Petition gegen Kinderbeschneidung

الخِتان

al-ḫitān

Beschneidung

Edward von Roy

Mönchengladbach

An den

Deutschen Bundestag

Petitionsausschuss

Berlin

20. Juli 2012

Pet 4-17-07-451-040847

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

§ 1631d

Verbot der rituellen Genitalmutilation

Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

Begründung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 10.12.1948) und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie in der von Stammesreligion, Rechtspluralismus und Initiationsriten geprägten kulturellen Vormoderne, an den Menschen als Angehörigen eines ethnoreligiösen Kollektivs, in welchem Schamanen oder Theologen juristisch folgenreich definierten oder immer noch definieren, was menschliche Wesensnatur (islamisch fiṭra)[1] oder rituelle Reinheit (ṭahāra)[2] ist.

Die Europäische Union hat sich im Jahr 2000 in ihrer Charta der Grundrechte deutlich zur Umsetzung der Kinderrechte bekannt, Artikel 24 Rechte des Kindes lautet:

(1) Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Sie können ihre Meinung frei äußern. Ihre Meinung wird in den Angelegenheiten, die sie betreffen, in einer ihrem Alter und ihrem Reifegrad entsprechenden Weise berücksichtigt. (2) Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.

Da wir körperliche Unversehrtheit und genitale Integrität für wichtig halten, insbesondere auch im Wissen darum, dass im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat jeder Jugendliche (Religionsmündigkeit) oder Erwachsene seine Religion jederzeit wechseln kann oder auch ohne Religion leben kann, stellen wir fest, dass es Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten nicht zusteht, eine Entscheidung über Vorhandensein, Funktionsfähigkeit und ästhetische Umgestaltung der Genitalien ihres Kindes zu treffen und in ein Ritual einzuwilligen, das lebenslange Spuren der Markierung als Zugehöriger zu einem traditionellen, so genannten kulturkreisbedingten oder religiösen Kollektiv hinterlässt. Auch das ebenfalls in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union genannte „Recht der Eltern, die Erziehung und den Unterricht ihrer Kinder entsprechend ihren eigenen religiösen, weltanschaulichen und erzieherischen Überzeugungen sicherzustellen“, so steht es in Artikel 14 Recht auf Bildung, kann kein Freibrief für eine Beschneidungspraxis sein.

Bereits im März 2006 hat der Europarat den Mitgliedsstaaten nahegelegt, allen Kindern Chancengleichheit zu geben, unabhängig von ihrem Milieu oder familiären Hintergrund.[3] Eine nicht auf eigenen Entschluss, sondern durch den Elternwillen erworbene Genitalmutilation, nicht selten verbunden mit einer seelischen Traumatisierung, trägt eher zur gefühlten Andersartigkeit und zu einer dogmatische Reinheit herstellenden Segregation zu den Milieus der Unbeschnittenen bei und gerade nicht zu Integration und „Chancengleichheit.“

Rituelle Beschneidung (mindestens) der Klitorisvorhaut gilt der schafiitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam als religiös verpflichtend (wadschib)[4] und wird im bevölkerungsreichsten muslimischen Land, in Indonesien, von Wohltätigkeitsorganisationen bei nur zu vermutendem hohem Konformitätsdruck öffentlich angeboten und durchgeführt.[5] Auf diese Form der Beschneidung, nach den WHO-Kriterien ist sie eine Female genital mutilation (genauer: eine FGM vom Typ I),[6] kann, ebenso wie Jungenbeschneidung, StGB § 228 angewendet werden: „Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.“ Nach dem Rechtsverständnis eines säkularen Rechtsstaats, der sich an den allgemeinen Menschenrechten orientiert, sind weder FGM noch MGM „gute Sitte“, sondern § 223 StGB Körperverletzung.

Was die oft bagatellisierte männliche Beschneidung (Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir machen uns ja sonst zur Komikernation“)[7] betrifft, können 14-jährige Jungen nicht als einwilligungsfähig gelten und vermutlich noch nicht einmal 16 jährige, weshalb keine jugendlichen Religionsmündigen, sondern erst Erwachsene ihrer eigenen MGM zustimmen könnten (was sozialpädagogisch, psychologisch oder medizinisch begründet keineswegs pauschal zu empfehlen ist).

Ein Kind, also einen nicht einwilligungsfähigen Menschen ohne medizinischen Grund, sondern lediglich zur Abwehr vermeintlicher böser Geister und Dschinnen oder zur Erlangung des Wohlwollens der elterlich vermuteten Gottheit am Genital zu operieren, finden wir, um Frau Merkels Wort aufzugreifen, tatsächlich nicht „komisch“.

Heute treffen wir auf säkulare Muslime oder auf Ex-Muslime, die das im gegenmodernen und aufklärungsverweigernden[8] Islam von Scharia und Fiqh selbstverständliche Recht der Eltern, den Körper des Kindes im Genitalbereich mit einer kultischen Operation zu verändern, in Frage stellen: „Ich verstehe deshalb die Aufregung um dieses Verbot nicht. Wir, die Muslime in Deutschland, sollten diese jetzige Diskussion als Chance begreifen, endlich bestimmte religiöse Rituale und Traditionen auf den Prüfstand der Demokratie zu stellen“, das sagt Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe und Mitglied der Arbeitsgruppe „Präventionsarbeit mit Jugendlichen“ der Deutschen Islam Konferenz (DIK).

Mansour stellt ein auch sozialpädagogisch überzeugendes Qualitätskriterium für eltern- und kinderfreundliche Spiritualität auf: „Die Rechte der Kinder auf individuelle Freiheit zu ignorieren ist bei muslimischen Familien sehr verbreitet, Kinder werden als Mitglieder der Gemeinschaft erzogen und nicht als Individuen. Persönliche Bedürfnisse und Selbstentfaltungsversuche, die der kulturellen und religiösen Vorstellung der Eltern widersprechen, werden systematisch unterdrückt. Ein Verbot der Beschneidung dagegen wäre der wahre Ausdruck der Religionsfreiheit – die man seinen Kindern lässt!“[9]

Auch unter Juden wird das Beschneidungsritual seit und mit Sigmund Freud und Bruno Bettelheim kritisiert. Sehr plausibel argumentiert die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman: „Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.“[10]

Die ohne medizinischen triftigen Grund vorgenommene rein rituelle orthodox-jüdische oder orthodox-islamische Zirkumzision und ebenso die schafiitische Mädchenbeschneidung sind Taten der Gewalt am Kind, gleichzeitig sind sie islamisch verpflichtend als wadschib (wāǧib) oder fard (farḍ). Schafiitische FGM und jüdische sowie gesamtislamische MGM gehören deshalb, auch unter Bezug auf BGB § 1631 (2), wo feststellt wird: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“, nicht in Deutschlands Kinderzimmer, Festsäle, Krankenhäuser oder Arztpraxen. Die gottgegebenen Gesetze von Halacha oder Scharia missachten das Kindeswohl.

Dass traditionsverliebte oder besonders gottesfürchtige Eltern beteuern, nur das Beste ihres Kindes im Sinne zu haben kann uns eine genitale Mutilation am Kinderkörper nicht billigen lassen, noch weniger die Vermutung der religiösen Wortführer, die Beschneidungsgegner würden wertvolles Kulturerbe vernichten (entsprechend kann aufklärungshumanistische Beschneidungskritik nicht ihrerseits stammeskulturelles Erbe verteidigen, etwa unter Beschwörung des famosen Europäischen oder Christlich-Abendländischen, was Xenophobie oder Antisemitismus ja auch nur sehr dürftig bedecken würde).

Jahrhunderte lang hätte es kaum jemand für möglich gehalten, aber die Sklaverei ist auch weltweit überwunden worden. Ebenso sollte und kann die Jahrtausende alte Kinderbeschneidung global überwunden werden, in Köln, Teheran, Mekka und Jerusalem, auch wenn der beharrliche Doron Rabinovici da anscheinend gar keine Chance sieht: „Die Brit Mila wurde bereits unter Antiochus IV. verboten und in der Sowjetunion erschwert. Aber die Juden hielten daran fest und eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen, bloß weil deutsche Richter es ihnen nicht gestatten.“[11]

Dass es mit dem beschneidungslosen neuen Ritual Brit Shalom (Covenant of Peace) und den Jews against Circumcision eine, zugegebenermaßen noch kleine, Bewegung bewusst jüdischer Zirkumzisionsgegner gibt, deutet Rabinovici, der die Jungenbeschneidung nicht etwa abschaffen will, sondern dem es darum geht, „Schmerzbehandlung und die medizinische Wundversorgung zu verbessern“, den Lesern der Süddeutschen immerhin an. Den MGM-Kritikern, die Rabinovici pauschal ein wenig in die Ecke von Rassismus und Antisemitismus rückt, unterstellt er hintergründig schwelende „Kastrationsangst“ und unter Kindeswohl versteht der Religionsfreund die grundsätzlich begrüßenswerte Frage: „Wäre es nicht sinnvoll, nicht nur an Biologie und Medizin zu denken, sondern auch an das politische Klima, in dem wir leben wollen?“ Ob hierzulande Grundgesetz oder himmlisches Gesetz gelten soll fragen wir uns ebenfalls, und wünschen uns eine Gesellschaft mit ganz vielen Ex-Muslimen, säkularen Juden und säkularen Muslimen und ohne blutige religiöse Riten.

Cahit Kaya, österreichischer Ex-Muslim, begrüßt ein Verbot der medizinisch nicht indizierten Beschneidungen an Kindern: „auf alle Fälle in der gesamten EU … Was die Gläubigen dann im Erwachsenenalter machen, soll in ihrer Entscheidungsfreiheit bleiben.“ Kaya kennt den Gruppenzwang und die Mauer des Schweigens ebenso wie den vielfachen Wunsch nach einer Abkehr vom Sünnet-Ritual: „Oft sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Aber es wagt niemand, sich gegen seine Religionsgemeinschaft zu stellen. In Wahrheit wären nämlich viele muslimische Eltern sogar froh, wenn ein Beschneidungsverbot kommt. Sie hätten dann einen Vorwand, ihren männlichen Kindern diese Prozedur zu ersparen.“[12]

Seine heutigen gesundheitlichen Belastungen, nämlich Schlafstörungen führt Menschenrechtsaktivist Kaya auf seine als Kind erfahrene Zirkumzision zurück: „Ich wurde von meinen Eltern in ein Krankenhaus gebracht und dort alleingelassen, ohne zu wissen, was mit mir passiert. Das ist für ein Kind sehr belastend. Auch später in der Schule war ich immer der Markierte“[13] (Multikulturalisten könnten jetzt natürlich vorschlagen, gleich alle männlichen Kinder zu beschneiden, damit sich kein Junge mehr als Außenseiter bzw. markiert und stigmatisiert fühlt).

Fuat Sanac, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien, fragt im selben Artikel vorwurfsvoll nach außerislamischer Mutilation wie Piercings und Brustvergrößerungen – eine sinnvolle Frage, aber was ist denn, wenn sich der junge Mann das Piercing in der Penisvorhaut anbringen möchte, er aber auf Elternwunsch als Kind religiös beschnitten wurde?

Die rituelle Beschneidung – auch die Jungenbeschneidung – ist Gewalt und zerstört die körperliche Unversehrtheit, und wenn sich die Bundesrepublik einerseits zum kindlichen „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ (BGB § 1631 (2)) verpflichtet und andererseits jetzt vor den Forderungen der Vertreter der religiösen Gruppen einknickt, dann und erst dann, sehr geehrte Frau Dr. Merkel, macht sich Deutschland zur „Komikernation“ – und auch beim Verstoß gegen Artikel 24 (3) des Übereinkommen über die Rechte des Kindes, bei der sich die Vertragsstaaten verpflichten „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ abzuschaffen. Die Beschneidung, noch so „fachgerecht“ (Drucksache 17/10331) vorgenommen, formt das Genital auf archaisch tabubefrachteten und angeblich heilssichernden Elternwunsch um, zerstört die genitale Integrität des Kindes und ist ein schädlicher Brauch – bei Mädchen und bei Jungen.

FGM, auch die immer noch bagatellisierte Klitorisvorhautbeschneidung (zu FGM Typ I) sowie MGM sind eine Form körperlicher und seelisch-geistiger Gewaltanwendung, deshalb verbieten sich beide blutige Rituale durch das auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention), wo es in Artikel 19 Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (1) heißt:

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.[14]

Der Bundestag ist über die Aktivität der Pro-MGM-Lobby informiert, wie der kulturell gegenmoderne Inhalt der Drucksache 17/10331 beweist,[15] der den muslimischen Säkularen und den Ex-Muslimen in den Rücken fällt und sowieso allen angeblich auch im 21. Jahrhundert auf die Körperideologien und Reinheitsvorstellungen von Halacha oder Scharia zu verpflichtenden und am Genital entsprechend zurecht zu schnitzenden Jungen; wir zitieren den Skandal:

Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen

Der Bundestag wolle beschließen:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

Berlin, den 19. Juli 2012

Volker Kauder, Gerda Hasselfeldt und Fraktion

Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion

Rainer Brüderle und Fraktion

Ohne unnötige Schmerzen. Das steht da wirklich. Die integrierte Amputation der Vorhaut gelange ins deutsche Gesetz – für alle dem Ritual zu unterwerfenden Jungen ohne unnötige Schmerzen. Beschnittenes Kindeswohl – mit den auf himmlischen Befehl dazugehörigen nötigen Schmerzen. Wieviel Schmerzen sind jedem, Abrahams Beispiel treu bleibenden bzw. schariapflichtigen Kind denn bitteschön zuzumuten, Generation für Generation?

Womöglich um künftige illegale Hinterhofbeschneider oder schlechte medizinische Standards im Ausland und damit ganz viele medizinische Komplikationen verhindern zu lassen, ruft man also nach der von Ägyptens politischem Handhaben der FGM sattsam bekannten Medikalisierung.

Drucksache 17/10331 begründet so:

Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein. Die Beschneidung von Jungen hat für Juden und Muslime eine zentrale religiöse Bedeutung.

Herr Kauder, Frau Hasselfeldt, Herr Dr. Steinmeier und Herr Brüderle mit ihren Fraktionen verlangen jetzt nicht etwa von den Innehabern der Deutung dessen, was unter Islamisch oder Jüdisch zu verstehen ist, die Zirkumzision, dieses Fleischopfer im Tempel der elterlichen Selbstvergewisserung und Gewissensberuhigung für die nächsten Jahrtausende in den Bereich des religiös Dezentralen oder Überflüssigen zu verschieben.

Ob jüdisch oder islamisch, die männliche Beschneidung stammt aus der Sozialstruktur und dem Zeitalter der Steinigung der Ehebrecherin. Burka und Steinigung haben im Islam auch eine ziemlich „zentrale religiöse Bedeutung“, glaubt man Islamkennern wie Ayatollah Chomeini, den afghanischen Taliban oder Nigerias Boko Haram. Auch Zia-ul-Haq erklärte die Steinigung für islamisch.[16]

Das Mädchen steht genau so unter dem Schutz des Grundgesetzes wie der Junge, beide haben denselben Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit. Drucksache 17/10331 hingegen will den Jungen versehren und das Mädchen nicht.

Was ist mit der authentisch religiösen nämlich echt islamischen FGM, die zwischen Kuala Lumpur und Kurdistan zwar mindestens aus dem Entfernen der Klitorisvorhaut bestehen kann? Diese Form der FGM ist dort und andernorts leider immer noch „sozial akzeptiert“ (so verteidigt Drucksache 17/10331 die MGM). Sie gilt, wie uns der von Saudi-Arabien aus arbeitende Scheich al-Munajjid versichert, auch außerhalb der Rechtsschule der Schafiiten als ehrbare Glaubensfrömmigkeit, je nach elterlichem Wohlwollen mit der völlig islamischen Kappung der Klitoris; und Allah weiß es am besten: „Wenn der Kitzler groß ist, sollte ein Teil von ihm entfernt werden, if the clitoris is large, then part of it should be removed. And Allah knows best.“[17]

„Der Inhalt des Kindeswohls wird im Regelfall von den Eltern bestimmt“ (Drucksache 17/10331), hier könnte Scheich Yusuf al-Qaradawi zustimmen und hat die Mädchen noch nicht einmal vergessen: „Wer jetzt denkt, es sei im Interesse seiner Töchter, sollte es tun, whoever finds it serving the interest of his daughters should do it.“[18]

Mit der durch Kauder, Hasselfeldt, Steinmeier und Brüderle betriebenen Erweckung von Schuldgefühlen unter offensichtlichem Aufgreifen des grausamen und unbedingt zu verurteilenden Holocaust (auch die einzige Demokratie im nahen Osten, den Staat Israel verteidigen wir unbedingt) arbeitet die Andeutung „Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein“, so, als ob beschneidungskritische Atheisten, Traditionskritiker oder Säkulare, darunter selbstverständlich auch Muslime und Juden (auch in Israel),[19] einen Völkermord planen würden, der jetzt, im letzten Augenblick, nur mit dem deutschen Elternrecht auf jederzeitige Amputation des kindlichen Präputium abzuwenden wäre.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte sich Dieter Graumann: „Wir beschneiden männliche Säuglinge seit 4000 Jahren, und wir wollen das auch noch mindestens weitere 4000 Jahre lang tun“.[20] Der Präsident des Zentralrats der Juden führte die Leserschaft gekonnt mit einem – seitdem in der Presse in unzähligen Varianten wiederholten – „Wir brauchen Rechtssicherheit“ in die Irre, in Wirklichkeit hat das Urteil des Kölner Landgerichts (151 Ns 169/11) genau diese eben hergestellt, die Rechtssicherheit nämlich.

Graumann hingegen erblickt einen: „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften.“ Einen „Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht“ des männlichen Kindes und späteren Erwachsenen sieht der Religionsfunktionär nicht. Ein unbeschnittener männlicher Jude ist für den biblischen Schöpfergott ja vielleicht gar kein schlimmer Gräuel, auf Erden und für Herrn Graumann aber sehr wohl.

Die Vorhautbeschneidung (der schafiitischen muslimischen Mädchen oder der muslimischen oder jüdischen Jungen) transportiert patriarchalische Frauen- und Männerbilder. Das Kind hat Schmerzen zu erdulden, der Stamm das Recht, des kindliche Genital zum Bluten zu bringen. Viele Eltern sind gezwungen, das Kind zu belügen mit einem sinngemäßen: Das ist nicht schlimm, oder: Das muss so sein.

Kein Mufti oder Scheich, kein Imam einer deutschen Moschee findet bislang den Mut, zu sagen, dass es ein gelingendes muslimisches Leben auch als männlicher Unbeschnittener geben könne. Drucksache 17/10331 unterstützt diese archaische Norm und will sie in die nächste und übernächste Generation tragen.

Mit der Jungenbeschneidung wird außerdem der heilige Ekel im Herabsehen auf die Kultur der Nichtbeschneider transportiert, die, wie die Unbeschnittenen selbst, im Islam von Scharia und Fiqh als sittlich minderwertig anzusehen sind. Die fromme Muslima soll sich vor dem Gedanken ekeln, mit einem Unbeschnittenen Sex zu haben – genau hier sollten modern denkende Pädagogen (und modern denkende Politiker) sehr wohl aufklärend dazwischenreden.

Die islamische MGM sexualisiert kleine Jungen wie Mädchen gleichermaßen, sie dramatisiert (wie es auch der Hidschab macht) das irdische Sexuelle als Schlachtfeld zwischen Licht und Finsternis, scheuen Engeln und versuchenden Satanen, Weg ins Paradies oder Weg ins Höllenfeuer.

Dieses Menschenbild der mit Koransuren und Hadithen begründeten Homophobie, Misogynie und Entwürdigung der Nichtmuslime will der am 19.07.2012 gestellte Antrag der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP (Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen) legalisieren und wird, wenn er nicht verhindert werden kann, auch der bekennende Islamische Religionsunterricht (IRU) demnächst in unsere Lehrer- und Klassenzimmer einbringen.

Kritik an der islamischen MGM darf nämlich auch im IRU offensichtlich nicht bekennend gelehrt werden und traut sich an einer deutschen staatlichen Schule schon seit vielen Jahren kein Lehrer mehr auszusprechen – aus Angst vor Gefährdung des schulischen Friedens. Man beschwört allerdings, gerade in kirchlichen Kreisen, auch lieber ein „friedliches Zusammenleben“,[21] auf Einhaltung der Standards der AEMR und auf ein Zurückweisen des immer noch allzu viele Verfassungen so genannter islamischer Länder prägenden Schariavorbehalts verzichtet man.

Die schariatreuen Islamverbände des Koordinierungsrats (KRM) dürfen den Bekenntnisinhalt des Islamischen Religionsunterricht bestimmen, und da wird es wohl bekennend und versetzungsrelevant heißen: Nach der Sunna (Hadith: Sahih Buchari Nr. 5891)[22] muss jeder Junge beschnitten sein, also auch du! Das ist der kulturelle Standard von Initiationsriten in den Jägerbund und erinnert an das von Nelson Mandela beschriebene Ukwaluka-Beschneidungsritual der Xhosa, bei dem der zum vollwertigen Mann und vollwertigen Menschen Gemachte auszurufen hat: „Ich bin ein Mann – Ndiyindoda!“ Manche der in der folgenden Nacht aufgeweckten Initiierten sollen ihre abgetrennte Vorhaut und damit ihre Jugend eigenhändig begraben; alle werden für einige Zeit als Zeichen ihrer neuen Reinheit am ganzen Körper weiß bemalt.[23]

Deutschlands Politik- und Religionslehrern ist zuzumuten, die Jungenbeschneidung der australischen Aboriginees, afrikanischen Xhosa, Juden oder Muslime nicht zu tolerieren oder gar pauschal zu „integrieren“, sondern unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht des Kindes oder Jugendlichen über den eigenen Körper und die Universalität der Menschenrechte zu kritisieren – aber wie soll das zeitnah funktionieren, wenn das 2012 noch nicht einmal der Deutsche Bundestag wagt?

Das Landgericht Köln beschreibt die lebenslangen Folgen der genitalen Mutilation genau: „Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert.“[24] Über die dauerhaften und vielleicht ebenfalls irreparablen seelischen Folgen der bei der Beschneidung erlittenen Traumatisierung endlich offen zu reden sollte unsere gemeinsame zukünftige Aufgabe sein.

Die gestern im Bundestag hastig thematisierte männliche Beschneidung ist mit nennenswert häufigen, teilweise schweren gesundheitlichen Risiken verbunden; die Quelle nennt und zeigt im Bild Hautbrücken (Skin-bridges), Vernarbungen (Scarring) und Krampfadern (Varicose veins). Die Zirkumzision ist immer eine Schädigung; bei Männern ist die noch so „fachmännisch“ durchgeführte Beschneidung mit einem Verlust von bis zu 75 % an peniler Sensitivität verbunden.[25]

Wir erinnern noch einmal Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen:

Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Eine poetische, aber wichtige Frage sicherlich auch zum Thema Zirkumzision finden wir beim Künstler Herbert Grönemeyer. Auch die Abgeordneten des Bundestags könnten sie sich stellen, wenn sie „im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung“ (Drucksache 17/10331) über den gestern eingeforderten Gesetzentwurf und damit für oder gegen eine Legalisierung der Jungenbeschneidung abstimmen werden.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

[1] Muhammad said that there are five acts of fitra. (Editor’s note: The translated hadith collections say that following fitra means adhering to the tradition of the prophets, taking the right path or following Islam.) The five acts of fitra enumerated by Muhammad are: circumcision, shaving one’s pubic hair, plucking out the hair under one’s armpits, cutting one’s nails and clipping one’s moustache to keep it short. It was reported that the last four of these should not be neglected for more than forty nights.

In one hadith, there are ten acts of fitra listed: those above excluding circumcision and six more: letting one’s beard grow, using a tooth-stick, snuffing up water into one’s nose, washing the joints of one’s fingers, cleaning one’s private parts with water and rinsing one’s mouth.

Yomatari’s Laws of Religion

Laws of Islam Concerning Ritual Purity and Cleanliness

from the Holy Qur’an, major hadith collections

and Islamic jurisprudence

http://www.religiousrules.com/Islampurity09grooming.htm

Die Beschneidung im islamischen Rechtssystem (Fiqh)

Die Beschneidung ist eine Pflicht jedes Vaters. Er muss die Beschneidung durchführen (lassen).

Bei der Beschneidung gilt, dass mind. die Hälfte der Vorhaut entfernt werden muss.

Nach den vier Rechtsschulen des Islam (Ebu Hanifa, Safi-i, Malik-i, Hanbeli) gilt über hitan folgendes:

Bei Ebu Hanifa und Malik-i gilt die Beschneidung als Sünnet-i müekkede (ein auf der Sunna beruhender, über das Pflichtmaß hinausgehender Akt der Gottesverehrung, dessen Unterlassung ungehörig ist). Das bedeutet eine unbedingte Sunna.

Für Hanbeli hingegen ist es für die Männer ein Vacib [wadschib, farḍ]

Für Safi-i ist die Beschneidung ein Vacib.

ENFAL

http://www.enfal.de/hitan.htm

wadschib (farḍ)

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioeses_verpflichtung.htm

Farḍ. In Indonesian, wajib also means obligatory, since the word is derived from Arabic.

http://en.wikipedia.org/wiki/Wajib

The point here is that the religion of Allaah is haneefiyyah (pure monotheism) which fills the heart with knowledge and love of Him and sincerity towards Him, and worship of Him alone with no partner or associate, and which marks the body with the characteristics of the fitrah, namely circumcision, removal of the pubic hair, trimming the moustache, cutting the nails, plucking the hair from the armpits, rinsing the mouth, rinsing the nose, using the siwaak (toothbrush made from twigs from a certain tree) and cleaning oneself after elimination of urine or faeces.

So the fitrah of Allaah is manifested in the hearts of the haneefs and on their bodies.

(Tuhfat al-Mawdood bi Ahkaam al-Mawlood by Ibn al-Qayyim, p. 351)

http://www.islam-qa.com/en/ref/7073

[2] TAHARA (Cleanliness or Purification)

Islam requires physical and spiritual cleanliness. On the physical side, Islam requires Muslims to clean their bodies, clothes, houses, and community, and they are rewarded by God for doing so. While people generally consider cleanliness desirable, Islam insists upon it and makes it an indispensable fundamental of religious life. In fact, books on Islamic jurisprudence often contain a whole chapter on this very requirement.

http://www.thewaytotruth.org/pillars/tahara.html

The Holy Qur’an does not impose an obligation on parents to circumcise their children, but the prophet Mohammed is reported to have stated that „Circumcision is a sunnah (customary or traditional) for the men. Most references to male circumcision occur in the examples and traditions of the Prophet (peace be upon him). Therefore the scholars strongly recommend circumcision for male.

From this point of view, traditionally, adult male converts to Islam are encouraged to undergo the operation.

Furthermore, besides submission to the Will of God, male circumcision is an important ritual aimed at improving cleanliness. Therefore, in Arabic, circumcision is also known as tahara, meaning purification or cleanliness.

Islam strongly emphasises cleanliness and purification both spiritual and physical. The mental and spiritual purification cleanses the heart while the social and physical purification cleanses the body as in circumcision. It also indicate that circumcised males are regarded as more pure (clean).

Although circumcision is not one of the Five Pillars of the Faith, which consist of: the profession of faith, daily prayer, fasting at Ramadan, giving money to the poor (charity), and the pilgrimage to Mecca. However, this ritual is an act of purification and connects the person to the Prophet Ibraheem (peace be upon him) and his religion, Islam.

The Qur’an says: „Allah does not want to place burden on you. Rather, He wants to purify you and to complete His favours to you so that you may be grateful.“ [The Holy Qur’an 5:7]

The Hadith, the acts and the approvals of the Prophet Muhammad (peace be upon him) together constitute the Sunnah. This is the second source of Islamic Law.

http://convertingtoislam.com/circum.html

[3] In March 2006, the European Council requested the Member States “to take necessary measures to rapidly and significantly reduce child poverty, giving all children equal opportunities, regardless of their social background”.

Towards an EU Strategy on the Rights of the Child

Brussels, 4.7.2006

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2006:0367:FIN:EN:PDF

[4] Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab. Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī. Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

Clarification: Shaykh Nuh Keller translates and comments in his Reliance of the Traveller:

“Circumcision is obligatory (Shaykh ‘Umar Barakat: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. bazr) of the clitoris (Shaykh Nuh Keller: not the clitoris itself, as some mistakenly assert).”

Shafi’i Institute

http://www.shafiifiqh.com/what-is-the-ruling-on-circumcision-for-women/

In the Shafi’i Scool, circumcision is necessary for both men and women. (Sharh al-Muhadhdhab v. 1, p. 300) It is recommended for a child’s guardian to circumcise it during infancy, while not obligatory. It is obligatory that one be circumcised after reaching puberty. (Ibid p. 302-03)

http://www.shafiifiqh.com/is-delaying-circumcision-past-puberty-a-sin/

[5] A Cutting Tradition. By SARA CORBETT. The New Yok Times. Published: January 20, 2008

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

Inside a Female-Circumcision Ceremony. Photo: Stephanie Sinclair

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

[6] Clitoridectomy: partial or total removal of the clitoris (a small, sensitive and erectile part of the female genitals) and, in very rare cases, only the prepuce (the fold of skin surrounding the clitoris).

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/

FGM is classified in 4 types: type I involves excision of the prepuce with or without excision of part or all of the clitoris; Female genital mutilation is usually done without anesthesia and in poor conditions by elderly women specially designated for this task. This may lead to unintended additional damage, even after type I FGM, with the development of subsequent complications. Our study documents the occurrence of long-term sequelae after type I FGM. The long duration of symptoms reflects the amount of unnecessary anxiety, shame, and fear these girls and women felt before seeking medical care. Therefore, an increased awareness of long-term complications after type I FGM is necessary.

Epidermal clitoral inclusion cyst after type I female genital mutilation

Abdulrahim A. Rouzi, FRCSC, Othman Sindi, FRCSC, Bandar Radhan, Facharzt, and Hassan Ba’aqeel, FRCSC

Jeddah, Saudi Arabia

http://ipac.kacst.edu.sa/edoc/2004/142869.1-20040300096.pdf

[7] Merkel – „Wir machen uns zur Komikernation“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108304605/Merkel-Wir-machen-uns-zur-Komikernation.html

[8] Lamya Kaddor, die islamische Religion unterrichtet und bis vor kurzem die vakante Professur an der Universität Münster vertrat, empört eine solche Position. „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“, sagt sie. Das Ergebnis sei das Gleiche: eine zeitgemäße Religionspraxis und ein friedvolles Miteinander mit anderen Gruppen. Als Muslima zweifele sie aber „nicht daran, dass stimmt, was im Koran steht“. Quelle: CIBEDO – Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

[9] „Viel zu lang hat der Staat keine klare Position bezogen, viel zu lang haben die muslimischen Verbände diese Auseinandersetzung vermieden und nur emotional reagiert. Es ist für uns Muslime höchste Zeit, den Mut aufzubringen, diese Diskussion innerislamisch zu führen und dabei in Kauf zu nehmen, uns eventuell von dem einen oder anderen unserer Rituale zu verabschieden. Das Vorhaben der deutschen Regierung, kurzfristig eine gesetzliche Regelung zur Legalisierung religiöser Zwangsbeschneidungen von Kindern zu erlassen, setzt da leider genau das falsche Signal.“

Ahmad Mansour. WELT 18.07.2012

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108321226/Muslime-muessen-endlich-offener-diskutieren.html

[10] Entschieden wehrte sich Schmidt-Salomon gegen die häufig anzutreffende Bagatellisierung der Vorhautbeschneidung: „Zwar ist die Vorhautbeschneidung bei Jungen in ihren Auswirkungen nicht vergleichbar mit der Klitorisverstümmelung bei Mädchen, dennoch handelt es sich, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, um eine höchst unangenehme, schmerzreiche Prozedur, selbst wenn sie unter besten medizinischen Bedingungen erfolgt. Kein Kind sollte dieses Leid erfahren müssen, es sei denn, es liegen eindeutige medizinische Gründe für den Eingriff vor.“ Erwachsene könnten für sich selbst die Entscheidung treffen, ob sie aus religiösen Gründen beschnitten werden möchten, sie dürften diese Entscheidung jedoch nicht für ihre Kinder treffen. „Wenn Bundeskanzlerin Merkel meint, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungsverbot zu einer ‚Komikernation‘, zeigt dies nur, dass sie sich mit den Problemen der Zirkumzision nicht ernsthaft beschäftigt hat und religiösen Vorurteilen höheres Gewicht beimisst als dem Kindeswohl.“

http://hpd.de/node/13768

[11] Doron Rabinovici, Süddeutsche 11.07.2012

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075

„Eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen.“

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075-2

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker. … 2007 Willy und Helga Verkauf-Verlon Preis des DÖW für österreichische antifaschistische Publizistik [DÖW = Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes]

http://www.rabinovici.at/bio.html

DÖW – Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

http://www.doew.at/

[12] Brigitte Warenski: „Viele Eltern für Beschneidungsverbot“. Tiroler Tageszeitung vom 16.07.2012

http://www.exmuslime.at/%E2%80%9Eviele-eltern-fur-beschneidungsverbot/

[13] Noch heute fühle er sich manchmal ausgeliefert – was ihm schlaflose Nächte bereitet. Kaya will helfen, anderen Kindern dieses Schicksal zu ersparen. Gemeinsam mit der Initiative gegen Kirchenprivilegien machte er Dienstag gegen die Beschneidung von Kindern mobil – womit die deutsche Debatte endgültig nach Österreich übergeschwappt ist.

Kurier vom 17.07.2012

http://kurier.at/nachrichten/4503967-beschneidung-was-ist-mit-piercing.php

[14] Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention)

http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/358176/publicationFile/3609/UNkonvKinder1.pdf

[15] Drucksache 17/10331 vom 19.07.2012 (elektronische Vorab-Fassung)

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/103/1710331.pdf

[16] The Federal Sharia Bench declared rajm, or stoning, to be un-Islamic; Zia-ul-Haq reconstituted the court, which then declared rajm as Islamic. …

Pakistan. Zia-ul-Haq’s Islamization. Blasphemy Laws. Description, Penalty.

298A Use of derogatory remarks etc., in respect of holy personages 3 years imprisonment, or with fine, or with both

295B Defiling, etc., of Quran Imprisonment for life

295C Use of derogatory remarks, etc.; in respect of Muhammad Death and fine

http://en.wikipedia.org/wiki/Zia-ul-Haq%27s_Islamization

[17] Ibn Qudamah (may Allah have mercy on him) said, in his book al-Mughni:

Circumcision is obligatory for men, and it is an honour for women, but it is not obligatory for them. This is the opinion of many scholars. (Imam) Ahmad said: For men it is more strictly required, but for women it is less strictly required.“ (al-Mughni 1/70).

Circumcision of the female consists of the removal of a part of the clitoris, which is situated above the opening of the urethra. The Sunnah is not to remove all of it, but only a part. (al-Mawsu‘ah al-Fiqhiyyah 19/28).

In this matter, it is wise to follow the interests of the female: if the clitoris is large, then part of it should be removed, otherwise it should be left alone. This size of the clitoris will vary from woman to woman, and there may be differences between those from hot climates and those from cold climates.

A hadith on the topic of female circumcision has been attributed to the Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him), according to which he said: „Circumcision is a Sunnah for men, and an honour for women,“ but there is some debate as to the authenticity of this hadith. See Silsilah al-Ahadith al-Da‘ifah by al-Albani, no. 1935.

How circumcision is to be performed is mentioned in the hadith narrated by Umm ‘Atiyah, may Allah be pleased with her, according to which a woman used to perform circumcisions in Madinah. The Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him) told her: „[La tanhaki (ikhtafidna wa-la tanhikna)] Do not abuse (i.e. do not go to extremes in circumcising); that is better for the woman and more liked by her husband.“ (Reported by Abu Dawud in al-Sunan, Kitab al-Adab; he said this hadith is da’if [ḍaʿīf, weak, schwach]

Islam Q&A

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

http://islamqa.info/en/ref/427/circumcision

[18] Sheikh Yusuf al-Qaradawi is the Sunni Islamic world’s foremost Shariah scholar. He is the head of the International Association of Muslim Scholars and European Council for Fatwa and Research [ECFR]. … Qaradawi, who has been described as the Muslim Brotherhood’s spiritual and ideological leader, issued a fatwa asserting that “circumcision is better for a woman’s health and it enhances her conjugal relation with her husband” and that, “ whoever finds it serving the interest of his daughters should do it, and I personally support this under the current circumstances in the modern world.”

http://sheikyermami.com/2012/04/22/female-genital-mutilation-is-part-of-the-sunna-of-the-prophet-part-ii/

[19] Brit Shalom is a non-cutting naming ceremony which replaces Brit Milah (ritual circumcision) for newborn Jewish boys. It is not intended for boys who have previously been circumcised in a hospital. It can be similar to the naming ceremony traditionally used for baby girls. It may be performed by a Rabbi or other experienced lay leader. If desired, celebrants can aid parents in devising their own ceremony. It has also been termed Alternative Brit (or Bris), Brit B’li Milah (Covenant without cutting) and Brit Chayim (Covenant of Life).

Not all the celebrants listed are opposed to Brit Milah. However, they are all committed to providing service to families unwilling to circumcise their sons, by officiating at Brit Shalom ceremonies. This list is continually being updated.

http://www.circumstitions.com/Jewish-shalom.html

JAC, Jews Against Circumcision, is a diverse group of Jews from every english-speaking country on the planet. We range in observance from Secular Jews to Orthodox. We even have some Rabbis in our group. We also consist of people from every socio-economic class and education level.

We have come to realize that mutilating a male’s genitalia in the name of religion is not acceptable. We are not superstitious and uneducated people anymore. No loving God would demand this. It is ridiculous to think so.

As you read through this website, you will see the various arguments: medical, Jewish, sexual, etc. to not circumcise. Please read and think about the content of this website. You’ll be doing a mitzvah.

Brit Shalom, Covenant of Peace, is the only acceptable naming ceremony in the modern age.

http://www.jewsagainstcircumcision.org/

[20] Nach dem Bekanntwerden des Kölner Urteils am 26. Juni, wonach Beschneidung aus religiösen Gründen strafbar sei, handelte der Zentralrat der Juden schneller als die muslimischen Verbände. Noch am gleichen Tag teilte er mit, das Urteil stelle einen „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“ dar. Der Koordinationsrat der Muslime hingegen war zunächst nicht sprachfähig.

FAZ vom 17.07.2012, Uta Rasche: Lobbyarbeit mit Kollateralnutzen

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-lobbyarbeit-mit-kollateralnutzen-11823361.html

[21] CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN VON MUSLIMEN UND CHRISTEN IN INDONESIEN

Pfarrerin Ati Hildebrandt Rambe

http://www.bruecke-nuernberg.de/pdf/weltreise/Christen%20und%20Muslime%20in%20Indonesien.pdf

Angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen in Nigeria unterstrich Zollitsch während der Begegnung seine Solidarität mit den Christen des afrikanischen Landes. „Ein friedliches Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen ist notwendig. Nigeria ist eine Nation, die zum Dialog aller gesellschaftlichen und religiösen Gruppen fähig ist. Der Alltag ist aber immer wieder gefährdet“, so Zollitsch.

http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=5191

KNA 02.01.2012 — Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Neujahrspredigt ein friedliches Zusammenleben der Völker, Kulturen und Religionen der Welt gefordert.

http://www.cibedo.de/sanktegidio119133786366013385620.html

[22] Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Zur Fitra gehören fünf Dinge: Die Beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Kurzschneiden des Schnurrbarts, das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel und das Auszupfen der Achselhaare.

http://islamische-datenbank.de/option,com_buchari/action,viewhadith/chapterno,70/min,20/show,10/

[23] Just after the surgeon, inchibi, cuts the foreskin, he says to the initiate, “Yithi uyindoda,” or “Say: you’re a man!” At which point the initiate shouts, “ Ndiyindoda!” or “I’m a man!” In addition to this verbal recognition of the boy’s status as a young man, the young man also receives a new name. … The first midnight following the circumcision, the abakwetha are woken and sent out of the hut into the dark of the night to bury their foreskin. In Mandela’s words, “The traditional reason for this practice was so that our foreskins would be hidden before wizards [Anm.: Zauberer, Hexenmeister] could use them for evil purposes, but, symbolically, we were also burying our youth.”

The next weeks or months are spent together as abakwetha secluded from regular society in the itonto. During this time of physical healing the young men are brought further into manhood by learning the histories and mysteries of the Xhosa men. During this time of seclusion, the young men are smeared with a white clay or chalk as a symbol of their new purity.

Samuel D. Giere, PhD: “This is my world!” Son of Man (Jezile) and Cross-Cultural Convergences of Bible and World

http://www.wartburgseminary.edu/uploadedfiles/Campus_Community/Faculty_Course_Materials/Giere/S%20D%20Giere%20-%20This%20is%20my%20world%20-%20Son%20of%20Man%20and%20Cross-Cultural%20Convergences%20of%20Bible%20and%20World%20-%20SBL%20-%20Nov%202010.pdf

[24] Kölner Landgericht Az. 151 Ns 169/11

http://adam1cor.files.wordpress.com/2012/06/151-ns-169-11-beschneidung.pdf

[25] Intact men enjoy four times more penile sensitivity than circumcised men, according to the „Fine-touch Pressure Thresholds in the Adult Penis“ article published today in the British Journal of Urology International.

http://www.nocirc.org/touch-test/touchtest.php

P H O T O G A L L E R Y – Introduction to the natural, intact penis

To fully appreciate the damage caused by circumcision, one must understand how the natural, intact penis should look and function. The photos on this page show the way that Nature/God intended the human penis to look and function.

Exterior Appearance of the Natural Penis (Flaccid)

Just as the female genitalia exhibit a wide variety of appearances of the labia and female foreskin (see the book „Femalia“), so too does the male foreskin reveal a wide variety of length, thickness and coloration. In the adult male, the foreskin accounts for 1/3 to 1/2 of the skin system of the penis, or about 15 square inches of erogenous inner and outer foreskin tissue.

http://www.circumcisionharm.org/gallery%20intact.htm

P H O T O G A L L E R Y O F D A M A G E – Page 1

Images here reveal both routine and extraordinary damage from circumcision in infancy or childhood (physical damage only).

It does not account for adverse sexual, emotional/psychological, spiritual or self-esteem outcomes from the physical damage.

While the extremes of male and female genital cutting may differ in the effects upon individuals, one common denominator is the fact that no matter how „serious“ or „minor“ the public may perceive the differences in harm to be, the damage is often an all-consuming issue to the individual who must live with the loss of their inherent genital integrity, especially when the genital loss and scars were imposed on them when they could not consent, refuse or escape.

http://www.circumcisionharm.org/gallery1.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery2.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery3.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery4.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery5.htm

A Gallery of Circumcisions

Hautbrücken 1. Skin-bridges

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched1sb.html

Vernarbungen 3. Scarring

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched3sc.html

Krampfadern 5. Varicose veins

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched5va.html

Edward von Roy

Mönchengladbach

DEUTSCHER BUNDESTAG

Sekretariat des Petitionsausschusses

Berlin

17.09.2012

Pet 4-17-07-451-040847

Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung

Marlene Rupprecht (SPD) am 19. Juli 2012, Plenarprotokoll 17/189

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Vergabe des Aktenzeichens (Petitionsnummer) für meine Petition vom 20. Juli 2012. Sie schreiben:

Zu der von Ihnen vorgetragenen Thematik liegen dem Petitionsausschuss bereits Zuschriften anderer Bürgerinnen und Bürger vor. Ermittlungen hierzu sind eingeleitet worden. Ihre Ausführungen werden in diese Ermittlungen einbezogen und gemeinsam mit den anderen Petitionen beraten.

Der Deutsche Bundestag wird auf Empfehlung des Petitionsausschusses zu diesen Petitionen einen Beschluss fassen, der Ihnen mitgeteilt wird.

Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Beschluss zu den Zuschriften vieler Bürgerinnen und Bürger nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann.

Unzufrieden und sehr besorgt bin ich darüber, dass meine Eingabe unter Besonderer Teil des Strafgesetzbuches einsortiert worden ist; hier könnte (Mehrfachpetition bzw. sogar Massenpetition) eine mir unbekannte Leitpetition sozusagen das Gleis, den Kanal bestimmt haben.

Ich habe aber unmissverständlich vom BGB gesprochen, und gar nicht vom StGB:

möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen: § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

Ich bitte deshalb hiermit den Petitionsausschuss, meine Eingabe unter BGB / Familienrecht zu verbuchen – und bin da auch sehr gerne Leitpetition. Dann gibt es eben mehrere Leitpetitionen, eine im StGB und (m)eine im BGB und gerne noch weitere.

Ich bin weiterhin etwas verärgert und sehr besorgt, da, wie Sie selbst schreiben: “nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann”, dass auf meine Argumente wie schafiitische FGM, Jungenbeschneidung bei Xhosa und Aboriginees sowie Scharia-Totalität nicht “eingegangen” werden wird oder dass Elterliche Fürsorge / Inhalt und Grenzen der Personensorge (§ 1631 BGB) zum bloßen “Aspekt” herabgestuft wird, auf den dann nicht “eingegangen werden kann.”

Eine pauschale Ungleichbehandlung von FGM Typ I und Zirkumzision wäre, da grundrechtswidrig, nicht zu akzeptieren; zumal bei einer legalisierten Jungenbeschneidung die “milde Sunna”, wie sie etwa die Assalaam Foundation in Indonesien öffentlich praktiziert, (mit Betäubung) auch in Deutschland statthaft sein müsste.

Der Ethikrat sendet leider auch bereits die grundgesetzwidrigen falschen Signale, nur Reinhard Merkel bleibt fast grundgesetzkonform:

Die frühkindliche Beschneidung ist ein massiver körperlicher Eingriff in die geschützte, verfassungsrechtlich geschützte physische Integrität des Kindes. … Lassen Sie mich ganz deutlich sagen, dass das Recht auf Religionsfreiheit auf gar keinen Fall ein Recht gewährt, unmittelbar in den Körper anderer Personen einzudringen. Es geht ganz primär um das elterliche Sorge- und Erziehungsrecht.

Genau, und über dieses Recht wacht die staatliche Gemeinschaft; und so richtet sich meine Petition auf § 1631 BGB.

Leider mogelt sich Rechtswissenschaftler Merkel im selben Interview dann doch zur umfassenden Betäubung des Kindes durch, dem dann die nur Sekunden eher noch zugestandene körperliche Unversehrtheit im Namen der elterlichen Frömmigkeit, Traditionspflege und (juristisch falsch verstandenen) Fürsorge geraubt werden dürfe.

Der Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie liegt da natürlich falsch und weiß das, und der Bundestag weiß das auch und wird in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf einbringen, der den Zirkumzisionsfreunden Angela Merkel und Volker Beck sowie dem Ethikrat argumentativ folgt. Das Parlament wird dann, so ist jetzt zu befürchten, dem Druck der global und gegenmodern aktiven religiösen Lobbygruppen nachgeben, nicht zuletzt den legalistischen Parteigängern der Scharia.

Dann hätte sich das angeblich vom Himmel herab gekommene, frauenfeindliche und kinderfeindliche Islamische Recht nicht bewegt und das Grundgesetz nachgegeben. Das ist im säkularen Staat zu verhindern.

Zur ebenfalls bleibend grundgesetzwidrigen jüdischen Zirkumzision (Brit Mila) an Neugeborenen möchte der Petitionsausschuss bitte die angefügten drei Quellen Dr. Paul D. Tinari; David B. Chamberlain Ph. D. und Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides zur Kenntnis nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

A neurologist who saw the results to postulated that the data indicated that circumcision affected most intensely the portions of the victim’s brain associated with reasoning, perception and emotions. Follow up tests on the infant one day, one week and one month after the surgery indicated that the child’s brain never returned to its baseline configuration. In other words, the evidence generated by this research indicated that the brain of the circumcised infant was permanently changed by the surgery.

Dr. Paul D. Tinari, Ph. D.

http://www.drmomma.org/2009/10/mri-studies-brain-permanently-altered.html

In a definitive study of the types and degrees of crying during circumcision, psychologists and physicians at Washington University in St. Louis measured cries in exhaustive detail (Porter, Miller, & Marshall, 1986). They discovered that crying correlated with the invasiveness of the surgery. For the thirty babies in the study the frequency of cries shot up from 224 in the ten minutes before restraint, to 1,817 cries during the three minutes of lysis. There were almost as many cries in the following two minutes of clamping, pulling, and cutting.

Detailed sound portraits (spectrograms) of cries at different stages of the operation were easily sorted into separate piles by strangers who did not know what they were looking at. The variation and urgency of cries was obvious to adult judges who were listening. The degree of urgency matched the stages of wsurgical invasiveness and unmistakably represented degrees of infant pain.

Babies Remember Pain

David B. Chamberlain Ph. D.

PRE- AND PERI-NATAL PSYCHOLOGY, Volume 3, Number 4: Pages 297-310, Summer 1989.

http://www.cirp.org/library/psych/chamberlain/

The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! …

This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

The Guide of the Perplexed, Teil III, Kapitel XLIX

Moses Maimonides

Dalālat al-ḥā`irīn, hebräisch als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen. Maimonides Hauptwerk entstand ungefähr zwischen dem Jahr 1176 und 1190 oder 1200

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

The Guide of the Perplexed, Übersetzung M. Friedländer (1903)

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss

Pet 4-17-07-451-040847

(Bitte bei allen Zuschriften angeben)

Herrn

Edward von Roy

Mönchengladbach

27.09.2012

Betr.: Besonderer Teil des Strafgesetzbuches

Bezug: Ihre E-Mail vom 18.09.2012

Sehr geehrter Herr von Roy,

für Ihr Schreiben danke ich Ihnen.

Aus arbeitsorganisatorischen Gründen ist eine Änderung der Struktur in Ihrem Sinne leider nicht möglich.

Inhaltlich werden selbstverständlich alle von Ihnen eingebrachten Aspekte geprüft.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

( … )

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58 Antworten to “Petition gegen Kinderbeschneidung”

  1. Chronist Says:

    :::

    Europa ist eine humanistische Wertegemeinschaft, die das Recht auf körperliche Unversehrtheit hoch schätzt und gut schützt. Nun hat eine Gericht in diesem Sinne geurteilt, und die Beschneidung eines Jungen genannt, was sie ist: die absichtsvolle Körperverletzung eines Kindes in jüngstem Alter. Es ist gut, dass dieses Urteil endlich da ist. Es sagt: Eine solche Traumatisierung ist nicht hinnehmbar! … Der Skandal ist weder das Urteil noch die öffentliche Debatte darüber, sondern diese Reaktion. In jeder Hinsicht. Die Bundesregierung ist drauf und dran, eine massenhafte Körperverletzung zu legalisieren. Das ist ein Verstoß gegen die Verfassung, gegen das Recht des Kindes und gegen die Gleichbehandlung. Die Beschneidung von Mädchen wird unter Strafe gestellt und richtigerweise als Genitalverstümmelung gebrandmarkt. Die Beschneidung von Jungen hingegen soll ausdrücklich erlaubt werden. Ein Junge erleidet starke, traumatische Schmerzen, unter Umständen gefesselt auf einem Operationstisch. Politiker vergleichen diese Tortur mit dem Stechen eines Ohrlochs. Die Bundesrepublik gibt rechtsstaatlich ein jämmerliches Bild ab. …

    Menschenrechte sind unteilbar! Das ist einer der fundamentalen Sätze des Rechts. Wer anfängt, eine Körperverletzung zu dulden und zu legitimieren, der kann nicht mehr glaubwürdig begründen, wo die Grenze zu ziehen ist. …

    Und deswegen ist nicht einzusehen, warum eine Ohrfeige nicht sein darf, aber am Penis eines Jungen herumgeschnibbelt wird, dass er schwere Schmerzen erleidet. … Eine Körperverletzung wird nicht dadurch besser, dass sie seit langem praktiziert wird. Es gibt nicht wenige Berichte von Männern, die zeigen, wie schmerzhaft Beschneidung ist. Immerhin wird dem Jungen der sensibelste Teil des Penis abgesäbelt, 30 bis 50 Prozent der Vorhaut werden entfernt. Das so genannte gefurchte Band, das dabei verloren geht, ist so tastempfindlich wie das Gewebe der Lippen. …

    In den USA, wo die Beschneidung übliche Praxis ist, sterben mehr Jungen an der Zirkumzision als am plötzlichen Kindstod. Ganz zu schweigen von den 1.000 schwer verletzten Jungen, die jedes Jahr in den USA ihre ganze Eichel verlieren. Beschneidung ist richtig gefährlich – auch dann, wenn sie angeblich kunstgerecht durchgeführt wird. … … mehr noch. Neuerdings zitieren sogar Grünen-Politiker Stellen des Alten Testaments, um Politik zu machen. Ich finde das entsetzlich. Volker Beck zum Beispiel, der als Homosexueller durch althergebrachte religiöse Einstellungen und Gesetze in seiner sexuellen Selbstbestimmung massiv verletzt wird, ausgerechnet dieser Mann zitiert Genesis. Dass er darin wenig Übung hat, sieht man daran, dass die Stelle nicht vollständig wieder gibt. Es heißt dort, „es soll der in deinem Haus geborene und der Sklave sich beschneiden lassen“. Die Sklaven lässt Beck natürlich weg – sonst müsste er womöglich als grüner Innenpolitiker wieder für die Leibeigenschaft sein. …

    Wenn ich Recht sehe, sind nur ein Fünftel der jüdischen Männer beschnitten. Ist das eine Mehrheit? In Deutschland leben also Juden, die nicht beschnitten sind. Wieso überlässt man die Entscheidung nicht den jüdischen jungen Männern selbst? Ein Tattoo darf man sich alleine nur stechen lassen, wenn man 16 Jahre alt ist. Wieso sagt man nicht, die Männer sollen mit 18 entscheiden, was mit ihrem Penis geschieht?

    Das Elternrecht als Grundrecht endet dort, wo es in höherrangige Rechte Anderer eingreift, zum Beispiel das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit.

    aus: Christian Bahls: “Der Staat muss die Schwachen schützen”
    in: der Freitag 17.07.2012

    http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-staat-muss-die-schwachen-schuetzen

    http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-staat-muss-die-schwachen-schuetzen

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    Offener Brief zur Beschneidung „Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein“

    21.07.2012 · In der Beschneidungsdebatte appellieren mehr als 100 Mediziner und Juristen an Bundesregierung und Bundestag, die Kinder stärker zu schützen. Hier ist der volle Brief.

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesminister, sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

    Sie werden in den kommenden Wochen intensiv über eine gesetzliche Regelung zur Beschneidung von Jungen diskutieren. Diese Debatte hat in der Öffentlichkeit schon begonnen. Sie wird jedoch zunehmend von unwissenschaftlichen Momenten bestimmt. Es wird gefordert, jetzt schnell Rechtssicherheit herzustellen. Doch dieses wichtige Thema darf nicht eilfertig entsorgt werden. Wir setzen uns ein für eine Versachlichung der Diskussion. Kernpunkt ist die Abwägung der Grundrechte auf Religionsfreiheit von Erwachsenen mit dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung sowie die Achtung seiner Würde.

    In diesem Zusammenhang kann die Religionsfreiheit kein Freibrief zur Anwendung von (sexueller) Gewalt gegenüber nicht einwilligungsfähigen Jungen sein. Dies ist für die Zufügung jeglicher Gewalt im Genitalbereich von Mädchen national und international schon lange Konsens. Hinsichtlich der Durchführung medizinisch nicht notwendiger irreversibler Genitalbeschneidungen von Jungen, verbunden mit hohem Risiko für bleibende genitale Beschädigungen und seelische und sexuelle Beeinträchtigungen, muss die öffentliche Debatte und Wahrnehmung offensichtlich noch weiterentwickelt werden.

    Zusammenfassend kann man aus ärztlicher Sicht eindeutig sagen, dass es keine medizinischen Gründe für die Entfernung einer gesunden Vorhaut bei einem gesunden, nicht einwilligungsfähigen kleinen Jungen gibt. Sämtliche angeführten medizinisch-prophylaktischen Gründe (zum Beispiel Prävention sexuell übertragbarer Infektionen) lassen sich – wenn vom Betroffenen gewünscht – durch eine Beschneidung in einwilligungsfähigem Alter realisieren. Die Beschneidung ist auch nicht etwa mit dem Eingriff einer Impfung gleichzusetzen, da es bei einer Impfung um die dem Kind direkt zu Gute kommende Minderung von Gesundheitsrisiken geht.

    Es herrscht eine bemerkenswerte Verleugnungshaltung und Empathieverweigerung gegenüber den kleinen Jungen, denen durch die genitale Beschneidung erhebliches Leid zugefügt wird. Dieses Leid ist mittlerweile in empirischen Studien ausreichend belegt. Mit religiösen Traditionen oder dem Recht auf Religionsausübung lässt sich dies nicht widerspruchsfrei begründen, zumal die Entwicklung der Kinderrechte in den letzten 300 Jahren in diesem Bereich nicht nur exklusiv den Mädchen zu Gute kommen kann. Denn das wäre mit dem Gleichheitsgrundsatz kaum zu vereinbaren.

    Natürlich müssen in der laufenden Diskussion auch die Bedürfnisse, Befürchtungen und Traditionen der beteiligten religiösen Gruppen Berücksichtigung finden. Hier muss auch wechselseitiges Verständnis gefördert werden. Der schwerwiegende Vorwurf jedoch – unter assoziativem Verweis auf den Holocaust – durch ein Verbot der rituellen Jungenbeschneidung würde „jüdisches Leben in Deutschland“ unmöglich werden, ist für Vertreter des Kinderschutzgedankens nicht hinnehmbar. Es geht vielmehr darum, auch jüdisches und islamisches Leben im Rahmen der deutschen Rechtsordnung zu schützen. Als Kinder der Aufklärung müssen wir endlich die Augen aufmachen: Man tut Kindern nicht weh!

    Das haben mittlerweile auch engagierte Gegner der Ritualbeschneidung wie Jonathan Enosch in Israel erkannt. Bei ihnen stieß das Kölner Urteil auf deutliche Zustimmung. Herr Nadeem Elyas, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrates der Muslime, hält beispielsweise den Zeitpunkt aus Sicht des Islam für variabel, eine besonders wichtige Aussage, da die Beschneidung im Alter von 4-6 Jahren aus entwicklungspsychologischer Sicht besonders gravierende psychotraumatische Wirkungen entfalten kann. In diesem Alter erfolgt die Konsolidierung der sexuellen Identität unter dem empathischen Schutz der Eltern. Warum sollte man nicht warten, bis der Betroffene einsichtig zustimmen kann?

    Eine Lösung dieses Konfliktes kann nicht auf der Grundlage von Angst und Zwang erfolgen. Wir Unterzeichnenden bitten Sie als Gesetzgeber deshalb darum, auch den Kinderschutzgedanken und die Bedürfnisse der betroffenen Kinder zur Grundlage Ihrer Entscheidungsfindung zu machen. Wir werben dafür, dass Sie sich in dieser Angelegenheit eindeutig auf der Seite des Kindes positionieren, die Debatte auf wissenschaftlicher und rechtlicher Grundlage führen und Erkenntnisse der Hirn- und Präventionsforschung berücksichtigen. Um eine ausgewogene Lösung zu finden, sollten Sie sich Zeit nehmen für eine Diskussion, die alle Aspekte berücksichtigt. Das Thema Beschneidung ist zu sensibel für politische Schnellschüsse.

    Düsseldorf, den 21.7.2012
    Professor Dr. med. Matthias Franz, Universität Düsseldorf

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/offener-brief-zur-beschneidung-religionsfreiheit-kann-kein-freibrief-fuer-gewalt-sein-11827590.html

    Zu den Mitunterzeichnern gehören beispielsweise

    Christian Bahls, Diplom Mathematiker, 1. Vorsitzender MOGiS e.V. – Eine Stimme der Vernunft (Verband von Opfern sexualisierter Gewalt im Kindesalter)

    Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Georg Dietz, Kinderchirurgische Klinik, Dr. von Haunersches Kinderspital, Klinikum der Ludwig Maximilians Universität München

    Dr. rer. nat. Wolfgang Klosterhalfen, Prof. für Medizinische Psychologie (nicht mehr aktiv)

    Dr. Sabine Müller, Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Prof. Dr. Holm Putzke, Universität Passau

    Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung

    Prof. Dr. Maximilian Stehr, Ludwig-Maximilians-Universität München

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  2. Kalevala Says:

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    Dagegen unterstützt der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, das Kölner Urteil. „Das ist ein klares Signal zum Schutz des Kindes“, sagte Ehrmann dem Magazin. „Nur weil etwas religiöse Tradition ist, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist.“

    http://www.welt.de/newsticker/news3/article107612678/Juden-und-Muslime-gegen-Kompromiss-bei-Beschneidung.html

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    Die Entfernung der Vorhaut ohne entsprechende Indikation ist aus medizinischer Sicht eine sehr belastende und irreversible Operation.

    Es existieren zahlreiche Studien zu diesem Thema, die keine Evidenz für eine Gesundheitsdienlichkeit als mögliche Rechtfertigung dieses Eingriffs zeigen konnten. Die Zirkumzision ist eine schmerzhafte Operation, die wie jeder andere chirurgische Eingriff mit Risiken behaftet ist. …

    Das Gericht hat in Korrektur der bisherigen Rechtsprechung jedoch den Eltern keinen strafbefreienden Rechtfertigungsgrund für diese Körperverletzung wegen einer religiösen Tradition zugebilligt. Mit dieser Einschätzung bewegt sich das Gericht zum einen auf dem Boden des Grundgesetzes: Die Bestimmungen des Art. 2, die die körperliche Unversehrtheit der Kinder gewährleisten, sowie die des Art. 6, die dem Staat das Wächteramt über die elterliche Erziehung zubilligen, kommen hier zur Anwendung.

    Daneben hat Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, die in Artikel 24 dazu verpflichtet, dass alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen. Wenn die Kritiker nun eine unzumutbare Einschränkung der Religionsfreiheit monieren, dann geht schon die Begrifflichkeit fehl, denn es handelt sich um die Einschränkung einer durch die Tradition begründeten Ausübung ihrer Religion zulasten ihrer Kinder. Die Eltern entscheiden sich unter Berufung auf ihre Religion für eine irreversible Körperverletzung ihres Kindes, das nicht in der Lage ist, eigenverantwortlich und selbstbestimmt darüber zu entscheiden, ob es in diese gravierende lebenslange Einschränkung wegen der Religionszugehörigkeit seiner Eltern einwilligt.

    Konsequent angewandt, würde diese Argumentation dazu führen, auch andere Formen der Körperverletzung von Kindern zuzulassen. … Das Recht von Kindern auf eine unbeschadete Kindheit sollte als Grundkonsens über allen Religionsgemeinschaften und Wertvorstellungen stehen. Die Verschiebung der Beschneidung in das Erwachsenenalter könnte ein Weg dahin sein.

    Gastkommentar
    Beschneidung ist Körperverletzung und gehört verboten
    05.07.2012
    Von Georg Ehrmann

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gastkommentar-beschneidung-ist-koerperverletzung-und-gehoert-verboten/6837500.html

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  3. Christ Says:

    Nicht nur beim Bundestag, auch bei der EU ist eine Petition aus der Kaiserstadt Aachen für ein EU Verbot von Beschneidungen bei minderjähren Personen eingegangen!

  4. Querverweis Says:

    Bei all meinen Besuchen in dem Salon, sei es um meine Haare von ihm schneiden zu lassen, oder um meinen Großvater dorthin zu begleiten, weil der Salon für ihn ein Treffpunkt war, hatte ich gemischte Gefühle. Einerseits ein angenehmes, andererseits ein beängstigendes Gefühl. Angenehm, weil ich es schön fand, dorthin zu gehen, um meine ersten Zuhörer zu begeistern. Denn die alten Leute, die dort zum Plaudern saßen, entdeckten früh meine Lust zu erzählen. Dorthin zu gehen, bedeutete für mich eine Gelegenheit, meine Erzählungskünste auszuprobieren, Geschichten zu erzählen, die in der Mehrzahl von mir erfunden wurden, was bei den Greisen erstaunlicherweise auf Aufmerksamkeit stieß, ja ihnen sogar Freude bereitete. Andererseits hatte ich immer Angst, dass mir passieren würde, was zwei meiner Onkel väterlicherseits passiert ist. Sie starben kurz nach ihrer Beschneidung. Und bei wem? Bei Qâsim. …

    Klar, weder meine Großeltern, noch jemand anderer sprach von Qâsims Schuld am Tod meiner Onkel. Man sagte, sie seien an Entzündungen gestorben, sie hätten Fieber gehabt und schließlich war dies der Wille Gottes und nicht etwa die unhygienischen Bedingungen ihrer Beschneidung, oder die nicht desinfizierten, ja primitiven Geräte. Ich war noch nicht beschnitten, als mein Großvater mich zum „Barbiersalon Qâsim“ mitnahm und hatte Angst, dass ich zur Beschneidung bei ihm lande. Damals wusste ich nicht, dass er dies gar nicht mehr betreiben durfte. …

    Ich wusste, dass ich früher oder später beschnitten werden musste, aber trotzdem war ich überrascht und bedauerte den drohenden Verlust meiner Vorhaut, mit der ich vor meinen Freunden angegeben hatte. Ich fühlte mich anders, und auf dieses Privileg wollte ich nicht verzichten. Aber ich musste beschnitten werden. Es gab keinen Ausweg. An jenem Abend fragte ich meinen Vater, ob der Arzt mich betäuben würde, und er antwortete, dass dies selbstverständlich sei. Doch der Arzt betäubte mich nicht. Ich erinnerte mich noch heute an die Szene: Als ich auf dem Bett lag, ergriff mein Vater mich bei den Armen, ein Kumpel meines Vater bei den Beinen, und dann begann auch schon die Schere des Arztes an meiner Vorhaut herumzuschnippeln. Die Küsse meines Vaters waren der einzige Trost. Aber nein, es war keine Beschneidung, es war meine erste Begegnung mit der Folter. Ich habe geschrien, aber vergeblich. Mein Schrei ging in den Tränen unter, die mir über das Gesicht liefen.

    Und dann sah ich ihn: An der herabbaumelnden Kette des Arztes sah ich einen ans Kreuz genagelten Christus hängen. Mein Schmerz ließ nach, als ich an die Nägel dachte, die den gekreuzigten Körper vor mir durchbohrten, denn ich spürte nur einen einzigen Nagel, der meinen Penis zerfetzte. Plötzlich wurde mir bewusst, dass der Mann Sûrîn Salîbâ war, der bekannteste christliche Chirurg der Stadt. War Sûrîn ein Judas? Oder sah Sûrîn einen Judas in meiner Vorhaut?

    Ich fand viele Jahre keine Antwort auf diese Fragen, aber eine Gewissheit überwältigte mich an jenem Abend: Um Gott zu gefallen, musste ich gequält werden – auf der Liege in Doktor Sûrîns Praxis. Das war für mich der Moment, in dem die Religionen einander zu ähneln begannen, und es fiel mir ab da zunehmend schwerer, sie auseinanderzuhalten. Alles hatte sich unter meinen Schenkeln gesammelt und sie besudelt. In jenem Moment wurde mir bewusst, dass jede Macht auf Angst und Folter basiert, und als Sûrîn meine Vorhaut durchtrennte, kappte er meinen Bezug zu allen Religionen und zu jeder Art von Macht. …

    Ich kannte „K“ seit meiner Jugend, seit der Universitätszeit in Bagdad. Er hatte zweimal geheiratet. Das erste Mal im Irak. Das zweite Mal in seinem Londoner Exil. Seine erste Frau, die Irakerin, blieb nicht lange bei ihm. Nach einem Jahr „glücklicher“ Ehe nach außen, aber „der Hölle“ in den vier Wänden, ließ sie sich scheiden. Seine zweite Frau, die Engländerin, lief ihm ebenfalls weg. Erst nach zwei Jahren – immerhin. Bei beiden Scheidungen war Sex der Grund. „K“ hatte immer Probleme beim Sex. Er konnte mit keiner Frau richtig schlafen. Der Sexualakt verwandelte sich für ihn stets in ein Höllenszenario. Immer, wenn er es wieder versuchte, ist er gescheitert. Er ist noch später beschnitten worden als ich, erst mit 13 Jahren. Zwei Jahre musste er nachbehandelt werden. Ein Stück der Vorhaut ist zurückgeblieben. Er musste erneut beschnitten werden, zweimal. Danach war die Wunde entzündet. Er litt auch beim Urinieren, ein Brennen hat ihn sein Leben lang begleitet. Es ist diese Angst, die wie ein Graveur seine Marke hinterließ, in seiner verstümmelten Seele.

    Und es ist diese Angst, die bei ihm zu einer Art Kastration geführt hat. Dabei sprach „K“ nie von sich selbst. Er sprach natürlich im Namen von vielen beschnittenen Männern. Viele, die spät beschnitten worden sind, leiden unter dem gleichen Gefühl. Sie fühlen sich wie kastriert, weil sie mit eigenen Augen sehen mussten, wie man ihre männliche Zone verletzt, ja verstümmelt. Es ist ein nicht zu überwindendes Trauma bei vielen, über das sie nicht offen reden wollen/können/dürfen/sollen.

    So diktiert es ihnen auf jeden Fall die herrschende Doppelmoral der Religion, seien sie Muslims, seien sie Juden. Deshalb reden sie weder über dieses Erlebnis noch über Sexualität. Früher musste man vier Frauen heiraten, um zu beweisen, dass man ein richtiger Mann ist. Heute entdeckte man die Waffe als Ersatz für seine kastrierte Sexualität. Gewalt und Sexualität gehören zusammen.

    Najem Wali

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F07%2F04%2Fa0103&cHash=b471a65ca1

  5. Querverweis Says:

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    Der Kinderschutzbund Baden-Württemberg hat das Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidungen von Jungen begrüßt. «Der Richterspruch entspricht der UN-Kinderrechtskonvention», sagte die Landeschefin Iris Krämer der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Stuttgart.

    Das Landgericht Köln hatte die religiöse Beschneidung von Jungen als rechtswidrig und strafbar erachtet. Krämer sagte, Kinder hätten das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung. Das Entfernen der Vorhaut bei Jungen verstoße dagegen, zumal die dafür vorgebrachten hygienischen Argumente heute keine Rolle mehr spielten. Das Urteil müsse dazu führen, dass die Kinderrechte rasch im Grundgesetz verankert würden.

    Die Jungen könnten bei Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden, ob sie den Eingriff wünschten. Die Religionsfreiheit werde davon in keiner Weise beeinträchtigt: «In unserem Land kann jeder glauben, was er will.»

    Kinderschutzbund
    27.06.2012

    http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/badenwuerttemberg/Kinderschutzbund-begruesst-Urteil-zu-Beschneidungen;art330342,5569147

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    Offenbar wollen führende Politiker von CDU, FDP, SPD und Grünen mit einer schnellen Resolution und einer schnellen gesetzlichen Regelung einer Grundsatzdebatte aus dem Weg gehen, die für die Befürworter dieser rituellen Praxis höchst unwillkommen wäre. Immerhin spricht sich eine klare Mehrheit in Deutschland gegen die religiös begründete Beschneidung von Jungen aus, die Mehrheit der Bevölkerung ist also der Auffassung des Landgerichts Köln. Dies spricht leider Bände über die demokratische Kultur mancher Spitzenpolitiker, der Politikverdrossenheit wird auf diese Weise gewiss nicht vorgebeugt. …

    Die deutsche Geschichte und das schwer belastete und besondere Verhältnis zur jüdischen Religionsgemeinschaft verpflichtet uns zwar, sehr sorgsam und rücksichtsvoll diese Religionsgemeinschaft zu achten und zu schützen. Das darf aber nicht zur Folge haben, dass wichtige Grundrechte wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Kindern leichtfertig beiseite gewischt werden, wenn sie einzelnen Traditionen der Religionsgemeinschaft entgegenstehen. Es ist umso bedauerlicher (wenn auch leider erwartbar), wenn Kritiker der religiös motivierten Beschneidung sogleich in die antisemitische Ecke gestellt werden. Das tut der Sache selbst und vor allem dem Niveau der Auseinandersetzung keinen Gefallen. …

    Unser Bundessprecher Horst Isola hat für uns SPD-Laizisten am 28. Juni eine Presseerklärung abgegeben, die wir hier zur Vervollständigung der kleinen Dokumentation des Themas nochmals wiedergeben:

    „Die SPD-Laizisten begrüßen das Urteil des Landgerichts Köln, Beschneidungen aus religiösen Gründen für strafbar zu erklären.

    Endlich machen sich deutsche Gerichte daran, die Reichweite der Glaubensfreiheit neu zu vermessen. Die Empörung des Zentralrats der Juden verkennt, dass das Grundgesetz kein Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften anerkennt, sondern nur ein Selbstverwaltungsrecht „innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“ (Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 137 Weimarer Verfassung). Das bedeutet, dass auch Religionsgemeinschaften die für jedermann geltenden Strafvorschriften zu beachten haben. Unsere Rechtsordnung gibt ihnen nicht das Recht, sich unter Berufung auf religiöse Vorschriften oder Rituale ein eigenes – göttliches – Recht zu schaffen und zugleich gegen fundamentale Grundrechtsvorschriften wie die körperliche Unversehrtheit zu verstoßen. Dies ist umso verwerflicher, als im vorliegenden Fall Opfer Kleinkinder sind, die sich nicht wehren können und womöglich für ihr ganzes Leben durch einen solche Eingriff, wie ihn die Penisbeschneidung darstellt, traumatisiert werden.“

    Im April 2012 hatte sich Manula Schwesig noch für die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz ausgesprochen. Sie forderte, die Bundesregierung müsse „endlich den Weg freimachen, damit Kinderrechte in die Verfassung aufgenommen werden können. Kinder sollen ausdrücklich als Träger von Grundrechten benannt werden und nicht nur im Rahmen der Elternrechte.“ Konsequenterweise hätte man danach auch das Kölner Urteil begrüßen müssen, geht es doch hier um genau diesen Vorrang der Grundrechte der Kinder. Nun scheint das alles nicht mehr zu gelten und die Grundrechte von Kindern auf körperliche Unversehrheit werden archaischen religiösen Riten untergeordnet.

    Nachdem Aydan Özuguz (die für den Stellvertretenden Parteivorsitz der SPD kandidiert) sich für den Parteivorstand scharf von unserer Erklärung distanziert hat, haben wir auch hierauf reagiert. Dazu sei hier auf die Pressemitteilung von Nils Opitz-Leifheit und Oliver Lösch verwiesen.

    Nils Opitz-Leifheit und Amardeo Sarma

    http://www.laizistische-sozis.eu/inhalte-menu/dokumentation/97-schluss-beschneidung

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    17. Juli 2012
    Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit wiegt schwerer als Religionsfreiheit der Eltern!

    Zur Pressemitteilung der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Aydan Özuguz vom 16. Juli 2012 erklärt der BundessprecherInnenkreis der SPD-LaizistInnen:

    Wir halten die schnelle und eindeutige Festlegung der SPD-Spitze zu Gunsten einer umfassenden Legalisierung von Beschneidungen an männlichen Kindern aus religiösen Gründen für verfehlt. Anstatt Schnellschuss-Politik zu betreiben, wäre es bei diesem höchst sensiblen und ethisch wie juristisch höchst komplexen Thema angebracht, alle Argumente sauber abzuwägen und Vertreter der unterschiedlichen Positionen angemessen einzubeziehen.

    Es ist erschreckend, wie leichtfüßig viele Parteiführungen, und leider auch die SPD-Spitze, die Religionsfreiheit von Eltern über das fundamentale Recht von Kindern auf körperliche Unversehrtheit und auf religiöse Selbstbestimmung stellt und dabei die schwerwiegenden Bedenken zahlloser Fachmediziner, Juristen, Kinderschutzorganisationen und auch die Haltung einer Mehrheit der Bevölkerung beiseite wischt.

    Wir laizistischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten achten das Grundrecht der Kinder höher als die Religionsfreiheit, die kein Persilschein für die Misshandlung von Kindern sein darf.

    Da die Parteispitze sich hier, wie auch in anderen Fragen mit Religionsbezug, in einer Minderheitenposition innerhalb der Partei und Gesellschaft befindet, sehen wir der inhaltlichen Auseinandersetzung zu diesem Thema in den kommenden Jahren gelassen entgegen.

    Oliver Lösch, Nils Opitz-Leifheit
    Bundessprecher

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  6. Petition gegen Beschneidung Says:

    Warum kämpfen Sie gegen die Beschneidung?

    Weil sie ein Akt der Vergewaltigung ist. Sie wird einem wehrlosen Kind, ohne dass es selbst darüber entscheiden kann, aufgezwungen. Würde man die Jungen erst im Alter von 13 Jahren beschneiden, dann würden sich sicher viele dagegen wehren.

    Haben Sie einen Überblick darüber, wie viele israelische Familien ihre Kinder nicht beschneiden lassen?

    Als wir vor 20 Jahren anfingen, uns zu organisieren, waren es ein paar Dutzend Familien. Heute reden wir von zwei Prozent der jüdischen Bevölkerung. …

    Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Kinderärzten oder Lehrern gemacht?

    Tatsache ist doch, dass sich ganz viele unwohl mit der Beschneidung ihrer Kinder fühlen. Sie wissen, dass Sie hier einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Sie fahren am Sabbat mit dem Auto, essen Schweinefleisch, aber dafür geben sie ein kleines Opfer.

    Wie hat Ihre Familie damals reagiert?

    Meine Exfrau und ich sind regelrecht boykottiert worden von meinen Eltern. Ich habe von Familien gehört, wo die Großeltern drohten, das Kind zu entführen, um es beschneiden zu lassen. Die Familien üben großen Druck aus und beharren auf die Zeremonie.

    Was sagen Sie zu dem Argument, dass die Beschneidung gesundheitsfördernd ist?

    Das ist die größte Absurdität. Da wird ein gesundes Baby ohne jede Notwendigkeit operiert. Warum? Weil die Operation angeblich künftige Krankheiten verhindert. Nach derselben Logik müssten sich Frauen ihre Brüste amputieren lassen, um nicht an Krebs zu erkranken. Die Beschneidung ist das am häufigsten akzeptierte Verbrechen in der Geschichte der Welt.

    Jonathan Enosch
    taz 17.07.2012

    http://www.taz.de/!97492/

  7. Kalevala Says:

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    Vorschläge für eine gesetzliche Regelung

    Voraussichtlich bis zum Herbst soll die Bundesregierung den Entwurf für ein Gesetz vorlegen, das die Zulässigkeit von Beschneidungen sicherstellt. Welcher Weg dabei eingeschlagen werden soll, wird bereits diskutiert. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), deren Haus derzeit verschiedene Möglichkeiten prüft, mahnte jedoch zur Geduld – mit einem „Schnellschuss“ sei niemandem gedient, ein Gesetz bedürfe „intensiver Vorbereitung“.

    Das Justizministerium kündigte an, in seine Überlegungen einen Vorschlag von Serkan Tören einzubeziehen. Der FDP-Abgeordnete schlägt vor, die Zirkumzision im neuen Patientenrechtegesetz zu regeln, und stützt sich dabei auf das Argument, dass der Bundestag im Herbst ohnehin mit dem vom Kabinett beschlossenen Patientenrechtegesetz befasst sein wird. In einem Brief an die Ministerin wandte sich Tören dagegen, Beschneidungen im Strafgesetzbuch oder nach schwedischen Vorbild durch ein Spezialgesetz zu regeln. Im einen Fall würde die Beschneidung in die Nähe von Straftaten gerückt, im anderen Fall über das notwendige Maß hinaus reglementiert.

    Ein weiterer Vorschlag stammt vom Göttinger Staatskirchenrechtler Hans Michael Heinig, der die Sache im Unterschied zur Justizministerin für eine „vergleichbar einfache Frage“ hält, bei der auch „Schnellschüsse“ durchaus zum Ziel führen könnten. Es genüge die Einfügung eines Paragraphen 3a in das Gesetz über die religiöse Kindererziehung, das aus zwei Sätzen besteht: „Die elterliche Sorgeberechtigung in religiösen Angelegenheiten umfasst auch die Einwilligung in eine von medizinisch qualifiziertem Personal de lege artis durchgeführte Zirkumzision, wenn eine solche nach dem religiösen Selbstverständnis der Sorgeberechtigten zwingend geboten ist. Im Falle einer Vormundschaft oder Pflegschaft findet § 3 Abs. 2 Anwendung.“

    Damit, so Heinig, wäre gewährleistet, dass nicht nur, wie im Islam üblich, Ärzte den Eingriff ausführen dürfen, sondern auch ein jüdischer Beschneider. Denkbar sei, dass sich dieser sogenannte Mohel von einer Ärztekammer zertifizieren ließe. Heinig rät davon ab, sich im Gesetzestext mit der Frage der Betäubung zu beschäftigen, wie Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gefordert hat. Man solle vielmehr darauf setzen, dass sich eine Lehrmeinung in der Medizin ausbilde, was „de lege artis“ bei einer Beschneidung meine. Über Gutachten könnte diese dann in die Rechtssprechung einfließen.

    Den Vorteil gegenüber der von Tören vorgeschlagenen Regelung im Patientenrechtegesetz erkennt Heinig darin, dass es bei der Beschneidung weniger um die Regelung des Verhältnisses zwischen Arzt und Patienten gehe, sondern vor allem um die Reichweite des elterlichen Sorgerechts. (bin.)

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-gesetzentwurf-bis-zum-herbst-11823355.html

    :::
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    Gesetz über die religiöse Kindererziehung
    KErzG

    Ausfertigungsdatum: 15.07.1921
    Vollzitat:

    „Gesetz über die religiöse Kindererziehung in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 404-9, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 63 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2586) geändert worden ist“
    Stand: Zuletzt geändert durch Art. 63 G v. 17.12.2008 I 2586

    § 3
    (1) Steht dem Vater oder der Mutter das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen, neben einem dem Kind bestellten Vormund oder Pfleger zu, so geht bei einer Meinungsverschiedenheit über die Bestimmung des religiösen Bekenntnisses, in dem das Kind erzogen werden soll, die Meinung des Vaters oder der Mutter vor, es sei denn, daß dem Vater oder der Mutter das Recht der religiösen Erziehung auf Grund des § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entzogen ist.
    (2) Steht die Sorge für die Person eines Kindes einem Vormund oder Pfleger allein zu, so hat dieser auch über die religiöse Erziehung des Kindes zu bestimmen. Er bedarf dazu der Genehmigung des Familiengerichts. Vor der Genehmigung sind die Eltern sowie erforderlichenfalls Verwandte, Verschwägerte und die Lehrer des Kindes zu hören, wenn es ohne erhebliche Verzögerung oder unverhältnismäßige Kosten geschehen kann. Der § 1779 Abs. 3 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs findet entsprechende Anwendung. Auch ist das Kind zu hören, wenn es das zehnte Lebensjahr vollendet hat. Weder der Vormund noch der Pfleger können eine schon erfolgte Bestimmung über die religiöse Erziehung ändern.

    http://www.gesetze-im-internet.de/kerzg/BJNR009390921.html

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  8. Petition gegen Beschneidung Says:

    Vielen Dank, Deutschland! Demonstration, Vancouver

    In celebration of a recent court ruling in Germany that emphatically and clearly states that non-therapeutic infant/child circumcision is a gross violation of fundamental human rights and considered a criminal assault, human rights advocates will be convening outside the German consulate on Thursday July 26th 2012 from 3:00 – 4:00 pm to express our thanks on behalf of the children in Germany who cannot speak for themselves.

    http://www.intactnews.org/node/176/1342565329/vielen-dank-deutschland-demonstration-vancouver

    Das Kölner Gerichtsurteil gegen die Beschneidung von Jungen hat zu überraschender Unterstützung in New York geführt. Vor dem deutschen Generalkonsulat baute sich am Freitag ein Häufchen jüdischer Demonstranten auf – um Zustimmung zu dem Urteil zu signalisieren. Im Ausland hatte es bisher vor allem Kritik an dem Richterspruch gegeben, in dem viele Juden und Muslime eine Einschränkung der Religionsfreiheit sehen.

    „Wir sind für eine Genitalautonomie“, sagte Jonathan Friedman, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I love my foreskin“ („Ich liebe meine Vorhaut“) trug. „Eine Beschneidung ist ein erheblicher Eingriff. Der wird millionenfach bei kleinen Kindern vorgenommen, die sich nicht wehren können, aber ihr ganzes Leben davon beeinflusst werden.“ Seine Gruppe habe gut 30 Mitglieder, sagte Friedman.

    New York: „Ich liebe meine Vorhaut“: US-Demonstranten finden Beschneidungs-Urteil gut – weiter lesen auf FOCUS Online:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/beschneidungs-urteil-findet-in-new-york-befuerworter-demonstranten-fordern-autonomie-fuer-die-genitalien_aid_781814.html

  9. Kalevala Says:

    Manche Befürworter des Brith nennen ästhetische Gründe, ohne Vorhaut sei der Penis schöner. Aber warum soll ich meinen Sohn deshalb beschneiden lassen? Das wäre so absurd wie eine Brustvergrößerung bei einem Mädchen. Andere, wie Rabbiner Ben Jaakov Ben Asher aus dem 13. Jahrhundert, heben die spirituelle Dimension hervor: „Wer sich nicht beschneidet, kommt nicht ins Paradies, auch wenn er die Tora studiert und gute Taten vollbringt“, schrieb er. Aber Wegbeschreibungen in den Himmel machen mich immer skeptisch. Wie oft folgten islamistische Selbstmordattentäter in meiner Nachbarschaft den Weisungen ihrer eigenen „paradiesischen Reiseführer“ – um in einer Rauchwolke zu enden?

    Michael Goldberger, ein Züricher Rabbiner, versuchte mich zu überzeugen. Goldberger sagte: Wer seine Vorhaut abtrenne und die empfindsame Eichel offenbare, mache auch sein Herz für die Außenwelt empfänglicher. Wie der Weizen von Spreu getrennt und verarbeitet werden müsse, bevor er zu Brot werde, obliege es dem Menschen, sich selbst zu vervollkommnen.

    Der berühmte mittelalterliche Arzt und Gelehrte Moses Maimonides sah das ganz anders. Er schrieb im 12. Jahrhundert im „Führer der Unschlüssigen“ (Teil III, Kap 49), ein Grund für die Beschneidung sei „der Wunsch, den Geschlechtsverkehr auf ein Minimum zu reduzieren und dieses Organ zu schwächen, damit (der Mann) es weniger treibt und sich nach bestem Vermögen zurückhält“. Es gehe nicht darum, den Körper, sondern den Charakter zu vervollkommnen. „Der physische Schaden ist das beabsichtigte Ziel“, schreibt Maimonides. Keine Vorhaut, keine Ausschweifungen. …

    Zwei Argumente machen mir eine Abkehr vom Brith schwer: Das eine gilt für die Diaspora, das andere für Israel, und sie widersprechen sich. Noch jeder israelische Freund warnte mich vor gesellschaftlichen Konsequenzen, sollte ich die Vorhaut meines Sohnes nicht abtrennen lassen. Wie stünde mein Knabe in Kindergarten, Schule oder Armee da, wenn im Klo oder in der Dusche seine Eichel verdeckt bliebe? Muss mein armes Kind am Ende den Preis zahlen für meine Entscheidung?

    Ich war als Kind der einzige Jude auf einer deutschen Schule, doch das andersartige Anhängsel zwischen meinen Beinen war nie Gesprächsstoff oder Auslöser eines Problems. Keiner der wenigen unbeschnittenen Israelis, mit denen ich sprach, berichtete mir von Traumata, Hänseleien oder Diskriminierung – im Gegensatz zu denen, die mit dicken Brillen oder Zahnspangen in den Kindergarten kamen.

    Am meisten sympathisiere ich mit dem Dilemma der Diaspora. Für mich, der nach Israel auswanderte und dort unter Juden lebt, ist es leicht sicherzustellen, dass meine Kinder ihr Judentum auch für weitere Generationen bewahren werden. Andernorts ist dies eine gewaltige Herausforderung. Die Versuchungen sind vielfältig, der Assimilationsdruck ist groß. Was ist leichter und andauernder als durch den kleinen, wenig traumatischen Eingriff sicherzustellen, dass mein Sohn sich mehrmals täglich beim Pinkeln seine Wurzel und eine Erinnerung an seine Herkunft vor Augen und in Händen hält?

    Doch dieses Argument degradiert Zugehörigkeit zu einem sofort löslichen Begriff, einem Instant-Kniff, der es uns ersparen soll, Liebe zur jüdischen Tradition durch geduldige Erziehung und das Vorangehen mit eigenem Beispiel zu wecken. Den meisten von uns ist es bequemer, beim Fest des Brith Shrimps zu servieren, als den Schabbat einzuhalten.

    Das Urteil der Kölner Richter macht es Juden wie mir nicht leichter. Es erinnert an die Beschneidungsverbote des Seleukidenkönigs Antiochos Epiphanes oder des römischen Kaisers Hadrian. Die waren Inkarnationen des Bösen. Sie wollten nicht die Rechte jüdischer Kinder bewahren, sondern das Judentum auslöschen. Hunderttausende Märtyrer ließen damals für die Aufrechterhaltung unseres Brauchs das Leben.

    Kann man den toten Helden ausgerechnet jetzt den Rücken kehren? Kann man den Wunsch, seinen Sohn nicht zu beschneiden, anders interpretieren als Verrat?

    Das Urteil der nichtjüdischen Richter in Köln sollte Anlass für zwei urjüdische Akte sein: nachdenken und diskutieren. Wir brauchen keine Rechtssicherheit, sondern eine Denkpause. Juden sollten die kommenden 15 Jahre in Deutschland nutzen, um sich zu vergegenwärtigen, warum sie ihre Söhne beschneiden: ob sie das wirklich wollen oder nur aus Angst davor tun, anders zu sein. Die Feier des Brith am achten Tag nach der Geburt könnte ein wichtiger symbolischer Akt werden, in dem der Vater nicht seinen Sohn zu seiner Religion verdonnert, sondern sich selbst dazu verpflichtet, ihm ein bedeutungsvolles Judentum vorzuleben und zu übermitteln.

    Wenn meine Erziehung zum Judentum dazu führt, dass mein Sohn eines Tages als mündiger, überzeugter Jude von seinem Vater fordert, ihn endlich zu beschneiden, dann werde ich seinen Wunsch erfüllen, mit Liebe, Stolz und Schmerz. Aber nicht früher.

    aus: Unsere seltsame Tradition
    FAZ 21.07.2012
    Von Gil Yaron

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidungsdebatte-unsere-seltsame-tradition-11827726.html

  10. Cees van der Duin Says:

    :::

    Het recht op lichamelijke integriteit en het recht op religieuze vrijheid van het kind impliceert dat religieus gemotiveerde irreversibele ingrepen aan het lichaam van het kind vermeden moeten worden. Het kind houdt daarmee immers de vrijheid op latere leeftijd zelf de keus te maken of, en in welke vorm, het zich tot een bepaalde geloofsgemeenschap wil verhouden. Het dopen van kinderen bijvoorbeeld, laat geen irreversibele tekenen op het lichaam na, en is dan ook geen inperking van het recht op religieuze vrijheid van het kind, waar de irreversibele NTC dat wel is. …

    Conclusie

    Er is geen overtuigend bewijs dat circumcisie in het kader van preventie of hygiëne zinvol of noodzakelijk is. Mede in het licht van de complicaties die tijdens of na de circumcisie kunnen ontstaan, is circumcisie om redenen anders dan medisch-therapeutische, niet te rechtvaardigen. Zo er al medische voordelen zijn, zoals een mogelijk verminderde kans op HIV-infectie, dan ligt het in de rede de circumcisie uit te stellen tot de leeftijd waarop een dergelijk risico relevant is en de jongen zelf over de ingreep kan beslissen, of kan kiezen voor eventuele alternatieven.

    Anders dan vaak gedacht wordt, kent circumcisie risico’s op medische en psychische complicaties. De meest voorkomende complicaties zijn bloedingen, infecties, meatus stenoses (plasbuisvernauwing) en paniekaanvallen. Ook gedeeltelijke of volledige penisamputaties als gevolg van complicaties na circumcisies zijn gerapporteerd, evenals psychische problemen als gevolg van de besnijdenis. …

    Niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens is in strijd met het recht op autonomie en het recht op lichamelijke integriteit van het kind.

    De KNMG roept (verwijzende) artsen op om ouders/verzorgers die niet-therapeutische circumcisie voor minderjarige jongens overwegen, nadrukkelijk op de hoogte te brengen van de kans op complicaties en het ontbreken van overtuigende medische voordelen. Het feit dat het om een medisch niet-noodzakelijkeingreep gaat met een reële kans op complicaties, stelt extra hoge eisen aan deze voorlichting. De arts legt het informed consent schriftelijk vast in het medisch dossier.

    De KNMG heeft respect voor de diepe religieuze, symbolische en culturele gevoelens die met de praktijk van niet-therapeutische circumcisie omgeven zijn. De KNMG roept op tot een dialoog tussen artsenorganisaties, experts en de betreffende religieuze groeperingen om niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens te thematiseren en uiteindelijk zoveel mogelijk te beperken.

    Er zijn goede redenen voor een wettelijk verbod op niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens, zoals dat ook bestaat voor vrouwelijke genitale verminking. De KNMG vreest echter dat een wettelijk verbod ertoe zal leiden dat de ingreep uitgevoerd gaat worden door medisch niet-gekwalificeerde personen in omstandigheden waarin de kwaliteit van de ingreep onvoldoende kan worden gegarandeerd. Dit kan tot gevolg hebben dat er veel meer ernstige complicaties zullen optreden dan thans het geval is.

    Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot bevordering der Geneeskunst (KNMG)
    KNMG-standpunt, 27 mei 2010

    http://nl.wikipedia.org/wiki/Circumcisie

    KNMG

    http://knmg.artsennet.nl/home.htm

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    De ene besnijdenis is de andere niet. Reactie op KNMG standpunt jongensbesnijdenis

    De artsenfederatie KNMG bepleit ontmoediging en liefst een verbod op jongensbesnijdenis. Het standpunt van de KNMG is eenzijdig en versimpelend: jongensbesnijdenis is niet zomaar gelijk te stellen aan meisjesbesnijdenis.

    … Jongensbesnijdenis is al eeuwenlang een religieus en/of cultureel gebruik in onder meer de Joodse en in de Islamitische traditie en moet binnen die context worden beoordeeld. Jongensbesnijdenis is een religieuze of culturele praktijk, geen medische handeling, die zich niet zomaar laat afschaffen door de KNMG omdat er “geen medisch voordeel” mee gediend wordt of omdat er soms ernstige complicaties kunnen optreden. Indien het oogmerk van de KNMG is complicaties te voorkomen, doet men er beter aan daartoe bevoegde medici de handeling te laten verrichten dan op te roepen tot afzien daarvan.
    Het gaat bij jongensbesnijdenis niet alleen om de waarde van lichamelijke integriteit, maar ook om de godsdienstvrijheid en het recht van ouders hun kinderen naar eigen overtuiging groot te brengen.

    … Er zijn ethische en juridische grenzen aan besnijdenis. In juridisch opzicht liggen die grenzen vast in wetgeving. Meisjesbesnijdenis is strafbaar en dus verboden, maar niet als apart delict: het geldt als een vorm van mishandeling. Jongensbesnijdenis wordt niet als mishandeling beschouwd. De opvatting van de KNMG dat jongensbesnijdenis “in een aantal opzichten een vergelijkbare ingreep is” als meisjesbesnijdenis is niet juist: de twee praktijken zijn in de meeste opzichten niet te vergelijken vanwege de omvang en de ernst van de schending van de lichamelijke integriteit bij bijna alle vormen van meisjesbesnijdenis. Een standpuntbepaling over meisjesbesnijdenis impliceert geenszins dat er een medische of maatschappelijke noodzaak is tot een discussie of standpuntbepaling over jongensbesnijdenis.

    Raad voor de Volksgezondheid & Zorg (RVZ), 2 juni 2010

    http://rvz.net/nieuws/bericht/de-ene-besnijdenis-is-de-andere-niet-reactie-op-knmg-standpunt-jongensbesn

    RVZ

    http://www.rvz.net/

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  11. Petition gegen Beschneidung Says:

    Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

    Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

    I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

    http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

  12. Cees van der Duin Says:

    Noch zu: siehe mein voriger Kommentar:
    Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot bevordering der Geneeskunst (KNMG)
    [Übersetzung ins Deutsche]

    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf religiöse Freiheit des Kindes implizieren, dass religiös-motivierte irreversible Eingriffe am Körper es Kindes vermieden werden müssen. Nur so hat das Kind wirklich die Freiheit, sich in einem späteren Alter selbst zu entscheiden, ob und in welcher Form es sich gegenüber einer bestimmten Religionsgemeinschaft verhalten möchte. Die Taufe von Kindern beispielweise lässt kein irreversibles Zeichen auf dem Körper zurück und ist deshalb auch keine Einschränkung der Religionsfreiheit des Kindes, wohingegen die irreversible nicht-therapeutische Zirkumzision dies eindeutig ist. …

    Schlussfolgerung

    Es gibt keinen überzeugenden Beweis dafür, dass die Beschneidung zur Krankheitsprävention oder Hygiene sinnvoll oder notwendig ist. Auch angesichts der Komplikationen, die während oder nach der Zirkumzision auftreten können, ist die Zirkumzision, außer aus medizinisch-therapeutischen Gründen, nicht zu rechtfertigen. Sofern es irgendwelche medizinischen Vorteile gibt, wie einem möglicherweise reduzierten Risiko für HIV-Infektion, ist es vernünftig, die Zirkumzision auf ein Alter zu verschieden, indem ein solches Risiko relevant ist und der Junge selbst über den Eingriff entscheiden kann oder sich für eine der Alternativen entscheiden kann.

    Entgegen dem weitläufigen Glauben birgt die Zirkumzision das Risiko von medizinischen und psychologischen Komplikationen. Die häufigsten Komplikationen umfassen Blutungen, Infektionen, Meatusstenose (Verengungen der Harnröhrenöffnungen) und Panikattacken. Auch teilweise oder vollständige Penisamputationen als Folge von Komplikationen der Zirkumzision wurden ebenso dokumentiert wie psychologische Probleme infolge der Beschneidung.

    Die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen verletzt den Grundsatz, dass Minderjährige medizinischen Behandlungen nur dann unterzogen werden dürfen, wenn Krankheiten oder Fehlbildungen vorliegen oder wenn eindeutig nachgewiesen kann, dass der medizinische Eingriff im besten Interesse des Kindes ist, wie im Falle von Schutzimpfungen.

    Die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen steht im Widerspruch zum Recht des Kindes auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit.

    Die KNMG ruft verweisende Ärzte dazu auf, Eltern, die die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen erwägen, ausführlich über das Risiko für Komplikationen und das Fehlen überzeugender medizinischer Vorteile aufzuklären. Die Tatsache, dass es sich um einen medizinisch nicht-notwendigen Eingriff mit einem reellen Komplikationsrisiko handelt, stellt besonders strenge Anforderungen an diese Aufklärung. Der Arzt muss die informierte Einwilligung in der Krankenakte vermerken.

    Die KNMG respektiert die tiefen religiösen, symbolischen und kulturellen Gefühle, die die Praktik der nicht-therapeutischen Zirkumzision umgeben. Die KNWG fordert einen Dialog zwischen Ärzteorganisationen und Experten der betroffenen religiösen Gruppen, um die nicht-therapeutische Beschneidung zum Thema zu machen und letztlich so weit wie möglich einzuschränken.

    Es gibt gute Gründe für eine rechtliches Verbot der nicht-therapeutischen Beschneidung männlicher Minderjähriger, wie es für die weiblichen Genitalverstümmlung besteht. Jedoch fürchtet die KNMG, dass ein rechtliches Verbot dazu führen könnte, dass der Eingriff von nicht medizinisch qualifizierten Personen durchgeführt wird und unter Umständen, in denen die Qualität des Eingriffs nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Dies könnte dazu führen, dass viel mehr ernsthafte Komplikationen auftreten als es gegenwärtig der Fall ist.

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/koeniglich-niederlaendische-aerztevereinigung-knmg-beschneidung-minderjaehriger-jungen/knmg-standpunkterklaerung-zur-nicht-therapeutischen-beschneidung-2010.html

  13. Kalevala Says:

    Plenarprotokoll 17/189
    Deutscher Bundestag
    Stenografischer Bericht
    189. Sitzung
    Berlin, Donnerstag, den 19. Juli 2012

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf
    g e k ü r z t

    Dr. Günter Krings (CDU/CSU):
    Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit dem heutigen Antrag, den wir gleich beschließen wollen, wollen wir nicht weniger, als ein klares Signal an die jüdischen und muslimischen Gemeinden in Deutschland zu geben, dass jüdisches und muslimisches Leben insbesondere in Deutschland weiterhin nicht nur möglich ist, sondern auch nicht unzumutbar erschwert wird.
    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
    Die Beschneidung von Jungen muss deshalb weiterhin straffrei möglich sein, wenn das der Elternwille ist, wenn sie medizinisch fachgerecht erfolgt und wenn sie ohne unnötige Schmerzen erfolgt. Ich sage für mich persönlich: Das heißt für mich, dass sie mit einer angemessenen Anästhesie erfolgt.
    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)
    Meine Damen und Herren, der Antrag, der Ihnen vorliegt und in der Tat in sehr kurzer Frist zusammengestellt worden ist, ist das Ergebnis einer Abwägung verschiedener Grundrechte, zum einen natürlich der körperlichen Integrität und der Religionsfreiheit des Kindes, zum anderen der Religionsfreiheit der Eltern, des Persönlichkeitsrechts und vor allem des Elternrechts selbst.
    Ich bedanke mich deshalb sehr bei den Kolleginnen und Kollegen, die das in dieser Woche gemeinsam mit mir erarbeitet haben. Ich bedanke mich bei dem Koalitionspartner, der FDP, und auch bei der SPD. Bis zuletzt hatten wir die Hoffnung, dass auch die Grünen bei diesem Antrag dabei sein würden, zumal es – das will ich schon festhalten – gerade die Fraktionsvorsitzende der Grünen war, die Frau Künast, die ich hier jetzt leider nicht mehr sehe, die in der letzten Woche sehr viel Druck bei diesem Thema gemacht hat.
    (Thomas Oppermann [SPD]: Wo ist sie eigentlich?)
    So berichtete etwa die Süddeutsche Zeitung vom Freitag vergangener Woche von Vorschlägen, erst einmal höhergerichtliche, obergerichtliche Entscheidungen in der Sache abzuwarten. Zitat aus der Süddeutschen Zeitung:
    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, bemängelte, dies dauere zu lange. Nötig sei eine rasche gesetzliche Regelung.
    Genau das fordern wir mit diesem Antrag ein. Genau dem wollen wir mit diesem Antrag den Weg bereiten. Umso ärgerlicher ist es, dass sich die Grünen daran nicht mehr gebunden fühlen. Es ist vielleicht aber auch für künftige Dinge ganz hilfreich, dass wir jetzt einmal festhalten, dass man erst einmal selbst, bevor man die Regierung lautstark zum Handeln auffordert, in der eigenen Fraktion überlegt, welches Handeln man denn überhaupt haben möchte.
    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)
    Ich will allerdings auch sehr deutlich machen, dass wir mit diesem Antrag die Praxis, das Ritual der Beschneidung, weder inhaltlich befürworten noch dafür werben wollen. Es ist richtig, dass darüber in Religionsgemeinschaften und in der Gesellschaft diskutiert wird. Aber diese gesellschaftliche, innerreligiöse Debatte sollte nicht unter dem Damoklesschwert der Strafandrohung stattfinden.
    Der Maßstab für die Entscheidung, die Beschneidung straffrei zu ermöglichen, ist natürlich das Kindeswohl; denn auch eine Beschneidung ist keine Bagatelle, sondern eine Handlung, die tatbestandlich eine Körperverletzung darstellt. Es kann natürlich auch bei diesem operativen Eingriff Komplikationen geben, selbst wenn es der weltweit wohl am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff ist. Aber wir wollen auch nicht einfach Kindeswohl und Elterninteresse gegeneinanderstellen. Das Kindeswohl ist Maßstab, aber es wird im Regelfall durch die Entscheidung der Eltern maßgeblich bestimmt.
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Christine Lambrecht ist die nächste Rednerin für die SPD-Fraktion.
    (Beifall bei der SPD)
    Christine Lambrecht (SPD):
    Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit dem Urteil des Landgerichts Köln vor einigen Wochen führen wir hier in diesem Land eine sehr engagierte, aber insbesondere auch emotionale Debatte zum Thema Beschneidung. Ich finde das völlig angemessen; denn dabei es geht um kleine Jungen, teilweise noch Babys.
    In der Debatte melden sich unterschiedlichste Gruppen zu Wort, alle mit sehr gewichtigen Argumenten. Ich will einige nennen. Da melden sich die Religionsgemeinschaften der Juden und der Muslime zu Wort, die uns darauf aufmerksam machen, dass die Ausübung ihres Glaubens aufgrund ihrer Gebote und der Vorgaben dann, wenn Beschneidung in Deutschland in Zukunft strafbewehrt wäre, nicht mehr möglich wäre. Das ist ein gewichtiges Argument. Es melden sich aber auch Menschen im Interesse des Kindes zu Wort, die die körperliche Unversehrtheit des Kindes im Blick haben, beispielsweise unsere Kinderbeauftragte Marlene Rupprecht.
    (Beifall bei Abgeordneten der SPD)
    Sie macht zu Recht darauf aufmerksam, dass wir vor einigen Jahren die gewaltfreie Erziehung gefordert und gesetzlich beschlossen haben. Wie passt die gewaltfreie Erziehung mit der Beschneidung, einer Körperverletzung, zusammen? Auch das ist ein gewichtiges Argument. Dieses Dilemma macht deutlich, wie schwierig eine Entscheidung in dieser Frage ist.
    Hintergrund dieser Debatte ist das schon genannte Urteil des Kölner Landgerichts. Dabei ging es um die Beschneidung durch einen Arzt. Die Richter haben – zu Recht – festgestellt: Ja, tatbestandlich ist es eine Körperverletzung. Allerdings haben sie den Arzt mit der Begründung freigesprochen: Er hat im Verbotsirrtum gehandelt. Das heißt, er konnte nicht davon ausgehen, dass seine Handlung strafbar ist, weil die Rechtslage in Deutschland hier unsicher ist.
    Diese Rechtsunsicherheit hat sich jetzt aber noch verschärft; denn auf diesen Verbotsirrtum wird sich in Zukunft niemand mehr berufen können. Das ist geklärt. Deswegen besteht Unsicherheit bei Ärzten und Beschneidern darüber, welche Konsequenzen sich ergeben, wenn sie dennoch, auch wenn dieses Urteil keine bindende Wirkung hat, Beschneidungen vornehmen. Ich glaube, es ist inakzeptabel, diese Rechtsunsicherheit weiterhin bestehen zu lassen.
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Das Wort hat nun der Kollege Jörg van Essen für die FDP-Fraktion.
    (Beifall bei der FDP)
    Jörg van Essen (FDP):
    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin sehr dankbar, dass wir hier so sachlich über diese Frage debattieren. Wer zum Beispiel in die sozialen Netzwerke schaut, weiß, wie viele Emotionen es im Augenblick bei diesem Thema gibt. Aber ich glaube, wir sind gut beraten, bei dieser Sachlichkeit zu bleiben. Zur Sachlichkeit gehört, festzuhalten, dass das, was das Landgericht Köln entschieden hat, keinerlei Bindungswirkung entfaltet. Gerichte können also anders entscheiden. Deshalb gibt es den einen oder anderen, der sagt: Wir brauchen gar nichts zu regeln. – Ich sehe das anders. Wer die Diskussion betrachtet, weiß, wie tief die Verunsicherung ist, die durch das Urteil entstanden ist, wie tief die Verunsicherung in der muslimischen Gemeinschaft ist und wie tief die Verunsicherung in der jüdischen Gemeinschaft ist. Das haben wir ernst zu nehmen.
    Es gibt auch einen, wie ich finde, handfesten juristischen Grund dafür, den die Kollegin Lambrecht, für deren Beitrag ich ganz außerordentlich danke und mit der wir ganz hervorragend zusammengearbeitet haben, schon angesprochen hat. Es gibt auch Verunsicherung bei den Ärzten, weil sie sich jetzt nicht mehr auf Verbotsirrtum berufen können. Auch das ist von uns zu berücksichtigen. Deshalb haben wir uns zusammengesetzt und schlagen Ihnen vor, dass wir die Bundesregierung beauftragen, die Fragen, die aufgeworfen sind, in einem Gesetzentwurf zu klären. Das ist aber nicht nur ein Auftrag an die Bundesregierung, sondern auch ein Auftrag
    an uns alle; denn wir sind der Gesetzgeber. Wir müssen uns positionieren.
    Die bisherigen Beiträge, die wir gehört haben, haben schon deutlich gemacht, in welchem Umfeld wir uns hier bewegen. Mir ist es ganz wichtig, dass ein Begriff gleich zu Beginn unseres Antrags auftaucht, nämlich das Kindeswohl. Dem sind wir alle verpflichtet. Dem ist auch unsere Verfassung verpflichtet.
    (Beifall bei der FDP, der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)
    Deshalb muss das Kindeswohl das Wesentliche sein.
    Daneben sind wichtige verfassungsrechtliche Prinzipien zu beachten. Körperliche Unversehrtheit ist ganz wichtig. Hier wurde bereits etwas angesprochen, das ich nachdrücklich unterstützen möchte. Beschneidung ist etwas anderes als Verstümmelung. Es gibt einen Unterschied zwischen der Beschneidung von Jungen und der vorsätzlichen sexuellen Verstümmelung von Frauen. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir mit unserem Antrag das deutliche Signal setzen, dass wir solche Verstümmelungen nicht hinnehmen wollen. Das möchte ich, nachdem die Kollegin Lambrecht das bereits getan hat, noch einmal nachdrücklich unterstützen.
    (Beifall bei der FDP, der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)
    Es gibt aber auch andere Verfassungsprinzipien, die wir ebenso ernst nehmen müssen. Die Religionsausübung ist ein wesentlicher Teil der Religionsfreiheit. Die muslimischen und die jüdischen Verbände haben uns deutlich gemacht, dass das, was sie praktizieren, für sie ganz wesentlich zur Religionsausübung gehört. Ich bin sehr nachdenklich, seit uns der Vorsitzende des Zentralrats der Juden deutlich gemacht hat, dass die Beschneidung konstitutiv für die Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben ist. Das haben wir ernst zu nehmen und in den Abwägungsprozess intensiv einzubeziehen. Auch die muslimischen Verbände haben uns deutlich gemacht, welch hohe Bedeutung das für sie hat.
    Auch der dritte Aspekt spielt eine ganz wesentliche Rolle, nämlich das Elternrecht. Die Eltern haben das Recht, darüber zu entscheiden, ob sie es als dem Kindeswohl angemessen ansehen, dass die Kinder in einer religiösen Gemeinschaft und mit den Riten dieser religiösen Gemeinschaft aufwachsen. Die Eltern können so entscheiden, wenn sie glauben, dass die Kinder in einer solchen Gemeinschaft eine ethische Orientierung bekommen. Wir können nur daran interessiert sein, dass junge Menschen mit ethischer Orientierung aufwachsen. Auch das müssen wir ernst nehmen.
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Der Kollege Jens Petermann erhält nun das Wort für die Fraktion Die Linke.
    (Beifall bei der LINKEN)
    Jens Petermann (DIE LINKE):
    Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Am 7. Mai 2012 verkündete das Landgericht Köln ein Urteil in einem Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen einen Arzt, der eine Beschneidung bei einem vierjährigen Jungen aus religiösen Gründen auf Wunsch der Eltern vorgenommen hatte. Er wurde wegen nicht nachweisbarer Schuld vom Tatvorwurf freigesprochen. Ihm wurde zugute gehalten, dass er das Verbot nicht kannte und davon ausging, nichts Verbotenes zu tun. Diese Entscheidung hat mittlerweile zu einer lebendigen Debatte in der Öffentlichkeit geführt. Das war offensichtlich auch Grund für Union, SPD und FDP, einen sehr eiligen Entschließungsantrag vorzulegen, der eigentlich ohne Debatte durchgewunken werden sollte. Merkwürdig ist, dass das Papier schon gestern in einigen Medien kursierte, während es der Linksfraktion erst heute kurz nach 9 Uhr zugestellt wurde. Da blieb wohl ein wenig die Fairness im parlamentarischen Verfahren auf der Strecke.
    (Beifall bei der LINKEN)
    Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, im Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der klarstellt, dass eine religiös motivierte, medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen grundsätzlich zulässig ist. Natürlich sind die Achtung der Religion und der Freiheit religiöser Betätigung etwas Selbstverständliches. Das eigentliche Problem liegt auf einer anderen Ebene; das ist hier schon angesprochen worden. Wie ist es um den Grundrechtsschutz des minderjährigen, religiös unmündigen Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung gegenüber den Grundrechten der Eltern auf Religionsfreiheit und deren Elternrecht bestellt?
    Für die Linke kann ich sagen, dass sie das Problem differenziert sieht. Aus juristischer Sicht ist das Urteil richtig, da es lediglich die bestehende Rechtslage auf-
    greift; denn jeder ärztliche Eingriff erfüllt juristisch gesehen den Tatbestand der Körperverletzung, auch eine Blinddarmentfernung. Eine Bestrafung des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin scheidet allerdings aus. Die Rechtfertigung liegt in der Einwilligung des Patienten in den ärztlichen Heileingriff. Weder ein Säugling noch ein vierjähriger Junge verfügen über die nötige Einwilligungsfähigkeit. Hier müssen die Eltern entscheiden. Vom Sorgerecht sind aber nur Erziehungsmaßnahmen gedeckt, die dem Wohle des Kindes dienen. Eine Entscheidung der Eltern zur Vermeidung einer religiösen Ausgrenzung kann die Einwilligung des kleinen Patienten nicht ersetzen, da keine medizinische Indikation vorliegt und der Eingriff nicht dem Kindeswohl dient.
    Durch eine Beschneidung wird der Körper des Kindes dauerhaft und irreparabel verändert. Diese Veränderung läuft dem Interesse zuwider, später in freier Selbstbestimmung über eine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können. Das Landgericht Köln stellte dies – zutreffend – fest. Die Grundrechte der Eltern aus Art. 4 Abs. 1 Grundgesetz – Religionsfreiheit – und Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz – elterliche Sorge – werden begrenzt durch das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung aus Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 Grundgesetz.
    Dass dieses Problem lösbar ist, zeigen übrigens jüdische Gemeinden in Großbritannien. Dort wird das religiös geforderte frühkindliche Ritual der Beschneidung ins Schmerzlos-Symbolische verschoben und die Entscheidung über den tatsächlichen Eingriff dem Betroffenen selbst überlassen, wenn er als Jugendlicher einwilligungsfähig ist. Jeder, der sich zu dem Thema zu Wort meldet, muss am Ende mit seinem Gewissen ausmachen, ob das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung, welcher Religion man angehören möchte, der Religionsfreiheit und dem Erziehungsrecht der Eltern untergeordnet sein soll.
    (Beifall bei der LINKEN)
    Die religiöse Überzeugung des mündigen Menschen ist zu respektieren und zu schützen. Wir werben dafür, das frühkindliche Ritual der Beschneidung ins Schmerzlos-Symbolische zu verschieben und die Entscheidung über den chirurgischen Eingriff dem Betroffenen zu überlassen, sobald er als 14-jähriger Jugendlicher einwilligungsfähig ist.
    Mit Ihrem Antrag haben Sie allerdings die Chance auf eine gesellschaftliche Debatte vertan. Die Linke kann darum nicht zustimmen.
    Vielen Dank.
    (Beifall bei der LINKEN)
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Volker Beck erhält nun das Wort für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
    Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Rechtsauffassung eines Kölner Richters der Kleinen Strafkammer vom Mai, religiös begründete Beschneidungen bei Jungen seien strafbar, hat in den letzten zwei Wochen hohe Wellen geschlagen und zu einer intensiven Debatte geführt.
    In dieser Diskussion habe ich mich zusammen mit ein paar Kollegen im Sinne dieses Antrags öffentlich geäußert. In den Fraktionsgremien und in den Arbeitskreisen waren fachliche Diskussionen bis zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht möglich. Deswegen ist die heutige Entscheidung über diesen Antrag für viele Kolleginnen und Kollegen, die noch mit sich ringen, welche Position sie vertreten sollen, nicht einfach. Dieses Hopplahopp des Verfahrens kritisieren wir.
    Manche finden das Kölner Urteil im Grunde richtig. Andere sind, was ihre Position angeht, noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. Wiederum andere sehen es so wie ich. Ich zolle all diesen Positionen in der Debatte Respekt.
    Aber ich will meine Rede jetzt dazu nutzen, um meine Entscheidung, diesem Antrag heute zuzustimmen, zu begründen.
    Die religiös begründete Beschneidung von Jungen ist ein klassischer Grundrechtskonflikt. Bei Grundrechtskollisionen entscheidet man sich nicht für das eine Grundrecht und gegen das andere, wie es zum Teil in der Debatte im Netz dargestellt wird. Es gilt vielmehr, eine Abwägung vorzunehmen, die alle Grundrechtspositionen so berücksichtigt, dass die Grundrechte sich optimal verwirklichen. Wir müssen daher die drei Grundrechte, die hier in Rede stehen – Art. 2, Art. 4 und Art. 6 Grundgesetz –, jeweils ausgleichen und dabei den jeweiligen Eingriff und den Rechtsgrund erörtern.
    Eine Beschneidung ist – da haben Sie recht, Herr Petermann – wie jede Operation oder Impfung eine Körperverletzung. Durch rechtswirksame Einwilligung wird sie aber gerechtfertigt und ist damit eben nicht strafbar. Deshalb muss man fragen: Dürfen Eltern in dieser Situation für ihr Kind rechtswirksam einwilligen? Im freiheitlichen Staat treffen nämlich die Eltern die Entscheidungen für das Kindeswohl in den Grenzen der Rechtsordnung.
    Zum Kindeswohl gehört – da unterscheide ich mich von Ihnen, Herr Petermann – einerseits die Gesundheit und der Schutz der körperlichen Unversehrtheit des Kindes, andererseits aber auch das Recht des Kindes, als gleichberechtigtes und vollwertiges Mitglied einer Religionsgemeinschaft, der die Familie angehört, aufzuwachsen.
    (Beifall der Abg. Dr. Lukrezia Jochimsen [DIE LINKE])
    Religionsfreiheit heißt nämlich nicht Freiheit von Religion, sondern Freiheit in religiösen Angelegenheiten.
    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN)
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Herr Kollege, würden Sie eine Zwischenfrage der Kollegin Rupprecht gestatten?
    Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
    Ja, gerne.
    Marlene Rupprecht (Tuchenbach) (SPD):
    Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung; man hat das nicht am Alter festgemacht. Außerdem haben wir die UN-Kinderrechtskonvention im letzten Jahr in diesem Hause mit breiter Mehrheit in inländisches Recht umgesetzt. In Art. 24 Abs. 3 der UN-Kinderrechtskonvention steht eindeutig, dass die Vertragsstaaten alles versuchen, um Bräuche, die Kinder verletzen, zu beseitigen.
    Wir haben im Jahr 2000 hier im Hause nach langer Diskussion mit großer Mehrheit beschlossen, dass Eltern ihre Kinder gewaltfrei erziehen müssen. Damit haben wir zum ersten Mal Kinder als Rechtssubjekte in ein Gesetz aufgenommen. Das heißt, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das gilt auch für die religiöse Erziehung.
    Man nimmt niemandem das Recht, Kinder religiös zu erziehen. Im Gegenteil: Es ist Aufgabe der Eltern, Kinder wertorientiert zu erziehen und sie auf das Leben in dieser Gesellschaft vorzubereiten. Aber wir haben den Grundsatz der Gewaltfreiheit. Ich frage mich, wie Sie diesen Antrag mit der UN-Kinderrechtskonvention und den Grundrechten vereinbaren wollen.
    Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
    Es ist schade, dass Sie mich inmitten meiner Erörterung der Grundrechtskollision unterbrochen haben.
    (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dafür hast du jetzt mehr Zeit!)
    Aber ich will trotzdem gerne versuchen, auf das, was Sie vorgetragen haben, zu antworten.
    Ich sehe meine Rechtsposition – dazu komme ich noch – in völligem Einklang mit den Normen der UN-Kinderrechtskonvention.
    (Jörg van Essen [FDP]: So ist es! Ja!)
    Es geht darin um die Gesundheit der Kinder und um ihren Schutz vor Beeinträchtigungen durch religiöse Bräuche. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch die Beschneidung liegt meines Erachtens jedoch nicht vor. Es handelt sich um eine Beeinträchtigung, die keinen pathologischen Befund beinhaltet.
    Sie haben außerdem gesagt, Kinder müssten das später als Erwachsene selbst entscheiden. Diese UN-Konvention schützt aber ausdrücklich Kinder vor religiöser Diskriminierung, also auch vor der Diskriminierung, die damit einhergeht, Jude oder Muslim in unserer Gesellschaft zu sein.
    Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind. – Da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Rupprecht.
    Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich. Es geht um eine Abwägung der Grundrechte.
    (…)
    Ich will nicht, dass jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland in der Illegalität ist. Für mich ist ganz klar: Judentum, Islam und Christentum gehören zu Deutschland. Ich will, dass dies heute hier zum Ausdruck kommt und dass wir eine inklusive Lösung für diese Frage finden.
    Meine Damen und Herren, gerade angesichts der Debatte im Netz, die dort sehr heftig tobt, teilweise sehr verletzend ist, meines Erachtens manchmal auch ignorant gegenüber Religion als Phänomen an sich, frage ich die Menschen, die da so herumwirbeln und gegen die sachliche Debatte, die wir hier gerade führen, wirklich polemisieren: Kommt es Ihnen nicht merkwürdig vor, dass ausgerechnet Deutschland das erste und einzige Land auf dieser Welt sein sollte, wo die Beschneidung von Juden und Muslimen strafbar sein soll?
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Zum Schluss dieser Debatte erhält der Kollege Johannes Singhammer das Wort für die CDU/CSU-Fraktion.
    Johannes Singhammer (CDU/CSU):
    Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir, die Christlich Demokratische Union und die Christlich-Soziale Union, treten entschieden und eindeutig ein für die Religionsfreiheit in Deutschland und in anderen Ländern. Zur Religionsfreiheit bei uns in Deutschland gehört, dass eine Unsicherheit darüber vermieden wird, was in zentralen Bereichen der Ausübung der Religion, so wie sie die einzelnen Gemeinschaften verstehen, erlaubt ist, nicht erlaubt ist oder sogar verboten ist.
    Was zum Kernbereich der Freiheit einer Religion zählt, das regelt nun nicht staatliche Autorität, sondern das regelt die einzelne Religionsgemeinschaft selbst. Was die Beschneidung von Jungen im Judentum und im Islam betrifft, so gibt es unterschiedliche, aber klare religiöse Einordnungen. Nach jüdischem Verständnis ist die Beschneidung von Jungen elementar und gehört konstitutiv zum Glauben. Nach der Mitteilung des Zentralrats der Muslime in Deutschland ist die Beschneidung von Jungen Bestandteil muslimischer Tradition und folgt der abrahamischen Praxis.
    Wir regeln heute nicht die Art und Weise, wie und unter welchen Voraussetzungen Beschneidung stattfinden kann und soll; wir regeln das Ob. Wir wollen, dass keine Unsicherheit mehr darüber besteht, ob die Beschneidung in Deutschland zulässig ist, erlaubt ist, sich in einer Grauzone befindet, staatliche Duldung genießt oder gar aufgrund eines Verbots verfolgt wird. Die klare Botschaft heute: Beschneidung ist zulässig. Es geht die klare Botschaft auch an diejenigen, die Beschneidungen durchführen, gerade die Ärzte: Wir wollen, dass Beschneidung zulässig ist, und schaffen deshalb Klarheit.
    Die Gewährleistung der Religionsfreiheit bei der Beschneidung – das ist heute schon angesprochen worden – hat nichts mit einem anderen Ritual zu tun, das in einigen Regionen der Welt schauerliche Praxis ist: die Genitalverstümmelung bei jungen Mädchen und Frauen. Es bedeutet keinerlei intellektuelle Überforderung, die Unterschiede zu erkennen.
    Keine religiöse Instanz mit Reputation fordert beispielsweise im Islam Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen. Bei diesem Eingriff in die körperliche Integrität geschieht in der Tat Schlimmes. Nach Schätzungen überleben 15 Prozent der betroffenen Frauen und Mädchen den Eingriff unmittelbar nicht und muss damit gerechnet werden, dass weitere 20 Prozent später erkranken und ebenfalls zu Tode kommen. Alle Betroffenen leiden darunter. Deshalb wird in Deutschland Genitalverstümmelung zu Recht als Straftat aufgefasst und verfolgt, und dabei bleibt es auch.
    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
    Für manche in unserem Land ist Beschneidung etwas Fremdartiges. Das Zusammenleben von Menschen, die religiös sind, und Menschen, die sich für eine nichtreli-
    pekt. Respekt gedeiht am besten auf einer klaren gesetzlichen Regelung, was zulässig ist und was nicht. Eine solche Regelung wollen wir heute mit diesem Antrag einleiten. Wir wollen damit auch ein Stück gutes perspektivisches Zusammenleben in Deutschland schaffen. Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung.
    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
    Präsident Dr. Norbert Lammert:
    Ich schließe die Aussprache.
    Nach dieser Debatte wird niemand ernsthaft behaupten können, der Deutsche Bundestag wolle mit dem heute eingebrachten Antrag eine notwendige Debatte vorschnell beenden. Das Gegenteil ist der Fall: Er will die notwendige Klärung auf eine sensible und zielführende Weise möglich machen.
    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Dr. Lukrezia Jochimsen [DIE LINKE])
    Das ist aus allen Wortbeiträgen hinreichend deutlich geworden. Dafür möchte ich mich bedanken.
    Ich darf also noch einmal fragen: Wer stimmt für diesen Antrag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? –Der Antrag ist mit großer Mehrheit bei einer Reihe von Gegenstimmen und Stimmenthaltungen aus verschiedenen Fraktionen angenommen.
    Ich weise darauf hin, dass wir auch zu diesem Antrag eine Reihe von schriftlichen Erklärungen zur Abstimmung haben, die wir dem Protokoll beifügen.1)

    1) Anlagen 7 bis 12

    Anlage 7
    Erklärungen nach § 31 GO
    zur Abstimmung über den Antrag: Rechtliche Regelung der Beschneidungen von Jungen (Zusatztagesordnungspunkt 1)

    Anlage 8
    Erklärung nach § 31 GO
    der Abgeordneten Memet Kilic und Viola von Cramon-Taubadel (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über den Antrag: Rechtliche Regelung der Beschneidungen von Jungen (Zusatztagesordnungspunkt 1)

    Anlage 9
    Erklärung nach § 31 GO
    der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Kerstin Andreae, Marieluise Beck (Bremen), Ekin Deligöz, Katrin Göring-Eckardt, Renate Künast, Fritz Kuhn und Claudia Roth (Augsburg) (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über den Antrag: Rechtliche Regelung der Beschneidungen von Jungen (Zusatztagesordnungspunkt 1)

    Anlage 10
    Erklärung nach § 31 GO
    der Abgeordneten Rolf Schwanitz, Ingrid Arndt-Brauer, Bärbel Bas, Angelika Graf (Rosenheim), Angelika Krüger-Leißner, Caren Marks, Marlene Rupprecht (Tuchenbach), Bernd Scheelen und Andrea Wicklein (alle SPD): zur Abstimmung über den Antrag: Rechtliche Regelung der Beschneidungen von Jungen (Zusatztagesordnungspunkt 1)

    Wir haben heute gegen den Antrag gestimmt, weil das Recht der Eltern auf religiöse Erziehung des Kindes nach unserer Meinung keinen Vorrang hat gegenüber dem Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.
    Tatsächlich ist die Frage der Strafbarkeit der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Kindern aber seit langem ein gesellschaftliches Thema in Deutschland. Bei der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Mädchen – genitale Verstümmelung – hat sich in Deutschland in den letzten Jahren ein breiter ablehnender gesellschaftlicher Konsens herausgebildet. Auch bei der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Jungen hat dessen kritische Reflexion in den letzten Jahren erkennbar zugenommen. So verwies zum Beispiel das „Deutsche Ärzteblatt“ bereits im Jahre 2008 auf die strafrechtliche Relevanz solcher Eingriffe und empfahl den Ärzten, diese abzulehnen. Das Urteil des Landgerichts Köln ist deshalb in unseren Augen kein singuläres, abweichendes Ereignis. Es ist in unseren Augen vielmehr nur ein vorläufiger Status einer neuen, auf dem Grundgesetz fußenden und sich im Interesse des Kindeswohls vollziehenden rechtlichen Weiterentwicklung in Deutschland. Ausdruck dieser Weiterentwicklung ist nicht zuletzt auch die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention und deren Ratifikation in Deutschland.
    Dass es sich bei der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Jungen um einen schädigenden, irreversiblen Eingriff im Sinne einer tatbestandlichen Körperverletzung handelt, erscheint uns unstreitig und klar. Die Häufigkeit der damit verbundenen, zum Teil sehr schweren gesundheitlichen Komplikationen wird in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Wir halten eine Komplikationsrate von bis zu 10 Prozent für realistisch. Auch schwere gesundheitliche Spätfolgen und Todesfälle werden in der Literatur beschrieben. Auch dies spricht für eine sorgsame und umfängliche Diskussion des Themas im Interesse des Kindeswohls und nicht für eine im Eilverfahren vollzo-
    gene unkritische Legitimation der bisherigen Tradition, wie sie im Antrag präjudiziert wird.
    Die Mehrheit des Deutschen Bundestages hat sich mit dem von uns abgelehnten Antrag dafür ausgesprochen, in naher Zukunft eine gesetzliche Regelung zur Rechtfertigung der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Jungen zu schaffen. Ein solches Gesetz stünde in unseren Augen auch im Widerspruch zum Grundgesetz. Dies vor allem deshalb, weil das Grundgesetz weder einen Vorrang des elterlichen Rechts auf religiöse Kindererziehung vor dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung kennt und weil im Grundgesetz durch die Rechte der Religionsgemeinschaften nach Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 136 Abs. 1 WRV die staatsbürgerlichen Rechte des Kindes richtigerweise nicht beschränkt werden. Auch deshalb lehnen wir das Ansinnen des Antrages ab.

    Anlage 11
    Erklärung nach § 31 GO
    der Abgeordneten Katja Dörner, Harald Ebner, Dr. Thomas Gambke, Bettina Herlitzius, Uwe Kekeritz, Katja Keul, Maria Klein-Schmeink, Ute Koczy, Oliver Krischer, Markus Kurth, Monika Lazar, Tabea Rößner, Ulrich Schneider und Dorothea Steiner (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zur Abstimmung über den Antrag: Rechtliche Regelung der Beschneidungen von Jungen (Zusatztagesordnungspunkt 1)

    g e k ü r z t
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

  14. Widderhorn Says:

    BT –
    Beratung
    19.07.2012 – BT-Plenarprotokoll 17/189, S. 22829A – 22836C

    R e d e n u n d Z w i s c h e n f r a g e :
    [schriftl. Erklärungen s. u.]

    Dr. Günter Krings, CDU/CSU
    Christine Lambrecht, SPD
    Jörg van Essen, FDP, Rede
    Jens Petermann, DIE LINKE
    Volker Beck (Köln), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
    Marlene Rupprecht (Tuchenbach), SPD [ Zwischenfrage ]
    Johannes Singhammer, CDU/CSU

    http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/463/46338.html

    Basisinformationen über den Vorgang

    [ID: 17-46338]

    Version für Lesezeichen / zum Verlinken

    17. Wahlperiode

    Vorgangstyp:
    Antrag

    Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen
    Initiative:
    Fraktion der CDU/CSU
    Fraktion der FDP
    Fraktion der SPD

    Aktueller Stand:
    Angenommen
    Wichtige Drucksachen:
    BT-Drs 17/10331 (Antrag)
    Plenum:
    Beratung: BT-PlPr 17/189 , S. 22829A – 22836C
    Sachgebiete:
    Recht ;
    Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

    Inhalt

    Vorlage eines Gesetzentwurfs im Herbst 2012 zur grundsätzlichen Zulässigkeit einer medizinisch fachgerechten Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen

    Schlagwörter

    Beschneidung ; Gesetzgebung; Junge; Minderjähriger

    Vorgangsablauf

    BT –
    Antrag, Urheber: Fraktion der CDU/CSU, Fraktion der FDP, Fraktion der SPD

    19.07.2012 – BT-Drucksache 17/10331

    BT –
    Beratung

    19.07.2012 – BT-Plenarprotokoll 17/189, S. 22829A – 22836C

    Dr. Günter Krings, MdB, CDU/CSU, Rede, S. 22829B
    Christine Lambrecht, MdB, SPD, Rede, S. 22830C
    Jörg van Essen, MdB, FDP, Rede, S. 22831D
    Jens Petermann, MdB, DIE LINKE, Rede, S. 22832C
    Volker Beck (Köln), MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Rede, S. 22833C
    Marlene Rupprecht (Tuchenbach), MdB, SPD, Zwischenfrage, S. 22834A
    Johannes Singhammer, MdB, CDU/CSU, Rede, S. 22835C

    http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/463/46338.html

    Amtliches Protokoll
    189. Sitzung des Deutschen Bundestages am Donnerstag, dem 19. Juli 2012
    Die verbundene Tagesordnung dieser Woche wird um den im Folgenden als „Zusatzpunkt“ gekennzeichneten Verhandlungsgegenstand erweitert.

    Tagesordnungspunkt 1
    Zusatzpunkt 1

    Beratung des Antrags der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP
    Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen
    – Drucksache 17/10331 –

    Annahme des Antrags auf Drucksache 17/10331
    Die nächste Sitzung wird auf Dienstag, den 11. September 2012, 10.00 Uhr, einberufen

    http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/amtlicheprotokolle/2012/ap17189.html

    Plenarsitzungen

    Suchbegriffe: Beschneidung 17/10331
    10 Suchergebnisse

    Fraktion: alle, Wahlperiode: 17, Sitzung: 189

    http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?instance=m187&action=search&mask=search&contentArea=common&extendedSearch=true&searchword=&discourser=&forename=&top=&startDate=&endDate=&policyField=&fraction=alle&legislativePeriod=17&conference=189&categorie=Plenarsitzung&parentId=1804204&sortKey=zeitaufsteigend

    Plenarprotokoll 17/189
    Deutscher Bundestag
    Stenografischer Bericht
    189. Sitzung
    Berlin, Donnerstag, den 19. Juli 2012

    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf#P.22829

  15. Petition gegen Beschneidung Says:

    Beschneidung missachtet Kinderrechte

    Ich begrüße das Urteil der Kölner Richter ausdrücklich, weil es eindeutig darlegt, dass die Beschneidung von Jungen auf Verlangen der Eltern weit über die Ausübung des Elternrechts hinausgeht und auch durch das Grundrecht auf Religionsfreiheit nicht gedeckt ist. Es verstößt vielmehr gegen das grundgesetzlich garantierte Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit.

    Eine Beschneidung, die ohne die Einwilligung eines Kindes und ohne medizinische Notwendigkeit vorgenommen wird, ist aber nicht nur ein Verstoß gegen ein verfassungsmäßiges Schutzrecht. Es missachtet fundamentale Zielsetzungen der UN- Kinderrechtskonvention wie das Recht auf Gesundheit und den Schutz vor Gewaltanwendung.

    Eine generelle Straffreiheit für Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit Schutzbefohlener aus religiösen Gründen wäre geradezu die Aufforderung, auch andere Methoden körperlicher Einflussnahme und Züchtigung mit religiösen Begründungen zu rechtfertigen. Dem stehen die UN- Kinderrechte eindeutig entgegen.

    Marlene Rupprecht
    Veröffentlicht am 10.07.2012

    http://www.marlene-rupprecht.de/index.php?nr=45654

    Marlene Rupprecht (Tuchenbach), SPD
    Lehrerin a.D.

    Geboren am 20. Dezember 1947 in Neuenbürg/Enzkreis;
    verheiratet, eine Tochter.

    1967 Abitur. Studium für das Lehramt.
    Lehrerin an Haupt- , Grund- und Sonderschulen.

    Seit 25.9.1996 Mitglied des Deutschen Bundestages, Mitglied der Kinderkommission des Deutschen Bundestags
    und des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (FSFJ)

    Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

    Ehrenämter:

    Kuratoriumsvorsitzende der Elly- Heuß- Knapp- Stiftung – Deutsches Müttergenesungswerk (MGW);
    Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW)
    Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Aktion Schutzbengel

    Mitglied in diversen Organisationen, z.B. AWO und BLLV.

    Kommunale Mandate:

    Kreisrätin im Landkreis Fürth, Gemeinderätin in Tuchenbach

    Funktionen in der SPD- Bundestagsfraktion:

    Arbeitsgruppe Kommunalpolitik – Mitglied
    Kinderbeauftragte der Bundestagsfraktion

    Funktionen in der SPD- Landesgruppe Bayern:

    Sprecherin Landesgruppe für Familie, Jugend und Kinder

    Mitgliedschaft in Bundestagsgremien:

    Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Mitglied
    Kinderkommission des Deutschen Bundestages – Mitglied
    Kuratorium der Initiative „Ein Netz für Kinder“ – stellv. Mitglied
    Parlamentarische Versammlung des Europarats/WEU – Mitglied
    Präsidium des Deutschen Bundestags – Schriftführerin

    http://www.marlene-rupprecht.de/index.php?mod=content&menu=7&page_id=12232

  16. Chronist Says:

    :::

    Marlene Rupprecht: Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber ich glaube, dass die Kinderrechte niemand kennt.

    Moderatorin: Immerhin in ihrer eigenen Fraktion hatte sie die Abgeordneten noch kurz vor der Bundestagssitzung tief beeindruckt, einfach in dem sie ihnen die Rechtslage erläuterte.

    Marlene Rupprecht: ich würd sagen, wenn wir gestern darüber in der Fraktion abgestimmt hätten, hätt ich die Mehrheit gekriegt.

    Moderatorin: Auch in den Regierungsparteien, sagt Marlene Rupprecht, gebe es viele Abgeordnete, die die Kinderrechte schützen wollen. Die seien aufgefordert worden, vor der Abstimmung das Plenum zu verlassen.

    http://femokratie.com/beschneidungsgegner-in-der-regierung-mussten-plenum-verlassen/07-2012/#more-35044

    :::
    :::

    Zweifel an Beschluss mehren sich

    Mit breiter Mehrheit der Union, FDP und SPD schreibt sich der Bundestag auf die Fahnen, religiöse Beschneidungen in Kürze per Gesetz zuzulassen. Nach und nach wird deutlich: Die Skepsis vieler Abgeordneter ist dabei größer, als zunächst angenommen. Die Zweifel beziehen sich sowohl auf die Sache als auch auf das Tempo.

    … Die Kinderbeauftragte der SPD-Fraktion, Marlene Rupprecht, sagte der “FAS”, mehr als die Hälfte ihrer Fraktionskollegen sehe in dem Antrag einen “Schnellschuss”. Sie sagte weiter: “Beschneidung ist eine Form der Verstümmelung. Auch bei Jungen.” Es handele sich um ein archaisches Ritual. Man brauche kein neues Gesetz. Die UN-Kinderrechtskonvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat, sei eindeutig. Sie hoffe, der Bundestag “komme noch vom Eis herunter”, er habe sich “in eine Ecke manövriert”.

    Zu Bedenken, eine ausbleibende Legalisierung könnte die religiösen Verbände gegen die Politik aufbringen, sagte Rupprecht: “Wenn man die Vergangenheit anrührt, erstarren alle. Ich erstarre nicht. Ich habe tiefsten Respekt für die Juden und Muslime in Deutschland. Ich bin mir der deutschen Vergangenheit sehr bewusst. Aber man muss in diesem Land das Grundgesetz achten”, führte sie aus. …

    Auch die Kinderbeauftragte der Grünen, Katja Dörner, berichtet von Bedenken ihrer Fraktion. Unter den Abgeordneten ihrer Partei habe der Antrag keine Mehrheit gehabt. “Mehrheitlich gab es bei uns Nichtzustimmung. Dafür gab es unterschiedliche Gründe: das überstürzte Verfahren, aber auch inhaltliche Kritik.” Die Grünen-Abgeordnete fügte hinzu: “Anders, als dies öffentlich kommuniziert wird, hat man dem Anliegen für meine Begriffe in diesem Hopplahopp-Verfahren keinen Gefallen getan.”

    http://www.n-tv.de/politik/Abgeordnete-zweifeln-an-Beschluss-article6786446.html

    :::

  17. Edward von Roy Says:

    Nichtaufgeklärter, an Scharia und Fiqh festhaltender Islam ist Saubermachen – Geschlechtsorgan, Nachbarschaft, Bildungssystem, Politik und Paragraphen sind von Verunreinigung zu befreien und frei zu halten (Purify and Educate). Die am islamisch ideologisierten Schamgefühl und Körperverständnis ansetzenden Proislamisten und notorisch fremdenfeindlichen Antiislamisten können jeden Rechtsstaat so zerlegen, wie die beiden Pakistan (mit Bangladesch) aus Indien herausgerissen worden sind; ich schrieb darüber:

    „was Europa droht und was vor Jahrzehnten im südlichen Asien als Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) segregierend und sezessionistisch aktiv wurde“

    http://eifelginster.wordpress.com/2010/02/06/161/

    Fuat Sanaç bringt Fingernägelkürzung in Verbindung mit der islamischen Begründung der männlichen Beschneidung:

    „Für Muslime ist die Beschneidung seit 1.500 Jahren ein religiöser Akt und wie Fingernägel schneiden.“

    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/4972088-beschneidungsverbot-geistige-vertreibung

    Das ist richtig, mit Fingernagel und Präputium hat Allah etwas vor; Hadithsammler Buchari (* 810; † 870) und IGGiÖ-Präsident Fuat Sanaç (* 1954) haben das vom Himmel herab gekommene Gesetz richtig verstanden.

    Die Scharia stellt fest, dass Fingernägel kurz zu schneiden (clipping the nails; Hadith Buchari Nr. 777, Quelle s. u.) und Penisvorhäute (circumcision, ebenfalls s. u.) abzuschneiden sind. Fitra ist Scharia:

    Shariah
    The Fitrah (Natural State Of Man) And Harmony With Human Nature

    Islamic sharee’ah is the sharee’ah of the fitrah (natural state of man) and it is in harmony with human nature

    http://www.esinislam.com/Articles201101/WritersArticles_IHRulingOnSexualFantasiesShariahTheFitrah_0119d.htm

    Den Tauhid kann jedermann als völlig wahr spüren, die Propheten sind insofern also nur zur zum Ermahnen und zu deinem erneuerten Erinnern des Tauhid gekommen. Die Scharia hingegen übersteigt das menschliche Verstehen.

    The Definition of Fitrah

    ‘Truly, the religion (dîn) in the sight of Allah is al-Islam.’ (Qur’ân 3:19)

    And, according to Lane, it means particularly the religion of al-Islam. The synonyms of ad-dîn are ash-Shariah (the law), tawhîd (Oneness of Allah) and wara‘ (caution [heilssichernde Meidung, vgl. Islamloyalität und das Zurückweisen alles Nichtislamischen: al-walā wal-barāa]). …

    The function of the prophets and Divine revelation is not only to remind man about that which he already knows (that is, tawhîd), but also to teach him that which he does not yet know (that is, Shariah). Man already knows tawhîd because of the pre-existent fitrah as well as his earthly unchanging fitrah. The prophets have come only to remind man of tawhîd; the choice is left to the individual

    http://www.missionislam.com/knowledge/DefinitionFitrah.htm

    OUR DIALOGUE
    By S.Abdullah Tariq
    Circumcision
    (Luqman ; Shillong)

    A. Circumcision (Khatna) is a Sunnah of all prophets. … The circumcision is known as the Sunnah of Ibrahim (A.S.) as he was the first prophet on record to have received the order thereof. …

    Fiq’h scholars differ in their opinion about the compulsion of circumcision in Shariah. According to Imam Abu Hanifa, Imam Malik and a majority of others it is a Sunnah while some scholars including Imam Shafa’i, it is Waajib. Looking at its necessity for cleanliness and hygiene and considering that Allah had ordained Hazrat Ibrahim (A.S.) to circumcise himself when he was 80, it seems that Waajib is more likely. Were it not at least next to Fardh (i.e.), prophet Ibrahim would have been spared at his old age. Circumcising his son Ismael would have been sufficient for the initiation or renewal of a Sunnah.

    A majority of Ulema [‚ulamā, Mz. v. ‚ālim, Scharia-Gelehrter; ihre Islaminterpretation zu verwerfen führt den Muslim höchstwahrscheinlich in die ewige Verdammnis] are of the opinion that the parents should get a male child circumcised before the age of 10.

    http://www.islamicvoice.com/may.2000/dialogue.htm#cir

    OUR DIALOGUE
    By S.Abdullah Tariq
    Islamic Rules for Circumcision
    By Mustafa A.Ahmed

    Five are the acts quite akin to fitra: circumcision, shaving the pubes, cutting the nails, plucking the hair under the armpits and clipping (or shaving) the moustache Recorded in “Sahih Muslim”, “Sahih Bukhari”, “Musnad Ahmed” and “Sunnah At-Tirmidhi”).

    The word fitra in relation to cleanliness can refer to the Sunnah of the Prophet (Pbuh) with regard to this matter, and fitra also “implies an inner sense of cleanliness in man which is proof of his moral convictions and mental health”. …

    the performance of circumcision and the practice of Sunan Al- Fitra as recommended in Islam is medically beneficial and reflects the wisdom of the Islamic statements.

    http://www.islamicvoice.com/may.2000/dialogue.htm#cir

    Auch nach diesem Hadith von Buchari fordert Allah die männliche Beschneidung (Zirkumzision), Band 7 Buch 72 Nummer 777

    Sahih Bukhari – Hadith No: 777
    Volume : 7
    Book : 72
    Narrator : Abu Huraira:

    Allah’s Apostle said, “Five practices are characteristics of the Fitra: circumcision, shaving the pubic region, clipping the nails and cutting the moustaches short.”

    http://www.nur.org/en/intro/nurlibrary/Sahih_Bukhari_Hadith_No_777_Volume_7_69616

    777 — Narrated Abu Huraira: Allah’s Apostle said, “Five practices are characteristics of the Fitra: circumcision, shaving the pubic region, clipping the nails and cutting the moustaches short.”

    http://www.searchtruth.com/book_display.php?book=72&translator=1&start=0&number=777

    Für den, der den Muslim hasst, ist jedes Mittel recht. Gestern Feminist, heute Jäger der verlorenen Vorhaut. … Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar. Der Gläubige glaubt. Der Liberale biegt und beugt, bis die Gottesliebe zur bloßen Ideentapete verkommt. … Dem Gläubigen ist die Liebe des Herrn versprochen.

    Feridun Zaimoglu

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/feridun-zaimoglu-im-gespraech-deutschland-macht-sich-laecherlich-11832954.html

    Islam ist heilssichernde Ungleichbehandlung (Diskriminierung, zunächst und vor allem der Frau, die polygam geheiratet und verstoßen werden kann und nach dem Koran nur die Hälfte erbt).

    Die Dhimma-gemäße Aufteilung der Stadtbürger in Muslime und Nichtmuslime ist alles andere als selbstverständlich und entspricht der Apartheid oder Indiens Kasten-System. In Staaten wie Malaysia und Ägypten bilden die Muftis und Imame (trotz aller Islamverankerung in der Verfassung) eine immer erneuerte, provokante Gegenstaatlichkeit heraus, kristallisieren zu einer Alternativregierung; arbeitsteilig schickt man die so genannten Salafisten noch etwas weiter vor, um als kompromissbereiter Partner dazustehen.

    Der muslimbrudernahe Großmufti Ceric wird mit Friedenspreisen überschüttet und darf 2012 im Beisein der deutschen Bundesbildungsministerin Schavan in Tübingen den neuen Fachbereich Islamische Studien einweihen. Die Rechtsspaltung, zunächst im Familienrecht, will der ECFR-Scheich selbstverständlich, opening the way:

    Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

    f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

    (Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegen-heiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann)

    g) and the protection of European Muslims from islamophobia, ethnic cleansing, genocide and the like.

    (Schutz der europäischen Muslime vor Islamophobie, ethnischen Säuberungen, Völkermord und dergleichen)

    http://www.rijaset.ba/english/index.php/offices/9-documents/134-declaration-of-european-muslims

    Mustafa Ceric: The challenge of a single Muslim authority

    Statt Kalifat nennt Ceric den werdenden Kontraststaat Imamat:

    in Europe “In the sharı¯’’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God” , “In fact, the question of the imamate as the ‘supreme leadership’ of the universal Muslim umma [21, p. 859] after the death of the Prophet is the central issue of the current situation not only in the Muslim centre, but also in the Muslim periphery, Europe included. I have designated the imamate as the third theological foundation of Islamic authority in civil life because it is a part of Islamic judicial theory as well. The imamate is a human product based on personal faith, established by collective moral commitments and maintained by political power.

    http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

    Deobandi will Jungenbeschneidung, die mehrfach mit dem el-Zayat-Clan verheiratete Millî Görüş will die Jungenbeschneidung, der von Fethullah-Gülen-Bewegung und Millî Görüş-Bewegung unterwanderte Diyanet-Staatsislam will die Jungenbeschneidung und die Bärtigen und Burkaträgerinnen der Salaf-Bewegung wollen sie auch. Es gibt nur einen Islam, ein Gesetz (Scharia), eine Umma, eine Khitan (Zirkumzision).

    „Überall, wo die inhumanen Werkzeuge von Scharia und Fiqh nicht abgelegt sind, gilt: Salafismus ist der heiße Mokka aus Mekka, alles andere ist Nichtislam oder kalter Kaffee.“

    http://eifelginster.wordpress.com/2011/05/09/235/

    Gerade auch bei der Beschneidungsdebatte dürfen wir jede islamverbandlich an uns herangetragene Kategoriebildung ‚Muslime – Nichtmuslime‘ zurückweisen. Muslime sind eben gerade nicht „anders“, sind keine Spezies, keine „Sorte Mensch“, sondern unterliegen dem gleich behandelnden Gesetz (genau das, werden Schariafreunde sagen, sei ungerecht).

    Zusammengestellt am 30. Juli 2012 von
    Edward von Roy

  18. Widderhorn Says:

    ::

    Beschneidung: Warnung vor psychischen Folgen

    BERLIN (sun). Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung hat bei dem Thema Beschneidung bei Jungen vor einem politischen Schnellschuss gewarnt.

    Schließlich könne sich eine aus religiösen Gründen vorgenommene Beschneidung langfristig auf die Psyche der Jungen auswirken. Das schreibt der Verband in einem offenen Brief an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

    Ärzte Zeitung, 26.07.2012

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/818877/beschneidung-warnung-psychischen-folgen.html?sh=3&h=-1637891865

    ::
    ::

    25.07.2012
    Deutsche PsychotherapeutenVereinigung

    Beschneidung von Jungen

    Sehr geehrte Frau Bundesministerin Leutheusser-Schnarrenberger,

    am 19. Juli 2012 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, im Herbst 2012 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, „dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist“. Die rechtliche Einordnung der Beschneidung müsse „so schnell und so gründlich wie möglich geklärt werden“.

    Inzwischen mehren sich die Stimmen, die vor einem politischen Schnellschuss warnen. Mit einem offenen Brief an die Parteien hat sich eine Initiative formiert, die den Gesetzgeber auffordert, sich in dieser Angelegenheit eindeutig auf der Seite des Kindes zu positionieren, die Debatte auf wissenschaftlicher und rechtlicher Grundlage zu führen und die Erkenntnisse der Forschung zu berücksichtigen.

    Als Berufsverband von Psychotherapeuten schließen wir uns der Bitte an, keine gesetzliche Lösung ohne eine gründliche Sichtung der Forschungsergebnisse über mögliche somatische und psychische Folgen der Beschneidung von Jungen zu treffen. Eine vorläufige Übersicht über die Forschungsergebnisse (s. Anlage) zeigt uns, dass es deutliche Hinweise auf langfristig negative psychische Auswirkungen der aus religiösen Gründen durchgeführten Beschneidung gibt. Auch finden sich in der Literatur Belege für langfristige sexuelle Funktionsstörungen und reduzierte sexuelle Zufriedenheit bei Männern, die als Kinder beschnitten wurden.

    Wir regen an, dass bevor eine gesetzliche Regelung getroffen wird, eine gründliche Analyse der Forschungsergebnisse durch eine von der Bundesregierung eingesetzte wissenschaftliche Ex-pertenkommission vorausgehen sollte.

    http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/fileadmin/main/g-datei-download/News/2012/Brief_BMJ_-_Beschneidung.pdf

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    Literaturhinweise zum Thema “Psychologische Auswirkungen der Beschneidung“

    Behrendt A, Moritz S. Posttraumatic Stress Disorder and Memory Problems After Female Genital Mutilation. Am J Psychiatry 2005;162:1000-2.

    Bigelow, Jim, Ph. D. Chapter 10, Psychological Factors Related to Infant Circumcision, pp.89-112. In:The Joy of Uncircumcising!, Hourglass Book Publishing, Inc., Aptos CA 95001, 1992, 1995. (ISBN 0-934061-22-X)

    Boyle GJ, Goldman R, Svoboda JS, Fernandez E. Male circumcision: pain, trauma and psychosexual sequelae. J Health Psychology 2002;7(3):329-43.

    Boyle GJ, Bensley GA. Adverse sexual and psychological effects of male infant circumcision. Psychological Reports 2001;88:1105-1106.

    Gemmell, T., & Boyle, G. J. (2001). Neonatal circumcision: Its long-term harmful effects. In G. C. Denniston, F. M. Hodges, & M. F. Milos (Eds.), Understanding circumcision: A multi-disciplinary approach to a multi-dimensional problem. New York: Kluwer/Plenum.

    Goldman, R. Circumcision policy: a psychosocial perpective. Paediatr Child Health 2004;9(9):630-3. (Offsite link)

    Goldman, R. Circumcision: The Hidden Trauma. Vanguard Publications, 1997. (ISBN 0-9644895-3-8)

    Immerman, R. & Mackey, W. (1998). A biocultural analysis of circumcision.

    Social Biology, Volume 44, Pages 265-275.

    Kennedy H. (1986) Trauma in Childhood. Psychol Study Child 41:209-219.

    Menage J. (1998) Circumcision and psychological harm. (Link to http://www.norm-uk.co.uk)

    Goldman R. The psychological impact of circumcision. BJU International 1999; 83, Suppl. 1:93-102.

    van der Kolk, B. The compulsion to repeat the trauma: re-enactment, revictimization, and masochism. Psychiatric Clinics of North America 1989;12: 389-411.

    van der Kolk BA, Perry JC, Herman JL. Childhood origins of self-destructive behavior. Am J Psychiatry 1991;148;1665-71

    http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/fileadmin/main/g-datei-download/News/2012/Literaturhinweise_zum_Thema.pdf

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    BERLIN (dpa). Das Streitthema Beschneidung beschäftigt nun auch den Deutschen Ethikrat.

    Am 23. August 2012 wird sich das unabhängige Expertengremium in öffentlicher Sitzung mit der Beschneidung von minderjährigen Jungen aus religiösen Gründen befassen.

    Ärzte Zeitung online, 27.07.2012

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/818933/beschneidung-ethikrat.html?sh=2&h=-1637891865

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    Öffentliche Sitzung des Ethikrates zum Thema Beschneidung im August
    PRESSEMITTEILUNG 08/2012
    Berlin, den 27. Juli 2012

    Am 23. August 2012 wird sich der Ethikrat im Rahmen einer öffentlichen Plenarsitzung mit dem aktuell diskutierten Thema der Beschneidung von minderjährigen Jungen aus religiösen Gründen beschäftigen. Die Ratsmitglieder Peter Dabrock, Wolfram Höfling, Ilhan Ilkilic, Leo Latasch und Reinhard Merkel werden in Impulsreferaten strafrechtliche, religiös-kulturelle, medizinische und ethische Aspekte der Beschneidung in den Blick nehmen und im Plenum zur Diskussion stellen.

    http://www.ethikrat.org/presse/pressemitteilungen/2012/pressemitteilung-08-2012

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    Leutheusser gegen eigenes Gesetz

    BERLIN (dpa). Ein gesondertes Gesetz zur religiösen Beschneidung kleiner Jungen soll es nach dem Willen von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nicht geben.

    Dies sei das Ergebnis von Beratungen im Justizministerium, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Uneins seien sich die Experten noch darüber, ob die Beschneidung aus religiösen Gründen besser im Strafrecht oder im Familienrecht geregelt werden kann.

    Ärzte Zeitung online, 29.07.2012

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/818949/beschneidung-leutheusser-eigenes-gesetz.html?sh=1&h=-1637891865

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  19. Petition gegen Beschneidung Says:

    In der linken Jungle World wird man auf die schafiitische Pflicht zur MGM und FGM aufmerksam, immerhin; ich zitiere hier Thomas von der Osten-Sacken:

    Niemand, der momentan ausdrücklich ein Gesetz fordert, dass Beschneidungen aus religiösen Gründen erlauben soll, könnte deshalb ernsthaft und vor allem glaubhaft einem Kleriker der Schafi’iten erklären, wieso der seine religiöse Sicht, zu der nun mal die Beschneidung von Mädchen gehört, denn nicht auch in Deutschland ausleben können sollte. Und diese Fragen werden kommen; die interessierten Kreise im Nahen Osten sind nämlich nicht dumm und verfolgen solche Debatten ganz genau.

    Deshalb auch sollten alle, die fordern, wie es der Zentralrat der Juden und verschiedene muslimische Verbände tun, dass Beschneidung an Genitalien von Minderjährigen positiv legalisiert werden solle, wissen, welche ganz unintendierten Folgen dieses Gesetz haben wird. Ein Gesetz, dem, wie sie erst kürzlich in einer Resolution erklärt haben, die überwältigende Mehrheit aller Parlamentarier des Bundestages bereit sind zuzustimmen.

    Dabei geht es hier keineswegs lediglich um die inzwischen zur Genüge abgehandelten Fragen von gesundheitlichen und psychischen Folgen von Beschneidungen, sondern um die religiöse Rechtfertigung, die man plant, diesem Gesetz zu Grunde zu legen.

    Entsprechend erfreut dürften sich deshalb die Herren vom Institut für schafi’itische Rechtsfragen zeigen, wenn etwa das evangelische kirchenrechtliche Institut folgenden Gesetzestext vorschlägt:

    “Die elterliche Sorgeberechtigung in religiösen Angelegenheiten umfasst auch die Einwilligung in eine von medizinisch qualifiziertem Personal de lege artis durchgeführte Zirkumzision, wenn eine solche nach dem religiösen Selbstverständnis der Sorgeberechtigten zwingend geboten ist.”

    Denn dies träfe nach schafi’itischer Auffassung genau auf den von ihnen vorgeschriebenen Eingriff bei Mädchen zu. So wie auf Beschneidung von Säuglingen bei Juden und von Jungen in anderen islamischen Rechtsschulen.

    Sobald also ein solches Gesetz in Kraft treten würde, hätte man kaum mehr eine Handhabe, Genitalverstümmelung von Mädchen noch effektiv zu ahnden.

    Das aber kann doch niemand ernsthaft wollen, der nun nach einem Gesetz ruft. Seit dem Kölner Urteil insbesondere betonen doch gerade die so genannten Beschneidungsbefürworter in fast jedem ihrer Texte, wie sehr ihnen das Wohl von Mädchen am Herzen liegt.

    Egal ob man nun die Beschneidung von Jungen befürwortet oder nicht, es gibt auch ohne Verabschiedung eines derart fatalen Gesetzes praktikable Mittel und Wege, dass in Zukunft in Deutschland die jüdische Beschneidung an Minderjährigen straffrei vorgenommen werden kann.

    Als erstes müsste allerdings der Kardinalfehler der ganzen Debatte verstanden werden: Beschneidung von Jungen im Judentum, also die Brit Mila, ist etwas ganz anderes als Beschneidung in den unterschiedlichen islamischen Rechtsschulen. Anders als im Judentum gibt es im Islam keine einheitliche Auffassung dazu. Auch wenn alle Rechtsschulen, inklusive der schiitischen, Beschneidung von Jungen befürworten, schreibt außer den Schafi’is keine sie als zwingend notwendig vor. Bei den Schafi’s, ich betone es noch einmal, gibt es aber keine Trennung zwischen der Beschneidung von Jungen und Mädchen.

    Umgekehrt ist und war dem Judentum die Beschneidung von Mädchen (mit Ausnahme einiger äthiopischer Juden, der Falashas), unbekannt.

    Wenn man also fortan von Beschneidung redet, sollte man sehr genau trennen. Und weil Beschneidung nicht Beschneidung ist, sollte mit den verschiedenen Formen auch ganz unterschiedlich umgegangen werden:

    Wenn nach Aussagen des Oberrabinats in Holland jährlich 50 Knaben nach jüdischem Ritus beschnitten werden, aber 30 000 Juden in Holland leben, dann betrifft es in Deutschland wohl kaum mehr als 250 Fälle im Jahr. In Holland machen hochgerechnet, bei 10-15000 Beschneidungen pro Jahr, die jüdischen also gerade einmal 0,5% aus. Auch wenn keine absoluten Zahlen aus Deutschland vorliegen, dürfte es hier ganz ähnlich aussehen.

    In den meisten muslimischen Rechtsschulen, ich kann es nur noch einmal betonen, ist die Beschneidung von Jungen (und eben auch Mädchen) entweder sunnat oder mandub. Es gibt aber keinerlei Vorschrift, in welchem Alter sie zu geschehen habe, das Optionsmodell von Ali Utlu, einem erklärten Gegner von Beschneidungen Minderjähriger, wäre deshalb eine ernsthafte Alternative; die Fortexistenz muslimischen Lebens in Deutschland wäre auch keineswegs, wie dieser Tage gerne bizarrerweise behauptet wird, bedroht:

    Bei den Muslimen ist es ja so, dass für die Beschneidung kein Alter vorgeschrieben ist. Ich stelle es mir ein Optionsmodell vor: Wenn das Kind 14, 16 oder 18 ist, darf es sich für oder gegen die Beschneidung entscheiden. Und das hat die Gemeinschaft dann auch zu akzeptieren.

    Damit bleiben 0,5 – maximal 1% aller jährlich aus religiösen Gründen durchgeführten Beschneidungen übrig. Wäre es nun so problematisch für die Brit Mila eine strikte, die Praxis zwar duldende, aber nicht per Gesetz legalisierende Ausnahmeregelung zu finden und damit ein Gesetz zu verhindern, dass die Büchse der Pandora ganz sicher öffnen würde?

    Noch einmal: es geht ja keineswegs um ein staatliches Verbot von jüdischen Beschneidungen (und in diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob der Autor dieser Zeilen mit all jenen symphatisiert, die Mittel und Wege suchen, wie man diese Praxis ganz beenden kann). Es geht darum, dass erklärtermaßen doch alle, trotz aller Differenzen, ein gemeinsames Ziel ganz offensiv zu verfolgen scheinen: nämlich mit allen Mitteln jede Hintertür verschlossen zu halten, durch die eventuell weibliche Genitalverstümmelung zugelassen oder gar legalisiert werden könnte.

    Um die akute Gefahr, die droht, zu verstehen, muss man begreifen und auch akzeptieren, dass vor allem die Schafi’is nicht zwischen den beiden Beschneidungsformen unterscheiden. Diese Unterteilung zwischen männlicher “Beschneidung” und weiblicher “Verstümmelung” ist deshalb weit weniger absolut, als aus Unwissen in viel zu vielen Debattenbeiträgen behauptet wird. Es handelt sich dabei vielmehr um eine auf ethischen und medizinischen Erkenntnissen fußende Differenzierung, die gegen den erklärten Willen unzähliger islamischer Kleriker vorgenommen wurde.

    Wer also aus Unwissenheit, Naivität oder gutem Glauben ein Gesetz zur Legalisierung der Zirkumzision aus religiösen Gründen in Deutschland einfordert, sollte wissen, dass er mutmaßlich ganz gegen seinen eigenen Willen damit all jenen Frauen und Männern, die sich etwa in Ägypten, Indonesien, Somalia und Kurdistan gegen die weibliche Genitalverstümmelung einsetzten, in den Rücken fällt. Es sind jene Ländern und Regionen, in denen die schafi’itische Rechtsschule dominiert. Dort kämpft eine wachsende Zahl von Menschen für die Illegalisierung dieser Praxis; dabei gilt es heftige Konflikte mit Teilen des konservativen Klerus auszufechten, manchmal werden Aktivisten gegen FGM sogar mit dem Tod bedroht.

    aus: Jungle World
    28. Juli 2012, 13.21 Uhr:
    »Beschneidung obligatorisch für Frauen und Männer«

    von Thomas von der Osten-Sacken

    http://jungle-world.com/jungleblog/1790/

    Anmerkung: Dass der für seinen Kampf gegen die irakisch-kurdische FGM sehr zu bewundernde Thomas von der Osten-Sacken auf die schafiitische Pflicht zur FGM hinweist, ist erfreulich, dass er die jüdische rituelle Zirkumzision nicht hörbar ablehnt jedoch bedauerlich.

    Für eine Jungenbeschneidung ohne medizinische Indikation gibt es keine Rechtfertigung, auch keine vom Himmel herab gekommene. Die rituelle Kinderbeschneidung ist für alle ethnoreligiösen Gruppen komplett zu verbieten, also, die Juden hier völlig gleich behandelnd, selbstverständlich auch die Brit Mila. Eine heutzutage wirklich spirituell gelebte Religion, da überzeugt uns Necla Kelek völlig, braucht keine aus der Bronzezeit oder sogar Steinzeit stammenden blutigen Kulthandlungen und die bösen Geister verjagenden Körpermarkierungen.

    In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

    Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

    I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

    http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

  20. Querverweis Says:

    Für die körperliche Unversehrtheit von Kindern
    Irmingard Schewe-Gerigk,
    TERRE DES FEMMES-Vorstandsvorsitzende

    Am 26. Juni hat das Landgericht Köln entschieden, dass religiöse Beschneidung bei Kindern eine Körperverletzung ist und dass sich Ärztinnen und Ärzte, die sie dennoch vornehmen, strafbar machen. Als Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES begrüße ich dieses Urteil, da es zeigt, dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern auch nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf.

    Das Gericht hat bei der Güterabwägung zwischen zwei Grundgesetzartikeln klargestellt: Das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung und das Erziehungsrecht der Eltern haben keinen Vorrang gegenüber dem vom Grundgesetz verbrieften Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Hinzu kommt die Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention, mit der sich Deutschland verpflichtet hat, Bräuche, die für Kinder schädlich sind, abzuschaffen. Dass dieser irreversible Eingriff nicht dem Wohl des Kindes entsprechen kann, machen nicht nur die Narkoserisiken sondern auch Nachblutungen, Fistelbildung und z.T. lebenslange seelische Schäden deutlich.

    Das ist auch der Grund dafür, dass die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie Beschneidungen ohne medizinische Indikation wie z.B. eine massive Vorhautverengung, ablehnt und auch die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, wenn kein Heileingriff vorgenommen wird. Und welches Männerbild liegt dem nachgeschobenen Argument zugrunde, es sei hygienischer, die Vorhaut abzutrennen? Wasser ist bei uns kein Mangel und wie „Mann“ sich wäscht, sollten Jungen früh lernen. Auch das Argument, in den USA seien über 70% der Männer beschnitten, taugt nicht. Im 19. Jahrhundert als Mittel gegen Masturbation eingeführt, steht die Beschneidung als Symbol der Sexualfeindlichkeit.

    Als Menschenrechtsorganisation geht es TERRE DES FEMMES um etwas Grundlegenderes: die körperliche Unversehrtheit von Kindern ist ein Menschenrecht und muss für alle Kinder gleichermaßen gelten, egal welcher Herkunft, Religion und welchen Geschlechts sie sind. Wir machen uns stark dafür, dass irreversible Eingriffe in die Unversehrtheit von Kindern – mit Ausnahme medizinisch notwendiger Behandlungen – generell verboten werden. Sie dürfen weder mit Religion noch Tradition gerechtfertigt werden. Menschenrechte sind nicht teilbar – auch nicht zwischen Mädchen und Jungen. Dass dies in der Realität täglich dennoch geschieht, wissen wir als Mädchen- und Frauenrechtsorganisation nur zu gut. …

    TERRE DES FEMMES wird einen Beitrag dazu leisten, dass Eltern davon überzeugt werden, dass kleine Jungen ohne medizinische Notwendigkeit keinem riskanten Eingriff ausgesetzt werden dürfen. In der jüdischen Gemeinde gab es 2006 eine Umfrage, wonach 1/3 der Eltern die Beschneidung ablehnen, aber dem Druck der Gesellschaft nicht standgehalten haben. Dennoch wächst die Zahl derer, die sich gegen dieses Ritual entscheiden. Jungen sollen sich, wenn sie alt genug sind, selbst für oder gegen eine Beschneidung entscheiden können. …

    http://frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/tdf-stellungnahme-beschneidungsurteil.pdf

  21. Querverweis Says:

    Outlawing Circumcision
    Good for the Jews?
    By Eli Ungar-Sargon

    http://forward.com/articles/137577/outlawing-circumcision/

    Beyond the Bris: Questioning Jewish Circumcision

    Welcome to the web-based multimedia project that’s putting real faces and voices to the current Jewish movement opposing circumcision.

    http://www.beyondthebris.com/

    Questioning Circumcision: A Jewish Perspective
    8/7/2011

    By Ronald Goldman, Ph.D.
    review by J. Steven Svoboda

    Although many believe circumcision necessary for Jewish survival and identity, under Jewish law, any child born of a Jewish mother is a Jew, whether circumcised or not.

    http://arclaw.org/resources/book-reviews/questioning-circumcision-jewish-perspective

    Germany awarded political asylum to a Turkish man based on his fear of enforced circumcision: „There may be … no doubt that a circumcision which has taken place against the will of the person affected shows a violation of his physical and psychological integrity which is of significance to asylum.“

    http://arclaw.org/our-work/presentations/traditional-practices-affecting-health-women-and-girl-child

    We recognize the inherent right of all human beings to an intact body. Without religious or racial prejudice, we affirm this basic human right.

    We recognize that the foreskin, clitoris and labia are normal, functional body parts.

    Parents and/or guardians do not have the right to consent to the surgical removal or modification of their children’s normal genitalia.

    Declaration of the First International
    Symposium on Circumcision

    Adopted March 3, 1989
    Anaheim, California

    http://www.nocirc.org/declare.php

    Progressive Rabbis On Creating A Jewish Covenant Without Circumcision
    Article | January 27, 2012

    http://intactnews.org/node/142/1327690351/progressive-rabbis-creating-jewish-covenant-without-circumcision

  22. Kalevala Says:

    Zur Frage der Strafbarkeit
    weiblicher Genitalverstümmelung
    gemäss den Typen I und IV

    Rechtsgutachten
    Prof. Dr. M.A. Niggli und lic. iur. Anne Berkemeier
    unicef

    Erscheint nun hinsichtlich des universell statuierten Verbotes von sexuellen Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren deutlich, dass dies auch impliziert, dass eine rechtsgültige Einwilligung in eine Genitalverstümmelung in diesem Alter nicht möglich ist, so wäre zu fragen, ob die Beschränkung der Universalität in Art. 5 Abs. 1 lit. b revStGB auf Kinder unter 14 Jahren umgekehrt impliziert, dass nach schweizerischen Vorstellungen ab diesem Alter die Kinder eventuell rechtsgültig in eine Genitalverstümmelung einwilligen können. Dies ist aber zu verneinen. …

    Selbst bei Opfern, die zwar älter als 16 Jahre aber noch nicht volljährig sind, dürften der Rechtsgültigkeit einer eventuellen Einwilligung gegenüber Zweifel bestehen. Zum einen wird die Genitalverstümmelung mit medizinisch völlig falschen Vorstellungen begründet, denn gerade im Hinblick auf die gravierenden medizinischen Nachteile besteht in denjenigen Kulturen, die die Genitalverstümmelung praktizieren, ein beträchtliches Informationsdefizit. Zum anderen dient der Eingriff dazu, die Frau heiratsfähig zu machen. Eine Verweigerung hat die gesellschaftliche Ächtung zur Folge. Entsprechend dürfte durchaus zweifelhaft sein, ob unter diesen Umständen eine freie Willensbildung möglich sei. Allerdings kann dies nur im konkreten Einzelfall abgeklärt werden.

    C. Einwilligung durch die Eltern

    In den meisten Fällen sind es allerdings nicht die betroffenen
    Mädchen selbst, die eine Einwilligung erteilen, sondern
    vielmehr deren Eltern. Nun sind nach schweizerischem Recht
    die Eltern eines Kindes befugt, an dessen statt zu entscheiden,
    soweit das Kind selbst nicht urteilsfähig ist. Die Beurteilung
    der Urteilsfähigkeit richtet sich nach Art. 16 ZGB. …

    Wie bereits dargestellt, sind nach schweizerischen Rechtsvorstellungen Kinder unter 16 Jahren145 noch nicht fähig, rechtsgültige Entscheidungen bzgl. ihrer eigenen Sexualität zu treffen. Fragen lässt sich nun, ob eine solche Entscheidung damit durch die Eltern getroffen werden könnte. Wie indes die Art. 197 Ziff. 1 und 187 StGB überdeutlich zeigen, ist dies nicht der Fall.

    Die entsprechenden Normen kennen keine Möglichkeit der Einschränkung, so dass z.B. das Zugänglichmachen von pornographischen Schriften oder Aufnahmen an Kinder unter 16 Jahren strafbar ist, gänzlich unabhängig davon, ob die Kinder oder deren Vertreter eingewilligt haben. Der Jugendschutz ist mithin strikt.

    Entsprechend erscheint uns ausgeschlossen, dass die Eltern in diesem höchstpersönlichen Bereich für die urteilsunfähigen Kinder rechtswirksam einwilligen können. Auch eine strafausschliessende Einwilligung in eine Genitalverstümmelung der Typen I oder IV durch die Eltern ist damit nicht möglich.

    http://assets.unicef.ch/downloads/RZ_Rechtsgutachten_07_d.pdf

    gefunden hier, dankeschön:

    Gegen-Beschneidung.de

    http://www.gegen-beschneidung.de/mydownloads,singlefile,lid,5.html

    http://www.gegen-beschneidung.de/newbb_plus,index.html

    Anmerkung Kalevala: Die Jungenbeschneidung ist sehr wohl eine drastische körperliche und seelische Schädigung und entspricht insodern sehr wohl der FGM-Typologie I oder IV. Leider scheint die unicef die MGM (Brith Mila; khitân / sünnet) noch zu verharmlosen – daran sollte sich trotz der hart agitierenden Pro-Zirkumzisions-Lobby schariatreuer und US-amerikanischer Herkunft zeitnah etwas ändern; weiter vorne im Rechtsgutachten der unicef:

    Nicht eingegangen wird im Rahmen dieses Gutachtens auf die Problematik der Beschneidung von Jungen. Dies deshalb, weil Beschneidungen von Jungen weder auf der Ebene des anatomischen noch des seelischen Schadens mit derjenigen von Mädchen vergleichbar sind. Die männliche Beschneidung stellt einen relativ komplikationslosen Eingriff dar, während die weibliche Beschneidung als hochgradige genitale Verstümmelung zu bezeichnen ist.

    Die unicef wird mythologisch aktiv, fusioniert steinzeitliche männerbündische Initiationsrituale mit US-amerikanischer Verklemmtheit und gezielter Desinformation und ist dabei wie zufällig völlig schariakompatibel:

    Medical male circumcision

    There is now compelling evidence that male circumcision can reduce the risk of a man contracting HIV from unprotected sex with an infected woman by 60 percent. In March 2007, WHO and UNAIDS called for medical male circumcision to be made widely available to all men living in countries or parts of countries that have a high prevalence of HIV infection. In Eastern and Southern Africa (ESA), 13 countries with high HIV prevalence, a generalised heterosexual epidemic and low levels of male circumcision were identified as priority countries for scale up. …

    Circumcising the young

    Adolescent boys and young men: Providing medical male circumcision to older boys and to young men will reduce their HIV-risk when they become sexually active. …

    Babies: Circumcising infant boys is a relatively straightforward procedure and if properly carried out, complications are very rare.

    http://www.unicef.org/esaro/5482_7884.html

    2011 wird die MGM, schon etwas plausibler, zwischen den Strategien von völliger sexueller Abstinenz, vermiedener Drogeninjektion, angemessener Anti-AIDS-Medikation und offener HIV-Debatte genannt … mit-genannt:

    The evidence of what works to prevent HIV infections in adolescents and young people is clear. The package of proven
    interventions includes: abstaining from sex and not injecting drugs; correct and consistent use of condoms; medical male
    circumcision; needle and syringe exchange programmes as part of comprehensive harm reduction; antiretroviral drug use as
    treatment or post-exposure prevention; and effective communication for social and behavioural change.

    http://www.unicef.org/esaro/Opportunity_in_Crisis_KeyMessages.pdf

    LETTER TO WHO AND UNICEF – NO TO MALE CIRCUMCISION
    Écrit par Jules Cerre
    Mercredi, 10 Novembre 2010

    I am writing to you to attract your attention to the issues raised by the position you hold on male circumcision. Your general position is that male circumcision should be promoted as it helps prevent HIV.

    First, male circumcision is a form of physical and psychological violence. Removing part of the foreskin of the male genitalia is an act of violence that at best causes physical discomfort and at worst causes pain if done under proper medical supervision. If not it can lead to castration and even death. In South Africa, boys are dying following circumcision. See a BBC report from June 18, 2010 at http://news.bbc.co.uk/2/hi/world/africa/10350471.stm.

    From a psychological standpoint it can be asserted that as with any form of physical violence it causes psychological trauma. Too few studies exist at this point to contradict the assertion.

    Second, male circumcision may help protect against HIV but does not demonstrably do so. Some experts are convinced that it does. Others are less so. …

    Finally, it is difficult not to see male circumcision as a violation of the United Nation’s 1989 Convention of the Rights of the Child and in particular Article 19 which concerns “all forms of physical or mental violence”. When many countries are either adopting or proposing “anti-smacking laws”, it is difficult to envisage how male circumcision, unless performed for irrefutable medical reasons, should not be considered a harmful practice.

    As a result of this I urge your organization to rethink its promotion of male circumcision and take into account the potential consequences of such promotion.

    http://www.cri-irc.org/v4/publications/10-violences/15-letter-to-who-and-unicef-no-to-male-circumcision.html

  23. Jacques Auvergne Says:

    Liebe Ümmühan,

    die ur-grüne Feministin Eva Quistorp meldete sich zu Wort zum Thema genitale Integrität und grundgesetzkonforme Frömmigkeit. Es kam wie es kommen musste … ich antwortete.

    Mit solidarischen Grüßen
    Jacques

    Eva Quistorp sagt:
    7. August 2012 um 1:56 nachmittags

    Wider die postmoderne Religionspolitik
    (der Grünen und anderer Parteien)

    Ein Essay von Eva Quistorp, MdEP a.D.:
    Feministische und protestantische Theologin, Moderatorin
    interreligiöser Frauendialoge, Germanistin, Politologin
    Mitgründerin der Frauen für Frieden und der Grünen, der
    Boell-Stiftung u.a.

    nachzulesen auf der webseite des Perlentaucher vom 17.7.2012

    http://www.perlentaucher.de/essay/wider-die-postmoderne-religionspolitik.html

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Wenig paradiesisch: Eva und die Vorhaut

    Wie kann jemand, der im Spätsmmer 2010 gegen die Burka angeschrieben hat und vier Wochen eher gegen die politischen Folgen der Scharia unterzeichnet, 2012 für die religiöse Beschneidung eintreten, wenn sie nur unter kräftig benebelnder Narkose durchgeführt wird?

    Bei aller noch zu erwartenden oder bereits hörbar gewesenen Erpressungstaktik von schrecklichen Penis-Verwundungen bei stümperhaften Hinterhofbeschneidungen ist die Verlagerung eines angeblich das Heil der Seele sichernden Rituals in ein Hospital, ist die Medikalisierung der Amputation einer hoch sensiblen Hautfalte am maskulinen Kindergenital für jeden Freund des Aufklärungshumanismus und der Universalität der Menschenrechte keine sozialpädagogische oder juristische Option.

    Zirkumzisionsfreundin Eva Quistorp meldet sich 2012 zum Thema Ritualbeschneidung (Khitân bzw. Brit Mila) bei Perlentaucher zu Wort (Wider die postmoderne Religionspolitik) und ruft nun nicht etwa nach dem, kulturell modern, endlich durchgesetzten Verzicht auf gottesfürchtige Entfernung gesunden Genitalgewebes am Kinderpenis, sondern nach dem durchgesetzten Einsatz von Opiaten für „kleine Jungen“ bzw. „kleine Jungs“. Ach ja, die gute alte Kinderzeit; kleine Jungen klingt so familienidyllisch-traut, scharfes Denken stört da die Romantik (scharfes Messer nicht?) und kleine Jungs sogar ein wenig nach Pipimachen.

    Nanu, „Juden“ und „Muslime“ sind nicht einfach als Staatsbürger misszuverstehen, sondern gleichen, ein wenig wie die in die europäische Fauna hinein immigrierten Waschbären oder Halsbandsittiche, einer Art zugewanderter Spezies? Frau Quistorp jedenfalls wünscht sich allen Ernstes: „Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Jungs bei Juden und Muslimen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [und ich finde den Versuch von Volker Beck und Renate Künast anerkennenswert, zeitnah] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Jungen“.

    Das ist argumentativ und ethisch widerlich und verstößt gegen die Normen von körperlicher Unversehrtheit und Menschenwürde. Hier heißt es deshalb, auf den groben Klotz der Eva Quistorp einen genau so groben Keil zu setzen bzw. paradox zu intervenieren, um Menschenfeindlichkeit zu erkennen und zu verwerfen; wollen wir denn etwa ab morgen sagen: „Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Mädchen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [lassen Sie uns versuchen] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Mädchen.“ Beides wollen wir natürlich nicht, Kinder und Jugendliche haben Anspruch auch gewaltfreies Heranwachsen und unversehrte Geschlechtsorgane. Beschneidung ist Gewalt (mit oder ohne Opium).

    Emanzipatorisch tuend bei Perlentaucher zu lärmen, die wortwörtliche Lesart der so genannten Heiligen Schriften sei ja irgendwie so was von ewiggestrig, aber im selben Text die Jungenbeschneidung mit einem Paragraphen durchsetzen wollen, in den klinische Betäubungsmittel sozusagen zu integriert sind, DAS ist postmodern!

    http://www.perlentaucher.de/essay/wider-die-postmoderne-religionspolitik.html

    Sehr geehrte Frau Quistorp, was ist geschehen: Sie schrieben schon mal viel besser, etwa, als Sie gegen die Burka argumentierten; genau so sollten Sie auch mit der Zirkumzision umgehen: „Das ist ein Verfall der Diskussions- und Denkkultur, die kohärent und auch in komplexen Zusammenhängen denken muss. Es muss daran erinnert werden, dass bis in die 70er Plakate und Filme de facto als “blasphemisch” zensiert wurden. Soll das Rad wirklich dorthin zurückgedreht werden?“ (Lüftet den Schleier, 11.08.2010)

    http://www.theeuropean.de/eva-quistorp/3984-burkaverbot-und-grundgesetz-2

    Ersetzen wir im Text gegen die kulturrelativistischen Burkaverteidigerinnen nur ein Wort, und lesen zuerst, Eva Quistorp:

    „Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Burka verteidigen zu müssen.“

    Jetzt um ein paar Buchstaben abgewandelt, das „Frauen“ lassen wir:

    „Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Beschneidung verteidigen zu müssen.“

    Und wie soll „Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung“ aussehen, wenn die Eltern des heute Erwachsenen bestimmt haben, ob Klitorisvorhaut, Präputium oder Klitorisspitze religiös gebilligt vorhanden sind oder in Kindertagen religiös begründet abgetrennt worden sind? Den Satz hat Quistorp 2010 signiert, Grüne gegen Scharia:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0017076

    Der demokratiegefährdend trickreiche, schariafreundliche grüne Ausweg ist die Ritusbezogenheit:

    „Bei sämtlichen Verhandlungen – insbesondere bei geplanten Staatsverträgen mit islamischen Verbänden – muss ein öffentlicher, unrückholbarer Verzicht auf die nicht-ritusbezogenen, also rechtlich-politischen Teile der Scharia garantiert werden. Wenn dieser Verzicht von den islamischen Organisationen und Verbänden anlässlich von geplanten Abkommen mit Regierungsstellen und anderen offiziellen Institutionen nicht geleistet wird, kann es zu keinen Vereinbarungen kommen.“

    Beschneidung ist Hadithbefehl, nachzulesen bei Buchari, Beschneidung ist reinster Wille Allahs, reinste zeitlose Scharia. Und Beschneidung ist ein vom der Zeitlichkeit unterworfenen Menschen auszuübender Ritus. Auch Talaq, Dhimma, Dschihad und Kalifat sind beides, sind ganz schariatisch-ewig und ganz Ritualpflicht, jedenfalls betont dass manch ein Scheich. Ohne deine realisierten Mu’amalât (mensch-menschlichen Pflichten nach Koran und Sunna) sind deine ‚Ibadât (gottesdienstlichen islamischen Pflichten) vergeblich, wer seinen Sohn schuldhaft nicht beschneidet, dessen Gebet wird bei Allah vielleicht ja gar nicht angenommen.

    Ein schöner Satz aus Grüne gegen Scharia, eingestellt bei achgut:

    „Wir sehen die Grundsätze der freiheitlichen Demokratie des Grundgesetzes durch den theokratischen politischen Islam und die verfassungswidrige Scharia gefährdet und fordern die zur Konferenz geladenen Politiker, Professoren und Journalisten sowie die bei der Tagung anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung dazu auf, die drohende Rechtsspaltung in Grundgesetz und Schariarecht zu verhindern. Menschen sind Staatsbürger, keine Angehörigen ethnoreligiös definierter Kollektive. Auch im Personenstands- und Familienrecht darf die Scharia in Europa nicht legalisiert werden.“

    Hidschâb, Schleier ist Scharia. Khitân, Beschneidung ist Scharia.

    Den einseitig beschneidungsfreundlichen und damit grundsätzlich kinderfeindlichen Appell von Volker Beck und Renate Künast (Das ist keine Straftat, Berliner Zeitung vom 09.07.2012) als „Kompromisslösung“ zu bezeichnen ist rhetorisch unredlich. Beck und Künast, denen Quistorp hier „wohltuende Differenzierung“ attestiert, lassen dem kleinen Jungen keine Differenzierung zwischen Vorhaut und keine Vorhaut. Sünnetci und Mohel schneiden das hoch sensitive Gewebe im vermeintlichen Dienste der Abwehr des Bösen und der Erlangung des Wohlgefallens der Gottheit – ganz pauschal und undifferenziert. Oder anders: differenziert wird nur zwischen vorher, unbeschnitten-kindlich-unerwachsen, und nachher, in den Männerbund initiiert und beschnitten sprich heiratsfähig, oder aber man unterscheidet (genauer diskriminiert) zwischen der sittlich höherstehenden Kultur der Beschneider und der sittlich minderwertigen Lebensweise der Nichtbeschneider.

    Noch kein deutscher Imam sagt in einer Freitagspredigt, dass es ein gelingendes islamgemäßes Leben als männlicher Beschneidungsverweigerer geben kann. Das sollte sich ändern und das lässt sich erreichen.

    Erwachsene dürfen sich an ihrem Genital oder woanders am Körper ästhetisch modellieren. Wir wollen weder die Beschneidung verbieten noch die Religion, sondern wir wollen die religiöse Beschneidung an Minderjährigen verbieten. Die so genannte Religionsfreiheit der Eltern wird nicht eingeschränkt, wenn sie keine genital mutilation an ihrem Kind vornehmen. Beschneidung ist Körperverletzung und schädigt das Kind an Körper und Psyche. Beschneidung ohne medizinische Begründung ist brutal und gegenaufklärerisch und widerspricht wissenschaftlichen Standards.

    Sehr richtig – und erfreulicherweise war auch Eva Quistorp unter den Erstunterzeichnern: „Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.“ Einen Satz eher lesen wir zustimmend: „Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.“

    Genau, und weil oder obwohl der himmlische Beschneidungsbefehl im Islamischen Religionsunterricht (IRU) versetzungsrelevant gelehrt werden wird, hat auch jedes einzelne unserer Argumente zum Einsatz oder Nichteinsatz von Messern oder Skalpellen in Festsälen und Kinderzimmern im Rahmen so genannter heiliger Handlungen eben diesem Grundsatz zu entsprechen:

    „hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.“

    Sehr geehrte Frau Quistorp, das haben auch Sie abgezeichnet. Vor gar nicht so langer Zeit.

    Vor vierundzwanzig Monaten.

    Jacques Auvergne
    08.08.2012

  24. Kalevala Says:

    Thomas Heilmann (CDU) will für Berlin (wie zufällig ganz im Sinne der islamischen Scharia) die körperliche Unverletzlichkeit der männlichen Berliner Kinder „übergangsweise“ opfern und rituelle Genital-Beschneidungen straffrei stellen:

    Quelle: WELT 9. Aug. 2012, 22:48
    Justizsenator will Beschneidung einheitlich regeln

    Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) will in Berlin schnell Rechtsklarheit beim Umgang mit religiösen Beschneidungen schaffen. „Bis eine bundesweite Regelung getroffen ist, wollen wir eine Berliner Linie festlegen“, sagte Heilmann-Sprecherin Lisa Jani. Damit bestätigte sie Informationen des „Tagesspiegels“.

    Derzeit liefen Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, jüdischen und islamischen Gemeinden sowie Verbänden und Ärzten. Es solle eine Übergangsregelung erarbeitet werden, betonte die Sprecherin. Die Überlegungen seien noch ganz am Anfang.

    Nach Angaben der Justizverwaltung liegen keine Strafanzeigen gegen Ärzte oder Beschneider vor. Betroffene Familien und Ärzte wollten aber wissen, was erlaubt sei und was nicht. …

    Das Landgericht Köln hatte Ende Juni eine religiös motivierte Beschneidung für rechtswidrig erklärt. Das erste Urteil dieser Art ist eine Einzelfallentscheidung und nicht bindend für andere Gerichte. Dennoch herrscht Verunsicherung. Viele Ärzte bieten diese Eingriffe seither nicht mehr an.

    Der Bundestag macht sich nun für ein Neuregelung stark, um medizinisch fachgerechte Beschneidungen aus religiösen Gründen zu erlauben. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vom Wochenende sind den deutschen Strafverfolgungsbehörden bislang keine weiteren Strafanzeigen wegen der Beschneidung von Kindern bekannt.

    Die meisten Staatsanwaltschaften haben sich noch nicht festgelegt, wie sie in solchen Fällen vorgehen wollen. Eine Ausnahme ist Baden-Württemberg. Dort soll die rituelle Beschneidung von Jungen weiter grundsätzlich straffrei bleiben, wenn sie medizinisch korrekt ausgeführt wird.

    http://www.welt.de/regionales/berlin/article108558332/Justizsenator-will-Beschneidung-einheitlich-regeln.html

    Quelle: dapd
    in: WELT 09.08.12

    „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“

    Berlin (dapd-bln). Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) strebt für die Hauptstadt übergangsweise eine einheitliche Regelung im Umgang mit religiösen Beschneidungen an. „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für die Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“, sagte Heilmann dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Diese Lösung solle nur für den Zeitraum gelten, bis eine bundeseinheitliche Regelung gefunden sei, bestätigte eine Sprecherin der Justizverwaltung.

    Heilmann unterstrich gegenüber der Zeitung, dass die juristische Einordnung ein schwieriges Thema sei. Die Verwaltung sei derzeit in Gesprächen mit Verbänden und Interessengruppen. Mit einer Handlungsanweisung für Strafverfolger könnte sichergestellt werden, in welchen Fällen zu ermitteln oder aber ein mögliches Verfahren einzustellen ist.

    Das Kölner Landgericht hatte Ende Juni die Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet, selbst wenn die Eltern einwilligen.

    http://www.welt.de/newsticker/news3/article108558723/Justizsenator-will-Beschneidung-uebergangsweise-einheitlich-regeln.html

  25. Edward von Roy Says:

    Beschneidungen sorgen für Streit im Ethikrat

    Im Deutschen Ethikrat gibt es Streit wegen der religiösen Beschneidung von minderjährigen Jungen. Der jüdische Vertreter Leo Latasch kritisierte die Vorsitzende des Gremiums, Christiane Woopen, weil sie vor einer überstürzten Neuregelung gewarnt hatte.

    Berlin – Im Deutschen Ethikrat gibt es Streit wegen der religiösen Beschneidung von minderjährigen Jungen. Der jüdische Vertreter Leo Latasch kritisierte die Vorsitzende des Gremiums, Christiane Woopen, weil sie vor einer überstürzten Neuregelung gewarnt hatte. Der Ethikrat will sich am 23. August mit dem Thema befassen. Woopen hatte erklärt, wegen der schwierigen Materie halte sie Schnelligkeit für verfehlt. Die Bundesregierung peilt eine zügige gesetzliche Regelung an. Das Kölner Landgericht hatte die religiöse Beschneidungen von Jungen als Körperverletzung gewertet.

    http://www.stern.de/panorama/beschneidungen-sorgen-fuer-streit-im-ethikrat-1869672.html

  26. Edward von Roy Says:

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    Presseerklärung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)

    4.7.2012 – Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) nimmt das Urteil des Landgerichts Köln begrüßend zur Kenntnis.

    Mit der prinzipiellen Feststellung der Rechtswidrigkeit medizinisch nicht indizierter Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben bestätigt das Gericht die von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) vertretene und viel diskutierte Meinung. In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Autoren in mehreren Publikationen hierzu kritisch Stellung genommen, zuletzt 2008 im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Ärztebl 2008; 105(34–35); A 1778–80). Auf Anfrage des Vorstands der DGKCH wurde im gleichen Jahr vom Justitiar des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen e. V. (BDC) von der Durchführung medizinisch nicht indizierter Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben abgeraten, da andernfalls ein erhebliches Risiko für den Operateur gegeben sei, sich strafbar zu machen, auch wenn der Eingriff lege artis und ohne Komplikationen durchgeführt werde.

    Das nun ergangene Urteil festigt diese Einschätzung und gibt gleichzeitig Rechtssicherheit. Zugleich wird mit dem Urteil das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes unterstrichen. Gerade Kinderchirurgen, die nicht einwilligungsfähige Kinder mit Einwilligung ihrer Eltern operativ behandeln, müssen hier strenge und klare Maßstäbe ansetzen. Nur die elterliche Einwilligung zu einer Operation, die dem Kind nach Abschätzen des Nutzen und des Risikos medizinisch zum Wohle gereicht, ist rechtswirksam. Dieser Sachverhalt ist aber bei der Beschneidung kleiner Knaben ohne Einwilligungsfähigkeit außerhalb der medizinischen Indikation nicht erfüllt.

    Dabei geht es in keinem Falle um die Diskriminierung von Religionsgemeinschaften, die die Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Knaben regelhaft praktizieren, sondern vielmehr um ärztliche Ethik.

    http://sozialnet.erzieherin.de/kinderchirurginnen-begruessen-beschneidungsurteil.php

    http://www.dgkic.de/index.php/presse/189-pressemitteilung-juli-2012

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    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
    17.07.2012

    Rituelle Beschneidungen bei Minderjährigen – Kinder- und Jugendärzte fordern: Allein das Recht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit zählt

    „Bei der aktuellen Diskussion über die rituelle Beschneidung minderjähriger Jungen müssen das Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit an erster Stelle stehen“, mahnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.).

    Derzeit nimmt die Debatte über die rituelle Beschneidung fundamentalistische Züge an, die Befürworter der Beschneidung bagatellisieren diese Form der Körperverletzung, bei der es auch zu lebenslangen körperlichen und vor allem seelischen Verletzungen kommen kann. Und für die Politik scheint der Rechtsfrieden mehr zu zählen als das persönliche Trauma. Sie stellt mit dieser Haltung die körperliche Unversehrtheit von Kindern in Frage. „Dies zeigt erneut, wie notwendig eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ist und wir in allen Parlamenten Kinderbeauftragte mit umfassenden Rechten benötigen, um staatliches Handeln gemäß Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention darauf zu überprüfen, ob bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigt wird“, so Dr. Wolfram Hartmann, der Präsident des BVKJ.

    „Uns ist bewusst, dass nach Art. 3 des Grundgesetzes „Niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf“, so Hartmann. Darüber aber steht Art 2 des Grundgesetzes, wonach „jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat“. Dies ist nach Auffassung des BVKJ gerade bei minderjährigen Kindern das höhere Recht.

    Der BVKJ verweist in diesem Zusammenhang auf §24 der UN- Kinderrechtskonvention, die von allen Staaten außer Somalia und den USA ratifiziert wurde. Danach haben die Vertragsstaaten „alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen zu treffen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen“.

    Die Kinder- und Jugendärzte appellieren daher eindringlich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, sich bei ihrer Abstimmung am Donnerstag, 19.07.2012, dieser Verantwortung für das Kindeswohl bewusst zu sein.

    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4277&nodeid=26

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  27. Edward von Roy Says:

    [Weil Justizsenator Heilmann für das Land Berlin eine „Übergangsregelung“ zur Straffreiheit der rituellen genitalen Beschneidung plant (tagesspiegel am 10.08.2012: „Der Berliner Justizsenator will eine Richtlinie erarbeiten lassen, mit der Beschneidungen wieder legal durchgeführt werden“), ging die Bundestagspetition vom 20. Juli – die Petitionsnummer steht noch aus – am 13. August auch jedem einzelnen Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (MdA) per E-Mail zu. Der Vorsitzende des Petitionsausschusses teilt am 15. August mit, dass hierzu ein Geschäftszeichen angelegt wurde. Notiz zum heutigen Posteingang.]

    Abgeordnetenhaus von Berlin
    Der Vorsitzende des Petitionsausschusses
    10111 Berlin-Mitte

    15.08.2012

    Geschäftszeichen 1584/17

    Ihre Eingabe vom 13.08.2012
    Verbot ritueller Beschneidungen

    Ihre Zuschrift ist beim Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin eingegangen und zuständigkeitshalber an den für die Behandlung von Eingaben eingesetzten Petitionsausschuss weitergeleitet worden. Bitte geben Sie das oben genannte Geschäftszeichen bei allen Rückfragen in dieser Angelegenheit an. (…)

    [Der Berliner Petitionsausschuss hat damit die Eingabe offiziell angenommen, das ist auch schon mal ein kleiner Erfolg. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hingegen scheint sich noch der Sommerpause hinzugeben und reagierte bislang, in drei Tagen einen ganzen Monat lang, gar nicht.]

  28. Edward von Roy Says:

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    Der stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, der evangelische Theologe Peter Dabrock, plädierte ebenfalls für “nachgewiesen wirksame schmerztherapeutische Maßnahmen”. Zugleich bemängelte er, dass die öffentliche Debatte “wenig bis kein Verständnis” für die “existenzielle Bedeutung von Religion” zeige. In einem dapd-Interview verlangte er, die vom Bundestag angestrebte gesetzliche Regelung müsse “einen Ausgleich zwischen medizinischen und rituellen Erfordernissen” schaffen. …

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sprach nach der Ethikratssitzung von einem Skandal. “Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit haben bei der heutigen Entscheidung offenbar keine Rolle gespielt”, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann. Das erst im Januar in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz schütze muslimische und jüdische Kinder nicht. “Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit ist offenbar zweitrangig. Das ist ein Skandal”, sagte Hartmann weiter.

    Rheinische Post 23.08.2012
    Beschneidung nur unter Vorbehalt erlauben

    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/beschneidung-nur-unter-vorbehalt-erlauben-1.2963158

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    Deutliche Bedenken äußerte der Hamburger Strafrechtler Reinhard Merkel. “Der Gesetzgeber ist in einer Art rechtspolitischem Notstand”, sagte er. Merkel warnte vor einem “jüdisch-muslimischen Sonderrecht” und einem “Sündenfall des Rechtsstaats”. Der Jurist hob das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Priorität des Kindeswohls hervor. Nur eine Art “Sonderrecht” könne die Beschneidung gegen alle strafrechtlichen Einwände für rechtmäßig erklären.

    Dem widersprach der Kölner Strafrechtsprofessor Wolfram Höfling. Er plädierte für “eine Anerkennung der Beschneidung als Elternrecht”, allerdings unter der Bedingung, dass diese “fachgerecht” und “schmerzvermeidend” vorgenommen werde. Latasch betonte, die Gabe von “Zäpfchen gegen Schmerzen”, betäubenden Salben sowie “Lokalanästhetika im Lendenbereich” seien in Deutschland bei Beschneidungen bereits heute üblich.

    SPIEGEL online 23.08.2012
    Anhörung Ethikrat spricht sich für Beschneidung aus

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    Im ZDF-„Morgenmagazin“ betonte Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, dass die Rückkehr jüdischen Lebens nach 1945 in Deutschland „eines der größten Geschenke unserer Geschichte“ sei. Damit dürfe man „nicht fahrlässig umgehen“. Das eigentliche Problem im Streit um die Zulässigkeit religiöser Beschneidungen sieht Huber in der Frage der Betäubung. „Das muss man in Ruhe diskutieren. Wenn der Gesetzentwurf da ist, muss man sich doch die Zeit nehmen, die Polarisierung aus dieser Diskussion herauszunehmen.“

    2001 war Huber vom Bundeskabinett zum Mitglied des Nationalen Ethikrates berufen worden; dieses Amt gab er zugunsten seiner Position als EKD-Vorsitzender auf. Seit Juni 2010 ist er erneut Mitglied des Ethikrates. Mit Blick auf das Kölner Beschneidungsurteil, das das Wohl des Kindes in den Vordergrund stellt, sagte Huber im „Morgenmagazin“: Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist auch nicht schrankenlos. Es geht darum, einen Weg zu finden, der das eine Grundrecht genauso berücksichtigt wie das andere.“ Huber, stets um Ausgleich bemüht, erhofft sich eine Verständigung zwischen Justiz und Religion. Das sei möglich, wenn „Argumente transparent“ gemacht würden und auch mehrere Lösungsmöglichkeiten denkbar seien.

    FOCUS Online 23.08.2012
    Debatte um Beschneidung: Ethikrat will Kompromiss – Israel ein Machtwort Merkels

    http://www.focus.de/politik/deutschland/debatte-um-beschneidung-ethikrat-will-kompromiss-israel-ein-machtwort-merkels_aid_805234.html

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  29. Jacques Auvergne Says:

    Tribal uvulectomy is here because of its similarities to genital cutting. It is practised in East Africa, including Kenya, Eritrea and Nigeria, and among Bedouins of the South Sinai.

    Soc Sci Med. 1994 Oct;39(8):1077-82.
    Traditional uvulectomy in Niger: a public health problem?
    Prual A, Gamatie Y, Djakounda M, Huguet D.
    Source

    Département de Santé Publique, Faculté des Sciences de la Santé, Niamey, République du Niger.
    Abstract

    Although traditional uvulectomy, a procedure which consists of cutting away a part of the uvula, has been reported in several sub-Saharan African countries, in Maghreb and in Israel, epidemiological and anthropological data on this practice are rare. Severe complications may require hospitalization. The goal of this study was to assess the prevalence of this traditional procedure in Niamey, capital of Niger, the incidence of its severe complications and the beliefs and practices related to it. By the age of 5, 19.6% of the children in our survey had undergone uvulectomy. Severe complications of uvulectomy represented 7.8/1000 cases of hospitalization for children under 15 years of age. Complications were infections (including tetanus), hemorrhage and passage of the cut piece of uvula further down the respiratory tract. The children who had undergone uvulectomy belonged significantly more often to the Hausa ethnic group (66.2%) than to the majority Zarma ethnic group (18.3%) or to the other ethnic groups (15.5%). This can be explained by the fact that, in some Hausa subgroups, uvulectomy is systematically performed on the 7th day after birth, during the naming ceremony, to prevent death due to a ’swelling of the uvula‘. In the other Hausa sub-groups and in the other ethnic groups, uvulectomy is solely a curative practice, both for children and adults, for vomiting, diarrhea, anorexia, the child’s rejection of the breast, growth retardation and fever. Uvulectomy is performed in Niger by the barbers, whose functions are also to perform specialized surgery. These traditional surgeons claim there is no risk to this practice.(ABSTRACT TRUNCATED AT 250 WORDS)

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7809661

    http://www.circumstitions.com/uvulectomy.html

  30. Chronist Says:

    3. Das Tabu des Kindermißbrauchs durch Beschneidung

    Am Gebot der Beschneidung halten jedoch fast alle Juden fest, und das ist in meinen Augen das größte Tabu des sexuellen Kindermißbrauchs im Judentum. Das Beschneidungsgebot ist im Judentum so tief tabuisiert, daß weder darüber gesprochen, noch es kritisiert wird.

    Die Beschneidung kommt zuerst in Genesis 17,10-13 vor, wo Gott den ersten Bund mit Abraham schließt: „Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muß beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müßt ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen…“

    Es gibt weltweit kaum einen Juden, der nicht beschnitten ist und kaum eine Beschneidung, die ohne religiöse Ritual durchgeführt wird. Es gibt kaum Jüdinnen und Juden, die sich trauen, die Beschneidung (öffentlich) in Frage zu stellen oder sie sexuellen Kindermißbrauch zu nennen. – Vom Akt der Beschneidung selbst rede ich gar nicht. Viele Menschen meinen, es sei gesünder und hygienischer die Vorhaut zu entfernen. Mag sein. Doch Beschneidung wegen Krankheiten kann zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden, wenn das Kind bereits Einsicht in die Notwendigkeit einer solchen Operation hat. In den wenigsten Fällen ist eine Beschneidung aus gesundheitlichen Gründen direkt nach der Geburt notwendig. Ich beziehe mich hier nicht auf den religiösen Akt, der an allen jüdischen Jungen im Alter von 8 Tagen vollzogen wird. Darüber, ob ein Säugling in diesem Alter ein sexuelles Empfinden hat, läßt sich vielleicht streiten, die Behauptung aber, daß er in diesem Alter nicht so schmerzempfindlich ist, wie ein älteres Kind, ist einfach falsch. Ein Baby kann einfach noch nicht sagen: „Es tut mir weh!“.

    Beschneidung ist ein gewalttätiges Eingreifen und eine Verletzung der Genitalien eines Kindes, was rein physisch ein sexueller Mißbrauch bzw. sexuelle Mißhandlung ist.

    Ja, vielen von uns fällt es schwer, das zu akzeptieren, denn es könnte bedeuten, daß alle Jüdinnen und Juden, die ihre Söhne beschneiden ließen oder lassen, sexuell Täter sind. – Wie gesagt ist es weder meine Absicht, jemanden zu beschuldigen noch alle Juden als Kindermißhandler darzustellen. Ich möchte lediglich jede Form der Tabuisierung von Kindermißbrauch brechen und zu Diskussionen und Auseinandersetzung anregen. Durch Aufmerksamkeit, durch Befragung und durch Lernen können wir es schaffen!

    Hadass Golandsky

    http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/tabu.htm

  31. Jacques Auvergne Says:

    Reinhard Merkel
    Süddeutsche 30.08.2012

    (…) Am 19. Juli hat der Bundestag mit großer Mehrheit einen „Entschließungsantrag“ verabschiedet, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, „im Herbst 2012 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen straffrei ist“. Fast alle Abgeordnete, die sich an der parlamentarischen Debatte beteiligt, und wohl die meisten anderen, die dem Antrag zugestimmt haben, scheinen der Belehrung jenes Friedensrichters nicht weniger zu bedürfen als der wildwestliche Freiheitsfreund von ehedem. …

    Hier gibt es nichts abzuwägen. Das folgt aus dem rechtstheoretischen Fundament, dem Vernunftbegriff personaler Rechte, vor allem des Rechts am eigenen Körper. Einer Auskunft des Bundesverfassungsgerichts bedarf es dafür nicht. Man trete einmal aus der hitzigen Debatte um das Kölner Urteil einen Schritt der Besinnung zurück: Wäre es nicht grotesk, hätten Religionsgemeinschaften eine autonome Definitionsmacht, wann und wie sie in den Körper von Personen, die dazu keine Einwilligung gegeben haben, eindringen oder auch nur ein abwägendes Räsonnement darüber verlangen dürfen?

    Der gängige Einwand liegt auf der Hand: Für die Beschneidung werde ja eine Einwilligung vorausgesetzt – die der Eltern. Und diese seien als Sorgerechtsinhaber genau dazu berechtigt. Vielleicht. Aber nicht kraft ihrer Religionsfreiheit, sondern eben allenfalls kraft ihres Sorgerechts. Als Recht zur Erziehung erlaubt es selbstverständlich zahlreiche Eingriffe in Grundrechte der Kinder, auch – und freilich in engen Grenzen – in das der körperlichen Integrität. …

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055

    Aber das Sorgerecht ist, anders als das der Religionsausübung, kein Freiheitsrecht der Eltern. Es ist ein treuhänderisches Mandat, es ist Pflicht mindestens so sehr wie Recht. Seine verbindliche Maßgabe ist deshalb das Wohl der Kinder, nicht die Autonomie der Eltern. Darüber „wacht“, heißt es in Artikel 6 des Grundgesetzes, „die staatliche Gemeinschaft“. Das Elternrecht, sagt das Bundesverfassungsgericht, „ist wesentlich ein Recht im Interesse des Kindes“. An dessen Wohl findet es daher seine zwingende Grenze. …

    Nun könnte man natürlich eine ausreichende Anästhesie zur Voraussetzung jeder Beschneidung machen. …

    Aber so leicht ist das nicht zu verwirklichen. …

    Sicher für eine ausreichende Betäubung sei nur die Vollnarkose. Bei Neugeborenen schaffe diese freilich ein beträchtliches und für einen medizinisch nicht indizierten Eingriff daher unerlaubtes Todesrisiko. Hoffnungslos unzulänglich sei die verbreitete Anwendung lokalanästhetischer Cremes wie des „Lignocain-Prilocain“-Präparats „EMLA“. Allenfalls mit bestimmten Techniken der vollständigen Nervenblockade im Penisbereich könne eine effiziente Teilnarkose gelingen. Sie sei nur von speziell ausgebildeten Anästhesisten zuverlässig zu handhaben.

    Selbst dann bleibe in fünf bis zehn Prozent der Fälle eine ausreichende Narkosewirkung aus. Was das heißt, liegt auf der Hand: Vollständig lösen lässt sich das Problem überhaupt nicht. Auch weiterhin werden einzelne Neugeborene ihre Beschneidung , wie „fachgerecht“ immer, als Qual erleben.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055-2

    Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2010 kommt in einer umfassend begründeten wissenschaftlichen Schätzung auf über hundert Todesfälle pro Jahr im Zusammenhang mit Beschneidungen von Knaben – nicht etwa weltweit oder unter den hygienischen Bedingungen der afrikanischen Savanne, sondern im medizinisch höchstentwickelten Land, den USA.

    Gewiss macht die Zahl bei über einer Million Beschneidungen pro Jahr in Amerika nur einen winzigen Anteil aus. Da der Eingriff medizinisch nicht indiziert ist, liegt gleichwohl auch die Todesgefahr jenseits dessen, was Juristen „erlaubtes Risiko“ nennen. Und selbstverständlich sterben diese Kinder nicht direkt am Messer des Beschneiders, sondern an postoperativen Komplikationen, die bei anderen medizinischen Eingriffen genauso auftreten könnten.

    Aber für eine Prozedur am gesunden Körper wirft das nicht den Schatten einer Rechtfertigung ab. Töricht ist der beliebte Hinweis, andere und fraglos erlaubte elterliche Handlungen seien statistisch weitaus gefährlicher – seinem Zehnjährigen ein Fahrrad zu kaufen etwa, und ihn damit in den Straßenverkehr zu lassen.

    Ja, aber solche Handlungen beruhen auf der Erlaubnis, seine Kinder sozialüblichen Risiken auszusetzen, nicht dagegen, sie absichtlich zu verletzen. Ein Vater, der seinen Sohn aufs Rad setzt und losfahren lässt, haftet nicht, wenn der Junge stürzt und sich verletzt. Aber er ist strafbar wegen Körperverletzung, wenn er den aufs Rad Gesetzten vorsätzlich umstößt. Risikoerlaubnisse sind keine Verletzungserlaubnisse. Die Beschneidung ist aber eine vorsätzliche Verletzungshandlung. …

    Aber die Beschneidung ist ein uralter konstitutiver Brauch des Judentums. Und damit erst ist das wirkliche Problem der Rechtspolitik benannt. Es zu maskieren, ist sinnlos; denn erst mit dieser Provenienz wird auch sein Gewicht deutlich. Die deutsche Politik hat wegen des hier organisierten scheußlichsten Massenmordes der Geschichte ganz gewiss eine weltweit singuläre Pflicht zur besonderen Sensibilität gegenüber allen jüdischen Belangen. Daran ist nicht zu rütteln. Die Beschneidung ist ersichtlich ein solcher Belang von besonderem Gewicht.

    Hier erst, nicht in der Sphäre von Grundrechten, liegt der normative Konflikt. Und er zwingt tatsächlich zu einer Abwägung. Niemand wird dem Gesetzgeber deren Schwierigkeit bestreiten. Man kann das Dilemma ohne falsches Pathos einen rechtspolitischen Notstand nennen. Wie er rundum befriedigend zu lösen wäre, ist nicht zu sehen. Denn die Pflichten, die hier kollidieren, sind in Wahrheit inkommensurabel. Nach welchen Kriterien welcher Vernunft ließe sich das politische Gebot der besonderen Sorge um jüdische Belange in Deutschland abwägen mit dem verfassungs- und menschenrechtlichen Gebot, alle Kleinkinder, auch die jüdischer Eltern, vor erheblichen Verletzungen zu schützen, die ihnen vorsätzlich beigebracht werden?

    Der Gesetzgeber freilich scheint das Ergebnis der Abwägung zu kennen, bevor er deren Schwierigkeit verstanden hat. Das kann er sich leisten. Denn selten dürfte es den Fall eines gesellschaftsweit umstrittenen Problems gegeben haben, in dem die primär Betroffenen so aussichtslos ohne öffentliche Lobby geblieben sind wie im Beschneidungsstreit die verletzten Kinder. Man mache sich trotzdem keine Illusionen.

    Dem schärferen Blick wird auf Dauer nicht verborgen bleiben, was die angekündigte Regelung trotz der Allgemeinheit ihrer äußeren Form ihrem Sinne nach ist: ein jüdisch-muslimisches Sonderrecht. Das bezeichnet einen Sündenfall des Rechtsstaats.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055-3

    Reinhard Merkel ist Professor für Strafrecht an der Universität Hamburg und Mitglied des Deutschen Ethikrats, der sich am Freitag mit Einschränkungen für ein Recht auf Beschneidung aussprach.

  32. Edward von Roy Says:

    Liebe Ümmühan,

    endlich reagierte der Petitionsausschuss des Bundestags (ohne Datum) und gibt meiner Petition vom 20. Juli ein Aktenzeichen:

    Pet 4-17-07-451-040847

    Die Behörde sagt:

    „Zu der von Ihnen vorgetragenen Thematik liegen dem Petitionsausschuss bereits Zuschriften anderer Bürgerinnen und Bürger vor. Ermittlungen hierzu sind eingeleitet worden. Ihre Ausführungen werden in diese Ermittlungen einbezogen und gemeinsam mit den anderen Petitionen beraten.

    Der Deutsche Bundestag wird auf Empfehlung des Petitionsausschusses zu diesen Petitionen einen Beschluss fassen, der Ihnen mitgeteilt wird.

    Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Beschluss zu den Zuschriften vieler Bürgerinnen und Bürger nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann.“

    Nicht zufrieden bin ich, dass meine Eingabe unter Besonderer Teil des Strafgesetzbuches einsortiert wird; hier könnte (Mehrfachpetition bzw. sogar Massenpetition) eine Leitpetition sozusagen das Gleis, den Kanal bestimmt haben; ich habe aber unmissverständlich gesagt BGB, und gar nicht StGB:

    „möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen: § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation“

    Ich werde den Petitionsausschuss deshalb bitten, meine Eingabe unter BGB / Familienrecht zu verbuchen – und bin da auch sehr gerne Leitpetition. Dann gibt es eben mehrere Leitpetitionen, eine im StGB und (m)eine im BGB und gerne noch weitere.

    Zu befürchten ist, da angeblich „nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann“, dass auf meine Argumente wie schafiitische FGM und Scharia-Totalität nicht „eingegangen“ werden wird oder dass sogar Elterliche Fürsorge / Inhalt und Grenzen der Personensorge zum bloßen „Aspekt“ herabgestuft wird, auf den dann ankündigungsgemäß nicht „eingegangen werden kann.“

    Eine pauschale Ungleichbehandlung von FGM Typ I und Zirkumzision wäre nicht zu akzeptieren da grundrechtswidrig; zumal bei einer legalisierten Jungenbeschneidung die „milde Sunna“, wie sie etwa die Assalaam Foundation in Indonesien öffentlich praktiziert, (mit Betäubung) auch in Deutschland statthaft sein müsste.

    Der Ethikrat sendet leider auch bereits die grundgesetzwidrigen falschen Signale. Nur Reinhard Merkel bleibt fast grundgesetzkonform: „Die frühkindliche Beschneidung ist ein massiver körperlicher Eingriff in die geschützte, verfassungsrechtlich geschützte physische Integrität des Kindes. … Lassen Sie mich ganz deutlich sagen, dass das Recht auf Religionsfreiheit auf gar keinen Fall ein Recht gewährt, unmittelbar in den Körper anderer Personen einzudringen. Es geht ganz primär um das elterliche Sorge- und Erziehungsrecht.“

    Genau, und über dieses Recht wacht die staatliche Gemeinschaft; und so richtet sich meine Petition auf § 1631 BGB.

    Leider mogelt sich Rechtswissenschaftler Merkel im selben Interview dann doch zur umfassenden Betäubung des Kindes durch, dem dann die nur Sekunden eher noch zugestandene körperliche Unversehrtheit im Namen der elterlichen Frömmigkeit und Traditionspflege geraubt werden dürfe.

    Mit solidarischen Grüßen
    Edward

  33. Gabi Schmidt Says:

    Cees kommentierte auf der Seite Frech, Fromm, Frau zum Thema MGM und wies auf die Petition gegen die religiöse Kinderbeschneidung hin.

    Ameleo, die Betreiberin der Webseite antwortete ihm:

    @ Cees van der Duin: Das Thema ist wesentlich komplexer als du schreibst und als es die Petition vermuten lässt. Meine Überlegungen stehen oben, auf die nimmt die Petition keinen Bezug auf die gehst auch du nicht ein. An einem plumpen Schwarz-Weiß-Denken habe ich kein Interesse, es wird der Sache nicht gerecht!

    Über die „Petition“ habe ich mich darüber hinaus geärgert, weil sie offensichtlich überall im Netz, wo etwas zum Thema gefunden wurde, als Kommentar eingestellt wurde. Das nervt!

    Ameleo29. kurz darauf:

    Von weiteren ellenlangen Linkliste in Kommentaren bitte ich abzusehen. Ich werde diese, auch wenn sie darüberhinaus echten Inhalt aufweisen, nicht mehr freischalten!

    http://frech-fromm-frau.blogspot.de/2012/07/nachgedanken-aus-frauenperspektive-zum.html

    Gabi Schmidt, Mitglied im Netzwerk Schariagegner, antwortet Amaleo:

    Liebe Ameleo,

    selbstverständlich ist es dein gutes Recht, zu entscheiden, welche Kommentare du freischaltest und welche nicht.

    Ich bitte dich aber zu bedenken, dass es sein könnte, dass ellenlange Linklisten zu einem Thema nicht jeden nerven. Das ist z. B. bei mir der Fall. Die Leserin / der Leser entscheidet doch selbst, welche Hinweise sie / er auswählt und anklickt. Jeder kann sich doch Zeit lassen, einen guten Beitrag lese ich auch mehrmals.

    Da du ja selber sinngemäß schreibst, dass der Sachverhalt der religiös oder traditionell begründeten MGM sehr komplex ist, kann eine solche Liste doch dazu beitragen, mehrere Aspekte und Blickwinkel zu beleuchten.

    Warum sollen Leute, die zum Thema Beschneidung eine klare Meinung haben, diese nicht überall dort verbreiten, wo einschlägig diskutiert wird? Verhalten sich die Beschneidungsbefürworter denn anders?

    Ist es denn nicht so, dass jeder, der daran interessiert ist, seine Argumente in die öffentliche Diskussion zu einem Themas einzubringen, seine Meinung überall dort verbreitet,wo ihm das sinnvoll erscheint? Wäre ein multiperspektivischer, offener Meinungsaustausch ansonsten überhaupt möglich?

    Das Grund- und Menschenrecht auf Meinungsfreiheit schränkt doch die Anzahl der Foren nicht ein. Bürgerinnen und Bürgern sollen doch möglichst viele Informationsquellen zur Verfügung stehen, auch darauf haben sie ein Grundrecht.

    Ich würde mich freuen, wenn du deine Meinung änderst.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gabi Schmidt

  34. Kalevala Says:

    B r i t m i l a ? ? ?
    Tradition, tradition! Tradition!

    Verweigerte Beschneidungskritik hört sich so an:

    [ Tevye ]
    Tradition, tradition! Tradition!
    Tradition, tradition! Tradition!

    [ Tevye & papas ]
    Who, day and night, must scramble for a living,
    Feed a wife and children, say his daily prayers?
    And who has the right, as master of the house,
    To have the final word at home?

    The Papa, the Papa! Tradition.
    The Papa, the Papa! Tradition.

    [ Golde & mamas ]
    Who must know the way to make a proper home,
    A quiet home, a kosher home?
    Who must raise the family and run the home,
    So Papa’s free to read the holy books?

    The Mama, the Mama! Tradition!
    The Mama, the Mama! Tradition!

    [ sons ]
    At three, I started Hebrew school. At ten, I learned a trade.
    I hear they’ve picked a bride for me. I hope she’s pretty.

    The son, the son! Tradition!
    The son, the son! Tradition!

    [ daughters ]
    And who does Mama teach to mend and tend and fix,
    Preparing me to marry whoever Papa picks?

    The daughter, the daughter! Tradition!
    The daughter, the daughter! Tradition!

    http://www.stlyrics.com/lyrics/fiddlerontheroof/tradition.htm

    Fiddler on the Roof is a musical with music by Jerry Bock, lyrics by Sheldon Harnick, and book by Joseph Stein, set in Tsarist Russia in 1905. It is based on Tevye and his Daughters (or Tevye the Milkman and Other Tales) by Sholem Aleichem.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Fiddler_on_the_Roof

  35. Chronist Says:

    دلالة الحائرين
    Dalālatu l-Ḥāʾirīn
    The guide of the perplexed
    Führer der Verwirrten

    Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides oder Mūsā ibn Maymūn oder RaMBaM (Akronym für Rabbi Mosheh Ben Maimon) zur jüdischen Beschneidung

    Maimonides, Hauptwerk Teil drei Kapitel 49

    As regards circumcision, I think that one of its objects is to limit sexual intercourse, and to weaken the organ of generation as far as possible, and thus cause man to be moderate. Some people believe that circumcision is to remove a defect in man’s formation; but every one can easily reply: How can products of nature be deficient so as to require external completion, especially as the use of the fore-skin to that organ is evident. This commandment has not been enjoined as a complement to a deficient physical creation, but as a means for perfecting man’s moral shortcomings. The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! of whom it is well known how he feared sin; it is described by our Sages in reference to the words, “Behold, now I know that thou art a fair woman to look upon” (Gen. xii. 11).

    There is, however, another important object in this commandment. It gives to all members of the same faith, i.e., to all believers in the Unity of God, a common bodily sign, so that it is impossible for any one that is a stranger, to say that he belongs to them. For sometimes people say so for the purpose of obtaining some advantage, or in order to make some attack upon the Jews. No one, however, should circumcise himself or his son for any other reason but pure faith; for circumcision is not like an incision on the leg, or a burning in the arm, but a very difficult operation. It is also a fact that there is much mutual love and assistance among people that are united by the same sign when they consider it as [the symbol of] a covenant. Circumcision is likewise the [symbol of the] covenant which Abraham made in connexion with the belief in God’s Unity. So also every one that is circumcised enters the covenant of Abraham to believe in the unity of God, in accordance with the words of the Law, “To be a God unto thee, and to thy seed after thee” (Gen. xvii. 7). This purpose of the circumcision is as important as the first, and perhaps more important.

    This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

    Maimonides: Dalālat alḥāʾirīn (hebr. als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen bzw. Lehrer der Beschämten / der Verwirrten). Das Werk entstand ungefähr 1176 bis 1190 oder 1200.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

    Maimonides, Moses; Pines, Schlomo (trans.) (1963). The Guide of the Perplexed. Part III. Chapter XLIX. The University of Chicago Press.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

  36. Chronist Says:

    دلالة الحائرين
    Dalālatu l-Ḥāʾirīn
    The guide of the perplexed
    Führer der Verwirrten

    Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides oder Mūsā ibn Maymūn oder RaMBaM (Akronym für Rabbi Mosheh Ben Maimon) zur jüdischen Beschneidung

    Maimonides, Hauptwerk Teil drei Kapitel 49

    As regards circumcision, I think that one of its objects is to limit sexual intercourse, and to weaken the organ of generation as far as possible, and thus cause man to be moderate. Some people believe that circumcision is to remove a defect in man’s formation; but every one can easily reply: How can products of nature be deficient so as to require external completion, especially as the use of the fore-skin to that organ is evident. This commandment has not been enjoined as a complement to a deficient physical creation, but as a means for perfecting man’s moral shortcomings. The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! of whom it is well known how he feared sin; it is described by our Sages in reference to the words, “Behold, now I know that thou art a fair woman to look upon” (Gen. xii. 11).

    There is, however, another important object in this commandment. It gives to all members of the same faith, i.e., to all believers in the Unity of God, a common bodily sign, so that it is impossible for any one that is a stranger, to say that he belongs to them. For sometimes people say so for the purpose of obtaining some advantage, or in order to make some attack upon the Jews. No one, however, should circumcise himself or his son for any other reason but pure faith; for circumcision is not like an incision on the leg, or a burning in the arm, but a very difficult operation. It is also a fact that there is much mutual love and assistance among people that are united by the same sign when they consider it as [the symbol of] a covenant. Circumcision is likewise the [symbol of the] covenant which Abraham made in connexion with the belief in God’s Unity. So also every one that is circumcised enters the covenant of Abraham to believe in the unity of God, in accordance with the words of the Law, “To be a God unto thee, and to thy seed after thee” (Gen. xvii. 7). This purpose of the circumcision is as important as the first, and perhaps more important.

    This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

    Maimonides: Dalālat alḥāʾirīn (hebr. als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen bzw. Lehrer der Beschämten / der Verwirrten). Das Werk entstand ungefähr 1176 bis 1190 oder 1200.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

    Maimonides, Moses; Pines, Schlomo (trans.) (1963). The Guide of the Perplexed. Part III. Chapter XLIX. The University of Chicago Press.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

  37. Querverweis Says:

    ::

    Islam encourages discussion of issues related to sexuality. Aisha, the wife of the Prophet said, „Blessed are the women of the Ansar (the citizens of Madina). Shyness did not stand in their way seeking knowledge about religious matters related to sexuality.” (Sahih Muslim15). A woman’s menstruation cycle should be discussed as part of sexual education, and failure to do so will cause unnecessary anxiety and prevent Muslims from attaining Tahara16 (purification). ‘Ghusul’17 (also known as cleanliness) according to Islamic principals is mandatory for married couples after having intercourse. Notwithstanding the above, there is the pervasive belief in many Muslim communities that Islam forbids discussions on sexual health, and that it would be ‘un-Islamic’ for women and adolescents to learn about things such as family planning, transmission of STIs, and menstruation.18 This makes Islamic Relief’s educational programmes both important and challenging.

    16 In Islam, tahara is a state of ritual purity. Tahara is required for participating in daily prayers or ther ritual acts. Two types of purification are possible: major and minor. Major purification is required after things like menstruation and sexual intercourse, whereas minor purification is required before prayers. The use of water is recommended, but the use of sand is permitted if no water is available. …

    aus: Islamic Relief: Reproductive Health Policy
    October 2008

    ::
    ::

    http://www.islamic-relief.com/indepth/downloads/Reproductive%20Health%20Policy.pdf

    The role of circumcision (khitan) in Islamic society has shifted dramatically due to issues of gender, custom, and law. Nowhere mentioned in the Qur_an, circumcision was a common practice in Arabia that was incorporated into the Islamic legal system to varying degrees and for a variety of reasons. …

    Legally, Islamic scholars debate whether the practice is obligatory or sunna (customary), or whether its obligations be extended solely to males, or to males and females. Al Shafi_a considers the practice an equal duty for both sexes, while Malik and others consider it sunna for males. … The legal and customary support for circumcising just prior to the onset of puberty also suggests the practice was performed as a rite of passage, one that would ready an individual for marriage. As a rite of passage, male circumcision ceremonies in places like Java and Morocco are accompanied with purificatory rites, sacrifices, and feasts. When conducted today, female circumcision is a much less celebratory act, rarely accompanied by such festivities. To interpret circumcision in Islam from a religious studies standpoint, the manipulation of the genitalia exemplifies ultimate divine control over one’s human, procreative instincts. Thus one cut symbolizes a total submission to God.

    Circumcision or Khatna in Islam, Benefits, Debate, Why Muslim Khatna
    bei: islamlaws (Islam and Islamic Laws, History, Information, Concept, Education … dem schiitischen indischstämmigen, jetzt in Toronto, Kanada wirkenden Gelehrten Sayyid Muhammad Rizvi, aber auch dem indischen Salaf-Missionar Zakir Naik nahestehend)
    31.01.2011

    http://www.islamlaws.com/circumcision-or-khatna-in-islam-benefits-debate-why-muslim-khatna/

    ::
    ::

    The urine and stool of human beings are ‚ayn najis. Most people of the world consider urine and stool as unclean, but Islam has gone one step further in declaring them to be ritually unclean. For example, in the matters of worship a Muslim who has passed urine or emptied his bowels cannot pray even after cleaning his body from urine and stool-he must also do wudu, a minor ablution which will be discussed in chapter 2. The Islamic shari’ah has prescribed certain rules on how to cleanse oneself of urine and stool. …

    It is recommended for men to do istibra‘ after urinating. Istibra‘ means to clean something, to get rid of something. Here it means getting rid of the remaining drops of urine from penis. The method of istibra: Squeeze with the middle-finger of the left hand from the anus to the root of the penis three time; then holding the penis between the thumb and the fore-finger, squeeze the glans itself three times. The benefit of Istibra‘: If a liquid comes out of a man’s penis after urinating and the doubts whether this is urine or something else, then he can assume it to be tahir if he has done istibra‘. But if he has not done istibra‘, then he must consider it najis. …

    Muslim should also realize that even for such a trivial thing as using toilet, Islam emphasizes that either you must be the owner of the washroom or you must have the permission of the owner, otherwise, it will be haram for you to fulfill your natural needs in that place.

    Najasat and Taharat Rules
    By: Sayyid Muhammad Rizvi

    http://www.islam-laws.com/taharatandnajasat.htm

    ::
    ::

    Sayyid Muhammad Rizvi

    http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Rizvi

    Islamic Shia Ithna Asheri Jamaat of Toronto

    http://www.jaffari.org/default.asp

    ::

  38. Narkas Kervantais Says:

    Plenarprotokoll 17/189
    Deutscher Bundestag
    Stenografischer Bericht
    189. Sitzung
    Berlin, Donnerstag, den 19. Juli 2012

    Marlene Rupprecht (Tuchenbach) (SPD):

    Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung; man hat das nicht am Alter festgemacht. Außerdem haben wir die UN-Kinderrechtskonvention im letzten Jahr in diesem Hause mit breiter Mehrheit in inländisches Recht umgesetzt. In Art. 24 Abs. 3 der UN-Kinderrechtskonvention steht eindeutig, dass die Vertragsstaaten alles versuchen, um Bräuche, die Kinder verletzen, zu beseitigen.

    Wir haben im Jahr 2000 hier im Hause nach langer Diskussion mit großer Mehrheit beschlossen, dass Eltern ihre Kinder gewaltfrei erziehen müssen. Damit haben wir zum ersten Mal Kinder als Rechtssubjekte in ein Gesetz aufgenommen. Das heißt, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das gilt auch für die religiöse Erziehung.

    Man nimmt niemandem das Recht, Kinder religiös zu erziehen. Im Gegenteil: Es ist Aufgabe der Eltern, Kinder wertorientiert zu erziehen und sie auf das Leben in dieser Gesellschaft vorzubereiten. Aber wir haben den Grundsatz der Gewaltfreiheit. Ich frage mich, wie Sie diesen Antrag mit der UN-Kinderrechtskonvention und den Grundrechten vereinbaren wollen.

    Ich glaube, dass eine ehrliche Diskussion stattfinden muss. Meine Bitte an die Kollegen ist: Wenn wir uns in der Sommerpause mit diesem Thema beschäftigen, sollten wir nicht vorschnell nur auf die Menschen in unserem Land schauen, die ihre Auffassung laut genug äußern. Man sollte auch auf all diejenigen schauen, die sich nicht äußern, für die wir hier aber im Parlament sitzen, nämlich auf die Kinder. Ihnen müssen wir klar zur Seite stehen und eine Stimme geben, wenn es um solche gesellschaftlichen Entwicklungen geht.

    Ich hoffe, Sie stimmen mir zu, dass alles, was wir hier tun, auf dem Boden des Grundgesetzes stehen muss. Das ist die Basis all unseres Handelns. Ich bitte die Regierung, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen.

    Deshalb meine Frage an Sie: Wie wollen Sie dieses Gesetz mitgestalten, wenn Sie sich schon jetzt im Voraus festlegen, dass in dem Gesetz eine Straffreiheit vorgesehen werden soll?

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

  39. Edward von Roy Says:

    ::

    Die Beschneidungs-Regeln sollen nicht im Strafrecht stehen, sondern im Kindschaftsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs: An die Paragrafen 1631 bis 1631c BGB, die den „Inhalt und die Grenzen der Personensorge“ regeln, wird ein Paragraf 1631d angehängt, der klarstellt, dass Eltern unter bestimmten Voraussetzungen in die Beschneidung ihres Sohnes einwilligen können. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, kann die Beschneidung nicht als Körperverletzung bestraft werden und löst auch keine Schadenersatzpflicht aus.

    Die genaue Formulierung des geplanten Gesetzes lautet wie folgt: „Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird“. Die Ausnahme formuliert der Satz 2: „Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet ist.“

    aus: Heribert Prantl: Beschneidung bleibt straffrei
    in: Süddeutsche 25.09.2012

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetzentwurf-beschneidung-bleibt-koerperverletzung-und-straffrei-1.1478479

    ::
    ::

    An den
    Deutschen Bundestag
    Petitionsausschuss

    20. Juli 2012

    Pet 4-17-07-451-040847
    Petition gegen Beschneidung BGB § 1631d

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

    § 1631d
    Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    Begründung

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 10.12.1948) und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie in der von Stammesreligion, Rechtspluralismus und Initiationsriten geprägten kulturellen Vormoderne, an den Menschen als Angehörigen eines ethnoreligiösen Kollektivs,

    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

    ::

  40. Kalevala Says:

    Beschneidung
    Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat Eckpunkte für eine Regelung der Beschneidung von Jungen vorgelegt. Muslime und Juden sind voll des Lobes – die Kinderärzte entsetzt.

    (…) Bis zum 1. Oktober um 12 Uhr haben alle in die Beschneidungsdebatte involvierten Verbände Zeit, ihre Stellungnahme zu den vom Bundesjustizministerium vorgelegten Eckpunkten vorzulegen.

    Wichtigstes Ziel der Neuregelung bleibt, die Beschneidung von Jungen in Deutschland wieder rechtssicher zu machen. So soll im Kindschaftsrecht (Paragraf 1631d BGB) eine Regelung aufgenommen werden, die es Eltern ermöglicht, unter bestimmten Voraussetzungen in die Beschneidung einzuwilligen, ohne dass sie sich strafbar machen.

    „Lege artis vorgenommene Beschneidungen von Jungen (sollen) nicht als Körperverletzung bestraft werden können und auch keine Schadensersatzpflicht auslösen“, heißt es.

    Diese Regelung gilt allerdings nur für Jungen, die noch nicht einwilligungsfähig sind.

    Der BVKJ hat auch deswegen mit den Eckpunkten Probleme, weil diese sich auf eine Stellungnahme der Amerikanischen Akademie der Kinderärzte (AAP) vom August dieses Jahres beziehen.

    Dort heißt es nach Angaben des BVKJ unter anderem, die gesundheitlichen Vorteile beschnittener Neugeborener seien größer als die Risiken (Pediatrics 2012; 130: 585).

    Laut BVKJ haben mittlerweile weltweit 30 pädiatrische Verbände dieser Auffassung widersprochen. Die Stellungnahme der AAP sei durch Forschungsergebnisse nicht belegt, so der Verband.

    Als klugen Vorschlag, der Respekt und Anerkennung verdiene, bezeichnete der Präsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, den Entwurf. Das Diskussionspapier bedürfe aber noch in Einzelfragen des Feinschliffs.

    Der Zentralrat der Muslime begrüßte das Eckpunktepapier, weil es zur Rechtssicherheit beitrage. Kritisch sei aber die Regelung zu prüfen, „wonach Eingriffe bei Kindern bis zum Alter von sechs Monaten nicht der Arztpflicht unterliegen, Eingriffe bei älteren Kindern aber schon.“

    Diese Abstufung gelte es unter dem Aspekt der Gleichbehandlung zu erörtern, sagte die Generalsekretärin des Zentralrates der Muslime, Nuhan Soykan.

    So sollen jüdische Jungen am achten Tag nach der Geburt beschnitten werden, im Islam ist aber eine Beschneidung bis zum Ende des Grundschulalters möglich.

    Mit seinen Vorschlägen ist das BMJ weitgehend den Vorschlägen des Deutschen Ethikrats gefolgt. …

    aus: Pädiater entsetzt über Eckpunkte
    in: Ärzte Zeitung, 26.09.2012

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/822738/beschneidung-paediater-entsetzt-eckpunkte.html

  41. Edward von Roy Says:

    ::

    Sehr geehrte Frau Abgeordnete,
    sehr geehrter Herr Abgeordneter,

    die nicht medizinisch indizierte Jungenbeschneidung (rituelle Zirkumzision) belastet und schädigt Körper und Sexualleben und traumatisiert nicht selten die Psyche. Auch bei noch so fachgerechter Durchführung sind teilweise schwere medizinische Komplikationen bekannt; der gelegentlich beschworene Nutzen zur Krankheitsprävention ist wissenschsftlich nicht haltbar.

    Kinder sind Grundrechtsträger und können altersbedingt in ihre Beschneidung nicht einwilligen. Die staatliche Gemeinschaft hat die kindliche Unversehrtheit zu gewährleisten.

    Nicht selten stehen beschneidungswillige Eltern unter hohem Gruppenzwang der ethnoreligiösen Community und, soweit religiös, unter dem Druck eines angeblich das Seelenheil sichernden und gottgegebenen Beschneidungsbefehls (Gen 17,10 sowie Lev 12,3; islamisch Sunna bzw. Hadith).

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die Jahrtausende alte rituelle Beschneidung in die Zukunft führen. Das Justizministerium plant dazu am Freitag (28. September 2012) eine Expertenanhörung zum Gesetzentwurf, der auf BGB § 1631 Inhalt und die Grenzen der Personensorge zielt und die straffreie Beschneidung legalisieren soll.

    Genau zu diesem Paragraphen habe ich am 20. Juli 2012, also nur einen Tag nach der hastigen Bundestagsresolution (Drucksache 17/10331), eine Petition eingereicht:

    Pet 4-17-07-451-040847
    㤠1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.“

    Nur kurz zum angeblichen gesundheitlichen Nutzen (HIV- und HPV-Prävention), der gelegentlich von den Vereinigten Staaten aus gennannt wird und selbst dort eigentlich nur noch vom Verband AAP (American Academy of Pediatrics) – die notorisch beschneidungsfreundlichen Studien der AAP sind weltweit in der Fachwelt umstritten oder werden schlicht verworfen; das jüngste Statement ist von der US-Kinderrechtsorganisation Intact America noch am selben Tag (27. August 2012) abgelehnt worden (s. u., Quellen).

    Anders als die Bundesjustizministerin es offensichtlich immer noch bewertet: Die medizinisch nicht indizierte elterliche Wunsch-Beschneidung des kleinen Sohnes, ob als patriarchalisch-traditionsreiche Initiation oder als postmodernes Genitaldesign, ist in den bundesdeutschen Begriff des Kindeswohls nicht integrierbar, ihre Gesundheitsvorteile bleiben Mythos.

    Ich bitte Sie, meine hier angehängte Petition zu BGB § 1631d und die dazugehörige ausführliche Begründung zur Kenntnis zu nehmen und in Ihr Abstimmungsverhalten zur Kinderbeschneidung einfließen zu lassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Edward von Roy
    Staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge (FH)

    ::

    Q u e l l e n
    AAP – American Academy of Pediatrics:

    “We’re not pushing everybody to circumcise their babies,“ Dr. Douglas S. Diekema, a member of the academy’s task force on circumcision and an author of the new policy, said in an interview. “This is not really pro-circumcision. It falls in the middle. It’s pro-choice, for lack of a better word. Really, what we’re saying is, ‚This ought to be a choice that’s available to parents.‘ “

    But opponents of circumcision say no one — not even a well-meaning parent — has the right to make the decision to remove a healthy body part from another person.

    “The bottom line is it’s unethical,“ said Georganne Chapin, founding director of Intact America, a national group that advocates against circumcision. “A normal foreskin on a normal baby boy is no more threatening than the hymen or labia on your daughter.“

    THE NEW YORK TIMES
    Benefits of Circumcision Are Said to Outweigh Risks
    By RONI CARYN RABIN
    Published: August 27, 2012

    http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9D03E2D8103DF934A1575BC0A9649D8B63&ref=americanacademyofpediatrics

    INTACT AMERICA’S RESPONSE TO THE AMERICAN ACADEMY OF PEDIATRICS
    2012 REPORT ON CIRCUMCISION

    Issued August 27, 2012

    The Policy Statement and Technical Report on Male Circumcision released today by the Task Force on Circumcision of the American Academy of Pediatrics (AAP) attempts to find justifications for recommending in favor of unnecessary surgery to remove healthy, functioning tissue from infant boys, but falls far short both in its ethical obligations to its members and their patients and in its presentation of the medical and scientific data.

    Even as the AAP purports to find that the benefits of non-medical neonatal male circumcision outweigh its risks, not even its own Task Force can unequivocally recommend this surgery, but instead states that the health benefits are not great enough to recommend routine circumcision for all male newborns. Instead, it focuses much of its argument on urging that health insurance plans and state Medicaid plans cover the costs of the surgery, which is currently not the case in many states.

    It appears that the AAP is acting more as a trade association for doctors who perform this unnecessary surgery more than 1 million times a year, instead of standing up for the human rights and bodily integrity of the only patient that counts—the baby boy.

    http://www.intactamerica.org/aap2012_response

    ::

  42. Kalevala Says:

    ::

    Berlin. Die Eckpunkte des Bundesjustizministeriums zur Regelung der Beschneidung von Jungen stoßen auf gemischte Reaktionen. Die kinderpolitischen Sprecherinnen ihrer Fraktionen, Marlene Rupprecht (SPD), Diana Golze (Die Linke) und Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen), nannten den Vorschlag für einen Gesetzentwurf nicht zustimmungsfähig. „Kinder sind Träger eigener Rechte. Ihre Rechte dürfen nicht – weder religiös motiviert noch aus anderen Erwägungen – zur Disposition gestellt werden“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der drei Bundestagsabgeordneten.

    Es sei erschreckend, dass das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit bei den Überlegungen der Bundesregierung offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle spiele. Der Vorschlag bleibe zudem nicht nur hinter den Vorschlägen des Deutschen Ethikrates, sondern selbst hinter der Maßgabe des Bundestagsbeschlusses zu dem Thema zurück, dass die Beschneidung ohne unnötige Schmerzen durchzuführen ist.

    Auch der Kinderschutzbund pochte auf eine stärkere Berücksichtigung des Kinderwillens. „Sie müssen vom Arzt nach fachlicher Aufklärung gefragt werden, ob sie mit der Beschneidung einverstanden sind“, forderte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers in der „Passauer Neuen Presse”. „Ein Nein muss in jedem Falle gelten.” Gerade bei muslimischen Kindern, die häufig erst im Grundschulalter beschnitten würden, drohten „schwere Traumatisierungen“.

    aus: Religiöse Beschneidung: Kritik an Eckpunkten für Beschneidungsregeln wächst
    in: Hamburger Abendblatt 27.09.2012

    http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article109495537/Kritik-an-Eckpunkten-fuer-Beschneidungsregeln-waechst.html

    ::
    ::

    Berlin – Nach der Vorlage von Eckpunkten des Justizministeriums zur Regelung von Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Jungen wird die Debatte wieder heftiger. Die kinderpolitischen Sprecher von SPD, Linken und Grünen wandten sich am Donnerstag gegen den Vorschlag, der nach ihren Worten darauf abzielt, die Beschneidung grundsätzlich zu erlauben. Marlene Rupprecht (SPD), Diana Golze (Linke) und Katja Dörner (Grüne) betonten in einer Erklärung: „Es ist erschreckend, dass das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit bei den Überlegungen der Bundesregierung nur eine untergeordnete Rolle spielt.“ Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will Beschneidungen straffrei stellen, wenn sie fachgerecht ausgeführt werden und zuvor umfassend aufgeklärt wurde.

    Die Linken-Politikerin Golze ging damit auch auf Distanz zu Fraktionschef Gregor Gysi, der die Pläne „okay“ genannt hatte. Gysi gibt zu, dass es in seiner Fraktion erhebliche Meinungsverschiedenheiten zum Thema gibt. Er selbst sagte an die Adresse von Kritikern in seiner Fraktion, die strikt gegen Beschneidungen sind: Wenn es 100 000 jüdische oder muslimische Männer gäbe, die die an ihnen vorgenommene Beschneidung als „Sauerei“ empfänden, würde die Linke „eine Art Bewegung vertreten“. Doch eine solche Bewegung kenne er nicht. Bei abgeordnetenwatch.de hatte Gysi im Juli geschrieben, die Unversehrtheit eines Kindes sei zwar wichtig. „Andererseits wissen wir natürlich auch, dass es schwerwiegend ist, mit einer tausendjährigen Tradition zu brechen.“ Zu bedenken sei auch, dass niemand etwas dagegen habe, dass viele Eltern kleinen Mädchen Löcher in die Ohren stechen lassen. „Mir scheint es aber auch eine Körperverletzung zu sein

    aus: Matthias Meisner: Kritik an Regeln zur Beschneidung: Kinderpolitiker empört
    in: Der Tagesspiegel 28.09.2012

    http://www.tagesspiegel.de/politik/kritik-an-regeln-zur-beschneidung-kinderpolitiker-empoert/7189548.html

    ::

  43. Querverweis Says:

    DIE GRÜNEN kommen! Statt durchgesetzter AEMR und Rechtseinheitlichkeit hin zu Patriarchalismus, Sexualmagie, Exorzismus und Schariasystem:

    Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), möchte das Recht auf religiös motivierte Beschneidungen gesetzlich garantieren.

    „Ich wünsche mir eine breite Mehrheit für ein Gesetz, dass die religiöse Beschneidung erlaubt“, sagte Göring-Eckardt der „Bild am Sonntag“. Die Beschneidung sei das Zeichen für Juden und Muslime, dass sie zu der jeweiligen Religionsgemeinschaft gehörten.

    _____

    „Beschneidung bedeutet hier Beheimatung in der Religion der Eltern“, so die Grünen-Politikerin. Dies zu verhindern, sei auch eine Art Verletzung. Scharfe Kritik übte Göring-Eckardt an dem Urteil des Landgerichts Köln, das die religiös motivierte Beschneidung eines Jungen für strafbar erklärt hatte.

    „Ich bin über das Urteil erschrocken, weil ich die Sorge habe, dass sich Jüdinnen und Juden nicht willkommen in unserem Land fühlen könnten.“ Gleichzeitig äußerte sie jedoch auch Verständnis für die Gegner der Beschneidung. „Ich kann verstehen, dass Menschen darüber diskutieren wollen, wie es den Kindern bei der Beschneidung geht. Es gehört zur Demokratie, dass man solche Fragen debattieren kann“, erklärte Göring-Eckardt.

    http://www.bielefelderblatt.de/magazin/gesundheit/11134670-goering-eckardt-will-garantie-fuer-recht-auf-beschneidung

  44. Edward von Roy Says:

    Sehr geehrte Frau Abgeordnete,
    sehr geehrter Herr Abgeordneter,

    die nicht medizinisch indizierte Jungenbeschneidung belastet und schädigt Körper und Sexualleben und traumatisiert nicht selten die Psyche. Auch bei noch so fachgerechter Durchführung sind teilweise schwere medizinische Komplikationen bekannt; der gelegentlich beschworene Nutzen zur Krankheitsprävention ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Beschneidungsbereite Eltern bieten ihrem – beim familiären Klatsch und Tratsch über den Kinderpenis gezielt beschämten – Kind die Option Zirkumzision blumig werbend, pseudowissenschaftlich überredend, patriarchalisch einschüchternd oder stolz bis elitär und dabei jeden Unbeschnittenen ein wenig herabsetzend an; der jüdische acht Tage alte Säugling wird gar nicht erst gefragt. Auch vor solchen Situationen der elterlicherseits noch so „gut gemeinten“ Überrumpelung ist das Kind durch uns alle zu schützen.

    Völlig altersgemäß, auch weil sie die nachteiligen Beschneidungsfolgen nicht überschauen und eine erwachsene Sexualität noch nicht aus eigenem Erleben kennen, können Jungen in ihre Zirkumzision nicht einwilligen. Die rituelle Beschneidung ist keine Heilbehandlung. Die staatliche Gemeinschaft hat dem Kind von heute die genitale Unversehrtheit von morgen zu bewahren, um dem selben Individuum in noch fernerer Zukunft die bestmögliche sexuelle Selbstbestimmung als Jugendlicher und Erwachsener zu ermöglichen. Ohne Einschränkung gilt: Kinder sind Grundrechtsträger.

    Oft stehen beschneidungswillige Eltern unter hohem Gruppenzwang der ethnoreligiösen Community und, soweit religiös, unter dem Druck eines angeblich das Seelenheil sichernden und Verdammnis abwehrenden Beschneidungsbefehls (Gen 17,10 sowie Lev 12,3; islamisch Sunna bzw. Hadith).

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die medizinisch unnötige Zirkumzision in die Zukunft führen – das ist zutiefst kinderfeindlich und ein organisierter Angriff auf die körperliche Unversehrtheit eines Teils der Bevölkerung. Das Justizministerium verbreitet einen Gesetzentwurf, der auf BGB § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge zielt und die Zirkumzision straffrei ins elterliche Belieben stellen soll.

    Genau zu § 1631 BGB habe ich am 20. Juli 2012, also nur einen Tag nach der hastigen Bundestagsresolution (Drucksache 17/10331), eine Petition eingereicht:

    Pet 4-17-07-451-040847
    㤠1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.“

    Nur kurz zum angeblichen gesundheitlichen Nutzen (HIV- und HPV-Prävention), der gelegentlich von den Vereinigten Staaten aus gennannt wird und selbst dort eigentlich nur noch vom Verband AAP (American Academy of Pediatrics) – die notorisch beschneidungsfreundlichen Studien der AAP sind weltweit in der Fachwelt umstritten oder werden schlicht verworfen; das jüngste Statement ist von der US-Kinderrechtsorganisation Intact America noch am selben Tag (27. August 2012) abgelehnt worden (s. u., Quellen).

    Deutschland hat jedem Mohel die Durchführung von Metzitzah b’peh (oral sucking, Kind stirbt in Einzelfällen am übertragenen Herpesvirus oder überlebt eine Hirnhautentzündung und ist lebenslang geistig behindert) zu untersagen. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung zwar begeistert über die Legalisierung der Beschneidung redet, aber die Metzitzah b’peh (oral-genitale Beschneidung, der Mohel nimmt zum Blutabsaugen den Penis des Säuglings in den Mund) nicht thematisiert.

    Auch der ästhetisch motivierte elterliche Umgestaltungswunsch des Kinderpenis ist nicht zu legalisieren. Anders als es die Bundesjustizministerin immer noch bewertet: Die medizinisch nicht indizierte elterliche Wunsch-Beschneidung des kleinen Sohnes, ob als patriarchalisch-traditionsreiche Initiation oder als postmodernes Genitaldesign, ist in den bundesdeutschen Begriff des Kindeswohls nicht integrierbar, ihre Gesundheitsvorteile bleiben Mythos.

    Ich bitte Sie, auch die Argumente meiner hier angehängten Petition zu BGB § 1631d und die dazugehörige ausführliche Begründung zur Kenntnis zu nehmen und in Ihr Abstimmungsverhalten zur Kinderbeschneidung einfließen zu lassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Edward von Roy
    Diplom-Sozialpädagoge (FH)

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    Q u e l l e n
    AAP – American Academy of Pediatrics:

    “We’re not pushing everybody to circumcise their babies,“ Dr. Douglas S. Diekema, a member of the academy’s task force on circumcision and an author of the new policy, said in an interview. “This is not really pro-circumcision. It falls in the middle. It’s pro-choice, for lack of a better word. Really, what we’re saying is, ‚This ought to be a choice that’s available to parents.‘ “

    But opponents of circumcision say no one — not even a well-meaning parent — has the right to make the decision to remove a healthy body part from another person.

    “The bottom line is it’s unethical,“ said Georganne Chapin, founding director of Intact America, a national group that advocates against circumcision. “A normal foreskin on a normal baby boy is no more threatening than the hymen or labia on your daughter.“

    THE NEW YORK TIMES
    Benefits of Circumcision Are Said to Outweigh Risks
    By RONI CARYN RABIN
    Published: August 27, 2012

    http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9D03E2D8103DF934A1575BC0A9649D8B63&ref=americanacademyofpediatrics

    INTACT AMERICA’S RESPONSE TO THE AMERICAN ACADEMY OF PEDIATRICS
    2012 REPORT ON CIRCUMCISION

    Issued August 27, 2012

    The Policy Statement and Technical Report on Male Circumcision released today by the Task Force on Circumcision of the American Academy of Pediatrics (AAP) attempts to find justifications for recommending in favor of unnecessary surgery to remove healthy, functioning tissue from infant boys, but falls far short both in its ethical obligations to its members and their patients and in its presentation of the medical and scientific data.

    Even as the AAP purports to find that the benefits of non-medical neonatal male circumcision outweigh its risks, not even its own Task Force can unequivocally recommend this surgery, but instead states that the health benefits are not great enough to recommend routine circumcision for all male newborns. Instead, it focuses much of its argument on urging that health insurance plans and state Medicaid plans cover the costs of the surgery, which is currently not the case in many states.

    It appears that the AAP is acting more as a trade association for doctors who perform this unnecessary surgery more than 1 million times a year, instead of standing up for the human rights and bodily integrity of the only patient that counts—the baby boy.

    http://www.intactamerica.org/aap2012_response

    The controversy over metzitzah b’peh was reignited in March after it came to light that an unidentified infant died Sept. 28 at Brooklyn’s Maimonides Medical Center from “disseminated herpes simplex virus Type 1, complicating ritual circumcision with oral suction,“ according to the death certificate.

    Health Department investigations of newborns with the herpes virus from 2000 to 2011 have shown that 11 infants contracted the herpes virus when mohels, or ritual circumcisers, placed their mouths directly on the child’s circumcision wound to draw blood away from the circumcision cut, according to a statement from the department. Ten of the infants were hospitalized, at least two developed brain damage and two babies died.

    aus: N.Y. health chief calls for end to metzitzah b’peh rite in circumcisions
    U.S. Health Department investigations show that 11 infants contracted the herpes virus between 2000 to 2011 as a result of the rite.
    HAARETZ Jun. 08, 2012

    http://www.haaretz.com/jewish-world/jewish-world-news/n-y-health-chief-calls-for-end-to-metzitzah-b-peh-rite-in-circumcisions-1.435227

    Ungefähr 200 Rabbiner haben eine Petition unterschrieben … Eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde wollte sich zur Petition der Rabbiner nicht äußern. Sie meinte aber: »Es ist wichtig, dass Eltern die Risiken kennen, die mit dieser Praxis, also der Metzitzah B’peh, verknüpft sind.«

    Hannes Stein in: Jüdische Allgemeine 06.09.2012

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13952

    Some 200 rabbis have signed a statement alleging that the department “printed and spread lies … in order to justify their evil decree. It is clear to us that there is not even an iota of blame or danger in this ancient and holy custom,” the New York Post reported.

    The Forward
    JTA 03.09.2012

    http://forward.com/articles/162164/rabbis-organize-against-metzitzah-bpeh-forms/#ixzz27ryn1H4q

    ::

  45. schariagegner Says:

    Beschneidungsbefürworter lassen es sich nicht nehmen medizinisch und gesundheitlich fehlzuinformieren.

    Offener Brief einer Medizinstudentin kurz vor Abschluss ihres Staatsexamens. Das iSPD-Mitglied schrieb an Christine Lambrecht zu deren Rede vom 19.07.2012 im BT:

    Liebe Christine,

    … . Es ist jedoch eine medizinische Fehlinformation, die in fast allen Fraktionen vorhanden ist, dass die Vorhaut des Penis anders gebaut sei als beispielsweise die Labien (kleinen Schamlippen) einer Frau. Dieser Irrtum entsteht wahrscheinlich dadurch, dass Beschneidungen an Jungen häufiger und wegen überalterter medizinischer und traditoneller Vorstellungen auch akzeptierter sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie folgenärmer wären. …

    Hier kann man weiterlesen:

    http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/07/20/beschneidungsdebatte-fehlinformationen-ohne-ende/

    Ümmühan Karagözlü

  46. Chronist Says:

    ::

    Ärztekunst und Kindeswohl

    26 Seiten sollen Rechtssicherheit schaffen: Das Justizministerium hat den Entwurf für ein Beschneidungsgesetz erarbeitet

    München – Das Bundeskabinett will am Mittwoch nächster Woche ein Beschneidungsgesetz verabschieden. Das Bundesjustizministerium hat auf der Basis der Eckpunkte, die vor einer Woche vorgelegt wurden, einen ins Detail gehenden 26-seitigen Gesetzentwurf erarbeitet. Der Entwurf liegt der Süddeutschen Zeitung vor. Er soll ‚Rechtssicherheit für alle Betroffenen‘ schaffen. Er formuliert einen neuen Paragraf 1631 d im Bürgerlichen Gesetzbuch: Die Beschneidung bleibt straffrei, wenn die Eltern zustimmen und die Regeln der ärztlichen Kunst befolgt werden.

    Absatz 1 dieses Paragrafen soll künftig lauten: ‚Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.‘

    In Absatz 2 soll es heißen: ‚In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgemeinschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet sind und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.‘

    Was genau die Regeln ärztlicher Kunst verlangen, wird im geplanten Paragrafen nicht näher ausgeführt. In der Begründung ist aber von einer ‚im Einzelfall angemessenen und wirkungsvollen Betäubung‘ die Rede. Der Beschneider einer Religionsgemeinschaft, der in den ersten sechs Monaten des Jungen die Beschneidung vornehmen darf, muss ‚eine besondere Ausbildung‘ absolviert haben.

    Der Gesetzentwurf bietet im allgemeinen Teil seiner Begründung einen ausführlichen Überblick über Geschichte und Praxis der Beschneidung. Umfassend ist auch der internationale Rechtsvergleich. Er beginnt mit der Feststellung, dass weltweit kein Staat bekannt sei, ‚in dem eine mit Einwilligung der Eltern fachmännisch fehlerfrei durchgeführte Beschneidung von männlichen Kindern ausdrücklich verboten wäre‘. Schweden wird als das einzige Land genannt, das (seit 2001) schon über eine gesetzliche Erlaubnisnorm für Beschneidungen verfügt – ähnlich der geplanten deutschen Regelung. Der Gesetzentwurf grenzt die erlaubte Beschneidung von Jungen scharf von der weiterhin strikt verbotenen ‚Verstümmelung weiblicher Genitalien‘ ab. Zur Genitalverstümmelung von Mädchen heißt es unmissverständlich: ‚Eine rechtfertigende Einwilligung von Sorgeberechtigten kommt in keinem Fall in Betracht.‘ Es handele sich stets um gefährliche oder schwere Körperverletzung, gegebenenfalls auch um ‚Misshandlung von Schutzbefohlenen‘.

    Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der Entwurf von der Bundesregierung und vom Bundestag eingebracht werden, was einer beschleunigten Verabschiedung dient. Es gibt Signale aus fast allen Fraktionen, bei der Abstimmung im Bundestag den Fraktionszwang aufzuheben.

    Heribert Prantl
    Süddeutsche 04.10.2012

    http://www.sueddeutsche.de/S5438l/876701/Aerztekunst-und-Kindeswohl.html

    ::

  47. Edward von Roy Says:

    Gestern war die Abstimmung!

    Am Abend des 12.12.2012 sind die Beschneider und Beschneidungsfreunde zufrieden, denn männliche Kinder dürfen wieder legal im Namen des elterlichem Beschneidungsoptimismus oder der elterlichen Gottesfurcht gequält und lebenslang ein bisschen geschädigt und in Sexualleben und Lebensqualität eingeschränkt werden. Was zu befürchten war, ist also eingetroffen:

    Regierungsentwurf, Zahl der Abgeordneten und Abstimmungsverhalten

    434 dafür
    100 dagegen
    46 Enthaltungen

    Oppositionsentwurf der 66 Abgeordneten

    584 abgegebene Stimmen
    91 dafür
    462 dagegen
    31 Enthaltungen

    http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/42042381_kw50_de_beschneidung/index.html

    Viele einzelne Befürworter des halbwegs beschneidungskritischen Gegenentwurfs argumentierten hervorragend, doch das Alter vierzehn hielt und halte ich menschenrechtlich für unzureichend und strategisch für verfehlt, denn wo seit Jahrzehnten kein Jugendarbeiter oder Lehrer es wagt, muslimisch und jüdisch geprägte Eltern (oder alle anderen!) von der Beschneidung ihres Sohnes abzuhalten, da wird auch der vierzehn oder fünfzehnjährige Junge sich dem Druck von Clan und Peer Group sowie dem religiös erwünschten Ekel vor den „unreinen“ Unbeschnittenen nicht entziehen können.

    In den nächsten Jahren wird unsere mühselige Aufklärungsarbeit erst beginnen müssen und allmählich ein Bewusstsein dafür bilden, dass Eltern keine schmerzenden, blutenden Wunden im Genitalbereich des „eigenen“ Kindes hervorrufen dürfen, auch nicht auf Befehl der Götter Jahwe oder Allah oder aus ästhetischem Befinden oder aus reichlich legendärer Aidsprophylaxe.

    Eins zu null sagt man beim Fußball, die gestrige Debatte gewannen Scharia, Halacha und elterliche Allmacht gegen Wissenschaftlichkeit und Kindeswohl 1:0.

    Was für ein schwarzer Tag für die kulturelle Moderne und die Kinderrechte. Wer es jetzt in Jugendverbänden, Jugendämtern, Wohlfahrtsverbänden oder Fachhochschulen für Soziale Arbeit wagen sollte, wissenschaftlich begründet gegen die Zirkumzision zu argumentieren, wird es noch schwerer haben als bisher.

    Edward von Roy

  48. Kalevala Says:

    ::

    „Später, wenn man einmal dieses schändliche Gesetz, das mit der Mehrheit der Religionsvertreter in unserem Parlament zustande kam, als das erkennen wird, was es tatsächlich ist, nämlich ein Schlag gegen die Rechte und das Wohl von Kindern und ein Schritt zurück ins Mittelalter, wird man aber dennoch sagen können, dass es aufrechte Kämpfer gab, die sich mit menschenrechtlichen Argumenten, wenn auch vorerst vergeblich, für die Rechte der Kinder einsetzten.“

    Uwe Lehnert (zitiert von Frank Berghaus am 12. Dezember 2012 um 21:59)

    http://www.wissenbloggt.de/?p=14327

    ::

  49. Carcinòl Says:

    ::

    … I am a Muslim of Malay ethnicity, who was born in Singapore, where Malays are an ethnic and religious minority today, and lived there until I was 24 years old. The Malays, of whom 99 percent are Muslim, are the indigenous people of Singapore and the Malay archipelago. …

    When I asked my mother again recently, she revealed that she and her seven sisters had all undergone sunat. In Singapore in the 1940s, sunat involved cutting off a piece of a girl’s prepuce or clitoral hood, making it flat instead of naturally covering the top of the clitoris. By the time my sister was born in the 1980s, it was more common to practice a symbolic form of sunat in the form of scraping of the prepuce using a penknife or scissors.

    Both of these procedures had been done by a mak bidan, or post-partum midwife, whose role was to help mothers with bathing and nursing their babies, and also get back into shape after a natural birth with the use of tummy wraps, herbal drinks, herbal applications, massage, and bathing of the newborn baby. The mak bidan had performed the sunat after bathing my sister, who was then just a week old.

    My mother was too young to remember when she had her own sunat done, guessing it was probably when she was a few weeks old. During her childhood, undergoing sunat was a big deal for both girls and boys, but only boys enjoyed social celebrations in the form of ritual feasts and processions. In contrast, sunat perempuan was carried out by the midwife, often in the presence of only the mother, quickly and without much fuss. When my mother tried to ask her own mother any questions or to attend the procedure, she was dismissed as being mentel, or excessively curious in matters of sexuality. …

    To remain faithful to the point of reference, which is Southeast Asia, I will use the term FGC and sunat perempuan and interchangeably to refer to a variety of invasive procedures such as cutting off a small piece of the highest part of the clitoral hood (also known as the prepuce or foreskin), drawing blood by scraping or pricking, as well as non-invasive procedures such like spreading blood or spreading antiseptic on the area. …

    There exists no convincing evidence that any form of FGC predated the spread of Islam to the region. In fact,, Hindu and Buddhist beliefs prevailed in Southeast Asia before Islam and the followers of both faiths reject both male and female circumcision. Further, some 19th century syncretist Muslims in Java rejected FGC as well, considering it an ‘Arab custom’. However, most of the population declared it to be optional. The royal families of Java also employed a non-Arabic word for FGC such as kres or tetesan (‘pricking’). Among the orthodox Muslims, the term sunat perempuan or khitan perempuan (‘female circumcision’) is more commonly used, until today.

    Photographs taken by Stephanie Sinclair in 2006 of a mass sunat perempuan ceremony in Bandung, Indonesia, were published in 2008 and surfaced again late last year, making public a ritual that usually takes place behind closed doors. Her pictures show girls ranging from nine months to nine years of age undergoing the ritual as done by a team of middle-aged women. The sunat, as described, involved cutting of a piece of the clitoral hood (the size of a “nail clipping”) using a sterilised pair of scissors. Sinclair had attended a ceremony organized and sponsored by Yayasan Assalaam Bandung, a foundation that provides Islamic education and social welfare services and sees itself as an open, inclusive, moderate, and dynamic organisation. …

    Various reasons are offered for female circumcision, for example, to keep “clean”; to “purify the genitals and bestow gender identity”; to “control women’s sexual urges”; because women can only be beautiful if chaste; to help them not be “as wild”; to make them “more beautiful in the eyes of their husband”; or to make the latter “more excited in bed”. In Singapore, some of the older generations point out that the reason that some young women are “wild” today is because they are not circumcised. Others also argue that there is neither much harm nor pain because of the very small amount of flesh that is removed (described as the size of a nail clipping, a quarter-grain of rice, a guava seed, a bean, the tip of a leaf, or the head of a needle). They also stress the importance of supposedly avoiding the clitoris. A midwife known for cutting away “too much” flesh might be boycotted …

    The overwhelming majority of Muslims in Southeast Asia follow the Shafii school of law, which declares FGC as wajib, or obligatory. In contrast, the other three Sunni schools, together with the Shia schools, consider FGC a sunnah or a recommended act. Just like male circumcision, there is no mention of it in the Quran. The form of FGC taking place in Southeast Asia seems to follow this general and gender-neutral rule from al-Nawawi to remove the prepuce at a young age, but also at an older age if it causes no ‘harm’.[xvi] This ruling is found in his chapter on taharah or purity, indicating that the concern was for the cleanliness of the genitals, especially the area under the prepuce, and consequent validity of acts of worship. Indeed, about half of the reasons mentioned above by midwives and parents for the practice reflects a concern for hygiene.

    With regards to hadith, or Prophetic sayings, there is much debate on which are considered authentic, and therefore authoritative enough to be taken as a source of law. The most commonly-cited hadith (here) mentioning circumcision has been used to both promote and discourage FGC. Other hadith that mention circumcised parts (here and here) are also making a larger point about purifying one’s body after sexual intercourse, but not necessarily ordaining circumcision. Other hadith whose authenticity cannot be confirmed variously urge to not “cut deeply”, “abuse”, “cut into”, or “exceed the limit”, but instead to “trim”, “reduce the size of the clitoris”, or to “cut off only the foreskin”. …

    Today, in Southeast Asian society, we are witnessing a growing trend towards institutionalising and medicalising FGC. In 2008, the Ministry of Health in Malaysia reported that 88 percent of their female staff had their daughters circumcised by doctors in the private practice.[xviii] Another study in Indonesia revealed that 65 percent of FGC was performed in hospitals.[xix] In Singapore, a woman Muslim doctor admits to “circumcising five to six patients a day”, mostly babies and prepubescent children.

    In late 2006, the Ministry of Health in Indonesia banned doctors from performing the procedure based on the grounds that it was “potentially harmful”, but this ban was not enforced. Hospitals continue to offer sunat perempuan for baby girls, sometimes as part of “birth packages” which also included vaccinations and ear piercing. Yayasan Assalaam, an Islamic foundation that runs a mosque and several schools, also links the practice to celebrating the birthday of Prophet Muhammad, and even provides incentives like money and food to parents who bring their daughters to their annual sunat ceremony.

    In Malaysia, the Fatwa Committee of Malaysia’s National Council of Islamic Religious Affairs ruled in 2009 that female circumcision, was “obligatory for Muslims but if harmful must be avoided”.[xxii] More recently, in Indonesia, the Indonesian Council of Ulema ruled in favour of female circumcision and added that although it cannot be considered mandatory, it is still “morally recommended”.[xxiii] The leader of this council however warned to avoid “excesses” in the removal or cutting of the clitoris — a position supported by the hadith mentioned earlier. A similar advice is given by the Islamic Religious Authority of Singapore on their website. …

    aus: “A Tiny Cut”: Female Circumcision in South East Asia

    Sya Taha is historically Javanese, politically Malay, and accidentally a migrant to the Netherlands whose interests include Quranic hermeneutics, gender, disability, and race in the Nusantara (Malay archipelago).

    http://www.theislamicmonthly.com/a-tiny-cut-female-circumcision-in-south-east-asia/

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    Question:

    Assalamu Alaikum
    What is the mu`tamad qowl (relied upon position) of the Shafi`ee Mazhab regarding the khatnah (circumcision) of women? Is it wajib (obligatory) or sunnat?

    Also, what if a woman was ignorant if it being wajib will it be incumbent on her during her advanced age to perform khatnah?

    Answer:

    Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfiʿī madhhab. In a situation a woman is in her advanced age, it is not permissible to circumcise her if it may harm her (al-Rauḍah of Imam An-Nawawi: 3: 384).

    Allah knows best

    Answered by:
    Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfiʿī

    Checked by:
    Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

    Clarification:

    Shaykh Nuh Keller translates and comments in his Reliance of the Traveller:

    “Circumcision is obligatory (Shaykh ‘Umar Barakat: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. bazr) of the clitoris (Shaykh Nuh Keller: not the clitoris itself, as some mistakenly assert).”

    We would like to point out that this “circumcision” is not what is commonly known as female genital mutilation.

    http://www.shafiifiqh.com/category/fiqh-of-worship/taharah/circumcision/

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    die islambeschönigende amerikanische Sufi-Taqiyya, pro Scharia und pro Kalifat was denn sonst, schwappt also bei Bedarf nach Südostasien?! Wir dürfen wiederholen, denn der Schadhiliyya-Scheich Nuh Ha Mim Keller flunkert uns das Blaue vom Himmel herunter:

    bazr ist nicht Klitorisvorhaut, sondern Klitoris

    al-baẓr

    http://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B8%D8%B1

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Clitoris

    http://de.wikipedia.org/wiki/Klitoris

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  50. Jacques Auvergne Says:

    … dass der amerikanische Sufischeich Keller aus dem schafiitischen männlichen und weiblichen Beschneidungsgebot einen kitschigen Bambi-Islam bastelt und baẓr mit Klitorisvorhaut übersetzt, ist auch der Seite Answering Islam aufgefallen:

    Reliance of the Traveller, Revised edition, amana publications, Beltsville, 1997. The title page informs us that this book is

    The Classic Manual of Islamic Sacred Law ‘Umdat al-Salik
    by Ahmad ibn Naqib al-Misri (d. 769/1368) in Arabic with
    Facing English Text, Commentary, and Appendices
    Edited and Translated by Nuh Ha Mim Keller

    In this book, in the section titled „THE BODY“, we find on page 59 the following entry:

    Nuh Hah Mim Keller’s Translation

    e4.3 Circumcision is obligatory (O: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. Bazr) of the clitoris (n: not the clitoris itself, as some mistakenly assert). (A: Hanbalis hold that circumcision of women is not obligatory but sunna, while Hanafis consider it a mere courtesy to the husband.)“

    However what the Arabic actually says is:

    Circumcision is obligatory (for every male and female)
    by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male,
    but circumcision of the female is by cutting out the clitoris
    (this is called HufaaD). {bold emphasis ours}

    The Arabic word bazr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself (cf. the entry in the Arabic-English Dictionary). The deceptive translation by Nuh Hah Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

    http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

  51. Cees van der Duin Says:

    Trotz momentaner Nichbeschneidung aus sechs Gründen gar kein gutes Urteil vom Oberlandesgericht Hamm:

    1. nur die prekäre Zugehörigkeit zum „Neo-Stamm“ der Evangelischen schützt ein bisschen vor der Jungenbeschneidung, 2. wenn die Mutter beim Vorhautamputieren zuguckt ist alles eher in bester Ordnung, 3. ein bisschen Plappern mit dem Kind legalisiert die MGM und 4. die Spezies der Muslime oder Juden dürfte sowieso beschneiden.

    5. Auch ein häufiger Besuch in Kenia wäre vielleicht eine nordrhein-westfälische Beschneidungserlaubnis.

    6. „Medizinische Risiken“ und „Schmerzen“ sind im Namen des Volkes gefälligst zu akzeptieren: „weil diese Umstände mit jeder nicht medizinisch indizierten Beschneidung verbunden seien“.

    7. Ganz schlimm: das örtliche Jugendamt wird durch das gestrige Gerichtsurteil zur beschneidungsbilligenden Instanz geadelt!

    Ein erneuter schwarzer Tag für das Kindeswohl!
    Cees van der Duin

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    OLG untersagt Mutter, Sohn beschneiden zu lassen

    … Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat die 2012 neu geschaffene Beschneidungsvorschrift aus religiösen oder kulturellen Motiven im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) erstmals konkretisiert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil vom 30. August hat das OLG einer Mutter untersagt, ihren sechsjährigen Sohn beschneiden zu lassen (Az.: 3 UF 133/13). Die Richter bestätigten damit eine Entscheidung des Amtsgerichts Dortmund, das die Beschneidung ohne medizinische Indikatoren nicht zugelassen hatte.

    Der 3. Familiensenat bemängelte, dass die Mutter das Kindswohl ihres Sohnes nicht berücksichtigt habe. Die Entscheidung zu einer Beschneidung sei ohne Einbeziehung des Jungen gefallen. …

    Die geschiedenen Eltern aus Dortmund hatten sich gestritten, ob die aus Kenia stammende Mutter den Sohn beschneiden lassen darf. Zur Begründung führte sie die kulturellen Riten ihres Heimatlandes an. Ihr Sohn sollte bei Besuchen in Kenia als vollwertiger Mann angesehen und geachtet werden.

    Das Gericht aber sah darin keine Rechtfertigung. Der Lebensmittelpunkt der Familie sei in Deutschland, Besuche in Kenia seien selten möglich und das Kind evangelisch getauft. Die Intimhygiene des Kindes sah das Gericht ohne Beschneidung nicht gefährdet. Dafür aber das psychische Wohl des Jungen.

    Die Richter merkten kritisch an, dass die Mutter es abgelehnt hatte, ihr Kind zu dem Eingriff zu begleiten. …

    dpa/bar
    DIE WELT 25.09.2013

    http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article120379818/OLG-untersagt-Mutter-Sohn-beschneiden-zu-lassen.html

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    Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 30.08.2013
    – 3 UF 133/13 –
    Gefährdung des Kindswohls – Kindsmutter darf Sohn nicht beschneiden lassen
    Oberlandesgericht Hamm konkretisiert die neue Beschneidungs­vorschrift (§ 1631 d BGB)

    Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass die Kindesmutter ihren Sohn zurzeit nicht beschneiden lassen darf und die Entscheidungsbefugnis über diese Frage dem zuständigen Jugendamt als Ergänzungspfleger übertragen bleibt.

    Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Einwilligung der sorgeberechtigten Mutter in eine Beschneidung lägen allerdings nicht vor. Auch wenn ein Sechsjähriger noch nicht in der Lage sei, über seine Beschneidung selbst zu entscheiden, verpflichte die gesetzliche Vorschrift die sorgeberechtigten Eltern und – im Falle eines mehr als sechs Monate alten Kindes – auch den Arzt, die Beschneidung mit dem Kind in einer seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechenden Art und Weise zu besprechen und die Wünsche des Kindes bei der elterlichen Entscheidung zu berücksichtigen. Eine diesen Anforderungen entsprechende Beteiligung des Kindes habe im vorliegenden Fall noch nicht stattgefunden.

    Die von den sorgeberechtigten Eltern bzw. dem allein sorgeberechtigten Elternteil erteilte Einwilligung zur Beschneidung sei zudem nur dann wirksam, wenn diese über den Eingriff zuvor ordnungsgemäß und umfassend aufgeklärt worden seien. Eine dementsprechende Aufklärung der Kindesmutter sei bislang ebenfalls nicht dargelegt worden.

    Im vorliegenden Fall sei es außerdem gerechtfertigt, der Kindesmutter die Befugnis zur Einwilligung in eine Beschneidung ihres Kindes vorläufig zu entziehen. Zurzeit spreche eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Gefährdung des Kindeswohls, wenn eine Beschneidung vollzogen werde. …

    Die Motive der Kindesmutter für eine Beschneidung könnten zwar grundsätzlich eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung rechtfertigen. Im vorliegenden Fall hätten sie allerdings ein geringeres Gewicht, weil die Familie der Kindesmutter ihren ständigen Lebensmittelpunkt in Deutschland habe, Besuche in Kenia selten möglich seien und der Junge auch evangelisch getauft sei. Zudem sei nicht ersichtlich, dass die Intimhygiene des Kindes ohne die Beschneidung gefährdet sei. Gegen eine Beschneidung spreche nicht, dass diese medizinische Risiken habe und Schmerzen verursachen könne, weil diese Umstände mit jeder nicht medizinisch indizierten Beschneidung verbunden seien. Im vorliegenden Fall gebe es aber gewichtige Gründe dafür, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt durch die Kindesmutter veranlasste Beschneidung das psychische Wohl des Sechsjährigen beeinträchtige, insbesondere weil sich die Kindesmutter nach eigenen Angaben außerstande sehe, ihren Sohn bei dem Eingriff – auch wenn er ihn ablehnen sollte – zu begleiten.

    http://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Hamm_3-UF-13313_Gefaehrdung-des-Kindswohls-Kindsmutter-darf-Sohn-nicht-beschneiden-lassen.news16867.htm

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  52. Dwarslöper Says:

    Tonio Walter vergleicht die jetzige Gesetzgebung zu MGM und FGM und stellt eine Ungleichbehandlung überzeugend als verfassungswidrig dar. Walter irrt jedoch, die Nervenenden (Rezeptoren) betreffend sind männliche und weibliche Vorhaut nicht vergleichbar, eher schon männliche Vorhaut und Klitoris.

    Die männliche Vorhaut enthält Verzweigungen des Dorsalnervs sowie zwischen 10.000 bis 20.000 spezialisierte erotogene Nervenendigungen verschiedener Typen
    ::

    Damit verstößt der neue Paragraf 226a StGB gegen einen zentralen Satz des Grundgesetzes: dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Denn eine Teilentfernung der weiblichen Vorhaut, erst recht ein bloßer Einschnitt in sie, ist nicht gravierender als die Beschneidung eines Jungen. Im Gegenteil, das radikale, vollständige Wegschneiden der Vorhaut eines Jungen geht weiter.

    Durch ihn soll „das Bewusstsein für das Unrecht der Genitalverstümmelung geschärft werden“. Aber eben nur, soweit sie Mädchen oder Frauen betrifft. In Verbindung mit Paragraf 1631d BGB, der die Beschneidung von Jungen legalisiert, verkündet der neue Tatbestand damit folgende Botschaft: Das, was eine Frau körperlich ausmacht, ist unantastbar. Aber das, was einen Mann körperlich ausmacht, darf zurechtgeschnitten werden. Das weibliche Geschlecht ist sakrosankt, das männliche disponibel. …

    aus: Das unantastbare Geschlecht. In Deutschland wird jetzt Genitalverstümmelung bestraft – aber nur, wenn Frauen die Opfer sind

    von: Tonio Walter
    in: ZEIT online 14.07.2013

    http://www.zeit.de/2013/28/genitalverstuemmelung-gesetz-frauen/komplettansicht

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    Gerhard Hafner, immerhin, denkt über die zurzeit leider legalisierte Versehrbarkeit des männlichen gegenüber dem weiblichen kindlichen Genitalbereich nach.

    Auch Hafner scheint die Anzahl der Nervenenden der Vorhaut, speziell von Vorhautinnenseite und Bändchen (Stichwort Gefurchtes Band) sowie die Rezeptorendichte der weiblichen Klitorisvorhaut nicht zu kennen:

    Stellen wir uns folgendes Gesetz vor: Wer die äußeren Genitalien einer männlichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsentzug nicht unter einem Jahr bestraft. Gleichgültig, ob es sich um einen Jungen oder um einen erwachsenen Mann handelt, egal ob unter Narkose und wie viel am Penis geschnitten wurde, egal ob der Beschnittene einwilligt oder nicht, der Täter oder die Täterin muss für bis zu 15 Jahre hinter Gitter. Denn: Jegliche Verstümmelung von Genitalien verstößt gegen die guten Sitten.

    War dies das Ergebnis der hitzigen Beschneidungsdebatte, die vor einem Jahr aus Anlass eines Gerichtsurteils begann und Deutschland in zwei Lager, in Beschneidungsgegner und Beschneidungsanhänger, teilte? Natürlich nicht. Ende Juni dieses Jahres fügte der Bundestag – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – im Strafgesetzbuch den Paragrafen 226a ein. Dort heißt es: „Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“ Bis zu 15 Jahren. Der strafrechtliche Schutz wird damit auf nur ein Geschlecht beschränkt. Das allein ist natürlich schon ein Gewinn, denn bisher wurde die Verstümmelung weiblicher Genitalien lediglich als schwere Körperverletzung mit einer Haft von maximal zehn Jahren geahndet. …

    Während nun die Folgen für die Gesundheit und die Sexualität bei schweren Formen der weiblichen Genitalverstümmelung nicht infrage stehen, sind die weniger einschneidenden Fälle in ihrer Wirkung durchaus mit der männlichen Beschneidung vergleichbar. Darauf hat der Strafrechtler Reinhard Merkel bereits letztes Jahr beim Hearing des Ethikrats hingewiesen. Die Krux dieser Gleichstellung: Da die Klitorisvorhaut das Pendant der Vorhaut des Mannes ist, müsste konsequenterweise die Beschneidung der männlichen Vorhaut ebenfalls, wie die Weltgesundheitsorganisation dies für die Entfernung der Klitorisvorhaut bei Frauen tut, als ein klarer Fall von Genitalverstümmelung gelten. …

    aus: Geht der Streit weiter?

    von: Gerhard Hafner
    in: derFreitag 25.07.2013

    http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/geht-der-streit-weiter

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    Das Gefurchte Band der Menschlichen Vorhaut
    „vormals Frenarband genannt“

    TAYLOR und Kollegen merkten weiterhin an, dass das gefurchte Band stark vaskularisiert [von vielen Blutgefäßen durchzogen d. h. stark durchblutet] ist – eine Eigenschaft, die für Teile des Nervensystems typisch sind. …

    „Die gefurchte Schleimhaut ist eine gefäßreiche Zone von spezialisiertem Nervengewebe, die eine dichte Konzentration spezialisierter erotogener Nervenrezeptoren enthält. Die Eversion (Ausstülpen) und Reversion (Einstülpen) der Vorhaut während der Erektion und dem sexuellen Spiel sorgen dafür, dass die Falten der gefurchten Schleimhaut sich wie die Bügel eines Akkordions ausdehnen und wieder zusammenziehen. Diese Bewegung ermöglicht es jeder Oberfläche der Falten mit dem Eichelkranz in Berührung zu kommen. Das Ausfalten und Einfalten der gefurchten Schleimhaut über der Eichel sorgt dafür, dass alle erotogenen* Nervenenden stimuliert werden, was das sexuelle Vergnügen steigert. Wenn die Vorhaut vollkommen umgestülpt ist, ist die gefurchte Schleimhaut um den Schaft des Penis neu positioniert.“

    (Fleiss PM, Hodges FM. What Your Doctor May Not Tell You About Circumcision. New York: Warner Books, 2002, p. 7-8.)

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen/anatomie-und-funktion-der-vorhaut/anatomie-und-besondere-komponenten-der-vorhaut/gefurchtes-band.html

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  53. Machandelboom Says:

    Islamic Medical Ethics in the Twentieth Century
    von Vardit Rispler-Chaim

    Seite 85 ab:

    But the male circumcision …

    Letzter Absatz 86 beginnend:

    Muslim authors identify …

    http://books.google.de/books?id=QjIkB1UiXIIC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

  54. Dwarslöper Says:

    Es hat mindestens drei Petitionen gegen die Beschneidung von Jungen gegeben, eine zum BGB, eine sehr frühe zum StGB sowie eine weder zu BGB noch StGB:

    • Sozialpädagoge Edward von Roy im Juli 2012 in Bezug auf das elterliche Sorgerecht und zur Schaffung eines die MGM verbietenden BGB § 1631d, damit den Ort (nämlich den Paragraphen 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge) des gegenteilig formulierten Beschneidungserlaubnis-Paragraphen genau vorwegnehmend,

    • Werner Holtfreter bewundernswert früh nämlich bereits im Mai 2010 bei kluger Bezugnahme auf die FGM, die erheblichen Komplikationen sowie die umzusetzende geschlechtsneutrale Ausgestaltung des entsprechenden StGB-Paragraphen, sowie

    • Christian Bahls (MOGiS) im Jahr 2012, der ein zweijähriges Herumreden im elitären Hinterzimmer („runder Tisch“) bei einem genau so kurz befristeten Beschneidungsstopp forderte.

    Hier die drei Petitionen:

    ::

    20.07.2012
    Edward von Roy
    Pet 4-17-07-451-040847

    § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    http://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/07/21/297/

    http://www.gam-online.de/text-Beschneidung-petition.html

    http://www.aerzteblatt.de/forum/109729

    http://www.aerzteblatt.de/forum/109962

    ::

    18.05.2010
    Werner Holtfreter
    Pet 4-17-07-451-008772

    Mit der Drucksache 867/09 wird eine Strafrechtsänderung vorgeschlagen, mit der klargestellt wird, dass die Verstümmelung weiblicher Genitalien eine Straftat darstellt. Vorgesehen ist auch eine Verfolgung im Ausland. So richtig und wichtig diese Initiative ist, so falsch ist es, Knaben den Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit zu verweigern. …

    Beschneidung (weibliche wie männliche!) berührt die Religionsfreiheit. Gerade wer die Beschneidung als wichtiges religiöses Zeichen sieht, muss Kinder vor diesem irreversiblen Eingriff bewahren, um auch ihre negative Religionsfreiheit im späteren Erwachsenenleben zu sichern.

    Menschenrechte sind unteilbar, das Gesetz muss geschlechtsneutral gestaltet werden!

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=2293

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/?id=118

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    Christian Bahls

    Ein zweijähriges Moratorium und die Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema „Körperliche Unversehrtheit von Kindern“ soll dazu dienen die Diskussion zu demokratisieren und einen Ausgleich in der Debatte herzustellen.

    http://www.change.org/de/Petitionen/zwangsbeschneidung-ist-unrecht-auch-bei-jungen

    http://mogis-und-freunde.de/blog/petition-gegen-beschneidung-und-fuer-kinderrechte-online/

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  55. Machandelboom Says:

    Circumcision Step 1 • Lysis of adhesions – Probably causes the most discomfort, if not adequately anesthetized – Usually done with clamps at 3 and 9 o’clock

    http://www.learningace.com/doc/2337903/958add48f261cfe2ce37456cf040e3d4/hofmeyer_obstcareinlowresourcesettings_2009

    30. 30 The Gomco clamp Introduced in 1935 Concerns Choosing the right size bell Average infant requires 1.3 size (1.1,1.3,1.45,1.6) Bell should completely cover glans without overly distending the foreskin Always check bell and plate to make sure they match Technique gives better cosmetics Do not perform if <1 cm penile shaft Invented around 1935 by Dr. Hiram Yeller, an obstetrician, and Mr. Aaron Goldstein, an inventor, it has been in continuous use for more than 70 years. (The clamp gets its name from the company that originally manufactured it, the Goldstein Manufacturing Company.)* Invented around 1935 by Dr. Hiram Yeller, an obstetrician, and Mr. Aaron Goldstein, an inventor, it has been in continuous use for more than 70 years. (The clamp gets its name from the company that originally manufactured it, the Goldstein Manufacturing Company.)*

    31. 31 Circumcision Step 1 Lysis of adhesions Probably causes the most discomfort, if not adequately anesthetized Usually done with clamps at 3 and 9 oclock and hemostat gently placed between skin and fascia in an open and closing motion Special care taken to avoid bleeding at the level of the frenulum

    32. 32 Gomco Step 1 Dorsal crush and slit

    http://www.slideserve.com/jorn/neonatal-circumcision

  56. Bragalou Says:

    ebenfalls am
    20. Juli 2012
    ::

    … Im Ersten Buch Mose, das zugleich auch das erste Buch des christlichen Alten Testaments ist, heißt es: „Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. […] Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. Ein jegliches Knäblein, wenn’s acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. […] Und wo ein Mannsbild nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines Fleisches, des Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, darum dass es meinen Bund unterlassen hat.“

    Gläubige Juden gehen demnach davon aus, dass ein Verbot der Beschneidung gar nicht eingehalten werden kann, denn hier steht der Bund mit Gott auf dem Spiel. Die meisten Juden würden nach einem Verbot deshalb aus Deutschland auswandern, kritisieren orthodoxe Rabbiner – vertrieben aus einem Land, das in der Vergangenheit immerhin schon einmal versucht hat, sie als Volk vollständig auszulöschen.

    Das aber ist nicht das Ziel des Kölner Urteils und sicher nicht der Wunsch der Richter. Das Urteil richtet sich ja nicht gegen Juden als solche oder gegen das jüdische Volk. Denn zu diesem Volk gehört man, wenn die leibliche Mutter Jüdin ist. Darüber entscheidet nicht die Beschneidung. Und niemand käme wohl auf die Idee, etwa Albert Einstein zu einem Nichtjuden zu erklären, nur weil er nicht an einen Gott glaubte, mit dem man als Jude einen besonderen Bund eingehen könnte. „Ich glaube“, erklärte er, „an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit dem Schicksal und den Handlungen der Menschen abgibt.“ Baruch de Spinoza (1632 – 1677) war ein jüdischer Philosoph, der wegen eben dieses Gottesbildes aus der jüdischen Gemeinde in Amsterdam ausgeschlossen wurde.

    … Schätzungen gehen von ein bis zwei Prozent jüdischer Jungen aus, die in den vergangenen zehn Jahren geboren und nicht beschnitten wurden, berichtete kürzlich die israelische Zeitung Haaretz. Eine Umfrage des israelischen Internetportals Mamy, schreibt die Zeitung weiter, hatte 2006 festgestellt, dass sogar 3,2 Prozent von fast 1400 jüdischen Eltern von Jungen angaben, das Ritual nicht vollzogen zu haben. Und fast ein Drittel der Eltern hätte gern darauf verzichtet, ließ die Beschneidung aber vor allem aufgrund von sozialem und familiärem Druck vornehmen. Organisationen wie Ben Schalem, Kahal und Jews Against Circumcision unterstützen jüdische Eltern in ihren Zweifeln am Ritual.

    Unbeschnittene Jungen sind bislang allerdings noch Außenseiter, denen der Rabbi die Bar Mizwa verweigern kann – die Aufnahme in die Gemeinde und das Erreichen der religiösen Mündigkeit mit dreizehn Jahren. Auch ob sie auf einem jüdischen Friedhof beerdigt werden, hängt davon ab, wie orthodox der Rabbi der jeweiligen Gemeinde ist.

    Auch in der Union Progressiver Juden will man nicht völlig ausschließen, dass in Zukunft irgendwann einmal selbst gläubige Juden über die strenge Einhaltung der Vorschrift diskutieren könnten. Derzeit hält man das allerdings für eine rein theoretische Frage. Zu bedeutend seien die Worte, die Gott der Heiligen Schrift zufolge an Abraham gerichtet hat.

    Zu den großen Errungenschaften unserer Gesellschaft gehört die Freiheit der Religion, die leider noch viel zu häufig verteidigt werden muss. Zu den großen Errungenschaften gehört aber auch der Anspruch, dass jeder einzelne Mensch Respekt verdient, ungeachtet des Geschlechts, der Herkunft, der Religion, des Berufs. Das gilt für den Hartz-IV-Empfänger, den Asylbewerber, den Obdachlosen. Und das gilt uneingeschränkt auch für jedes Kind.

    Deshalb bleibt selbst nach der möglichen Einführung eines neuen Gesetzes die Frage bestehen: Darf dessen Recht auf körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit ausgehebelt werden durch eine religiöse Vorschrift aus dem vierten Jahrtausend vor unserer Zeit oder andere uralte Traditionen? Auch religiöse Menschen sollten bereit sein, darüber eine offene, ehrliche, faire und vor allem nachdenkliche Auseinandersetzung zu führen. …

    aus: Beschneidung bei Juden und Muslimen
    von: Markus C. Schulte von Drach
    in: Süddeutsche 20.07.2012

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/streit-um-das-beschneidungsurteil-ratio-zwischen-recht-und-religion-1.1411544

  57. Bragalou Says:

    Terre des Femmes und der 1631d

    Den minderjährigen Menschen, eigentlich hätte die auf Gleichberechtigung pochende TdF von Jungen und Mädchen reden müssen, auf eigenen Wunsch ein bisschen später genitalverstümmeln lassen, findet Deutschlands größte jedenfalls vorlauteste Frauenrechtsorganisation völlig ok …
    ::

    TERRE DES FEMMES befürwortet den interfraktionellen Alternativentwurf, da er das Recht auf die körperliche Unversehrtheit und die Selbstbestimmung von Kindern über ihren Körper stärkt. Er sieht vor, dass Jungen aus nichtmedizinischen Gründen erst ab dem vollendeten 14. Lebensjahr und nur mir ihrer Zustimmung beschnitten werden dürfen – und zwar ausschließlich von ÄrztInnen.

    http://www.frauenrechte.de/online/index.php/presse/pressearchiv/2012/1092-beschneidung-bei-jungen-bundesregierung-schafft-keinen-rechtsfrieden-kinderrechte-sind-menschenrechte-22112012

    ::
    ::

    TERRE DES FEMMES unterstützt die von Abgeordneten der Oppositionsparteien eingereichte Alternative zum Regierungsentwurf. Der Alternativentwurf, der im Dezember 2012 im Bundestag abgelehnt wird, hält die Beschneidung erst ab dem vollendeten 14. Lebensjahr und nur durch ÄrztInnen und unter Narkose für zulässig.

    http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/chronik/1103-ereignisse-aus-dem-jahr-2012

    ::

  58. Edward von Roy Says:

    Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität.

    (BVerfG 2015, DITIB zitierend zum Hidschab, dem islamischen Zwangsschleier)

    ::

    Sehnsüchtig streben Deutschlands Eliten nach Legalisierung des islamischen Wohlverhaltens und damit auch nach der Straffreistellung der milden Sunna. Die FGM Typ IV oder I, gerade auch Ib Klitoris(teil)amputation, ist islamisch. Ein Bundesverfassungsgericht, das ausgerechnet (*) am 27. Januar 2015 die jeder Muslima ab der Pubertät aufzuzwingende Bedeckung (Hidschab), dazu die hanafitischen Islamgelehrten der Türkei zitierend, als „religiöses Gebot definitiver Qualität“ für grundgesetzkonform hält, kann einem die Mädchenbeschneidung fordernden indonesischen oder malaysischen ‚Alim (Pl. ‚Ulama) eigentlich nicht widersprechen, denn auch die FGM ist jedem Schafiiten wadschib, „religiöses Gebot definitiver Qualität“.

    Noch wird der gegebene Zusammenhang Islam FGM von Parlamenten, Presse und Islamverbänden aufwändig verschleiert. Ringel / Meyer sowie Tatjana Hörnle allerdings haben die Gleise künftiger politischer Entscheidungen längst gelegt, die Presse schaut angestrengt woanders hin, die löbliche Ausnahme war der Berliner Kurier vom 12.09.2014 Beschneidung bei Mädchen soll erlaubt werden.

    Man will die Bevölkerung noch ein Weilchen beruhigen, wohl wissend, dass einer überraschenden Willenserklärung des Gesetzgebers sowie der dann zeitnah durch den Bundestag gepeitschten Abstimmung zum gewünschten Ergebnis führen wird, zur straffreien milden Sunna, ganz wie in Sachen Jungenbeschneidung zwischen 19.07.2012 und 12.12.2012.

    Im Sommer vor drei Jahren hieß es:

    Beschneidung minderjähriger Jungen: Der Bundestag hat mit breiter Mehrheit für einen gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU/CSU, SPD und FDP zur rechtlichen Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen (17/10331) gestimmt. Damit wird die Bundesregierung aufgefordert, im Herbst 2012 unter Berücksichtigung des Kindeswohls und der Religionsfreiheit sowie des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/39861243_kw29_angenommen_abgelehnt/209066

    Formulieren wir das einmal geschlechtsneutral, noch ist es Fiktion:

    Beschneidung Minderjähriger: Der Bundestag hat mit breiter Mehrheit für einen gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU/CSU, SPD und FDP zur rechtlichen Regelung der Beschneidung weiblicher oder männlicher Minderjähriger gestimmt. Damit wird die Bundesregierung aufgefordert, im Herbst 2015 unter Berücksichtigung des Kindeswohls und der Religionsfreiheit sowie des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Mädchen oder Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

    Der Zentralrat der Muslime (ZMD) lügt uns ins Gesicht, indem er auf seiner FAQ – Antwortseite im selben Abschnitt VII. Islam und Medizin über die weibliche und männliche Beschneidung behauptet, dass die weibliche Beschneidung (FGM) vorislamisch, afrikanisch und keinesfalls religiös verpflichtend sei.

    Dass die Jungenbeschneidung den Schafiiten Religionspflicht ist wird zwar wahrheitsgemäß gesagt, doch geschieht das unter gezielter Auslassung der nach Imam Schafi’i ebenso verpflichtenden Mädchenbeschneidung. Zwischendurch hat man Nebel geworfen und die besonders grausame FGM Typ III in den Raum gestellt, die Infibulation. Das soll Empörung erzeugen und vom eigentlichen Thema, Islam und männliche wie weibliche Genitalbeschneidung, ablenken. Eingangs als die Bewegung der Schariagehorsamen sogleich die Afrikaner schlimmer Grausamkeiten zu beschuldigen hat beinahe etwas Rassistisches, der Islam jedenfalls bringe Zivilisation und Humanität und würde sich gegen jede FGM richten, so suggeriert man. Umgehungstrick: die milde Sunna (anatomisch falsch, ethisch unakzeptabel) aus dem offiziellen Bereich der Verstümmelung (mutilation) herausrücken und, mit der MGM, in eine Zone der kindlichen oder jugendlichen, mindestens aber der elterlichen Wahlfreiheit packen … AAP: it’s pro-choice.

    This is not really pro-circumcision. It falls in the middle. It’s pro-choice, for lack of a better word. Really, what we’re saying is, ‘This ought to be a choice that’s available to parents.’

    (Dr. Douglas S. Diekema, Douglas Diekema is a paediatric bioethicist serving on AAP’s Task Force on Circumcision)

    http://www.nytimes.com/2012/08/27/science/benefits-of-circumcision-outweigh-risks-pediatric-group-says.html

    Derselbe Mediziner schlug schon mal vor, in Arztpraxen oder Kliniken auf elterliches Ansinnen ein wenig in die Klitoris(vorhaut) der Mädchen hineinzuschneiden (a small nick of the clitoral hood).

    Douglas Diekema

    He caused controversy by advocating a ritual nick of the clitoris of young girls.

    http://www.intactwiki.org/wiki/Douglas_Diekema

    Der Islam fordert die Beschneidung der Mädchen mindestens nach der schafiitischen Rechtsschule, eventuell auch hanbalitisch. Keine Madhhab untersagt die FGM (Typ IV oder I). Dreiste Lüge also bleibt das: „Die Beschneidung von Frauen ist im größten Teil der islamischen Welt völlig unbekannt und wird dort nicht praktiziert“, während Sachverhalt und Begriff der Mutilation (Verstümmmelung) durch den ZMD bezeichnenderweise lediglich FGM Typ III zugeordnet werden.

    Hier also handelt der Zentralrat der Muslime ganz in der Manier der ‚Ulama des indonesischen MUI, für welche die Chitan al-Inath (dort genannt sunat perempuan) bekanntlich so etwas wie ein Richtigstellen, Veredeln und Saubermachen des weiblichen Genitals ist und angeblich, wie die Jungenbeschneidung, gerade keine Verstümmelung.

    Der ZMD ohne rot zu werden:

    4. Was sind die islamischen Erfordernisse hinsichtlich der Beschneidung?

    Die Beschneidung findet im Koran keine direkte oder indirekte Erwähnung. Die Beschneidung von Frauen ist im größten Teil der islamischen Welt völlig unbekannt und wird dort nicht praktiziert, mit Ausnahme von wenigen Ländern in Afrika. Dort, wo es die Beschneidung von Mädchen gibt, erfolgt sie auch unter Nichtmuslimen, weil es sich um einen vorislamischen Brauch handelt. Im Gegensatz zu der kürzlich veröffentlichten Meinung des ägyptischen Scheichs Jussuf al-Badri, gibt es aus islamischer Sicht kein derartiges Erfordernis. Die mit „pharaonischer Beschneidung“ schöngeredete Verstümmelung der Geschlechtsteile von Mädchen widerspricht eindeutig den Lehren des Islam, auch weil damit eine gravierende und gesundheitlich riskante Veränderung der Schöpfung GOTTES vorgenommen wird. Was nun die Beschneidung von Knaben beziehungsweise Männern betrifft, so handelt sich dabei um eine Sunna des Propheten Ibrahim (…). Vom Propheten Muhammad (…) wird in sämtlichen authentischen 6 Hadithsammlungen folgender Ausspruch überliefert: „Es gibt 5 Dinge, die zur natürlichen (Hygiene) gehören: Die Entfernung des Schamhaares, die Beschneidung, das Kürzen des Schnurrbartes, die Entfernung des Achselhaars und das Schneiden der Fingernägel.“ Nach Imam Abu Hanifa und Imam Malik ist die Beschneidung empfohlen (sunna mu’akkada). Nach Imam Schafi’i und Imam Ahmad Ibn Hanbal ist sie verpflichtend (wadschib). Deswegen sollten muslimische Eltern darauf achten, dass ihre männlichen Kinder beschnitten werden, und zwar aus hygienischen Gründen wie auch aus Gründen der prophetischen Tradition. Die korrekte Art der Beschneidung ist, dass die Vorhaut (qulfa) so entfernt wird, dass die Eichel vollständig frei liegt. Entsprechend der Sunna ist es empfohlen, die Beschneidung am siebten Tag nach der Geburt (einschließlich des Geburtstages) vorzunehmen, aber sie kann auch früher oder später erfolgen. Viele Eltern lassen den „Eingriff“ bereits im Krankenhaus vornehmen; da dies aber nicht vor dem 4. Tag nach der Geburt stattfinden soll, bevorzugen die Eltern, die Beschneidung ambulant bei einem Arzt ihrer Wahl vorzunehmen. Leider wird dies meist nicht mehr über die Krankenkasse abgerechnet. Der Eingriff wird im Krankenhaus normalerweise unter leichter Narkose gemacht, und in einer Praxis zumeist nur mit lokaler Betäubung. In beiden Fällen werden die Eltern genau informiert, wie sie damit umgehen. Das Baby scheint kaum etwas zu verspüren, nach dem Eingriff schläft es länger als sonst, die Heilung erfolgt schnell. Was nun die Beschneidung im fortgeschritteneren Alter betrifft, also bei Erwachsenen, die zum Islam übertreten, so ist dazu zu bemerken, dass es sich um eine empfohlene Handlung (Sunna) und nicht um eine Pflicht handelt [so nicht korrekt, männliche Beschneidung (Genitalverstümmelung) ist schafiitisch wie hanbalitisch Pflicht]. Wenn irgend möglich, sollte man sich beschneiden lassen, weil der Islam der Beschneidung den Vorzug gibt. Anzumerken ist, dass vom Propheten Ibrahim (…) überliefert wird, er habe die Beschneidung im Alter von 80 Jahren vorgenommen. Muslim wird man durch Aussprechen des islamischen Glaubensbekenntnisses und nicht etwa erst durch die Beschneidung. Angeblich soll es sogar in Deutschland vorgekommen sein, dass man von jemandem, der den Islam annehmen wollte, zunächst eine ärztliche Bescheinigung hinsichtlich einer bereits erfolgten Beschneidung verlangt habe. Das ist natürlich Unsinn, denn wäre die Beschneidung tatsächlich verpflichtend, dann würde eine solche Verpflichtung erst mit Annahme des Islam entstehen und nicht schon vorher. Folgte man dieser Logik unter Berücksichtigung des oben zitierten Ausspruchs des Propheten, dann wäre zum Beispiel auch die Entfernung von Scham- und Achselhaar zu verifizieren und zu bescheinigen! Quelle: Rundbrief der Deutschen Muslim-Liga, Hamburg, Nummer 06/1997.

    http://islam.de/1641.php

    ::

    Bundestagsrede 2015: Beschneidung minderjähriger Mädchen oder Jungen, noch ist es nicht soweit, doch bald wird die Parlamentsdebatte kommen.

    Bundestagsrede 19.07.2012: Beschneidung minderjähriger Jungen

    ::

    __________
    * Der sinnvolle und erhaltenswerte Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag, 2015 war der 70. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung. Während in Karlsruhe das höchste deutsche Gericht dem frauenfeindlichen Hidschab grünes Licht gibt, donnert Bundestagspräsident Norbert Lammert in Berlin, dem die herabgesetzte, die entwürdigte Rolle jedes Nichtmuslims, jedes Islamapostaten oder jeder Muslima im Herrschaftsbereich des Islamischen Rechts (Scharia) kein Wort wert ist:

    In Deutschland jedenfalls ist Intoleranz nicht mehr tolerierbar.

    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2001_2007/2002/04-1_Thierse.html

    Das Wohlergehen und die Lebensqualität der weltweit bedrohten Kopftuchverweigerinnen, Islamkritiker und Ex-Muslime ist Herrn Lammert völlig egal:

    „In Deutschland jedenfalls ist Intoleranz nicht mehr tolerierbar“, sagte Lammert. „Nie wieder dürfen Staat und Gesellschaft zulassen, dass Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer politischen Einstellung, ihrer sexuellen Orientierung, wegen ihrer Andersartigkeit zum Feindbild einer schweigenden Mehrheit gemacht, verachtet, gedemütigt oder bedroht werden.“

    http://www.toleranz-foerdern-kompetenz-staerken.de/meldungen/nachrichten/news-einzelanzeige/news/bundestagspraesident-lammert-intoleranz-nicht-mehr-tolerierbar/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=283b5d858e7b378e4f9b13f007ba0704

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