Staatsvertrag für die Dar al-Harb

اتحاد المنظمات الإسلامية في أوروبا

al-ittiḥād al-munaẓẓamāt al-islāmiyya al-ūrūbbā

FIOE. Federation of Islamic Organisations in Europe

UOIE. Union des Organisations Islamiques en Europe

FIOE. Föderation Islamischer Organisationen in Europa

Charta der Muslime Europas

In diesem Text findet sich die deutsche Übersetzung der am 10. Januar 2008 in Brüssel verabschiedeten, 26 Punkte umfassenden »Charta« der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE), des europäischen Teils der subversiv agitierenden, 1928 von Ḥasan Aḥmad ʿAbd al-Bannā gegründeten und für die Etablierung der antiaufklärerischen Gegengesellschaft längst weltweit aktiven al-iḫwān al-muslimūn oder Muslimbruderschaft. Uns liegt die Charta in Französisch und Englisch vor, beide fremdsprachigen Texte wurden hier herangezogen, um dem fragwürdigen Anliegen der gottesfürchtigen Gegendemokraten möglichst gerecht zu werden.

Aus Sicht der FIOE stellt die textlich-propagandistisch seit mindestens fünf bis zehn Jahren entwickelte, sorgsam geplante Charta sozusagen den Lissabon-Vertrag des sich realisierenden Islam (Staatswerdung des Islam) dar und soll Grundlage der mit der Europäischen Union abzuschließenden Sonderrechte bilden. Ließe man den 1928 gegründeten, in Praxis beziehungsweise Theorie teilweise gewaltbereiten Geheimbund der Muslimbrüder und den ihr im allgemeinen treu ergebenen Verbandsislam, der versteht, sich auf die Religionsfreiheit zu berufen, ungehindert gewähren, würde es ein postsäkulares, einem ethno-religiös definierten Apartheids- oder Kastensystem gleichkommendes Europa geben, in dem für den nichtmuslimischen Staatsbürger ein anderes Familienrecht und Erbrecht gilt als für den „Muslimischen Staatsbürger“. Es hat den Anschein, als ob der auf Rechtsspaltung zielende und hinauslaufende, einstweilen einem Planspiel gleichende Kontraktualismus, den die Charta der FIOE den Europäern völlig ernsthaft anbietet, von diesen nicht verstanden wird. Gelangweilt haben Europas Politiker, Pädagogen und Kirchenleute des englischen, französischen und niederländischen Sprachraumes dieses Dokument islamischer Vertragstheorie, mehr noch, Vertragspraxis zur Seite gelegt, zu hoffen bleibt, dass niemand die Charta ebenso selbstverliebt wie desinteressiert unterschrieben hat.

Vorbild und Europas Zukunft wäre dann der sehr schariakompatible „Rechtspluralismus“ (Christian Giordano, Schweizer Sozialanthropologe) der Modelle Indonesien, Indien oder Ägypten. Bereits heute stellt die britische Nasiha Education Foundation (Homepage http://www.nasiha.co.uk) ihre Arbeit unter den uns allen angeblich Frieden bringenden Leitgedanken der Muslimischen Staatsbürgerschaft: „based on Islam and Citizenship (or Islamic citizenship) to promote cohesion and diversity“. Bei der Klangwerdung der Wortkombination Kohäsion und Diversität gucken Deutschlands Islamversteher aus Politik, Pädagogik und Kirche glücklich entrückt, eine Ex-Muslimische Staatsbürgerschaft wird von ihnen nicht eingefordert.

Am 04. Mai 2004 gab es in London eine Podiumsdiskussion „Citizenship, Islam and the West“ mit 1.100 Teilnehmern und dem prominenten Diskutanten Sheikh Hamza Yusuf. Scheich Yusuf ist der 1960 geborene und bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr griechisch-orthodox und katholisch aufgewachsene Mark Hanson, der nach seinem Übertritt zum Islam zehn Jahre lang in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mauretanien und Marokko lebte, wo er die Scharia studierte. Zurück in den USA wurde Scheich Yusuf Gründer des kalifornischen, sunnitischen Zaytuna Institute. Die in London 2004 bemerkenswert unauffällig proklamierte, aus rechtsstaatlicher Sicht völlig unsinnige Spaltung in „Islam und Westen“ soll Europas islamrechtlich Unbedarfte oder enthemmte Fremdenfreunde ermuntern, der angestrebten Rechtsspaltung aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Ein säkularer Staat braucht natürlich keine taoistische Staatsbürgerschaft oder buddhistische Staatsbürgerschaft, sondern Bürgerrechte, Religionsfreiheit sowie die Bewertung von Frauen, „Ungläubigen“ und übrigens auch Muslimen als Menschen erster Klasse, was mit der Scharia nicht funktioniert, was wiederum der angebliche Kopftuchkritiker Hamza alias Hanson nicht sagt. Das englische Wikipedia (Abdalqadir as-Sufi) belehrt uns, dass Yusuf Hamza Student bei Abdalqadir as-Sufi (Ian Dallas) war, dem Gründer der sehr konsequent islamischen Bewegung der Murabitun, welcher der Herausgeber der Islamischen Zeitung Andreas Abu Bakr Rieger nahe steht. Zurück zur Muslimbruderschaft sprich FIOE.

400 Organisationen sollen die Charta unterschrieben haben, wer genau, ist nicht bekannt. Der Europäische Rat für Fatwa und Forschung (ECFR, European Council for Fatwa and Research, Chefideologe ist Yusuf al-Qaradawi) und die niederländische Millî Görüş haben möglicherweise behauptet, nichts mit der Bekundung der FIOE (wichtiger Name: Ibrahim el-Zayat) zu tun zu haben, wenn die Behauptung stimmt, dürfen wir an der angeblichen Unwissenheit zweifeln. Transparenz ist anders? Islam ist das Prinzip Hinterzimmer.

FIOE

Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) nennt sich die am 01.12.1989 mit dem Wohlwollen Saudi-Arabiens ins Leben gerufene Dachorganisation konsequent islamischer (antidemokratischer) europäischer Islamverbände. Präsident der FIOE ist Chakib ben Makhlouf, Nachfolger von Ahmed al-Rawi, Emad Al-Banani ist Generalsekretär und Ibrahim el-Zayat Vorstandsmitglied. Zunächst ein wenig zur Bedeutung der FIOE.

1992 war die FIOE an der Gründung des in Mittelfrankreich bei Château-Chinon in Burgund gelegenen Institut Européen des Sciences Humaines beteiligt, an dem die Muslimbruderschaft Imame ausbildet. Erster Generalsekretät der FIOE war Salah el-Din el-Gafrawi. Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) war 1989 an der Gründung der FIOE beteiligt, für FIOE wie auch IGD ist der 1968 in Marburg geborene und mit einer Nichte von Necmettin Erbakan verheiratete Ibrahim el-Zayat wichtig, langjähriger Vorsitzender der 1964 in München entstandenen Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e. V. (M.S.V.), in welcher auch der 1967 geborene Erbakan-Enkel Mehmet Sabri Erbakan führend tätig war.

Mehmet Sabri Erbakan war Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), einer islamistischen und dabei nationalistisch-türkischen Bewegung, die, außerhalb der Türkei und Mitteleuropas, auch in Australien, Nordamerika und Zentralasien tätig ist und die das Leben nach der šarīʿa (Scharia) fordert. Die scheinbar komplexe, jedoch eigendynamisch nach Kohärenz und Totalität strebende šarīʿa ist der doktrinäre Kulturrassismus der konsequent gelesenen Texte des al-qurʿān, des Koran und der aḥādīṯ, der Hadithen. Frauen wie Nichtmuslime werden durch eine implementierte šarīʿa in allen (dann) „islamisch geprägten Teilen der Erde“ ideologisch entwürdigt und juristisch entrechtet. Vollkommen schariatisch zu leben ist seit etwa einem Jahrtausend dem Muslim eine heilige Verpflichtung, was den durchzuführenden oder jedenfalls zu duldenden Aufbau der islamischen Gesellschaft (Ḫilāfa, Kalifat) umfasst. Konsequent gelebter Islam ist vom Begriff der Religionsfreiheit nicht abgedeckt.

Die Millî-Görüş-Bewegung strebt das vollumfänglich installierte Islamische Recht (fiqh, šarīʿa) sprich eine Allahkratie an, ihre Funktionäre dürfen nicht in die Bundesrepublik Deutschland eingebürgert werden. Für Berlins Innensenator Ehrhart Körting und die langjährige dortige Ausländerbeauftragte Barbara John war das kein Hindernis, im September 2009 der Einladung von IGMG-Generalsekretär Oğuz Üçüncü Folge zu leisten, am ʿĪdu l-fiṭr oder ifṭar, am Fest des Fastenbrechens der Extremisten von der IGMG teilzunehmen und sich dort die Klage des um „Frauenrechte“ besorgten Vorsitzenden des Berliner IGMG-Landesverbandes Siyami Öztürk anzuhören, kopftuchtragende Muslimas in Deutschland würden seit „Nine-Eleven“ (11.09.2001) diskriminiert, eine „Ungerechtigkeit“, die es zu rasch beheben gelte und wofür „alle Seiten“ miteinander zu kooperieren hätten. Der überzeugte Muslim und Hamburger Terrorist Muḥammad ʿAṭṭā ist womöglich nicht nur für sein persönliches Seelenheil in den New Yorker Twin-Tower geflogen, sondern auch für islamisches Sonderrecht und islamische Sexualpolitik, für Scharia und Kopftuch. Körting und John werden nicht darüber nachdenken wollen, dass die Mörder an 3.015 bis 3.018 in New York getöteten Menschen uns Säkulare keinesfalls dazu erpressen können dürfen, jenes die Kopftuchverweigerin als Nutte stigmatisierende Dressurinstrument des ḥiǧāb zu verharmlosen.

Europas Islamisierung begann vor einem halben Jahrhundert mit Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān). Ramadan (1926-1995) lebte in Kairo, München, Köln, London und Genf, gründete 1962 in Mekka die saudisch gesteuerte „Rabita“, die Islamische Weltliga (Muslim World League) und blieb der Europabeauftragte der Muslimbruderschaft, Näheres auch auf dem Blog Sägefisch als »108.« zu Said Ramadans Leben (5) und »109.« zu seinem Buch „Das islamische Recht“ (6).

Politischer Islam (7) beziehungsweise Islamisierungspolitik greift mit Korruption und Einschüchterung das Lebensgefühl des etwa vorhandenen Weltvertrauens an und verlangt nach dem manichäischen Weltekel, dem Weltmisstrauen, der Scharia-Islam muss ferner ebenso das Menschenbild des Gleichheitsfeminismus oder der allgemeinen Menschenrechte zerstören, was mit Sexualpolitik sprich Kopftuchpolitik einhergeht und rasch auf Sondergesetzlichkeit im Familienrecht sowie in Schul- und Erziehungspolitik zielt. Der islamgerecht (Gerechtigkeit im Islam) zu entwürdigende Frauenleib wird zum Politikum, deshalb der Kopftuchdschihad der zeitweiligen Führerin der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) Fereshta Ludin.

Die einstige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John ist aus islamkritischer Sicht leider beratungsresistent zu nennen, sie hat an der Scharia (ḥisba, Erziehungsziel Hass auf die Dhimmis, Apostasieverbot, frauenentrechtende Imam-Ehe, walī muǧbir, schafiitische FGM, FGM der Kaoroer al-Azhar) kein Interesse und forderte, wie es am 15.04.2004 auf der Homepage der IGMG („Barbara John (CDU) warnt vor Kopftuchverbot“) veröffentlich wurde, auf der Pressekonferenz der niedersächsischen GRÜNEN (!) dazu auf, gegen das damals anstehende Lehrerinnenkopftuchverbot zu stimmen. Zum freiheitlich-demokratischen Glück entschied sich der Landtag in Hannover kurz darauf gegen das Lehrerinnenkopftuch und ist die Missionarin für schariakonforme Textilien John vergebens angereist.

Vor 2004 gehörte allerdings auch der mittlerweile verstorbene Johannes Rau zu denen, die sich für das „Recht“ der im Staatsdienst stehenden Lehrerinnen, ihr Haar „freiwillig“ zu bedecken stark machten. Ein Lebensmotto des evangelisch-freikirchlich gebundenen, der SPD entstammenden achten Bundespräsidenten Deutschlands war „versöhnen statt spalten“, und wer das wirklich ganz und gar will, der wird auch den Rechtsstaat mit dem Gottesstaat versöhnen wollen, der verteidigt mit weicher Stimme Tschador und Burka oder greift Kopftuchkritiker verbal an. Anders als „Bruder Johannes“ hatte die Bevölkerung einen besser entwickelten Sinn für die drohende Gewalt und Frauenerniedrigung, die der politische Islam darstellt. Wie das Meinungsforschungsinstitut Allensbach (1.065 Befragte, Januar 2004, Gesamtdeutschland; Allensbach-Archivnummer 7015) berichtete, hatten zwar 82 % der Deutschen von der Kopftuchtoleranz ihres Präsidenten gehört, doch nur 28 % ihrem kopftuchfreundlichen Präsidenten zugestimmt. 2009 sind in jedem zweiten deutschen Bundesland Lehrerinnenkopftücher nicht zulässig, in Frankreich dürfen auch die Schülerinnen staatlicher Schulen den alle Frauen und Mädchen als wankelmütig und Sünde bringend beschuldigenden sowie „religiös“ sexualisierenden, dabei alle Männer und Jungen als geborene Vergewaltiger oder Belästiger stigmatisierenden Blickschutz namens ḥiǧāb oder Kopftuch nicht tragen.

Von Deutschland in das nördliche Belgien, nach Flandern, wo nach sexualpolitischen Mobbingkampagnen (al-ǧiḥād al-ḥiǧāb) gegen Kopftuchverweigerinnen am 11.09.2009 der Rat für den schulischen Unterricht beschlossen hat, das Tragen jeglicher religiöser oder anderer weltanschaulicher Symbole an staatlichen Schulen mit Beginn des kommenden Jahres zu untersagen (1), (2). Dieser Einsatz für Säkularität, Frauenrechte und Schulfrieden führte allerdings Antwerpen-Hoboken zu schariatisch motiviertem Vandalismus (Kopftuchdschihad) und zur mit Sprühfarbe angebrachten Kriegserklärung: „Kein Kopftuch, keine Schule!“, acht wohl überwiegend männliche und marokkanischstämmige Aktivisten wurden von der Polizei verhaftet, ein paar mobilisierte weibliche Verschleierte (jemand sprach liebevoll von Pinguinen) verzichteten auf ihre Demonstration (3). Auf Transatlantic Forum berichtet Martin Riexinger über das belgische Kopftuchverbot. (4). Für katholische Schulen gilt dieses Verbot eben auch des Schülerinnenkopftuches nicht, die südbelgische, frankophone Wallonie bevorzugt einstweilen, dem Direktor der jeweiligen Schule ein Verbot oder Nichtverbot zu überlassen. Nun zur Charta.

Charta der Muslime Europas

Wer ist gefragt worden? Vereinnahmen und einsperren.

Die bedeutendsten muslimischen Institutionen Europas erklären mit dieser Charta die Grundlagen und Vorgehensweisen, welche die nachhaltige Teilhabe der Muslime mit ihren Staaten und Gesellschaften gewährleisten.

Ihr Nichtmuslime wollt uns partizipationswilligen Schariafreunden doch nicht etwa die Chancengleichheit nehmen? Wer als muslimische Gemeinschaft nicht zur FIOE gehört, ist unbedeutsam.

Präambel. Die vorliegende Charta verdeutlicht einige grundlegende Prinzipien des genauen Verständnisses des Islam im europäischen Kontext. Gleichfalls schlägt sie vor, das Fundament des positiven Austausches in der Gesellschaft zu stärken.

Wer hier spricht, maßt sich die Deutungshoheit zu „Islam“ an, die säkularen Muslime sind abgemeldet. Thinking positive.

A. Islam verstehen

1. Unser Verständnis des Islam gründet auf unveränderlichen Prinzipien, die aus den authentischen Quellen des Islam stammen: dem Koran und der Sunna (der prophetischen Tradition), eingerahmt vom Konsensus der Berücksichtigung der jeweils zeitbedingt gewandelten Umgebung als auch der Besonderheiten der europäischen Wirklichkeit.

Koran und Sunna sind, sofern ernst genommen, ein Angriff gegen die Demokratie. Europäische Wirklichkeit ermuntert zum kalkulierten Tricksen, es gilt, die Wirklichkeit in Richtung Gottesstaat zu verändern.

2. Jenes handelnde Verständnis, das den wahren Gehalt des Islam am treffendsten beschreibt, lautet „Ausgewogenheit“ oder „rechtes, mittleres Maß“ in Bezug auf die ganz allgemein, allumfassend betrachteten Ziele und Güter (Maqasid, maqāṣid). Diese ausgleichende Mäßigung vermeidet sowohl Schludrigkeit als auch Übertreibung und lässt sich vom Lichte der Vernunft und der Offenbarung gleichermaßen rechtleiten. Das gelingende Leben des Menschen wird dabei in der berücksichtigten Gleichwertigkeit von materiellen und spirituellen Bedürfnissen gewährleistet, damit sowohl die Existenz im nächsten Leben als auch die konstruktive Arbeit im Diesseits versöhnt bleiben.

Das berüchtigte Konzept von der wasatiyya (al-wasaṭīya), wörtlich Mittigkeit, nach der ein noch so radikaler Islam stets im Zentrum ethischer Norm und sozialer Harmonie steht, die Position einer anderen Religion oder gar der Islamkritik jedoch als exzentrisch, abnorm und als ebenso volksverhetzend wie ketzerisch einzustufen ist. Wer Allahs irdische Harmonie stört begeht Hochverrat, Kritik am Kalifen, Mufti, Ayatollah Chomeini oder Präsidenten Ahmadinedschad ist beides, Volksverhetzung und Gotteslästerung.

Die FIOE tut fromm und plappert vom nächsten Leben? Die radikalislamischen (an der Scharia orientierten und dabei gewaltbereiten) Muslimbrüder missbrauchen das sehr menschliche und eben auch unter Muslimen vielfach vorhandene Bedürfnis nach Spiritualität, Ritual und seelsorgerlicher Leitung und bieten sich als Begleiter auf der Reise ins ewige Heil der ǧanna an. Wer allerdings der Scharia sprich der FIOE, der Millî Görüş bzw. dem ECFR widerspricht, wird unendlich qualvoll im Höllenfeuer der ǧahannam brennen? In der Tat wagt es in Deutschland kein VIKZ-Funktionär oder DİTİB-Imam, Sayyid Quṭb oder Yūsuf al-Qaraḍāwī als fehlgeleitet zu bezeichnen, sei es aus Feigheit, Machtkalkül oder fundamentalistischer Überzeugung.

Zum als reformislamisch angepriesenen Konzept des maqāṣid (Maqasid), was eigentlich Ziele oder Intentionen bedeutet, grübelt der islamrechtlich durchaus gelehrte wordpress-Blogger Abdullah Hasan. Darf eine Frau Auto fahren? Das von Mathias Rohe in: Das islamische Recht (2009) begeistert erwähnte Konzept des sadd aḏ-ḏarāʾiʿ – des Versperrens der Mittel oder Zugänge [die zur unerlaubten Handlung führen], englisch: Blocking the means – gestattet es dem Muslimen, jemanden auf eine islamrechtlich eigentlich verbotene Weise davon abhalten, etwas noch Verboteneres zu tun. Schariakonformes Tricksen für Allāh soll die freiheitlich-demokratische Moderne retten?

„For example, in the name of blocking the means, women are prohibited from driving cars, travelling alone, working in radio or television stations, serving as representatives, and even walking in the middle of the road”, sperrt die leicht verführbaren Weiber beim unumgänglichen Auslauf in Stoffkäfige und haltet sie am besten in den Häusern. Frauen sind schwach und neigen von Natur aus dazu, sich ihren Emotionen und unmoralischen Neigungen hinzugeben, „women are weak and prone to succumb to their emotions and to immoral inclinations. If they are allowed to drive, then they will be freed from appropriate oversight, supervision, and from the authority of the men of their households.”

Das Märchen vom gerechten Maqasid-Konzept erzählt uns auch der indonesische Frauenversteher und Vizedirektor des in Jakarta ansässigen und in Indonesien, Malaysia, Bangladesch, Thailand und den Philippinen arbeitenden International Centre for Islam and Pluralism (ICIP), Herr Syafiq Hasyim (Šafīq Hāšim). Als Autor von „Understanding Women in Islam. An Indonesian Perspective (2005)“ durfte Hasyim im März 2009 in Jakarta im Beisein des United Nations Development Fund for Women (UNIFEM) seine Rede »Patriarchal fiqh, The Use of Maqasid and Gender Equality« halten (siehe unter Quellen).

3. Getreu seiner Prinzipien, Regeln und Werte prägt sich der Islam in drei Bereichen aus. Erstens ist das der Glaube (al-’aqidah, al-ʿaqīda) mit seinen sechs Punkten: Glaube an Gott, an die Engel, an die offenbarten Schriften, an die Propheten, an das Jenseits und an die Vorbestimmung. Zweitens ist das die sakrale Gesetzgebung der Scharia, die sowohl den Kultus als auch das alltägliche Leben betrifft. Drittens sind das die moralisch-ethischen islamischen Regeln, die den Weg des allein zum Heil führenden Wohlverhaltens weisen. Diese drei Dimensionen oder Seinsbereiche, einander ebenso verbunden wie komplementär, bezwecken, die dem Allgemeinwohl (Maslaha, maṣlaḥa) dienenden Interessen der Menschheit und des Einzelnen umzusetzen und Schaden von ihr und ihm abzuwehren.

Alles, was verdächtig modern erscheint sprich nicht eindeutig in Koran und Hadithen geregelt ist, gestattet oder verbietet dir als Muslim, falls du kein Schiit bist, die gesetzesreligiöse, einem Klerus gleichkommende sunnitische Elite der Scheichs und Muftis der ägyptischen al-Azhar, der dogmatischen hanbalitischen Richtung (al-Wahhābīya) des heutigen Mekka oder des ungefähr fünfunddreißig Scheichs versammelnden European Council for Fatwa and Research (ECFR). Nur dein durch Außensteuerung (Einschüchterung, Schläge) erworbenes islamkorrektes Verhalten macht dir den Weg ins Paradies, vielleicht, frei, und wie viele von uns werden für immer im Höllenfeuer brennen.

Es weiß die dem Traditionalismus (as-salafiyya) verpflichtete Seite Muttaqun OnLine, For Those Who Fear Allah, zu finden unter http://muttaqun.com/bida.html

Ḥadīṯ. Muslim. Überliefert von Ǧābir ibn ʿAbdallāh. „… die beste Rede ist die an das Buch Allahs gebundene und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung, die Muḥammad uns gab. The most evil affairs are their innovations, and every innovation is an error, die schlimmsten Dinge sind die Neuerungen, und jede Neuerung ist ein Fehler.“

Überlieferung, berichtet von Qāsim al-Lālikāʿī (263) und Ibn Battah (439), ṣaḥīḥ isnād, gesicherte Überlieferungskette: al-Fudayl ibn Iyād sprach: “ Whoever sits with a person of innovation has not been given wisdom, wer auch immer neben einem Menschen der Neuerung sitzt, dem ist keine Weisheit zuteil geworden.“

Ḥadīṯ. Berichtet von Ibn Battah, in: al-Ibānatul-Kubrā (486), Ǧaʿfar ibn ʿAwn sagte: „Whoever sits with the people of innovation is worse than them, wer immer mit den Leuten der Neuerung zusammensitzt, ist schlechter als sie.“

Die äußerlich gelegentlich ewiggestrig, aber stets scheinbar aufrichtig daherkommende Salafiyya und sogar der von den Salafisten abgelehnte, angeblich spirituell orientierte Sufismus (taṣauwuf) arbeitet den als modern gehandelten, islamverbandlichen Nichtgegnern der Muslimbruderschaft zu.

Zu diesen angeblichen Islamreformern gehört der 1962 geborene Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān), dessen Bruder Hani (Hānī) 1991 sein die „Differenz“ von Mann und Frau betonendes Werk La femme dans l`Islam veröffentlichte und der sich 2002 öffentlich (La Charia incomprise, in: Le Monde) zur islamrechtlichen Möglichkeit der Steinigung (frz. lapidation) bekannte. Tariq Ramadan ist der Enkel des Gründers der Muslimbruderschaft Ḥasan al-Bannā. Der zweite wichtige so genannte Islamreformer ist Ibrahim el-Zayat, der 1968 geborene Sohn einer Ostpreußin und eines ägyptischen Imams.

Mit fragwürdigen Menschen wie Ramadan und el-Zayat betreiben Europas Politiker und Kirchenfunktionäre, gerührt von ihrer eigenen Fremdenfreundlichkeit, den berüchtigten Dialog mit dem Islam.

Multifunktionsträger el-Zayat verwaltet als Generalbevollmächtigter die rund 300 deutschen Millî-Görüş-Moscheen, war nacheinander oder nebeneinander führend in FIOE, FEMYSO (Jugend und Studenten), WAMY (Muslim Youth), Islamic Relief Deutschland (IR) oder ISESCO prominent aktiv. ISESCO ist die Internationale Islamische Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Gründer war im iranischen Revolutionsjahr 1979 die OIC, jene mittlerweile 57 muslimisch dominierte Staaten umfassende Organisation der Islamischen Konferenz, die 1990 durch ihre dem Schariavorbehalt unterliegende Charta der Menschenrechte im Islam bekannt wurde. Weiter war el-Zayat führend tätig in den Organisationen IZK (das einstige, IGD-nahe und im Haus des IGMG-Vorläufers, Erbakan-Clan, ansässige Islamische Zentrum Köln, gegründet 1978, aufgelöst 2001), IESH (Imam-Ausbildungszentrum im französischen Château-Chinon), IKD (Islamisches Konzil in Deutschland, saudisch gegründet), IGD (ganz ungefähr: Deutschlands organisierte Muslimbruderschaft), GMSG (Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler/Innen e. V, ZMD (kurz genannt Zentralrat), KRM (Stichwort Islamkonferenz) und FIOE.

Im Frühling 2008 mogelte Ayyub Axel Köhler den vom bundesdeutschen Verfassungsschutz längst sorgsam betrachteten Herrn el-Zayat in ein Regierungsgebäude und in die Deutsche Islamkonferenz (DIK) unseres Staates. Niemand wagte, den anscheinend auch vom unrechtsstaatlichen ägyptischen Geheimdienst sehnsüchtig vermissten Islamfunktionär aus dem Saal zu werfen. Mit el-Zayats Führungsrolle in der FIOE gelangen wir wieder zur Charta von 2008, wobei anzumerken ist, dass die FIOE den Europäischen Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) mitgründete, spirituelles Oberhaupt ist Yūsuf al-Qaraḍāwī. Bedauerlich, dass sich die ursprüngliche Kultur, Religion sowie die Weise der Ernährung und Bekleidung der kurz genannten alten Deutschen und Ostpreußin in der Säure der Scharia aufgelöst hat, der repressive (orthodoxe, politische) Islam ist eine Art melting pot, Schmelztiegel. Ayaan Hirsi Ali erkannte die Rolle der Frau im Islam und sprach von zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik.

4. Zu der Wertschätzung des Menschlichen, wie sie der Islam aufzeigt, gehören die gesetzgeberische Flexibilität sowie sein Anerkennen der Vielfalt und der naturgegebenen Unterschiedlichkeit zwischen den Menschen.

Folgendes legt Bosniens Großmufti Mustafa Cerić vom Europäischen Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) allen Muslimen Europas ans Herz: Die Scharia ist fortdauernd, nicht verhandelbar und unbefristet. „The sharī’ah … is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable“.

Die Scharia ist die alle Lebensbereiche umfassende, vollständigen Gehorsam erfordernde Pflichtenlehre, der letztlich auch alle Nichtmuslime (Dhimmis, Harbis) zu unterwerfen sind, daneben wird die Scharia den von jedem Muslim wohlwollend zu duldenden Aufbau einer islamischen Gerichtsbarkeit (Scharia-Gerichte, engl. Shariah courts) bedeuten.

Wer die Scharia ganz und gar will, und eine unvollständige Scharia ist von Allahgott womöglich nicht vorgesehen, wird den säkularen Rechtsstaat als Hybris und Blendwerk, letztlich als Frevel an der Gottheit verachten müssen.

„Naturgegebene Unterschiedlichkeit“ heißt hier unterschiedliche Wertigkeit. An der „differenzierten“ Höhe des Blutgeldes (diyya) etwa wird ablesbar, wie der Islamapostat im Islam weniger wert ist als der Harbi (Buddhist, Hindu), dieser weniger wert als der Dhimmi (Christ, Jude). Der Letztgenannte, sofern männlich, ist nach der Scharia wahrscheinlich immer noch mindestens so ekelerregend wie Hund, Kot, muslimische Frau ohne Kopftuch, Schwein oder schwangere muslimische Frau. Solch einen sakralen Kulturrassismus und Europas Blick auf denselben nennt die FIOE islamrechtlich einwandfrei das „Anerkennen der Vielfalt“.

5. Der Islam ehrt den Menschen als Gestalter und Verwalter des Irdischen, jenen Menschen, der Mann oder Frau ist. Diese Ehre umfängt unterschiedslos alle Kinder Adams, männliche und weibliche. Beim Bestärken dieser Ehre wird gewährleistet, dass menschliche Wesen vor Allem bewahrt werden, was ihre Würde verletzen könnte oder was ihre psychische oder körperliche Gesundheit beschädigt, denn dem Menschen sollen seine Rechte nicht vorenthalten bleiben. Der gegebenen, grundsätzlichen Anfälligkeit und Verletzlichkeit des Menschen wird Rechnung getragen.

Der schafiitischen Rechtsschule ist die weibliche Genitalverstümmelung verpflichtend vorgeschrieben, das ist den Muslimbrüdern der FIOE eben „Ehre“ und „Würde“. Muslimischen Frauen ist der ḥiǧāb (hierzulande meist noch als Kopftuch, eigentlich der Ganzkörperschleier) aufzuzwingen, andernfalls ist die Rebellin (našiza) in dieser menschenverachtenden Logik des islamischen Rechts der šarīʿa, die angewendet als Sakraljurisprudenz des fiqh wirksam wird, ehrlos und unwürdig.

6. Der Islam betont die soziale Dimension sehr und ruft zu Mitgefühl, wechselseitiger Unterstützung, Kooperation, Solidarität und Geschwisterlichkeit auf. All diese Werte beziehen sich ganz besonders auf die Rechte, die man den Eltern, Verwandten, Nachbarn, den Armen, Bedürftigen und Kranken sowie den Älteren schuldig ist, ohne Ansehen von Rasse oder Glaubenszugehörigkeit.

Antirassismus kommt im heutigen Europa so gut an. Der viele Jahrhunderte betriebene arabische Sklavenhandel wird ebenso verschwiegen wie die islamische Verachtung der „blasphemischen“ Nation der Nichtmuslime.

Gehorsam den Eltern gegenüber wird zur gottesdienstlichen Übung.

7. Innerhalb des Rahmens wechselseitigen Respekts ruft der Islam zur Gleichheit zwischen Mann und Frau auf. Er bedenkt ein gerechtes, ausgewogenes Leben als eines der harmonischen und komplementären Beziehung zwischen Mann und Frau. Der Islam weist jede Haltung oder Handlung zurück, die Frauen entwürdigt oder herabsetzt oder die ihnen ihre legitimen Rechte vorenthält, ungeachtet gewisser Bräuche und Gewohnheiten einiger Muslime. Energisch widersetzt sich der Islam der Ausbeutung von Frauen und ihrer Behandlung lediglich als Lustobjekt.

Die Frau wird vom Islam als ein ihren schwankenden Stimmungen ausgeliefertes, unzuverlässiges Wesen definiert und unterliegt einer bereits im frauenfeindlichen Koran festgelegten und durch die Hadithen bestätigten, einem Sakrament gleichkommenden Entrechtung. Diese halbierten Rechte für die Frau (halbes Erbe, halbe Stimme vor Gericht) verkauft uns die FIOE als „gerecht, ausgewogen“. Für ein Bekenntnis gegen Prostitution reicht es dann doch nicht, vielleicht ist die unter burqa und niqāb (Gesichtsschleier) verhüllte Frau ja „kein Lustobjekt“, was allerdings heißen würde, dass die Kopftuchverweigerin als Nutte oder Schlampe anzusehen ist.

8. Der Islam bewertet die Familie, wie sie durch die Heirat zwischen einem Mann und einer Frau erstellt wird und gesichert bleibt, als die natürliche und notwendige Umgebung des Aufwachsens künftiger Generationen. Die Familie ist die Keimzelle individuellen Lebensglücks und gesellschaftlicher Stabilität. Infolgedessen betont der Islam die Wichtigkeit, alle Maßnahmen zu ergreifen, die Familie erneut zu stärken und sie vor allem zu schützen, was ihre Rolle schwächen oder verringern würde.

Hier bekennt sich die FIOE zum walī muǧbir, zum Recht des Vaters, seine Tochter in erster Ehe notfalls auch gegen ihren Willen zu verheiraten. Familie oder Großfamilie wird dem (verhinderten) Individuum zum Gefängnis. Im Islam ist die Ehefrau ihrem Mann gehorsamspflichtig und schuldet ihm, „und wenn das Brot im Ofen verbrennt!“, jederzeit zum Sex zur Verfügung zu stehen. Der muslimische Ehemann hat das Recht auf bis zu drei weitere Ehefrauen und eine ungegrenzt hohe Zahl an nicht geheirateten weiblichen Sexualpartnern (Konkubinen). In der familiären „islamischen Harmonie“ sprich Unterwerfungskultur bildet sich das Kalifat im Kleinen ab, der Ehemann darf die unbotmäßige Frau schlagen, damit sie (und: er) doch noch in den Himmel gelangt. Lebensglück.

9. Der Islam respektiert die Menschenrechte und wünscht die Gleichheit aller Menschen, weist jede Form der Rassendiskriminierung zurück und betont die Bedeutung von Freiheitlichkeit. Dementsprechend verurteilt er jeden Zwang im Glauben und gestattet dem Individuum Bekenntnisfreiheit und Gewissensfreiheit. Weiterhin ermutigt der Islam den Menschen höflich dazu, seine Freiheit in Übereinstimmung mit den moralischen Werten und bei Beachtung des Gesetzes zu leben, damit weder die eigene Integrität noch die Rechte anderer verletzt werden.

Allen Menschen wünscht der Islam das gleiche, differenziert diskriminierende Recht. Die muslimische Frau ist insofern gleichberechtigt, als dass sie demselben Recht unterliegt, mit dem ihr zwangsverheiratender Vater (walī muǧbir) oder prügelnder Ehemann (Koran 4:34) sie auf Befehl Allahgottes erniedrigt.

10. Der Islam ruft zur Eintracht zwischen den Völkern auf sowie zum Dialog und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern und Nationen, um friedliche Koexistenz zu erreichen und den Weltfrieden zu sichern. Die in den islamischen Texten genannte Konzeption des Dschihad bedeutet, sich jede Anstrengung zum Guten zuzumuten und dabei stets damit zu beginnen, an sich selbst zu arbeiten, um Wahrheit und Gerechtigkeit zwischen den Menschen und Völkern zu verbreiten. Dschihad im Verständnis von Kriegsführung wird als das äußerste der dem muslimischen Staat zur Verfügung stehenden Mittel betrachtet, um sich gegen bewaffnete Angriffe zu verteidigen. Auf ein solches Verständnis von Dschihad gegründet, weist der Islam Gewalt und Terrorismus zurück und unterstützt, nicht anders als es die internationalen Abkommen zulassen, lediglich das Recht jedes Volkes, sich mit legitimen Mitteln zu verteidigen.

Was legitime Verteidigung eines Volkes und Weltfrieden bedeuten, sagte uns 19.01.2009 die in Deutschland ebenso aktive wie offiziell verbotene Organisation Ḥizb at-Taḥrīr (Hizb ut-Tahrir, HuT):

„Ist es für euch nicht an der Zeit zu erkennen, dass allein das Kalifat euch retten und euch Macht verleihen kann und dass eure Herrscher nicht eure Beschützer sondern die Beschützer eurer Feinde sind? … Reichen all die Katastrophen, die euch Muslime heimsuchen, all die Erniedrigung und Schmach, mit der euch eure Regenten besudelt haben, nicht aus, dass ihr euch mit eiserner Willenskraft, mit Fleiß und Eifer für die Wiedererrichtung des Kalifats einsetzt? … Sühnt eure Untätigkeit, eure unterlassene Hilfeleistung für die Menschen in Gaza, indem ihre euch ernsthaft für die Errichtung eines Kalifats einsetzt und euch dadurch Macht und Ehre im Diesseits wie im Jenseits zuteil wird.“

11. Der Islam ruft Muslime dazu auf, ehrlich zu sein und ihr Ansinnen und ihre Lebensleistung wertzuschätzen. Er verbietet dem Muslim Betrug und List. Der Islam auferlegt Vorzüglichkeit im Umgang mit anderen Menschen und der Schöpfung.

Der īhām, die taqīya, der kitman.

Der Nebel der listigen religiösen Täuschung, die das herrschaftskulturelle System des Islam umwölkt, ist īhām zu nennen, man kann sich auf den koranischen Gott Allah als den Ränkeschmied berufen. Viel īhām wabert in christlich-islamischen Dialogveranstaltungen, nicht viel weniger beim Angraben einer nichtmuslimischen Frau durch einen jungen männlichen Ausübenden von Bezness (1001Geschichte), Weibchenfang. Die taqīya (taqiyya) sei angeblich nur im äußersten Notfalle zulässig, vielleicht gerät ein diensthabender Gottesfreund aber besonders schnell in Not oder trifft Vorsorge, um „mit einem kleinen Übel ein größeres Übel abzuwenden“, ein geheiligtes islamisches Konzept, das sadd aḏ-ḏarāʾiʿ (sadd al-dharai) genannt wird, englisch „blocking the means“ – das Versperren der Zugänge. Der kitman ist die Lüge der Auslassung, eine nahöstliche Spezialität, eines aufrichtigen Menschen unwürdig, unter Islamfunktionären und Imamen ja möglicherweise einmal auszumachen.

Das waren jetzt nur drei oder vier Konzepte der Vielfalt („diversity“) islamischer Flunkerei. Keine andere Hochreligion gestattet es ihren Anhängern, Andersgläubige derart hemmungslos zu narren, über den Tisch zu ziehen und auszuplündern. Was ist denn eigentlich an der Scharia spirituell? Islam ist ein repressiv sexualpolitischer, raubökonomischer und militärischer Kult, mögen Kenner der Religionen der Menschheit denken.

Schüchtern tuend, geziert gehemmt erlaubt die Scharia „mit Blick auf das Jenseits“ die „irdische“ Lüge. Das mag daran liegen, dass Gott Allāh beziehungsweise dass der Scheich, Imam oder das Familienoberhaupt als sein irdischer Stellvertreter mit seinen Anvertrauten nicht viel besser umspringt, andererseits dient die schariakonforme List zielgerichtet der Ausbreitung der glücklichen dār al-islām (islamischer Humanismus, schariatisiertes Territorium) auf Kosten der eklen dār al-ḥarb (dāru ʾl-ḥarb, nichtislamisch sprich widernatürlich verwaltetes Territorium, Herrschaft des vermuteten Teufels oder der „barbarischen“ Unwissenheit der al-ǧāhiliyya).

12. Im Verständnis der Werte der Konsultation (al shoura, Shura) und eingedenk der menschenmöglichen Erfahrung zur politischen, gesetzgeberischen und verfassungsmäßigen Struktur und Entwicklung anerkennt der Islam die Prinzipien der Demokratie, die auf Pluralismus, freier Wahl des Souveräns und friedlichem Machtwechsel gründen.

Auch ein Schuravorbehalt ist ein Schariavorbehalt.

Demokratie sei Umweg, Abweg oder Irrweg der natürlichen Lebensordnung, ein Notbehelf und Islamsubstitut. Wir Islamkritiker dürfen aus „Machtwechsel“ die Islamische Revolution heraushören, zumal aus Sicht der glühendsten Schariaverehrer sogar der militante, tötende ǧiḥād ein Friedenmachen sprich „friedlicher Machtwechsel“ ist.

13. Der Islam bittet den Menschen dringlich, die Natur in verantwortungsvoller Weise zu nutzen, was den Schutz der Umwelt vor Zerstörung und Verschmutzung erfordert sowie wie vor allem, was das ökologische Gleichgewicht stört. Demzufolge verlangt der Islam den Schutz aller Lebensgrundlagen und verbietet Grausamkeit an Tieren, Übernutzung und Ressourcenverschwendung.

B. Muslimische Präsenz in der Gesellschaft. Die Grundlagen intermuslimischen Lebens

14. Ungeachtet ihrer ethnischen und kulturellen Vielfalt und ihrer Eingebundenheit in die verschiedenen islamischen Rechtsschulen bilden alle Muslime Europas, geeint durch den Rahmen der unveränderlichen islamischen Prinzipien und der Brüderlichkeit, ein religiöses Ganzes. Wo immer in Europa sie auch ihren Wohnsitz haben, teilen sie miteinander die Tatsache, dem jeweiligen Staat zuzugehören. Jede möglicherweise aufkommende Diskriminierung zwischen ihnen, die auf ethnischer Herkunft beruht, widerspricht den Werten des Islam, der die Einigkeit betont.

Al-islam huwa al-hall, der Islam ist die Lösung.

15. Gegründet auf den Prinzipien ihrer Religion und den gemeinsam geteilten Interessen sind die Muslime Europas gehalten, zusammenzukommen und das Streben ihrer verschiedenen Institutionen und Organisationen zu koordinieren. Damit soll die unter ihnen gegebene natürliche Vielfalt nicht unberücksichtigt bleiben, solange sie dem unveränderlichen äußeren Rahmen des Islam verpflichtet bleibt, wie ihn der islamische Konsensus allgemein gestattet.

Die Muslimbrüder rufen laut und fordernd nach Treue und Gefolgschaft. Man gibt sich pluralistisch, die Daumenschrauben werden später angezogen werden. Schluss mit dem Lotterleben, der Kalif sagt, wo es lang geht, einstweilen das ECFR.

16. Zusätzlich zu ihrer durch den Wohnort bedingten Staatsangehörigkeit und ihrem Erwerb und Wahrnehmen einer Staatsbürgerschaft sind die Muslime Europas geschwisterlicher Teil der islamischen Weltgemeinschaft (Umma). Ihre starke Verbindung zu den Muslimen aller Welt ist Kraft ihrer Zugehörigkeit zum selben Glauben gegeben. Diese Zugehörigkeit und naturhafte Bindung der europäischen zu den außereuropäischen Muslimen gilt es ebenso bewusst zu machen, wie jede Form der wechselseitigen Unterstützung zwischen den Völkern Ermutigung verdient.

Vordergründig scheint es um Zeiten und Räume für religiöse Kultur im säkularen Staat zu gehen, in welchem Islamfunktionäre oder bildungsferne Einwanderer aber vielleicht innerlich niemals angekommen waren. Theokraten indes sagen: Niemand kann zwei Herren dienen, der Gottheit und dem Satan. Europas Scharialobby wird vom muslimischen Endverbraucher verlangen, den größeren Teil der Loyalität auf den Islam zu beziehen. Das scheint Wolfgang Schäuble nicht zu verstehen.

C. Anforderungen der Staatsbürgerschaft

17. Siebzehn Millionen europäische Muslime anerkennen die Gesetze und Autoritäten des Landes, in dem sie leben. Das sollte sie, wie es jedem Staatsbürger gestattet ist, nicht davon abhalten, ihre Rechte bei Bedarf individuell oder kollektiv zu verteidigen, vielmehr dürfen Europas Muslime ihrer Meinung als Religionsgemeinschaft oder in einem ihrer Rolle als Staatsbürger betreffenden Sachverhalt öffentlich politischen Ausdruck verleihen. Immer, wenn es in Bezug auf gewisse, mit den islamischen Praktiken und Regeln kollidierenden Gesetze oder Angelegenheiten einen Konflikt gibt, sollten die zuständigen Parlamente oder Behörden mit dem Ziel des Erreichens angemessener und gangbarer Lösungen angerufen werden.

Gewisse Praktiken und Regeln seien mit dem Rechtsstaat inkompatibel? In der Tat, die von Hani Ramadan genannten Steinigungen, das islamische Vergeltungsrecht einschließlich des allahgottgefälligen Handabhackens, die schafiitische FGM, die auch vom ECFR vertretene Kopftuchpflicht, die schwarze Pädagogik (Rutschky) des Angsterweckens vor den imaginierten Höllenqualen, das Verprügeln der Ehefrau und das Zwangsverheiraten der Töchter (und Söhne) nach der Logik des Tochtertausches bringt den Islam mit dem Rechtsstaat in Konflikt.

18. Die Muslime respektieren das Prinzip der Säkularität, welches die neutrale Haltung des Staates allen religiösen Angelegenheiten gegenüber nach sich zieht. Das impliziert die gerechte Behandlung aller Religionsgemeinschaften und garantiert den Gläubigen sowohl als Individuen als auch als Gruppe die praktizierte Religionsausübung, wie es durch die europäischen und internationalen Menschenrechtserklärungen und Verträge garantiert worden ist. Auf dieser Grundlage haben die Religionsgemeinschaften der Muslime das Recht, Moscheen zu bauen, religiöse, erzieherische und wohlfahrtliche Institutionen ins Leben zu rufen, um ihre tagtäglichen Angelegenheiten in Bezug auf Nahrung, Kleidung und anderen Bedarf zu decken.

Um Hidschab, Scharia, Dhimma, Dschihad und Kalifat blühen und gedeihen zu lassen, muss der europäische Staat in der Tat „neutral“ sein. Das Gewaltmonopol hat er anschließend allerdings nicht länger.

Eine Fehleinschätzung oder bewusste Lüge ist, den Scharia-Islam, so nennt ihn Bassam Tibi, als von den Menschenrechtserklärungen Europas oder der UN gebilligt anzusehen.

19. Als europäische Bürger betrachten es die Muslime Europas als ihre Pflicht, für das gesellschaftliche Allgemeinwohl zu arbeiten, ihre Begeisterung hierfür soll nicht geringer sein als ihre Begeisterung, ihre Rechte zu verteidigen. Es ist ihnen bewusst, dass es in einem authentischen Verständnis des Islam von ihnen erwartet werden kann, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen, sich einzubringen, die Initiative zu ergreifen und danach zu streben, anderen Nutzen zu bringen.

Allgemeines Wohl bedeutet im orthodoxen Islam und damit auch für die Muslimbruderschaft, dass das islamische Heiratsalter für die Frau neun Jahre beträgt. Da ist die in einer Imam-Ehe geheiratete zehnjährige Ehefrau selbstverständlich auch schon mal schwanger, das ist gemäß der Scharia das gute Recht aller muslimischen Eltern demnächst Großeltern. Fälle von muslimischen schwangeren kindlichen Bräuten sind aus Italien, Griechenland und Deutschland bekannt geworden, vielleicht möchte sich ja das zum 01.01.2009 ganz zufällig islamkonform geänderte Personenstandsrecht der Bundesrepublik Deutschland dem zugewanderten oder durch Konversion installierten Körpergefühl und Menschenrechtsverständnis anpassen.

Lästige, von der kulturellen Moderne angekränkelte Menschenrechtsorganisationen drohten in dieser Frage, die ehrbaren saudisch-wahhabitischen Hüter der Heiligen Stätten mit bidʿa, Neuerung, vom rechten Pfad abzubringen, fitna dräute gar, Streit. Im September 2008 sprach darum die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbd-ul ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben (8). Schäuble und Merkel wissen gar nicht, was sie zum menschenrechtswidrigen und grundrechtswidrigen Prinzip Kindbraut sagen sollen, Piening weilt augenblicklich bei Millî Görüş, Thierse weiht die neue Moschee der Ahmadiyya ein und FDP-Köhler ist längst Muslim. Geht doch.

Es lebe der Dialog.

20. Europas Muslime sind aufgerufen, sich auf positive Weise in die betreffende Gesellschaft einzubringen, wobei es gilt, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen dem Bewahren ihrer Identität und ihren staatsbürgerlichen Pflichten zu erzielen. Jede Integration, die es den Muslimen verweigert, ihre islamische Persönlichkeit zu schützen und ihren religiösen Pflichten nachzukommen, wird sich als ungeeignet erweisen und kann daher weder im Interesse der Muslime noch im Interesse der betreffenden europäischen Gesellschaften sein.

Zur islamischen Persönlichkeit der Frau gehört es, ihren Leib mit einem Schleier zu bedecken. ʿAbd-ul ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ stellt klar: „Unveiled women are root of all evil“, unverschleierte Frauen sind die Wurzel alles Bösen und Schlechten“ (9).

21. Wir ermutigen die Muslime Europas, als aktive Bürger am politischen Prozess teilzunehmen. Wahrhaftige Staatsbürgerschaft beinhaltet politisches Engagement, beginnend mit der Wahlbeteiligung und fortschreitend mit der Mitarbeit in Parteien und Verbänden. Das wird erleichtert, wenn sich die Institutionen für alle Menschen und Gruppen der Gesellschaft zu öffnen beginnen, eine Öffnung, die endlich alle Kompetenzen und Ideen nutzbar machen wird.

Die derzeitigen europäischen Institutionen würden Muslime diskriminieren und müssten sich islamkonform umbauen. Wir werden die in diesen Jahren gehandelten Konzepte „interkultureller Öffnung der Verwaltung“ genau zu beobachten haben.

22. Die Muslime Europas bekunden ihre Hochachtung gegenüber jenem Pluralismus und jener religiösen und philosophischen Vielfalt, welche die multikulturelle Gesellschaft in der sie leben kennzeichnet. Sie sind davon überzeugt, dass der Islam die zwischen den Menschen existierende Unterschiedlichkeit anerkennt und diese multikulturelle Vielfalt keineswegs eingrenzt. Ganz im Gegenteil ruft der Islam alle Menschen der Gesellschaft dazu auf, einander kennen zu lernen und sich durch das jeweilige Anderssein kulturell zu bereichern.

Zweifelsohne anerkennt der Islam die säkulare Demokratie, und zwar als sittlich minderwertig.

D. Der Beitrag des Islam an Europa

Welchen Beitrag dürfen die Atheisten, Christen, Juden und Bahá’í an Pakistan, Iran, Syrien oder Ägypten leisten?

23. Die universellen humanistischen Prinzipien des Islam befördern das versöhnliche Miteinander aller Menschen, so lange die Rechte und Interessen der Völker respektiert werden und die Grundsätze des fairen ökonomischen Wettbewerbs eingehalten werden, damit Ausbeutung und hegemonial ausgerichteter Machtmissbrauch verhindert bleiben. Daher betrachten es die Muslime Europas als ihre Pflicht, die Beziehungen zwischen Europa und der muslimischen Welt zu befestigen. Dies erfordert, dass wir einander von bestehenden Vorurteilen und negativen Bildern befreien, die den Islam und den Westen voneinander trennen, um Brücken fruchtbarer Begegnung und Bereicherung zwischen den Zivilisationen zu bauen.

Zivilisationen im bemerkenswerten Plural: Der Islam benötigt zur Staatswerdung den Aufklärungshumanismus beziehungsweise die kulturelle Moderne nicht, die säkulare Lebensform wird vom Islam herablassend toleriert und als gegnerisch respektiert. Im Europa der Muslimbrüder wird es dann eben zwei Zivilisationen geben, eine parallelgesellschaftliche sakrale Sexualpolitik (Scharia), zwei getrennte Rechtssysteme.

24. Der Islam als Träger eines reichhaltigen kulturellen Erbes und Sachwalter einer anerkennenswerten Humanität kann für das Europa der Gegenwart dazu beitragen, wichtige Werte wie Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit und Solidarität noch bewusster zu machen und zu befestigen. Der Islam stellt humane Werte ebenso obenan wie wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Zweifelsohne wird dieser Beitrag des Islam für die Gesamtgesellschaft nutzbringend und bereichernd sein.

„Humanität“ ist das barbarische Menschenbild der Scharia, wie es in den „humanen“ Allahkratien Libyen, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Iran, Somalia und Pakistan zum Staat wird. „Solidarität“ bedeutet Tugendterror nach innen und Verachtung der Nichtmuslime nach außen.

„Gesamtgesellschaft“ setzt die Parallelgesellschaft, die schariatische Gegengesellschaft voraus. Die Scharia ist fortdauernd, nicht verhandelbar und unbefristet”, „perpetual, not negotiable and not terminable“, bringt Muftī Cerić (The challenge of a single Muslim authority in Europe) die konsequent islamische Sache auf den Punkt (10).

25. Mit dem Ziel des Weltfriedens ruft der Islam zum Dialog zwischen den verschiedenen Konfessionen und Weltanschauungen auf und betrachtet die muslimische Anwesenheit in Europa als Schlüsselelement, um eine bessere Kommunikation und Koexistenz zwischen den verschiedenen Religionen und Glaubensgemeinschaften aufzubauen.

Ruhestörer, die gegen die göttliche Diktatur in Teheran oder Riad demonstrieren, sind bei der von der FIOE gehegten Vision von „Weltfrieden“ offensichtlich nicht vorgesehen. Pax Islamica. Die Scharialobbyisten geben sich als Friedensbewegung aus.

26. Durch ihre religiöse und kulturelle Berufung und durch ihre Anwesenheit in den unterschiedlichen Staaten Europas stellt der Islam einen Baustein dar, der Idee und Realität der Europäischen Union stärkt. Gerade seine religiöse und kulturelle Diversität wird Europa dazu befähigen, der Welt ein wichtiger zivilisatorischer Wegweiser zu sein und die Stabilität zwischen den Weltmächten zu sichern.

Diversität dürfen wir mit Rechtsspaltung, Apartheid und Dimmitude dechiffrieren.

»Oh ihr Menschen, Wir haben euch als Mann und Frau geschaffen und Wir haben euch in verschiedene Nationen und Stämme aufgeteilt, auf dass ihr einander erkennen möget (Koran, 49:13)«

Die Gottheit der Scharia will die Segregation, nicht die Integration, parallelrechtlich bleiben die reale muslimische Frau und der propagierte Nichtmuslim Menschen minderen sittlichen und rechtlichen Wertes.

Brüssel 2008. Am 10. Januar 2008 wurde in der belgischen Hauptstadt in der Hausnummer 34 der Rue de la Pacification durch die schariatreue FIOE das hier wiedergegebene und islamkritisch kommentierte, jahrelang gehegte Projekt einer Europäischen Charta (Muslims in Europe Charter Project) verabschiedet. Selbstbewusst will man seine Anwesenheit in Europa bekunden, was freilich auch bedeutet, dass die FIOE die Deutungshoheit und Meinungsführerschaft zu allem beansprucht, was in Europa Islamlobby (bei Innenminister Schäubles DIK, 2006-2009, sagte man Islamverband) sein möchte.

Seitens der FIOE betonte man auch 2008, dass der Scharia-Islam in Vergangenheit und Gegenwart eine Bereicherung der europäischen Kultur sei und dass die europäische Zivilisation der islamischen Rechtskultur und Wissenschaft viel verdanke. Ganz im Sinne von Tariq Ramadan, dem Sohn des Muslimbruders Said Ramadan will uns die FIOE die Notwendigkeit weismachen, mit der eine muslimische Staatsbürgerschaft zunächst durch Administration und Verbände hörbar werden müsse, heute provisorisch, kontraktualistisch-experimentell, und morgen staatsvertraglich-real zu regeln sei, was dem freiheitlich-demokratischen Europa unterstellt, es bestünde keine Religionsfreiheit. Muslime selbst müssten mit Blick auf das zusammenwachsende Europa und seine absehbare Ausdehnung künftig noch stärker zusammenarbeiten, die Richtung dürften dabei FIOE und Europäischer Rat für Fatwa und Forschung (ECFR) vorgeben wollen.

Man gibt sich gemäßigt und wolle den Extremismus ebenso verhindern wie die Exklusion „der“ Muslime, was eine typisch islamische, zart erpresserische Note hat: Wer das Beanspruchen von Privilegien seitens der islamistisch verwalteten Spezies der Euro-Muslime weiterhin „entfremdet, marginalisiert, exkludiert“, brauche sich über einen Extremismus der Empörten nicht zu wundern. Europas Muslime werden zur Sorte Mensch, der Weg wird frei gemacht, im Namen der Religionsfreiheit die Bürgerrechte für muslimische Frauen zu erodieren oder, im Falle von Zwangsverheiratungen, häuslicher Gewalt und Apostasieverbot, schlicht zu verhindern. Bürgerrechte namentlich Frauenrechte werden angeätzt, sie rosten und verwittern, bleiben verhüllt oder dämonisiert oder waren den Einwanderern auch gar nicht erst bekannt. Der „sich muslimisierende“ Teil unserer Ausländerbeiräte beziehungsweise Integrationsräte lügt sich die Sache dann schön mit Sätzen wie „arrangierte Ehen sind meistens keine Zwangsheiraten“, wobei enthemmte Fremdenfreunde wie Barbara John oder Ursula Boos-Nünning die schariatische Sache des Eheanbahnens seit drei Jahrzehnten absegnen und als „gleichwertige, anerkannte Lebensform“ durchsetzen wollen.

Im Arabischen ist ein muṣḥaf eine Sammlung von beschriebenen Blättern als die Mehrzahl von aṣ-ṣaḥīfa, wörtlich das Blatt, die Vertragsseite. Al-madīna ist ganz schlicht die Stadt. Der Islam bietet Nichtmuslimen einen Vertrag an. Dieser Staatsvertrag, die ṣaḥīfah al-madīna, ist etwas sehr Klassisches und bezieht sich auf die nachfolgend umbenannte arabische Siedlung Yathrib. Referenzmodell eben auch der FIOE-Charta von 2008 ist jener Vertrag, der im Englischen Islamic social contract (Ozay Mehmet 1990), The Constitution of Medina (R. B. Serjeant, William Montgomery Watt 1964 und bereits 1956), Social Contract of Medina oder Charter of Medina genannt wird, der Vertrag von Medina.

Jacques Auvergne

Fußnoten

(1) Flandern, Belgien: »La Flandre interdit le port du foulard islamique dans les écoles publiques« Kopftuchfreie Schule, auch für Schülerinnen!

http://fr.news.yahoo.com/3/20090911/twl-belgique-flandre-ecoles-foulard-0ef7422.html

(2) Le voile islamique interdit dans les écoles belges

http://www.centerblog.net/information/106365-6578999-le-voile-islamique-interdit-dans-les-ecoles-belges-

(3) Antwerpener Schariaroblematik durch randalierende beziehungsweise radikalislamische Schulverweigerer: „Kein Kopftuch, keine Schule!“. Islamproblematiek in Antwerpen: ‘Geen hoofddoek, geen school’

http://www.bbrussen.nl/2009/09/08/islamproblematiek-in-antwerpen-geen-hoofddoek-geen-school/

(4) „Flämischer Kopftuchstreit“, Martin Riexinger auf Transatlantic Forum zum belgischen Kopftuchverbot

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/7569/flamischer-kopftuchstreit/

(5) Said Ramadan. Leben und Bedeutung für Europa

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/02/108/

(6) Said Ramadan: Das islamische Recht (1961)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

(7) Sicherheit heute: Weltweit vernetzter politischer Islam

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

(8) ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl asch-Schaich: girls as young as 10 years old can be married

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(9) ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl asch-Schaich: Unveiled women are root of all evil

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/saudiarabia/1452317/Unveiled-women-are-root-of-all-evil-says-Saudi-cleric.html

(10) Mustafa Cerić, in: European View (2007) 6:41-48: The challenge of a single Muslim authority in Europe

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

Quellen

Charta offiziell, hier bei der menschenrechtlich ausgerichteten Seite http://www.aidh.org (pdf)

http://www.aidh.org/txtref/2008/Images/Charte_francais_def.pdf

Die Charta, beim Blog Laiciste

http://laiciste.over-blog.com/article-6345092.html

auf der italienischen Seite Osservatorio delle libertà ed istituzioni religiose (OLIR)

http://www.olir.it/news/archivio.php?id=1471

bei der Mosquée d`Escaudin

http://www.mosquee-escaudain.fr/charte-pour-les-musulmans-d-europe.html

Die Union des organisations islamiques de France (UOIF) unterschreibt … für den Conseil français du culte musulman (CFCM), der darf den Muslimbrüdern zugucken und applaudieren

http://www.islamlaicite.org/article822.html

Stichwort maqasid, maqāṣid, Ziele und Güter in der Pädagogik, Frauenfrage und Finanzpolitik der Scharia. Das Weltganze islamisch zivilisieren, erbeuten, verwalten, nutzbar machen, maqasid asch-scharia (maqāṣid aš-šarīʿa)

http://www.scribd.com/doc/3460468/Usul-alFiqh-Maqasid-aschscharia-und-alQawaid-alFiqhijja

http://maqasid.wordpress.com/category/maqasid-shariah/

Stichwort maqasid. Die Allahkratie und der Feminismus der Vereinten Nationen: Syafiq Hasyim bindet der UNO den Bären vom gerechten Maqasid-Konzept auf, Jakarta 2009, Tagung des United Nations Development Fund for Women (UNIFEM). »Patriarchal fiqh, The Use of Maqasid and Gender Equality«

http://www.unifem-eseasia.org/docs/agewems/09_Syafiq%20Hasyim.pdf

Syafiq Hasyim studied Philosophy and Theology at the Faculty of Ushuluddin of Syarif Hidayatullah State Islamic University in Jakarta in the 1990s. … As a person born to a Nahdlatul Ulama (NU) family 35 years ago and educated at the Matholi’ul Huda pesantren (Islamic boarding school) in Jepara, Central Java, for seven years, Syafiq is undoubtedly familiar with Islamic tradition and kitab kuning (classical texts).

http://alphaamirrachman.blogspot.com/2006/11/syafiq-hasyim-gender-specialist-within.html

Indonesiens ICIP (International Center for Islam and Pluralism) begleitet die radikale Islamisierung des Pazifik und Südostasiens sehr gutherzig

http://www.indonesiamatters.com/320/eighteen-regencies-sharia-bound/

ICIP („Islam und Pluralismus“, also Kalifat plus Dhimma) gebärdet sich als der Pancasila-Doktrin treu ergeben, um islamisch-großmütig die Ahmadiyya zu verteidigen

http://www.indonesiamatters.com/1681/ahmadiyah-banned/

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2 Antworten to “Staatsvertrag für die Dar al-Harb”

  1. Bragalou Says:

    Zum sogenannten Obin-Bericht (rapport Obin) :
    Les signes et manifestations d’appartenance religieuse dans les établissements scolaires
    Rapport présenté par Jean-Pierre Obin
    Juin 2004
    herausgegeben vom: Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enseignement supérieur et de la Recherche

    Les régressions de la condition féminine

    C’est sans doute le côté le plus grave, le plus scandaleux et en même temps le plus spectaculaire de l’évolution de certains quartiers. Beaucoup a déjà été dit et écrit sur un sujet dont les médias ont largement traité depuis un an. Un récent rapport ministériel a alerté sur le recul de la pratique sportive chez les jeunes filles de ces quartiers. Nous ne développerons donc pas ce sujet. Mais les propos de nos interlocuteurs et le simple fait de déambuler aux abords d’une école ou d’un collège constituent parfois un véritable choc. Partout le contrôle moral et la surveillance des hommes sur les femmes tendent à se renforcer et à prendre des proportions obsessionnelles. Il fa ut avoir vu ces femmes entière ment couvertes de noir, y compris les mains et les yeux, accompagnées d’un homme, souvent jeune, parfois un pliant à la main pour qu’elles n’aient pas à s’asseoir sur un endroit « impur », que plus personne ne semble remarquer tant elles font partie du paysage, et dont personne ne semble s’offusquer de la condition, pour saisir en un raccourci la formidable régression dont nous sommes les témoins. Encore ces « Belphégor », comme les appellent beaucoup d’acteurs, ne sont-elles pas les plus mal traitées, car il y a toutes ces mères qui ne viennent plus dans les écoles chercher leurs enfants, et qui sont contraintes de déléguer cette tâche à un aîné ou une voisine, car elles sont totalement recluses à leur domicile, parfois depuis des années.

    Alors que l’on observe de plus en plus souvent des fillettes voilées, les adolescentes font l’objet d’une surveillance rigoureuse, d’ailleurs exercée davantage par les garçons que par les parents. Un frère, même plus jeune, peut être à la fois surveillant et protecteur de ses sœurs. Ne pas avoir de frère peut rendre une jeune fille particulièrement vulnérable. A côté des fréquentations et des comportements, le vêtement est souvent l’objet de prescriptions rigoureuses : comme le maquillage, la jupe et la robe sont interdites, le pantalon est sombre, ample, style « jogging », la tunique doit de scendre suffisamment bas pour masquer toute rondeur. Dans telle cité on nous dit que les filles doivent rester le week-end en pyjama afin de ne pouvoir ne serait-ce que sortir au pied de l’immeuble. Dans tel lycée elles enfilent leur manteau avant d’aller au tableau afin de n’éveiller aucune concupiscence. Presque partout la mixité est dénoncée, pourchassée et les lieux mixtes comme les cinémas, les centres sociaux et les équipements sportifs sont interdits. A plusieurs reprises on nous a parlé de la recrudescence des mariages traditionnels, « forcés » ou « arrangés », dès 14 ou 15 ans. Beaucoup de jeunes filles se plaignent de l’ordre moral imposé par les « grands frères », peu osent parler des punitions qui les menacent ou qu’on leur inflige en cas de transgression et qui peuvent revêtir les formes les plus brutales, celles qui émergent parfois à l’occasion d’un fait divers. Les violences à l’encontre des filles ne sont hélas pas nouvelles, ce qui l’est davantage est qu’elles puissent être commises de plus en plus ouvertement au nom de la religion. …

    Les écoles primaires

    (…) Le comportement des élèves semble donc faire rarement problème. Néanmoins on signale des refus de la mixité, ceci dès l’école maternelle, de la part de petits garçons. Les cas de fillettes voilées semblent également se développer, de même que l’observance du jeûne (dans un cas dès le cours préparatoire) et le refus de la viande non consacrée à la cantine. Les activités corporelles et artistiques semblent être particulièrement visées : refus de chanter, de danser, de dessiner un visage ; le refus de jouer de la flûte revient à plusieurs reprises sans que l’on sache précisément à quel interdit cela correspond.

    Plus souvent ce sont des tensions ou des conflits avec les parents qui nous ont été signalés. La plupart concernent la tenue vestimentaire « religieuse » des mamans. Certains instituteurs semblent considérer que le principe de laïcité vaut pour le territoire de l’école, et voient d’un mauvais œil l’arrivée de mères voilées dans la cour ou au conseil d’école. Le conflit s’envenime dans le cas, de plus en plus fréquent, où la personne voilée n’est plus du tout identifiable. Ainsi, une école a dû organiser un « sas », sans fenêtre, où la directrice peut deux fois par jour reconnaître les mères avant de leur rendre leurs enfants. Les pères viennent plus rarement à l’école, mais ce peut être alors l’occasion d’au tres types d’incidents comme les refus de serrer la main d’une femme, ou même de lui adresser la parole. On a vu également un père refuser que sa fillette soit la issée dans la classe d’un instituteur (homme) remplaçant l’institutrice.

    L’obsession de la pureté est sans limite : à ces élèves d’une école primaire qui avaient institué l’usage exclusif des deux robinets des toilettes, l’un réservé aux « musulmans », l’autre aux « Français », répond comme amplifiée la demande récente d’un responsable local du culte musulman à l’inspecteur d’académie d’un important département urbain, d’instituer des vestiaires séparés dans les salles de sport, car selon lui « un circoncis ne peut se déshabiller à côté d’un impur. » …

    Les refus de la mixité et les violences à l’encontre des filles

    Dans beaucoup de collèges visités, le vêtement des filles, ainsi que leurs « mœurs », sont l’objet d’un contrôle général. Ainsi, dans certains établissements les jupes et robes sont « interdites » depuis cinq à un an selon les en droits, la tenue sombre et ample est imposée à toutes. Il est fréquent que les jeunes frères et plus largement les jeunes élèves garçons soient chargés de la surveillance vestimentaire et morale des filles, les plus âgés se chargeant de les punir, le plus souvent à l’extérieur de l’établissement mais pas toujours ; ainsi nous a-t-on signalé plusieurs cas de violences graves perpétrées dans l’enceinte de collèges : gifles, coups de ceinture, « tabassages ». Les activités sportives sont particulièrement surveillées, voire interdites. L’activité la plus sensible à ce contrôle moral, comme on le verra dans la troisième partie de ce rapport, est l’organisation des sorties scolaires et des classes transplantées, auxquelles il arrive aux professeurs de plus en plus souvent de renoncer. Malgré cela, l’établissement constitue pour certaines élèves un lieu relativement protégé par rapport à ce qu’elles vivent à l’extérieur.

    Si la surveillance semble se relâcher un peu au niveau du lycée, c’est sans doute parce que beaucoup de jeunes filles sont parvenues à s’affranchir de la tutelle de leurs frères, ou du moins ont passé des compromis familiaux acceptables, et que d’autres ont intégré leur soumission et le manifestent notamment par le port du voile. C’est au lycée que semble se nouer le destin de ces jeunes filles, en tre intégration, révolte et résignation.

    Dans le second degré d’une manière générale, de nombreux cas nous ont été signalés de professeurs femmes ayant fait l’objet de propos désobligeants ou sexistes de la part d’élèves. Le refus de la part de certains parents d’être reçus par une personne du sexe opposé, ou de la regarder, ou de lui serrer la main, ou de se trouver dans la même pièce qu’elle, ou même de reconnaître sa fonction pour des motifs religieux, est particulièrement mal vécu par les professeurs et les personnels d’éducation et de direction qui en ont été l’objet. Plus grave, ce type de refus à été observé également pendant le carême musulman de la part de personnels hommes vis-à-vis de collègues ou supérieurs hiérarchiques femmes.

    L’antisémitisme et le racisme

    Des institutions et des médias se sont largement fait l’écho du récent développement de l’antisémitisme dans la vie sociale et dans les établissements scolaires. Nous ne pouvons hélas que confirmer l’ampleur et la gravité d’un phénomène qui prend deux formes principales. D’une part on observe la banalisation, parfois dès le plus jeune âge, des insultes à caractère antisémite. Le mot « juif » lui-même et son équivalent « feuj » semblent être devenus chez nombre d’enfants et d’adolescents une insulte indifférenciée, pouvant être émise par quiconque à l’endroit de quiconque. …

    D’autre part les insultes, les menaces, les agressions, bien ciblées cette fois-ci, se multiplient à l’encontre d’élèves juifs ou présumés tels, à l’intérieur comme à l’extérieur des établissements ; elles sont généralement le fait de condisciples d’origine maghrébine. Dans les témoignages que nous avons recueillis, les événements du Proche-Orient ainsi qu’une sourate du Coran sont fréquemment invoqués par les élèves pour légitimer leurs propos et leurs agressions. Ces justifications peuvent aller jusqu’à assumer les persécutions ou l’extermination des Juifs. L’apologie du nazisme et de Hitler n’est pas exceptionnelle : elle apparaît massivement dans d’innombrables graffitis, notamment de croix gammées, et même parfois dans des propos ouvertement tenus à des instituteurs, professeurs et personnels d’éducation. Ces agressions n’épargnent pas des personnels ni d’autres élèves, comme cette collégienne turque nouvellement arrivée en France et devenue le souffre-douleur de sa classe parce que son pays « est un allié d’Israël. » Il est d’ailleurs devenu fréquent, pour les élèves, de demander sa religion à un nouvel élève ou à un nouveau professeur. Nous avons constaté que beaucoup de professeurs ne refusaient pas de répondre à cette question.

    Ces agressions, parfois ces persécutions ravivent des souvenirs particulièrement douloureux chez les familles dont les enfants en sont les victimes. Elles ont notamment pour effet, dans certaines grandes agglomérations où l’offre scolaire et les transports en commun le facilitent, le regroupement des élèves d’origine juive, dont la sécurité n’est plus assurée dans nombre d’établissements publics, dans des établissements privés et publics dont l’aspect « communautaire » ou « pluricommunautaire » est de plus en plus marqué. Dans ces collèges et ces lycées, on observe alors souvent, de la part des élèves de famille juive, des manifestations d’appartenance religieuse ou identitaire à rebours. …

    Les lettres et la philosophie

    (…) Il y a d’abord le refus ou la contestation, assez fréquents, de certaines œuvres et de certains auteurs. Les philosophes des Lumières, surtout Voltaire et Rousseau, et les textes qui soumettent la religion à l’examen de la raison sont particulièrement visés : « Rousseau est contraire à ma religion », explique par exemple à son professeur cet élève d’un lycée professionnel en quittant le cours. Molière et en particulier Le Tartuffe sont également des cibles de choix : refus d’étudier ou de jouer la pièce, boycott ou perturbation d’une représentation. …

    Les sciences de la vie et de la Terre

    (…) Pour ses adeptes, schématiquement, la Genèse est un document historique et Darwin un imposteur. Les documents et les témoignages abondent montrant que les élèves sont la cible de discours convergents de prédicateurs, de ministres du culte ou de « grands frères » affirmant que cet enseignement n’est que mensonge. Un livre en particulier, écrit par un professeur agrégé de cette discipline, est diffusé notamment auprès des élèves par le Tabligh.22

    Mais combien d’autres enseignants semblent désemparés par l’attitude des élèves et l’opposition dans laquelle ils placent la religion et la science. Combien de jeunes enseignants notamment nous ont déclaré, candidement là encore, promouvoir ou se réfugier dans un relativisme qui leur paraît juste, ou simplement efficace puisqu’il semble satisfaire les élèves, en présentant la science comme une croyance parmi d’autres (« une hypothèse parmi d’autres », nous dit ce professeur), celle de l’école, ou du professeur, face à celle de la religion, ou des élèves ; entre Adam et Darwin, à chacun de choisir en quelque sorte. Cette dérive n’est pas sans rappeler celle qui, par ailleurs, présente la laïcité comme une option spirituelle parmi d’autres. (…)

    Les disciplines artistiques
    Les contestations qui affectent les enseignements d’arts plastiques et d’éducation musicale sont les mêmes, dans les collèges, que celles signalées pour les écoles primaires, en particulier les refus de représenter un visage, de jouer de la flûte ou de pratiquer le chant choral.

    Q u e l l e :
    Les signes et manifestations d’appartenance religieuse dans les établissements scolaires
    Rapport présenté par Jean-Pierre Obin
    Juin 2004

    ftp://trf.education.gouv.fr/pub/edutel/syst/igen/rapports/rapport_obin.pdf

    http://www.ladocumentationfrancaise.fr/var/storage/rapports-publics/074000509/0000.pdf

  2. Carcinòl Says:

    FIOE
    Objectives

    1. Introducing Islam and its values and shaping Islamic culture in accordance with the requirements of the age and the unique features of the current status of Europe.

    2. Helping Muslims in Europe to perform their religious duties, preserve their cultural identity and taking care of their social and religious affairs.

    3. Encouraging and establishing various institutions such as mosques, schools and educational, cultural, social, leisure and vocational institutes and clubs, etc.

    4. Promoting member organizations, enhancing their expertise and developing methods of coordination and cooperation therewith.

    5. Caring for Muslim youth, providing opportunities for learning Islam and Arabic and helping them excel in their respective vocations.

    6. Encouraging active participation of Muslims within the framework of the European Union in a manner that serves the overall general interest.

    7. Working towards achieving representation of Muslims within European institutions and authorities.

    8. Striving towards achieving recognition for Islam as an official religion throughout Europe, which would be instrumental in enhancing the European identity of Muslims.

    9. Expanding the cultural and civilizational dialogue between Muslims and people who follow other religions or ideologies, in an attempt to interact positively and establish social peace and harmony.

    10. Maintaining relationships with Muslims throughout the world, and promoting mutually beneficial cooperation and interaction between Europe and the Islamic world.

    11. Building bridges with Islamic official and public authorities and institutions, in both European and International arenas, within the framework of mutual interests.

    12. Contributing towards all efforts, which aim to preserve and protect freedoms, defend human rights and dignity, and refute all forms of racial discrimination and violence.

    http://www.fioe.org/ShowPage_en.php?id=4&img=1

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