Salafismus und Verbandsislam

السلف لصالح

as-salaf aṣ-ṣāliḥ

Die rechtschaffenen Altvorderen

Purify and Educate

Bärte, Burkas, Betproteste. Zu leben wie die korrekt handelnde Urgemeinde, den verwehenden Fußspuren des Propheten und der rechtgeleiteten Altvorderen (as-salaf aṣ-ṣāliḥ) genau nachzufolgen ist das Anliegen der Revivalisten oder Salafisten. Von Edward von Roy.

Inhalt

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al-barāa

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: ḥisba

3. Frommheit oder Frevel? Tauhid oder Schirk?

4. Der Taghut, der Götze

5. Das salafistische Doppelprogramm: Reinigen und Erziehen (at-taṣfīya wat-tarbīya)

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

7. Die postmodernen Erklärer des Weges: Mit Abdullahi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al-barāa

Was wörtlich Solidarität und Abkehr oder Loyalität und Lossagung heißt, al-walā wal-barāa,[1] meint die engagierte Muslimsolidarität in Verbindung mit der spürbar umzusetzenden Auffassung, alles Nichtislamische als beliebig beziehungsweise als unsittlich zu bewerten, als unbedeutend, unmoralisch und letztlich als teuflisch. Walā wal-barāa ernst nehmen, bedeutet Allah als Souverän einzusetzen. Islam muss irdisches Königreich werden. Weil nach wie vor kein Imam gegen Scharia und Fiqh predigt, ist diese Haltung noch nicht einmal „Islamismus“, sondern Islam.

Der echte Islam versteht sich als jenseitszentriert. Letztlich bedeutsam ist nicht das Diesseits (ad-dunyā), sondern das Jenseits (al-āḫira), sind Hölle (ǧahannam) und Paradies (ǧanna).

Das deutsche Grundgesetz und die davon abgeleiteten Verordnungen klären das friedliche Zusammenleben und verzichten auf eine Zuweisung in ewiges Feuer und paradiesischen Garten. Der fehlende himmlische Ursprung unserer Rechtsfindung bringt den Muslim in Loyalitätskonflikte und mutet ihm sogar, mit dem abverlangten Bekenntnis zur Gesetzestreue, Götzendienst zu.

Das muslimische Meidungsverhalten der geheiligten Lossagung (al-barāa) wird mit der angeblich vollkommenen Gebrauchsanweisung für ein gelingendes Leben, mit dem Koran (5:51) begründet:

Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.

Besonders konsequent ausgelegt wird das Verhalten der Meidung weltweit von den medinensisch bzw. urgemeindlich orientierten so genannten Salafisten, die sich heutzutage auf unter Sunniten weltweit hoch angesehene Gelehrte wie den saudischen Großmufti Abd al-Aziz ibn Baz (1910-1999) oder Scheich Salih al-Fauzan (* 1933) berufen.

Scheich Bin Bāz fordert alle Muslime dazu auf, jede etwa vorhandene freundschaftliche Beziehung zu einem Nichtmuslim abzubrechen, die nicht dem Konversionsgeschehen zum Islam dient. Scheich al-Fauzān präzisiert dahingehend, dass der Muslim verpflichtet sei, alle Nichtmuslime zu hassen.

Mit Scheichen wie al-Fauzān und Bin Bāz lässt sich das islamische Prinzip al-walā wal-barāa übersetzen: Lieben für Allah, Hassen für Allah.

Diese religiös begründete Abschottung steht einem Bemühen um Integration allerdings entgegen.

Zusammengefasst: Die islamrechtliche Vorgabe und muslimische Verhaltensnorm al-walā wal-barāa sichert den Umgang des aus orthodoxer Sicht als sittlich höherwertig geltenden Muslims mit einem Nichtmuslim. Dabei ist eine vorschriftsmäßige muslimische Solidarität mit einem kalten Desinteresse an den Nichtmuslimen und ihren als verachtenswert einzustufenden typischen Verhaltensweisen zu verknüpfen, um das Wohlergehen der Umma, der muslimischen Weltgemeinde, und das persönliche jenseitige Heil zu gewährleisten. Alles, was nicht als „islamisch“ angesehen werden kann, ist, sofern es den Islam nicht bekämpft, unwichtig und sicherheitshalber zu meiden. Was Islam und Islamexpansion im Wege steht, kann umgangen oder beseitigt werden. Das Recht der Muslime, überall auf der Welt „zum Islam einzuladen“, sprich: für den Islam zu missionieren (da’wa, Islammission), darf kein Nichtmuslim behindern.

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: ḥisba

Islam ist keine Theorie oder nur auf den persönlich-innerseelischen Bereich der Spiritualität beschränkt, sondern öffentlich nachvollziehbare Glaubenspraxis. Die wahre Religion zu leben, heißt, die Scharia ständig durchzusetzen. Zum Ausüben dieser ḥisba ist jeder Muslim verpflichtet, ob als Profi oder Amateur.

Wer den Islam im gottlosen Europa aktivieren will, ist berechtigt, Druck auf den Pflichtvergessenen auszuüben, sobald in Erfahrung gebracht wird, dass der Schludrige Sohn eines muslimischen Vaters ist. Diesen „Bruder“ darf man in frommer Sorge („Bruder, du bist ein schlechter Bruder“) darauf aufmerksam machen, dass seine Tochter mit offenen Haaren durch Brüssel oder Frankfurt spaziert oder ihr Kopftuch nicht züchtig genug bindet. Was Istanbul im salafistischen Sommer 2010 erlebte, nämlich dass ein glaubensbewegtes Rollkommando von Bärtigen unter „Allahu akbar!“-Rufen mit Knüppeln auf Gartentische, darauf befindliche Getränke und Galeriebesucher einschlug,[2] ist konsequente ḥisba: Das Gute gebieten, das Schlechte verbieten (Enjoin what is good and forbid what is wrong).

Grundlage der Hisba-Tätigkeit ist Allahs Befehl, wie er dem einerseits von Natur aus (fiṭra) als Muslim geschaffenen, andererseits ohne göttliche Rechtleitung orientierungslos bleibenden Menschen im Koran (3:110) dokumentiert worden ist:

Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrecht, und ihr glaubt an Allah. Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Nach islamischem Verständnis war es Allah, der zu den Propheten Adam, Noah, Abraham, Moses und Jesus sprach, erst die Rabbiner und Priester haben das fehlerhaft ausgelegt und erdreisten sich in noch späterer Zeit, Mohammeds prophetische Sendung nicht anzuerkennen, die Dawa (Einladung) zum Islam nicht anzunehmen. Juden gelten im Islam grundsätzlich als Verfälscher der Schrift, Christen als die Überlieferer der verfälschten Schrift.

Seinen Mitmuslimen muss der Einzelne beweisen, dass er die Maßgaben von Koran und Sunna durchzusetzen bereit ist, denn wer keine ḥisba praktiziert, gehört der Umma, der muslimischen Weltgemeinde, wahrscheinlich gar nicht mehr an.

Wer unter Beweis stellen möchte, dass er die Last des ehrenamtlich oder professionell tätigen islamischen Moralpolizisten im Sinne der Hisba auf sich genommen zu hat, zeigt dies durch Anlegen der so genannten islamischen Kleidung. Männer, die sich in frühmittelalterlich wirkende Gewänder hüllen, sind damit alles andere als eine folkloristische oder karnevalistische Gruppe, sondern dürfen als Wächter der bis zum Ende der Welt, bis zum Tag der Auferstehung (yaumu l-qiyāma) gültigen Praxis von Sunna und Scharia den Gehorsam jedes Muslim verlangen, die korrekt „bedeckte“ Frau (Ganzkörperschleier, am besten Gesichtsschleier) gehört zu den Alphaweibchen, die die Unverschleierte bemitleiden und verachten darf.

Wer durch altarabischen Kittel, gehäkelte Kappe bzw. das saudische, rot-weiß karierte Kūfiya-Tuch (für uns Mönchengladbacher ist das auch „šimāġ“ genannte Tuch bei ZAMZAM Islamic Shop erhältlich für nur 9,00 €)[3] oder langen Bart öffentlich verkörpert, „den Islam“ zu praktizieren, und das gar in der Nähe eines Scheichs mit Studium in Medina, der hat offensichtlich viel „islamisches Wissen“, und dieses Wissen nicht zu beherzigen könnte deine Seele, inschallah, mit einiger Wahrscheinlichkeit für immer in das Feuer der Hölle hinab stoßen.

Kernbereich des Durchsetzens eines islamisch korrekten Lebens ist die Rolle der Frau, deren Körper im Islam von Natur aus anders zu bedecken ist als der männliche.

3. Frommheit oder Frevel, Tauhid oder Schirk?

Als schlimmste Sünde gilt im Islam der Angriff auf den von Mohammed verkündeten Eingottglauben (tauḥīd).[4] Dabei ist die im Tauhidbegriff enthaltene Geschlossenheit von dreierlei Art: unteilbarer Gott, unantastbare sittliche Norm (Scharia) und unteilbare muslimische Weltgemeinde (Umma). Da der bisherige Islam sich weigert, Religion und Staat zu trennen, kann islamische Frömmigkeit niemals deine Privatangelegenheit bleiben, sondern ist durch dein Einschwenken in die Gemeinschaft der praktizierenden Muslime zu verwirklichen. Wer unislamisch lebt, zeigt, dass er Allahs Allmacht angreifen möchte. Der schariakritische Gedanke lästert Gott.

Genau genommen könnte bereits dein lässiges Berücksichtigen eines unislamischen Aspekts versehentliche Huldigung des Teufels sein. Um derlei Polytheismus (širk) zu vermeiden und niemanden außer Allah zu verehren, treten die Anhänger der Urgemeinde, die Salafisten, in einen Wettbewerb, den Alltag als den Bereich des islamrechtlich Erlaubten und Verbotenen genauer und immer noch genauer auf etwaige Spuren der Verunreinigung zu kontrollieren. Jede Nachlässigkeit zieht die Teufel heran und gefährdet das Seelenheil. Ein besonderer Ehrgeiz muss es jedem Salafi sein, einerseits sich und seinen Angehörigen schmerzlich viel zu verbieten, andererseits jedoch nichts zu verbieten, was nicht auch die Gottheit verboten hat, denn ein Gebot oder Verbot zu erlassen steht schließlich nur dem Souverän zu, Allah.

Da ein Zerfallen der Umma in Fraktionen oder politische Parteien den Anspruch des tauḥīd nicht weniger angreift als es die Erfindung eines zweiten Gottes tun würde, kann es im ernst genommenen Islam kein Mehrparteiensystem geben und ist, Teheran oder Dschidda handeln hier bereits vorbildlich islamisch, übermäßige Kritik an der Regierung als Gotteslästerung einzustufen. Was hierbei Übermaß oder Maß ist, Kritik ist im elitären islamischen Regieren (Schura) angeblich erwünscht, bestimmen Großmufti oder Ayatollah; der Endverbraucher braucht im Islam nicht so viel zu denken.

Dass die Schura nur innerhalb der von Allah gesetzten Grenzen der dem menschlichen Verstehen enthobenen Scharia entscheiden kann, versteht sich von selbst. Hoch wahrscheinlich hat von zwei Gläubigen der Radikalere recht. Allahs „schöne“ sittenpolitische Daumenschraube nennt sich Flexibilität der Scharia, wie der sich Abu Talut nennende Vietnam-Veteran Sulaiman A. Dawood schwärmt:

In fact the beauty of the Sharia of Al Islam is its flexibility. The Sharia is a framework appropriate for all times, all places and all peoples.[5]

Der Angriff auf den Eingottglauben wird also Schirk genannt,[6] das bedeutet Beigesellung.[7] Wer den Schirk betreibt, stellt jemanden neben den Schöpfer der Welt und sekündlichen Bewahrer des Universums, neben Allah, und ist demzufolge ein Polytheist (mušrik, Pl. mušrikūn), ein verachtenswerter Mensch, der vielleicht als Harbi einfach so enteignet oder getötet werden kann.

Andere Schariagelehrte meinen, dass ein niemals von der wahren Prophetie Abrahams erleuchteter Mensch, ein Hindu beispielsweise, noch nicht einmal des Begehens von širk fähig sei. Dieser Auffassung, dass nur ein Muslim oder ein anderer Monotheist Schirk betreiben kann, steht allerdings der klassisch islamische Ansatz der fiṭra entgegen, dem Erschaffensein auf Allah hin, jene Lehre, nach der sowieso jeder Mensch von Geburt an Muslim ist und erst seine Eltern ihn zum Christen, Juden oder Zoroastrier erziehen.

Weil derlei Fragen von einem Durchschnittsmuslim nicht zu klären sind, hat die Elite der Islamdeutung stets ausreichend zu tun und werden Scheich und Mufti nicht arbeitslos. Den Nichtmuslimen erzählt man unterdessen, im Islam gebe es gar keinen Klerus.

Der in ständiger Angst vor ins Höllenfeuer führenden irdischen Fehltritten befindliche nichtsäkulare Muslim bleibt von den Welterklärern abhängig, die Torwächter sind an den Pforten des Paradieses. Der einstige finstere Club-Türsteher kann sein Tun bei den längst in jeder europäischen Großstadt tätigen Salafisten veredeln und Karriere als Himmelswächter machen, der bald seiner Ehefrau sagen darf, dass sie ohne „freiwillig“ getragenen Niqab die Pforte ins Paradies niemals geöffnet vorfinden wird; insofern mag er das mit jedem Hüteamt verbundene explizite Versperren des Weges („Du kommst hier nicht rein!“) beibehalten.

Dass die Christen mit ihrem Jesus Gott einen zweiten Gott zur Seite stellen, wird unter orthodox argumentierenden Muslimen seit nahezu 1.400 Jahren ganz selbstverständlich angenommen, ein Ansatz, auf den sich der salafistische Star-Prediger Pierre Vogel (Abū Hamza) gerne beruft, der Konvertiten nicht zuletzt mit dieser angeblich einzig stimmigen Betrachtung der Figur des Jesus von Nazareth für den Islam gewinnt.

Judentum und Christentum gelten im Islam als von Gott aufgehoben, als überholte Prototypen der wahren Religion, die Gott (Allah) den Menschen allerdings erst mit Mohammed in ihrer ganzen Fülle kundtat, nun endlich mit der Lizenz zum Dschihad. Jesus durfte noch nicht töten.

Beigesellung, den an der Gottheit Frevel übenden Schirk, betreibt aus Sicht besonders radikaler Salafisten eigentlich bereits der Demokrat, der von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, denn zum einen steht der gewählte Bürgermeister, Minister oder Präsident dreist neben der Gottheit wie ein Zweitgott, zum anderen beansprucht der Wahlsieger, was eigentlich noch viel schlimmer ist, durch sein Mitwirken an der Entstehung von Gesetzen einen Teil der Herrlichkeit Gottes.

Im orthodoxen (politischen) Islam ist das Volk eben nicht der Souverän: Nur Allah ist berechtigt, Gesetze zu schaffen. Jeder Teilnehmer an einer nicht dem Schariavorbehalt unterliegenden Wahl wird daher zum Ketzer (mušrik). Die radikale salafistische Seite At-Tawhid wal-Ikhlas bat ihre muslimischen Leser 2010 mit der Abhandlung Der Schirk der Wahlen am Wahltag zu Hause zu bleiben, jedenfalls den Sündenpfuhl namens Wahlbüro und Wahlkabine zu meiden. Glaubensbewegt ruft sie zum Boykott der nichtislamischen Gerichtsbarkeit auf: Der Schirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht.[8]

Dass jeder, der bewusst Schirk begeht, dem Unglauben (kufr) dient und eigentlich bereits ein Ungläubiger (kāfir) ist, ein Islamapostat, versteht sich von selbst. Der Abtrünnige (murtadd, zu: Apostasie, ridda) hat drei Tage Zeit, seine Meinung zu ändern, bevor er aus dem harmonischen Miteinander auf Dauer zu entfernen ist (getötet werden muss). Purify ist das Säubern der Gesellschaft von unislamischen Elementen, was seit den Tagen des Propheten den Mord integriert.

Die Hanbaliten sind die zahlenmäßig kleine, auf der arabischen Halbinsel vertretene Rechtsschule (maḏhab, Pl.: maḏhāhib), die nach dem im Jahre 855 verstorbenen Ahmad ibn Hanbal benannt wird. 855 ist für Salafisten das Datum, ab dem keine schariarechtlichen Änderungen mehr akzeptiert werden. Da sie Hanbals Gedanken fortsetzten, werden die Altväter des Islamismus Ibn Taimīya (1263–1328) und al-Wahhāb (1703-1792) berechtigt als vormoderne Salafisten beschrieben.

Wie der letzte Rechtgeleitete, Ahmad ibn Hanbal es vorlebte, werden von den heutigen Salafisten die drei (anderen, großen) sunnitischen Rechtsschulen als überflüssig zurückgewiesen. Statt von Rechtsschule sprechen Salafis auch lieber vom islamischen „Standpunkt“, Minhadsch (minhāǧ, der einfache, klare Weg, aṭ-ṭarīq al-wādiḥ as-sahl) oder, nahezu synonym, vom Manhadsch (manhāǧ, der einfache, klare Weg und die Sunna). Die Prophetenbegleiter brauchten schließlich keiner Rechtsschule zu folgen, und ihre verwehenden Fußspuren gilt es heute, als Muslim getreu nachzuschreiten auf dem theologischen „Standpunkt der Gefährten“ (al-manhāǧ aṣ-ṣaḥāba).

Manhadsch ist Sunnagehorsam und Scharialehre, SalafiMedia sagt: Der Dīn des Islām und seine Methode.[9] Pierre Vogel bezieht sich regelmäßig auf den Begriff vom Manhadsch.[10] Ganz schlicht, einfach (sahl, easy) reden Salafisten über sich selbst als Muslime.

Solange die Islamverbände, von DITIB über Millî Görüs (IGMG) bis zum VIKZ, die Scharia nicht überwunden haben, sprich: abgelegt haben, so lange ist das gottesfürchtig-traditionsbewusste Selbstverständnis und jugendbewegt revolutionäre Lebensgefühl einer erneuerten ḥanbalīya, der in aller Genauigkeit erneuerten hanbalitischen Rechtsschule, der authentische Islam.

Und um nichts anderes als um die aktualisierte Hanbaliya handelt es sich bei dem, was in aller Welt ganz verlegen „Salafismus“ genannt wird. Der Revivalismus oder Salafismus IST der eigentliche Islam, und muslimischer Nichtsalafist ist nur ein anderes Wort für denjenigen, der seine Scharia vernachlässigt, das Gegenteil jedenfalls müssten Muslimbrüder und Erbakan-Anhänger, ZMD und Islamrat uns erst noch beweisen.

4. Der Taghut, der Götze

Was in vorislamischer Zeit schlicht Gottheit bedeutete und im ältesten Islam nichtfigürlicher Götze, Taghut (ṭāġūt, Pl. ṭawāġīt), verwandelte sich für Ayatollah Chomeini ebenso zu einem institutionellen, vornehmlich administrativen Dämonen wie für den türkeistämmigen Gründer der Bewegung Kalifatstaat (Hilafet Devleti), Cemaleddin Kaplan.[11] Ob Gerichtsbarkeit oder Stadtverwaltung, Bildungsministerium oder Erziehungsberatung, für Chomeini und Kaplan war das alles ṭāġūt, Götze, und wurde jeder Nutzer dieser Angebote zum Götzendiener.

In Sure 4:76 ermuntert der Schöpfer und Ernährer des Universums seine Parteigänger zum Kampf „auf dem Wege Allahs“ (fi s-sabīlu l-Llāh) gegen die Lobbyisten Satans:[12]

These who believe fight in the way of Allah and those who disbelieve fight in the way of the devil. Fight then against the friends of Satan;

Die anonym betriebene, dezidiert wahhabitische Seite Aṣlud-Dīn al-Islāmī konnte sich auf das Buch der Bücher berufen und den Koran heranziehen, als sie im Kapitel Der Taghut die in Deutschland wohnhaften Muslime zum engagierten Kampf gegen den Götzen aufrief:[13]

Die da glauben, kämpfen für Allāhs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Tāghūt; darum kämpft gegen die Anhänger des Satans! Wahrlich, die List des Satans ist schwach. (4:76)

Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (, der da predigte): „Dient Allāh und meidet den Tāghūt.“ Dann waren unter ihnen einige, die Allāh leitete, und es waren unter ihnen einige, die das Schicksal des Irrtums erlitten. (16:36)

Und diejenigen, die den Tāghūt anzubeten scheuen und sich zu Allāh wenden – für sie ist die frohe Botschaft (bestimmt). (39:17)

Dieselben Gottesfürchtigen lassen uns wissen, dass es der Stifter des Wahhabismus selber war, Muḥammad ibn ‚Abd al-Wahhāb (1703-1792), der den beschworenen Glauben (al-imān) an Allāh als den zweiten Schritt definiert, dem der erste Schritt, dein kufr (Unglauben (!)) an den ṭāġūt, vorausgehen muss, dein Abschwören aller Götzendienerei.[14]

Du musst ungläubig sein (to reject taghut, den Götzen verwerfen), um sicheren Halt zu haben, um glauben zu können. Wie Allah im Koran (2:265) feststellt:[15]

The right course has become clear from the wrong. So whoever disbelieves in Taghut and believes in Allah has grasped the most trustworthy handhold with no break in it.

Abu Hamzah al-Afghani (risalatun.com) erschafft in seiner Abhandlung Die Religion aller Propheten: Die Lossagung vom Taghut, für den Suchbegriff Taghut gibt es auf 104 Seiten 328 Treffer, eine regelrechte Wissenschaft vom Abschwören auf den Götzen.[16] Wer oder was in der heutigen Zeit unter Götze zu verstehen ist, überblickt der salafistische Ideologe:

Die Führer der fehlgeleiteten Religionen, wie zum Beispiel die Rabbiner und die Priester des Juden- und Christentums.

Begriffe wie Menschenrechte, das Volk, Vaterland, Nationalismus usw. wenn sie neben Allah zu Angebeteten genommen werden, wie wir es oft sehen.

Derjenige, der Gesetze an Stelle Allahs beschließt. D. h. er verändert die Gesetze Allahs, indem er die Menschen dazu verpflichtet, seinen eigenen Gesetzen zu folgen, die ihm der Satan eingegeben hat.

Derjenige, der mit einem anderen Gesetz als mit dem Gesetz Allahs regiert, also einem anderen als der Schari’a Muhammads, auch dann, wenn er selbst diese Gesetze nicht erfunden hat.

Derjenige, den sich die Menschen an Stelle Allahs zum Richter nehmen.

Die Demokratie, quasi die Götze unserer Zeit, sowie ihre Teile und Einrichtungen. So z. B. die Verfassung, das Mehrheitsrecht, das Parlament usw. Bei all diesen Dingen wird das Recht der Gesetzgebung dem Volk übertragen, wobei es das alleinige Recht des Schöpfers ist.

Die UNO, der Internationale Gerichtshof und was es sonst noch an Dingen gibt, die dem Islam in seinen Grundzügen widersprechen.

Zu den häufig angebeteten Tawaghit gehört auch der menschliche Verstand, wenn er zum Angebeteten neben Allah genommen wird. Indem man allem folgt, zu dem er aufruft, selbst dann, wenn dies dem Willen Allahs widerspricht. … In Wirklichkeit liegt das Problem in ihrem niederen und fehlerhaften Verstand. Der richtige Weg hingegen ist der, den die Salaf einschlugen als sie sagten: WIR HÖREN UND GEHORCHEN. Der Weg der Salaf ist, den qur’anischen Text so zu akzeptieren, wie er ist – ohne ihn zu verdrehen.

Soweit zu Abu Hamzah al-Afghani, der allerdings selbst unter Salafisten umstritten ist und bei Q&S (Quran & Sunna, ahlu-sunnah.com) als „Übertreiber“ und Takfiri (jemand, der andere voreilig zu Ungläubigen erklärt) gehandelt wird.[17]

5. Das salafistische Doppelprogramm: Reinigen und Erziehen (at-taṣfīya wat-tarbīya)

Im ersten Schritt gilt es, gleichsam eine Säuberung vorzunehmen, alles Unislamische auszumerzen (taṣfīya), dann aber sind die Muslime im Sinne der Scharia zu Sitte und Anstand, zu rufen, zu Zucht und Ordnung (tarbīya).[18]

Der salafistische Vordenker Muhammad Nasiruddin al-Albani (1914-1999) wählte dieses programmatische Reinigen und Erziehen (at-Tasfiyya wat-Tarbiyya, purification and education) als Titel einer seiner Schriften.

Zwei propalästinensische, an Uthaimin, Bin Baz und al-Albani sowie am US-amerikanischen Konvertiten und Missionar Yusuf Estes (http://yusufestes.com/) orientierte Studenten aus Südostasien geben sich die typisch salafistischen, mit Abu beginnenden Kampfnamen Abu Nashiruddin (Abū Nāṣiru d-Dīn) und Abu Abdul Rahman und nennen ihren Internet-Blog Tasfiyyah wa Tarbiyyah, Purify-Educate.[19]

Wenn ein amerikanischer Salafist und Fernsehprediger malaysische Studenten der Agrarbiologie und der Mathematik („Konfession: manhaj Salaf Al-Ummah“, Die theologische Position der Ahnen der Umma)[20] beeinflusst, lässt sich feststellen: Allah und der Salafismus arbeiteten global. Und selbst Deutschland bleibt nicht außen vor:

Am 01.08.2008 traf der reisefreudige Yusuf Estes im norddeutschen Hannover auf den salafistischen Prediger Pierre Vogel,[21] zwei Tage später traten beide in Berlin auf.[22]

Am 20.04.2011 war Bilal Philips Ehrengast von Pierre Vogel in Frankfurt, am 29.05.2011 wird Vogel in Koblenz Abdur Raheem Green begrüßen. Philips und Green pflegen den Kontakt zu Zakir Naik, der vom indischen Mumbai aus gegen die Demokratie predigt und für al-Qaida Verständnis zeigt. Im Juni 2010 wurde Naik, dessen missionarischer Fernsehkanal Peace-TV das salafistische Weltbild unter den Muslimen Südasiens verbreitet, die Einreise nach Großbritannien und Kanada verwehrt.

Die erste an Medinas frühmittelalterlicher Urgemeinde ausgerichtete Moschee Lateinamerikas ist mit dem Centro Salafi de Méjico entstanden,[23] unter den fünf vertrauenswürdigsten Gelehrten (‚ulamā, Sg. ‚ālim) finden sich die Scheiche Uthaimin, Bin Baz, al-Albani und al-Fauzan.[24]

In Deutschland werden Texte von Uthaimin und Bin Baz auch durch Muhamed Seyfudin Ciftci (Braunschweig) vertrieben.[25] Tasfiyyah and Tarbiyyah, Purify and Educate bedarf der Handlungsanweisung; sofern der Koran nicht eindeutig vorgibt, was sauber und was schmutzig ist, wird es dem Gläubigen deswegen mit dem Werkzeug des islamischen Rechtsgutachtens (fatwā) verdeutlicht.

Der salafistische Scheich Ciftci (Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig (IBKB e. V.), bis März 2011 Einladung zum Paradies e. V. (EZP), Internet-Scharialehrstätte ISLAMSCHULE, der aus dem EZP-Verlag entstandene Moschee-Verlag http://www.moscheeverlag.de) beantwortete 2010 auf seiner mittlerweile stillgelegten Seite ISLAM-FETWA: Islamische Rechtsgutachten (http://islam-fetwa.de/) Fragen wie „Ist es erlaubt, das Fleisch der Nichtmuslime zu essen?“ (fatwā Nr. 0042). Wenn das Tier von einem Atheisten geschlachtet worden ist oder wenn das Tier nicht geschächtet wurde, darfst du das Fleisch nicht essen. „Ist Red Bull ḥalāl?“ (Nr. 0067). In kleinen Mengen genossen, steht das besagte Erfrischungsgetränk deinem Einzug ins Paradies nicht entgegen.

Fatwa 0016 betrifft die Ehe, wozu der Braunschweiger im Hier und Jetzt die Meinung der unbegreiflichen Gottheit feststellt:

Im Islam gilt man als verheiratet, sobald der Vater des Mädchens zugestimmt hat, der Bräutigam es vor den Zeugen akzeptiert und die Brautgabe zahlt: Damit ist die Ehe in Kraft gesetzt und bei Allah gültig – auch ohne Standesamt!

Ciftci hat den Islam richtig verstanden, ohne Heiratsvormund kann die Jungfrau keine Ehe eingehen. Ja, ein gottloser Metzger gefährdet das Heil der Seele des fleischverzehrenden deutschen Schariapflichtigen.

Der Koran und die koranisch begründete Scharia, sagen diese Gottesfürchtigen, würden auf alle Probleme der Gegenwart die optimale Antwort bereithalten. Dieses Al-Islām huwa l-ḥall,[26] der Islam ist die Lösung, wurde den global agierenden, 1928 innerhalb des Salafismus entstandenen Muslimbrüdern politisch zum Kampfruf gegen die Gleichberechtigung der Frau und, ab 1948, gegen die allgemeinen Menschenrechte.

Zu den islamischen Erziehungsbemühungen der Moscheevereine treten die salafistischen Netzwerke in scharfe Konkurrenz um das Praktizieren des authentischen Islam, was in Deutschland bekanntlich zur Folge hat, das die drei großen Islamverbände den salafistischen Predigern von EZP (um Pierre Vogel) oder Die wahre Religion (DWR, um Ibrahim Abou-Nagie) den Zutritt zu ihren Moscheen verweigern. Wo sich allerdings hunderte oder sogar tausende von jungen Muslimen an einer salafistischen Kundgebung begeistern, ist jeder Verbandsislam für ein paar Stunden oder auch Tage abgemeldet.

Dass die Salafisten den Islam falsch verstanden hätten, lässt sich ohnehin nicht sagen, denn ihre Gelehrten haben in Saudi-Arabien die Scharia studiert und ihre Getreuen bemühen sich beeindruckend, die Vorgaben des Koran und der Gelehrten der Zeit vor dem Jahre 855, dem Todesjahr Ibn Hanbals, genau einzuhalten.

Für freiheitliche Demokraten ist wichtig, zu erkennen, dass der ernst genommene Koran der Frau eine erniedrigte Rolle zuweist. Das ist vielleicht die wichtigste Aufgabe, die wir säkularen Staatsbürger im Umgang mit „den Muslimen“ haben: Auf das Märchen von der gerechten Behandlung der Frau im Islam nicht herein zu fallen.

Denn einerlei, ob wir eine Gesellschaft nach den Vorstellungen von Ayatollah Chomeini, Necmettin Erbakan oder Scheich Bin Bāz bauen, ob die in Theorie und Theologie salafistische Muslimbruderschaft (MB) an der Politik beteiligt werden soll, die in Deutschland (nicht in Dänemark) verbotene Hizb ut-Tahrir („Befreiungspartei“)[27] oder die urgemeindlich ausgerichtete Missionsbewegung um Ibrahim Abou-Nagie oder Pierre Vogel: Die Frau im Islam ist ein emotional herabgewürdigter und juristisch diskriminierter Mensch, ein Mensch zweiter Klasse.

Solange die Scharia nicht abgelegt ist, können wir zwar die Muslime als Staatsbürger und Stadtbürger integrieren, nicht aber ihren Islam.

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

Kein DITIB- oder VIKZ-Imam kann sich theologisch grundsätzlich vom reisefreudigen Pierre Vogel und seinem Begleiter Muhamed Seyfudin Ciftci distanzieren oder die beiden Altmeister des deutschen Salafismus, Muhammad Ahmad Rassoul (Köln) oder Hassan Dabbagh (Leipzig) als Menschen bezeichnen, die den Islam falsch verstanden hätten. Islamverbandsfunktionäre und nichtmuslimische Aktivisten des Dialogbetriebs nutzen daher die ärgerlich vorlauten jungen Straßenmissionare für ihren Machtausbau: Pierre Vogel taugt ihnen bestens als böser Bube und Mainstream-Vertreter eines irgendwie kritikwürdigen „Salafismus“, dem man die leuchtenden Vorbilder Lamya Kaddor (Dinslaken) und Bajrambejamin Idriz (Penzberg) gegenüberstellt. Tatsachennah auszusprechen, dass Vorzeigepädagogin und Wissenschaftsfeindin Kaddor („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“) oder IESH-Fernstudent Idriz selbst engagierte Salafisten sind, würde die dialogische Harmonie allerdings stören. Die deutschen Islamverbände haben keine andere Scharia im Programm als Pierre Vogel und seine so genannten Salafisten.

Die derzeitige, von Kirchen und Bürgermeistern wie versehentlich mitgetragene Islamverteidigung lautet daher sinngemäß: „Wenn du gegen das Kopftuch und die Scharia argumentierst, stellst du Toleranz und Koexistenz in Frage und schürst künftige, ethnoreligiös begründete Gewalt.“ Dabei wird übersehen, dass in der säkularen Republik gar keine Religionsvölker leben, sondern Individuen, die dem Schutz des gleich behandelnden Grundgesetzes unterstehen und eben nicht dem „Schutz“ der ungleich behandelnden (diskriminierenden) Scharia. Auch ein schariabasiertes Personenstands- und Familienrecht wird immer gegen AEMR und GG verstoßen. Und um nichts anderes als um die durchgesetzte Rechtsverschiedenheit geht es dem politischen Islam, der in seinem gespaltenen „Kern“ dabei die Deklassierung der Frau erstrebt, emotional wie juristisch.

Den Charakter einer Rechtsreligion zu verstehen, fällt Europäern, die von bis zu vier oder fünf Jahrhunderten der Säkularisierung profitieren (Renaissance, Aufklärung, universelle Wissenschaftlichkeit, Psychoanalyse, Totalitarismuskritik), offensichtlich schwer. Man frage einen Bundesbürger zu den Begriffen Standesbeamter, Rechtssachverständiger und Familienrichter und wird eine einigermaßen vernünftige Antwort bekommen, doch es wird wohl kaum ein Befragter einen Zusammenhang zum Spirituellen oder zur „Religion“ herstellen. Dass aber Absolventen des salafistischen, dem europäischen Zweig der Muslimbrüder zuzurechnenden IESH (Château-Chinon) wie Amir Zaidan (Kamel-Fatwa) oder Bajrambejamin Idriz (Penzberg; Projekt ZIE-M) oder dass ein Scheich wie Muhamed Seyfudin Ciftci, der an der islamischen Universität zu Medina studierte, eine Ausbildung eben zum Rechtssachverständigen, Standesbeamten und Familienrichter durchlaufen haben könnten und für ihre Getreuen eine parallele Rechtsordnung durchzusetzen wünschen, überfordert unsere zum „Dialog mit dem Islam“ aufrufenden Kleriker und Politiker möglicherweise immer noch.

Der Salafismus als die Speerspitze des Gesamtislam ruft dazu auf, sich aus der kulturellen Moderne zurückzuziehen und erstrebt die Zerspaltung der Bevölkerung in Nichtmuslime und Muslime, was der Dhimmitude (Apartheid) des Kalifats zwar bestens entspricht, was wir als säkulare Staatsbürger jeder Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion jedoch im Sinne der zu bewahrenden Rechtseinheitlichkeit verhindern dürfen.

Muslime sind keine Spezies, keine Sorte Mensch, in Deutschland leben keine Christenbürger und Muslimbürger, sondern Staatsbürger und Stadtbürger.

7. Die Erklärer des Weges. Mit Abdullahi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

Die Scharia als ein abgestuft privilegierendes (mehrstufig diskriminierendes) Recht ist im Sinne universell gedachter Menschenrechte nicht reformierbar. Gleichwohl gibt es eine starke Lobby, die bestrebt ist, die Scharia in unser Recht zu implementieren.

Dabei sehen die einflussreichen Islamisten (einstweilen) vom schariatischen Strafrecht ab, von den Körperstrafen wie Steinigung und Auspeitschung, und reden von einer angeblichen Menschenrechtskompatibilität und Grundrechtsverträglichkeit des familienrechtlichen Teils der Scharia.

Unterschlagen wird, dass die Scharia ihrem Verständnis nach gar nicht teilbar ist, sondern ein kohärentes Gefüge bildet. Einzelne Teilgebiete des Islamischen Rechts außer Kraft zu setzen hieße, Allah den Mund zu verbieten. Wer also die ungeschmälerte islamische Eheschließung (nikāḥ) fordert, hat den Wali Mudschbir (walī muǧbir, Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang) und die Pflicht zum weiblichen Schleier (ḥiǧāb) ebenso im Sinn wie die Legalisierung des islamischen Erbrechts, das nach Allahs Weisheit der Tochter genau halb so viel Erbe zubilligt wie dem Sohn.

Das Strafrecht mag etwas später hinzukommen. Die der Muslimbruderschaft nahe stehende Salafistin Eva el-Shabassy aus Aachen-Richterich etwa,[28] eine deutsche Grundschullehrerin, preist den Wert der Ehe und billigt für Ehebrecher die in der Scharia angeordnete Konsequenz, die Steinigung.

Einer der deutschen Vorreiter der Werbung für das Islamische Recht ist der Erlangener Jurist Dr. Mathias Rohe, der im Jahre 2009 als Gutachter im ersten Prozess um den Berliner Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium) tätig sein durfte. Rohe ist Verfasser von Das islamische Recht: Geschichte und Gegenwart.[29]

Tilman Nagel äußerte sich am 07.11.2009 in der Neuen Zürcher Zeitung (Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits) zu der von Mathias Rohe verschwiegenen Kopplung des irdischen Schariarechts mit dem vermeintlichen Verbleib in Hölle oder Paradies.[30]

Der staatsgründende Anspruch des Islamischen Rechts wird auch bei der Schariadiskussion unterschlagen, die uns der amerikanische Jurist Abdullahi Ahmed an-Na’im empfiehlt,[31] der eine teilweise Verträglichkeit der Scharia mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entdeckt haben will. Die renommierte Emory School of Law scheint sich den aufregenden und vor allem lukrativen Forschungsgegenstand der Schariaimplementierung nicht entgehen lassen zu wollen. Das Islamische Recht duldet nicht, dass jemand den Islam verlässt. Die Scharia verbietet es einer Muslima, einen Nichtmuslim zu heiraten. Abdullahi Ahmed an-Na’im war geschäftsführender Direktor des Afrikabüros der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Human Rights Watch (HRW) ermahnt den Irak dazu, die Scharia einzuhalten, damit Homosexuelle nicht mehr so oft misshandelt oder ermordet werden.[32] Zur Frage, ob die Scharia für die zwischen Tigris und Euphrat gelebte Schwulenfeindlichkeit nicht vielmehr ursächlich ist, schweigt die Organisation.

Human Rights Watch ehrt einen korantreu arbeitenden „Schariawissenschaftler“ aus Saudi-Arabien.[33] Im Namen der Menschenrechte (welcher?) fordert HRW nicht weniger, sondern mehr Islamisches Recht, denn nicht die Normen von Sunna und Scharia sind für HRW „despotisch“, sondern Saudi-Arabiens Justiz.

Faktenfern wird uns nahe gelegt, dass die auf Ungleichbehandlung der Dhimmis und Frauen beruhende Scharia „flexibel“ oder „wandelbar“ sei und von untreuen Richtern lediglich missbraucht werde („auf Grund rigider Interpretationen des Islamischen Rechts“). Wenn sie sich erst ein wenig gewandelt habe, so scheint man bei HRW zu hoffen, sei die mehrstufig diskriminierende Scharia mit den Standards der AEMR schon in beste Übereinstimmung zu bringen. Mittendrin im globalisierten Schariaverharmlosen: Professor an-Na’im aus Atlanta, Georgia.

Die Lobbyisten des Islam fordern überall auf der Welt mehr Islam, mehr Hidschab und weniger Gleichberechtigung der Frau. So weiß auch der bosnische Großmufti, dass der Ansatzpunkt der ersehnten Rechtsspaltung das Schambesetzte, Sexuelle und Familiäre ist, zugleich die islamische Deklassierung der Frau:[34]

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

Mustafa Cerić[35] war am 27.10.2007 Ehrengast der von den Laiendominikanern Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie geprägten Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG)[36] und erhielt am 22.11.2008 im Beisein von Wolfgang Schäuble einen Preis der christlichen Eugen-Biser-Stiftung.[37]

Der bosnische Salafist und Großmufti ist Mitglied im European Center for Fatwa and Research (ECFR), einem Netzwerk, das der Muslimbruderschaft zuzurechnen ist und von Yūsuf al-Qaraḍāwī geführt wird.

Die beiden Ideologen der Muslimbrüder, Saiyid Quṭb (1906-1966; Milestones)[38] und Yūsuf al-Qaraḍāwī (The Lawful and Prohibited in Islam)[39] sind dem Stadtstaat von Medina und den rechtschaffenen Vorfahren, den salaf aṣ-ṣāliḥ verpflichtet und damit als Angehörige des islamischen Revivalismus zu beschreiben, als Salafisten. Von Indonesien bis Kanada, das Vorbild der Muslimbruderschaft oder die MB selbst spielt für die Arbeit an der Legalisierung des Islamischen Rechts und für das weltweite Anwachsen der islamischen Gegenmoderne eine ganz zentrale Rolle.

Wir können Bilanz ziehen und die gesellschaftliche Aufgabe erkennen.

Fazit, erstens: Urgemeindlich, „salafistisch“ argumentierende und praktizierende Muslime wie Pierre Vogel oder Tariq Ramadan haben den Islam nicht falsch verstanden. Zweitens: Wo kein säkularer Islam erwünscht ist, ist der Islam durch Demokraten auch nicht zu integrieren.

Unsere Aufgabe: Wir dürfen nicht zulassen, dass die Einheitlichkeit des gleich behandelnden Rechts außer Kraft gesetzt wird, auch nicht mit einer Begründung von Religion oder Tradition.

So sehr uns gründliche Argumente muslimischer Säkularer überzeugen, überall, wo die inhumanen Werkzeuge von Scharia und Fiqh nicht abgelegt sind, gilt: Salafismus ist der heiße Mokka aus Mekka, alles andere ist Nichtislam oder kalter Kaffee.

Edward von Roy

[1] „Das Thema dieser Arbeit ist aus zwei Gründen von höchster Wichtigkeit: Erstens handelt es sich hier um einer der wichtigsten Fundamente des Islams, nämlich die Eigenschaften von al-Wala`wa`l-Bara`, die die zwei Hauptvoraussetzungen für den wahren Glauben sind: al-Wala` ist das Zeichen für wahre Liebe zu Allah, Seinen Propheten und Seinen Gläubigen; al-Bara` auf der anderen Seite ist der Ausdruck für Feindschaft und Hass gegenüber der Unwahrheit und seinen Anhängern. Beides sind Beweise für Iman.“ Buchbeschreibung, zu: Scheich Muḥammad ibn Sa’īd al-Qaḥṭānī: »Loyalität und Lossagung im Islam. Nach der ‚Aqīda der Salaf«

http://www.scribd.com/doc/52735856/Said-al-Qahtani-Al-Wala-wal-Bara-Loyalitat-und-Lossagung-im-Islam-nach-der-Aqida-der-Salaf

[2] SPIEGEL-online, 22.09.2010 titelt: Wütende Anwohner gehen auf Galeriebesucher los. „Sie tranken Alkohol in der Öffentlichkeit: In Istanbul wurden Besucher einer Kunstveranstaltung angegriffen und verletzt. … „Sie haben uns angegriffen, weil wir auf der Straße etwas getrunken haben. Sie haben Allahu Akbar (Gott ist groß) gerufen“, sagte ein Zeuge dem privaten Fernsehsender NTV. „Wenn die Galerien nicht sofort die Rolläden heruntergelassen hätten, wäre es eine Art Lynchen geworden“, sagte der Künstler Antonio Cosentino … Anwohner reagierten empört. „Das waren die Religiösen von der Bruderschaft. Sie leben hier im Viertel“, sagte ein Verkäufer in einem Geschäft nahe der Galerie. Eine Kundin in einem Lebensmittelgeschäft sagte: „Das waren die Bärtigen. Ich lebe hier seit 60 Jahren. Das Viertel hat sich sehr verändert.“

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,719026,00.html

[3] Der stilsichere Herr am Niederrhein schätzt das saudische, rot-weiß karierte Kūfiya-Tuch: šimāġ, bei ZamZam Islamic Shop, € 9,00

http://www.zamzam-shop.de/product_info.php?info=p149_schmah—tuch-fuer-den-kopf–saudi-.html

Zamzam ist eine Quelle, die von Allah eigens dafür geschaffen worden sei, um Abrahams Zweitfrau Hāǧar und den gemeinsamen Sohn Ismā’īl vor dem Verdursten zu retten. Die Quelle mit dem als heilsam geltenden Wasser liegt in Mekka, etwas östlich der Ka’ba.

http://www.eyeoftraveler.net/up/makkah/zamzam.gif

Das Wasser der Quelle Zamzam ist Pilgern ein beliebtes Mitbringsel.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/Zamzambottle.jpg

[4] Tauhid

http://de.wikipedia.org/wiki/Tauh%C4%ABd

[5] Abu Talut, 05.03.1998

http://www.iol.ie/~afifi/BICNews/AbuTalut/AbuTalut4.htm

[6] Zum Schirk weiß die den Teheraner Mullahs treu ergebene Seite »al-Shia«: „Die erstgrößte Sünde von den großen Sünden ist Shirk (Vielgötterei/Polytheismus), also die Beigesellung von Göttern neben Allah.“

http://www.al-shia.de/artikel/shirk.htm

„Islamische Persönlichkeiten: Imam Khomeini, Imam Khamenei … Sayyid Hassan Nasrallah … Dr. Ali Schariati“

http://www.al-shia.de/persoenlichkeiten/index.htm

[7] Schirk

http://en.wikipedia.org/wiki/Shirk_%28Islam%29

[8] „Der Shirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht“.

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/11/der-shirk-des-urteilgesuchs-bei-einem-kufr-gericht

Der Kufr der Loyalitätserklärung

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

Al-iḫlāṣ bedeutet absolute Ergebenheit, vorbehaltlose Treue und erfordert aus islamischer Sicht, Universum und Dasein als allahzentrisch zu begreifen sowie sein persönliches Leben tätig auf Allah zu fokussieren. Die Sure 112 trägt den Titel al-iḫlāṣ.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sure_112

[9] Manhadsch oder Minhadsch? SalafiMedia titelt Al Manhaj wal Minhaj.

„The manhaj and minhaj in it’s origin meanings Tareeq ul wadih (the clear path) for Allah says, „for each of you we made shari’ah and minhaj.“ [EMQ 5:48], the shari’ah is the deen and the minhaj is the method of that deen.“

„The minhaj is the simple clear way (Al Tareeq Al Waadih Al Sahl).“

And Imam Shawkaani said the same thing and attributed it to the linguistic scholar ibn ul Mubarrid. As far as the juristic understanding, the Manhaj is „Al Deen Al Islam and it’s method.“ Therefore, the divine manhaj is Al Islam, which means the clear and simple path with the divine Sunnah by it’s main three pillars: (i) Holding to the revelation – the Qur’an and (ii) the Sunnah, (iii) following what the companions of the messenger Muhammad (saw) used to be upon.

http://www.salafimedia.com/salafiyah/item/639-al-manhaj-wal-minhaj.html

[10] Pierre Vogel: Mein Weg zum richtigen Manhadsch

http://www.youtube.com/watch?v=IhhhLHPrn-M

Der Standpunkt der Gefährten (al-manhāǧ aṣ-ṣaḥāba)

http://www.veoh.com/watch/v160597528gkZ65KZ

[11] Innenministerium NRW, zu Cemaleddin Kaplan:

Die Anhänger Kaplans fielen in der Öffentlichkeit oft durch ihre exotische Kleidung auf. Die Männer trugen Turban, weite Mäntel und Pluderhosen, die Frauen und Mädchen meist einen schwarzen Ganzkörperschleier. Die Presse verlieh Kaplan aufgrund seiner Sympathie gegenüber der iranischen Revolution die Beinamen „Kalif von Köln“ und „Khomeini von Köln“.

http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/personen/kaplan.html

[12] Koran 4:76, übersetzt von Abdul Majid Daryabadi

http://www.islamawakened.com/quran/4/76/default.htm

[13] Der Taghut

http://islamwissen.de.tl/Der-Taghut.htm

[14] Muhammad ibn Abd al-Wahhab: „Und wisse, dass der Mensch niemals den Glauben (ìmān) an Allāh verwirklicht hat, bis er den Unglauben (kufr) gegen den Taghut vornimmt.“ Der Beiname des erwähnten legendären Widersachers der frühen Muslime „Abu Dschahl“ (abū ǧahl, Vater der Unwissenheit) verweist auf die ǧāhilīya (anglisiert Jahiliyyah), die Unwissenheit, die beim Ideengeber der Muslimbruderschaft, Saiyid Quṭb (MILESTONES) konzeptionell so wichtig werden sollte.

http://www.al-muwahidun.com/aqida/mana-attaghut_ibnabdulwahab.pdf

Jahiliyyah. Sayyid Qutb popularized the term in his influential work Ma’alim fi-l-Tariq (Milestones), with the shocking assertion that „the Muslim community has been extinct for a few centuries“.

http://en.wikipedia.org/wiki/Jahiliyyah

Qutbism

http://en.wikipedia.org/wiki/Qutbism

[15] Koran 2:256, whoever disbelieves in Taghut and believes in Allah

http://quran.com/2/256

[16] Abu Hamzah al-Afghani, 28.01.2010, bei RISALATUN: Die Religion aller Propheten: Die Lossagung vom Taghut.

http://risalatun.com/buch/Taghut%20Online-Ausgabe.pdf

[17] „Abu Hamza al-Afghani gehört zu den Übertreibern im Takfir. Auf den ersten Blick erkennt man nichts falsches auf seiner Seite und das seiner Anhänger man findet Schriften über Tawhid und andere Bücher die alle dem Manhaj der Salaf entsprechen. Doch wer diese Leute näher kennenlernt und mit ihnen über verschiedene Themen spricht erkennt ihre Abweichungen vom Manhaj der Salaf.“ Gefunden auf: »Q&S. ISLAM NACH QURAN & SUNNAH UND DEM VERSTÄNDNIS DER SALAF AS-SALIH«, Kommentator: Abu Jihad, am 31.01.2010.

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26770-Abu-Hamza-al-Afghani

YouTube. Abu Hamza al-Afghani: Die Grundlagen des Schiitentums

http://www.youtube.com/watch?v=_XM4FABq2es

[18] It`s american! Living Like The Salaf! Postmodernes Saubermachen und Drillen direkt aus Kalifornien: at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Magazine (Set 2008), $20.00. at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Publications, 9852 W. Katella Ave. #276, Anaheim, CA 92804, USA. Man schätzt al-Albani.

http://store.twtpubs.com/index.php?main_page=product_info&cPath=66&products_id=198

RAMADHAN, Month Of Tarbiyah. Ramadhan is coming … perhaps it is the best time to do some changes.

http://fc05.deviantart.net/fs71/f/2010/215/a/f/ramadhan__month_of_tarbiyah__by_abuzayd.jpg

[19] Purify-Educate, Reinigen und Erziehen ist die Internetadresse, die Abu Nashiruddin und Abu Abdul Rahman ihrem Blog Tasfiyyah wa Tarbiyyah geben.

http://purify-educate.blogspot.com/2008/11/syaikh-abdul-aziz-ibn-baz-matanya-buta.html

[20] Abu Abdul Rahman studiert Mathematik und denkt den Islam urgemeindlich

http://www.blogger.com/profile/04980502288152667886

Salafisten in Nordamerika. Lehrzentren, Moscheen, Verlage.

http://www.islammexico.net/SalafiDir.htm

Mexikanische Salafisten: Mezquita „Muhammad Ibn Abdul Wahab“ Centro Salafi de México. Islam, Sunnah y Salafiyyah en español. PRIMER ORGANIZACION SALAFI DE AMERICA LATINA.

http://www.islammexico.net/

[21] Salafissimo sozusagen: Yusuf Estes trifft 2008 mit Pierre Vogel zusammen.

http://www.youtube.com/watch?v=15Heib5ShWk

[22] Estes und Vogel in Berlin

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/18175-SHEIKH-YUSUF-ESTES-UND-PIERRE-VOGEL-INBERLIN-AM-3.8.08-INSH

[23] Mezquita: „Muhammad Ibn Abdul Wahab“. Primer Mezquita Salafi en America Latina.

http://www.islammexico.net/

[24] Gelehrsamkeit für Mexiko: Uthaimin, Bin Baz, al-Albani, Fauzan

http://www.islammexico.net/ulemah.htm

[25] Ciftci bewirbt den islamischen Sexualpädagogen und Frauenversteher Scheich Uthaimin

http://www.moscheeverlag.de/product_info.php?info=p519_natuerliche-blutungen-der-frauen—neu—von-scheikh-muhammad-salih-al-uthaimien–r-a–.html&XTCsid=8debaf97b454392f6fbef7aa26ba407c

Braunschweigs kleiner Scheich Ciftci empfiehlt den großen Bin Baz

http://www.moscheeverlag.de/product_info.php?info=p51_so-hat-der-prophet–sws—das-gebetverrichtet.html

[26] Zum Islam als Universalheilmittel vgl. Seite 220, zu Kapitel 6 FN 4, („al-hall“) in: Emmanuel Sivan, Menachem Friedman: »Religious Radicalims & Politics In The Middle East«

http://books.google.de/books?id=VukXiI6cvN4C&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

[27] „Partei der Befreiung“ nenn sich eine in Deutschland verbotene, in Dänemark erlaubte Kalifatsbewegung: Hizb ut-Tahrir (ḥizba, Partei, Taḥrīr, Befreiung)

http://www.hizb-ut-tahrir.org/

DAS KALIFAT: „Hizb-ut-Tahrir ist eine politische Partei, deren Ideologie der Islam und deren Ziel die Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise ist. Dies soll durch die Errichtung des Islamischen Staates geschehen, der die Ordnungen und Systeme des Islam umsetzt und die islamische Botschaft in die gesamte Welt hineinträgt.“

http://www.islam-projekte.com/kalifat/kalifat/_rubric/index.php?rubric=20

[28] EMMA: In NRW unterrichten Schriftgläubige

http://www.emma.de/hefte/emma-ausgaben-2004/maerzapril-2004/in-nrw-unterrichten-schriftglaeubige/

[29] Scharia angeblich reformfähig – Buchvorstellung mit Mathias Rohe

http://www.buchtest.de/blog/scharia-angeblich-reformfaehig-buchvorstellung-mit-mathias-rohe/

[30] Tilman Nagel: Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits, in: NZZ, 07.11.2009

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/lohn_und_strafe_im_diesseits_und_im_jenseits_1.3981865.html

[31] Prof. Abdullahi Ahmed An-Na’im, originally from Sudan, is Charles Howard Candler Professor of Law at Emory Law School. An internationally recognized scholar of Islam and human rights, and human rights in cross-cultural perspectives, Professor An-Na’im teaches courses in human rights, religion and human rights, Islamic law, and criminal law.

http://www.flw.ugent.be/cie/CIE2/an-naimcv.htm

http://els449.law.emory.edu/aannaim/

http://www.youtube.com/watch?v=Yg3hLdJLrOY

http://www.youtube.com/watch?v=N9U0fwOzPXA

[32] HRW: Doch der Human Rights Watch-Bericht zeigt auch, dass die Morde – ausgeführt auf der Grundlage von Willkür und Vorurteilen, ohne Beweise oder rechtmäßige Prozesse – die Rechtsstandards der Scharia missachten. Diese beinhalten die Forderung nach einem rechtmäßigen Verfahren, dem Nachweis der Schuld sowie dem Schutz der Privatsphäre.

http://www.hrw.org/de/news/2009/08/17/irak-morde-homosexuellen-stoppen

[33] HRW: Abd al-Rahman al-Lahim’s Gerechtigkeitssinn wird durch seinen Einsatz für jene in Saudi-Arabien deutlich, die willkürlich aufgrund dubioser Interpretationen der Scharia (Islamisches Recht) verfolgt werden. Sein beständiges Streben nach mehr Gerechtigkeit und seine gründlichen Kenntnisse der islamischen Lehre sind wertvolle Katalysatoren auf dem Weg zu einem Wandel innerhalb des despotischen saudi-arabischen Rechts.

http://www.hrw.org/de/news/2008/09/14/f-nf-aktivisten-erhalten-human-rights-watch-awards

[34] Dr. Mustafa Ceric, Grand Mufti of Bosnia-Herzegovina. A DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS BY MUSTAFA CERIC GRAND MUFTI OF BOSNIA

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

[35] Mustafa Ceric: THE CHALLENGE OF A SINGLE MUSLIM AUTHORITY IN EUROPE

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

[36] ECFR-Scheich Cerić beim 25jährigen Jubiläum der CIG, 27.10.2007.

http://www.chrislages.de/pdf/cig_mi_2007_1.pdf

[37] ECFR-Scheich Cerić bei der Eugen-Biser-Stiftung, 22.11.2008.

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html

[38] Sayyid Qutb: Milestones

http://web.youngmuslims.ca/online_library/books/milestones/hold/index_2.htm

[39] Yusuf al-Qaradawi: The Lawful and Prohibited in Islam

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/Q_LP/

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8 Antworten to “Salafismus und Verbandsislam”

  1. Pléthon Says:

    :::

    Zur islamwissenschaftlichen Unbrauchbarkeit des Olivier Roy

    Olivier Roy versucht, einen bezeichnend geheimnisvoll bleibenden islamischen ‚Neofundamentalismus‘ vom ‚Islamismus‘ abzugrenzen. Was bislang eher nicht zu überzeugen vermag, zumal keine Vordenker bzw. Wortführer genannt werden (können), die Maududi oder den frühen Wahhabiten (beide zählt Roy zum putschistischen bzw. revolutionären ‚Islamismus‘) ganz und gar fern stehen.

    Andererseits ließe sich mit Olivier Roy vielleicht von einer „schleichenden Revolution“ sprechen, das Kalifat kommt eben nicht als Staatsstreich, sondern gewissermaßen im Schneckentempo, Kopftuch für Kopftuch und Straßenzug für Straßenzug.

    Alles eine Frage der Machtverhältnisse?! Entscheidender ist letztlich, dass es nur ein Medina-Modell gibt, nur eine Scharia, nur einen Islam … und nur eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die freiheitliche Demokraten auch im Namen von Tradition oder Religion nicht überwinden sollten.

    Gerade der angeführte Maududi steht mit Worten wie „Reiße den heidnischen Tempel in deinem eigenen Herzen ein!“ für die individuelle oder „quietistische“ Verantwortung (am Aufbau der islamischen Gesellschaft, ja), gegen den islamrevolutionären Planstaat „von oben“, Maududi mahnt den Einzelnen (!) zur konsequenten Übernahme der von der Hisba gebotenen Rolle, je nach (z.B. säkularem) Gegendruck kann islamische Seinsweise nur graduell realisiert werden.

    Dass der Islamtheoretiker einen islamischen Nationalstaat als höchstes Ziel gar nicht ersehnen, sondern eher als eitel oder gottvergessen verwerfen musste, liegt aus koranischer Sicht auf der Hand, Maududi:

    „This Islamic Revolution is not confined to any particular state or states but meant for the world as a whole.“

    aus: Jihad in Islam, Kapitel: A World Revolution, Seite 20

    vgl. dort Seite 24

    „will not allow gambling“,

    Glücksspiel verboten, nach Olivier Roy eine der Kern-Definitionen für ‚Neofundamentalismus‘.

    Heilssicherung Scharia

    Weil Olivier Roy den ‚Neofundamentalismus‘ (was für ein Wortungetüm, wie wäre es mit Islam?) richtig als Schariabewegung versteht, sollten wir den auf Rettung der Seele zielenden, d.h. den religiösen Gehalt der schariatischen Lebensführung kenntlich machen; davon bleibt unberührt, dass eine einigermaßen ausgedehnte Schariapraxis mit den allgemeinen Menschenrechten kollidiert und dass eine halbierte (unvollständig implementierte) Scharia für besonders gottesfürchtige Muslime bedeuten müsste, den Koran oder Islam zu halbieren, etwas Unerträgliches weil Heilsgefährdendes also.

    :::

  2. Machandelboom Says:

    ::

    Salafismus in Deutschland
    Entstehung, Radikalisierung
    und Prävention

    Tagung des
    Instituts für Islamische Theologie (IIT)
    an der Universität Osnabrück
    vom 25.-26. Januar 2013

    http://idw-online.de/de/attachmentdata24769.pdf

    ::
    ::

    Samstag, 26. Januar 2013

    Prof. Dr. Dietrich Helms
    Dekan Universität Osnabrück

    Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke
    Projektleiterin am Institut für Islamische
    Theologie, Universität Osnabrück

    Prof. Dr. Bülent Uçar
    Direktor des Instituts für Islamische Theologie,
    Universität Osnabrück

    Yilmaz Kılıç
    Vorsitzender DITIB Niedersachsen/Bremen

    Avni Altıner
    Vorsitzender Schura Niedersachsen

    Einführungsrede

    PD Dr. Benjamin Jokisch, Berlin

    Prof. Dr. Sami Zemni
    Universität Gent (Belgien)

    Die Rolle des Salafismus im Arabischen Frühling
    am Beispiel Ägyptens und Tunesiens
    The Role of Salafism in the Arab Spring: The
    Examples of Egypt and Tunisia

    Freitag, 25. Januar 2013

    PANEL I
    Religionswissenschaftliche Hintergründe des
    Salafismus – Begriffserklärung, Entstehung,
    Vordenker, Verhältnis zum Mehrheitsislam
    Leitung: Prof. Dr. Hüseyin I. Çınar
    Universität Osnabrück

    Prof. Dr. Abdurrahim Kozalı
    Universität Osnabrück
    Bedeutung von Salaf und Salafismus

    M.A. Bacem Dziri
    Universität Osnabrück
    Der Salafismus in innerislamischer Selbstund
    Fremdverortung

    M.A. Moussa Al-Hassan Diaw
    Universität Osnabrück
    Jihadisten und Takfiris im 20. Jahrhundert

    PANEL II
    Salafismus in Deutschland – seine Prediger
    und Anhänger
    Leitung: Prof. Dr. Rauf Ceylan
    Universität Osnabrück

    Claudia Dantschke
    Zentrum Demokratische Kultur, Berlin
    Radikalisierung von Jugendlichen durch salafistische
    Strömungen in Deutschland

    Dipl. Soz.-Wiss. Karim Moustafa
    Universität Osnabrück
    Was macht die Attraktivität des sogenannten
    „Salafismus“ in Deutschland aus? Eine
    empirische Untersuchung

    PANEL III
    Radikalisierungsfaktoren bei jungen Muslimen
    Leitung: Prof. Dr. Roland Czada
    Universität Osnabrück

    Prof. Dr. Rüdiger Lohlker
    Universität Wien
    Salafismus und Radikalisierung – zwischen
    Realität und Fantasie

    Dirk Baehr
    Doktorand Universität Bonn und Blogger
    Radikalisierungsfaktoren anhand von Fallbeispielen
    aus dem jihadi-salafistischen
    Milieu

    Prof. Dr. Sabine Damir-Geilsdorf
    Universität Köln
    Politische Identitätsbildung als Radikalisierungsfaktor
    bei jungen Muslimen

    Diskussion
    Verhältnis von Salafismusprävention und
    Islamfeindschaft
    Leitung: Dr. Michael Kiefer
    Düsseldorf/Osnabrück

    Dr. Marwan Abou-Taam
    Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

    Emine Oguz
    DITIB Niedersachsen/Bremen

    Dr. Ali Özgür Özdil
    Direktor des Islamischen Wissenschaftsund
    Bildungsinstituts e.V. Hamburg

    Prof. Dr. Marco Schöller
    Universität Münster

    Kay Sokolowsky
    freier Journalist

    Hans-Werner Wargel
    Präsident der Landesverfassungsschutzbehörde
    Niedersachsen

    – – –

    Resümee und Abschluss

    Prof. Dr. Rauf Ceylan
    Universität Osnabrück

    ::

  3. Neuss Derikum Says:

    In Derikum ist man besorgt. Es geht das Gerücht, dass sich im Gewerbegebiet an der Siemensstraße ein islamischer Kulturverein niedergelassen habe, der in der Nähe von Salafisten zu sehen sei. …

    Im Internet ist er mit zwei anderen Neusser Adressen zu finden. Die dort verzeichnete Telefonnummer ist nicht mehr vergeben. Im Neusser Vereinsregister ist er mit der Tätigkeit „Verein für Jugend und Kultur“ eingetragen …

    Nach Auskunft des Staatsschutzes handelt es sich bei dem „Verein für Jugend und Kultur“ um den Ableger eines Dortmunder Vereins.

    RP 15.05.2014

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/angst-vor-salafisten-verein-in-derikum-aid-1.4241469

    Neusser Himmet Verein

    http://branchenbuch.meinestadt.de/neuss/company/6059505

    Neusser Himmet Verein für Jugend und Kultur

    http://nearyoude.com/b8286510/02131-3683880-neusser-himmet-verein-f%C3%BCr-jugend-und-kultur-neuss.html

    Himmet = Hilfeleistung, [fromme] Bemühung

    http://www.woxikon.de/deutsch-tuerkisch/himmet.php

    al-Himma = der [fromme] Entschluss; die [islamische] Absicht und Entschlossenheit

    HOW TO DEVELOP THE RESOLVE (HIMMA) TO SEEK KNOWLEDGE

    DEFINATION: al Himma is defined as the intention or Iraadah in initiating an action. It is actually having the will (resolve/al’Azm) to complete the action.

    http://asqfish.wordpress.com/2010/01/19/how-to-develop-the-resolve-himma-to-seek-knowledge/

  4. Edward von Roy Says:

    Politologe Hamed Abdel-Samad kenntnisreich und überzeugend:

    … In Deutschland distanzieren sich Muslime zwar von den Gräueltaten der IS-Kämpfer, doch an der Idee des Kalifats und der Geltung der Scharia für alle Zeiten halten viele von ihnen nach wie vor fest.

    Es gibt zwar einen qualitativen Unterschied zwischen einem Kämpfer, der anderen Menschen im Namen Allahs die Köpfe abschneidet und einem muslimischen Vater der seine Tochter zwingt, ein Kopftuch zu tragen, aber beide handeln aus der gleichen Geisteshaltung heraus. Beide sehen in ihren Taten die Vollendung des Willen Gottes, der weder veränderbar noch verhandelbar ist. Sich diesem Willen Gottes bedingungslos zu beugen heißt auf Arabisch „Islam“. Diese Erziehung zur Hingabe und Kritiklosigkeit gegenüber den Gesetzen Gottes ist der wesentliche Bestandteil der islamischen Erziehung, auch in Deutschland. Auch Prediger, die nicht radikal eingestuft sind, teilen die Welt in Gläubige und Ungläubige auf und reden jungen Muslimen ständig ein schlechtes Gewissen ein, weil sie die Rituale nicht einhalten und der islamischen Sexualmoral nicht folgen. Mit dem Bewusstsein eines Sünders leben viele dieser Jugendlichen in einem inneren Konflikt. Viele halten die Spannung aus, die aus diesem Konflikt entsteht, manche versuchen den Konflikt damit zu beenden, indem sie sich von der Religion verabschieden oder sich radikal salafistischen Vereinigungen anschließen. Das Projekt Dschihad ist dann die Überspitzung dieses Selbstreinigungsprozesses.

    Das Problem nur auf IS und die Scharia Polizei zu reduzieren, wäre deshalb irreführend. Die Radikalisierung junger Muslime speist sich aus mehreren Quellen: die Familie, die eine geistige Mauer zwischen den eigenen Kindern und der deutschen Gesellschaft aufbaut, indem sie die Deutschen als „Ungläubige“ bezeichnet, die Schweinefleisch essen, Alkohol trinken und Unzucht betreiben und somit unrein sind; die Islamverbände, die mit staatlicher Unterstützung mehr Einfluss auf muslimische Kinder in der Moschee und im Islamunterricht an Schulen haben und Muslime oft als Opfer darstellen. Genau diese Verbände bieten sich als Partner des Staates für Integration und Kampf gegen die Radikalisierung an. Dabei sind sie die letzten, die daran Interesse haben, dass Muslime sich in die deutsche Gesellschaft integrieren. Denn sie leben von der Kluft, die zwischen Muslimen und Andersgläubigen bzw. Nichtgläubigen immer größer wird. Genau in dieser Kluft liegt ihre Existenzberechtigung und ihr Angebot an die Muslime – vom Halal-Fleisch bis hin zum Islamic Banking.

    Drei Jahre lang saß ich mit Vertretern der Islamverbände in der Islamkonferenz an einem Tisch. Das Thema Kampf gegen Radikalisierung und Antisemitismus war eins der Themenbereiche der zweiten Islamkonferenz. Die Islamverbände haben kaum Impulse und keine Lösungsansätze für diese Probleme entwickelt, beschwerten sich sogar ständig, dass diese Themen überhaupt zur Konferenz gehören. Auch das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau war für sie ein Leidthema. Der Zentralrat der Muslime blieb der Konferenz fern, weil er sowohl gegen die Themenauswahl als auch gegen die Teilnahme von Islamkritikern war. In der neuen Auflage der Islamkonferenz wurden all diese Themen gestrichen, als hätte man sie alle schon gelöst. Jetzt wird nur über Islamunterricht, Imam-Ausbildung, muslimische Seelsorge und Wohlfahrtsverbände geredet: Also nur über das Geschäft. Mit dem Einfluss auf die Lehrinhalte und Lehrer in der Schule gewinnen die Islamverbände die Kontrolle über die muslimischen Kinder. Durch die Seelsorge wird ihnen Zugang zu den Gefängnissen gewährt. Mit den Wohlfahrtsverbänden ist ihnen die Kontrolle über die älteren Muslime sicher. Somit halten sie die gesamte muslimische Familie fest im Griff. Der Staat liefert die Mehrheit der Muslime diesen Organisationen aus und vertieft die Islamisierung. All das geschieht im Namen der Integration. … Die meisten dieser Verbände predigen einen konservativen Islam mit traditionellen Rollenvorstellungen. Auch wenn viele von ihnen nicht direkt zur Gewalt aufrufen, wird Dschihad prinzipiell nicht abgelehnt. … Um Spenden aus den Reihen der Migranten und aus den reichen Golfstaaten zu sichern, müssen die Verbände das Gefühl vermitteln, dass sie ein großes Pan-Islamisches Projekt anstreben und dass sie die Vorhut der islamischen Revolution seien.

    … In den 90er-Jahren spaltete sich die Sekte des Kalifat-Staates unter der Führung des Predigers Metin Kaplan in Köln von der türkischen Millî Görüş Bewegung ab. Kaplan ernannte sich zum Kalifen … Heute sind Salafisten und Dschihadisten das Ergebnis des Spagats der Islamverbände zwischen staatstragender Politik und revolutionärer Rhetorik. Bei Rhetorik bleibt es allerdings nicht immer. Zum Islamrat (Mitglied des Zentralrats der Muslime) gehört auch die Islamische Glaubensgemeinschaft Deutschlands (IGD), der deutsche Flügel der Muslimbruderschaft. Aus dem Kreis der Familien der deutschen Islamisten Samuel W. und Max P. erfahren wir, dass sich die beiden Studenten aus Sachsen erst radikalisiert hatten nachdem sie Kontakt zum islamischen Zentrum in Dresden hatten und dort einige Tage übernachtet haben. Kurz danach sind sie verschwunden und tauchten als islamische Kämpfer in Syrien auf. Das islamische Zentrum Dresden pflegt laut Verfassungsschutz beste Kontakte zu der Muslimbruderschaft.

    … Eine wehrhafte Demokratie muss neue Wege finden um der Radikalisierung junger Muslime entgegenzuwirken. … Moscheen sollten künftig nur mit staatlichen Lizenzen arbeiten. Die Moschee die Hass und Dschihad predigt muss sofort geschlossen werden. Alle salafistischen Vereinigungen müssen verboten werden. Junge Muslime, die den Weg zu ihnen suchen, müssen wissen, dass sie sich illegalen Gruppen annähern und somit strafbar machen. Die Kooperation des Staates mit den Islamverbänden sowie das Projekt Islamunterricht muss auf Eis gelegt werden, bis sich tatsächlich offene, demokratische Strukturen innerhalb dieser Verbände bemerkbar machen. …

    Quelle
    Heuchlerische Funktionäre
    DIE WELT 06.10.2014

    http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article132948842/Heuchlerische-Funktionaere.html

  5. Edward von Roy Says:

    11.09.2015 u. a. bei FinanzNachrichten, Tagesschau — Die türkische Polizei fahndet unter anderem nach zwei jungen Frauen, die im Verdacht stehen, ein Selbstmordattentat geplant zu haben. Die 19-Jährige und die 20-Jährige kommen aus Mönchengladbach und waren dort in der besonders radikal islamischen Szene bekannt (Salafi-Szene).

    Die türkischen Sicherheitsbehörden fahnden nach insgesamt 21 Personen, die im Verdacht stehen, Selbstmordattentate in der Türkei zu planen. Unter den Verdächtigen befinden sich nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ auch zwei junge Frauen aus Deutschland.

    Merve D. und Valentina S. stammen aus Mönchengladbach

    (FinanzNachrichten 11.09.2015)

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-09/34937322-tuerkische-polizei-fahndet-nach-is-kaempferinnen-aus-deutschland-003.htm

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    Türkei sucht Salafistinnen aus Deutschland
    Stand: 11.09.2015 18:25 Uhr

    Gesucht: zwei Freundinnen aus Mönchengladbach

    Nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ ist eine der gesuchten Frauen, Valentina S., eine Deutsche aus Mönchengladbach. Eine weitere der gesuchten Frauen, die türkische Staatsbürgerin Merve D., soll nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen ebenfalls aus Mönchengladbach stammen und eine Jugendfreundin von Valentina S. sein

    Hintergrund der landesweiten Fahndungsaktion ist offenbar das Bombenattentat auf das kurdische Kulturzentrum von Suruç im türkisch-syrischen Grenzgebiet, bei dem am 20. Juli 34 Menschen ums Leben kamen, 76 wurden verletzt.

    (Tagesschau 11.09.2015)

    http://www.tagesschau.de/ausland/deutsche-is-syrien-101.html

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    Junge IS-Kämpferinnen aus Gladbach

    Bevor sie sich radikalisierten, waren sie zwei ganz normale Mädchen aus Mönchengladbach. Sie gingen zur Schule, hörten Popmusik. „Sie haben sich geschminkt und trugen Mini-Röcke“, sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Doch dann schlossen sich Merve D. (19) und Valentina S. (20) den Islamisten an. Das war vor etwa drei Jahren. „Es ist bekannt, dass die jungen Frauen in der Mönchengladbacher Salafisten-Szene aktiv waren“, erklärt Theveßen. Dass die beiden jungen Frauen, damals noch minderjährig, Kontakt zu Sven Lau, dem früheren Vorsitzenden des mittlerweile ausgelösten islamistischen Vereins „Einladung zum Paradies“, hatten, davon geht die Polizei aus. […]

    Dass Valentina S. eine der Gesuchten ist, steht für die Mönchengladbacher Staatsschützer fest. Bei Merve D. ist man sich nicht ganz sicher. Das Gesicht auf der polizeiinternen türkischen Fahndungsliste sehe ihr sehr ähnlich, sagt Theveßen, „der Vorname stimmt, der Nachname nicht. Aber möglicherweise hat Merve zwischenzeitlich geheiratet“.

    Valentina und Merve, zwei Freundinnen, sollen sich über einschlägige Webseiten und Besuche in der salafistischen Szene in Köln zunehmend radikalisiert haben. Nach Medienberichten sollen die beiden Minderjährigen bereits Ende 2013 in die Türkei gereist sein – um sich in Syrien dem IS anzuschließen und Dschihadisten zu heiraten, wie die Sicherheitsbehörden vermuten. Die Reise endete für die Mönchengladbacherinnen jedoch zunächst in der Türkei, wo sie von Sicherheitsbehörden Anfang 2014 aufgegriffen wurden, wie es in den Berichten weiter heißt. Die Türkin Merve sei freigelassen worden, Valentina zurück nach Deutschland geschickt worden. […]

    Ugur S. (29), Mustafa C. (26) und Mohammad Sobhan A. (39) – sie alle kommen aus Mönchengladbach, alle gehören zur salafistischen Szene, und sie alle wurden festgenommen, weil sie eine Terrorgruppe in Syrien unterstützt haben sollen. Ugur S. gehörte zum engen Umfeld von Sven Lau (34). Er soll sich zwischen Juli 2014 und Ende September 2014 in Syrien an Kampfhandlungen beteiligt haben.

    Ugur S. wohnte nicht weit entfernt von Mustafa C, der im Januar durch SEK-Kräfte in seiner Wohnung in Rheydt festgenommen wurde. Auch Mustafa C. soll sich an einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt und eine staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. […]

    Quelle: RP, 14.09.2015

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/junge-is-kaempferinnen-aus-moenchengladbach-aid-1.5389910

  6. Edward von Roy Says:

    Religiös-Weltanschaulicher Extremismus anhand des Beispiels „Salafismus“

    (Mit Herbert Busch)

    „Was ist religiöser Extremismus am Beispiel von Salafismus?“

    .
    .
    .

    Studienvormittag

    28.11.2015, 09:30 – 13:00 · Mönchengladbach

    Religiös-Weltanschaulicher Extremismus anhand des Beispiels „Salafismus“

    Herzliche Einladung an alle Interessierten! Es wird ein Impuls-Referat geben, kleinere Workshops und genügend Zeit für einen Austausch.

    Herzliche Einladung zu diesem Termin am 28.11.2015.

    Ab 09.30 Uhr wird es ein kleines Stehcafé geben, bevor es um 10.00 Uhr mit dem Impulsreferat unter der Fragestellung: „Was ist religiöser Extremismus am Beispiel von Salafismus?“ von Herbert Busch mit aktuellen Daten und Fakten aus Mönchengladbach startet. Im Anschluss wird ein konkretes Fallbeispiel in Workshops bearbeiet. Es folgt ein Austausch über Erfahrung mit diesem Thema aus verschiedenen Arbeitsfeldern, sodass am Ende der Veranstaltung jeder Teilnehmer/ jede Teilnehmerin eine Art persönlichen Handlungsleitfaden für sich mit nehmen kann sowie das Wissen über eines Netzwerks. Die Veranstaltung endet gegen 13.00 Uhr.

    Hier erfahren Sie mehr über das katholische Beratungszentrum MG.

    Für weitere Fragen steht Ihnen Annika Koch gerne zur Verfügung.

    Details zu dieser Veranstaltung

    Termin
    28.11.2015, 09:30 – 13:00

    Veranstaltungsort
    KathJA MG
    139 in der 1. Etage
    Bettrather Str. 22
    41061 Mönchengladbach

    Veranstalter

    Jugendbeauftragtenbüro Mönchengladbach in Kooperation mit dem Fachbereich für Weltanschauungsfragen des kath. Beratungszentrum Mönchengladbach

    Kosten
    keine

    Anmeldung
    Annika Koch
    Bettrather Str. 22
    41061 Mönchengladbach
    E-Mail: annika.koch@bistum-aachen.de
    Telefon: 02161 / 9806-30
    Fax: 02161 / 9806-56

    http://jugendarbeit-in-region-mg.kibac.de/veranstaltungsliste-mg/religioes-weltanschaulicher-extremismus/9dd0b22e-0409-4829-a7b6-e8c0d5e4fb2b?mode=detail

  7. Machandelboom Says:

    Organisation „Der Kalifatstaat“ (Hilafet Devleti)

    AFİD
    Anadolu Federe İslam Devleti
    İCCB
    İslami Cemaat ve Cemiyetler Birliği

    Vgl. bei Helmut Zenz.

    _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

    „Der Kalifatstaat“ (Hilafet Devleti), auch bekannt unter dem Namen „Verband der islamischen Vereine und Gemeinden e.V., Köln“ – (ICCB)

    1984: In Deutschland gründet türkische Staatsangehörige Cemaleddin KAPLAN den „Verband der islamischen Vereine und Gemeinden e.V., Köln“ – (ICCB)

    […]

    1984 Eintragung ins Vereinsregister in Köln
    Seit Mitte August 1985 erscheint regelmäßig „TEBLIG“ (Verkündigung) als Organ des Verbandes.
    Etwa seit Mitte 1988 gibt die Islamische Union Region Köln e.V., Mitglied des KAPLAN-Verbandes, die türkischsprachige Zeitung „UMMET“ (Gemeinschaft der Gläubigen) heraus. Sie erscheint zweimal im Monat und ist augenscheinlich „Nachfolgerin“ von „TEBLIG“ (Die Verkündigung), dem vormaligen Verbandsorgan.

    […]

    1989 Abspaltung des „Islamischen Wegs“ vom ICCB

    […]

    [1995]

    Ziele und Feindbilder des ICCB werden jetzt vor allem im Verbandsorgan „Ümmet-i Muhammed“ (Die Gemeinde Mohammeds) verbreitet.

    [2001]

    der verbandseigene Sender HAKK-TV

    […]

    Abspaltungen:

    „Islamische Bewegung“ (IH) – Aus dem Verfassungsschutzbericht: „Bei der 1989 gegründeten IH handelt es sich um eine weitere Abspaltung des ICCB.“ […]

    Verband der muslimischen Vereine (Müslüman Cemaatler Birligi – MCB) mit Sitz in Bochum. Spaltete sich 1994 nach der Ausrufung des Kalifats vom ICCB ab.

    http://www.helmut-zenz.de/hzislam1.html

  8. Jacques Auvergne Says:

    Am 21. September 1978 wurde unter Vorsitz von Rassoul in Köln der Verein Islamisches Zentrum Köln (IZK) gegründet.

    Der deutsche Mufti (1997)
    ::
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    Muhammad Rassoul

    Muhammad Ahmad Rassoul, auch Abu ʾr Riḍā Muḥammad Ibn Aḥmad Ibn Rasūl (* 22. April 1929 in Ma’saret-Samaluut, Kreis Al-Minia, Oberägypten; † 14. April 2015), war ein im Raum Köln und Düsseldorf tätiger Autor, Übersetzer und Verleger islamischer Literatur.

    Leben und Wirken

    Der ägyptische bzw. deutsch-ägyptische Rechtsgelehrte studierte an der Azhar-Universität, bevor er sich in Köln niederließ.

    Rassoul schrieb dutzende von Büchern zu islamischen Themen. Die meisten davon verlegte er in seinem eigenen „IB Verlag Islamische Bibliothek“, einige wurden aber auch von der Bonner Zweigstelle der World Islamic Call Society oder von der Marburger MSV verlegt. Der Verlag veröffentlichte auch die Beiträge der „Treffen deutschsprachiger Muslime“ im Verein „Haus des Islam“.

    In einem Forschungsbericht von Ralph Ghadban wird Rassoul als der „meist verbreitete Autor und wahrscheinlich auch der meistgelesene“ Autor islamischen Medienmaterials in Deutschland bezeichnet.

    Am 21. September 1978 wurde unter Vorsitz von Rassoul in Köln der Verein Islamisches Zentrum Köln (IZK) gegründet. Das (2001 aufgelöste) IZK unterhielt enge Kontakte mit Millî Görüş (damals AMGT, heute IGMG) und der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland.

    In seinem 824 Seiten starken und nach Stichwörtern (wie „Menstruation“, „Muttermilch“, „Zeitunglesen“, „auf dem Klo“, „Körpergeruch“, „Ausfluß“, „Haustiere“, „Kreuz“, „Weinen“, „Begräbnis der Frau“, „Mischehe“) geordneten Nachschlagwerk Der deutsche Mufti (1997) befasst sich Rassoul mit zahlreichen Themen aus islamischer Perspektive, darunter mit der Frage, ob und wie sich die Muslime in Deutschland organisieren sollen (z. B. in Körperschaften des öffentlichen Rechts), wobei er sich dagegen ausspricht, dass dem deutschen Staat gegenüber der falsche Eindruck erweckt würde, der Islam organisiere sich strukturell ähnlich den christlichen Kirchen; dieser falsche Eindruck sei 1993 entstanden, als Ali Yüksel (Millî Görüş, später IGMG-Vorsitzender) vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland in Soest zum Scheichülislam ernannt worden war. Ein anderes Thema darin ist das Verhältnis von Frau und Mann, zwischen denen die Freundschaft im Islam nach Rassoul verboten sei; in der modernen Gesellschaft werde die Freundschaft zwischen Mann und Frau als „Ehe ohne Trauschein“ bezeichnet, was der Unzucht gleichkomme; die einzige Bindung zwischen Mann und Frau dürfe nur durch die Ehe hergestellt werden. Verhaltensregeln für den Arztbesuch gibt es im Buch nur für Frauen. Diese sollten sich, so Rassoul, von einer muslimischen Ärztin untersuchen lassen. Sei keine vorhanden, sei zwecks Vermeidung von verbotener Zweisamkeit mit einem Mann in absteigender Präferenz auch eine nicht-muslimische Ärztin, dann ein männlicher Arzt in Anwesenheit einer Krankenschwester möglich. […]

    Rassoul zeichnete auch verantwortlich als Übersetzer und Herausgeber von Zeichen auf dem Weg, eines der bekanntesten Bücher des Muslimbrüder-Theoretikers Sayyid Qutb. […]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Rassoul

    http://www.amazon.de/Deutsche-Mufti-Abu-r-Rida-Muhammad-Rassoul/dp/3821701358

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