etwas ganz anderes, und das zu wissen ist unverzichtbar, wenn es darum geht, zu sagen, was das eigentliche Ziel eines Lebens als muslim ist. Dem islām geht es darum, die Herrschaft der Menschen über die Menschen zu beenden und die Menschheit unter die Herrschaft Allahs zu stellen. Der Kampf auf diesem Wege unter Einsatz aller finanzieller Möglichkeiten, aller Kraft und sogar unter Einsatz des eigenen Lebens heißt ǧiḥād. Doch ihr habt dieses Ziel bereits seit langer Zeit vergessen, weshalb ich hier etwas deutlicher werden muss.

Die Ursache für alles Elend der Welt liegt in korrupter menschlicher Herrschaft. Von Menschen ersonnene Regierungen verwalten Bodenschätze und Kapital, Polizei und Militär, alles Schlechte in der Gesellschaft geht auf diese Form gottvergessener Staatsgewalt zurück. Man duldet Unmoral und Korruption, Glücksspiel und Prostitution, obwohl man die Macht hätte, derlei Frevel zu beenden. Ja, der moralische Verfall und die Enthemmung nehmen sogar noch zu, Kriege und Verbrechen prägen den Planeten in einem menschheitsgeschichtlich noch nie bekannten Ausmaß. Die niederträchtigsten Kinder Adams haben die Führung über die Völker ergriffen und lenken sie nach ihren Wünschen. Weltweit herrschen Ausbeutung und Unterdrückung, den Schwachen wird Gerechtigkeit vorenthalten. Solange der Schlüssel der Macht nicht in Allahs Händen ist, wird die Gesellschaft nicht glücklich funktionieren können.

Was wir sehen, ist sozusagen naturgesetzlich: Sobald ein selbstsüchtiger Mensch, einer, der sich nicht völlig auf das Jenseits ausrichtet, an den Hebeln der Macht sitzt, verwandelt er sich in einen Unterdrücker, Diktator und Übeltäter.

Um Glück und Wohlstand für alle zugänglich zu machen, müssen wir die Gesellschaft von allen Elementen reinigen, die eine Auflehnung gegen die Gesetze Allahs bedeuten. Kein Mensch also darf über einen anderen Menschen herrschen, und damit liegt die einzige Lösung für die Misere auf der Hand: Nur Gottes Oberherrschaft über die Menschen führt die gerechte Gesellschaftsordnung herbei.

Lediglich an Allāh zu glauben und Allahs Gesetz anzuerkennen ist nicht genug. Nein, ihr seid hier und heute zu der heiligen Aufgabe verpflichtet, die Regierungsform falscher Grundlage zu beenden, die Herrschaft derjenigen zu beenden, die nicht aus völliger Gottesfurcht handeln. Auch ist es eure Pflicht, den aufrichtigen Gottesdienern den Weg in die politischen Führungspositionen zu ebnen. Das ist die Bedeutung von ǧiḥād!

Wir rufen uns ins Gedächtnis: der dīn ist Gehorsam und Unterwerfung, die šarīʿa ist die Lehre des rechten Gehorchens und Unterworfenseins, die ʿibāda meint rechte Anbetung und Gottesdienst.

Wem immer ihr als einem gesellschaftlichen beziehungsweise politischen Führer folgt, dessen dīn erkennt ihr an, denn er ist nun zu eurem Herrn geworden und ihr zu seinen Untertanen. Was er anordnet, ist eure šarīʿa, und soweit ihr im Einklang mit den von ihm erlassenen Gesetzen lebt, vollführt ihr ihm gegenüber ʿibāda, Gottesknechtschaft. Spätestens hier wird jedem einsichtigen Menschen klar werden müssen, dass er nicht zwei Religionen folgen kann, nicht dem unislamischen Staat und zugleich Allahs Staatsordnung. Das ist wichtig, zu begreifen, dass letztlich kein Mensch mehr als einem dīn gleichzeitig dienen kann. Von all den Herrschern wird es nur einen geben, der euer Leben lenkt.

Gott oder der Satan, Allāh oder ʿAzāzil. Akzeptanz der Demokratie oder Mitarbeit an derselben ist in dieser Logik selbstverständlich Teufelsdienst, unbewusster oder bewusster Kampf gegen Allahs Gesellschaftssystem. Die wünschenswerte Integration in eine Gesellschaft von Staatsbürgern wird in dieser radikalislamischen Logik natürlich bewusst zerstört. Der muslim in Europa, beispielsweise in Deutschland, wird im Geiste der Schriften eines al-Maudūdī oder Necmettin Erbakan zur religiösen Demokratieverweigerung aufgerufen.

Bücher von al-Maudūdī vertreiben beispielsweise amana-Buch.de (Adresse: Taufik Jakob, Rudolfstr. 149
42285 Wuppertal). Geschäftsführer Taufiq Jakob vertreibt Schriften des den Muslimbrüdern zuzuzählenden Islamischen Zentrums München und handelt mit islamisch korrekten Süßwaren (//halalibo.de, ebenfalls besagte Rudolfstr. 149, Mitinhaber: Mesut Özdogan). Ferner vermittelt Taufiq Jakob Deutschlands Gottesknechten die zum Überleben unter der grausamen Herrschaft der kuffār unverzichtbaren Übersetzer und Rechtsanwälte (www.muslim-verzeichnis.de).

Bei dem ebenfalls der Muslimbruderschaft nahe stehenden Verlag Green Palace (Gitschinerstraße 16, 10969 Berlin) hat man in der Vergangenheit die Schriften des al-Maudūdī verkauft, sie aber inzwischen aus dem Programm genommen, die Verlagsadresse ist identisch mit Anschrift und Büro der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), die MJD hat den Buchversand ins Leben gerufen.

Zwischen 1997 und 1999 saß Deutschlands berühmteste Kopftuchklägerin Fereshta Ludin im Vorstand jener Organisation, die 2009 über das Projekt »Dialogbereit« Kooperationspartner für die Damen und Herren Kinder- und Jugendschützer der katholischen Kirche Nordrhein-Westfalens ist beim Ziel: „den interkulturellen und interreligiösen Dialog unter Jugendlichen anzustoßen und zu fördern (24).“ Die Evangelische Kirche bemüht sich ebenfalls darum, die MJD nebst Millî Görüş und Lifemakers besser zu verstehen und lud im Mai 2009 in die Bildungsstätte Loccum (25). Zu dem Projekt »Dialogbereit« fabrizierten Georg Bienemann, Werner Höbsch und Bekir Alboğa eigens das Handbuch »Dialogbereit. Christen und Muslime im Gespräch. Eine Klärungshilfe.« Zur Grundrechtswidrigkeit der Scharia klärt die „Klärungshilfe“ freilich nichts. Was den Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Thomas Kufen im September 2008 nicht davon abhielt, den buchgewordenen Nebelwurf in den Moscheen von Solingen, Marl und Meschede vorzustellen.

Zusammengefasst: Ein islamischer, der Muslimbruderschaft nicht fern stehender Jugendbund vertrieb die radikalen Schriften von al-Maudūdī, Sayyid Quṭb, Ahmad von Denffer und Amir Zaidan („Kamel-Fatwa“), zwischen 2008 und 2010 praktiziert der katholische Jugendschutz des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit eben diesem Verein ein Dialogprojekt, zwei christliche Schariafreunde schnappen sich Bekir Alboğa vom türkischen Staatsislam Mannheims oder umgekehrt, die kuffār-Landesregierung ernennt Herrn Thomas Kufen zum Bücherboten Allahs und sendet ihn durch Westfalens Moscheen (26).

Der Name des al-Maudūdī und das Islamverständnis des pakistanischen „Meisters“ wird tolerant übergangen. Das Projekt Dialogbereit orakelt: „ein wichtiger Schritt zur kulturellen Annäherung (27).“

Da ist sie wieder, die berüchtigte gleiche Augenhöhe.

Zwischen Scharia und Demokratie.

Jacques Auvergne

(1) »Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988)

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/M_foi/

(2) Jamaat-e-Islami (JI), mächtige Bewegung und politische Partei

http://www.jamaat.org/new/

(3) Scharia für Malakaland

http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan754.html

(4) Scharia für Swat

http://de.euronews.net/2009/04/14/scharia-im-swat-tal/

(5) Pakistan ist Atommacht. Und hat Probleme mit dem politischen Islam. Jörn Schulz: »Der Countdown läuft«

http://jungle-world.com/artikel/2006/09/17005.html

(6) »Multikulturhaus« und IIZ, Neu-Ulm. Eva Eusterhus: »Bayerischer Dschihad«, 11. März 2005

http://www.welt.de/print-welt/article557349/Bayerischer_Dschihad.html

(7) Neu-Ulm. »IIZ«

http://www.sueddeutsche.de/politik/735/417501/text/

(8) „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“, Staatswesen der Verworfenheit.“ Nationen des Übels. Bei: Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy: Militant Ideology Atlas (pdf)

http://www.ctc.usma.edu/atlas/Atlas-ResearchCompendium.pdf

(9) Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“)

http://www.aljazeera.net/channel/archive/archive?ArchiveId=129776

(10) Gottesdienerschaft (al-ʿibāda) bei al-muwahidun.com – „die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbanden nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen“ (pdf)

http://www.al-muwahidun.com/aqida/1._Ibada.pdf

(11) www.al-muwahidun.com

http://www.al-muwahidun.com/links.html

(12) Sudan, Januar 2008. Radikalislamisch mordend: Ansar al-Tawhid (Companions of Monotheism)

http://www.voanews.com/english/archive/2008-01/2008-01-05-voa7.cfm?moddate=2008-01-05

(13) Irak, Januar 2006. Radikalislamisch entführend: Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten)

http://www.sueddeutsche.de/politik/714/362536/text/

(14) „Demokratie ist Kufr“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/u/2/dsGMg6ENTmQ

(15) „Demokratische Wahlen sind Schirk“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/f/2/Ounqgv5eefg

(16) Wajibul Qatl. „the local clerics are issuing regular Fatwas pronouncing that all Ahmadis are ‘Wajibul-Qatl’ which means they can and should be lawfully killed due to their beliefs”

http://www.punjabnewsline.com/content/view/19224/38/

(17) Asad-Kaschmir (Azad-Kashmir), die Einwohnerzahl beträgt 3.200.000 (Stand 2002) und hatte sich in zwanzig Jahren verdoppelt. Muslime: 99 %

http://de.wikipedia.org/wiki/Asad_Kaschmir

(18) Steinigung des Säulenteufels, jetzt als teuflische Betonwand

http://www.youtube.com/watch?v=PX_jizBNOas

(19) Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid: Muslims only. Den Weg zum Paradies, auf der Autobahn bleiben bitte. Obligatory for non muslims. Ungläubige bitte abbiegen

http://www.solcomhouse.com/images/highwaymecca2.gif

(20) FOR USE BY WHITE PERSONS

http://www.southafrica.to/history/Apartheid/apartheid.jpg

(21) Allahs kleine türkische Kalifen wollen sauber schwimmen. Ohne Ungläubige und ohne das andere Geschlecht im selben Beckenwasser

http://www.delikanforum.net/konu/58925-wo-kann-man-schwimmen-deutschland.html

(22) Necip Fazıl Kısakürek

http://yurekdevleti.wordpress.com/2008/05/26/ustad-necip-fazil-kisakurek/

(23) İBDA-C. Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten

http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~EF8FA786B058D4BD9B100D03807D84C82~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(24) Offensichtlich kein Problem mit der Muslimbruderschaft haben die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW (LAG Kath. OKJA NRW)

http://www.dialogbereit.de/

(25) Loccum 2009: Evangelische Bildungsarbeit mit MJD, Millî Görüş und Lifemakers

http://www.mjd-net.de/node/3444

(26) Thomas Kufen, Allahs Bücherbote

http://sauerlandthemen.de/2008/09/27/nachschlagewerk-fuer-das-taegliche-miteinander/

(27) »Dialogbereit«

http://www.dialogbereit.de/konzept.html

Barbara John integriert das Kopftuch, nicht die Muslima

Oktober 26, 2009 von schariagegner

حجاب

ḥiǧāb

Hidschab

Eine fahrlässig unterlassene Debatte

Barbara John (CDU) wurde 1981 vom Berliner Senat zur ersten Ausländerbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland berufen. Für das der Förderung jedenfalls Duldung des orthodoxen (politischen) Islam geschuldete Scheitern der Integration ist John mitverantwortlich, was die Professorin uns und wahrscheinlich auch sich selbst gegenüber leugnet. John schweigt zur grundrechtswidrigen Scharia und zu der in den Koran und die Sunna integrierten Frauenentrechtung. Die Politologin will Deutschlands muslimische oder nichtmuslimische Islamkritiker zum Schweigen bringen und akzeptiert offensichtlich Strukturen des Islamischen Rechts. Ihr im Hinblick auf das Recht jedes Einwohners auf ungeschmälerte Meinungsfreiheit und negative Religionsfreiheit bedenklicher Text »Eine fahrlässige Debatte (1)« aus dem Jahr 2004 verdient unsere Kommentierung, meinen Ümmühan Karagözlü (K) und Jacques Auvergne (A) zu Zitaten von Barbara John

Eine fahrlässige Debatte

A: Eine fahrlässig unterlassene Debatte: Die Grundrechtswidrigkeit des orthodoxen Islam.

K: John meint in ihrem inzwischen fünf Jahre alten Text natürlich die Kopftuchdebatte. Mit »fahrlässig« spielt die Politikerin höchst manipulativ auf den beispielsweise aus »fahrlässige Tötung« bekannten rechtlichen Gebrauch an und möchte gezielt suggerieren, Kopftuchkritik beziehungsweise Islamkritik würde den gesellschaftlichen Frieden gefährden.

A: Eine fahrlässige Debatte scheint uns eher die gelegentlich von Politikern, Pädagogen und Kirchenfunktionären betriebene Kopftuchverteidigung zu sein.

K: Die Dogmen und Institutionen des Islam umgibt eine Mauer des Schweigens, die islamische Orthodoxie ist auch im säkularen Europa sozusagen sakrosankt. Gezielt vorenthaltene Informationen haben dazu beigetragen, dass sich Bürger die sie interessierenden Einzelheiten über die islamische Politreligion selber zusammensuchen. Die verwendeten Quellen sind nicht immer demokratisch, Fehlinformationen und Mythen wachsen und gedeihen. Die freiheitliche Demokratie kann sich lückenhafte oder einseitige Information nicht leisten.

A: Deutschlands Medien, Politiker, Verbände, Kirchen und Schulen verweigern die überfällige Debatte über den islamischen Gehorsamskult, daher würden wir in den Titel des besprochenen Textes das Wort »unterlassen« einfügen, denn nicht das Reden, das Schweigen ist das Problem. Der Begriff »unterlassene Hilfeleistung« kommt mir in den Sinn, ganz ähnlich könnte es Necla Kelek (2006) ergangen sein, die ihre Entgegnung an den Offenen Brief der sechzig Migrationsforscher mit »Sie haben das Leid anderer zugelassen!« übertitelte (2).

K: Diese Kulturrelativisten um die beiden Antietatisten Yasemin Karakaşoğlu und Mark Terkessidis hatten ihren als „Petition“ ausgegebenen Offenen Brief »Gerechtigkeit für die Muslime!« genannt (3). Bei den Mitunterzeichnern durften Barbara John und Ursula Boos-Nünning natürlich nicht fehlen.

Vor einigen Wochen, die Kopftuchdebatte machte bereits Schlagzeilen, bewarb sich eine junge, kopftuchtragende Berlinerin als Küchenhilfe bei McDonalds. Sie wurde abgelehnt – mit der Begründung, kopftuchtragende Mitarbeiterinnen seien für viele Kunden eine Provokation.

A: Und wäre ich noch so hungrig, in einem Schnellrestaurant würde ich einer Verkäuferin mit Sannyasin-Kutte, Pro-Scientology-Pullover, Hakenkreuzarmbinde oder Hidschab nichts abkaufen. Mich provoziert die islamische „Bedeckung“ des weiblichen Körpers, die jede Unverschleierte als Schlampe diskriminiert, den nichtmuslimischen Mann als Dhimmi oder Harbi und die jeder Frau, gerade auch der unter Burka oder Tschador befindlichen, das Etikett anheftet: Vorsicht, frei umher laufendes soziales und sexuelles Sicherheitsrisiko.

K: Bereits am 01.12.2003 gehörte John zu den 72 Unterzeichnerinnenn (4) des Aufrufes »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch« (5). Zu den Mitunterzeichnerinnen gehörten die damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck, die vormalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und Hamburgs evangelische Bischöfin Maria Jepsen. Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat einen Offenen Brief (»Für Neutralität in der Schule«) eingestellt, der eine gelungene Entgegnung auf die 72 Unterzeichnerinnen um Dr. Barbara John darstellt (6).

A: Die das Lehrerinnenkopftuch verteidigende Barbara John meinte 2003 „Verbote würden nur weiter radikalisieren“ (7), was die künftige Verantwortlichkeit für jeden islamisch motivierten Extremismus auf die Seite der Kritiker des Kopftuches schiebt und wie nebenbei einer staatsgefährdenden Glaubensdoktrin Raum gibt, nach der man zu jeder tatsächlichen islamischen Radikalisierung um des sozialen Friedens willen schweigen müsse. Beides hat sehr viel mit der weltweit bekannten, ganz eigentümlichen Dynamik und Logik von Erpressung zu tun. Zu den erwähnten 72 Mitunterzeichnerinnen zählte auch die aus damaliger Sicht vormalige und in diesen Tagen des Oktober 2009 erneut in dieses Amt gewählte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

K: Nach dieser Logik, Verbote würden radikalisieren, dürften wir keine Gesetze gegen Internetpornographie, Neonazismus, Drogenkonsum oder Paramilitärs beziehungsweise Wehrsportler erlassen. Alle Regeln und Vorschriften müssen sofort weg, um den Bürgerkrieg zu verhindern?

K: Noch zu dem Aufruf „Wider eine Lex Kopftuch“ der 72 Hidschabfreundinnen: Der Türkische Bund Berlin Brandenburg (TBB) hält den Aufruf für blauäugig und warnt vor einer islamistischen Unterwanderung des Bildungssystems (8).

Ähnliches hören Frauen, die sich um prestigeträchtigere Arbeitsplätze als Ärztinnen oder Rechtsanwaltsgehilfinnen bewerben, täglich.

A: Wer die Tugenddoktrin der Scharia hinein in unsere Großraumbüros, medizinischen Praxen oder Anwaltskanzleien importieren will, zeigt nicht gerade die Bereitschaft, alle Menschen gleich zu behandeln. Scharia ist Ungleichbehandlung, sakrales Segregieren und Entrechten, kultureller Rassismus. Das die Trägerin ebenso „geheiligt“ wie obszön sexualisierende Kopftuch markiert den Geltungsanspruch des sexualmagisch orientierten islamischen Gesetzes.

Ortswechsel: Eine kopftuchtragende Studentin steigt in einen Berliner Bus und muss anhören, wie ein Fahrgast bei ihrem Anblick laut von „Scheißterroristen“ spricht. Als sie ihn zur Rede stellt, gibt es keine Unterstützung für sie von anderen Mitfahrenden.

A: Praktizierende Terroristen darf der Volksmund als beschissen bezeichnen. Die (in ihrer Existenz leider nicht belegte) Kopftuchträgerin in der kalkuliert rührselig beschriebenen Szene im Bus hat sich sicherlich sofort vom Dschihadismus distanziert und ihren Einsatz für die Bürgerrechte jedes Islamapostaten und jeder Schariagegnerin hörbar bekannt. Auch für die Rechte der in mehrheitlich von (so genannten) Muslimen bewohnten Landstriche lebenden Kopten, Hindus und Bahai machen sich beide täglich stark, die anonym gebliebene Studentin und ihre wehklagende Professorin Barbara John. Oder etwa nicht?

Ressentiments und Ausgrenzungen in der Berufswelt

A: John legt uns mit dieser Zwischenüberschrift nahe: Jeder Kopftuchkritiker ist ein kulturbezogener Rassist.

Frauen mit Kopftüchern erleben fast überall Ausgrenzung und Missbilligung, und zwar unverhohlen und direkt, so als gäbe es dazu eine öffentliche Aufforderung. Viele sehen sich behandelt, als sei ein Kopftuchverbot, das sich derzeit in Baden-Württemberg, im Saarland, in Niedersachsen und in Hessen noch in der parlamentarischen Beratung befindet, außerparlamentarisch bereits umgesetzt.

A: Das Kopftuchverbot ist mittlerweile glücklicherweise in acht von sechzehn Bundesländern umgesetzt worden, es betrifft übrigens Lehrerinnen an staatlichen Schulen. Barbara John wollte das Kopftuchgesetz im letzten Augenblick zu Fall bringen.

Betroffen sind auch Frauen mit Berufswünschen außerhalb pädagogischer Tätigkeiten. Das sind schon jetzt weitaus mehr Musliminnen, als es Bewerberinnen mit Kopftuch für ein Lehramt gibt.

A: Das soll heißen: Wer das Lehrerinnenkopftuchverbot befürwortet, billigt die gemeine, menschenverachtende Diskriminierung von Kopftuchfrauen in allen anderen Berufen gleich mit. Dass Kinder und Jugendliche unseres besonderen Schutzes bedürfen, scheint Dr. John nicht klar zu sein.

K: Selbstverständlich haben privatwirtschaftliche Unternehmen das Recht zu überprüfen, ob die neue Bewerberin in das Arbeitsteam passt. Groß- und Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistung dürfen tatsächlich auf Belange und Wünsche ihrer Kunden eingehen – und das kann auch mal ein Kopftuchverbot bedeuten. Der Mensch unter dem Tuch wird ja gerade nicht abgelehnt, das ideologische Zeichen erregt Anstoss und wird zurückgewiesen.

Die Vertreibung kopftuchtragender Musliminnen aus der Berufswelt ist in vollem Gange. Spreche ich die Befürworter eines staatlichen Kopftuchverbots auf diese Folgen an, dann höre ich: „Das war nicht beabsichtigt. Es geht nur um ein Verbot für den öffentlichen Dienst.“ Dass es nun alle Kopftuchträgerinnen trifft, liegt aber in der Logik der vorgetragenen Gründe.

A: Türkin rein, Kopftuch raus. Die Muslima arbeitet als meine Kollegin, ihre Burka bleibt zu Hause. Und wir als Kolleginnen und Kollegen kämpfen dafür, dass ihr die vollen Bürgerrechte zugänglich sind, ihr Ayatollah oder Scheich sieht das wesentlich „differenzierter“ (koranisch halbierte Rechte für die Muslimfrau).

Im Mittelpunkt der Angriffe stand die Kopftuchträgerin. Sie wurde in geradezu klassischer Manier zum Feindbild aufgebaut. Kopftücher sind eine „militante Kampfansage an die Gesellschaft“, lautet die verbreitete politische Botschaft.

K: Stimmt, jede Verschleierung für die Spezies Islam-Frau ironisiert die allgemeinen Menschenrechte und untergräbt die Demokratie.

Im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes aus Baden-Württemberg heißt es: „Insbesondere ist ein äußeres Verhalten“ – gemeint ist das Kopftuch – „unzulässig, welches bei Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrkraft gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung der Menschen nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt.“

A: Genau, Allahgott will neun- bis dreizehnjährige Ehebräute, bedarfsweise zwangsverheiratende Väter (walī muǧbir) und die geheiligte indonesische Klitorisvorhautamputation, wie sie die wohltätige Assalaam Foundation in Bandung (Java) in leergeräumten Schulgebäuden an kleinen Mädchen durchführt (9). Das ist Islam, und eben auch dafür steht das deutsche Kopftuch. Frau John lässt die deutsche Öffentlichkeit bewusst im Unklaren und verschweigt den Wali Mudschbir und die vom saudi-arabischen Scheich Al asch-Scheich nach prophetischem Vorbild geforderten neun- oder zehnjährigen, zum ehelichen Geschlechtsverkehr vorgesehenen Bräute (10). Im September 2008 verkündete die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbdu l-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben. Für Barbara John kein Problem. Hören wir, was das malaysische Familienministerium zur islamischen Zwangsverheiratung sagt (11):

„Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? – Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).“ Wali bedeutet hier, was Barbara John genau weiß, Heiratsvormund, die Zustimmung (consent) der Braut ist zwar grundsätzlich erforderlich (required), wird jedoch bei einer jungfräulichen Tochter (virgin) von ihrem Vater beziehungsweise Großvater väterlicherseits gegeben, die Tochter wird also gegen jedenfalls ohne ihren Willen verheiratet, das ist Gott Allah aber noch nicht genug:

Das fromme frauenfeindliche (islamische) Ministerium antwortet unter Punkt 2 auf die Frage: „Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? – A virgin girl can be entered into a marriage without her consent“, kann ein jungfräuliches Mädchen ohne ihre Zustimmung und durch ihren Wali Mudschbir in eine Ehe gezwungen werden? Ein jungfräuliches Mädchen kann ohne ihre Einwilligung verheiratet werden. Politikwissenschaftlerin Barbara John weiß auch das und verheimlicht den Nichtmuslimen derartige Brutalität.

Kindbraut und Wali Mudschbir, das steht hinter dem Prinzip der islamischen Frauenverschleierung.

K: Islamische Kleidung schützt eben nicht nur vor Kälte. Kleidung hat eben nicht nur die praktische Funktion, uns vor Kälte und Nässe zu schützen, sie ist auch Symbol für die berufliche Funktion, den Status, das soziale Umfeld und gibt Einblick in Werte, Haltungen und Weltanschauung unseres Gegenübers. So signalisiert die Uniform eines Polizisten Rechtsstaatlichkeit und Schutz. Lehrerinnen und Erzieherinnen, die sich mit dem Schamtuch (Feridun Zaimoglu) oder sonstiger islamischer Kleidung bedecken, repräsentieren sich mit einem Dresscode, der als politreligiös, antiemanzipatorisch und erzkonservativ gedeutet wird.

Warum sollte das Kopftuch, das von der Sprechstundenhilfe oder der Krankenhausärztin oder der Verkäuferin getragen wird, einen anderen Inhalt transportieren als das einer Lehrerin? Die dem Kopftuch zugeschriebene politische Symbolik bleibt im Auge vieler Betrachter gleich, egal wo sie den Frauen begegnen.

K: Die Scharia ist allgegenwärtig, ewig und unverhandelbar. Sagt Mustafa Cerić, der Mann ist Großmufti.

Die Verbotsdiskussion befindet sich in einer Falle. Selbst dort, wo das Tuch nicht verboten werden kann oder darf, behält es seinen anstößigen Charakter.

A: Die Tuchverweigerin ist unter Islamisten anstößig, nicht die Tuchträgerin. Es wird so sein, dass die eine Frau im Einklang mit Yusuf al-Qaradawi oder irgendwelchen Fatwas geprügelt wird, um das Kopftuch zu tragen, und dass die andere Muslima Angst hat, bei ihrem Kopftuchverweigern für ganze Zeitalter qualvoll in den Höllenflammen zu brennen. Derlei Psychoterror ist es, was die die Töchter muslimisch geprägter Großeltern oder die Konvertitinnen zum Milieu um Abu Hamza (Pierre Vogel) zu spüren bekommen. Diese Frauen, ob fanatisch oder verprügelt oder beides, sie befinden sich „in einer Falle“. Nicht der Kopftuchkritiker diskriminiert, das Kopftuch diskriminiert. Die Scharia ist ein die Menschheit in Kollektive spaltendes und diese Menschenklassen im Namen der islamischen Religion gestuft entrechtendes gesellschaftliches Modell, das absoluten Gehorsam verlangt. Den Begriff orthodoxer Islam haben wir säkulare Staatsbürger mit geheiligte Diskriminierung zu übersetzen. Im Oktober 2007 erhielt Schariafreundin John für ihre 25 Jahre lang professionell betriebene Islamverharmlosung und Kopftuchverteidigung einen Sitz in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).

Schon suchen sie nach Auswegen und diskutieren, welches Studium oder welche Ausbildung überhaupt noch begonnen werden sollte, wenn Anstellungschancen im begehrten pädagogischen Arbeitsfeld nicht mehr realistisch sind. Sie witzeln, dass noch gute Einstellungsaussichten bei Call-Centers bestehen; schließlich gibt es noch keine Bildübertragung vom Telefonarbeitsplatz.

K: Eine außerhäusliche Tätigkeit der Muslima, soweit sie überhaupt vom Göttergatten gestattet wird, in einem erzieherischen Beruf entspricht dem mittelalterlichen beziehungsweise islamistischen Frauenbild. Ich glaube nicht, dass sich ein frommer muslimischer Mann von einer Ärztin, sei sie kopftuchtragend oder unverschleiert, behandeln lassen wird.

A: Indem wir die „unbedeckte“ muslimisch sozialisierte Frau in die jeweilige Branche beruflich integrieren, verhindern wir die auch im Erwerbsleben drohende Apartheid in „westliche“ und islamisch korrekte Zonen.

Wer sich ebenfalls auf gut qualifizierten Nachwuchs freuen kann, sind muslimische Organisationen: Schulen, Vereine und Eltern-Kindergärten. Bravo, kopftuchverbietende Knitzelsbacher: So tragt ihr dazu bei, dass die so genannte Parallelgesellschaft, vor der ihr permanent warnt, sich noch weiter abschotten kann. Musliminnen mit beruflichen Ambitionen außerhalb ihrer religiösen Milieus werden zurück zu Kindern, Küche und Moscheeverein verwiesen.

A: Die herrschaftskulturellen Sinnzeichen und persönlichkeitsverzerrenden Dressurinstrumente der Modernitätsverweigerung, Niqab, Hidschab oder Kopftuch jetzt allüberall zulassen, damit das, was wir nicht wollen, nicht länger parallel vorhanden ist, sondern gleich überall? In dieser Dr.-Barbara-John-Logik müssten wir Sozialarbeiter und Jugendarbeiter uns nicht länger über im Hinterzimmer oder im Wald grölende Burschen mit Hakenkreuzfahnen ärgern, sondern sie nebst Insignien in Schule und Rathaus beschäftigen.

So bleibt nur die Hoffnung auf weitere Entscheidungen höherer Gerichte, die feststellen, dass Artikel 4 der Grundrechte unserer Verfassung, die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, auch für Frauen mit Kopftüchern gilt. Sie werden dieses Rechts nicht dadurch würdig, dass sie das Kopftuch ablegen. Sie besitzen das Grundrecht bereits; es ist keine Belohnung für gelungene Assimilation.

K: Das Grundrecht auf die negative Religionsfreiheit existiert ebenso – und schützt Menschen vor dem Fundamentalismus. Dieses Freiheitsrecht bewahrt gerade Musliminnen vor dem Totalitarismus der Wohlverhaltensdoktrin von Sunna und Scharia. Ohne dieses negative Grundrecht dürften diese Frauen weder neben Männern im Bus oder Großraumbüro sitzen beziehungsweise sich mit ihnen unterhalten noch sich einen Ehepartner selbst aussuchen oder die Religion wechseln.

Mit der Kopftuchdiskussion ist mir klar geworden, wie sich viele in Deutschland die Integration wünschen: Integriert ist eine muslimische Frau erst dann, wenn sie nicht mehr so aussieht wie eine Muslimin und auch nicht dafür gehalten werden kann.

A: Es besteht Religionsfreiheit. Im Schuldienst, Schöffen- oder Richteramt muss niemand ein Schild um den Hals hängen haben, darauf die Worte: „Wer sich den Weisungen meines Gottes widersetzt, wird in den Flammen der Hölle qualvoll verbrennen und ist im Diesseits als jugendgefährdendes und gesellschaftsfeindliches Wesen minderen sittlichen Wertes anzusehen.“

K: Die Religionszugehörigkeit gehört nicht zu unseren spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. In den Pass tragen wir sie aus gutem Grund nicht ein. Mit „Schamtuch“ jederzeit als Muslima zu erkennen, unterliegt sie dem geheiligten Kontrollzwang durch die „religiöse“ Community. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, seitdem Barbara John die hier kommentierten Sätze veröffentlichte. Doch auch im Jahre 2009 ist die Berliner Politikwissenschaftlerin für das Kopftuch politisch tätig geworden. Dieses mal war es nach dem Mord im Dresdener Gerichtssal an Marwa el-Sherbini durch einen arbeitslosen Russlanddeutschen.

A: Frau John kämpft bis heute für das ungebremste Kopftuchtragen und bezichtigt uns Gegner der islamischen Frauenkleidung, an einem fremdenfeindlich motivierten Mord Mitschuld zu tragen: „Jedes Feindbild entwickelt Eigendynamik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die öffentliche Raserei über das Kopftuch einen Henker fand.“

K: Die kulturrelativistische Politikerin präzisiert zur Genese eines Mordes: „Die Untat zwingt, sich die deutsche Diskussion über das Kopftuchtragen wieder vor Augen zu halten. Es war von Anfang an eine brutale, eine feindselige, eine hysterische Debatte (12).“ Dass Scheich Ihab Adli Abu al-Madschd in diesen Tagen zum islamischen Vergeltungsmord an Marwas Mörder aufruft (13), ist Barbara John keine Silbe wert. Was, wenn für die schreckliche Tat im sächsischen Gerichtssaal nicht der Hass auf die islamische Verschleierung ursächlich war, sondern die prinzipiell gescheiterte Integration? Auch der Täter war Einwanderer, er stammt aus einer teilweise immer noch schlecht integrierten Immigrantengruppe. Migrantengewalt (gerade gegen Frauen) ist ein drängendes Problem, wie Hans-Ulrich Jörges (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 betont (14).

Quellen

(1) Barbara John, bei: Qantara

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-548/_nr-18/_p-1/i.html

(2) Necla Kelek 2006 »Sie haben das Leid anderer zugelassen!«

http://www.zeit.de/2006/07/Kelek

(3) „Gerechtigkeit für die Muslime! Die deutsche Integrationspolitik stützt sich auf Vorurteile. So hat sie keine Zukunft. Petition von 60 Migrationsforschern“

http://www.zeit.de/2006/06/Petition

(4) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«, die Unterzeichnerinnen

http://www.dtsinfo.de/deutsch/p200211/Seite36.htm

(5) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«. Wortlaut der Erklärung

http://www.antjeschrupp.de/lex_kopftuch.htm

(6) Für Neutralität in der Schule! Offener Brief vom 14.02.2005, taz

http://www.bpb.de/themen/VKZXQL,0,0,F%FCr_Neutralit%E4t_in_der_Schule.html

(7) John-Logik: Deutschlands böse Kopftuchverbote radikalisieren unsere empfindsamen Islamisten

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(0) Leutheusser Schnarrenberger (FDP) 2003

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(8) Türkischer Bund Berlin Brandenburg zur Kopftuchdiskussion

http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=031001

(9) Islamische FGM

(10) Islam will zehnjährige Ehefrauen

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(11) Islam ist Zwangsheirat, wali mujbir

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng#

(12) Barbara John, zwölf Tage nach dem Mord an Marwa el-Sherbini

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Marwa-E-Dresden-Russlanddeutsche-Islamhass%3Bart141,2845530

(13) Scheich fordert Blutrache an Marwas Mörder

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,657102,00.html

(14) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe (2008)

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

Petition zum Berliner Gebetsraumurteil

Oktober 23, 2009 von schariagegner

Gabi Schmidt

Limitenstraße 31

41236 Mönchengladbach

An das

Abgeordnetenhaus von Berlin

Petitionsausschuss

Niederkirchnerstr. 5

10111 Berlin

Nachrichtlich an

den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Senatskanzlei

Jüdenstr. 1

10178 Berlin

Petition zum Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts AZ: VG 3 A 984.07 vom 29.09.2009 und zum dafür bestellten Gutachter Dr. Mathias Rohe

Geschäftszeichen 5314/16

22.10.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir ersuchen den Senat des Landes Berlin gegen das oben genannte Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum islamischen Gebet in den Räumlichkeiten einer staatlichen Schule wegen seines Präzedenzfallcharakters und seiner allgemeinen Bedeutung für das gesamte Bundesgebiet Revision einzulegen.

Begründung:

1. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein freiheitlich-demokratischer und säkularer Rechtsstaat

Zum Selbstverständnis freiheitlich-demokratischer, säkularer Staaten gehört die politische und weltanschauliche Neutralitätspflicht im öffentlichen Dienst und an staatlichen Einrichtungen. Das Berliner Neutralitätsgesetz, das konsequenteste in der Bundesrepublik, führt dazu Näheres aus. Als Garant dieser Verpflichtung zur Neutralität, die an die Tradition und die Prinzipien der Aufklärung, der französischen Revolution, der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 anknüpft, hat der Senat die Aufgabe, diese Neutralität zu schützen und durchzusetzen.

Die „geheiligte“ Pflichtenlehre des Islam, die Scharia fließt in die Verfassung vieler islamischer Staaten ein (Schariavorbehalt), in der Bundesrepublik Deutschland haben jedoch die Menschenrechte (New York 1948), die Grundrechte sowie abgeleitete Rechtsvorschriften absoluten Vorrang. Zu diesen Naturrechten gehört die Religionsfreiheit, auch die negative Religionsfreiheit hat bei uns Verfassungsrang. Kollidieren wie im vorliegenden Fall zwei Grundrechte, muss es zu einem Abwägungsvorgang kommen, der zum Ziel hat, einen angemessenen Ausgleich herzustellen und die widerstreitenden Grundrechtspositionen in praktische Konkordanz (1) zu bringen. Dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist besondere Bedeutung beizumessen, keinesfalls darf einem Rechtsgut generell Vorrang gegeben werden. Selbst wenn es Allah und Dr. Rohe anders sehen sollten (2): Wenn es um das Beten in der öffentlichen Schule geht, spielt die staatliche Neutralität sehr wohl eine Rolle.

Das nach seinem eigenen Anspruch nach Kohärenz und Totalität strebende Islamische Recht (Scharia) ist im säkularen Rechtsstaat in noch so kleinen Partikeln nicht zu Urteilsbegründungen heranzuziehen (zumal Schüler Yunus seinen ständigen Wohnsitz in Berlin hat), da die Scharia spätestens seit Abu Hamid al-Ghazali († 1111) als veritable, dabei alle Lebensbereiche regulierende Staatsgründung entworfen worden und „immerwährend“ zu verstehen ist und sie damit die Verfassung der Bundesrepublik und deren Rechtsstaatlichkeit für verzichtbar jedenfalls nachrangig erklärt.

Die Scharia ist nach Aussage des Großmuftis von Bosnien und Herzegowina Mustafa Cerić ewig und unverhandelbar (»perpetual, not negotiable and not terminable« (3)), sie ist, ihrer antiaufklärerisch-gegenmodernen Doktrin nach, nicht auf „profanes“ menschliches Tun zurückzuführen, sondern auf Gotterkenntnis im Sinne des Islam. Diese theozentrische Weltdeutung ist in freiheitlich-demokratischen Rechtsstaaten jedoch Privatsache und gehört nicht in das Hoheitsgebiet staatlicher Neutralität. Das Staatsvolk ist oberster Souverän, nicht die Gottheit.

Der geistliche Führer des besagten Großmufti Cerić heißt Yusuf al-Qaradawi, die Organisation beider Autoritäten ist das European Council for Fatwa and Research (ECFR). Das ECFR ist wenig anderes als die seelsorgerliche Lebenshilfe des Einflussbereiches der Muslimbruderschaft. Scheich al-Qaradawi verlangt, darin Necmettin Erbakan (Milli-Görüş-Bewegung) oder Tariq Ramadan völlig gleich, von jedem „Muslim“ die Einhaltung einer koranischen und schariatischen Orthopraxie, einer „absolut islamischen“ Lebensführung (und den Aufbau der entsprechenden Institutionen und Umwelten). Dieses Ziel ist jedoch nicht kompatibel mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Cerić besuchte im November 2008 die Penzberger Gemeinde um Imam Benjamin Idriz (4), Imam Idriz wird im November 2009 eine Fachtagung in der Evangelischen Akademie Tutzing inhaltlich mitbestreiten, die zum Thema: „Ausbildung von Imamen in Deutschland“ abgehalten und bei der auch Dr. Rohe sprechen wird.

Ebenso wie die Ausbildung von islamischen Religionslehrern geht auch die Ausbildung von Imamen mit einem sozusagen ewigen, irdisch gesprochen: einem nachhaltigen Finanzinteresse einher, um das ein Geflecht von Akteuren buhlt, dem schariaverharmlosende muslimische wie nichtmuslimische Dialogforen, Politikberater, Forschungsstellen und Schulbuchverlage in ökonomischer Abhängigkeit jedenfalls nicht neutral gegenüberstehen. Ein Beispiel für eine solche, sich womöglich auf die Produktion von Islamverharmlosung angewiesen sehende Lobby ist die Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) e.V. – Gründer: Mathias Rohe.

2. Zur Person von Dr. Rohe

Herr Dr. Rohe prangert die unveränderliche und „ewige“ Grundrechtswidrigkeit, die wohl noch auf lange Jahre in jedem organisierten Islam immanente und koranisch begründete Frauenfeindlichkeit leider nicht öffentlich an. Seine Argumentation folgt typischerweise diesem Muster:

»Ein Beispiel ist das einseitige Verstoßungsrecht (so genannter talaq) des Ehemannes nach islamischem Recht, das der deutschen Rechtsordnung widerspricht. Wird es im Ausland nach dortiger Vorstellung wirksam ausgeübt, kommt es darauf an, ob auch nach deutschem Recht die Voraussetzungen für eine Scheidung gegeben gewesen wären bzw. ob die Scheidung im Ergebnis den Interessen der Ehefrau entspricht; dann kann der talaq auch im Inland anerkannt werden, obwohl das Institut als solches nicht akzeptiert wird. Andererseits kann keine Anerkennung erfolgen, wenn die Ehefrau ihre Interessen bei dem Vorgehen nicht wahren konnte (5).«

Nein, so handeln Richter und Verwaltungsangestellte in der Bundesrepublik Deutschland definitiv nicht, für Demokraten gelten das Grundgesetz und die von ihm abgeleiteten Rechtsvorschriften. Deutschland hat die frauenfeindliche, menschenverachtende Praxis des at-talaq, der Verstoßung im Einklang mit Allahs eigenem Gesetz, in keiner Weise anzuerkennen oder zu berücksichtigen, sondern beispielsweise das verheiratete Ehepaar zu scheiden, der Frau Asyl zu gewähren, ihr ein eigenständiges Bleiberecht zu gewährleisten, Wohngeld auszuzahlen, die Flucht ins Frauenhaus zu ermöglichen. Die Frau hat juristisch in der BRD eben keinen Wali oder Mahram, keinen Vormund oder Aufpasser. Auch paschtunisches, albanisch-blutrechtliches oder kurdisch-jesidisches Stammesrecht wird von unseren Behörden nicht angewendet. Kein einziges deutsches Rechtsgebiet steht zur Disposition.

Anders als Rohe vorschlägt, ist „eine Angleichung an die Regelungen typischer Einwanderungsländer“ in Ergänzung zu den bisher geltenden Regelungen (etwa: über EGBGB und unsere grundsätzlichen Wertvorstellungen des Ordre Public hinausgehend) aus menschenrechtlicher und grundrechtlicher Sicht grundsätzlich problematisch und alles andere als wünschenswert. Selbst die Regelungen des EGBGB und Ordre Public sind den universellen Menschenrechten nachgeordnet, Artikel 1 und 20 des Grundgesetzes sind unveränderlich. Beispielsweise haben wir eingewanderte Frauen und Mädchen aus der Sahelzone auch in den nächsten Jahren vor FGM (weibliche Genitalverstümmelung) zu schützen und in der BRD keinesfalls alle afrikanischen, „reinigenden, tugendhaften“ Traditionen oder lokales Stammesrecht anzuwenden. Vielmehr sind Einwanderer über das in Deutschland geltende Recht zu informieren und über die gesundheitlichen Nachteile der FGM aufzuklären. Auch die Scharia hat Frauen entrechtende, frauenfeindliche Vorschriften, ein fehlerhaftes Gerichtsurteil wie das zum koranisch erlaubten Prügeln der Ehefrau darf sich nicht wiederholen:

„Die Frau, eine Deutsche marokkanischer Abstammung, hatte den Marokkaner 2001 in dem nordafrikanischen Land «gemäß den Vorschriften des Korans» geheiratet, wie das Amtsgericht berichtete. Die Richterin hatte laut Amtsgericht argumentiert, sie sehe die Voraussetzung für eine Härtefallentscheidung nicht gegeben. Denn beide Parteien stammten aus dem marokkanischen Kulturkreis. Dort sei es nicht unüblich, dass der Mann seiner Frau gegenüber ein Züchtigungsrecht ausübe (6).“

Rohe ist persönlich in die Gestaltung und Vermarktung des „Produktes“ Schariawissenschaft eingebunden, ist er doch tätig als Ausbilder von Islamwissenschaftlern, als Redner auf Fachtagungen wie bei der Evangelischen Akademie Tutzing November 2009 und als Funktionär bei der GAIR. Daher zweifeln wir die gesetzlich vorgeschriebene gutachterliche Neutralität in Bezug auf seine Person an, sobald es um das Thema Islam geht.

Wir Staatsbürger dürfen darauf Wert legen, dass ein Jurist und zeitweiliger Richter (am OLG Nürnberg im Nebenamt) wie Dr. Rohe in seinen Äußerungen die freiheitliche demokratische Grundordnung bewusst und begeistert, jedenfalls sehr dezidiert verteidigt. Wir haben leider den Eindruck gewinnen müssen, dass Dr. Rohe die Perspektive, Wortwahl und Weltdeutung der grundrechtswidrigen (Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen Michael Bertrams (7)) Scharia nicht lediglich im Bereich der vergleichenden Religionswissenschaft, rechtsstaatlich-aufklärungshumanistisch orientierten Psychologie oder warnend tätigen Sektenberatung verwendet und damit „rechtsstaatlich gebändigt“ sehen möchte, sondern im Bereich der Rechtssprechung verwendet wissen möchte, ausgerechnet im Bildungs- und Erziehungsbereich.

Noch ein Beispiel für die problematische Herangehensweise vom Dr. Rohe, Quelle wie oben DIK, wo der letzte Abschnitt übertitelt ist mit „Kein grundsätzlicher Gegensatz zwischen deutschem Recht und muslimischen Haltungen“:

»In vielen Teilen der islamisch geprägten Welt und vor allem im Westen finden sich Muslime, die auf der Grundlage ihrer Religion neue Interpretationen finden, welche sich in den unverzichtbaren Rahmen der Rechtsordnungen, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlen, einfügen.«

Da steht der Rechtswissenschaftler im Widerspruch zu Mustafa Cerić, der die Scharia für immerwährend, nicht verhandelbar und unveränderlich hält, „neue Interpretationen“ darf es also nach der Aussage des bosnischen Großmuftis gar nicht geben. Möchte Rohe der sunnitischen Autorität widersprechen?

Dass Rohe vernachlässigt, vor dem „Scharia-Islam“ (Bassam Tibi) zu warnen, belegt eine sorgfältige Lektüre seines äquidistanten Buches »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« (2009) ebenso anschaulich wie seine wiederholt öffentlich getätigten, hoch provokante Aussagen wie: „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“, „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder die Stellungnahme zum Mittagsgebet eines 16jährigen Schülers in Deutschland. Rohe sieht sich nicht in der Lage, prägnant zum Nötigenden Heiratsvormund (Wali Mudschbir = Scharia) oder zur schafiitischen FGM (indonesisch, auch Scharia) auf Distanz zu gehen, anders als der Durchschnittsbürger hätte der Professor für Rechtsvergleichung die Gelegenheit dazu.

Einem gerichtlich bestellten Gutachter sollte auf die Forderungen der totalitären Scharia etwas mehr einfallen als die dürren Sätze: „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“.

3. Das Gebetsraumurteil aus sozialpädagogischer Sicht

Das Schulleben betreffend sollte es uns darauf ankommen, eine „religiöse“ Spaltung der Lehrenden und Lernenden in Kollektive zu verhindern. Auch am Diesterweg Gymnasium in Berlin-Gesundbrunnen gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass die einer geheiligten Apartheid gleichkommende, in der Logik der islamischen Orthodoxie unumgängliche Aufteilung der Schülerschaft in nichtmuslimische Schüler und „Muslimschüler“ und dann noch einmal in „Jungen und Mädchen mit ihren geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Verhaltensvorschriften“ unterbunden wird.

Der Presse ist zu entnehmen, dass es am Diesterweg-Gymnasium in der Vorvergangenheit bereits zu Unfrieden gekommen war, als einige Jungen besagter Schule den Mädchen das Beten im improvisierten Gebetsraum verweigert hatten, eben auch, weil beim schariakonformen Gebet die Geschlechtertrennung durchzusetzen ist und die Mädchen ohnehin keine islamisch korrekten Kopftücher getragen hatten (8). Die Mädchen hätten den Gebetsraum „entweiht“, wie die streng sunnitischen Jungen es zu formulieren beliebten, daraufhin kam es sogar zu einer Prügelei (9). Ein Gebet, das seit 1.400 Jahren als Gruppenereignis choreographiert ist, würde auch an Berlins Schulen eine Demonstrationen „islamisch korrekten“ Verhaltens bedeuten. Alle islamische Orthopraxie geht mit einem unzumutbar hohen Konformitätsdruck einher, säkular denkenden muslimischen Eltern und deren Kindern wird das Argumentieren zusätzlich erschwert; was denken bekennende oder verdeckte Ex-Muslime? Droht Berlins zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Schulgeländen die Herrschaft der Frommen?

Deutschlands im KRM zusammengefasste Islamverbände mögen dem Anspruch der saudi-arabischen Wahhabiten oder der ECFR-Scheichs um Herrn al-Qaradawi leider bis heute nicht widersprechen (zum KRM: „wenn islamische Kreise, die das Grundgesetz unter die Scharia stellen wollen … (10)“). Wie der KRM war auch Mathias Rohe Teilnehmer der Deutschen Islamkonferenz (DIK) (11).

Jeder nichtbetende Schüler wird womöglich als Islamverweigerer sprich als „Ungläubiger“ stigmatisiert, als Gegner der Ordnung Allahs und damit als ein Mensch geringeren sittlichen Wertes. Darüber hinaus drohen nichtbetende Mädchen als „Schlampen“ diskriminiert zu werden. Den säkular denkenden Mädchen und Jungen muslimisch sozialisierter Eltern droht die Stigmatisierung seitens der „rechtgläubigen“ Meinungsmacher, was den Schulfrieden gefährdet und die „muslimischen“ Mädchen dem erhöhten Risiko aussetzt, von der Schule abgemeldet und arrangiert verheiratet / zwangsverheiratet zu werden.

Der klassischerweise das islamische Gebet akustisch umrahmende Gebetsruf und sein Befolgungsritual selbst dürfen wir bis zur glaubhaften Außerkraftsetzung von Scharia und Fiqh als einen Ruf nach der lokalen Implementierung einer frauenfeindlichen Sexualpolitik verstehen mit inhumanen Folgen wie Zweit- bis Viertfrau, Verstoßung der Ehefrau, das weltweit zulässige islamische Heiratsalter neun- bis dreizehnjähriger Bräute sowie Ehefrauen und Töchter, die bei Ungehorsam verprügelt werden dürfen. Der Gebetsruf ist eine Verpflichtung zur Einhaltung, Verfestigung und Ausbreitung einer letztlich überall, nicht nur im Privatbereich durchzusetzenden „religiösen“ Lebensweise, in der die Frau nur halb so viel erbt wie ein Mann und die Aussage von zwei Frauen vor (Fiqh )Gerichten so viel gilt wie die eines Mannes.

Das Gebetsritual ist also keineswegs Privatsache, sondern hoch politisch als der Nukleus einer islamischen Staatlichkeit, in der die Frau als „naturhafte“ Verführerin mit einem Hidschab (Schleier) „bedeckt“ werden muss und ihr Großvater väterlicherseits oder biologischer Vater sie als Wali Mudschbir (Malaysia: wali mujbir) in die erste Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten darf (12).

Islamisch betende Jungen an staatlichen Schulen verkörpern handelnd die Sexualdoktrin von Scharia und Sunna, die jedem „muslimischen Mädchen“ derselben Schule ein jetziges oder künftiges Leben als Single, Lesbe oder Ehefrau eines Polytheisten oder Atheisten nicht gestattet. Ebenso wenig dürfen „muslimische Jungen“ die gegenmoderne, repressive und geheiligt homophobe Sexualdoktrin der Scharia zurückweisen. Beides erzeugt einen Konformitätsdruck, lädt zu Heuchelei, Denunziation und Spitzelwesen ein. Das öffentlich sichtbar werdende islamische Gebet ist ein Politikum allerersten Ranges, welches unter anderem auch die reaktionäre Doktrin von der Existenz eines schmerzlichen Höllenfeuers und eines (nun auch in Berliner Schulen?) irdisch aktiven Teufels (Azazil, Iblis) „toleriert“.

Beim einmaligen Mittagsgebet von 13:30 bis 13:40 Uhr im eigens aufgeschlossenen Gruppenraum »205 m« wird es nicht bleiben, vielmehr wird das Einhalten der gottgewollten Tugendhaftigkeit von „kleinen Religionswächtern“ kontrolliert werden: Wie von der Gottheit befohlen Beten, in Schulgebäuden Mittags beten, Freitagsgebet auf die täglich wechselnde Minute genau einhalten, Jungenbeten in mädchenfreier Zone, mit einem Schleier plus Gebetsgewand „bedeckt“ betende Mädchen, jedes Beten nur nach ritueller Waschung „gültig“, islamrechtlich einwandfreie Waschgelegenheiten in jeder Schule zum Herstellen der rituellen Reinheit ohne die ein Gebet „ungültig“ ist, Gender-Apartheid zunächst im Sexualkunde, Sport- und Schwimmunterricht und natürlich beim Beten, Mädchen- und Lehrerinnenkopftücher allüberall als „religiöse“ Pflicht. Auch wer im Fastenmonat einen Schokoriegel ist, „bekommt schon mal Ärger“, weiß man am Diesterweg-Gymnasium (FN 9). Wir haben die Stellungnahme der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V. (AABF) zum Berliner Gebetsraumurteil mit Freude vernommen und zitieren aus dieser:

»Schon heute lastet ein enormer Druck auf Alevitischen Schulkindern in Deutschland, beispielsweise wenn sie während des Fastenmonats Ramadan nicht mit fasten. Die Grenzen des Mobbing sind hier sehr schnell überschritten. Alle Schulkinder, somit auch nichtpraktizierende muslimische Schulkinder müssen das Recht haben, vor einer werbenden und demonstrativen Religionsausübung geschützt zu werde (13).«

Das Urteil zum islamischen Beten in öffentlichen Schulen scheint uns die verhaltensbezogene, religiöse und sexuelle Selbstbestimmung aller am Schulleben Beteiligten, auch der nichtmuslimischen Schülerinnen und Schüler sowie aller Lehrerinnen und Lehrer nicht ausreichend zu würdigen. Es ignoriert das Neutralitätsgebot des Staates in öffentlichen Einrichtungen und übersieht die besondere Manipulierbarkeit und Verletzbarkeit von Kindern und Jugendlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin in der Lernförderung mit Kindern mit und ohne Migrationshintergrund

Edward von Roy

staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge / Diplom-Sozialarbeiter (FH)

»Nicht das Kind

einer äußeren Ordnung unterwerfen,

es vielmehr sich frei entfalten und

spontan entwickeln lassen, wird zur

pädagogischen Maxime schlechthin.«

Adolph Diesterweg

(1)

http://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz

(2)

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Wedding-Gebet-Islam-Schulen;art126,2911886

(3)

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(4)

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/bosniens-grossmufti-ceric-besucht-penzberg-21472.html

(5)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/Themen/Religionsfreiheit/Scharia/scharia-inhalt.html?__nnn=true

(6)

http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/591634.html?Richterin:_Pruegel_fuer_Ehefrau_ist_hinnehmbar

(7)

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(8)

http://www.bz-berlin.de/archiv/warum-klagte-der-berliner-schueler-yunus-eigentlich-auf-beten-in-der-schule-article602989.html

(9)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/140914/140915.php

(10)

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E5F1623A938A84127960F232FFC26433B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(11)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/DieDIK/Plenum/Interviews/InterviewRohe/interview-rohe-inhalt.html?__nnn=true

(12)

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(13)

http://www.alevi.com/pressemeldung+M55dc2faf715.html

Das Berliner Gebetsraumurteil

Oktober 20, 2009 von schariagegner

برلين

Berlin

Gebetsraumurteil wenig plausibel

Ein Zwischenruf von Jacques Auvergne

Damit auch künftigen Generationen ungeschmälerte Freiheitsrechte und Bürgerrechte zugänglich sind, scheint es angesichts eines weltweit aggressiv agitierenden politischen Islam angebracht, an staatlichen Schulen keine schariakompatiblen Gebetsräume einzurichten. Einen womöglichen Bewerber der grundrechtswidrigen Scharia wie Dr. Mathias Rohe (»Das islamische Recht«, 2009) als Gutachter heranzuziehen war sicherlich bereits eine grundfalsche Entscheidung. Es muss uns darum gehen, die grundgesetzlich garantierte gleiche Würde jedes Menschen, auch des nichtbetenden Schülers, in öffentlichen Bildungseinrichtungen ebenso zu garantieren wie die Gleichberechtigung der Geschlechter. Beides ist mit einem fundamentalistisch verstandenen Islam nicht zu machen.

Der weltweit vernetzte fundamentalistische Islam der Sympathisanten der Wahhabiten, Muslimbrüder und Erbakan-Anhänger ist hoch politisch und mit Vereinen wie Inssan, MJD oder Islamische Föderation Berlin längst auch in der Bundeshauptstadt aktiv. Das dynamisch nach Kohärenz und Totalität strebende System der absoluten Gehorsam verlangenden islamischen Pflichtenlehre (Scharia und Sunna; Fiqh) ironisiert die grundgesetzlich verbürgte Religionsfreiheit konzeptionell. Religiöse Selbstbestimmung nach Maßgabe eines nachhaltig gemeinten staatsbürgerlichen und freiheitlich-demokratischen Geistes ist nicht nur im Islam aber besonders im Islam ebenso untrennbar wie problematisch verwoben mit sexueller Selbstbestimmung, weswegen unser Augenmerk dem Einsatz für garantierte negative Religionsfreiheit gelten muss.

Gerade Minderjährige bedürfen hierzu der Zeiten und Räume geschützten, relativ ideologiefreien Aufwachsens, um gegen den Fundamentalismus absoluter Textgläubigkeit und andressierter Angst vor der Höllenstrafe immun zu werden und immun zu bleiben. Spätestens hier erweist sich Mathias Rohe als Gefahr für die sehr säkular gedachte die Idee, denn der Erlangener Fachmann für Rechtsvergleichung ist seit Jahren weder in der Lage, vor sklavischer Textbefolgung (Koran, Hadithe, Fatwas) zu warnen noch dazu aufzurufen, Kinder und Jugendliche bewusst ohne die Angst vor dem Verbrennen in den Flammen der koranisch verbürgten Hölle zu erziehen. Kompetenz, Erfolg und Wirksamkeit eines Gutachters zum Thema islamisches Gebet in der Schule können aber wohl kaum von seiner Schariakonformität und Höllenpädagogik abhängen.

Das islamische Gebet strebt nach Kollektivität und geht mit einem erheblichen Konformitätsdruck einher, der Gebetsverweigerer wird nur allzu leicht als Gegner der islamischen Lebensweise und Feind Allahs stigmatisiert. Jedes öffentliche islamische Gebet ist stets eine verhältnismäßig bewusste Machtdemonstration und Machterprobung, sinngemäß gilt das auch für die öffentlich getragene schariakonforme (islampolitische) „Bedeckung“ des weiblichen Leibes mit jenem Hidschab, den wir einstweilen meist noch als Kopftuch sehen und besprechen.

Um Partizipation und Emanzipation, um die ungeschmälerten Grundrechte zu garantieren, muss es unser Ziel sein, alles dafür zu tun, die Spaltung der europäischen beziehungsweise deutschen Bevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive zu begrenzen und letztlich zu verhindern. Unsere Schulen betreffend, „Berlin 2009“ (Diesterweg-Gymnasium, Wedding) ist dabei nichts weniger als ein Präzedenzfall, haben wir dafür zu sorgen, dass die einer heiligen Apartheid gleichkommende, vom orthodoxen Islam sehr gewünschte Aufteilung der Schülerschaft in nichtmuslimische Schüler und Muslim-Schüler unterbunden wird. Demonstrationen „islamisch korrekten“ Verhaltens brauchen wir nicht gerade zu begrüßen.

Solange noch nicht einmal unsere Islamverbandsfunktionäre dem theokratischen Anspruch der Wahhabiten oder der Scheichs um Yusuf al-Qaradawi widersprechen mögen, stigmatisiert jedes islamische Gebet den Nichtbetenden als Islamverweigerer und damit als Mensch sittlich geringeren Wertes. Des weiteren sind der islamische Gebetsruf und sein Befolgungsritual bis zur Außerkraftsetzung von Scharia und Fiqh als Ruf nach ebenso frauenfeindlicher wie heiliger Sexualpolitik zu verstehen und als ein Erflehen einer Ordnung, in der die Frau nur die Hälfte erbt, ihre Aussage vor Gericht nur die Hälfte gilt, sie als wesensgemäße Verführerin mit einem Schleier zu „bedecken“ ist und ihr Vater sie als Wali Mudschbir (staatlich-ministeriell in Malaysia wali mujbir) in erster Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten kann.

Ein Leben als Single oder Lesbe ist vom politisch denkenden Gott Allah für jedes muslimisch sozialisierte Mädchen Berlins und Deutschlands nicht vorgesehen, ebenso wenig dürfen Jungen die repressive und homophobe Sexualdoktrin der Scharia in Frage stellen. Dr. Rohe ist es ferner gleichgültig, dass mit dem islamischen Gebet auch die reaktionäre und gegenaufklärerische Doktrin von der Existenz des ewigen jenseitigen Höllenfeuers und des irdisch aktiven Satans (Iblis, Azazil) Einzug in unsere Schulen hält, wir sollten diesbezüglich deutlich weniger „tolerant“ sein.

Im Interesse des Schulfriedens und der religiösen, politreligiösen und sexuellen Selbstbestimmung aller am Schulleben Beteiligten ist das Urteil zum islamkonformen Gebetsraum und zum Islamgebet an staatlichen Schulen anzufechten, eine Revision ist vorzunehmen.

Jacques Auvergne

Der neue Führer der politischen Linken

Oktober 19, 2009 von schariagegner

المغنطيسية الأرضية

al-maġniṭīsīya al-ʾarḍīya

Erdmagnetfeld

Gedanken zweier Islamkritiker zur neuen Theologisierung der Politik, die ebenso süßlich lächelnd wie erpresserisch heranschleicht. Eine mit den Etiketten von Xenophilie und Toleranz versehene, dabei doktrinäre Islamfreundlichkeit geht nicht zuletzt auf der Seite der politischen Linken einher mit einer wachsenden Hingabe an den Kult des Beutemachens (Kalifat). Die „interreligiöse“, „interkulturelle“ oder eben „linke“ Haltung einer von Gewerkschaft bis Partei und von Kirche bis Wohlfahrtsverband salonfähig gewordenen neuen Werteverachtung, einer gebilligten wenn nicht gewünschten Intransparenz, einvernehmlichen brutalen Gewinnsucht und romantisierenden Islambegeisterung wird selbstverständlich auf eine geheiligte Faschisierung (Islamisierung) hinauslaufen.

Die folgenden beiden Texte sind insbesondere auch eine Kritik an der politischen Linken des Jahres 2009. Zuerst: »Der Magnetismus des Islams auf die Linke« von arouet8. Auf diesen analytischen, dabei kreativen und inspirierenden Impuls darf die Antwort »Allah als der neue magnetische Nordpol Europas« (Jacques Auvergne) folgen. Beide Texte erschienen zuerst im Kommentarbereich zu Text 140. (Charta der FIOE) auf dem Blog Sägefisch.

Arouet8 betreibt als würdiger Erbe von François Marie Arouet (weltweit bekannt wurde Arouet als Voltaire) – den aufklärungshumanistisch-säkularen, freiheitlich-demokratischen und dabei bewusst islamkritischen Blog »arouet8, against mohammedanism + hitlerism + sheikhism«

DER MAGNETISMUS DES ISLAMS AUF LINKE

Von arouet8 am 15.10.2009

Die meistverwendete Denkschablone von systemblinden Linken, mit der sie alle für sie neuen Erscheinungen, also auch den Euro-Islam, abmessen, ist die Schablone einer Zielgesellschaft, die „klassenlos“, hierarchielos, kommunenähnlich, weitgehend strukturlos ist.

Der Weg dorthin soll über einen „Sozialismus“, dann „Kommunismus“ und letztlich zur Auflösung des Staates führen. Die Menschheit soll sich dann nur mehr noch in entfremdungsfreien kleinen Vereinen und Zirkeln organisieren.

Das könnte einer der Gründe sein, warum viele Linke vom Islam so magnetisch angezogen werden, weil dieser sich darstellt, als sei er schon so klein strukturiert. Der Islam zeigt sich in einer Form, als gäbe es in ihm Pluralismus und viele verschiedene bunte Richtungen. Es gibt scheinbar kein Oberhaupt, keinen Klerus, keine Hierarchie.

Jacques Auvergne und anderen Aufklärern über die Beschaffenheiten des Islam kommt das Verdienst zu, dieses Wunschdenken von manchen Linken auf den Boden der Tatsachen herabzuholen, indem sie präzise und detailliert zeigen, wie sehr hierarchisch und elitär der Islam strukturiert ist. Ich zitiere dazu aus dem obigen Artikel von Jacques Auvergne:

„einem Klerus gleichkommende sunnitische Elite der Scheichs und Muftis der ägyptischen al-Azhar, der dogmatischen hanbalitischen Richtung (al-Wahhabiya) des heutigen Mekka oder des ungefähr fünfunddreißig Scheichs versammelnden European Council for Fatwa and Research (ECFR).“

Diese Scheichs leben in höheren Sphären. Sie sind von einer geheimnisvollen Schleierwolke umgeben. Den Untergebenen und besonders den „Ungläubigen“ wird nicht das Recht zugestanden, Namen und Machtbefugnisse der islamischen Herrscher deutlich mitgeteilt zu bekommen.

arouet8

Allah als der neue magnetische Nordpol Europas

Von Jacques Auvergne am 16.10.2009

Vielen herzlichen Dank lieber auouet8,

du bringst die Sache auch heute begeisternd auf den Punkt und hast die islamkritische Diskussion im Laufe der letzten vielen Monate immer wieder kleine Strecken weiter voran gebracht, und viel mehr wird wohl kaum ein einzelner Mensch leisten können. Die Bändigung der alle Individualität zerstörenden, frauenentrechtenden und politisch kalkuliert antisozialen Dominanzkultur des Islam und ihre Überführung in eine Verträglichkeit mit der menschlichen Zivilisation und der kulturellen Moderne ist die Aufgabe des angebrochenen Jahrhunderts. Statt dessen sucht auch eine wertevergessene europäische Linke den ‘Dialog’ mit dem heiligen Apartheidsstaat islamischen Rechts.

Auch der von dir gefundene Begriff Magnetismus bringt mancherlei neue Einsicht. Die politische Linke erstarrt vor dem sich herausbildenden menschenverachtenden Kalifat wie das Kaninchen vor der Schlange, und wie die Eisenfeilspäne sich zum Magneten hin drehen, richten sich Europas Menschen muslimisch wie auch nichtmuslimisch geprägter Großeltern entlang der Kraftlinien des Scharia-Staates aus. Ob Islamist oder Sozialdemokrat: Allah ist zum neuen magnetischen Nordpol Europas geworden.

Eine an treffenden, packenden Sprachbildern wieder kraftvoll gewordene Sprache benötigt gerade auch die Demokratieverteidigung (Islamkritik), und wie von einem Magnetfeld angezogen sind die (reichlich haltlosen gewordenen) europäischen Linken von dem aufregend fremden, wie aus einem Nebel heranleuchtenden Herrschaftskult namens Islam in der Tat. Der Nebel ist dabei allerdings eher eine Art von gezielter Umweltverschmutzung, welche die taqiyya, der kitman oder der īhām genannt wird, eine kalkuliert die Sicht behindernde Bewölkung. Konzeptionelle Täuschung zum Zwecke des Frauenanwerbens, Missionierens, Moscheebauens und Kopftuchverteidigens, kurz der Machtausweitung.

Islamisierung eines Territoriums gleicht der Bildung von Eiskristallen in einer Pfütze, die Beweglichkeit schwindet. Islamisierung ist ein Erstarrungs- und Kristallisationsvorgang, ein veritabler Faschisierungsprozess, in dem die gleichsam ‘magnetisierten’ (nach arouet8) Partikel, die ehemaligen Individuen, sich zum irdischen Führer hin orientieren. Führer war 23 Jahre lang Mohammed und ist seitdem der örtlich herrschende Kalif oder Emir stellvertretend für Allahgott. Andererseits ist eben auch der sinnentleerte, der wertebezogen orientierungslose Mensch ‘magnetisierbar’, verführbar für den Fundamentalismus, und daran, dass die deutsche Linke ihre Identität verloren hat, dürfte angesichts einer enthemmt den Dialog mit dem reaktionären politischen Islam betreibenden SPD und der zu Hidschab und Scharia schweigenden Milieus um attac / DIE GRÜNEN / DIE LINKEN wenig Zweifel bestehen.

Sinnbild des linken Werteverfalls waren mir im Januar 2009 die Berichte und Bilder von einem für das Stoffgefängnis der Burka singenden Gewerkschafts-Chores in Nürnberg, ausgerechnet auf der ‘Straße der Menschenrechte.’ Norbert Schürgers vom Nürnberger Amt für Internationale Beziehungen will Tourismus und Wirtschaft beleben. Schürgers möchte die mit ganzkörperverhüllten (Zweit-?)Frauen nach Nürnberg einreisenden Scheichs herzlich willkommen heißen und ihren menschenverachtenden Kult gleich mit. Menschen wie Mina Ahadi fanden die angemessenen Worte über eine zur Gefahr für die Demokratie gewordene deutsche ‘Linke’, welche den Steigbügelhalter für Europas machterpichte Islamfunktionäre abgibt. Die Frau unter dem grasgrünen Tschador hat keinen Hals, keine Nase, keine Ohren und keinen Mund, der gewerkschaftliche Chor aber musiziert für Toleranz statt Streit. Ex-Stadtrechtsdirektor Hartmut Frommer singt im Bass, seine gewerkschaftlich organisierten Nürnbergerinnen und würde auch anlässlich einer Steinigung in Riad oder Teheran noch trällern (1), (2), (3).

Vor uns liegt ein sehr steiniger Weg, unsere politische Kaste lässt uns mehr oder weniger bewusst im Stich, hat vom Islam keine Ahnung oder ist zu feige, über die menschenverachtende Scharia aufzuklären. Unsere Leserbriefe werden womöglich nicht abgedruckt, Kleriker werden uns das Gespräch verweigern oder uns dreckig grinsend stehen lassen, ihr Gehalt bekommen sie ja für das Islambeschönigen, nicht für die Kritik an Kopftuch und Kalifat.

Zur Zeit stehen wir draußen im sprichwörtlichen oder tatsächlichen Regen und müssen zusehen, wie die ‘Bärtigen’, die Verschleierten oder die Kostüm- (Emel Zeynelabidin = Abidin Algan, Lamya Kaddor) und Nadelstreifenislamisten (Tariq Ramadan, Ayyub Axel Köhler, Bekir Alboga) in Europas Universitätssenate, Ministerien, Parlamente, Kirchenkonferenzen, Schulverwaltungen und Unternehmenssitze Einzug halten.

Die Parteigänger des Scharia-Rechts – nein: Scharia-Unrechts! – streben nach der Machtergreifung. Die jetzigen Kinder von aus den so genannten islamischen Ländern eingewanderten, manchmal nur schwach islamisierten Eltern werden vom faschismusähnlichen Gehorsamskult geschluckt werden, eingemauert vom Kerker einer kalifatsähnlichen parallelen Struktur, diese Jungen und Mädchen werden wohl nicht wagen, gegen die Scharia aufzumucken, haben auch berechtigte Angst vor Verstoßung oder Gewalt bis zum Ehrenmord oder leiden an der wahnhaften (islampädagogischen) Angst vor Teufeln und Höllenflammen.

So ernsthaft sieht die Lage aus, gegen die wir arbeiten müssen, mit stillem Lesen, dem Führen von Gesprächen mit Freunden oder Funktionären, dem Verfassen von Texten, Gestalten von Plakaten oder Organisieren von Demonstrationen.

Die (noch) nicht muslimische Schafherde wird überwiegend die Strategie der schmierigen Anpassung wählen, sich anbiedern: an den einflussreichen Gutmenschen, an den Islamprediger oder Islamfunktionär, aber wird sich auch mal für die sadistische Nutzbarmachung islamischer Aggressivität entscheiden, der Spezies ’strategische Kriegsgewinnler’ der Jahre 1933 und 1945 vergleichbar.

In der Tat ist es ein Köder der Islampropagandisten, Menschen damit zu verzaubern, der Islam sei egalitär. Du nanntest das, lieber arouet8, hierarchielos und einer Kommune ähnlich. Der Traum von der Geschwisterlichkeit verführt Einzelne zum Beitritt in abhängig machende Psychogruppen oder Sekten, das waren vor dem Mauerfall die Mun-Sekte, Hare Krishna und die Ahmadiyya, in diesen Jahren sind das die Lifemakers, Pierre Vogel und ist es immer noch die Ahmadiyya, Sekten oder kleinere Bewegungen mit christlichen Elementen gab und gibt es auch. Typisch sind strenge Verhaltensvorschriften, Meidung der ‘Anderen’, permanente Kontrolle durch die Gruppenmitglieder, Vorschriften zu Sexualität und Heirat und jede Menge Angst vor dem Teufel beziehungsweise vor der Hölle – sehr viel Ähnlichkeit mit dem orthodoxen Islam also und ebenso viel mit Leuten wie dem Pakistani Abu l-A’la al-Maududi, den Ägyptern Hassan al-Banna (Gründer der Muslimbrüder) und Sayyid Qutb (Buch: Maʿālīm fī ṭ-Ṭārīq / Milestones / ‘Wegzeichen’, ‘Meilensteine’) oder dem Türken Necmettin Erbakan (Gründer der Bewegung Milli Görüş).

Wie machen wir Kinder und Jugendliche immun gegenüber dem Fundamentalismus – da gibt es kein maschinenhaftes, den Erfolg garantierendes Konzept, doch Denken lässt sich durchaus lernen, Freiheit auch. Bei den Jugendsekten der Siebziger hätten wir allerdings die Eltern auf unserer Seite gehabt, bei sehr vielen islamischen Milieus ist es jedoch leider eher so, dass den Kindern der Ausbruch nicht gestattet wird und ist die islamische Radikalisierung eines jungen Menschen zum Glück eher selten. Der Islam kann sich also auf den orientalischen Familialismus stützen, spätestens mit Importbraut und Familiennachzug sickert der Stamm nach Europa. Beides kann sich überlagern, wie der Ehrenmord an der Berlinerin Hatun Sürücü zeigt, die Grundlage blieb der zwangsverheiratende, mittelalterlich denkende Kerker der Großfamilie, in dem Frauen zu gehorchen haben, doch Hatuns Bruder Ayhan Sürücü war kurz bei der um den Kölner Radikalen Metin Kaplan entstandenen Bewegung Kalifatsstaat (und ebenso kurz bei der PKK). Religion und Tradition bilden ein Amalgam, seit einem Jahrtausend, die Scharia ist gar nicht anders zu denken. Die geheiligte Familie (Imam-Ehe) bildet einen winzigen islamischen Staat, das Stammeskalifat. Deshalb die ‘Wertschätzung von Ehe und Familie’, wie sie seitens der Muslimbrüder und deutschen Islamverbände gefordert wird, deswegen sind die islamstaatliche Frauenrolle und ihre Kriegsflagge, das Kopftuch, ebenso privat wie politisch.

Das Märchen von der Gleichheit der Allah-Gläubigen ist Geburtsfehler der politischen Ideologie und Lebenslüge ungezählter einzelner Muslime, dabei in doppelter Hinsicht ‘blendend’ geeignet, den Europäern den Islam, je nach Bedarf und Zielgruppe, als demokratisch (Tariq Ramadan, Mathias Rohe), sozialistisch (Muammar al-Gaddhafi, Sabine Sträter), demokratiekompatibel (deutsche Islamverbände, beide großen Kirchen), frauenfreundlich (Ursula Boos-Nünning, Gaby Straßburger) oder gar als feministisch (Rabeya Müller) zu verkaufen. Die Namen zeigen, dass längst auch Nichtmuslime in diesem Karriere (Hochschulprofessur, Forschungsauftrag), Geld (Petro-Dollars spendabler Scheichs), Macht, Einfluss, Sex-Appeal und sexuelle Herrschaft versprechenden Spiel mitmischen.

Die Menschheitsgeschichte hat wohl keinen deutlicher anti-egalitären sakralen Kult geschaffen als den Islam. Und den ‘Strukturhassern’ wie den ‘Antideutschen’, den Antiimperialisten und Anti-Etatisten aus Teilen der globalisierungskritischen ‘attac’ aber auch aus der Ecke der sanft lächelnden Besucher der ‘Kirchentage’ dient der Islam der ‘edlen Wilden (aus Arabien)’ als Projektion eines infantilen (antikapitalistischen, sagen diese extremen Linken) Paradieses auf Erden. Von Marx zu Mohammed, Woodstock goes Caliphate.

Kirchliche Islamismusverharmloserin war Beate Sträter, doch als Musterexemplar einer antiimperialistischen Islamfreundin mag Sabine Schiffer dienen, belegt bei Weblog Sicherheitspolitik (4) .und Sägefisch (5). Sabine Schiffer durfte am 03.10.2009 zur Gegendemo der radikalen Linken und Schariafreunde (Gedächtniskirche) nicht fehlen, draußen bekannte sich in jener Stunde die Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) und der US-amerikanische Religionswissenschaftler Robert Spencer zur freiheitlichen Lebensweise.

In der Tat scheinen die Scheichs ‘in höheren Sphären zu leben’, wie du feststellst. Dabei muss es wie in jedem etablierten Hofschranzentum ‘halbhohe Sphären’ eifersüchtigen Gerangel um die Gunst einer Audienz beim Meister geben, für den simplen jungen Mann eben nur beim Besucher des Besuchers des Scheichs. Anders elitär bekränzen wir Europäer Islamisten wie Emel ‘Zeynelabidin’ (Tochter des Muslimbruders Yusuf Zeynel Abidin) mit einem hohen Preis, es lohnt sich, auf die Bilder zu klicken, der Geruch der sich nahenden absoluten Macht (absoluten Unterdrückung) versteinert den Dhimmis die Gesichter. Da haben Durchschnittsbürger längst keinen Zutritt mehr, Islamisierung bedeutet eben auch (ich führe deinen Gedanken nur fort, arouet8), den Ausstieg der Eliten aus der Demokratie und ihren Einstieg in ein neues Feudalsystem. Wir Bürger sind da überflüssig und stören die Mächtigen (6).

‘Neben Ceric wurden in München außerdem Prinz Ghazi bin Talal aus Jordanien und der Scheich Al-Habib Ali Al-Jifri aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Eugen-Biser-Preis geehrt. Auch sie hatten bei der Initiative für den muslimisch-christlichen Dialog mitgewirkt (7).’

Tatsächlich waren Ġāzī (Herrscher) ibn Ṭalāl, ein Nachkomme des Propheten und jordanischer Prinz sowie der saudi-arabische Scheich und Gründer und Direktor des „Taba Institute (8)“ (Tabah Foundation), „H. E. Shaykh Al-Habib Ali Zain Al-Abidin Al-Jifri (9)“ interreligiöse Dialogbetreiber, zählten sie doch zu den Erstunterzeichnern von »A Common Word«, der machterpichten, einschüchternden und die menschenrechtsfeindliche Scharia verteidigenden Antwort von 138 islamischen Gelehrten an Papst Benedikt nach dessen kluger Regensburger Rede (10).

Erhaben-erhebend. Die Pagen und Gespielinnen der Kirchenfürsten erzittern fromm. Oberbürgermeister Ude (SPD) legt sich die goldene, die güldne Amtskette um. Innere Himmelfahrt eines Sozialdemokraten, allenfalls die Weste ist noch ‘rot’ (11).

Deutschland, Bayern, München und Ude höchstselbst, eingereiht im Reigen der Mächtigen dieser Erde! Ganz ohne die Ölscheichs und Muslimbrüder ist das nun mal nicht zu machen, wer wird denn da die Scharia kritisieren?!

Trotz wirtschaftlicher Rezession, wachsender Gewaltkriminalität und zunehmender Korruption huldigt die Münchener Polit-Schickeria dem Großmufti von Sarajevo. Was interessieren uns da Frauenrechte, ach was, sein Chef heißt al-Qaradawi und billigt Selbstmordanschläge und Frauenbeschneidung, ich bitte Sie, wir Bayern müssen multikulturell werden und uns von Sultan al-Qasimi III die Moschee (Penzberg) finanzieren und das geplante gigantische „Zentrum für Islam in Europa – München“ (ZIE-M) erbauen lassen, DAS ist die Zukunft.

‘Penzberg – die Vorzeigegemeinde. … Benjamin Idriz. Er propagiert einen liberalen Islam und will für Transparenz in seinem Einflussbereich sorgen (12)’, recht so, die Sache mit der Milli Görü und dem Verfassungsschutz kommt ins Kleingedruckte ganz nach unten, bitte beim nächsten mal etwas dunkler grau hinterlegen, Sie wissen, der Sultan wird sich erkenntlich zeigen.

Man muss innen etwas scrollen, die drei Stellvertreter Allahs nebst dhimmiseits devot hingegebener Urkunde lassen sich digital vergrößern, aha, Minister Wolfgang Schäuble war auch da und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke fehlte nicht (13). »Eugen Biser Stiftung – Dialog aus christlichem Ursprung« prangt daselbst, mich packt der Brechreiz und ich bin innerlich wieder knapp vor dem Kirchenaustritt (ein paar Jahre sollte ich es dort noch aushalten; islamverliebte Kleriker rechtleiten, treiben, jagen).

(Vorsicht, immer noch ironisch) Aber alles wird gut! Der erwähnte weihende Bischof, Scharia-Rechtsprofessor Mathias Rohe und etliche hohe islamverbandliche Würdenträger gastieren in der Evangelischen Akademie Tutzing. Angedachte Heerscharen von Imamen ‘Made in Germany’ werden Islam und Demokratie miteinander versöhnen, inschallah.

23. und 24. November 2009
»Ausbildung von Imamen in Deutschland«

Vierte Expertentagung der Eugen-Biser-Stiftung gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing zu Fragen der Integration von Muslimen in Deutschland in der Evangelischen Akademie in Tutzing (14).

cm-fi = DITIB (türkischer Staatsislam), Murat Aslanoglu sowie die beiden Dialogfunktionäre und Eheleute Thomas Lemmen und Melanie Miehl (15). Jacques Auvergne kann`s nicht lassen und tippt als Suchbegriff Scharia … naja? Die Maschine meldet: KEINE Ergebnisse gefunden. So was, Islam heute auch ohne Scharia lieferbar?

Noch ein Bekränzungsritual aus dem sich islamisierenden Europa: März 2008, Taqiyya-Großmeister Bekir Alboga (’Gläserne Moschee’ Mannheim, DITIB) darf eine Rede halten, denn der Abraham-Geiger-Preis wird an Seine Königliche Hoheit von Jordanien Prinz El Hassan bin Talal verliehen. Der fromme Lügenbold Alboga behauptet, dass Christen, Juden und Muslime in Istanbul, Cordoba und Sarajevo ‘unter der Ägide der Muslime jahrhundertelang in Frieden und Respekt zusammenleben konnten.’

Ägide bedeutet hier nichts anderes als entrechtende Vorherrschaft, ein griechisches Fremdwort macht sich besser. Den Apartheidsstaat der Dhimma oder Dhimmitüde flunkert uns der Mannheimer Zauberer und Imam zur sozialen Toleranz um (was heißt denn Istanbul, bevor die Stadt am 29. Mai 1453 geklaut wurde, hieß sie Κωνσταντινούπολη, Konstandinoúpoli, ‘Stadt des Konstantin’).

Alboga weiter: die ‘Vielfalt der Religionen’ sein ‘kein Grund, um Unheil auf unserer Erde zu stiften’, die linken Multikultis träumen bei solchen Worten vom letzten Friedensfest, die Bürgermeister murmeln noch was von Demokratie, doch das hat Alboga gar nicht gesagt, der Mann will die Rechtsspaltung, das islamische Sonderrecht. Alles andere (universelle Menschenrechte, vor allem die Gleichberechtigung der Frau und der Ex-Muslime) ist dann eben ‘Unruhe stiften’ sprich Krieg gegen Allahs Ordnung sprich todeswürdig. Nachdem er, wie so manche Muslime vor ihm es sich erdreistet haben, den säkularen, etwas pantheistischen, stets großartigen Dichter Goethe missbräuchlich zum Werbefachmann für Scharia und Kalifat ernennt, schließt Herr Alboga, sich explizit auf Innenminister Schäuble berufend, seine Rede mit einem donnernden: ‘Der Islam ist Teil Deutschlands.’ Auch das hört sich in den Ohren der Gutmenschen nach Fairness und Harmonie an. Reingefallen, für die Islamisten klingt das nach Anerkennung der Scharia und Landnahme. Und so nimmt sich jeder was er braucht, das ist das Schöne am Dialog mit dem Islam, Gehalt, Spesen, Preise und Beförderung gibt`s auch (16), (17). Für die künftigen Eliten.

‘Es gibt nichts Objektives, jede Wahrheit ist gültig, auch Kopftuch, Burka und Kalifat – nimm dir, was du brauchst’: Der (1.) Klientenzentrierte Ansatz der Strukturhasser unter den Pädagogen, Psychologen und Sozialarbeitern scheint den (2.) Radikalen Konstruktivismus der charakterlosen Soziologen und Hirnforscher zu bestätigen. Mit dem Übertritt zum Islam oder der Selbsthypnosetechnik (3.) Appreciative Inquiry (eine aus dem problemreichen Sumpf des sehr amerikanischen Thinking Positive entstandene optimistische Gesprächslenkung, wörtlich Wertschätzende Befragung, kurz AI) lässt sich das ganze auch für Nörgler erträglich machen, der profane Rest ist ‘islamophob’ und darf nach Herzenslust gemobbt werden. Wie keine andere Religion gestattet der orthodoxe Islam (al-Ghazali / al-Ġazālī, Ibn Taymiyya / bin Taimīya‎) bei eingebautem (Integration … des Kulturrassismus) Verzicht auf gleiche allgemeine menschliche Würde für Frauen, Nichtmuslime und muslimische Gehorsamsverweigerer die destruktive Aggressivität. Der motivierende Befehlsruf der geheiligten Hisba (ḥisba) erlaubt das Quälen und Leidenlassen (für den guten Zweck, versteht sich), erlaubt die ‘Sau rauszulassen’, theologisch bestärkt beispielsweise durch das raffinierte islamrechtliche Versperren der Zugänge (sadd aḏ-ḏarāʾiʿ – etwas eigentlich Verbotenes tun, um etwas noch Verboteneres zu verhindern), das Ganze vernebelt von Taqiyya und durchwachsen von der allgewaltigen familiären und städtischen Moral des ‘du sollst dich nicht erwischen lassen.’ Da fällt ja vielleicht auch für den dienstbereiten Ungläubigen ein Krümel vom Tisch der Macht ab, und er darf den noch Rangniederen belästigen und misshandeln, mit freundlicher Genehmigung von Ayatollah, Scheich und Mufti.

Mit den drei genannten, jeden Willen lähmenden, auch den freiheitlich-demokratischen Willen ausbremsenden Werkzeugen (klientenzentriert, radikal konstruktivistisch, ‘wertschätzend befragend, positiv denkend’) lassen sich die Nichtmuslime auf den politisch gewünschten Kurs der ‘Toleranz’ (Islamkonformität) bringen. Der politische Islam ist Deutschlands ‘Linken’ unantastbar, jede ‘kapitalistische, imperialistische, nationalistische’ Struktur ist wie nebenbei einzuebnen und aufzulösen.

Bei dem ‘autoaggressiven’, selbsthassenden und selbstzerstörerischen Treiben der europäischen Nichtmuslime wird die Allahkratie, die Struktur Kalifat eben auch von ihnen fleißig herausgemeißelt und, sind die Islamkritiker erfolglos, schlussendlich übrig bleiben. Dass die Umma (Welt-Glaubensnation) den brutalsten Nationalismus darstellt, nach außen wie nach innen, die schrecklichste ökonomische Ausbeutung und Ausplünderung (von Dschizya bis Islamic Banking) und die enthemmteste Frauenentrechtung (Hidschab, Imam-Ehe, Verstoßung, Wali Mudschbir, schafiitische FGM) ist für die heutigen ‘christlichen Funktionsträger’ oder ‘linken Gesellschaftskritiker’ ein verdrängter, sehr unerwünschter Gedanke, der, wird er doch einmal ausgesprochen, mit mich immer wieder überraschender Heftigkeit angegriffen wird.

Es gibt kein Machtvakuum, schon gar nicht im mystischen Nebel des (angeblich so spirituellen) Sufi-Islam. Struktur, auch Herrschaftsform und Staatsgewalt will bejaht, transparent gehalten und staatsbürgerlich verantwortet sein, hoffentlich ist dabei das Volk Souverän und nicht die von ‘Stellvertretern’ folgenreich verwaltete Gottheit.

So lange die Scharia und das islamische Fallrecht (fiqh) nicht überwunden sind, werden die Fatwa-erteilenden Muftis, die Scheichs der Kairoer al-Azhar beziehungsweise des Europäischen Rates für Fatwa und Forschung (European Council for Fatwa and Rearch, ECFR) sowie die europäischen Islamfunktionäre und Imame ein veritabler und dabei repressiver Klerus bleiben, von dem der muslimische Endverbraucher abhängig gehalten wird wie der Drogensüchtige vom Rauschgift (der Dschihad des Rauschgifthandelns ist ein anderes Thema, der afghanische Mohnanbau und die schariatischen Taliban dabei nur die Spitze des Eisbergs). Daneben ist der islamrechtliche Vater für die Tochter Quasi-Kleriker und der Ehemann für die islamische Ehefrau ‘Priester mit der Option auf Heilsverweigerung (frei nach Raddatz)’, denn beide weiblichen Wesen kommen ohne die männliche Erlaubnis beziehungsweise ohne absoluten (auch und vor allem sexuellen) Gehorsam nicht ins Paradies – und was ist ein geradezu widerlich mächtiger Klerus denn anderes, als ein Verhinderer des Zuganges in die imaginierte ewige Gottesnähe?

Unterdessen ist der totale Dialog losgebrochen, unsere Eliten, Dressureliten nennt sie der geniale Hans-Peter Raddatz, umarmen die Baumeister der frauenentwürdigenden Parallelgesellschaft von Ahmadiyya (Wolfgang Thierse, Berlin, 16.10.2008; nur zehn Tage eher Rita Süssmuth in Darmstadt) bis zur Muslimbruderschaft (Beate Sträter 2007 theoretisch, praktisch Gaby Straßburger bereits 2005).

Kirchentagsmilieus, Freikirchler, atheistische Sozialdemokraten, die ‘ganz Linken’ aus dem einstigen Kreis um Gregor Gysi: Wenn es gegen Islamkritiker geht, noch-nie-muslimische wie ex-muslimische, wird spürbar, dass unter dem Schafspelz gerade der verständnisvollsten Pazifisten (lila Pullover), ausgerechnet der tolerantesten Multikulturellen (AStA, JuSo) das blutrünstigste Wolfsgebiss lauert. Mit dem weisen Witz des Österreichers Christian Wallner (* 1948) hätte man gewarnt sein müssen: ‘Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.’

Bemerkenswert, dass sich der im geeinten Deutschland der Jahrtausendwende für scharfes Denken und treffende Rede weithin anerkannte Gregor Gysi wohl noch nie gegen die Scharia, gegen das obszön gemeinte Unterdrückungsinstrument des Kopftuchs, gegen die arrangierte Ehe beziehungsweise Cousinenehe geäußert hat. Gysi hat wohl lebenslang nicht ein einziges Wort gegen den orthodoxen Islam über die Lippen gebracht. Sollten ‘Sozialisten, Atheisten’ wie er den Schulterschluss mit dem ‘irgendwie sozialistischen’ politischen Islam suchen?

Aufeinandertreffen und Bewältigen von Scharia und säkularer Republik mögen in den einzelnen Staaten Westeuropas sehr unterschiedlich verlaufen. Ob auch in London, Rom, Frankfurt oder Berlin ein als ‘links’ gehandelter Bürgermeister wie der Brüsseler Freddy Thielemanns denkbar ist, von einer Partei gewählt, in deren Vorstand von achtzehn Namen die Hälfte arabisch und einer türkisch klingt (18)? Für den Fortbestand der freiheitlichen Lebensweise käme es sehr darauf an, wie viele zivilcouragierte Schariagegner dann unter diesen Töchtern und Söhnen muslimisch geprägter Einwanderer befindlich sind. Hoffen wir, dass es viele sein werden.

Wir werden viel Kraft und Zeit investieren müssen – und sind auf dem richtigen Weg.

Jacques Auvergne

(1) Nürnberg 2009. Stadtrechtsdirektor i. R. Frommer und Gewerkschafts-Chor singen Lieder nicht etwa gegen, sondern für das stoffgewordene Frauengefängnis der Version Einzelzelle

http://www.abendzeitung.de/nuernberg/rathaus/84995 </p

(2) Video. Sangesfroh huldigt der Nürnberger Gewerkschaftschor dem Burka-Plakat und der Burka. Und den Menschenrechten, aber eben den differenzierten Menschenrechten

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=964027&kat=10 </p

(3) Die aus der göttlichen Diktatur des Iran geflohene Kölner Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi muss den multikulturellen Nürnberger Verteidigern von Hidschab oder Burka (persisch: pardā) auf die Sprünge helfen. Ahadis Tipp an SPD-Häuptling Schönfelder: »Laufen Sie mal einen Tag in einer Burka herum, dann wissen Sie, wie sich das anfühlt.«

http://www.abendzeitung-nuernberg.de/nuernberg/rathaus/82435 </p

(4) Die Kriegstrommeln schlägt der linksextreme Teil der Friedensbewegung. Antiimperialistin Sabine Schiffer und ihr Institut für Medienverantwortng. Bei WebLog Sicherheitspolitik

http://weblog-sicherheitspolitik.info/2009/07/18/friedensbewegung-dr-sabine-schiffer-und-das-institut-fur-medienverantwortung/ </p </p

(5) Die aggressive Rhetorik der Antietatistin Sabine Schiffer, ihre auf Strukturzerstörung und Islambeförderung zielenden Texte analysiert Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/07/27/134/ </p

(6) Speyer 2007: Schariafreundin Emel Abidin-Algan aus Berlin bekommt den Preis der Lutherstädte »Das unerschrockene Wort«

http://www.worms.de/deutsch/kultur/Lutherpreis/preistraegerin_2007.php </p

(7) München 2008: die drei Islamherrscher Cerić (Bosnien), bin Talal (Jordanien) und al-Jifri (Arabische Emirate) werden durch die dienstpflicht- und wertevergessenen Dhimmis Ude (SPD) und Schäuble (BRD) mit dem theokratisch ausgerichteten Eugen-Biser-Preis überschüttet. Kleiner Vorgeschmack auf die “Theologie der Zukunft” (Biser)

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/710/443449/text/ </p

(8) Rechtleitung für Europas Muslimbürger und Nichtmuslimbürger: Ali Zain al-Abidin al-Jifri, Founder and General Director of Tabah Foundation, Deputy Dean of Dar al-Mustapfa For Islamic Studies

http://www.alhabibali.com/en/ </p

(9) Taba-Institut / Tabah-Foundation will mit „Vorschlägen und Empfehlungen“ Regierenden und „Meinungsbildnern“ zur nutzbringenden (al-maṣlaḥa) Organisations- und Staatsführung verhelfen, die innerislamischen Diskurse mit der Moderne schariakonform aussöhnen und mit eigens geschulten Kadern die weltweite Islamrhetorik harmonisieren

http://www.tabahfoundation.org/en/ </p

(10) A Common Word between Us and You.

http://www.acommonword.com/ http://www.acommonword.com/ </p

(11) Mag Muftis und Scheichs: Christian Ude (SPD), Obergermeister der bayerischen Landeshauptstadt München

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Christian_Ude-295.jpg&filetimestamp=20060922231104 </p

(12) Penzberg. Der Imam der ’Vorzeigegemeinde’ Benjamin Idriz lebe und lehre einen ’liberalen Islam’ und wolle für ’Transparenz in seinem Einflussbereich sorgen’, wobei wir fragen dürfen, ob Herr Idriz sich sehr viel vorgenommen oder aber einen sehr kleinen Einflussbereich hat?!

http://www.br-online.de/bayern/einst-und-jetzt/moscheen-bayern-penzberg-ID1245329889765.xml </p

(13) Die Eugen-Biser-Stiftung überhäuft (die Empfänger mögen es benötigen) die Herren Cerić, al-Gifri und bin Talal offiziell mit Ehre nebst Ehrenpreis: »Die Preisverleihung erfolgte im Blick auf die maßgebliche Mitwirkung der Preisträger an dem denkwürdigen Offenen Brief ’A Common Word Between Us and You’ vom 13. Oktober 2007 an die christlichen Kirchen und in Anerkennung ihres außerordentlichen Beitrages zum muslimisch-christlichen Dialog und ihrer konsequenten und segensreichen Bemühungen um den Frieden.« Fehlt bloß noch Bisers Allāhu akbar

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html </p

(14) Auch die DITIB-freundliche Christlich-Muslimische Friedensinitiative e.V. („cm-fi“; um Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie Miehl) freut sich über die Fachtagung der Evangelischen Akademie Tutzing im November 2009 zum Thema Ausbildung von Imamen in Deutschland

http://www.cm-fi.de/31+M55e9b344f7a.html </p

(15) cm-fi hat Initiatoren: die Eheleute Melanie Miehl (KCID) und Thomas Lemmen (CIG, KCID), die gemeinsam mit Murat Aslanoglu (KCID) von uns angehenden Unwürdigen zum Uradel des christlich-islamischen Dialoges zu zählen sind

http://www.cm-fi.de/initiatoren.html </p

(16) Berlin im März 2008. KRM-Sprecher Bekir Albogas unfreiwillige Büttenrede anlässlich der Verleihung des Abraham-Geiger-Preises 2008 an Jordaniens Prinzen el-Hassan bin Talal. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka (Abraham Geiger Kolleg) und Staatsminister Dr. Markus Söder lauschen dem schrulligen Missionar

http://islam.de/9935.php </p

(17) »Das Abraham Geiger Kolleg, gegründet am 17.08.1999, ist das erste Rabbinerseminar in Zentraleuropa nach der Schoah«

http://www.abraham-geiger-kolleg.de/news/news_show.php?id=33 </p

(18) Freddy Thielemanns und seine arabischstämmigen Unterstützer (anṣār). Liste der Vertreter der regierenden Sozialistischen Partei (SP) im Rat der Stadt Brüssel. Gates of Vienna

http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/08/stop-islamisation-of-brussels.html </p

Wege zum Miteinander. Berlin 2005

Oktober 18, 2009 von schariagegner

شَرِيعَة

šarīʿa

Allahs diskriminierendes Gesetz

»Wege zum Miteinander« … ins Kalifat

Die Umwege und Querverbindungen der Islamisierung Deutschlands, nachgegangen von Jacques Auvergne

Die Lobby der Scharia ist auf den Segen hochrangiger Gutmenschen einigermaßen angewiesen. Schrille Pazifisten mit juristischem Abschluss und bis zum Brechreiz tolerante Atheistinnen mit Hochschulprofessur („Sozialraumorientierte Soziale Arbeit“) wirken besonders unverdächtig. Straßburger will die arrangierte Ehe als gleichberechtigte Lebensform (vgl. Text 146.). Das kommt dem nach seinem Verständnis allein heilsbringenden misogynen Unterwerfungskult namens Islam gerade recht.

Deutschland 2005. Lustvoll ergriffen vom segregierenden »Miteinander« zelebriert Berlin den Ausstieg aus der selbst verschuldeten Mündigkeit. Zwei Atheisten überschreiten und verhöhnen die für alle, auch für Frauen, Ex-Muslime oder Noch-nie-Muslime geltenden Menschenrechte und werben für mehr kulturellen Pluralismus. Zwei Dhimmis oder vielmehr Harbis segnen die schariakonforme Sache ab, pro-Kopftuch-Rechtsanwalt Ströbele und pro-Tochtertausch-Professorin Straßburger treffen sich mit den Freunden der Muslimbruderschaft.

Gaby Straßburger, deren verhängnisvollen Einfluss auf die deutsche Sozialarbeit und Pädagogik in Text Nummer 146. des Weblog Sägefisch beleuchtet wurde, schreckte vor vier Jahren nicht davor zurück, auf der 11. Islamwoche Berlin (15.-21. August 2005) gemeinsam mit dem Islamisten Murad Wilfried Hofmann (17.08.2005) aufzutreten.

Die drei der Muslimbruderschaft nicht allzu fernstehenden Veranstalter von »Wege zum Miteinander« waren IBMUS, der ZDM und der Islamrat. IBMUS bedeutet Initiative Berliner Muslime und umfasst neben dem radikalislamischen INSSAN e. V. die unten genannten Organisationen DMK-Berlin, IZDB, MJD sowie das Islamski Kulturni Centar Bošnjaka u Berlinu (ICK-Berlin, Islamisches Kulturzentrum der Bosniaken in Berlin e. V.), außerdem den Berliner Verein Islami Tahrik Berlin e.V. / Bilal-Moschee (Drontheimer Str. 16) und das als gemeinnützig anerkannte Islamische Kultur- u. Erziehungszentrum. Islami Tahrik Berlin (Bilal-Moschee) verlinkt zum Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland (RIGD, http://www.rigd.de), Eichenstraße 41, Frankfurt. In der Eichenstraße 41, so belehrt uns justitia-et-pax.de (Geschäftsstelle Kaiserstr. 161, 53113 Bonn), nistete einst das Islamische Konzil / Islamisches Zentrum Frankfurt, die Muslimische Studentenvereinigung (MSV / M.S.V.) und die Föderation der Islamischen Organisationen in Europa (FIOE), mehr Muslimbruderschaft geht nicht. Ebenso wie islamkennenlernen.de (IIS Moschee Frankfurt, Mainzer Landstraße 120) verwendet auch die RIGD die E-Mail said.boutizla@rigd.de, was nicht auf jenen Herrn Said Boutizla hinweisen muss, der am 12.11.2009 um 19:30 Uhr im Gemeindhaus von Sankt Josef, Rhaban-Fröhlich-Straße 18 in 60433 Frankfurt, mit einem Christen, einer Jüdin und einer Hinduistin zu »Weltsprache Beten« sinnieren wird (1).

RIGD-Präsident ist Dr. Khaled Hanafi beziehungsweise Dr. Khaled M. Hanafy. Hanafi bzw. Hanafy ist Assistenzprofessor für Grundlagen des islamischen Rechts (Fiqh) der Kairoer al-Azhar und lässt sich bei der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) als Scharia-Rechtsberater empfehlen, ferner ist Hanafi / Hanafy Lektor der Rechtsschulen und der islamischen Rechtsentwicklung (wir sollten besser sagen Unrechtsstillstand) am Institut Européen des Sciences Humaines in Paris (IESH Paris, Hauptstadtvertretung von IESH Château-Chinon), gehört also zum Umfeld der Muslimbruderschaft, was bei »IGD« wenig erstaunt (2).

Bei Justitia et Pax kennt man die Eichenstraße 41, Frankfurt am Main (3).

Für Ströbele und Straßburger kein Problem: Islamische Gemeinschaft in Berlin e. V. / al-Nur-Moschee, Haberstrasse 3, 12054 Berlin (4).

Am 15.07.2009 veröffentlichte der RIGD eine Pressemitteilung zum Tod der im Dresdener Gerichtsgebäude ermordeten Marwa el-Sherbini, wie wir bei IGD-online.de (IGD) lesen können, auf der selben Seite kondolieren Schariafreund Jürgen Micksch vom Interkulturellen Rat, die linksextreme Antietatistin Sabine Schiffer, der glitschige Ibrahim el-Zayat (IGD) und darf Eröl Pürlü (VIKZ, derzeit auch KRM) ein Ende der Angriffe in Gaza fordern (5). Wer die Situation im Gaza-Streifen Anfang 2009 und Ende 2008 verstehen will, lese besser »Same Old Song«. Lizas Welt, 21.12.2008 (6).

Die kluge und mutige Güner Y. Balci schreibt über die Berliner al-Nur-Moschee: ’Hier wird ein Islam propagiert, der sich auf die Salafiyya-Bewegung stützt, … der sich extrem fromm und buchstabengetreu am Koran und der Scharia orientiert, also auch den Alltag kanonisch regelt, ein für allemal. Neuerungen sind verboten (7).’

Thema beim Gaby-Straßburger-Schariadialog 2005 waren Tschetschenien, Optionale arrangierte Ehe, 10 Jahre Massaker von Srebrenica, Einführung in den Islam, die Palästinenser.

Lieblich sang der Kinderchor der Islamischen Grundschule Berlin. Diese Bildungsanstalt gehört zur Milli-Görüs-nahen Islamischen Föderation Berlin und beschäftigt bis zu sechzehn Kopftuchlehrerinnen, verschleiert kleine Mädchen, ist oder war Arbeitsort von Deutschlands berühmtester Kopftuchklägerin Fereshta Ludin und ex-Arbeitsort der heute ’so was von kopftuchlosen’ Emel Abidin Algan genannt Emel Zeynelabidin, Tochter des ranghohen Muslimbruders Dr. Yusuf Zeynel Abidin. Lustige Mädchenfrisuren in der Boppstraße 4? Mädchen und Jungen sind in der Scharia einander wesensfremd, Jungen dürfen nackte Haare haben, Mädchen nicht (8).

Unschuldige tchetschenische und palästinensische Volkstänze durften beim Gaby-Straßburger-Theorieseminar für Tochtertausch ebensowenig fehlen wie der friedensbewegte Unschuldsengel und GRÜNEN-Politiker Ströbele. Mittendrin ließ man Frau Dr. phil. Dipl.-Sozialpädagogin (FH) Dipl.-Orientalistin Straßburger für die arrangierte Ehe werben, damit auch in der Bundesrepublik der Wali Mudschbir juristisch durchgesetzt werden kann sprich ein wichtiges Stück Sexualpolitik (Scharia).

Die Professorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin moderierte die sich an ihren barbarisch-gegenmodern ausgerichteten Vortrag ‘Arrangierte Ehe als freie Partnerwahl’ folgende Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem Berliner Imam Aly Abdelwahab und Fatima Grimm (Hamburg; siehe unten).

Am selben Tag referierte die postmodern-stammeskulturelle Schülerin von Ursula Boos-Nünning zu »Zukunftsprojekt Familie«, das sie ebenfalls im Anschluss und mit Fatima Grimm moderierte.

Gaby Straßburger findet sich also gelehrt plappernd mitten im Freundeskreis der Muslimbruderschaft. Für sie ist das »Sozialraumorientierte Soziale Arbeit«, erfahrene Unternehmer sprechen vom Standortnachteil Schariarecht, Menschenrechtler sagen dazu Barbarei. Näheres zu den Teilnehmern:

Murad Wilfried Hofmann hält die Fäden zusammen und wird in eher völlig unterschiedlichen Kreisen als Tanzsportfachmann, politisch tätiger Islamist und deutscher Ex-Botschafter verehrt. Das Kalifat hält der weltweit gelesene Islam-Ideologe der säkularen Republik für sittlich überlegen. Für die Freundin der Stammeskultur Gaby Straßburger (»Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungskontext«) ist Hofmann vielleicht ein gebildeter, lebenserfahrener und glaubensstarker Ruheständler, beide verbindet der Lobgesang auf den Tochtertausch.

Andy Abbas Schulz ist stellvertretender Vorsitzender der anhand der kulturrassistischen und frauenentrechtenden Scharia ‘mystisch erleuchteten’ Lichtjugend. Die an Bediüzzaman Said Nursi ausgerichtete Lichtjugend bietet Berlins Lehrerzimmern ihre Hilfe bei gewalthaften Schulkonflikten und unerreichbaren muslimisch sozialisierten Schülern an. Was ein wenig nach Erpressung klingen mag, jetzt müssen die Bengel nur genügend randalieren, dann gibt`s Besänftigung und Scharia-Seelsorge vom Lichtjugendvorbeter. Neo-islamische Arbeitsteilung, eine Schwadron Unruhestifter (Randalierer), eine Abteilung Friedenmachen (Islampädagogen)? Hoffentlich schmeißen Berlins Schulleiter die Lichtjugend achtkantig vom Gelände (9), (10).

Maha Abdelwahab sprach am 15. August 2005 zu Einführung in den Islam. Die 1977 in Berlin geborene Tochter ägyptischer Einwanderer trägt strengen Hidschab (al-ḥiǧāb, verharmlosend Kopftuch genannt), machte 1996 Abitur und nahm das Studium der Medizin auf. Abdelwahab war Vorstandsmitglied der Muslimischen Jugend in Deutschland e. V. (MJD). Die MJD ist Mitglied im Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO, erster Präsident war Ibrahim el-Zayat) und nach eigenem Bekunden dem Fatwa-Rat ECFR (Chef ist Yūsuf al-Qaraḍāwī) treu ergeben, womit wir sie zum Umfeld des europäischen Flügels der radikalislamischen Muslimbruderschaft zu rechnen haben. Im Nordrhein-Westfalen des Jahres 2009 stört es beiden Organisationen Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. und Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder und Jugendarbeit NRW nicht, mit einem Verein wie der MJD zusammenzuarbeiten (»Projekt Dialogbereit«), dem der Berliner Verfassungsschutz 2004 bedenkliche Nähe zu islamistischen Kreisen unterstellte. Bereits 2002 stellte die im interreligiösen Dialog bemühte Katholische Junge Gemeinde (KJG) „Maha Abdelwahab von der Muslimischen Jugend Deutschland“ vor.

Durch uns verantwortungsvoller denkende und handelnde Eltern beziehungsweise Pädagogen sollten die beiden Organisationen Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. und Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder und Jugendarbeit NRW solange nach Kräften boykottiert werden, wie deren Zusammenarbeit mit der MJD besteht (11), (12).

Prof. Dr. Abdulgabar Salama, zwei Vorträge am Freitag (19.08.2005) ‘Zeichen islamischen Erbes in Europa’ sowie ‘Muslime – Chancen für Europa?’ Dr. Salama ist Internist und Arzt für Transfusionsmedizin

Sigrid Klaus-Salama, las aus einem Wettbewerb (»Islamour«) hervorgegangene ‘Islamische Heiratsgeschichten’. Klaus-Salama wurde 1949 als viertes Kind eines evangelischen Pfarrers im hessischen Wartenberg geboren. Die verheiratete Berliner Lehrerin hat drei Kinder und ist aktiv im Deutschsprachigen Muslim-Kreis Berlin e.V (DMK-Berlin, Drontheimerstraße 16, Berlin-Wedding). DMK-Berlin: ’Alle Menschen sind vor Allah gleich, ungeachtet ihres Geschlechtes, ihrer Hautfarbe, Herkunft, sozialen Status oder Bildung. Das einzige wodurch die Menschen sich vor Allah unterscheiden ist die Gottesehrfurcht (Taqwa).’, sollte der Berliner Gemeinschaft die Hölle abgeschafft haben und das für die muslimische Tochter geltende Heiratsverbot mit einem Nichtmuslim gleich mit oder ist das alles eine Frage der Gottesfurcht? Ist Kopftuchpflicht und Wali Mudschbir auch Taqwa (13), (14)?

Prof. Dr. Werner Schiffauer von der Uni Viadrina verteidigt den obszönen Hidschab (heilige islamische Sexualpolitik), der Ethnologe WILL das Kopftuch an JEDER deutschen Schule durchsetzen: ‘[Das Kopftuch] Es ist Ausdruck einer religiösen Grundüberzeugung und ein individualistischer Wert. Man kann mit dieser Sichtweise auch eine Konfliktlinie aus der Debatte herausnehmen. Das Kopftuch wird entdramatisiert. Wir müssen mehr Gelassenheit üben … Dies würde den Konflikt entschärfen.’ Ob das Kopftuch von seltsamen Zeitgenossen nicht irgendwie mit Zwang assoziiert wird? Schiffauer: ‘Möglich. Trotzdem würde ich gerne wegkommen von dieser aufgeladenen Debatte (15).’

Herr Giyasettin Sayan (PdS). Der Diplom-Betriebswirt (FH) und migrationspolitische Sprecher wechselte von der Partei DER GRÜNEN her zu DEN LINKEN. Leidvoll erfahren ist der im osttürkischen Hasköy (kurdisch: Dêrxas) geborene Politiker, was die Jahrtausende alte patriarchale Macht und Bewegungslosigkeit der kurdischen Stämme und Clans betrifft, die sich in Berlin eine parallele Welt aufgebaut haben. Sayan setzt sich für mehr Frauenrechte ein. Der erwähnte Kulturrelativist Dr. Werner Schiffauer („Für eine kluge Politik der Differenz
“) streitet ab, dass jemals vormoderne, gar islamisch veredelte vormoderne Stammeskultur in die deutsche Hauptstadt eingewandert sei. Insofern ist der multikulturelle (schariafreundliche) Ethnologe Gegenspieler des Orientkenners und kurdischstämmigen Politikers.

Werner Schiffauer ist nach 2005 folgerichtig weiter geschritten, hat 2008 und 2009 die für uns extremistische, für ihn „nach-islamistische“ Milli Görüş mit dem Glanzlack der Demokratiefähigkeit überpinselt und feiert bereits jetzt die Buchwerdung dieses „differenzierten“ Ergebnisses als »Nach dem Islamismus: Eine Ethnographie der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs« (demnächst bei Suhrkamp für Euro 16,80). Das noch nicht erschienene Buch wird von Cornelia Spohn angepriesen.

Spohn ist diplomierte Pädagogin und Supervisorin (DGSv), lehrte mehrere Jahre lang im türkischen Istanbul und leitet seit 1998 den Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e.V.). Gemeinsam mit Marieluise Beck, Ursula Boos-Nünning, Havva Engin, Barbara John, Yasemin Karakaşoğlu, Coletta Manemann, Birgit Rommelspacher, Claudia Roth, Rosi Wolf-Almanasreh de C. Esteves und anderen, insgesamt 72 Frauen (zweiundsiebzig Paradiesjungfrauen?) unterzeichnete auch Cornelia Spohn am 01.12.2003 das unter dem Motto »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“ stehende Maifest »Aufruf wider eine Lex Kopftuch«. Die Verteidigerinnen des die Menschheit in gereinigt und besudelt zerlegenden Textilsignals namens al-ḥiǧāb appellieren etwas trickreich „an Politik und Gesellschaft, die Gleichstellung von muslimischen Mädchen und Frauen nicht am Nein zum Kopftuch fest zu machen (16), (17).“

Sayan versucht, gemeinsam mit dem Imam der einzigen kurdischen Moschee Berlins die archaischen Großfamilien zu einer geringeren Form der Frauenunterdrückung zu überreden. Ob ein der Scharia verpflichteter Geistlicher dabei der richtige ist? Jedenfalls genießt der islamkorrekt flunkernde Imam (Abdurrahman Tarhan: ‘Im Islam hat die Frau in der Theorie und im Prinzip gleiche Rechte wie der Mann’) bei Berlins ungefähr 45.000 Kurden hohe Autorität. Interessanterweise heißt sein Berliner Sakralgebäude Selahaddin-Eyyubi-Moschee, nennt sich also nach Ṣalāḥ ad-Dīn Yūsuf bin Aiyūb deutsch Saladin. Der hochmittelalterliche islamische Herrscher kurdischer Abkunft ließ den ärmeren Teil der Christen Jerusalems im Oktober 1187 in Ketten legen und versklaven, nachdem er drei Monate eher alle Ordensritter (bis auf einen, sehr noble Geste) umbringen ließ und die Soldaten dem islamrechtlich einwandfreien Sklavenmarkt zuführte.

Nicht weniger interessant ist, dass heute und im selben Berliner Haus ein gewisser Cem Özdemir wohnt, der seit vielen Jahren über die grundrechtsgefährdende Kopftuchproblematik Witze reißt (’Kopftuch? Ich persönlich trage keins’) und das seit Jahrzehnten verbotene Schülerinnenkopftuch in der Türkei wiedereinführen will. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, der 2009 die Solar-Dachanlage des ehedem der Milli-Görüş nahe stehenden Islamischen Forums Penzberg (um Benjamin Idriz; ECFR-Briefwechsel und Kopftuchkult, finanziert vom Herrscher von Schardscha; strebt den Aufbau eines gewaltiges Europa-Islamzentrums an) sagt keine Silbe gegen die Scharia, ist aber türkischer Schwabe, kein Kurde. Nun gilt just dieser „Ort der Niederwerfung“ (al-masǧid, Moschee) dem Verfassungsschutz als der PKK nahe stehend, ein Verdacht, dem auch ein großes Öcalan-Bild an der Wand keinen besonders überzeugenden Abbruch tut. Einstweilen wird der künftige islamische Frieden Berlins also durch ethnische Spannungen getrübt, umso mächtiger dürfte das Prinzip »al-islām huwa l-hall« wirken, der Islam ist die Lösung. Sayan äußerte sich für das Recht einer Zeitung, die dänischen Mohammedkarikaturen abzudrucken (18). Chic wohnen im Kiez der einstigen linken und internationalen Hausbesetzerszene, heute verdrängt der ökogrün-alternative Özdemir seine kalifatsgrün-alternativen Nachbarn (19). Irgendwie kriselt die Integration doch.

Abubakr Jammeh II. Herr Jammeh könnte etwas mit Gambias Staatspräsidenten Yahya Jammeh
zu tun haben oder vielleicht mit Abubakr Jammeh aus dem westafrikanischen Gambia, der sich auch Bubacar Jammeh nennt, Ehemann von Suraya Jammeh, die, als sie noch kein Kopftuch trug, Nicola hieß. Gambias Bevölkerung ist zu 90 % muslimisch,9 % christlich, 1 % stammesreligiös. Die Berliner Eheleute Jammeh betreiben die, sofern islamismus- und schariakritisch, wahrscheinlich sehr löblichen Hilfswerke ‘Bildungsoffensive Kiezkinder’ (es gehe um Lernen lernen und Gemeinschaftslernen), ‘Keine Angst vor dem schwarzen Mann’ (antirassistisch, Musikseminare in Schulen), ‘Help the poor and the needy’ (Gambiahilfe). Suraya Jammeh ist Mitautorin von ‘Orient meets Occident: Ein Versuch der Verständigung’ (2008). Seit wann liegt das westafrikanische Gambia im Orient? Der Rest klingt Vertrauen erweckend, nur Surayas extremes Kopftuch duftet weniger nach afrikanischer Lebenskunst als nach Allahs Tugend-Imperium (20).

Im Vereinsnamen wurde der Partikel al-māʿūn gestrichen, er stammt aus Sure 107:7 und bedeutet Wohltat, Hilfeleistung (21). Sure 107:1-7 warnt vor der Frömmelei, vor dem Beten aus Eitelkeit oder Kalkül, denn um nichts anderes als nur um der Liebe Allahgottes willen darf gebetet und gespendet werden, um nicht zu jenen falschen Muslimen zu zählen, die nach mittelalterlicher Auffassung auf ewig in der tiefsten Hölle braten. So sinnierte jemand glaubensbewegt und ethisch einigermaßen überzeugend, warb für eine Lebensführung der lauteren Absichten, des wechselseitigen Mitgefühls und der Reinheit der Herzen gemäß Sure 107. Leider war es Sayyid Quṭb, der Theoretiker der Muslimbrüder (22).

Hans-Christan Ströbele (MdB) will Polizisten Turbane und Polizistinnen Kopftücher tragen lassen. Der GRÜNEN-Politiker will einen islamischen Feiertag staatlich einführen, eine Umfrage auf WELT-online (mehr als 12.500 abgegebene Stimmen) bewerten seine Migrationspolitik allerdings mit der Schulnote sechs sprich als katastrophal gescheitert (79 %) oder fünf sprich miserabel (11 %). Anlässlich der in Jyllands Posten zivilcouragiert abgedruckten Mohammed-Karikaturen warnte der dschihadverträgliche Friedensfreund vor dem Abdruck, insofern Gegner des erwähnten kurdischstämmigen Ex-GRÜNEN Giyasettin Sayan (23), (24).

Mustafa Yoldas. Der in der Türkei geborene Hamburger Arzt (Allgemeinmediziner) und Vorstand der Schura Hamburg lügt (kitman) uns ins Gesicht, indem er den islamrechtlich legitimen Apostatenmord und den nötigenden Heiratsvormund (arab. wali mudschbir, türk. mücbir veli) verschweigt: ‘Der Islam toleriert in keiner Weise Gewalt, die Menschen anderen Menschen zufügen. Das gilt auch für Zwangsverheiratungen.’ Theokratisch betrachtet richtig, der iranische oder saudi-arabische Henker fügt nicht zu, er führt nur aus, Allah fügt es (zu). Und die islamische Zwangsverheiratung der jungfräulichen Tochter durch ihren Wali Mudschbir ist eben kein Zwang, sondern Gottesdienst. Schura (aš-šūrā)bedeutet Beratung oder Ratsversammlung, allerdings im Sinne der „gerechten“ Weise islamischen Regierens sprich im Sinne der Scharia. Dieser Jahre scheint das allahkratische Schura-Konzept zunehmend mit dem UN-Konzept des Good Governance zu verschmelzen. Noch ein Brüller von Komiker Yoldas: ‘Es gibt Familien, die leben noch im Patriarchat. Sie glauben, dass Frauen der Besitz von Mann und Bruder sind, dadurch werden Frauen Opfer von deren Unterdrückung. Das hat der Islam aber längst abgeschafft. Frauen sind im Islam mündig und können über ihr Leben selbst entscheiden.’ Wenn es nicht so ernst wäre … als Pausenclown akzeptabel (25).

Ferid Haider, las unter dem Titel ‘Quran verstehen – Arbeit mit dem heiligen Buch’, Ferid Haider gehört zum Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB) und propagierte am 11. März 2008 öffentlich (ZDF frontal21) die radikale Geschlechtersegregation: Jungen und Mädchen sollen islamisch, das heißt geschlechtergetrennt aufwachsen. Auch will der Prediger das islamische Gebet in Deutschlands staatlichen Schulen durchsetzen, zu muslimisierende Kinder bereits im Grundschulalter sollen im Ramadan fasten. Das IZDB vertreibt trotz öffentlicher Kritik nach wie vor die Schriften von Sayyid Abu l-A’la al-Maududi. Das IZDB fand 2007 Erwähnung im Bericht des Verfassungsschutzes (26).

Dr. Irene Runge, Jüdischer Kulturverein. Runge ist eine von zwölf Autoren in »Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance« (Otto-Lembeck-Verlag, Frankfurt/Main 2009), zynischerweise punktgenau zum Jahrestag des New Yorker Terroranschlags herausgegeben vom Interkulturellen Rat, Herausgeber Jürgen Micksch. Micksch ist bei der verlässlichen Journalistin Gudrun Eussner genannt, die ein gesamteuropäisches Tummelfeld von professionellen Schariaverharmlosern ausleuchtet, da finden sich Roland Koch, die Allianz der Zivilisationen, der berüchtigte Avicenna-Preis und eben auch Dr. Micksch. Sehr geehrte Frau Runge, so besinnen Sie sich doch auf die universellen Menschenrechte und deutschen Bürgerrechte, die beide mit dem Islamischen Recht nicht zu machen sind. Zur Islamophobiemitverschwörerin und Mitautorin Runge bei Migration Online (27). Zu Micksch und Umfeld lese man, wie immer, wenn man etwas über den politischen Islam lernen will, bei Gudrun Eussner (28).

Nadia Abed (ehem. Leiterin der ISG Berlin), das ist ja vielleicht die auf einer englischen Seite genannte ‘Renate Nadja Abed, principal of Islamische Grundschule in Berlin’, dann wohl statt ISG besser IGS als Abkürzung für Islamische Grundschule, Islam Kolleg Berlin e. V.,
Boppstr. 4, 10967 Berlin. Der in Berlin (Drontheimer Str. 16) ansässige Deutschsprachige Muslim Kreis (DMK, genauer: DMK-Berlin) bemühte sich 2005, für den 15. Dezember eine Nadia Abed gemeinsam mit Abdulkadir Schabel einzuladen. Am gleichen Ort wirbt der DMK für einen Vortrag von Murad Wilfried Hofmann und verweist auf ein Papier aus dem Umfeld der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) zum Durchsetzen von getrenntgeschlechtlichem Schulsport. ‘Muslimische Kinder in der Schule. Informationen und Empfehlungen’ sei herausgegeben vom Hessischen Islamforum (darin sei Mitglied u. a. der IRH), bestellbar über die Darmstädter Groeben-Stiftung (Postanschrift) und den Interkulturellen Rat (e-mail) (29).

Fatima Grimm ist mit Aischa B. Lemu Herausgeberin von ‘Frau und Familienleben im Islam’, München 1999 bei: Islamisches Zentrum (München, IZM). Das IZM kann uns als das Epizentrum des deutschen Zweiges der Muslimbruderschaft gelten.

Die Sympathisanten der antidemokratischen Muslimbruderschaft weisen Deutschland »Wege zum Miteinander«, und mittendrin preist eine Professorin die Schönheiten des Kinderverheiratens. Durch die 2005 in Berlin sichtbar gewordenen Querverbindungen ins Umfeld der Muslimbruderschaft ist die immense Gefahr, die von dem Verharmlosen der arrangierten Ehe (ziemlich genau: Zwangsehe) ausgeht, wie es von Migrationspädagogin Ursula Boos-Nünning und ihrer Schülerin Prof. Gaby Straßburger betrieben wird, ein wenig deutlicher geworden.

Jacques Auvergne

(1) »Weltsprache Beten«, interreligiöse Podiumsdiskussion mit Said Boutizla (Muslim), Ragni Chandhok (Hinduistin), Esther Ellrodt-Freiman (Jüdin), Oliver Karkosch (Christ) am 12.11.2009, 19:30 Uhr in Frankfurt am Main

http://www.hausamdom.bistumlimburg.de/index.php?_1=238321&_0=1&sid=6b595508bbf6b6b4aa477510033d8d08

(2) Dr. Khaled M. Hanafy (MA), Assistenzprofessor für Grundlagen des islamischen Rechts (des Fiqh) an der al-Azhar „Universität“ in Kairo, Ägypten, seit 2008 Vorsitzender des Rates für Imame und Gelehrte in Deutschland (RIGD)

http://www.igd-online.de/pageID_8301988.html

(3) Hallelujah ! Katholisch-tolerant verlinkt man aus Bonn am Rhein („Justitia et Pax – weltweit ein Erkennungszeichen für Gerechtigkeit und Frieden“) die Frankfurter Adresse Eichenstraße 41 sprich FIOE, MSV, Islamisches Zentrum (pdf)

http://www.justitia-et-pax.de/de/shop/img/arb_77.pdf

(4) al-Nur-Moschee, Berlin

http://www.al-nur-moschee.de/

(5) RIGD bei IGD

http://www.igd-online.de/pageID_7227977.html

(6) Zu Gaza 2008 / 2009

http://www.lizaswelt.net/2008_12_01_archive.html

(7) Berlin: Güner Y. Balci über die al-Nur-Moschee

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ED23E8E542A0B468B9D1C9C4BAA7280C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(8) Das Hollenfeuer vermeiden. Lustige Kinderfrisuren, gebändigt vom Berliner Sittenwächter

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,grossbild-153159-334978,00.html

(9) Lichtmangel? Hallo Jugend, hier entlang zum Licht

http://www.lichtjugend.de/schulseminar.html

(10) Vielleicht Jugend, vielleicht hinters Licht geführt

http://www.lichtjugend.de/impressum.html

(11) Die KJG („enjoy the difference“) will mehr multireligiösen Dialog. Warum nicht mit den Muslimbrudergeschwistern? (pdf)

http://www.kjg.org/fileadmin/user_upload/infam/infam-2002-02.pdf

(12) »Projekt Dialogbereit« – Jugendschutz plus ein bisschen Islamismus

http://www.dialogbereit.de/

(13) Sigrid Klaus-Salama

http://www.nirwana-events.de/geist/geist.html

(14) DMK-Berlin

http://www.dmk-berlin.de/

(15) Himmel gib uns mehr Kopftücher! Der xenophile Ethnologe Werner Schiffauer orakelt bei der taz: „In dieser Gesellschaft gibt es einen massiven Antiislamismus“

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2003/11/06/a0158

(16) Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Bei: DER SPIEGEL

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,276289,00.html

(17) Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Bei: Süddeutsche

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(18) Social Work in Berlin-Kreuzberg mit Kurden, Allah & PKK

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0421/seite3/0005/index.html

(19) Özdemir und der unerbetene Betplatz

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kreuzberg-Moschee-Streit-Cem-Oezdemir%3Bart270,2623478

(20) Muslim-Markt interviewt Suraya Jammeh, Vorstandsvorsitzende des Vereins Help the poor and the needy

http://www.muslim-markt.de/interview/2008/jammeh.htm

(21) al-māʿūn, Sure 107

http://en.wikipedia.org/wiki/Al-Ma%27un

(22) Sayyid Quṭb wirbt für eine Lebensführung der lauteren Absichten, des wechselseitigen Mitgefühls und der Reinheit der Herzen: Allah wishes human life to be elevated, happy, based on pure motives and characterized by mutual compassion, brotherhood and purity of hearts and behaviour

http://fesabilillah.wordpress.com/2007/09/22/surah-al-maun-small-kindness-brief-tafsir/

(23) Ströbele fordert gesetzlichen islamischen Feiertag

http://www.welt.de/politik/article4840623/Stroebele-will-muslimischen-Festtag-als-Feiertag.html

(24) Ströbele gegen Mohammed-Karikaturen

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398865,00.html

(25) Der fromme Spaßvogel. Mustafa Yoldas

http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080528/hamburg/panorama/hamburgs_muslimen_sprecher_mustafa_yoldas.html

(26) IZDB

http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/07/islam-prediger/gibt-lehrern-nachhilfe.html

(27) Runge bei Migration Online

http://www.migration-online.de/beitrag._aWQ9Njg2OQ_.html

(28) Micksch bei Gudrun Eussner

http://www.eussner.net/artikel_2009-04-18_20-29-04.html

(29) Nadia Abed bei DMK-Berlin (pdf)

http://www.dmk-berlin.de/download/gemeindeblatt/GBNovember05.PDF

Universelle Menschenrechte statt arrangierter Ehe

Oktober 11, 2009 von schariagegner

الأسرة

al-usra

Familie

Die Verharmlosung der arrangierten Ehe

Analyse zweier Redetexte, die durch Professorin Straßburger in den Jahren 2002 beziehungsweise 2005 verfasst wurden. Von Roswitha Wilwerscheid und Karsten Hilchenbach

Gaby Straßburger (* 1963) studierte in Bamberg, Ankara und Amman und legte im Jahr des Mauerfalls 1989 die Prüfung als Diplom-Sozialpädagogin ab. Sieben Jahre später erfolgte ihre Diplomprüfung als Orientalistin. 2002 promovierte sie am Osnabrücker Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien („summa cum laude“). Anschließend war Straßburger als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Essen, wo sie für die unter Federführung von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning entstehenden Studie „Lebenssituation ausländischer Mädchen und junger Frauen sowie der jungen Aussiedlerinnen“ tätig war. Gegen 27 Mitbewerberinnen habe Straßburger sich im Wettbewerb um den Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien durchgesetzt, der unter anderem bereits an die Schariafreundin und Islamverharmloserin Yasemin Karakaşoğlu-Aydın für ihre Dissertation über religiöse Orientierung und Erziehungsvorstellungen verliehen worden war.

Zwei Texte liegen der kritischen Betrachtung zugrunde.

Zum einen ist es die Rede »Heiraten – Ein Prüfstein für Integration?«, die Straßburger am 14.05.2002 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses bei Entgegennahme eines Preises hielt, der ihr für die Dissertation »Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungsland: Eheschließungen der zweiten Migrantengeneration« zuerkannt wurde. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis war ist Helmut und Marianne Hartmann gestiftet worden und wird gemeinsam getragen von der Universität und Stadt Augsburg sowie vom Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FILL).

Zum anderen kommentieren wir die Argumentationsmuster aus »Arrangierte Ehen sind keine Zwangsehen!« (08.02.2005), Straßburgers Beitrag zu einem Sachverständigengespräch, den der Landtag von Nordrhein-Westfalen zum Thema Zwangsheirat abhielt (15.02.2005).

Heiraten [ist] nicht nur für die meisten türkischen Migrantinnen und Migranten ein sehr zentrales Thema, sondern [es wird] auch in der deutschen Öffentlichkeit ziemlich oft darüber gesprochen, wie die hier lebenden Türken und Türkinnen heiraten. Das heißt, eigentlich wird nicht einfach darüber gesprochen, sondern man regt sich darüber auf, weil sie in den Augen Vieler nicht so heiraten, wie „man“ es von jungen Leuten erwartet, die in Deutschland aufgewachsenen sind. Die Kritik richtet sich meist auf die folgenden drei Punkte: 1. dass es nur relativ wenig Ehen mit Deutschen gibt, 2. dass viele Ehepartner aus der Türkei geholt werden und 3. dass viele Ehen arrangiert sind.

Als mir bewusst wurde, wie oft und vor allem wie negativ darüber gesprochen wird, war mir klar, dass das Heiratsverhalten türkischer Migrantinnen und Migranten keineswegs ein privates Thema ist, das die Öffentlichkeit nicht interessiert.

H.: Das Private ist politisch. Diesen Slogan müssten Sie als dem Umfeld der Achtundsechziger entsprossene Multikulturalistin doch eigentlich kennen.

Vielmehr zeigt die Kritik an vermeintlich unangemessenen Eheschließungen, dass das Heiratsverhalten zum Prüfstein gelungener Integration gemacht wird. Und je genauer man darüber nachdenkt, um so stärker merkt man, dass hinter der Kritik ein ganz bestimmtes Verständnis von Integration steht. Es ist ein Integrationsverständnis, das auf der Erwartung basiert, dass sich Migranten möglichst schnell und vollkommen an das anpassen, was man als deutsche Kultur definiert und dass sie Verhaltenweisen, die man als fremde Kultur interpretiert, möglichst schnell ablegen.

H.: Das ist eine unverschämte Unterstellung. Uns geht es lediglich darum, die Freiheitsrechte und Grundrechte für jeden zugänglich zu machen, auch für die Importbräute oder die Töchter fundamentalistisch-islamisch geprägter Familien.

Integration heißt nicht, Verhaltensweisen, die man in der eigenen Herkunftsgruppe erlernt hat, abzulegen und sich einseitig daran zu orientieren, was unter Deutschen üblich sind.

H.: Hier gilt das Grundgesetz, türkische Muslime stehen da nicht unter Naturschutz.

Integration heißt, eine Verbindung zu schaffen zwischen unterschiedlichen Verhaltensweisen, indem man sie ineinander integriert und sich jeweils so zu verhalten weiß, wie es in einer Situation am sinnvollsten und passendsten ist.

W.: Gewalt ist niemals privat. Das Grundgesetz endet eben gerade nicht vor der Haustür. Wie der STERN (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 berichtet, sind in Deutschland 44,5 Prozent der türkischen Migrantenkinder durch in den Familien erlittene Misshandlungen und schwere Züchtigungen traumatisiert. (1). Auch Europas immigrierte Frauen sind einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Die Bundesregierung (2004) stellt dazu in einer 2004 veröffentlichten Studie fest: „Demnach hat jede dritte bis vierte türkische Migrantin und jede fünfte bis sechste osteuropäische Migrantin in ihrer aktuellen Paarbeziehung körperliche oder sexuelle Übergriffe erlebt. Aufgrund der zu vermutenden hohen Dunkelfelder handelt es sich hier um Mindestwerte. Wir werden weiter unten noch sehen, dass die von uns befragten Migrantinnen nicht nur häufiger körperliche und sexuelle Gewalt erlebt haben, sondern dass es sich dabei auch um schwerere und häufiger auftretende Formen von Gewalt gehandelt hat (2)“.

H.: Soll der Neonazi seine fraglos „unterschiedliche“ Verhaltensweise situativ entscheiden, um dem Straßburgerschen Bild von Integration zu entsprechen? Selbstverständlich nicht, es gibt allgemein gültige, zu gewährleistende Grenzen, die das friedliche Zusammenleben ermöglichen und dabei die Menschenrechte gewährleisten.

W.: Noch etwas zur situativen Anpassung. Ich habe es nicht gerne, jetzt angelächelt und kurz darauf, wenn ich außer Hörweite bin, hinterrücks verspottet zu werden. Der Aufruf zum situationsbedingten „besonderen“ Verhalten lädt zur Unaufrichtigkeit ein und wird letztlich ein Klima des Misstrauens, der Unzuverlässigkeit und der Doppelzüngigkeit funktional werden lassen.

H.: Frei nach Ulrich Wickert: Der Ehrliche ist der Dumme.

W.: Die Zeugenaussage in einem Gerichtsverfahren muss wahrheitsgemäß sein. Der Zeuge hat sich dem Gesetz gegenüber loyal zu verhalten, nicht dem archaischen Stamm. So muss sich beispielsweise ein Dr. Wolfgang Schäuble darauf verlassen können, dass der KRM (Koordinierungsrat der Muslime) zu seiner Integrationsbereitschaft und zur Verfassung steht, auch wenn der Innenminister nicht im Zimmer ist.

H.: Wir empfehlen Herrn Schäuble dringend, an der Aufrichtigkeit der deutschen Islamverbandsfunktionäre zu zweifeln.

So gibt es beispielsweise einen sehr einleuchtenden Grund dafür, dass viele Männer ihre Ehefrau nicht in Deutschland, sondern in der Türkei finden. Dieser Grund besteht ganz schlicht und einfach darin, dass es hier in Deutschland unter türkischen Migranten nur halb so viele ledige Frauen wie Männer gibt. Auf 100 unverheiratete türkische Männer entfallen nur 48 unverheiratete türkische Frauen. Angesichts dieser unausgeglichenen Verteilung haben türkische Männer schon rein statistisch gesehen allen Grund, sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei nach Ehefrauen umzusehen.

H.: Völlig straßburgerlogisch: Isch brauche Frau, isch gehe Türkei nach Frau gucke.

Wie allgemein bekannt, gehören zum Heiraten zwei. Somit ist auch danach zu fragen, inwieweit eigentlich Deutsche bereit sind, eine Türkin oder einen Türken zu heiraten.

Wenn manche Deutsche ebenso wie manche Türkinnen und Türken deutsch-türkischen Ehen eher skeptisch gegenüberstehen, so heißt das noch lange nicht, dass sie keine Freundschaften miteinander eingehen würden, dass sie sich nicht als Kollegen akzeptieren würden oder dass sie etwas dagegen hätten, wenn ihre Kinder miteinander zur Schule gehen. In diesen Lebensbereichen ist Integration weitgehend alltägliche Selbstverständlichkeit und wird allgemein bejaht.

H.: Wo lebt die Frau? Viele, sehr viele türkeistämmige Eltern in der Bundesrepublik verbieten ihren Kindern, mit urdeutschen Kindern zu spielen, Mädchen werden von der Klassenfahrt abgemeldet. Nahezu jeder Türkeistämmige wird wütend und bricht den Kontakt ab oder bedroht mich, wenn ich ihm sage, dass die Scharia gegen die universellen Menschenrechte und gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik verstößt.

W.: Statt dessen wird Erbakans Milli-Görüş-Doktrin von der gerechten und der nichtigen Weltordnung (adil düzen, batil düzen) ebenso bereitwillig akzeptiert wie der Kulturrassismus geheiligter Meidung gegenüber den Nichtmuslimen und ihrer Lebensweise. Unter Sunniten stehen Sayyid Abu l-Aala al-Maududi, Sayyid Qutb oder Yusuf al-Qaradawi hoch im Kurs. Die drei wollen die Segregation und die Zwangsverschleierung der Frau, die drei wollen nicht die Integration. Die im Islam völlig akzeptierte Polygamie erlaubt den Männern bis zu vier Ehefrauen. Kein Wunder, wenn einem die Heiratskandidatinnen in Deutschland ausgehen, zumal einige Frauen wieder in das Herkunftsland zurück arrangiert werden.

H.: Schwerpunktmäßig minderjährige, etwa fünfzehnjährige oder sechzehnjährige Schülerinnen sind das, deren Wohnsitz in Kleinasien arrangiert wird und die nach den alljährlichen Sommerferien nicht mehr im Klassenzimmer erscheinen, seit zwanzig Jahren ist das in Deutschlands Lehrerzimmern bekannt. Mit einem kurzen Telefonanruf wird das Mädchen abgemeldet, so läuft das.

Bei der Gründung einer Familie und bei der Erziehung von Kindern geht es immer auch um die Frage, welches Familien- und Erziehungsverständnis Vorrang haben wird bzw. wie man unterschiedliche Vorstellungen miteinander in Einklang bringen kann.

W.: Das ist doch nicht Ihr Ernst?

H.: Möglichst viel Scharia, möglichst wenig Säkularität, dann ist die Sache „in Einklang gebracht“.

W.: Jedes Kind eines muslimischen Vaters ist Muslim und gehört dem patrilokal denkenden und handelnden Bio-Clan. Darum dürfen Muslimas keinen Atheisten, Juden oder sonstigen Nichtmuslim ehelichen. Bei der Scheidung, die auch mal als Verstoßung „arrangiert“ wird, hat der Mann das Sorgerecht, die Kinder gehören dem Patri-Clan. Bei interreligiösen Mischehen kommt es nicht selten ganz folgerichtig zur „Kindesmitnahme“ sprich Entführung der Kinder.

Wobei dieses Problem nicht nur allein das Ehepaar betrifft. Es betrifft auch das Verhältnis zwischen den eigenen Eltern und dem Ehepartner bzw. der Ehepartnerin. Es betrifft darüber hinaus die Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln. Und es betrifft schließlich auch noch das Verhältnis der beiden Herkunftsfamilien zueinander.

[Noch zur Entgegennahme des Preises in Augsburg] Im Unterschied zu Integration in anderen Lebensbereichen ist also Integration im familiären Bereich etwas, was einen nicht nur selbst etwas angeht, sondern etwas, woraus sich weitreichende Konsequenzen für die gesamte Familie ergeben.

H.: In unserer türkischen Großfamilie passen wir alle aufeinander auf …

W.: … damit auch ja niemand aus der Reihe tanzt. Entschließt sich eine muslimisch sozialisierte Migrantin dazu‚ ‘wie eine Deutsche zu leben’, bereitet sie ihrem Clan Schande und gefährdet sowohl den Status ihrer Sippe als auch Allahs Weltordnung. Das endet nicht selten im Ehrenmord oder Selbstmord.

Der Schwerpunkt [dieser meiner Abhandlung an den NRW-Landtag] liegt auf Hinweisen zur dringend erforderlichen Unterscheidung zwischen arrangierten Eheschließungen und Zwangsheirat. … Arrangierte Ehen sind keine Zwangsehen. Arrangierte Eheanbahnungen folgen bestimmten Regeln. Das Einhalten dieser Regeln gewährleistet, dass Selbstbestimmung und Familienorientierung ausbalanciert werden, und verhindert, dass Druck auf die potentiellen HeiratskandidatInnen ausgeübt wird.

W.: Im orthodoxen Islam gibt es keine individuellen Freiheitsrechte. Du bist ein Nichts und nur dann zu respektieren, wenn du dich unterwirfst und deinem Stamm und der Umma (islamischen Weltgemeinschaft) dienst. Nur wenn die Tochter sich an diese tradierten Vorschriften hält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fremdbestimmung und Selbstbestimmung bei der Wahl des Ehepartners wenigstens die Waage halten gegeben. Das heißt, die jungen Mädchen haben bei einer so intimen, persönlichen und die Lebensqualität entscheidend beeinflussenden Entscheidung wie der Wahl ihres Sexual- und Lebenspartners lediglich ein Mitspracherecht, das nach Straßburgers Ausführungen zudem höchstens 50 % beträgt. Die ohnehin bestenfalls halbierte Freiheit kann die künftige Braut dementsprechend nur dann auskosten, wenn sie akzeptiert, dass der Clan sich das Recht anmaßt mitzubestimmen, mit welchem Partner die Heiratskandidatin Zärtlichkeiten austauscht, Kinder zeugt und Tag für Tag zusammenlebt. Fügt sie sich nicht, gilt sie als Rebellin (Naschiza), als Abtrünnige. Eine jede junge Frau weiß, dass sie sich diesen ‘Verhaltensvorschriften zur Anbahnung einer Ehe’ unterwerfen muss, um nicht Opfer physischer Gewalt, psychischer Drohung und Erpressung zu werden. Manche Frauen werden von Blutsverwandten im Namen der Ehre ermordet oder sehen keinen anderen Ausweg mehr als sich selbst umzubringen.

Das Ziel einer arrangierten Eheanbahnung besteht darin, Glück und Stabilität einer Ehe dadurch zu sichern, dass man gemeinsam in der Familie prüft, ob die Voraussetzungen für das Gelingen der Ehe günstig sind.

Die Anbahnung einer arrangierten Ehe basiert auf vier Vorstufen mit offenem Ausgang. Der Prozess kann an jeder Stelle abgebrochen werden bzw. wird nur dann fortgesetzt, wenn die potentiellen HeiratskandidatInnen Zustimmung signalisieren.

W.: Verwandtenehen, beispielsweise Cousinenehen, sind eine immer noch häufig praktizierte, sehr typische Form des ‘Ehearrangements’. Längst ist wissenschaftlich erwiesen und allgemein bekannt, dass bei solchen Beziehungen ein hohes Risiko für genetisch bedingte Behinderungen der Kinder besteht (3). Während das Risiko bei nicht-verwandten Paaren bei 1-3% für schwere Fehlbildungen und 3-5% für alle Fehlbildungen beträgt, liegt es beispielsweise bei einem einfachen Paar Cousin / Cousine 1. Grades doppelt so hoch. Die Neigung, Ehen zwischen Blutsverwandten zu ’stiften’ ist verantwortungslos und gefährdet in höchstem Maße das „Glück und Stabilität“ der Familie.

H.: Polizeilich und gerichtlich dokumentierte Fälle von familiärer Gewalt in orientalischen Einwandererfamilien („Familialismus“) belegen, dass zwei Sippen selbst dann ihre Töchter einander wechselseitig anverheiraten, wenn es in beiden Clans zu brutaler ehelicher Körperverletzung (durch den Ehemann an der Frau) gekommen ist. Wie Gaby Straßburger hier von ehelichem stabilem Glück reden kann ist wenig nachvollziehbar. Als Beispiel ist sind hier die beiden Familien des Mönchengladbacher Ehrenmords vom 09.03.2007 zu nennen, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalttaten gekommen war und man trotzdem immer wieder untereinander geheiratet hatte – „Die beiden Familien, die Erols und Rukiyes Hochzeit in der Türkei arrangierten, als beide noch Teenager waren, galten als verfeindet – trotz der Heirat (4), (5).“

Die ergebnisoffene Ausgestaltung der Eheanbahnung beruht auf dem Einhalten von Kommunikationsregeln, die Entscheidungsspielräume eröffnen.

Zwangsehen sind keine arrangierten Ehen, sondern Ehen bei denen familiäre Machtverhältnisse dazu genutzt werden, gegen die Regeln einer arrangierten Eheanbahnung eine Heirat zu erzwingen, die dem freien Willen widerspricht.

W.: Bei einer derartig begrenzten Freiheit des persönlichen Gestaltens, wie sie in den Milieus der arrangierten Ehe für die weiblichen Familienmitglieder gegeben ist, müssen sich diese Migrantinnen auch noch von „traditionsreichen“ Kommunikationsvorschriften und „Machtverhältnissen“ gängeln lassen. Jederzeit kann der ohnehin vormoderne und fundamentalistisch orientierte familiäre Konformitätsdruck in äußerste Brutalität kippen, darauf hat das Individuum keinen Einfluss. Das ist die große Freiheit der Gaby Straßburger.

Bei präventiven Maßnahmen [gegen die Zwangsheirat] ist darauf zu achten, dass sie nicht dem diskriminierenden Mainstreamdiskurs folgen, der arrangierte Ehen mit Zwangsehen gleichsetzt. Vielmehr sind arrangierte Ehen, deren Anbahnung nach den o.g. Regeln erfolgt, ausdrücklich als gleichwertige Form der Partnerwahl anzuerkennen.

W.: Dem widersprechen wir entschieden. Der bei Gaby Straßburger so genannte Mainstreamdiskurs ist alles andere als diskriminierend, sondern will die Allgemeingültigkeit von Menschenrechten und Bürgerrechten gewährleisten. Die Europäische Menschenrechtskonvention (Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten EMRK, Rom 1950, in Kraft seit 1953) verankert das Recht auf die freie Wahl des Ehepartners. Seit 1984 (7. Zusatzprotokoll) fordert die EMRK gleiche Rechte und Pflichten für die Ehegatten. Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (New York 1948) weist darauf hin, dass „Eine Ehe nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden“ darf. Das ist bei einem „Ausbalancieren“ von Selbstbestimmung und Familienorientierung, welches jede arrangierte Ehe kennzeichnet, verstößt unbedingt gegen das Menschenrecht auf freie Wahl des Ehepartners.

Der Schwerpunkt meiner Ausführungen liegt auf der Erläuterung, mittels welcher Regeln bei arrangierten Eheanbahnungen Selbstbestimmung und Familienorientierung so ausbalanciert werden, dass kein Druck auf die potentiellen HeiratskandidatInnen entsteht.

W.: Wenn ich als Tochter das „Arrangement“ verweigere, wird jede Begegnung mit einem Angehörigen des anderen und des eigenen Clans zum Spießrutenlaufen. Man ist dazu verurteilt, einander überall, jederzeit und lebenslang immer wieder zu begegnen, bei Familienfeiern, im Supermarkt, beim Arzt, in der Moschee.

H.: Stamm ist Kerker. Lebenslang, lebenslänglich. Egal ob Sohn oder Tochter, wer an der Lebenserfahrung, Urteilskraft und Gutartigkeit seiner Eltern oder Großeltern zweifelt, verstößt gleichermaßen gegen die Familienregeln und die Religion. Den Ausstieg aus diesem familiären Gefängnis zu schaffen ist nahezu unmöglich.

Die Wege in die Ehe sind variantenreich und dennoch nicht beliebig. Soziale und kulturelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Von ihnen hängt ab, welche Wege in einer Gesellschaft und ihren verschiedenen Milieus jeweils als wünschenswert und normal gelten.

H.: In Mauretanien gilt die Sklaverei als normal, in Teheran oder Riad das Töten des Gotteslästerers und bei den Muslimen Indonesiens und irakisch Kurdistans die Genitalverstümmelung der schafiitischen Rechtsschule. Die ledigen Frauen und übrigens auch die zu verheiratenden jungen Männer dürfen nicht autonom bestimmen, den schlussendlich „erfolgreich“ verheirateten Individuen hat eine klare Aussage zu keinem Zeitpunkt zugestanden. Die Deutungshoheit über die orakelgleich zu lesenden Zeichen haben die Mächtigen des Stammes, das wird immer wieder einmal die Brautmutter sein.

W.: Kaffeesatzlesen ist eine alte türkische Spezialität.

Die Ausführungen basieren auf meiner Studie zu „Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungskontext“, die sich mit Eheschließungen von Migrantinnen und Migranten türkischer Herkunft befasst. Sie erschien 2003 im ergon-Verlag, Würzburg. Im Mittelpunkt dieser quantitativ und qualitativ angelegten Studie, die Perspektiven der Familien und Migrationsforschung verknüpft, stehen Heiratsoptionen und Partnerwahlmodi. Im qualitativen Teil wird mittels eines biographisch-hermeneutischen Untersuchungsansatzes die innere Logik der Partnerwahlprozesse rekonstruiert, basierend auf Interviews mit 14 verheirateten Frauen und Männern zu ihrer Partnerwahl und Beziehungsgeschichte. Die Interviewten sind in Deutschland aufgewachsen und leben in einer Stadt mit 70.000 Einwohnern. Ihre Eltern stammen aus der Türkei.

W.: Wie bitte, eine quantitative Studie mit 14 (vierzehn!) Befragten? Das soll wohl ein Scherz sein.

Bei der selbst organisierten Partnerwahl geht man im Regelfall davon aus, dass sich der Gedanke an eine mögliche Heirat während einer Paarbeziehung entwickelt. Die Heirat basiert auf einem intensiven Prozess der Annäherung beider Partner, die im Lauf einer vorehelichen Beziehung feststellen, so gut zueinander zu passen, dass sie heiraten können. Hingegen ist bei arrangierten Ehen der Gedanke an eine mögliche Heirat bereits Ausgangspunkt der Beziehungsaufnahme. Die arrangierte Begegnung der Partner basiert auf der Absicht, einander möglicherweise zu heiraten. Im weiteren Verlauf der Annäherung geht es bei der arrangierten Eheschließung folglich in erster Linie darum, herauszufinden, ob irgend etwas gegen eine Heirat spricht.

H.: Der Clan braucht Nachwuchs, Ayaan Hirsi Ali spricht treffend von der gezwungen beziehungsweise arrangiert zu verehelichenden Frau als zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik.

W.: Andere, außereheliche Beziehungen sind dem angeblich freiwilligen jungfräulich lebenden Wesen verboten.

H.: Der junge Mann hingegen darf, soll sogar Sex haben, dazu gibt es die islamische Kaste der ehrlosen Frauen, der Prostituierten oder Dhimmifrauen.

Bei arrangierten Ehen basiert der Entschluss zu heiraten darauf, dass die Familie gemeinsam zu dem Ergebnis kommt, dass die Basis für eine glückliche und stabile Ehe vorhanden ist. Dazu gehört neben dem Einverständnis der HeiratskandidatInnen auch die insgesamt positive Bewertung ihres Charakters und ihrer sozialen, familiären und beruflichen Lebensumstände. Man versucht, das Gelingen der Ehe dadurch zu sichern, dass man vor der Heirat im Familienverband abwägt, ob die Rahmenbedingungen so positiv sind, dass sich nach Abklingen des vergänglichen Verliebtseins eine stabile Paarbeziehung entwickeln kann.

W.: Nicht du entscheidest, ob die Verbindung erfolgversprechend ist, sondern dein Stamm. Mein Kind, wir denken für dich.

Während man also bei selbst organisierten Eheschließungen vor der Heirat ausprobiert, ob die Paarbeziehung funktioniert, geht es bei der arrangierten Partnerwahl darum herauszufinden, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen, dass die Ehe funktionieren kann.

H.: Die Tochter muss unbenutzt in die Ehe gehen, der muslimische Clan verbietet ihr den vorehelichen Sex und Frau Straßburger unterstützt ihn dabei „wissenschaftlich“.

Die vergleichende Analyse der Eheschließungen mehrerer InterviewpartnerInnen türkischer Herkunft zeigt, dass arrangierte und selbst organisierte Eheschließungen ineinander übergehen. Sie sind nicht trennscharf zu unterscheiden, sondern weisen zahlreiche Überschneidungen auf.

H.: Das ist eine bewusste Irreführung, es gibt in der Tat fließende Übergänge, nämlich innerhalb der arrangierten Ehe und dabei zwischen einer Eheanbahnung mit viel Zwang und einer Eheanbahnung mit nur ein ganz klein wenig Zwang.

Die Anbahnung einer arrangierten Ehe beruht auf vier Vorstufen, deren Länge und Ausgestaltung variabel ist und an denen jeweils verschiedene Akteure schwerpunktmäßig beteiligt sind. Die Seite der Frau und die Seite des Mannes erfüllen meist komplementäre Rollen.

H.: Maschinenhaft. Zuchtprogramm.

Die arrangierte Partnerwahl beginnt auf der Seite des Mannes mit der Suche nach einer potentiellen Partnerin.

H.: Single darf der Mann aus Allahs Sicht nämlich nicht bleiben, der Koran fordert unmissverständlich auf: „Verheiratet die Ledigen!“ (Koran 24:32). Und eine schwule Partnerschaft sieht weder der kurdisch-jesidische Ehrkodex noch die Pflichtenlehre der Scharia vor. Der Mann wird also von seiner Familie auf den Frauenfang geschickt.

Hierfür werden bestehende Netzwerkbeziehungen aktiviert, wobei man damit rechnen muss, dass viele Anfragen im Vorfeld negativ beschieden werden. Während Familienangehörige, Verwandte und Bekannte eines Mannes aktiv nach einer Partnerin suchen, …

W.: … der Kerl schafft das nicht alleine …

… nimmt die Seite einer Frau eine reagierende Haltung ein.

H.: Das hat Allah so vorgesehen. Mann agiert, Frau reagiert.

Sie antwortet lediglich auf mehr oder weniger direkte Anfragen, die an sie gestellt werden, um herauszufinden, ob ein weiteres Engagement Aussicht auf Erfolg hätte.

H.: Deutschlands Städte in wenigen Jahrzehnten: Hunderttausende von keuschen türkischen Töchtern, die, von ihren Brüdern und Tanten bewacht werden und etwaigen heiratslüsternen Jünglingen „mehr oder weniger indirekt“ antworten. Wollen wir so leben?

In dieser Phase besteht eine wichtige Aufgabe der Eltern einer jungen Frau darin, Anfragen, die als irrelevant erachtet werden, von Vornherein abzulehnen.

H.: Eltern schützen ihre Töchter vor Krankheiten, Tigern und Brautwerbern. Bewährt hat es sich dabei, die Tochter in einen Stoffkäfig zu sperren, im islamischen Recht heißt er Hidschab.

W.: Selbst bei ausgewogenstem Verhältnis von Fremd- und Selbstbestimmung (Straßburger) bleibt eine Gruppe von Brautwerbern der Tochter unbekannt. Sollten heiratsfähige Kinder eigenständige Wege der Kontaktaufnahme gegangen sein, werden sie sich ihre Zuneigung oder Liebe wohl niemals explizit gestehen können. Falls der junge Mann in diesem – gemeinsamen – Sinne initiativ wird, können die Brauteltern seine Pläne zunichte machen, ohne dass die Tochter die ganze Wahrheit erfährt.

Falls sie sich nicht schon in anderen Zusammenhängen begegnet sind, erhalten sie nun einen ersten Eindruck voneinander und entscheiden auf dieser Basis, ob sie eine weitere Annäherung wünschen oder nicht.

H.: Mamas vorwurfsvoller Blick und Tantchens Tritt unter dem Tisch mögen Töchterchen motivieren, mit dem Jüngling noch etwas intensiver zu plaudern. Mama hatte gestern schließlich bereits Herzschmerz, griff sich an die Brust und sagte: „O Tochter, ich bin so besorgt um dich, morgen kommt Besuch!“

W.: „Mütter drohen heiratsunwilligen Töchtern mit Selbstmord“, Anna Reimann 2007 (6).

Hauptakteure sind zudem nicht die potentiellen HeiratskandidatInnen, sondern ihre Eltern.

W.: Postmodernistin Straßburger wird nicht einmal rot! Selbstverständlich haben die jungen Ledigen nur eine Nebenrolle, der Heiratsvertrag der islamischen Ehe ist ein Handelsgeschäft zwischen zwei Familien. Das ist für uns als Profis aus Sozialarbeit oder Pädagogik inakzeptabel.

… in der Zeit, die nun folgt, liegen die entscheidenden Aktivitäten auf der Seite der Frau. Während die Seite des Mannes ihre Brautwerbung fortsetzt und sich und den Heiratskandidaten im besten Licht präsentiert, versucht die Seite der Frau Zeit zu gewinnen und die Entscheidung durch geschicktes Taktieren hinaus zu zögern.

W.: Den Preis nach oben treiben!

Die Haushaltsmitglieder handeln dabei stellvertretend im Interesse der jungen Frau und erhöhen durch Abwägen der Gründe, die für oder gegen die Ehe sprechen, die Chance, dass die Heirat schließlich zu einer glücklichen und stabilen Ehe führt.

H.: Stellvertretend für die junge Frau, das ist korrekt, handelt der Wali, der Heiratsvormund, sofern die Frau noch Jungfrau ist sprich noch niemals verehelicht worden war. Dann ist er Wali Mudschbir, Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang.

Bei solchen Begegnungen werden u.a. Vorstellungen von der Beziehungsgestaltung besprochen (z.B. künftige Berufstätigkeit der Frau, Gründung eines eigenen Haushaltes und einer Familie, gemeinsame oder getrennte Freizeitaktivitäten etc.).

W.: Richtig, das ist zwischen den Sippen oder Stämmen zu klären: Soll die Braut das Haus verlassen dürfen, etwa, um in einem unsittlichen europäischen Großraumbüro arbeiten zu gehen?

Auch in der Verhandlungsphase kann ein Ehearrangement scheitern, wenn man sich nicht einig wird, welchen finanziellen Beitrag die Familien jeweils zu Aussteuer, Hochzeitsfeier oder Hausstandsgründung leisten.

H.: Nun geht`s ans Verschachern der Braut. Frauen einschließlich Morgengabe und Hochzeitsfest sind sündhaft teuer.

Deutlich wird dies am Beispiel der Eheanbahnung von Kibriye, die im Frühjahr 1997, zum Zeitpunkt unseres Interviews, 20 Jahre alt und seit einem halben Jahr verheiratet war. Kibriyes Familie stammt aus einem südostanatolischen Dorf, von wo der Vater 1973 als Arbeitsmigrant nach Deutschland angeworben wurde. Drei Jahre später kamen dann auch Kibriyes Mutter und ihre älteren Brüder im Rahmen des Familiennachzugs nach Heimburg. Als Kibriye 14 Jahre alt war, erhielten ihre Eltern in der Türkei die ersten Anfragen bezüglich einer Eheschließung mit ihr … von den Eltern mit dem Argument zurückgewiesen, Kibriye wäre dafür zu jung.

H.: Das islamische Heiratsalter beträgt neun Jahre. In Griechenland (Region Komotiní) gilt die barbarische Scharia als legitimes Familienrecht, da sind schwangere dreizehnjährige Bräute gesellschaftlich akzeptiert, wie Barbara Kirchner („An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige, ein altes Gesetz erlaubt dies, mit Zustimmung der Eltern verheiratet.“) über die in Düsseldorf wohnhafte elfjährige schwangere Ehefrau berichtet (7). Das ist Scharia, und Fachfrau Straßburger hat entweder nichts dagegen oder vom Islam keine Ahnung oder beides (8), (9).

1995, als Kibriye gerade volljährig geworden war und in einem Supermarkt arbeitete, trafen sie und ihre Eltern in Heimburg zufällig Herrn und Frau Kuzu wieder, die sie jahrelang nicht gesehen hatten. Herr Kuzu und Kibriyes Vater hatten sich 1973 in Heimburg kennen gelernt. … Zum Zeitpunkt des Wiedersehens lebte Familie Kuzu im 50 Kilometer entfernten Mittelstadt. Ihr Sohn Kenan war 20 Jahre alt und hatte eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. … 14 Tage später hielt Familie Kuzu um Kibriyes Hand an und kam von da an jede Woche zu Besuch nach Heimburg. In dieser Zeit begannen Kibriye und Kenan, sich heimlich zu treffen.

H.: Kibriyes Brüder hatten das Mädchen bis dato vor unerwünschten Kontakten mit Angehörigen der Spezies Junge beziehungsweise Mann bewahrt und dürfen nun das Kleingedruckte im Ehevertrag ihrer Schwester definieren:

Nach einigen Verhandlungen zwischen Kenans Familie und Kibriyes Brüdern, und nachdem Kibriye ihr Einverständnis gegeben hatte, wurde das Heiratsgesuch einige Monate später akzeptiert und eine Woche danach die Verlobung gefeiert.

W.: Die Brüder verhandeln das künftige Eheleben ihrer Schwester. Die zu schweigen hat.

Solange alle Beteiligten den Code beherrschen und willens sind, subtile Signale wahrzunehmen, ist es nicht nötig, deutlicher zu werden, weil auch ohne ausdrückliche Verbalisierung verstanden werden kann, ob eine junge Frau einem Heiratsangebot positiv oder negativ gegenübersteht.

H.: Echte fromme Türken verstehen sich blind. Und die junge Frau fühlt sich ganz besonders verstanden, alle wollen nur ihr Bestes.

Dabei wird allgemein erwartet, dass die Brauteltern die Entscheidung hinauszögern und somit der Gegenseite signalisieren, wie viel ihnen ihre Tochter bedeutet. … Weiter gehört es zu den Aufgaben der Familie der Braut, zu prüfen, ob der Heiratskandidat ein akzeptabler Ehepartner ist, der familiäre Verantwortung übernehmen kann und keine schlechten Angewohnheiten hat. Dafür ist es wichtig, dass die Distanz nicht vorschnell aufgegeben wird, da man den Interessen der Tochter zuwiderhandeln würde, wenn man zu früh Einverständnis mit der Heirat signalisiert.

H.: Die dürfen keinen Sex vor der Ehe haben, das ist es. Und es heiraten zwei ewige Clans einander, in Form von zwei Individuen. Du bist nichts anderes als das Bio-Werkzeug des sich durch die Jahrhunderte fortpflanzenden Stammes.

Wer eine Frau oder einen Mann zur Heirat zwingt, handelt gegen die Regeln einer arrangierten Ehe.

W.: Klingt nach Tariq Ramadan oder Pierre Vogel. Man lese dazu »Freiheit jenseits der Gesetze?« von Necla Kelek (10).

Junge Frauen und Männer in eine nicht gewollte Ehe zu drängen, wird meiner Erfahrung nach von der türkischen Bevölkerung ebenso als Menschenrechtsverletzung erachtet wie von der deutschen Bevölkerung.

H.: Kein Imam widersetzt sich dem Prinzip des nötigenden Heiratsvormundes (Wali mudschbir), das dem Vater oder Großvater väterlicherseits zusteht. Es geht Straßburger darum, den deutschen Nichtmuslimen das Märchen vom freiheitlichen Islam zu erzählen und zugleich die Frauen einzuschüchtern, sie wären nicht tugendhaft oder gottesfürchtig genug, sobald sie unfreiwillig („Kein Zwang im Glauben“) handeln würden. Im Namen der Multikulturalität und einer angeblichen „Besonderheit“ der deutschen Muslime macht Straßburger den Weg für die Politikwerdung der Scharia frei.

W.: No Sharia Here, One Law For All. Menschenrechte sind universell und unverhandelbar.

(1) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

(2) BMFSFJ zum häuslichen Gewaltrisiko für Deutschlands Einwandererfrauen (pdf)

http://www.vaeter-aktuell.de/politik/BMFSFJ_Lebenssituation_Sicherheit_und_Gesundheit_von_Frauen_in_Deutschland_2004.pdf

(3) Inzest: Wenn der Cousin mit der Cousine schläft

http://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn_der_Cousin_mit_der_Cousine_schlaeft.html

(4) Familialismus pur: Rukiye Peşter

http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Rukiye_Pester.php

(5) Familialistisch: Derya Peşter

http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Derya_Pester.php

(6) Mütter drohen heiratsunwilligen Töchtern mit Selbstmord

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html

(7) Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby_artikel_1212758529424.html

(8) In Europa, wo die Scharia noch gilt

Wednesday, September 14, 2005. Von Michael Kreutz

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

(9) Scharia in Griechenland: eine betroffene Frau berichtet

Aiché, eine junge Frau aus der Muslimgemeinde der thrakischen Stadt Komotini berichtet anonym über ihre persönliche Erfahrung mit der Scharia.
Interview: Adéa Guillot

http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2151166,CmC=2513134.html

(10) Necla Kelek: Freiheit jenseits der Gesetze?

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1ECC2B524AF14B14B8C848C15006A7E7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Boos Nünning: Muslimische Migrantinnen sind nicht unterdrückt

Oktober 8, 2009 von schariagegner

النكاح

an-nikah

sharia-compliant marriage

Ehe als Tochtertausch

Subtiler Zwang in der arrangierten Ehe

Der Clan weiß, was die Tochter wünscht

Im Jahre 2009 kommt den kommunalen, wohlfahrtsverbandlichen und kirchlichen Funktionären der Als-ob-Integration die Verteidigung der arrangierten Ehe gerade recht. Dass jede arrangierte Ehe das jahrhundertealte Prinzip des Tochtertausches zwischen zwei patriarchalisch organisierten Clans fortführt ist dabei nicht mehr so wichtig. Wie zufällig geht eine Essener Migrationspädagogin völlig konform mit zwei Elementen der Scharia, der islamischen Ehe (imam nikah) und dem nötigenden Heiratsvormund (wali mudschbir), wenn sie heute dafür wirbt, dass Deutschland gefälligst die arrangierte Ehe als gleichberechtigte Lebensform zu akzeptieren hat.

Aus der Aula einer nordrhein-westfälischen Hochschule dokumentieren und kommentieren Roswitha Wilwerscheid (W.) und Karsten Hilchenbach (H.) einen im Januar 2009 gehaltenen Fachvortrag von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning: »Arrangierte Ehe und Virginität. Familialismus als alternative Lebensform«.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte Sie willkommen heißen zu zu meinem Seminar, mit dem ich unter dem Motto »Arrangierte Ehe und Virginität. Familialismus als alternative Lebensform« zu mehr Verständnis für den türkischen Familialismus ermutigen möchte. Zuwanderung macht das Neue und Fremde öffentlich sichtbar. Minarette und Kopftücher rufen Widerstand hervor. Ist das Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung?

W.: Aber ja, jede Art von islamischer Frauenverschleierung ist ein Mittel der Unterdrückung und damit in Europa und Deutschland ein Politikum ersten Ranges.

H.: Der Hidschab ist ein Zeichen gegenmoderner Sexualmagie, repressiver Sexualpolitik im Namen der so genannten „Religionsfreiheit“.

W.: Boos-Nünning sagt Kopftuch und stoppt ab, schalkhaft lächelnd. Neckisch durch ihre Nickelbrille blitzend sagt sie keine Silbe zum Kopftuch der extremistischen Milli Görüş oder der frauenfeindlichen Fatwas der ECFR-Scheichs. Keine Silbe.

H.: Schon gar keine negative.

Der Westen betrachtet die anderen Teile der Welt polarisierend und zerlegt die eine Menschheit und gerade auch seine Einwanderer in aufgeklärtes Individuum und archaisch denkendes Objekt der Großfamilie, kurz gesagt: in modern versus traditionell. Diese Zuschreibungen betreffen auch das Geschlechterverhältnis und besonders das Frauenbild, der Westen hält die Einwanderin für unterdrückt. Vergleichende Untersuchungen belegen, dass das Selbstkonzept, aber auch das Frauenbild von vierundzwanzig Einwanderinnen, die aus weniger industrialisierten Gesellschaften und so genannten traditionellen Verhältnissen stammen, wesentlich geringer durch Abhängigkeiten vom Mann gekennzeichnet ist als das westlicher Frauen (Herwartz-Emden, 1995). Darüber hinaus lässt sich weder ihr Selbstbild noch ihr Frauenbild durch westliche Polarisierungen charakterisieren. Ebenso lässt sich für männliche Migranten nachweisen, dass sie nicht schlicht autoritärer oder patriarchalischer gesinnt sind als westliche Männer (Herwartz-Emden, 1996). Hier werden westliche Stereotype sichtbar und muss unsere erste Frage ansetzen: Sind traditionelle Frauenrollen ein Hemmnis für geschlechtergerechte Demokratie?

W.: Ja, aber ja! Seit wann verherrlicht die Linke die gute alte Zeit?

H.: Bald endlich wieder „schöner wohnen“, in Zelten und Höhlen.

W.: Über Muslime nur Gutes. Der dekadenten Europäerin die kulturelle Moderne, der stolzen Türkin das innere Mittelalter.

Gewalt oder sexueller Missbrauch, angeblich seien sie bei Migranten in höherem Maße vorhanden als bei den Ureinwohnern.

W.: Staatsministerin Maria Böhmer sieht das in: Jahresbericht der Bundesregierung wesentlich anders: türkische Migrantenkinder mit Misshandlungen und schweren Züchtigungen in den Familien: 44,5 Prozent, zitiert nach Hans-Ulrich Jörges, Die vergrabene Bombe (1). Punkt »5.1. Häusliche Gewalt« stellt fest: „Migrantinnen sind vielfach in besonderer Weise von häuslicher Gewalt betroffen und besonders massiven Formen von innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt. Diese Situation steht im Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung (2).“

Die Mehrheitsgesellschaft fokussiert Zwangsheirat und Ehrenmorde mit gruseliger Lust in Büchern und Presse, aber sind diese bedauerlichen Missstände denn wirklich so tonangebend, vergessen wir dabei denn nicht, nach der Norm zu fragen? Das geplante Gesetz gegen Zwangsheirat betreffend habe ich das bei einer Anhörung so schon den nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten gesagt, ich fragte sie: „Habt ihr denn keine anderen Sorgen?!“, was mir viel Kritik eingebracht hat. Notwendig ist es, die Norm, die Normalität zu betrachten, nicht die Extreme.

W.: Im Umkreis von wenigen Kilometern um den Ort des heutigen Vortrags sind innerhalb von fünf Jahren vier Frauen Opfer eines Ehrenmordes geworden. Mehrere Zwangsverheiratungen teilweise sechzehn- und fünfzehnjähriger Mädchen in der unmittelbaren Nachbarschaft sind ebenso nachweisbar wie einige versuchte Entführungen junger, erstmalig alleine wohnender türkeistämmiger Frauen durch ihre Brüder. Auch gibt es durch falsch verstandene Erziehung verursachte schwere Misshandlungen in Einwandererfamilien. Sozusagen im Schatten des Schulgebäudes, in dem Boos-Nünning gerade spricht, wirbt eine radikalislamische Gruppe für den Tschador oder gar für den Gesichtsschleier und verhüllt die eroberten Frauen tatsächlich bereits entsprechend. Soziologin Boos-Nünning wirbt dafür, all diese Verbrechen nicht wahrzunehmen. Damit arbeitet die „Migrationsforscherin“ beispielsweise frontal gegen das Projekt »Gewalt ist nie privat«, eine Kampagne des Sozialdienstes katholischer Frauen (3).

H.: Du hörst doch, wir sollen keine Extreme betrachten, nimm dir ein Beispiel an der optimistischen Migrationspädagogin und denke nicht so negativ.

W.: Danke, Karsten, danke Herr Ichhabenichtsgesehen.

H.: Und vergiss damit für einen Augenblick die elfjährige, in einer islamischen Imam-Ehe arrangiert verheiratete schwangere griechische Türkin, die dem Düsseldorfer Jugendamt bekannt wurde.

W.: Nie!

Viele Welten leben. So der Buchtitel von Yasemin Karakasoglu und mir. Es gibt religiöse Normen, mehr oder weniger verknüpft vielleicht mit sexuellen Normen.

H.: Allerdings, die Gottheit bekümmert sich um dein Genital.

W.: Die männerbündischen Stellvertreter Allahs kümmern sich besonders um das sexuelle Wohlergehen der schutzbedürftigen und wankelmütigen Frauen. Wie alle monotheistischen Religionen ist der Klerus, den es auch im Islam in Form von Imam, Scheich, Ayatollah, Mufti und Kadi gibt, sehr daran interessiert, was unter der ehelichen oder außerehelichen Bettdecke vor sich geht.

Die Mehrheitsgesellschaft neigt zu einer Haltung des Paternalismus und Eurozentrismus, des Mitleides und der Überheblichkeit. Das älteste dieser populärwissenschaftlichen Werke stammt von Andrea Baumgartner-Karabak und Gisela Landesberger (Reinbeck 1978), dessen Titel bereits auf die destruktive Richtung der Diskussion der nächsten Jahre verweist: „Die verkauften Bräute: Türkische Frauen zwischen Kreuzberg und Anatolien.“ Dieses Klischee: türkische Mädchen und junge Frauen seien traditionalistischer als Deutsche. Es wird angenommen, dass die weiblichen Einwanderer unter der Verschiedenheit der Kulturen leiden würden. Das ist falsch, die leiden nicht. Das seitens der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft vermutete Leiden an konfligierenden Erwartungen wird vor allem oder ausschließlich den Mädchen türkischer Herkunft zugeschrieben und nicht selten auf den Islam zurückgeführt.

H.: Da erklingt es, das Wort Islam. Doch nun? Boos-Nünning schweigt.

W.: Nur Islam, kein weiteres Wort zum Islam. Und schon gar kein kritisches. Wer jetzt noch etwas Ablehnendes über den Islam sagt, hat mit einer geballten Ladung an Vorwürfen zu rechnen, jedenfalls braucht er einigen Mut.

Auch gibt es bei Befragungen immer das Problem: Was genau wird gefragt, und wie groß ist die Gruppe der Befragten.

H.: Im Ansatz nett, doch vermute ich, dass Italienerinnen dieselbe Frage (etwa: sind meine Eltern autoritär) wesentlich anders auffassen als es Türkinnen tun.

Im Titel Viele Welten leben (bei Waxmann, Erstauflage April 2005) spiegelt sich die Souveränität wieder, mit der Migrantinnen in beiden Kulturen klarkommen, Dr. Berrin Özlem Otyakmaz beschreibt das passend als ein „Auf allen Stühlen sitzen“. Die Untersuchung Viele Welten leben befragt Frauen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Rechtlich stellt sich zunächst folgende Frage zu den Männern und Frauen, die in den Westen einwandern, sind sie eingebürgert, haben sie einen deutschen Pass oder nicht? Für uns muss es besonders um die Kinder der Einwanderer gehen, die Töchter.

Da gibt es aus westlicher Sicht dieses Vorurteil, die Einwanderinnen seien traditionell, real ist, dass sie den Deutschen viel ähnlicher sind als oftmals vermutet. Es gibt „Muster“.

W.: Aha, Muster? Keine Vorurteile, bitte.

Es gibt „anti-traditionelle“ Muster, moderne Lebensweisen, das sind 73 %. Beispielsweise sagen 50 % der Befragten: das Vorschulkind leidet, wenn die Mutter nicht dauernd da ist. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird jedoch persönlich bejaht.

W.: Meint Boos-Nünning jetzt die erwünschte politische Forderung nach der genannten Vereinbarkeit, den verinnerlichten Wunsch oder die persönlich (jetzt oder morgen) gelebte Realität? Das wird überhaupt nicht klar.

H.: Wird ein solcher Wunsch einer sehr jungen Frau denn in den folgenden Jahren auch verwirklicht werden können oder wird die junge Frau im Namen von Religion beziehungsweise Ehre am Geldverdienen gehindert und de facto ins Haus gesperrt werden?

Arbeitskräftewanderung wird als Wanderung von Männern verstanden. Das ist ein falsches Bild, ich erforsche das seit 1971. Die Einwanderer der ersten Jahre waren zu 25 % weiblich!

H.: Autonome anatolische Frauenpower oder aber für die in Bezug auf die Jagdgründe global denkende, jedoch kulturell archaisch gebliebenen Sippe Geld verdienen? Und wie rasch wurden die in Almanya arbeitenden Fabrik-Frauen vom nachrückenden „männlichen türkischen Überwachungsstaat“ eingefangen und in patriarchalisch definierte, relativ schariakonforme Ehen gezwungen?

W.: Nicht wenige türkeistämmige Familien der ersten Migrantengeneration hatten in der Türkei in größtem Elend gelebt, waren unterernährt. In Deutschland Geld zu verdienen war der Ausweg, dieser absoluten Armut zu entrinnen.

Man heiratet inner-ethnisch oder inter-ethnisch. Unabhängig davon gibt es auch die transnationale Ehe.

H.: Wie wär`s mit Heirat aus Liebe?

Die Einwanderinnen bekamen Kinder, darunter natürlich auch Töchter, und Bild des vom Vater abhängigen, im Konflikt zwischen heimatlichen und deutschen Normen lebenden Mädchens ausländischer Herkunft bestimmte jahrelang die Diskussion. Dieses Stereotyp wurde durch eine Vielzahl von Arbeiten verbreitet. Wir müssen in Bezug auf die türkischen Mädchen und Frauen und ihre Partnerwahl fragen: Was möchten die denn? Der überwiegende Teil von ihnen will keinen Deutschen heiraten, Ausnahme sind die Italienerinnen.

H.: Der überwiegende Teil will einen Türken heiraten. Frau für Frau, ganz zufällig.

W.: Immer diese Muster.

Es ist belegbar: Auch die einheimischen, die deutschen Männer wollen keine Frau mit Migrationshintergrund heiraten. Es gibt Barrieren der interethnischen Eheschließung.

H.: Wie die Katze um den heißen Brei.

W.: Boos-Nünning verschweigt uns, worum es wirklich geht: Die Scharia verbietet, dass ein Nichtmuslim eine Muslima heiratet. Der männliche Deutsche müsste zum Islam übertreten, eine anschließende Apostasie ist ihm dann schlichtweg verboten und würde sehr wahrscheinlich ein Leben im Untergrund bedeuten.

H.: Unsere Sexualpolitikerin vermeidet die Forderung aufzustellen, dass jeder junge Mensch das Recht auf eine selbstgeschriebene Biographie hat, also auch auf eine autonome sexuelle Biographie.

W.: Und selbst wenn wir den Wunsch nach Heiratsvermeidung mit einer „fremden Ethnie“ nachweisen können, ist es nicht unsere Aufgabe, das individuelle Mädchen und den einzelnen Jungen bei jedem Bestreben nach „interethnischer“ Beziehung zu unterstützen? Soll Deutschland in einen Flickenteppich kulturell und damit auch heiratsbezogen voneinander abgekoppelter Stämme zerfallen, wollen wir die sexualpolitische Apartheidsgesellschaft, wenig zufällig nach dem Muster der arabischen Dhimma und osmanischen Millet?

Viele Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass türkische Kinder und Jugendliche nicht mehr belastet sind als deutsche, so auch eine 1992/93 von Renate Schepker (1995) an der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Essen durchgeführte Untersuchung, die sich ganz besonders auf Externalisierung oder Internalisierung von Normen richtet. Schepker ermittelt, dass sich Mädchen türkischer Herkunft nicht externaler als Jungen der gleichen Ethnie einstufen. Dieses spricht gegen die Alltagsdeutungen, die von den angeblich so hilflosen Mädchen türkischer Herkunft ausgehen, die „wenig Zukunftsperspektiven und kaum Möglichkeiten zur aktiven Lebensgestaltung“ haben. Es stimmt einfach nicht, dass türkische Mädchen ein „passives Bewältigungsverhalten“ zeigen und sich ihr Verhalten in „Gehorsamkeit, Duldsamkeit und Zurückhaltung“ äußere oder dass sie „im Vergleich zu Jungen eingeschränkte Möglichkeiten im sozialen Handeln“ hätten. Wir müssen uns das so vorstellen, dass die türkischen Mädchen glücklich aufwachsen. Die sind nicht unterdrückt.

W.: Wenn sich türkeistämmige Schülerinnen verzweifelt und Hilfe suchend an ihre Lehrerinnen wenden, weil sie gerne an der Klassenfahrt teilnehmen möchten, dann sind sie nicht unterdrückt?!

H.: Sie sind es – und Boos-Nünning leugnet es.

Was die Berufswahl und Berufswege der Migrantenfrauen betrifft, gibt es keine allzu großen Unterschiede zu den deutschen Frauen. Transnationale Eheschließung ist etwa die hereingeholte, die nachgeholte türkische Frau, die Familienzusammenführung, bei einer Heirat mit einem womöglich längst eingebürgerten Türken in der Bundesrepublik oder das Einheiraten einer türkeistämmigen Schülerin aus Deutschland in eine Familie in der Türkei.

W.: Ärgerlich genug, der Brautkauf wird als Familienzusammenführung getarnt.

Türkische Mädchen wollen oft keinen türkeistämmigen Türken.

W.: Sommernachtsalptraum. Sie kriegen ihn trotzdem verpasst. Es gibt keinen Zwang im Glauben (4).

H.: Geliebte gehasste türkische Heimat. Jetzt aber Orhan Pamuk zu lesen, den Völkermord an den Armeniern zu bekennen und die Scharia auf den Müllhaufen der Weltgeschichte zu werfen, das schaffen Deutschlands Türken zu 99 % leider nicht, das Thema geht ihnen zu nah, sie kommen aus der Loyalitätsfalle nicht raus und müssten zugeben, von Eltern, Islam und Türkentum betrogen worden zu sein.

Es stellt sich die Frage nach der Selbstbestimmung bei der Eheschließung. Ich lege Wert darauf, zwischen arrangierter Ehe und Zwangsheirat zu differenzieren. Wir müssen uns das so vorstellen, in der arrangierten Ehe gibt es keinen Zwang. Die Ehe wird arrangiert, der Kontakt wird hergestellt. Das haben wir zu akzeptieren und ist ein Lebensmodell, das unsere gesamtgesellschaftliche Anerkennung verdient.

W.: „Der Kontakt wird hergestellt“, zwei Jahre dürfen sich die beiden, überwacht asexuell, kennen lernen, dann kommt die Freiwilligkeit von alleine. Andere „Kontakte“ zu Männern werden dem Mädchen verboten, damit ihr die Entscheidung nicht so schwer fällt. Manche Mädchen haben auch einfach blanke Angst davor, den Heiratskandidaten, Mamas Liebling, abzulehnen. Die Mutter ist eine türkische Institution (5).

H.: Zumal die Kostenfrage, der Brautpreis oder Brautdienst, durch die beiden Männerbünde bereits geregelt worden ist.

Immer, wenn das Mädchen das Recht hat, „Nein!“ zu sagen, haben wir eine arrangierte Ehe. Und wo es keinen Zwang gibt, können wir nicht von einer Zwangsheirat sprechen. Deutschland muss lernen, den türkischen Familialismus zu verstehen und zu akzeptieren. Pädagogik und Politik müssen versuchen, auch diesen Frauen gerecht zu werden. Die sind nicht unterdrückt.

Zehn Prozent der Mädchen akzeptieren die Mitwirkung der Eltern bei der Auswahl des Heiratspartners. Nur wenn wir die tradierte europäische Prämisse vom individualistischen Denken benutzen, erscheint uns die arrangierte Ehe als Zwangsheirat. Viele Migranten leben nicht individualistisch, sondern familialistisch.

W.: Individuelle Freiheit bildet aber gerade das Selbstverständnis unseres freiheitlichen demokratischen Staatswesens.

H.: Deutschland schützt keine Stammesrechte, sondern Menschenrechte, keine Stämme, sondern Bürger.

Dem so genannten ‚Traditions-Modernitäts-Paradigma’ unterliegt erstens ein westlich geprägtes Modell von Modernität und zweitens ein bipolares Denkmuster von ‚Tradition’ versus ‚Moderne’ – das die Welt entsprechend aufteilt. In diesem Paradigma ist u. a. die Annahme eines linearen Übergangs vom Nullpunkt der Einwanderung zur Endstufe der Integration in die Aufnahmegesellschaft implizit enthalten.

Dieser Übergang sei, so die Annahme, entsprechend mit einem Konflikt und einem so genannten Kulturschock verbunden, der die ‚kulturelle Identität’ des Migranten tangiere bzw. in Frage stelle und zu einer anomischen Situation führe. Entsprechend stellen sich Migrantenfamilien und ihre Sozialisationsbedingungen tendenziell als ‚defizitär’ heraus, oder auch, wie in einem aktuellen Bericht, als sehr traditionell, autoritär, rückschrittlich bis gewalttätig im Umgang mit ihren Kindern und Jugendlichen (so die Darstellung im Bericht des Berliner Forums Gewaltprävention [LkBgG], 2007). Dieses Paradigma hat sich in der Migrationsforschung seit langem als unhaltbar gezeigt und wurde vielfach enttarnt in der kritischen interkulturellen Diskussion.

H.: Boos-Nünning greift die Grundlagen des Aufklärungshumanismus an, wer jetzt noch universelle Menschenrechte einfordert, wird als Eurozentriker und Kulturrassist stigmatisiert.

W.: Sind Gutachten, Jahresberichte und Statistiken nicht genügend politisch korrekt, lässt man neue, passgenaue Expertisen erstellen. Die genaue Fragestellung einer Untersuchung oder Befragung ist in der Tat entscheidend.

Sechzig Prozent der türkischen Mädchen findet es in Ordnung, vor der Ehe mit dem Freund geschlafen zu haben, also können es maximal 40 % sein, welche die Virginität als persönlichen Wert bevorzugen. Im westlichen Kulturkreis ist das ja ganz anders, doch Virginität gilt den türkischen Mädchen und Frauen als etwas Besonderes.

H.: Jetzt wird es obszön, bei Zeus. Das Hymen wird politisch.

W.: Die Männer wollen unbeschädigte Ware.

H.: Das ist finsterste Steinzeit, was die Dame, da von sich gibt. Die in Essen-Altenessen geborene Ursula nahm 1965 im rheinischen Köln ihr Soziologiestudium auf, erlangte 1969 in Österreich den Grad eines Magisters der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Mag. rer. soc. oec.) und promovierte 1971 in Soziologie (Dr. rer. soc. oec.) an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Linz. Die Akademikerin kehrte ins Rheinland zurück, rückte am 01.10.1998 zur Prorektorin der Universität Essen auf und wirkte um 2001 sogar als Rektorin dieser Hochschule.

Zur nachfolgenden Palastrevolte an der Essener Uni berichtete Armin Himmelrath (DER SPIEGEL) am 19.12.2001 (6) und 29.05.2002 (7). Das verarmende Nordrhein-Westfalen wollte die Hochschulen Duisburg und Essen fusionieren. Boos-Nünning fiel ihrem eigenen Senat in den Rücken und mauschelte bei dieser Elefantenhochzeit (Arrangierte Ehe? Ohne Zwang?) mit. Der wütende Senat wählte sie mit konstruktivem Misstrauensvotum und bei 15 zu drei Stimmen ab, ihre Verhandlungen mit dem Rektor der Uni Duisburg und dem NRW-Wissenschaftsministerium wurden bei allem Verständnis für den Druck aus Düsseldorf („Uns ist völlig egal, wie die Senate abstimmen. Die Fusion kommt auf jeden Fall, notfalls erzwingen wir das“) anständigerweise nicht hingenommen. Nun ja, dachte Ursula, dann eben wieder Migrationspädagogik, und so frönt die Altachtundsechzigerin auch sieben Jahre später dem Kult um den orientalischen Stamm und dessen viele fraglos ehrbare, zum arrangierten Zeitpunkt blutende Jungfernhäutchen.

W.: Ein besonders kultursensibles Element des Familialismus ist der Ehrenmord, wir müssen das so verstehen, die sind nicht unterdrückt.

H.: Roswitha, jage mir keine Angst ein, du redest schon wie Boos-Nünning.

W.: Man könnte sich an den Singsang gewöhnen. Ironie aus.

H.: Boos-Nünning war 1996 – 1998 Mitglied der Kommission zum 10. Kinder- und Jugendbericht, ab 1999 saß die Dame im Bundesjugendkuratorium, wo sie den Arbeitskreis Bildung leiten durfte.

W.: Boos-Nünning und Bildung?

H.: Das Fremde integrieren.

Türkische Mädchen akzeptieren die Virginität als Norm. Verglichen mit deutschen Mädchen sind diese Mädchen deutlicher religiös gebunden. Wir fanden heraus und können es wissenschaftlich belegen, Mädchen mit Kopftuch sind konventioneller.

H.: Nobelpreisverdächtig.

W.: Sie besitzen auch deutlich mehr Kopftücher, die Kopftuchmädchen.

Ja, die türkischen Mädchen, überhaupt die Mädchen mit Migrationshintergrund, haben deutlich konventionellere Vorstellungen. Etwa 80 % der deutschen Mädchen im Alter von 18 Jahren hatte bereits Geschlechtsverkehr. Hierin bildet sich auch die Stärke der religiösen Orientierung ab, die jungen Türkinnen sind eher religiös gebunden als die deutschen. Auffallende Religionsbindung haben auch die italienischen und griechischen Mädchen, von den letztgenannten sind, das ist in Deutschland vielfach eher unbekannt, viele Zeugen Jehovas.

Wir können bei den italienischen Mädchen nachweisen, dass gerade die starke Familienbindung, die wir als Familialismus bezeichnen können, den beruflichen Erfolg der Töchter garantiert.

W.: Je engmaschiger das würgende Fangnetz namens Familie, desto wahrscheinlicher die akademische Karriere der geliebten Tochter?

H.: Italienische Kinder haben ihre Eltern voll im Griff und den Rest der Verwandtschaft gleich mit. Nur bei den italienischen Zeugen Jehovas sieht es anders aus, da ist Familie fundamentalistischer Knast und Berufskarriere ohnehin nicht vorgesehen, noch nicht einmal für die Jungen.

Bei der Schule muss sich vieles verändern, um den Türken gleiche Chancen zu ermöglichen. Dasjenige Merkmal, das besonders augenfällig ist, entscheidet über die Exklusion – also beispielsweise die Geschlechtszugehörigkeit in einer gemischtgeschlechtlichen Schule oder die ethnische Zugehörigkeit in Klassen, die überwiegend aus nichtgewanderten deutschen Schulkindern bestehen. Die Möglichkeit, stereotypisierte Gruppen in einer homogenen Umgebung, zum Beispiel in monoedukativen Klassen, zu unterrichten, könnte gerade für die türkischen Mädchen sehr gute Chancen bereiten.

H.: Wozu bitte? Was denn sollen die Mädchen dämonisieren lernen, den angeblich von Natur aus alle Mädchen drangsalierenden, triebgesteuerten Jungen oder die eigene, angeblich wesensgemäß schutzbedürftige und zugleich verführerische Leiblichkeit? Nichts gegen eine gute (gleichheitsfeministisch gedachte, antisexistische, antipatriarchalische) Jungen- oder Mädchengruppe an einem Nachmittag in der Woche, doch Deutschlands türkeistämmige Mädchen haben wohl eher zuviel Geschlechtertrennung als zu wenig.

W.: Mehr Geschlechtertrennung? Verwechselt die Dame da nicht Schule und Koranschule? Wie wäre es, kein saudi-arabisches Schulkonzept der Mädchensegregation einzuführen, sondern allen Kindern und Jugendlichen beizubringen, niemanden zu erniedrigen, auch die kleine Kopftuchverweigerin nicht oder den kleinen Schweinefleischfresser?

Nun zu einem ganz schlimmen Thema, das es auch gibt. Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung. Zwangsverheiratung verstößt gegen einen zentralen Bereich der persönlichen Lebensplanung.

H.: Weil meine fürsorgliche Sippe meine persönliche Lebensplanung übernimmt, kann ich nie zwangsverheiratet werden.

W.: Kein Individuum, kein Zwang. Frei Nach Boos-Nünning. Im Ernst und in eigentlich unnötiger Ausführlichkeit: weil jede arrangierte Ehe das Planen Dritter an meiner Lebensbiographie bedeutet, beeinträchtigt das Eheanbahnen stets meine persönliche Lebensplanung.

H.: Welches traditionalistisch oder islamistisch erzogene Mädchen wagt es denn, seinen Eltern zu widersprechen oder die Kerkermauer des Denkverbotes „Meine Eltern wollen nur mein Bestes, so sagen sie es selbst“ zu sprengen?

W.: Es liegt in der türkischen oder kurdischen Großfamilie immer ein mehr oder weniger starker Gruppendruck vor. Jetzt zu sagen, das wenig individualistische Mädchen leidet ja nicht so sehr, und genau das ist die Boos-Nünning-Logik beim Verteidigen der arrangierten Ehe, ist ein Abgrund an Kaltschnäuzigkeit.

H.: Das ist es: 100 % sind arrangierte Ehe, ein Drittel bei brutaler Gewalt also selbst nach Boos-Nünning als Zwangsheirat zu erklären, ein weiteres Drittel bei einem aus mittelalterlicher beziehungsweise schariatischer Sicht normalen Maß an Frauenunterdrückung, ein letztes Drittel bei nur ein wenig oder ganz klein wenig sozialer Einschüchterung und islampädagogisch erweckter Angst vor der bei irdischer Gehorsamsverweigerung im Jenseits zu erwartenden Höllenstrafe.

W.: In der freiheitlichen Demokratie müssen wir Pädagoginnen und Pädagogen uns gegen die arrangierte Ehe aussprechen dürfen. Boos-Nünning behindert unsere Arbeit.

H.: Die Migrationspädagogin schweigt zur islamischen Zweitfrau, zur arrangierten Drittfrau, zur islamrechtlichen Verstoßung (at-talaq, auch arrangiert) der Ehefrau und zum unbedingten Recht des Vaters auf („arrangiertes“) Verheiraten seiner jungfräulichen Tochter, ein Recht, das Allah jedem Vater (Wali Mudschbir) zubilligt, bei Bedarf eben ohne deren Zustimmung. Das alles ist Scharia, das ist Islam, …

W.: … dafür steht das Kopftuch. Boos-Nünning verheimlicht uns die Verwandtenehe, namentlich die Cousinenehe, ein ganz typisches türkisches oder kurdisches „Arrangement“, mit hohem Risiko, aufgrund zu hoher genetischer Verwandtschaft ein behindertes Kind zu bekommen.

H.: Cousinenehe, wenn ich geboren werde, ist schon klar, wen ich heirate. Alles ganz zwanglos. Eine Burka für Boos-Nünning.

W.: Die islamisch erzogenen Mädchen haben nie gelernt, Nein zu sagen. Wie sollen sie sich der Erwartungshaltung und dem Druck der Kernfamilie und Großfamilie entziehen? Im Falle der Verweigerung des Heiratsangebotes wird jede Begegnung im Familienkreis zum Spießrutenlauf, Verwandten begegnet man weltweit überall, beim Türkeiurlaub ebenso wie in Deutschland im Bus oder Supermarkt, beim Arzt oder in der Uni. Es folgen zudem weitere Einladungen zu türkischen Hochzeiten, denen sich noch nicht einmal Männer entziehen können. Bei diesen Festen wird verkuppelt, im Islam ebenso wie im hinduistisch geprägten Kulturkreis, bei den Sikhs ebenso wie bei den Leuten aus Taiwan oder Tibet.

Mädchen wollen nicht unter ihr Bildungsniveau heiraten.

H.: Da trägt die familienseits arrangierte Herausnahme des Mädchens aus der deutschen Schule zu einer künftigen ehelichen Harmonie bei.

W.: Um deine verständlich, aber schwer erträgliche Ironie fortzusetzen: Auch besser erst gar kein Gymnasium besuchen, wer weiß, was das Mädchen da alles lernt.

Einerseits wollen sie früh heiraten, andererseits haben sie eingeschränkte Chancen und eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten.

W.: Die Brüder kontrollieren die Deutschtürkin oder Deutschtunesierin auf Schritt und Tritt, ganz im Auftrag der Großfamilie, jedes Gespräch mit Jungen, gar „ungläubigen“, hat schlimme Bestrafung zur Folge. Aber wir lernen gerade: die sind nicht unterdrückt.

H.: Manche der arg vormodern überwachten türkeistämmigen Mädchen bereits im ersten und zweiten Schuljahr wollen, deutsche Lehrer übersehen das bisweilen, ganz zufällig allesamt nicht neben einem Jungen sitzen. Das müssen wir ansprechen dürfen, und genau da ist eine Professorin, die für die angebliche Nestwärme der Sippe und des Stammes („Familialismus“) schwärmt, kontraproduktiv und eine Gefahr für gelingende Integration.

W.: Boos-Nünning erreicht die Segregation, das will sie, und zwar sehr bewusst.

H.: Die Dame macht sich sehr schuldig daran, dass der politische Islam, der ja immer sittenpolitisch ansetzt, seine Macht ausbauen kann und dass die heutigen Mädchen und Jungen im Grundschul- und Unterstufenalter in zehn Jahren nicht in der kulturellen Moderne der vollen Menschenrechte und Grundrechte ankommen werden.

Wenn Mädchen, auch stark misshandelte, das Frauenhaus anrufen und erreichen, gehen sie zumeist rasch wieder in ihre Familien zurück. Die vermissen ihre Familie, die ihnen Halt gibt. Wir müssen den Familialismus verstehen.

Allgemein verbreitete Vorurteile sind jedoch von Dauerhaftigkeit und lauten immer wieder wie folgt: „dass die patriarchalisch autoritäre Familienstruktur der (türkischen) Migrationsfamilie eine Integration der Kinder in die deutsche Gesellschaft verhindere“, „dass die Erziehungsvorstellungen der eingewanderten Eltern nicht mit den deutschen Erziehungszielen und Normen in Einklang zu bringen seien“, „dass in Migrationsfamilien das Verhältnis zwischen den Generationen wegen der unterschiedlichen Sozialisation grundlegend gestört sei“ und „dass vor allem die Durchsetzung rigider, geschlechtsspezifischer Normen in den Familien zu einer grundsätzlichen Benachteiligung der Mädchen, Frauen, Töchter und Schwestern führe“. Die Wissenschaft hat dieses Konstrukt größtenteils überwunden und revidiert, sie zeigt mittlerweile ein erheblich differenziertes Bild der in Deutschland lebenden Migrantengruppen. Kontrastiert mit ernsthaften empirischen Befunden, erweisen sich solche stereotypisierenden Annahmen seit langem als Fehldiagnosen.

Leiden die türkischen Mädchen an ihrer Familie? Nein! Diese Mädchen leiden an den Zuschreibungen und Weiblichkeitskonstruktionen, die wir ihnen auferlegen! Griechische, italienische und vor allem türkische Mädchen in Deutschland leiden an den Beschränkungen, die ihnen die deutsche Gesellschaft auferlegt!

Wir müssen lernen, nicht immer nur auf die Familie zu sehen, sondern müssen die gesellschaftliche Benachteiligung beheben, die viel schrecklicher ist. Genau da ist viel zu tun. Ich Ihnen danke für Ihre Aufmerksamkeit.

W.: Wo geht es hier an die frische Luft, ich muss hier raus!

H.: Es gibt kein Problem mit familiärer Gewalt in den türkisch oder nordafrikanisch geprägten Straßenzügen, und wenn es doch eines gibt, sind die Urdeutschen daran schuld. Menschen mit einer derartig verständnisvollen Haltung wird sogar der an Süleyman Hilmi Tunahan und der unveränderlichen Doktrin der Diskriminierung (Scharia) orientierte İslam Kültür Merkezleri Birliği (IKMB), deutsch: Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) als Gutachterin wohlwollend dulden (8).

W.: Früher hieß das Fundamentalismus, Sexismus oder Apartheid, heute sagt man interkulturelle Kompetenz (9), (10).

*

(1) Die vergrabene Bombe

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

(2) Die deutsche Bundesregierung stellt fest: „Migrantinnen sind vielfach in besonderer Weise von häuslicher Gewalt betroffen und besonders massiven Formen von innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt. Diese Situation steht im Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung.“

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf

(3) Gewalt ist nie privat! skf-Kampagne

http://www.gewalt-ist-nie-privat.de/

(4) »Wenn muslimische Mädchen weinen«, für einen Zuwachs an Fundamentalismus, Patriarchat und Abschottung sorgt diese erbauliche Kurzgeschichte von Allahs Dienerin Sonia-Iman Rassoul

http://www.scribd.com/doc/3461782/Wenn-muslimische-Madchen-weinen-von-SoniaIman-Rassoul

(5) Necla Kelek zur Institution Mutter

http://www.chrismon.de/4557.php

(6) »Schallende Ohrfeige für Essens Rektorin«

DER SPIEGEL, Armin Himmelrath: „Ich bin nicht gewählt worden, um zurückzutreten“ – mit dieser einfachen Formel begründete die Essener Rektorin Ursula Boos-Nünning, warum sie nach der deutlichen Klatsche im Senat keinerlei Anlass zur Reaktion sah. Zwar hatten 11 von 19 Senatsmitgliedern die Rektorin zum Rücktritt aufgefordert und ihr explizit das Misstrauen ausgesprochen. Doch zur Abwahl wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 13 Stimmen notwendig gewesen. „Mit ihrer nicht vorhandenen Reaktion hat die Rektorin gezeigt, dass sie kein Interesse an demokratischen Prozessen innerhalb der Hochschule hat“, schimpfte ein studentisches Senatsmitglied.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,173564,00.html

(7) »Statt Fusion Putsch, Rektorin futsch«

DER SPIEGEL, Armin Himmelrath: Jetzt ist auch die Rektorin der Universität Essen ihr Amt los: In einem konstruktiven Misstrauensvotum sprach sich der Senat am Dienstagnachmittag mit 15 zu 3 Stimmen gegen Ursula Boos-Nünning aus, die erst vor zwei Jahren Rektorin geworden war.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,198364,00.html

(8) Boos-Nünning: Freundschaftsgutachten jedenfalls freundschaftliches Gutachten für den an Tunahan und Scharia orientierten VIKZ

http://www.swr.de/international/de/-/id=233334/vv=print/pv=print/nid=233334/did=4002986/egq2j6/index.html

(9) Der Boos-Nünning-Effekt ist hartgesottenen Pädagogen zur womöglich gewünschten weiteren Abhärtung dienlich und hat für Deutschlands Soziologen einigen Unterhaltungswert, leider droht er auch Folgen für unsere Politik zu haben. Was dem alten Orient seine Fatwa war, ist der Postmoderne ihre Expertise. Düsseldorf 2008: Expertise der Frau Dr. Leonie Herwartz-Emden, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg: Interkulturelle und geschlechtergerechte Pädagogik für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren. Expertise für die Enquêtekommission des Landtages von Nordrhein-Westfalen: „Chancen für Kinder“.

Scharia null Treffer, Islam und Kopftuch jeweils zwei und erwartungsgemäß ohne Aussage, 17 Treffer Boos-Nünning, da denkt man mit Grausen an den Namen Karakaşoğlu und siehe, auch 17 Treffer. Was ebenso wenig verwundert, wie die ständige Nennung »Viele Welten leben«, nun ja, ebenfalls 17 Treffer, was ein Gutes hat, denn den Landtagsabgeordneten bleibt der sonstige Unsinn der beiden Damen für dieses Mal erspart. Der buchgewordene Heuhaufen an denkbar unsinnigen Fragestellungen und nahezu aussagefreien Diagrammen: Ursula Boos-Nünning, Yasemin Karakaşoğlu: Viele Welten leben. Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen mit griechischem, italienischem, jugoslawischem, türkischem und Aussiedlungshintergrund. BMFSFJ: Berlin. Und hier zur krass korrekten Boos-Nünning-Verwendung, eine ganz echte Expertise. Suchfunktion getestet, Menschenrechte / Grundgesetz / Grundrechte jeweils 0 (null) Treffer, interkulturell mehr als 150 Treffer, man muss Prioritäten setzen, guckstu

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/14_EK2/Gutachten/ExpertiseHerwartz-Emden.pdf

(10) Landtag Nordrhein-Westfalen -33- Ausschussprotokoll 13/1454. Ausschluss für Frauenpolitik 15.02.2005, 40. Sitzung (öffentlich) the-ro. Als html-Version

http://209.85.129.132/search?q=cache:jCFTQZuGe_wJ:www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf+barbara+steffens+%22zwangsehen+verhindern%22&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

(10) Professorin wirbt für mehr schariakompatible Gesetze! Boos-Nünning 2005 vor dem Landtag NRW … werbend … für was wohl … für die arrangierte Ehe! Nachredner: Islampolizeifreund Bülent Arslan); als pdf

http://www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf

Allahs Diplomat

Oktober 5, 2009 von schariagegner

مراد هوفمان

Murad Hofmann

Allahs Diplomat

Zum Buch »Der Islam als Alternative« (1992) des zum Islam konvertierten ehemaligen Botschafters Murad Wilfried Hofmann. Eine Demokratieverteidigung von Jacques Auvergne

69. Der Islam … wirkt … aus westlicher Sicht … als eine »Gesetzesreligion«, deren Theologen gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, Juristen sein müssen, weil der Islam den gesamten Tagesablauf seiner Gläubigen zu regeln und zu gestalten sucht. Diese Beobachtung ist richtig …

Sehr geehrter aus der großen weiten Welt zurückgereister Herr Ex-Diplomat, da müssen wir Sie leider enttäuschen, an einer zweiten Rechtsordnung besteht kein Bedarf. Jeder hält bei Rot an der Ampel an, auch der Muslim. Genau eine Strafgesetzbuch und eine Verfassung reichen für die Bundesrepublik Deutschland völlig, aus, an einem Sonderrecht für die Spezies Muslim-Bürger besteht kein Interesse. One Law For All.

69. Das Leben des Muslims [wird] in der Tat von früh bis spät vom Islam strukturiert. … die Sunna, die vorbildliche Lebensweise des Propheten

Der erfolgreich orthodox dressierte Muslim ist in dem einer totalen islamischen Nutzbarmachung zu unterwerfenden, relativ irrelevanten Diesseits (ad-dunyā) seines Seelenheils zeitlebens nicht sicher. Nahezu allseits ist er von Dämonie umdroht, weil der Teufel nie schläft. Welt oder persönliches Leben ist relative Ungastlichkeit jedenfalls Ungewissheit, lediglich der Zwang zum Nachahmen (taqlīd) und zum sich Einfügen in Stamm und umma rettet vielleicht die Seele. Außerislamische menschliche Gesellungsformen sind nichtig und stammen vielleicht vom iblīs (ʿazāzil), vom Satan. Ein bewusst gewähltes Teilnehmen an ihnen führt dich mit hoher Wahrscheinlichkeit in die nie verlöschenden Flammen.

Meidung der Nichtmuslime und ihrer „ekelhaften, ungerechten“ Verhaltensweisen ist daher ebenso geboten wie persönliche Einbindung an Kreise (möglichst) islamischer, „nicht ekelhafter“, sondern „schöner“ Lebensführung.

Konformes Tun wird zu einer Art von Gebet, anhaltendes, grobes Brechen des vorgeschriebenen Wohlverhaltens aber ist sowohl Frevel an der Gottheit als auch Staatszersetzung (Hochverrat), und dafür sehen der Koran sowie Murad Hofmann (160, 186) die aus islamischer Sicht sozial gesunde Todesstrafe vor. Rein theologisch jedenfalls sprich innerhalb eines nach dem alleinige Sicherheit bietenden Handlungsvorbild des Propheten Muḥammad erbauten, „schönen“ islamischen Gesellschaftssystems ist die „gerechte“ Todesstrafe auszuüben, das muss jeder Muslim so glauben.

Bis zum letzten Augenblick vor dem höchstpersönlichen Eintritt in die islamische Hölle oder die ewige Glückseligkeit ist der endgültige Zustand im absolut relevanten Jenseits (al-āḫira) für keinen Muslim, von den Propheten einschließlich vielleicht von Mohammed einmal abgesehen jemals eindeutig gesichert. Das Kind wird mehr oder weniger gewaltsam dahingehend getrieben, bei jedem (offenkundig werdenden) Fehlverhalten Angst vor der Hölle zu empfinden, gerade als Mädchen muss es ständig auf keusche Lebensweise hin überwacht werden, darf jedoch um das Seelenheil der Sippe willen recht ungehemmt ermahnt, eingeschüchtert, gezüchtigt und arrangiert verheiratet beziehungsweise zwangsverheiratet werden.

Einzelne Erwachsene machen sich heimlich von diesem umfangreichen „religiösen“ Zwangshandeln los und sollen es nicht wagen, dem gottesfürchtigen sprich Untugend vermeidenden und anprangernden Herrn Hofmann über den Weg zu laufen. Was alles zwanghaft einzuhalten ist, bestimmt das womöglich ja gewalttätige Familienoberhaupt, der bisweilen vielleicht prügelnde Koranlehrer oder der Europäische Rat für Fatwa und Forschung ECFR.

70. Die Muslime. Diese innere Balance des vollkommen auf das Jenseits ausgerichteten, aber mit beiden Beinen im Diesseits stehenden Menschen …

Sehr geehrter Herr Hofmann, Ihr Buch ist im Jahre 2009 nun siebzehn Jahre alt geworden. Meinen Sie mit „vollkommen auf das Jenseits ausgerichteten Menschen“ etwa den libyschen Präsidenten al-Gaddafi (Muʾammar al-Qaḏḏāfī) aus Libyen (Flugzeugsprengung über dem schottischen Lockerbie am 21.12.1988, öffentliches zeterndes Zerreißen der UN-Charta in New York vor der UNO am 23.09.2009) oder eher Herrn Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī aus Qaṭar (Apostatenmord, Selbstmordattentate gegen israelische Zivilisten, ewig und absolut geltende Schleierpflicht (ḥiǧāb) für jede Muslima)? Denken Sie an Herrn Islamologen Amīr Zaidān aus Österreich (Ersteller der Kamel-Fatwa vom 07.01.1998 in seiner Funktion als Vorsitzender des Fiqh-Rates der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, IRH) wenn sie von „Muslimen“ schwärmen, die „mit beiden Beinen im Diesseits stehen“ oder eher an den australischen Scheich Tāǧ ad-Dīn al-Hilālī (Katzengleichnis vom September 2006: jede Kopftuchverweigerin ist als fahrlässig unverwahrtes, „unbedecktes Fleisch“ selbst schuld, wenn sie von nichtmuslimischen oder frommen muslimischen Männern öffentlich vergewaltigt wird, der Vergewaltiger ist dabei unschuldig wie eine hungrige Katze)?

Sehr geehrter Herr Hofmann, Sie sind 78 Jahre alt und vor 29 Jahren zum Islam konvertiert. Seitdem bewegen Sie sich in illustren Kreisen einflussreicher, hoch anerkannter Islamfunktionäre, haben einen Sitz im Scharia-Rat der Bosna Bank International in Sarajevo inne und sind Vollmitglied in der im jordanischen Amman ansässigen »Ahl al-Bayt Foundation for Islamic Thought«. In den letzten eineinhalb Jahrzehnten haben Sie mehr als dreißig Staaten der Erde bereist, um 350 Vorträge über den Islam zu halten. Ihre Schriften, in der Sie sich über die „westliche“ sprich freiheitlich-säkulare Lebensweise empören beziehungsweise lustig machen und den Aufbau gegenmoderner, kalifatsähnlicher Gesellschaftssysteme fordern, werden leider von Muslimen in aller Welt gelesen, von Nordamerika bis Malaysia. Halten Sie, sehr geehrter, gottesfürchtiger Herr Hofmann (frei nach Arzu Toker), die genannten vier Herren al-Qaḏḏāfī, al-Qaraḍāwī, Zaidān, al-Hilālī für schlechte Muslime oder für Menschen, die vom Islam nichts verstanden haben?

Vor einem Jahr erhielt der zum Islam konvertierte Bashir Dultz das Bundesverdienstkreuz (Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland), die drei anderen deutschstämmigen Muslime, die bislang diese Auszeichnung erhalten haben, sind Abdullah Borek, Mohammed Aman Hobohm und Dr. Murad Wilfried Hofmann.

Im Jahre 2007 verspürte Allahs Diplomat Murad Wilfried Hofmann jedoch erstmals Gegenwind, als ihm ein städtischer Veranstaltungsraum im Comoedienhaus Wilhelmsbad bei Hanau gekündigt wurde. Am 30.11. wollte Schariafreund Hofmann dort seinen Vortrag »Islam in Deutschland – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft« halten, Anmieter der Räumlichkeit war der geheimnisvolle Verein für multikulturelle Ereignisse e. V. (Bahnstraße 7b, Hanau) (4). Der Abend war als kulturelle Veranstaltung („UNESCO 2007 – Mevlana“) ausgegeben, gebucht und genehmigt worden. Im Kündigungsschreiben vom 26.11.2007 stellte der Hausherr dar, dass er nicht bereit sei, einen Islamisten wie Murad Wilfried Hofmann reden zu lassen, der Ideen propagiert, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland verstoßen. Unser frommer Ex-Botschafter polterte gegenüber der schariatreuen Islamischen Zeitung empört: „Der Fall in Hanau stellt eine neue Eskalationsstufe der in Deutschland grassierenden Islamophobie dar“ (5).

74. Die sunnitische Orthodoxie, verkörpert in Ahmad bin Taymiyya (gest. 1328)

Das konsequent theokratische Gedankengut von Aḥmad bin Taimīya‎ (ibn Taymiyya, 1263-1328) wurde und wird von den Anhängern des Muḥammad ibn ʿAbd al-Wahhāb (1703-1792), den mit der hanbalitischen Rechtsschule einigermaßen verschmolzenen Wahhabiten, ebenso aufgegriffen wie von einer ihr inhaltlich sehr verwandten, etwa zur gleichen Zeit entstandenen Parallelorganisation, der in Pakistan und Indien bis heute verbreiteten Strömung Ahl-i-Hadith (Ahl-i Ḥadīṯ). Als hochmittelalterlicher Restaurator, Reaktionär oder Islamrevolutionär, wie man das sehen möchte, wies Taymiyya das parallele, „unislamische“ mongolische Rechtssystem der aus Zentralasien stammenden Dynastie der Ilchane (Īlḫānī) zurück und hielt nur die an der reinen šarīʿa (Scharia) ausgerichtete Herrschaft für legitim.

Indem ibn Taymiyya forderte, dass jede Entscheidung einer islamischen Regierung durch Koran und Hadithe abgedeckt sein muss, trug er dazu bei, die hanbalitische Rechtsschule bis heute um die beiden „Rechtsquellen“ (aus menschenrechtlicher Sicht eigentlich Unrechtsquellen) Konsens der Islamgelehrten (iǧmāʿ) und Analogieschluss der Islamgelehrten (quiyās) zu schmälern. Ibn Taymiyya wird seit acht Jahrzehnten in modernitätsverweigernden (islamistischen) Kreisen aufgegriffen und beworben, so durch Sayyid Quṭb, dem ebenfalls an einer Regierungsform nach der vollumfänglich installierten, „reinen“ Scharia gelegen war.

74. Entartet sind manche Bruderschaften auch ins Politische.

Hier ist wohl weniger gemeint, dass die für Hofmann nicht „entarteten“ Herren ibn Taymiyya und Sayyid Quṭb „unpolitisch“, rein spirituell gewesen seien, vielmehr hätten sie vermocht, Allahs Auftrag in Reinform zu erkennen. Infolgedessen dürfen die Taymiyya- und Quṭb-Anhänger auch heute „den“ Islam politisch verwirklichen, um alle Mystiker und anderen „Unvernünftigen“ machtlos zu halten beziehungsweise in den Bereich der islamischen Unterhaltungsindustrie, der islamischen Kulturpädagogik abzuschieben.

75-76. [Diese erneute] Hinwendung zum Mystischen … im] Islam, [Judentum und] Christentum [seit etwa 1968]. Hintergrund dafür sind die immer stärker werdenden Zweifel nicht an der Rationalität als Methode, sondern an der Rationalität des westlichen Wissenschafts- und Gesellschaftssystems: eines Systems, das zu Atomstrategie, Naturverwüstung und Unterentwicklung geführt hat.

Die von Industrialisierung geprägten Demokratien des westlichen Europas seien verantwortlich, ja sogar ursächlich für die Unterentwicklung Afrikas und Asiens? Wahrscheinlich sind die Niederlande auch noch schuld an der „Atomstrategie“ (Hofmann) Pakistans, Pakistan hat die Atombombe, die Europäische Union (oder Israel?) an derjenigen der göttlichen Diktatur in Teheran, die in diesen Jahren in den Besitz der Atombombe kommen will?

Indirekt wird deutlich, wie orthodoxe Muslime den Islam für „vernünftig“ halten. Gehorsam ist „Vernunft“.

76. Vorbereitet wurde dieser Aufstand gegen den Szientizismus von der modernen Mikro- und Makrophysik.

Allah sei Dank stoßen die Forscher Japans, Nordamerikas und so weiter an Grenzen, die den vermessenen Kapitalisten und nun in Bescheidenheit Erschauernden an das Ewig-Göttliche erinnern. Wilfried als Hippie-Blumenkind, der Jurist und Ex-Diplomat hat New Age im Programm. Um dann aber rasch die sprichwörtliche Kurve zu kratzen:

76. Kann ein Mystiker mit der neuplatonischen Theorie des Einen und der neuplatonischen Emanationslehre überhaupt ein Anhänger von Trinität und christlicher Schöpfungsvorstellung bleiben?

Für Pléthon (Geórgios Gemistós, 1360-1452) war das kein Problem, der Byzantiner war allerdings Islamkritiker. Auch der große Religionsstifter Lǎozǐ (Laotse, um 550 v. Chr.) kam psychisch glänzend ohne irdische Todesstrafe und himmlische Höllenqual für Religionsverweigerer aus. Im real existierenden, angeblich toleranten orthodoxen Islam war für eine Fortführung der pantheistischen, christlichen oder buddhistischen Philosophien ebenso wenig Raum wie in Murad Wilfried Hofmanns europäisch geprägtem Herz und Hirn.

Der Islam der šarīʿa spaltet die Menschheit in Klassen unterschiedlicher Würde und bewertet sie folgerichtig juristisch verschiedenstufig. Der von der Scharia begeisterte, 1931 in Aschaffenburg geborene hat beides abgelegt, den Vornamen Wilfried und das tolerante Denken, um sich einer Politreligion zuzuwenden, für die sich Deutschlands muslimische Demokraten wie Bassam Tibi oder Necla Kelek schämen würden. Dass es deutsche Juristen wie der ehemaligen Botschafter Hofmann oder der zeitweilige Richter (an einem bayerischen Oberlandesgericht) Mathias Rohe weitgehend unwidersprochen wagen können, im Namen der Religionsfreiheit öffentlich für ein kulturrassistisches, frauenfeindliches System zu werben, verwundert einigermaßen. Die Devise scheint das berüchtigte „Lass uns drüber reden“ zu sein. Ob in Europa beziehungsweise Deutschland bereits im Sinne von Said Ramadan, Mustafa Cerić und Mathias Rohe über die Einführung des islamischen Rechts verhandelt wird? Vielleicht ja am 23.-24.11.2009 in der Evangelischen Akademie Tutzing unter dem Titel »Ausbildung von Imamen in Deutschland«? Vielleicht in den Zimmern und Hinterzimmern jener Veranstaltungen, welche die Worte „abrahamitisch, der eine Gott, Dialog“ (kirchlich), „Abbau von Vorurteilen, Diversität, differenziert, nicht emotional“ (überall) oder, demnächst wohl kommunal statt auf Bundesebene veranstaltet, „Islamkonferenz“ im Schilde führen?

Sonderrechte der Scharia in Europa durchzusetzen, ließe sich durch die Argumente der Lieferung von Erdgas (Italien aus Libyen) und Erdöl (Europäische Union) sowie der Sicherung von Arbeitsplätzen erpresserisch befördern. Aabar Investments (Abu Dhabi) ist am 22. März 2009 mit 1,95 Milliarden beim Stuttgarter Automobilkonzern Daimler eingestiegen, damit ist der Golfstaat als Großaktionär Anteilseigner von immerhin 9,1 Prozent (Kuwait hält weitere 6,9 Prozent). Zur Rettung der angeschlagenen Wirtschaft und zur Beflügelung von Kulturbetrieb und Kulturpädagogik plauderte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im April 2009 mit Königsbruder Scheich Hamdan von Abu-Dhabi.

Werden unsere Politiker die fehlenden Menschenrechte namentlich Frauenrechte in den Golfstaaten künftig überhaupt noch kritisieren können? Wird ein deutsches Schulbuch, wird eine deutsche Handreichung für Integrationsarbeit oder Sozialarbeit wahrheitsgemäß das heißt hörbar ablehnend über die Scharia schreiben können?

Dass man bereits heute aus den Golfstaaten nicht nur Erdöl, sondern auch Moral exportiert, könnte uns folgende Stellenanzeige der für Bankwesen, Handel, Informationstechnologie und Telekommunikation am Golf und an 23 europäischen Standorten tätigen Huntress International verdeutlichen:

„Mein Auftraggeber erwünscht einen souveränen Scharia-Manager mit ausgezeichnetem Wissen im Versicherungswesen. Als Bewerber erwarten wir von Ihnen Kenntnis in Scharia-Recht und Scharia-Anwendung, um bei Gewährleistung der Prinzipien des Islamischen Fiqh jeden Verlust unseres Managements zu vermeiden. Sie werden schariakonforme Konferenzplanungen erstellen und die Konferenzprogramme gestalten, der Vertragserstellung und -Ausgestaltung beiwohnen und alle Fragestellungen dem Scharia-Rat (Sharia-Board) unterbreiten und die entsprechenden Handreichungen und Richtlinien entwickeln“ (1).

Eine Instanz namens Sharia-Board kultiviert beispielsweise die DIB oder Dubai Islamic Bank: „Gelehrte von hohem Ansehen und mit umfangreicher Kenntnis von Rechts, Wirtschafts- und Banksystemen haben sich, wie es die Islamische Scharia vorschreibt, in Recht und Wirtschaft spezialisiert und bilden gemeinsam den DIB-Aufsichtsrat für Fatwa und Scharia, das DIB Fatwa & Sharia Supervision Board“ (2).

Die wesensgemäße Antisozialität der Scharia zieht das Prinzip Gegengesellschaft nicht nur im deutschen Klassenzimmer und Straßenzug nach sich, sondern auch im Genfer UN-Menschenrechtsrat und in den Chefetagen international tätiger Konzerne und Banken.

Und dabei ist Islampolitik stets, für Sinnsucher ja vielleicht irgendwie aufregend aufgeilend, Sexualpolitik. Da wird dieses nahöstliche Spirituelle rasch zur Personalpolitik sprich Dienstanweisung: Ab morgen fußlanges Kopftuch, aber nasenbedeckend! Eine antiislamische Propaganda? Keineswegs: Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan, August 2009, setzt die Dubai Bank die geheiligte Obszönität der islamischen Genitalfixierung in eine konsequente Hausordnung um. Weshalb alle weiblichen Angestellten, muslimische und nichtmuslimische, ihren Schambereich sprich weiblichen Leib mit Gesichtsschleier (niqab, hier: shailah) und (!) Ganzkörperschleier (hidschab, hier: abaya) bedecken müssen (3). Der klientenzentrierte Finanzdienstleister stellt klar: „Unsere Bank ist Islamisch und muss der Scharia getreulich folgen, was unsere Kunden zufrieden stellen wird“.

Da wir ein Interesse am Erhalt der freiheitlichen Lebensweise haben, müssen wir gegen die Scharia arbeiten, schreiben und erziehen.

Dabei ist es weniger wichtig, als was ich die Demokratie verteidige: Ob als säkularer Muslim oder Ex-Muslim, als Unitarier oder Trinitarier. Murad Wilfried Hofmann kennt die vorhandenen kleinen Schwächen der christlicher Theologien und der Kichengeschichte und verwendet dieses Wissen in möglichst destruktiver Weise, um einem militanten politischen System in Europa zum Durchbruch zu verhelfen. Der ehemalige deutsche Botschafter richtet heute seine Energie bewusst gegen die freiheitlichen Werte, gegen jene Rolle, die er als einstiger Diplomat dienstgemäß zu verkörpern hatte. Hofmann ist damit gegen seinen einstigen Arbeitgeber tätig, gegen die Interessen der Bundesrepublik und ihrer Staatsbürger. Und kalt wie ein Faschist meint Hofmann: „Der Islam kann warten“.

114. Muslime meinen, … dass … es keine ideologiefreien Staatswesen geben kann.

Unsere Lebensordnung stammt nicht von den Göttern, das ist sicherlich wahr, doch wir verteidigen die freiheitliche Demokratie gegen alle politisch ambitionierten Leninisten, Faschisten, Maoisten und Islamisten als den Rahmen, der uns die größtmöglichen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben bietet. Der als junger Mann sehr erfolgreiche sportliche Tänzer, (äußerlich) gereifte Kalifats-Träumer und ernstzunehmende islampolitische Stratege Hofmann genießt unseren demokratischen Raum der freien Religionsausübung und Meinungsfreiheit, eine Umwelt, wie sie für einen Nichtmuslim oder säkularen Muslim in keinem islamisch geprägten Territorium der Welt denkbar ist.

Für sein aus Allahs mittelalterlicher Sicht konstruktives Tun wurde Murad Hofmann zur »Islamic Personality Of The Year« (Dubai 2009) gewählt und erhielt einen „Ehrenpreis“ von 180.000 Euro. Aus Sicht der säkularen Demokratie ist das keine Ehre, doch es gibt in gewissen Kulturen ja auch leider immer noch den „Ehrenmord“. Vor Hofmann waren Syriens 1929 geborener Großmufti Mohammed al-Bouti und der 1926 geborene Terrorprediger al-Qaradawi „würdige“ Preisträger und wurden zur Islamischen Persönlichkeit des Jahres ernannt.

Unter Würde verstehen wir etwas anderes, doch nehmen wir auch Straftätern und Staatsgegnern die Würde nicht, übrigens ganz anders, als es das islamische Recht vorsieht.

Hofmann verhöhnt die Demokratie. Das Volk als der deutsche Souverän, jedenfalls der islamkritische Teil des Volkes, braucht über das außerdienstliche Tun seines einstigen Vertreters in Algerien und Marokko nicht zufrieden zu sein.

113. Im Verhältnis von Okzident und Islam stehen sich heute zwei Staatstheorien mit jeweils unterschiedlichen Verfassungskonzepten scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Weniger Okzident und Islam als vielmehr freiheitliche Demokratie und Gottesstaat. Die Versöhnung besteht darin, den politischen Islam weitgehend zu verbieten.

113. »Din wa daula!« (Islam als »Glaube und Staat«) … ist doch die gesamte koranische Offenbarung »integristisch«, indem sie den Muslim als ein moralisches Wesen sieht, das ohne Einschränkung, also auch als Staatsbürger, theozentrisch denken und handeln soll.

Religion ist seit Jahrtausenden ganzheitlich, je nach der Weise der heiligen Gehorsamspflicht darf man auch sagen: sie ist total, oder: ist totalitär. Hier und heute gilt die Religionsfreiheit, an welchen Göttern Sie oder ich zweifeln, ist Ihre und meine private Angelegenheit, über die wir außerhalb der Arbeitszeit phantasievoll diskutieren dürfen.

Der bekennende Theozentriker Hofmann kreist innerlich um die Gottheit? Wir Gottlosen sind beeindruckt.

Was Sie als Staatsbürger und Würdegern-Separatist sollen oder nicht sollen, entnehmen Sie doch bitte dem Strafgesetzbuch.

114. Muslime meinen, … dass … der Versuch einer Trennung von Religion und Staat beim Individuum auf Schizophrenie hinausläuft.

Der Redende bekennt eine labile Psyche, das ist völlig in Ordnung, man soll seine nervlichen Grenzen kennen und achten.

Sind Europas mehrere Millionen von Muslimen jetzt auch mehrere Millionen von angehenden Schizophrenen? Müssen wir jetzt die Demokratie abschaffen, um der Bundesrepublik horrende medizinisch-psychiatrische Folgekosten zu sparen?

Der politische Islam bedroht stets gerne, dieses Mal also: „Wenn ich hier keine vollumfängliche Scharia bekomme, aber ein bisschen plötzlich, werd ich euch noch schizophren!“. Aber Herr Dr. Hofmann, so beruhigen Sie sich doch.

Jeder gottesfürchtige Patriarch nennt Atheismus, Religionswechsel oder Frauenwahlrecht unerhört, widernatürlich und gottlos. Der Fundamentalist, der autoritäre Charakter mag mit den Unbeschränktheiten und Unsicherheiten der kulturellen Moderne zunächst überfordert sein, der weltläufige Islamaktivist wie auch der Einwanderer aus einem ländlichen Winkel Marokkos oder Pakistans mag ja die westeuropäische Pressefreiheit ganz ernsthaft als ungerecht empfinden und würde sich bei Putin oder Lukaschenko vielleicht wohler fühlen.

Doch Freiheit lässt sich lernen, Demokratie desgleichen, Neonazis oder Islamisten stehen da nicht unter Naturschutz.

Demokratie ist eine Zumutung.

115. Der Koran … wurde geoffenbart. Er geht von einem Gemeinwesen – der Umma – aus, das die richtige »Umwelt« für eine gedeihliche Entfaltung des Islam gewährleistet. Unmittelbar aus dem Koran … lassen sich tatsächlich nur drei Elemente isolieren: das Präsidialprinzip … (Kalif, Emir) …, das Konsultationsprinzip … (Schura), das Prinzip des Islam als Staatsreligion, [was] erfordert, dass das Staatsoberhaupt Muslim ist und die gesamte Rechtsordnung am Koran als oberstem »Grundgesetz« ausgerichtet wird, natürlich auch hinsichtlich des Minoritätenschutzes.

Hofmann ist als ein in der Wolle gefärbter Fundamentalist nicht in der Lage, wissenschaftlich zu bleiben. Der Koran wurde nicht geoffenbart, Muslime müssen nach orthodoxer Auffassung glauben, er sei geoffenbart worden. Viele Nichtmuslime oder Ex-Muslime haben wenig Lust, den Koran zu lesen, der mit seiner schier endlosen Reihung an Mahnungen und Drohungen beim weitgehenden Verzicht auf Narrativität, auf wenigstens kürzeste Geschichten, für in der kulturellen Moderne (eben nicht: „im Okzident“) angekommene Menschen im Vergleich zu indischen, jüdischen zoroastrischen oder christlichen religiösen Texten nicht besonders attraktiv ist. Dem Koran und auch den meisten Texten des Sufismus fehlt nahezu jede, Erkenntnisschritte begünstigende Tiefe etwa des altchinesischen Tao Te King oder der vorsokratischen griechischen Naturphilosophie völlig.

Wie fürsorglich, dass Murad Wilfried Hofmann seit 1992 um die „Minoritäten“ (Dhimmis) so rührend besorgt ist. Im Scherz: Da kann ich als Nichtmuslim in einer künftigen Islamrepublik Deutschland ja ohne Sorge sein, und „Staatsoberhaupt“ (Hofmann präzisiert: „Kalif, Emir“) muss ich ja nicht unbedingt werden.

Im Ernst: Hofmann verstößt gegen das Grundrecht, welches jedem, auch dem „Dhimmi“, aktives und passives Wahlrecht einräumt.

117. Gleichheit vor dem Gesetz [in Nordamerika und Europa]. Im Vergleich dazu ist das Klima im Islam eher qualifikationsgläubig und damit anti-populistisch geblieben.

Wir finden die Gleichheit vor dem Gesetz gar nicht so schlecht. Der frühmittelalterliche Gott Allah, Religionsstifter Muḥammad und das im Hochmittelalter betonhart ausgeformte islamische Recht der Scharia sehen das freilich anders und kultivieren eine Ungleichheit vor dem Gesetz.

Im islamisch geprägten Teil der Erde überwiegen doch wohl leider nach wie vor Stammesdenken, dynastisches Denken, folglich Nepotismus und andere Korruption, des weiteren Kriecherei, Hofschranzentum, Pfründevergabe und gewaltsame Unterdrückung, und solange diese Staaten den Islam nicht aus der Politik und dem Recht herausdrängen, wird das auch so bleiben.

In den nicht rechtsstaatlich geprägten Metropolen Kairo und Islamabad etwa werden Verbrechen an Christen besonders häufig nicht strafrechtlich verfolgt, ihr echtes oder angebliches Fehlverhalten wird mit sadistischem Genuss angeklagt, ihre Aussage wird auf Polizeistationen bisweilen nicht ernst genommen, Enteignungen kommen ebenso vor wie Tochterraub und Zwangskonversion, Kinder eines männlichen Muslimen mit einer Koptin werden ohnehin nach Allahs Gesetz vom männlichen Clan verwaltet.

Wer mit dem saudi-arabischen Herrscherhaus verwandt oder befreundet ist, kann auf milde Strafen hoffen, das bedeutet dort auf ausbleibende Peitschenhiebe oder ausgesetzte islamrechtliche Tötung. Und während sich Ex-Muslime nach Europa flüchten, freut sich Murad Hofmann darüber, dass die derzeitige orientalische Rechtskultur nicht „populistisch“ ist, sondern „spirituell“. Menschen wie Hofmann behindern den Orient an einer Demokratisierung.

121. Mit Programmpunkten wie „Der Koran ist unsere Verfassung“ (Hasan al-Banna) und Thesen wie „Es gibt nur zwei Parteien: Die Partei Allahs und die Partei Satans“ oder „Alle Souveränität liegt bei Allah (al-hakimiyya li-llah“) ist analytisch wenig anzufangen, solange das jeweilige Verständnis von »Scharia« vage bleibt. Leider habe ich Anlass zu dem Verdacht, dass selbst maßgebliche Vertreter der Reformbewegungen mit „Einführung der Scharia“ nicht die auf koranisches Recht beschränkte Scharia meinen, sondern das gesamte Rechtsgebäude der islamischen Orthodoxie des 14./15. Jahrhunderts.

Hofmann macht auf korantreu. Mit „Reformbewegungen“ meint unser gottesfürchtiger Ex-Diplomat die Anhänger von Sayyid Abū-l Aʿalā al-Maudūdī (1903-1979), Sayyid Quṭb (1906-1966), Ḥasan al-Bannā (1906-1949) und seiner von ihm gegründeten Muslimbruderschaft sowie die Parteigänger des türkischen Islam-Ideologen Necmettin Erbakan, vier Islamisten, von denen sich der bekennende Koranleser auch an dieser Stelle in keiner Weise distanziert.

Wie alle schariatreuen Muslime betrachten sich auch die gegenmodernen, antidemokratischen Islamisten des zwanzigsten Jahrhunderts als die gemeinschaftsgewordene Gegenwart der Urgemeinde des siebten Jahrhunderts. Folgerichtig nennt Mustafa Cerić die „Weltanschauung“ (sic!) der Scharia „perpetual, not negotiable and not terminable“ – immerwährend, unverhandelbar und nicht beendbar (6).

Die Scharia ist selbstverständlich eine menschliche Kulturleistung, leider eine des kulturellen Rassismus und der „ewigen, unverhandelbaren“ (Eugen-Biser-Preisträger Cerić) installierten Frauenentwürdigung und Frauenentrechtung. Noch nicht einmal die „Schließung der Tore des Idschtihad“ problematisiert Hofmann, der sich damit, weil er nicht behaupten kann, vom Islam keine Ahnung zu haben, als Anhänger des großen Theokraten al-Ghazali (Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, 1058-1111) erweist.

Ein bekennender Gegner oder auch nur Kritiker an Abū Ḥāmid al-Ġazālī und dessen šarīʿa-Begriff würde jedoch aus dem Scharia-Aufsichtsrat der bosnischen Bank gefeuert, müsste vor seinen jordanischen „Brüdern“ aus der Ahl al-Bayt Foundation for Islamic Thought davonlaufen und bei den Ex-Muslimen um Zuflucht bitten. Das ist dem alten Diplomaten dann doch zu stressig, und so erzählt uns Onkel Murad das Märchen von den vielen kleinen Scharien. Oder sagt man Scharias?

128 [Islamische Marktwirtschaft, Zinsverbot] Das Prinzip des zinslosen Geld- und Kapitalverkehrs bzw. Banksystems … Um so gebannter schauen die Muslime in Richtung Islamabad, ar-Riad, Kartum und Teheran. Muss es nicht EINEM gelingen, eine effiziente Wirtschaft mit sittlichem Gesicht, eine Wirtschaft für den Menschen, zustande zu bringen?

Kann ein deutscher Diplomat tiefer fallen, als das den männlichen Apostaten tötende System von Saudi-Arabien oder das Ehebrecherinnen steinigende, Gotteslästerer ermordende Regime in Teheran als „sittlich“ und als Lebensform „für den Menschen“ zu verteidigen?

Im Jahre 2007 wurden in Saudi-Arabien 153 Männer und 3 Frauen hingerichtet. In der Tat, der Prophet Muḥammad und der Ex-Botschafter Hofmann zeigen uns ihr wahres „sittliches Gesicht“ (7). Der Leser mag Interesse haben, jetzt einmal sowohl die Szenen des allahgottesfürchtig-frommen Auspeitschens zu betrachten (8) als auch das Gesicht des gestrengen Zivilisations- und Kapitalismuskritikers (9). Töten für Allah.

146. Es gibt im Islam praktisch keinen rechtsfreien Raum.

Das stimmt, verwirklichte Scharia ist alles andere als ein Ort der Beliebigkeit, Schlampigkeit oder Genussucht. Der Islam als totalitäre Lebensordnung ist wesentlich mehr als eine Religion nach Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes. Er will das Grundgesetz für die Angehörigen seines Religionsvolkes zur Seite schieben oder jedenfalls teilweise außer Kraft setzen, zunächst die frauenfeindliche Imam-Ehe (nikaḥ), die stets mit etwas Zwang ausgestattete arrangierte Ehe (Boos-Nünning), die islamische Zwangsehe (walī muǧbir), das Heiratsalter für Mädchen (9-13 oder älter), die Mehrzahl der Ehefrauen und das Herrschaftszeichen Kopftuch (ḥiǧāb) betreffend.

Wir Bundesbürger dürfen in Kenntnis der ewigen (Hofmann, Cerić) islamischen Entrechtung der Nichtmuslime und der muslimischen Frau den zitierten Satz allerdings präzisieren: Es gibt im Islam keinen unrechtsfreien Raum.

Deutschland hat die Muslime zu integrieren, nicht den Islam.

Jacques Auvergne

(1) My client requires a strong Sharia’a manager with an excellent insurance background.

You will have knowledge of Shari’a law and regulations in order to avoid any loss due to deviations from the principles of Islamic Fiqh.

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Submit queries to the Shari’a board.

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http://www.bayt.com/en/job/?xid=1322031

(2) Scholars of high repute with extensive experience in law, economics and banking systems and specialising in law and finance as prescribed by Islamic Sharia make up the DIB’s Fatwa & Sharia Supervision Board.

http://www.dib.ae/en/shariaboard.htm

(3) Dubai Bank. Alle weiblichen Angestellten, auch die nichtmuslimischen Frauen, müssen ab sofort den den Gesichtsschleier (niqab, hier: shailah) über dem Ganzkörperschleier (hidschab, hier: abaya) tragen: „Our bank is Islamic and must follow Sharia in all respects, which will satisfy our clients“

http://www.gulfnews.com/nation/General/10342385.html

(4) Dubios: „Verein für multikulturelle Ereignisse e.V.“

http://www.mk-ev.de/

(5) Hanau 30.11.2007: ηὕρηκα – Heureka! Islamist Hofmann fliegt raus: