Allahs Diplomat

مراد هوفمان

Murad Hofmann

Allahs Diplomat

Zum Buch »Der Islam als Alternative« (1992) des zum Islam konvertierten ehemaligen Botschafters Murad Wilfried Hofmann. Eine Demokratieverteidigung von Jacques Auvergne

69. Der Islam … wirkt … aus westlicher Sicht … als eine »Gesetzesreligion«, deren Theologen gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, Juristen sein müssen, weil der Islam den gesamten Tagesablauf seiner Gläubigen zu regeln und zu gestalten sucht. Diese Beobachtung ist richtig …

Sehr geehrter aus der großen weiten Welt zurückgereister Herr Ex-Diplomat, da müssen wir Sie leider enttäuschen, an einer zweiten Rechtsordnung besteht kein Bedarf. Jeder hält bei Rot an der Ampel an, auch der Muslim. Genau ein Strafgesetzbuch und eine Verfassung reichen für die Bundesrepublik Deutschland völlig, aus, an einem Sonderrecht für die Spezies Muslim-Bürger besteht kein Interesse. One Law For All.

69. Das Leben des Muslims [wird] in der Tat von früh bis spät vom Islam strukturiert. … die Sunna, die vorbildliche Lebensweise des Propheten

Der erfolgreich orthodox dressierte Muslim ist in dem einer totalen islamischen Nutzbarmachung zu unterwerfenden, relativ irrelevanten Diesseits (ad-dunyā) seines Seelenheils zeitlebens nicht sicher. Nahezu allseits ist er von Dämonie umdroht, weil der Teufel nie schläft. Welt oder persönliches Leben ist relative Ungastlichkeit jedenfalls Ungewissheit, lediglich der Zwang zum Nachahmen (taqlīd) und zum sich Einfügen in Stamm und umma rettet vielleicht die Seele. Außerislamische menschliche Gesellungsformen sind nichtig und stammen vielleicht vom iblīs (ʿazāzil), vom Satan. Ein bewusst gewähltes Teilnehmen an ihnen führt dich mit hoher Wahrscheinlichkeit in die nie verlöschenden Flammen.

Meidung der Nichtmuslime und ihrer „ekelhaften, ungerechten“ Verhaltensweisen ist daher ebenso geboten wie persönliche Einbindung an Kreise (möglichst) islamischer, „nicht ekelhafter“, sondern „schöner“ Lebensführung.

Konformes Tun wird zu einer Art von Gebet, anhaltendes, grobes Brechen des vorgeschriebenen Wohlverhaltens aber ist sowohl Frevel an der Gottheit als auch Staatszersetzung (Hochverrat), und dafür sehen der Koran sowie Murad Hofmann (160, 186) die aus islamischer Sicht sozial gesunde Todesstrafe vor. Rein theologisch jedenfalls sprich innerhalb eines nach dem alleinige Sicherheit bietenden Handlungsvorbild des Propheten Muḥammad erbauten, „schönen“ islamischen Gesellschaftssystems ist die „gerechte“ Todesstrafe auszuüben, das muss jeder Muslim so glauben.

Bis zum letzten Augenblick vor dem höchstpersönlichen Eintritt in die islamische Hölle oder die ewige Glückseligkeit ist der endgültige Zustand im absolut relevanten Jenseits (al-āḫira) für keinen Muslim, von den Propheten einschließlich vielleicht von Mohammed einmal abgesehen jemals eindeutig gesichert. Das Kind wird mehr oder weniger gewaltsam dahingehend getrieben, bei jedem (offenkundig werdenden) Fehlverhalten Angst vor der Hölle zu empfinden, gerade als Mädchen muss es ständig auf keusche Lebensweise hin überwacht werden, darf jedoch um das Seelenheil der Sippe willen recht ungehemmt ermahnt, eingeschüchtert, gezüchtigt und arrangiert verheiratet beziehungsweise zwangsverheiratet werden.

Einzelne Erwachsene machen sich heimlich von diesem umfangreichen „religiösen“ Zwangshandeln los und sollen es nicht wagen, dem gottesfürchtigen sprich Untugend vermeidenden und anprangernden Herrn Hofmann über den Weg zu laufen. Was alles zwanghaft einzuhalten ist, bestimmt das womöglich ja gewalttätige Familienoberhaupt, der bisweilen vielleicht prügelnde Koranlehrer oder der Europäische Rat für Fatwa und Forschung ECFR.

70. Die Muslime. Diese innere Balance des vollkommen auf das Jenseits ausgerichteten, aber mit beiden Beinen im Diesseits stehenden Menschen …

Sehr geehrter Herr Hofmann, Ihr Buch ist im Jahre 2009 nun siebzehn Jahre alt geworden. Meinen Sie mit „vollkommen auf das Jenseits ausgerichteten Menschen“ etwa den libyschen Präsidenten al-Gaddafi (Muʾammar al-Qaḏḏāfī) aus Libyen (Flugzeugsprengung über dem schottischen Lockerbie am 21.12.1988, öffentliches zeterndes Zerreißen der UN-Charta in New York vor der UNO am 23.09.2009) oder eher Herrn Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī aus Qaṭar (Apostatenmord, Selbstmordattentate gegen israelische Zivilisten, ewig und absolut geltende Schleierpflicht (ḥiǧāb) für jede Muslima)? Denken Sie an Herrn Islamologen Amīr Zaidān aus Österreich (Ersteller der Kamel-Fatwa vom 07.01.1998 in seiner Funktion als Vorsitzender des Fiqh-Rates der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, IRH) wenn sie von „Muslimen“ schwärmen, die „mit beiden Beinen im Diesseits stehen“ oder eher an den australischen Scheich Tāǧ ad-Dīn al-Hilālī (Katzengleichnis vom September 2006: jede Kopftuchverweigerin ist als fahrlässig unverwahrtes, „unbedecktes Fleisch“ selbst schuld, wenn sie von nichtmuslimischen oder frommen muslimischen Männern öffentlich vergewaltigt wird, der Vergewaltiger ist dabei unschuldig wie eine hungrige Katze)?

Sehr geehrter Herr Hofmann, Sie sind 78 Jahre alt und vor 29 Jahren zum Islam konvertiert. Seitdem bewegen Sie sich in illustren Kreisen einflussreicher, hoch anerkannter Islamfunktionäre, haben einen Sitz im Scharia-Rat der Bosna Bank International in Sarajevo inne und sind Vollmitglied in der im jordanischen Amman ansässigen »Ahl al-Bayt Foundation for Islamic Thought«. In den letzten eineinhalb Jahrzehnten haben Sie mehr als dreißig Staaten der Erde bereist, um 350 Vorträge über den Islam zu halten. Ihre Schriften, in der Sie sich über die „westliche“ sprich freiheitlich-säkulare Lebensweise empören beziehungsweise lustig machen und den Aufbau gegenmoderner, kalifatsähnlicher Gesellschaftssysteme fordern, werden leider von Muslimen in aller Welt gelesen, von Nordamerika bis Malaysia. Halten Sie, sehr geehrter, gottesfürchtiger Herr Hofmann (frei nach Arzu Toker), die genannten vier Herren al-Qaḏḏāfī, al-Qaraḍāwī, Zaidān, al-Hilālī für schlechte Muslime oder für Menschen, die vom Islam nichts verstanden haben?

Vor einem Jahr erhielt der zum Islam konvertierte Bashir Dultz das Bundesverdienstkreuz (Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland), die drei anderen deutschstämmigen Muslime, die bislang diese Auszeichnung erhalten haben, sind Abdullah Borek, Mohammed Aman Hobohm und Dr. Murad Wilfried Hofmann.

Im Jahre 2007 verspürte Allahs Diplomat Murad Wilfried Hofmann jedoch erstmals Gegenwind, als ihm ein städtischer Veranstaltungsraum im Comoedienhaus Wilhelmsbad bei Hanau gekündigt wurde. Am 30.11. wollte Schariafreund Hofmann dort seinen Vortrag »Islam in Deutschland – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft« halten, Anmieter der Räumlichkeit war der geheimnisvolle Verein für multikulturelle Ereignisse e. V. (Bahnstraße 7b, Hanau) (4). Der Abend war als kulturelle Veranstaltung („UNESCO 2007 – Mevlana“) ausgegeben, gebucht und genehmigt worden. Im Kündigungsschreiben vom 26.11.2007 stellte der Hausherr dar, dass er nicht bereit sei, einen Islamisten wie Murad Wilfried Hofmann reden zu lassen, der Ideen propagiert, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland verstoßen. Unser frommer Ex-Botschafter polterte gegenüber der schariatreuen Islamischen Zeitung empört: „Der Fall in Hanau stellt eine neue Eskalationsstufe der in Deutschland grassierenden Islamophobie dar“ (5).

74. Die sunnitische Orthodoxie, verkörpert in Ahmad bin Taymiyya (gest. 1328)

Das konsequent theokratische Gedankengut von Aḥmad bin Taimīya‎ (ibn Taymiyya, 1263-1328) wurde und wird von den Anhängern des Muḥammad ibn ʿAbd al-Wahhāb (1703-1792), den mit der hanbalitischen Rechtsschule einigermaßen verschmolzenen Wahhabiten, ebenso aufgegriffen wie von einer ihr inhaltlich sehr verwandten, etwa zur gleichen Zeit entstandenen Parallelorganisation, der in Pakistan und Indien bis heute verbreiteten Strömung Ahl-i-Hadith (Ahl-i Ḥadīṯ). Als hochmittelalterlicher Restaurator, Reaktionär oder Islamrevolutionär, wie man das sehen möchte, wies Taymiyya das parallele, „unislamische“ mongolische Rechtssystem der aus Zentralasien stammenden Dynastie der Ilchane (Īlḫānī) zurück und hielt nur die an der reinen šarīʿa (Scharia) ausgerichtete Herrschaft für legitim.

Indem ibn Taymiyya forderte, dass jede Entscheidung einer islamischen Regierung durch Koran und Hadithe abgedeckt sein muss, trug er dazu bei, die hanbalitische Rechtsschule bis heute um die beiden „Rechtsquellen“ (aus menschenrechtlicher Sicht eigentlich Unrechtsquellen) Konsens der Islamgelehrten (iǧmāʿ) und Analogieschluss der Islamgelehrten (quiyās) zu schmälern. Ibn Taymiyya wird seit acht Jahrzehnten in modernitätsverweigernden (islamistischen) Kreisen aufgegriffen und beworben, so durch Sayyid Quṭb, dem ebenfalls an einer Regierungsform nach der vollumfänglich installierten, „reinen“ Scharia gelegen war.

74. Entartet sind manche Bruderschaften auch ins Politische.

Hier ist wohl weniger gemeint, dass die für Hofmann nicht „entarteten“ Herren ibn Taymiyya und Sayyid Quṭb „unpolitisch“, rein spirituell gewesen seien, vielmehr hätten sie vermocht, Allahs Auftrag in Reinform zu erkennen. Infolgedessen dürfen die Taymiyya- und Quṭb-Anhänger auch heute „den“ Islam politisch verwirklichen, um alle Mystiker und anderen „Unvernünftigen“ machtlos zu halten beziehungsweise in den Bereich der islamischen Unterhaltungsindustrie, der islamischen Kulturpädagogik abzuschieben.

75-76. [Diese erneute] Hinwendung zum Mystischen … im] Islam, [Judentum und] Christentum [seit etwa 1968]. Hintergrund dafür sind die immer stärker werdenden Zweifel nicht an der Rationalität als Methode, sondern an der Rationalität des westlichen Wissenschafts- und Gesellschaftssystems: eines Systems, das zu Atomstrategie, Naturverwüstung und Unterentwicklung geführt hat.

Die von Industrialisierung geprägten Demokratien des westlichen Europas seien verantwortlich, ja sogar ursächlich für die Unterentwicklung Afrikas und Asiens? Wahrscheinlich sind die Niederlande auch noch schuld an der „Atomstrategie“ (Hofmann) Pakistans, Pakistan hat die Atombombe, die Europäische Union (oder Israel?) an derjenigen der göttlichen Diktatur in Teheran, die in diesen Jahren in den Besitz der Atombombe kommen will?

Indirekt wird deutlich, wie orthodoxe Muslime den Islam für „vernünftig“ halten. Gehorsam ist „Vernunft“.

76. Vorbereitet wurde dieser Aufstand gegen den Szientizismus von der modernen Mikro- und Makrophysik.

Allah sei Dank stoßen die Forscher Japans, Nordamerikas und so weiter an Grenzen, die den vermessenen Kapitalisten und nun in Bescheidenheit Erschauernden an das Ewig-Göttliche erinnern. Wilfried als Hippie-Blumenkind, der Jurist und Ex-Diplomat hat New Age im Programm. Um dann aber rasch die sprichwörtliche Kurve zu kratzen:

76. Kann ein Mystiker mit der neuplatonischen Theorie des Einen und der neuplatonischen Emanationslehre überhaupt ein Anhänger von Trinität und christlicher Schöpfungsvorstellung bleiben?

Für Pléthon (Geórgios Gemistós, 1360-1452) war das kein Problem, der Byzantiner war allerdings Islamkritiker. Auch der große Religionsstifter Lǎozǐ (Laotse, um 550 v. Chr.) kam psychisch glänzend ohne irdische Todesstrafe und himmlische Höllenqual für Religionsverweigerer aus. Im real existierenden, angeblich toleranten orthodoxen Islam war für eine Fortführung der pantheistischen, christlichen oder buddhistischen Philosophien ebenso wenig Raum wie in Murad Wilfried Hofmanns europäisch geprägtem Herz und Hirn.

Der Islam der šarīʿa spaltet die Menschheit in Klassen unterschiedlicher Würde und bewertet sie folgerichtig juristisch verschiedenstufig. Der von der Scharia begeisterte, 1931 in Aschaffenburg geborene hat beides abgelegt, den Vornamen Wilfried und das tolerante Denken, um sich einer Politreligion zuzuwenden, für die sich Deutschlands muslimische Demokraten wie Bassam Tibi oder Necla Kelek schämen würden. Dass es deutsche Juristen wie der ehemaligen Botschafter Hofmann oder der zeitweilige Richter (an einem bayerischen Oberlandesgericht) Mathias Rohe weitgehend unwidersprochen wagen können, im Namen der Religionsfreiheit öffentlich für ein kulturrassistisches, frauenfeindliches System zu werben, verwundert einigermaßen. Die Devise scheint das berüchtigte „Lass uns drüber reden“ zu sein. Ob in Europa beziehungsweise Deutschland bereits im Sinne von Said Ramadan, Mustafa Cerić und Mathias Rohe über die Einführung des islamischen Rechts verhandelt wird? Vielleicht ja am 23.-24.11.2009 in der Evangelischen Akademie Tutzing unter dem Titel »Ausbildung von Imamen in Deutschland«? Vielleicht in den Zimmern und Hinterzimmern jener Veranstaltungen, welche die Worte „abrahamitisch, der eine Gott, Dialog“ (kirchlich), „Abbau von Vorurteilen, Diversität, differenziert, nicht emotional“ (überall) oder, demnächst wohl kommunal statt auf Bundesebene veranstaltet, „Islamkonferenz“ im Schilde führen?

Sonderrechte der Scharia in Europa durchzusetzen, ließe sich durch die Argumente der Lieferung von Erdgas (Italien aus Libyen) und Erdöl (Europäische Union) sowie der Sicherung von Arbeitsplätzen erpresserisch befördern. Aabar Investments (Abu Dhabi) ist am 22. März 2009 mit 1,95 Milliarden beim Stuttgarter Automobilkonzern Daimler eingestiegen, damit ist der Golfstaat als Großaktionär Anteilseigner von immerhin 9,1 Prozent (Kuwait hält weitere 6,9 Prozent). Zur Rettung der angeschlagenen Wirtschaft und zur Beflügelung von Kulturbetrieb und Kulturpädagogik plauderte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im April 2009 mit Königsbruder Scheich Hamdan von Abu-Dhabi.

Werden unsere Politiker die fehlenden Menschenrechte namentlich Frauenrechte in den Golfstaaten künftig überhaupt noch kritisieren können? Wird ein deutsches Schulbuch, wird eine deutsche Handreichung für Integrationsarbeit oder Sozialarbeit wahrheitsgemäß das heißt hörbar ablehnend über die Scharia schreiben können?

Dass man bereits heute aus den Golfstaaten nicht nur Erdöl, sondern auch Moral exportiert, könnte uns folgende Stellenanzeige der für Bankwesen, Handel, Informationstechnologie und Telekommunikation am Golf und an 23 europäischen Standorten tätigen Huntress International verdeutlichen:

„Mein Auftraggeber erwünscht einen souveränen Scharia-Manager mit ausgezeichnetem Wissen im Versicherungswesen. Als Bewerber erwarten wir von Ihnen Kenntnis in Scharia-Recht und Scharia-Anwendung, um bei Gewährleistung der Prinzipien des Islamischen Fiqh jeden Verlust unseres Managements zu vermeiden. Sie werden schariakonforme Konferenzplanungen erstellen und die Konferenzprogramme gestalten, der Vertragserstellung und -Ausgestaltung beiwohnen und alle Fragestellungen dem Scharia-Rat (Sharia-Board) unterbreiten und die entsprechenden Handreichungen und Richtlinien entwickeln“ (1).

Eine Instanz namens Sharia-Board kultiviert beispielsweise die DIB oder Dubai Islamic Bank: „Gelehrte von hohem Ansehen und mit umfangreicher Kenntnis von Rechts, Wirtschafts- und Banksystemen haben sich, wie es die Islamische Scharia vorschreibt, in Recht und Wirtschaft spezialisiert und bilden gemeinsam den DIB-Aufsichtsrat für Fatwa und Scharia, das DIB Fatwa & Sharia Supervision Board“ (2).

Die wesensgemäße Antisozialität der Scharia zieht das Prinzip Gegengesellschaft nicht nur im deutschen Klassenzimmer und Straßenzug nach sich, sondern auch im Genfer UN-Menschenrechtsrat und in den Chefetagen international tätiger Konzerne und Banken.

Und dabei ist Islampolitik stets, für Sinnsucher ja vielleicht irgendwie aufregend aufgeilend, Sexualpolitik. Da wird dieses nahöstliche Spirituelle rasch zur Personalpolitik sprich Dienstanweisung: Ab morgen fußlanges Kopftuch, aber nasenbedeckend! Eine antiislamische Propaganda? Keineswegs: Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan, August 2009, setzt die Dubai Bank die geheiligte Obszönität der islamischen Genitalfixierung in eine konsequente Hausordnung um. Weshalb alle weiblichen Angestellten, muslimische und nichtmuslimische, ihren Schambereich sprich weiblichen Leib mit Gesichtsschleier (niqab, hier: shailah) und (!) Ganzkörperschleier (hidschab, hier: abaya) bedecken müssen (3). Der klientenzentrierte Finanzdienstleister stellt klar: „Unsere Bank ist Islamisch und muss der Scharia getreulich folgen, was unsere Kunden zufrieden stellen wird“.

Da wir ein Interesse am Erhalt der freiheitlichen Lebensweise haben, müssen wir gegen die Scharia arbeiten, schreiben und erziehen.

Dabei ist es weniger wichtig, als was ich die Demokratie verteidige: Ob als säkularer Muslim oder Ex-Muslim, als Unitarier oder Trinitarier. Murad Wilfried Hofmann kennt die vorhandenen kleinen Schwächen der christlicher Theologien und der Kichengeschichte und verwendet dieses Wissen in möglichst destruktiver Weise, um einem militanten politischen System in Europa zum Durchbruch zu verhelfen. Der ehemalige deutsche Botschafter richtet heute seine Energie bewusst gegen die freiheitlichen Werte, gegen jene Rolle, die er als einstiger Diplomat dienstgemäß zu verkörpern hatte. Hofmann ist damit gegen seinen einstigen Arbeitgeber tätig, gegen die Interessen der Bundesrepublik und ihrer Staatsbürger. Und kalt wie ein Faschist meint Hofmann: „Der Islam kann warten“.

114. Muslime meinen, … dass … es keine ideologiefreien Staatswesen geben kann.

Unsere Lebensordnung stammt nicht von den Göttern, das ist sicherlich wahr, doch wir verteidigen die freiheitliche Demokratie gegen alle politisch ambitionierten Leninisten, Faschisten, Maoisten und Islamisten als den Rahmen, der uns die größtmöglichen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben bietet. Der als junger Mann sehr erfolgreiche sportliche Tänzer, (äußerlich) gereifte Kalifats-Träumer und ernstzunehmende islampolitische Stratege Hofmann genießt unseren demokratischen Raum der freien Religionsausübung und Meinungsfreiheit, eine Umwelt, wie sie für einen Nichtmuslim oder säkularen Muslim in keinem islamisch geprägten Territorium der Welt denkbar ist.

Für sein aus Allahs mittelalterlicher Sicht konstruktives Tun wurde Murad Hofmann zur »Islamic Personality Of The Year« (Dubai 2009) gewählt und erhielt einen „Ehrenpreis“ von 180.000 Euro. Aus Sicht der säkularen Demokratie ist das keine Ehre, doch es gibt in gewissen Kulturen ja auch leider immer noch den „Ehrenmord“. Vor Hofmann waren Syriens 1929 geborener Großmufti Mohammed al-Bouti und der 1926 geborene Terrorprediger al-Qaradawi „würdige“ Preisträger und wurden zur Islamischen Persönlichkeit des Jahres ernannt.

Unter Würde verstehen wir etwas anderes, doch nehmen wir auch Straftätern und Staatsgegnern die Würde nicht, übrigens ganz anders, als es das islamische Recht vorsieht.

Hofmann verhöhnt die Demokratie. Das Volk als der deutsche Souverän, jedenfalls der islamkritische Teil des Volkes, braucht über das außerdienstliche Tun seines einstigen Vertreters in Algerien und Marokko nicht zufrieden zu sein.

113. Im Verhältnis von Okzident und Islam stehen sich heute zwei Staatstheorien mit jeweils unterschiedlichen Verfassungskonzepten scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Weniger Okzident und Islam als vielmehr freiheitliche Demokratie und Gottesstaat. Die Versöhnung besteht darin, den politischen Islam weitgehend zu verbieten.

113. »Din wa daula!« (Islam als »Glaube und Staat«) … ist doch die gesamte koranische Offenbarung »integristisch«, indem sie den Muslim als ein moralisches Wesen sieht, das ohne Einschränkung, also auch als Staatsbürger, theozentrisch denken und handeln soll.

Religion ist seit Jahrtausenden ganzheitlich, je nach der Weise der heiligen Gehorsamspflicht darf man auch sagen: sie ist total, oder: ist totalitär. Hier und heute gilt die Religionsfreiheit, an welchen Göttern Sie oder ich zweifeln, ist Ihre und meine private Angelegenheit, über die wir außerhalb der Arbeitszeit phantasievoll diskutieren dürfen.

Der bekennende Theozentriker Hofmann kreist innerlich um die Gottheit? Wir Gottlosen sind beeindruckt.

Was Sie als Staatsbürger und Würdegern-Separatist sollen oder nicht sollen, entnehmen Sie doch bitte dem Strafgesetzbuch.

114. Muslime meinen, … dass … der Versuch einer Trennung von Religion und Staat beim Individuum auf Schizophrenie hinausläuft.

Der Redende bekennt eine labile Psyche, das ist völlig in Ordnung, man soll seine nervlichen Grenzen kennen und achten.

Sind Europas mehrere Millionen von Muslimen jetzt auch mehrere Millionen von angehenden Schizophrenen? Müssen wir jetzt die Demokratie abschaffen, um der Bundesrepublik horrende medizinisch-psychiatrische Folgekosten zu sparen?

Der politische Islam bedroht stets gerne, dieses Mal also: „Wenn ich hier keine vollumfängliche Scharia bekomme, aber ein bisschen plötzlich, werd ich euch noch schizophren!“. Aber Herr Dr. Hofmann, so beruhigen Sie sich doch.

Jeder gottesfürchtige Patriarch nennt Atheismus, Religionswechsel oder Frauenwahlrecht unerhört, widernatürlich und gottlos. Der Fundamentalist, der autoritäre Charakter mag mit den Unbeschränktheiten und Unsicherheiten der kulturellen Moderne zunächst überfordert sein, der weltläufige Islamaktivist wie auch der Einwanderer aus einem ländlichen Winkel Marokkos oder Pakistans mag ja die westeuropäische Pressefreiheit ganz ernsthaft als ungerecht empfinden und würde sich bei Putin oder Lukaschenko vielleicht wohler fühlen.

Doch Freiheit lässt sich lernen, Demokratie desgleichen, Neonazis oder Islamisten stehen da nicht unter Naturschutz.

Demokratie ist eine Zumutung.

115. Der Koran … wurde geoffenbart. Er geht von einem Gemeinwesen – der Umma – aus, das die richtige »Umwelt« für eine gedeihliche Entfaltung des Islam gewährleistet. Unmittelbar aus dem Koran … lassen sich tatsächlich nur drei Elemente isolieren: das Präsidialprinzip … (Kalif, Emir) …, das Konsultationsprinzip … (Schura), das Prinzip des Islam als Staatsreligion, [was] erfordert, dass das Staatsoberhaupt Muslim ist und die gesamte Rechtsordnung am Koran als oberstem »Grundgesetz« ausgerichtet wird, natürlich auch hinsichtlich des Minoritätenschutzes.

Hofmann ist als ein in der Wolle gefärbter Fundamentalist nicht in der Lage, wissenschaftlich zu bleiben. Der Koran wurde nicht geoffenbart, Muslime müssen nach orthodoxer Auffassung glauben, er sei geoffenbart worden. Viele Nichtmuslime oder Ex-Muslime haben wenig Lust, den Koran zu lesen, der mit seiner schier endlosen Reihung an Mahnungen und Drohungen beim weitgehenden Verzicht auf Narrativität, auf wenigstens kürzeste Geschichten, für in der kulturellen Moderne (eben nicht: „im Okzident“) angekommene Menschen im Vergleich zu indischen, jüdischen zoroastrischen oder christlichen religiösen Texten nicht besonders attraktiv ist. Dem Koran und auch den meisten Texten des Sufismus fehlt nahezu jede, Erkenntnisschritte begünstigende Tiefe etwa des altchinesischen Tao Te King oder der vorsokratischen griechischen Naturphilosophie völlig.

Wie fürsorglich, dass Murad Wilfried Hofmann seit 1992 um die „Minoritäten“ (Dhimmis) so rührend besorgt ist. Im Scherz: Da kann ich als Nichtmuslim in einer künftigen Islamrepublik Deutschland ja ohne Sorge sein, und „Staatsoberhaupt“ (Hofmann präzisiert: „Kalif, Emir“) muss ich ja nicht unbedingt werden.

Im Ernst: Hofmann verstößt gegen das Grundrecht, welches jedem, auch dem „Dhimmi“, aktives und passives Wahlrecht einräumt.

117. Gleichheit vor dem Gesetz [in Nordamerika und Europa]. Im Vergleich dazu ist das Klima im Islam eher qualifikationsgläubig und damit anti-populistisch geblieben.

Wir finden die Gleichheit vor dem Gesetz gar nicht so schlecht. Der frühmittelalterliche Gott Allah, Religionsstifter Muḥammad und das im Hochmittelalter betonhart ausgeformte islamische Recht der Scharia sehen das freilich anders und kultivieren eine Ungleichheit vor dem Gesetz.

Im islamisch geprägten Teil der Erde überwiegen doch wohl leider nach wie vor Stammesdenken, dynastisches Denken, folglich Nepotismus und andere Korruption, des weiteren Kriecherei, Hofschranzentum, Pfründevergabe und gewaltsame Unterdrückung, und solange diese Staaten den Islam nicht aus der Politik und dem Recht herausdrängen, wird das auch so bleiben.

In den nicht rechtsstaatlich geprägten Metropolen Kairo und Islamabad etwa werden Verbrechen an Christen besonders häufig nicht strafrechtlich verfolgt, ihr echtes oder angebliches Fehlverhalten wird mit sadistischem Genuss angeklagt, ihre Aussage wird auf Polizeistationen bisweilen nicht ernst genommen, Enteignungen kommen ebenso vor wie Tochterraub und Zwangskonversion, Kinder eines männlichen Muslimen mit einer Koptin werden ohnehin nach Allahs Gesetz vom männlichen Clan verwaltet.

Wer mit dem saudi-arabischen Herrscherhaus verwandt oder befreundet ist, kann auf milde Strafen hoffen, das bedeutet dort auf ausbleibende Peitschenhiebe oder ausgesetzte islamrechtliche Tötung. Und während sich Ex-Muslime nach Europa flüchten, freut sich Murad Hofmann darüber, dass die derzeitige orientalische Rechtskultur nicht „populistisch“ ist, sondern „spirituell“. Menschen wie Hofmann behindern den Orient an einer Demokratisierung.

121. Mit Programmpunkten wie „Der Koran ist unsere Verfassung“ (Hasan al-Banna) und Thesen wie „Es gibt nur zwei Parteien: Die Partei Allahs und die Partei Satans“ oder „Alle Souveränität liegt bei Allah (al-hakimiyya li-llah“) ist analytisch wenig anzufangen, solange das jeweilige Verständnis von »Scharia« vage bleibt. Leider habe ich Anlass zu dem Verdacht, dass selbst maßgebliche Vertreter der Reformbewegungen mit „Einführung der Scharia“ nicht die auf koranisches Recht beschränkte Scharia meinen, sondern das gesamte Rechtsgebäude der islamischen Orthodoxie des 14./15. Jahrhunderts.

Hofmann macht auf korantreu. Mit „Reformbewegungen“ meint unser gottesfürchtiger Ex-Diplomat die Anhänger von Sayyid Abū-l Aʿalā al-Maudūdī (1903-1979), Sayyid Quṭb (1906-1966), Ḥasan al-Bannā (1906-1949) und seiner von ihm gegründeten Muslimbruderschaft sowie die Parteigänger des türkischen Islam-Ideologen Necmettin Erbakan, vier Islamisten, von denen sich der bekennende Koranleser auch an dieser Stelle in keiner Weise distanziert.

Wie alle schariatreuen Muslime betrachten sich auch die gegenmodernen, antidemokratischen Islamisten des zwanzigsten Jahrhunderts als die gemeinschaftsgewordene Gegenwart der Urgemeinde des siebten Jahrhunderts. Folgerichtig nennt Mustafa Cerić die „Weltanschauung“ (sic!) der Scharia „perpetual, not negotiable and not terminable“ – immerwährend, unverhandelbar und nicht beendbar (6).

Die Scharia ist selbstverständlich eine menschliche Kulturleistung, leider eine des kulturellen Rassismus und der „ewigen, unverhandelbaren“ (Eugen-Biser-Preisträger Cerić) installierten Frauenentwürdigung und Frauenentrechtung. Noch nicht einmal die „Schließung der Tore des Idschtihad“ problematisiert Hofmann, der sich damit, weil er nicht behaupten kann, vom Islam keine Ahnung zu haben, als Anhänger des großen Theokraten al-Ghazali (Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, 1058-1111) erweist.

Ein bekennender Gegner oder auch nur Kritiker an Abū Ḥāmid al-Ġazālī und dessen šarīʿa-Begriff würde jedoch aus dem Scharia-Aufsichtsrat der bosnischen Bank gefeuert, müsste vor seinen jordanischen „Brüdern“ aus der Ahl al-Bayt Foundation for Islamic Thought davonlaufen und bei den Ex-Muslimen um Zuflucht bitten. Das ist dem alten Diplomaten dann doch zu stressig, und so erzählt uns Onkel Murad das Märchen von den vielen kleinen Scharien. Oder sagt man Scharias?

128 [Islamische Marktwirtschaft, Zinsverbot] Das Prinzip des zinslosen Geld- und Kapitalverkehrs bzw. Banksystems … Um so gebannter schauen die Muslime in Richtung Islamabad, ar-Riad, Kartum und Teheran. Muss es nicht EINEM gelingen, eine effiziente Wirtschaft mit sittlichem Gesicht, eine Wirtschaft für den Menschen, zustande zu bringen?

Kann ein deutscher Diplomat tiefer fallen, als das den männlichen Apostaten tötende System von Saudi-Arabien oder das Ehebrecherinnen steinigende, Gotteslästerer ermordende Regime in Teheran als „sittlich“ und als Lebensform „für den Menschen“ zu verteidigen?

Im Jahre 2007 wurden in Saudi-Arabien 153 Männer und 3 Frauen hingerichtet. In der Tat, der Prophet Muḥammad und der Ex-Botschafter Hofmann zeigen uns ihr wahres „sittliches Gesicht“ (7). Der Leser mag Interesse haben, jetzt einmal sowohl die Szenen des allahgottesfürchtig-frommen Auspeitschens zu betrachten (8) als auch das Gesicht des gestrengen Zivilisations- und Kapitalismuskritikers (9). Töten für Allah.

146. Es gibt im Islam praktisch keinen rechtsfreien Raum.

Das stimmt, verwirklichte Scharia ist alles andere als ein Ort der Beliebigkeit, Schlampigkeit oder Genussucht. Der Islam als totalitäre Lebensordnung ist wesentlich mehr als eine Religion nach Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes. Er will das Grundgesetz für die Angehörigen seines Religionsvolkes zur Seite schieben oder jedenfalls teilweise außer Kraft setzen, zunächst die frauenfeindliche Imam-Ehe (nikaḥ), die stets mit etwas Zwang ausgestattete arrangierte Ehe (Boos-Nünning), die islamische Zwangsehe (walī muǧbir), das Heiratsalter für Mädchen (9-13 oder älter), die Mehrzahl der Ehefrauen und das Herrschaftszeichen Kopftuch (ḥiǧāb) betreffend.

Wir Bundesbürger dürfen in Kenntnis der ewigen (Hofmann, Cerić) islamischen Entrechtung der Nichtmuslime und der muslimischen Frau den zitierten Satz allerdings präzisieren: Es gibt im Islam keinen unrechtsfreien Raum.

Deutschland hat die Muslime zu integrieren, nicht den Islam.

Jacques Auvergne

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(2) Scholars of high repute with extensive experience in law, economics and banking systems and specialising in law and finance as prescribed by Islamic Sharia make up the DIB’s Fatwa & Sharia Supervision Board.

http://www.dib.ae/en/shariaboard.htm

(3) Dubai Bank. Alle weiblichen Angestellten, auch die nichtmuslimischen Frauen, müssen ab sofort den den Gesichtsschleier (niqab, hier: shailah) über dem Ganzkörperschleier (hidschab, hier: abaya) tragen: „Our bank is Islamic and must follow Sharia in all respects, which will satisfy our clients“

http://www.gulfnews.com/nation/General/10342385.html

(4) Dubios: „Verein für multikulturelle Ereignisse e.V.“

http://www.mk-ev.de/

(5) Hanau 30.11.2007: ηὕρηκα – Heureka! Islamist Hofmann fliegt raus:

http://www.shia-forum.de/lofiversion/index.php?t10708.html

(6) Mustafa Cerić: »The challenge of a single Muslim authority in Europe«

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(7) Des nach Jahrzehnten des Aufenthalts in Nordafrika nach Mitteleuropa heimgekehrten Diplomaten “sittliches, menschliches Gesicht”

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_Saudi-Arabien

(8) Auspeitschung in Saudi-Arabien

http://img.dailymail.co.uk/i/pix/2007/11_03/SaudiFlogCPS_468x339.jpg

Auspeitschung in der Region Swat, Pakistan

http://www.thememriblog.org/image/6029.JPG

Auspeitschung in Irgendwo, Scharia braucht keinen Ort

http://1.bp.blogspot.com/_QfVWU-2pVL4/SfoXdPu0FCI/AAAAAAAAF2Y/-6ar1Uqg5Zs/s1600/lashing.jpg

(9) Gesicht eines Islam(aktiv)isten. Murad Wilfried Hofmann

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Murad_Wilfried_Hofmann.JPG

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Eine Antwort to “Allahs Diplomat”

  1. Dwarslöper Says:

    Muslimbruderschaft – IESH Château Chinon – Berlin – INSSAN – Ibrahim El-Zayat – Ferid Heider
    ::

    Aspekte der Demokratiegefährdung in Berlin-Mitte und Möglichkeiten der Intervention

    Autorinnen und Öffentlichkeitsvertretung: Claudia
    Dantschke, Claudia Luzar

    http://www.fes.de/BerlinerAkademiegespraeche/publikationen/islamundpolitik/documents/Studie-Berlin-Mitte_Nachfolgestudie_ZDK-2007.pdf

    [ dort ab Seite 20 ]

    3.1.2.
    Das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung – IZDB Im Frühjahr 2004 trat in Berlin ein scheinbar neuer Verein mit Sitz in der Weddinger Drontheimer Straße 32a an die Öffentlichkeit und mauserte sich in kürzester Zeit zu einem bevorzugten Kooperationspartner kommunaler Einrichtungen …

    Am 19. September 2004 fand, wie bereits im Jahr zuvor, die Jahrestagung der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland – IGD“ in Berlin statt …

    In dieser Pressemappe gibt die IGD auf der letzten Seite unter der Rubrik „Kontakt“ folgendes bekannt:

    Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)
    Hauptsitz:
    IZ München; Wallner Straße 1-5;
    München

    und gleich darunter:

    Sekretariat und Öffentlichkeitsarbeit
    Zentrum für Dialog und Bildung, Drontheimer Straße 32a,
    Berlin.

    Demnach handelt es sich also um den zweiten Sitz der IGD in Deutschland, was der Verfassungsschutz Berlin in seinem Bericht für das Jahr 2004 auch entsprechend vermerkt, schließlich wird die IGD seit Jahren von den Landesämtern und vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und unter der Rubrik „Muslimbruderschaft – MB“ eingeordnet. …

    Im Jahresbericht 2006 sind zwar nach wie vor die IGD als Dach der Muslimbruderschaft in Deutschland und das „Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e. V.“ [ IKEZ ] als Berliner Zentrum aufgeführt, as IZDB hingegen fehlt plötzlich. …

    Der Verein „Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung – IZDB“ wurde bereits am 10.10.2000 unter dem Namen: „Arabisches Kulturzentrum e.V.“ mit der Vereinsadresse Elsterstr. 50, 12059 Berlin gegründet. Laut Vereinsakte waren 10 Personen anwesend, die einstimmig Eid Freijie (geb. 1940), Ahmet el Haj Hussein (geb. 1962) und Saoussan Dahehé (geb. 1974) zum Vorstand wählten. Die am 10.10.2000 errichtete und in diesem Punkt bis heute unveränderte Satzung des Vereins IZDB enthält im Paragraphen 10, Auflösung des Vereins, folgende Festlegung: „… fällt das Vermögen an die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V., Wallnerstr. 1-5, München“. Die IGD ist also die begünstigte Organisation.

    Am 6.11.2001 wird die Satzung des Vereins in Bezug auf den Paragraphen 1, Name und Sitz des Vereins, geändert. Der Verein nennt sich nun nicht mehr „Arabisches Kulturzentrum“ sondern „Insan Kulturzentrum e.V.“ [ vgl. FN23 „Insan mit einem S. Etwa zur gleichen Zeit (Herbst 2001) wird der Verein Inssan (mit zwei S) gegründet (nach einem Jahr Vorbereitungszeit findet am 25. Oktober 2002 die offizielle Gründung statt).“ ], die Vereinsadresse ist nun identisch mit der Adresse des Vorstandsmitgliedes Haj Hussein und lautet Puttkamer Str. 23. …

    Gefördert durch den Jugendtreff Assalam e.V. und das IZDB wurde 2007 eine Vortragsreihe für Brüder und Schwestern im IZDB gestartet. Es geht dabei um mehrstündige Vorträge zu verschiedenen islamischen Themen. Referenten sind die beiden „Jugendreferenten“ Esma Bilekkaya-Salih und Ferid Heider, der z.B. am Samstag, den 24.03.2007, zum Thema „Islam zwischen Sunnah und Erneuerung!“ vortrug. Ferid Heider ist Imam im Neuköllner IKEZ, wird im Handbuch für die Lokalkreise der Muslimischen Jugend (MJD) als Referent empfohlen und soll nun im IZDB wie auch im IKEZ die Jugendarbeit in Form von „Jugendclubs, Gesprächskreisen und Ausflügen“ organisieren, …

    [ letztes Zitat aus Seite 26 ]

    ::
    ::

    Der Tagesspiegel:

    „Zusammen mit Vertretern anderer Religionen organisierte Inssan eine Woche nach den Londoner Anschlägen ein Friedensgebet in der britischen Botschaft.“ (01.08.05)

    „Die gemeinsame Sprache der rund 40 aktiven Vereinsmitglieder aus Arabien, der Türkei oder aus Frankreich ist Deutsch. Und das soll sie auch für die vielen anderen Muslime in Berlin sein, fordert Nofal. Sie will auf die Ausländer im Land Druck machen: „Die Sprache ist das wichtigste Instrument.“…Sätze und Ansichten, wie sie auch von der ehemaligen Ausländerbeauftragten…Barbara John immer wieder geäußert wurden. John hält auch viel von Inssan. Sie soll im September in den Beirat des Vereins gewählt werden.“ (25.07.03)

    „Beim Inssan-Festival in Tegel feierten Tausende Muslime. Und das freute auch die Politik.“ (11.09.06)

    „Inssan plant zur Gewaltprävention das Schulprojekt „Peaceful Minds“ und hofft auf die Unterstützung des Senats. Sprecher Chaban Salih sagte: „Unsere Stärke ist, wir können auch religiös argumentieren.“ (31.10.06)

    http://www.inssan.de/index.php?id=5

    ::

    Einen weiteren wichtigen Schritt machte Inssan im Oktober 2004, als die langjährige Berliner Ausländerbeauftragte Prof. Barbara John, die Religionswissenschaftlerin Gerdien Jonker, der geistliche Rektor der Katholischen Akademie Dr. Ernst Pulsfort, der ehemalige taz-Chefredakteur Thomas Hartmann und der Leiter des Berliner Büros der Hilfsorganisation Islamic Relief Ismet Misirlioglu den Inssan-Beirat gründeten, der den Verein berät und unterstützt.

    http://www.inssan.de/index.php?id=2

    ::

    Beirat

    Der Inssan-Beirat besteht aus namenhaften Berliner Persönlichkeiten, die zwei Mal im Jahr zusammenkommen, um den Vorstand bei seiner Vereinsarbeit zu beraten und zu unterstützen. Die Mitglieder des Beirats sind:

    Prof. Dr. Barbara John:

    Die ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte schrieb einmal über Inssan: „Dieser Gruppe geht es darum, die Bindungen von Muslimen zu einem heimatorientierten Islam zu überwinden. Inssan versteht den Islam als eine Religion, die sich in Deutschland verwurzeln soll und sich selbstverständlich mit demokratischen Spielregeln vereinbaren lässt.“
    Michael Freiberg:

    Der CDU-Politiker ist Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses und war lange Jahre stellvertretender Bezirksbürgermeister und Stadtrat von Neukölln, einem Bezirk mit hohen Anteil von Muslimen. Schon in dieser Zeit setzte er sich immer wieder für Inssan im Stadtteil ein.
    Thomas Hartmann:

    Er war der erste Chefredakteur der taz. Heute organisiert er kulturelle Veranstaltungen. Für Inssan stellt er immer wieder Kontakte in die Kulturszene oder auch zu Journalisten her.
    Ismet Misirlioglu:

    Er leitet das Büro der Hilfsorganistion Islamic Relief und war einer der Mitinitiatoren des Runden Tischs der muslimischen Organisationen in Friedrichshain-Kreuzberg.

    http://www.inssan.de/index.php?id=33

    ::

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