Heidelbergs Bürgermeister für Integration und Chancengleichheit fordert Bühne für Lobbyisten des islamischen Rechts

مدينة هايدلبرغ

Madīna Heidelberg

Stadt Heidelberg

Erichsons Antwort auf Protestbrief zu Heidelberger Islamwochen

Wolfgang Erichson ist Beigeordneter der Stadt Heidelberg mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste. Die im November und Dezember 2012 von der Muslimischen Studierendengruppe in den Räumen der Universität durchgeführten »III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt« begrüßte Erichson, zur immanenten Frauenfeindlichkeit und Homophobie der Scharia sagte das Mitglied von Bündnis 90/Die GRÜNEN nichts:

„Das Ziel der Veranstaltung, den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern, Vorurteile über den Islam abzubauen und gemeinsame Zukunftsperspektiven in Deutschland zu diskutieren, wird von mir ausdrücklich unterstützt. … Wir können unser gemeinsames Leben durch mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitigen Respekt bereichern.“

Das Grußwort wurde zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe verlesen, am selben Abend sprachen Wolfgang Borgfeldt zu „Der Koran: Entstehung und Tragweite. … Welche zivilisatorischen Impulse gab und gibt er?“ sowie Jasmin Pacic über „Leben mit der Scharia. … Am Beispiel des islamischen Ehe- und Familienrechts.“

Auch Bürgermeister Erichson hatte unseren Protest gegen die proislamistische Ausrichtung der Vortragsreihe erhalten, die er am 6. Dezember ebenso energisch verteidigt wie den Auftritt der Referenten Wolfgang Borgfeldt, Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi, nämlich: „als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz“.

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: Edward von Roy

Gesendet: Sonntag, 2. Dezember 2012 10:59

An: An die Stadt Heidelberg

Dez. IV – Sekretariat

Dezernat für Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste Herrn Bürgermeister Wolfgang Erichson

Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr Erichson,

Wolfgang Borgfeldt (European Council for Fatwa and Research ECFR; Haus des Islam HDI) ist dem homophoben und dem Bereich der global agitierenden Muslimbruderschaft zuzurechnenden Scheich Yusuf al-Qaradawi theologisch und organisatorisch treu verbunden.

Es ein Skandal, dass Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq am 26. November 2012 trotz gut begründeter Proteste in der Uni Heidelberg – als erster einer plangemäß nächste Woche fortgesetzten ganzen Reihe von gegendemokratischen Referenten – auftreten durfte. Die Veranstaltung geht also im selben radikalislamischen Stil weiter.

Anlässlich der Eröffnung der 3. Heidelberger Islamwochen der Muslimischen Studierendengruppe haben Sie, sehr geehrter Herr Erichson, ein Grußwort verfasst, das am 26. November im Saal verlesen wurde.

Wir bitten Sie, unseren hier im Anhang zu findenden zweiten offenen Brief (vom 30. November) zur Kenntnis zu nehmen, der sich auf die drei Redner bezieht, die im Laufe der kommenden Woche eingeladen sind.

Wir fordern Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Vorträge in den Räumlichkeiten einer staatlichen Universität nicht stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy, Gabi Schmidt

Datum: Thu, 06. Dec 2012 16:53:54

Von: Dezernat 4 Heidelberg

An: Edward von Roy, in Kopie: an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an den Rektor der Universität Heidelberg

AW: Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr von Roy,

Sie haben sich mit ausführlichen E-Mails an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an mich gewandt und uns gebeten, darauf Einfluss zu nehmen, dass bestimmte von Ihnen genannte Referenten nicht im Rahmen der 3. Heidelberger Islamwoche der Muslimischen Studierendengruppe an der Universität auftreten.

Wie Sie sicherlich selbst wissen, hat die Stadt keinerlei Möglichkeiten, auf die Universität einzuwirken, was die Vergabe der Räume betrifft. Außerdem sind wir auch grundsätzlich anderer Auffassung als Sie, da wir die Vortragsreihe der Muslimischen Studierendengruppe als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz ansehen.

Es ist nicht Politik dieser Stadt, unterschiedliche auch sehr kontroverse Meinungsäußerungen nicht zuzulassen.

Die uns von Ihnen über die Referenten zugeleiteten Erkenntnisse waren uns alle auch im Vorfeld der Veranstaltung bekannt und Sie können davon ausgehen, dass die Stadt ausführlich geprüft hat, ob sie sich mit einem Grußwort zu dieser Veranstaltung zu Wort melden soll. Da wir als Stadt sowohl in unserer Integrationspolitik als auch über den Interreligiösen Dialog bemüht sind, in einem Klima von Toleranz und Akzeptanz eine Diskussionskultur in dieser Stadt zu ermöglichen, sahen wir auch keine Notwendigkeit, uns in die Programmgestaltung der Muslimischen Studierendengruppe einzuschalten.

Alle diese Veranstaltungen waren offen, öffentlich zugänglich und wir gehen davon aus, dass alle Menschen, die an solchen Veranstaltungen mit Interesse teilnehmen, in der Lage sind, ihre eigenen Schlüsse aus den dort vorgetragenen Inhalten zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Erichson

Bürgermeister

Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste

Stadt Heidelberg

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2 Antworten to “Heidelbergs Bürgermeister für Integration und Chancengleichheit fordert Bühne für Lobbyisten des islamischen Rechts”

  1. Kalevala Says:

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    “In Heidelberg erleben wir dankbar, dass sich Muslime, Juden und Christen im interreligiösen Gespräch gerade als religiös gebundene Menschen gut verstehen und einen anregenden Austausch haben können.” (Plenum Interreligiöser Dialog)

    Die Stadt hat unter Federführung von Bürgermeister Wolfgang Erichson einen erfolgreichen Dialog zwischen den Religionen in Heidelberg initiiert, an dem sich die beiden christlichen Kirchen, die Jüdische Kultusgemeinde, der „Türkisch-Islamische Kulturverein“ und die Religionsgemeinschaft „Geistiger Rat der Bahá’i in Heidelberg e. V.“ – die am 10. Mai 2012 als fünftes Mitglied aufgenommen wurde – beteiligen.

    Der Interreligiöse Dialog in Heidelberg beruht auf der Wertschätzung für die beteiligten Glaubensgemeinschaften und hat das Ziel, durch gemeinsame Anstrengungen der Religionen in einer pluralistischen Gesellschaft den Zusammenhalt zu verbessern. Dabei geht der Dialog über Toleranz im Sinne einer “Duldung des Andersgläubigen” hinaus. Unterschiede werden nicht geleugnet, die Religionen nicht gleichgemacht, sondern vielmehr eine Grundlage dafür geschaffen, sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Das Besondere in Heidelberg ist, dass sowohl der Imam der Moschee, der katholische Dekan, die evangelische Dekanin und der Rabbiner der Jüdischen Kultusgemeinde als jeweils herausragende/-r Vertreter/-in ihrer Religionen selbst an den Treffen teilnehmen.

    Arbeitsgruppen / Themen

    Fragen des Religionsverständnisses,
    die Ausweitung des Dialogs auf Jugendgruppen,
    Fragen der Hilfe in sozialen Notlagen,
    gegenseitige Besuche der religiösen Feste beziehungsweise Gottesdienste und
    Überlegungen, eine Art ökumenischen Raum für alle Religionen in Heidelberg zu initiieren.

    http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1220250/index.html

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    Interreligiöser Dialog verurteilt Gewalt

    Stellungnahme des Arbeitskreises Interreligiöser Dialog, März 2012

    In den vergangenen Monaten haben wir viel von Christenverfolgungen in den Gebieten des Nahen Ostens, in Afrika und in asiatischen Ländern gehört. Wir verurteilen die Verfolgungen jeglicher religiöser Gemeinschaften aufs Schärfste. In Heidelberg erleben wir dankbar, dass sich Muslime, Juden und Christen im interreligiösen Gespräch gerade als religiös gebundene Menschen gut verstehen und einen anregenden Austausch haben können. Gemeinsam möchten wir nicht schweigen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt werden. Es gab und gibt Traditionen des guten Miteinanders und des Respekts für die je andere Religion. Daran möchten wir erinnern. Zur Grundlage unserer in Heidelberg gepflegten interreligiösen Kultur gehört es, Menschen als Geschöpfe Gottes zu sehen, die mit einer unantastbaren Würde ausgestattet sind.

    Umso mehr erschrecken uns die aktuellen Nachrichten über vielfache Verfolgung. Die Trauer über das Leid Unschuldiger, der Zorn über das ihnen angetane Unrecht und die Bitte an Gott, den Verfolgten nahe zu sein, verbinden uns.

    http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1221403/index.html

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  2. Kalevala Says:

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    Eine Frage bewegt die Schüler: „Warum dürfen muslimische Frauen in Deutschland nichtmit Schleier unterrichten?“ Immer wieder hebt jemand die Hand und fragt nach, viele schütteln die Köpfe. Integrations-Bürgermeister Wolfgang Erichson erklärt die Sicht der Gerichte: Lehrer an staatlichen Schulen müssten frei von religiösen und politischen Symbolen sein. Ganz einverstanden sind die Schüler mit der deutschen Position nicht – und das ist die Grundlage für einen erfolgreichen Nachmittag. Denn in der Julius-Springer-Schule sind deutsche, tschechische und schottische Jugendliche zusammengekommen, um mit Bürgermeister Erichson Meinungen und Ansichten auszutauschen. Die Diskussion ist Teil eines zweijährigen Comenius-Projekts der Europäischen Union. Als Thema haben die beteiligten Schulen „Minderheiten“ gewählt. …

    Aber eine schottische Schülerin meldet sich und kann noch nicht verstehen, dass Frauen mit Schleier nicht unterrichten dürfen. „Vielleicht ist das in zehn Jahren anders“, sagt Erichson Eine abschließende Antwort darauf weiß niemand.

    aus: Kathrin Frank: Feldforschung in Europa: Tschechen und Schotten zu Besuch. Comenius-Projekt: Treffen in der Julius-Springer-Schule
    in: Rhein-Neckar-Zeitung / Nr. 111, 14./15.05.2011

    http://www.gjp1.cz/min/Julius-Springer.pdf

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    Die Bewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat will eigenen Angaben zufolge für die Mitglieder ihrer Gemeinde ein Gotteshaus bauen.

    Die Bauvoranfrage ist vor drei Monaten eingereicht, aber noch nicht abschließend beantwortet worden. Den genauen Standort will der Bürgermeister für Integration, Wolfgang Erichson, derzeit nicht bekanntgeben. Er liege in einem Gewerbegebiet und sei “prinzipiell genehmigungsfähig”.

    “Es soll in Heidelberg von der dortigen Gemeinde eine Moschee errichtet werden”, bestätigt Abdullah Wagishauser, der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die Pläne. …

    Offensiv will ebenfalls Bürgermeister Erichson mit dem Thema umgehen. Sobald die Ämter die Anfrage geprüft und den Bau in einem ersten Schritt genehmigt haben, plant er, Bezirksbeirat und Stadtteilverein umfassend über das Projekt zu informieren. So habe es die bundesweite Islam-Konferenz für entsprechende Vorhaben empfohlen. Wo genau die Moschee gebaut werden soll, möchte er derzeit jedoch nicht verraten, “um die Leute nicht frühzeitig verrückt zu machen”.

    aus: Martin Geiger: Muslime wollen eine zweite Moschee bauen
    in: Mannheimer Morgen 20.08.2009

    http://www.morgenweb.de/muslime-wollen-eine-zweite-moschee-bauen-1.386218

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