Bürgerin Muslima

Ein Lied gegen die Burka! Umdichtung zu Klaus Hoffmann: Blinde Katharina. Liederliche Satire auf ein angeblich politisch „linkes“ Bekenntnis zur Heilsverlagerung in den Bereich des radikal Fremdartigen, zur gewünschten zunehmenden Geistlosigkeit und zum Misstrauen in die eigene Weltwahrnehmung, das nicht davor zurückschreckte, Menschen mit Sinnesbehinderung als infantil zu definieren. Die Burka ist ein textiler Kerker, ein Stoffgefängnis, eine Einzelzelle auf Freigang. Wie Sklavenkette und Henkerbeil, so gehören auch Niqab und Burka ins Museum.

Die Burkamuslima

Gesungen von Gruppe pik

Sie trägt unter ihrer Burka

heiße Wäsche für die Nacht,

wo sie geht, ist immer Schweigen,

da sie nie redet oder lacht.

Ihre Augen sind die Hände,

sie erkennt dich durchs Gehör,

in ihrer Welt sind viele Wände,

die sieht sie bloß nicht mehr.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Sie lehrt mich aus der Stille,

wie man betet, wie man schweigt,

und zeigt aus frommer Fülle,

weder Zorn noch Heiterkeit.

Wenn sie liebt, dann ist nur Liebe,

wenn sie hasst, dann ist nur Hass,

sie lässt andre für sich leben

mit unbegrenztem Spaß.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Moslems sind wie Kinder,

deren Herzen man zerbricht,

sie wollen auch in Deutschland

mehr Scharia am Gericht.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Gitarre:

d A A7 d

F B g A7.

d A A7 d

F B g A7

d d A d

d d A d

F F g d,A7

d d A7 d

***

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3 Antworten to “Bürgerin Muslima”

  1. Widderhorn Says:

    „Ich weiß nicht, ob du spürst, dass irgendwas nicht stimmt“ … Die Achtundsechziger Als-ob-Ethik („Nun, mit Betroffenheit“) und die heutige erstaunenswert gewaltbereite Verteidigung von Kopftuch und Scharia – ein weites Feld.

    Da merken zwei Menschen was:

    Silke: „Dort steht nämlich: „Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht, sie wollen auch im WInter nur ans Licht, nur ans Licht“
    Also, wenn ich das so lese, dann denke ich immer, so kann man es doch nicht einfach behaupten, klingt so bemitleidenswert, was ein Blinder wohl dazu meinen würde?“

    Sina236: „was ich von dem texstück nun halte? nun, ich sehe sehbehinderte, die sind aber nicht wie kinder. sie sind ganz wie wir, nur dass sie den sehsinn durch die höherausbildung der anderen sinne ersetzt haben. oft erfühlen, erriechen, erspüren sie ganz andere dinge, als wir, die wir nur mässig oder flüchtig hinblicken. insofern ist die textzeile sowohl schwachsinnig, als auch anmaßend. hmmm, naja ist nur mein persönlicher eindruck. jeder empfindet das ja auch anders. ich hätts so nicht gesagt.“

    http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2891727/blinde-Katharina.html

    Darstellung behinderter Menschen in Songs und Liedern

    Ulrich Zeun, Dortmund

    # Blinde Katharina / Klaus Hoffmann
    # Blue, Johnny Blue / Lena Valaitis

    Zeun systematisiert die Darstellung von Behinderung in Liedern bemerkenswert gründlich, Zitat:

    Versuche, Behinderung als etwas Normales, Positives darzustellen

    Ein anderer Ansatz der Texter ist, nicht die Diskriminierungen behinderter Menschen darzustellen, sondern versuchen möglichst neutral oder positiv diese zu beschreiben. Ich sage bewußt versuchen, weil meistens die eingefahrenen Sprachklischees oder landläufigen Denkmuster doch wieder auftreten. (…)

    In „Blinde Katharina“ von Klaus Hoffmann soll zwar ein positives und reales Image, oberflächlich ein positiver Gesamteindruck vermittelt werden („Ihre Augen sind die Hände, sie erkennt dich durchs Ge hör“; „sie lehrt mich aus der Stille, wie man wartet, wie man schweigt …“), doch eigentlich sieht auch er Blinde nicht als erwachsene Menschen an („Blinde sind wie Kinder, deren Herzen man zerbricht“), nimmt sie also nicht für ganz voll, gleichwertig. Klischees, z.B. daß Blinde besonders gefühlsbetont sind und in Dunkelheit und Stille leben (schon in der Liedersammlung W. Kleins zu Haufe zu finden [s.o]) – ein trauriges Leben also!? – werden „platt“ aufgetischt („Wenn sie liebt, dann ist nur Liebe, wenn sie haßt, dann ist nur Haß…“, „für sie ist immer nur Schweigen …“, „Sie wollen auch im Winter nur ans Licht“).

    Die beiden letzten Lieder weisen jedoch gleichzeitig – wie gesagt, trotz ihrer Bemühungen, realistisch zu bleiben – Elemente der nächstmöglichen Kategorie auf:

    Überhöhte Darstellung (Überkompensation durch besondere Fähigkeiten)

    Zitatende, soweit Zeun.

    http://www.sehgeschädigte.info/beh_lied.htm

    Hier diskutiert man über den literarischen Umgang mit chronisch zunehmendem Sehverlust, ansteigender Blindheit

    sim
    13.05.2007, 13:47
    Hallo Rick,

    die sehenden Blinden am Ende sind mir ein bisschen zu dicke, auch wenn Klaus Hoffmanns Lied über die blinde Katharina sehr schön ist. Der Gedanke ist leider so ein Sterotyp.

    http://www.kurzgeschichten.de/vb/archive/index.php?t-34826.html

  2. Citizen Says:

    Naika Foroutan mitverantwortet die MERCATOR-organisierte „Junge Islam Konferenz“. Heute (29.03.2011) fordert sie die Entsendung von Jugendlichen in die Deutsche Islam Konferenz (DIK). Auch die „Einrichtung staatlich-muslimischer Dialogformen auf kommunaler Ebene“ gehört zu den Forderungen der Jungen Islam Konferenz.

    Die Beschwichtigung der Prozesse der Abschottung des „reinen“ (muslimischen) Kollektivs im werdenden europäischen Kalifat nennt man völlig korrekt „gemeinsam Heterogenität fördern“. Dass die Scharia gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstößt und nicht reformiert oder demokratisiert werden kann, ist Naika Foroutan und ihren sich wissenschaftlich gebenden Mitstreitern nicht mehr so wichtig.

    Verteidiger der säkularen Bürgerrechte und Islamkritiker sind künftig ja vielleicht als antisozial zu brandmarken, denn: „der Zusammenhalt ist wichtig“.

    http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/110328_JIK_Empfehlungskatalog_final_WEB.pdf

    Schariatisierung à la Stiftung Mercator. Junge Leute diskutieren über den Islam: „Die 17- bis 23-Jährigen simulieren die Deutsche Islam Konferenz (DIK)“

    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Themen/Gesellschaft/Religion/2011-02-20-junge-islamkonferenz.html

  3. Carcinòl Says:

    #Widderhorn
    „Ich weiß nicht, ob du spürst, dass irgendwas nicht stimmt“

    ::

    Ich weiß nicht, ob du spürst, dass irgendwas nicht stimmt,
    und dass das Gerede uns die Angst nicht mehr nimmt.
    Wir leben Tag für Tag im gleichen alten Trott,
    wir schließen uns’re Augen und vertrauen auf Gott.
    Wenn einer auf den Knopf drückt, dann ist es schon zu spät,
    dann ist das die Sekunde, in der die Welt vergeht.
    R.: Ja, ich kann nicht mehr schweigen, so hört mich doch an:
    ich seh‘ die Welt sich neigen vor Sonnenuntergang.

    Die Menschen sind so klug, sie fliegen schon zum Mond,
    doch wissen sie nicht, wer neben ihnen wohnt.
    Sie reden von der Freiheit und meinen Hass und Krieg,
    sie reden nur von Frieden und meinen ihren Sieg.
    Von all den großen Worten versteh‘ ich nicht sehr viel,
    von all den hohlen Phrasen zeigt keine uns ein Ziel.
    R.:

    Ich denke an Ungarn, an die Mauer in Berlin,
    ich denke an Saigon und ich sehe keinen Sinn.
    Wer Hass sät erntet Tränen, Alabama, Tennessee,
    die Menschen brauchen Gleichheit, darum kämpft für sie.
    Ich habe keinen Mut mehr, wer weiß, wohin es treibt,
    ich weiß nur, daß nur wenig, nur wenig Zeit uns bleibt.
    R.:

    (Friedenslied im typisch alternativkulturellen Stil der Siebziger Jahre, Mitte der Achtziger beispielsweise in der evangelischen pfadfinderischen Jugendarbeit in Koblenz (Rheinland-Pfalz) bekannt. Der heute offensichtlich kaum irgendwo dokumentierte Text war wohl immer schon etwas holprig gegen das melodiebedingte Rhytmus-Schema und daher in einigen Worten auszugleichen (das in den damaligen Jugendgruppen übliche weiter und weiter Vermitteln von Liedertexten nach dem Hören sowie das Handabschreiben mögen ihren Teil dazu beigetragen haben). Ob jemand die Herkunft des Texts kennt, vielleicht ist er ja übersetzt aus einer älteren englischen Fassung? Zum Lied vgl. auch aus Österreich aus dem Umfeld des Anton Afritsch Kinderdorfes am Steinberg)

    http://home.arcor.de/numquam/kuenste/LiederV.html

    ::

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