Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM)

Gründungsmitteilung der Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM)

Angesichts der negativen Verflechtung von westlich-kapitalistischer Gesellschaftskrise und der globalen Entzündung religiöser Bewegungen haben Initiatoren der Kritischen Islamkonferenz wie Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Karin Vogelpohl und Hartmut Krauss (HINTERGRUND-Verlag) gemeinsam mit Autoren des Buches „Feindbild Islamkritik“ und weiteren Akteuren aus säkular-humanistischen Arbeitszusammenhängen am 13. August 2011 in Osnabrück die Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM) gegründet.

Die GAM vertritt einen kritisch-emanzipatorischen Humanismus und setzt sich ein für die Einlösung jener Grundprinzipien, die im Prozess der revolutionären Überwindung des europäischen Feudalismus hervorgebracht, dann aber zum Teil nur sehr unzureichend umgesetzt und zum Teil negiert wurden. Ihr Leitziel ist demgemäß die Wiederherstellung, der Erhalt sowie der Ausbau der Errungenschaften der ‚kulturellen Moderne‘.

Im Einzelnen handelt es sich hierbei insbesondere um folgende Grundwerte und Normen:

1) Die Geltung der Menschenrechte als universell gültige und unhintergehbare Basis des zwischenmenschlichen Zusammenlebens;

2) Die Trennung von Staat, Religion, Recht, Bildungssystem etc. sowie die Brechung der absoluten Deutungs- und Normierungsmacht religiöser Instanzen: Primat des säkularen Rechts gegenüber religiöser Bindung;

3) Das Recht des Individuums auf freie Entwicklung und selbstbestimmte Entfaltung seiner Persönlichkeit – gegen traditionelle Gruppen- und Familienzwänge;

4) Das Prinzip der demokratischen Staatsverfassung und der Ausbau der Volkssouveränität im Rahmen einer ‚freien‘ Öffentlichkeit mit chancengleichen Partizipationsmöglichkeiten; sowie nicht zuletzt

5) Die Herstellung einer gerechten Wirtschafts- und Sozialordnung als Voraussetzung für individuelles Wohlbefinden und solidarische Beziehungen zwischen den Gesellschaftsmitgliedern.

Säkularisierung vollenden – Islamisierung beenden

Auf dieser Grundlage setzt sich die GAM für die Umsetzung der folgenden politischen Zielorientierungen ein:

A. Die Überwindung des anachronistischen deutschen Staatskirchenrechts und der damit verbundenen Privilegierung des Religiösen und seiner Organisationsformen.

B. Keine Integration des orthodoxen Islam mit seinen zahlreichen grund- und menschrechtswidrigen Inhalten und Bestimmungen in das deutsche Staatskirchenrecht – gegen Islamunterricht, staatliche Imamausbildung, Islamisierung des Bildungssystems von den Kindergärten bis zu den Universitäten etc. Für kopftuchfreie Erziehungseinrichtungen (Schulen, Kindergärten) und das Verbot von Verschleierung in der Öffentlichkeit.

C. Zurückdrängung und Eindämmung der Islamisierungstendenzen im Zuge der zu vollendenden Säkularisierung der deutschen Gesellschaft: Säkularisierung vollenden – Islamisierung beenden!

D. Kritik der Verflechtung der deutschen Herrschaftsträger (Großunternehmen, Staat, politische Klasse, Kirchen) mit den Potentaten der islamischen Herrschaftskultur (Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien; Export von Sicherheitstechnik in den iranischen Gottesstaat, Kollaboration mit den islamistischen Akteuren auf UNO-Ebene etc.)

E. Offensive Auseinandersetzung mit dem medial vorherrschenden „Feindbild Islamkritik“ und der korrespondierenden Schönfärbung der islamischen Herrschaftskultur mit ihren zahlreichen kritikrelevanten Aspekten.

F: Internationale Solidarität mit den säkularen Oppositionskräften in den islamisch geprägten Ländern.

Die GAM lädt alle Personen zur Mitarbeit ein, die sich von einem säkularen, fortschrittlich-emanzipatorischen Standpunkt ausgehend mit uns gemeinsam sowohl gegen die krisenhafte Verschlechterung der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse als auch gegen den krisenverschärfenden Vormarsch religiöser Herrschaftskultur wenden wollen. Bilden wir gemeinsam eine Koalition der Vernunft – für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, in der Menschen- und Grundrechtsverletzungen von keiner Seite geduldet und verharmlost werden.

Osnabrück August 2011

Auf der Gründungskonferenz der „Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menscherechte“ (GAM) am 13. August 2011 in Osnabrück wurde aus aktuellem Anlass folgende Resolution verabschiedet:

Resolution

(verabschiedet auf der Gründungskonferenz der GAM am 13.08.2011 in Osnabrück)

Feindbild Islamkritik 2.0

Wie erneut die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden

Die Teilnehmer der Gründungskonferenz der Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM) verurteilen die abscheulichen und feigen Terroranschläge von Oslo und Utøya vom 22. Juli 2011 und bekunden allen Hinterbliebenen und Angehörigen ihr Beileid und ihre Anteilnahme.

Gleichzeitig wenden sie sich gegen den perfiden Versuch bestimmter politischer Kräfte und zahlreicher Medien, die norwegische Tragödie dazu zu missbrauchen, die kritische Auseinandersetzung mit der islamischen Weltanschauung und Herrschaftspraxis pauschal zu verleumden und tendenziell zu kriminalisieren. Der Grundtenor lautet: Es gibt nur „rechtspopulistische“, xenophobe „Islamfeindschaft“ – legitime fortschrittlich-emanzipatorische Islamkritik scheidet als Denkmöglichkeit aus. Auf diese Weise soll ein „Feindbild Islamkritik“ dogmatisiert werden, um berechtigte und begründete Bedenken gegen das vormodern-antimenschenrechtliche (antiaufklärerische) Weltbild und Herrschaftskonzept des orthodoxen und radikalisierten Islam zu ersticken. Die damit verfolgte Wirkungsabsicht ist ebenso infam wie durchsichtig: Wer aufgrund von Erfahrungen, Informationen und eigenständiger Verstandestätigkeit islamkritische Gedanken hegt, soll sich moralisch unrein fühlen. Wenn dieser kalkulierte Effekt nicht gleich fruchtet, soll er zumindest Angst verspüren, nicht als „rassistisch“, „islamaphob“, „fremdenfeindlich“ etc. zu gelten und infolgedessen seine Gedanken in der Öffentlichkeit lieber verbergen.

Doch diesem Gesinnungsdruck setzen wir folgende Grundposition entgegen: Wer angesichts der überwältigenden Faktenlage immer noch den Islam und die sich auf ihn gründende Herrschaftslehre und Praxis verharmlost und schönfärbt, der offenbart damit nicht nur seine eigenen intellektuellen und moralischen Defizite, sondern setzt sich überdies ins transitorische Unrecht. Denn: Wenn die Wahrheit – auch gegen die heute noch herrschenden Medien – von der sich ausbreitenden Einstellungsmehrheit getragen wird, „wird sie unwiderstehlich; selbst die Regierungen werden von ihr fortgerissen, und kein Mensch hat den Mut, allein unvernünftig zu sein. Die Torheit hat nur dann Macht, wenn sie die Menge hinter sich hat, und der Betrug triumphiert nur dann, wenn viele Lobredner, Anstifter und Helfershelfer dahinterstehen. Nur in verblendeten und vernunftberaubten Nationen besitzen die religiösen und politischen Tyrannen unumschränkte Gewalt.“ (Du Marsais/Holbach: Essay über die Vorurteile, S. 69f.).

In diesem Sinne stellen wir fest:

1) Die Opferwahl und die Tatausführung des Attentäters Anders Breivik zeigt eindeutig, dass er primär als anti(kultur)marxistischer, rechtsradikaler und christlich-kreuzzüglerischer Tempelritter (heiliger Krieger) mit einer psychopathischen Persönlichkeitsstruktur gehandelt hat und nicht als „Islamfeind“. Wie die meisten rechten „Anti-Muslime“ ist Breivik kein Islamkritiker, sondern ein ultrakonservativer Verteidiger des ethno-nationalen Stammesgebiets, in das Muslime und andere Zuwanderer – unabhängig von ihrer soziokulturellen Grundorientierung und weltanschaulichen Ausrichtung – als Störfaktoren der Volkshomogenität einfach nicht hineinpassen. Insofern aber die Muslime in ihrem Stammesterritorium verbleiben, haben rechte „Kulturverteidiger“ nichts gegen die autoritären, repressiven, antidemokratischen, patriarchalischen, antimenschenrechtlichen Grundprinzipien und Normen der islamischen Herrschaftskultur einzuwenden. Im Gegenteil: Christlich-abendländischer und islamischer ‚Konservatismus’ eint

a) die jeweils kulturspezifisch artikulierte Ausrichtung auf eine autoritär-hierarchische, antiemanzipatorische, religiös legitimierte Herrschaftsordnung,

b) der Hass auf säkulare Kräfte und „Kulturmarxisten – wobei die Existenz der Masse kulturrelativistischer Pseudolinker als Alibi aufgegriffen, zu einem trüben „neurechten“ Feindbild verrührt und die genuine marxistische Kritik an religiöser (einschließlich islamischer) Herrschaftskultur entweder aus Dummheit oder Demagogie einfach ausgeblendet wird, sowie

c) die völlige Verkennung der postmodernen globalen Verwertungsstrategie des internationalen Großkapitals als Grundursache des anomischen „Multikulturalismus“, wie er jetzt in englischen Großstädten brennt und lodert.

Die Inszenierung dieser rechtskonservativen Territorialverteidigung gegen Muslime und andere Zuwanderergruppen als „Islamkritik“ ist nichts weiter als ein Manipulationsprodukt der spätkapitalistischen Medien zwecks Einschüchterung nichtkonservativer säkularer Bevölkerungskreise.

2) Anders Breivik ist als anti(kultur)marxistischer Kreuzzügler nur eine reaktive (abendländische) Kopie des islamischen Djihadisten. Im Vergleich aber zur Quantität des islamisch motivierten Terrorismus ist er nur ein schwarzer Schwan. Denn bei aller berechtigten Abscheu vor dieser grauenhaften Tat: Im Vergleich zur Größe, Kontinuität und Alltäglichkeit des islamisch inspirierten Terrorismus sowie zum Staatsterrorismus allein nur der iranischen Gottesdiktatur verblasst selbst dieser schreckliche Massenmord. Etwa zum selben Zeitpunkt, als die Medien Anders Breivik in einer groß angelegten Kampagne zu einem „Islamkritiker“ stilisierten, wurde bekannt, dass die Al-Shabaab-Milizen in Somalia nicht nur die Auslieferung von Hilfsgütern behindern, sondern unbotmäßige Viehhirten öffentlich köpfen und anschließend deren Leichen auf offenen Geländewagen durch die Stadt fahren, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Dieser islamistische Alltagsterror, der in ähnlicher Form auch massenhaft in islamistisch besetzten Gebieten in Pakistan und Afghanistan an der Tagesordnung ist oder zum Beispiel auch in Nigeria von den dortigen Islamisten mit dem erhellenden Namen Boko Haram (Bildung verboten) praktiziert wird, ist das Produkt nicht von einem isolierten psychopathischen Einzeltäter, sondern das Resultat eines islamspezifisch codierten Sozialsystems. Diese und viele weitere Sachverhalte geflissentlich zu unterschlagen bzw. „wegzukommentieren“, während gleichzeitig die Tat eines isolierten Einzelnen als Anlass für eine bodenlos verallgemeinernde Hetzkampagne missbraucht wird, zeugt von einer Verlumptheit mancher Medien, wie sie in besonders brutaler Weise gerade in England ans Tageslicht kam.

3) Ebenso auffallend wie entlarvend ist die groteske Doppelmoral, die von zahlreichen Politikern und Medienleuten praktiziert wird. Angesichts der unübersehbaren Fülle von Schandtaten mit islamischem Täterhintergrund beständig darum besorgt, bloß keinen Generalverdacht gegen Muslime aufkommen zu lassen, wird nun hemmungslos pauschal etikettiert, verdächtigt und denunziert. Während in mccarthyistischer Akribie danach gefahndet wird, welche Internetseiten Anders Breivik besucht hat, um daraus zum Teil perfide Verdächtigungsszenarien zu konstruieren, fragt keine von diesen demagogischen „Spürnasen“ nach den Quellen der opulenten islamischen Gewaltagenda. Dabei ist die Suchrichtung hier sehr einfach: Koran, Hadithsammlung, Fatwas islamischer Autoritäten, Koranschulen und islamistische Internetseiten, gegenüber deren Anzahl mit widerlichen Inhalten das in der Tat kritikwürdige Internetportal Politically Incorrect nur eine Träne im Meer darstellt.

Vor diesem Hintergrund rufen wir dazu auf, dass sich die säkular-humanistischen Kräfte, die sich an den Grundprinzipien der Aufklärung sowie den Werten und Normen der kulturellen Moderne orientieren, gegenoffensiv und eigenständig zusammenschließen, sich als eine erneuerte geistig-moralische Bewegung formieren und ihre Überzeugungen und Zielsetzungen auf gesellschaftspolitisch wirksame Weise in die Waagschale werfen. Bilden wir gemeinsam eine Koalition der Vernunft – für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, in der Menschen- und Grundrechtsverletzungen von keiner Seite geduldet und verharmlost werden.

Osnabrück, August 2011

Zu den Attentaten in Norwegen siehe auch:

http://www.hintergrund-verlag.de/texte-islam-die-demagogische-ausbeutung-einer-abscheulichen-wahnsinnstat-28-7-2011.html

http://www.atheisten-info.at/infos/info0545.html

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2 Antworten to “Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM)”

  1. Cees van der Duin Says:

    Schariafreunde Osnabrück: Ucar – Ceylan – Al-Hassan Diaw – von Scheliha – Aslan: … islamissimo, sozusagen! Den Professor für Teufelskunde, Schariajustiz und Kalifatwerdung („Fiqh“) hat man noch nicht oder man hält ihn geheim.

    ‚Bei der anschließenden Podiumsdiskussion erinnerte Moussa Al-Hassan Diaw (Uni Osnabrück) daran, dass die Überzeugung der Terroristen „eine Ideologie war, die es ursprünglich nur in Ägypten gab“, und die durch internationale Konflikte (an der auch USA und Sowjetunion beteiligt waren), nach Afghanistan und später in andere Länder kam. „Diese Ideologie wendete sich auch gegen die Muslime selber, sie hat niemals Rückhalt in der Bevölkerung gehabt“, erklärte er.‘

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Extremismus-trocknet-aus-id5051692.html

    Moussa Al-Hassan Diaw, M.A. Dipl.-Paed.

    http://studip.uni-osnabrueck.de/extern.php?username=adiaw&global_id=bcbab78b9a28dd02a14cef7dbec59603&page_url=http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/922.htm

    Islamische Religionspädagogik

    Professur für Islamische Religionspädagogik
    Prof. Dr.phil. Bülent Ucar

    Professur für Religionswissenschaft/Schwerpunkt Islamische Religionspädagogik

    Professur für Fiqh (Islamisches Recht und Glaubenspraxis)
    N. N.

    Professur für Tafsir (Koranexegese)
    N. N.

    Geschäftsstelle
    Ingrid Merz

    Sekretariat / Verwaltung
    Jutta Prior 541 969-620

    Wissenschaftliche Mitarbeiter

    Jörg Ballnus, M.A.

    Esnaf Begic, M.A.

    Moussa Al-Hassan Diaw, M.A. Dipl.-Paed.

    Anna Wiebke Klie, M.A.

    Wissenschaftliche Hilfskräfte

    Dipl.-Pol. (FH) Jenin Elena Abed, M.A.

    Sultan Baysal-Polat

    Bacem Dziri, M.A.

    Bettina Kruse-Schröder, M.A.

    Bastian Rechtien, M.Ed.

    Fahimah Ulfat-Arjumand

    Lehrbeauftragte im WS 2010/2011

    Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Institut für Evangelische Theologie, Universität Osnabrück)

    Prof. Dr. Ednan Aslan (Islamische Religionspädagogik, Universität Wien)

    Dr. Ali Özgür Özdil (Islamisches Wissenschafts- und Bildungsinstitu e.V., Hamburg)

    Dr. Merdan Günes

    http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/personen.php


    BMUKK Film Project – CultuRel Clash – Moussa Al-Hassan Diaw (damals Islamische Religionsgemeinde Linz f OÖ)

    Stadt Linz (Österreich), 02.11.2010

    Dipl.-Päd. Moussa Al-Hassan Diaw, M.A. Er ist Referent für die theologische Erwachsenenbildung der Diözese Linz und für das Katholische Bildungswerk. Seine Themenschwerpunkte sind Migration, Identität und Integration, sowie religiöser Fundamentalismus.

    http://www.linz.at/presse/2010/201011_54035.asp


    Prof. Dr. theol. Arnulf von Scheliha
    Evangelische Theologie
    Universität Osnabrück

    http://www.ev-theologie.uni-osnabrueck.de/Main/Scheliha

    Arnulf von Scheliha: Toleranz als Tugend in einer multikulturellen Gesellschaft, in: Der Islam
    im Kontext der christlichen Religion, München 2004, S. 110-122

    http://www.ev-theologie.uni-osnabrueck.de/pub/uploads/Main/kommentiertes_vvz_ss06.pdf

    Prof. Dr. Arnulf von Scheliha

    Arnulf von Scheliha, geboren 1961, seit 2003 Professor für Systematische Theologie (Dogmatik, Ethik, Religionsphilosophie) am Institut für Evangelische Theologie der Universität Osnabrück. In der Kollegperiode 2009/2010 Fellow am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik des Collegium Helveticum in Basel. Forschungsschwerpunkte: Christentum und Kirche in der modernen Gesellschaft, Freiheit als Grundbegriff protestantischer Konfessionskultur, Interreligiöse Hermeneutik (insbesondere: das Verhältnis von Christentum und Islam), Politische Ethik, Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

    http://www.textwissenschaften.de/personen/pe_vonscheliha.htm

  2. Jacques Auvergne Says:

    :::

    Stichwort Nigeria, Stichwort globaler revolutionärer Islam.

    Daseinsfreude, Weltbürgerlichkeit, Modekultur und Körperkult locken den Teufel heran. Keine Miss World ohne Schleier, und das Haus verlässt die ehrbare Frau sowieso nicht.

    Wer ist Isioma Daniel?

    Isioma Daniel (Isioma Nkemdilim Nkiruka Daniel) studierte Journalismus und Politik an der englischen University of Central Lancashire (UCLan) und spezialisierte sich journalistisch auf die Bekleidungs- und Modebranche. Ihre pfiffigen Kommentare zum den anerkanntesten internationelen Modeschauen und Schönheitswettbewerben (Miss World 2002) brachte die radikalen (echten alten) Muslime des nördlichen Nigeria zur Weißglut. Die Gottesfürchtgen forderten mit einer Fatwa ihren Tod, mit einem Rechtsgutachten: „Es ist für alle Muslime verpflichtend, wo auch immer sie sich gerade befinden, die Ermordung der Journalistin als religiöse Pflicht zu betrachten.“

    Le 25 novembre, dans un discours prononcé devant des chefs religieux à Gusau, la capitale de l’Etat de Zamfara, et retransmis à la radio nationale, le gouverneur adjoint de cet Etat, Mamuda Aliyu Shinkafi annonce qu’une fatwa (décret religieux) appelant à la mort de Isioma Daniel avait été décrétée :

    „Comme pour Salman Rushdie, le sang d’Isioma Daniel peut être versé“. Il ajoute : „Il est obligatoire pour tous les musulmans, où qu’ils se trouvent, de considérer le meurtre de la journaliste comme un devoir religieux“, indiquant que la fatwa avait été décidée lors d’une réunion entre le gouvernement de l’Etat de Zamfara et 21 organisations islamiques.

    Bien que le gouvernement de cet Etat n’ait pas le pouvoir d’émettre une telle fatwa, précise le responsable de l’information de l’Etat de Zamfara, Umar Dangaladima, le gouverneur adjoint, „comme tous les musulmans, considère la sentence de mort contre Isioma Daniel comme une réalité basée sur les enseignements du Coran“. Il explique que Coran „stipule que quiconque accuse ou insulte tout prophète devrait être tué“ : si Isioma Daniel „est musulmane, elle n’a pas d’autre option que celle de mourir. Mais s’il s’agit d’une non-musulmane, le seul moyen pour elle de s’en sortir est de se convertir à l’Islam“. …

    Le 25 novembre, dans un discours prononcé devant des chefs religieux à Gusau, la capitale de l’Etat de Zamfara, et retransmis à la radio nationale, le gouverneur adjoint de cet Etat, Mamuda Aliyu Shinkafi annonce qu’une fatwa (décret religieux) appelant à la mort de Isioma Daniel avait été décrétée :

    „Comme pour Salman Rushdie, le sang d’Isioma Daniel peut être versé“. Il ajoute : „Il est obligatoire pour tous les musulmans, où qu’ils se trouvent, de considérer le meurtre de la journaliste comme un devoir religieux“, indiquant que la fatwa avait été décidée lors d’une réunion entre le gouvernement de l’Etat de Zamfara et 21 organisations islamiques.

    Bien que le gouvernement de cet Etat n’ait pas le pouvoir d’émettre une telle fatwa, précise le responsable de l’information de l’Etat de Zamfara, Umar Dangaladima, le gouverneur adjoint, „comme tous les musulmans, considère la sentence de mort contre Isioma Daniel comme une réalité basée sur les enseignements du Coran“. Il explique que Coran „stipule que quiconque accuse ou insulte tout prophète devrait être tué“ : si Isioma Daniel „est musulmane, elle n’a pas d’autre option que celle de mourir. Mais s’il s’agit d’une non-musulmane, le seul moyen pour elle de s’en sortir est de se convertir à l’Islam“.

    Das bevölkerungsreichste Land Afrikas bemüht sich um Modernität und zaghafte Säkularität und erklärt die Fatwa für null und nichtig: Wir sind ein Rechtsstaat. Allah liest seinen Koran wortwörtlich, nimmt sich ernst und sieht das daher wesentlich anders.

    Dès le lendemain 26 novembre, le gouvernement fédéral du Nigeria rejetait comme „nulle et non avenue“ la fatwa. „Le gouvernement fédéral ne va pas autoriser l’application d’une telle décision parce que la république fédérale est gouvernée par l’Etat de droit“, déclarait le ministre nigérian de l’Information, Jerry Gana, à l’Agence France-Presse.

    [Gana entstammt dem Norden und ist ein beliebter Christ oder einfach ein beliebter Politiker. ThisDay’s clarion call branded Jerry Gana “the popular among Pentecostal Christian leaders in the North”. Why not campaign for him in the premise of him being a popular northern leader?]

    http://www.gamji.com/article6000/NEWS6208.htm

    Informationsminister Professor Gana studierte auch an der schottischen University of Aberdeen.

    http://www.onlinenigeria.com/government/ministers.asp

    [weiter, Jerry Gana]

    Il ajoutait : „La Constitution de la république fédérale est la loi suprême de cette terre et les lois ne prévoient pas que quelqu’un qui a fait quelque chose de similaire à ce qu’a fait [la journaliste de] This Day soit tué“.

    http://www.aidh.org/dial_rel/actu_monde01.htm

    Exkurs: Abdu-Lateef Oladimeji Adegbite kurz Lateef Adegbite findet, dass man Nichtmuslime nicht unbedingt töten muss, zumal der gotteslästerliche Artikel in This Day außerhalb des Staatsgebiets von Zamfara entstand, die Gelehrten sollen die Scharia daher noch ein wenig diskutieren, was die Todesfatwa gegen Isioma Nkemdilim Nkiruka Daniel betrifft, zumal sich die Dhimmis bei uns entschuldigt haben, was wir Muslime angenommen haben (Rechtssicherheit auf echt islamisch).

    Muslime haben in der gottgegebenen Scharia ihre Verfassung. Menschengemachte Gesetze sind minderwertig, Adegbite:

    At the constituent assembly in 1976, Adegbite argued in favor of introducing Islamic courts of appeal into the southern states of Nigeria, arguing that Muslims had the right to have their affairs judged according to Sharia law.[8] He has stated „Muslims have no other constitution and law apart from what Sharia had laid down. Sharia as a divine law supersedes all other civil and moral laws“.[9]

    http://en.wikipedia.org/wiki/Lateef_Adegbite#cite_note-7

    Der Herr mit dem gelben Kopfputz ist Adegbite, der Generalsekretär des Nigeria Supreme Council for Islamic Affairs (NSCIA)

    Weiter:

    Par ailleurs, le secrétaire général du Conseil suprême des affaires islamiques du Nigeria, Lateef Adegbite, précisait que son organisation allait étudier cette fatwa. „Nous devrons l’étudier en tenant compte des facteurs suivants : premièrement, il faut l’examiner à la lumière de la constitution du Nigeria. Il faut aussi tenir compte du fait que la journaliste n’est pas musulmane. Et du fait que cet acte [la publication de l’article dans This Day] a été commis hors de l’Etat de Zamfara“, ajoutant qu’il fallait „aussi tenir compte du fait que le journal a présenté ses excuses et qu’elles avaient été acceptées par notre organisation“.

    la charia (loi islamique), die Scharia (das Islamische Gesetz)

    L’Etat de Zamfara est le premier de 12 Etats nigérians du nord du pays à avoir réintroduit progressivement la charia (loi islamique) depuis le retour de la démocratie au Nigeria en 1999, malgré l’opposition du gouvernement fédéral.

    http://www.aidh.org/dial_rel/actu_monde01.htm

    Man sieht von Kopf bis Fuß verschleierte Frauen, und alle Männer tragen Bart. Alle paar Schritte trifft man auf Hinweisschilder mit Koranversen. Frauen dürfen nicht mehr wie früher mit dem Motorrat-Taxi fahren, im Bus herrscht Geschlechterapartheid. Alle Kinos haben schließen müssen, an ihrer Stelle sind Koranschulen eröffnet worden.

    Des femmes en noir, voilées de la tête aux pieds, marchent dans les rues ensablées. Les hommes portent tous la barbe. Tous les 100 mètres, des panneaux verts présentent un verset du Coran écrit en arabe. Les femmes ne sont plus autorisées à monter sur les taxis-motos. Les transports ne sont plus mixtes. Tous les cinémas ont fermé leurs portes, remplacés par des écoles coraniques.

    L’État de Zamfara a été le premier à instaurer la charia (la loi islamique) au Nigeria, en octobre 1999. …

    Pourtant le gouverneur Sani a tenu bon… et l’État fédéral n’a jamais osé s’opposer ouvertement à la loi islamique. Presque chaque jour, des peines sont prononcées en son nom à Gusau. Amputations, coups de fouet sont le lot quotidien.

    «Aujourd’hui, une femme a reçu dix coups de fouet pour avoir donné une claque à un homme», affirme avec fierté l’un des juges des tribunaux islamiques. Ce rite est devenu presque banal.

    Fin novembre, tous les regards se portaient sur le vice-gouverneur. Quelques jours plus tôt, celui-ci avait annoncé une fatwa contre Isioma Daniel, une journaliste nigériane accusée de blasphème.

    Cette journaliste, spécialisée dans la mode, avait écrit, le 16 novembre, un article consacré à l’élection de Miss Monde en émettant l’hypothèse que le Prophète aurait pu choisir une épouse parmi les candidates à ce titre très convoité.

    Es ist falsch, sich bei gewaltbereiten Islamisten zu entschuldigen, und noch falscher, sich vier Tage später noch einmal zu entschuldigen, denn so kommt Allahs Schwungrad erst richtig in Fahrt:

    Dès le lendemain, le quotidien This Day a publié des excuses à la une. Et quatre jours de suite, cet influent quotidien de Lagos a renouvelé son mea culpa. Pourtant, dans le nord du pays, majoritairement musulmans, des locaux du quotidien ont été brûlés. Le lendemain, des émeutes entre chrétiens et musulmans ont fait plus de 250 morts à Kaduna, la grande ville du Nord.

    «Comme pour Salman Rushdie, le sang d’Isioma Daniel doit être versé», déclare Mamadu Aliyu Shinkafi, un des principaux responsables religieux de l’État de Zamfara.

    http://www.regard.eu.org/Politique.monde/TXT.complet.politique2/Zamfara.loi.islamique.html

    Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler kennen den Islam als eine „im Kern friedliche Religion“ (iKfR) und sollten dem nigerianischen Gouverneur Mamuda Aliyu Shinkafi den kindgerecht verkitschten Koran doch rasch richtig beibringen. Governor Mahmud Aliyu Shinkafi findet: „Wie im Fall von Salman Rushdie, so muss auch das Blut von Isioma Daniel vergossen werden.“

    http://nggovernorsforum.org/index.php?option=com_content&task=view&id=57&Itemid=

    Zamfara’s deputy governor Mamuda Aliyu Shinkafi told religious leaders in the state capital, Gusau: „Like Salman Rushdie, the blood of Isioma Daniel can be shed.“

    The speech was rebroadcast on local radio in Zamfara state, which was the first state in Nigeria to introduce Islamic law.

    „It is binding on all Muslims wherever they are, to consider the killing of the writer as a religious duty“.

    A „fatwa“ was pronounced on Indian-born British author Salman Rushdie in 1989 by the then Iranian spiritual leader, Ayatollah Khomeini, for alleged blasphemy in his novel, the Satanic Verses.

    A fatwa is a legal statement issued by an Islamic religious leader.

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/2514821.stm

    Die blutigen Unruhen im Norden Nigerias haben mehr als 200 Menschen das Leben gekostet. Auslöser der religiös motivierten Zusammenstöße war ein Artikel über die geplante Miss-World-Wahl, der von Muslimen als beleidigend empfunden wurde. Der Vizegouverneur des nigerianischen Staates Zamfara hat nun zur Ermordung der Autorin des umstrittenen Zeitungsartikels aufgerufen.

    Fundamentalisten sehen in dem Artikel eine Beleidigung ihres Glaubens. Darin hatte Isioma Daniel die Kritik der Muslime an der inzwischen nach London verlegten Miss-Wahl in flapsiger Form zurückgewiesen. Die Journalistin schrieb, der Prophet Mohammed hätte vielleicht selbst eine der Kandidatinnen zur Frau genommen. Nach wochenlangen Protesten von Muslimen, die sich durch die zunächst in Nigeria geplante Miss-Wahl in ihrem Glauben verletzt sahen, kam es Ende voriger Woche nach Erscheinen des Artikels in der Zeitung „ThisDay“ zu blutigen Unruhen zwischen Muslimen und Christen, denen mehr als 215 Menschen zum Opfer fielen.

    Bei dem Aufruf zur Ermordung der Journalistin handle es sich um ein Urteil nach islamischem Recht, sagte der Informationsminister des Bundeslandes Zamfara, Umar Dangaladima Magaji. „Sie basiert auf dem Wunsch des Volkes.“ Die Regierung halte die „Fatwa“ für angemessen, weil sie zur Entschärfung der Lage und zum Vermeiden von weiterem Blutvergießen beitragen könne.

    Ein Sprecher des nigerianischen Informationsministeriums erklärte am Dienstag, die Regierung werde nicht zulassen, dass irgend eine islamische Gruppe oder Einzelperson den Mordaufruf in die Tat umsetzt.

    Eine „Fatwa“ ist ein juristisches Gutachten eines moslemischen Gelehrten auf Grundlage der Scharia, des islamischen Rechts. Sein Inhalt ist nicht bindend, Vertreter anderer Rechtsschulen können bei gleichen Sachverhalten zu anderen Ergebnissen kommen. Die nigerianische Zentralregierung erkennt die Einführung der Scharia in Zamfara und zehn weiteren nordnigerianischen Bundesstaaten nicht an.1989 hatte der iranische Revolutionsführer in einer Aufsehen erregenden „Fatwa“ zur Ermordung des Schriftstellers Salman Rushdie aufgerufen. Auch er soll Mohammed beleidigt haben.

    Da 2001 mit Agbani Darego eine Nigerianerin zur Miss World gewählt worden war, hätte der Wettbewerb in diesem Jahr in ihrem Heimatland ausgetragen werden sollen. Wegen der Unruhen wurde die Miss-World-Wahl jedoch nach Großbritannien verlegt.

    FAZ 26.11.2002

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/nigeria-bundesstaat-ruft-zu-mord-an-journalistin-auf-180979.html

    Die FAZ greift zu kurz, der die Schariafreunde zum heiligen Zorn erregende Text zum Thema Frauenmode (und Frauenkörper!) ist kein Auslöser, sondern willkommener Vorwand (Alibi) für den Dschihad in Kaduna. In der Schariagesellschaft gibt es eben keine internationalen Schönheitswettbewerbe und Modenschauen – und eben darum ging es.

    vorher

    nachher

    Fotografiert am 5. Januar 2006 am Maiduguri Markt
    Photo prise le 5 janvier 2006 au marché de Maiduguri

    Motorisierte Frauenfracht und Moralplakat, in der Stadt Kano. A motor rickshaw transporting Muslim women drives past a signboard promoting Islamic faith in Nigeria’s northern city of Kano March 15, 2011/Joe Penny

    http://blogs.reuters.com/faithworld/2011/03/18/nigerias-muslim-north-risks-growing-sense-of-alienation/

    :::

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