Manifest der Zwölf

Manifest der Zwölf:

Manifest

der Zwölf

Gemeinsam gegen den

neuen Totalitarismus

1. März 2006

Nachdem die Menschheit Faschismus, Nazismus und Stalinismus glücklich überwunden hat, sieht sie sich nun einer neuen globalen Bedrohung des gleichen totalitären Typus gegenüber, dem Islamismus.

Wir als Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle rufen zum Widerstand gegen diesen religiösen Totalitarismus auf und zum Kampf für Freiheit, Chancengleichheit und säkulare Werte für jeden und überall.

Die jüngsten Ereignisse, die sich in den Monaten nach der Veröffentlichung der so genannten dänischen Mohammed-Karikaturen zutrugen, sie haben uns Bedeutsamkeit und Notwendigkeit des Kampfes für jene universellen Werte wieder einmal deutlich gemacht.

Dieser Kampf wird nicht mit Waffengewalt entschieden werden können, sondern auf geistig‑kultureller Ebene gewonnen oder verloren. Wir erleben in diesen Jahren weder den viel beschworenen ’Zusammenprall der Kulturen’ noch einen etwaigen Gegensatz zwischen ’Orient und Okzident’. Vielmehr erleben wir einen weltweiten Kampf zwischen Rechtsstaat und Gottesstaat: zwischen Demokratie und Theokratie.

Wie alle Totalitarismen, so wird auch der Islamismus von Ängsten und Frustrationen genährt. Dabei stützen sich die Hassprediger gekonnt auf eben diese Emotionen, um ihre halbmilitärischen Gefolgschaften zu ordnen, welchen kaum verhohlen die Zielrichtung vorgegeben wird, die mancherorts bereits errungene Freiheit zu vernichten und die Ungleichheit zu erzwingen. Und wir sagen es laut und deutlich: nichts, nicht einmal die Verzweiflung rechtfertigt die Wahl von Obskurantismus, Totalitarismus und Hass.

Islamismus ist eine reaktionäre Weltanschauung, die Gleichheit, Freiheit und Säkularität tötet, wo immer sie den Ton angeben darf. Ihr Erfolg würde zu einer Gesellschaft der prinzipiellen Ungleichheit und der brutalen Ausbeutung führen, zu einer Gesellschaft, in der die Frauen durch die Männer unterdrückt werden und die Nicht‑Islamisten durch die Islamisten. Um das zu verhindern, kommt es darauf an, unterdrückten oder diskriminierten Menschen weltweit den Weg zu ihren universellen Rechten zugänglich zu machen.

Wir weisen einen jeglichen Kulturrelativismus zurück, der gerne darin besteht, es hinzunehmen, dass Männern oder Frauen aus der muslimischen Kultur im Namen einer ’Rücksichtnahme auf Kulturen und Traditionen’ ihr persönliches Recht auf Gleichheit, auf Freiheit und auf echte Religionsfreiheit vorenthalten wird.

Wir weigern uns, unseren kritischen Geist aus der modischen Sorge heraus zu verleugnen, der so genannten Islamophobie bezichtigt zu werden. Islamophobie, jenes fragwürdige Konzept, das die Kritik des Islams als rückständiges Glaubensgebäude mit der Ausgrenzung seiner gläubigen Individuen bewusst zu verwechseln trachtet.

Wir setzen uns vernehmlich für die weltweite Zugänglichkeit des Rechts auf Meinungsfreiheit ein, damit der Geist kritischen Denkens auf allen Kontinenten wehen kann, um bald jeden Missbrauch und alle Dogmen als solche erkennbar und benennbar zu machen.

Wir richten diesen Aufruf an die Demokraten aller Länder, auf dass das angebrochene Jahrhundert ein Zeitalter der Aufklärung sein möge und keine Epoche des Obskurantismus.

Mittwoch, den 1. März 2006

Erstunterzeichnende:

Ayaan Hirsi Ali

Chahla Chafiq

Caroline Fourest

Bernard-Henri Lévy

Irshad Manji

Mehdi Mozaffari

Maryam Namazie

Taslima Nasreen

Salman Rushdie

Antoine Sfeir

Philippe Val

Ibn Warraq

dt. v. gruppe pik, 17.10.2007

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