Mina Ahadi beim Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat und die Politreligion

Von Mina Ahadi und Gabi Schmidt, 16. Juli 2010

Gabi Schmidt:

Am 14. Juli 2010 erschien bei blog.zeit.de aus Anlass der vom Wissenschaftsrat (WR) organisierten Kölner Tagung Islamische Studien in Deutschland (1) ein Artikel des Journalisten Jörg Lau mit dem Titel Begegnung bei einer Islam-Konferenz (2), der beispielhaft für die derzeitige, anspruchslose journalistische Kultur der Berichterstattung durch Opportunisten und Claqueure ist.

Zwar hat Lau, wie er selbst schreibt, sich als einer der Moderatoren der Veranstaltung mit Lob oder Kritik zur Konferenz tatsächlich zurückzuhalten, aber ein wertneutraler Bericht über eine derart außergewöhnliche wie auch folgenreiche Arbeitstagung wäre doch sicherlich möglich gewesen. Immerhin ging es um die Wunderwaffe der Integration, das Allheilmittel gegen die Etablierung von Parallelgesellschaften, nämlich den Aufbau theologisch orientierter Islamischer Studien an zwei oder drei – oder doch vier? – vom Steuerzahler mitfinanzierten deutschen Hochschulen und um die Lehrerausbildung für den flächendeckenden bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

Stattdessen zog es der Publizist vor, über „Begegnungen bei einer Islam-Konferenz“ zu parlieren, die in dieser Freiheit, Offenheit und Vielfältigkeit nur noch in Europa zu realisieren seien. Der Grund warum ein solch fruchtbarer, multikultureller Austausch beispielsweise im Nahen Osten, in Nordafrika oder Pakistan nicht möglich ist, scheint den Autor nicht sonderlich zu interessieren. Dass ein gleichberechtigter, wertschätzender Dialog in islamischen Ländern wegen des mehr oder weniger starken Schariabezugs Utopie bleiben muss und selbst in der einst laizitären Türkei durch eine starke Reislamisierung erschwert wird, tangiert den außenpolitischen Korrespondenten der ZEIT nicht. Vielmehr marginalisierte und diskreditierte der Publizist in sehr unsachlicher und überheblicher Manier die durchaus vorhandenen kritischen Stimmen, die beispielsweise gegenüber dem Veranstaltungsgebäude zu einer zweitägigen Gegendemonstration aufgerufen hatten. Zu den autochthonen und allochthonen Protestlern gehörte der Zentralrat der Ex-Muslime, der HINTERGRUND-Verlag, der Verein für Aufklärung und Freiheit (VAF) sowie der gemeinnützige Verein für Sprach- und Lernförderung I.so.L.De, die von einer Gruppe säkularer GRÜNER unterstützt wurden, darunter auch ein bekannter Alevit, der den Islam genau kennt.

Die Vorsitzende der Ex-Muslime, Mina Ahadi, und ein Vertreter der sich solidarisierenden Organisationen, der sich als staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge beständig mit dem Thema Integration befasst, durften nach Absprache mit dem Veranstalter insgesamt zehn Minuten vor dem versammelten Auditorium ihre fundierten Bedenken und Kritik vortragen. Das aber entlockte dem Preisträger des Ernst-Robert-Curtius-Förder-Preises der Universitätsgesellschaft Bonn – Freunde, Förderer, Alumni e.V., der auch mit dem Medienpreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern geehrt wurde, nur die gelangweilte Bemerkung, dass wieder einmal vor der Islamisierung gewarnt wurde.

Den zweiten Redner unterschlug der Berichterstatter gleich ganz, dabei ist es der Rede wert, dass uns in Europa nach dem Vorbild Indonesiens, Indiens oder Ägyptens eine Rechtsspaltung in Grundrecht und Schariarecht droht, die zuerst das Familienrecht (Polygamie, Heiratsalter) und das Personenstandsrecht (Imam-Ehe, Talaq) betreffen und später das ethnoreligiös differenzierte Erbrecht der grundgesetz- und menschenrechtswidrigen islamischen Rechtsordnung mit einbeziehen wird, wenn wir den Prozess nicht stoppen. Es darf in Europa keine Scharia-Gerichte geben (3). Anders als Mustafa Ceric darzustellen versucht, ist die Scharia keine legalisierbare „Weltanschauung“, kein Way of Life.

Gabi Schmidt

Mina Ahadi:

Um was geht es, was habe ich in den mir „großzügig“ eingeräumten sechs Minuten im Plenarsaal vor dem Wissenschaftsrat gesagt:

Eine von der Bundesregierung mitgetragene Konferenz, auf der man bereit war, mit dem iranischen Ex-Präsidenten und gottesfürchtigen Sympathisanten der Steinigung Mohammad Chatami sowie mit dem bosnischen Parteigänger der Scharia und ECFR-Scheich Mustafa Ceric zu debattieren, ist ein Skandal. In der Amtszeit von Chatami sind zwanzig Menschen gesteinigt worden. Ceric, Bosniens Großmufti, beansprucht die zentrale, verbindliche „religiöse“ Führung über alle Muslime Europas (The Challenge of a single Muslim authority in Europe (4)) und wünscht sich ein islamisches Familienrecht (opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law (5)).

Über eine für Lau irgendwie anregende Begegnung mit einer Referentin aus Israel, Sarah Stroumsa, wusste der Journalist wiederzugeben, dass es für die Professorin in Israel und Indonesien nicht und in Marokko sowie in der Türkei nicht mehr möglich sei, völlig frei über den Islam zu diskutieren. Nur in Europa könne man noch uneingeschränkt diskutieren (6)). Über die Gründe, warum das so ist, ließ Lau den Leser im Unklaren. Ob sie als israelische Staatsbürgerin nicht einreisen darf oder ob sie befürchtet, als Islamkritikerin bedroht zu werden, wird dem Leser vorenthalten. Dass der organisierte Islam einer jeden Kritik gegenüber intolerant ist und Gegner der Scharia bedroht oder ermordet, scheint für Herrn ohne Bedeutung zu sein.

Sehr geehrter Herr Lau, ich frage Sie, was ist in Köln beschlossen worden, was plant die Deutsche Bundesregierung? Wer war dort aktiv, welche Rolle haben die durchweg gegenmodern orientierten islamischen Organisationen dort in Köln am 13. und 14. Juli gespielt? Was sagt die Bundesregierung zur „ewigen“ Scharia und zur islamischen „auf Zeit und Raum bezogenen“ Rechtssprechung der frauenfeindlichen Scharia?

In Köln lag ein Buch der Organisatoren der Veranstaltung (WR) aus, in dem festgestellt wird, dass die Menschen in unserer Zeit wieder mehr Sehnsucht nach Religiosität und religiöser Rechtleitung haben. Damit will man der Bevölkerung klar machen, dass Islamische Studien an die Universitäten gehören, um religiöse Autoritäten kompetent auszubilden. Als ob ein Molla oder ein Pastor „Religion“ propagieren und „erfolgreich“ verbreiten könnte. Was die christliche oder islamische Geistlichkeit im Angebot hat, ist ein System der Macht und der Abhängigkeit. Die Toleranz oder inzwischen die Begeisterung für das Religiöse, auch für den Islam, wird weitergehen, bis die brutale Scharia vollumfänglich kommt. Wenn CDU und CSU die Einmischung der Religion in Politik und Schulpolitik fordern, dann erstarken auch die Islamisten. Eine ungehemmt proreligiöse deutsche Regierung wird kein Problem damit haben, die rechtsspaltende Scharia auch hierzulande zu akzeptieren und wird Mustafa Ceric gerne als Gast einladen. Wenn dann noch Jörg Lau die Moderation übernimmt, haben sich die richtigen Akteure gesucht und gefunden, passt alles sehr harmonisch zusammen, nur von der Demokratie bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Bemerkenswerterweise hat Jörg Lau keine Allergie gegenüber der Lobby des politischen Islam, reagiert aber auf Islamkritik stark allergisch …

Mein Redetext war sinngemäß der folgende:

Ich bin Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE). Bei diesem, meinem ersten Satz allerdings standen alle Islamisten auf, auch die geschätzten Herren um Aiman Mazyek oder Bekir Alboga, verließen den Saal und strömten ins Treppenhaus. Hier gehen sie also aus dem Raum, und in Ländern wie dem Iran, wo sie an die Macht gekommen sind, lassen sie uns keine Möglichkeit mehr zu reden, bedrohen uns und schrecken vor Morden nicht zurück. Dort wird bereits alles in die Tat umgesetzt, was in Europa jetzt noch als islamische Theorie oder islamische Theologie schöngeredet wird.

Die Verbandsvertreter haben uns mit ihrer Fluchtreaktion deutlich gemacht, wie sie gewillt sind, mit Kritik und Kritikern umzugehen. Dass die Islamisten und Islamfunktionäre aufgestanden und weggegangen sind, ist sehr undemokratisch, sie hätten sitzenbleiben und zuhören sollen, was wir beide zehn Minuten lang zu sagen hatten.

Ich sagte weiter: Meine Damen und Herren, wir veranstalten gerade dort draußen vor der Türe eine Demonstration, und wir sagen ihnen hiermit: Wer den richtigen Islam kennen lernen möchte, der kann bei uns vorbei schauen und sich informieren. Aktivierter Islam, installierter, etablierter Islam heißt Steinigung, Frauenfeindlichkeit und Pressezensur.

Unsere Kritik am Scharia-Islam ist: Religion muss Privatsache bleiben, jede Form der Einmischung der Religion in die Gestaltung der Politik und auch in die Bildungspolitik ist falsch. Seit zehn Tagen kämpfen wir gegen das Steinigungsurteil, das gegen Sakine Mohammadi Ashtiani verhängt worden ist, Anklagepunkt war außerehelicher Sex. Heute möchte ich auch zu Ihnen über Sakine und ihre Kinder sprechen, denn wenn der Islam erst einmal Macht hat, werden auch die Islamkritiker oder Ex-Muslime auch in Europa so brutal angegriffen und das ist ein großes Problem.

Ich sage immer: Alle Religionen sind frauen- und menschenfeindlich. Ich versuche seit mehreren Jahren, das hier in Deutschland zu erklären, aber die Deutsche Regierung ist gegenüber der Tatsache taub, dass der heutige Islam eben nicht nur eine reine Religion ist, sondern ein Political Movement, eine politische Bewegung. Und deswegen muss man in Zukunft mit dem Islam viel kritischer sein, um unsere Bürgerrechte und universellen Menschenrechte zu bewahren. Islam heute bedeutet Mord, Hinrichtung, Steinigung und Frauenunterdrückung.

Die islamische Bewegung hat spezifische Zeichen oder Symbole wie das Kopftuch und den Hidschab oder die Burka, diese Textilien sind regelrecht eine Flagge dieser Bewegung und auch die realen Steinigungen bekunden den Machtanspruch und haben den Charakter religiöser Verkündigung. In Deutschland sind die politischen islamischen Organisationen und ist der politische Islam sehr aktiv, gerade auch mit den Kopftuchdebatten. Natürlich, wir haben in Deutschland keine drohende Steinigung, aber haben anonyme Morddrohungen und haben bereits eine große Einflussnahme der Islamisten auf Politik, Presse und Verwaltung.

Ich kritisiere die Deutsche Regierung und sage: Diese Politik ist falsch und gefährlich, die Zusammenarbeit mit Islamisten und Schariafreunden muss beendet werden. Ich betone: Wir sind Menschen, die aus verschiedenen so genannten islamischen Ländern hierher gekommen sind, um frei zu leben. Wir möchten nicht erleben, dass auch hier das Schariagesetz die Menschen, zumal die Frauen, unmündig und unfrei hält. Wir möchten hierzulande kein Shariah Law. Ich betone: Frauenrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind universal. Es darf also keine Kooperation mit den Islamisten geben, dem politischen Islam darf keine Macht gegeben werden, denn das wäre gegen unseren Wunsch, und wir wollen die kulturell moderne Welt und die freie Wissenschaft. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Das sagte ich im Saal. Herr Lau und die anwesenden Damen und Herren, die sich mit den dort anwesenden kopftuchtragenden Frauen unterhalten haben, wissen nichts über den realen Islam oder versuchen ein geschöntes, ein unwahres Bild zu verbreiten, beispielsweise, in dem sie die unterdrückte Situation der Frauen in den so genannten islamischen Ländern verharmlosen. Die Frauen im Islam leiden unter Geschlechterapartheid, Kopftuchzwang und unter der patriarchalischen Gesetzgebung der Scharia. Ich habe den Eindruck, dass es einigen der Damen und Herren im Saal gar nicht um Religion ging, sondern um Pfründe, um ein hohes Einkommen, das eine Elite von Islamverharmlosern mittlerweile erzielen kann. Einige dieser Damen und Herren haben den Job, den frauenfeindlichen Islam und die aggressive islamische Bewegung schön zu färben.

Mina Ahadi

(1) Wissenschaftsrat, Tagungsprogramm ohne die Namen Chatami, Zakzouk und Ceric, da „aktualisierte Fassung“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Islamprogramm_koeln.pdf

(2) Jörg Lau am 14. Juli 2010, auf: blog.zeit.de: Begegnung bei einer Islam-Konferenz

http://blog.zeit.de/joerglau/2010/07/14/begegnung-bei-einer-islam-konferenz_4011

(3) Islamic Sharia Council, London

http://www.islamic-sharia.org/

(4) Ceric: The challenge of a single Muslim authority in Europe, European View, 12/2007, Center for European Studies

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(5) Ceric: A Declaration Of European Muslims

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

(6) Sarah Stroumsa

Professor Sarah Stroumsa of the departments of Arabic Language and Literature and of Jewish Thought, The Hebrew University Of Jerusalem

http://pluto.huji.ac.il/~stroums/cv.htm

Zu Sarah Stroumsa berichtet man am 08.07.2008 bei den CFHU, Canadian Friends of the Hebrew University: “This is the first time in the Hebrew University’s history that a woman has been elected as rector. Starting October 1, Prof. Stroumsa will replace Prof. Haim D. Rabinowitch, who has served in the position for the past seven years.”

http://www.cfhu.org/node/507

Auf das neue Buch von Sarah Stroumsa, Maimonides in His World, freut man sich bei The Book of Doctrines and Opinions: notes on Jewish theology and spirituality:

http://pluto.huji.ac.il/~stroums/cv.htm

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4 Antworten to “Mina Ahadi beim Wissenschaftsrat”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Hans-Peter Raddatz über das Kopftuch, Marieluise Beck und den islamischen Feminismus. „Er warnt vor der Unterwanderung des demokratischen Rechtsstaats durch die Scharia – und vor den Gutgläubigen mit ihren süssen Träumen von Multikulti.“

    Weltwoche vom 15.04.2004, »Islam bedeutet Frieden? Unfug!«

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2004-16/artikel-2004-16-islam-bedeutet-frieden-unfug.html

    Weltwoche: „Herr Raddatz, Sie plädieren in Ihren Publikationen für eine Verbannung des islamischen Kopftuchs aus der Schule. Weshalb?“

    Raddatz: „Das Kopftuch signalisiert, dass wir es mit zwei Klassen von weiblichen Wesen zu tun haben. Die, die es tragen, sollen religiös und moralisch besser sein als die, die es nicht tragen.“

  2. Jacques Auvergne Says:

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    Mobben für Allah: Berlins Schulen und die Hisba

    [ Zitat ]

    An vielen innerstädtischen Schulen sind Konflikte unter Schülern mittlerweile religiös motiviert. Da werden Mitschüler unter Druck gesetzt, wenn sie sich nicht an den islamischen Fastenmonat Ramadan halten. Auch antisemitische Äußerungen gehören für viele Lehrer zum Schulalltag. „Es gibt bereits heute viele Beispiele von religiösem Mobbing an Schulen“, hatte jüngst eine Neuköllner Schulleiterin gesagt. Nun macht erneut ein Vorfall mit antisemitischer Tendenz die Runde. Dieses Mal geht es um verstörende Vorfälle an Paul-Simmel-Grundschule im östlichen Tempelhof. Es geht um Todesdrohungen unter Kindern.

    Diese Schule besucht auch die Tochter eines heute 41-Jährigen, der anonym bleiben möchte. „Unsere Tochter wurde von muslimischen Schülern angepöbelt, weil sie nicht an Allah glaubt“, sagt der Mann im Gespräch mit der Berliner Zeitung.

    Bereits seit etwa drei Jahren kommt es in der Schule zu religionsmotivierten Vorfällen, führt er aus. Zuletzt Ende Februar. Die schmächtige Tochter sei von einem Mitschüler gefragt worden, ob sie Jüdin sei, berichtet der Vater. Da ein Elternteil jüdischer Herkunft ist, habe sie das bejaht, woraufhin der Schüler das Wort „Jude“ mehrfach in bedrohlichem Tonfall wiederholt habe.

    Bei einem früheren Vorfall – bei dem die Mitschüler vom jüdischen Elternteil noch gar nichts wussten – sei seine Tochter sogar mit dem Tode bedroht worden. Der körperlich deutlich überlegene Schüler habe der damaligen Zweitklässlerin gesagt, sie solle geschlagen und anschließend umgebracht werden, weil sie nicht an Allah glaube. „Wir Eltern wurden von dem Mitschüler als Dummköpfe beschimpft, weil wir unsere Tochter nicht im Glauben an Allah erziehen“, sagt der Vater. Bereits vor etwa drei Jahren war dem Mädchen nach Angaben ihres Vaters Ähnliches widerfahren. Wer nicht an Allah glaube, werde verbrannt, hätte eine Mitschülerin dem Mädchen klar gemacht. (…)

    Der langjährige Schulleiter Thomas Albrecht bestätigt, dass die Vorfälle ihm bekannt seien und ernst genommen würden. (…)

    Auch die Bildungsverwaltung weiß lange Bescheid. In den nächsten Tagen werde es ein Treffen mit Eltern, Schulleiter und Schulaufsicht geben. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt Beate Stoffers, Sprecherin von Senatorin Sandra Scheeres, nun. Bisher wurde geredet, der Junge besucht weiter die Schule. (…)

    [ Zitatende ]

    Von Martin Klesmann | Religiöses Mobbing Zweitklässlerin von Mitschüler mit dem Tode bedroht | Berliner Zeitung | 24.03.2018

    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/religioeses-mobbing-zweitklaesslerin-von-mitschueler-mit-dem-tode-bedroht-29916888

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    Sandra Scheeres

    Sandra Scheeres (* 15. Februar 1970 in Düsseldorf) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie war von 2006 bis 2016 Mitglied des Abgeordnetenhauses und war vom 1. Dezember 2011 bis Dezember 2016 Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin. Seit Dezember 2016 amtiert sie als Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, da der zuvor in ihrer Verwaltung verankerte Bereich der Wissenschaftspolitik in die Berliner Senatskanzlei integriert wurde.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sandra_Scheeres

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    05.12.2017 – Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sprach sich gegenüber der Berliner Morgenpost erneut für das Neutralitätsgesetz aus. „Das Berliner Neutralitätsgesetz behandelt alle Glaubens- und Weltanschauungsrichtungen unterschiedslos, es gibt kein alleiniges Kopftuchverbot“, betonte Scheeres.

    https://www.morgenpost.de/berlin/article212737439/Rot-Rot-Gruen-streitet-ueber-Lehrerinnen-mit-Kopftuch.html

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  3. Jacques Auvergne Says:

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    Zur Verteidigung der freien Debattenkultur an Universitäten

    Resolution des 69. DHV-Tages 2019 in Berlin

    Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Debattenkultur an Universitäten. Die insbesondere im anglo-amerikanischen Hochschulraum zu beobachtende Entwicklung, niemandem eine Ansicht zuzumuten, die als unangemessen empfunden werden könnte, verbreitet sich auch in Deutschland. Im Streben nach Rücksichtnahme auf weniger privilegiert scheinende gesellschaftliche Gruppierungen fordern einige Akteure das strikte Einhalten von „Political Correctness“. Sie beanspruchen aber zugleich die Definitionshoheit darüber, was eine Grenzüberschreitung ist. So fühlen sich einige Studierende schon verletzt, wenn an einer Universität eine Professorin bzw. ein Professor oder eine öffentliche Person mit Thesen auftritt, die der eigenen (politischen) Auffassung zuwiderlaufen.

    Vor diesem Hintergrund stellt der DHV fest:

    Universitäten sind Stätten geistiger Auseinandersetzung. Die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis lebt vom leidenschaftlichen, heftigen und kontroversen Ringen um Thesen, Fakten, Argumente und Beweise. An Universitäten muss daher jede Studentin und jeder Student sowie jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse, Thesen und Ansichten ohne Angst zur Diskussion stellen können. Das Grundgesetz bindet die Freiheit der Lehre lediglich an die Treue zur Verfassung. Darüber hinausgehende Denk- oder Sprechverbote gibt es nicht. Wer die Welt der Universitäten betritt, muss akzeptieren, mit Vorstellungen konfrontiert zu werden, die den eigenen zuwiderlaufen. Zur Verkündung vermeintlich absoluter Wahrheiten taugen Universitäten nicht. Widersprechende Meinungen müssen respektiert und ausgehalten werden. Differenzen zu Andersdenkenden sind im argumentativen Streit auszutragen – nicht mit Boykott, Bashing, Mobbing oder gar Gewalt.

    Zugleich bedeutet dies auch: Unkonventionellen, unbequemen, unliebsamen Meinungen müssen Universitäten ein Forum bieten, solange es Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Thesen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind. Damit ist unvereinbar, dass sich in letzter Zeit Ausladungen von Personen häufen, die vermeintlich unerträgliche Meinungen vertreten. Soweit es sich um den Versuch handelt, die Äußerung wissenschaftlicher Auffassungen zu unterbinden, ist das einer Universität nicht würdig. Anders verhält es sich, wenn es sich um nichtwissenschaftliche Meinungen von partei- oder allgemeinpolitischen Meinungsführerinnen und Meinungsführern handelt. Insofern gibt es aus Sicht des DHV nur zwei Haltungen: Entweder die Universitäten verstehen und verhalten sich partei- und gesellschaftspolitisch weitgehend avers. Das hält der DHV für nicht richtig: Die Universität muss Teil und Forum der gesellschaftlichen Debatte sein. Ein Rückzug in den „Elfenbeinturm“ schadet ihr selbst. Oder die Universität lässt alle vom Bundesverfassungsgericht (bislang) nicht als verfassungswidrig eingestuften Parteien zu Wort kommen. Das bedeutet in einem freiheitlichen Rechtsstaat, dass die Äußerung einer nicht verfassungswidrigen, aber politisch unerwünschten Meinung nicht nur geschützt, sondern notfalls auch erst ermöglicht werden muss. Ausflüchte schaden der Universität mehr als dass sie ihr nutzen.

    Ihre wichtige Aufgabe, Debatten anzustoßen und zu strukturieren, können Universitäten nur ausfüllen, wenn sie nicht denjenigen nachgeben, die sie maßregeln wollen, am lautesten schreien, mit Gewalt drohen oder sie sogar anwenden. Für die Freiheit von Forschung und Lehre muss täglich neu eingetreten und gekämpft werden. Jede einzelne Wissenschaftlerin und jeder einzelne Wissenschaftler steht insofern in einer besonderen Pflicht. Staat und Universitäten sind dazu aufgefordert, sie dabei zu unterstützen.

    Berlin, den 9. April 2019

    Klicke, um auf Resolution_Verteidigung_der_Debattenkultur-final.pdf zuzugreifen

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    Was der Deutsche Hochschulverband will

    Der Deutsche Hochschulverband, 1950 in Fortführung des 1936 aufgelösten Verbandes der deutschen Hochschulen neugegründet, tritt für eine unparteiische Wissenschaft in einem freiheitlichen Rechtsstaat ein. Ihre grundlegenden Prinzipien sind die Freiheit und die Unteilbarkeit von Forschung und Lehre.

    Der Deutsche Hochschulverband ist Mitgestalter der Hochschul- und Bildungspolitik in Deutschland. Er vertritt die hochschulpolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der Hochschullehrer gegenüber Staat und Gesellschaft. Seine besondere Sorge gilt dem wissenschaftlichen Nachwuchs.

    Die Arbeit des Deutschen Hochschulverbandes dient sowohl dem Hochschullehrerberuf insgesamt als auch den Interessen des einzelnen Mitgliedes. Der DHV verfolgt mit Stellungnahmen und Vorschlägen die Maßnahmen der Gesetzgebung und Verwaltung.

    Der Deutsche Hochschulverband ist die umfassende Service- und Informationseinrichtung für die deutschen Universitätslehrer und den wissenschaftlichen Nachwuchs.

    https://www.hochschulverband.de/aufgaben-und-ziele.html#_

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    Leitbild des DHV

    Leitbild des Deutschen Hochschulverbandes

    Unsere Tradition, unsere Werte

    Der Deutsche Hochschulverband, 1920 in Halle als Verband der deutschen Hochschulen gegründet und 1950 in Hannover als „Hochschulverband“ neu gegründet, ist mit über 30.000 Mitgliedern die größte Vereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa.

    Der Deutsche Hochschulverband bekennt sich zur Freiheit und Einheit von Forschung und Lehre. Er sieht sich dem Humboldt’schen Bildungsideal verpflichtet.

    https://www.hochschulverband.de/703.html#_

    Humboldtsches Bildungsideal

    Unter dem humboldtschen Bildungsideal versteht man die ganzheitliche Ausbildung in den Künsten und Wissenschaften in Verbindung mit der jeweiligen Studienfachrichtung. Dieses Ideal geht zurück auf Wilhelm von Humboldt, der in der Zeit der preußischen Rekonvaleszenz auf ein erstarkendes Bürgertum setzen konnte und dadurch den Anspruch auf Allgemeinbildung förderte. Heute bezeichnet der Begriff die zentrale Idee der Einheit von Forschung und Lehre an Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen (im Unterschied zu reinen Lehrprofessuren ohne Forschungsaufgaben).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Humboldtsches_Bildungsideal

    Historischer Überblick

    Das humboldtsche Bildungsideal entwickelte sich um die beiden Zentralbegriffe der bürgerlichen Aufklärung: den Begriff des autonomen Individuums und den Begriff des Weltbürgertums. Die Universität sollte ein Ort sein, an dem autonome Individuen und Weltbürger hervorgebracht werden bzw. sich selbst hervorbringen.

    Ein autonomes Individuum soll ein Individuum sein, das Selbstbestimmung (Autonomie) und Mündigkeit durch seinen Vernunft­gebrauch erlangt.

    „Das Weltbürgertum ist jenes kollektive Band, das die autonomen Individuen, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Sozialisation verbindet: Bei [Wilhelm, Anm.] Humboldt heißt es: „Soviel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, ist im höheren Sinn des Wortes Leben.“

    (…) Die universitäre Bildung soll keine berufsbezogene, sondern eine von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Ausbildung sein.

    Akademische Freiheit heißt zunächst äußere Unabhängigkeit der Universität. Die Universität soll sich staatlichen Einflüssen entziehen. Humboldt fordert, dass sich die wissenschaftliche Hochschule „von allen Formen im Staate losmachen“ sollte. Daher sah seine Universitätskonzeption vor, dass beispielsweise die Berliner Universität eigene Güter haben sollte, um sich selbst zu finanzieren und dadurch ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern. Akademische Freiheit verlangt neben der äußeren Unabhängigkeit der Universität von staatlichen und wirtschaftlichen Zwängen auch die innere Autonomie, d. h. die freie Studienwahl, die freie Studienorganisation und das freie Vertreten von Lehrmeinungen und Lehrmethoden. Die Universität soll deshalb ein Ort des permanenten öffentlichen Austausches zwischen allen am Wissenschaftsprozess Beteiligten sein. Die Integration ihres Wissens soll mit Hilfe der Philosophie zustande kommen. Diese soll eine Art Grundwissenschaft darstellen, die es den Angehörigen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen erlaubt, einen Austausch ihrer Erkenntnisse zustande zu bringen und sie miteinander zu verknüpfen. Das humboldtsche Bildungsideal bestimmte lange Zeit die deutsche Universitätsgeschichte entscheidend mit, auch wenn es praktisch niemals zur Gänze realisiert wurde oder realisierbar ist. Große intellektuelle Leistungen der deutschen Wissenschaft sind damit verbunden.

    Theodor W. Adorno, Noam Chomsky, Albert Einstein, Sigmund Freud, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx, und Friedrich Nietzsche haben sich dazu bekannt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Humboldtsches_Bildungsideal#Historischer_%C3%9Cberblick

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    „Soviel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, ist im höheren Sinn des Wortes Leben.“ (Wilhelm von Humboldt)

    Das Bemühen soll darauf zielen, sich möglichst umfassend an der Welt abzuarbeiten und sich dadurch als Subjekt zu entfalten. Zum Weltbürger werden heißt, sich mit den großen Menschheitsfragen auseinanderzusetzen: sich um Frieden, Gerechtigkeit, um den Austausch der Kulturen, andere Geschlechterverhältnisse oder eine andere Beziehung zur Natur zu bemühen.

    Klicke, um auf slides_patrick_simon.pdf zuzugreifen

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    “ so bedarf auch der Mensch einer Welt außer sich “
    “ soviel Welt, als möglich zu ergreifen “
    “ durch die Verknüpfung unsres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung “

    Wilhelm von Humboldt, Theorie der Bildung des Menschen. In: Werke. Herausgegeben von A. Leitzmann, Bd. I, Berlin 1903, S. 282-287 (283)

    https://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/didaktik_kultur/humboldt.html.de

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    Alexander von Humboldt ou Alexandre de Humboldt … le frère cadet de Wilhelm von Humboldt

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt

    Alexander von Humboldt … Alejandro de Humboldt … hermano menor del lingüista y ministro Wilhelm von Humboldt

    https://es.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt

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  4. Jacques Auvergne Says:

    Susanne Wiesinger eine österreichische Lehrerin, Bildungsfunktionärin und Buchautorin.

    Susanne Wiesinger war viele Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie einem breitem Publikum in Österreich bekannt wurde. Im Jahr 2018 wurde ihr Buch Kulturkampf im Klassenzimmer veröffentlicht, in welchem sie eine Integrations- und Werteproblematik an Wiener Schulen feststellte und thematisierte. Ihre Erstveröffentlichung erhielt große mediale Aufmerksamkeit. Wiesinger war zuvor als Volksschullehrerin und als NMS-Lehrerin in Wien-Favoriten und als Personalvertreterin der Lehrergewerkschaft am Wiener Stadtschulrat tätig gewesen. Im Februar 2019 wurde sie vom damaligen Bildungsminister Heinz Faßmann zur Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte berufen. Im Zuge dieser Tätigkeit verfasste sie ihr zweiten Buch Machtkampf im Ministerium, das von der Einflussnahme der Politik auf das Schulsystem handelt. Noch vor dem Erscheinen des Buches im Januar 2020 wurde ihre Tätigkeit als Ombudsfrau vorzeitig beendet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Wiesinger

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    Susanne Wiesinger

    Kulturkampf im Klassenzimmer. Wie der Islam die Schulen verändert

    https://www.buecher.de/shop/politische-geschichte/kulturkampf-im-klassenzimmer-ebook-epub/thies-jan-wiesinger-susanne/products_products/detail/prod_id/53881717/

    Susanne Wiesinger: Kulturkampf im Klassenzimmer: Wie der Islam die Schulen verändert. Bericht einer Lehrerin

    https://oe1.orf.at/programm/20190619/556635/Kulturkampf-im-Klassenzimmer

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