Protestmarsch gegen das Dawa-Zentrum des EZP

Aufruf zum freiheitlich demokratischen Bürgerprotest

Zum Demonstrationszug vom Eickener Markt zum Mönchengladbacher Abteiberg am 03.09.2010 äußert sich Frauenrechtlerin Gabi Schmidt, die für die Demonstration vom 16.08. verantwortlich war, an der nahezu 300 Menschen zum Thema Islamschule miteinander ins Gespräch kamen.

Mönchengladbach ist eine tolerante, menschenfreundliche Stadt mit mehr als 250.000 Bürgern, die seit Generationen als Demokraten und Nachbarn friedlich miteinander leben und arbeiten. Auch im Stadtteil Eicken ist man bereit, alle Neuankömmlinge in unserer Mitte willkommen zu heißen und sie mit gebührendem Respekt zu behandeln. Schon immer hat hier das Motto „Lott se doch, se donnt oss doch nix“ (Lass sie doch in Ruhe, sie tun uns doch nichts) große Bedeutung.

Grundsätzlich akzeptieren Mönchengladbacher jeden Menschen als Mitbürger mit gleichen Rechten aber auch gleichen Pflichten. Zu einem Dialog auf Augenhöhe sind auch die Eickener bereit, solange die Gesprächspartner die in der Verfassung garantierten Grundrechte jedem zuerkennen und gemeinsam mit uns eine freiheitlich demokratische Gesellschaft aktiv gestalten und verwirklichen wollen. Universelle Menschenrechte sind allgemeingültig, unteilbar und nicht verhandelbar. Selbst wer die Demokratie für eine falsche Religion hält, verliert nicht seine Menschenwürde.

Wir Mönchengladbacher verteidigen aus innerer Überzeugung die Werte, Normen und Erkenntnisse der Aufklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Paris, 1948). Die Bürger unserer Stadt lehnen jeden menschenverachtenden Fundamentalismus und Extremismus ab, der den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat zunächst für seine Machtinteressen missbrauchen, aushöhlen und letztendlich zerstören will. Bei unserem Engagement für die kulturell moderne, offene Gesellschaft lassen wir uns von keiner politischen Richtung vereinnahmen. Die Bürgerinitiative Eicken protestiert mit demokratischen Mitteln gegen die vom Verfassungsschutz beobachteten Aktivitäten der fusionierten islamistischen Vereine Masjid as-Sunnah und Einladung zum Paradies, ihre menschenverachtende, speziell frauenfeindliche Lehre und ihre so genannte Islamschule, die von Braunschweig nach Mönchengladbach umziehen will.

An diesem Institut wird Interessenten ein Online-Fernstudium des Islam fundamentalistisch salafistischer Ausrichtung in deutscher Sprache angeboten (andere Sprachen werden sicherlich folgen), das ein Frauen und Nichtmuslime diskriminierendes Weltbild vertritt, die Demokratie durch einen islamischen Gottesstaat ersetzen möchte und Lernende unmissverständlich auffordert die kulturell moderne offene Gesellschaft und ihre rechtsstaatlichen freiheitlich demokratischen Prinzipien zu verachten.

Wir hingegen wollen Chancengleichheit für alle Mitbürger. Junge Menschen sollen in einer Umwelt aufwachsen, die ihre individuelle Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit und wissenschaftlich fundierte Allgemeinbildung förderlich unterstützt. Auch Frauen sollen gleich, abgesichert und gewaltfrei leben, überall auf der Welt. Daher rufen wir alle freiheitlich demokratischen Bürger in Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa, weltweit auf, uns durch offene Briefe, Demonstrationen, Protestmärsche, Lichterketten und ähnliche verfassungskonforme Initiativen zu unterstützen.

Wir, das Volk von dem alle Macht im Staate ausgeht, fordern unsere Stadträte, (Ober)Bürgermeister, Gleichstellungsbeauftragten und Fraueninitiativen auf, europäische Netzwerke gegen antidemokratischen, antiemanzipatorischen Fundamentalismus und Extremismus zu verstärken bzw. zu gründen, um sich gegenseitig zeitnah zu informieren, zu unterstützen und der Aufklärungspflicht den Bürgern gegenüber optimal nachkommen zu können. Eine solche Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg könnte wirksam dazu beitragen, flächendeckend die Ausbreitung menschenverachtender Ideologien einzudämmen, beispielsweise indem man den Antrag auf Sondergenehmigung für einen Infostand auf öffentlichen Plätzen ablehnt, öffentliche Gebäude und Räume nicht für Demokratie zersetzende Vorträge bereitstellt oder jugendgefährdende Medien verbietet.

Mönchengladbach, den 01.09.2010

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

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2 Antworten to “Protestmarsch gegen das Dawa-Zentrum des EZP”

  1. Eicken Says:

    Verfassungsschutzbericht Niedersachsen 2009

    Seit einigen Jahren bildet sich in Deutschland eine in engem
    Kontakt mit islamischen Kernländern stehende religiöse Lehrund
    Bildungsinfrastruktur heraus, die unter salafistischen Vorzeichen
    steht. Der Salafismus ist eine politisierte Islamauffassung, die
    dem saudi-arabischen Wahhabismus nahe steht
    und die „frommen Altvorderen“ (as-salaf as-salih; der Prophet
    Muhammad und seine zeitgenössischen Anhänger) als
    verbindliches Vorbild für alle Zeiten postuliert. Die oben beschriebenen
    verfassungsfeindlichen Aspekte des Islamismus
    treffen auf den Salafismus in verstärktem Maße zu; dies geht
    mitunter soweit, dass – im Gegensatz zu den anderen Islamisten
    – in salafistischen Kreisen über die schariarechtlichen
    Bedingungen der Versklavung so genannter Ungläubiger diskutiert
    wird.

    (Fußnote. 9 Das Kalifat stellte bis zur Abschaffung durch
    Atatürk die islamische Herrschaftsform dar, bei der
    weltliche und religiöse Führerschaft in der Person des Kalifen
    (des Nachfolgers des Propheten Muhammad) vereint waren.
    Der Kalif war als legitimer Nachfolger Muhammads mit der
    politischen und religiösen Führung der umma, der
    Gemeinschaft aller gläubigen Muslime, betraut.)

    Zu den Kernpunkten des Salafismus gehört die Reinigung
    der Religion von „unislamischen“ Elementen (tasfiyya) und
    die Erziehung der Muslime zu einem islamgemäßen Leben
    (tarbiyya). Der Salafismus setzt zur Propagierung von tasfiyya
    und tarbiyya auf zwei wesentliche Säulen: Religiöse Vorträge
    und Seminare sowie das Internet.

    http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=12260&article_id=54278&_psmand=30

    Mindestens seit 2002 lassen sich verschiedene salafistische
    Seminaraktivitäten in Deutschland nachweisen. Eine besondere
    Rolle kommt dabei den überregionalen Grundlagenseminaren
    Lerne-den-Islam zu.

    Eine besondere Bedeutung hinsichtlich der
    Weitergabe salafistisch geprägten „Wissens“ hat
    für Niedersachsen und Deutschland der in Braunschweig
    ansässige Verein „Einladung zum Paradies
    e. V.“ Dieser Verein steht in direkter Verbindung
    zu einer Moschee mit angeschlossener Islamschule.
    Hier erhalten über 200 Personen nach Lehrplänen
    der Universität Medina (Saudi-Arabien; eine der
    bedeutendsten Universitäten in der islamischen
    Welt) eine umfangreiche Ausbildung in Islamstudien
    in deutscher Sprache. Das Studium wird ganz
    überwiegend als Fernstudium über das Internet betrieben.
    Neben der Islamschule in Braunschweig kann man die
    Prüfungen auch in Moscheen in Mönchengladbach und Stuttgart
    ablegen. Obwohl sich die Schule auf ihrer Internetseite
    sichtbar darum bemüht, sich von gewalttätigen Formen des
    Islamismus abzugrenzen, lässt sich immer wieder an im Internet
    abrufbaren Videos der islamistische Charakter der Ausbildung
    erkennen. So erklärte der Leiter der Schule, Muhamed CIFTCI,
    in einem mittlerweile nicht mehr im Internet zur Verfügung
    stehenden Video, dass für den Abfall vom Islam die Enthauptung
    die angemessene Strafe sei. In einer anderen Vorlesung
    zum Thema „Vermännlichung der Frau“ erklärte er, dass die
    Bedeckung der Frau mit einem Kopftuch nicht genüge, sondern
    dass die Frau außerhalb ihres Hauses auch Gesicht und
    Hände zu verhüllen habe. Weiterhin dürfe die Frau nicht wie
    sie wolle ohne Begleitung ihr Haus verlassen. Auch machte
    Muhamed CIFTCI in seinem Vortrag klar, dass das Ausüben
    bestimmter Sportarten den Frauen zu untersagen sei.

    Die besondere Gefahr, die von dieser Schule ausgeht, liegt
    darin, dass in wenigen Jahren viele Absolventen diese „salafi
    stische Fernuniversität“ verlassen werden und mit ihrem
    umfangreichen Wissen Tätigkeiten etwa als Freitagsprediger
    anstreben könnten. In diesem Fall würden sie als Multiplikatoren
    salafistischer Vorstellungen in der muslimischen Bevölkerung
    Deutschlands wirken.

    Neben dieser Schule betreibt auch eine salafistisch ausgerichtete
    Moschee in Hannover ein Lehrprogramm, das aus regelmäßig
    stattfindenden Schulungen und Vorträgen besteht.
    Über den Leiter der Islamschule in Braunschweig, der regelmäßig
    an dieser Moschee in Hannover Vorträge hielt, besteht
    eine Anbindung der Hannoveraner Moschee an das salafistische
    Bildungs- und Gelehrtennetzwerk.

  2. gleichberechtigungjetzt Says:

    Islamschule: Erklärung des Türkisch-Deutschen Integrationsverbund (TDIV)

    Zur Islamschule und der darauf folgenden Entwicklungen gibt der Türkisch-Deutsche-Integrations-Verbund (TDIV) folgende Erklärung ab:

    “Eine lebenswerte, liebenswerte Stadt am schönen Niederrhein, die Heimatstadt von Deutschen , Migranten und Muslimen. Die ersten muslimischen Gemeinden entstanden hier vor über 40 Jahren als eine Begleiterscheinung von zuwandernden Arbeitskräften aus unterschiedlichen muslimischen Ländern.

    Seither haben sich die Gemeinden weiterentwickelt und vertreten über 10 Tausend muslimische Bürger in dieser schönen Stadt.

    Aus Erfahrung mit diesen Menschen wissen wir, dass sie gerne hier leben, dass sie gar diese Stadt lieben. Diese Menschen haben die gleichen Sorgen und Befürchtungen, wie jeder Bürger dieser Stadt. „ Werde ich Morgen noch eine Arbeit haben?“, „ Werden meine Kinder eine gute Ausbildung genießen?“, „Wird es meiner Familie auch in Zukunft gut gehen?“ oder „Wird die Borussia dieses Jahr endlich wieder einmal Meister?“

    Diese oder ähnliche Fragen bestimmen auch den Alltag dieser Menschen. Wir glauben an einen anderen Gott!

    Vielleicht ist es auch der Selbe und wir nehmen ihn nur anders wahr. All dies hat uns aber in den letzten 40-Jahren nicht davon abgehalten in Frieden und Harmonie hier zusammenzuleben.

    Leider ist seit kurzem dieser Frieden in unserer schönen Stadt bedroht. Immer mehr extremistische Gruppierungen finden hier eine Spielwiese, wo sie ihre gefährlichen Ideologien verbreiten können. Konform zum bundesweiten Trend, siehe Sarrazin, werden immer mehr giftige Keime in die Gesellschaft gestreut, die das Zusammenleben der Bürger in unserer Stadt gefährden.

    Wenn wir, die besonnenen Bürger dieser Stadt, Deutsche, Migranten, Katholiken, Evangelisten, Juden und Muslime jetzt nicht gemeinsam dagegen aufbegehren, überlassen wir das Feld solchen Extremisten, und legen unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder in deren Hände.

    Wir fordern daher alle Verantwortlichen für die jetzige Situation auf, ihre Handlungen zu überdenken und dazu beizutragen, dass Mönchengladbach auch in Zukunft eine lebenswerte und liebenswerte Stadt am Niederrhein bleibt.”

    Edward von Roy antwortete:

    Integration ist den Menschen in Mönchengladbach ebenso Überzeugung wie Herzenssache. Wichtig ist dabei eine städtische Kultur, die auf der Vollständigkeit und Zugänglichkeit des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 1949) beruht und auf der sie tragenden Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948). Denn wir integrieren schließlich in das Grundgesetz hinein und nicht in das Schariagesetz.

    Beim kritischen Blick auf die Gesellschaft ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau (nicht erst im Paradies) doch offensichtlich zentraler als die Frage, ob Menschen an denselben Gott glauben oder an verschiedene Götter.

    Wahrscheinlich kann nur ein sehr säkularer Staat ein freiheitlich demokratischer Staat sein, und hier wird die so genannte negative Religionsfreiheit, frei übersetzbar als „Lass mich mit deiner Religion in Ruhe“, zum Thema, mit dem die umstrittene Islamschule nach wie vor einige Probleme zu haben scheint.

    Warum nur möchte sich der Türkisch-Deutsche Integrationsverbund (TDIV) in seiner Erklärung zur Islamschule vom mittelalterlich gebliebenen und heutzutage schlicht reaktionären Gesellschafts- und Frauenbild der Salafiyya nicht ein wenig distanzieren?

    Im Sinne von AEMR und GG möge unsere Heimatstadt in der Tat „eine lebenswerte und liebenswerte Stadt am Niederrhein“ (TDIV) bleiben.

    [Quelle: BZMG, Kommentar noch nicht freigeschaltet]

    http://www.bz-mg.de/brauchtum-gesellschaft-menschen/integration-nachbarschaft/islamschule-erklarung-des-turkisch-deutschen-integrationsverbund-tdiv.html#comment-2396

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