Presseerklärung des ZdE zum Ehrenmord an Arzu Özmen

جريمة الشرف

ǧarīmat aš-šaraf

honour killing

Ehrenmord

Arzu ist nicht das erste und leider auch nicht das letzte Opfer

Morgen werden sich viele Menschen an einem Trauermarsch zum Gedenken an Arzu Özmens beteiligen, die einem Ehrenmord zum Opfer fiel. Ihre Freunde und tausende Menschen haben eine Frage: Wieso?? Wie kann eine Familie ihre Tochter, ein Bruder seine eigene Schwester umbringen? Was können wir tun? Wie können wir Betroffenen helfen? Warum haben wir versagt?

Arzu ist nicht das erste Opfer. Pro Jahr sterben weltweit mehr als 5000 Frauen und Mädchen infolge von Ehrenmorden. Die meisten Ehrenmorde, die eine blutige Unsitte traditionalistisch-religiöser und vormodern-patriarchalischer Gesellschaften darstellen, werden in orthodox-islamisch geprägten Milieus vollstreckt. Arzu entstammt einer jesidischen Familie. Aber sie war in Deutschland und das ist entscheidend. Denn:

Auch Frauen und Mädchen aus traditionell-religiösen Zuwandererfamilien, die in Europa leben, haben das Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Leben nach modernen Grundsätzen und menschenrechtlichen Normen. Und sie haben das Recht, vom Staat und der Gesellschaft des Aufnahmelandes besser geschützt zu werden.

Der Zentralrat der Ex-Muslime verurteilt diesen feigen und schändlichen Mord und erklärt sich solidarisch mit allen Menschen, die morgen am Trauermarsch teilnehmen. Aber wir sagen auch: Die Gesellschaft und ihre politischen Repräsentanten müssen sich noch intensiver und tabuloser mit diesem Problem beschäftigen. Reaktionäre und frauenfeindliche Kulturen und Traditionen müssen öffentlich eindeutig verurteilt werden. Es ist absolut falsch, aus Angst, einige rückständige Kräfte könnten sich beleidigt fühlen, Kritik zu unterlassen und die notwendige Auseinandersetzung zu scheuen.

Die meisten Opfer in Deutschland entstammen orthodox-islamischen Familien, die sowohl durch die konservativen Islamverbände Deutschland als auch durch die nachgiebige proislamische Politik in allen gesellschaftlichen Bereichen beständig ermuntert werden. Eine verhängnisvolle Rolle spielt hierbei nicht zuletzt das Unwort des Bundespräsidenten Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“, das mittlerweile wie ein Persilschein für die Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur in Deutschland genutzt wird: Zunächst die Etablierung der Islamkonferenz als ungerechte und kontraproduktive Bevorzugung einer bestimmten Zuwanderergruppe; dann Einführung von Islamunterricht als falsches Signal der Integrationspolitik; jetzt Einrichtung islamischer Theologiezentren; generell die Islamisierung des Bildungssystems von den Kindergärten bis zu den Hochschulen – all das bewirkt nicht zuletzt auch die Verfestigung einer frauenfeindlichen und grundrechtswidrigen Gegenkultur.

Tief betroffen von diesem Mord erheben wir deshalb folgende Forderungen:

Den Mädchen aus traditionalistisch-religiösen Zuwanderermilieus muss geholfen werden, nach modernen freiheitlichen Standards zu leben. Geschützt und durchgesetzt werden muss insbesondere das Recht auf freie Partnerwahl. Alle Mädchen haben ein Recht auf voreheliche Freundschaftsbeziehungen! Islamisch geprägte Jungfrauenkäfige dürfen nicht länger geduldet bzw. unter „Kulturschutz“ gestellt werden. Die Politik und die Medien in Deutschland müssen sich klar und deutlich auf die Seite der Frauen und Mädchen stellen. Frei-Sein und Lebensfreude sind weder exklusive Eigenschaften der deutschen oder europäischen Kultur, sondern gehören zum Grundinventar der universellen Menschenrechte, die nicht im Sinne eines falschen Multikulturalismus relativiert werden dürfen. In diesem Sinne verlangen wir auch eine härtere Bestrafung von „Ehrenmorden“ als besonders verwerfliche Verbrechen.

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

19.01.2012

Mina Ahadi

E-Mail: minaahadi@aol.com

Telefon: 0049 (0) 1775692413

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee Against Execution (ICAE)

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee Against Stoning (ICAS)

http://stopstonningnow.com/wpress/

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7 Antworten to “Presseerklärung des ZdE zum Ehrenmord an Arzu Özmen”

  1. Mathi. Says:

    Der Tod der Liebe
    http://www.box.com/s/1aadp66cz66lz7yk0fig

  2. Jacques Auvergne Says:

    SPD-Minister: Scharia-Richter denkbar
    02. Februar 2012 12.02 Uhr,
    Christoph Lemmer

    Voraussetzung: Beide Streitparteien stimmen zu. Rechtsexperten widersprechen, Alice Schwarzer ist empört.

    Der rheinland-pfälzische Justizminister, Jochen Hartloff (57, SPD), kann sich Scharia-Gerichte in Deutschland vorstellen. „Wenn das in Form von Schiedsgerichten geschieht wie im Handel oder im Sport, dann ist das vertretbar“, so der Politiker zur B.Z..

    Voraussetzung sei, dass beide Streitparteien ein solches islamisches Gericht akzeptieren. Dann sei auch die Scharia, das islamische Recht, als Grundlage vertretbar. Allerdings sei die Scharia nur in einer modernen Form akzeptabel. „Steinzeit werden wir nicht tolerieren. Steinigen ist menschenrechtswidrig.“

    Bei Straftaten dürften Scharia-Gerichte in Deutschland generell nicht tätig werden – aber bei Streit um Geld, bei Ehescheidungen oder Erbsachen. Hartloffs Vorstellungen stießen auf scharfe Kritik.

    „Emma“-Chefredakteurin Alice Schwarzer sagte der B.Z.: „Das islamisch geprägte Familienrecht hält Frauen lebenslang in Unmündigkeit: Sie sind Tochter eines Vaters, Schwester eines Bruders, Ehefrau eines Mannes. Es entrechtet sie weitgehend.“ In unserem Kulturkreis sei das seit der Frauenbewegung „sehr viel besser geworden“, nicht aber im islamischen Kulturkreis. „Scharia und Rechtsstaat widersprechen aneinander.“

    Auch der Autor Joachim Wagner („Richter ohne Gesetz: Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat“) lehnt solche Überlegungen ab: „Das ist die völlig falsche Richtung, weil es die ohnehin geringe Akzeptanz in einigen muslimischen Kreisen für das deutsche Recht weiter verringert.“

    Wagner: „In England gibt es schon solche Scharia-Gerichte. Dort hat man keine guten Erfahrungen damit gemacht.“

    http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschland/spd-minister-scharia-richter-denkbar-article1376757.html

  3. Mathi. Says:

    Der Tod der Liebe
    http://www.box.com/s/1aadp66cz66lz7yk0fig

  4. Querverweis Says:

    Ghira

    Violence in defence of a Muslim’s ghira is pure Islam. … Islam is very clear on a woman’s rights. Mohammed talked about this in his last sermon at Mecca. If a woman obeys her husband and never acts in a sexual manner towards another man (including being alone with another male), then she must be given food and shelter.

    http://www.politicalislam.com/pdf/WebSitePDF/Women.pdf

    Ghira

    Questioned by another man who claimed that his honor (ghira) would require him to immediately slay his wife’s lover in such a case, the Prophet reportedly declared that God’s honor was greater than any human’s.

    http://www.brandeis.edu/projects/fse/muslim/honor.html

    Ghira? Frage den Scheich!
    ASK THE SHEIKH
    (zwar schiitisch, aber Scharia)

    Is Ghira (the protective feeling a man feels towards his sister or wife) in Islam justified?

    Question:

    What is Islam’s point of view on “ghira”; the protective feeling a man feels towards his sister or wife when she is talking to a person of the opposite sex; what are men’s rights on this viewpoint; is ghira really beneficial like they say or does it prove a lack of trust in the couple/sibling?

    Answer:

    The Prophet (pbuh) says:

    “Ghira is part of faith” (Scale of Wisdom, n. 4919).

    In fact, the Prophet (pbuh) says that a man without ghira will be humiliated by God: “My father Abraham was very possessive and I am even more possessive than him. Allah abases the believer who has no sense of ghira…”(The Scale of Wisdom, n. 4920)

    Answered by: Dr Ali Alsamail
    Certified by: Sheikh Mansour Leghaei

    http://www.askthesheikh.com/is-ghira-the-protective-feeling-a-man-feels-towards-his-sister-or-wife-in-islam-justified/

    Schia-Islam, frage den Scheich:

    Is it haraam (forbidden) for a teenage girl to like a boy?

    Question:

    As a teenage girl, is it haraam (forbidden) to like a boy?

    Answer:

    Any relationship between a boy and girl outside marriage is forbidden in Islam. This includes any physical contact, as well as any conversation which may lead to haram acts.

    Answered by: Dr Ali Alsamail
    Certified by: Sheikh Mansour Leghaei

    http://www.askthesheikh.com/is-it-haraam-forbidden-for-a-teenage-girl-to-like-a-boy/

    Jurisprudential (Fiqh) Answers:

    Please note that only the opinions of the currently living, most famous Maraaje’ will be provided by the scholars at this point in time. That is, the opinions of:

    – Grand Ayatollah Sayyed Ali Khamenei (h.a.)
    – Grand Ayatollah Sayyed Ali Sistani (h.a.)
    – Grand Ayatollah Makaarem Shirazi (h.a.)

    However, please also note that we will only publish the opinions of Ayatollah Khamenei (h.a.) and Ayatollah Sistani (h.a.) on our website, because of technical limitations and the overwhelming numbers of Muslims who do Taqleed (religious emulation) to them. As for Ayatollah Makaarem Shirazi’s opinions, they will be provided to questioners privately, but the Q&As will not be published on our website.

    http://www.askthesheikh.com/about-us/

  5. Kalevala Says:

    Eure Ehre tötet

    In der Sylvesternacht wurde die Kurdin Mizgîn Baytekin (18) von ihrem Mann Önder Baytekin (26), der sich erst seit einem Monat in Deutschland aufhält, erstochen und anschließend mit dem Auto mehrmals überfahren. Sie erlag ihren Verletzungen. Nach der Tat, stellte sich Önder Baytekin der Polizei. Heute wurde Mizgîn in Harsewinkel bei Gütersloh begraben.

    Mizgîn, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, wurde 2007 mit Önder Baytekin, der ihr Cousin ist, zwangsverheiratet. …

    Mizgîns Ehemann ist verantwortlich für diese Tat. Er ist schuldig. Aber nicht alleine. Genauso schuldig und verantwortlich sind diejenigen, die sie zwangsverheiratet haben. Verantwortlich sind alle diejenigen, die ihre Augen vor der Zwangsverheiratung verschlossen haben und ihre Stimme nicht dagegen erhoben haben. Schuldig ist die Mentalität, die die Frauen als Ehre und als eine Ware ansieht. Diese Mentalität ist es, die das Töten im Namen der „Ehre“ und der „Tradition“ legitimiert und als Recht des Mannes ansieht.

    Wir werden gegenüber den Verbrechen an Aylin, Zeynep, Sezen, Güldünya und Mizgîn nicht schweigen. Wir werden unsere Augen nicht verschließen. Wir sind niemandes Ehre. Unsere Ehre ist unsere Freiheit. Unsere Ehre, ist unser freier Wille und unser Kampf um Freiheit als Frauen und als Menschen. Wir hoffen, wir brauchen nicht noch mehr Mizgîns, um festzustellen, dass die Mentalität der „Ehre“ des rückständigen patriarchalen Systems eine Mentalität ist, die tötet. Wir Frauen werden unseren Kampf aus unseren eigenen Reihen verstärken, damit es nicht noch mehr Mizgîns geben wird.

    aus: Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. – Cenî –
    hier bei: nadir

    http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/erklaerungen/2009/01/01.htm

  6. Bragalou Says:

    Deutschland. Ehrenmord in Familie aus Pakistan. Die noch in Pakistan geborene Tochter wollte offenbar nicht den familiär erwünschten Mann heiraten und wurde deshalb von ihren Eltern erwürgt und irgendwo am Waldrand versteckt.

    Darmstadt, Stadtteil Kranichstein, Onkel und Tante wohl am Mord beteiligt:
    ::

    Ehrenmord? Verdächtige waren doch „ganz normal“

    Eine 19-Jährige ist tot, erwürgt wohl von den Eltern, vielleicht, weil sie den Falschen liebte. Die Leiche: fortgeschafft im Rollstuhl der Oma. Die Nachbarn sind fassungslos, sie mochten die Familie.

    Von Joachim Baier
    DIE WELT 29.01.2015

    http://www.welt.de/vermischtes/article136925175/Ehrenmord-Verdaechtige-waren-doch-ganz-normal.html
    Darmstadt: Eltern sollen Tochter (19) erwürgt haben!

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.ehren-mord-familie-aus-pakistan-darmstadt-eltern-sollen-tochter-19-erwuergt-haben.68048499-4dcc-40b9-8a20-9898b5ed598c.html

    Erwürgt wegen Hochzeitsplänen
    Haftbefehl gegen Eltern der 19-Jährigen

    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36098&key=standard_document_54297913

    „Das Motiv dürfte nach derzeitigem Ermittlungsstand der Heiratswunsch der Tochter und hiervon abweichende Vorstellungen der Familie gewesen sein. Bei dem Opfer handelte es sich um eine deutsche Staatsbürgerin pakistanischer Herkunft, wie Staatsanwältin Nina Reininger erklärte. Die Eltern der jungen Frau seien ebenfalls in Pakistan geboren. Über die Herkunft von Onkel und Tante lagen ihr zunächst keine Informationen vor. “

    Focus am 29.01.2015

    http://www.focus.de/panorama/welt/ehren-mord-in-darmstadt-19-jaehrige-getoetet-eltern-sollen-tochter-erwuergt-haben_id_4438991.html

    „Auf einem Parkplatz in der Nähe des Oberwaldhauses haben Zeugen gestern eine Frauenleiche gefunden. Unter dringendem Tatverdacht stehen die Eltern der Getöteten, ein 51-jähriger Mann und dessen 41-jährige Ehefrau. An der Tat beteiligt gewesen sein sollen auch der 39-jährige Onkel und die 36-jährige Tante des Opfers. Die Staatsanwaltschaft hat für alle vier Beschuldigte Anträge auf den Erlass von Haftbefehlen beim Amtsgericht gestellt. Die Familienmitglieder werden im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

    Direkt nach dem Fund des Leichnams an einem Parkplatz in der Dieburger Straße, ermittelten Staatsanwaltschaft und Polizei auf Hochtouren. Untersuchungen der Gerichtsmedizin haben ergeben, dass die 19-Jährige erwürgt wurde. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben im Umfeld des Opfers noch in der Nacht genügend Beweismaterial gegen die Beschuldigten gesammelt. Das Opfer dürfte demnach in der Nacht zum Mittwoch in der elterlichen Wohnung getötet, anschließend mit einem Rollstuhl der Großmutter aus dem Haus in Kranichstein zu einem Fahrzeug transportiert und letztlich an einer Böschung am späteren Fundort abgelegt worden sein. Das Motiv dürfte nach derzeitigem Ermittlungsstand der Heiratswunsch der Tochter und hiervon abweichende Vorstellungen ihrer aus Pakistan stammenden Familie gewesen sein. Bei dem Opfer handelte es sich um eine deutsche Staatsbürgerin pakistanischer Herkunft, wie Staatsanwältin Nina Reininger heute erklärte. Auch der Freund des Opfers war deutscher Staatsbürger mit pakistanischer Herkunft. Ein sogenannter „Ehrenmord“ kann nicht ausgeschlossen werden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.“

    Von Damian Robota

    http://www.op-online.de/lokales/hessen/ehrenmord-darmstadt-19-jaehrige-familie-getoetet-4682881.html

  7. Bragalou Says:

    ::

    Vater erwürgt Tochter – weil sie einen Freund hatte

    VON CHRISTINE HORSTKORTE, in: Bild, 25.09.2015

    Darmstadt – Sie war wunderhübsch, lernte Zahnarzthelferin. Aber Lareeb K. (19) liebte einen jungen Mann. Eine verbotene Liebe. Deshalb musste sie sterben!

    Erwürgt von ihrem eigenen Vater, ihre Mutter sah zu. Jetzt wird den Eltern Asadullah K. (52) und Shazia K.(41) der Prozess am Landgericht gemacht. Wegen gemeinschaftlichen Mordes. […]

    Der Vater: Ein kleiner schmaler Mann, weiße Haare, weißer Bart. Die Mutter: cremefarbener Schal um Kopf und Schultern, taupefarbene Longjacke [, um ihre islamische Verpflichtung der Bedeckung des weiblichen Körpers, um die Vorgaben für den Hidschab zu erfüllen]. Beide weinen. Sie sind Pakistani mit deutschen Pässen, gehören zur muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, sehr religiös.

    Die schreckliche Tat am 28. Januar 2015 laut Anklage: Zwischen 2 und 4 Uhr geht der Reinigungsmitarbeiter Asadullah K. in Lareebs Zimmer in der elterlichen Wohnung. Er kniet sich auf sie, legt ihr die Hände um den Hals, drückt minutenlang zu. […] Dann bringen sie die Leiche im Auto zu einem Waldparkplatz zehn Minuten entfernt. Asadullah K. schubst den Rollstuhl die Böschung runter. Passanten finden die tote Lareeb am Morgen.

    Asadullah K. glaubte die Ehre der Familie in Gefahr, weil sich Lareeb mit einem jungen Mann traf. Er gehört zwar zur gleichen Gemeinde, aber der Kontakt passte weder ihren noch seinen Eltern.

    Lareebs Eltern rasteten aus, als sie von der Beziehung erfuhren, verboten ihr den Umgang, sie durfte nicht mehr allein raus, bekam sogar Schläge. Doch die junge Frau widersetzte sich, traf ihren Liebsten trotzdem. Sie sprach nicht mehr mit ihren Eltern, aß kaum noch, wurde immer schmaler, trug kein Kopftuch mehr. Dabei war sie bis dahin eine brave Tochter.

    Die Gemeinde versuchte zu vermitteln, vergeblich. Als Post von der Polizei kam, eskalierte die Situation. Lareeb war beim Versuch, Kondome zu klauen, erwischt worden. In der Nacht brachte der Vater sein Kind um. […]

    Shazia K., die wie ihr Mann kaum Deutsch spricht, weil er ihr das Lernen verboten hatte […]

    Die jüngste Tochter Nida (14) ist Nebenklägerin, ist als Zeugin geladen […] „Mama hat mich mit dem Stock geschlagen.“ Mit Lareeb hat sie sich gut verstanden, aber von ihrem Freund Raheel wusste sie nichts: „Über so was durften wir nicht reden.“

    Sie traf ihn erst nach Lareebs Tod. „Er erzählte mir, dass Lareeb in Pakistan zwangsverheiratet werden sollte.“ Am Abend vor der Tat wurde die kleine Schwester zu einer Tante zum Übernachten geschickt.

    Raheel T. (25), Student und Taxifahrer, kommt in dunklem Anzug und Krawatte: „Wir wollten heiraten. Ihre Eltern bedrohten mich erst, taten nach einigen Gesprächen mit der Glaubensgemeinde und meinen Eltern nach außen aber so, als ob sie einverstanden seien. Doch Lareeb erzählte mir, dass ihre Mutter sie als Schande für die Familie beschimpft, sie mit einem Stock schlägt, einmal drückte sie ihre Hand auf den heißen Herd, sie hetzte den Vater gegen Lareeb auf, damit er sie ständig verfolgt. Sie haben sie auch nachts zweimal auf die Straße geworfen.“

    Angeblich habe der Vater außerdem schon einmal versucht, Lareeb zu erwürgen. […]

    http://www.bild.de/regional/frankfurt/prozess/diese-eltern-toeteten-ihre-eigene-tochter-42714238.bild.html

    ::
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    Die Tochter für die „Familienehre“ getötet

    Von: Joachim Baier, in: Kölnische Rundschau, 25.09.2015.

    Mit dem Geständnis des Vaters hat in Darmstadt ein Prozess gegen strengreligiöse muslimische Eltern um die Tötung ihrer Tochter begonnen. Der 52-Jährige und die 41 Jahre alte Mutter sollen die 19-Jährige vor acht Monaten gemeinschaftlich ermordet haben, um die „Familienehre zu retten beziehungsweise wiederherzustellen“, sagte Staatsanwältin Barbara Sieger am Freitag beim Verlesen der Anklage vor dem Landgericht. Die junge Frau habe einen Freund gehabt, mit dem sie nicht verlobt gewesen sei. Vater und Mutter hätten von sexuellen Kontakten des Paares erfahren. […]

    Laut Anklage erwürgte der Vater seine Tochter. Er habe der Schlafenden Ende Januar in Darmstadt „minutenlang ihren Hals zugedrückt“, die Mutter sei einverstanden und dabei gewesen. Die 41-Jährige habe bei der Planung der Tat und der Beseitigung der Leiche geholfen.

    Die Mutter ließ über ihren Anwalt mitteilen, sie sei von der Tat überrascht und dann dazu gezwungen worden, beim Wegschaffen der Leiche zu helfen. Ihr gesamtes Leben, sagte der Anwalt, sei stark „vom Leben in der muslimischen Gemeinde“ bestimmt gewesen, „von den Geboten der Religion“. Die Beziehung der 19-Jährigen – an den Eltern vorbei – habe „deren Denken erschüttert“. Als dann die Polizei die Tochter verdächtigt habe, Modeschmuck und Kondome gestohlen zu haben, […]

    In dem Prozess tritt die Schwester der Getöteten als Nebenklägerin auf. Zum Auftakt wurde sie als Zeugin gehört, vom Zeugnisverweigerungsrecht als Tochter wollte sie keinen Gebrauch machen. […] Die 14-Jährige erzählte, die Eltern seien sehr streng gewesen: „Wir mussten auf jede Kleinigkeit achten.“ Das Thema Liebe und Jungs sei tabu gewesen. Die Mutter habe sie mit einem Stock geschlagen. Kontakte zu Freunden außerhalb des Schulunterrichts seien schwierig gewesen. […]

    http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/gestaendnis-vor-gericht-die-tochter-fuer-die–familienehre–getoetet,15184900,31990944.html

    ::

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