Ausverkauf der Demokratie

Dezember 21, 2009 von schariagegner

اسلامی ریاست

Islāmī Riyāsat

Islamische Führung

Ein Text von Abū ʾl-Aʿlā al-Maudūdī titelt mit »Islāmī Riyāsat (1)«, was „Islamic Presidency“ oder „Islamic Leadership“ bedeutet. Das zu ar-raʾīs, Führer (chief, leader) gehörende ar-ryāsat, Präsidentschaft, verwendet der den Wahhabiten und der Muslimbruderschaft zugeneigte organisierte Islam in Sarajevo unter Raʾīsul ʿulamāʾ (Führer der Islam-Gelehrten, bosnisch »Reis-ul-ulema«) Mustafa Cerić als das bosnische Wort »Rijaset« zur Bezeichnung der höchsten politreligiösen Ratsverwaltung, ansässig im Dienstsitz des Großmuftis in der Kaisermoschee, sowie als Namen seiner Homepage.

Opening the way for the Muslim law

The universal Weltanschauung of Dr. Cerić. Von Jacques Auvergne

Mustafa Cerić durchlief eine Ausbildung an der klassisch islamisch sprich gegendemokratisch und frauenfeindlich ausgerichteten Kairoer al-Azhar-Universität, wo er von 1974-1978 islamische Theologie und Philosophie studierte. Als Imam arbeitete er ab 1981 in den USA, wo er 1987 über den frühen islamischen Denker Abū Manṣūr al-Māturīdī (893-941) aus Samarkand promovierte. 1990 war Cerić Mitgründer der Partei der demokratischen Aktion (SDA, Stranka demokratske akcije), eines angesichts der von Belgrad aus und durch Politiker wie den mit Rechtsradikalen und Paramilitärs kooperierenden serbischen Präsidenten Slobodan Milošević jahrelang betriebenen Diskriminierung aller Nichtserben sehr erklärlichen politreligiösen beziehungsweise ethno-religiösen Bündnisses.

Die SDA, Izetbegović führte sie bis 2001, versteht sich gleichwohl bis heute ihrer Aussage nach als säkular, während Theologe Mustafa Cerić im European Council for Fatwa and Research (ECFR, Europäischer Rat für Fatwa und Forschung) mit jenen radikalislamischen Strömungen wie der Millî-Görüş freundschaftlich zusammenarbeitet, welche die juristische, politische und pädagogische Herrschaft der Stellvertreter Allahs gegenüber der Volkssouveränität für sittlich wertvoller erachten. Das der Muslimbruderschaft nahe stehende ECFR will das Kalifat als ein revolutionär gegenkulturelles Milieu einer eigenen Staatsbürgerschaft und zunächst einer Rechtsspaltung im Personenstandsrecht beziehungsweise Familienrecht, das geheiligte Ziel der Deklassierung der Frau entstammt dabei dem Koran und der mittelalterlichen Orthodoxie. Wolfgang Schäuble und Armin Laschet begehen mit Mustafa Cerić Feierveranstaltungen.

1992 erklärte Bosnien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien. Zwischen 1991 und 1993 war der Bosnier, auch im Auftrag des bosnisch-muslimischen Politikers Alija Izetbegović, Universitätslehrer im „differenziert“ denkenden Apartheidsstaat Malaysia am International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC, http://www.iiu.edu.my/istac/), das der International Islamic University Malaysia (IIUM, http://www.iiu.edu.my/) angegliedert ist und von Syed Muhammad Naquib al-Attas geleitet wird.

Im Juli 1995 forderte das von den UN als Völkermord klassifizierte Massaker von Srebrenica vom muslimischen Bevölkerungsteil Bosniens, man nennt ihn den bosniakischen, bis zu 8.000 Tote. Für Europa war Srebrenica die schlimmste Gräueltat seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges.

Im April 1993 wurde Mustafa Cerić zur obersten islamischen Autorität Bosniens ernannt, manche reden allerdings von einem Putsch gegen den muslimischen Slavomakedonen („Torbesch“) Jakub Selimovski, jenen zeitweiligen ranghöchsten Geistlichen Makedoniens, der irgendwann einmal eine Todesfatwa von ethnisch albanischen Islamführern aus Makedonien erhalten hatte.

Weil der Zerfall Jugoslawiens beziehungsweise der jugoslawische Bürgerkrieg schrecklich war und dauernder Friede schließlich wünschenswert ist, wird der einen schmucken weißen Turban tragende Geistliche aus Sarajevo weltweit von Politikern eingeladen sowie von Religionsfunktionären, zumal christlichen, mit Ehrungen ausgezeichnet. Etwa durch den in Heppenheim ansässigen Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), der den abrahamischen Dialog, genauer müsste man sagen: den Trialog pflegt, bei dem entweder Jahwe, christlicher Vatergott nebst Jesus von Nazareth sowie der steinigende Allahgott miteinander im Himmel verschmolzen werden sollen oder eine irdische Segregation von Glaubensnationen nach dem Vorbild von Malaysia oder Ägypten angestrebt wird, der ICCJ überlegt noch.

Im Jahre 2005 erhielt der Schariapolitiker „für seinen außergewöhnlichen Beitrag zum interreligiösen Verstehen“ den Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis der UNESCO, in Anwesenheit des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble am 22.11.2008 in München den Preis der theokratisch orientierten Eugen-Biser-Stiftung, die grundrechtswidrige Scharia kritisiert man in diesen Kreisen nicht.

Am 24. Februar 2006 weilte der bosnische Reisu-l-ulema, wörtlich Führer der Gelehrten, türkisch Başmüftüsü, in der Moschee der kroatischen Hauptstadt Zagreb, als er die »Deklaracija Evropskih Muslimana« (Declaration of European Muslims) bekannt gab. Cerić ist Šayḫ (Scheich) im ECFR-Netzwerk des in Qaṭar wohnhaften ranghöchsten Predigers der Muslimbruderschaft, Yūsuf al-Qaraḍāwī. Jacques Auvergne kommentiert den von ihm übersetzten und gekürzten englischen und französischen Text der Erklärung der Europäischen Muslime.

Cerić:

Dem Willen Ausdruck verleihend, den die Europäischen Muslime seit dem Angriff vom September 2001 in New York, dem Massaker vom März 2004 in Madrid und der Bombenexplosion vom Juli 2005 in London entwickelt haben.

Cerić interessiert sich für die Probleme, welche die kulturellen Moderne mit dem sich koranisch legitimierenden Terrorismus hat.

Wo doch am 11. September 2001 Tausende von Männern und Frauen, die im New Yorker World Trade Center gearbeitet haben, durch einen terroristischen Angriff getötet wurden, wo am 11. März 2004 Hunderte von Menschen, die sich gerade auf der Eisenbahnfahrt in Madrid befanden massakriert wurden, wo doch am 7. Juli 2005 in London viele unschuldige Menschen das Opfer von Bombenexplosionen wurden, und angesichts der Tatsache, dass all diese Gewalttaten gegen die Menschlichkeit als „Islamischer Terrorismus“ bezeichnet worden sind,

Die Terroristen nennen sich selber so, islamische Kämpfer.

Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass die Anschläge von New York, die Massenmorde in den Eisenbahnzügen von Madrid und die Bombenattentate von London den europäischen Muslimen die schwere Last kollektiver Schuld für jenen „Islamischer Terrorismus“ zu tragen auferlegt haben, die fortwährend von einigen Politikern und Medien propagiert wird,

Seit 9 / 11 würden die Nichtmuslime also die Muslime quälen.

Des Leidens der europäischen Muslime eingedenk, die von einer durch unverantwortliche Berichterstattung gewisser Medien, die über muslimische Angelegenheiten (issues) berichten, verursachten Islamophobie ausgesetzt sind,

Aufruf an die muslimischen und nichtmuslimischen Europäer, eine Hexenjagd gegen jenen angeblich die Menschenrechte und Bürgerrechte gefährdenden Teil der Fernsehsender und Redaktionsstuben zu beginnen, der pauschale Ängste vor dem Islam schürt. Nichtmuslime dürfen keine Angst vor der Scharia haben, das wäre unmenschlich. Über den Islam soll – wohl ausschließlich – positiv berichtet werden.

Wo doch die Europäischen Muslime die Freiheit der Anderen genauso sehr wertschätzen wie ihre eigene

Alleine die Konstruktion einer Sorte Mensch namens muslimische Europäer müssen wir im Namen der bedrohten Rechtseinheitlichkeit zurückweisen.

Es möge in Europa also zwei verschiedene Freiheiten geben: die nichtmuslimische Freiheit und die muslimische Freiheit. Cerić bereitet den Ausstieg der muslimischen Bürger, namentlich der muslimischen Frauen, aus dem für alle geltenden Recht vor: die Polygamie ist noch verboten, sie kann es für die nichtmuslimischen Europäer, Cerić ist tolerant, ja auch bleiben. Dass aber künftig nicht nur den drei Muftis des nordgriechischen Komotiní gestattet sein soll, Dreizehnjährige oder Elfjährige zu verheiraten, die bald darauf schwanger werden, sollen wir im Namen der Religionsfreiheit hinnehmen, den Kopftuchzwang eines Yūsuf al-Qaraḍāwī selbstverständlich ebenso. Ehe- und Familienangelegenheiten, dazu kann doch bitte bald auch das Erbrecht gehören, regeln die Muslimstaatsbürger demnächst bitte ganz friedlich unter sich. Die Schwester erbt eben nur halb so viel wie ihr Bruder, so steht es in Gottes Handlungsanleitung, im al-qurʾān – Sie wollen doch nicht etwa die Muslimbürger daran hindern, nach dem Tod in die ewige Gottesnähe zu gelangen, Sie antimuslimischer Rassist und gruppenbezogener Menschenfeind?

Wo doch die Europäischen Muslime ihre Kinder in Frieden und Sicherheit aufwachsen lassen möchten, im Miteinander mit anderen religiösen Gruppen und in einem Europa, das sich auf einer ‘Ethik des Teilens’ gründet.

Der Großmufti singt dem Sozialstaat ein Hohelied? Mitnichten, Mustafa Cerić will die Rechtsspaltung: Ihr lasst uns unser Recht, wir lassen euch euer Recht. Eingeteilt, aufgeteilt, zugeteilt. Hier Scharia, da säkulare Moderne, wir teilen dieselbe Stadt. Spiritueller Mauerbau.

Daran erinnernd, dass der Islam Juden und Christen als das Volk des Buches zu betrachten lehrt, damit sie alle, Juden, Christen und Muslime, lernen, ihre gemeinsamen spirituellen Wurzeln ebenso zu teilen wie ihre gemeinsame Zukunftshoffnung, ohne Vorurteile und mit dem Ziel, Diskriminierung zu vermeiden

Monotheistische Theokraten dürfen den Europäern künftig die Welt und die Regeln des Zusammenlebens erklären.

Wo Europa doch ein Kontinent vieler Glaubensbekenntnisse ist

Doch wohl eher ein Kontinent vieler Individuen, und zuerst ein Kontinent der für alle, auch für Atheisten und Frauen, geltenden Rechte. Möchte uns der bosnische Geistliche ein Europa der Glaubensnationen (milal, Sg. milla; türk. millet) in die Debatte hineinmogeln, ein Europa, in dem eine religiöse Gerichtsbarkeit das Recht hat, die universellen Menschenrechte namentlich die Frauenrechte anzuknabbern oder außer Kraft zu setzen?

Eingedenk, dass Europa stolz auf den Weg von der Sklaverei zur Freiheit ist, vom Mythos zur Erkenntnis und Wissenschaft, von der ungebändigten Macht zum Recht und von der Staatstheorie zur Legitimität des Staates und im Wissen von Europas bereitwilligem Bekenntnis zu den Grundwerten von Menschenrechten und Demokratie.

Nicht nur begeistertes Credo, das westliche und mittlere Europa, Weißrussland leider gewiss nicht, hat seine Staatlichkeit, Verwaltung und öffentliche Schule tatsächlich auf die Universalität der Menschenrechte gebaut, wesentlich anders als die Teile der Welt, die vom islamischen Recht bestimmt sind. Bezeichnenderweise redet Cerić hier an der Sache vorbei, er sagt basic values, nicht: vollständige Geltung der säkularen Freiheitsrechte, er sagt Human Rights – welche Menschenrechte, diejenigen der OIC von 1990 mit ihrem Schariavorbehalt?

Der Bosnier hätte statt Menschenrechte AEMR sagen müssen, universelle Menschenrechte, er hat stattdessen wohl Allahs Menschenrechte im Blick. Demokratie (Democracy) ginge auch mit dem Unrechtsstaat der DDR, Cerić hätte sagen müssen: freiheitliche Demokratie, und wer ein wenig über Fundamentalismus beziehungsweise Scharia nachdenkt, wird erkennen, dass nur die säkulare Demokratie eine freiheitliche Demokratie sein kann. Cerić will den freiheitlich-säkularen Staat gar nicht – und redet, nicht anders als Erich Honecker oder Mao Tse Tung, von Demokratie. Ein Bekenntnis hat Bosniens Großmufti übrigens noch nicht einmal gegen die Sklaverei abgelegt, lediglich ausgesagt, dass Europa auf irgendeine „Straße“ (engl. road), irgendeinen „Weg“ (frz. chemin) „stolz“ (proud, fière) ist.

Statt zu sagen: eine dem Mythos unterworfene Gesellschaft, das heißt ein dem Geisterglauben und der Sexualmagie nachgeordnetes Weltbild und Menschenbild, verwendet der Großmufti fälschlich das Wort Mythologie, was jedoch Mythenforschung bedeutet und wissenschaftliches Denken voraussetzt, wozu die islamische Orthodoxie nicht in der Lage ist, denn der Hidschab (ḥiǧāb, wörtlich: Vorhang, Ganzkörperbedeckung der Frau) ist der Sexualmagie nachgeordnet und das Lehren schmerzlicher Höllenfeuer finsterstes Mittelalter und Psychoterror. Auch das ist kein Versehen, Cerić will die Höllenpädagogik ebenso legalisieren wie die Kopftuchpflicht, wozu arbeitet er schließlich so fleißig für das ECFR, den „Fatwa-Rat“ (Europäischen Rat für Fatwa und Forschung).

Europa ist das Haus des Friedens und der Sicherheit, wie es sich auf dem Gesellschaftsvertrag (consensus) gründet.

Mit dem Begriff Haus des Friedens, englisch lässt Cerić „House of Peace“ sagen, frz. „la demeure de la paix“, hat uns der listige bosnische Gelehrtenführer das arabische dār, wörtlich Haus, gemeint ist das irdische Territorium in seiner Relation zu Allahgott, in die Diskussion hinein geschmuggelt, das uns aus der manichäisch und dschihadistisch verstandenen Benennung des islamisch beherrschten Gebietes als dār al-islām bekannt ist.

Das Paradies wird im Koran an zwei Stellen als die dār as-salām bezeichnet (10:25 und 6:127), Haus des Friedens, mit Cerić hat Europa womöglich paradiesische Aussichten.

Gesellschaftsvertrag (Social Contract, Contrat Social) soll uns ein wenig zum Neuverhandeln der gesellschaftlichen Grundlagen ermuntern. Consensus ist iǧmāʿ – schariakonforme Plenardebatte. Referenzmodell jedes anständigen Rats ist (ǧ-m-ʿ, versammeln, Gemeinschaft) ein ǧumuʿa oder ǧumʿa genanntes freitägliches Zusammenkommen, das von Allahgott angeordnete Freitagsgebet als der Nukleus jedes Parlaments, das durch korantreue Verhaltensausrichtung heilssichernde Epizentrum der sittlichen (islamischen) Staatsgründung.

Allahkratisch-kulturrassistische dār-Formeln wie dāru ʾl-ʿaḥd (Dar al-Ahd), Haus des Vertrags, oder dāru ʾṣ-ṣulḥ, Haus der Übereinkunft (muṣālaḥa, Versöhnung; vgl. das jesuszentrierte Sozialwerk http://www.musalaha.org/) ermöglichen es islamrechtlich Indoktrinierten, die als unsittlich eingestuften Nichtmuslime nicht als Harbis zu bezeichnen und töten zu müssen oder als Dhimmis zu versklaven.

Islamist Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān), der sich in diesen Tagen des Dezembers 2009 als „Islamfachmann“ im französischen Regierungsviertel herumreichen lässt, wo es den säkularen Politikern um ein Burkaverbot geht, Herrn Ramadan jedoch um eine totale Kopftucherlaubnis, ist der großartige Erfinder der Theorie einer dār aš-šahāda (Haus des Glaubensbekenntnisses), in Wirklichkeit will er die schariakonforme Rechtsspaltung, das Sonderrecht der muslimischen Staatsbürger.

Der Sohn des Muslimbruders Said Ramadan („Das islamische Recht“, 1961) ist als städtischer Integrationsbeauftragter für Rotterdam und zeitgleich als Dozent der Uni Rotterdam allerdings gefeuert worden, weil er eine Moderation für einen Fernsehsender der islamischen Diktatur Iran übernommen hatte, wo er es wagte, just in jenen Tagen des Sommers 2009, in dem in Teheran protestierende Studenten erschossen wurden, von den angeblich schrecklich unterdrückten europäischen, zumal französischen Studenten muslimischen Glaubens zu reden, im selbstbeschädigend toleranten Oxford wird er leider auch in Zukunft tätig sein dürfen (2).

Das europäische Territorium (land, territoire) ist das Haus des Gesellschaftsvertrags, denn es ist dort möglich, in Übereinstimmung mit seinem jeweiligen Glauben im Kontext der sinngemäß von John Rawls genannten „Prinzipien“ zu leben, welche: „frei handelnde und rational denkende Menschen bereitwillig akzeptieren, die Sorge dafür tragen, dass die Ausweitung ihrer eigenen Interessen das Gemeinwohl gründet, gewährleistet und definiert“.

Das jedoch ist für den Bankräuber, Nationalsozialisten oder religiösen Radikalen im Allgemeinen kein großes seelisches Problem, er wird seinen Egoismus oder Gruppenchauvinismus flugs als gemeinnützig etikettieren, zumal er das Recht zur kreativen Initialzündung und Neudefinition der sozialen Werte und politischen Leitlinien hat. Allahgott hat die Raubökonomie gestattet, das geheiligte Beutemachen auf Kosten der Nichtmuslime und der Frauen ist orthodoxe islamische Sozialpädagogik. Jetzt muss ich das Ganze nur noch in Sarajevo mit „gerechte Gleichheit“ (equality, égalité) beschriften.

John Rawls (1921-2002), amerikanischer Gesellschaftsphilosoph mit Leitbildern der Menschenrechtsuniversalität, Chancengleichheit und Sozialstaatlichkeit, arbeitete über den von Immanuel Kant entlehnten Begriff des Common sense, der inzwischen radikalislamische Nutzbarmachung erfährt. Rawls war Autor von The Law of the Peoples (1993). Der amerikanische Islamist und Arzt (Endokrinologie) Shahid Athar interpretiert die zunehmende Schariaverträglichkeit der USA als Wandel vom Homogenität erstrebenden „Schmelztiegel“ (melting pot) zur tolerierten Heterogenität der „Salatschüssel“ (salat bowl), in der man jede ethnoreligiöse Differenz dauerhaft erkennen kann.

Womöglich möchten die Bewunderer von al-Maudūdī ihr Streben nach Segregation und Sezession mit einem Selbstbestimmungsrecht als ethnische Minderheit beziehungsweise Glaubensnation vermarkten; Bekir Alboğa zitierte dazu 2009 öffentlich Kant. Rawls greift – wie Cerić – auf Jean-Jacques Rousseau zurück, dessen »Du contrat social ou Principes du droit politique« (Amsterdam 1762) vielerorts sofort verboten wurde, mit Rousseau und mit erheblicher Mühe ließe sich das „spontane“ Zusammenfinden von Muslimen zur kalifatsähnlichen Struktur legitimieren. Während man (ziemlich laut) auf Religionsfreiheit pocht, zaubert man den unfehlbaren volonté générale mit der unsichtbaren Scharia identisch. Den Linken legt man den Köder, den Separatismus der islamischen Gehorsamsgesellschaft als Pluralismus zu sehen und die islamische Revolution als im Kern sozialistisch, die Christen mögen sich von Abrahams koranlesenden Kindern begeistern lassen. Die geduldete radikalislamische Parallelgesellschaft als freie Willens- und Gemeinschaftsbildung, die Dhimmitude als demokratisches Minimum (Rawls: Le minimum démocratique) – wenn die Frau der Muslim-Kaste freiwillig nur halb so viel erben will wie ihr Bruder, hat sie dann nicht ihre Bürgerrechte frei genutzt?

Mit Kopftüchern und Kirchentagen mag eine neue, abrahamische »Natürliche Theologie« über dem Klang der Dreikonsonantenwurzel ṣ-l-ḥ zwischen Thomas von Aquin, Yūsuf al-Qaraḍāwī und Intelligent Design (ID) aussöhnen, maṣlaḥa als das Allgemeinwohl oder istiṣlāḥ als das Streben nach dem sozialen Besten machen den Weg frei zur dāru ʾṣ-ṣulḥ, zum Haus des Vertrags sprich Unterwerfungsvertrags.

Die „konstruktiven“ Dhimmifunktionäre Rowan Williams (Bischof), Christian Giordano (Ethnologe) und Mathias Rohe (Jurist) haben dem als Religion getarnten Herrschaftskult bereits muṣālaḥa angeboten, Versöhnung.

Während ein Gesellschaftsvertrag die vernunftgeleitete Willensbekundung eines Menschen ist und eine Selbstverpflichtung dem Staat gegenüber, so stellt der Bund (a Covenant) das glaubensorientierte Streben des Menschen dar. Durch den Bund weiht der Mensch sein Herz der Gottheit und erlangt innere Sicherheit, durch den Verfassungsvertrag legitimiert er das Staatswesen und erlangt äußere Sicherheit als Bewohner eines Dorfes oder einer Stadt.

Frei nach Cerić: „Ein Dasein als gottloser Staatsbürger ist hohl und leer, eure Demokratien sind auf die monotheistischen Religionsgemeinschaften, allen voran den Islam, angewiesen.“ Ein Geistlicher mag derartigem Selbstbewusstsein ja gerne Ausdruck geben, die Doppelpackung Religionsbund plus Staatsbürgerschaft erinnert auf den ersten Blick auch ein wenig an das jesuanische „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ oder an die jedem Menschen eigene Dualität zwischen dem Emotionalen und dem Rationalen beziehungsweise zwischen dem Idealistischen und dem Organisatorischen. Einem als persönliche Spiritualität gemeinten Islam würden wir derlei Rhetorik zugestehen wollen, einem an der Rechtsspaltung interessierten, strengstens an der Scharia orientierten fundamentalistischen Gehorsamskult allerdings nicht.

So sei es der Europäischen Union erklärt:

Hello Europe, this is Mustafa speaking!

Ein Staatsbürger ist Inhaber von Freiheitsrechten und freiheitlichen Privilegien. Er ist ein Staatsangehöriger, der, sei es als Ureinwohner oder als Einwanderer, einer Regierung Loyalität schuldet. Dabei hat er den Anspruch darauf, dass diese sein Leben, seine Religion, seine Freiheit und seine Würde schützt.

Nett, dass der Herr aus Sarajevo uns den Rechtsstaat erklärt. Was der bosnische Koranpolitiker uns unterschlagen möchte: Das Kind muslimischer Großeltern hat allerdings den Anspruch darauf, dass der Staat es schützt … vor dem Islam der Scharia schützt, sobald dieser Kult seine Freiheit und Würde bedroht, etwa durch den nötigenden Heiratsvormund oder die schafiitische FGM. Mustafa Cerić will die Kinder und Enkel der von ihm gewollten Kaste der Muslimbürger der Gewalt der Fundamentalisten ausliefern – im Namen der Friedfertigkeit oder, gelingt das nicht überzeugend, der Andersartigkeit, der „Differenz“.

Schariafreundin Nilüfer Göle (»Emanzipation auf Islamisch«) schreibt 2008 auf qantara.de zum Kopftuchstreit in der Türkei: „Als Symbol steht das Kopftuch dabei zugleich für persönliche Frömmigkeit und öffentliches Geltendmachen der islamischen Differenz“. Mit dem irgendwie wissenschaftlich wirkenden Wörtchen „Differenz“ versucht die in Paris lehrende Soziologin, uns die Modernitätsverweigerung und den gegenkulturellen Separatismus des politischen Islam als gelebte Religionsfreiheit beziehungsweise muslimische kulturelle Identität zu verkaufen.

Die europäischen Muslime, die schließlich versuchen, ihr Leben in Aufrichtigkeit und Authentizität (decent, honnête) zu führen, haben folgende Erwartungen:

Die Institutionalisierung des Islam in Europa.

Noch eine Moschee? Noch ein Islamverband? Nein.

Das Europäische Islamparlament unter Vorsitz des Großmuftis von Europa!

Gutes Personal ist heute so schwer zu bekommen, aber wer weiß, vielleicht würde der bescheidene Bosnier das Amt notfalls übernehmen, zumal er offiziell in Bälde nicht mehr zum Widerschein Allahgottes in der bosnischen Dämmerung neu gewählt werden darf, im Jahre 2012 wird seine Amtszeit enden. Ob sich der Großmufti (ECFR) seinen Dienstsitz, die im Jahre 1462 erbaute Careva Dzamija oder Kaisermoschee in Sarajevo, als Führungsstelle (Rijaset) des künftigen Europakalifats vorstellt?

Die ökonomische Entwicklung der muslimischen Gemeinschaft, damit sie volle spirituelle und kulturelle Freiheit erlangt und unabhängig ist.

Ökonomisch entwickelt heißt schariakonformes Bankwesen und überhaupt richtig viel „spirituelles“ Geld. Vollständig abgeschottete Geldströme, bis auf das geheiligte Beutemachen (al-anfāl, al-ǧizya)?

Wenn wir erst reich genug sind, kaufen wir uns aus der Demokratie heraus und ins Kalifat hinein.

Die Sūratu l-Anfāl ist sūra 8, die Sure der Kriegsbeute. „Sie fragen dich nach der Beute. Sprich: „Die Beute gehört Allah und dem Gesandten. … In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Trefft (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen jeden Finger ab (3)!“

Die Entwicklung islamischer Schulen, die in der Lage sind, die in Europa geborenen Muslime dazu zu erziehen, die neuartigen Herausforderungen ihrer multikulturellen Gesellschaften zu bestehen und diese prägend mitzugestalten (d`inspirer la sociéte multiculturelle européenne).

Ein Geflecht ECFR-treuer Zentren der Koranlehre, ein Netz von madāris (Sg. madrasa) möge den Kontinent überziehen, nebenbei ein flächendeckender und dabei möglichst offen schariakonformer Islamischer Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Zentren für Imam-Ausbildung möglichst an den Universitäten. Zentren der Ausbildung zum muftī (Scharia-Richter). Ein echter Großmufti braucht viele Kleinmuftis.

Die politische Freiheit, welche die europäischen Muslime in die Lage versetzen wird, ihre legitimen Vertreter in die staatlichen Parlamente zu entsenden.

Der Mensch ist bei Mustafa Cerić eben kein Individuum, sondern Teil seiner Glaubensnation.

Als Gründer des Staates Pakistan kann der Politiker Ǧinnāḥ (Jinnah) gelten. Dazu musste das gemischtreligiöse Indien allerdings erst mit Umsiedlungen, Pogromen und Vertreibungen in zwei Staaten zerfallen, einen vorsichtig säkularen Staat Indien und einen halbwegs radikalislamischen Staat namens Pakistan (mit Ostpakistan, heute Bangladesch). Indien und beide Pakistan wurden am 15.08.1947 unabhängig.

Die dreizehnte Forderung der »Fourteen Points of Jinnah« (März 1929, englisches Wikipedia) lautete: „Jedes Kabinett, sowohl zentral als auch provinziell, muss mindestens ein Drittel muslimische Minister enthalten“, der vierte Punkt fordert ein Drittel muslimische Vertreter in der Gesetzgebenden Versammlung (Central Legislature, das spätere Indian Legislature als Zweikammersystem aus Lok Sabhā, Council of States, Unterhaus, und Rājya Sabhā, Haus des Staates, Oberhaus).

Angesichts der repressiven Realität des indischen Kastensystems mag die acht Jahrzehnte alte Argumentation des Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ (Ali Jinnah) manchem Beobachter erklärlich erscheinen, die traditionelle Diskriminierung der kastenlosen oder niederstrangigen Dalits („Parias“) kann jedoch keine Entschuldigung dafür sein, im Europa des dritten nachchristlichen Jahrtausends im Namen der Religionsfreiheit ein Millet-System einzurichten – und genau das ist Herrn Cerić zu unterstellen.

Wie überhaupt der christlich-islamische Dialog nach dem Motto vorzugehen scheint: „Lasst uns in Toleranz auseinander gehen – Wir trennen uns in Frieden“. Von universellen Menschenrechten redet man nicht.

Orthodoxer Islam ist feindbildbedürftige Staatlichkeit, revolutionäre Gegenkultur, die Schariagesellschaft ist die antisoziale, geheiligte Meidung. Der Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) des zerfallenden Indiens, die sich auf den hochmittelalterlichen Gelehrten Abū Rayḥān Bīrūnī (973-1048) zurückführte, ging es weniger um zwei räumlich weit voneinander getrennte Staaten als um die erlebbare Kultur der ḏimma als der „gesamtgesellschaftlichen“ Koexistenz (La Convivencia, Konvivenz). „Gesamtgesellschaft“ ist ein gefährlich vieldeutiger Begriff der Multikulturellen und Koranpolitiker (Islamrat, ZMD, KRM).

Es gilt, Vorbereitungen zur Frage zu treffen, wie das Muslimische Recht in den Angelegenheiten des Personalstatuts anerkannt werden kann, beispielsweise im Familienrecht [aus dem Englischen], es ist die Möglichkeit zu debattieren, das islamische Recht in Bezug auf Personenstandsfragen zur Anerkennung zu bringen, etwa die Fragen des Familienrechts betreffend [aus dem Französischen].

Der zentrale Sprengsatz überhaupt: „f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; f: La possibilité de la reconnaissance de la loi islamique dans le cadre des questions relatives au statut des personnes comme par exemple les questions d’ordre familial.“

Der beliebte Dialogpartner Mustafa Cerić baut hiermit eine veritable Bombe gegen unsere säkulare sprich freiheitliche Zivilisation. Das anerkannte schariatische Familienrecht würde von der kulturellen Moderne nichts mehr übriglassen, der Spezies Muslimfrau wären die allgemeinen Menschenrechte dann nicht mehr zugänglich. Europas Politiker sehen die Gefahr der im Familienrecht (Polygamie, Idschbar / Wali Mudschbir, Kindbraut, Talaq) ansetzenden Islamischen Revolution leider überhaupt nicht, Kirchenpolitiker hoffen auf Machtzuwachs und schweigen aus Berechnung zur diskriminierenden Imam-Ehe und zur theologisch begründeten islamischen Frauenentwürdigung der šarīʿa sowie zur religionsrechtlich begründeten islamischen Frauendiskriminierung des fiqh.

Die »Fourteen Points« (Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ 1929) fordern unter Punkt zwölf die verfassungsmäßige Festschreibung (The constitution should embody adequate safeguards for the protection) des islamischen Personenstandsrechts (personal laws).

Wir können auch Europa mit der familienrechtlichen Scharia so zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Wir erwarten, dass Europa die europäischen Muslime vor solchen Sachen wie Islamophobie, ethnischer Säuberung und Genozid schützt.

Fein gesponnene Manipulation: Islamfurcht ziehe Vertreibung oder Völkermord nach sich, möchte der Geistliche uns nahe legen. Cerić steht als Friedensfreund da, und ganz neuartige muslimische und nichtmuslimische Sittenwächter haben den Freibrief, Islamkritiker zu jagen.

Bewusstsein schaffen für die Vielgestaltigkeit (complexties) des säkularen Kontexts, in dem die heutigen Religionen leben.

Survivaltraining für interreligiöse Fundamentalisten. Als Schariafreund im Dschungel der kulturellen Moderne überleben. Im Namen der Religionsfreiheit sind dem Kalifat kleine Nischen zu schaffen, die orthodox-islamische Menschenrechtswidrigkeit ist gemeinsam mit Rabbinern und Bischöfen der Öffentlichkeit so lange zu erklären, bis jeder die geduldeten Gegenkulturen für einen Teil der zu tolerierenden „Komplexität“ hält und die etwa von Ayaan Hirsi Ali scharf vertretene Forderung nach dem Primat der universellen Menschenrechte erfolgreich als „Aufklärungsfundamentalismus“ (Timothy Garton Ash: Enlightenment fundamentalism) diffamiert werden kann, ein Tolerieren antimoderner Milieus, vor dem im Jahre 2007 Pascal Bruckner warnte (4).

Verständnis befördern, Unterschiede anerkennen, einen gemeinsamen Baugrund finden und zugänglich machen.

Kinder spielen Himmel und Hölle oder die Reise nach Jerusalem. Cerić meint kein Kinderspiel, sondern Mythospolitik, Sexualpolitik. Vielleicht noch nicht der griechische Areopag, sicherlich aber der Römische Senat war götterfreie Zone. Kehren mit Leuten wie Cerić die Ǧinn, die Geister, nach denen Koransure 72 benannt ist, in Europas Universitäten und Parlamente zurück?

Lassen Sie uns die komplexe Beziehung zwischen Religion, Kultur, Politik und Ökonomie aufzeigen. Anschließend geht es darum, jene Fakten in den Vordergrund zu stellen, an denen die Religionen das gemeinsame Streben nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden erkennen können.

Das Verstörende soll also nicht besprochen werden – Thinking positive. Der Islam habe nichts anderes als den Weltfrieden im Sinn, was in einem voraufklärerischen Verständnis von herrschender Friedlichkeit ja vielleicht stimmen mag. Cerić erdreistet sich, den organisierten orthodoxen Islam, der von der Aufklärung noch nicht berührt worden ist, den anderen Religionen als ebenbürtigen Bündnispartner anzubieten, ein Ansinnen, was diese dem Vertreter des ECFR verweigern sollten. Unsere freiheitliche Lebensweise brauchen wir nicht durch den Schariavorbehalt ironisieren zu lassen, auch nicht im Nehmen des interreligiösen Dialogs.

Es geht darum, religiöse Prinzipien sowie moralische und ethische Werte und Normen genau zu erkennen (identify, identifier), die allgemein akzeptiert oder mehrheitsfähig sind und die geeignet sind, das Zusammenleben möglich zu machen, doch ebenso jene, die jedem Glauben eigen sind, und die möglicherweise hieraus entstehenden Differenzen, Spannungen und Missverständnisse zwischen den so verschiedenartigen Religionen einzuräumen und auszuhalten (recognize, admettre).

Im politislamischen Credo »Fourteen Points« des Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ (Jinnah) vom 28.03.1929 lautet der harmlos klingende Punkt sieben: „Allen Glaubensgemeinschaften soll die volle Religionsfreiheit gewährt werden, das umfasst die Freiheit zu Glaube und Gebet, die Freiheit Riten und Festlichkeiten zu pflegen sowie die Freiheit der Mission, Vereinsgründung und Erziehung“.

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, erklärte im September 2009 allerdings Teile der Scharia für verfassungswidrig, was natürlich stimmt. Diese grundgesetzwidrigen Teile der islamischen Pflichtenlehre, bei Ǧinnāḥ sicherlich unter „Erziehung“ (Männerverherrlichung, Jungfräulichkeitskult, Kopftuchzwang, Kulturrassismus), „Riten“ (schariarechtliche Zwangsheirat englisch wilayat al-ijbar arabisch wilayāt-al-iǧbar / walī muǧbir; geheiligte Verstoßung ṭalāq) oder „Religionsfreiheit“ (Polygamie, erniedrigte Stellung der Frau im Erbrecht) würde mit Mustafa Cerić nun zur islamischen Eigentümlichkeit, die es interreligiös vereint so lange zu erklären gelte, bis alle „Missverständnisse“ ausgeräumt sind.

Bertrams erkannte, dass die Scharia jeder Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zuweist als dem Mann. Eine Frau, folgerte der Verfassungsrichter, die das Kopftuch trage, bekenne sich daher nicht widerspruchsfrei zu der Verfassung und den deutschen Werten. Dieser Umstand schließe ihre Eignung für den Beruf als Lehrerin aus. Der bosnische Großmufti hat hier wieder ein „Missverständnis“ auszuräumen, womöglich unterstützt von seinen deutschen anṣār Melanie Miehl, Thomas Lemmen, Armin Laschet, Wolfgang Schäuble und der Eugen-Biser-Stiftung?

Auch Dschihadisten demonstrieren Geschichtsbewusstsein: anṣār al-islām bedeutet Helfer des Islam, nach jenen ersten muslimischen Medinensern, die den Mekkaner Muḥammad und seine muhāǧirūn („Auswanderer“) unterstützten. Die hiǧra war die Flucht aus Mekka im Jahre 622 nach Christus. Im Iran ist Anṣārī ein Nachname, auf der arabischen Halbinsel oft ein Abkunftsname der Nachkommen der „Helfer“. Al-Muhajiroun war der Name einer britischen Terrorgruppe um den gebürtigen Syrer Omar Bakri Muhammad und den Sohn pakistanischer Einwanderer Anjem Choudary, die für ganz Großbritannien die vollumfängliche Scharia einführen wollte. Ansar al-Islam (AAI) war zwischen 2001 und 2003 der Name einer um Mullah Krekar angeordneten, kurdischen Terrorgruppe im nördlichen Irak, der Unterstützer in Italien, Großbritannien und Deutschland zuzurechnen waren oder sind. Werner Oschlies weiß, dass „terroristische Mujaheddin im bosnischen Bürgerkrieg auf muslimischer Seite mitgekämpft“ haben: „Im November 1992 entstand die 7. Muslimische Brigade, in die von Anfang an Mujaheddin einsickerten und die Kampfgruppe „El Mujahed“ bildeten (5).“

Die Muslime Europas erklären, dass es die Absicht der europäischen Muslime ist:

Die Machtergreifung. Ab sofort ist Mustafa Cerić der Häuptling aller auf Allahgott verpflichteten Europäer.

Die Muslime, die in Europa leben, sollten erkennen, dass Freiheit kein Geschenk ist, das von alleine kommt. Die muslimische Freiheit muss erst verdient werden. Ungeachtet des xenophoben Widerstandes muss der globale Status der Muslime anerkannt werden.

Antiislamisch-rassistische Dhimmistaatsbürger würden den Muslimbürgern die Freiheiten vorenthalten. Nun ja, ehrlich gesagt: die muslimischen Freiheiten. Das gegenmoderne Sonderrecht dürfen sie sich zurückholen, Allāh hat ihnen das gestattet, ja geboten.

Die Muslime, die in Europa leben, sollten den Islam der westlichen Zuhörerschaft gegenüber als eine universelle Weltanschauung präsentieren, nicht als stammeskulturelle, ethnische oder nationale Kultur. Die Muslime können von den Europäern nicht erwarten, die universelle Botschaft des Islam wertzuschätzen, wenn sie ständig nichts anderes als einen ethnisch oder national gefärbten Islam erleben. Die Muslime werden die Europäer mit dieser Universalität des Islam beeindrucken können. Europa ist zudem für die Muslime selbst der geeignete Ort, die Kraft und Schönheit (the power and beauty) der islamischen Universalität zu entdecken.

Der Großmufti will den Weltislam, die Philosophie des globalen Kalifats, die Einschmelzung oder Überhöhung der vier sunnitischen Rechtsschulen sowie der Schiiten – unter Vorsitz des ECFR bitteschön. Den Nichtmuslimen soll die repressive Gegenkultur des kosmischen Medina-Modells, Hauptsitz Sarajevo, als Naturphilosophie verkauft werden.

Von Weltanschauung, Cerić verwendet im englischen wie im französischen Text das deutsche Wort, sprach der Großmufti in seinem 2007 veröffentlichten Text »The challenge of a single Muslim authority in Europe« („In the sharī’a as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God“, in der Scharia als ihrer Weltanschauung leben die Muslime ihren Bund mit [Allahgott] Gott).

Im Folgenden ein Gedanke zur iranisch inspirierten Islamisierung Europas von Bosnien aus. Tito und der Dritte Weg. ʿAlī Šariʿatī. Median-School in Sarajevo.

Der Median ist der mathematische so genannte Zentralwert, der etwa in der Statistik die Grenze zwischen zwei Hälften definiert. Der iranische Pädagoge Ali Schariati (1933-1977, türkisch Ali Şeriati) hatte den Schah und die Geistlichkeit kritisiert, suchte und lobte den „reinen, unverfälschten“ Islam, wurde deshalb als Wahhabit beschimpft und saß zwischen 1973 und 1975 im Gefängnis. Ab dem 25.11.1954 publizierte er in der Zeitung Khorasan an zehn Montagen die visionäre Textreihe »Maktab-e Vaseteh-e Eslam, Die Median-Schule des Islam« (The Median School of Islam; Maktab arab. zu: kuttāb, Schule). Vasateh kann auch Verbindungsmann, Zwischenhändler, Vermittler bedeuten (zwischen dem Muslim und Allahgott gebe es keinen Vasateh, dem Imam oder Mullah gehorche er aus freudiger Einsicht, denn Islam heißt Liebe …). Die Staatwerdung der Scharia sei „gerecht“, gleiche harmonisch aus.

Dorfschullehrer Schariati deutete den Islam, einen Gedanken von Abolqasim Shakibnia bzw. M. B. Razavi (The Median Bloc) aufgreifend, als angeblich ausgewogenen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus (politisch), Ost und West (geographisch) sowie Idealismus und Materialismus (philosophisch) hinein in die Moderne, nicht in die kulturelle Moderne zwar, aber hin zur selbstbewussten Weltmacht. Die berüchtigte Mittigkeit (wasaṭīya; s. o.: Vaseteh) des Islam, Schariati sprach von der „ummatan wasatan, community justly balanced“, kann sich auf den Koran berufen, weshalb wir das nicht zufällig an Muʿammar al-Qaḏḏāfī (Gaddafi) erinnernde allahzentrische Mediangleichnis des ʿAlī Šariʿatī als Wegbereiter der Islamischen Revolution von 1979 verstehen sollten. Für die Menschen im ehemaligen Jugoslawien, die von der geschickten Äquidistanz nebst gewährter Reisefreiheit eines General Tito bis heute ebenso fasziniert sind wie von der NAM-Bewegung der Blockfreien Staaten (Non-Aligned Movement, Bandung 1955 mit Staaten wie Indonesien, China, Indien und Ägypten; Kairo 1957) und vom Islam, ist die Verbreitung des sanft erscheinenden Schariati möglicherweise nicht weniger verführerisch und demokratiegefährdend als die Lektüre des offen radikal argumentierenden al-Maudūdī.

Am 21.11.2009 stellt die iranische Seite irib mehrere Stimmen beispielsweise aus Kuba und Syrien, welche eine kanadische Resolution gegen den Iran zurückweisen, ganz bewusst zusammen: „Blockfreie und OIC gegen iranfeindliche Resolution“, der Iran probiert die Fusion von NAM und OIC. Unter Verwendung des Wortes wasaṭ, „mittig“, nennt Yūsuf al-Qaraḍāwī sein frommes Bestreben nach allahzentrischer Überwindung der Rechtsschulen Position der Mittigkeit oder Weg der Mittigkeit, minhāǧ wasaṭiyya, und auch mit Schariati lässt sich die Islamische Revolution als Harmonisierung und Heilwerdung deuten. Reaktionärer Gehorsamskult, islamische Faschisierung sei sozialer Ausgleich und seelische Ruhe, gliche dem die ideologischen Abgründe und persönlichen Lebensrisiken minimierenden Zentralwert, dem Median (6).

Die Muslime sollten sich den folgenden Glaubensanweisungen (imperatives of their faith, impératifs de leur foi) widmen:

Seid fromm und respektiert eure Eltern! Der Osten muss die Werte der Familie (the familiy values, les valeurs familiales) auch unter äußerem Druck bewahren, der Westen muss sein gefährliches Spiel mit der Zukunft der Menschheit beenden. Die Abkehr von den Familienwerten gliche der Verweigerung der Anerkenntnis, dass die Sonne im Osten aufgeht.

Imperator Allahgott befiehlt und Muḥammad befiehlt für Allahgott und Mustafa Cerić für alle beide. Frömmigkeit ist im orthodoxen Islam schließlich dasselbe wie Gehorsam den Anweisungen von Vater, Ehemann, Imam, Mufti und Scheich gegenüber.

Festung Familie. Prinzip Tochtertausch, demnächst vielleicht auch Wali Mudschbir. Polygamie besser sofort realisieren. Nur eine Frau im Bett ist ungerecht.

Das Kalifat beginnt im Ehebett. Familie als verkleinertes Abbild des islamischen Staats beziehungsweise als dessen Keimzelle.

Es geht darum, die Säkularen mithilfe ihrer Linken und Kirchenfunktionäre dazu zu dressieren, dass sie jede Kritik am orthodoxen Islam für Rassismus halten. Nur so kann es den Islampolitikern gelingen, die rechtliche Herabsetzung der Frau in der Imam-Ehe und im schariakonformen Familienrecht und Erbrecht glaubhaft als kulturelle Besonderheit und verwirklichte Religionsfreiheit darzustellen.

Die emotionale und juristische Diskriminierung der Frau sei menschliche Natur (fiṭra, Geschaffensein auf Allahgott hin). Gleichberechtigung von Mann und Frau, Zurückweisung des Familienrechts der Scharia und Verweigerung der Verschleierung (textiler ḥiǧāb) und Geschlechtertrennung (sozialer ḥiǧāb) entspreche dem gotteslästerlichen Versuch, die Sonne im Westen aufgehen zu lassen.

Seid aufrichtig und kämpft für eure Rechte! Der Erfolg im Diesseits und das Heil im Jenseits verstehen sich nicht von selbst. Jeder sollte nach seinem Erfolg streben. Jeder sollte für seine Rechte im Hier und Jetzt kämpfen, jeder sollte sich bereits auf Erden um seine Heilssicherung bemühen.

Koranische Europapolitik. Das Seelenheil der um Reinigung bemühten dürfe nicht durch ungerechte säkulare Gesetze verbaut werden.

Muslime haben nicht nur darin versagt, eine eigene Theorie oder Konzeption der Globalisierung zu entwerfen, nein, wir müssen leider hinzufügen, dass sie nicht damit zurechtkommen, in einer globalisierten Welt zu leben. Ihnen fehlt die globale Strategie, das globale Bewusstsein. Das wird daran erkennbar, dass sie bis heute keinen Weltkalender haben, der sie vor Missverständnissen bei der [weltweiten und dabei minutengenauen] Bestimmung des Zeitpunktes des ʿĪdu l-ʾAḍḥā bewahrt. Unglücklicherweise haben sie ein Image der Bedrohung für den Weltfrieden und tragen das Stigma des weltweiten Terrorismus.

Am Dschihadismus und erst recht am schlechten Ruf als Friedensgefährder müsse der Islam unschuldig sein.

ʿĪdu l-ʾAḍḥā (in Nordafrika auch Großes Fest, ʿĪdu l-Kabīr, frz. Aïd el-Kebir genannt, türk. kurban bayramı nach arab. qurbān, Opfer) ist einer der beiden höchsten Feste im islamischen Mondjahr. Jenes Opferfest, bei dem der legendäre Stammvater der Juden, Abraham, seine Glaubenstreue unter Beweis stellte, für die er sein Kind der Gottheit zu opfern bereit war. Gott verzichtete allerdings auf das Kindesopfer, wissen die Glaubensgeprüften. Muslime müssen, soweit sie das Geld dafür haben, an diesem fröhlichen Feiertag ein Tier opfern jedenfalls schlachten, die Nachbarn bekommen traditionell auch etwas ab. In Deutschland geben die Schulen auf Wunsch einen Tag schulfrei. Im Jahre 2009 beziehungsweise 1430 war ʿĪdu l-ʾAḍḥā am 27. November.

Höchste Räte müssen den Festtag jährlich neu bestimmen, Herrn Cerić und Allahgott scheinen, Europa betreffend, Gremien wie Mondsichtung (Achtung Sicherheitsrisiko, seien Sie vorsichtig, McAfee: http://moonsighting.com/) nicht auszureichen, und weil Allāh schweigt, redet der Großmufti als Scheich des ECFR.

Zur falschen Zeit zu beten könne in die Hölle führen, vermuten Muslime wie Muḥammad (Prophet) und Mustafa Cerić (Mufti). Wer den kalendarischen Takt vorgibt, hat die irdische Macht und das Monopol auf die Heilssicherung. Auf www.fatwa-online.com etwa nimmt die Autorität von Scheich al-ʿUthaymīn (1926-2001) dem muslimischen Endverbraucher das Denken zur korrekten Mondphase ab (7).

Verursacht durch das Stigma des islamischen Terrorismus, an dem die Muslime heutzutage zu Unrecht leiden, sollte die Erklärung der europäischen Muslime aktiv verbreitet werden (travailler à la diffusion), mit dem Ziel, die Bedeutung zu betonen, die darin besteht, den Wechsel von einem schlechten Bild der Muslime zu einem guten Bild der Muslime herbeizuführen, vor allem in Bezug auf ihre Glaubensgrundlagen (in matters of their faith).

Impression management, „die hohe Kunst des Eindruckschindens“. Der Islam brauche sich nicht zu verändern, das Bild müsse sich ändern. Islamrhetorik muss her, solange, bis die diskriminierende Scharia (their faith) das Prädikat „gut“ bekommt.

Am 10.12.2009, für uns Säkulare ist das der Tag der AEMR, weilte der sexualmagisch denkende oder schlicht machtbesessene Kulturrassist Mustafa Cerić um 18:00 Uhr abends in der Gustafskyrkan in Kopenhagen. Anlass war die 15. Weltklimakonferenz in der dänischen Hauptstadt (07.-18.12.2009). Der gemeindeeigene Gospelchor sorgte für multikulturelles Flair, der schwedische Erzbischof Anders Wejryd war zugegen, man betonte die Wichtigkeit des Naturschutzes. Freundlicherweise wurde ein Satz aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verlesen, jemand erzählte von sozialer Gerechtigkeit und vom Schutz der Ureinwohner, Kleinbauern und der Wälder, dann erfolgte die Rezitation des hebräischen Schöpfungsverses (Genesis 1:1) durch Kantor Oren Atzmor. Der dänische Imam Abdullah Khan durfte einen Satz aus dem Koran vorlesen, Shoken Pia Trans aus Kopenhagen vertrat den Tendai-Buddhismus, die buddhistische Won-Tradition und der Sikkhismus kamen in der Gustavskirche (Gustafskyrkan) nicht zu kurz, die politreligiöse Veranstaltung nannte sich »Interfaith Ceremony on Climate Change« („Hope for the future“). Organisator Dr. Hans Ucko hielt die Fäden dieser Beschwörung in der Hand.

Ucko ist kein Schamane, sondern der Präsident der Religions for Peace (RfP) in Europe (Genf, Lund). Und da konnte Mustafa Cerić nicht fehlen, der ist für die RfP Europe schließlich Vizepräsident (Co-President). Die christlich-ökologisch motivierte Seite http://www.gronkirke.dk/ findet das alles ganz toll und lässt Rowan Williams als spirituellen Umweltschützer zu Worte kommen (8). Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche hatte bereits die Einführung von Teilen der Scharia ins britische Recht gefordert. Hinter RfP Deutschland steht Schariafreund Dr. Franz Brendle aus Stuttgart.

Politchrist Brendle hat mit dem interreligiösen Dialog keine Probleme und umgibt sich mit der kalifatsorientierten Millî Görüş und der revolutionären Muslimbruderschaft.

Politchrist Ucko ist ein schwedischer Theologe und lässt sich beim Interfaith Dialog Center als Freund vorstellen (9). Ehrenvorsitzender des IDC ist der Führer der „Sekte mit Konzernstruktur“ (Kelek), der türkische Islamist Fethullah Gülen (10).

Es ist falsch, den Islam für das Fehlen von Demokratie in der muslimischen Welt zu beschuldigen. Es ist eine Sünde, Menschenrechte im Namen des Islam zu verletzen

Welche Menschenrechte sollen nicht verletzt werden, die Menschenrechte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam (Paris 1981) oder die Menschenrechte der Kairoer Menschenrechtserklärung (OIC, 1990)?

Welche „Demokratie“ meint Cerić, diejenige von al-Maudūdī oder die von al-Qaraḍāwī? Oder die freiheitliche Demokratie, in der für alle Menschen ein einheitliches, nicht diskriminierendes und säkulares Recht gilt, sogar für Ungläubige und Frauen?

Die europäischen Muslime haben das Recht und die Pflicht, die Debatte über diese und andere Angelegenheiten anzustoßen, und ebenso alle anderen Debatten, die ihre Zukunft betreffen, schließlich geht es darum, dass ihre Kinder erkennen können, wer sie sind und was ihnen in einer europäischen Umwelt zu aufzutragen ist.

Mit „Debatte“ ist rechtspolitische Debatte gemeint, der Großmufti ist nicht zu seinem Vergnügen unterwegs, sondern für die islamische Sozialarbeit und den islamischen Umweltschutz, das heißt für die Durchsetzung der koranischen und schariatischen Politik.

„Wer“ die muslimischen Kinder „sind“, sagen ihnen die muslimischen Alten. Die Kinder haben sich schariakonform zu verhalten, nur dann sind sie glückliche Kinder. Sie wollen doch Kinder nicht etwa traurig machen? Glückliche europäische Kopftuchmädchen, glückliche Jungen, die ḥisba (islamische Siedlungspolitik) betreiben und ihre Schwestern bewachen.

Die europäischen Muslime rufen die weltweite muslimische Gemeinschaft dazu auf, die Führung des Bestrebens nach Weltfrieden und weltweiter Sicherheit zu übernehmen.

Den Schariabock zum Gärtner machen – ich verzichte. Der begeisterte Großmufti hat hier Integration mit Machtergreifung verwechselt, mit einem Frieden meint er auch wohl eher Pax Islamica (Bassam Tibi). Wie wäre es, in Algerien, Ägypten oder Pakistan die Korruption einzudämmen und die Pressefreiheit zu befördern, bevor sich die umma zur moralischen Weltmacht aufschwingt?

Unser aller Leben wird verschiedenartig verlaufen, aber wohin wir auch gehen, ein wenig von jedem anderen werden wir überallhin mitnehmen!

Der Teufel schläft nicht, Verunreinigung droht dem Gottesfürchtigen beständig, schlimmstenfalls „verläuft“ sein Weg „verschieden“, nämlich hinein in die ewige Verdammnis. Dem Dhimmi hingegen mag in der Begegnung mit einem Rechtgläubigen „ein wenig“ Erkenntnis zuteil werden, in seiner Bekehrung zur wahren Religion könnte er das ewige Heil erlangen.

Von der Gleichberechtigung von Mann und Frau nimmt Herr Cerić allerdings auch im Weggehen nichts mit.

Uns Freunde auf Erden zu geben, ist die Weise Gottes, für unseren Schutz zu sorgen.

Jenes Augenzwinkern: Feinde – Schariaverweigerer, Islamkritiker – sind die Weise, wie der Teufel sich um uns kümmert.

Der Politikwissenschaftler und Osteuropakenner Wolf Oschlies („die bosnischen Muslime … Kopftuch tragen, Schnaps trinken, Schweinefleisch essen … reine Privatsache“) nennt uns ein Sprichwort, das die traditionelle, ländliche Gelassenheit der Bosnier im Umgang mit den Religionen humorvoll wiedergibt: „Prijepodne Ilija – poslijepodne Alija“, „Am Vormittag der Heilige Elias, am Nachmittag Allah (11)“.

Azhar-Absolvent und Eugen-Biser-Preisträger Mustafa Cerić dürfte auch an bosnischen Vormittagen weniger duldsam sein.

Jacques Auvergne

Erklärung der Europäischen Muslime, bei: RIJASET. ISLAMSKE ZAJEDNICE U BOSNI I HERCEGOVINI

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

oder: aus Malaysia

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

Gazi Husrev-begova medresa (gegründet 1537)

http://www.medresasa.edu.ba/

Mešihat. Islamske zajednice u Srbiji (Novi Pazar, Serbien)

Fakultet za islamske studije

http://www.islamskazajednica.org/

Protest in Bosna for Palestine. Bei: Hijab Bosnia

http://hijab-bosnia.blogspot.com/2009/01/protest-in-bosnia-for-palestine.html

Bosnien und der Iran. Auf der Seite des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad erfährt man, dass die göttliche Diktatur Iran im bosnischen Sarajevo das ‘Ibn Sina Research Institute’ betreibt. Im Beisein des kroatischen Botschafters im Iran stellt Ahmadinedschad im iranischen Shiraz die Übersetzung des Diwan von Hafiz ins Bosnische vor. Mustafa Cerić freut sich über das Buch und schweigt zur Frauenfeindlichkeit und zum faschistischen System der Mullah-Herrschaft. Nusret Isanovic, der Direktor der Islamic Pedagogic Academy in Zenica, hält am jährlichen Hafiz-Gedenktag eine Festrede „Hafez in the Mind of the Bosnian People of Today“.

http://www.president.ir/en/?ArtID=18229

Bosnien und der Iran. Bei: IranBalkan (IRBA)

http://www.iranbalkan.com/site/index.php?mod=article&cat=Srpski&article=1967

(1) Islami Riyasat (By Maududi)

http://www.scribd.com/doc/19036427/24-Islami-Riyasat-By-Maududi-

Maududi im Internet

http://www.scribd.com/tag/maududi

(2) August 2009: Die Erasmus-Universität zu Rotterdam schmeißt den Dozenten Tariq Ramadan raus

http://bazonline.ch/ausland/europa/Umstrittener-Schweizer-IslamWissenschaftler-entlassen/story/16316811

Oxford hält dem Islamisten Ramadan die Treue

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Tarik-Ramadan-Oxford;art123,2879644

(3) Sure 8. Die Beute, al-anfāl

in der Übersetzung vom „Schweigsamen Knecht Allahgottes“ Abdullah as-Samit (ʿAbdullāh aṣ-Ṣāmit), unerleuchtet Frank Bubenheim, 1952 in Lindau am Bodensee geboren, mittlerweile Šayḫ (Scheich) und Absolvent der šarīʿa-Fakultät der Jordan-University im jordanischen ʿAmmān, und Dr. Nadeem Elyas (Nadīm Ilyās), Mediziner (Gynäkologie) aus Eschweiler bei Aachen, nicht viel weniger schweigsam und von 1995-2006 ZMD-Präsident

http://islam.de/1407.php

(4) Pascal Bruckner (2007). Timothy Garton Ash bezichtigt Ayaan Hirsi Ali des Aufklärungsfundamentalismus

Pascal Bruckner: Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten?

http://www.perlentaucher.de/artikel/3594.html

Pascal Bruckner: Enlightenment fundamentalism or racism of the anti-racists?

http://www.signandsight.com/features/1146.html

Pascal Bruckner: »En finir avec le Multiculturalisme« (2007) Bruckner verteidigt Ayaan Hirsi Ali gegen den von Ian Buruma Timothy Garton Ash erhobenen Vorfurf, eine “fondamentaliste des Lumières” zu sein, eine Aufklärungsfundamentalistin. Französisch, bei: Comité Laïcité République.

http://www.laicite-republique.org/spip.php?article197

(5) Bosnien 1992 und die Brigade der Mujaheddin, in: Wolf Oschlies: »Bosnien und sein „Nachmittag-Islam“«

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060206

(6) IRBA, türkisch. Tagespolitik und (islamische) Kultur. Themen sind die USA, das iranische Atomprogramm sowie Kulturelles, etwa die Werbung für den angeblichen Modernisten Ali Schariati (Ali Şeriati).

Ali Schariati (1933-1977) und »Die Median-Schule des Islam« (Maktabe Vasete Islam). Kuba und Syrien iranisch zusammengestellt: „Blockfreie und OIC gegen iranfeindliche Resolution“. Wird die versuchte Fusion von NAM und OIC das zerfallene Yugoslawien „medianisch“ (nach Schariati) begeistern können?

http://www.iranbalkan.com/site/index.php?mod=article&cat=T%C3%BCrk%C3%A7e&page=page_2

NAM und OIC – alles Wasatiyya oder was?

http://german.irib.ir/index.php?option=com_content&view=article&id=30053:auflehnung-von-blockfreien-und-oic-gegen-iranfeindliche-resolution&catid=13:kommentare&Itemid=11

Islamrevolutionär Schariati 1954: Maqtab-e Vaseteh-e Eslam. Die kosmisch, spirituell und sozial harmonische Mittigkeit (Wasatiyya, Vaseteh) als „Schule“, Theorie und Lebensweise

http://books.google.de/books?id=yoQQ2YzmMyMC&dq=%22median+school%22+islam&source=gbs_navlinks_s

(7) Mondgucker [Achtung: McAfee meldet „Seien Sie vorsichtig, diese Homepage könnte Ihre PC-Sicherheit gefährden!“].

Hanbalitisch-wahhabitisches Gedankengut wie das von Scheich al-ʿUthaymīn auf der Seite Fatwa-Online

http://www.fatwa-online.com/fataawa/muslimminorities/0001009_2.htm

(8) Schariafreund Erzbischof Williams will den theozentrischen Naturschutz. Den engelske ærkebiskop Rowan Wiliams, taler på dette videoklip fra YouTube om, hvordan omsorg for miljøet kan lære os om Gud.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=239

Ohne Zweifel (tvivl), hier können Sie gemeinsam mit Mustafa Cerić das Weltklima retten. Am 10. Dezember 2009, Folke Bernadotte’s Allé 4, Kopenhagen. Auf zur Interreligiøs Ceremoni.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=524&0=

Theologisch gelingt uns Dänen die ökologische Annäherung an den Islam mit dem Verwalterschaftsdenken (forvalterskabstanken). Ökoreligiöse Stellvertreterschaft (Forvalterskab, al-khilafa) gibt es auch schariatreu, auch dort denkt man interreligiös und weiß vom Kalifat.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=227

Klima, Natur und Christentum (Klima, miljø og kristendom) verlangen unsere Islamsensibilität. Muslime sind schließlich anders als wir! Wer als dänischer Christ die Welt retten will, muss „Ja!“ sagen zu Tschador und Burka. Das ist Ökotheologie (Miljøteologi).

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=207

Ein ökotheologisches (miljøteologisk) multikulturelles „Ja!“ zur unfairen Scharia, aber nur mit ökologisch angebautem und fair gehandeltem Kirchenkaffee. Dänische Fairness. Kirkekaffe.

http://www.kirkekaffe.dk/

RfP Deutschland, Franz Brendle. Runder Tisch der Religionen: Affolderbach, Jaschke, Alboğa, Burhan Kesici, Ayyub Axel Köhler, Nadeem Elyas.

http://www.religionsforpeace.de/?id=rundertisch

RfP Europe. Großmufti Mustafa Cerić, Prof. Dr. Ali Bardakoğlu

http://www.rfp-europe.eu/council

(9) Hans Ucko. Bei : IDC, Interfaith Dialog Center (IDC)

http://idcnj.org/news/20051207/

(10) Ehrenvorsitzender des IDC ist Fethullah Gülen

http://idcnj.org/MFGulen/

Fethullah Gülen. Understanding and Respect.

http://en.fgulen.com/

(11) Wolf Oschlies: »Bosnien und sein „Nachmittag-Islam“«

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060206

Geburtstagsständchen zum 61sten. Der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gewidmet

Dezember 14, 2009 von schariagegner

Persiflage auf die Multikultur

Religionsrecht entsorgt die Demokratie

E c# A f#. H7 H7 E A,E
E c# A f#. H7 H7 E,H7 E
E c# f# f#. f# H7 E H7
E c# f# f#. H7 H7 E,H7 E
H7 H7 A E. H7 H7 A E
A A H7 H7. E A H7 E

Gesungen zur Melodie des schottisch-australischen Liedermachers Eric Bogle: »The Green Fields of France« („Well, how do you do, young Willie McBride … But here in this graveyard it’s still no-man’s-land“). Text Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne zum 61. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10 Dezember 2009

Muslimische Frauen sind nicht unterdrückt

vielmehr von Allah und Scharia beglückt,

zwar kommen sie ohne Mann nirgendwo hin,

ein Kind zu gebären gibt ihnen den Sinn.

Koran und Hadithen sind Information,

vergolden Scheitern der Integration;

muslimische Kinder, die mögen nun mal

ein Leben in Angst vor der höllischen Qual.

Jede sittliche Frau ist mit Stoff zu bedecken,

denn ihr sichtbarer Leib zieht den Teufel heran

und ihr offenes Haar bedroht eben

ihrer Sippe das ewige Leben.

Den Hidschab verbieten, das ist sehr gemein,

die Islamversteher sie laden uns ein,

das Thema des Abends: Die Frau im Koran,

Scharia sei nützlich, modern und human.

Im Saal ein Politiker aus der Türkei,

Vertraute des Sultans von Schardscha dabei,

Herr Laschet gibt Mustafa Cerić die Hand,

mit Bart und Gewand ist Pierre Vogel bekannt.

Jede sittliche Frau ist mit Stoff zu bedecken …

In England gehören die Tücher zur Norm,

man duldet sie zur Polizeiuniform,

die belgische Schülerschaft lebt ganz für Gott:

„Kein Kopftuch, kein Unterricht, auf zum Boykott!“

Zur künftigen Trennung von Kulten und Staat

hat Frankreich die besten Konzepte parat

Als „Burkaverbot“ diskutiert man den Plan

mit dem radikalen Tariq Ramadan.

Jede sittliche Frau ist mit Stoff zu bedecken …

Das griechisch-islamische Recht lässt uns kalt,

dort ist die Braut schwanger und elf Jahre alt.

Das Ehepaar suchte im Rheinland sein Glück,

wir schickten sie gleich in die Heimat zurück.

Es ist Religion, was aus Kelantan kam

nennt sich Wali Mudschbir und nennt sich Islam.

Frau Dr. Boos-Nünning hat mich informiert:

die Ehen sind glücklich und sind arrangiert.

Jede sittliche Frau ist mit Stoff zu bedecken …

Bogle schrieb das rasch weltbekannte Friedenslied aus dem Eindruck heraus, den ein Besuch auf drei oder vier Soldatenfriedhöfen in Belgien und im nordöstlichen Frankreich im Jahre 1976 auf ihn und seine Frau gemacht hatte. Der zur Menschenverachtung der Scharia schweigende Kommunist Hannes Wader, vielen bekannt durch seine Auftritte bei den Burg-Waldeck-Festivals in der Zeit zwischen 1964 und 1969, hat das Lied als »Es ist an der Zeit« („Weit in der Champagne … Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen“) im deutschen Sprachraum bekannt gemacht.

Beliebte Akkorde sind auch

G e C a. D7 D7 G C,G
G e C a. D7 D7 G,D7 G
G e a a. a D7 G D7
G e a a. D7 D7 G,D7 G
D7 D7 C G. D7 D7 C G
C C D7 D7. G C D7 G

Koexistenz im europäischen Kalifat

Dezember 7, 2009 von schariagegner

أندلوسيا

Andalusien

La Convivencia

Jacques Auvergne

Zum Buch von Peter Heine, Haitham Aiash (Hg.): »Vom 11. September zum 20. März« (Berlin 2006) unter besonderer Betrachtung der Aufsatze von Dr. Hamid bin Ahmad al-Rifaie: »Eine Zukunft für den Dialog zwischen Muslimen und dem Westen« (55-73) sowie Christoph Elsas: »Wieviel Freiheit der Religion verträgt die deutsche Gesellschaft?« (95-123).

Herausgeber ist der studierte Islamwissenschaftler, Philosoph und Ethnologe Christoph Heine (Berlin, Prof. Dr. phil der Philosophischen Fakultät III: Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Seminar für Geschichte Südasiens, Islamwissenschaft des nichtarabischen Raumes). Heine ist Mitgründer des soziokritisch-progressiv daherkommenden, „transkulturell“ (kalifatsfreundlich) denkenden und seit 2002 von der Islamwissenschaftlerin Ulrike Freitag geleiteten Zentrums Moderner Orient (ZMO (001) in Berlin. Dort veröffentlichen Schariaforscher wie Lutz Rogler (002) und Birgit Krawietz (003), die der deutschen Bevölkerung die verpflichtende FGM der šāfiʿīya ebenso verschweigen wie den walī muǧbir (Wali Mudschbir, Nötigender Heiratsvormund) aller sunnitischen Rechtsschulen.

Das ZMO will den orthodoxen Islam als modernisierbar darstellen und ist eine Gründung und Einrichtung der ‘Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin’, in deren Vorstand der Islambeschöniger und Ahmadiyyaverharmloser Wolfgang Thierse (SPD) sitzt. Der anstudierte Germanist und Kulturwissenschaftler und heutige stellvertretende Bundestagsvorsitzende begann vor 45 Jahren sein Studium an der Berliner Humboldt-Universität, schweigt zur Grundrechtswidrigkeit der Scharia und sucht den Dialog mit Schariarichtern wie dem für seine Äußerung „The Jews are destined to be persecuted, humiliated, and tortured forever … where Hitler failed, we must succeed.“ bekannt gewordenen Sheikh Tayseer al-Tamimi (4).

Der Marburger Religionshistoriker Christoph Elsas ist seit 1988 Mitglied der Islamisch-Christlichen Arbeitsgruppe (ICA). Herr Elsas hat zwei Jahrzehnte lang Muße gehabt, die Menschenverachtung und Frauenfeindlichkeit der islamischen Orthodoxie kennen zu lernen, und das sogar innerhalb seiner – hoffentlich nicht zu knapp bezahlten – Arbeitszeit. Der Religionsgeschichtler schweigt zum walī muǧbir (5), und ihm fehlen die gelehrten Worte zur indonesischen FGM der in Südostasien vorherrschenden sunnitischen Rechtsschule aš-šāfiʿīya (6), männliche rituelle Beschneidung billigt er ausdrücklich, also auch ohne (absolute) medizinische Indikation. Schließlich will Elsas den Dialog mit dem Islam.

Elsas wirbt für den hoch angesehenen kurdischen Gelehrten und viersprachigen Gründer der schariatreuen Nur Cemaati bzw. Nurculuk-Bewegung, „Bediüzzaman“ Said Nursî (1876-1960) und dessen literarisches Lebenswerk Risale-i Nur (7)). Wie in den Kreisen der Nursibegeisterten völlig akzeptiert, zitiert auch Elsas wie beiläufig den iranischen Theofaschisten Moḥammad Ḫātamī (Chatami). Elsas, der seinen Aufsatz »Religious Freedom: Ideas From the Risale-i Nur for Living Together In A Multicultural World« auf der trilingual arbeitenden Seite www.nursistudies.org (englisch), das ist www.barlaplatformu.org (türkisch) sprich www.nuronline.com (arabisch) veröffentlichen lässt, übernimmt gewissermaßen das deutsche Gegengewicht zum Amerikaner Ian Markham (Virginia Theological Seminary, Alexandria, Virginia, nur zehn Kilometer von Washington D. C. entfernt). Markham huldigt als hochrangiger klerikaler Dhimmi in Washington am 11.08.2009 auf dem für einen US-seits erwünschten Türkeibeitritt zur EU werbenden „Rumi Forum“ (rumiforum.org), (8) dem angeblich menschenfreundlichen Islamguru: „What Christians Can Learn from Bediuzzaman Said Nursi“.

Ab 1978 war Allahkrat Ḫātamī Direktor des radikalen »Islamischen Zentrums Hamburg« (Schiiten). Von 1997 bis 2005 war der bei Christoph Elsas beliebte Hodschatoleslam (ḥuǧǧatu l-islām, das ist ein höchster Molla, doch noch kein Āyatollāh) der 5. Staatspräsident der iranischen Islamdiktatur und persönlich verantwortlich für die geheiligte Frauenentrechtung nebst Verschleierungsterror und für ungezählte islamisch korrekte Hinrichtungen in Form von Erhängen (nur bei Sonnenaufgang) beziehungsweise Steinigung für Delikte kultureller Vormoderne wie Verderbenstiften auf Erden (mofsed fel arz, mufsid fīl arḍ) oder dem Vorwurf, ein Feind Allahgottes (mohareb, Enemy of God) zu sein. Alles Dialog oder was?

Was halten wir eigentlich für ein Buch in den Händen? Wo und wer ist der auf dem Buchtdeckel (und mit „Peter Heine“ allüberall im Internet, aber leider nur zu diesem Buch) genannte zweite Herausgeber, der auf Seite 215 als „Haitham Aiash. … wuchs in Damaskus und Köln auf und studierte dort Geschichte, Politik- und Religionswissenschaften. Seit 1992 arbeitet er in Berlin als Journalist für mehrere Nachrichtenagenturen“ vorgestellt wird?

Die Mitherausgeberschaft liegt doch nicht etwa bei jenem Haitham Aiash, der bei dem für seinen Israelhass bekannten (9), in London ansässigen „The Arab Center – for Strategic an Civilization Studies“ genannt ist (10)?

Bei weiteren Recherchen nach dem Mitherausgeber stoßen wir auf die Verlagsadresse des Verlages für Integration und Wissenschaft VIW, Sitz im Bundespressehaus, und auf „Aiash Saudi Arabia News Agency SPA Mohamad. Schiffbauerdamm 40 10117 Berlin, das ist auch im Bundespressehaus; Variante: „Haitham Aiash–Pressehaus- Schiffbauerdamm 40“, Variante: „Mohamed Aiash Saudi Arabia News Agency Schiffbauerdamm“, ganz woanders auf eine Berliner Anschrift „Aiash Haitham, Lützowufer 25“.

Die Sache wird nicht erleichtert, indem Professor Peter Heine, der Deutsche sogar im Bild, auf seiner Seite erst „Haitham Aiash“ und dann „Aitham Aiash“ schreibt. Andernorts bietet ein Muḥammad ʿAyaš Hayṯam uns ein sorgfältig eingestelltes Foto von Hassprediger Muslimbruder Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, sogar mit der E-Mail-Anschrift Deutsch-arabpresse-aiash@t-online.de – dieselbe Adresse verwendet sicherlich keinem anderer Muḥammad ʿAyaš Hayṯam, der den Nickname Free Muslim verwendet. Klärung über den siebzehn Jahre lang als Journalist tätigen Herrn ist erbeten.

Für Herrn Elsas ist es ein Zeichen der Toleranz, seinen Text in einem Buch unterzubringen, in dem der echt islamische Lügenbold Ḥāmid ar-Rifāʿī (Dr. Hamid bin Ahmad al-Rifaie) den diskriminierenden orthodoxen Islam wahrheitswidrig als friedfertig und human darstellen darf:

Mehr als 14 Jahrhunderte lang hat der Islam vor Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Aggression gewarnt.

Er habe vor sich selber gewarnt? Wohl kaum, denn Mordaufträge, Vergewaltigung, Zwangskonversion, Erpressung und Tötungsbereitschaft sind in Mohammeds politischem Kult namens Islam pädagogisches Programm. Freilich gilt der Gehorsamsverweigerer (Islamverweigerer) als Friedensfeind und Aggressor.

Gerechtigkeit, Frieden und unbehinderte Koexistenz sind der Ursprung von guten Beziehungen zwischen den Gemeinschaften. Konflikt stellt eine Ausnahmesituation dar, die durch eine Tendenz zur Unterdrückung und Aggression hervorgerufen wird. Gerechtigkeit ist die Quelle aller Tugenden und gewährt Sicherheit. Unterdrückung und Aggression sind die Quelle aller Laster und Korruption.

Gemeinschaften, der Plural verrät das Millet-System. Dhimmitude, aber bitte ganz harmonisch.

Mann und Frau sind Partner und tragen gemeinsam die Verantwortung für ein Leben auf der Grundlage von Gleichberechtigung und Ausgeglichenheit.

Richtig, Mann und Frau sind im Islam nicht gleichberechtigt.

Durchsetzung von Gerechtigkeit und Frieden, Achtung der menschlichen Würde. … Die Menschheit ist eine Familie, in der es keine Diskriminierung gibt. … Kulturelle Vielfalt ist eine dringende Notwendigkeit, um die Integration der Kulturen zu gewährleisten.

Die Entrechtung jeder nichtmuslimischen milla, Glaubensnation, ist aus Allahs Sicht ja vielleicht keine Diskriminierung, sondern „Gerechtigkeit“. „Kulturelle Vielfalt“ bedeutet übersetzt: kulturelle Apartheid, geheiligte Segregation. Den Plural, „Kulturen“, finden wir inzwischen bei der demokratiegefährdenden Islambewerbung von der UN-nahen Allianz der Zivilisationen (AoC), ebenso in der Formulierung „Dialogue between Civilisations“ auf www.science-islam.web (11).

Es muss betont werden, dass religiöse Werte keinen Hass hervorbringen dürfen und dass damit Blutvergießen keinesfalls gerechtfertigt werden kann. Selbstverteidigung ist ein Recht, das von den Religionen und den internationalen Gesetzen garantiert wird.

Der Feind Gottes hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er geköpft wird, da ist seitens der zum Spezialstaatsbürger gewordenen Muslime kein Hass im Spiel, eher das seit 1979 im Iran gelebte „Islam heißt Liebe“.

Ungerechtigkeit ist sowohl zwischen einzelnen Personen verboten wie auch zwischen den Gemeinschaften, denn sie ist der Ursprung von allen Übeln. Menschliches Leben ist unantastbar; einen Menschen zu töten ist gleichbedeutend mit der Tötung aller Menschen.

Ungerechtigkeit verbieten lassen, großartige Idee für einen neuen Paragraphen im bundesdeutschen Strafgesetzbuch? Saudi-Arabien und der Iran bringen jährlich Dutzende oder auch Hunderte von Menschen um, mit der beim frömmelnden Schwätzer al-Rifaie behaupteten „Unantastbarkeit“ geht Allahgott offensichtlich sehr großzügig um.

[Seite 71] Die Familie, gegründet auf einer legalen Heirat zwischen Mann und Frau, sind die Basis einer gesunden bürgerlichen Gesellschaft. Die Familie stellt einen unabdingbaren Bestandteil der Komponenten einer bürgerlichen Gesellschaft dar.

Das Heiratsalter beträgt neun oder zehn Jahre, die elfjährige schwangere Ehebraut ist Teil der Scharia, der Vater verheiratet die Jungfrau als Wali Mudschbir zwangsweise, bis zu drei weitere Frauen lassen sich dazuaddieren und die Verstoßung erfolgt durch dreimaliges Aussprechen von „ṭalāq“, das Kleingedruckte ihres Vertrages zur Imam-Ehe bietet der Frau keine Rechtssicherheit. Kinder gehören immer der Familie des Vaters. Die Mutter hat im Islam schließlich kein Recht auf ihre Kinder, sie ist Brutmaschine, Produktionsstätte von künftigen Männerrechtlern.

Wie Christoph Elsas uns verschweigt, fordert der angeblich familienorientierte Islam, der orthodoxe Islam, von allen Staaten Europas die Implementierung des frauenfeindliches Sonderrechts der Scharia: „Wir fordern die Anerkennung des Islamischen Rechts im Personenstandsrecht und Familienrecht. Opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“, so tut es Mustafa Cerić ganz Europa völlig ehrlich kund, hier auf einer Seite aus Malaysia (12).

Der Allahkrat hat den Status eines Raʾīsu l-Ulamāʾ (wörtlich Führer der Gelehrten, bosnisch Reis-ul-ulema), eines Großmuftis, das entspricht in seinem Fall weniger einem Erzbischof, eher schon einem Kardinal vor seiner Wahl zum Papst. Unseren Politikern verschlägt ein solches machtpolitisches Selbstbewusstsein die Sprache, sie schweigen zum orthodox-islamischen Separatismus im Familienrecht, der das staatliche Gewaltmonopol beenden würde und überschütten den Bosnier, sozusagen sicherheitshalber, mit Einladungen (CIG nebst NRW-Integrationsminister Armin Laschet, Bergisch-Gladbach am 27.10.2007 (13)) und Preisen (der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in der Hofkirche der Münchner Residenz am 22.11.2008 (14)) . Der jeweils herbeigeeilte evangelische und katholische Klerus wittert für sich selbst einen zwar wenig jesuanischen, dafür geradezu mittelalterlichen Machtzuwachs und arrangiert sich mit der islamrechtlichen Rolle als zweitklassiger Klerus. Immerhin sind die Juden in der Dhimmitude drittklassig und die widernatürlichen Atheisten endlich wieder zu vernachlässigen.

Aus diesem Grunde möchte ich … die Hersteller von Massenvernichtungswaffen daran erinnern, dass Wissenschaft eine Barmherzigkeit Gottes ist. … und schließlich möchte ich die Intellektuellen daran erinnern, dass unsere Welt von einem riesigen Feuer bedroht ist. Es ist die Pflicht eines jeden, zumindest einige Tropfen Wasser auszugießen, um diesen Welt-Holocaust auszulöschen.

Die Telefonnummer des iranischen Diktators und Präsidenten müsste Professor ar-Rifāʿī doch haben. Andererseits kann Mahmūd Ahmadī-Nežād jetzt mit der Einwilligung des bei Peter Heine (ZMO) predigenden Herrn ar-Rifāʿī unbedenklich an der Atombombe bauen, solange nur die dankbare an-niyya gegeben ist, die islam-fromme Absicht. Ob Israel und die USA der ganzen Welt nicht mit einem grausigen Feuer drohen und der Waffenbau des Iran nur das humanistische Feuerlöschen verkörpert? Könnte es doch darum gehen, einen neuen Massenmord zu verhindern, bei dem die weltweiten Muslime schließlich keinesfalls die millionenfachen Opfer sein dürfen.

Wie al-Rifaie im Zentrum des globalen Ölreichtums Verbandsfunktionäre oder Lobbyisten aus aller Welt empfängt, zeigen diese Fotos aus Saudi-Arabien, er ist der Mann mit dem schwarzen oder silbergrauen Mantel mit Goldborte (15).

Seines Zeichens ist der arabische Münchhausen Chemieprofessor im saudischen Ǧidda (Jeddah), Präsident des dem wahhabitischen Muslim World Congress (MWC) untergeordneten International Islamic Forum for Dialogue (IIFD (16)) sowie Beauftragter für daʿwa (islamische Mission) der gegen „Islamophobie“ und „anti-islamische mediale Berichterstattung“ kämpfenden, streng am orthodox-islamischen Menschenrechtsbegriff (Scharia) ausgerichtete Organization of the Islamic Conference (OIC).

Derzeitiger Präsident der OIC ist der türkischstämmige, 1943 in Kairo geborene Historiker und Chemiker Ekmeleddin İhsanoğlu ist (17)). İhsanoğlu studierte in Kairo, Ankara sowie von 1975 bis 1977 in Exeter (UK), arbeitete als Bibliothekar im orientwissenschaftlichen Seminar von Kairo und als Dozent für Türkische Literatur und Sprache. 1984 konnte er für die Universität von İstanbul das Fach Wissenschaftsgeschichte begründen, welches allerdings im Jahre 2000 durch den laizistischen Hochschulrat YÖK (Yükseköğretim Kurulu) geschlossen wurde.

Türkei

Die Istanbuler Uni wurde uns durch das mutige Wort ihres damaligen, nachfolgend allerdings suspendierten Direktors und Mediziners Kemal Alemdaroğlu bekannt: „Wenn das Türban-Kopftuch freigelassen wird, wird die Türkei zur Hölle (cehennem) (18).“ Wir dürfen annehmen, dass der gottesfürchtige ehemalige Istanbuler Student İhsanoğlu anders über den ḥiǧāb denkt als der säkulare, seines Amtes enthobene und am 21. März 2008 im Rahmen der Ergenekon-Verschwörungen verhaftete Medizinprofessor, der sich zur modernen Demokratie bekennt und der die Verhaftung sowie Anklage wegen Verschwörung und angeblicher Planung eines Staatsstreiches als Folge seines Bekenntnisses als Säkularer, AKP-Kritiker und Kopftuchgegner deutet (19). Kopftuchfreunde scheinen neuerdings Karriere zu machen, ob in Kairo oder İstanbul.

Neben dem einstigen Hochschulpräsidenten Kemal Alemdaroğlu wurde İlhan Selçuk als der lebenslange Demokrat und 83jährige Herausgeber der 1924 gegründeten links-kemalistisch ausgerichteten Zeitung Cumhuriyet („Die Republik“), der ältesten Zeitung der modernen Türkei, ebenso verhaftet und der Planung eines Putsches angeklagt wie der linksnationalistische Extremist Doğu Perinçek von der Arbeiterpartei (İşçi Partisi, İP). Die auch bei dieser Verhaftung und Anklage beschworene mysteriöse „Terrorgruppe“ Ergenekon ist womöglich schlicht ein Medienpopanz oder auch ein (hoch willkommenes) Konstrukt der Islamisten.

Die den Islam konzeptionell verweigernde İP (http://www.ip.org.tr/, TV-Sender http://www.ulusalkanal.com.tr/) will traditionell eine klassenlose Gesellschaft und Räterepublik, den Ausstieg aus der NATO, keine EU-Mitgliedschaft und die totale Ausrichtung am quasireligiösen Dogma eines dem Rest der Welt bereits unangenehm bekannt gewordenen Politkultes namens Wissenschaftlicher Sozialismus. Von 2002 bis 2007 stieg ihr Wahlergebnis von vernachlässigenswerten 0,36% auf 0,52%. Ein Putsch sieht anders aus, obschon die İşçi Partisi seit ein paar Jahren verstärkt nationalistisch-kemalistische, eurasistische, und rassistisch-antikurdische Misstöne von sich gibt und den Völkermord an den Armeniern leugnet.

Cumhuriyet-Herausgeber İlhan Selçuk war ebenso wie der 1993 mit einem Bombenanschlag ermordete Linksintellektuelle und Cumhuriyet-Autor Uğur Mumcu (http://www.umag.org.tr/) sehr reales Folteropfer eines gar nicht fiktiven Staates im Staate, der heutzutage der Tiefe Staat (Derin devlet) genannt wird. Aufklärer Selçuk und Bürgerrechtler Mumcu („Ein Mörder ist ein Mörder, ob er nun von der politischen Rechten stamme oder der Linken“) wurden in die Villa ‘Ziverbey köşkü (20)’ in İstanbul-Erenköy verschleppt, in der ab dem Militärputsch von 1971 gefoltert wurde. Die alevitisch-türkische Sängerin Selda Bağcan widmete dem ermordeten Demokraten Uğur Mumcu ein Lied – »Uğurlar Olsun (21)«.

Der Tiefe Staat ist ein Dschungel von Gruppierungen der Sicherheitskräfte, Politik, Justiz, Verwaltung und Mafia (insbesondere Killerkommandos), der etwa beim Susurluk-Skandal (03.11.1993) offenbar wurde. Damals kam bei einem Autounfall der von Interpol gesuchte Heroindealer Abdullah Çatlı zu Tode. Çatlı hatte langjährige Kontakte zum Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca, dem eine Mitwirkung am siebenfachen Mord an Kommunisten im Jahre 1978 nachgesagt wird (Bahçelievler-Massaker), sowie Kontakt zu Neonazis in aller Welt und dabei natürlich auch zu den ranghöchsten türkischen rechtsradikalen Parteimitgliedern der Grauen Wölfe (Bozkurtlar, das sind die Mitglieder der MHP bzw. Milliyetçi Hareket Partisi).

Herr Çatlı war nicht allein im Fahrzeug, neben ihm saß der stellvertretende Polizeipräsident Istanbuls namens Hüseyin Kocadağ und im Auto befanden sich etliche mit Schalldämpfer ausgerüstete Handfeuerwaffen, einige tausend Dollar in Scheinen und ein bisschen Rauschgift. Zwei weitere Menschen saßen im Fahrzeug, die leider ebenfalls beim Unfall verstorbene Ex-Schönheitskönigin Gonca Us, Çatlıs Lebensgefährtin, sowie ein Politiker und der Doğru Yol Partisi (DYP, Partei des Rechten Weges; Gründer war der liberal-marktwirtschaftlich orientierte Süleyman Demirel) aus „Urfa“ namens Sedat Buca.

Urfa

Urfa heißt eigentlich Şanlıurfa und ist seit der Antike als Edessa bekannt gewesen. Mehrere Jahrhunderte lang war Urfa Sitz christlicher Gelehrsamkeit. Im Islam gilt die ar-Ruhā genannte Stadt als Geburtsort Abrahams. Die »Arbeitsgruppe Anerkennung» weiß zur Stadtgeschichte der Jahre 1895/96: „In Urfa, wo Armenier ein Drittel der damals 60.000 Einwohner ausmachten, schlachteten kurdische Irreguläre der so genannten Hamidiye-Kavallerie 13.000 aramäischsprachige Christen in der Stadt und ihrer Umgebung ab. Die Lebendverbrennung von 3.000 Armeniern am 29. Dezember 1895, die sich vor Massakern in ihre Kathedrale geflüchtet hatten, bezeichnete die amerikanische Augenzeugin und Missionarin Corinna Shattuck mit dem aus der Bibel entlehnten Begriff Holocaust („Ganzbrandopfer“). Andere Zeitgenossen wie der französisch-jüdische Journalist Bernard Lazare umschrieben mit Holocaust den gesamten Massenmord des Jahres 1895 an osmanischen Christen. In dieselbe Kathedrale sperrten 1915 die Ortsbehörden armenische Deportierte, die als Zwangsprostituierte Militär- und Gendarmerieangehörigen zur Verfügung standen (22).“

Kopftuch

Der Istanbuler Wirtschaftsprofessor Toker Dereli warnt vor einer politisch folgenreichen Toleranz gegenüber der islamischen Kleidung: »Das Kopftuch ist ein Sinnzeichen, das eine Weltanschauung repräsentiert. Viele Leute, die gerne Kopftücher sehen möchten, würden ebenso gerne ein Regime sehen wie das im Iran (23)«.

Christoph Elsas

Für Christoph Elsas ist Allahs schiitischer Terrorstaat mit seinem Führungsprinzip der allein (und dabei nur vielleicht) das Heil gewährleistenden Welāyat-e Faqīh, der Herrschaft der Obersten Rechtsgelehrten kein Problem, bei der die geheiligte, alle Frauen und Nichtmuslime entrechtende und gegen Ex-Muslime oder sonstige Gotteslästerer Todesurteile aussprechende Geistlichkeit die repressive (islamische) politische Gewalt und irdische Staatsführung stellvertretend für Gott Allah beziehungsweise für den erwarteten Zwölften Imam ausübt.

Nein, der freundliche Professor kultiviert den Dialog mit dem Islam und bewirbt auf Seite 121 das diskriminierende Islamische Recht, die kulturrassistische Scharia (šarīʿa): „Gotteserkenntnis [vollzieht sich] … nicht über Vernunftverstehen, sondern individuell über Herzensvereinigung und dann kollektiv über das Studium von Schöpfung und Heiliger Schrift [worauf uns S. M. Khatami hinweist, vgl. Fußnote 51]“. Gegen die juristisch einwandfreie Zwangsverschleierung jeder Iranerin mit einem Stoffsack hat der tolerante Herr Elsas nichts einzuwenden. Wozu auch, der ḥiǧāb, im Iran pardā genannt, ist schließlich Religionspflicht, Elsas bevorzugte freilich das Wort Religionsfreiheit, als er mit Veranstaltern wie Thomas Lemmen (CIG), Ali Bardakoğlu (der von der AKP-Regierung berufene Diyanet-Präsident für die der Türkei, ausgebildeter Assistent für šarīʿa am Hohen Islamischen Institut zu Kayseri, Jürgen Micksch, und Ali Dere (Diyanet; Ankara) im Juli 2004 in der Frankfurter Goethe-Universität („Der Streit ums Kopftuch“) sprach (24).

Nursi

Auf Nursî berufen sich die 1979 in Köln gegründete Islamische Gemeinschaft Jama’at-un Nur (Ǧamāʿatu n-Nūr, vgl. www.lichtstr.de) ebenso wie die önomomisch und bildungsorientiert daherkommende, „undurchsichtige islamistische Sekte mit Konzernstruktur“ (Kelek) um den türkischen Nationalisten Fethullah Gülen (25). Die Ǧamāʿatu n-Nūr, wörtlich Gemeinschaft des Lichts, ist Mitgründerin des streng an der Scharia ausgerichteten Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland (IR; Vorsitzender ist seit 2002 Ali Kızılkaya), dessen größter Mitgliedsverband die extremistische Millî Görüş (IGMG) ist.

Die Gemeinschaft erstrebt einen Staat mit dem Koran als erster Quelle der Gesetzgebung und Rechtssprechung sprich ein Kalifat, beschreitet den Pfad des Dialoges mit den Nichtmuslimen und verquirlt dazu die Zitate von Said Nursi mit denjenigen von Dietrich Bonhoeffer und Alfred Delp, prominente Sprecher sind Rüstem Ülker, welchem der als dreizehnjähriges Kind zum Islam konvertierte gelernte Psychologe (Volldiplom) Wolf D. A. Aries gelegentlich sekundiert (26). Wolf Dieter Ahmed Aries war 25 Jahre lang Leiter der Volkshochschulen Velbert beziehungsweise Gütersloh und saß 2003 im Vorstand der GMSG, der den Top-Islamisten Ibrahim el-Zayat umgebenden Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (27).

Elsas:

»Wieviel Freiheit der Religion verträgt die deutsche Gesellschaft? Überlegungen aus dem christlich-islamischen Dialog«

So lautet der 2006 veröffentlichte Aufsatztitel von Prof. Christoph Elsas, der etliche seiner Gedanken aus „Religionsfreiheit. Denkanstöße aus dem Risale-i Nur für das Zusammenleben in einer multikulturellen Welt“ fast wortgleich wiederholt, einem Kapitel im Buch von Wolf D. A. Aries, Rüstem Ülker (Hg.): „Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp und Said Nursi: Christentum und Islam im Gegenüber zu den Totalitarismen“, welches nach eigener Aussage die Ergebnisse aus dem 2. Said-Nursi-Symposium (Haus der Geschichte, Bonn 2004) zusammenfasst.

Ad fontes. Wozu der osmanisch-mystische Umweg, statt Guru Nursi besser gleich zu den Wahhabiten nach Dschidda und Mekka (VIW-Verlag 2006).

Elsas:

Raddatz warnt davor, die Gewaltbereitschaft und den Hass auf die sogenannten “Ungläubigen” … nur den Fundamentalisten zuzuschreiben

Der dem Freundeskreis der mittlerweile die Hälfte der britischen Moscheen kontrollierenden, radikalen, ursprünglich indischen Deobandi-Bewegung (beziehungsweise ihrem pakistanischen Ableger Darul ‘Uloom (Dāru l-ʿUlūm, (Karači, Pākistān) zuzurechnende Nordamerikaner Khalif Baig (www.albalagh.net) möchte etwas von der Welt verstehen, ohne in der kulturellen Moderne anzukommen. Dazu zitiert der häufig auf www.beautifulislam.net predigende Herr Baig qurʾān und ḥadīṯ: „The Believers are but a single Brotherhood“ (Sure 49 al-ḥuǧarāt, 10) und „A Muslim is the brother of another Muslim. He does not oppress him, nor does he leave him at the mercy of others“ (Ṣaḥīḥ Muslim), der Nichtmuslim ist zum Ersten eben kein Bruder und hat zum Zweiten auch nirgendwo über einen Muslim zu gebieten.

Khalid Baig orientiert sich am dschihadistischen Religionsverständnis von Muḥammad Taqī ʿṯmānī (Taqi Uthmani), dem ehemaligen Richter im Scharia-Senat (Shariah Appellate Bench) des Höchsten Gerichts Pakistans (Supreme Court of Pakistan) und ehemaligen Richter im Bundes-Scharia-Gerichtshof von Pakistan (Federal Shariat Court of Pakistan). Taqī ʿṯmānī hält Angriffskriege gegen Nichtmuslime für islamisch gerechtfertigt. Der Hanafit Baig zitiert den Gründer der missionarisch-revolutionären Partei Jamaat-e-Islami (JI), Sayyid Abūl Aʿlā al-Maudūdī, verlinkt zum antiwissenschaftlich agitierenden Kreationisten Harun Yahya und ist auf www.beautifulislam.net Ratgeber zum Thema allgemeine Menschenrechte (unwürdig, unsittlich), Mutterschaft (Lebenszweck der Frau), Kinderrechte (Recht auf Zwangsverheiratung) und weibliches Haupthaar (Recht auf Verhüllung).

Harun Yahya ist der türkische zeitweise Holocaust-Leugner und ehemalige Antisemit Adnan Oktar, war Kolumnist bei der am radikalen Kalifats-Ideologen Necmettin Erbakan orientierten Zeitung Millî Gazete und des fundamentalistisch-christlichen Institute for Creation Research (ICR) in San Diego (Kalifornien) und kooperiert heute mit den christlichen Kreationisten des Intelligent Design um den Theozentriker Michael J. Behe. Herr Oktar genannt Yahya ist Herausgeber des wissenschaftsfeindlichen volksverdummenden »Atlas der Schöpfung«, in Frankreich ist dieses mehrere Kilogramm schwere Buch verboten, das vor zwei Jahren massenhaft unverlangt staatlichen Schulen etwa in Nordrhein-Westfalen zugestellt wurde, laut Helmut Frangenberg (Kölner Stadt-Anzeiger vom 19.09.2007) beispielsweise sämtlichen Kölner Biologie- und Philosophielehrern. Jens Lubbadeh dachte 2007 über diesen Islamisten nach: »Mit Allah gegen Darwin« (28). Der Said-Nursi-begeisterte Religionsprofessor Dr. Christoph Elsas ist zu Harun Yahya leider so stumm wie ein Fisch, dafür plädiert er für die Zulassung des deutschen Lehrerinnenkopftuches.

Nach dem Grundsatz der geheiligten Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen, islamrechtlich »al-walāʾ wal-barāʾa« etwas frech übersetzt mit „Lieben für Allāh, Hassen für Allāh“, hat der Muslim die mit Ekel zu befrachtenden Ungläubigen ein wenig zu mobben. Der im Iran und in Saudi-Arabien gesetzlich vorgeschriebene Kulturrassismus hat seinen Ursprung im Koranwort Vers 51 der Sure 5 „Nehmt euch nicht die Christen und Juden zu Freunden“. Sure 9:29 verlangt den Status des Christen oder Juden als ḏimmī, der solange und so sehr zu quälen ist, bis er die ǧizya bezahlt, was in einer bereitwilligen Unterwerfung zu geschehen hat, er möge sich erniedrigt, gebändigt, unterworfen (ṣāġirūn) fühlen. Der Textverfälscher (Jude) und der Verbreiter des verfälschten Textes (Christ) mag sich ja besinnen und zurück zu jener wahren Religion (al-islām) finden, zu der er von seinem angeborenen Wesen (fiṭra) aufgerufen ist, seinem Hingeschaffensein auf Allahgott hin.

Die Welt ist mit ganzem Einsatz zu islamisieren, beginnend mit dem Nahbereich von Familie (Kopftuchzwang, Tugendterror, Geschlechtertrennung, Betpflicht, arrangierte Ehe) und Straßenzug (Überwachung auf korrektes Beten und Fasten, Etablierung vorerst inoffizieller Sittenwächter und Religionspolizisten). Die Umgestaltung (islam-ideologisch: Harmonisierung, Verbesserung) des Lebensraumes erfolgt anhand des Grundsatzes »al-amr bi-ʾl maʿrūf wa-ʾn-nahī ʿani ʾl-munkar«, „Ihr gebietet, was recht ist, und verbietet, was verwerflich ist“, vorausgegangen war die Klarstellung: „Ihr seid die beste aller Gemeinschaften“ (Koran 3:110). Nichtmuslime sind damit, sittlich gesehen, Barbaren, und, juristisch-nüchtern, diskriminierungswürdig.

Der Marschbefehl des Islamisierens ist die so genannte ḥisba.

Raddatz liegt richtig, wenn er davor warnt, sich für den offiziellen Dialog einer Islam-Fiktion zu bedienen. Elsas warnt anders, nämlich diffamiert alle Schariagegner als: …

97. … Feinde der Differenz.

Zur wertgeschätzten „Differenz“ des Herrn Dr. Christoph Elsas gehören zwangsverheiratende Väter (walī muǧbir) und zehnjährige Ehefrauen offensichtlich ebenso wie Burka und Tschador im Stadtbild oder parallelrechtliche Scharia-Familiengerichte.

Das Recht der Lehrerin, im Unterricht an einer staatlichen Schule ihren ḥiǧāb zu tragen, verteidigt der Marburger Professor für Religionsgeschichte:

101. … wobei Erziehung zur Toleranz das Lehrpersonal gerade nicht zu einer „letztlich standpunktlosen-absoluten Neutralität“ verpflichtet.

Auch wir sind den sich hinter der Religionsfreiheit versteckenden Relativierern und Ironisierern der Geltung der allgemeinen Menschenrechte gegenüber alles andere als „neutral“. Der geheiligte Kulturrassismus der šarīʿa soll in Europa beziehungsweise Deutschland die Freiheitsrechte für niemanden einschränken.

98. takiya … davon nährt sich das Schreckgespenst einer geheimen Verschwörung, in der uns nicht nur Bin Ladens Terrororganisationen, sondern auch … Islamisten aller Art und überhaupt „der Islam“ bedrohen.

Wer den orthodoxen Islam für eine Bedrohung der säkularen (freiheitlichen) Demokratie hält, müsse also verhetzt oder fehlgeleitet sein.

101. [Lehrerinnenkopftuch; Kopftuch] Methodologisch gilt: „Die Zeichen müssen zuerst im eigenen Kontext gelesen werden“, was etwa bedeutet, wenn wir eine Kopftuchträgerin sehen, unsere „Deutung hintanzustellen“.

Dieses „Wie sehen Sie denn das?“ und „Meine Interpretation soll jetzt nicht so wichtig sein“ sage der entgrenzt tolerante Herr Elsas doch bitte jedem Neonazi, der einen Pullover mit provokantem Hakenkreuz trägt. Der junge Nazi wird sein Zeichen freiwillig tragen und darüber glücklich sein, einen Applaus für das Verkörpern von „Differenz“ (Elsas) zu bekommen.

Dass der Kopftuchterror mit der „schwarzen Pädagogik“ (schariatreue Islampädagogik) nicht nur mit Prügel und sozialer Ächtung, sondern auch mit der gezielten Einschüchterung und Angsterweckung vor ewiger Schmach und Verdammnis (ǧahannam, Hölle im Islam) arbeitet, ist für Christoph Elsas nicht der Rede wert.

Korrekt wenn auch ohne Nennung des Verfassers zitiert Elsas eine Verlautbarung von Schariafreunden vom 21.04.2004, mit dem der deutsche Staat trickreich ermuntert wird, den Religionsgemeinschaften ein gehöriges Maß an fundamentalistischer Indoktrination zuzugestehen und vielleicht ja auch ein wenig vom noch bestehenden staatlichen Gewaltmonopol („zwingendes religiöses Gebot“) abzugeben:

103. »Diese Neutralität bedeutet, dass der Staat sich weder für noch gegen eine bestimmte Religion engagieren darf. Gemäß dem Grundgesetz liegt demnach die Deutungshoheit über Inhalte einer Religion und die Definition darüber, was ein zwingendes religiöses Gebot ist, nicht beim Staat und dessen Volksvertretern, sondern einzig bei den Religionsgemeinschaften.«

Und Islam wird Staat. Die Islamisierer, man kann ihre sechzig Organisationsnamen von Islamische Föderation Berlin, ZMD, Millî Görüş bis IGD nachlesen (29), werden konkret:

»Gleichwohl gebietet der Islam, nach allen islamischen Rechtsschulen, das Einhalten bestimmter Bekleidungsvorschriften, und zwar für Mann und Frau. Der Frau ist geboten, sich bis auf Hände, Füße und Gesicht zu bekleiden, dazu gehören einstimmig die Kopfhaare.«

Ḥiǧāb zwangsweise. Ist die islamische Religionspflicht der Verschleierung mit Mufti Elsas nun deutscher Rechtsbestand? Nein, zum Glück gilt hier nicht die allein heilsgewährende, bosnisch »Šerijat«, griechisch Σαρία genannte Frauenentrechtung (politischer islām) mit ihrer unvermeidbaren Folge einer staatlichen Apartheid von rechtsverschiedenen Glaubensnationen, sondern das säkulare Grundgesetz. Maryam Namazie nennt das: One Law For All.

105: spricht Nursi ja damit an, dass die Scharia den Menschen verändere, indem sie „eine Barriere gegen die Angriffe der Natur bildet“

DÜNYA-AHİRET, Dunya-Achira.

Im trügerischen, der um der Rettung des Seelenheils willen der islamischen Nutzbarmachung zu unterwerfenden Weltlichen, der ad-dunyā, lügt und zerstört der islamisch verbürgte Satan, der iblīs, auch ʿazāzil genannt. Hier auf Erden wabern ferner die Teufel (aš-šayaṭīn, Sg. aš-šaiṭān), schleichen die das Gemeinwohl gefährdenden Heuchler (al-munāfiqūn, Gottesfeinde, Harbis, Dschinnen, Juden, Christen und Frauen umher und betören und verführen dich und leiten dich vom rechten Pfad ab. Nur bei Allahgott ist der Ausweg, sonst wäre er nicht allmächtig. Wer also der Natur, dem Gefühl oder dem Verstand folgt und nicht dem, was der Koran über Natur, Herz und Verstand vorschreibt, wird unbeschreiblich grausam bestraft werden. Es gibt keine wissenschaftliche Kausalität, nur Allahgott schafft den Kausalzusammenhang.

Die Welt und die Aufgabe des Menschen in ihr dürfen nicht anders gedeutet werden, als es Muḥammad mit Billigung Allahs vorgab, als die Hadithsammler Mohammeds Befehle erklärten und als es die höchsten Gelehrten in Islamisches Recht umsetzen, jede andere Welterklärung als die islamische muss zwingend mit teuflischer List verunreinigt sein: „Dies ist ihr Lohn – die Hölle –, weil sie ungläubig waren und Spott trieben mit Meinen Zeichen und Meinen Gesandten“ (Koran 18:107, Ahmadiyya-Übersetzung). Nur das nach dem Vorbild des Propheten korrekt nachgeahmte Verhalten führt dich im Jenseits der maßgeblichen al-āḫira, vielleicht, in die ewige Gottesnähe.

Islamisches Gesetz (Scharia) ist vom Familienoberhaupt mit Liebe, Vorbild, Ermahnung, sanfter Gewalt oder grober Gewalt durchzusetzen, er ist dabei prinzipiell ebenso ein Statthalter (Kalif) der Gottheit, wie der örtlich zuständige Herrscher dem Islam nicht im Wege stehen darf. Auferlegte Verschleierung des weiblichen Leibes, allerseits zu akzeptierende Polygynie, der Tochter einen Polytheisten oder Atheisten zu heiraten verbieten und einer Frau die Erlangung der Staatsführung, all das ist ebenso in Frömmigkeit praktizierter Gottesdienst wie juristisch einklagbare, absolut umzusetzende Pflicht. Nach der Scharia ist die muslimische Frau unbedingt und auf eine charakteristische Weise zu entrechten. Derartiger Glaubenstreue haben die sittlich geringerwertigen Säkularen in der Bundesrepublik Deutschland gerade auch nach Artikel 4 Grundgesetz (Religionsfreiheit) nicht im Wege zu stehen, der fremdenfreundliche Herr Elsas verhält sich schariakonform.

Europas Lehrer werden bald beginnen können, angesichts des von Rowan Williams (Februar 2008), Lord Phillips (Juli 2008), Christian Giordano (Dezember 2008) und Mathias Rohe (2009) herbei geflehten Schariarechts die Attribute freiheitlicher Demokratie mit der Vergangenheitsform beschreiben zu lassen: Es war einmal …

105. Im Islam richten sich die Rechte der einzelnen Personen nach ihrer Stellung und ihren Pflichten in der Gemeinschaft.

Völlig richtig, Mann und Frau haben im Islam nicht das gleiche Recht, ebenso wenig Muslim und Nichtmuslim. Im Stalinismus, Maoismus, Nationalsozialismus usw. „richten sich die Rechte der einzelnen Personen nach ihrer Stellung und ihren Pflichten in der Gemeinschaft“, das ist das Prinzip Diktatur, eben auch das der mit Apostasieverbot und Kopftuch beginnenden islamischen Diktatur.

108. Christliche Orientierung bedeutet …

Bischof Elsas! Die Elsaskirche.

Christliche Orientierung bedeutet hinsichtlich des Kopftuchs bei Frauen …

Ich soll als Christ das Kopftuch dulden, weil Christ Elsas es mir anordnet? Sucht der Religionsgeschichtler dienstfertige Jünger, Elsasianer?

Christliche Orientierung bedeutet hinsichtlich des Kopftuchs bei Frauen, die jeweilige Sitte zu respektieren und es doch im Konfliktfall, ebenso wie die Beschneidung beim Mann, als „nichtentscheidend“ einzustufen.

Elsas geht darüber hinweg, das ein zur Beschneidung überzeugter, überlisteter oder gezwungener Junge mit seinen vier, acht oder auch zwölf Jahren schlicht nicht einwilligungsfähig ist. Das Herrn Elsas bekannt gewordene Treiben beschneidungsfreudiger Erwachsener ist gebilligte Körperverletzung, solange keine (absolute) medizinische Indikation besteht. Die nicht indizierte chirurgische Vorhautentfernung bei Einwilligungsfähigen mag man ja hygienisch, ästhetisch, kulturell oder spirituell begründen wollen. Abenteuerliche Erklärungen beschwören HIV-Epidemien, HPV geht auch, zielen allerdings wohl eher auf eine fortgesetzte grundsätzliche Kondomverweigerung, sollen die Ärztekassen klingeln lassen und bei Nutzbarmachung des vor knapp viertausend Jahren verstorbenen märchenhaften Vorhautvernichters Abram, nachfolgend Abraham, jede Beleidigung vom heranrückenden politischen Islam abwehren. Die Motivation für die Jungenbeschneidung ist nahezu durchweg sexualmagisch aufgeladen, die multifunktional einsetzbare Keule des Antisemitismusvorwurfs dräut dem Beschneidungskritiker. Seien wir Angehörige der Multikultur, des amerikanischen Bibelgürtels, der Maoris oder Aboriginees, der von unseren Schamanen und nicht zuletzt von unseren Frauen für beschneidungsbedürftig erklärte Penis wird zum gemeinsam wertgeschätzten Kultorgan des die Männlichkeit verherrlichenden Straßenzuges, und allein das blutige Opferbringen am veredelnd umgebauten angeblich männlichsten aller Körperteile gewähre mir und Ihnen die fortgesetzte göttliche Gnade. Bruno Bettelheim erkannte die männliche Ritualbeschneidung noch als eine symbolische Neugeburt, kultiviert durch die den Frauen die Gebärkraft neidenden Jägerbünde, es geht also auch darum, die Geburt aus der Frau kalkuliert herabzuwürdigen. Und so wird bis auf weiteres wohl leider kein Rabbiner, Mufti oder Ayatollah zu erklären wagen, der unbeschnittene männliche Jude oder Muslim würde nicht im grausigen Höllenfeuer brennen und seine präputial toleranten Angehörigen gleich mit. Versuchen Sie mal, diese Sätze in Ihrem christlichen Gemeindebrief abzudrucken, oder umfassende Kritik am islamischen Kopftuch: Es dürfte Ihnen nicht gelingen, zumal Ihr fleißiger Klerus die Götterfusion zwischen Jahwe und Allah betreibt und zwischendurch ein paar Juden tauft, man ist ja tolerant.

Hurma

Körperliche Unversehrtheit ist eben nicht jene islamrechtliche Hurma (ḥurma, von ḥ-r-m, etwa zu ḥarām, eben auch Tabubezirk), die unter anglophonen Schariafreunden als Bodily integrity, Bodily inviolability, The sanctity of God`s creation, That which is valued by ethics and protected by the law wiedergegeben wird, oder schlicht als Respect, und die angeblich gleich auch ökologisches Denken, Naturschutz und Nachhaltigkeit beinhalte. Birgit Krawietz preist die Logik des Tochtertausches und des Versklavens der Nichtmuslime gar als „körperliche Unversehrtheit im Islam“ (Krawietz: Die Ḥurma. Schariatrechtlicher Schutz vor Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit nach arabischen Fatwas des 20. Jahrhunderts).

Das fragwürdige Heilsein der ḥurma verlangt vielmehr das im Namen Allahgottes amputierte Körperteil namens Hand, Fuß, Kopf oder Präputium und die mit Einschüchterung durchzusetzende rechtliche Geringerstellung der Frau. Ḥurma-Körperpflege ist Steinigung, ḥurma-Körperbewusstsein ist die institutionalisierte Vergewaltigung der orthodox-islamischen Hochzeitsnacht, echte Hurmafürsorglichkeit sind Allahs den Rücken zerfurchende Peitschenhiebe. Ḥurma ist, sehr geehrte Frau Krawietz, die Ihnen als Schariaforscherin nicht verborgen gebliebene feminine Sexualität, wie sie die von der Scharia für alle Zeit zulässigen zehnjährigen Ehefrauen aus Jemen oder Nordgriechenland erleben. Düsseldorf ist diesbezüglich ein Vorort von Komotiní und die Elfjährige war ebenso verheiratet wie schwanger, das ist ḥurma (30).

Sicherlich ließe sich völlig nüchtern zum Begriff der Leiblichkeit (Corpus) und Gesundheit (Salus) forschen, mit dem einst manch ein Dominikaner die Folter an einer Hexe (Magia malefica) religiös gesegnet hat. Gerechtigkeit, wie sie die Scharia oder der schariatreue Islam versteht, wird niemals dem Begriff der Gerechtigkeit im Sinne der universellen Menschenrechte entsprechen können. Die Scharia mag ja „flexibel“ sein, doch bleibt sie diskriminierend, ḥurma ist ohne Hölle und Teufel, ohne Dhimmi-Status und Apostatenmord schlicht sinnlos. Ḥurma ist nicht modernisierbar, nicht demokratiefähig, mögen uns die in ihrer Vielzahl und Vielgestaltigkeit dem fallenden Herbstlaub gleichenden Blätter der Jahr für Jahr produzierten Scharia-Gerichtsurteile und Fatwas auch ein wenig die Übersicht rauben. Das Buch Koran ist abgeschlossen, Allahs Lieblingsprophet hat nur einmal gelebt, das dem Menschen unfassliche Kristallzentrum des islamischen Wahren liegt für alle Zeit fest und verlangt die Erniedrigung der Frau und des Nichtmuslims, die Heiligung der Diskriminierung.

Aus einer reflektierten Sicht, die von Sigmund Freud und Bruno Bettelheim weiß, brutzeln jüdisch oder muslimisch geprägte, ihre Söhne nicht beschneidende Familien keineswegs allesamt in der Hölle und soll sich Religionshistoriker Elsas schämen, zur Beibehaltung eines steinzeitlichen oder mittelalterlichen Gottesbildes und Initiationsrituals aufzurufen. Lesetipps zum Thema der vermeidenswerten Jungenbeschneidung: International Coalition for Genital Integrity http://www.icgi.org/, Nocirc Deutschland http://www.nocirc.de/.

Es gleicht dem Spiel mit dem Feuer, wenn im Jahre 2002 die aus Tübingen stammende Islam- und Religionswissenschaftlerin (Schwerpunkt Religionssoziologie) Assia Maria Harwazinski im Deutschen Ärzteblatt ausgerechnet im Namen der ḥurma – damit: im Namen der Scharia! – dazu aufruft, ganz besonders gesundheitsschädigendes oder recht deutlich gesundheitsschädigendes Fasten junger „muslimischer“ Menschen möglicherweise ein wenig zu unterbinden: „Fasten im Islam: Gebot körperlicher Unversehrtheit (31).“ In dieser Situation mögen die Women living under Muslim Law (WLUML) tatsächlich leider sein, doch noch gilt in Deutschland ein einheitliches Recht und sind Erziehungsberechtigte, völlig ungeachtet ihrer Gottheit oder Ex-Gottheit, wegen Nötigung, Körperverletzung, Misshandlung oder Missbrauch anzuzeigen und anzuklagen, nicht wegen Verletzung der von einem womöglich sadistisch und frauenfeindlich denkenden Gott errichteten Hurma. Dr. Harwazinski (»Rhythm is it!« Tanzen für Anerkennung, Selbstbewusstsein und gegen Gewalt) könnte in Bandung, Indonesien, die Herren und vor allem Damen der Assalaam-Foundation davon zu überzeugen versuchen, dass die Islamic FGM der Schafiiten gegen die von Allahgott gebotene ḥurma verstößt, man empfehle ihr aber, mit dem medizinischen Begriff der Wissenschaftlichkeit zu argumentieren und sich gar nicht erst auf die für alle Zeit der Magie und der Diskriminierung verpflichtete Diskussionsebene der Schariawissenschaft einzulassen. Harwazinski war Teilnehmerin der Kölner Kritischen Islamkonferenz (31.05.-01.06.2008).

Die ḥurma hat noch eine Folge, die Europas Gutmenschen als Schutz vor Hausfriedensbruch missdeuten könnten, die dem tabuisierten Tempelbezirk verwandte geheiligte Abschottung der Familie vor der unislamischen Außenwelt. Wir verlangen den Schutz (ḥurma) vor euren Standards, Jugendamt und Polizei mögen ihre Nase nicht in unsere Familienangelegenheiten stecken, schließlich sind unsere Töchter unsere Scham (ʿaura).

113. In Religionsfreiheit auszudiskutierende gemeinsame Zukunftsaufgaben wären besonders ein gemeinsames Votum zur Erziehung in pluralistischer Gesellschaft, eine mentale Stadtsanierung in aufgabenorientierter Kommunikation … und eine interkulturelle Grundwertedebatte.

Religionsfreiheit. Ist bereits vorhanden. Oder ist eine andere Religionsfreiheit gemeint?

Votum. Ein kleiner Staatsvertrag zwischen Demokraten und Allahkraten?

Mentale Stadtsanierung. Hatten wir 1933 und dann noch mal unter Spitzbart („Nu nu“) Walter Ulbricht.

Erziehung in pluralistischer Gesellschaft. Pädagogik ist universell. Es gibt freilich auch eine Pädagogik des Pluralismus: „Mein kleiner Schwarzer, du darfst nicht am Strand spielen, an dem die kleinen Weißen sind“.

Interkulturelle Grundwertedebatte. Zwischen Grundgesetz und Scharia.

114. [Türkei] Das Amt für Religionsangelegenheiten. Sein gegenwärtiger Präsident definiert einen Muslim als einen Menschen, der in Selbstsicherheit lebt und anderen Sicherheit gibt.

Der Präsident der Diyanet (Diyanet İşleri Başkanlığı, Präsidium für Religionsangelegenheiten) hat sogar einen Namen. Ali Bardakoğlu „definiert“ nicht, Allahgott definiert.

„Selbstsicherheit“ bedeutet Schariabewusstsein, statt „der anderen Sicherheit gibt“ hätte Christoph Elsas schreiben müssen: „der die Scharia durchsetzt sprich die islamische Lebensweise einfordert und eine im Sinne von Koran und Hadithen geformte Gesellschaft aufbaut“. Dafür gewährt er Schutz, auch dem Schutzjuden oder christlichen Dhimmi.

Bardakoğlu erläuterte am 17.09.2006 (in: DIE WELT) den Koran, Sure 9 Vers 5: „Die Sure bedeutet, dass Muslime gegen jene, die die natürliche Ausweitung des Islam verhindern wollten und kriegerisch waren, sich ebenso kriegerisch wehren sollten. Das ist Selbstverteidigung. Der Koran schreibt vor, dass man die Menschen durch Vernunft und Rede überzeugen soll. Wenn die Heiden dies aber verhindern wollen, dann erlaubt der Koran, auch gegen sie zu kämpfen“. Ein typisch islamischer Fall von „Selbstsicherheit“ (Elsas).

Bardakoğlu denkt selbstverständlich antisäkular und betreibt Koranpolitik. Er versteht Christen und Juden folgerichtig als »ahlul kitāb«, das Volk des Buches (Bardakoğlu: „People of the Book“) und gibt sich sehr traurig darüber, dass seit den Terroranschlägen in den USA vom 11.09.2001 der angeblich um Friedfertigkeit bemühte, frauenfreundliche Islam in ein schlechtes Licht geraten ist, was besonders in Deutschland geschehe: „worsening of the image of Islam among the public“. Der Schatten Allahs in Kleinasien lobpreist die kulturrassistische Verfassung von Medina („Medina Covenant“ (Medina Constitution, The Mithaq of Madinah, Ṣaḥīfa Madinah) aus dem Jahre 622 als vorbildliches und zukunftsweisendes Gesellschaftsmodell für Religionsvielfalt und gütliches Miteinander („religious pluralism and co-existence“). In den Fußnoten desselben Textes zieht der Präsident der Diyanet einen Herrn heran, der von „The Dialogue of Civilizations“, „Cultural Contacts in Building a Universal Civilization“ und „A Culture of Peaceful Coexistence“ spricht oder über die IRCICA (OIC-Research Center for Islamic Art and Culture, İstanbul) sprechen lässt, Ekmeleddin İhsanoğlu (32).

İhsanoğlu war zwischen 1980 und 2004 der Präsident der als erste kulturorientierte Suborganisation der IOC ins Leben gerufenen IRCICA (http://www.ircica.org/). Seit 2005 ist der 1943 in Kairo geborene Wissenschaftshistoriker der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, englisch genannt Organization of the Islamic Conference (OIC).

Weltweit bekannt wurde die OIC durch ihre am 05.08.1990 angenommene Cairo Declaration of Human Rights in Islam (CDHRI), jener Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, nach der alle „Menschenrechte“, eben: Menschenrechte im Islam, der Scharia nachgeordnet sein müssen beziehungsweise der Scharia entsprechen müssen. Steinigung bleibt damit durchaus eine islamische Möglichkeit, denn: „Solange Gott dem Menschen das Leben gewährt, muss es nach der Scharia geschützt werden. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird garantiert. Jeder Staat ist verpflichtet, dieses Recht zu schützen, und es ist verboten, dieses Recht zu verletzen, außer wenn ein von der Scharia vorgeschriebener Grund vorliegt.“

Töten für Allāh, für die OIC und Herrn Bardakoğlu ist das offensichtlich kein islamisches Problem. Hörbar werdende Islamkritik hingegen soll ganz bewusst Probleme verursachen, denn es ist nicht statthaft: „die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte auszuhöhlen und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihren Glauben zu schwächen.“ Für Herrn Elsas verkörpern Ihsanoğlu und Bardakoğlu den Menschen, der „in Selbstsicherheit lebt und anderen Sicherheit gibt“.

115. Für die islamische Welt stellt der Rückgang auf Koran und Sunna ohne Vermittlung der Rechtsschulen ein Projekt der Moderne dar.

Leider eines der Radikalisierung gegen die kulturelle Moderne. Mehr „Moderne“ als der Horizont des siebten Jahrhunderts ist islamisch nicht vorgesehen, ob mit oder ohne maḏhab (Rechtsschule). Vorwärts Genossen, auf in das Zeitalter der Glückseligkeit (ʿaṣr as as-saʿāda, türkisch Asr-ı Saadet), nachdem sich die Necmettin Erbakan und der Millî-Görüş-Bewegung treu ergebene koranpolitische türkische Partei ‘Saadet Partisi’ nennt.

Riḍā, ʿAbdu, al-Afġānī, diese drei Herren stellten Koran und Scharia nie infrage. Es wäre ihnen auch nicht gut bekommen, Ex-Muslime müssen leider sehr im Verborgenen leben. Die angeblichen Islamreformer, die Salafisten, sind durch und durch reaktionär.

Die gut ein Jahrhundert alte Strömung der as-Salafiyya (Rückbesinnung auf die urislamischen Vorfahren) um die Ideologen Ǧamāl ad-Dīn al-Afġānī (Kalifat bzw. Panislamismus plus technologische Aneignung), Muḥammad ʿAbdu (die „Rückbesinnung auf den islamischen Glauben“, aṣl ad-dīn al-islāmī, könne alle Probleme lösen) und Rašīd Riḍā (autonomes islamisches Interpretieren, iǧtihād, ersetze das dogmatische Befolgen des taqlīd, aber bitteschön immer im Einklang mit den Hadithen und vor allem mit dem Koran) forderte die Überwindung der visionär bis großmäulig als širk, Beigesellung verächtlich gemachten Rechtsschulen. Seitdem ist viel Wasser die Flüsse den Nil, Euphrat oder Kızılırmak herunter geflossen, das seit 1956 von der Kolonialmacht Frankreich unabhängig gewordene Tunesien verbot die Polygamie noch im gleichen Jahr, die Türkei tat dieses bereits 1926 und duldet bis heute keine islamische Frauenkleidung in ihren staatlichen Schulen und Hochschulen.

Seit zehn Jahren nimmt in Kairo und İstanbul die Zahl der Tschador oder Gesichtsschleier tragenden Frauen allerdings zu. Inzwischen ist auch das durch den Modernisierungsdiktator Mustafa Kemal „Atatürk“ aufgestellte Dogma der schulischen Bildungseinheitlichkeit (Tevhid-i Tedrisat Kanunu) längst durch das betont schariafreundliche Schulsystem der IHL abgekürzten Imam-Hatip-Schulen (İmam Hatip Lisesi) unterlaufen worden, an denen, Mädchenhaar ist schließlich von Natur aus nackter als Jungenhaar, das gottgeliebte Kopftuch das weibliche Schamhaar „bedecken“ darf (33). Der das „Recht“ der Frau auf ihr Kopftuch einfordernde deutsche Professor Elsas kann zufrieden sein.

Wer muğtahid ist, wer den Islam interpretieren darf, ist den heutigen Sunniten allerdings immer noch nicht klar, und so folgt man, wenn man „islamisch modern“ sein will, sicherheitshalber den Modernisten sprich Islamisten Necmettin Erbakan, Tariq Ramadan, Yūsuf al-Qaraḍāwī (ECFR) oder den Burkahändlern und Regionalheißmachern wie Pierre Vogel.

Daneben gibt es einen weiteren modernen Islam, der die irgendwie unangenehmen Rechtsschulen vielleicht bereits glücklich „überwunden“ hat, wenigstens stundenweise. Das ist der Münchhausen-Islam oder Dialogislam, den wir leider nicht bei IGMG und ZMD, dafür im Umfeld von Armin Laschet, Sabine Schiffer und Thomas Lemmen vorfinden.

115. Für den islamischen Staat Pakistan wollte dessen „geistiger Vater“ Iqbal die Auslegung von Koran und Sunna im Parlament verankern, um so reformistisch die islamische Position zu rekonstruieren.

Soll uns Sir Muḥammad Iqbāl etwa als freiheitlicher Demokrat gelten, wenn sein Parlament niemals gegen den frauenfeindlichen Koran stimmen darf?

Warum erwähnt Elsas jenen muslimischen Inder Iqbāl lobend, der seinen Adelstitel aufgrund seines dichterischen Talents erhielt, der eine Gesellschaft nach der vollumfänglich implementierten Scharia anstrebte und ein weiteres Zusammenleben mit den Hindus zurückwies? „Vater der Nation“ (Bābā-e Qaum) war dann allerdings der Führer der Muslim League, Muḥammad ʿAlī Ǧinnah, der mit seiner »Two Nation Theory« die Intention von Iqbāl staatsgründend umsetzte. Den Zerfall eines Territoriums, ob Subkontinent, Dorf oder Straßenzug, das von religionsverschiedenen Bevölkerungsgruppen geprägt gewesen ist, sollten säkulare Staatsbürger als Katastrophe bezeichnen.

Pakistan ist menschenrechtsfreie Zone, ein korrupter, Frauen und Nichtmuslime gesetzlich diskriminierender Polizeistaat, in dem allein gehende Frauen recht folgenlos vergewaltigt werden dürfen, die Häuser von Christen dann und wann angezündet werden, das als Partei daherkommende, radikalislamische („moderne“) Netzwerk Jamaat-e-Islami (JI, Ǧamāʿat-e Islāmī) eine Art Gegenstaat mit eigenen Wohlfahrts- und Bildungsorganisationen nach dem radikalislamisch-revolutionären Geist des Abūl Aʿlā al-Maudūdī geschaffen hat und verschiedene international tätige Terrorgruppen umhervagabundieren. Im Swāt-Tal herrscht, nach Kämpfen staatlich zugelassen, grausamste Scharia-Barbarei und werden Mädchenschulen gesprengt. Mitten in Pakistan stehen Atombomben, Know-how Made in The Netherlands, der indisch-pakistanische Ingenieur Abdul Kadir Khan spionierte um 1974 in den schludrig gesicherten Aktenschränken des Forschungslabors von Almelo.

Am 06.12.1931 wurde der Allahkrat und Kulturrassist Iqbāl in der „Stadt“ Baitul Maqdas, säkular heißt sie Jerusalem (hebräisch Beit haMikdash, Haus des Heiligen, die islamische qibla-Gebetsrichtung wies anfänglich zum jüdischen Heiligtum), zum Vizepräsidenten des World Muslim Congress (WMC, Mūʾtamar al-ʿĀlam al-Islāmī) gewählt. Gründer oder besser Führer des WMC war Muḥammad Amīnul Ḥusainī (al-Husseini). Der Großmufti von Jerusalem al-Ḥusainī (Husseini) war als das Oberhaupt der radikalislamischen Muslimbruderschaft der Vertraute eines ab 1933 für den Verlauf der Weltgeschichte leider wichtigen Politikers mit dem Namen Adolf Hitler, wozu uns Islamfreund Elsas nichts sagt.

Der Organisationssitz der mehrere Zweigstellen (Bangladesh als die dortige JI, Sudan, Südafrika, USA) betreibenden WMC ist Karatschi, Pakistan, ihre Nahostzentrale beziehungsweise ihr zweites Führungszentrum liegt im saudi-arabischen Dschidda bei einem gewissen Dr. Nasseef. Der gegenwärtige „Assistant Secretary General“ des Muslim World Congress ist kein anderer als der uns inzwischen gut bekannte Kooperationspartner des Berliner Zentrums Moderner Orient (ZMO), Hamid Ahmad al-Rafai (Hamid bin Ahmed al-Rifaie). Die Seite PipelineNews.org identifiziert das WMC nahezu oder gänzlich mit der Rābiṭa al-Islāmī (Muslim World League, kurz: „Rabita“), was sie mit dem wahhabitischen Multifunktionsträger Dr. Nasīf plausibel begründet: „Dr. Nasseef has served as a director of the Rabitah Trust and is also a director of Motamar al-Alam al-Islami.“ Dr. Abdullah bin Omar Nasseef betreibt die Seite http://drabdullahomarnasseef.org/ – bei der ISOSS (Islamic Countries Society of Statistical Sciences) hat er einen Führungsposten inne (http://isoss.com.pk/org.php). Sicherlich wünscht man jungen Menschen angenehme Freizeit und erfülltes Jugendleben, und so stellt sich die Frage, was es bedeutet, wenn, gemeinsam mit dem Deutschen Hartmut Keyler (Architekt aus dem nördlichen Bayern, VCP-Bundesarchiv) und Herrn Manzoor ul-Karim aus Bangladesh auch Dr. Nasīf (Nasseef) aus dem köpfenden Gottesstaat Saudi-Arabien eine Führungsfunktion in der Weltpfadfinderbewegung innehat. Ob das die wünschenswerte Demokratisierung des Nahen Ostens bedeuten wird oder aber die Islamisierung des 1907 in England gegründeten Scouting? Pfadfinderführer Manzoor ul-Karim sitzt in der Geschäftsführung der Prime Islami Life Insurance Ltd., einer Versicherungsagentur, welche ihren Finanzverkehr der Scharia unterwirft: „[Mission] To abide by Shariah Principles in day-to-day business affairs“, (http://www.primeislamilifebd.com/).

ISOSS kommt wie eine Entwicklungshilfeorganisation für Computertechnologie daher und wurde nach eigenem Bekunden im Jahre 1971 mit UN-Hilfe im Irak ins Leben gerufen, scheint aber eher so etwas wie die Islamisierung der „Datenverarbeitung“ (Datenerhebung, Datenverbreitung) zu betreiben. Wirtschafts- und Propagandaministerium unter einem Dach, der ökonomische Dschihad. Der pakistanische Wirtschafts- und Finanzminister ist ebenso führendes ein Mitglied der ISOSS wie der Muslimbruder und hohe sudanesische Politiker Ḥasan at-Turābī (al Turabi), gelernter Jurist mit Studienjahren in London und an der Pariser Sorbonne. Jurist at-Turābī ist für die Einführung der den Sudan im Sinne Allahgottes beherrschenden Schariagesetze verantwortlich, unter kultureller Moderne stellt man sich ja vielleicht etwas anderes vor.

Die beklagenswert oder bewundernswert islamoptimistische Ulrike Freitag (ZMO) verlas eine Laudatio anlässlich der Verleihung einer vom Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought verliehenen Auszeichnung an die sudanesische Frauenrechtlerin Fatima Ahmed Ibrahim.

Frau Ibrahim, Frauenrechtsaktivistin und kommunistische Mitstreiterin der Sudanese Communist Party (SCP), wurde 1965 die erste Parlamentarierin des Sudan. 1969 ergriff Ǧaʿfar Muḥammad an-Numayrī mit Hilfe der SCP die Macht und Frauen konnten nachfolgend überall im Land höhere Positionen erringen. 1971 wurde Ibrahims Ehemann durch die Schergen des Junta-Präsidenten Ibrāhīm ʿAbbūd, eines Angehörigen der sudanesischen Sufi-Bruderschaft der Ḫatmīya (Khatmiyya), gefoltert und ermordet. Ṣādiq al-Mahdī, ein Schwager von Ḥasan at-Turābī, putschte 1970 erfolglos gegen an-Numayrī, im Folgejahr entmachteten ihn die Kommunisten, um ihn gleich wieder einzusetzen. Ab 1981 wandelte sich an-Numayrī zum revolutionären Islampolitiker und bereits zwei Jahre später unterzeichnete er die Gesetze zur Einführung dessen, was Mathias Rohe zutreffend „Das islamische Recht“ nennt.

Jurist Rohe hat kein Problem mit der diskriminierenden Scharia und durfte 2009 Gutachter zum Berliner Gebetsraumurteil (Diesterweg-Gymnasium) sein. Rohe hält die Scharia für reformfähig, bewirbt einstweilen das juristische Produkt Scharia-Rechtsvergleich („In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“), nennt die barbarische Frauenentrechtung und eklatante Grundrechtswidrigkeit der Scharia nicht beim Namen und hat einen Sitz in der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR).

Die Ibn-Rushd Stiftung für Gedankenfreiheit wird von der in Kuweit geborenen und in Nablus aufgewachsenen Autorin Dr. Abier Bushnaq aus Karlsruhe vertreten. Frau Bushnaq studierte Anglistik, Islamwissenschaften und Arabistik in Bamberg, Reading (GB) und Bonn und gehört zum Mitarbeiterstab von LISAN, einer Zeitschrift für arabische Literatur (http://www.lisan.ch/). Am 25.11.2005 ging der Ibn-Rushd-Preis an Nasr Hamdi Abu Zaid, der sich mit einer Rede zur Debatte über ein reformiertes Koranverständnis und einen Reformislam revanchierte, zu den potentiellen Menschenfreunden Riḍā, ʿAbdu und al-Afġānī nachdachte und der die Islamauffassung des im Jahre 1111 verstorbenen, äußerst einflussreichen Fundamentalisten al-Ġazālī (al Ghazali) für ein kulturell modernes, fundamentalismusfreies Denken nutzbar machen wollte. Irgendwie.

Nasr Hamid Abu Zaid argumentiert vielleicht selber radikalislamisch oder islamistisch, jedenfalls bewusst islamisch, und wurde bereits auf grausame Weise selbst zum Opfer des politischen Islam. Der Arabist und Islamwissenschaftler wurde für sein kreatives, neuartiges Interpretieren des Koran öffentlich zum Apostaten (murtadd) erklärt, ein ägyptisches Gericht löste seine Ehe auf. Dass Nasr Hamid Abu Zaid den Scharia-Theokraten al-Ġazālī verwendet, kann zu einer möglicherweise gewünschten Islamreform allerdings sicherlich nicht beitragen. Seine Aussage: „Sayyid Qutb hat kein Verbrechen begangen. Er hat ein Buch geschrieben. Seine Hinrichtung ist für mich bis heute abstoßend“ alarmiert uns, einen politischen (islamischen) Falschspieler vor uns zu haben, sein: „Es ist unmöglich, dem Koran eine Bevorzugung des absolut Männlichen vor dem absolut Weiblichen zuzuschreiben“ verärgert und lässt die Hoffnung aufgeben, einen Verteidiger der universellen Menschenrechte vor sich zu haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, und vielleicht distanziert sich Herr Zaid von Sayyid Quṭb (1906-1966), der allen Menschen die Entscheidung zwischen teuflischer Ǧāhiliyya (Demokratie) und Ḥakimiyyat Allah (Allahkratie) aufzwingen wollte, und geht zur jeder Rechtsfolgen schaffenden Anwendung der vom Fundamentalisten Amir Zaidan als Islamologie bezeichneten Schariawissenschaft auf Abstand.

Islam mag ja auch einmal persönliche Spiritualität sein, doch Islam bleibt ein riesiges, 1.400 Jahre altes Erpresserkartell.

Christoph Elsas:

121. Ein Ansatzpunkt in der Tradition kann die Verhältnisbestimmung von Sinn und Zweck einer Scharia (maqāsid sarī’ī) und von aktuellen islamisch-theologischen Überlegungen sein, dass sich Gotteserkenntnis nicht über Vernunftverstehen, sondern individuell über Herzensvereinigung und dann kollektiv über das Studium von Schöpfung und Heiliger Schrift vollzieht. (Khatami: Keine Religion ist im Besitz der absoluten Wahrheit. …)

Jetzt wird`s gefährlich, dem lyrisch daherkommenden Theofaschisten Ḫātami schickt Christoph Elsas mystisch-verzücktes Sufigelaber voraus, immer recht schariatreu bitteschön, um dann den Taschenspielertrick von der Intentionalität oder Finalität (maqāṣid) des kohärenten diskriminierenden Islamischen Gesetzes (aš-šarīʿa) zu bringen. Lutz Rogler vom ZMO versucht das gelegentlich auch, doch wird es nicht funktionieren, den maqāṣid aš-šarīʿa mit den universellen Menschenrechten, der Meinungsfreiheit und dem wissenschaftlichen Denken in Übereinstimmung zu bringen, weil der Koran deutlich genug ist und den geheiligten Sadismus verlangt.

Lily Zakiyah Munir, eine der so genannten islamische Feministinnen, gehört zur indonesischen Strömung Nahdatul Ulama (NU) und definiert maqasid als Absicht, Geist, Zweck und Ziel der Scharia („the intent of sharia, spirit of sharia, purpose of sharia, goal of sharia“). Frau Munir will die Verschleierung.

Die Scharia will die Frauenentrechtung und die Erniedrigung aller Nichtmuslime, sie ist nicht reformierbar. Die (von welchen Kartellen sakraler Jurisprudenz auch immer attestierte) Intention des Korans lässt sich nicht derart gegen seine Normen (Befehle) richten, dass universelle Menschenrechte dabei herauskommen würden. Sofern eine freiheitliche Gesellschaft gewünscht ist, muss der Koran als ein Mittel der Rechtsfindung vollständig entmachtet werden, das Buch, das wir ernst nehmen sollten, fordert die ihre Frauen entrechtende Gegengesellschaft, letztlich die Herrschaft der Muslime über die Nichtmuslime.

Ein dem Propheten des Islam posthum untergeschobenes „Es war ja eigentlich menschenfreundlich gemeint“ ist verlogen und muss weiteres Leid schaffen, die Verlockung des maqāṣid aš-šarīʿa ist ein Trugbild, die grausame Scharia muss weg! Es ist an der Zeit, der Schariamodernisierung des ehemaligen Leiters des Afrika-Büros der Kopftuchfreunde von Human Rights Watch, des in den USA lehrenden Sudanesen Abdullahi Ahmed an-Na’im (Secularism from an Islamic Perspective) keinen Glauben mehr zu schenken. Der in Atlanta, Georgia, an der Emory University School of Law lehrende, die Rechtsvergleichung oder vielleicht auch die Hütchenspielerei betreibende Schariafachmann definiert die Scharia zwar richtig als islamische Pflichtenlehre und Rechtsgrundlage (“The body of Islamic law. … it is the legal framework within which the public and some private aspects of life are regulated for those living in a legal system based on Muslim principles of jurisprudence”), die jeder Schariagelehrsamkeit immanente Frauenentrechung klammert er aus.

Eine Werbung für ein Leben als Kopftuchgegner oder Ex-Muslim hört man von Dr. an-Na’im bezeichnenderweise nicht. Sein „Für die Zukunft der Scharia in einem säkularen Staat kämpfen – Débattre du future de la Shari’a dans un État séculier“ ist nichts als Augenwischerei. Der am ermordeten sudanesischen Gegner der sufistischen Ḫatmīya-Bewegung, Maḥmūd Muḥammad Ṭaha orientierte Dr. an-Na’im will die Islamisierung, das Sonderrecht. Professor Abdullahi Ahmed an-Na’im murmelt den Buchtitel von Mordopfer Ṭaha (»Zweite Botschaft des Islam«), der die phantasievolle und vielleicht nett gemeinte Behauptung verbreitet hatte, der Koran würde seiner Intention (maqāṣid) nach die friedliche Gleichheit aller Menschen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau fordern. Die Dhimmis des Jahres 2009 sind ergriffen, weniger vom fragwürdigen Inhalt der Aussage als von der eigenen Selbstgefälligkeit, und unter Multikulturalisten, Kirchentagsbesuchern oder Islambeauftragten raunt man sich ein wörtlich „die vollendete Gleichheit“ bedeutendes türkisches („müsavat-ı tamme“) oder arabisches („al-musāwāt at-tamma“) Zaubersprüchlein zu. Endlich, jetzt haben wir es schwarz auf weiß, Allahgott war Feminist! Der Dialog ist gerettet. Von Atlanta nach London.

Abdullah Hasan studierte den Islam am European College for Islamic Studies (Wales) und erwarb ein Arabisch-Diplom an der privaten Zarqa-Universität (Jordanien). Hasan ist Mitglied der European Assembly of Imams and Spiritual Guides und augenblicklich Imam (sogar Khateeb, Freitagsprediger) an der UKIM-Moschee am Londoner Euston Square. UKIM bedeutet UK Islamic Mission, http://www.ukim.org/, die Frage nach der Gleichberechtigung der Frau macht den Leuten von UKIM vermutlich nicht zu schaffen. Abdullah Hassan gab seinem Blog den Namen »Maqasid«, http://maqasid.wordpress.com/ – Herr Hasan kennt den Islam, auch den „modernen“ und findet die schariatische Intention (maqāṣid) trefflich wiedergegeben vom spätmittelalterlichen Gelehrten ibn Taymiyya (1263-1328) und Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, einer der obersten Autoritäten des zeitgenössischen sunnitischen Islam, dem in Ägypten geborenen Chef des ein muslimisches Sonderrecht anstrebenden europäischen Fatwa-Rats (ECFR).

122. Achtung von Religions- und Weltanschauungspluralismus

„Achtung” der Apartheid gegenüber? Herr Elsas, Ihr Antrag ist abgelehnt.

Es gibt einen Unterschied zwischen alle und jeder. Die südafrikanische Apartheid war allen zugänglich, ihre freiheitlichen Möglichkeiten aber waren es nicht jedem. Der Nationalsozialismus betraf unterschiedslos alle Bewohner, aber mit höchst verschiedenartiger Folge für den einzelnen Menschen. Sobald jemand im Zusammenhang mit dem Islam das Wort ‘Differenz’ (Elsas) verwendet, sollten wir daher äußerst alarmiert sein.

Die Standards kultureller Moderne, das sind etwa Wissenschaftlichkeit, allgemeine Menschenrechte und (negative) Religionsfreiheit gilt es allen, eben genauer: jedem zugänglich zu machen. Die Aufgabe der Sozialpädagogik darf nicht in Duldung oder gar der Werbung für das Toledo-Prinzip segregierter ‘Konvivenz’ (Elsas) liegen. Der spanische Philologe und Kulturhistoriker Américo Castro (1885-1972) prägte den Begriff ‘La Convivencia’, der die kulturrassistische Dhimmitude der spanischen Jahre 711 bis 1492 weniger klarstellt als darstellt, längst gierig von linken Kulturrelativisten aufgesogen worden ist und seither auch von Spaniens Islamisten dankbar nutzbar gemacht wird (34).

Die Theologie der Azhar, Wahhabiten und Muslimbrüder will den toleranten Menschenrechtsseparatismus. Der in fundamentalistisch orientierten (derzeit: in allen) Koranschulen geforderte Aufbau geheiligter Gegenkultur folgt erklärlicherweise die staatliche und territoriale Sezession (Sir Muhammad Iqbal, Muhammad Ali Jinnah) beziehungsweise der staatsbürgerliche Separatismus (Tariq Ramadan, Mustafa Cerić). Nicht zuletzt die Gleichberechtigung der Frau betreffend, haben wir der europäischen Scharialobby klarzumachen, was die kulturelle Moderne für den Unterschied zwischen Barbarei und Zivilisation hält: Das einheitliche Recht gilt nicht für alle, sondern für jeden.

Jacques Auvergne

(1) Zentrum Moderner Orient. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wir haben`s ja

http://www.zmo.de/

ZMO. The who-is-who

http://www.zmo.de/personen/index.html

(002) Lutz Rogler macht den Moderator für Tariq Ramadan, Berlin 2006

http://www.idw-online.de/pages/de/news149840

(003) Birgit Krawietz. Publikationsliste

http://www.birgit-krawietz.de/publika.html

(004) Wolfgang Thierse hält eine uns Islamkritikern Gehorsam abverlangende Rede zur Einweihung der »Masǧid Ḫadīğa (Chadidscha-Moschee)« der intoleranten Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ; „Beim ersten Aufstieg des Islams war der Untergang der christlichen Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in unserer Zeit wird die vollständige Verdrängung des heutigen Christentums herbeiführen“). Die kann bleiben, wie sie ist, findet der halbiert tolerante Politiker

Constanze von Bullion: »Minarett im DDR-Refugium«

http://www.sueddeutsche.de/politik/312/314212/text/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/885234/

Der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) steht eine „autonome“ humanitäre Organisation äußerst nahe, die weltweit aktive Humanity First

http://www.humanityfirst.org.uk/Contact-Us.htm

Thierse und der Schariarichter

http://webarchiv.bundestag.de/archive/2008/0416/aktuell/presse/2004/pz_0411301.html

Wolfgang Thierse und die Scharia: Radical Hamas cleric Tayseer al-Tamimi

http://www.militantislammonitor.org/article/id/3452

Thierse-Freund Sheikh Taysir al-Tamimi platzt in Papst-Rede und beschuldigt Israel, Rabbiner sauer

http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/LB743737.htm

(5) Wali Mudschbir. Die 1983 verabschiedeten Gesetze der Provinz Kelantan, Section 13(2) Islamic Familiy Law Enactment, stellen fest, ‘dass die Heirat eines Mädchens ohne ihr Einverständnis durch ihren Wali Mudschbir abgeschlossen werden kann, das ist der Vater oder Großvater väterlicherseits’, („that the marriage of a girl may be solemnised whithout her consent by the wali mujbir. That is the father or paternal grandfather …“), der natürlich nie auf die Idee käme, ‘feindselig’ („hostile“) gegenüber dem Mädchen zu sein. Nach: »Muslim Feminism and Feminist Movement (South-east Asia)«, von: Abida Samiuddin & R. Khanam (Hg.), 1. Auflage, Global Vision Publishing House, Delhi (Indien) 2002 </p

http://books.google.de/books?id=L20T1f-_LlwC&vq=wali+mujbir&source=gbs_navlinks_s

Wali Mudschbir. Sisters in Islam, Malaysia: ‘Idschbar (Zwangsheirat): In Kelantan und Kedah kann der Wali Mudschbir (Vater oder Großvater väterlicherseits) die Frau, soweit sie eine unverheiratete Jungfrau ist, gegen ihren Willen an einen Mann gleichen Standes verheiraten’, („Ijbar (forced marriage): In Kelantan and Kedah, if a woman is an unmarried virgin, her wali mujbir (father or paternal grandfather) can marry her to a man of equal status against her will.“)

http://www.sistersinislam.org.my/index.php?Itemid=288&id=748&option=com_content&task=view

Idschbar (ijbar, Auren Dole). Islamic forced marriage

http://www.news.dailytrust.com/index.php?option=com_content&view=article&id=6774:re-repositioning-islamic-family-law&catid=49:opinion

ijbar (wilayaat ijbar, wilayat ijbar). Bei: Amira El Azhary Sonbol (Hg.): »Women, The Family and Divorce Laws in Islamic History«, 1. Auflage, bei: Syracuse University Press, Syracuse (N. Y.) 1996

http://books.google.de/books?id=FLUgscG6zFYC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false

Ijbar, bei: Leadership Nigeria (For God And Country): ‘Idschbar ist die Ausübung einer Pflicht oder eines Rechts durch den Vater oder den Heiratsvormund einer weiblichen Minderjährigen mit oder ohne das Einverständnis der betroffenen weiblichen Person’, „Ijbar is the exercise of a duty or right by the father or guardian of a female minor or virgin with or without the consent of the affected female.“

http://www.leadershipnigeria.com/index.php/columns/views/perspective/8666-forceful-marriage-the-northern-nigerian-advances

(6) Sozialaktivist Lukman Hakim vom angesehenen islamischen Wohlfahrtsverband Assalaam Foundation (Java, Indonesien) preist die Vorzüge der Islamic FGM: “One, it will stabilize her libido, two, it will make a woman look more beautiful in the eyes of her husband. And three, it will balance her psychology.”

Stephanie Sinclair (Fotos):

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

Andrew Bostom:

http://www.andrewbostom.org/blog/2008/01/20/clitoral-relativism%E2%80%94female-genital-mutilation-in-%E2%80%9Ctolerant%E2%80%9D-islamic-indonesia/

(7) Said Nursi

http://www.bediuzzamansaidnursi.net/

http://www.fromdarknesstolight.org/

(8) Die USA wollen den Türkeibeitritt, ihr Werkzeug dazu ist das Rumiforum

http://rumiforum.org/lucheons/us-support-of-turkeys-accession-to-the-eu.html

Reverend Ian S. Markham lehrt in den USA Theologie. Markham studierte in Exeter (United Kingdom) mit dem Schwerpunkt Christliche Ethik

http://www.vts.edu/podium/default.aspx?t=118511

Gemeinsam mit dem Professor für Islamwissenschaften und Christlich-Muslimische Beziehungen, Ibrahim M. Abu-Rabi (Hartford, Connecticut), war Ian Markham Herausgeber von ‘September 11: Religious Perspectives on the Causes and Consequences’.

http://www.religioscope.com/info/dossiers/textislamism/qutb_aburabi.htm

Abu-Rabi ist Qutb-Forscher und verlinkt begeistert zu IslamOnline (Yusuf al-Qaradawi), Nawawi-Foundation (Umar Faruq Abd-Allah), zum kalifornischen Zaytuna Institute und zum CAIR (Council of American-Islamic Relations), welches er Bürgerrechtsorganisation nennt

http://macdonald.hartsem.edu/aburabi.htm

(9) Antisemitische Begriffsbildung auf Arabisch: „Das zionistische Gebilde“

http://www.asharqalarabi.org.uk/english/in-2.htm

(10) Haitham Aiash

http://www.asharqalarabi.org.uk/mu-sa/sahafa-667.htm

Muḥammad ʿAyaš Hayṯam postet ein Foto des „Ehrbaren Scheichs“ Yūsuf al-Qaraḍāwī. Am 28.11.2009 auf odabasham.net („Odaba al-Sham“ bzw. „Odaba, Sham“, London) ein Mail-Partikel, drhelmyalqaud, der am 31.01.2007 auf www.aljazeeratalk.net/ auf einen Text aus www.ikhwanonline.com hinwies (Muslimbruderschaft), mag aber ein Islamkritiker sein

http://www.odabasham.net/show.php?sid=21233

dr. mohammad-haitham aiash

http://www.odabasham.net/show.php?sid=28996

http://all4syria.info/content/view/12932/96/

<a href="Muḥammad ʿAyaš Hayṯam (Aiash Haitham) Free Muslim

http://216.120.237.3/~saowt/forum/showthread.php?t=30221

(11) Dialogue between civilisations ; Dialogue des civilisations

http://science-islam.net/rubrique.php3?id_rubrique=103&lang=en

(12) Mustafa Cerić will die Rechtsspaltung für Europa: familienrechtlich soll der Menschenklasse der Muslim-Bürger der „kultursensible, tolerante“ Ausstieg aus den universellen Menschenrechten möglich werden – im Namen der Religionsfreiheit. Bei: The Institute of Diplomacy and Foreign Relations (IDFR), Malaysia

http://www.idfr.gov.my/en/index.php?option=com_content&task=view&id=144&Itemid=121

(13) Der nachdemokratisch (shariah-compliant) denkende NRW-Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Armin Laschet huldigt Europas neuem Schariascheich

http://www.mgffi.nrw.de/presse/pressemitteilungen/pm2007/pm071027a/index.php

(14) Die nachdemokratische (gtz: Berücksichtigung eines „islamsensiblen“ Vorgehens) Eugen-Biser-Stiftung segnet Europas künftigen Scharia-Scheich Cerić

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html

(15) Taqiyya-Großmeister al-Rifaie beim Missionieren

http://dialogueonline.org/SINGAFORA-resolutions.htm

(16) Allahs OIC-Lügenbold. Prof. Dr. Hamid bin Ahmad al-Rifaie vom IIFD

http://dialogueonline.org/top.htm

http://www.dialogueonline.org/

(17) Ekmeleddin Ihsanoglu, OIC-Präsident (Organization of the Islamic Conference; frz.: Organisation de la Conférence islamique (OCI)) über 57 “islamische” Staaten

http://www.oic-oci.org/page_detail.asp?p_id=58

(18) Der Istanbuler Universitätsdirektor Professor Kemal Alemdaroğlu spricht sich gegen die Zulassung des Schleiers beziehungsweise Kopftuches (baş örtüsü, başörtüsü) an türkischen Hochschulen aus: Die Schleier würden die Türkei zur Hölle machen, Türbanlı Türkiye cehennem olur.

http://www.tumgazeteler.com/?a=2504255

Alemdaroğlu: „Başörtülü Türkiye cehennem olur“

http://www.tumgazeteler.com/?a=2504295

(19) Alemdaroğlu verhaftet. Der 83jährige Herausgeber der 1924 gegründeten Cumhuriyet („Die Republik“, älteste Zeitung der Türkei), İlhan Selçuk, wurde ebenso der Putschplanung (Gerüchtegestrüpp „Ergenekon“) angeklagt wie der einstige Universitätsdirektor Kemal Alemdaroğlu und wie der linksnationale Doğu Perinçek.

Alemdaroğlu. He said his staunchly adhering to the headscarf ban at universities was the reason he was being grouped with coup plotters. … »I don’t, in any way, accept the accusation against me, that I am a member and an administrator of the so-called Ergenekon terrorist organization«

http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=177006

(21) Villa. Zum Foltern

http://turksolu.org/115/foto/ziverbey_kosku.jpg

http://static.ideefixe.com/images/30/30831_2.jpg

(21) Lied für den 1993 ermordeten, für Pressefreiheit und Redefreiheit kämpfenden Uğur Mumcu, von Selda Bağcan.

Bir Pazar Sabahıydı Ankara Kar Altında
Zemheri Ayazıydı Yaz Güneşi Koynunda
Ucuz Can Pazarıydı Kalemim Düştü Kana
Zalımlar Pusudaydı Bedenim Paramparça
Ucuz Can Pazarıydı Kalemim Düştü Kana

Uğurlar Olsun Uğurlar Olsun
Hüzünlü Bulutlar Yoldaşın Olsun
Bir Keskin Kalem Bir Kırık Gözlük
Yürekli Yiğitlere Hatıran Olsun

Çevirdim Anahtarı Apansız Bir Ölüme
Şarapnel Parçaları Saplandı Ciğerime
Ucuz Can Pazarıydı Kan Doldu Gözlerime
İsimsiz Korkuları Katmadım Yüreğime
Bembeyaz Doğruları Yaşadım Ölümüne

Uğurlar Olsun Uğurlar Olsun
Hüzünlü Bulutlar Yoldaşın Olsun
Bir Keskin Kalem Bir Kırık Gözlük
Yürekli Yiğitlere Hatıran Olsun

http://www.dailymotion.com/video/x4xlvn_uyurlar-olsun-selda-baycan-uyur-mum_music

http://www.youtube.com/watch?v=9PGkXtcoEwk

(22) Urfa. Arbeitsgruppe Anerkennung (AGA) über die Massaker der Jahre 1895/96

http://www.aga-online.org/de/texte/urfa/index.php

(23) Toker Direli: “The head scarf is a symbol which represents an ideology,“ said Toker Dereli, an economics professor and member of the administrative board at Istanbul University. “Many people who like to see the scarves would also like to see a regime like the one in Iran. That suggests a totalitarian approach which does not recognize any alternative.“

http://www.nytimes.com/1998/03/17/world/istanbul-journal-a-woman-her-scarf-and-a-storm-over-secularism.html

(24) Christopher Elsas und der politische Islam, Symposion: Religion und moderne Gesellschaft in deutscher und türkischer Perspektive. Uni Frankfurt, Juli 2004

http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb09/islam/forschung/Tagungen_Podiumsdiskussionen/prg_isl_tagung_2004.pdf

(25) Gülen-Bewegung: Sekte mit Konzernstruktur

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E1A3BE707300D46218D4EC4B380DD7A10~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Daniel Steinvorth: »Engel und Dämon«, darin: Necla Kelek zur Fethullah-Gülen-Bewegung

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-60746630.html

(26) Wolf D. A. Aries, Rüstem Ülker (Hg.), darin: Christoph Elsas

http://books.google.de/books?id=YMtKKxoRwDYC&printsec=frontcover&source=gbs_navlinks_s#v=onepage&q=&f=false

3. Said-Nursi-Forum. Mit dabei: Martin Affolderbach (weilte am 12.11.2009 mit Bekir Alboğa, Ayyub Axel Köhler und Armin Laschet in Köln), Jesuit Christian W. Troll

http://books.google.de/books?id=_skPFzETjZoC&printsec=frontcover#v=onepage&q=&f=false

(27) Wolf D. A. Aries / Wolf Dieter Ahmed Aries: 2003 Vorstandsmitglied der Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG). Die GMSG ordnet sich um Ibrahim el-Zayat und Sabiha el-Zayat und lud im Jahre 2002 Redner wie Murad Wilfried Hofmann, Tariq Ramadan, Amir Zaidan, Mehmet S. Erbakan (IGMG) sowie Dr. Ahmed al-Khalifa (IGD) als ein

http://www.gmsg.de/JAHRESTAGUNG/HAMBURG2/KOELN/koeln.html

(28) Mit Allah gegen Darwin. Jens Lubbadeh über den muslimischen Kreationisten Harun Yahya

http://www.stern.de/wissen/natur/islamischer-kreationismus-mit-allah-gegen-darwin-585813.html

Eine Evolution gibt es nicht, Darwins Lehre ist Teufelswerk. Yahya: Alle Terroristen sind Darwinisten. Ein Interview von Daniel Steinvorth

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,578838,00.html

Frangenberg: „In Frankreich hat die Regierung den „Atlas der Schöpfung“ als „extrem gefährlich“ eingestuft und verboten. Das kam manchem übertrieben vor. Dass in Deutschland aber bislang jede Reaktion ausblieb, finden die beschenkten Lehrer genauso falsch.“

http://www.ksta.de/html/artikel/1190059904825.shtml

(29) 21.04.2004 Islamische Föderation in Berlin nebst IGMG, IGD, ZMD, VIKZ usw.: Kopftuch nur aus freiem Willen“ – Verbot der Unterdrückung.

Presseerklärung. GEMEINSAME STELLUNGNAHME
ISLAMISCHER ORGANISATIONEN IN DEUTSCHLAND
ZUR „KOPFTUCHDEBATTE“

http://www.muslimliga.de/dmlb_stellungnahmen/kopftuch2004.html

http://if-berlin.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=17

http://www.muslim-markt.de/Recht/kopftuch/kopftucherklaerung.htm

(30) Islam ist Kindbraut. Düsseldorf

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2009/10/29/news-138750611/detail.html

(31) Mythos freundlicher Islam, Variante: Mit Hurma gegen Fastenqual

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=34642

(32). Türkei, das „Diyanet“-Amt und der berüchtigte „gemäßigte“ Islam des Ali Bardakoğlu

http://www.diyanet.gov.tr/english/default.asp

(33) Türkei, Kopftücher in Schulen verboten, einerseits, aber an den Imam-Hatip-Schulen erlaubt, andererseits

http://www.trekearth.com/gallery/photo132569.htm

http://i.radikal.com.tr/644×385/2009/01/25/fft5_mf108815.Jpeg

http://www.laik.kemalist.org/thumbnail.php?file=TURBAN4E_689055652.jpg&size=article_medium

(34) Die Junta Islámica (http://www.juntaislamica.org) Weist hin auf die multikulturelle Fundación Pluralismo y Convivencia (FPC)

http://www.webislam.com/?idt=12308

Junta Islámica

http://www.juntaislamica.org/fotogalerias/

Schweden soll wissen, wo es lang geht: an der Wand die Fahne der OIC

http://www.juntaislamica.org/fotogalerias/?album=ConferenciaEnMalmoSuecia61203

WORLD ISLAMIC PEOPLE’S LEADERSHIP (WIPL). Muslime aus aller Welt zu Besuch bei Bruder Führer. Brother Leader, Mu’ammar al-Gaddafi

http://www.juntaislamica.org/fotogalerias/?album=VCongresoGeneralDelLiderazgoPopularIslamicoMundialWIPLTripoliLibia2009Nov0609

Die Fundación Pluralismo y Convivencia (FPC) weist hin auf Democracy and the New Religious Pluralism, ein Buch von Thomas F. Banchoff (Hg.), Oxford University Press 2007

http://www.pluralismoyconvivencia.es/biblioteca/fichas/democracy_and_the_new_religious_pluralism.html

Träumt vom toleranten Islam: die Israel und dem Judentum gewidmete Seite haGalil beliebt, den immanenten Kulturrassismus und die geheiligte Menschenverachtung der Scharia beziehungsweise „Convivencia“ zu übersehen: „Nur einen kurzen Moment lang hatte die convivencia, das kooperative, auf gegenseitige Befruchtung angelegte Zusammenleben von Angehörigen der drei monotheistischen Religionen eine reale Chance. Die Vernichtung von al-Andalus durch islamische wie christliche Intoleranz hatte katastrophale Folgen“, bei haGalil hält man Dschihad und Dhimma-Versklavung also für einen islamischen Betriebsunfall?

http://www.hagalil.com/archiv/2009/09/23/al-andalus/

Ein islamkritischer spanischer Blog denkt gründlicher nach zum Thema Andalusien. Der Mythos der friedlichen Koexistenz zwischen Christen und Muslimen

http://alianzacivilizaciones.blogspot.com/2006/07/el-mito-de-la-convivencia-entre.html

Vom Hippie zum Islamisten: Ian Dallas = Abdalqadir as-Sufi. Die radikalislamischen Murabitun sind inzwischen von Spanien nach Mexiko gelangt

http://www.unhcr.org/refworld/category,COI,IRBC,,MEX,3df4be7024,0.html

Gudrun Eussner: Die Polygamie gemäß Mansur Abdussalam Escudero

http://www.eussner.net/artikel_2005-02-14_00-47-38.html

Américo Castro: La Convivencia. The tripartite society, die dreigeteilte Gesellschaft

http://www.jstor.org/pss/4467701

Zum Weiterlesen

Euro-Muslim Network (EMN). Das EMN ordnet sich um Mitbürger wie die Top-Islamisten Tariq Ramadan und Ibrahim el-Zayat, die Deutsche Sabiha Erbakan-El-Zayat, den schwedischen grünen Politiker Mehmet Kaplan, die gebürtige weißhäutige Irin Mary Geraghty mittlerweile Batool al-Toma (Islamic Foundation at Markfield in Leicestershire, das ist der Dunstkreis der Jamaat-e-Islami sprich von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī; Forum Against Islamophobia and Racism (FAIR)), den Deutschen und gebürtigen Afghanen Mohammed Belal El-Mogaddedi (Deutsche Muslim-Liga gegr. 1952) und den 1985 zum Islam konvertierten Spanier Abdelmumin Aya aus Barcelona

http://www.euro-muslims.eu/

Wissenschaftlichkeit wird in der Allahkratie mehrachsig, pluridimensional: Pour une approche pluridimensionnelle de „l’objectivité scientifique

http://science-islam.net/article.php3?id_article=6&lang=fr

Ayaan Hirsi Ali: „Multikulti, … gut gemeinte Apartheid“

http://archiv.tagesspiegel.de/drucken.php?link=archiv/31.05.2005/1849452.asp

Christian W. Troll schätzt den Islam nebst Dialog

http://www.sankt-georgen.de/lehrende/troll.html

Aziz Nesin, türkischer Pädagoge und Schriftsteller. Nach der Herausgeberschaft der Satanischen Verse (Salman Rushdie) von Polit-Muslimen mit einer Todesfatwa bedacht. Nesin entkam 1993 dem Angriff auf das Hotel „Madımak Oteli“ in Sivas. Als stolzer Atheist verfügte er, nicht islamisch bestattet zu werden.

Klaus Liebe-Harkort schreibt zu Aziz Nesin, bei: Aypa TV

http://aypa-tv.com/index.php/KimKimdir/AzizNesin

Der Direktor der Nesin-Stiftung – Nesin Vakfı Başkanı

http://siir.gen.tr/siir/a/aziz_nesin/

Sivas 1993

http://img2.blogcu.com/images/a/n/k/ankasi/1217878753madimak_sivas.jpg

Allahgott motiviert: Nach dem Freitagsgebet des 2. Juli 1993 kam es zu einem Pogrom gegen alevitische Künstler und Intellektuelle, die im Madımak-Hotel von Sivas tagten, um dem alevitischen Freiheitsvorbild und türkischen Dichter Pir Sultan Abdal (* um 1480; † 1550) zu gedenken. Staatsislamisch wird von den Sivas-Ereignissen geredet, alevitisch vom Sivas-Massaker. Wenn wir die Namensliste der teilweise sehr prominenten 37 Opfer lesen, ahnen wir, was ein „kultureller Genozid“ sein könnte

http://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas#Prominente_Opfer

Trauer und Protest vor dem Hotel Madımak

http://www.alevi-fuaf.com/cache/095a980982a792af671a99705edc1fba

(57) Tariq Ramadan, Schweizer Islamwissenschaftler, Sohn des radikalen Intellektuellen und ägyptischen Muslimbruders Said Ramadan (Köln, London, Genf). Die Erasmus-Universität Rotterdam entzieht Ramadan die Gastprofessur, nachdem dieser die Moderation einer Sendung eines iranisch finanzierten Fernsehsenders übernommen hatte

http://www.welt.de/politik/ausland/article4396729/Uni-Rotterdam-feuert-islamischen-Intellektuellen.html

Die bereits vom Schweizer Professor Christian Giordano verwendete Chiffre für die Rechtsspaltung hin in einen postmodernen Scharia-Apartheidsstaat lautet Rechtspluralismus, hier verwendet von den »Initiatives of Change (IofC)«, Caux, Schweiz. Gründer des im äußerst möndänen früheren Caux-Palace Hotel mit Blick auf den Genfersee (Platz für 450 Personen) ansässigen IofC ist der ehemalige algerische Botschafter in Frankreich und langjährige Spitzenpolitiker bei den UN, Mohamed Sahnoun. Sahnoun findet den Islam friedfertig, die Scharia in Ordnung und will den Weltfrieden, so sagt er jedenfalls, der Mann muss voller Hoffnung sein.

http://www.caux.iofc.org/de/2010-programm#vielfalt

Keine Hütte. Ein Palast der Islamisierung?

http://www.cauxforum.net/

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/zugaenge_zu_einem_friedlichen_islam_1.793888.html

NZZ: Zudem sollen die jungen Muslime laut Sahnoun im Wissen über ihre eigene Religion geschult werden: „Sie sollen begreifen, wie wichtig es ist, den Islam als Teil der modernen Welt zu verstehen.“ Damit könnten sie auch die Bedeutung der Friedensförderung, die dem Islam innewohne, erklären und umsetzen. … Der Prophet Mohammed sei selbst ein Friedensstifter gewesen, schreibt die muslimische Organisation auf ihrer Einladung; Gewalt und Terrorismus stünden konträr zu den Inhalten des Islam. Dass diese selektive Interpretation etwas zu kurz greift, zeigen die Referenten

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/zugaenge_zu_einem_friedlichen_islam_1.793888.html

Konferenz, 2. – 7. Juli 2010: Gemeinsam Vielfalt leben. Zur Debatte über Grundrechte und Multikulturalität in Europa angegangen: Rechtspluralismus, Kinderrechte, Genderfragen und die europäische Migrationspolitik. Trainings zu „Religiöse Vielfalt und Antidiskriminierung“, „Interkulturelle Mediation“, „Bürgerrechte“, „Interkulturelles Unterrichten“.

http://www.caux.iofc.org/de/2010-programm#vielfalt

I was a representative of IofC at the second conference on Islamic Finance and Trade, organised by the Muslim Council of Britain (MCB) in London, on 28-29 October. What is it all about? I had very few notions on Sharia-based finance (on Islamic legal framework) and didn’t really know what to expect from the event, which brought together economists, Sharia lawyers, social workers, investment bankers, public servants, and civil society representatives.

Iqbal Khan, one of the first speakers, defined as ‘Sharia-compliant’ any kind of investments that can bring wealth to all living creatures rather than exclusively to Muslims or human beings. Therefore, in the search for profitability, Islamic businesses, and among them Islamic banks, are encouraged to become socially responsible in participating financially in projects that benefit the community.

http://www.cauxbusiness.com/node/39221

Ce n’est pas encore la charia, mais on y arrive.

http://www.blogdei.com/index.php/2008/05/24/3697-ce-nest-pas-encore-la-charia-mais-on-y-arrive

Antimuslimischer Rassismus

November 26, 2009 von schariagegner

مِلَّة

milla

Glaubensnation

Jürgen Micksch, der Interkulturelle Rat und die kommunalen Islamforen

Vorwärts Genossen, auf in die Apartheid der Glaubensnationen. Zur jüngsten Schariaverteidigung des Jürgen Micksch: »Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance« (2009). Von Jacques Auvergne

Ein im südhessischen Darmstadt ansässiger Interkultureller Rat in Deutschland e. V. betreibt ein uns vor Bewunderung sprachlos machendes Gefüge wundertätiger Gremien namens „Deutsches Islamforum“, „Abrahamisches Forum in Deutschland“, „Bundesweites Clearingprojekt: Zusammenleben mit Muslimen“ und „Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen“. Hinter diesem Interkulturellen Rat steht, flankiert von den Schariafreunden Dr. Nadeem Elyas und Bekir Alboğa, der zeitweilige evangelische Pfarrer, Theologe und hessische Sozialwissenschaftler Dr. Jürgen Micksch und weil alleine sein schließlich doof ist, sammelte Herr Micksch Sponsoren, Ausländerfreunde und echte Ausländer. Doch ich bitte Sie: Kopftuchgegner, Islamkritiker oder gar Islamapostaten dürfen die Einwanderer nicht sein – der Dialog, Sie verstehen.

Sammler Micksch versammelt also in seinem Interkulturellen Rat Vertreter von Gewerkschaft (DGB, IG Metall, IG Bergbau Chemie Energie), Judentum, Christentum, Islām und Bahāʾī mit dem in aller Unschuld beschworenen Ziel, das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben der Bundesrepublik Deutschland zu sichern.

Menschen sollen dabei nicht länger autonome Individuen sein, sondern in ihre jeweiligen ethnoreligiösen Kollektive eingeschmolzene Partikel: „Politische Entscheidungen müssen deshalb darauf ausgerichtet sein, die Interessen von ethnischen, religiösen und kulturellen Minderheiten ebenso zu berücksichtigen wie Erwartungen und Ängste der Mehrheitsgesellschaft.“ Ungerechtfertigt der planmäßigen Angstverbreitung verdächtigt seien also die zumal muslimischen Migrantenkollektive, die Kaste der Altbürger aber müsse man endlich von ihren „antisemitischen und antiislamischen Einstellungen“ befreien, und dafür hat die glückliche BRD das Deutsche Islamforum des Herrn Micksch.

Gegen die kulturrassistische und Frauen geheiligt diskriminierende Scharia (aš-šarīʿa) möchte man nicht vorgehen, was nur auf dem Wege einer Neubeschriftung des unfriedlichen orthodoxen Islam als friedlich gelingen kann und in der expliziten Verteidigung der Scharia (Deutsches Islamforum: „Scharia als Glaubensweg von Muslimen“; Seite 159-166) gipfelt. Ironie an: Die Orientalen haben die Toleranz, Gastfreundschaft und Friedfertigkeit im Blut, vor allen Dingen die muslimischen Orientalen. Die Ex-Muslime nicht. Ironie aus.

Sozialpädagogen und Sozialarbeitern ist der begeisterte Verteidiger von Scharia und Kopftuch Jürgen Micksch kein Unbekannter. Der 1941 in Breslau geborene evangelische Theologe und Soziologe hat seit sich seit einem runden Vierteljahrhundert einen Namen als Anstifter von Kirchentagsveranstaltungen und interkulturellen Wochen gemacht und war stets verlässlich auf der Seite der Ausländerfreunde und Unterstützer der Belange von Asylbewerbern. Dabei ließ es der zeitweilige Leiter der Evangelischen Akademie Tutzing, dort arbeitete man im November 2007 sowie im November 2009 am Konzept einer „Ausbildung von Imamen in Deutschland (1), (2)“, an Unterstützung für ausländische Ex-Muslime allerdings ebenso mangeln wie an der Parteinahme für kopftuchkritische europäische Einwanderinnen wie die niederländische Politikerin und Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali.

Seine über 25 Bücher tragen Titel wie „Kulturelle Vielfalt statt nationaler Einfalt: eine Strategie gegen Nationalismus und Rassismus“ (1989). Ob jemand, der einem Buch einen solchen Titel gibt, an den rassistischen muslimischen Angriffen, die seit Jahrzehnten von Sudans Hauptstadt Khartoum (al-Ḫarṭūm) aus gegen die dunkelhäutigen Nuer und Schilluk organisiert werden, Kritik übt, oder sich gegen die türkische rassistische Partei und Bewegung der Grauen Wölfe ausspricht? „Interkulturelle Politik statt Abgrenzung gegen Fremde“ (1992) oder „Vielfalt statt Einfalt: Strategien gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ pädagogisiert es auf weiteren Buchumschlägen. Micksch sagt nichts zum Genozid an den Armeniern (3). Derartig selektiv wahrnehmend betreibt der Theologe seit der Jahrtausendwende den Dialog mit dem Islam in Form des von ihm 1994 gegründeten Abrahamischen Forums („Vom christlichen Abendland zum abrahamischen Europa“). Den inzwischen nach Mitteleuropa eingewanderten frauenfeindlichen theokratischen Kulturrassismus des Orients, die Scharia, findet Jürgen Micksch schützenswert.

Das Anliegen des Interkulturellen Rates in Deutschland ist es, jenen Begriff von Multikulturalität bestärken zu wollen, nach dem jede hörbare Ablehnung des Islam als Rassismus zu deuten ist. Wie aber wollen selbsternannte Antirassisten ein diskriminierendes Gesellschaftsmodell verteidigen?

In Umkehrung des eine Warnung enthaltenden und grafisch wie ein Warnschild gestalteten Titels »Antimuslimischer Rassismus« sollen wir uns offensichtlich in ein Wohlverhalten »promuslimischen Antirassismus« einüben. Auf die durch Herausgeber Micksch betriebene Verteidigung des kulturrassistischen Herrschaftssystems des orthodoxen Islam sind wir gespannt und beginnen mit dem Leiter des Mülheimer „Theaters an der Ruhr“ Roberto Ciulli.

Der linke Gutmensch und Theaterregisseur reist in den Nahen Osten und hält sich im Staat gewordenen, jeden Regimekritiker als „Islamapostaten“ (mortad, murtadd), „Staatsfeind“ (mohareb, Enemy of God) und „auf Erden zur Zersetzung Aufrufender, Verderbenstifter auf Erden“ (mofsed fel arz, mufsid fīl arḍ; Who spreads corruption on earth) ermordenden Faschismus der Ayatollahs und Mullahs auf. Der gebürtige Mailänder liest uns keine islamisch-religiöse Todesfatwa für einen zum Christenglauben gewechselten Apostaten vor (4), sondern nimmt an einem religiösen Volksfest teil und ruft beglückt aus:

29. Das ist Iran. Das ganze Äußerliche ist ein großes Theater, das ich auch aus Italien kenne.

In Allahs schiitischem Faschismus gilt das Staatsführungsprinzip der allein (und dabei nur vielleicht) das Heil gewährleistenden Welāyat-e Faqīh. Nach dieser „Herrschaft der Obersten Rechtsgelehrten“ übt die geheiligte Geistlichkeit die repressive (islamische) politische Gewalt und irdische Staatsführung stellvertretend für Allahgott beziehungsweise für den erwarteten Zwölften Imam aus. Einen nordrhein-westfälischen Theatermacher interessiert das nicht, der betreibt schließlich den Dialog:

30-31. hinter den Vorbehalten gegenüber dem Islam stehen ganz unterschiedliche Motive

Wie in Katar, Jemen und Saudi-Arabien werden auch im Iran die von der ewigen und unverhandelbaren Scharia vorausgesetzten Todesstrafen gerne in Form von öffentlichen Enthauptungen bei Sonnenaufgang ausgeführt. Für Herrn Ciulli vom Mühlheimer Theater an der Ruhr ist das persönlich eher uninteressant, einen ihm angebotenen Teppich jedoch, wir Textilfreunde erfahren es leider nicht, hat Ciulli vielleicht doch noch erregt eingekauft.

31. Untersuchungen haben ergeben, dass bei deutschen Medien starke Vorbehalte gegen den Islam bestehen

Der von Kopftuchfreund Ciulli verteidigte „islamische Staat“ (Buch des Chomeini: »Ḥokūmat-e eslāmī«) des Īrān kultiviert Steinigungen, Erhängen oder öffentliches Auspeitschen, alles auch mal an Minderjährigen, als Strafe für nachgewiesene oder angebliche Vergehen wie Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel oder Blasphemie. Die Religionspolizei der muṭawwiʿūn lauert auf Plätzen und Hauptstraßen und prüft Mädchen und Frauen auf islamisch korrekte Kleidung (5).

In Indien, Pakistan und eben auch im Iran ist das Stoffgefängnis der fragwürdig frei umherlaufenden Frau als pardā bekannt; im Englischen schreibt man purdah. Manchmal enthält die pardā einen niqāb, Gesichtsschleier; eher selten redet man im Iran von čādor, „Tschador“. Iranische Frauen, die den pardā oder čādor, den gesetzlich vorgeschriebenen Ganzkörperschleier als die schiitische Variante des islamischen ḥiǧāb verweigern oder auch nur eine Haarsträhne öffentlich sehen lassen, haben Ermahnungen, Beschimpfungen, Verhaftungen und Gefängnisaufenthalt zu erwarten. In Irans Gefängnissen sind Misshandlungen und Vergewaltigungen eine Selbstverständlichkeit. Islam ist Kopftuchterror. Zum Welttheatertag 2007 mit seinem Ensemble in die Diktatur gereist, trugen Ciullis deutsche Schauspielerinnen eben Kopftücher (6).

In Irans Städten verprügeln und verhaften die paramilitärischen Einheiten der „Bassidschi“ (Basīǧ-e Mostaẓʿafīn (7)) widerspenstige oder auffällige Studenten, der religiös begründete Geheimdienst der so genannten Iranischen Revolutionsgarden oder „Pasdaran“ (Sepāh-e Pāsdārān-e Enqelāb-e Eslāmi (8)) lässt sozialistisch, christlich, schwul, kurdisch oder humanistisch denkende Typen in Foltergefängnissen verschwinden und der feinsinnige Maestro Ciulli („Das ist einer der großen Widersprüche dieses Landes (9)“) schwärmt von einer prickelnden Ähnlichkeit zwischen der Islamischen Republik Iran und der erfrischenden Bella Italia. Tschador-Ciulli ermutigt uns dazu, uns einen anderen Iran vorzustellen: „Das Bild, das wir haben, ist nicht das wirkliche (10).“

Der linke Gutmensch Ciulli erfährt auf einer Iranreise eher durch Zufall, dass einige bereits zum Tode verurteilte Männer noch ein wenig auf ihre Hinrichtung warten und öffentlich Theater spielen dürfen im Wissen, dass ihr Familien- oder Bekanntenkreis im Publikum sitzt. Schauspielfreund Ciulli sinniert über diesen staatlich kultivierten Sadismus, beglückt vom eigenen Erlebnis der Vergänglichkeit allen Seins, und haucht: „Die spielen um ihr Leben (11).“ Ein Aktivist gegen die Todesstrafe ist Ciulli freilich nicht, der Gute liebt die Bühne. Īrān ist da ganz großes Theater. Man möchte kotzen.

Zum Iran des Jahres 2008 weiß amnesty international: »Auch im Berichtsjahr unterdrückten die Behörden abweichende Meinungen. Journalisten, Schriftsteller, Akademiker, Frauenrechtlerinnen und andere engagierte Bürger waren von willkürlichen Festnahmen, Reiseverboten, Schikanen sowie der Schließung ihrer Nichtregierungsorganisationen betroffen. … Minderheiten wurden vom Staat nach wie vor unterdrückt. Die Diskriminierung von Frauen war weiterhin fest im iranischen Recht und in der Praxis verankert. In Gefängnissen und Haftzentren wurde in großem Umfang gefoltert (12)«. Der mit seinem Theaterbetrieb im einstigen Bergarbeiter-Kurbad Raffelbergpark residierende Ciulli hat an diesem realen, religiös begründet folternden Iran einfach kein Interesse.

Schließlich zeigte Navid Kermani ihm 1996 einen ach so anderen Iran und mochte Meister Ciulli sich im folgenden Jahrzehnt von den kulturbewussten Schergen des antisemitischen Diktators Maḥmūd Aḥmadī-Nežād mitsamt einer kopftuchtragenden deutschen Theatergruppe zu Gastspielen nach Teheran einladen lassen. Der revolutionäre Muslim und judenhassende Präsident wähnt sich im geistigen Kontakt mit dem bei Schiiten traditionell herbeigesehnten Messias oder Welterlöser, dem Mahdī (wörtlich: der Rechtgeleitete) und will, weit weniger spirituell, in den Besitz der Atombombe kommen und den Staat Israel aus der fortgeführten Geschichtsschreibung tilgen (13).

Jahr für Jahr wurden Ehebrecherinnen gesteinigt und Regimekritiker hingerichtet, während uns der von einer Art von Unio Mystica beseelte Ciulli offenbart: „Ja, auch das ist wieder so ein Widerspruch.“

Angesichts der auch im bevölkerungsreichsten Bundesland lebenden Exil-Iraner, die Irans Kerker wie den schrecklichen, bereits vom Geheimdienst SAVAK des Schahs zum Foltern benutzten Evin-Gefängnisses überlebt haben und die bei einer Einreise sofort wieder verhaftet und vielleicht ermordet werden würden, ist der folgende Satz des „linken“ Theatermachers an Geschmacklosigkeit sicherlich kaum zu überbieten, mit dem wir das Thema Ciulli, der uns vor einem Romantisieren (Orientkitsch) ebenso wie vor einer Panikmache gegenüber dem angeblich menschenfreundlichen und nicht extremistischen Islam (Islamophobie) warnt, beenden möchten:

31. Nicht nach Iran zu reisen ist ganz sicher die beste Art, sich diese wie jene Illusion zu bewahren.

Prof. em. Dieter Oberndörfer:

52. Entscheidend für die Einstellungen der jungen Muslime zu ihren Aufnahmegesellschaften werden die ihnen gebotenen ökonomischen und sozialen Zukunftschancen sein.

Wie lächerlich Oberndörfer sich macht, mag dann deutlich werden, wenn man das Wort Muslime durch Vietnamesen, Christen ersetzt, gerne auch durch Kegelbrüder, Evangelikale, Farbenblinde, Motorradfahrer oder Neonazis: „Entscheidend für die Einstellungen der jungen“ Japaner / Christen / der jungen Farbenblinden „zu ihren Aufnahmegesellschaften werden die ihnen gebotenen ökonomischen und sozialen Zukunftschancen sein“, „entscheidend für die Einstellungen der jungen“ Kreationisten / Kegelbrüder / Neonazis „werden die ihnen gebotenen Zukunftschancen sein“. Implizit wird der Bundesrepublik Deutschland vorgeworfen, die Kaste der so genannten Muslime systematisch herabzusetzen. Einwanderer sind für Oberndörfer nicht etwa Iraner oder Indonesier, sondern „Muslime“.

Hier in der BRD gilt zum Glück das Grundgesetz, selbst für Apostaten und sogar für Frauen. Durchaus anders als in Ägypten oder Afghanistan.

Ob meine zum schiitischen Islam konvertierte Nachbarin jetzt einer anderen Rasse zugehört, ob sie wenigstens durch ihren Bürgermeister oder Arbeitgeber diskriminiert wird? Die Dame wird selbstverständlich nicht diskriminiert, was wir Islamkritiker freudig begrüßen. Sie trägt übrigens weder burqa noch čādor, jene textilen Kerker einer politischen Frauenverachtung und Verachtung der Nichtmuslime, die mich ja vielleicht diskriminiert vorkommen lassen, was wiederum dem emeritierten Professor für Politikwissenschaften und Soziologie egal ist.

Diskriminierung erfahren weniger die Muslime im westlichen und mittleren Europa, sondern vielmehr die Nichtmuslime in den vom Islam geprägten Gebieten der Erde, wo es nicht ohne staatlich festgeschriebene, völlig offizielle Nachteile möglich ist, seinen Glauben frei zu wählen (bis auf den islamischen natürlich). Daneben gibt es in Kairo oder Istanbul einen erheblichen inoffiziellen Druck gegen Christen in Form von Mobbing, koranisch (9:29 ins Englische) begründet aus dem Status als „Dhimmi“ (aḏ-ḏimmī): until they pay the jizya [ǧizya] with willing submission, and feel themselves saghiroon (ṣāġirūn), subdued.

Nichtmuslime darf man, um Allahs Missfallen hier auf Erden stellvertretend auszuüben, als „being brought low, in a state of subjection“, so lauten zwei weitere Übersetzungen der Koransure 9:29, ein Dasein als Erniedrigte, ṣāġirūn, als zu Erniedrigende sinnlich spüren lassen. Vielleicht besinnen sie sich und finden zurück zu jener wahren Religion (al-islām), zu der sie von ihrer fiṭra aufgerufen sind, ihrem natürlichen Hingeschaffensein auf Allahgott hin.

Oberndörfer droht uns mit (wohl: islamisch inspirierten) sozialen Unruhen sprich Bürgerkrieg, Low Intensity Conflict oder Organisierter Kriminalit. Und selbst wenn die Ausübenden des Aufruhrs (ǧiḥād?) der hier, mit EU-Mitteln finanziert, angestrengt erschaffenen Spezies der Muslime zugehören sollten, tragen Deutschlands irgendwie rassistische Nichtmuslime daran die Schuld. In dieser Rollenzuweisung darf man auf staatsbürgerliche Pflichten und (damit) auf staatsbürgerliche Rechte oder auf ein unterschiedslos für alle und jeden geltendes Recht großzügig verzichten. In dieser demokratiegefährdenden Argumentation immerhin folgerichtig fährt Dieter Oberndörfer fort:

52. Gelingt es nicht, sie zu verbessern, wird Humus für politische Radikalisierung aufbereitet. … den eigentlichen Brennstoff dabei bildet die … kollektive ökonomische und soziale Marginalisierung.

Ob Oberndörfer wünscht, dass Deutschlands Schulen den etikettierten Muslim-Schülern bessere Schulnoten schenken, damit diese gnädigerweise auf den ǧiḥād verzichten?

52. Das Schicksal der Juden in der neueren deutschen Geschichte … trotz formaler staatsbürgerlicher, sozialer und kultureller Gleichberechtigung, … trotz ihres Patriotismus und ihrer bedeutenden Leistungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur blieb ihre politische Integration in die deutsche Gesellschaft ein Einwegunternehmen.

Einbahnstraße nach Auschwitz, wir haben diese geschmacklose Anspielung verstanden. Pierre Vogel lässt schön grüßen: Auch der Kölner Ex-Boxer und derzeitige Prediger wird nicht müde, auf deutschen Marktplätzen oder in angemieteten Hallen die wie beiläufig konstruierte staatsbürgerliche Sondergattung der Muslim-Bürger als angehende Opfer eines drohenden Massenmordes zu bezeichnen.

Oberndörfer vergleicht die Ablehnung des orthodoxen islamischen Weltbildes und Frauenbildes also mit dem deutschen Antisemitismus des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, der zu sechs Millionen Toten geführt hat. Dass prominente Ex-Muslime oder Schariagegner nicht nur in Syrien oder Ägypten, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden oder in Deutschland unter falscher Adresse beziehungsweise unter Polizeischutz leben müssen, verschweigt uns der einst in Freiburg im Breisgau lehrende Professor, das heutige Vorstandsmitglied in einem dubiosen Rat für Migration, dem die provokant schariakonforme Turkologin und Bremer Professorin für Interkulturelle Bildung, Yasemin Karakaşoğlu ebenso angehört wie der alle paar Jahre ganz leise vor der Scharia warnende Bielefelder Konfliktforscher und Pädagogikprofessor Wilhelm Heitmeyer.

53. Akzeptanz als normale Staatsbürger. Die Kultur des republikanischen Verfassungsstaates ist immanent pluralistisch. Sie ist offen für das Fremde.

Mit dem herrlich spitzen Wort: „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dich sein“ des österreichischen Schriftstellers und Kabarettisten Christian Wallner dürfen wir die Willenlosen, Multikulti-Ideologen oder Schariafreunde entlarven. Dabei würden wir Oberndörfer in Grenzen durchaus zustimmen, tatsächlich ist Religion, Nichtreligion und Religionswechsel Privatangelegenheit und ist praktizierter religiöser Kult, je nach Einschätzung, eine sinnvolle oder sinnlose Möglichkeit der Freizeitgestaltung und der Erlangung oder Erhaltung der seelischen Ganzheit. Jeder darf an ein paar Ǧinni (Dschinn, islamologisch garantierte Geister) oder Engel glauben.

Gerade in diesem Sinne aber ist ein Allahfreund bereits und seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ein völlig „normaler Staatsbürger“ (Oberndörfer). Das scheint aber weder den Lobbyisten des Islam auszureichen noch den Schariafreunden um Herausgeber Jürgen Micksch. Und so wird es Zeit, Herrn Mustafa Cerić zuzuhören, um zu wissen, was der organisierte europäische Islam im Namen der Religionsfreiheit anstrebt: „Opening the way for the Muslim Law to be recognized in personality Law such as family Law“ – „Das Islamische Gesetz muss im Bereich des Personenstandsrechts und Familienrechts anerkannt werden!“

Dieser Wunsch nach Rechtsspaltung befremdet uns und möge Europa einschließlich Bosnien und Sarajevo fremd bleiben. Für das Frauen und Nichtmuslime diskriminierende Islamische Gesetz ist Europas säkulare Kultur nicht zu begeistern, hier verwechselt Oberndörfer Pluralität mit Apartheid.

Ein diskriminierendes Gesellschaftssystem, das Frauen das halbe Erbe (Koran) zubilligt, die Kinder einer Trennungswilligen oder eines Ehefrauverstoßers stets der Familie des Ehemannes zuspricht, die Heirat einer Tochter „muslimischer“ Eltern mit einem Hindu oder Atheisten verbietet und dem Vater die Zwangsverheiratung seiner „jungfräulichen“ und bedarfsweise zehn- oder elfjährigen Tochter gestattet (14), brauchen, ja dürfen wir nicht als „normalen gleichberechtigten Teil der Gesellschaft“ (Oberndörfer auf Seite 53) wahrnehmen, wollen wir den Anspruch der für alle geltenden Bürgerrechte und der Gleichberechtigung der Frau nicht aufgeben.

Oberndörfer hat den Islam nicht verstanden oder möchte den freiheitlich-demokratischen Staat im Namen des „Pluralismus“ und der „Akzeptanz“ beseitigen.

54 Kulturelle Toleranz wird zu einer quasi genetisch vorgegebenen spezifisch westlich-europäischen Tugend stilisiert, die im Islam keine Entfaltungschance hat.

Wir haben nichts gegen Osteuropäer, halten Präsident Lukaschenko oder Großmufti Cerić jedoch für Demokratiefeinde, was wir aber nicht den weißrussischen oder bosnischen „Genen“ zuschreiben. Tatsächlich steht der koranische Satz Sure 3 Vers 110 „Ihr seid die beste aller Gemeinschaften“ dem Tolerieren der Nichtmuslime doch wohl ein wenig im Wege.

Das koranisch verankerte Bewusstsein von der Erwählung zum einzigen heilsbringenden Weg und zur Weltmission ist mitursächlich für die Verweigerung von Standards der kulturellen Moderne für Großfamilie (sexuelle Selbstbestimmung für die Töchter und Söhne), Nachbarschaft (Begegnung auf Augenhöhe mit Kairos Kopten, Teherans Bahāʾī, Malaysias Chinesen oder Istanbuls Ex-Muslimen) und Nation (Pressefreiheit, gleiche Bürgerrechte für Nichtmuslime).

Oberndörfer scheint beispielsweise noch nie davon gehört zu haben, dass Nichtmuslime nach der Scharia nichts erben dürfen.

56 Die Integration der muslimischen Einwanderer kann aber nur gelingen, wenn ihnen kulturelle Freiheit gewährt wird.

Ungefähr so logisch wie: Die Integration des Neonazis kann nur gelingen, wenn ihm kulturelle Freiheit zugebilligt wird. Wali Mudschbir (walī muǧbir, türkisch mücbir veli) ist bei uns strafrechtlich eine Nötigung, fallweise Kindesmissbrauch, schafiitische FGM ist Körperverletzung, kultischer sexueller Missbrauch, schwarze Pädagogik und Sexualmagie – sehr geehrter Herr Oberndörfer, welche kulturelle Freiheit für die von Ihnen so verehrten „fremden“ Muslimbürger hätten Sie denn gerne?

Der emeritierte Professor für Politikwissenschaften und Soziologie Dieter Oberndörfer und der Theologe und Soziologe Dr. Jürgen Micksch haben entweder vom Islam nach vieljähriger professioneller oder ehrenamtlicher Beschäftigung immer noch keine Ahnung, oder es ist für sie einfach gar kein Problem, dass der indonesische islamische Gelehrte Lukman Hakim die verpflichtende Mädchenbeschneidung fordert: „Zum einen wird es [das Beschneiden] ihre Libido stabilisieren, zum zweiten wird es die Frauen in den Augen ihrer Männer schöner erscheinen lassen und zum dritten wird es ihre Psyche ausbalancieren (15).“ Willkommen beim Dialog mit dem Islam, mehr Toleranz bitte, weniger Ressentiments?

Der Schariafachmann und gottesfürchtige Genitalexperte Dr. Muhammad Wahdan von der Kairoer al-Azhar betont denn auch zur islamisch korrekten Gesundheitsvorsorge: „Sofern das Mädchen die Klitorisbeschneidung braucht, sollten wir diese durchführen“ (16). Herrn Micksch als dem Vorsitzenden des Interkulturellen Rates ist zur Islamischen FGM offensichtlich bislang nicht mehr eingefallen als die auf Seite 11 getroffene Feststellung: „Antimuslimischer Rassismus dringt bis tief in unsere Gesellschaft vor.“ Das ist völlig verantwortungslos, der Interkulturelle Rat hat sich endlich von der Islamischen FGM der Schafiitien und der FGM der Azhar-Gelehrten abzugrenzen. Er wird das natürlich nicht tun, sondern mit den Islamverbänden weiterhin kooperieren, um öffentlich geförderte oder stiftungsgeförderte Aufträge entgegenzunehmen.

Der arabischen Staat Qaṭar ist eine absolutistische und theokratische Monarchie. Hier, im Emirat der Herrscherfamilie der Familie Āl Ṯānī (engl. Al Thani) lebt der Star-Prediger des Umfeldes der Muslimbruderschaft, Yūsuf al-Qaraḍāwī. Dieser fordert nach wie vor die FGM das heißt die vollständige oder teilweise Amputation der Klitoris: „Hadith. Reduziere die Größe der Klitoris, aber überschreite [dabei] nicht die Grenzen, denn das ist besser für ihr Wohlergehen und wird von den Ehemännern bevorzugt. Der Hadith macht klar, dass die Beschneidung besser für die Gesundheit der Frau ist und für ihre eheliche Beziehung mit ihrem Ehemann förderlich … Die Angelegenheit der weiblichen Beschneidung [betreffend] … verpflichtend ist sie [die FGM] nicht, [doch] wer sie als dem Interesse der Tochter dienlich einschätzt, sollte sie ausführen.“ (17).

Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, eine der höchsten geistlichen Autoritäten des sunnitischen islām und bekannt für seine Fernsehsendung „Die Scharia und das Leben“ (Sharia and Life) beim Fernsehsender al-Ǧazīra (engl. al-Jazeera), ist über das European Council for Fatwa and Research (ECFR) der Vorgesetzte jenes bosnischen Großmuftis Mustafa Cerić, der im November 2008 in München im Beisein des deutschen Innenministers Wolfgang Schäuble den Eugen-Biser-Preis erhielt und dem im Oktober 2007 der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet beim 25jährigen Jubiläum der Christlich-Islamischen Gesellschaft artig die Hand schüttelte.

Der gebürtige Ägypter und Šaiḫ Yūsuf al-Qaraḍāwī setzt also für den organisierten Islam Europas durchaus den Maßstab dafür, was unter der von Allah gewünschten Lebensweise sprich was unter der Scharia zu verstehen ist. Der mit diesem revolutionär-gegenmodernen Islam offensichtlich völlig einverstandene Jürgen Micksch redet auch im Jahre 2009 immer noch von der Scharia als dem „Glaubensweg“ (Seite 159). In einer solchen Werbung für die diskriminierende islamische Pflichtenlehre, wie sie Jürgen Micksch und Bekir Alboğa betreiben, kündigt sich Europas nachdemokratisches Zeitalter an, was säkulare (freiheitlich demokratische) Staatsbürger zu verhindern haben.

Achtung, Birgit Rommelspacher legt los.

57 Integration bedeutet ein Prozess gegenseitiger Anerkennung

Wie bitte: Wir Bürger sollen jetzt die deutschen Neonazis oder türkischen Antisemiten (18), die türkischen Rassisten der MHP (Milliyetçi Hareket Partisi) genannt Graue Wölfe (Bozkurtlar) oder die eingewanderten palästinensischen Antisemiten und Israelhasser anerkennen, wie sich versteht: auf Gegenseitigkeit? So eine Integration mag man in gewissen Dozentenzimmern und Hörsälen der Berliner Alice-Salomon-Hochschule wünschen. Ein Demokrat hat mit dem Freund des aufgezwungenen Kopftuchs oder dem Tochtertauscher keine Anerkennungsverhandlungen anzutreten, das Grundgesetz steht schließlich nicht zur Disposition.

58-59. Die Moscheen werden zum symbolischen Ausdruck der Niederlassung in dieser Gesellschaft. Sie sind also gerade nicht ein Rückzug, sondern im Gegenteil Ausdruck dafür, dass sich die EinwanderInnen als fester Bestandteil der Gesellschaft verstehen. … Sie fordern das Recht auf Anerkennung und öffentliche Präsenz. D.h. sie kämpfen um Gleichheit und das Recht auf Differenz.

Ob beziehungsweise dass in den Moscheen die Ungleichheit der Frau gepredigt wird, ist der Frauen- und Rechtsextremismusforscherin Rommelspacher unwichtig. Rommelspacher will („das Recht auf Differenz“) den Muslimbürgern ja vielleicht den Ausstieg aus den für alle geltenden staatsbürgerlichen Normen zugänglich machen (Ceric: „Opening the way …“), der schariatreue Vater soll seine Tochter in die erste Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten dürfen, wie das malaysische Familienministerium bekannt gibt, das alles sollen wir jetzt bitte dekonstruktivistisch, postkolonialistisch, „differenziert“ denken. Einen Buddhisten oder Ex-Muslim hat besagte Tochter selbstverständlich nicht zu heiraten und auch ein Leben als Single oder Lesbe steht ihr nicht zu, „die Muslime“ sind für Frau Rommelspacher schließlich „gleichzustellen“ mit all ihrem „Recht auf Differenz“.

60. Dieser Begriff [der Säkularität] … basiert … oft auf dem Missverständnis, dass Säkularität der Rückzug des Religiösen in die Verborgenheit des Privaten bedeuten würde. Tatsächlich bedeutet sie die Neutralität des Staates gegenüber den Religionen, die er sogar, so will es die deutsche Verfassung, zu fördern hat.

Es besteht auch die negative Religionsfreiheit, der Schutz vor Religion. Zuallererst aber hat die Republik das Individuum zu sehen, nämlich nicht als Angehörigen einer milla (Glaubensnation).

Die dem Grundgesetz widersprechenden Teile der Religionen hat der Staat nicht zu fördern, sondern im Gegenteil einzugrenzen.

65. Rituale der Begegnung, … neue Kommunikationsräume … wie wichtig solche Strukturen sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass im Gegensatz zu diesen positiven Beispielen [wie den verwirklichten Moscheebauprojekten in Duisburg-Marxloh und Oberhausen] die ähnlich gelagerte Kopftuch-Debatte in Deutschland gescheitert ist.

Wenn die Hidschabdiskussion „in Deutschland gescheitert“ sei, dann ist sie ja vielleicht in Bagdad, Basra, Amsterdam-Slotervaart, im englischen Luton oder im Gaza-Streifen gelungen.

Rommelspacher will die bestehenden deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuches kippen.

65-66. Das Thema [Lehrerinnenkopftuch im Klassenzimmer staatlicher Schulen] wurde zwar landauf, landab diskutiert, aber in den seltensten Fällen mit den eigentlich Betroffenen, nämlich mit den muslimischen Frauen, die ein Kopftuch tragen.

Moment, Dutzende von Journalisten und sogar mehrere aufmerksame Bundesverfassungsrichter haben der in Saudi-Arabien aufgewachsenen Fereshta Ludin jahrelang ein offenes Ohr geschenkt. Die gebürtige Afghanin Ludin, die Frauen aus Kabul sind veritable Kopftuchexpertinnen, ist doch ganz gewiss ein Musterexemplar der Gattung „betroffene muslimische Frauen“ (Rommelspacher) und trägt einen farblich stilsicher ausgewählten ḥiǧāb.

Folgen wir also dem Rat der hohepriesterlich tätigen Rommelspacher und lassen eine originale Kopftuchträgerin zu Worte kommen, die sicherlich auch keine Ex-Muslima ist. Was für ein Weltbild haben Kopftuchträgerinnen? Die gottesfürchtige Aachener Grundschullehrerin Eva el-Shabassy sinnierte zum im Namen Allahgottes sterbenden, ehebrecherischen und mit (nicht zu kleinen, nicht zu großen) Steinen totgeschmissenen, halb eingegrabenen Frauenleib: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet (19)?“ Für derlei Rücksicht, Friedfertigkeit und soziale Verantwortung trägt eine originale Kopftuchlehrerin ihren Schleier, soweit auch zu Birgit Rommelspacher. Canan Topçu wird sentimental:

82. Mir graut vor total verhüllten Frauen.

Bravo, mir auch, allerdings auch vor halbtotal verhüllten Frauen oder auch bereits vor denjenigen, die ihrer Tochter das noch so kleine Kopftuch aufzwingen, etwa mit der Drohung, dass die Kopftuchverweigerinnen jahrtausendelang schmerzlich in der Hölle braten müssen. Auch vor nichtverschleierten türkischen oder kurdischen Müttern, die für ihre Tochter eine Ehe arrangieren graut es mir. Kopftuchlose Schariafreundinnen wie Emel Abidin-Algan sind doch auch etwas gräuslich, oder?

83. Ich bin keine … Theologin und auch keine praktizierende Muslima.

Bitte deutlich das Treiben der erpresserischen Kartelle der europäischen Scharialobby zurückweisen und das Studium an der Kairoer al-Azhar nicht aufnehmen. Oh, meine Dame, Sie sind eine Sünderin?

84. Es fällt mir schwer [etwas zu Papier zu bringen, ich habe] eine Schreibblockade. … Ich habe … einen Milchkaffee getrunken, sämtliche Blumen gegossen, gebügelt, aufgeräumt … Es [besagte Schreibblockade] hat etwas damit zu tun, dass ich pessimistisch eingestellt bin und keine wirklich neuen Ideen einbringen kann, die zur Überwindung von Islamfeindlichkeit führen könnten. … Wenn ich es mir erlaube, meinem Bauchgefühl eine Stimme zu geben …

Sehr geehrte Frau Topçu, Sie sollten noch einen Milchkaffee trinken. Ob die Blumen wirklich ausreichend gegossen sind?

Nicola Towfigh:

92. Den Islam besser verstehen, kann man durch … Lesen im Koran, … durch ein Studium seiner Geschichte … und durch Aussagen islamischer Vordenker.

Kann man. Man könnte, zumal als prominente deutsche Vertreterin der monotheistischen Religionsgemeinschaft der Bahāʾī, auch die iranischen Vorsitzenden seiner eigenen Religion befragen, die im schiitisch beherrschten Teheran wohnen. Leider kommt noch nicht einmal ihr Anwalt zu ihnen, denn die Damen und Herren wohnen nicht nur in der Hauptstadt der göttlichen Diktatur, sondern gleich im Evin-Gefängnis.

92. … im Koran angelegte Friedfertigkeit und Toleranz … den positiv gelebten Islam.

Frau Towfighs Friedlichkeit provoziert mich dann doch ein wenig.

94. Demut – eine vergessene Tugend. … Demut und eine differenzierende Sicht werden auch dazu führen, dass sich allmählich Sprache, Ausdrucksweise und Begrifflichkeiten ändern, die wir in Bezug auf den Islam oder die Muslime verwenden.

Das wäre gar nicht gut, zumal davon auszugehen ist, dass sich zwar mit dem Ersetzen des Etiketts kulturrassistisch durch das Label menschenfreundlich die bestehende Pressefreiheit ändert, nicht aber die Scharia.

94-94. Das Bahá’ítum … wurde … im Iran gestiftet [und] bezeugt den göttlichen Ursprung aller Offenbarungsreligionen … Muhammad wird als Bote Gottes gepriesen, … der Koran wird als Wort Gottes verehrt.

Das musste wohl so kommen. Wenn das mal gut geht.

Ihre Glaubensgeschwister werden in allen islamisch beherrschten Gebieten bedroht, eingesperrt und ermordet (20).

95. Zu einem vorbehaltlosen Studium des Islam gehört, … zwischen der ursprünglichen Lehre und späteren Entwicklungen zu unterscheiden.

Noch jemand, der vom makellos-reinen Ur-Islam träumt. So mag der Dialog mit der Muslimbruderschaft freilich gelingen.

95. Entgegen dem Erscheinungsbild, das sich gelegentlich bietet, ist der Islam in seinem Ursprung eine Religion der Toleranz und Verständigung.

Hier wäre wohl selbst der erfolgreiche militärische Führer Muḥammad sauer, und das völlig zu Recht.

97. All diesen Bemühungen liegt die Überzeugung zugrunde, dass alle Menschen Träger des Zivilisationsprozesses sind.

Einverstanden. Das aufklärerische Denken und die rechtsstaatlichen Errungenschaften behalten wir sicherheitshalber aber doch, bevor wir die Menschheitsgeschichte und europäische Geschichte „tolerant“ mit denjenigen verhandeln, die sich mit den Zumutungen namens Wissenschaftlichkeit, Religionswechsel, Religionskritik und Gleichberechtigung der Frau so schwer tun.

Weltbürgerlich und menschenfreundlich ist es, auf den Wert jedes Menschen und auf den gemeinsamen Weg der sich – hoffentlich – zunehmend zivilisierenden Menschheit hinzuweisen. Dass manche Exemplare der Gattung Mensch die anderen von diesem Weg abhalten, etwa durch die Ermordung im Namen des Islam, durch die Peitschenhiebe der Scharia oder durch das Einkerkern im Teheraner Evin-Gefängnis, sollte man erwähnen. Oder sind die letztlich in kosmisch-göttlicher Harmonie ausgesöhnten Steiniger nebst Gesteinigten die gemeinsamen „Träger des Zivilisationsprozesses“?

Die von Bahāʾullāh geforderte Haltung von „Geduld, Erbarmen, Mitleid und Güte für alle Völker“, wie Towfigh zitiert, sollten uns dazu ermutigen, in erster Linie viktimologisch anzusetzen, das heißt: für die Opfer einzutreten, und dann sogleich die Geltung der universellen Menschenrechte und damit nicht zuletzt die Gleichberechtigung der Frau einzufordern. Beides ist mit dem orthodoxen Islam aber schlicht nicht zu machen.

Soweit zur Generalsekretärin des Nationalen Geistigen Rates der Bahāʾī in Deutschland, Dr. phil. Nicole Towfigh.

Nun zum Deutschen Islamforum.

159. Scharia als Glaubensweg von Muslimen

Das sollte von freiheitlich demokratischen sprich säkularen Staatsbürgern als ungeheuerlich und skandalös empfunden werden, wird hier doch dafür geworben, dass Europas so genannten Muslime die kulturrassistische, menschenverachtende Doktrin der islamischen Scharia einhalten sollen, mehr noch, dass Deutschlands Bürger dieses im Namen der Fremdenfreundlichkeit gefälligst zu dulden haben, um nicht als „Rassisten“ zu gelten. Ob Herr Micksch jetzt eine neue Scharia bastelt oder ob er die geheiligte frauenfeindliche Pflichtenlehre wahrheitswidrig verharmlost werden wir gleich sehen.

159. In der deutschen Öffentlichkeit gibt es viele Vorurteile zu Scharia.

Vorurteile? Wir befassen uns mit der šarīʿa seit vielen Jahren und das mit der Unterstützung von Einwanderern, zumal weiblichen, aus so genannten islamischen Ländern. Uns betreffend könnte man ja statt Vorurteile vielleicht einmal Nachurteile sagen … Urteile.

159. Von manchen wird behauptet, Muslime wollen in Deutschland die Scharia einführen, die dann oft auch noch als verfassungsfeindlich bezeichnet wird.

Sehr geehrter Herr Micksch, rufen Sie hiermit die Muslime dazu auf, die rückwärtsgewandte, aggressive und hoch politische Scharia endlich aufzugeben? Das tun Sie leider nicht und das war nicht anders zu erwarten. Hingegen rücken Sie jeden Schariakritiker in die Nähe der panisch Xenophoben, der veritablen Spinner.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsrichter Bertrams mag ja aus Sicht der Groeben-Stiftung oder aus Sicht von Integrationsminister Armin Laschet ein derartiger Mensch voller „Vorurteile“ (Micksch) sein, der im Jahre 2009 bedeutende Teile der Scharia („sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann“) wahrheitsgemäß als verfassungswidrig bezeichnete.

160. Der Koran gilt im Islam als Quelle der Scharia.

Jeder Mann kann bis zu vier Ehefrauen haben, die Frau aber nur einen Ehemann, er darf diese nach Belieben verstoßen, die Frau darf ihren Mann nicht verstoßen. Die Frau oder Tochter erbt nur die Hälfte von dem, was ihr Bruder erbt und ihre Zeugenaussage hat oftmals nur 50 % des Wertes derjenigen einer männlichen Zeugenaussage. Allah behält sich die ewige Lügerei vor und sein prophetischer Liebling tötet auf dem Kriegspfad der bald nachvollziehbar, bald willkürlich quälenden Gottheit. Besagter Koran also …

160. [Der Koran gilt im Islam als Quelle der Scharia.] An zweiter Stelle steht die „Sunna“, die Lebenspraxis des Propheten [Muhammad], die … Überlieferungen [und prophetischen] Aussprüche, [die] „Hadithen“.

Das von der Religionspolizei in Staaten wie Nigeria, Algerien, Saudi-Arabien, Pakistan und Malaysia verwirklichte islamische Prinzip der ḥisba verpflichtet jeden Muslim, nach Kräften das staatsislamisch (schariatisch) Erlaubte zu befördern und das Unerlaubte zu verhindern. Grundlage der kulturrassistischen, repressiven Scharia und der zur Brutalität gegen Frauen und Nichtmuslime einladenden ḥisba sind Hadithen und Koran.

Die Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung bezahlt Herrn Dr. Micksch, für die Hadithen zu werben und der Verlag Otto Lembeck druckt diesen demokratiefeindlichen und frauenfeindlichen Stoff? Werfen wir einen Blick auf einige aḥādīṯ (Hadithen), die das Prädikat ṣaḥīḥ tragen, als vertrauenswürdig und damit als unbedingt zu beherzigen:

„Ich habe in den Himmel und die Hölle geblickt, und in der Hölle waren die Frauen in der Mehrzahl.“

„Eine Frau soll ihrem Mann jederzeit sexuell zur Verfügung stehen, und sei sie auch gerade beim Backen, sei es, dass das Brot im Ofen verbrennt.“

160. Auf der Grundlage von Koran und Hadithen schufen dann islamische Gelehrte Rechtssammlungen. Für neu auftauchende Fragen, auf die man im Koran keine expliziten Antwort finden konnte, traten für die islamischen Gelehrten zwei weitere Quellen hinzu, „idschma“ als Konsens der islamischen Umma bzw. Gelehrten über ein Thema und „qiyas“, der Analogieschluss.

Auch wenn es der Groeben-Stiftung und Herrn Dr. Micksch noch nicht aufgefallen sein sollte: Wir haben bereits eine Rechtssprechung. Die Bundesrepublik Deutschland hat keinen Bedarf an einer zweiten Jurisprudenz, schon gar nicht an einer der kulturellen Vormoderne und dem extremen Patriarchalismus entstammenden.

Das Buch trägt den Titel „Antimuslimischer Rassismus“ – und auf Seite 160 offenbart uns das Machwerk, worum es heute geht, um künftig nicht zu den Rassisten gezählt zu werden: Im Namen der Religionsfreiheit und des „gesellschaftlichen Friedens“ die Verharmlosung eines barbarischen Gesetzes zu dulden.

Theologe Micksch & Co. schreiben zu den Baustoffen göttlicher Diktatur namens qurʾān (Koran), aḥādīṯ (Hadithe), iǧmāʿ (Idschma, das ist der Konsensus der Gelehrten), qiyās (Qiyas, das ist der Analogieschluss eines Gelehrten) und zu der durch Eliten verwalteten Sakraljurisprudenz als einem flexibel diskriminierenden Fallrecht:

160. Dabei wurden neu auftretende Fragen in Anlehnung an bekannte Fälle entschieden.

Keine Rechtssicherheit bietend, doch verlässlich diskiminierend, in der Tat, das ist »Das islamische Recht« (Buchtitel Mathias Rohe 2009).

Mit dem Koran als erster „Quelle“ (Micksch, Interkultureller Rat) der Rechtsfindung wird sich niemals ein nicht diskriminierendes Recht aufbauen lassen. Für Allahgott ist das auch gar kein Problem, der leidet nicht unter der Ungleichbehandlung der Frau und der Ungläubigen.

160. Dabei wird die Anpassung des islamischen Rechts an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.

An kriecherischer Schmeichelei kaum zu übertreffen. Lassen Sie uns das sakrosankte i-Wort (i wie Islam, islamisch) dreimal durch eine andere repressive weltanschauliche Doktrin ersetzen:

„Dabei wird die Anpassung“ maoistischen chinesischen Rechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Alles Platz des Himmlischen Friedens oder was?

„Dabei wird die Anpassung“ nationalsozialistischen Rechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Schließlich steht ganz versteckt ein sozialistisch in NSDAP, vielleicht gar sozial.

„Dabei wird die Anpassung“ heiligen katholischen Inquisitionsrechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Dem Gotteslästerer der Scheiterhaufen.

Modernes iranisches Recht: „Verderbenstiften auf Erden“, „Blasphemie“, „Apostasie“. Im kulturellen Sinne ist das iranische Recht vormodern (rechtlich-islamisch bedeutet stets rechtlich vormodern), Jürgen Micksch ist ja vielleicht postmodern und begrüßt das Talionsprinzip und die koranisch begründete Einteilung der Menschheit in Klassen verschiedener Wertigkeit, verschiedenen Wertes.

Ayatollah Chomeini, der fromme Muslim kann dem Interkulturellen Rat um Jürgen Micksch doch ohne Frage als ein Islam-Experte gelten, stellte 1984 fest: „Eine Religion, die keine kämpferische Basis hat, ist prinzipiell keine Religion. Denn ein Prophet kommt, um das Schwert zu ziehen und zu töten (21).“

Das Blutgeld (diyya, persisch diyye) ist diesen diskriminierenden Abwertungen der Glaubensnationen und der nochmals weiteren Abwertung ihrer weiblichen Hälfte konsequent folgend in Saudi-Arabien oder im Iran gestuft (22). Wir würden von Lebensversicherungsprämie reden oder von der zu zahlenden Strafe bei Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Für den männlichen Christen oder für die muslimische Frau ist im Falle der Sachbeschädigung (irreparablen Verletzung) oder Tötung nur halb so viel zu zahlen wie für einen vollwertigen Staatsbürger (muslimisch und männlich). Micksch und der Interkulturelle Rat sind über eine solche Rechtsapartheid ganz begeistert:

160. In der Vielfalt liegt die Gnade.

Von eher wahrheitswidrigen Aussagen sprich gekonnter Lüge schrecken Micksch und sein Deutsches Islamform am 27.09.2006 nicht zurück:

163. In Glaubensfragen wird vom Koran jede Gewaltausübung und jeder Zwang untersagt. … Die Todesstrafe für Apostasie (d.h. Abfall vom Islam) widerspricht der im Koran verankerten Glaubensfreiheit.

Tell me sweet little lies, Doktor Micksch lügt mir ins Gesicht: im Koran ist Glaubensfreiheit schlicht nicht vorgesehen. Oder, anders: es gibt den Islamapostaten, doch der wird ermordet. Das Geflunker geht munter weiter:

163. Mann und Frau sind gleichberechtigt.

In Deutschland ja, im Islam nicht!

Tell me lies. Seit wann ist der Mann der Pflicht zum öffentlichen Verbergen des Haupthaares unterworfen, der Pflicht zum Tragen des ḥiǧāb? Seit wann erbt der ägyptische oder pakistanische Mann genau so viel wie die Frau, protestiert unser Herr Micksch etwa gegen das dort geltende Recht? Verliert der marokkanische oder afghanische Mann im Scheidungsfalle seine Kinder genau so sehr und nachhaltig wie die Frau, ein Rechtsverständnis, von dem die Frauen im Forum 1001 Geschichte (Thema „bezness“) einiges zu erzählen haben? Ist denn nun auch in Deutschlands DITIB-Moscheen der Mann eine Woche im Monat derartig „rituell verunreinigt“, so „unrein“, dass er nicht in die Moschee gehen darf?

Dreiste Lüge bringen uns Micksch und die geschäftsführende Arbeitsgruppe des Deutschen Islamforums (Bekir Alboğa, Dr. Yasar Bilgin, Ozan Ceyhun, Dr. Jürgen Micksch) auch hier:

163. Zwangsheiraten, die in manchen Ländern praktiziert werden, sind mit dem Islam nicht vereinbar und werden verurteilt.

Walī muǧbir. Nach allen vier sunnitischen Rechtsschulen hat der biologische Vater oder der Großvater männlicherseits das ihm von Gott Allāh zugebilligte Recht, die umma-geprüft jungfräuliche Tochter auch gegen ihren Willen zu verheiraten. Wer will, mag das beim Familienministerium aus Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur unter „wali mujbir“ nachlesen (23).

Die Zwangsheirat ist nicht nur nicht mit dem Islam vereinbar, sondern Religionspflicht. Der walī muǧbir ist nicht nur niemals „verurteilt“ (Micksch) worden, sondern kann nicht verurteilt werden, ohne dass der Redner zum Islamverweigerer, zum Apostaten wird. Die Aktionen von Tariq Ramadan – »Hand in Hand gegen Zwangsheirat« (24) – beziehungsweise die halbernst gemeinte, dabei überlaute Zwangsheiratskritik von Pierre Vogel dienen genau dazu, den walī muǧbir, die islamische Zwangsverheiratung, zu verschleiern.

Derart wahrheitswidrig oder islamunkundig handhaben das Mathias Rohe (»Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« 2009) und Aḥmad A. Reidegeld (»Handbuch Islam. Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime« 2005), auch das Prinzip Kindbraut möchten die Islamerklärer Rohe und Reidegeld uns nicht vermitteln, Mathias Rohe darf im Jahre 2009 gleichwohl zum Berliner Gebetsraumurteil gutachterlich tätig sein.

Stellvertreterschaft (Kalifat) beginnt im Schlafzimmer, Islam ist walī muǧbir. Und der stets so nett lächelnde Theologe Doktor Micksch reiht sich im September 2006 in diese Reihen der Nebelwerfer und Schariaverharmloser ein.

Konsequent wird auch im Folgenden auf die unbedingte Geltung universeller Menschenrechte verzichtet und in der uns von der OIC bekannten Manier von „Menschenrechten“ gesprochen:

164. Die Missachtung der Menschenrechte ist überall und in jeder Form abzulehnen.

Alarmiert sollten wir allerdings bei dem folgenden Satz des in aller Unauffälligkeit beanspruchten Schariavorbehalts sein:

164. Die Befolgung der jeweiligen lokalen Rechtsordnung ist gemäß der Scharia für Muslime verpflichtend.

Wenn Muslime das uneingeschränkte (auch passive) Frauenwahlrecht akzeptieren, verdanken wir das der also, so meint Jürgen Micksch, der angeblich demokratiefreundlichen Scharia. Wenn sie die Herrschaft Allahs verlangen gleichfalls, aber die šarīʿa ermuntert die Muslime glücklicherweise, so behaupten es jedenfalls Alboğa, Bilgin, Cehyun und Micksch nicht ganz wahrheitsgemäß, die Demokratie gegenüber dem Kalifat zu bevorzugen. Wenn muslimisch sozialisierte beziehungsweise muslimisch empfindende Menschen so großzügig sind, die Straßenverkehrsordnung und das Strafgesetzbuch zu befolgen, dann verdanken wir das … richtig, der šarīʿa.

Nun werden die schariabegeisterten Islamerklärer aufgeführt, welche das Deutsche Islamforum am 08.11.2005 und am 27.04.2006 zur Begrifflichkeit der Scharia rechtgeleitet haben.

165. Dr. Nadeem Elyas, Interkultureller Rat in Deutschland, Eschweiler

Solange sich der Interkulturelle Rat nicht vom Islamisten Elyas öffentlich, schriftlich und glaubhaft distanziert, möge man dieses Gremium boykottieren. Weitere auf Seite 165 genannte Islamberater zum Schariarecht:

Dr. Ayyub Axel Köhler, ZMD. Erol Pürlü, VIKZ. Riem Spielhaus. Dr. Silvia Tellenbach. Abdullah Uwe Wagishäuser, Ahmadiyya. Zwei haben sogar den Sprung in unsere Ministerien geschafft, den langen Marsch durch die Institutionen:

165. Dr. Korkut Bugday, Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Dr. Bülent Ucar, Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Vielleicht möchten die Herren Bugday und Ucar uns einige Worte zur Aussage des Verfassungsrichters Bertrams mitteilen, der die Scharia als grundrechtswidrig bewertet.

165. Das Deutsche Islamforum wurde am 26. Juni 2002 in Frankfurt am Main vom Interkulturellen Rat in Deutschland und vom Rat der Türkeistämmigen Staatsbürger in Deutschland gegründet. Es ist inzwischen eine eigenständige Einrichtung der Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung, von der diese Arbeit auch finanziert wird.

Die Groeben-Stiftung sollte die Finanzierung von verdummenden, islamverharmlosenden und potentiell grundrechtsgefährdenden Projekten wie Deutsches Islamforum oder Interkultureller Rat beenden.

Integrationsminister Armin Laschet, kommunale Integrationsbeauftragte, kirchliche Islambeauftragte und vor allem alle Sozialpädagogen und Sozialarbeiter sollten sich von der Intention des Machwerks „Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance“ (Hg. Micksch 2009) nicht irreführen lassen. Die Genannten werden sich daran gewöhnen müssen, Handreichungen, Informationen oder Hilfestellungen genannte Druckschriften auf dem Schreibtisch vorzufinden, deren Geist nicht mehr im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (New York 1948) oder mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949) steht, sondern der „kultursensibel, differenziert und interkulturell“ das vormoderne Menschenbild, Gottesbild und Gesellschaftsverständnis der stets auf eine eigene Rechtssprechung zielenden šarīʿa verteidigt.

Hier tut Aufklärung Not und wären in der Tat „Konflikte als Chance“ (Micksch) zu begreifen, die misogyne, sexualmagische und repressive Doktrin der Scharia ins Mittelalter zurückzuweisen. Dabei hat es uns ebenso um eine bewahrte Rechtseinheitlichkeit zu gehen wie um die auch Frauen und Kindern zugänglichen Grundrechte und Freiheitsrechte, mitnichten aber „um einen schonenden Interessensausgleich“, wie Jürgen Micksch (Seite 15) es nennen möchte.

Das Wort Interessensausgleich beliebte der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer auszusprechen, als er im Oktober 2008 dem Islamisten Anas Schakfeh von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern verlieh (25).

Auch die jüngste Geschichte des Nahen Ostens ist durch Brutalität geprägt. Im Jahre 1982 erfolgte eine staatliche Bombardierung der Stadt Ḥamā, des Widerstandszentrums der Muslimbrüder Syriens, bei der möglicherweise 25.000 Menschen starben. Der Muslimbruderschaft wurde vorgeworfen, einen Staatssturz vorbereiten und eine Theokratie errichten zu wollen. Seither arbeitet die 1928 gegründete theofaschistische Muslimbruderschaft nicht länger in Syrien.

Der 1943 in eben diesem Ḥamā geborene Österreicher Schakfeh ist Konsultent in der Kulturabteilung der saudi-arabischen Botschaft. Welche „Interessen“ Österreichs Präsident Fischer mit dem Menschenbild und Gesellschaftsverständnis der Wahhabiten „auszugleichen“ wünscht, bleibt uns leider unklar. Erst aufgrund von Protesten zog der für den Wiener Islamischen Religionsunterricht verantwortliche Anas Schakfeh das in den Schulen zehn Jahre lang verwendete Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ des Hasspredigers Yūsuf al-Qaraḍāwī zurück (26).

In der Bundesrepublik Deutschland würde bereits eine lediglich im Familienrecht (Stichwort walī muǧbir) zugelassene Scharia das von Max Weber (1919) als Grundlage des Rechtsstaats erkannte »Gewaltmonopol des Staates« beenden.

Orthodox (revolutionär) verstandener Islam bleibt der Aufbau eines repressiven Imperialismus der muslimischen milla über die verschiedenartig entrechteten nichtmuslimischen Glaubensnationen. Angesichts der islamisch begründeten Spaltung der Gesellschaft des indischen Subkontinents anhand der durch Sir Muhammad Iqbāl ersonnenen »Zwei-Nationen-Theorie« und in Kenntnis, dass Innenminister Wolfgang Schäuble die im Sommer 2009 nach drei Jahren beendete Deutsche Islamkonferenz (DIK) auf kommunaler Ebene fortsetzen möchte, sollten wir alarmiert sein, von Jürgen Micksch und seinem Interkulturellen Rat im November 2009 die Zielvorgabe zu vernehmen: „kommunale Islamforen …, deren Ziel das gute Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen ist (27).“

Der Indo-Pakistaner Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī oder der Ägypter Sayyid Quṭb hätte das nicht hübscher formulieren können, als vom „guten Miteinander der Muslime und Nichtmuslime“ zu predigen. Staatsbürger wollen die Rechtseinheitlichkeit, Mustafa Cerić will sie beenden. Wird das vom Interkulturellen Rat angeschmuddelte »Clearingprojekt: Zusammenleben mit Muslimen« uns universell-menschenrechtlich und bürgerrechtlich motivierte Gegner des islamischen Rechts zu „antimuslimischen Rassisten“ erklären? Wir Sozialpädagogen haben vor den frauenentrechtenden Aspekten der Imam-Ehe zu warnen und müssen für die zivilrechtliche Ehe im Standesamt Werbung betreiben dürfen. Die Texte von Jürgen Micksch machen uns das nicht gerade leichter, zumal das zum 01.01.2009 in Kraft getretene geänderte Personenstandsrecht (Wegfall der verpflichtenden standesamtlichen Voraustrauung) die diskriminierende, keine Rechtssicherheit bietende und stets mit einem hohen Loyalitäts- und Konformitätsdruck einhergehende Imam-Ehe leider befördern wird.

Eine jede in Deutschland zur machtvollen Politik werdende Scharia ist Staatsgründung, und, da bereits ein Staat besteht, Separatismus. Im Schafspelz der zu gewährenden Religionsfreiheit mogelt sich die nach Volkssouveränität (Islam als Volk, Selbstbestimmungsrecht der Völker) strebende Islamische Nation nach vorne.

Im Übergangsbereich zwischen dem fundamentalistischen Sonderverhalten und der Religionsdiktatur, im Fluidum zwischen Einzelfallregelung und Ausrufung des Kalifats betreibt die orthodoxe islamische Glaubensnation hiǧra (Hidschra), islamische Sezession. Das Ansinnen des zwischen Scharia und Grundgesetz „um einen schonenden Interessensausgleich“ bemühten Theologen und Soziologen Dr. Jürgen Micksch, den orthodoxen (separatistischen) Islam an der bundesdeutschen Staatsgestaltung mitwirken zu lassen, müssen wir zurückweisen.

Die nicht in die Schranken gewiesene Scharia wird jeden freiheitlichen Rechtsstaat zerreißen, was es zu verhindern gilt. Religionsfreiheit nach Artikel 4 GG ist eben nicht Rechtsspaltung, auch nicht im Familienrecht wie etwa Scheidungsrecht und Personensorgerecht. Nur die gleiche Freiheit für jeden ist Freiheit. Dazu brauchen wir ein einheitliches Gesetz für alle und jeden von uns.

Gina Khan (28), Maryam Namazie, Ibn Warraq und viele andere freiheitliche (säkulare) Bürgerrechtsaktivisten brachten das Bekenntnis zur Rechtseinheitlichkeit am Menschenrechtstag (10.12.) des Jahres 2008 in London auf die kurze schöne Formel: »One Law For All« (29).

Mangel an Distanz zum Gedankengut und personalen Umfeld von Europas reaktionären Islamisten hat uns Herausgeber Micksch durchaus bieten können, eine demokratieverträgliche Theoriebildung eines von ihm sicherlich gewünschten »promuslimischen Antirassismus« ist er uns schuldig geblieben.

Jacques Auvergne

(1) Tutzing 2009. Ausbildung von Imamen in Deutschland. Mathias Rohe (Autor von »Das islamische Recht« (2009); islamverliebter Gutachter beim Gebetsraum-Urteil 2009), Imam Benjamin Idriz (Penzberg; damit ideologisch leider wohl eher unweit von Necmettin Erbakan und Yusuf al-Qaradawi), Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Deutsche Bischofskonferenz), Saban Ali Düzgün (Theologische Fakultät der Universität Ankara), Enes Karic (Professor für Koranstudien aus Sarajevo), Heiner Köster (Eugen-Biser-Stiftung, diese ehrte den al-Qaradawi gehorsamspflichtigen und die Rechtsspaltung im Familien- und Personenstandsrecht wünschenden Großmufti Mustafa Cerić vom European Council for Fatwa and Research), Hans Vöcking vom Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae (CCEE), der kurdischstämmige Duisburger Islam-, Marxloh- und Penzberg-Bewunderer Rauf Ceylan

http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/html2pdf/pdf_gen/demo/html2ps.php?URL=http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3;part=prog,lfdnr=1445

(2) Tutzing 2007. Ausbildung von Imamen in Deutschland. Ali Kızılkaya, Erol Pürlü (VIKZ), Wolf D. A. Aries (Schura Niedersachsen), Ayyub Axel Köhler (ZMD und FDP Köln), Ali Dere (vom türkischen Staatsislam der „Diyanet“ (Diyanet İşleri Başkanlığı, Präsidium für Religionsangelegenheiten) aus Ankara), Schariabewunderer Mathias Rohe nebst seinem akademischen Zauberlehrling Michael Kiefer, Janbernd Oebbecke, Imam Benjamin Idriz (von der einst Millî Görüş, mittlerweile zusätzlich auch dem ECFR zuzurechnenden Islamischen Gemeinde Penzberg; Rauf Ceylan preist die Penzberger Gemeinde im März 2009 als „unabhängig“)

http://www.eugen-biser-stiftung.de/fileadmin/user_upload/Dialog_Islam/Expertentagungen/Tutzing_2007_Programm_definitiv_01.pdf

(3) Völkermord 1915-1917 an den Armeniern. Vom Wolfgang Gust

http://www.armenocide.net/

(4) Fatwa. Alles Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei mit dem Siegel der Propheten, unserem Herrn Muhammad, seiner Familie und allen seinen Gefährten. Hiermit erteilen wir Auskunft: Da er vom Islam abgefallen ist, wird er zur Reue aufgefordert. Zeigt er keine Reue, wird er islamrechtlich getötet. Was seine Kinder betrifft, so sind sie minderjährige Muslime. Nach ihrer Volljährigkeit, wenn sie im Islam verbleiben, sind sie Muslime. Verlassen sie den Islam, werden sie zur Reue aufgefordert. Zeigen sie keine Reue, werden sie getötet. Und Gott der Allerhöchste weiß es am besten. Der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses in der Azhar, 23. September 1978

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/a/aa/Rechtsgutachten_betr_Apostasie_im_Islam.jpg

(5) Religionspolizei »muṭawwiʿūn«

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Religionspolizei

(6) Kopftuch als Schauspiel. Tschador-Ciulli

http://www.freitag.de/2007/05/07051301.php

(7) Iranischer Staats- und Real-Islam bedeutet auch Bassidsch-Miliz: »Die treuen Schläger des Ayatollahs«

http://www.rp-online.de/politik/ausland/Die-treuen-Schlaeger-des-Ayatollahs_aid_721980.html

(8) Der folternde iranische Pasdaran-Geheimdienst: »Um mich herum war nur Blut«

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13510359.html

(9) Mystiker Ciulli. Auf tournée im steinigenden Gottesstaat sinniert der Regisseur über diesen Kosmos voller Widersprüche. Gäbe es im Mythos einen Dämon der Äquidistanz, dann dürfte er so reden: „Wir können uns ganz frei bewegen. Insofern unterscheidet dieses Gastspiel sich gar nicht von einem in Wien oder Rom. Ich habe auch keine Angst, hier öffentlich meine Meinung zu äußern. Wir sind ja nur Theaterleute. Wir handeln nicht mit Waffen oder Plutonium. Wir sind harmlos.“

http://www.rp-online.de/kultur/mehr_kultur/Theater-an-der-Ruhr-gastiert-in-Teheran_aid_397194.html

(10) Ciulli deckt uns den geheimnisvollen Terrorstaat auf: „Das Bild, das wir haben, ist nicht das wirkliche.“

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/muelheim/2009/10/12/news-136359047/detail.html

(11) Davvero splendido, islām ist ein turbulentes Schauspiel. Bühne frei für den Gottesstaat.

»Und so erfuhr Ciulli, dass diese Männer zum Tode verurteilt waren, Diebe, Zuhälter, Gauner, und dass ihre Strafe aufgeschoben wurde, solange sie spielten. Deshalb auch die merkwürdigen Reaktionen im Publikum: Es waren viele Verwandte darunter, die angereist waren, ihren Sohn oder Cousin noch einmal zu sehen, wenigstens auf der Bühne. „Sie spielten tatsächlich um ihr Leben“, sagt Ciulli.«

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50424615.html

(12) Iran 2008, amnesty international

http://www.amnesty.de/jahresbericht/2008/iran

(13) Jörg Lau über Ahmadinedschad, bei Cicero: »Ein falscher Messias«

http://www.cicero.de/97.php?item=1033

(14) Der „gerechte“ Islam rechtfertigt für die Frau den Geschlechtsverkehr nur als Ehefrau, dafür auch als zehnjährige Ehefrau

http://www.gunslot.com/pictures/older-men-may-have-sex-9-year-old-kids-it%E2%80%99s-official-grand-mufti-has-spoken

Noch dazu. Scharia als geheiligter Sex mit weiblichen Kindern

http://infidelsarecool.com/2009/01/14/saudi-arabias-senior-most-cleric-oks-pedophelia/

(15) Islamic FGM. Indonesien: Lukman Hakim fordert für Muslim-Mädchen die Pflichtbeschneidung „One, it will stabilize her libido,” he said through an interpreter. “Two, it will make a woman look more beautiful in the eyes of her husband. And three, it will balance her psychology.”

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html?_r=3&oref=slogin&ref=magazine&pagewanted=print

Noch zu Lukman Hakim (Assalaam Foundation). Islamic FGM

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html?_r=1&ref=magazine

(16) Islam will FGM, Ägyptens al-Azhar-Gelehrte pro Klitoridektomie. Dr. Muhammad Wahdan: „Whenever a girl needs a circumcision, we should perform it.“

http://www.youtube.com/watch?v=rUvrHsPaTSo&feature=player_embedded

(17) Yusuf al-Qaradawi ist flexibel und unterzeichnet für atheistische europäische Nervensägen wie Rüdiger Nehberg gerne mal Fatwas gegen FGM, will aber die FGM und zwar gerne als als klitorale Teilamputation: »Hadith: Reduce the size of the clitoris but do not exceed the limit, for that is better for her health and is preferred by husbands. The hadith indicates that circumcision is better for a woman’s health and it enhances her conjugal relation with her husband … The issue of female circumcision … it is not obligatory, whoever finds it serving the interest of his daughters should do it.«

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503543886

(18) Türkischer Antisemitismus. Rifat N. Bali: »Mehr als nur Totschweigen«

http://www.nahost-politik.de/tuerkei/bali.htm

(19) Kopftuchlehrerin pro Steinigung der Ehebrecherinnen: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“

http://www.emma.de/635.html

(20) Verfolgung der Bahai

http://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung_der_Bahai

(21) Chomeini 1984. Der Schriftsteller und Pädagoge Ali Schirasi schreibt zum heutigen Iran: »Ajatollah Chomeini – von der überlegenen Rasse zur überlegenen Religion«

http://alischirasi.blogsport.de/analysen/ajatollah-chomeini-von-der-berlegenen-rasse-zur-berlegenen-religion/

(22) diyya (diye), Blutgeld. Hör mal, du hast jemanden ermordet oder fahrlässig getötet? Allahgott schickt dir die Quittung, guckstu hier: Christenmann ist wertgleich mit Muslimweib, Christenweib kostet halb so viel wie Christenmann und ist fast viermal so teuer wie Hindumann, Hinduweib wiederum genau halb so viel wert wie ihr Mann, und Allāh weiß es am Besten und alles Lob gebührt Ihm

http://en.wikipedia.org/wiki/Diyya#Saudi_Arabia

(23) Wali Mudschbir, wali mujbir. Islam ist geheiligte Zwangsverheiratung

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(24) Tariq Ramadan: „Hand in Hand gegen Zwangsheirat“. Der Wali Mudschbir ist selbstverständlich ausgenommen

http://www.tariqramadan.com/spip.php?article1428

dazu Necla Kelek:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1ECC2B524AF14B14B8C848C15006A7E7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(25) Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer „ehrt“ den Islamisten Anas Schakfeh. Obschon, er kann`s brauchen

http://www.derislam.at/haber.php?sid=149&mode=flat&order=1

(26) Stefan Beig: „Wirbel gab es auch um das Schulbuch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ von Scheich Yusuf Al-Qaradawi. Auf äußeren Druck zog Präsident Schakfeh das Buch zurück, nachdem es bereits zehn Jahre im Unterricht verwendet wurde. In dem Buch wird betont, dass nur Allah sagen kann, was erlaubt und was verboten ist. Gesetze von Menschen sind abzulehnen.“

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=263895

(27) Die Sache mit den kommunalen Islamforen. Presseerklärung vom 13.11.2009, unterzeichnet von Hasibe Özaslan, „Projektleiterin“, für den Interkulturellen Rat, Goebelstraße 21, 64295 Darmstadt

http://www.interkultureller-rat.de/wp-content/uploads/PM-Koordinierungsrat-131109.pdf

(28) Gina Khan

http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/columnists/kavanagh/article1417495.ece

(29) One Law For All! (Maryam Namazie)

http://www.iheu.org/Launch+of+One+Law+for+All+Campaign+against+Sharia+law+in+Britain

Tag der Religionen in Köln: Das neue Dreigestirn

November 17, 2009 von schariagegner

الثقة

aṯ-ṯiqa

Vertrauen

Die Kölner Erklärung

November 2009, Armin Laschet billigt die Scharia. Eine Integrationskritik von Jacques Auvergne

Anmerkungen zur Dialogveranstaltung »Religionen und die Zukunftsaufgaben in der Gesellschaft – Die Rolle der Religionen im Integrationsprozess«, abgehalten im Kölner Rathaus im November 2009. Anwesend waren jeweils ein katholischer und evangelischer Bischof, ein Oberbürgermeister, ein männlicher radikaler Islamkonvertit (FDP) nebst Kopftuchgattin, ein Handlungsreisender der Islamisten der Bundeshauptstadt, ein hoher Dienstgrad der Bundeswehr in Ausgehuniform, Landesminister Armin Laschet, Islampropagandist Bekir Alboğa und die zum Applaudieren und Schweigen eingeladene Kölner Bevölkerung

Zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Runden Tisches der Religionen zu einem Tag der Religionen. Im November 2009 waren Kölns gewählter Oberbürgermeister Jürgen Roters und der Rat der Religionen in Köln die Gastgeber. Zum Programm gehörten ein Empfang im Rathaus am 12.11. um 17:00 Uhr im festlichen, für den Souverän, das Volk, unzugänglichen Hansa-Saal und die anschließende öffentliche Zentralveranstaltung mit knapp 200 Gästen um 18:00 Uhr.

Dort erhob der Integrationsminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, Armin Laschet seinen kühnen Anspruch, über die Rolle der Religionen im Integrationsprozess nachgedacht zu haben. Die von ihm, einem ‘irgendwie’ säkular gedachten Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, bezeichnenderweise verwendete Pluralform »Religionen und die Zukunftsaufgabe der Gesellschaft« steht einer ethnoreligiösen Apartheid im Sinne des osmanischen Millet-Systems oder der Two-Nation Theory des in Pakistan als „Größter Führer, Vater der Nation“ verehrten Ali Jinnah (ʿAlī Ǧinnāh, 1876-1948) leider nicht im Weg.

Offenbar möchte Armin Laschet uns dazu aufrufen, das „Vertrauen“ zu haben, dass die europäischen Funktionäre und Parteigänger des organisierten Islam in Zukunft freiwillig und bewusst auf ihre nach schariatischer Ansicht im Koran (arabisch al-qurʾān) begründete geheiligte Pflicht der Verwirklichung der islamischen Lebensordnung verzichten.

Es war eine raffinierte Idee der Muslimbrüder und ihrer Kollegen von der Millî Görüş, die angestrebte islamische Staatwerdung (Islamisierung) mit der Forderung nach „Toleranz, Differenz, Vertrauen!“ zu umhüllen. Das gemeinte oder sogar geschriebene Ausrufezeichen hinter „Vertrauen“ sollten wir allerdings beachten. Jeder Islamkritiker oder auch nur bewusster freiheitlicher Bürger, der glücklich in einer im Laufe von Generationen mühselig errungenen liberalen Staatlichkeit lebt, ist damit, bedauerlicherweise und unvermeidlich, in der ethisch jedenfalls rhetorisch ungünstigen Rolle, zum Misstrauen aufrufen zu müssen.

Vielleicht kann das am ehesten mit dem Bekenntnis des eigenen Menschenbildes bewältigt werden, dass der Mensch zwar zum Aufbau einer Lebensweise in der gewaltärmsten Form berufen ist und damit zur Minimierung allen menschlichen Leides und zwar für alle, doch dass der Mensch wesensgemäß überaus aggressiv ist und ein gesellschaftliches Machtvakuum Utopie bleiben muss. Das funktioniert auch christlich gesprochen: Mit dem Bekenntnis eines Menschenbildes der Gottesebenbildlichkeit und einer davon abgeleiteten Würde, Unversehrbarkeit und Gleichberechtigung, die auch für Buddhisten und Ex-Muslime gilt und sogar für Frauen. Schariatisch gesprochen funktioniert das nicht, denn die Frau erbt die Hälfte, auch die Zweitfrau, sie darf in die erste Ehe zwangsverheiratet werden, hat bis zu drei neu angeschaffte weitere Ehefrauen in der gemeinsamen Wohnung zu dulden, verliert bei der Scheidung ihre Kinder und muss sich verschleiern.

Das im Jahre 2003 in Stuttgart unter dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster entstandene Modell des Runden Tisches der Religionen fordert nach eigener Aussage zwar nicht die Aufarbeitung dieser sozialen und rechtlichen Folgen der šarīʿa (Scharia), sondern vielmehr „die vorurteilslose Aufarbeitung der Konfliktgeschichte der Religionen, das interreligiöse Lernen in Kindergärten und Schulen, die Demaskierung extremistischer Organisationen und den Respekt vor religiösen Gefühlen“. Von freiheitlich-demokratischen Gefühlen oder gar Gedanken, die es ja vielleicht auch zu respektieren gelte ist also gar nicht mehr die Rede und auch nicht vom Völkermord an den Armeniern und Aramäern der Jahre 1915-1917.

Wichtiger als das (religiöse Gefühle beleidigende?) Betonen der universellen Menschenrechte ist denn auch sechs Jahre später, im spätherbstlichen Rheinland des Jahres 2009, die Harmonie des Dialoges. Und so wurden die Islamisten Axel Ayyub Köhler und Burhan Kesici, Schariafunktionär Bekir Alboğa und Minister Armin Laschet Gast beim integrativ denkenden Kölner Bürgermeister.

Der politische Islam – der Islam – beschränkt sich leider nicht auf die erwähnten „religiösen Gefühle“, sondern greift unsere freiheitlich-demokratische Lebensweise mit einem juristischen Dschihad (legalistisch) an. Das bedeutet, dass über erst spontan, dann provisorisch eingeräumte Ausnahmeregelungen oder, noch etwas später, Einzelfallregelungen, bald ein Brauchtums-Sonderrecht und schließlich ein eigenes Recht gelten soll und gelten wird. Die šarīʿa ist Gesetz, keine Spiritualität. In jeder Hinsicht können wir es und nicht leisten, das diskriminierende, frauenentrechtende Schariagesetz zu verharmlosen. Genau dazu aber hat Köln sich am 12.11.2009 hergegeben, kirchlicherseits soll das demokratiegefährdende Tun im kommenden Jahr beim Ökumenischen Kirchentag inhaltlich und intensiv fortgesetzt werden, wie zwar nicht im Saal zu hören, aber am Folgetag in der Presse zu lesen war (1).

Wird in Bayerns Metropole des Jahres 2010 ein in Gründung befindliches Millet-System Bundesrepublik Deutschland christlich-ökumenisch bejubelt werden? Wir Kirchentagsbesucher sollten dem allerdings Widerstand entgegen setzen, das Gottesbild des Jesus von Nazareth und seiner Getreuen ist etwas anderes als der Frauen steinigende, Hände und Köpfe abhackende Götze der šarīʿa oder jener absoluten Gehorsam fordernde und Kollektive unterschiedlich privilegierende (unterschiedlich diskriminierende) Allahgott, wie ihn Sayyid Abū l-Aʿlā l-Maudūdī, Sayyid Quṭb („Von ihrem ersten Tag an waren Juden die Feinde der Islamischen Gemeinschaft … ein Krieg, der in 14 Jahrhunderten nicht für einen Moment unterbrochen worden ist“, bei: Thomas Maul: Die Macht der Mullahs, 34) und Necmettin Erbakan verehren und fordern.

Kölner Rathaus, Piazzetta. Es ging auf 18:00 Uhr, indes die erklärt islamfreundliche Obrigkeit undeutlich hörbar im unmittelbar benachbarten, höher gelegenen und erleuchteten Hansa-Saal weilte. Wir hatten auf einen kritischen, bürgerrechtlich fundierten Dialog gehofft, auf einen Dialog also, der diesen Namen verdient. Dass am 12.11. die kulturrassistische Gottheit der Modernisierungsverweigerer Quṭb und Erbakan im Kölner Rathaussaal Platz nehmen durfte, wurde uns früh angereisten Gästen allerdings in dem Augenblick klar, als der Kammerdiener die Reservierungszettel mit den fett gedruckten Namen Burhan Kesici und Ayyub Axel Köhler auf die Stühle in der ersten Reihe legte. Welcher Bürgermeister kann es wagen, diese beiden islamischen Politfunktionäre zu empfangen? Oder sollten Kesici und Köhler die šarīʿa inzwischen zurückgewiesen haben, dem Geist des Secular Islam Summit (Petersburg 2007) treu ergeben, auf weltbürgerlicher Augenhöhe mit Ayaan Hirsi Ali, Wafa Sultan und Ibn Warraq (2)?

Dass die eingeladene Kölner Bevölkerung auch anlässlich der in allen Zeitungen angekündigten Podiumsdiskussion bewusst nicht die Gelegenheit haben werden sollte, auch nur ein Wort sagen zu dürfen, hätten manche Gäste in dieser Minute für unmöglich gehalten – sie sollten eines Schlechteren belehrt werden. Um es vorwegzunehmen: Einige zornige Zwischenrufe gab es zum Glück dann doch noch, wie zu erwarten vor allem bei den Beiträgen des Ministers für Frauen (ausgerechnet) und Integration, dem an diesem so genannten Festakt die Worte der Petersburger Erklärung »We insist upon the separation of religion from state and the observance of universal human rights« allerdings auch auf Deutsch nicht über die Lippen gehen wollten.

Armin Laschet bekennt, wie wir gleich hören werden, lautstark und keinen Widerspruch duldend: „Wir Muslime und Christen glauben an denselben Gott“. Die daraufhin ertönenden Pfiffe aus dem Publikum überhörte der rheinische Integrator wenig huldvoll aber erhaben, der damit soeben sinngemäß ausgesagt hatte, dass sein katholischer Gott mit dem Allāh genannten Dämon der šarīʿa identisch ist, in dessen Namen am Vortag bei Sonnenaufgang der kurdische Iraner Ehsan Fattahian hingerichtet worden ist. Jenem Allahgott, der den Sex mit neun- oder zehnjährigen Ehebräuten billigt (3) und das Recht jedes muslimischen Vaters, als Wali Mudschbir (von: ǧabrī, gezwungen, walī meint Vormund, hier in der Bedeutung Heiratsvormund) seine durch Stamm und umma auf Jungfräulichkeit kontrollierte Tochter in die erste Ehe auch gegen ihren Willen zu verheiraten (4).

Toleranz für den Islam, so rufen Laschet und Roters am 12.11.2009, Weihbischof Jaschke schlägt sein Kreuz und der für diesen Abend eigens beauftragte Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der kurhessische Landesbischof Martin Hein, faltet andächtig die Hände zum Gebet: Heißen wir den Islam in unserer Mitte willkommen, wo wir, Juden, Christen und Muslime, doch denselben Gott teilen! Da möchte man als Kirchenmitglied allerdings zur Untoleranz aufrufen, bekommt seine wissenschaftlich orientierten islamkritischen Leserbriefe allerdings seit längerem nicht mehr im örtlichen Gemeindebrief unter.

Islam ist islamisches Recht, beispielsweise das Heiratsalter betreffend. Hörbar genervt über die freiheitlichen Demokraten und gotteslästerlichen Modernisten in aller Welt stellt der stellvertretende Justizminister von Saudi-Arabien und islamische Großmufti fest: „In den Medien hören wir ja so oft von der Heirat Minderjähriger. Wir müssen uns ins Gedächtnis rufen, dass das Schariagesetz auch für Frauen nicht ungerecht ist. Wenn gesagt wird, dass eine Frau unter fünfzehn nicht heiraten kann, ist das schlicht falsch. Wenn ein Mädchen das Alter von zehn oder zwölf Jahren erreicht hat, ist sie für eine Heirat auswählbar, und jede und jeder, die oder der denkt, das Mädchen sei zu jung, liegt einfach falsch und hat ihr eine Ungerechtigkeit zugefügt (3).“

Diese Rechtleitung von ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl al-Šayḫ mögen sich doch bitte auch die christlichen Funktionäre und westfälischen oder rheinischen Islamversteher Rheinhard Kirste, Thomas Lemmen, Melanie Miehl und Dorothee Schaper hinter die Dhimmi-Ohren schreiben. Der Leser möge seinem Pastor oder Pfarrer den Satz von Āl al-Šayḫ in Schriftform einreichen, könnte fortan allerdings eine gewisse, gegen ihn gerichtete und durch so etwas wie zuckersüße Aggressivität gekennzeichnete Verhaltensveränderung seines Klerikers bemerken, der sich nicht traut, seinen schariaverliebten Bischöfen Zollitzsch (5) oder Jepsen (6) zu widersprechen – erklärlich, einem unbotmäßigen sprich islamkritischen Kleriker droht Armut und Elend, jedenfalls Machtverlust.

Eben darum geht es beim grausamen Kinderspiel der Reise nach Jerusalem ebenso wie beim kirchlichen Dialog mit dem Islam oder »abrahamischen« Trialog, um gesellschaftliche, um ökonomische Macht. Wer zuerst „Scharia“, „Wali Mudschbir“ oder „Hisba“ sagt, fliegt raus – Job weg, Ruhm weg, Existenz weg. Du musst diese drei Regeln kennen, und nun auf, spiel mit beim christlichen Islambeschwichtigen, zum Beispiel auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag München 2010: „Aus gemeinsamer Verantwortung suchen wir nach Formen gemeinsamen Handelns (7)“.

Auf dem diesjährigen Kirchentag in Bremen durfte die am 12.11.2009 bei Jürgen Roters und Armin Laschet offiziell eingeladene Rabeya Müller nicht fehlen (8). Zu den Evangelischen durfte die muslimische Fundamentalistin in Bremen, angekündigt als „Islamwissenschaftlerin und interkulturelle Pädagogin (IPD)“ über »Gibt es einen islamischen Feminismus?« sprechen.

Zur bekennend an der Scharia orientierten Leiterin des Instituts für interreligiöse Pädagogik und Didaktik (IPD) genannten Kölner Hauses der Konvertitin Rabeya Müller, in interreligiöser Freundschaft dem islambegeisterten westfälischen Pfarrer Reinhard Kirste von der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) zugetan, haben wir bei Sägefisch Nr. 098. berichtet (9). Auf das Gespann IPD / INTR°A beziehungsweise Duo Müller / Kirste stößt man seit Jahren, sobald es in NRW und in Kindergarten, Schule oder Kirche um den Islam geht sprich um die aggressive Verharmlosung desselben. Dass Allahs schariatreue Feministin bei der Bundeszentrale für politische Bildung geführt wird, erstaunt dann aber doch etwas (10), und dass einer ihrer Aufsätze »Die Angst der Deutschen vor dem Grundgesetz – Zum Zusammenleben der Kulturen in unserer Gesellschaft« titelt ist dreist bis raffiniert. Herausgeben durfte sie ihr Machwerk, die Pluralform Kulturen bedeutet ja vielleicht rechtsverschiedene Glaubensnationen, bei der Evangelischen Frauenhilfe.

Eine bestimmte durch die alten Achtundsechziger geprägte Sorte Christinnen scheint nach der Durchsetzung der Scharia zu lechzen wie der Drogensüchtige nach dem Rauschgift. Hans-Peter Raddatz liest man in solchen Milieus natürlich nicht, die atheistische Islamkritikerin Alice Schwarzer darf man als bekennende Monotheistin praktischerweise verwerfen. Dafür leuchtet Rabeyas Kopftuch an manch einem Tag feministisch violett. Zwar schariafeministisch, aber lila.

Noch zu Deutschlands islamfreundlichen Bischöfen. Ein russlanddeutscher Rassist ermordet im Juli 2009 im Gerichtssaal von Dresden (an der Elbe) die ägyptische Pharmaziestudentin Marwa el-Scherbini (Marwa ʿAlī aš-Šarbīnī). Bischöfin Jepsen aus Hamburg (auch Elbe) ergreift diese willkommene Gelegenheit zur Islambeschwichtigung und rauscht zu Imam Ramazan Ucar (11), Vorsitzender vom Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland und der Islamischen Gemeinde Hamburg, Centrum Moschee. Hamburgs kleiner Kalif revanchiert sich verständnisvoll mit der Nennung der angeblich antiislamisch eingestellten Sippe Obeidi, welche ihre Tochter Morsal nach langem Beratschlagen im Mai 2008 aus echter Überzeugung ermordet hatte (12). Für Imam Ucar sieht familiäre Gesundung ungefähr so aus: „Tradition oft schlecht, Islam immer gut, bei Ehrenmord gönne man der Familie halt weniger Tradition, sondern einfach mehr Islam!“ (13). Ob Jepsen bei einem politisch aktiven Fundamentalisten war oder nicht, ist der multikulturellen Bischöfin nicht so wichtig, ihr Maßstab des Handeln sind nicht diese unromantischen allgemeinen Menschenrechte, sondern die kuschelig warmen, möglichst häufigen Dialoggespräche.

In Griechenland darf die türkische Minderheit heute (!) nach Islamischem Recht leben, in der Ehe schwangere vierzehnjährige oder zwölfjährige Bräute (Imam-Ehe) sind in der nordgriechischen Region Komotiní (Rhodopen) völlig üblich und bereits, fragen Sie doch einfach Armin Laschet oder das Düsseldorfer Jugendamt, in die Landeshauptstadt eingereist (14). Nur war in diesem Fall die schwangere Muslima und Ehefrau elf Jahre alt.

Laschet und der einstige Regierungspräsident von Köln (1999 – 2005) Jürgen Roters kennen die Rechtsfolgen und sozialen Folgen des islamischen Heiratsalters und des Wali Mudschbir also genau und ließen die verflixte stolze und elfjährige Ehefrau verschämt nach Griechenland zurücktransportieren. Wie reagiert unser Integrationsminister auf Allahs Kindbraut? Laschet beziehungsweise die Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) lässt den bosnischen Großmufti nach Bensberg heranreisen und schüttelt dem die Rechtsspaltung (Schariatisierung) betreibenden Mustafa Cerić mit blinkenden Dackelaugen die Hand. Vielleicht hofft Laschet, dass die rheinischen Muslime sich auf die verharmlosend »arrangiert« (Boos-Nünning, Straßburger) genannte barbarische Cousinenehe beschränken und das islamrechtliche Prinzip der Kinderheirat nicht so sehr an die sprichwörtliche große Glocke hängen mögen. Statt Glocke auch eher Muezzinruf.

Unser schüchterner Herr Integrationsminister, mit dem wir als Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, kochend vor Wut da zum Schweigen verurteilt, donnerstagabends gemeinsam im Kölschen Rathaussaal sitzen müssen, druckst also über die politische Bedeutung des Islam für unsere europäische und deutsche nahe Zukunft herum: Schleierpflicht, Kindbräute und Zwangsheiraten. Wesentlich deutlicher als der feige Schariafreund Armin Laschet sagt uns das Familienministerium von Malaysia, was Islam ist:

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Heirat erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits (4).«

Armin Laschet, weniger ehrlich als das malaysische Familienministerium, meint gleichwohl keinen anderen Islam als denjenigen der zutiefst reaktionären Doktrin der Scharia. Insofern völlig folgerichtig feierte der nordrhein-westfälische Integrationsminister am 27.10.2007 mit dem erklärten Gegner der der kulturellen Moderne, dem die Rechtsspaltung erstrebenden Mustafa Cerić den christlich-islamischen Dialog (15). Großmufti Cerić ist Großmufti von Bosnien und Herzegowina und Scheich im Europäischen Fatwa Rat (ECFR). Spirituelles Oberhaupt des ECFR ist Yūsuf al-Qaraḍāwī, kritische Geister nannten ihn »The Global Mufti« (16).

Die Eliten des politischen Islam feiern mit den höchsten Würdenträgern des katholischen und evangelischen Klerus wie dem Hamburger Weihbischof Jaschke den Dialog. Das gefährdet unsere Bürgerrechte und Grundrechte, solange die šarīʿa nicht hörbar zurückgewiesen wird. Irgendwann wird die Seite der šarīʿa die notwendige Macht gewonnen haben, und unsere politische und klerikale Elite um Roters und Laschet wird sagen: Da können wir nichts machen, dann den gewähren wird unseren Muslimen halt ihr Sonderrecht getreu der islampolitischen Forderung: »opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law (48)«.

Zu den offiziellen Gästen des Abends.

Bekir Alboğa. Beauftragter für interreligiösen Dialog der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). Am 12.11. nach einem lauen Redebeitrag eher farblos wirkender Teilnehmer an der Als-ob-Veranstaltung namens Podiumsdiskussion. Tritt seit Jahren zum Thema Islam auf, lächelt in Kameras und vernebelt die durch den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, attestierte Grundrechtswidrigkeit der Scharia (17). Wird aber immer wieder von Sendeanstalten, Bürgermeistern und Pfarrern eingeladen. Wenn Lügen wahrhaftig Balken zum Biegen bringen würden, müsste Alboğa auf der Wiese dozieren. Die der freiheitlichen Demokratie ja vielleicht überdrüssigen Deutschen wollen ganz offensichtlich kraftvoll belogen werden, wie Klaus Blees (Aktion 3. Welt Saar) in einem wichtigen islamkritischen Text zum kirchlich und kommunal leider hochaggressiv beworbenen Islamischen Religionsunterricht so treffend attestierte: „Die Zeiten [erläuterte Alboğa], in denen in der islamischen religiösen Erziehung mit Schlägen gearbeitet worden sei, seien längst vorbei. Mann und Frau seien von derselben Seele und vom selben Geist, deshalb dürfe es keinen Wertunterschied geben. Er [Bekir Alboğa] bekannte sich zur gleichberechtigten Stellung der Frau und zur Religionsfreiheit und konnte so seine Zuhörerschaft für dumm verkaufen (18).“

Burhan Kesici. Islamrat. Islamische Föderation Berlin (IFB), der veritable Landesverband der extremistischen, dem antidemokratischen Weltbild und kalifatischen Staatsentwurf des Necmettin Erbakan verpflichteten Millî Görüş (in Deutschland Islamische Gemeinschaft Millî Görüş, IGFM). Die IFB ist darüber hinaus nicht gerade bemüht, zu Organisationen aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft (FIOE, FEMYSO, MJD, INSSAN) auf Distanz zu gehen. Die Organisation betreibt eine Grundschule, an der Fereshta Ludin eine Anstellung fand. Die langjährige IFB-Aktivistin für Frauenarbeit Emel Abidin-Algan nennt sich Emel Zeynelabidin, verstößt kalkuliert gegen die Pflicht zum Kopftuchtragen, pfefferte ihr Kopftuch in ein Museum im Bonner Regierungsviertel um besser für das politische Kopftuch werben zu können und behauptete Anfang 2009, von ihrem Mann getrennt zu sein, mit ihm aber noch in einem Haus zu leben, der Söhne wegen (19). Die IGMG (Necmettin Erbakan setzte die adil düzen, gerechte islamische Lebensweise und Staatsform gegen nichtige Weltordnung, batil düzen) haben wir als äußerst desintegrierend zu bewerten, doch die Devise heißt: Vertrauen schaffen! Und so saß Kesici in der ersten Reihe und wurde bei Nennung seiner Funktionärsrolle für den Islamrat und die Islamische Föderation Berlin begrüßt. Auf solche Weise also setzt sich Wolfgang Schäubles im Sommer 2009 beendete dreijährige Deutsche Islamkonferenz (DIK) wie angekündigt auf Kommunal- und Bezirksebene verhängnisvoll fort, der französische Philosoph Jean-François Revel sprach von »Democracy against itself«.

Ayyub Axel Köhler. FDP Köln-Nippes. Vorsitzender im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Geburt 1938 in Stettin heute Szczecin, Vertreibung und Ansiedlung im südlichen Brandenburg, nach dem Abitur in Halle Flucht aus der DDR in die BRD, Konversion zum Islam 1963 als 25jähriger Student. Kuratoriumsmitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG) um Thomas Lemmen. Allahkrat Köhler, 2006 Nachfolger von Nadeem Elyas als neuer ZMD-Vorsitzender, erstaunte uns bereits durch orthodoxe, kalifatsorientierte Bemerkungen wie: „Das islamische Gesellschaftssystem wird damit aber keineswegs zu einer Demokratie. Diese Staatsform ist dem Islam fremd“ und schmuggelte im Februar 2007 seinen islamistischen Freund Ibrahim el-Zayat in eine Veranstaltung der Deutschen Islamkonferenz (DIK). Ibrahim el-Zayat war von 1996 – 2002 Chef des der Muslimbruderschaft nahe stehenden Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sich um Europas christliche Jugendverbände bemüht, man vergleiche dazu Nr. 043. (20). Zeitweilig war el-Zayat Vorstandsmitglied der radikalen, den Europazweig der Muslimbruderschaft bildenden Federation of Islamic Organisations in Europe“ (FIOE), Analyse der Charta der FIOE unter Nr. 140. (21). Ein Gründungsmitglied des ZMD war die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD), deren Vorsitzender seit 2002 der erwähnte el-Zayat ist, ebenfalls Bundesvorsitzender der Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland (M.S.V.). Nummer zwei der M.S.V. ist der 1963 geborene Arzt Mehmet Sabri Erbakan, der langjährige Generalsekretär der extremistischen-radikalislamischen und türkisch-nationalistischen IGMG, der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş. Bei IGD ist das IZ München und ist der radikale Islamtheoretiker Said Ramadan (Muslimbruder) zu nennen, sein Sohn ist der gerade auch in Frankreich desintegrierend aktive (schariatreu segregierende) Tariq Ramadan. Said Ramadan hatte in Köln studiert und schrieb »Das islamische Recht«, vgl. Nr. 109. (22). Dank der als Toleranz fehletikettierten Unfähigkeit der Herren Roters und Laschet die Türe zuzumachen, weilte der Freund der Freunde der Muslimbrüder Ayyub Axel Köhler am 12.11.2009 als offizieller Gast im Kölner Rathaus mit reserviertem Sitzplatz in der zweiten oder dritten Stuhlreihe nebst seiner kopftuchtragenden Frau Gemahlin.

Martin Hein. Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen. Hat vom Islam keine Ahnung, ist aber evangelischer Bischof und darf daher nicht fehlen.

Hans-Jochen Jaschke. Hamburgs Weihbischof. Hat vom Islam keine Ahnung, ist aber katholischer Bischof.

Nicola Towfigh. Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í. Sprach am 12.11. noch vor dem Buddhisten Heidenreich und neben dem Vertreter der christlichen Orthodoxie mit Abstand das Sinnvollste, was zum Thema Religion im Rathaussaal der Piazzetta erklang. Fraglos ein politisches Friedenstäubchen, wie viele Anhänger dieser im Vergleich mit dem kriegerischen Islam durchaus Sympathien erweckenden monotheistischen Religion. Dass ihre Glaubensgeschwister in diesen Wochen im Evin-Gefängnis gefoltert werden (23), verschwieg die sanfte Menschenfreundin leider. Anklagepunkt gegen die sieben Religionsführer der Bahá’í ist „Verderbenstiften auf Erden“ und „Spionage für Israel“, ein im Allahfaschismus Iran völlig übliches religionsrechtliches Mittel, das gegen die „Ungerechtigkeit“ tatsächlich oder angeblich hörbar werdender Gesellschaftskritiker, Nichtmuslime, Islamapostaten, Kurden, Frauenrechtler, Regierungskritiker, Journalisten oder Studenten verwendet wird. Weiterhin lud Towfigh Schuld auf sich, indem sie sich dazu hergab, in dem für die Antiimperialistin und Linksextremistin Sabine Schiffer werbenden, die misogyne, kulturrassistische Scharia wahrheitswidrig als frauenfreundlich und demokratietauglich darstellenden Buch »Antimuslimischer Rassismus« (2009, Hg. Jürgen Micksch) ein Kapitel zu verfassen.

Werner Heidenreich. Ratsmitglied der Deutschen Buddhistischen Union. (24).

Franz Brendle. Geschäftsführer des Runden Tisches der Religionen in Deutschland. Hat vom Islam Ahnung oder nicht, jedenfalls kooperiert er seit einem halben Jahrzehnt mit Bekir Alboğa und vermeidet es kunstfertig, darin Armin Laschet gleichtuend, das Wörtchen Scharia auszusprechen (das alle Konzentration erfordernde Spiel unserer Kleriker und Politiker: Wer zuerst Scharia sagt, hat verloren). Warum nur kommt nahezu stets, wenn christianisierte Schwaben den Dialog mit dem Islam betreiben, so etwas heraus wie der Rottenburg-Stuttgarter Katholik und Referent für kulturelle Bildung Michael Krämer oder eben wie Franz Brendle, Deutschlandvorsitzender der World Conference on Religion and Peace (WCRP) heute Religions for Peace (RfP)?

Um einmal sieben Namen der Islamverharmlosung zu nennen: Bereits 2008 und in Regensburg kooperierte der abgründig tolerante Franz Brendle mit Ayyub Axel Köhler, Bekir Alboğa und Burhan Kesici, damals waren Nicole Towfigh und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ebenso dabei wie der 2009 in Köln aus Krankheitsgründen verhinderte Rabbiner Henry G. Brandt, dessen jüdischer, deutscher Familie es 1939 gelang, über England nach Tel Aviv auszuwandern. Rabbiner Brandt ist seit 1985 jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR).

Und so zieht die multireligiöse Karawane der Islambeschwichtigung von Stadt zu Stadt. Am 3. Juni 2009 traf sich Islamofaschist Mustafa Cerić mit Erzbischof Jaschke und Schariafreund Mathias Rohe in der Katholischen Akademie Berlin zum Kongress mit dem alarmierenden Titel: »Sharia and Muslim Social Contract in Europe (25)«, bittesehr, man wird doch noch mal über den Gottesstaat laut nachdenken dürfen. Islamist Cerić will („opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ (48)) die koranische Polygamie, die saudi-arabischen und nordgriechischen schwangeren Kindbräute und den Wali Mudschbir der religiösen Zwangsverheiratung.

Das Siebengestirn des interreligiösen Dialogs, das siebenköpfige Verschweigen der die geheiligte Apartheid anstrebenden politischen Scharia sonnt sich derweil im Namen der kulturellen Vielfalt (‘diversity’) in professionell gewordener Selbstgefälligkeit (26). Bei der Entgegennahme eines berüchtigten Dialogpreises (Islam Archiv Soest) ließ Rabbi Brandt sich mit Nadeem Elyas ablichten (27), die Jüdische Zeitung (JZ) ließ Herrn Elyas bereits ganz bewusst für das Kopftuch und gegen das Lehrerinnenkopftuchverbot werben (28).

Soweit die Vorstellung der Dialogprominenz, nun zu den Redetexten.

Jürgen Roters:

Erst seit dem 21. Oktober ist das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Köln an mich übergeben worden. Alle Weltreligionen sind in Köln zu Hause. Es ist sowohl der interkulturelle Dialog von Bedeutung als dass auch der interreligiöse Dialog. Ich freue mich, dass nach den Städten Hamburg, Nürnberg, Osnabrück, Augsburg und 2008 Regensburg nun Köln als Standort des vom Runden Tisch der Religionen veranstalteten Tages der Religionen gewählt worden ist. Im Radio und Fernsehen werden wir gewahr, dass die Begegnung von Glaubensgemeinschaften oder Religionen oft, leider, nicht nur friedlich verläuft. Auch die Debatte um die Kölner Moschee im Stadtteil Ehrenfeld hat uns deutlich gemacht, dass es bis zu einem gleichberechtigten Miteinander der Religionen, wie es eigentlich gegeben sein sollte, noch ein weiter Weg ist.

Wir in Köln sind stolz auf den Kampf gegen Rechts. Wir sehen die muslimischen Verbände, wie sie sich öffnen und sollten diesen guten Prozess der Öffnung bestärken. Wir bekennen die Achtung der Menschenrechte und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils anderen. Oft wird die Frage nach den Integrationsversäumnissen laut. Schritte auf dem richtigen Weg waren die verschiedenen Integrationsgipfel und die Treffen der Islamkonferenz. Ich finde es toll, dass Integrationsminister Laschet sich mit dem Islamischen Religionsunterricht befasst. Die Aufgabe der Religionsgemeinschaften ist es, beim Integrationsprozess mitzuarbeiten und die Chancen zu befördern, die im Mitgestalten und Mitentscheiden liegen.

Doch dürfen wir die Menschen nicht allein über ihre Religionszugehörigkeit, nicht allein über ihren Glauben definieren! Wenn wir das täten, würden wir uns dem verschließen, was uns verbindet. Die Runden Tische der Religionen setzen auf Toleranz und Akzeptanz, sie bereiten den Boden für verlässliche Kommunikation. Diese Basis schafft Vertrauen.

Wir in Köln haben das Glück, dass jede Religionsgemeinschaft hier zu Hause ist. Das Gemeinsame ist zugleich das Vielfältige als die Aufgabe Kölns, eine Stadt der Vielfalt zu sein und eine Kultur der Toleranz zu leben. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Unsere Aufgabe, die unsere Aufmerksamkeit verlangt, ist es, diese unterschiedlichen Bedürfnisse anzuerkennen. Vielen Dank.

Soweit Roters.

Bekir Alboga:

Sehr geehrter Herr Minister Laschet, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, sehr geehrte Damen und Herren Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Presse, meine Damen und Herren,

wir leben in einem Zeitalter gewachsener kriegerischer Auseinandersetzungen, gestiegener ökonomischer und ökologischer Ausbeutung des Planeten und recht hemmungsloser Ausplünderung der natürlichen Ressourcen. Angesichts dieser Schwierigkeiten und Spannungen wird Gottergebenheit zum Lebensauftrag, der allein eine humane Politik mit dem Ziel der Versöhnung der Zivilisationen erstreben und garantieren kann. Das wäre wahrer Dienst an der Menschheit.

Bezeichnend ist die Pluralform: Zivilisationen. Wir sollten widersprechen, denn Weltbürger, universell denkende Menschenrechtler benötigen genau eine Zivilisation. Man fühlt sich an die die Pluralform in »Allianz der Zivilisationen, AoC« (Alliance of Civilizations), erinnert, jene schariafreundliche Initiative der Vereinten Nationen unter Schirmherrschaft von Ban Ki-moon. Die AoC wurde vom Islamisten und Nationalisten Recep Tayyip Erdoğan gemeinsam mit dem spanischen Politiker José Luis Rodríguez Zapatero ins Leben gerufen. In den Beraterstab der AoC bat man den iranischen Theofaschisten Khātamī. Toleranz für den Plural also, für die Mehrzahl gewaltiger Kollektive. Derartige Höflichkeit könnte in der Tat die Sollbruchstelle der kulturellen Moderne hinein ins Millet-System sein. Alboğa weiter:

Der Religionsphilosoph Peter L. Berger entwickelte hier das Gleichnis vom Sinn garantierenden Nomos, der uns in den, wie er es nannte, ungeheuren Weiten der Sinnlosigkeit, die er sogar mit einem Dschungel verglich, einen Bezugsrahmen setze und den zu kultivieren dem Menschen eine Lebensweise und Gesellschaft gestatte, die allein es vermag, dem Individuum Sinn zu verleihen (29).

Unsere unumgängliche Aufgabe ist das Gelingen des Miteinanders aller Lebewesen und Menschen. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden Hunger – weniger Geldausgaben für Waffen könnte sie retten. Wo liegt der Ausweg, was ist unsere Chance? Die Menschheit wolle, statt nur die eigenreligiöse Wahrheit zu sehen, doch als gesamte Menschheit solidarisch kooperieren, wie mit einer Stimme denken, reden und handeln. Dieses positive Denken und Handeln ist es, was wir den heiligen Schriften entnehmen können, und das ist eine ganz andere Herangehensweise an die verehrten Texte als diejenige des Fundamentalismus. Der Prophet Mohammed, Friede und Segen seien auf ihm, sprach: Keiner ist gläubig, solange er das nicht für andere liebt, was er für sich selbst liebt.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, dass ich hier im Rathaussaal heute Abend zu Ihnen sprechen durfte.

Soweit Alboğa.

Der von Alboğa soeben verwendete, bei al-Buḫārī und Muslim (Muslim ibn al-Ḥağğāğ an-Naysābūrī) überlieferte Ausspruch des Propheten (ḥadīṯ) stammt oft aus dem so genannten Buch der Vierzig Hadithe (al-kitāb al-arbaʿīn bzw. al-arbaʿīn an-nawawiyya) des Yaḥyā bin Šaraf ad-Dīn an-Nawawī (1233 – 1278), wo es im dreizehnten Hadith heißt: Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht.

Der an Naivität kaum übertreffliche Optimist oder auch aggressiv-herrschsüchtige Friedensstifter Hans Küng hat diesen universalistisch anmutenden Vers in sein Buch »Projekt Weltethos« (1990) einfließen lassen. Herrn Küng geht es allen Ernstes um den Weltfrieden, ein löbliches Tun. Was leider eine unstatthafte Verkitschung der kulturrassistischen islamrechtlichen Dhimmitude (ḏimma) ist, die zu vervollkommnen eben auch al-Buḫārī und an-Nawawī bestrebt waren und in der es in Saudi-Arabien oder im Iran bis heute darum geht, ethnoreligiöse Kollektive bewusst verschiedenstufig zu privilegieren sprich abgestuft zu entrechten. Für Hadith Nummer 13 aus besagtem Büchlein schwärmt die der radikalen, um 1975 im spanischen Granada gegründeten Murābiṭūn-Bewegung (30) nahe stehende »Islamische Gemeinschaft in Deutschland / Weimar Institut« in ihrer Islamischen Zeitung (IZ) (31). Ein weiterer Verwender dieses islamischen Prophetenwortes ist Islamist Aḥmad von Denffer (32).

Durch die ökumenischen Dialogfreunde in Köln 2009 oder München 2010 wird beinahe suchtartig und sehr wirklichkeitsblind ein absolut reziprokes Gönnen universeller Menschenrechte auch in den Islam hinein interpretiert. Nach der Maßgabe der šarīʿa aber ist mit dem Wort des an-Nawawī das Zubilligen von einem einzigen diskriminierenden Gesetz gemeint, von einem einerseits einheitlichen und andererseits weltweit geplanten Apartheidsstaat der haqq Allāh (Allahkratie), insofern allerdings gleich zweifach universell.

Aḥmad von Denffer wird den frommen an-Nawawī keineswegs falsch, keineswegs gleichheitsfeministisch und Apostaten gleichbehandelnd verstanden haben, als er mit Amir Zaidan, das ist der mittlerweile in Wien lebende Islamisierer mit der widerlich reaktionären Kamel-Fatwa, islamische („Sinn stiftende“, Alboğa 2009) Sprüche, darunter auch einige von an-Nawawī, zu einem erbaulichen Büchlein versammeln ließ mit dem Titel: »Scharia – Der Weg zu Gott«, erschienen im Verlag Islamisches Zentrum München also in der Druckerei der bibliophilen deutschen Muslimbrüder.

Der nächste Redner betritt die Bühne, der Integrationsminister.

Armin Laschet:

Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf Ihnen die Grüße meines Oberbürgermeisters übermitteln.

Diese Stadt ist weit bekannt als »Dat Hillije Kölle«. Bereits im 12. Jahrhundert sind die Gebeine der heiligen Ursula nach Köln verbracht worden, eine Heilige, die seit 1642 große Verehrung genießt. Köln ist katholischer Baugrund, aber: Köln ist die Heimat für 120 Religionen oder Glaubensgruppen, Köln ist katholisch – und multireligiös.

Es wäre wenig taktvoll, alle Nichtkatholiken unter die pauschalisierten Multireligiösen zu subsumieren. Alarmierender, dass die säkulare Bürgergesellschaft jetzt wie abgeschafft erscheint. Werden die ihren Göttern und geistlichen Eliten unterworfenen Kölner künftig nicht länger in Rathäusern und Gerichtssälen vertreten werden, sondern durch interreligiöse Konvente oder Runde Tische der Religionen?

Armin Laschet weiter:

Der Kölner Dom beispielsweise ist unter den preußischen Königen vollendet worden.

Seit dem Jahr 321 ist das Judentum in dieser Stadt nachweisbar, fast so lange wie das Bistum Köln, das acht Jahre eher, 313 gestiftet wurde.

Konrad Adenauer war vormals Oberbürgermeister von Köln und hat sich für den Wiederaufbau der im Nationalsozialismus zerstörten Synagoge in der Roonstraße eingesetzt. Das dritte zentrale Bauwerk der Abrahamsreligionen ist, nach Dom und Synagoge, nun die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, Bauherr ist die DITIB.

Als sich Rechtsradikale gegen den Moscheebau einsetzen wollten, da haben alle Kölner zusammengehalten. Das ist vermutlich das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass die Bevölkerung einer ganzen Stadt ihre Muslime schützt, damit diese sich einen würdigen Ort der Gottesverehrung erschaffen können, ein ermutigendes Beispiel, von dem alle Menschen in Deutschland profitieren können.

Wir sehen hierbei, wie wichtig die Bedeutung der Religionen ist, von Religionen, die für Offenheit und Respekt stehen. Der interreligiöse Dialog ersetzt dabei die Integrationsarbeit nicht, begleitet sie aber. Daraus ergibt sich zweierlei:

a) man kann keine Integration ohne Religion machen, und

b) man wird lediglich über Religionsdialoge keine Integrationsarbeit, keine Integrationspolitik machen können.

Beide, die Religion im Singular und die Religionen im Plural ist beziehungsweise sind wichtig. Da gibt es etwa den theologischen Dialog, wie er sich nach der Papstrede in Regensburg entfaltet hat. 38 islamische Gelehrte antworteten dem Papst, aus meiner Sicht ein Meilenstein.

Damit wurde der Dialog aber erst eingeleitet, denn 138 islamische Gelehrte brachten sich mit einem sehr wichtigen Dokument in den Dialog ein. Dabei haben wir in Deutschland und von der christlichen Seite immense Probleme, denn vieles, was für einen starken Dialog nötig wäre, ist bei uns in Deutschland verloren gegangen. Im Bistum Essen etwa mussten neunzig Kirchen seit 2007 verkauft werden, ich wiederhole, neunzig Kirchen, seit 2007, woran nun wirklich nicht die Muslime schuld sind.

Ich habe noch nie so viele Einladungen zum Iftar-Essen bekommen wie in diesem Jahr. Das sind äußerst interessante, vielfältig besuchte Abende, oft sind 50 % der Gäste Nichtmuslime. In dem Grundsatz des religiösen Fastens entdecken wir ja viele Parallelen mit dem Christentum: auch bei uns gibt es eine Zeit des Verzichts, eine Zeit der Rücksicht auf die Armen. Christen und Muslime haben die wichtige Aufgabe, über das Gemeinsame zu reden, nicht über das Trennende.

Iftar beeindruckt mich, wir müssen respektieren, was anderen heilig ist.

Heiliger Apostatenmord, Ehebrecherinnensteinigung oder heiliges Handabhacken? Mit körperlicher Gewalt aufgezwungene oder mit der Angst vor der Höllenqual andressierte Kopftücher und sonstige „die Keuschheit wahrende“ Bedeckungen? Zehnjährige Ehefrauen und geheiligt zwangsverheiratende Väter? Herr Laschet, derlei Scharia genannte Barbarei gehört für mich als Sozialarbeiter ebenfalls zum islamischen Fastenbrechen des ifṭār, und diese Relikte aus dem Mittelalter möchte ich ganz und gar nicht respektieren.

Oft ist, die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld betreffend, von Parallelwelt die Rede gewesen, die Muslime würden sich dort mit eigenen Läden versorgen, im Moscheebereich einen eigenen Bäcker und eigene Teestuben haben.

Genau, die schotten sich ab. Apartheid in Köln, um die Begegnung mit den dämonisch ekligen Unreinen und ihrer verruchten Lebensweise vermeiden. Dann der Aufbau von Scharia-Ausbildung und Schariarechtssprechung, anfangs als Erziehungsberatung, Streitschlichtung, Koranschule oder Konfliktberatung daherkommend, anschließend, bereits jetzt, das Abschließen der verlässlich Frauenen diskriminierenden, im übrigen keine Rechtssicherheit bietenden Imam-Ehen, dann rasch veritable, zunächst inoffizielle Scharia-Gerichte. Großbritannien, so wurde im Juni 2009 bekannt, hat von dieser »Islamic Justice behind closed doors«, dieser Islamischen Rechtssprechung hinter verschlossenen Türen siebzehn mal mehr als gedacht, nämlich fünfundachtzig Orte der zumeist illegalen Rechtssprechung (33). Minister Laschet schweigt zu dieser rückwärtsgewandten Innovation, diesem Fortschritt ins Mittelalter oder hat von der šarīʿa nach wie vor keine Ahnung. Man bemerke: Das Wort Scharia verwendet Laschet ganz bewusst nie. Unser Integrationsminister weiter:

Was sollen wir Kölner dazu sagen, ist der Katholische Kinderkarten und das katholische Alten-Café an der Kirchengemeinde nicht auch eine Parallelwelt? Was soll gerade ich dazu sagen, der ich in einem katholischen Krankenhaus geboren worden bin, eine Katholische Grundschule besucht habe, in einer Katholischen Studentenverbindung, einer nichtschlagenden, war und mein Konto bei der katholischen Pax-Bank führe?

Viele Signale beginne ich mit anderen Augen zu sehen. Beispielsweise hörte ich 2008 die Nachricht: Es fasten weniger Muslime im Ramadan. Ich muss mich aber genauer fragen: Ist das integrationspolitisch jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht? Soll ich etwa denken: „Gottseidank sind die Muslime nicht gläubig?“

Der Dialog zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften ist ein altes Thema. Das betrifft auch den Islam. Aber bitte, wie lange haben wir gebraucht? Da gab es den Bismarckschen Kulturkampf und das Vorurteil in Berlin: Die Rheinländer sind keine richtigen Deutschen, die stehen dem Papst in Rom näher als dem Kaiser in Berlin. Da ist jetzt der Islam!

Unverzichtbar ist, dass die Religionsgemeinschaft, welche auch immer, unser Grundgesetz anerkennt, unsere Werteordnung. Darüber hinaus ist es notwendig, die Religion offensiv zu vertreten! Wir brauchen kein überkorrektes, übervorsichtiges „Season’s Greetings“, nein, auf unseren Postkarten darf sehr selbstbewusst „Merry Christmas“ oder „Frohe Weihnachten“ stehen.

Wie Staat und Religionen aufeinander bezogen sind, kann uns vielleicht der Philosoph Habermas sagen, der anlässlich seiner Rede zur Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (2001) betonte, dass moderne Gesellschaften auf das Fortbestehen ihrer religiösen Sinnsysteme angewiesen sind, der Philosoph sprach von vorpolitischen Ressourcen. Hilfreich ist sicherlich auch das berühmte Böckenförde-Theorem, nach dem der freiheitlich-säkulare Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann.

Bei Zeus! Im Namen der Kulturpädagogik und der heiltherapeutischen psychischen Ganzheit ruft Laschet die Fetische und Stammesgötter herbei.

Respekt vor den Anderen, Respekt vor den Alten, Respekt vor den Schwachen, das lässt sich nicht verordnen.

Hat Allahgott auch gar nicht vor. Der steinigt den Glaubensschwachen, zwangsverheiratet die lesbische Tochter und lehrt mit der Charta der Ḥamās den Hass auf die Juden, Artikel 7: »Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‘Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’«, mein lieber Herr Laschet, so integrieren Sie doch.

Unter den marokkanisch- oder türkeistämmigen, regelmäßig unter oft schwerer körperlicher Misshandlung aufgewachsenen Jungen bedeutet die einem jeden Jugendarbeiter gegenüber erhobene Forderung nach ‘Respekt’ nichts anderes als ‘praktiziertes Mobbing, genüsslich verursachtes Entsetzen’. Dort, wo Armin Laschet nicht mehr hinkommt, in den Vierteln, wo der ḥiǧāb und die burqa, die Aussage also: „Ich habe einen männlichen Besitzer“, die akzeptierte (schariatreue) Frau von der echten oder erklärten türkischen Nutte oder kulturbedingt sittenlosen deutschen Schlampe unterscheidet, in Straßenzügen, wo es innerhalb von zehn Jahren schon einen, zwei oder drei Ehrenmorde gegeben hat und die Importbräute ebenso alltäglich sind wie die in den Sommerferien in der Türkei verschwindenden Schülerinnen, da heißt „Ich will Respekt“ nichts anderes als „Ich will, dass du Angst vor mir hast!“

Diese Viertel liegen durchaus auch in Duisburg-Marxloh und Köln-Ehrenfeld, und was die Schariamaschinen namens Großmoschee dort bewirken, wird sich erst noch zeigen. Der Grundstein für die DITIB-Moschee ist seit wenigen Tagen gelegt – die aus dem Mai 2007 stammende Aussage von Ralph Giordano trifft die Sache bis heute gründlich: »Stoppt den Bau dieser Moschee. Es ist ein falsches Signal. Wahr ist, dass die Integration der muslimischen Minderheit in Deutschland gescheitert ist (34)«.

Laschet und Schäuble sind bereits jetzt zu ängstlich oder gerissen genug oder beides, uns auf die Grundrechtswidrigkeit des Menschenbildes des Islam hinzuweisen. Zu feige, die Doktrin des orthodoxen sprich revolutionären Islam, der so genannte Islamismus ist lediglich seine Modifikation, anzusprechen. Die an Allahs Recht orientierten Imame der Millî-Görüş, des VIKZ oder von der DITIB werden unseren Integrationsministern und nichtmuslimischen Islambeauftragten diese Arbeit ebenso wenig übernehmen wie der staatsislamische Schatten Allahs auf türkischer Erde, der an der Scharia orientierte Ali Bardakoğlu (35). Wenn sich Laschet vielleicht auch noch keine priesterlichen Kompetenzen anmaßt, so spielt er sich hier doch zum Religionspsychologen und Religionspädagogen auf. In einem der Wissenschaft verpflichteten Denken aber ist unser Integrationsminister als Psychologe oder Pädagoge inkompetent. Doch Laschet lässt nicht locker:

Wir Deutschen haben Familien die nicht mehr wissen, was Erziehung ist, was Form ist.

Stimmt. Die türkeistämmigen Neo-Rheinländer und Neo-Westfalen oft nicht viel anders. Will Laschet, dass die dekadenten Ur-Deutschen jetzt die angeblich bewundernswerten türkischen oder kurdischen Familienmodelle übernehmen?

Es müssen bald wieder mehr Kinder werden, die zu Sankt Martin in unserer Straße singen, nicht nur zwei. Es sollten weniger Kinder sein, die bei Halloween mitmachen, nicht zehn, wie heute.

Jawoll, singen für das Abendland und den Islam! Dass alles Brauchtum unserer (begrenzten) Hingabe und Pflege bedarf, ist den meisten Schariakritikern klar.

Was hatten wir für eine religiös begründete, gruppenbezogene Trennung? Ich erinnere mich an das protestantische Kind, dass zwar zur Fronleichnamsprozession die Straße mit schmücken durfte, aber an der Prozession teilnehmen durfte es nicht.

Wir im Okzident waren also auch mal böse. Herr Integrationsminister, möchten Sie uns etwas zur Abmeldung so genannter „muslimischer Kinder“ vom Schwimmunterricht, Sexualkundeunterricht und von der Klassenfahrt sagen?

Mit dem Islam wird es ungleich schwieriger werden, doch bin ich mir sicher, dass wir es schaffen werden.

220.000 jüdische Menschen sind nach Deutschland gekommen.

Wie bitte, sollen sich die Juden an Stelle der Muslime integrieren? Die Zuzüge der jüdischen Kontingentflüchtlinge sind von 1996 bis 2000 von 12.000 auf 6.800 Personen im Jahr gefallen (BMI, 30.04.2004). Besagten uns hoch willkommenen Juden brüllen, sofern der Mann seinen breitkrempigen schwarzen Hut oder seine Kippa trägt, meine türkeistämmigen Nachbarskinder „Scheißjude, Scheißjude!“ über den Marktplatz hinterher, ein Ruf, der hier seit siebzig Jahren nicht ertönt ist.

Wir dürfen Integrationsdefizite nicht mit der Religion verknüpfen. Wenn einmal muslimische Zuwanderer nicht integriert sind, dann ist das nicht religiös bedingt, sondern sozial, da die Osteuropäer nahezu alle aus der Mittelschicht stammten, die Türken jedoch aus der bildungsfernen Landarbeiterschaft. Nehmen wir die Latinos in den USA, die sind auch oft schlecht integriert, doch niemand käme auf die Idee, zu sagen, die Ursache dafür sei das Katholische.

Die BRD hat nur dann die Chance auf eine friedvolle Zukunft, wenn und solange der Glaube an den für Muslime, Christen und Juden gemeinsamen Gott erkannt und gelebt wird.

Profi Laschet betreibt Götterverschmelzung. So ein Schwachsinn! Der Gott des Neuen Testaments oder der Gott der jüdischen Bibel, des Tanach, ist nicht derjenige von Koran und Hadithen. Gleichzeitig schwingt hier Erpressung mit: Ohne eure sofortige Wertschätzung dem Allahgott und dem Scharia-Islam gegenüber wird es hier Krieg geben, eine Meinung, die wir auch deshalb nicht zu teilen brauchen, weil in Deutschland Religionsfreiheit längst besteht und es zur gelingenden Integration darum geht, das unter orthodoxen Muslimen mit einiger Brutalität durchgesetzte Schariagesetz abzulegen, jedenfalls überall dort, wo es gegen die Verfassung verstößt, also an seinen meisten Stellen.

In diesem Sinne wünsche ich der Arbeit des Rundes Tisches der Religionen auch weiterhin ein erfolgreiches Arbeiten und darf auf einen Satz aus der Kölner Friedensverpflichtung vom Oktober 2006 hinweisen, welcher lautet: »Wir verpflichten uns mit unserer Unterschrift, zum Frieden in der Stadt beizutragen und das im Alltag und 365 Tage im Jahr und alle Jahre«.

Soweit Armin Laschet.

Man war ‘gebrieft’ und verdient schließlich bares Geld mit dem Dialogbetreiben, daher kann auf Widergabe der sich anschließenden, papageienhaft nachgeplapperten Floskelsammlung namens Podiumsdiskussion weitgehend verzichtet werden.

Rasant kratzte Bischof Jaschke die Kurve vom Schrei nach seinem ertrinkenden Gott bis hin zum Glaubensbekenntnis, Frontkämpfer der Scharialehre im Klassenzimmer staatlicher Schulen zu sein:

Gott darf nicht untergehen! Die Moral darf nicht untergehen: Was ist gut?! Was ist böse?! Mit Zwang allerdings kann man nichts glauben. Ich will den Islamischen Religionsunterricht!

Soweit Jaschke, gleich da drüben ist der Rettungsschwimmer.

Bekir Alboğa:

Der Islam ist in der Tat eine Herausforderung für diese Gesellschaft – aber eine positive! Wir Muslime ermuntern die Juden und Christen, ihren Glauben ernster zu nehmen. Wir möchten als ein würdiger Teil der Gesellschaft verstanden werden.

Wir brauchen Lehrstühle für Islamische Theologie.

Wir Muslime zahlen GEZ, aber können im Fernsehen nicht sprechen. Wir möchten die Partizipation erreichen – und dazu sind wir bereit, jeden positiven Beitrag zu leisten.

Ich bin ein Mensch, der gerne und mit Genuss Türkisch, der gerne und mit Genuss Arabisch und der gerne und mit Genuss Deutsch spricht. Soweit ich meine Identität behalten kann, ist Integration in Ordnung.

Alboğa sagt damit ungefähr: ihr vernachlässigt eure Religionspflichten, zugleich entwürdigt ihr uns! Ihr diskriminiert die muslimischen Steuerzahler! Und, fast wörtlich: Wenn ihr mich so lasst wie ich bin, akzeptiere ich die Integration! Gerade das letzte Ansinnen müssen wir zurückweisen, solange auch in Europa islamische Geistliche es für ihre „Identität“ halten, im Namen der Religionsfreiheit die Forderung »opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law« zu erheben. Zumindest dem Großmufti Cerić ist zu sagen: Sie dürfen sich womöglich in Mitteleuropa ansiedeln, doch ihre „Identität“ (Alboğa) als Streiter für den Gottesstaat müssen Sie ablegen. Entsprechend haben wir das durch namhafte deutsche Pädagoginnen oder Soziologinnen betriebene Verharmlosen der Braut im Kindesalter, der Cousinenehe und der arrangierten Ehe sprich Zwangsehe zurückzuweisen (36), (37), ähnliches gilt für das Lehrerinnenkopftuch, den Gesichtsschleier im Rathaus und einiges mehr.

Auch die erbrechtlichen oder frauenpolitischen Verfügungen der auf Ewigkeit angelegten Scharia sind vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Artikel 4 Religionsfreiheit) nicht gedeckt. Die schafiitische FGM ist in der kulturellen Moderne kein Herstellen der für das gültige Gebet unverzichtbaren rituellen Reinheit (38), sondern juristisch schlicht Körperverletzung und psychologisch einzuordnen als sexualmagische, dem Begriff der ekklesiogenen Neurose vergleichbare ‘islamogene Neurose’.

Sehr geehrte Herren Alboğa und Laschet, das westliche Europa hat eine durchaus brauchbare Rechtssprechung und keinen Bedarf am Aufbau einer zweiten, im Namen der Religionsfreiheit implementierten Ebene gerichtlicher Struktur, in der das Islamische Fallrecht aus der ewigen Quelle der šarīʿa permanent neue, Frauen entrechtende und kulturrassistisch orientierte Urteile schöpft. Die politisch realisierte (juristisch implementierte) šarīʿa strebt nach Kohärenz. Eine halbes Islamisches Recht oder eine gezähmte Scharia wird es auf Dauer nicht geben können, wie die oftmals bürgerkriegsähnlichen Situationen in Staaten wie Nigeria, Algerien, Ägypten, Somalia, Irak, Afghanistan, Pakistan und Indonesien belegen, mittlerweile sogar in Thailand und auf den Philippinen. Den Säkularen unter den Muslimen in aller Welt sowie den (beispielsweise deutschen) Ex-Muslimen haben wir dabei nicht in den Rücken zu fallen, auch nicht als Imam oder Integrationsminister.

Was am 12.11.2009 mit Armin Laschet und den Freunden der Freunde der Millî Görüş und der Muslimbruderschaft im Kölner Rathaus veranstaltet wurde, wird nicht in Richtung der notwendigen Integration zielen können. Integration bedarf der theoretischen Rechtseinheitlichkeit für alle Staatsbürger und ist praktisch auf die tatsächliche Zugänglichkeit der Grundrechte auch für Töchter traditionell oder revolutionär-gegenmodern geprägter muslimischer Großfamilien angewiesen, nicht zuletzt bedeutet das die praktikable Möglichkeit der Flucht in eine schariafreie Zone namens Frauenhaus, Frauenberatungsstelle, Arztpraxis, Polizeistation oder Gerichtssaal.

Was rund um den Tag der Religionen 2009 in Köln veranstaltet wurde, zielt leider eher in die Richtung der von den Islamisten gewünschten Rechtsverschiedenheit und abgeschotteten Gegengesellschaft. Einer Gegenmoderne und Gegendemokratie, die sich hinter Schariagrundsätzen wie der geheiligten Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen (nach dem Grundsatz al-walāʿ wal-barāʿa) versteckt und immer wieder hinter dem Verschleiern des weiblichen Körpers, etwas irreführend Kopftuchkonflikt genannt.

Kann auch in Toronto, Sydney, Marseille oder Amsterdam eine Zerlegung der Bevölkerung stattfinden nach dem islampolitisch erwünschten Staatsverständnis vergangener, südasiatischer Jahrzehnte? Mit den Worten des poetischen Theokraten der »Two-Nations Theory«, Sir Muḥammad Iqbāl:

»Hindus und Moslems haben verschiedene religiöse Hintergründe, haben ein anderes Alltagsleben und eine andere Literatur. Sie heiraten nicht untereinander und essen auch nicht miteinander, da sie zu zwei verschiedenen Kulturen gehören, die auf widersprüchlichen Ideen und Konzepten beruhen. […] Das Zusammenzwängen solcher Völker in einem einzigen Staat – die einen als zahlenmäßige Minderheit, die anderen als Mehrheit – muss zu wachsender Unzufriedenheit und schlussendlicher Zerstörung der Regierungsstrukturen eines solchen Staates führen (39).«

Muḥammad Iqbāl war orthodoxer Muslim, seine Religion hat er keinesfalls falsch verstanden. Mister Iqbāl, leider auch Sir, hätte inzwischen willige europäische Helfer. Der radikale Kulturrelativist und Schweizer Anthropologe Professor Christian Giordano faselt von „kulturellen Eigenheiten“ und begrüßt das Europa der rechtsungleichen Glaubensnationen als „Rechtspluralismus“ (40). Der Schweizer fordert den rechtsgeschichtlichen Rückfall ins Talionsprinzip (Vergeltungsrecht).

Le droit des royaumes barbares (41). Fort mit der (römischen; schweizerischen; bundesdeutschen) Rechtseinheitlichkeit für alle Staatsbürger, im Zeichen des Islam beglücke uns so etwas Ähnliches wie die Neuauflage der Germanischen Stammesrechte.

Die muslimische Forderung nach einem Ausstieg aus den für alle gemeinsam geltenden Rechten der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschlands ist vor drei Jahren durch Jörg Lau bekannt gemacht worden. Im Internet zu finden ist sie auf einer in Bahrain, dem Wohnsitz des Herrn al-Qaradawi ansässigen Website (www.rijaset.ba) in den fünf Sprachen Englisch, Bosnisch, Arabisch, Französisch und Deutsch (333). Das dabei im Titel der Charta verwendete arabische Wort für ‘Erklärung’ (al-iʿlānu), das mag unvermeidbar sein wenn auch sicherlich nicht unbewusst, ist dasjenige der AEMR, arabisch al-iʿlānu l-ʿālamīyu li-ḥuqūqi l-insān, der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte New York 1948. Gewiss, solche Worte sind unschuldig und werden Verwendung finden müssen. Wir Kritiker des orthodoxen Islam lassen uns die Worte auch nicht von den globalisierten islamischen Fundamentalisten und ihren deutschen multikulturellen Helfern aus Politik und Kirche klauen, auch nicht das Wort Glaube, al-imān, auch nicht das Wort Vertrauen, aṯ-ṯiqa, denn das Arabische soll uns ebenso kostbar bleiben wie das Deutsche oder das Weltbürgerliche.

In Berlin nennt sich ein radikalislamischer Verein nach dem im AEMR unvermeidbaren Wort ‘Mensch’ (insān), der INSSAN e. V., zu dem die Islamische Föderation Berlin (IFB) um politreligiöse Aktivisten wie Burhan Kesici und Emel Abidin Algan (Tochter von Muslimbruder Dr. Yusuf Zeynel Abidin) wenig Berührungsängste haben. Kesici schließlich war am 12.11.2009 Gast beim gewählten Oberbürgermeister in der spätherbstlichen Domstadt. Auch ein nachhaltig säkularer Islam müsste, sofern er das Arabische verwendet, von iʿlān, ḥuqūq und insān sprechen dürfen, die Worte Erklärung, Rechte und Mensch verwenden. Solange aber mit der Forderung nach einer anhand von den Rechten Gottes, den „Gottesrechten“ (ḥuqūq Allāh) aufgebauten Gesellschaftsordnung kein anderer Islam als der derjenige der seit acht oder neun Jahrhunderten totalitär und total verfestigten kulturrassistischen und Frauen entrechtenden Scharia gemeint ist (42), solange das Wort ḥaqq beziehungsweise ḥuqūq ebenso ‘Recht, Rechte’ wie auch ‘Wahrheit, Wirklichkeit, Letztgültigkeit und Islamoffenbarung’ meint, dürfen wir uns nicht („interkulturell“) blenden lassen, wenn wir Deutschlands legalistisch aktive Muslime beispielsweise von „das Kopftuchverbot für Lehrerinnen ist ungerecht“ jammern hören, wenn Gerechtigkeit also nichts anderes bedeuten soll als Schariakonformität.

Zur Kopftuchdressur und Kopftuchpflicht, es geht um den Hidschab (ḥiǧāb), hat der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, im September 2009 Wichtiges gesagt:

»[Islam und islamisches Recht] weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten (43).«

Die Scharia, der orthodoxe Gesetzesislam ist verfassungswidrig – und Hans-Jochen Jaschke, Franz Brendle oder Armin Laschet ist das völlig gleichgültig.

Aus einer Perspektive der gewünschten nachhaltigen Rechtseinheitlichkeit im Personenstandsrecht, namentlich im Heirats- und Familienrecht (walī muǧbir, neun- oder zehnjährige Ehefrauen, Polygamie, Verstoßung der Ehefrau) und im Aufenthaltsbestimmungsrecht (Kinder gehören dem Vater), aber auch aus der Sicht der universellen Menschenrechte und der von ihnen abgeleiteten deutschen Grundrechte selbst für Frauen und Islamapostaten war die Veranstaltung am 12.11.2009 in der Piazzetta des Historischen Rathauses der Stadt Köln nicht lediglich eine riesengroße Dummheit, sondern bereits eine kleine Katastrophe.

Munir D. Ahmed hat den qurʾān nicht falsch verstanden: „Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu (44)“.

Es geht um Aufstand.

Die säkulare Demokratie plane gegen derlei interreligiös-dialogisches Treiben den rebellischen eigenen AUFstand im Sinne der weltberühmten, genau ein Jahrhundert früher als das verteidigenswerte Grundgesetz niedergelegte Schrift »Resistance to Government (1849)«. Der später als »Civil Disobedience« nachgedruckte Essay von Henry David Thoreau ist in Deutschland als »Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat« bekannt geworden.

Der amerikanische Gesellschaftskritiker, Pädagoge und Humanist Thoreau hat damit jenen Begriff vom Zivilen Ungehorsam geprägt, auf den es für Europa jetzt ankommt, um die heranschleichende Zerspaltung der europäischen und bundesdeutschen Staatsbürger in rechtsverschiedene Religionskollektive erfolgreich abzuwenden, die von den englischen Islamisierungsmaschinerien namens »Council of Faiths« (45), (46), (47) und ihrem deutschen Pendant »Tag der Religionen« oder »Runder Tisch der Religionen« ausgeht. Nach Köln war John Smith vom »Council of Faiths« persönlich eingeladen worden und wurde explizit als beispielhaft gelobt – Großbritannien hat 85 Schariagerichte.

Katholische Priester und evangelische Pfarrer seien aufgerufen, islamverharmlosende „abrahamische Dialogforen“ und interreligiöse Gespräche im Geiste von Annemarie Schimmel (†), Rheinhard Kirste, Thomas Lemmen, Melanie Miehl und Dorothee Schaper nach Möglichkeit zu boykottieren. Christliche Theologiestudenten und islamische Endverbraucher seien ermuntert, sich mit der Grundrechtswidrigkeit, schwarzen Pädagogik (Rutschky) und kulturellen Gegenmoderne der Schariagesetzlichkeit zu befassen (43).

Es geht um Abstand.

Jeder muslimisch empfindende Mitbürger halte zu Figuren wie Kesici, Alboğa und Köhler ABstand und bete gemeinsam, sofern er überhaupt gemeinsam beten möchte, mit solchen säkularen Muslimen, wie sie Bassam Tibi oder Necla Kelek längst würdig vertreten. Wer als Kind oder Jugendlicher in eine Koranschule oder Moschee gehen muss, sollte nicht alles glauben, was ihm da erzählt wird – Entsprechendes sagen wir schließlich auch jungen Zeugen Jehovas oder fundamentalistisch-christlichen Kreationisten. Fundamentalismus ist nicht angeboren, beispielsweise gibt es auch kein Kopftuch-Gen.

Es geht um Verstand und Anstand.

Politikern wie Laschet oder Roters sei zugerufen: Was fehlt euch denn, habt ihr keinen VERstand oder keinen ANstand?

Jacques Auvergne

(1) Wird hier ein in Gründung befindliches Millet-System Bundesrepublik Deutschland christlich-ökumenisch bejubelt? Kirchentag 2010 soll die in Köln betriebene Schariaverharmlosung (12.11.2009) „begeistert und tolerant“ fortsetzen

http://www.domradio.de/aktuell/artikel_58484.html

(2) Petersburg Declaration. Secular Islam Summit: »We insist upon the separation of religion from state and the observance of universal human rights…. We are believers, doubters, and unbelievers, brought together by a great struggle, not between the West and Islam, but between the free and the unfree.«

http://www.centerforinquiry.net/isis

(3) Geheiligten Sex nur mit der Ehefrau, gerne auch dreizehnjährigen oder zehnjährigen Ehefrau. Gilt Allahs multikulturelles und multireligiöses Recht dank Armin Laschet und Jürgen Roters demnächst auch in Köln am Rhein?

RIYADH – Abdul Aziz Aal Al-Sheikh, Grand Mufti of the Kingdom, has said girls as young as 10 years old can be married. … „We hear often in the media about the marriage of minors. We must know that Shariah law is not unjust for women,“ Aal-Al-Sheikh was quoted as saying. „If it is said that a woman below 15 cannot be married, that is wrong. If a girl exceeds 10 or 12 then she is eligible for marriage, and whoever thinks she is too young, then he or she is wrong and has done her an injustice.“

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(4) Islam ist Zwangsverheiratung, Wali Mudschbir

wali mujbir: Familienministerium Malaysia

»1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.«

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(5) Katholik, Bischof, Islamfreund: Zollitzsch

http://schroeter.wordpress.com/2008/11/13/brief-an-erzbischof-dr-zollitisch/

(6) Evangelisch, Bischöfin, Islamfreundin: Jepsen

http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/bischoefin-jepsen-erklaert-solidaritaet-mit-muslimen-in-deutschland.html

(7) Ökumenischer Kirchentag München 2010

http://oekt2010.wordpress.com/

(8) Fundamentalistin Rabeya Müller aus Köln als Gastrednerin beim Evangelischen Kirchentag, Bremen 2009

http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=372

(9) Pfarrer Kirste (Intr°a) und Rabeya Müller

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/02/18/098/

(10) Rabeya Müller bei bpb

http://www.bpb.de/wissen/J88F69,0,0,Expertin_Experte.html?rid=258

(11) Imam Ucar, Bischöfin Jepsen rechtleitend

http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/05/23/kollaps-am-grab/hg-religionsfuehrer.html

(12) Von Familie hingerichtet: Morsal Obeidi

http://www.welt.de/vermischtes/article3212964/Staatsanwalt-erhaelt-Morddrohungen-nach-Urteil.html

(13) Ramazan Ucar: Tradition oft schlecht, Islam immer gut, bei Ehrenmord der Familie weniger Tradition, und einfach mehr Islam!

http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/05/23/kollaps-am-grab/hg-religionsfuehrer.html

(14) Allahs gutes Recht. Schwangere Elfjährige, aber islamrechtlich ehrbar bitte nur als Ehefrau. Integrationsminister Laschet schweigt angestrengt. Barbara Kirchner: »Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby«

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

Islamprinzip Kindbraut. Michael Kreutz: »In Griechenland, wo die Scharia noch gilt«

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

Düsseldorfer Kindbraut, Gerichtsverhandlung. Katharina Rüth: »Ehefrau mit elf Jahren«

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2009/10/29/news-138750611/detail.html

(15) Politiker Laschet trifft den Islamisten Cerić

http://www.chrislages.de/25cig_presse.htm

(16) The Global Mufti: The Phenomenon of Yusuf Al-Qaradawi (Die Herausgeber sind: Bettina Graf und Jakob Skovgaard-Petersen, bei: C Hurst & Co Publishers Ltd. November 2008

http://www.amazon.de/Global-Mufti-Phenomenon-Yusuf-Al-Qaradawi/dp/1850659397

(17) Die Scharia ist verfassungswidrig. Richter Bertrams zum Islam und zum islamischen Recht: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(18) »Islamischer Religionsunterricht an saarländischen Schulen?« Kommentierender Bericht zu einer Podiumsdiskussion in Dillingen. Von: Klaus Blees (a3wsaar)

http://www.a3wsaar.de/de/islamismus/islamunterricht/

(19) Emel Zeynel Abidin. Kalkuliert ohne Kopftuch den denkbar erfolgreichsten Kopftuchdschihad ausüben

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/02/07/097/

(20) FEMYSO. Jugendarbeit

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/01/13/043/

(21) FIOE. Charta

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/09/20/140/

(22) Said Ramadan: Das islamische Recht

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

(23) Die siebenköpfige Bahá’í-Führung des Iran bewohnt die noch stets menschengemachten Hölle, hier das Evin-Gefängnis

http://www.cnn.com/2009/WORLD/meast/08/16/iran.bahai.trial/index.html

Bahá’í, Iran

http://www.voanews.com/uspolicy/2009-09-21-voa2.cfm

(24) Werner Heidenreich, Buddhismus

http://www.w-heidenreich.de/

(25) »Sharia and Muslim Social Contract in Europe«

http://www.katholische-akademie-berlin.de/Flyer/sharia_and_muslim.pdf

(26) Regensburg. Runder Tisch der Religionen. Brendle, Köhler, Towfigh, Alboğa, Brandt, Kesici, Jaschke singen das Lied vom friedlichen Islam. Widerspruch aus dem Publikum islamkritisches Textmaterial ist den dienstlich und total Toleranten allerdings unerwünscht, schließlich geht es hier um Höheres

http://www.ropf.bayern.de/aktuell/presse/pressemitteilung-1775.htm

(27) Rabbi Brandt aus Augsburg, gerade für Schariakonformität preisgekrönt, mit dem 1945 in Mekka geborenen deutschen Islamisten Nadeem Elyas aus Eschweiler gemeinsam auf dem Foto, beim Islam-Archiv Soest. Just feel the triologue!

http://www.ejpress.org/article/6718

(28) Die Jüdische Zeitung (JZ) ließ Nadeem Elyas ganz bewusst für das Kopftuch und gegen das Lehrerinnenkopftuchverbot werben

http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.521.html

(29) Bekir Alboğa zitiert Peter L. Berger, bei: Martin Laube: Theologie und neuzeitliches Christentum, 345-355

http://books.google.de/books?id=mhsOm_dx7hQC&printsec=

(30) Islamfaschistenbund Murābiṭūn. Ian Dallas war gestern, Hippie ist auch zu kümmerlich. Biete Schottenrock, suche Gelehrtengewand und Prägeanstalt für Goldmünzen! Ab morgen nennt ihr mich ʿAbdalqādir aṣ-Ṣūfī und bin ich euer Šayḫ. THE WEBSITE OF
SHAYKH DR. ABDALQADIR AS-SUFI

http://www.shaykhabdalqadir.com/content/index.html

(31) Herausgeber der von der »Islamischen Gemeinschaft in Deutschland / Weimar Institut« produzierten Islamischen Zeitung (IZ) ist Abū Bakr Rieger, bis 1990 vorislamisch (al-ǧāhiliyya) Andreas Rieger. Die IZ verwendet an-Nawawī

http://www.islamische-zeitung.de/?id=9783

(32) Aḥmad von Denffer liest an-Nawawī

http://www.libertas-online.de/pdf/Ahadith.pdf

(33) Großbritannien hat fünfundachtzig. Scharia Courts

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1196165/Britain-85-sharia-courts-The-astonishing-spread-Islamic-justice-closed-doors.html

(34) Ralph Giordano (2007): Stoppt den Bau dieser Moschee!

http://www.ksta.de/html/artikel/1176113436263.shtml

(35) Ali Bardakoğlu

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html

(36) Boos-Nünning fordert die arrangierte Ehe

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/145/

(37) Gaby Straßburger bewirbt den Tochtertausch

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/11/146/

(38) Islamic FGM, schafiitisch, Religionspflicht. April 2006, Indonesien, Stephanie Sinclair dokumentiert das genitalverstümmelnde Treiben der Assalaam-Foundation: »Inside Indonesia’s Female Circumcision Ceremony«

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_6.html

Islamische FGM. Allah-Kult in Indonesien

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1435

(39) Zwei-Nationen-Theorie. Die Islam-Apartheid des Sir Iqbal (damned, kann man das Sir denn nicht posthum aberkennen?)

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie

(40) Christian Giordano will ein sonderrechtliches Europa der Glaubensnationen, den Rechtspluralismus

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

(41) Le droit des royaumes barbares. Fort mit der (römischen; bundesdeutschen) Rechtseinheitlichkeit, im Zeichen des Islam komme die Neuauflage der Germanischen Stammesrechte

http://fr.wikipedia.org/wiki/Droit_des_royaumes_barbares

(42) huquq Allah. „Der Mensch hat … Rechte (Huquq), die ihm zustehen und niemand ist befugt, ihm diese vorzuenthalten. Sowohl die Gemeinschaft als auch der einzelne ist angehalten, dies zu respektieren. Eine Überlieferung Muhammads besagt. daß Gott dem Menschen die Verletzung der Rechte Gottes eher verzeihen würde als die Verletzung der Rechte von Mitmenschen. … Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu.“

http://munirdahmed.netfirms.com/Kulturrelativismus.htm

(43) Die Scharia ist verfassungswidrig. Richter Bertrams zum Islam und zum islamischen Recht: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(44) Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu.

http://munirdahmed.netfirms.com/Kulturrelativismus.htm

(45) Council of Faiths. Luton

http://www.lutonfaiths.org/

(46) Council of Faiths. Bedford

http://www.bcof.org.uk/

(47) Council of Faiths. Merseyside

http://www.merseysidecounciloffaiths.org/

(48) Erklärung der Europäischen Muslime

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

Ehsan Fattahian braucht Ihre Hilfe – jetzt!

November 10, 2009 von schariagegner

جمهوری اسلامی ایران

Dschomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān

Islamische Republik Iran

Retten Sie Ehsan Fattahian!

UPDATE: Ehsan Fattahian ist heute hingerichtet worden, sagt hpd.de am 11.11.2009 um 16:01 Uhr

Zur Petition

http://gopetition.com/petitions/save-ehsan-fattahian-from-execution.html

Ehsan Fattahian befindet sich im Gefängnis, Mittwochmorgen soll er hingerichtet werden. Aus dem vormodernen Anklagegrund der Apostasie (= “Abfall vom Glauben”) ist der ethnische Kurde vor zwei Jahren festgenommen worden, auch wurde ihm oppositionelle Arbeit gegen das islamische Regime vorgeworfen. Zunächst zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, verhängte das Hohe Gericht gegen ihn die Todesstrafe wegen Apostasie.

Ehsan befindet sich seit Sonntag im Hungerstreik, Dutzende seiner Mithäftlinge haben sich mit einem Brief an die Weltöffentlichkeit gewandt und fordern jeden einzelnen von uns auf, etwas gegen diesen staatlichen Mord zu tun. Jetzt – heute! – kommt es auf jede Stimme an. Bitte unterzeichnen auch Sie!

Wir können den UN-Generalsekretär, Herrn Ban ki-Moon, auf dem Wege der hier genannten Petition bitten, alles zu unternehmen, um die Todesstrafe gegen Ehsan (Esma’il) Fattahiyan aufzuheben.

Hier geht es zur von Reza Hiwa bei GoPetition gestarteten Petition.

Zur Petition

http://gopetition.com/petitions/save-ehsan-fattahian-from-execution.html

Facebook für Ehsan Fattahian

http://www.facebook.com/group.php?gid=201235431220&v=wall&ref=ts

Bei: amnesty international. Ehsan Fattahian eingeschlossen sind weitere kurdischstämmige Iraner in Haft, darunter Habibollah Latifi (Habib Ollah Latifi) und Sherko Moarefi (Shirko Ma´rofi)
/span>

http://www.amnesty.org/fr/library/asset/MDE13/102/2009/fr/a4056737-ef5d-4af2-aebb-fc85c489e11b/mde131022009en.htm

Bei: Loghman H. Ahmedi (Democratic Party of Iranian Kurdistan, PDKI), London

http://loghmanahmedi.com/2009/11/08/kurdish-political-prisoner-ehsan-fatahian-will-be-executed-on-wednesday/

Mina Ahadi, bei: Gudrun Eussner

http://www.eussner.net/artikel_2009-11-09_16-13-52.html

Bei: Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (Berlin)

http://gbsbb.wordpress.com/2009/11/09/petition-gegen-hinrichtung-in-iran/

Bei: Zwischenruf

http://www.zwischenruf.at/?p=3618

Bei: Feuerbringer

http://feuerbringer.com/2009/11/09/rettet-ein-leben/

Bei: Alleance for Kurdish Rights

http://kurdishrights.org/2009/11/09/iran-set-to-execute-kurdish-political-prisoner-ehsan-fattahian-on-november-11/

Beim Blog »Politically Incorrect«

http://www.pi-news.net/2009/11/protest-gegen-drohende-hinrichtungen-im-iran/

Die CIG und der interreligiöse Trialog

November 7, 2009 von schariagegner

التوحيدية

at-tauḥīdiyya

Monotheismus

Köln und der Dialog

Von Jacques Auvergne

Am 27. Oktober 2007 und in Bergisch-Gladbach konnte die Christlich-Islamische Gesellschaft e. V. (CIG) ihr 25jähriges Bestehen feiern. Die 1982 gegründete CIG ist damit die älteste und größte christlich-islamische Dialogorganisation in Deutschland. Vereinssitz ist Köln, Vorsitzender der CIG ist der gelernte Pädagoge, Islamkonvertit und Anwendungsprogrammierer Wilhelm Sabri Hoffmann aus Rheine (Deutsche Muslim-Liga Bonn und Tariqah As-Safinah, beide um Bashir Ahmad Dultz). Geschäftsführer der CIG ist der katholische Theologe (Diplom und Lizentiat) Dr. Thomas Lemmen. Diplomchrist Lemmen ist Ehemann der Islamwissenschaftlerin Melanie Miehl

Herr Lemmen und Frau Miehl sind miteinander verheiratet und Mitglieder des dominikanischen Laienordens. Das Paar ist führend im Dialog mit dem Islam, ein Dialog, so befürchten wir Menschenrechtler und Bürgerrechtler, der in Kürze eine europaweite Rechtsspaltung in schariarechtlich eingemauerte Milieus nach sich ziehen kann. Was vom evangelischen oder katholischen Endverbraucher zum Thema Islam gesprochen werden darf und geglaubt werden muss, wird inzwischen an Orten wie der CIG entschieden. Die Schafherde der rheinischen Pfarrer und Pastoren trottet, begeistert (abrahamisch) blökend, den Herren Dultz und Lemmen hinterher. Mehrere evangelische oder katholische Akademien hat man über Netzwerke wie den Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs (KCID) mittlerweile bestens im Griff. In unseren Städten werden schariaverharmlosende Festlichkeiten veranstaltet wie das seit 2001 und damit unmittelbar nach „nine eleven“ jährlich veranstaltete Abrahamsfest in Marl. Wozu so ein Terroranschlag doch nutzbringend ist.

Die für das erpresserische Gottesbild des repressiven orthodoxen Islam werbende Organisation CIG wurde also 25 Jahre alt. Zur Selbstbeweihräucherung pardon Vierteljahrhundertfeier durfte der an der radikalen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen šarīʿa (Scharia) orientierte Mustafa Cerić aus Sarajevo nicht fehlen. Wenn alles gut geht wird Großmufti Cerić in Kürze gewissermaßen als der muslimische Papst Europas tätig werden können, Ali Bardakoğlu macht Vergleichbares in Kleinasien.

Der Boss pardon das geistliche Oberhaupt des von der CIG herangebetenen Bosniers ist der weltweit viel geachtete Hassprediger Yūsuf al-Qaraḍāwī. Das von šaiḫ (Scheich) al-Qaraḍāwī und Muftī Cerić geheimbündlerisch betriebene Kartell heißt European Council for Fatwa and Research (ECFR, Conseil Européen de la fatwa et de la recherche). Das Konzil ECFR, wir können es Europäischer Fatwa-Rat nennen, wurde aus dem Umfeld der FIOE (frz. UOIE) sprich Muslimbruderschaft gegründet (vgl. Sägefisch 140.) und verlangt nach einer einzigen muslimischen Autorität für Europa mit der möglichst vollumfänglich eingeführten Geltung des Islamischen Rechts für alle Muslime.

Der katholische Flügel der rheinischen CIG also zertifiziert sich selbst als islamkompatibel und dialogtauglich, indem sie den bosnischen Theokraten und Stellvertreter des Herrn Yūsuf al-Qaraḍāwī einlädt, des heutigen Ideengebers der Muslimbruderschaft. Das Treueverhältnis von Mustafa Cerić zu dem die weibliche Genitalverstümmelung, den Mord an Homosexuellen, die islamische Zwangsverheiratung und die Durchführung von Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten fordernden, unter Sunniten hoch angesehenen Yūsuf al-Qaraḍāwī ist für Nordrhein-Westfalens Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration Armin Laschet und für Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma kein Anlass gewesen, der Veranstaltung fern zu bleiben.

Laschet ist CDU-Politiker, Jahrgang 1961 und war als Jugendlicher in der kirchlichen Pfarr- und Jugendarbeit tätig. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen folgte eine journalistische Ausbildung und eine Tätigkeit als Chefredakteur der Aachener Kirchenzeitung.

Schramma, ebenfalls CDU, erblickte 1947 in Köln das Licht der Welt, studierte Latein, Philosophie und Pädagogik in Köln und arbeitete als Gymnasiallehrer in Köln-Rodenkirchen, Wesel und Hürth, hat also am Horizont lebenslang den doppelspitzigen Mittelpunkt des Weltalls erblicken können, den Kölner Dom.

Rheinische Dreifaltigkeit: Vater Mustafa Cerić, Sohn Thomas Lemmen, Heiliger Geist Fritz Schramma. Der Großmufti, der beamtete Islamverharmloser und der Oberbürgermeister. Für die freiheitliche Demokratie der auch für Frauen und Ex-Muslime geltenden vollen Bürger- und Menschenrechte einschließlich der Meinungs- und Pressefreiheit ist diese Trinität nicht gerade begünstigend. Zwar ist der ǧiḥād (Krieg) noch nicht ausgebrochen, jedoch bereits der Dialog.

Noch zu Schramma. Drei Tage bevor sich der schreckliche Anschlag von Solingen auf das von der türkeistämmigen Einwandererfamilie Genç bewohnte Haus zum fünfzehnten mal jährte, einem von vier rassistisch motivierten Jugendlichen aus der Nachbarschaft durchgeführten Anschlag dem fünf Mädchen und Frauen zum Opfer fielen, wurde im Mai 2008 der von dem Mediziner und Herzspezialisten Yaşar Bilgin (CDU) und dessen Türkisch-Deutscher Gesundheitsstiftung ausgelobter »Genç-Preis für friedliches Miteinander« an Kölns Lateinlehrer und Stadtoberhaupt verliehen. Wie als Gegenleistung hatte sich der Pädagoge jahrelang dafür eingesetzt, dass der noch etwas gehemmt schariatreue Islamverband DİTİB als das von Kleinasien aus theokratisch organisierte Auslandstürkentum in Köln-Ehrenfeld die umstrittene Großmoschee errichten darf. Heute, am 07.11.2009 wird die Grundsteinlegung erfolgen.

Zur Großmoschee sagte Ralph Giordano dem deutschen Innenminister angemessene und wichtige Worte (1). Geglückte Integration wenigstens von Seiten des noblen Spenders (Preisgeld 10.000 €)? Nicht ganz. Der übersteigert nationalbewusster Türke und deutscher Kardiologe Yaşar Bilgin ließ eine Todesanzeige für den Nationalisten Muhsin Yazıcıoğlu schalten, wie im Mai 2009 bekannt wurde. Yazıcıoğlu gehört seit seiner Jugend der türkischen rassistischen Bewegung Graue Wölfe an und war zeitweise Berater des Rechtsradikalen und Obristen Alparslan Türkeş.

Die Grauen Wölfe, türkisch Bozkurtlar sind die Mitglieder der türkisch-nationalistischen und (damit) rassistisch-kurdenfeindlichen Milliyetçi Hareket Partisi (MHP, deutsch: Partei der Nationalistischen Bewegung). In den Siebziger Jahren ermordeten die Grauen Wölfe Intellektuelle und linke Politiker. Der Kampfname des Herrn Türkeş stammt von Alp Arslan, einem mittelalterlichen seldschukischen Feldherrn, dessen Andenken, nicht zuletzt durch das Betreiben des radikalislamisch „und“ diktatorisch herrschenden, 2006 verstorbenen Saparmyrat Ataýewiç Nyýazow erneut als turkmenischer und offensichtlich auch türkischer Nationalheld verewigt wurde. Nyýazow ließ sich als Türkmenbaşy (Führer der Turkmenen) kultisch verehren und war Präsident des mittelasiatischen Staates. Oben links auf der Netzseite von Muhsin Yazıcıoğlu heult, ganz dezent versteht sich, die Silhouette eines kleinen Wolfes den Mond an (2). Der Wolf, wohl genauer: die Wölfin ist ein altes Totem oder Sagentier der türkischen Stämme und Stammeskonföderationen der asiatischen Steppe. Ein uraltes Symbol, das nichts dafür kann, dass es seit hundert Jahren im Gestrüpp der (immer wieder islamistisch „erleuchteten“) nationalistischen Ideologien Panturkismus, Turanismus, Jungtürken und MHP / Graue Wölfe benutzt worden ist.

Der »Genç-Preis für friedliches Miteinander« und der braune Sumpf um die Ülkücüler („Idealisten“) genannten Grauen Wölfe – für Lateinlehrer Schramma vielleicht ein Anlass, den Preis nebst Preisgeld an den türkisch-patriotischen Medizinprofessor zurückzugeben? Oder gar über die Grundrechtswidrigkeit der frauenentrechtenden und zum Apostatenmord aufrufenden šarīʿa nachzudenken und die provokante Architekturwerdung der Geschlechtertrennung und der Überlegenheitsideologie des orthodoxen Islam in Köln-Ehrenfeld zu kritisieren?

Natürlich nicht, stattdessen kassierte der im Oktober 2009 aus dem Amt geschiedene Schramma am 01.11.2009 in der Moschee in Werl gleich noch einen Preis. Dieses mal war es der nach dem diesbezüglich ungefragten, 1933 aus ungeklärter Ursache an einem Berliner Seeufer zu Tode gekommene Muḥammad an-Nāfiʿ Ǧalabī benannte „Friedenspreis“. Beim Wort Frieden hat man pflichtschuldig zu lächeln. Diesen Mohammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis vergibt ein Archiv wahlweise eine Stiftung namens „Islam-Archiv Soest / Amina-Abdullah-Stiftung“. Amina Abdullah, vorislamisch (al-ǧāhiliyya) Ursula Bednorz war die 2008 verstorbene Ehefrau des bis zur Glitschigkeit geschmeidigen Soester Archivgründers Muhammad Salim Abdullah, hinter dem sich kein Geringerer als Herbert Krawinkel verbirgt, der Münchhausen Allahs (3), (4).

Herr Abdullahkrawinkel bekränzte mit seinem undotierten Preis bereits multikulturelle Schariafreunde wie Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (1989), den ob seiner beschämenswert unmoralischen Calvin-Verteidigung (5) zu kritisierenden Generalsuperintendenten Dr. Rolf Wischnath (2001), Annemarie Schimmel (2002), INSSAN-Beiratsmitglied Barbara John (2006) oder den Jesuiten, CIBEDO-Berater und Tariq-Ramadan-Versteher Prof. Dr. Christian Troll (2008). Zur Preisverleihung an und Bedeutung des Jesuiten Christian Troll und zu Mohammed Salim Abdullah (Herbert Krawinkel) schreibt Gudrun Eussner Lesenswertes (6).

Der Mohammad-Nafi-Tschelebi-Preis ist nach einem jungen Einwanderer aus Syrien benannt worden, einem Studenten der Ingenieurswissenschaften im Berlin der Jahre der untergehenden Weimarer Republik. Der auch als Abd al-Nafi Schalabi wiedergegebene ʿAbdu n-Nāfiʿ Ǧalabī übernahm führende Funktionen in den damals noch recht kleinen muslimischen Kreisen Deutschlands, gründete Institutionen und editierte Schriften.

Zurück zu unseren rheinischen Islamoptimisten, zurück zur CIG um das Ehepaar Miehl & Lemmen nebst Bürgermeister und Integrationsminister. Der Dialogbetrieb verwendet den vor annähernd vier Jahrtausenden verstorbenen Abraham (arabisch nutzbar gemacht ‏Ibrāhīm) für seine Zwecke. Es sei daher gestattet, diesen vier Verteidigern des politischen Islam auch im ausgehenden Jahr 2009 diese Worte in den Mund zu legen: »Für jedes gottesfürchtige Kind Abrahams werden im künftigen Kalifat von Europa ein paar Krümel vom Tisch der Machthaber herunter fallen, lasst uns als Kleriker und Politiker die göttliche Staatsform bauen und bereits heute den Säkularen befehlen, den ḥiǧāb zu tolerieren. Kein Festgottesdienst und keine Podiumsdiskussion mehr ohne eingeladene Kopftuchfrau, irgendwann ist dann auch das Lehrerinnenkopftuchverbot gekippt, ad maiorem Dei gloriam, in šāʾa llāh.«

Ein Kopftuch ist für Islamkenner kein Stück Stoff, sondern ein Aufruf zur islamischen, parallelen Staatsgründung an Ort und Stelle (bedarfsweise eben mitten in Deutschland), in der mindestens ein anderes, frauendiskriminierendes Familien- und Personenstandsrecht gilt. Das Kopftuch beschimpft jeden Nichtmuslim als Dhimmi oder Harbi.

Ist es das, was Thomas Lemmen und Melanie Miehl planen, wollen sie seit mindestens vier Jahren das mittlerweile in acht von sechzehn Bundesländern mühselig erkämpfte Lehrerinnenkopftuchverbot zu Fall bringen? Wir dürfen es vermuten und wären über eine erneute Stellungsnahme der CIG zum Lehrerinnenkopftuch dankbar. Die vom Vorstand der CIG am 03.11.2005 abgegebene Erklärung ist ja vielleicht nicht mehr aktuell, in der es heißt:

„Nicht das Kopftuch, sondern sein Verbot gefährdet die Integration der Muslime. Ein Kopftuchverbot ist für ein Miteinander der Religionen in unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft ein falsches Signal.“

In der Sache liegt die CIG freilich falsch, denn jenes Kopftuch, das aussagt: »Ich habe einen Besitzer, der mich sexualpolitisch kontrolliert, ich komme in den Himmel und die Unverschleierte nicht, ich sporne die Männer der zur Herrschaft (al-islām) vorgesehenen Menschenklasse an, ḥisba zu betreiben, das heißt das Rechte zu gebieten und das Unrechte zu verbieten«, dieses Kopftuch segregiert, diskriminiert! Das Kopftuch (al-ḥiǧāb) fordert die repressive Lebensführung nach den Kriterien der šarīʿa und den Aufbau eines anderen Staates, einer islamischen Gesellschaftsform (niḍām islāmī). Für die CIG ist das ja vielleicht kein Problem.

Katholik Lemmen hat von der Scharia sprich vom Islam keine Ahnung, will den Islam reformieren oder belügt uns Bundesbürger ganz bewusst: „Aller Dank gebührt jedoch dem Einen Gott, von dem Muslime und Christen gemeinsam bekennen, dass er stets größer ist und allein unser unvollkommenes Streben zum guten Ende führen kann: Deus semper maior – allahu akbar.“ Das war kein Witz, das war Lemmen. Mit einem Gott, der neunjährige Ehefrauen akzeptiert, jeder Ehefrau bis zu drei Artgenossinnen auf die Schlafstelle beigesellt (da ist širk, Beigesellung, einmal kein Problem), mit einem Gott, der dieselbe(n) zu verstoßen bereit ist und als Ehebrecherin zu steinigen, mit diesem barbarischen (scharia-islamischen) Gott möchte ich als evangelischer Christ (EKD, EKIR) und vorsichtiger Sympathisant katholischer Lebensweise nichts zu tun haben. Für wen spricht der dominikanische Laienbruder und Theologe Lemmen eigentlich, etwa für den genannten Deus? Katholische und evangelische Kirchengemeinden, deutsche Integrationsvereine, Kulturzentren und erst recht unsere kommunalen Institutionen sollten ihre Räumlichkeiten dem CIG e. V. beziehungsweise für einen solchen, demokratiegefährdenden Dialog nicht zur Verfügung stellen.

Mit einem Gott, der es jedem Vater gebietet, als walī muǧbir (Wali Mudschbir, Nötigender Heiratsvormund; Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang) seine jungfräuliche Tochter auch gegen deren Willen zu verheiraten, möchte ich als Sozialarbeiter und als ein Kollege und Nachbar von Einwanderern aus so genannten islamischen Ländern nichts zu tun haben (7). Den etwa in Indonesien vertretenen Schafiiten ist eine Form der weiblichen Genitalverstümmelung islamrechtlich verpflichtend vorgeschrieben, welche die Herrschaften Allāh, Miehl und Lemmen ja vielleicht rationalisieren und bagatellisieren mögen (8). Wie sehr müssen sich Deutschlands mutige Ex-Muslime durch „ihren“ islamverherrlichenden Minister Laschet missachtet fühlen.

„Das Gemeinsame soll herausgestellt, das Trennende nach Möglichkeit so erklärt werden, dass die gegenseitige Verständigung fortschreitet“ bekennt die CIG 1983 in ihrer Grundsatzerklärung. Daraus kann Zweierlei folgen. Entweder betreiben wir als Ex-Muslime oder sonstige Nichtmuslime jetzt auch walī muǧbir und schafiitische FGM. Oder wir „erklären“ den Düsseldorfer und Kölner Kindern und Jugendlichen walī muǧbir und schafiitische FGM so, dass wir alle uns irgendwie besser verstanden fühlen. Interreligiöses Wohlfühlen ist angesagt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat ausgedient, dafür verstehen wir uns jetzt.

„Religiöse Kontakte führen nach unseren Erfahrungen nicht zur Religionsvermischung, dem sogenannten Synkretismus, sondern eher zur Vertiefung des eigenen Glaubens“ sagt die CIG über sich selbst, was heißen mag: Den Christen ihr Grundgesetz, den Muslimen ihre Scharia. „Mitglieder der CIG sind allerdings davon überzeugt, dass Christen und Muslime den gleichen Gott anbeten.“ Dass jeder Mensch zur Religion berufen ist glauben wir ja auch, doch halten wir die Scharia für kulturellen Rassismus und das Kopftuch für ein antimodernes Kriegszeichen. Solange dieser Verein den zwangsverheiratenden, töchtertauschenden, Hände abhackenden und Ehebrecher steinigenden Allahgott der Scharia mit dem Gott des Jesus von Nazareth verwechselt, möchten wir jedem säkularen Muslim den Austritt aus der CIG ans Herz legen und jedem säkularen Christen sowieso. Mir scheint allerdings, dass heute und nach diesen Kriterien niemand aus der CIG austreten muss.

Zum erwähnten, die universellen Menschenrechte großzügig übergehenden Abrahamsfest schnappt man sich ein paar echte Juden, drapiert Kopftuchfrauen drumherum, pflanzt einen Friedensbaum (Libanonzeder versteht sich) oder lässt einen möglichst wichtigen Politiker sein Gesicht in die Kamera recken. Dazu sinniert der Pressereporter: „Die Abrahams-Religionen … Toledo kann überall sein … Mit Abraham über Grenzen gucken … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen (9).“ Kritik am mittelalterlichen, kulturrassistischen Apartheidsstaat von Andalusien ist nicht länger vorgesehen, hier und heute geht es schließlich um Höheres.

Die Zweckentfremdung des mythischen jüdischen Stammvaters zur Bagatellisierung der grundrechtswidrigen und frauenfeindlichen Scharia hat auch in Bielefeld Konjunktur. Dort lässt man die Freundin der islamrechtlich steinigenden Diktatur von Teheran Hamideh Mohagheghi (Lehrbeauftragte der Universität Paderborn zu »Religion des Islam« für evangelische und katholische Lehramtsstudenten) ebenso reden wie den mit dem Scharia-Islam kuschelnden Tübinger Karl-Josef Kuschel: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime« (10).

Der Großmeister der als Trialog etikettierten Doktrin der Islambeschwichtigung Karl-Josef Kuschel ist Autor von »Streit um Abraham: Was Juden, Christen und Muslime trennt – und was sie eint« (2001), »Juden – Christen – Muslime: Herkunft und Zukunft« (2007) sowie »Weihnachten und der Koran« (2008). Kuschel verteidigt im Namen einer schrecklichen „antiislamischen Stimmung“ bedrohten „kostbaren Dialog- und Begegnungskultur“ das Lehrerinnenkopftuch der Fereshta Ludin und kämpft mit Zähnen und Klauen gegen die deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuches (11). Das Kopftuch, so flunkert der Tübinger Katholik über den sexistischen Hidschab, sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten gefälligst die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen.

Nach den „Konsequenzen“, die sich aus Imam-Ehe, walī muǧbir, ḥiǧāb, ḥisba und niḍām islāmī für den säkularen Rechtsstaat ergeben, fragt Professor Doktor Kuschel gar nicht erst. Man kassiert Gelder von der Europäischen Union und von der Deutschen Bundesregierung (Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), lässt auf der Internetseite bielefelder-abrahamsfest ein Exemplar der Spezies Islamweibchen auftreten das heißt eine in den persisch pardā arabisch ḥiǧāb genannten Stoffkäfig gesperrte lächelnde Frau. Demnächst ja vielleicht mit niqāb, Gesichtsschleier. Auch das Bild der Ganzkörperverschleierten fordert unseren „Respekt“ für die hoch politische Botschaft: Lasst das Lehrerinnenkopftuch zu!

Die Kölner Pfarrerin Dorothee Schaper von der evangelischen Melanchton-Akademie oder ihre katholische Kollegin aus der selben Stadt Melanie Miehl nehmen auf einer rheinischen Dialogbühne bevorzugt dann Platz, wenn eine muslimische Kopftuchfrau (die im Eifelstädtchen Mayen geborene Ex-Katholikin Rabeya Müller tut`s zur Not auch) neben ihr zu sitzen kommt. Eine „trialogisch“ hinzugezogene Aktivisten einer Synagogengemeinde mit jüdisch-frommer Wollmütze (shaytl; darüber womöglich stirntikhl) rundet den theozentrischen Anblick „abrahamisch“ ab und schüchtert etwaige Unbotmäßige erfolgreich ein. Von dem Schmerz und der Schuld von Auschwitz profitiert der politische Allāh, man sollte auch jüdischerseits von einer Instrumentalisierung des Judentums sprechen.

Jüdische radikale Frauenverschleierung gibt es inzwischen auch, seitdem Frau Bruria Keren die „Frumka“, eine burqa-ähnliche Ganzkörperverhüllung (Jewish Burka) für ihre weiblichen Sektenangehörigen propagiert. Religionspolitik als die Machtergreifung des Kriegerbundes jedenfalls Männerbundes, eine Jahrtausende alte Dynamik, die den Himmel männlich und patriarchalisch verwaltet, heute eben mit Schützenhilfe der burkatragenden Jüdin Bruria Keren und der Kölner Laiendominikaner der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

Deutschlands Dialog oder Trialog mit dem Islam verwendet zauberhafte Musik und entrückenden Tanz, der Einsatz der Seite des gelegentlich als islamische Mystik getarnten Sufi-Gesetzesislam ist da unverzichtbar, man erinnere sich an Rumi-Bewunderer Ban Ki Moon (Sägefisch 110.). Den mystischen Islam des Rheinlandes aber beherrscht noch vor Hassan Dyck ein Anderer.

Dyck ist Gründer der Osmanischen Herberge im Eifeldorf Kall-Sötenich und gehört zur Naqšbandiyya-Tradition, deren Subtradition sich als Goldene Kette (Golden Chain) auf den brutalen Feldherrn, Auftragsmörder und Staatsgründer Muḥammad zurückführt (12). Dyck ist damit in angeblich spiritueller Gehorsamstreue dem Schariafreund Nazım Kıbrısi („Nāḍim von Zypern“) d. i. šaiḫ Mehmet Nâzım Adil al-Haqqani verpflichtet.

Nein, wesentlich einflussreicher als ein Herr Dyck ist im regierungs- und kirchenseits bezuschussten rheinischen Dialogbetrieb der in Königsberg geborene Muslim und Schech (Scheich) Aḥmad Dultz. Der gebürtige Ostpreuße, der beliebt, sich mit Schech Bashir anreden zu lassen, vertritt in Deutschland die alte nordafrikanische aṭ-ṭarīqa aš-šāḏilīya, die Schadhiliyya-Tradition mit einem wie selbstverständlichem Machtbewusstsein. Am 16. Juli 2006 weilte Scheich Dultz als Vertreter der Deutschen Muslim Liga Bonn auf Einladung der Familie von Hohenzollern-Sigmaringen auf Schloss Namedy bei Andernach.

Frau Prinzessin Heide von Hohenzollern schätzt interreligiöse Friedensgebete im Rahmen ihrer Aktion Kunst im Park, wogegen gar nichts einzuwenden wäre, wenn sie sich ebenso engagiert gegen islamischen Fundamentalismus, Kopftuchzwang und Scharia positionieren würde. Europas an seiner Funktionseinbuße möglicherweise leidender Hochadel muss sehen, wo er bleibt, und sind die Saudiprinzen nicht auch Hochadel? Kritiker am repressiven Herrschaftskult gibt es bei den Trägern gräflicher und fürstlicher Namen wohl ebenso selten wie unter Europas christlichen Klerikern. Macht … macht gierig nach mehr.

Als Epizentrum der Islamisierung zu nennen ist in Bezug auf die so gerne den tanzenden Derwischen zusehenden rheinischen Pastoren und Pfarrer das beim mittelrheinischen Neuwied gelegene Bendorfer Forum für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog. Die Rüsselsheimer Pfarrerin Dr. Annette Mehlhorn leitet das in seinen Vorgängerinstitutionen viele Jahrzehnte alte, aus der Katholischen Frauenarbeit stammende heutige Bendorfer Forum. In Großbritannien gibt es mit Ammerdown Park (nahe bei Bath oder Radstock, Somerset) eine wesensverwandte Bildungsstätte, „Schech Baschir“, weniger romantisch: Staatsbürger Dultz und seine Sufis gastieren von Zeit zu Zeit in Ammerdown Park.

Ein Rabbiner ist auch in England rasch gefunden und Kopftuchdressur und Schariastaat werden ebenso trireligiös abgesegnet wie im auf den Hügeln über dem Neuwieder Becken, im einst nach der katholischen Sozialaktivistin Hedwig Dransfeld benannten Haus mit der Adresse Im Wenigerbachtal 8-25, 56170 Bendorf: „Zu den wichtigsten Partnern gehören bis heute das Leo-Baeck-College in London, das Centre for the Study of Islam and Christian-Muslim Relations an der Universität Birmingham und die Deutsche Muslim-Liga Bonn.“ Jüdisches College, christliche Islamfreunde und die Bonner Muslim-Liga. Sich gleich aus drei Richtungen heranschleichend wird man den Geist Abrahams doch wohl ergreifen können.

Deutschland 2009. Wie in den deutschen Jahren nach der Gründung des Zweiten Reiches (1871) beginnt eine fundamentalistisch verkitschte, eine neoromantisch vergoldete Logik der Angstleugnung und enthemmten Nutzbarmachung, eine Kultur der Schaufensterveranstaltungen und Hinterzimmerabsprachen Europas klerikale und politische Kaste zu durchwuchern. Die Moleküle schwenken ein wenig um und ordnen sich neu. Entrückte schwafeln von „durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, die Durchtriebeneren vom „Change-Prozess.“ Vom wenig ernst gemeinten Revoluzzertamtam (attac, JuSo, linke Kirchentagsbewegung, Gregor Gysi) politisch ganz links bis hin zur rechtskonservativen Gegenmoderne (Eva Herman, Lebensschützer, Kreationisten einschließlich Harun Yahya, VIKZ, Milli Görüş) wird jede Nutzergruppe bedient. Doch ein Kristallgitter bleibt erhalten, wenn Linksextreme wie Sabine Schiffer oder Beate Sträter für Sayyid Quṭb werben, wenn der Nürnberger Chor der Gewerkschaft ein Lied für die Burka singt oder wenn die Kölner Klerikerinnen Dorothee Schaper und Melanie Miehl die Scharia und das Kopftuch professionell verherrlichen. Europa ist dynamisch, elastisch, gibt nach, verändert sich. Ein Koordinatensystem verändert sich nicht: der Islam, die nach dem qurʾān (3:110) Beste aller Gemeinschaften.

Nun zu Melanie Miehl, zitiert nach »Frauen und Islam« bei Migration online 2005 neuveröffentlicht und erstmals gehalten auf dem Seminar Islam in der Arbeitswelt im Dezember 2001.

In islamischen Rechtsbüchern befassen sich einige Kapitel mit den besonderen Zuständen der Frau, die mit der weiblichen Biologie zusammenhängen. Das sind Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit. Für diese Situationen gelten Einschränkungen bei den rituellen Verpflichtungen. So ist zum Beispiel im Ramadan den schwangeren, stillenden Frauen und auch menstruierenden Frauen das Fasten untersagt. Allerdings besteht die Pflicht, solche versäumten Fastentage im Laufe des Jahres nachzuholen oder ersatzweise Arme zu unterstützen. Im zehnten Jahrhundert waren die Einschränkungen ein Argument für die ohnehin frauenfeindlichen Gelehrten zu sagen, Frauen seien religiös nicht ganz vollwertig. Ganz anders sieht das natürlich die islamische Frauenbewegung, die es inzwischen gibt. Hier heißt es, diese Einschränkungen seien eine Gnade Gottes, da die Frauen angepasst an ihre biologischen Rhythmen leben können und in bestimmten biologischen Zusammenhängen Verpflichtungen entfallen.

Bemerkenswert, dass auch die interkulturelle Melanie Miehl nicht behauptet, die „islamische Frauenbewegung“ würde sich gegen die Scharia aussprechen. Bedauerlich hingegen, dass Miehl eben dieses weder vermisst noch uns verrät, wen sie denn für die „islamische Frauenbewegung“ hält. Vielleicht die 1947 im iranischen Hamadan geborene, orthodoxe und gottesstaatlich ausgerichtete Marionette des Mullah-Regimes Schirin Ebadi (Šīrīn ʿIbādī) oder die 1940 im marokkanischen Fès geborene, heute kläglich in die Enge getriebene Fatima Mernissi (Fāṭima Marnīsī)? Oder aber die reaktionäre Nādiyya Yāsīn (frz. Nadia Yassine) von der schariatreuen Bewegung „Al-ʿadl wa l-iḥsān – Gerechtigkeit und Wohlergehen“?

Nādiyya Yāsīn ist Tochter von ʿAbd as-Salām Yāsīn (frz. Abdessalam Yassine), dem im Jahre 1928 in Marrakesch geborenen panislamistischen Intellektuellen (13). Islamist Yāsīn frz. Yassine gründete mehrere Zeitschriften, die eine vollumfänglich implementierte Scharia fordern (Allahkratie), eine davon wurde vom marokkanischen König verboten, mehrfach wurde die noch nicht ausgelieferte gesamte Ausgabe beschlagnahmt. Heute redet seine Tochter Nādiyya frz. Nadia von „Demokratie“ (so ähnlich tat das auch al-Maudūdī und sprach vom „demokratischen Kalifat“) wenn sie die Monarchie kritisiert … sprich als unislamisch kritisiert. Die Europäer feiern Frauen wie Yāsīn oder Mernissi als Demokratinnen, vor allem die kulturrelativistischen „Feministinnen“ tun das.

Schirin Ebadi funktioniert als das Werbemaskottchen der Mullahs. Man mag es niemandem gönnen, in der islamisch-religiösen Diktatur zu leben, doch ihre im Staatsterrorismus vielleicht überlebenswichtige Werbung für die reine Scharia kann und darf uns außerhalb des Iran lebende Weltbürger nicht überzeugen. Die irgendwie frauenfreundliche Richterin begann ihre Karriere bereits vor 1979 also unter dem bestialisch folternden Schah. Die auf die radikale Islamisierung des Landes folgenden dreißig Jahre ist Ebadi zwischen Fernsehshows, Theaterbühnen und iranischen Gefängniszellen herumgewirbelt, in letzteren saß sie auch mal ein, hat sie da ein wenig von Frauenrechten und dort ein wenig von Menschenrechten geredet und findet Islam und Scharia einfach hervorragend. Bewirkt hat sie oder jedenfalls hat das Schreckensregime von Teheran in dieser langen Zeit nicht die Umsetzung der universellen Menschenrechte, sondern etwas anderes, nämlich dem Rest der Welt eine Islam-Diktatur mit menschlichem Antlitz zu verkaufen.

Kann doch alles nicht so schlimm sein in der Ǧomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān, wenn eine adrette Frau Ebadi vor laufenden Kameras von Freiheitsrechten redet. Deutschlands linken Gutmenschen um die antiimperialistische Sabine Schiffer (vgl. Sägefisch Nr. 134.) oder die evangelische Beate Sträter (vgl. Sägefisch Nr. 087.) ist die Existenz von Schirin Ebadi zur Aufrechterhaltung des Feinbildes USA-Israel dienlich, die weniger revolutionär und eher monetär orientierten Germanen betrachten Ebadi weniger als Friedensengel denn als Lottofee, sie legen Wert auf den Īrān als Handelspartner. Den Friedensnobelpreis gönnen der Gutesten dann beide deutschen Fraktionen. Islam verbindet.

Deutschland, Hafenamt. Lieferung, Kran. Zielort Iran. Nicht militärisch nutzbar. Eigentlich. Auch nicht als Baugerüst für Schahab-4-Raketen. Und falls doch, ich bitte Sie, dann doch nicht von einer krankaufenden Firma, die gar nicht mit dem Militär zusammenarbeitet. Das gewaltige Edelstahlobjekt brachte Deutschland 600.000 € in die Kasse. Schiff gerade ausgelaufen, tuuut. Was Sie nicht sagen, die Firma Mizan Machine steht auf der Schwarzen Liste als Kooperationspartner der Armee? Möchten Sie etwa dem Boot hinterherschwimmen (14)? Wird schon werden, Sie sollten es mit Jürgen Micksch halten und Ihr „Islambild verändern“.

Der vom Gottesliebling (Muḥammad) gestiftete Kerker der Angst, welchen Sunna-Zwangshandeln und Scharia-Doktrin seit tausend Jahren gegen jeden Fremdeinfluss versiegelt haben, muss gesprengt werden, will sich der Islam mit der kulturellen Moderne beziehungsweise der freiheitlichen Demokratie versöhnen. Den Kulturrassismus der Scharia lediglich, wie es die CIG und Melanie Miehl handhaben, „schön zu erklären“, zu rationalisieren, ist weder aus pädagogischer noch aus staatsbürgerlicher Sicht hinnehmbar. Religiöse Säkulare sollten jede Spielart der gehorsamspflichtigen Sexualisierung des Religiösen als von Patriarchen und patriarchalen Weibchen betriebene sakral-repressive Obszönisierung zurückzuweisen. Ich weiß, jetzt kommt das „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ – was nur bedeutet: Solange du dich noch gezwungen fühlst, bist du nicht gläubig genug! Im Islam heißt Gläubigkeit Pflichterfüllung. Eine autonome Lebensführung stört die Orthopraxie. Folgerichtig wollen die der Muslimbruderschaft, der FIOE oder der Millî-Görüş-Bewegung nicht fern stehenden deutschen Islamverbände verhindern, dass die Spezies Muslim-Frau so leben kann wie eine wirklich in der völligen (sexuellen, beruflichen, religiösen, politischen) Selbstbestimmung angekommene Staatsbürgerin. Das Zeichen für diesen Krieg ist das Kopftuch.

Das Kopftuch sagt: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allāh ein Gräuel. Die realen nichtkopftuchtragenden oder kopftuchtragenden Lesben werden eben „arrangiert verheiratet“ sprich zwangsverheiratet (kismet, arab. qadar), denn auch ein Leben als Single ist von Allahgott nicht vorgesehen.

Der Islam muss sein Wohlverhaltensdiktat aufgeben, das die vorislamische, womöglich oftmals brutale Stammeskultur fortgesetzt und teilweise verschärft hat. Die Jungen und Mädchen auferlegte Dressur, den weiblichen Körper und den menstruierenden weiblichen Körper mit geheiligtem Ekel (Lieben für Allah, Hassen für Allah) zu befrachten, wird die Seite der nachhaltigen (damit auch: die freiheitlich demokratische) Erziehung und Sozialarbeit als eine persönlichkeitsverzerrende, demokratieverhindernde Sexualmagie zurückweisen müssen.

Das gewaltsame Unters-Kopftuch-Drängen (Belästigungsdschihad) durch Sätze wie „Jedes Haar, was man sieht, verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange“ ist keine schulfähige Religionspädagogik. In diesem Sinne darf uns der etwas auffällige Kopftuchverzicht der Damen Lamya Kaddor und vor allem Emel Abidin Algan nicht die Sicht auf die Doktrin des ḥiǧāb vernebeln. Wir kennen Töchter, die auf Druck ihrer Familie verheiratet werden, auch mit dem Cousin, wir kennen Frauen, die das Haus kaum noch verlassen dürfen, wir erleben als Jugendarbeiter muslimische Aggression gegen Nichtfastende und andere Gehorsamsverweigerer.

Es wird allerhöchste Zeit, dass wir Pädagogen und Sozialpädagogen die täglich erlebten Folgen der durch DİTİB, Millî Görüş oder ZMD geforderten Jungen- und Mädchenerziehung dem Bereich der »Ekklesiogenen Neurosen« zurechnen (15). Wir dürfen die erziehungsbedingte beziehungsweise durch die Koranschulen verstärkte, nicht selten erhebliche, krankheitswertige Abweichung des Denkens, Fühlens und Handelns als »Islamogene Neurose« definieren.

Für Islamkonvertiten wie auch für die von Kindheit an muslimisch Sozialisierten erschwert dabei der kalkuliert antisoziale Zug des Islam den Ausstieg aus dem Tugendgefängnis. Die geheiligte Meidung gilt eben nicht nur den Nichtmuslimen, sondern auch deren Verhaltensweisen: „Wer sich so verhält wie ein Ungläubiger, ist einer von ihnen.“

Hier hätte der christlich-islamische Dialog eine Aufgabe, Wohlfühlveranstaltungen mit dem Freundeskreis von Aiman Mazyek, Ayyub Axel Köhler, Rabeya Müller, Bekir Alboğa und Mustafa Cerić werden dabei allerdings zu beenden sein. Sarkastisch gesagt werde der weibliche Leib mit klerikaler Mitwirkung bitte weiterhin islamisch tabuisiert und dämonisiert, längst nicht ausschließlich von der Kairoer al-Azhar ausgehend, sondern von Duisburg-Marxloh und Köln-Ehrenfeld. Es lebe das politische Hymen und das dieser Membran entsprechende textile, kopfbedeckende Jungfern- oder Ex-Jungfern-Häutchen, Feridun Zaimoğlu nennt es Schamtuch. Das Tuch auf eben jenem weiblichen Haar, das im orthodoxen Islam immer ein wenig nackter sein muss als das männliche Haar.

Das Hymen ist die in einer rituellen Vergewaltigung (islamische Hochzeitsnacht) mit dem angeblich männlichsten aller Körperteile zu zerstörende Membran, deren unzeitgemäßes Einreißen das Kalifat zum Einsturz bringen würde, weshalb die türkischstämmigen Mädchen von Brüdern und Tanten auf Schritt und Tritt zu kontrollieren sind. Die unverschleierten Mädchen sind in dieser Logik Schlampen ehrloser (islamverweigernder) Familien, die man zum Üben benutzen kann sprich zum Sex, fallweise auch erzwungen.

Bei der Religionsausübung fällt auf, dass Männer und Frauen getrennt – meistens räumlich getrennt – beten. Quellen der muslimischen Frühzeit belegen, dass das zu Lebzeiten des Propheten nicht der Fall war. Im Hof des Propheten wurde gemeinsam gebetet, die Männer vorne und die Frauen dahinter.

Wir sollen uns also verstärkt dem prophetischen Vorbild zuwenden, den Gefährten des Muḥammad? Zur Lösung der gescheiterten Integration für alle Kölner Kamelle und eine Prise ʿaṣr as-saʿāda, Zeitalter der Glückseligkeit? Die Kamelle bitte nicht nur koscher, sondern ḥalāl.

Seit Jahrzehnten haben die neidischen Reaktionäre Allahs auf den technologischen und kulturellen sprich zivilisatorischen Fortschritt des nichtmuslimischen Teils der Menschheit mit dieser „Rolle rückwärts“ reagiert, mit der Politikwerdung der Bewunderung der ʿaṣr as-saʿāda (vgl. türkisch saadet). Das ist durchaus orthodox, da nur die Nachahmung (taqlīd) der orthopraktischen Vorgaben der Autoritäten deiner Rechtsschule (maḏhab) dich, vielleicht, aus der ewigen Verdammnis retten kann und ein anderes Vorbild für Gottgefälligkeit und Sittlichkeit als das vom Propheten gelebte durch nach Großmufti Mustafa Cerić aus Sarajevo „unveränderliche und unverhandelbare“ Scharia verboten ist, wie er in »The challenge of a single Muslim authority in Europe« klarstellt.

Dort ordnet Cerić an: „Die Scharia ist das ewige Prinzip, auf dessen Basis wirklich jede Generation von Muslimen das Recht und die Pflicht hat, ihre Urteile über Gut und Böse aufzubauen sowie, zeitangepasst und erfahrungsabhängig, richtig und falsch zu benennen. … Das persönliche Glaubensbekenntnis (aš-šahāda. Schahada) und die gemeinschaftsbezogene Sitten- und Pflichtenlehre (aš-šarīʿa, Scharia) müssen in der Anwendung der Führerschaft (al-imāma. Imamat) ihren Ausdruck finden. Dieses Führertum, dieses Imamat ist der menschengemäße Weg der Selbstzucht und dienstlichen Treue den Werten und Gütern der Zivilgesellschaft gegenüber (16).“

Europas halbbewusst säkularisierte Christen wie Kuschel, Lemmen und Miehl glauben ja vielleicht, mit ihrem Trialog ein Vertiefen spiritueller Kultur zu erzielen, der wesentlich handfestere Großmufti redet von der geheiligten islamischen Statthalterschaft, vom Sonderrecht. Als hochrangiger orthodoxer muslim betreibt Mustafa Cerić die Rechtsspaltung Europas.

Wie erwähnt kooperiert die als gemeinnützig anerkannte Christlich-Islamische Gesellschaft ganz bewusst mit Mustafa Cerić vom in Dublin ansässigen radikalislamischen ECFR. Ob das denn wirklich so anerkennenswert gemeinnützig ist, mögen die folgenden Worte des Bosniers erhellen, die der bei Jörg Lau zu findenden »Declaration Of European Muslims« entstammen. Für alle muslimūn Europas, so heißt es da (interkulturell, trireligiös), soll künftig das islamische Personenstandsrecht gelten: „Es gilt, den Weg für das Muslimische Recht im Bereich des Personenstandsrechts freizumachen, beispielsweise ein implementiertes Muslimisches Familienrecht zu gewährleisten (17).“

Wir wollen das natürlich nicht, wir wollen ein einheitliches, säkulares Recht für alle, für alle Männer und Frauen jeder Nichtreligion, Ex-Religion oder Religion, und deshalb haben wir dem orthodoxen sprich politischen Islam des bosnischen Großmuftis Einhalt zu gebieten. Sein frauenentrechtendes Kalifat möge Cerić nicht in Deutschland aufbauen dürfen und hoffentlich auch nicht in Bosnien.

Diffus orakelt Melanie Miehl über menschenrechtliche namentlich frauenrechtliche Misstände des Islam, die angeblich allesamt unislamischer Herkunft seien. Die Kölner Katholikin verwendet den angeblich frauenfreundlichen Koran und die fehlerfreie Urgemeinde gegen allerlei ebenso angeblich erst in späteren Jahrhunderten in den Islam eingedrungenes Unrecht.

Mit diesem Lobgesang auf den reinen, makellosen Ur-Islam schafft man sich unter radikalen Muslimen vermutlich keine Feinde. Den nichtmuslimischen oder muslimischen Islamkritikern macht Melanie Miehl ziemlich schuldhaft das Leben beziehungsweise Überleben schwer. Die wie zufällig mit dem Parteiprogramm der an Necmettin Erbakan orientierten türkischen Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit, Parteizeitung: Millî Gazete) bestens kompatible Koranverehrung geht weiter:

Insgesamt gibt es also aus dem Koran heraus eine religiöse Gleichwertigkeit der Geschlechter. Daraus leitet sich aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter ab. An das männliche und weibliche Geschlecht sind unterschiedliche Anforderungen und Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft.

Sehr geehrte Frau Miehl, zum 01.07.1958 ist für alle Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten ersatzlos gestrichen worden.

Gerät Koranfreundin Melanie Miehl bei der Schwärmerei für das Medina-Modell Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland als aus dem Blick? Da heißt es

»(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.«

Das ewig reichlich willkürlich bleibende, keine Rechtssicherheit bietende Islamische Recht ist schlicht verfassungswidrig. Ach, und was hat das Dritte Reich doch nicht alles für „Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft“ (Miehl)? Knüpfen klingt ja so niedlich, verspielt und kreativ.

Der Islam hat die Frau überhaupt erst zum Rechtssubjekt gemacht.

Falsch, es war die arabische Unternehmerin Ḫadīğa bint Ḫuwaylid („Chadidscha“), die dem fünfzehn Jahre jüngeren Karawanenführer den Heiratsantrag machte. Der Erwählte schaffte diese Möglichkeit nach dem Tode seiner Frau allerdings ab, auf Anordnung Allahgottes, wie er es nannte. Sehr geehrte Frau Miehl, Sie sollten Ihre Islamstudien intensivieren.

Als eigenständiges Rechtssubjekt ist die Frau nicht länger ein Objekt, das gehandelt, als Braut verkauft wird. … Der Koran schafft auch den Brautkauf ab, der im vorislamischen Arabien üblich war.

So ein Unsinn, die Frau kann ohne Heiratsvormund nicht heiraten. Islamwissenschaftlerin Miehl verschweigt uns ferner den walī muǧbir. Oder sie kennt den wali Mudschbir nicht, es gibt schließlich sehr unkundige Ausbilder von Islamwissenschaftlern und folglich oft noch unbrauchbarere Islamwissenschaftler. Vielleicht möchte Europa aber betrogen werden und hat Interesse am Einkauf möglichst dummer Islamwissenschaftler, die sich als Referent vulgo Mietmaul risikolos auf kirchlichen oder kommunalen Bühnen platzieren lassen. Es verwundert wenig, wenn der vom Erdöleinkäufer finanzierte islamwissenschaftliche Minnesänger die Schönheiten des Korans preist und die Wahhabiten gleich mit.

Allerdings ist die Rechtsfähigkeit der Frauen im Vergleich zu der des Mannes in bestimmen Bereichen eingeschränkt. So gibt es die Regelung, die es einer Frau untersagt, einen islamischen Staat zu führen.

Genau. Durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht abgedeckt, auch nicht durch Artikel 4 Religionsfreiheit.

Daneben wird zum Beispiel die Zeugenaussage einer Frau vor Gericht anders gewertet als die eines Mannes. Das lässt sich aber nicht als eine Abwertung der Frau verstehen, sondern muss in einem komplexen System islamischen Rechts gesehen werden und lässt sich daraus erklären.

Halbe Aussage vor Gericht, das bedeutet, lax gesprochen, halbe Portion. Das iranische Blutgeld (diyya, pers. diyye) beziffert den geringeren Wert des Weibes, die Ayatollahs kennen den Islam. Frau Miehl bewertet diese Bewertung allerdings falsch, der Islam wertet die Frau emotional und eben auch rechtlich ab und wir dürfen beides nicht zulassen.

Was Ehe und Scheidung angeht, ist es wichtig zu wissen, dass das islamische Eheverständnis ein anderes ist als etwa das katholische.

Talaq, talaq, talaq (18). Und die Verstoßene kann, sofern der Bio-Clan sie zurücknimmt bzw. leben lässt, einen Mann geringeren Ansehens heiraten. Andernfalls kann sie als Nutte leben, im Kalifat ist schließlich jeder nützlich, und sei es als schlechtes Beispiel.

Das muslimische Eheverständnis kommt eher an das protestantische heran. Luther hat ja die Ehe als weltlich Ding bezeichnet. Es geht um den Abschluss eines Vertrages.

Die islamische Ehe ist nicht nur Recht (aš-šarīʿa, Scharia), sondern die einzige sozial wie religiös akzeptierte Weise ehrbarer Sexualität. Die schariakonforme Familie, die islamische Ehe (an-nikkāḥ) und der vollzogene Koitus nebst nachfolgender Geburt eines Kindes nämlich vor allem eines Sohnes bilden den Nukleus des niḍām islāmī (türk. Nizam İslâmi), der einzig schützenswerten Lebensweise. Nur sie führt, vielleicht, in die ewige Gottesnähe.

Es stimmt, die Ehe ist ein von den männlichen Vertretern ausgehandelter Vertrag – dessen Verweigerung dich in die Höllenflammen führt. Die islamische Ehe als nicht der Religion zugehörig zu bezeichnen ist taqiyya, bewusste Lüge, und dient der daʿwa, der Islambewerbung. Im islām gibt es überhaupt keinen weltlichen Bereich! Seit der Zeit des im Jahre 1111 verstorbenen Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, so dürfen wir sagen, ist jeder Bereich des menschlichen Zusammenlebens Teil der šarīʿa, auch der kleinste Handels- oder Kaufvertrag. Alles hat schariarechtliche Bedeutung, welche, erfährst du per fatwā, durch Koranlektüre oder vermittels bezogener Prügel.

Die Lebensweise der Nichtmuslime ist geheiligt herabzuwürdigen, ökonomisch nutzbar zu machen, ihre Umgangsformen und ihr Sexualverhalten sind aus Sicht der islamischen Orthodoxie sittlich geringeren Wertes.

[Der islamische Ehevertrag] Zum Beispiel die Frage, ob die Frau später noch eine Berufstätigkeit anstrebt, ob sie bereit ist, mit ihrem Mann in dessen Heimatland zu gehen. … Man darf nur nichts vereinbaren, was gegen den Islam an sich verstößt.

Deswegen haben wir das Standesamt erfunden, das die Gleichberechtigung der Frau garantiert. Deshalb werben wir für die standesamtliche Eheschließung und gegen die Ehe beim Guru, Imam oder Voodoo-Zauberer. Frau Miehl hat uns unterschlagen, dass die trennungswillige Muslima ihre Kinder verlieren wird, die gehören nach Islamischem Recht der Familie des Ehemannes. Außerdem darf die Muslima keinen Nichtmuslim heiraten, auch das ist in Deutschland schlicht verfassungswidrig.

Dieser Vertrag wird zwischen Braut und Bräutigam geschlossen oder zwischen dem Bräutigam und dem Vertreter oder Vormund der Braut. Es ist aber so, dass keine Frau gegen ihren Willen verheiratet werden darf, eine solche Ehe ist ungültig.

Das glauben islamverliebte Katholikinnen in Köln, das wissen Frauen in Malaysia besser und das schreibt das dortige Familienministerium folgendermaßen (19)

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Verheiratung erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits.«

Soweit der malaysische Staat. Und soweit auch zum Text »Frauen und Islam (20).« Miehl ist Vorstandsmitglied der CIG und war von 2003 bis 2008 Vorsitzende des Koordinierungsrates der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland (KCID).

Jacques Auvergne

(1) Großmoschee Köln, Giordano an Schäuble. »Mir macht Angst, dass Sie so viel Verständnis haben«, FAZ vom 02.03.2008

http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E1F862BCA7EB24552AD27D6444ADF83B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(2) Da heult der Wolf, bei Muhsin Yazicioğlu

http://www.muhsinyazicioglu.org/

(3) Das Chamäleon der Islamisierung: Herbert Krawinkel, Nichtfreimauerer (?) und Ganzgroßimam (?) Mohammed Salim Abdullah; Preisverleiher an die nach Einfluss gierenden Dhimmis

http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2273&view=previous&

(4) Muhammed Salim Abdullah = Herbert Abdullah Krawinkel. Wikipedia Diskussion

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Muhammad_Salim_Abdullah

(5) „Antiimperialist und Antirassist“ Rolf Wischnath verteidigt den geheiligten Mord des Genfer Reformatoren an Michel Servet im Jahre 1553. Zum islamkompatiblen Calvin-Kult des Jahres 2009. Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/23/121/

(6) Gudrun Eussner. Zu: Christian Troll

http://www.eussner.net/artikel_2007-04-03_20-01-29.html

(7) Islamischer Wali Mudschbir plus islamisches Heiratsalter = islamische Ehe = Islam. Bericht zu Afghanistan von Theresa Schäfer: »Kinderbräute erwartet oft die Ehehölle«, Stuttgarter Zeitung vom 16.07.2009, man beachte den ausgezeichneten Kommentar von marti

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2129147_0_6120_-zwangsehen-in-afghanistan-kinderbraeute-erwartet-oft-ehehoelle.html

(8) Islamic FGM. Indonesiens islamrechtlich vorgeschriebene Mädchenbeschneidung

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1435

(9) Kinder fehlinformieren mit einem angeblich toleranten Andalusien: „Toledo kann überall sein … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen.“

http://www.mlks.marl.de/kubucha/abraham/06/pressedok.html

(10) Kuscheln mit dem Scharia-Islam: Karl-Josef Kuschel. Der Tübinger Schariafreund und Professor auf Deutschlandtournee, im Programm das Evangelium des Trialogs: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime in Europa«

http://www.c-eichert.de/a/index.php?go=vo001.php

http://www.gcjz-minden.de/0339bc99960ea5804/0339bc9b300f1ca01/index.html

http://www.salvatorianerinnen.de/terminsache/details/?no_cache=1&tx_activitycal_pi1[eventid]=3

(11) Der Kopftuchprofessor. Kuschel billigt Fereshta Ludin. Kuschel pro Lehrerinnenkopftuch. Das Kopftuch sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen

http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/1998/imp980502.html

(12) Goldene Kette, Golden Chain

http://naqshbandi.org/chain/names.htm

(13) Abdessalaam Yassine

http://www.yassine.net/en/mishkate/pages/YOChapterDetailPage.aspx?BookID=15&isBook=OK&ChapterID=1&Lang=4

(14) Einen kleinen Kran für den lieben Iran

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,353161,00.html

(15) Eberhard Schaetzing: Ekklesiogene Neurose

http://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiogene_Neurose

(16) »The challenge of a single Muslim authority in Europe«, Mustafa Cerić: „The sharı¯’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience. … The personal confession of faith (the shaha¯dah) and the collective moral commitment (the sharı¯’ah) must find expression in the practical function of leadership (the ima¯mah) as the human way of discipline and loyalty to the common good of civil society.“

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(17) Mustafa Cerić (DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS) will die Rechtsspaltung Europas, für alle Muslime soll islamisches Personenstandsrecht gelten: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.“ Dank an Jörg Lau

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

(18) talaq

http://www.islamic-sharia.org/divorce-talaq/talaq-bain.html

(19) Malaysia. Wali Mujbir (guardian)

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(20) Melanie Miehl: »Frauen und Islam«, Seminar Islam in der Arbeitswelt, 10.-14.12.2001

http://www.migration-online.de/beitrag._cGlkPTIzJmlkPTM0MzE_.html

Maududi erklärt den Islam

Oktober 30, 2009 von schariagegner

نظام اسلامی

niḍām islāmī,

Nizam İslâmi,

Ordnung (Staatsordnung) im Sinne des islām

Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam

»Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988) enthält als posthum angefertigte Textsammlung Auszüge aus Vorträgen des 1979 verstorbenen islamischen Theoretikers und pakistanischen Parteigründers al-Maudūdī (1). Gekürzt, aus dem Englischen übertragen und kommentiert von Jacques Auvergne

Pakistan 1941. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete ein 38jähriger, 1903 in Aurangabad (Maharashtra, Indien) geborener Journalist und Prediger eine religiöse Partei. Das geschah in Lahore (Provinz Punjab), der Aktivist war Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī und seine missionarisch-elitäre Partei Jamaat-e-Islami (JI) besteht bis heute (2).

2002 trat die JI gemeinsam mit vier anderen islamistischen Parteien aus so unterschiedlichen Spektren wie Deobandi, Barelwi und Schiiten als Zweckgemeinschaft und Wahlbündnis namens Muttahida Majlis-e-Amal (MMA, Vereinigte Aktionsfront) zur Parlamentswahl an und stellt inzwischen in Pakistans Nordwestlicher Grenzprovinz (North-West Frontier Province, NWFP) die Regierung. Man vermutet 20 % der Pakistanis als Schiiten, die weltweit größte schiitische Gemeinschaft außerhalb des Iran. Die Hauptstadt der von 20 Millionen Einwohnern und zumeist von Paschtunen (Stichwort afghanische Burka) bewohnten Nordwestprovinz NWFP ist Peschawar, im westlichen Nachbarland Afghanistan tragen Pakistans Nordwestprovinz und die so genannten Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (FATA) den Namen Paschtunistan oder Ostafghanistan. Im Februar 2009 wurde nach eineinhalbjährigem ǧihād der Ṭalibān gegen die pakistanische Armee, der die gezielte Zerstörung von Mädchenschulen zeitigte und die Flucht oder Vertreibung von Zehntausenden von Menschen, im NWFP-Distrikt Malakaland (Swat-Tal) die šarīʿa zur Gänze eingeführt (3), zwei Monate darauf im Distrikt Swat. In Swat Ehebruch nun mit Steinigung „islamrechtlich bewertet“ wird (4).

1997 hatte die mächtigste der islamischen Parteien Pakistans die Wahlen boykottiert, 2006 brachte sie, obwohl JI-Führer Qazi Hussain Ahmad von Pakistans Polizei angeblich zu seinem Schutz interniert worden war, in der Stadt Karachi 25.000 Menschen zu einer Demonstration gegen Gotteslästerung auf die Straße (5).

Frauen und Nichtmuslime sind in (Afghanistan und) Pakistan traditionell und praktisch so gut wie rechtlos, bereits seit 1986 gilt Blasphemie als Straftatbestand (Pakistanisches Strafgesetzbuch, Zusatz 295-C). Die Lage in Pakistan ist ebenso intransparent wie explosiv. Womöglich durch Terrorgruppen wie die Laschkar-e Taiba (sie wird mit den Angriffen auf Hotels, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen im indischen Bombay am 26.-29.11.2008 in Verbindung gebracht) bereicherte rebellische traditionelle Stammesführer im Westen proben kleine und mittlere Sezessionskriege oder fordern und bekommen die šarīʿa. Präsident Musharraf wird auch in den Großstädten politisch von (noch) Radikaleren in die Enge getrieben. Und irgendwo stehen potentiell jederzeit hunderttausendfachen Tod bringende Atomraketen herum.

Bei einer derartigen Vielfalt und Dynamik an Brutalität, wie sie das Pakistan dieser Jahre bestimmt, der tödliche Anschlag auf Benazir Bhutto in Rawalpindi (Provinz Punjab) am 27.12.2007 wurde weltweit zum Sinnzeichen dieses Schreckens, könnte man den Parteigründer und islamischen Theoretiker al-Maudūdī leicht übersehen.

Das weltweit viel gelesene Werk »Khutabat. Fundamentals of Islam« (Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam) wurde aus den Predigten des konsequenten islamischen Denkers sprich islamischen Staatstheoretikers erst nach dessen Tod zusammengestellt und erschien im Englischen im Jahre 1985 als »Let us be Muslims.«

Britischer Herausgeber war die in Leicester (‘lɛstə) ansässige Islamic Foundation, die gemeinsam mit der in derselben mittelenglischen Großstadt (290.000 Einwohner) niedergelassenen UK Islamic Mission, im Netz www.ukim.org, den britischen Zweig der JI darstellt. Als Übersetzer ins Englische betätigte sich Khurram Murad (1932-1996), mit dem der Deutsche Konvertit Ahmad von Denffer (www.muslimehelfen.org) zwischen 1978 und 1984 zusammenarbeitete. Der 1949 im niederrheinischen Mönchengladbach als Kind einer baltendeutschen Familie geborene Ahmad von Denffer veröffentlichte zwischen 1995 und 2005 zehn seiner religiösen Schriften beim der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Islamischen Zentrum München.

Der Titel der neun Jahre nach dem Tod des „Meisters“ (Maulānā, türkisch Mevlana) herausgegebenen Textsammlung weist auf das Wort Chutba (ḫuṭba) hin, wie wir es aus dem Begriff für die islamische Freitagspredigt kennen. Im frühmittelalterlichen ersten Jahrhundert des politischen islām wurden in der solcherart verstandenen ḫuṭba auch die militärpolitischen Befehle ausgegeben. In späteren Jahrhunderten mögen, vorbehaltlich der menschenrechtswidrigen und „ewigen“ Grenzen der šarīʿa, moralisch orientierte Appelle nach Selbstvervollkommnung überwogen haben. Heutzutage werden auch Predigten für die Zeit des Freitagsgebetes geschrieben, die kluge Lebenshilfe enthalten, nach wie vor gilt allerdings auch in Deutschland der angeblich von Allah gewollte Schariavorbehalt.

Eher selten werden in Freitagspredigten alle Nichtmuslime als stinkende Nachkommen von Affen und Schweinen bezeichnet oder es wird im Jahre 2005 durch engagierte Muslime wie Herrn David Mitterhuber vom Multikulturhaus im bayerischen Neu-Ulm („Wenn keine Fremden dabei sind, predigt Mitterhuber den Dschihad. Das Töten und Sterben im Auftrag Allahs“) zum soziopolitischen Saubermachen aufgerufen (6). Zwei Jahre später ist Mitterhuber immer noch politreligiös aktiv als Leiter des Islamischen Informationszentrums (IIZ). Im Umfeld des IIZ warb man Kämpfer nach Tschetschenien und lässt sich in pakistanischen paramilitärischen Trainingslagern zu einem Soldaten Allahs ausbilden, während an der süddeutschen innenstädtischen Schaufensterscheibe der Aufkleber „Islam heißt Frieden“ prangt (7). Ein bemerkenswertes Friedensverständnis ist es allemal.

Nach al-Maudūdī muss der politischen Macht Allahgottes nicht nur als Gesetzgeber (Souverän) jedes Gemeinwesens, sondern auch als Herrscher durch jeden muslim zum Durchbruch verholfen werden, jede andere Staatsform (islamische Lebensweise) sei Verrat an der Tugend und Beförderung der Wirkmacht des Teufels. Demokratie ist für radikale Muslime eine „Ungerechtigkeit“. General Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq (Zia ul-Hakk), Pakistans Regierungschef zwischen 1977 und 1988, genoss das Wohlwollen des Theokraten al-Maudūdī.

Zwei Jahre vor der Islamischen Revolution im Iran (1979) implementierte Putschist Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq die vollumfängliche šarīʿa (dem Dieb die Hand religiös abhacken und andere ḥadd-Strafen) und sprach vom islamischen »System« (nizam). Das beispielsweise ins Türkische eingegangene Wort Nizam bedeutet Staatsordnung oder Gesellschaftsvertrag (an-niḍām) und wird weltweit islamisch-revolutionär verstanden, letztlich ist bereits die frühmittelalterliche Staatsgründung von Medina die erste Islamische Revolution. Die 1971 gegründete und nach dem Militärputsch bereits im Folgejahr verbotene erste Partei der nationalistisch-radikalislamischen türkischen Millî-Görüş-Bewegung nannte sich Milli Nizam Partisi (MNP).

Der pakistanische niḍām islāmī (nizam islami) wird in aller Welt in antidemokratischen islamischen Kreisen bewundert. Nach „Meister“ al-Maudūdī reicht es aber nicht, zu bewundern und sei das Nichthandeln gotteslästerlich. Islamisches Tun nämlich sei nichts anderes als der allumfassend betriebene Aufbau der „Herrschaft Gottes“ (ḥakimiyyat allāh), die Parteigänger Allahs müssten zur revolutionären Kraft werden und der Gottheit den Weg zur irdischen Macht und Übernahme der Staatsführung ebnen. Die künftigen, aus konsequent islamischer Sicht einzig legitimen Herrscher sind Stellvertreter (Ḫulafāʾ, Kalifen, Sg. Ḫalīfa) der heilsverweigernden oder heilsgewährenden Gottheit. Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī spricht, Monarchie beziehungsweise Autokratie zurückzuweisend, zunächst überraschend vom „demokratischen Kalifat.“

In Allahs Demokratie wird der qurʾān zur Verfassung, muslimische Frauen haben kein passives und nichtmuslimische Bürger gar kein Wahlrecht. Solange die im Buch „ḫuṭabat. Grundlagen des Islam“ (»Khutabat. Fundamentals of Islam«) und in den anderen Schriften von „Meister Maududi“ dargelegten, mit Koran und Hadithen völlig verträglichen Forderungen nach der radikalen Politikwerdung des Allahkultes in vielen islamischen Milieus und auch in Europa hohes Ansehen genießen, verdienen sie auch unsere Betrachtung.

Hören wir auf die in den »ḫuṭabat (Khutabat. Fundamentals of Islam)« niedergelegten Worte des Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Liebe Glaubensgeschwister, ihr seid davon überzeugt, dass sich Muslime und kuffār voneinander unterscheiden, ihr glaubt, das Allāh nicht die kuffār liebt, sondern die Muslime und dass Allāh am Weltende den Muslimen verzeihen wird und den kuffār nicht. Weiter seid ihr euch ganz sicher, dass die Muslime in die ǧanna, das islamische Paradies gelangen werden, jeder kāfir aber in die ǧahannam, die islamische Hölle hinabgeworfen wird. … Warum macht Allāh diese Unterschiede, wo doch der kāfir ebenso zwei Augen und Ohren hat wie ihr, die gleiche Luft atmet und das gleiche Wasser trinkt? Warum diese Rangerniedrigung für die kuffār, warum euer Verbleib im Himmel und ihr Verbleib in der Hölle? … al-islām ist die Unterwerfung unter Allāh, al-kufr ist der Ungehorsam gegenüber Allāh. Beide, der muslim und der kāfir sind menschliche Wesen, doch den einen hat Allāh erhöht, weil er die Befehle Allahs erkennt und befolgt, der andere jedoch hat sich als Gottesleugner und Gehorsamsverweigerer selbst erniedrigt.

Die Dressur auf das „Erkennen der Befehle“ beginnt im Kindesalter. Der das Territorium, den Körper und die Körperlichkeit schachbrettartig in paradieskonforme und potentiell teuflische Zonen zerlegende Polit-Kult islām gibt vielfältige, sklavisch genau zu befolgende Reinigungsbefehle aus. Die „Kleine Unreinheit“, verursacht durch Schlaf, Bewusstlosigkeit, Ausscheidung verschiedener Körpersubstanzen, beim wesensgemäß reineren Mann jedoch auch durch das Berühren der Haut einer mit ihm nicht nahe verwandten Frau muss durch die „Kleine Waschung“ (arab. wudūʿ, pers. ābdast) von Gesicht, Händen und Unterarmen sowie das feuchte Abwischen von Haaren und Füßen beseitigt werden, sonst knistern die Höllenflammen.

„Große Unreinheit“ folgt im politischen islamischen Körperkult beim männlichen Samenerguss, der weiblichen Menstruation sowie innerhalb von vierzig Tagen nach der Niederkunft. Sie kann nur durch ġusl (Ghusl), Ganzkörperwaschung beseitigt werden, andernfalls drohen soziale Ächtung und verschlossene Paradiestore. Es spricht al-Maudūdī:

In zweierlei Hinsicht unterscheiden sich also muslim und kāfir, im Glaubenswissen und im Handeln, in Verstand und Tat. Zuerst muss man nämlich wissen, wer der Herr ist, wie die Befehle des Herren lauten und wie diese Vorgaben umzusetzen sind, welche Taten Allahs Wohlgefallen erzeugen und welche nicht. Dann aber geht es darum, in der Erkenntnis dessen, was Allāh fordert, sich seiner eigenen Forderungen zu entäußern: die Wünsche Allahs sind zu erfüllen, die eigenen Wünsche sind nachrangig.

Wenn immer ihr etwas für gut bewertet, Allāh aber sagt, dass es schlecht ist, müsst ihr es so betrachten, wie euer Herr es sagt. Und wenn ihr glaubt, eine Handlung sei gefährlich oder schädlich, Allāh sie euch jedoch befiehlt, dann habt ihr sie auszuführen, und wenn es euren Besitz oder euer Leben kosten sollte. Was Gott euch verbietet, dürft ihr also nicht tun, und wenn es euch den Reichtum der ganzen Welt gewähren würde. So dienen Muslime ihrem Herrn, dafür werden sie einst belohnt werden, und das ist das Wissen, das die kuffār nicht besitzen und der Mangel, für den sie als Ungehorsame aufgeschrieben werden und Gottes Heils beraubt werden. Jetzt aber sagt es ehrlich: Seid ihr den kuffār wirklich sittlich überlegen, wenn ihr euch zwar Muslime nennt, euch aber heute so verhaltet wie die Ungläubigen?

Einfach gesagt: wie kann ein muslim einem kāfir überlegen sein, wenn er sich genau so verhält wie der Unwissende? Wir müssen über diese Frage ernsthaft nachdenken. Sicherlich, wir wissen, anders als die kuffār, dass der qurʾān Gottes Buch ist. Doch wir gehen trotzdem mit dem qurʾān so um wie die Ungläubigen. Obwohl wir wissen, dass Muḥammad der Prophet Allahs ist, verweigern wir ihm, einem Ungläubigen gleich, doch den Gehorsam. Wir wissen, dass Allāh die Lügner verflucht und ihnen die Hölle zur Wohnung gegeben hat und dass Er als diejenigen als die größten Sünder bezeichnet, die für Zinsen leihen und den Zins annehmen. Uns ist bewusst, dass Er Unmoral und Pornographie grausam bestrafen wird, und doch gehen wird diesem Frevel ebenso nach wie die Ungläubigen, wie diejenigen, die keine Angst vor Gottes Zorn haben.

Warum sind die Muslime heutzutage erniedrigt?

Der Entwicklungsstand moralischer Reife zweier beliebiger Sandkastenbengel. Beide zeigen völlig ernst aufeinander „Der da hat angefangen!“ Sind radikale Muslime Sandkastenbengel? Wie gut, dass es Israel gibt: „ … hat angefangen!“ Liebe Araber, so wird das nie was mit dem Anschluss an den Weltstandard der Technologie und Zivilisation.

Trotz der so großen Zahl an Muslimen und muslimischen Regierungen ist die Welt in der Hand derjenigen, die sich gegen Allāh aufgelehnt haben. Sie haben euch in ihrer Gewalt und steuern euch, wohin sie wollen. Eure Ehre wird mit Füßen getreten. Eine solche Lage sollte eigentlich ebenso unmöglich sein, wie ein Gegenstand gleichzeitig schwarz und weiß sein kann. Wie konnte der gottgeliebte muslim derart in Ungnade fallen, ist Gott (Allāh vergib mir!) so ungerecht, dass er euch trotz Pflichterfüllung derartig bestraft?

Wenn es zu eurem Glauben gehört, zu wissen, dass Gott niemals ungerecht ist, werdet ihr zugeben müssen, dass irgendetwas mit eurem Anspruch nicht stimmen kann, Muslime zu sein. Mögt ihr auch in euren Papieren als Muslime geführt werden, Allāh besitzt seine beiden eigenen Listen mit den Namen seiner gehorsamen und ungehorsamen Knechte.

Allahs Worte sind nicht etwa gekommen, um euch Unglück und Elend zu bescheren, nein, der qurʾān ist Quelle von Glück und Erfolg. Die Kinder Israels, die Juden verhielten sich falsch in Bezug auf die ihrer Verantwortung überlassenen Schriften. In Sure 2:61 spricht Allāh: „Schande und Erniedrigung bedeckte sie, Allahs Zorn kam über sie, weil sie die Zeichen Allahs zurückwiesen …, weil sie Widerspenstigkeit und Frevel begingen.“ Wenn also ein Volk der Buchbesitzer Demütigung und Erniedrigung erfährt, dann nur deshalb, weil es Allahs Wort gegenüber ungerecht war. Es gibt keinen anderen Weg, sich vor der Wut Gottes zu retten, als dem qurʾān seinen wahren Wert einzuräumen.

Ihr habt nicht das Recht zu sagen: ‘Das ist meine Meinung’ oder ‘Das ist bei uns so Brauch’ oder ‘Diese oder jene Autorität verlangt das von mir’, all das wäre nichts als Vorwand. Alles müsst ihr im Lichte von al-qurʾān und as-sunna bewerten. Was für ein ungehöriger Widerspruch wäre es, sich muslim zu nennen, aber irgendeiner eigenen oder gesellschaftlichen Meinung den Vorzug gegenüber den Worten von Koran und Sunna zu geben. Sure 5:44 erhellt es: „Wer sich nicht an das hält, was Allāh hinabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“

Wer das Glaubensbekenntnis spricht, verwandelt sich ganz und gar. Aus einem kāfir wird ein muslim: vorher war er unrein, nun ist er rein, gestern missfiel er Allāh, ab heute strebt er, von Ihm geliebt zu werden, in der Vergangenheit war ihm die Hölle bestimmt, jetzt steht ihm die Türe zum Paradies offen. Aber das bloße Aussprechen der kalima mit ihren sechs oder sieben Worten ist es nicht, was einen kāfir zu einem muslim macht, einen unreinen Leib und eine verdammte Seele zu einem reinen Körper und einer gottgeliebten Seele. Ihr müsst die Worte der kalima wirklich erfassen, eure Herzen verwandeln lassen und euer ganzes Leben verändern. Nur dann werdet ihr Muslime werden.

Der Titel »Let us BE Muslims« (Hervorhebung Auvergne) wird hier erkennbar als aufrüttelnder Appell, auch zum aufrüttelnden Vorwurf: ‘Wir müssen Muslime SEIN, das ist unsere einzige Chance, vielleicht die letzte.’

Die kalima ṭayyiba ist das wahre Wort, jedes Ding im Weltganzen ist dafür Zeuge, Mensch, Tier, Baum, Stein oder Sand, reißender Fluss oder glänzende Sonne. Das Weltall ist von Allāh geschaffen, Er allein ist sein Herrscher. Wann immer ihr euch vor Ihm verneigt, begeht ihr nichts anderes als das, was alle Dinge ihrem Wesen gemäß tun: Den Einklang mit Gott bekennen. Alle Kräfte der Natur befördern denjenigen, der an die kalima ṭayyiba glaubt. Wer der kalima ṭayyiba Folge leistet, gleicht dem stolzen Baum mit seinen tiefen Wurzeln und hohem Gezweig, der reiche Frucht hervorbringt.

Ganz im Gegensatz dazu steht die kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha), die behauptet, es gebe keinen Gott oder es gebe neben Allāh ein anderes Wesen göttlicher macht. Was für eine verlogene und leere Behauptung ist das doch! Wie kann jemand, der eine derartig widernatürliche Meinung vertritt, im Diesseits oder Jenseits erfolgreich sein? Allāh hat ihm eine Frist gewährt, eine Zeitlang darf er aus den Energien der Natur zehren. Wer dem falschen Wort, der kalima ḫabiṯa anhängt, gleicht dem bitteren Unkraut mit seinen schwachen Wurzeln und seiner Schädlichkeit.

Kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha) bedeutet widerliches, bösartiges Wort oder Wort der Heimtücke. Die Vokabel ḫabiṯa hat auch nach dem Tode des islamischen Theoretikers ihre radikale Verwendung gefunden. Wie das Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy (Militant Ideology Atlas, 192, 195) berichtet, bezeichnet Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“) ganze Nationen als „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“ Staatswesen der Verworfenheit, Nationen des Übels (8). Der Bärtige im oberen Bild ist al-Maqdisī (9). Zurück zu al-Maudūdī:

Ein Irrweg ist es, anderen Menschen anstatt Allāh zu gehorchen. Wir dürfen den uns fortschrittlich und modern erscheinenden Völkern nicht folgen, denn Allāh stellt in Sure 6:116 klar: „Und wenn du der Mehrheit der Menschen folgst, wirst du von Allahs Weg hinweggeführt werden.“

Ihr mögt die heidnischen Tempel der Götzenanbetung aus Stein oder Mörtel zerstört haben, doch habt ihr die Tempel in euren Herzen übersehen. Diese Götzen zu zerstören ist jedoch Voraussetzung, um ein muslim zu werden. Ich bin sicher: was immer ihr in dieser Welt zu erleiden habt, ist das Resultat aus dem soeben beschriebenen Dienst an den Götzen.

Es dürfte für einen Fundamentalisten von verführerischer Konsequenz sein, ein äußeres Heidentum durch ein inneres zu ergänzen und Außenwelt wie Innenwelt gleichermaßen vom dämonischen Schmutz zu reinigen, beiderlei Heidentum zu vernichten. Das Bild von den herzlichen Bauwerken gibt es auch sehr konstruktiv, ganz ohne Abbruchwerkzeug: „Errichtet den Staat Gottes in eurem Herzen, so wird er bald auf eurem Territorium entstehen“ (uphold Islam in your heart, and it will grow strong within your society), wie der 1972 geborene, viersprachige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland, Köln 2009, 200) den ägyptischen Richter und Scheich Ḥasan al-Huḍaibī zitiert. Scheich al-Huḍaibī war zwischen 1950 und 1973 der zweite „General Guide“ (Generallenker, Führer) der Muslimbruderschaft.

Zweierlei Muslime?

Es gibt die halbherzigen Muslime. Halbherzigkeit reicht nicht aus, um ein muslim zu sein. Den gottesdienstlichen Ritualen beizuwohnen oder die Perlen seiner Gebetskette durch die Finger gleiten zu lassen ist die täuschende Oberfläche, die äußerliche Frömmigkeit, das macht einen kāfir nicht zu einem muslim. Die oberflächlichen Menschen lieben etwas um sich selbst willen oder um ihres Volkes willen, nicht aber um Allahs willen. Solche Menschen mögen Institutionen kultureller, pädagogischer oder politischer Art begründet haben, ihre Einrichtungen werden zwar islamisch erscheinen, doch niemals islamisch sein.

Es gibt die echten Muslime, die alles Tun unter den Willen Allahs stellen. Gottes Rechtleitung bestimmt ihre Gedanken und Gefühle, ihre Arbeit und Sexualität, ihre Liebe und ihren Hass vollkommen und kompromisslos. All ihre Gemeinschaft und jedes ihrer Gemeinwesen bestehen nur um des islām willen.

Din und Scharia

Aš-šarīʿa (Scharia) bedeutet Weg oder Pfad, ad-dīn (Din) bedeutet Religion. Der Eintritt in den dīn ist die Anerkenntnis der Herrschaft Allahs, seines Gesandten und seiner Bücher, die Art und Weise aber, in der man heute gottgefällig zu leben hat, ist die šarīʿa. Die šarīʿa lehrt uns, wie wir Allāh anzubeten haben und ihm gehorchen sollen, wie wir Körper und Herz reinigen müssen. Kurz gesagt, die šarīʿa lehrt uns, wie wir unser gesamtes Leben führen müssen. Der dīn ist die ureigene Religion von allen Propheten, von Noah, Abraham, Jesus und Moses, die šarīʿa hingegen ist die von Allāh gestiftete und durch Muḥammad bekannt gewordene Orthopraxie.

Ibada

Al-ʿibāda gehört zum Wort für Diener oder Knecht, ʿAbd. Die ʿibāda ist die Gottesdienerschaft oder Gottesknechtschaft. Lebenslanger treuer Gehorsam und völlige Dienstbereitschaft in jedem Augenblick ist die Pflicht eines ʿabdallāh, eines jeden muslim. Das ist ʿibāda. Wer jedoch für seine dienende Arbeit zwar bezahlt wird, ohne aber die Anweisungen seines Herrn umzusetzen, wird nicht Diener genannt werden können, sondern untreu, widerspenstig. Allāh weist uns genau darauf hin: „Ich habe die Menschen nur erschaffen, damit sie mir dienen.“

Wer die Pflichten, die ihm die Menschen gegeben haben, über die Pflichten stellt, die Allāh ihm aufgetragen hat, weiß nichts von der wahren Bedeutung der ʿibāda. Mit gefalteten Händen sich in Gebetsrichtung, zur qibla hin auszurichten, sich mit der Stirn auf die Erde niederwerfen, einige rituell vorgeschrieben Worte zu sprechen oder im ramaḍān bis zum Sonnenuntergang zu hungern und zu dursten, das ist nicht ʿibāda, sondern Äußerlichkeit. Ihr müsst das ganze Leben hindurch ʿibāda ausüben, jede eurer Handlungen muss mit Allahs Gesetz in Einklang stehen. Bei jedem Schritt müsst ihr darauf achten, was ḥalāl, was erlaubt und was ḥarām, was verboten ist. Was ist hier und heute zu vermeiden, was erregt jetzt Gottes Missfallen? Das ist ʿibāda, Gottesknechtschaft, dann und nur dann ist sogar euer Weg zu eurer Familie Gottesdienst, dann ist es Dienst an Gott, wenn ihr eure Kinder küsst.

Heute, genau drei Jahrzehnte nach dem Tod des al-Maudūdī definiert die Seite www.al-muwahidun.com die Ibada als „sich verneigen, gehorchen, seine Kleinheit akzeptieren“ und führt zur Gottesdienerschaft aus: „[einerseits] etwas, was die Scharia befiehlt, selbst wenn es [widersprüchlich] zum Brauch oder zum Verstand ist … [andererseits] die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbande nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, das Gute befehlen, das Schlechte verbieten, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen (10).“

Die deutschsprachige Seite verlinkt zu in jugoslawischer Sprache gehaltenen und Bosnien aktiven Netzwerken wie der wahhabitisch anmutenden www.imamitewhida.com oder zur möglicherweise dschihadistisch motivierten //monoteizem.com/ und www.suza-za-tewhidom.com (11). Die Letztgenannte verlinkt zur sich auf Ibn Taymiyya berufenden, arabischsprachigen und womöglich den islamischen Terrorismus billigenden Seite www.ansaaraltawheed.com. Den Bestandteil „Unterstützer des Eingottglaubens“ (ansar al-tawhid) führen Terrorgruppen im Sudan (12) und Irak (13) im Namen. Für Frauen hält das nähere Umfeld die deutsche Seite //ukhti.net bereit. Werbefeldzug und Feldzug für das Kalifat ist das Letzte, was das zerfallene Jugoslawien braucht, hoffentlich geht in Bosnien oder auch in Deutschland niemand diesen Radikalen auf den Leim, die in Nigeria oder Pakistan Entführer, Attentäter und Kindersoldaten ausbilden.

Zum Suchbegriff „ukhti net“ bietet uns YouTube, sicherlich wenig zufällig, Erbauungsvideos an mit rechtleitenden Titeln wie: „Demokratie ist Kufr. Die Gesetzgebung obliegt einzig und allein Allah“ (14) und „Demokratische Wahlen sind Schirk. Muslime hütet euch“ (15). Diese zwei Wahlsprüche postmoderner „Aussteiger“, dieser Betreiber einer nach dem 1.400 Jahre alten Vorbild des Propheten reinszenierten Auswanderung (hiǧra) aus der Demokratie führen uns zurück zur Logik und Islamkonsequenz eines al-Maudūdī:

Adhan. Der Ruf zur Versammlung

Der aḏān (Adhan) ruft die Muslime zum Gebet, aufmerksam strömen sie zum Mittelpunkt. Das erzieht sie zur Disziplin, wie sie beispielsweise auch beim Militär unverzichtbar ist, wenn die Signaltrompete die Soldaten zum Kommandeur ruft. Nur mit dem gemeinsamen Befehl können Soldaten erfolgreich kämpfen. Als Muslime sind wir eine echte Armee, die Armee Gottes, doch unser Kampf ist viel härter als der einer gewöhnlichen Truppe. Die Armee der Muslime ist im permanenten Kriegszustand mit den Mächten des Bösen in sich selbst und in der Welt.

Imam

Dem imām (Imam) ist absolute Folge zu leisten, jede seiner Gebetshaltungen ist genau nachzuahmen. Sollte er einen Fehler machen, wird er höflich in der dafür vorgesehenen Weise darauf aufmerksam gemacht: „subḥān allāh“, nur Gott ist fehlerlos, das Gebet wird wiederholt, ohne dass der imām etwas von seinem Ansehen verliert. Sollte der imām jedoch wissentlich einen Fehler begehen, wissentlich den qurʾān falsch interpretieren oder predigend Worte des širk (Schirk), der Beigesellung oder des kufr, des Unglaubens von sich geben, müssen die Betenden aufstehen, das Gebet abbrechen und die Versammlung verlassen. So wie es sich mit der Gehorsamspflicht des muslim gegenüber seinem imām verhält, so verhält es sich mit derjenigen des Staatsbürgers zum Staatspräsidenten.

Az-zakāt (zakāh)

Der qurʾān (9:60) bestimmt, das es acht Empfängerkreise der geheiligten Abgabezahlung der zakāt (zakāh) gibt, zu denen die Gruppe der »muʿallafatu l-qulūb« zählt, das bedeutet wörtlich: diejenigen, deren Herz für den islām gewonnen werden soll. Das mögen auch zum islām konvertierte Menschen sein, denen es gilt, die soziale Seite der wahren Religion spürbar werden zu lassen. Das dürfen aber auch diejenigen sein, die davon abgehalten werden müssen, gegen den islām zu arbeiten. Eine weitere Gruppe sind die »fī s-sabīli llāh«, diejenigen, die sich auf dem Wege Allahs befinden, die Streiter Gottes. Das sind diejenigen, die Gottes Herrschaft überall auf der Welt zum ihrem Recht verhelfen wollen. Der Prophet Muḥammad sagte einst, dass eine wohlhabende Person nur aus einem einzigen Grund zakāh annehmen dürfe, nämlich für den ǧiḥād.

Herz heißt auf Arabisch al-qalb, Mehrzahl al-qulūb. Geheiligtes Bestechungsgeld. Ist zu befürchten, dass Europas „ungläubige“ Funktionäre aus Politik, Pädagogik und Kirche finanzielle islamische Aufmerksamkeiten erhalten und entgegennehmen werden, von Flugreisen an den Golf über Moscheebaufinanzierung bis zur Bücherspende an öffentliche Bibliotheken, nachdem die jeweiligen Verwalter den »muʿallafatu l-qulūb« zugerechnet worden waren? Daneben also sind die Neo-Muslime berechtigte Empfänger der Ritualabgabe: Konvertieren und reich werden, ein attraktiver Anreiz schafft zufriedene Gesichter. Hochinteressant ist auch die koranisch gebotene, mit finanzieller Zuwendung zu regelnde Verhinderung von Islamgegnerschaft und sicherlich auch bereits von Islamkritik. Nicht zuletzt bekommt auch der Gotteskrieger, der Dschihadist seinen Teil von der zakāh (zakāt). An der Nähe zu einem militärisch gemeinten Begriff des ǧiḥād kann wenig Zweifel bestehen.

Die religiöse Sozialabgabe dient also den bereitwilligen Arbeitern des bedarfsweise tötenden ǧiḥād (Dschihad). In Pakistan haben im Herbst 2009 lokale Geistliche Rechtsgutachten, Fatwas herausgegeben, in denen die Angehörigen der Aḥmadiyya als »Wajibul Qatl« bezeichnet werden, als zu tötende Wesen (16). Der dem schariarechtlichen al-aḥkām al-ḫamsa, dem fünfstufigen Bewertungssystem entstammende Terminus, hier untertreibt punjabnewsline, bewertet die Tötung eines jeden Aḥmadī in Asad-Kaschmir (17) islamrechtlich (islamisch) nicht nur als empfohlen (mandūb, mustaḥabb), sondern als verpflichtend (wāǧib, farḍ). Der Wortstamm q-t-l, (Substantiv qatl; qutl; Imperativ qital; Verbform III qātala) bedeutet allgemein „kämpfen, töten“ und soll im Heiligen Buch (al-qurʾān) der Muslime 187 mal vorkommen, davon 25 mal als Imperativ: „Kämpft, tötet!“ Das gegen die Sekte der Ahmadis verwendete »wāǧib ul-qatl (wajibul-qatl)« lässt sich als „geheiligte Vernichtung“ oder „islamischer Pflichtmord“ wiedergeben. Zurück zu Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Ḥaǧǧ. Das Steinigen der Säulen (ramī ǧimar; ramī al-ǧamarāt). In der Morgendämmerung marschieren die Pilger nach Mina zurück und werfen kleine Steine auf die Säulen. Jeder einzelne Soldat der Sache Allahs spricht: [Ich werfe diese Steine] gegen den Teufel und seine Parteigenossen. Ich bin Zeuge für die Wahrheit des qurʾān.“ Er bekennt damit: „O Allāh! Ich werde jeden angreifen, der sich aufmacht, deine Religion anzugreifen und dein Wort zu unterdrücken, ich werde dafür kämpfen, dass dein Wort herrscht.“ Nach dem die Steine geworfen worden sind, werden Opfertiere dargebracht. Dieses Opfer ist ein Zeichen für die Intention und Entschlossenheit, das Leben auf dem Wege Allahs hinzugeben, wann immer es nötig ist.

Bis 2004 hatten drei Säulen den Teufel dargestellt, seitdem sind sie aus Sicherheitsgründen durch eine Steinwand ersetzt worden (18). In der Pilgerpraxis der aus aller Welt Angereisten ist in diesen Minuten oftmals viel Wut freigesetzt worden, gelegentlich ist es zu hektischen Tumulten, kollektiven Panikattacken und daraus resultierend zu Verletzungen gekommen.

Im ḥaǧǧ zeigt sich der islām als eine Friedensbewegung, wird die Stadt Mekka zu einem Zentrum der Gleichheit vor Gott. Das Treffen von Menschen aller Nationen in Ehrlichkeit und Liebe [wie es die jährliche große Pilgerfahrt nach Mekka darstellt] ist ein Segen für die Menschheit. Konnte irgendjemand ein besseres System entwickeln um den Weltfrieden herbeizuführen als den ḥaǧǧ? Alle Worte sind unzureichend, die Vorzüge des ḥaǧǧ wiederzugeben. Hier sind die Rechte aller Menschen gleich.

So ein Unsinn. Frauen unterliegen der geheiligten Entrechtung und Ungläubige müssen leider draußen bleiben, damit der künftigen Hölle das Brennmaterial nicht ausgeht. Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid sagen der islamgerecht zu spaltenden Menschheit, wo die Reise hin geht: »Muslims only«. Der Weg zum Paradies, hier entlang, auf der gerade gebahnten Straße bleiben bitte. »Obligatory for non muslims«, Ungläubige bitte hier abbiegen (19). Man vergleiche das schariatische Mehrklassensystem mit der Beschilderung im öffentlichen Raum Südafrikas der Jahre 1948-1994 (20).

Auch Deutschland Badeanstalten betreffend ist segregiertes Muslimschwimmen doch sicherlich zu verhindern. Wie der Drogenabhängige nach dem Rauschgift lechzt, schaffen Deutschlands radikale Muslime sich den Bedarf nach Schwimmen in gereinigter (dhimmifreier) Zone, wie eine Diskussion unter Türkeistämmigen veranschaulicht, die etwas fehlerhafte Schreibweise wurde belassen: Kisakürek: „wisst ihr wo man als Muslim schwimmen gehen kann“, Enzar: „sag bescheid wenn du es gefunden hast diesen ort wo mann oder frau als muslime schwimmen kann. wir suchen auch aber vergeblich“, sisterE: „wird wohl schwierig sein in unmittelbarer nähe so einen ort zu finden. deswegen ist es auch wichtig dass sich muslime zusammenschliessen und solche möglichkeiten organisieren: man redet mit dem hallenbad vor ort … vielleicht bringt es auch was bei der stadt (sportamt) nachzufragen (21).“ Bemerkenswert der gewählte Nickname Kisakürek, der auf Necip Fazıl Kısakürek hinweisen dürfte (22), den Ideengeber für die »İBDA-C, Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten« (23). Die dschihadistische İBDA-C (İslami Büyük Doğu Akıncılar Cephesi) kämpft für die Errichtung eines Kalifats Türkei mit Islamischem Rechtssystem. Symptomatisch kann sich das Mitfiebern für das antidemokratische Gedankengut der İBDA-C offensichtlich darin zeigen, getrenntes Muslimschwimmen in deutschen Hallenbädern zu wünschen.

Doch scheint etwas falsch zu laufen mit dem ḥaǧǧ, denn obwohl jährlich Tausende nach Mekka wallfahrten, verändert er ihr Leben nicht. Sie leben nach der Pilgerreise genau sehr oder so wenig moralisch wie vorher. Das befleckt den islām. Wir müssen den ḥaǧǧ wieder so durchführen, wie er beabsichtigt ist, damit sich Jahr für Jahr tausende von Muslimen verändern und die Botschaft des islām in alle Weltgegenden tragen. Heutzutage sieht es leider noch anders aus und ist Mekka kein lebendes Beispiel für wahre Religion. Makler und raffgierige Händler missbrauchen das Zentrum des Pilgerns für ihre Zwecke, ja selbst die saudi-arabische Regierung ist in dieser zutiefst unislamischen, auf persönlichen finanziellen Gewinn bedachten ḥaǧǧ-Industrie verstrickt. Ich möchte niemanden tadeln, aber auch hier müssen wir uns alle sehr verändern.

Die Rolle des ǧiḥād

Gebet, Armensteuer und Pilgerfahrt sind nicht wie die Gottesdienste anderer Religionen, beispielsweise besteht ihr Zweck nicht darin, Allāh durch äußerliches rituelles Handeln zufrieden zu stellen. Denn dem islām geht es um etwas ganz anderes, und das zu wissen ist unverzichtbar, wenn es darum geht, zu sagen, was das eigentliche Ziel eines Lebens als muslim ist. Dem islām geht es darum, die Herrschaft der Menschen über die Menschen zu beenden und die Menschheit unter die Herrschaft Allahs zu stellen. Der Kampf auf diesem Wege unter Einsatz aller finanzieller Möglichkeiten, aller Kraft und sogar unter Einsatz des eigenen Lebens heißt ǧiḥād. Doch ihr habt dieses Ziel bereits seit langer Zeit vergessen, weshalb ich hier etwas deutlicher werden muss.

Die Ursache für alles Elend der Welt liegt in korrupter menschlicher Herrschaft. Von Menschen ersonnene Regierungen verwalten Bodenschätze und Kapital, Polizei und Militär, alles Schlechte in der Gesellschaft geht auf diese Form gottvergessener Staatsgewalt zurück. Man duldet Unmoral und Korruption, Glücksspiel und Prostitution, obwohl man die Macht hätte, derlei Frevel zu beenden. Ja, der moralische Verfall und die Enthemmung nehmen sogar noch zu, Kriege und Verbrechen prägen den Planeten in einem menschheitsgeschichtlich noch nie bekannten Ausmaß. Die niederträchtigsten Kinder Adams haben die Führung über die Völker ergriffen und lenken sie nach ihren Wünschen. Weltweit herrschen Ausbeutung und Unterdrückung, den Schwachen wird Gerechtigkeit vorenthalten. Solange der Schlüssel der Macht nicht in Allahs Händen ist, wird die Gesellschaft nicht glücklich funktionieren können.

Was wir sehen, ist sozusagen naturgesetzlich: Sobald ein selbstsüchtiger Mensch, einer, der sich nicht völlig auf das Jenseits ausrichtet, an den Hebeln der Macht sitzt, verwandelt er sich in einen Unterdrücker, Diktator und Übeltäter.

Um Glück und Wohlstand für alle zugänglich zu machen, müssen wir die Gesellschaft von allen Elementen reinigen, die eine Auflehnung gegen die Gesetze Allahs bedeuten. Kein Mensch also darf über einen anderen Menschen herrschen, und damit liegt die einzige Lösung für die Misere auf der Hand: Nur Gottes Oberherrschaft über die Menschen führt die gerechte Gesellschaftsordnung herbei.

Lediglich an Allāh zu glauben und Allahs Gesetz anzuerkennen ist nicht genug. Nein, ihr seid hier und heute zu der heiligen Aufgabe verpflichtet, die Regierungsform falscher Grundlage zu beenden, die Herrschaft derjenigen zu beenden, die nicht aus völliger Gottesfurcht handeln. Auch ist es eure Pflicht, den aufrichtigen Gottesdienern den Weg in die politischen Führungspositionen zu ebnen. Das ist die Bedeutung von ǧiḥād!

Wir rufen uns ins Gedächtnis: der dīn ist Gehorsam und Unterwerfung, die šarīʿa ist die Lehre des rechten Gehorchens und Unterworfenseins, die ʿibāda meint rechte Anbetung und Gottesdienst.

Wem immer ihr als einem gesellschaftlichen beziehungsweise politischen Führer folgt, dessen dīn erkennt ihr an, denn er ist nun zu eurem Herrn geworden und ihr zu seinen Untertanen. Was er anordnet, ist eure šarīʿa, und soweit ihr im Einklang mit den von ihm erlassenen Gesetzen lebt, vollführt ihr ihm gegenüber ʿibāda, Gottesknechtschaft. Spätestens hier wird jedem einsichtigen Menschen klar werden müssen, dass er nicht zwei Religionen folgen kann, nicht dem unislamischen Staat und zugleich Allahs Staatsordnung. Das ist wichtig, zu begreifen, dass letztlich kein Mensch mehr als einem dīn gleichzeitig dienen kann. Von all den Herrschern wird es nur einen geben, der euer Leben lenkt.

Gott oder der Satan, Allāh oder ʿAzāzil. Akzeptanz der Demokratie oder Mitarbeit an derselben ist in dieser Logik selbstverständlich Teufelsdienst, unbewusster oder bewusster Kampf gegen Allahs Gesellschaftssystem. Die wünschenswerte Integration in eine Gesellschaft von Staatsbürgern wird in dieser radikalislamischen Logik natürlich bewusst zerstört. Der muslim in Europa, beispielsweise in Deutschland, wird im Geiste der Schriften eines al-Maudūdī oder Necmettin Erbakan zur religiösen Demokratieverweigerung aufgerufen.

Bücher von al-Maudūdī vertreiben beispielsweise amana-Buch.de (Adresse: Taufik Jakob, Rudolfstr. 149
42285 Wuppertal). Geschäftsführer Taufiq Jakob vertreibt Schriften des den Muslimbrüdern zuzuzählenden Islamischen Zentrums München und handelt mit islamisch korrekten Süßwaren (//halalibo.de, ebenfalls besagte Rudolfstr. 149, Mitinhaber: Mesut Özdogan). Ferner vermittelt Taufiq Jakob Deutschlands Gottesknechten die zum Überleben unter der grausamen Herrschaft der kuffār unverzichtbaren Übersetzer und Rechtsanwälte (www.muslim-verzeichnis.de).

Bei dem ebenfalls der Muslimbruderschaft nahe stehenden Verlag Green Palace (Gitschinerstraße 16, 10969 Berlin) hat man in der Vergangenheit die Schriften des al-Maudūdī verkauft, sie aber inzwischen aus dem Programm genommen, die Verlagsadresse ist identisch mit Anschrift und Büro der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), die MJD hat den Buchversand ins Leben gerufen.

Zwischen 1997 und 1999 saß Deutschlands berühmteste Kopftuchklägerin Fereshta Ludin im Vorstand jener Organisation, die 2009 über das Projekt »Dialogbereit« Kooperationspartner für die Damen und Herren Kinder- und Jugendschützer der katholischen Kirche Nordrhein-Westfalens ist beim Ziel: „den interkulturellen und interreligiösen Dialog unter Jugendlichen anzustoßen und zu fördern (24).“ Die Evangelische Kirche bemüht sich ebenfalls darum, die MJD nebst Millî Görüş und Lifemakers besser zu verstehen und lud im Mai 2009 in die Bildungsstätte Loccum (25). Zu dem Projekt »Dialogbereit« fabrizierten Georg Bienemann, Werner Höbsch und Bekir Alboğa eigens das Handbuch »Dialogbereit. Christen und Muslime im Gespräch. Eine Klärungshilfe.« Zur Grundrechtswidrigkeit der Scharia klärt die „Klärungshilfe“ freilich nichts. Was den Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Thomas Kufen im September 2008 nicht davon abhielt, den buchgewordenen Nebelwurf in den Moscheen von Solingen, Marl und Meschede vorzustellen.

Zusammengefasst: Ein islamischer, der Muslimbruderschaft nicht fern stehender Jugendbund vertrieb die radikalen Schriften von al-Maudūdī, Sayyid Quṭb, Ahmad von Denffer und Amir Zaidan („Kamel-Fatwa“), zwischen 2008 und 2010 praktiziert der katholische Jugendschutz des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit eben diesem Verein ein Dialogprojekt, zwei christliche Schariafreunde schnappen sich Bekir Alboğa vom türkischen Staatsislam Mannheims oder umgekehrt, die kuffār-Landesregierung ernennt Herrn Thomas Kufen zum Bücherboten Allahs und sendet ihn durch Westfalens Moscheen (26).

Der Name des al-Maudūdī und das Islamverständnis des pakistanischen „Meisters“ wird tolerant übergangen. Das Projekt Dialogbereit orakelt: „ein wichtiger Schritt zur kulturellen Annäherung (27).“

Da ist sie wieder, die berüchtigte gleiche Augenhöhe.

Zwischen Scharia und Demokratie.

Jacques Auvergne

(1) »Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988)

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/M_foi/

(2) Jamaat-e-Islami (JI), mächtige Bewegung und politische Partei

http://www.jamaat.org/new/

(3) Scharia für Malakaland

http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan754.html

(4) Scharia für Swat

http://de.euronews.net/2009/04/14/scharia-im-swat-tal/

(5) Pakistan ist Atommacht. Und hat Probleme mit dem politischen Islam. Jörn Schulz: »Der Countdown läuft«

http://jungle-world.com/artikel/2006/09/17005.html

(6) »Multikulturhaus« und IIZ, Neu-Ulm. Eva Eusterhus: »Bayerischer Dschihad«, 11. März 2005

http://www.welt.de/print-welt/article557349/Bayerischer_Dschihad.html

(7) Neu-Ulm. »IIZ«

http://www.sueddeutsche.de/politik/735/417501/text/

(8) „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“, Staatswesen der Verworfenheit.“ Nationen des Übels. Bei: Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy: Militant Ideology Atlas (pdf)

http://www.ctc.usma.edu/atlas/Atlas-ResearchCompendium.pdf

(9) Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“)

http://www.aljazeera.net/channel/archive/archive?ArchiveId=129776

(10) Gottesdienerschaft (al-ʿibāda) bei al-muwahidun.com – „die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbanden nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen“ (pdf)

http://www.al-muwahidun.com/aqida/1._Ibada.pdf

(11) www.al-muwahidun.com

http://www.al-muwahidun.com/links.html

(12) Sudan, Januar 2008. Radikalislamisch mordend: Ansar al-Tawhid (Companions of Monotheism)

http://www.voanews.com/english/archive/2008-01/2008-01-05-voa7.cfm?moddate=2008-01-05

(13) Irak, Januar 2006. Radikalislamisch entführend: Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten)

http://www.sueddeutsche.de/politik/714/362536/text/

(14) „Demokratie ist Kufr“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/u/2/dsGMg6ENTmQ

(15) „Demokratische Wahlen sind Schirk“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/f/2/Ounqgv5eefg

(16) Wajibul Qatl. „the local clerics are issuing regular Fatwas pronouncing that all Ahmadis are ‘Wajibul-Qatl’ which means they can and should be lawfully killed due to their beliefs”

http://www.punjabnewsline.com/content/view/19224/38/

(17) Asad-Kaschmir (Azad-Kashmir), die Einwohnerzahl beträgt 3.200.000 (Stand 2002) und hatte sich in zwanzig Jahren verdoppelt. Muslime: 99 %

http://de.wikipedia.org/wiki/Asad_Kaschmir

(18) Steinigung des Säulenteufels, jetzt als teuflische Betonwand

http://www.youtube.com/watch?v=PX_jizBNOas

(19) Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid: Muslims only. Den Weg zum Paradies, auf der Autobahn bleiben bitte. Obligatory for non muslims. Ungläubige bitte abbiegen

http://www.solcomhouse.com/images/highwaymecca2.gif

(20) FOR USE BY WHITE PERSONS

http://www.southafrica.to/history/Apartheid/apartheid.jpg

(21) Allahs kleine türkische Kalifen wollen sauber schwimmen. Ohne Ungläubige und ohne das andere Geschlecht im selben Beckenwasser

http://www.delikanforum.net/konu/58925-wo-kann-man-schwimmen-deutschland.html

(22) Necip Fazıl Kısakürek

http://yurekdevleti.wordpress.com/2008/05/26/ustad-necip-fazil-kisakurek/

(23) İBDA-C. Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten

http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~EF8FA786B058D4BD9B100D03807D84C82~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(24) Offensichtlich kein Problem mit der Muslimbruderschaft haben die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW (LAG Kath. OKJA NRW)

http://www.dialogbereit.de/

(25) Loccum 2009: Evangelische Bildungsarbeit mit MJD, Millî Görüş und Lifemakers

http://www.mjd-net.de/node/3444

(26) Thomas Kufen, Allahs Bücherbote

http://sauerlandthemen.de/2008/09/27/nachschlagewerk-fuer-das-taegliche-miteinander/

(27) »Dialogbereit«

http://www.dialogbereit.de/konzept.html

Barbara John integriert das Kopftuch, nicht die Muslima

Oktober 26, 2009 von schariagegner

حجاب

ḥiǧāb

Hidschab

Eine fahrlässig unterlassene Debatte

Barbara John (CDU) wurde 1981 vom Berliner Senat zur ersten Ausländerbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland berufen. Für das der Förderung jedenfalls Duldung des orthodoxen (politischen) Islam geschuldete Scheitern der Integration ist John mitverantwortlich, was die Professorin uns und wahrscheinlich auch sich selbst gegenüber leugnet. John schweigt zur grundrechtswidrigen Scharia und zu der in den Koran und die Sunna integrierten Frauenentrechtung. Die Politologin will Deutschlands muslimische oder nichtmuslimische Islamkritiker zum Schweigen bringen und akzeptiert offensichtlich Strukturen des Islamischen Rechts. Ihr im Hinblick auf das Recht jedes Einwohners auf ungeschmälerte Meinungsfreiheit und negative Religionsfreiheit bedenklicher Text »Eine fahrlässige Debatte (1)« aus dem Jahr 2004 verdient unsere Kommentierung, meinen Ümmühan Karagözlü (K) und Jacques Auvergne (A) zu Zitaten von Barbara John

Eine fahrlässige Debatte

A: Eine fahrlässig unterlassene Debatte: Die Grundrechtswidrigkeit des orthodoxen Islam.

K: John meint in ihrem inzwischen fünf Jahre alten Text natürlich die Kopftuchdebatte. Mit »fahrlässig« spielt die Politikerin höchst manipulativ auf den beispielsweise aus »fahrlässige Tötung« bekannten rechtlichen Gebrauch an und möchte gezielt suggerieren, Kopftuchkritik beziehungsweise Islamkritik würde den gesellschaftlichen Frieden gefährden.

A: Eine fahrlässige Debatte scheint uns eher die gelegentlich von Politikern, Pädagogen und Kirchenfunktionären betriebene Kopftuchverteidigung zu sein.

K: Die Dogmen und Institutionen des Islam umgibt eine Mauer des Schweigens, die islamische Orthodoxie ist auch im säkularen Europa sozusagen sakrosankt. Gezielt vorenthaltene Informationen haben dazu beigetragen, dass sich Bürger die sie interessierenden Einzelheiten über die islamische Politreligion selber zusammensuchen. Die verwendeten Quellen sind nicht immer demokratisch, Fehlinformationen und Mythen wachsen und gedeihen. Die freiheitliche Demokratie kann sich lückenhafte oder einseitige Information nicht leisten.

A: Deutschlands Medien, Politiker, Verbände, Kirchen und Schulen verweigern die überfällige Debatte über den islamischen Gehorsamskult, daher würden wir in den Titel des besprochenen Textes das Wort »unterlassen« einfügen, denn nicht das Reden, das Schweigen ist das Problem. Der Begriff »unterlassene Hilfeleistung« kommt mir in den Sinn, ganz ähnlich könnte es Necla Kelek (2006) ergangen sein, die ihre Entgegnung an den Offenen Brief der sechzig Migrationsforscher mit »Sie haben das Leid anderer zugelassen!« übertitelte (2).

K: Diese Kulturrelativisten um die beiden Antietatisten Yasemin Karakaşoğlu und Mark Terkessidis hatten ihren als „Petition“ ausgegebenen Offenen Brief »Gerechtigkeit für die Muslime!« genannt (3). Bei den Mitunterzeichnern durften Barbara John und Ursula Boos-Nünning natürlich nicht fehlen.

Vor einigen Wochen, die Kopftuchdebatte machte bereits Schlagzeilen, bewarb sich eine junge, kopftuchtragende Berlinerin als Küchenhilfe bei McDonalds. Sie wurde abgelehnt – mit der Begründung, kopftuchtragende Mitarbeiterinnen seien für viele Kunden eine Provokation.

A: Und wäre ich noch so hungrig, in einem Schnellrestaurant würde ich einer Verkäuferin mit Sannyasin-Kutte, Pro-Scientology-Pullover, Hakenkreuzarmbinde oder Hidschab nichts abkaufen. Mich provoziert die islamische „Bedeckung“ des weiblichen Körpers, die jede Unverschleierte als Schlampe diskriminiert, den nichtmuslimischen Mann als Dhimmi oder Harbi und die jeder Frau, gerade auch der unter Burka oder Tschador befindlichen, das Etikett anheftet: Vorsicht, frei umher laufendes soziales und sexuelles Sicherheitsrisiko.

K: Bereits am 01.12.2003 gehörte John zu den 72 Unterzeichnerinnenn (4) des Aufrufes »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch« (5). Zu den Mitunterzeichnerinnen gehörten die damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck, die vormalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und Hamburgs evangelische Bischöfin Maria Jepsen. Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat einen Offenen Brief (»Für Neutralität in der Schule«) eingestellt, der eine gelungene Entgegnung auf die 72 Unterzeichnerinnen um Dr. Barbara John darstellt (6).

A: Die das Lehrerinnenkopftuch verteidigende Barbara John meinte 2003 „Verbote würden nur weiter radikalisieren“ (7), was die künftige Verantwortlichkeit für jeden islamisch motivierten Extremismus auf die Seite der Kritiker des Kopftuches schiebt und wie nebenbei einer staatsgefährdenden Glaubensdoktrin Raum gibt, nach der man zu jeder tatsächlichen islamischen Radikalisierung um des sozialen Friedens willen schweigen müsse. Beides hat sehr viel mit der weltweit bekannten, ganz eigentümlichen Dynamik und Logik von Erpressung zu tun. Zu den erwähnten 72 Mitunterzeichnerinnen zählte auch die aus damaliger Sicht vormalige und in diesen Tagen des Oktober 2009 erneut in dieses Amt gewählte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

K: Nach dieser Logik, Verbote würden radikalisieren, dürften wir keine Gesetze gegen Internetpornographie, Neonazismus, Drogenkonsum oder Paramilitärs beziehungsweise Wehrsportler erlassen. Alle Regeln und Vorschriften müssen sofort weg, um den Bürgerkrieg zu verhindern?

K: Noch zu dem Aufruf „Wider eine Lex Kopftuch“ der 72 Hidschabfreundinnen: Der Türkische Bund Berlin Brandenburg (TBB) hält den Aufruf für blauäugig und warnt vor einer islamistischen Unterwanderung des Bildungssystems (8).

Ähnliches hören Frauen, die sich um prestigeträchtigere Arbeitsplätze als Ärztinnen oder Rechtsanwaltsgehilfinnen bewerben, täglich.

A: Wer die Tugenddoktrin der Scharia hinein in unsere Großraumbüros, medizinischen Praxen oder Anwaltskanzleien importieren will, zeigt nicht gerade die Bereitschaft, alle Menschen gleich zu behandeln. Scharia ist Ungleichbehandlung, sakrales Segregieren und Entrechten, kultureller Rassismus. Das die Trägerin ebenso „geheiligt“ wie obszön sexualisierende Kopftuch markiert den Geltungsanspruch des sexualmagisch orientierten islamischen Gesetzes.

Ortswechsel: Eine kopftuchtragende Studentin steigt in einen Berliner Bus und muss anhören, wie ein Fahrgast bei ihrem Anblick laut von „Scheißterroristen“ spricht. Als sie ihn zur Rede stellt, gibt es keine Unterstützung für sie von anderen Mitfahrenden.

A: Praktizierende Terroristen darf der Volksmund als beschissen bezeichnen. Die (in ihrer Existenz leider nicht belegte) Kopftuchträgerin in der kalkuliert rührselig beschriebenen Szene im Bus hat sich sicherlich sofort vom Dschihadismus distanziert und ihren Einsatz für die Bürgerrechte jedes Islamapostaten und jeder Schariagegnerin hörbar bekannt. Auch für die Rechte der in mehrheitlich von (so genannten) Muslimen bewohnten Landstriche lebenden Kopten, Hindus und Bahai machen sich beide täglich stark, die anonym gebliebene Studentin und ihre wehklagende Professorin Barbara John. Oder etwa nicht?

Ressentiments und Ausgrenzungen in der Berufswelt

A: John legt uns mit dieser Zwischenüberschrift nahe: Jeder Kopftuchkritiker ist ein kulturbezogener Rassist.

Frauen mit Kopftüchern erleben fast überall Ausgrenzung und Missbilligung, und zwar unverhohlen und direkt, so als gäbe es dazu eine öffentliche Aufforderung. Viele sehen sich behandelt, als sei ein Kopftuchverbot, das sich derzeit in Baden-Württemberg, im Saarland, in Niedersachsen und in Hessen noch in der parlamentarischen Beratung befindet, außerparlamentarisch bereits umgesetzt.

A: Das Kopftuchverbot ist mittlerweile glücklicherweise in acht von sechzehn Bundesländern umgesetzt worden, es betrifft übrigens Lehrerinnen an staatlichen Schulen. Barbara John wollte das Kopftuchgesetz im letzten Augenblick zu Fall bringen.

Betroffen sind auch Frauen mit Berufswünschen außerhalb pädagogischer Tätigkeiten. Das sind schon jetzt weitaus mehr Musliminnen, als es Bewerberinnen mit Kopftuch für ein Lehramt gibt.

A: Das soll heißen: Wer das Lehrerinnenkopftuchverbot befürwortet, billigt die gemeine, menschenverachtende Diskriminierung von Kopftuchfrauen in allen anderen Berufen gleich mit. Dass Kinder und Jugendliche unseres besonderen Schutzes bedürfen, scheint Dr. John nicht klar zu sein.

K: Selbstverständlich haben privatwirtschaftliche Unternehmen das Recht zu überprüfen, ob die neue Bewerberin in das Arbeitsteam passt. Groß- und Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistung dürfen tatsächlich auf Belange und Wünsche ihrer Kunden eingehen – und das kann auch mal ein Kopftuchverbot bedeuten. Der Mensch unter dem Tuch wird ja gerade nicht abgelehnt, das ideologische Zeichen erregt Anstoss und wird zurückgewiesen.

Die Vertreibung kopftuchtragender Musliminnen aus der Berufswelt ist in vollem Gange. Spreche ich die Befürworter eines staatlichen Kopftuchverbots auf diese Folgen an, dann höre ich: „Das war nicht beabsichtigt. Es geht nur um ein Verbot für den öffentlichen Dienst.“ Dass es nun alle Kopftuchträgerinnen trifft, liegt aber in der Logik der vorgetragenen Gründe.

A: Türkin rein, Kopftuch raus. Die Muslima arbeitet als meine Kollegin, ihre Burka bleibt zu Hause. Und wir als Kolleginnen und Kollegen kämpfen dafür, dass ihr die vollen Bürgerrechte zugänglich sind, ihr Ayatollah oder Scheich sieht das wesentlich „differenzierter“ (koranisch halbierte Rechte für die Muslimfrau).

Im Mittelpunkt der Angriffe stand die Kopftuchträgerin. Sie wurde in geradezu klassischer Manier zum Feindbild aufgebaut. Kopftücher sind eine „militante Kampfansage an die Gesellschaft“, lautet die verbreitete politische Botschaft.

K: Stimmt, jede Verschleierung für die Spezies Islam-Frau ironisiert die allgemeinen Menschenrechte und untergräbt die Demokratie.

Im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes aus Baden-Württemberg heißt es: „Insbesondere ist ein äußeres Verhalten“ – gemeint ist das Kopftuch – „unzulässig, welches bei Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrkraft gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung der Menschen nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt.“

A: Genau, Allahgott will neun- bis dreizehnjährige Ehebräute, bedarfsweise zwangsverheiratende Väter (walī muǧbir) und die geheiligte indonesische Klitorisvorhautamputation, wie sie die wohltätige Assalaam Foundation in Bandung (Java) in leergeräumten Schulgebäuden an kleinen Mädchen durchführt (9). Das ist Islam, und eben auch dafür steht das deutsche Kopftuch. Frau John lässt die deutsche Öffentlichkeit bewusst im Unklaren und verschweigt den Wali Mudschbir und die vom saudi-arabischen Scheich Al asch-Scheich nach prophetischem Vorbild geforderten neun- oder zehnjährigen, zum ehelichen Geschlechtsverkehr vorgesehenen Bräute (10). Im September 2008 verkündete die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbdu l-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben. Für Barbara John kein Problem. Hören wir, was das malaysische Familienministerium zur islamischen Zwangsverheiratung sagt (11):

„Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? – Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).“ Wali bedeutet hier, was Barbara John genau weiß, Heiratsvormund, die Zustimmung (consent) der Braut ist zwar grundsätzlich erforderlich (required), wird jedoch bei einer jungfräulichen Tochter (virgin) von ihrem Vater beziehungsweise Großvater väterlicherseits gegeben, die Tochter wird also gegen jedenfalls ohne ihren Willen verheiratet, das ist Gott Allah aber noch nicht genug:

Das fromme frauenfeindliche (islamische) Ministerium antwortet unter Punkt 2 auf die Frage: „Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? – A virgin girl can be entered into a marriage without her consent“, kann ein jungfräuliches Mädchen ohne ihre Zustimmung und durch ihren Wali Mudschbir in eine Ehe gezwungen werden? Ein jungfräuliches Mädchen kann ohne ihre Einwilligung verheiratet werden. Politikwissenschaftlerin Barbara John weiß auch das und verheimlicht den Nichtmuslimen derartige Brutalität.

Kindbraut und Wali Mudschbir, das steht hinter dem Prinzip der islamischen Frauenverschleierung.

K: Islamische Kleidung schützt eben nicht nur vor Kälte. Kleidung hat eben nicht nur die praktische Funktion, uns vor Kälte und Nässe zu schützen, sie ist auch Symbol für die berufliche Funktion, den Status, das soziale Umfeld und gibt Einblick in Werte, Haltungen und Weltanschauung unseres Gegenübers. So signalisiert die Uniform eines Polizisten Rechtsstaatlichkeit und Schutz. Lehrerinnen und Erzieherinnen, die sich mit dem Schamtuch (Feridun Zaimoglu) oder sonstiger islamischer Kleidung bedecken, repräsentieren sich mit einem Dresscode, der als politreligiös, antiemanzipatorisch und erzkonservativ gedeutet wird.

Warum sollte das Kopftuch, das von der Sprechstundenhilfe oder der Krankenhausärztin oder der Verkäuferin getragen wird, einen anderen Inhalt transportieren als das einer Lehrerin? Die dem Kopftuch zugeschriebene politische Symbolik bleibt im Auge vieler Betrachter gleich, egal wo sie den Frauen begegnen.

K: Die Scharia ist allgegenwärtig, ewig und unverhandelbar. Sagt Mustafa Cerić, der Mann ist Großmufti.

Die Verbotsdiskussion befindet sich in einer Falle. Selbst dort, wo das Tuch nicht verboten werden kann oder darf, behält es seinen anstößigen Charakter.

A: Die Tuchverweigerin ist unter Islamisten anstößig, nicht die Tuchträgerin. Es wird so sein, dass die eine Frau im Einklang mit Yusuf al-Qaradawi oder irgendwelchen Fatwas geprügelt wird, um das Kopftuch zu tragen, und dass die andere Muslima Angst hat, bei ihrem Kopftuchverweigern für ganze Zeitalter qualvoll in den Höllenflammen zu brennen. Derlei Psychoterror ist es, was die die Töchter muslimisch geprägter Großeltern oder die Konvertitinnen zum Milieu um Abu Hamza (Pierre Vogel) zu spüren bekommen. Diese Frauen, ob fanatisch oder verprügelt oder beides, sie befinden sich „in einer Falle“. Nicht der Kopftuchkritiker diskriminiert, das Kopftuch diskriminiert. Die Scharia ist ein die Menschheit in Kollektive spaltendes und diese Menschenklassen im Namen der islamischen Religion gestuft entrechtendes gesellschaftliches Modell, das absoluten Gehorsam verlangt. Den Begriff orthodoxer Islam haben wir säkulare Staatsbürger mit geheiligte Diskriminierung zu übersetzen. Im Oktober 2007 erhielt Schariafreundin John für ihre 25 Jahre lang professionell betriebene Islamverharmlosung und Kopftuchverteidigung einen Sitz in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).

Schon suchen sie nach Auswegen und diskutieren, welches Studium oder welche Ausbildung überhaupt noch begonnen werden sollte, wenn Anstellungschancen im begehrten pädagogischen Arbeitsfeld nicht mehr realistisch sind. Sie witzeln, dass noch gute Einstellungsaussichten bei Call-Centers bestehen; schließlich gibt es noch keine Bildübertragung vom Telefonarbeitsplatz.

K: Eine außerhäusliche Tätigkeit der Muslima, soweit sie überhaupt vom Göttergatten gestattet wird, in einem erzieherischen Beruf entspricht dem mittelalterlichen beziehungsweise islamistischen Frauenbild. Ich glaube nicht, dass sich ein frommer muslimischer Mann von einer Ärztin, sei sie kopftuchtragend oder unverschleiert, behandeln lassen wird.

A: Indem wir die „unbedeckte“ muslimisch sozialisierte Frau in die jeweilige Branche beruflich integrieren, verhindern wir die auch im Erwerbsleben drohende Apartheid in „westliche“ und islamisch korrekte Zonen.

Wer sich ebenfalls auf gut qualifizierten Nachwuchs freuen kann, sind muslimische Organisationen: Schulen, Vereine und Eltern-Kindergärten. Bravo, kopftuchverbietende Knitzelsbacher: So tragt ihr dazu bei, dass die so genannte Parallelgesellschaft, vor der ihr permanent warnt, sich noch weiter abschotten kann. Musliminnen mit beruflichen Ambitionen außerhalb ihrer religiösen Milieus werden zurück zu Kindern, Küche und Moscheeverein verwiesen.

A: Die herrschaftskulturellen Sinnzeichen und persönlichkeitsverzerrenden Dressurinstrumente der Modernitätsverweigerung, Niqab, Hidschab oder Kopftuch jetzt allüberall zulassen, damit das, was wir nicht wollen, nicht länger parallel vorhanden ist, sondern gleich überall? In dieser Dr.-Barbara-John-Logik müssten wir Sozialarbeiter und Jugendarbeiter uns nicht länger über im Hinterzimmer oder im Wald grölende Burschen mit Hakenkreuzfahnen ärgern, sondern sie nebst Insignien in Schule und Rathaus beschäftigen.

So bleibt nur die Hoffnung auf weitere Entscheidungen höherer Gerichte, die feststellen, dass Artikel 4 der Grundrechte unserer Verfassung, die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, auch für Frauen mit Kopftüchern gilt. Sie werden dieses Rechts nicht dadurch würdig, dass sie das Kopftuch ablegen. Sie besitzen das Grundrecht bereits; es ist keine Belohnung für gelungene Assimilation.

K: Das Grundrecht auf die negative Religionsfreiheit existiert ebenso – und schützt Menschen vor dem Fundamentalismus. Dieses Freiheitsrecht bewahrt gerade Musliminnen vor dem Totalitarismus der Wohlverhaltensdoktrin von Sunna und Scharia. Ohne dieses negative Grundrecht dürften diese Frauen weder neben Männern im Bus oder Großraumbüro sitzen beziehungsweise sich mit ihnen unterhalten noch sich einen Ehepartner selbst aussuchen oder die Religion wechseln.

Mit der Kopftuchdiskussion ist mir klar geworden, wie sich viele in Deutschland die Integration wünschen: Integriert ist eine muslimische Frau erst dann, wenn sie nicht mehr so aussieht wie eine Muslimin und auch nicht dafür gehalten werden kann.

A: Es besteht Religionsfreiheit. Im Schuldienst, Schöffen- oder Richteramt muss niemand ein Schild um den Hals hängen haben, darauf die Worte: „Wer sich den Weisungen meines Gottes widersetzt, wird in den Flammen der Hölle qualvoll verbrennen und ist im Diesseits als jugendgefährdendes und gesellschaftsfeindliches Wesen minderen sittlichen Wertes anzusehen.“

K: Die Religionszugehörigkeit gehört nicht zu unseren spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. In den Pass tragen wir sie aus gutem Grund nicht ein. Mit „Schamtuch“ jederzeit als Muslima zu erkennen, unterliegt sie dem geheiligten Kontrollzwang durch die „religiöse“ Community. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, seitdem Barbara John die hier kommentierten Sätze veröffentlichte. Doch auch im Jahre 2009 ist die Berliner Politikwissenschaftlerin für das Kopftuch politisch tätig geworden. Dieses mal war es nach dem Mord im Dresdener Gerichtssal an Marwa el-Sherbini durch einen arbeitslosen Russlanddeutschen.

A: Frau John kämpft bis heute für das ungebremste Kopftuchtragen und bezichtigt uns Gegner der islamischen Frauenkleidung, an einem fremdenfeindlich motivierten Mord Mitschuld zu tragen: „Jedes Feindbild entwickelt Eigendynamik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die öffentliche Raserei über das Kopftuch einen Henker fand.“

K: Die kulturrelativistische Politikerin präzisiert zur Genese eines Mordes: „Die Untat zwingt, sich die deutsche Diskussion über das Kopftuchtragen wieder vor Augen zu halten. Es war von Anfang an eine brutale, eine feindselige, eine hysterische Debatte (12).“ Dass Scheich Ihab Adli Abu al-Madschd in diesen Tagen zum islamischen Vergeltungsmord an Marwas Mörder aufruft (13), ist Barbara John keine Silbe wert. Was, wenn für die schreckliche Tat im sächsischen Gerichtssaal nicht der Hass auf die islamische Verschleierung ursächlich war, sondern die prinzipiell gescheiterte Integration? Auch der Täter war Einwanderer, er stammt aus einer teilweise immer noch schlecht integrierten Immigrantengruppe. Migrantengewalt (gerade gegen Frauen) ist ein drängendes Problem, wie Hans-Ulrich Jörges (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 betont (14).

Quellen

(1) Barbara John, bei: Qantara

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-548/_nr-18/_p-1/i.html

(2) Necla Kelek 2006 »Sie haben das Leid anderer zugelassen!«

http://www.zeit.de/2006/07/Kelek

(3) „Gerechtigkeit für die Muslime! Die deutsche Integrationspolitik stützt sich auf Vorurteile. So hat sie keine Zukunft. Petition von 60 Migrationsforschern“

http://www.zeit.de/2006/06/Petition

(4) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«, die Unterzeichnerinnen

http://www.dtsinfo.de/deutsch/p200211/Seite36.htm

(5) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«. Wortlaut der Erklärung

http://www.antjeschrupp.de/lex_kopftuch.htm

(6) Für Neutralität in der Schule! Offener Brief vom 14.02.2005, taz

http://www.bpb.de/themen/VKZXQL,0,0,F%FCr_Neutralit%E4t_in_der_Schule.html

(7) John-Logik: Deutschlands böse Kopftuchverbote radikalisieren unsere empfindsamen Islamisten

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(0) Leutheusser Schnarrenberger (FDP) 2003

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(8) Türkischer Bund Berlin Brandenburg zur Kopftuchdiskussion

http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=031001

(9) Islamische FGM

(10) Islam will zehnjährige Ehefrauen

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(11) Islam ist Zwangsheirat, wali mujbir

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng#

(12) Barbara John, zwölf Tage nach dem Mord an Marwa el-Sherbini

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Marwa-E-Dresden-Russlanddeutsche-Islamhass%3Bart141,2845530

(13) Scheich fordert Blutrache an Marwas Mörder

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,657102,00.html

(14) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe (2008)

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

Petition zum Berliner Gebetsraumurteil

Oktober 23, 2009 von schariagegner

Gabi Schmidt

Limitenstraße 31

41236 Mönchengladbach

An das

Abgeordnetenhaus von Berlin

Petitionsausschuss

Niederkirchnerstr. 5

10111 Berlin

Nachrichtlich an

den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Senatskanzlei

Jüdenstr. 1

10178 Berlin

Petition zum Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts AZ: VG 3 A 984.07 vom 29.09.2009 und zum dafür bestellten Gutachter Dr. Mathias Rohe

Geschäftszeichen 5314/16

22.10.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir ersuchen den Senat des Landes Berlin gegen das oben genannte Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum islamischen Gebet in den Räumlichkeiten einer staatlichen Schule wegen seines Präzedenzfallcharakters und seiner allgemeinen Bedeutung für das gesamte Bundesgebiet Revision einzulegen.

Begründung:

1. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein freiheitlich-demokratischer und säkularer Rechtsstaat

Zum Selbstverständnis freiheitlich-demokratischer, säkularer Staaten gehört die politische und weltanschauliche Neutralitätspflicht im öffentlichen Dienst und an staatlichen Einrichtungen. Das Berliner Neutralitätsgesetz, das konsequenteste in der Bundesrepublik, führt dazu Näheres aus. Als Garant dieser Verpflichtung zur Neutralität, die an die Tradition und die Prinzipien der Aufklärung, der französischen Revolution, der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 anknüpft, hat der Senat die Aufgabe, diese Neutralität zu schützen und durchzusetzen.

Die „geheiligte“ Pflichtenlehre des Islam, die Scharia fließt in die Verfassung vieler islamischer Staaten ein (Schariavorbehalt), in der Bundesrepublik Deutschland haben jedoch die Menschenrechte (New York 1948), die Grundrechte sowie abgeleitete Rechtsvorschriften absoluten Vorrang. Zu diesen Naturrechten gehört die Religionsfreiheit, auch die negative Religionsfreiheit hat bei uns Verfassungsrang. Kollidieren wie im vorliegenden Fall zwei Grundrechte, muss es zu einem Abwägungsvorgang kommen, der zum Ziel hat, einen angemessenen Ausgleich herzustellen und die widerstreitenden Grundrechtspositionen in praktische Konkordanz (1) zu bringen. Dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist besondere Bedeutung beizumessen, keinesfalls darf einem Rechtsgut generell Vorrang gegeben werden. Selbst wenn es Allah und Dr. Rohe anders sehen sollten (2): Wenn es um das Beten in der öffentlichen Schule geht, spielt die staatliche Neutralität sehr wohl eine Rolle.

Das nach seinem eigenen Anspruch nach Kohärenz und Totalität strebende Islamische Recht (Scharia) ist im säkularen Rechtsstaat in noch so kleinen Partikeln nicht zu Urteilsbegründungen heranzuziehen (zumal Schüler Yunus seinen ständigen Wohnsitz in Berlin hat), da die Scharia spätestens seit Abu Hamid al-Ghazali († 1111) als veritable, dabei alle Lebensbereiche regulierende Staatsgründung entworfen worden und „immerwährend“ zu verstehen ist und sie damit die Verfassung der Bundesrepublik und deren Rechtsstaatlichkeit für verzichtbar jedenfalls nachrangig erklärt.

Die Scharia ist nach Aussage des Großmuftis von Bosnien und Herzegowina Mustafa Cerić ewig und unverhandelbar (»perpetual, not negotiable and not terminable« (3)), sie ist, ihrer antiaufklärerisch-gegenmodernen Doktrin nach, nicht auf „profanes“ menschliches Tun zurückzuführen, sondern auf Gotterkenntnis im Sinne des Islam. Diese theozentrische Weltdeutung ist in freiheitlich-demokratischen Rechtsstaaten jedoch Privatsache und gehört nicht in das Hoheitsgebiet staatlicher Neutralität. Das Staatsvolk ist oberster Souverän, nicht die Gottheit.

Der geistliche Führer des besagten Großmufti Cerić heißt Yusuf al-Qaradawi, die Organisation beider Autoritäten ist das European Council for Fatwa and Research (ECFR). Das ECFR ist wenig anderes als die seelsorgerliche Lebenshilfe des Einflussbereiches der Muslimbruderschaft. Scheich al-Qaradawi verlangt, darin Necmettin Erbakan (Milli-Görüş-Bewegung) oder Tariq Ramadan völlig gleich, von jedem „Muslim“ die Einhaltung einer koranischen und schariatischen Orthopraxie, einer „absolut islamischen“ Lebensführung (und den Aufbau der entsprechenden Institutionen und Umwelten). Dieses Ziel ist jedoch nicht kompatibel mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Cerić besuchte im November 2008 die Penzberger Gemeinde um Imam Benjamin Idriz (4), Imam Idriz wird im November 2009 eine Fachtagung in der Evangelischen Akademie Tutzing inhaltlich mitbestreiten, die zum Thema: „Ausbildung von Imamen in Deutschland“ abgehalten und bei der auch Dr. Rohe sprechen wird.

Ebenso wie die Ausbildung von islamischen Religionslehrern geht auch die Ausbildung von Imamen mit einem sozusagen ewigen, irdisch gesprochen: einem nachhaltigen Finanzinteresse einher, um das ein Geflecht von Akteuren buhlt, dem schariaverharmlosende muslimische wie nichtmuslimische Dialogforen, Politikberater, Forschungsstellen und Schulbuchverlage in ökonomischer Abhängigkeit jedenfalls nicht neutral gegenüberstehen. Ein Beispiel für eine solche, sich womöglich auf die Produktion von Islamverharmlosung angewiesen sehende Lobby ist die Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) e.V. – Gründer: Mathias Rohe.

2. Zur Person von Dr. Rohe

Herr Dr. Rohe prangert die unveränderliche und „ewige“ Grundrechtswidrigkeit, die wohl noch auf lange Jahre in jedem organisierten Islam immanente und koranisch begründete Frauenfeindlichkeit leider nicht öffentlich an. Seine Argumentation folgt typischerweise diesem Muster:

»Ein Beispiel ist das einseitige Verstoßungsrecht (so genannter talaq) des Ehemannes nach islamischem Recht, das der deutschen Rechtsordnung widerspricht. Wird es im Ausland nach dortiger Vorstellung wirksam ausgeübt, kommt es darauf an, ob auch nach deutschem Recht die Voraussetzungen für eine Scheidung gegeben gewesen wären bzw. ob die Scheidung im Ergebnis den Interessen der Ehefrau entspricht; dann kann der talaq auch im Inland anerkannt werden, obwohl das Institut als solches nicht akzeptiert wird. Andererseits kann keine Anerkennung erfolgen, wenn die Ehefrau ihre Interessen bei dem Vorgehen nicht wahren konnte (5).«

Nein, so handeln Richter und Verwaltungsangestellte in der Bundesrepublik Deutschland definitiv nicht, für Demokraten gelten das Grundgesetz und die von ihm abgeleiteten Rechtsvorschriften. Deutschland hat die frauenfeindliche, menschenverachtende Praxis des at-talaq, der Verstoßung im Einklang mit Allahs eigenem Gesetz, in keiner Weise anzuerkennen oder zu berücksichtigen, sondern beispielsweise das verheiratete Ehepaar zu scheiden, der Frau Asyl zu gewähren, ihr ein eigenständiges Bleiberecht zu gewährleisten, Wohngeld auszuzahlen, die Flucht ins Frauenhaus zu ermöglichen. Die Frau hat juristisch in der BRD eben keinen Wali oder Mahram, keinen Vormund oder Aufpasser. Auch paschtunisches, albanisch-blutrechtliches oder kurdisch-jesidisches Stammesrecht wird von unseren Behörden nicht angewendet. Kein einziges deutsches Rechtsgebiet steht zur Disposition.

Anders als Rohe vorschlägt, ist „eine Angleichung an die Regelungen typischer Einwanderungsländer“ in Ergänzung zu den bisher geltenden Regelungen (etwa: über EGBGB und unsere grundsätzlichen Wertvorstellungen des Ordre Public hinausgehend) aus menschenrechtlicher und grundrechtlicher Sicht grundsätzlich problematisch und alles andere als wünschenswert. Selbst die Regelungen des EGBGB und Ordre Public sind den universellen Menschenrechten nachgeordnet, Artikel 1 und 20 des Grundgesetzes sind unveränderlich. Beispielsweise haben wir eingewanderte Frauen und Mädchen aus der Sahelzone auch in den nächsten Jahren vor FGM (weibliche Genitalverstümmelung) zu schützen und in der BRD keinesfalls alle afrikanischen, „reinigenden, tugendhaften“ Traditionen oder lokales Stammesrecht anzuwenden. Vielmehr sind Einwanderer über das in Deutschland geltende Recht zu informieren und über die gesundheitlichen Nachteile der FGM aufzuklären. Auch die Scharia hat Frauen entrechtende, frauenfeindliche Vorschriften, ein fehlerhaftes Gerichtsurteil wie das zum koranisch erlaubten Prügeln der Ehefrau darf sich nicht wiederholen:

„Die Frau, eine Deutsche marokkanischer Abstammung, hatte den Marokkaner 2001 in dem nordafrikanischen Land «gemäß den Vorschriften des Korans» geheiratet, wie das Amtsgericht berichtete. Die Richterin hatte laut Amtsgericht argumentiert, sie sehe die Voraussetzung für eine Härtefallentscheidung nicht gegeben. Denn beide Parteien stammten aus dem marokkanischen Kulturkreis. Dort sei es nicht unüblich, dass der Mann seiner Frau gegenüber ein Züchtigungsrecht ausübe (6).“

Rohe ist persönlich in die Gestaltung und Vermarktung des „Produktes“ Schariawissenschaft eingebunden, ist er doch tätig als Ausbilder von Islamwissenschaftlern, als Redner auf Fachtagungen wie bei der Evangelischen Akademie Tutzing November 2009 und als Funktionär bei der GAIR. Daher zweifeln wir die gesetzlich vorgeschriebene gutachterliche Neutralität in Bezug auf seine Person an, sobald es um das Thema Islam geht.

Wir Staatsbürger dürfen darauf Wert legen, dass ein Jurist und zeitweiliger Richter (am OLG Nürnberg im Nebenamt) wie Dr. Rohe in seinen Äußerungen die freiheitliche demokratische Grundordnung bewusst und begeistert, jedenfalls sehr dezidiert verteidigt. Wir haben leider den Eindruck gewinnen müssen, dass Dr. Rohe die Perspektive, Wortwahl und Weltdeutung der grundrechtswidrigen (Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen Michael Bertrams (7)) Scharia nicht lediglich im Bereich der vergleichenden Religionswissenschaft, rechtsstaatlich-aufklärungshumanistisch orientierten Psychologie oder warnend tätigen Sektenberatung verwendet und damit „rechtsstaatlich gebändigt“ sehen möchte, sondern im Bereich der Rechtssprechung verwendet wissen möchte, ausgerechnet im Bildungs- und Erziehungsbereich.

Noch ein Beispiel für die problematische Herangehensweise vom Dr. Rohe, Quelle wie oben DIK, wo der letzte Abschnitt übertitelt ist mit „Kein grundsätzlicher Gegensatz zwischen deutschem Recht und muslimischen Haltungen“:

»In vielen Teilen der islamisch geprägten Welt und vor allem im Westen finden sich Muslime, die auf der Grundlage ihrer Religion neue Interpretationen finden, welche sich in den unverzichtbaren Rahmen der Rechtsordnungen, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlen, einfügen.«

Da steht der Rechtswissenschaftler im Widerspruch zu Mustafa Cerić, der die Scharia für immerwährend, nicht verhandelbar und unveränderlich hält, „neue Interpretationen“ darf es also nach der Aussage des bosnischen Großmuftis gar nicht geben. Möchte Rohe der sunnitischen Autorität widersprechen?

Dass Rohe vernachlässigt, vor dem „Scharia-Islam“ (Bassam Tibi) zu warnen, belegt eine sorgfältige Lektüre seines äquidistanten Buches »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« (2009) ebenso anschaulich wie seine wiederholt öffentlich getätigten, hoch provokante Aussagen wie: „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“, „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder die Stellungnahme zum Mittagsgebet eines 16jährigen Schülers in Deutschland. Rohe sieht sich nicht in der Lage, prägnant zum Nötigenden Heiratsvormund (Wali Mudschbir = Scharia) oder zur schafiitischen FGM (indonesisch, auch Scharia) auf Distanz zu gehen, anders als der Durchschnittsbürger hätte der Professor für Rechtsvergleichung die Gelegenheit dazu.

Einem gerichtlich bestellten Gutachter sollte auf die Forderungen der totalitären Scharia etwas mehr einfallen als die dürren Sätze: „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“.

3. Das Gebetsraumurteil aus sozialpädagogischer Sicht

Das Schulleben betreffend sollte es uns darauf ankommen, eine „religiöse“ Spaltung der Lehrenden und Lernenden in Kollektive zu verhindern. Auch am Diesterweg Gymnasium in Berlin-Gesundbrunnen gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass die einer geheiligten Apartheid gleichkommende, in der Logik der islamischen Orthodoxie unumgängliche Aufteilung der Schülerschaft in nichtmuslimische Schüler und „Muslimschüler“ und dann noch einmal in „Jungen und Mädchen mit ihren geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Verhaltensvorschriften“ unterbunden wird.

Der Presse ist zu entnehmen, dass es am Diesterweg-Gymnasium in der Vorvergangenheit bereits zu Unfrieden gekommen war, als einige Jungen besagter Schule den Mädchen das Beten im improvisierten Gebetsraum verweigert hatten, eben auch, weil beim schariakonformen Gebet die Geschlechtertrennung durchzusetzen ist und die Mädchen ohnehin keine islamisch korrekten Kopftücher getragen hatten (8). Die Mädchen hätten den Gebetsraum „entweiht“, wie die streng sunnitischen Jungen es zu formulieren beliebten, daraufhin kam es sogar zu einer Prügelei (9). Ein Gebet, das seit 1.400 Jahren als Gruppenereignis choreographiert ist, würde auch an Berlins Schulen eine Demonstrationen „islamisch korrekten“ Verhaltens bedeuten. Alle islamische Orthopraxie geht mit einem unzumutbar hohen Konformitätsdruck einher, säkular denkenden muslimischen Eltern und deren Kindern wird das Argumentieren zusätzlich erschwert; was denken bekennende oder verdeckte Ex-Muslime? Droht Berlins zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Schulgeländen die Herrschaft der Frommen?

Deutschlands im KRM zusammengefasste Islamverbände mögen dem Anspruch der saudi-arabischen Wahhabiten oder der ECFR-Scheichs um Herrn al-Qaradawi leider bis heute nicht widersprechen (zum KRM: „wenn islamische Kreise, die das Grundgesetz unter die Scharia stellen wollen … (10)“). Wie der KRM war auch Mathias Rohe Teilnehmer der Deutschen Islamkonferenz (DIK) (11).

Jeder nichtbetende Schüler wird womöglich als Islamverweigerer sprich als „Ungläubiger“ stigmatisiert, als Gegner der Ordnung Allahs und damit als ein Mensch geringeren sittlichen Wertes. Darüber hinaus drohen nichtbetende Mädchen als „Schlampen“ diskriminiert zu werden. Den säkular denkenden Mädchen und Jungen muslimisch sozialisierter Eltern droht die Stigmatisierung seitens der „rechtgläubigen“ Meinungsmacher, was den Schulfrieden gefährdet und die „muslimischen“ Mädchen dem erhöhten Risiko aussetzt, von der Schule abgemeldet und arrangiert verheiratet / zwangsverheiratet zu werden.

Der klassischerweise das islamische Gebet akustisch umrahmende Gebetsruf und sein Befolgungsritual selbst dürfen wir bis zur glaubhaften Außerkraftsetzung von Scharia und Fiqh als einen Ruf nach der lokalen Implementierung einer frauenfeindlichen Sexualpolitik verstehen mit inhumanen Folgen wie Zweit- bis Viertfrau, Verstoßung der Ehefrau, das weltweit zulässige islamische Heiratsalter neun- bis dreizehnjähriger Bräute sowie Ehefrauen und Töchter, die bei Ungehorsam verprügelt werden dürfen. Der Gebetsruf ist eine Verpflichtung zur Einhaltung, Verfestigung und Ausbreitung einer letztlich überall, nicht nur im Privatbereich durchzusetzenden „religiösen“ Lebensweise, in der die Frau nur halb so viel erbt wie ein Mann und die Aussage von zwei Frauen vor (Fiqh )Gerichten so viel gilt wie die eines Mannes.

Das Gebetsritual ist also keineswegs Privatsache, sondern hoch politisch als der Nukleus einer islamischen Staatlichkeit, in der die Frau als „naturhafte“ Verführerin mit einem Hidschab (Schleier) „bedeckt“ werden muss und ihr Großvater väterlicherseits oder biologischer Vater sie als Wali Mudschbir (Malaysia: wali mujbir) in die erste Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten darf (12).

Islamisch betende Jungen an staatlichen Schulen verkörpern handelnd die Sexualdoktrin von Scharia und Sunna, die jedem „muslimischen Mädchen“ derselben Schule ein jetziges oder künftiges Leben als Single, Lesbe oder Ehefrau eines Polytheisten oder Atheisten nicht gestattet. Ebenso wenig dürfen „muslimische Jungen“ die gegenmoderne, repressive und geheiligt homophobe Sexualdoktrin der Scharia zurückweisen. Beides erzeugt einen Konformitätsdruck, lädt zu Heuchelei, Denunziation und Spitzelwesen ein. Das öffentlich sichtbar werdende islamische Gebet ist ein Politikum allerersten Ranges, welches unter anderem auch die reaktionäre Doktrin von der Existenz eines schmerzlichen Höllenfeuers und eines (nun auch in Berliner Schulen?) irdisch aktiven Teufels (Azazil, Iblis) „toleriert“.

Beim einmaligen Mittagsgebet von 13:30 bis 13:40 Uhr im eigens aufgeschlossenen Gruppenraum »205 m« wird es nicht bleiben, vielmehr wird das Einhalten der gottgewollten Tugendhaftigkeit von „kleinen Religionswächtern“ kontrolliert werden: Wie von der Gottheit befohlen Beten, in Schulgebäuden Mittags beten, Freitagsgebet auf die täglich wechselnde Minute genau einhalten, Jungenbeten in mädchenfreier Zone, mit einem Schleier plus Gebetsgewand „bedeckt“ betende Mädchen, jedes Beten nur nach ritueller Waschung „gültig“, islamrechtlich einwandfreie Waschgelegenheiten in jeder Schule zum Herstellen der rituellen Reinheit ohne die ein Gebet „ungültig“ ist, Gender-Apartheid zunächst im Sexualkunde, Sport- und Schwimmunterricht und natürlich beim Beten, Mädchen- und Lehrerinnenkopftücher allüberall als „religiöse“ Pflicht. Auch wer im Fastenmonat einen Schokoriegel ist, „bekommt schon mal Ärger“, weiß man am Diesterweg-Gymnasium (FN 9). Wir haben die Stellungnahme der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V. (AABF) zum Berliner Gebetsraumurteil mit Freude vernommen und zitieren aus dieser:

»Schon heute lastet ein enormer Druck auf Alevitischen Schulkindern in Deutschland, beispielsweise wenn sie während des Fastenmonats Ramadan nicht mit fasten. Die Grenzen des Mobbing sind hier sehr schnell überschritten. Alle Schulkinder, somit auch nichtpraktizierende muslimische Schulkinder müssen das Recht haben, vor einer werbenden und demonstrativen Religionsausübung geschützt zu werde (13).«

Das Urteil zum islamischen Beten in öffentlichen Schulen scheint uns die verhaltensbezogene, religiöse und sexuelle Selbstbestimmung aller am Schulleben Beteiligten, auch der nichtmuslimischen Schülerinnen und Schüler sowie aller Lehrerinnen und Lehrer nicht ausreichend zu würdigen. Es ignoriert das Neutralitätsgebot des Staates in öffentlichen Einrichtungen und übersieht die besondere Manipulierbarkeit und Verletzbarkeit von Kindern und Jugendlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin in der Lernförderung mit Kindern mit und ohne Migrationshintergrund

Edward von Roy

staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge / Diplom-Sozialarbeiter (FH)

»Nicht das Kind

einer äußeren Ordnung unterwerfen,

es vielmehr sich frei entfalten und

spontan entwickeln lassen, wird zur

pädagogischen Maxime schlechthin.«

Adolph Diesterweg

UPDATE. An alle Freunde, Leser und Unterstützer. Der Tagesspiegel meldet am 18.11.2009 ‘Der Streit um das Beten an Berliner Schulen geht offenbar in eine neue Runde. Nach Tagesspiegel-Informationen will die Senatsschulverwaltung bis spätestens Freitag [20.11.2009] Berufung gegen das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts vom September einlegen, mit dem einem muslimischen Schüler eines Weddinger Gymnasiums erlaubt worden war, seiner religiösen Gebetspflicht nachzukommen.’

Inzwischen scheint die Berufung eingelegt worden zu sein, wie der gedruckte Tagesspiegel vom 20.11.2009 berichtet. Fatina Keilani, Jost Müller-Neuhof: ‘Richter müssen erneut über Gebete an Schulen entscheiden’

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Wedding-Gebetsraumurteil;art124,2954500

(1)

http://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz

(2)

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Wedding-Gebet-Islam-Schulen;art126,2911886

(3)

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(4)

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/bosniens-grossmufti-ceric-besucht-penzberg-21472.html

(5)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/Themen/Religionsfreiheit/Scharia/scharia-inhalt.html?__nnn=true

(6)

http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/591634.html?Richterin:_Pruegel_fuer_Ehefrau_ist_hinnehmbar

(7)

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(8)

http://www.bz-berlin.de/archiv/warum-klagte-der-berliner-schueler-yunus-eigentlich-auf-beten-in-der-schule-article602989.html

(9)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/140914/140915.php

(10)

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E5F1623A938A84127960F232FFC26433B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(11)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/DieDIK/Plenum/Interviews/InterviewRohe/interview-rohe-inhalt.html?__nnn=true

(12)

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(13)

http://www.alevi.com/pressemeldung+M55dc2faf715.html