Carlo Schmid und die freiheitliche Demokratie

دو قومی نظریہ

Do qaumi naẓariya

La théorie des deux nations

Zwei-Nationen-Theorie

Christlich-wertkonservative Islamkritik?

Von Edward von Roy, Weihnachten 2010.

Islamkritiker empören sich berechtigt über gelegentlich vermutbaren kulturellen Rabatt im Bereich von Rechtssprechung und Strafmaß, das muss entsprechend auch für religiösen Rabatt gelten, denn die Hütchenspieler der Scharialobby berufen sich abwechselnd auf Kultur und Frömmigkeit, wie es gerade besser passt. Das wiederum verdeutlicht, dass der säkulare Staat den Stadtbürger und Staatsbürger überhaupt nicht religiös zu klassifizieren hat, denn hier gilt die Straßenverkehrsordnung und nicht das Alte oder Neue Testament. Der Kölner und Islam-Missionar Pierre Vogel bleibt bei Rot an der Ampel ebenso stehen wie seine iranischstämmige Mitbürgerin und Ex-Muslima, die den Islam genau so gut kennt wie er.

Was wir zu verteidigen haben, ist die Rechtseinheitlichkeit. Unser geplantes Positionspapier sollte daher vor der Rechtsspaltung warnen, die Mustafa Cerić, der den Islam richtig, nämlich als diskriminierend und die Seele rettend, verstanden hat, bekanntermaßen über das Familien- und Personenstandsrecht einzuführen gedenkt: the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.

Wenn wir plausibel argumentieren wollen, können wir zudem weiterhin die Standards der Alice Schwarzer verwenden, die gleichheitsfeministischen Standards also, schließlich will der Islam die theologische und juristische Herabsetzung der Frau. Den Islam lediglich als faschistoid oder faschistisch zu bezeichnen, islamkritische Atheisten würden diese Strategie vermutlich bevorzugen, wird nicht erfolgreich sein, denn der Islam sieht sich, ob uns das passt oder nicht, als Religion und er ist, ob völkerkundlich oder psychologisch gesehen, funktional natürlich Religion. Mit „Religion“ (christlicher, jüdischer) aber lässt sich eine Religion nicht abwehren, jedenfalls nicht bei beibehaltenem Grundgesetz (GG).

Die meisten von uns sind mehr oder weniger tiefgründig christlich sozialisiert worden. Andererseits tritt, wo auch immer in Europa wir hinsehen, organisierte christlich-konservative Islamkritik weder als christlicher Verein noch als Gemeinschaft von Christen auf (und ist damit konfessionell ungebunden, nicht überkonfessionell). Konservative Netzwerke von islamkritischen Aktivisten bestehen üblicherweise aus Christen, Juden, Pantheisten, bekennenden Neuplatonikern und bekennenden Atheisten und bestehen vor allem aus uns allen, uns freiheitlichen Demokraten, die keine Bevormundung durch den derzeitigen, bekanntermaßen islamverliebten christlichen Klerus wünschen, die aber sicherlich überhaupt keinen Klerus wünschen, der AEMR und GG für alle oder für die Menschen ihrer Glaubensnation (Milla, türk. millet) außer Kraft setzt. Wir verteidigen also nicht das (womöglich zur Spätgotik, um 1350 n. Chr., untergegangene) famose Abendland, sondern das auf Rationalität, nicht auf Seelenrettung, begründete einheitliche Recht. Unsere Gesetze und Verordnungen regeln das irdische Zusammenleben, nicht den dauerhaften Verbleib in Paradiesgarten oder Höllenfeuer.

Was Europa droht, ist eine Neuauflage der erwiesenermaßen zur Staatszerschlagung hoch wirksamen Zwei-Nationen-Theorie (muslimisches Pakistan bzw. Bangladesch versus hinduistisches Indien). Jedes schwammige „europäische Werte“ (bitte, welche? Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit – hat der fraglos nichteuropäische Chinese diese Werte denn nicht?) ist zweckmäßigerweise durch das Zitat zu ersetzen, mit dem am 08.09.1948 Carlo Schmid für die wehrhafte Demokratie eintrat:

„Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf geht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit selbst auszurotten? Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik z. B. den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Mich freut immer, wenn sich wertkonservative oder christliche (oder gar heutige sozialdemokratische) Kreise zu diesem Zitat bekennen.

Ob ein Bekenntnistext christlich oder konservativ argumentierender Islamkritiker nun drei, zwei oder eine Seite umfasst oder auch nur eine halbe Seite, es muss dort im ersten Absatz das unmissverständliche Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (vom 10.12.1948) ebenso in Erscheinung treten wie das klare Credo zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 23.05.1949). Mit dem tief empfundenen (frommen) oder aber politisierten (missbrauchten) Wörtchen christlich ist wenig bis gar nichts gesagt, denn dass der Genfer Herr Calvin beliebte, den spanischstämmigen Trinitätsleugner und Arzt Michael Servetus auf nassem Laub zu Ehren Gottes zu verbrennen, ist schließlich völlig evangelisch.

Das bedeutet: Ohne die Nennung von AEMR 1948 und GG 1949 können christlich-wertkonservative Islamkritiker kein Thesenpapier und schon gar kein Positionspapier aus der Hand geben, denn jeder halbwegs kluge Reporter oder Journalist wird innerhalb von einer Millisekunde sagen: „Ihr nennt kein Grundgesetz – ihr wollt also das Grundgesetz überwinden“ und wird, er muss dazu gar nicht linksradikal sein, in der Presse schreiben: „Euer Verein hat also mit der AEMR keinen Vertrag, sondern will das abendländisch bzw. völkisch definierte Mehrklassenrecht – ihr seid bekennende Sezessionisten und arbeitet auf einen Staatsstreich hin – euer Gefasel vom europäischen Werteverbund ist also lediglich Synonym für arische Rasse.“ Daher noch einmal, und ganz deutlich: Jedes Positionspapier christlich-wertkonservativer Islamkritiker muss sich in den ersten drei oder vier Sätzen unmissverständlich zu AEMR 1948 und GG 1949 bekennen.

Ein bewusstes Anknüpfen an die Tradition selbstbewusster Bürgerlichkeit läge in einer Bezugnahme auf das Hambacher Fest vom 27. bis 30. Mai 1832, dem Urmodell des Bürgerprotests gegen Pressezensur, ein anderer Weg des die Demokratie bewahrenden Argumentierens ist das Bekenntnis zum wissenschaftlichen Denken. Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Naturgesetze gelten schließlich überall auf der Welt, universell, in Köln, Minsk, Mekka oder Pjöngjang.

Uns sollte stören, dass gewisse Teile der europäischen islamkritischen Szene im relativ stark missbräuchlichen Namen des Europäischen, des Abendländischen oder gar des Christlichen so etwas wie eine Neuauflage der hindu-nationalistischen Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) anzustreben scheinen, während andere das Werk der Islamisten kongenial dadurch mit betreiben, dass sie irgendwelche Kulturkreistheoretiker propagieren, die den so genannten Morgenländern kalkuliert verunmöglichen, jemals Teil des Deutschen Volkes oder des Europäertums zu sein. Unser Patriotismus hat nicht rassisch begründet zu sein, sondern verfassungsrechtlich. Gleichberechtigter Staatsangehöriger ist daher nicht der „Christ“ oder der „Europäer“, sondern der Bürger. Bürgersinn und Verfassungspatriotismus haben unser Credo zu sein, nicht Bibel oder blonde Haare.

Im Übrigen ist Religion erst dann frei und reif und human (und christlich), wenn sie nicht den ökonomischen, rechtlichen oder gesundheitlichen Status des Gläubigen als vom Ungläubigen verschieden definiert. In einer freiheitlichen Demokratie kann jeder von uns ein paar Jahre lang Atheist sein oder mit dem Dalai Lama meditieren, ohne sein Wahlrecht oder sein Recht auf Leben zu verlieren. Umgekehrt entbindet begeisterte Koranlektüre nicht von der Einhaltung der Schulpflicht oder des Baurechts. Ein Recht für alle: One Law For All, so bringt Maryam Namazie ihre Kampagne auf den Punkt.

Zusammengefasst: 1. Dem Islam das Prädikat Religion bzw. religiös abzusprechen, wird nicht funktionieren: Das Islamische Gesetz und System ist mehr als ein diesseitiger Totalitarismus, sondern (unreife oder unangenehme, mag sein) echte Religion, die diskriminierende Paragraphen erzeugende Scharia ist Religion. 2. Nein zur Rechtsspaltung! Das Bestehen auf der Unteilbarkeit der Menschenrechte und (damit) auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau allein kann uns zum Erfolg führen. 3. Zivilisation im Plural anzunehmen (The Alliance of Civilizations (AoC); The United Nations Alliance of Civilizations (UNAOC)) oder in der Manier von irgendwelchen braunen oder bibelbewegten Esoterikern den abendländischen Kulturkreis oder das christliche Europa (bzw. das christliche Amerika) zu verteidigen, wird geeignet sein, im Sinne der südasiatischen Two-Nation Theory die bürgerliche Kultur erfolgreich zu beenden und dürfte rasch entweder das Kalifat an die Macht bringen oder den rassisch reinen Führerstaat.

Israel liefert uns hochwertige, empfehlenswerte Produkte und ist für Touristen immer eine Reise wert. Indien und Israel, Griechenland und Großbritannien aber sind auf dem sprichwörtlichen Holzweg, solange sie die Scharia im Familienrecht nicht außer Kraft setzen.

Menschenrecht gibt es weltweit und nur im Singular – entweder Allahs Menschenrecht oder das vom 10. Dezember 1948! Auch die Wissenschaft oder die menschliche Zivilisation sind unteilbar und auf Individualität, Solidarität und Unveräußerlichkeit begründet, der Scharia-Islam hingegen ist vorzivilisatorisch (magisch) und gegenzivilisatorisch (antisozial), okkult und stammeskulturell und spaltet die Solidargemeinschaft der Bevölkerung in ehrenwerte Parteigänger Allahs und Gottlose bzw. Verräter.

Die Scharia ist nicht „anders“, sondern undemokratisch, sie ist unheilsabwehrend, gewaltverherrlichend und territorial expansiv. Die Scharia muss nicht deshalb weg, weil sie „morgenländisch“ (orientalisch) ist, sondern weil sie auf Ungleichbehandlung (und vermeintlicher Seelenrettung) beruht. Nur eine sehr säkulare Gesellschaft kann eine freiheitlich demokratische Gesellschaft sein.

Weltzivilisation, „zivilisierte Welt“ gibt es nur einmal, und irgendwann und möglichst rasch müssen das Recht auf Leben und die Pressefreiheit auch in Teheran gelten.

Dass die kulturelle Moderne, unter schariabefördernden Kulturkreistheoretikern jeglicher Couleur fälschlich genannt der Westen, keine Hände und Köpfe abhackenden Gottesdienste feiert und keinen Gott zu integrieren braucht, der mit fliegenden Steinen tötet, mag uns zu Weihnachten besonders klar werden.

Und zu unserem demokratischen Glück kennt oder benötigt die Ethik des Jesus von Nazareth weder Arier noch Abendländer und klassifiziert den Menschen eben nicht juristisch folgenreich in schwarz- und weißhäutig, orientalisch und okzidental. Und so können wir gleichsetzen:

One Law For All = Frohe Weihnachten,

Edward von Roy

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3 Antworten to “Carlo Schmid und die freiheitliche Demokratie”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Archaisches Totem, erkämpfte Universalität und segregierende Gegenmoderne

    Vor der Kulisse von Enttraditionalisierung bzw. Globalisierung und islamischer Re-Fundamentalisierung gibt es auch im außerislamischen Bereich zwei große Bewegungen: Hin zu mehr Segregation (‘Apartheid’) der Stadtteile oder Straßenzüge und hin zu weniger Trennung der Religionen, Hautfarben oder Geschlechter.

    Menschliche Zukunft (qadar, kismet) fällt nicht vom Himmel, sondern liegt in unserer Verantwortung. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Pauschal anti-religiös zu argumentieren bringt nicht viel weiter, denn dass verordneter Atheismus wieder zu schecklichem Mord führen kann, zeigen Stalin und Mao.

    Kulturelle Moderne und ‘offene Gesellschaft’ entsprechen wohl sehr dem Miteinander, durchaus im Sinne des amerikanischen Modells vom melting pot. ‘Islamische Renaissance’ (Schariatisierung) oder alle möglichen Nationalismen (auch antiislamische) werden demgegenüber die Tendenz befördern, „sich voneinander abzugrenzen“.

    Das Bild von der unteilbaren Menschenwürde im Sinne der AEMR scheint angesichts des (patriarchalischen) Beharrens von Stamm und Clan, vom hinduistischen Kastensystem oder vom Islamischen Recht zu verbleichen, die Rückkehr der Götter in die Parlamente und Universitäten könnte die Gleichberechtigung der Frau als kurzlebige Absonderlichkeit ins Geschichtsbuch verbannen (das Kalifat braucht keine Erinnerung, vgl. den Genozid an den Armeniern; ein Buch reicht ja zur Welterklärung, der Koran).

    Religiöse Hardliner aller Religionen rufen dazu auf, die Verhaltensweisen der ‘Ungläubigen’ zu meiden.

    Bei Personaleinstellung, Wohnungsvergabe oder Sitzplatzvergabe in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte es überall auf der Welt recht bald keine Rolle spielen, welche Religion oder Hautfarbe oder welches Geschlecht oder welchen Familienstand jemand hat.

    Dieses Bewusstsein vom Menschen als gleichberechtigtem Staatsbürger (cotoyen, citoyenne) ist mit dem orthodoxen Islam schlicht nicht zu machen, da allein die gelebte Ungleichbehandlung (der Frauen, der Nichtmuslime) vor der Hölle bewahre.

    Überall auf der Welt sollten Menschen nicht sagen: „Vermietet nicht an Serben, Kroaten, Schwarze, Chinesen oder Atheisten“, sondern sich bemühen, den Menschen auf seine Bereitschaft hin zu bewerten, die (hoffentlich) für alle gleich geltenden Gesetze einzuhalten.

    In den USA oder in Europa etwa konvertieren Menschen zum Islam, aber nur die Radikalsten wollen bewusst aus dem Gesetz aussteigen und nach der Scharia (Zweitfrau, Burka) leben, die ‘säkulare’ Mehrheit sollte ihnen rechtzeitig klar machen, dass auch mit einer religiösen Begründung die Frau nicht halb so viel erbt oder einfach so verstoßen werden kann (Kinder gehören im Islam dem Vater bzw. dessen Sippe).

    Die islamische Geschlechtertrennung rettet das Seelenheil und ist Gesetz (Scharia). Hinhören sollte man, wenn jemand die Trennung der Frauen und Männer im öffentlichen Raum durchsetzen will; es ist der Rede wert, ob Frauen wie zufällig an Olympiateams nicht teilnehmen bzw. ob Unterwasserburka (‘Burkini’) durchgesetzt werden soll, sittsame Badekleidung (die weibliche Nacktere ist damit eine unkeusche Schlampe).

    Wir alle kennen den Streit um Lehrerinnenkopftücher, doch viele Menschen waren erstaunt zu hören, dass es in Israel in einem kleinen, sektenähnlichen Kreis eine jüdische Burka (jewish burka; Rabbanit Bruria Keren) gibt. Die den Frauenleib dämonisierende Frumka ist, wie Tschador und Niqab, kein Problem der Nähmaschine, sondern eines des (religiös begründeten) Frauenbildes, man kann diese Textilien beispielsweise nicht einfach ablegen. Bleibt zu hoffen, dass die Frumka möglichst wenig attraktiv wird.

    Maryam Namazie betont, dass ein säkulares Personenstands- und Familienrecht immer Vorrang haben muss gegenüber den religiösen (muslimischen, christlichen, jüdischen) Gesetzen. Das Individuum – vor allem das weibliche – darf nicht durch Religionsgesetze daran gehindert werden, von seinen bürgerlichen Rechten Gebrauch zu machen, Maryam Namazie responds: The One Law for All Campaign is opposed to all religious councils and tribunals including the Beth Din.

    Allahs Scheidungsrecht … bewahrt vor der Hölle und diskriminiert die Frau. Islamic Sharia Council, 34 Francis Road, Leyton, London.

    Der mit Bekleidungsgeboten, Meidungsverhalten, geheiligter Gender-Apartheid und ethnoreligiös segregierten Straßenzügen hantierende, hoch politische Rückgriff auf Gottesgesetz und kulturelle Verschiedenheit (Diversität; Identität) bedroht die Standards der Universalität von Menschenwürde und Menschenrecht (AEMR 1948, GG 1949).

    Wenn also die öffentliche Hand wissenschaftlich fundierte Sektenberatung und Aussteigerprojekte aus politischem Extremismus finanziert, sollte auch ein entsprechendes Angebot an Salafisten (Die wahre Religion DWR; Einladung zum Paradies EZP usw.) bereitgestellt werden.

    Vielleicht sollte die BRD wieder die, einer jeden religiösen Ehe vorausgehende, verpflichtende standesamtliche Trauung einführen, um den Gruppendruck der religiösen Normen, vor allem natürlich der Scharia (Imam-Ehe), abzumildern.

    Jacques Auvergne

  2. Eifelginster Says:

    Internetquellen zum Thema Scharia versus AEMR.
    ———-

    DER TAGESSPIEGEL, (Islamkonferenz: Ein neuer Anfang), 05.03.2010; Ferda Ataman, Andrea Dernbach: Drei Schwerpunkte hat de Maizière sich dafür ausgeguckt – und gibt gleich beim ersten, der Integration islamischer Theologie und Religion an deutschen Schulen und Universitäten, eine neue Richtung vor. Er bezweifle, ob man „bis zum Sankt-Nimmerleinstag“ warten müsse, bis der Islam wie die Kirchen eine Körperschaft öffentlichen Rechts werde.

    Vielleicht könne man stattdessen „einfach einmal anfangen“ – zum Beispiel damit, die bisherigen Empfehlungen des Wissenschaftsrats umzusetzen. Der hatte kürzlich Hinweise zur Verankerung islamischer Theologie an den Universitäten gegeben. Zweitens soll es nach dem Willen des Ministers zwar weiter um Grundrechte und Grundwerte gehen, aber mit einem Schwerpunkt: Die Konferenz soll sich künftig verstärkt um die Gleichberechtigung der Geschlechter kümmern. Und drittens soll die Konferenz daran arbeiten, Islam und Islamismus zu trennen.

    Fachlich versiert in diesem Feld ist auch der Professor für Religionspädagogik in Osnabrück, Bülent Ucar, der sich konkrete Lösungsansätze auf Landesebene erhofft. „Ziel muss die Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft sein“, sagt das Neumitglied. De Maizière hofft noch auf einen Imam als „Praktiker“, „am besten aus Nordafrika“, und auf eine Lehrerin.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/islamkonferenz-ein-neuer-anfang/v_default,1713108.html

    DER TAGESSPIEGEL (Quer zum Zeitgeist), 19.12.2010, Thomas de Maizière
    Ich bin optimistisch, dass wir mit dem bewährten deutschen Staatskirchenrecht auch die Integration des Islam in unsere Rechtsordnung gewährleisten können. Auch die Deutsche Islamkonferenz unterstützt das Ziel einer Kooperation auf der Grundlage des geltenden Religionsverfassungsrechts.
    Aber wie kann das gehen? Bis zu einer Lösung arbeiten wir mit Übergangslösungen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Zwischenzeit mit dem Rechtstypus eines Vertrages „sui generis“ überbrücken: Wir könnten beispielsweise einen „Vertrag über die Einführung eines Religionsunterrichts“ machen, mit Mitwirkungsrechten organisierter islamischer Organisationen.

    Es wäre vermessen (und geschichtsvergessen), die grundlegende Etablierung einer institutionalisierten Kooperation zwischen Staat und Muslimen von heute auf morgen zu verlangen. Denn – und hier möchte ich an den Ausgangspunkt meiner Überlegungen zurückkehren – auch das deutsche Staatskirchenrecht hat sich in einem Jahrhunderte dauernden Prozess entwickelt.

    Der säkulare Staat mit seiner aufgeklärten Werteordnung bietet uns heute einen bewährten Rahmen für unser friedliches Zusammenleben in gegenseitiger Toleranz.

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/quer-zum-zeitgeist/3636582.html

    Anlass: Göttinger Vorträge zu Religion und Recht, Göttingen, 07.12.2010. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern: Sehr geehrter Herr Professor Heinig, sehr geehrter Herr Professor Spickhoff, sehr geehrter Herr Professor Münch, meine sehr verehrten Damen und Herren,

    welche Rolle kommt der Religion in einem säkularen Staat zu? Die Antwort ist nicht einfach. Sie ist nicht einfach und sie darf auch nicht einfach sein.

    http://brightsblog.wordpress.com/2010/12/18/thomas-de-maiziere-religion-im-sakularen-staat/

    Wissenschaftsrat (WR), Köln Prof. Dr. Christian Walter: Im Folgenden möchte ich Sie in drei gedanklichen Schritten in das vom Wissenschaftsrat vorgeschlagene Modell von Beiräten für Islamische Studien einführen. …
    Der Beirat soll die Kommunikation an der Schnittstelle von staatlichen Organisationsnotwendigkeiten und religiösem Selbstbestimmungsrecht ermöglichen. Er muss in Richtung des Staates die für die Einführung einer islamischen Theologie notwendigen verbindlichen Entscheidungen liefern können (deshalb braucht er eine feste äußere organisatorische Struktur) und er muss gleichzeitig in Richtung Religion, also konkret: Muslime in Deutschland, offen für die vorherrschende Pluralität sein (deshalb darf der Staat keinen Einfluss auf die Entscheidungsinhalte des Beirats nehmen können).

    Daraus folgt, dass nicht zwingend alle muslimischen Religionsgemeinschaften (wenn es denn mehrere gibt, wofür wiederum sehr viel spricht) an dem Beiratsmodell beteiligt sein müssen. Aber es ist aus Gründen der Nachfrage praktisch wichtig, möglichst alle muslimischen Strömungen in Deutschland zu berücksichtigen. Denn es steht kaum zu erwarten, dass für verschiedene Strömungen jeweils eigene theologische Fakultäten und Ausbildungsgänge geschaffen werden können.

    3. Das Beiratsmodell setzt schließlich auch hinsichtlich der Auswahl der nicht an einzelne Verbände gebundenen Mitglieder („Personen des öffentlichen Lebens“ und Theologen) auf Konsens zwischen Hochschule und Verbänden. Es dürfte klar sein, dass ohne Beteiligung der großen Verbände keine islamische Theologie an deutschen Universitäten geschaffen werden kann. Ebenso klar scheint aber auch, dass es nur Lösungen konsensfähig sind, bei denen die nicht in Verbänden organisierten Muslime berücksichtigt werden.

    http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Walter.pdf

    Peter Strohschneider (Wissenschaftsrat, Berlin), 17.05.2010, Um diesem Erfordernis zu entsprechen und die geregelte Mitwirkung der Muslime an der Einrichtung und Entwicklung der Islamischen Studien zu institutionalisieren, schlägt der Wissenschaftsrat vor, dass Universitäten, die ein entsprechendes Institut gründen wollen, Beiräte für Islamische Studien einrichten.
    Funktional den christlichen Kirchen insofern vergleichbar, wirken diese Beiräte in zwei zentralen Punkten bei der Ausgestaltung Islamischer Studien mit, nämlich bei der Einrichtung und Ausarbeitung entsprechender Studiengänge und bei der Berufung der Professorinnen und Professoren. Die Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten unter Gesichtspunkten ihrer wissenschaftlichen Qualifikation ist dabei selbstverständlich Aufgabe der Universität, während die Mitwirkung der Beiräte darin besteht zu prüfen, ob es gegen die Ausgewählten aus religiösen Gründen Einwände gibt. Entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Beiräte für Islamische Studien ist es nach Auffassung des Wissenschaftsrates, dass in ihnen die jeweilige Universität allein mit beratender Stimme vertreten ist, und dass sie die Vielfalt der muslimischen Gemeinschaften und Traditionen angemessen repräsentieren. Neben muslimischen Verbänden sollen daher muslimische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und auch Religionsgelehrte mit ihrem wissenschaftlich-‚ theologischen’ Sachverstand in den Beiräten mitwirken

    http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb09/islam/Pressespiegel/Strohschneider_vortrag-studien-universitaeten-17_5_10.pdf

    Institut für Islam und Dialog e. V. (INID, Said Nursi und Fethullah Gülen verbunden), Hamm – Der Sunna zufolge müssen Frauen ihren ganzen Körper mit Ausnahme von Händen und Gesicht, die Männer mindestens den Teil zwischen Bauchnabel und Knien bedecken. Unumstritten ist auch, dass Männer wie Frauen sich nicht aufreizend kleiden dürfen.

    Im Islam gilt das Gelübde jedes Menschen, ob Mann oder Frau, als bindend. Kein Mensch kann das Gelübde eines anderen Menschen widerrufen. Wer einen feierlich geschworenen Eid nicht hält, muss dafür in angemessener Weise Buße tun.

    Kein Mann ist berechtigt, einen Eid für seine Frau oder seine Tochter zu schwören, und kein Mann kann einen Eid, den eine seiner weiblichen Verwandten geschworen hat, wieder zurücknehmen.

    http://www.inid.de/wissenswertes/58-frau-und-familie-im-islam/126-rechte-und-pflichten-der-frau

    [Mythos grundgesetzlich verbürgte Religionsfreiheit – die gibt es so gar nicht, damit die religiöse Verheiratung neunjähriger Mädchen und die spirituelle Steinigung weiterhin unzulässig bleiben.]

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 4

    (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

    (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

    (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

    http://dejure.org/gesetze/GG/4.html

    TRANSATLANTIC FORUM (In Europa, wo die Scharia noch gilt), 14.09.2005. Michael Kreutz:

    Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht. Es gibt sie darum auch überall dort, wo muslimische Minderheiten sind. Also auch in Europa. Aber allein Griechenland zwingt als einziges Land der EU seine autochthonen muslimischen Bürger dazu, die Scharia zu praktizieren – ob sie es wollen oder nicht.

    Als die zwölfjährige Samiha aus dem thrakischen Komotiní vergangenen März mit einem Glaubensgenossen verheiratet wurde, der in Deutschland lebt, zeigte sich wieder einmal die Unvereinbarkeit des Alltags griechischer Muslime mit der europäischen Gesetzgebung, die die Heirat Minderjähriger verbietet. Samiha zog danach zu ihrem Mann nach Deutschland. Der deutsche Grenzbeamte, der ihre Papiere kontrollierte, wollte nicht glauben, dass ein zwölfjähriges Mädchen verheiratet sein könnte. Als der Fall in der internationalen Presse Schlagzeilen machte, stand Griechenland am Pranger.

    http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

    [Islam pur: Kindbraut Düsseldorf. Griechenland ist EU-Mitglied. Griechenlands Scharia-Familienrecht der türkischen Minderheit gestattet, religiös bzw. ethnoreligiös begründet, das authentisch islamische Prinzip Kindbraut, “sie” war zum Zeitpunkt der Schwängerung 11 Jahre alt, “er” (der GRIECHE namens HASSAN) 20- oder 21jährig]

    EXPRESS (Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby), 11.06.2008. Barbara Kirchner: Zwangsehen in Düsseldorf – das hört sich nach finsterem Mittelalter an. Tatsächlich aber betreut das Jugendamt zur Zeit drei Familien, in denen minderjährige Mädchen (unter 14) verheiratet wurden.
    Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte.

    Doch Hassan N. drückte sich. Auch seine „Gattin“ (heute 14) erschien nicht zum Termin. Sie lebt inzwischen mit ihrer Tochter (1) in Griechenland bei ihrem Großvater.

    An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

    „Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund. „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“

    http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/_artikel_1212758529424.html

    [Ohne Scharia kein Islam. Das islamische Heiratsalter für die Ehefrau beträgt nach Mohammeds Vorbild (seiner Ehe mit Aischa) neun Jahre. Kindbraut Brescia. Brautpreis 17.000 Euro, “sie” 11, “er” 21 Jahre alt] CORRIERE DELLA SERA (Brescia, 11enne serba venduta al marito), 03.07.2008

    http://www.corriere.it/cronache/08_luglio_03/bambina_serba_venduta_brescia_449c2624-48e4-11dd-a3c9-00144f02aabc.shtml

    Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric. Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

    http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

    „It is wrong to say it’s not permitted to marry off girls who are 15 and younger,“ Sheik Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, was quoted as saying. „A female who is 10 or 12 is marriageable and those who think she’s too young are wrong and are being unfair to her.“

    „Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,“ said Al Sheikh.

    http://www.nydailynews.com/news/national/2009/01/14/2009-01-14_senior_saudi_cleric_says_girls_can_marry.html

    Scheich Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich bekleidet in Saudi-Arabien das Amt des obersten Muftis (Großmufti) und des stellvertretenden Justizministers, er trat 1995 die Nachfolge von Abd al-Aziz ibn Baz an und ist ein Nachfahre von Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Er ist Vorsitzender des Ständigen Komitees für Rechtsfragen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Aziz_bin_Abdullah_Al_asch-Schaich

    [Muhamed Seyfudin Ciftci, EZP / ISLAMSCHULE; Pierre Vogel]. wiki „Pierre Vogel“: Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann erklärte bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2007, Vogel habe in einer Moschee in Göttingen die Verheiratung neunjähriger Mädchen gerechtfertigt. Uwe Schünemann bezeichnete diese Einstellung als „abartig“. Im Bericht selbst wird Vogel nicht namentlich erwähnt.

    DIE WELT (Verfassungsschutz entdeckt islamistisches Netzwerk), 24.04.2008. Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2007 berichtete der Innenminister, es werde auch in Niedersachsen zunehmend islamistisches Gedankengut in Moscheen und per Internet verbreitet. So sei im Raum Braunschweig/Wolfsburg und in Hannover ein Salafistisches Netzwerk aktiv – eine radikale Gruppierung, die die muslimische Gesellschaft von „unislamischen Elementen“ reinigen wolle. Hierzu gehörten Menschenrechte, Frauenrechte und die Demokratie. Der Prediger Pierre Vogel – Vertreter dieser islamistischen Strömung – habe zum Beispiel in einer arabischen Moschee in Göttingen die Verheiratung neunjähriger Mädchen gerechtfertigt. „Der Vortrag ist nur als abartig zu bezeichnen“, sagte der Innenminister.

    http://www.welt.de/welt_print/article1933023/Verfassungsschutz_entdeckt_islamistisches_Netzwerk.html

    DER SPIEGEL (Hochzeit unter Zwang), 04.05.2010. Julia Jüttner:
    Die Eltern brachten sie von Hamburg nach Berlin, damit sie dort einen ihr völlig Unbekannten heiratete. Doch die 15-jährige Gymnasiastin konnte einen Hilferuf absetzen, wurde befreit – und kehrte zu ihren Eltern zurück. Die Polizei prüft jetzt Hinweise darauf, dass die Ehe trotzdem vollzogen wurde.

    Nach den Bräuchen der Ethnie, denen das Mädchen zugerechnet wird, gilt die Ehe durch den ersten Geschlechtsverkehr als vollzogen. Traditionell wird dabei mit Schnaps angestoßen, während den Feiernden ein blutiges Bettlaken vorgeführt wird. Das Blut auf dem Laken gilt als Beweis, dass die Braut vor der Hochzeitsnacht noch Jungfrau war – und es nun nicht mehr ist.

    Am 2. Mai soll diese Entjungferung gefeiert worden sein, berichtet die „B.Z.“ Ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte, dass die Ermittlungen diesbezüglich „im Gange“ seien. Es gebe eine Anzeige in Hamburg, dass es zum Geschlechtsverkehr der beiden Jugendlichen gekommen sei. Dieser Umstand stelle jedoch nur dann eine Straftat dar, wenn er gegen den Willen der 15-Jährigen vollzogen worden sei.

    Zwei Tage lang war Ivona in der vergangenen Woche nicht zur Schule gekommen. Einer ihrer Lehrer informierte daraufhin am 27. April die Polizei. Das Mädchen hatte sich ihm in der Vergangenheit anvertraut. Ivona wusste, dass ihre Eltern eine Ehe für sie planten – und wehrte sich dagegen. Gleichzeitig fürchtete sie sich jedoch, von ihrer Familie verstoßen zu werden, sollte sie sich den Wünschen der Eltern widersetzen.

    Tatsächlich war Ivona nicht im Unterricht erschienen, weil ihre Eltern mit ihr nach Berlin gefahren waren.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,692788,00.html

    DER SPIEGEL („Es handelt sich eindeutig um Menschenhandel“), 23.04.2010. Myria Böhmecke (terre des femmes) im Interview mit Anna Reimann:

    SPIEGEL ONLINE: Frau Böhmecke, in Berlin sollen kurdischstämmige Eltern ihre Tochter Jasmin nach der islamischen Eheschließung für 15.500 Euro an die Familie des Ehemannes verkauft haben. Mittlerweile hat sich die 15-Jährige, die nun schwanger ist, von ihrem Mann getrennt, er soll sie geschlagen haben. Ist es eine Ausnahme, dass in muslimischen Familien in Deutschland Brautgeld gezahlt wird?

    Böhmecke: Nein, das ist nach meiner Erfahrung nicht unüblich. Genaue Zahlen sind aber schwierig zu ermitteln, weil die zwangsverheirateten Mädchen, die sich bei „Terre des Femmes“ melden, oft nicht wissen, ob Geld für sie geflossen ist. Die Familie des Bräutigams zahlt das Geld unter anderem als Kompensation für die Arbeitskraft, die der Familie der Braut verlorengeht, wenn die Frau aus dem Haus geht.

    SPIEGEL ONLINE: Kann Brautgeld Frauen auch helfen – etwa wenn sie sich von ihrem Mann trennen?

    Böhmecke: Ursprünglich war das Brautgeld, die sogenannte „Mahr“, bei islamischen Eheschließungen tatsächlich als Absicherung für die Frau gedacht, im Falle einer Scheidung. Die Frauen haben von dem Geld oft Goldschmuck gekauft. Mittlerweile kommt es aber häufig nur ihrer Familie zugute.

    SPIEGEL ONLINE: Die Berliner SPD-Politikerin Bilkay Öney zeigte sich zutiefst erschrocken über den Fall von Jasmin. „Eine Braut zu verkaufen, ist tabu in Europa. An so etwas mag ich gar nicht denken, das gibt es nicht einmal in der Türkei“, sagte sie. Ist diese Einschätzung realistisch?

    Böhmecke: Das ist eine vollkommene Fehleinschätzung. Zwangsehen sind in der Türkei immer noch sehr verbreitet – und häufig fließt dann wohl auch Geld. Dass ein Mädchen minderjährig verheiratet wird, passiert ebenfalls häufig, auch wenn die Gesetze der Türkei das ebenso verbieten wie in Deutschland.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,690766,00.html

    [Dein Wohlergehen im Diesseits und Jenseits rechtfertigt dein totales Wohlverhalten. Islam ist jenseitszentriertes Recht (Scharia) und heilssichernde Gerichtspraxis (Fiqh). Die religiös begründete, dabei sowohl den USA (Schariafreund Abdullahi an-Na’im) als auch Europa (Proislamisten Rowan Williams, Christian Giordano, Mathias Rohe) drohende Rechtsspaltung wird im Personenstandsrecht bzw. Familienrecht beginnen.]

    A DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS. Mustafa Ceric: (f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

    http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

    [Der von den deutschen Politikern nicht zuletzt der CDU / CSU hofierte Imam von Penzberg Bajrambejamin Idriz, Künstlername Benjamin Idriz, korrespondiert mit Yusuf al-Qaradawi und studierte im Fernstudium Scharia an der Lehrstätte der europäischen Muslimbrüder, am Institut Européen des Sciences Humaines (IESH). Château-Chinon ist eine Stadt im Département Nièvre und liegt in der französischen Region Burgund (Bourgogne).]
    Dipl.-Theol. Benjamin Idriz, geb. 1972 in Skopje, Gymnasium in Damaskus, Studium an der Europäischen Fakultät für Islamische Studien (IESH, Château-Chinon, Frankreich), Magister in Islamischer Theologie an der Al-Ouzai-Universität Beirut, seit 1995 Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg. Quelle: Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur e. V.

    http://www.freunde-islamischer-kunst.de/2010/10/buchertipps-quer-durch-die-buchhandlung/

    DER SPIEGEL (Muslimischer Geistlicher im Zwielicht), 02.06.2010. Andrea Brandt und Conny Neumann: Idriz hat demnach von 1994 bis 1998 bei einem Privatinstitut im französischen Château Chinon ein Fernstudium belegt. Idriz nannte die Einrichtung auf Nachfragen unproblematisch. Sein Studium sei in keiner Weise islamistisch beeinflusst gewesen, zudem habe er sich nie persönlich in dem Institut aufgehalten.

    Doch das Privatinstitut genießt bei Insidern einen höchst zweifelhaften Ruf. Unterstützt mit Geld aus den Golfstaaten und Saudi Arabien soll dort der Vorrang der Scharia vor weltlichem Recht gelehrt werden. Den wissenschaftlichen Rat der Einrichtung führt Scheich Jussuf al-Karadawi an, der schon mal Selbstmordattentate rechtfertigte.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,696630,00.html

    Imam Benjamin Idriz. 1994 Islamisch-theologisches Gymnasium in Damaskus; Abschlussdiplom über die Emanzipation der Frau im Islam; 1994-1998 Fernstudium bei der Europäischen Fakultät für Islamische Studien (IESH, Château-Chinon, Frankreich); 2000 Magister in Islamischer Theologie an der Al-Ouzai-Universität Beirut/Libanon; seit 1995 Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. Quelle: Islamisches Forum Penzberg

    http://www.islam-penzberg.de/179801.html

    [NRW-Verfassungsrichter Michael Bertrams durchschaut den gesetzgeberischen Anspruch Allahs und will das säkulare One Law For All] Christliches Medienmagazin pro (Richter: Scharia nicht gesetzeskonform), 04.09.2009
    Teile des islamischen Gesetzes sind nicht mit den Grundwerten der deutschen Verfassung vereinbar. Dies erklärte der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, am Mittwoch bei einem Vortrag in Münster. …
    Der Islam und das islamische Recht, die Scharia, seien dagegen in manchen Teilen nicht mit den Grundwerten der deutschen Verfassung vereinbar, so Bertrams weiter: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. “Dies widerspreche sowohl dem Gleichheitsgebot als auch der Menschenwürde, dem höchsten Wert des Grundgesetzes. „Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“, so der Verfassungsrichter laut einer Mitteilung der Evangelischen Kirche Westfalen. Wenn eine muslimische Frau darauf beharre, ein Kopftuch zu tragen, schließe dies ihre Eignung für den Beruf der Lehrerin an einer staatlichen Schule aus.

    http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Bid%5D=2381&news%5Bimage%5D=1&news%5Baction%5D=detail

    [Damit die freiheitliche Demokratie trotz einer zunehmend hart agitierenden Scharialobby erhalten bleibt, erinnere man sich an Hildegard Hamm-Brücher. Die FDP-Politikerin mahnt alle politisch Verantwortlichen zum aufrechten Gang und prangert den Fraktionszwang an.] Quelle: SÜDDEUTSCHE (Das bestrafte Gewissen), 17.03.2008

    Was erwartet Abgeordnete, die ihr Recht auf freie Entscheidung wahrnehmen? Erinnerungen an 1982 aus Anlass des Falles Dagmar Metzger.
    Die Folgen meiner eigentlich plausiblen, zumindest ernstzunehmenden Begründung habe ich bis zum freiwilligen Ende meiner politischen Karriere zu spüren bekommen. Bis 1990. Vier Jahre davon verlebte ich in einer Art „liberalem Strafvollzug“. Ich erhielt keinen Ausschuss-Sitz, keine Redezeit, keine Beteiligung an sonstigen parlamentarischen Aufgaben, jede Menge Nadelstiche im innerfraktionellen Umgang.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/fraktionszwang-und-abweichler-das-bestrafte-gewissen-1.284671

    ———-

  3. Exekias Says:

    Monika Maron weiß:

    „Die Frage heißt eben nicht: Gehört der Islam zu Deutschland? Sondern: Wollen wir, dass der Islam die Stellung der Religionen in Deutschland verändert? (…)

    So ist es aber nicht. Stattdessen lässt sich die deutsche Gesellschaft, die längst nicht nur aus angestammten Deutschen christlichen Glaubens besteht, Vereinbarungen und sogar Gesetze abhandeln, weil einer zugezogenen Religion die allgemeine Religionsfreiheit nicht genügt und sie darum den Alltag aller Bewohner dieses Landes zu verändern sucht. (…)

    Vor allem aber hat der Islam den in diesem Land üblichen Umgang mit der Religion außer Kraft gesetzt. Wir alle, Christen, Juden, Orthodoxe, Atheisten, sind gezwungen, fast täglich über den Islam zu sprechen und nachzudenken, wir sollen den Koran lesen und die Hadithen, damit wir den Islam verstehen lernen. Aber ist es nicht unser Recht, vom Islam nichts zu verstehen und nur zu erwarten, dass wir von ihm nicht mehr behelligt werden als von allen anderen Religionen?“

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,751138,00.html

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