Unheilige Allianz. Wie subventioniertes Gutmenschentum und islamischer Fundamentalismus sich bestens arrangieren

Integrationspoker

ük. Gestern stieß ich beim Surfen auf einen Artikel im Online Flyer Nr. 107 der Neuen Rhein Zeitung vom 08.08.2007, der mir so interessant erscheint, dass ich dazu Stellung nehmen möchte. Arzu Toker bekennt sich darin zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und setzt sich dafür ein, das Recht auf Individualität und Freiheit für alle Menschen zu verteidigen bzw. durchzusetzen. Die Rahmenbedingungen zur Erhaltung und Erweiterung dieser maßgeschneiderten Handlungsspielräume, die wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten beitragen, sind im Grundgesetz festgelegt, das für jede/n qua Geburt gleichermaßen gilt, schreibt die Kölner Journalistin. Menschenwürde sowie die sich daraus ableitenden Grundrechte auf individuelle Entfaltung der Persönlichkeit und Freiheit sind allgemeingültig und unveräußerlich. Eine „Sonderbehandlung“ aufgrund eines andere ausschließenden Identifikationsmerkmals (Rasse, Religion…) verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz nach Art. 3 Abs. 3 GG, betont die Autorin interessanter Bücher und viel beachteter Hörspiele.

Mit diesem eindeutigen Statement zur Allgemeingültigkeit der Grundrechte erteilt die zweite Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime dem gutmenschelnden Multikulti-Fanklub eine deutliche Abfuhr. Sie enttarnt den islamophilen Kuschelkurs der Altachtundsechziger und ihrer Anhänger als eurozentrischen Kulturrelativismus, der einen gleichberechtigten, Gemeinsamkeiten betonenden Dialog auf Augenhöhe verhindert. Die zivilcouragierte Apostatin setzt sich in dem genannten Artikel heftig zur Wehr gegen den Eifer, mit dem Gutmenschen sich gegenseitig darin zu übertreffen versuchen, durch aufopfernde Xenophilie die Bedürfnisse, Rechte und Freiheiten der kulturellen Moderne zu Gunsten einer patriarchalen Alltagskultur des Frauenhasses zu verraten. Sie macht darauf aufmerksam, dass die AltbürgerInnen auf diese Weise in vorauseilendem Gehorsam dazu beitragen, die bereits bestehenden Parallelkulturen auszubauen und zu zementieren.

Mit ihrer Politik des Appeasement und der nahezu grenzenlosen Toleranz idealisieren, restaurieren und verteidigen die oftmals selbsternannten SchutzpatronInnen der Töchter und Söhne Allahs die Andersartigkeit der MuslimInnen, schreibt die zivilcouragierte Toker.. Sie unterminieren mit dieser Bevormundung jeden Versuch der MigrantInnen, ihr Selbstverständnis die persönliche Lebensgeschichte und ihre bisherige Sozialisation kritisch zu hinterfragen. Gutmenschen verunmöglichen mit ihrer die kulturellen Unterschiede verherrlichenden Haltung gegenüber ZuwanderInnen einerseits und der unbeirrbaren, autoritären Bevormundung Andersdenkender der Mehrheitsgesellschaft andererseits eine sich emanzipierende Persönlichkeitsentwicklung der NeubürgerInnen. Ohne Empowerment und Befreiung aus der erdrückenden Umklammerung des Koran genauso wie aus dem zu Tode Umarmen der vornehmlich rot-grünen multikulturellen KulturrelativistInnen werden konservative, rechte LegalistInnen und deren AnhängerInnen ohne jegliche demokratische Opposition weiter am Staat im Staate bauen.

Der Kulturrelativismus, synonym Differenzialismus, ist eine Philosophie, die den Pluralismus der Kulturen herausstellt. Sie ist die Antithese des Universalismus und geht von der Voraussetzung aus, dass bestimmte kulturelle Verhaltensregeln nur aus ihrem eigenen Kontext heraus verstanden werden könnten. Moralprinzipien und Traditionen könnten daher nicht aus dem Blickwinkel anderer Wertesysteme und Gesellschaftsformen verglichen oder gar bewertet werden. VerfechterInnen dieses Prinzips lehnen es daher ab, zu fremden Sitten und Gebräuchen Stellung zu nehmen, ohne sie in Bezug auf die Gemeinschaft, in denen sie gepflegt werden, zu betrachten.

KulturrelativistInnen gehen davon aus, dass Moralvorschriften, Verhaltensregeln und Riten durch den Sozialisationsprozess, den jeder Mensch während seiner Entwicklung durchläuft, erarbeitet werden. Diesen Prozess der Persönlichkeitsbildung und Eingliederung in die Gesellschaft nennen sie Enkulturation. BefürworterInnen dieser Theorie sind davon überzeugt, dass niemand Werte internalisieren kann, ohne seine eigene Enkulturation einzubeziehen. Folgt man dieser Argumentationskette, wäre es utopisch und egozentrisch, Menschen, deren Sozialisation zu einem großen Teil in Theokratien und undemokratischen Staaten stattgefunden hat, abzuverlangen, sich in unser säkulares Gesellschaftssystem einzugliedern sowie die Allgemeingültigkeit des StGB und der Menschenrechtscharta anzuerkennen. Beide Seiten, die AltbürgerInnen und Neuankömmlinge gingen zunächst von der Vorläufigkeit des Aufenthalts hier aus, worauf die damals übliche Bezeichnung ‚Gastarbeiter‘ auch hinweist. Für die Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bestand also kein Grund das beschriebene Enkulturationsmodell auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit zu durchdenken.

Für viele UniversalistInnen wie Arzu Toker fördert die Theorie des Kulturrelativismus eine rassistische Denkweise, ohne seine ProtakonistInnen als RassistInnen diskreditieren zu müssen. Sie tarnt sich perfekt mit dem Denkmantel des informierten, verständnisvollen Gutmenschen, der oberflächlich betrachtet, kompetente klientenzentrierte politische und soziale Arbeit verrichtet. Diese Dhimmitude arbeitet jedoch nicht nur kongenial IslamistInnen und zu Allah konvertierten Deutschen in die Hände, die mit ihrem Märchen vom „europäischen Islam“ in legalistischer Manier versuchen, die FDGO auszuhöhlen (s. Düsseldorfer Landgericht: Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen bestätig). Auch bekennende RassistInnen würzen ihre Suppe mit dem gleichen Salz, indem sie die von der Gegenseite idealisierte Andersartigkeit mit negativen Vorzeichen versehen.

Multikulturelle Gutmenschen leugnen bei Menschenrechtsverletzungen, die im Namen Allahs begangen werden das ‚Tatmotiv Islam‘ solange dies möglich ist, danach verschweigen sie nicht selten einen Zusammenhang und wenn schließlich niemand mehr an einem Zusammenhang zweifeln kann, spielen sie ihn herunter. Toker argumentiert, der Erhalt des Islams, wie ihn beispielsweise die rechtskonservative Milli Görüs vertritt, sei im ureigensten Interesse der KulturrelativistInnen, weil er garantiert, ‚dass „jene Fremden“ fremd bleiben und sich nicht unter „ihresgleichen“‘ mischen werden‘. Sollte der Multikulti Fanklub sich tatsächlich diesem Denken verschrieben haben, muss ich die Damen und Herren jedoch enttäuschen. Dieser rassistische Plan, sollte er denn bestanden haben, ist gründlich schief gelaufen. Muslimischen Mädchen ist es in der Regel zwar strikt verboten einen Ungläubigen zum Freund zu haben oder zu heiraten, bei ihren Brüdern jedoch wird es nicht ungern gesehen, wenn sie deutsche fünfzehn-, sechzehnjährige Mädchen schwängern. Nicht selten werden diese aber nur benutzt, um sexuelle Erfahrungen zu sammeln, eine Ehe mit einer Dhimmi wird in der Regel nur geduldet, wenn diese konvertiert.

Sicher ist jedoch, dass sich mit kultursensibler Attitude gut Geld verdienen lässt, da so lange finanzielle Mittel in Migrationsforschung und Integrationsprojekte fließen, wie der ‚Untersuchungsgegenstand‘ fremd bleibt. Nachdem AltbürgerInnen wie MigrantInnen ca. 1980, nicht zufällig in den Jahren der Konsolidierung des iranischen Gottesstaates, klar wurde, dass mit einer Rückwanderung der ‚Gastarbeiter‘ nicht mehr zu rechnen war, viele hatten mittlerweile ihre Familien nachgeholt, missbrauchten beide Parteien die veränderte Situation für den jeweils eigenen Zweck. Dabei arbeiteten sich beide Seiten ebenso kongenial wie verhängnisvoll zu, indem MigrantInnen, radikalisiert durch die iranische Revolution, die jetzt betont selbstgewählte Fremdheit kultivierten während die AltbürgerInnen sich selbst beauftragten, durch immer neue kostspielige Projekte mit kulturrelativistischem Konzept einerseits den Anschein aufrecht erhielten, sich aufopfernd um die Einbürgerung der Muslime zu bemühen, in Wirklichkeit aber alles daransetzten, die bestehende Kluft zwischen Alteingesessenen und NeubürgerInnen zu zementieren, um ihre Pfründe zu sichern.

Ümmühan Karagözlü

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2 Antworten to “Unheilige Allianz. Wie subventioniertes Gutmenschentum und islamischer Fundamentalismus sich bestens arrangieren”

  1. Chronist Says:

    Kultureller Relativismus – der Faschismus dieser Ära

    Rede von Maryam Namazie über kulturellen Relativismus, gehalten auf einem Forum über Frauenrechte im Iran (28.11.1998 in Toronto).

    – Im August 1997 wurde eine 18jährige Frau in Deutschland von ihrem Vater verbrannt, weil sie es ablehnte, den Mann zu heiraten, den er für sie ausgesucht hatte. Ein deutsches Gericht machte Strafmilderung geltend mit der Begründung, er habe seine Kultur und Religion praktiziert.

    – Im Iran werden unter Androhung von Gefängnisstrafen und Peitschenhieben die Frauen und Mädchen dazu gezwungen, sich zu verschleiern und kulturelle Relativisten sagen, dies sei ihre Religion und müsse respektiert werden.

    – In Holland werden Iraner abgeschoben, da der Außenminister festgestellt hat, die iranischen Gefängnisse seien „befriedigend für den Standard der Dritten Welt“.

    Der kulturelle Relativismus dient diesen Verbrechen. Er legitimiert und erhält Brutalität. Er sagt, daß die Rechte der Menschen abhängig sind von ihrer Nationalität, Religion und Kultur. Er sagt, daß die Menschenrechte unterschiedlich sind, je nachdem, ob man in Iran, Irak oder Afghanistan oder in den Vereinigten Staaten, Kanada oder Schweden geboren wurde.

    Kulturelle Relativisten sagen, daß die iranische Gesellschaft muslimisch ist und denken, daß Menschen die Art zu leben wählen, zu der sie gezwungen werden. Als gäbe es keine Glaubensunterschiede im Iran, keine Kämpfe, keine Kommunisten, keine Sozialisten, keine Freiheitsliebe. Wenn es so wäre, warum wurden dann 150.000 Menschen hingerichtet wegen ihrer Opposition zur Islamischen Republik Iran? Wenn das die Kultur und Religion der ganzen Gesellschaft ist, warum braucht das iranische Regime dann solche umfassenden Werkzeuge der Repression? Wenn das der Glaube des Leute ist, warum kontrolliert das Regime dann ihr Privatleben – von ihren sexuellen Aktivitäten, bis zu den Videofilmen, die sie sehen und der Musik, die sie hören? Wenn die ganze Gesellschaft muslimisch ist, warum ging dann Zoleykhah Kadkhoda freiwillige eine sexuelle Beziehung ein, für die sie später eingegraben und gesteinigt wurde? Wenn das die Kultur der Menschen ist, warum lehnten sich die Bewohner von Bukan gegen die Steinigung auf und retteten ihr Leben? Warum werden Tausende von Frauen auf der Straße wegen „unanständiger“ Verschleierung festgenommen, wenn dies ihre Kultur und ihre Religion ist. Wie kommt es, daß nach zwei Dekaden des Terrors und der Brutalität die Universitäten nach Aussage eines Offiziellen des Regimes noch nicht islamisch sind? Weil es nicht wahr ist, sogar wenn jede im Iran lebende Person reaktionären Glaubens wäre, wäre das nicht akzeptabel. Wenn jeder an die Überlegenheit seiner Rasse glaubt, macht es das auch nicht besser.

    Kulturelle Relativisten sagen, wir müssen die Kultur und die Religion der Leute respektieren, auch wenn sie verachtenswert sind. Das ist absurd und ruft auf zum Respekt vor der Brutalität. Ja, Menschen verdienen es, respektiert zu werden, aber nicht jeder Glaube muß respektiert werden. Wenn eine Kultur es erlaubt, eine Frau zu verstümmeln und umzubringen, um die „Ehre“ der Familie zu retten, kann das nicht akzeptiert werden. In der Islamischen Republik des Iran regiert die Religion und wurde zum Massenmörder des Volkes. Wenn die Religion sagt, daß ungehorsame Frauen geschlagen werden sollen, daß Auspeitschen akzeptabel ist und das Frauen mangelhaft sind, muß dies verurteilt und dagegen Widerstand geleistet werden. (…)

    Maryam Namazie (ICDWRI)

    http://www.anarchismus.at/religionskritik/islam-und-am-islamismus/292-kultureller-relativismus-der-faschismus-dieser-aera

  2. ALLE KOMMENTARE AB 2008 | arouet8 Says:

    […] https://schariagegner.wordpress.com/2007/11/09/integrationspoker-von-glucksspielern-und-taktierern/ […]

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