Mitbegründerin der Grünen will Körperverletzung unter Betäubung legalisieren

الخِتان

al-ḫitān

Beschneidung

Wenig paradiesisch: Eva und die Vorhaut

Von Jacques Auvergne am 08.08.2012

Wie kann jemand, der im Spätsommer 2010 gegen die Burka angeschrieben hat und vier Wochen eher gegen die politischen Folgen der Scharia unterzeichnet, 2012 für die religiöse Beschneidung eintreten, wenn sie nur unter einer das Kind kräftig benebelnden Narkose durchgeführt wird?

Bei aller noch zu erwartenden oder bereits hörbar gewesenen Erpressungstaktik von schrecklichen Penis-Verwundungen bei stümperhaften Hinterhofbeschneidungen ist die Verlagerung eines angeblich das Heil der Seele sichernden Rituals in ein Hospital, ist die Medikalisierung der Amputation einer hoch sensiblen Hautfalte am maskulinen Kindergenital für jeden Freund des Aufklärungshumanismus und der Universalität der Menschenrechte keine sozialpädagogische oder juristische Option.

Zirkumzisionsfreundin Eva Quistorp meldet sich am 17. Juli 2012 zum Thema Ritualbeschneidung (Ḫitān bzw. Brit Mila) bei Perlentaucher zu Wort (Wider die postmoderne Religionspolitik) und ruft nun nicht etwa nach dem, kulturell modern, endlich durchgesetzten Verzicht auf gottesfürchtige Entfernung gesunden Genitalgewebes am Kinderpenis, sondern nach dem durchgesetzten Einsatz von Opiaten für “kleine Jungen” bzw. “kleine Jungs”. Ja, die gute alte Kinderzeit; kleine Jungen klingt so familienidyllisch-traut, scharfes Denken stört da die Romantik (scharfes Messer nicht?) und kleine Jungs klingt sogar ein wenig nach Pipimachen.

Nanu, “Juden” und “Muslime” sind nicht einfach als Staatsbürger misszuverstehen, sondern gleichen, ein wenig wie die in die europäische Fauna hinein immigrierten Waschbären oder Halsbandsittiche, einer Art zugewanderter Spezies? Frau Quistorp jedenfalls wünscht sich allen Ernstes:

“Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Jungs bei Juden und Muslimen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [und ich finde den Versuch von Volker Beck und Renate Künast anerkennenswert, zeitnah] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Jungen.”

Das ist argumentativ und ethisch widerlich und verstößt gegen die Normen von körperlicher Unversehrtheit und Menschenwürde. Hier heißt es deshalb, auf den groben Klotz der Eva Quistorp einen genau so groben Keil zu setzen bzw. paradox zu intervenieren, um Menschenfeindlichkeit zu erkennen und zu verwerfen; wollen wir denn etwa ab morgen sagen:

“Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Mädchen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [lassen Sie uns versuchen] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Mädchen.”

Das wollen wir natürlich nicht, Kinder und Jugendliche, einerlei ob weiblich oder männlich, haben Anspruch auch gewaltfreies Heranwachsen und unversehrte Geschlechtsorgane. Beschneidung ist Gewalt (mit oder ohne Opium).

Emanzipatorisch tuend bei Perlentaucher zu lärmen, die wortwörtliche Lesart der so genannten Heiligen Schriften sei ja irgendwie so was von ewiggestrig, aber im selben Text die Jungenbeschneidung mit einem Paragraphen durchsetzen wollen, in den klinische Betäubungsmittel sozusagen integriert sind, DAS ist postmodern![1]

Sehr geehrte Frau Quistorp, was ist geschehen: Sie schrieben schon mal viel besser, etwa, als Sie gegen die Burka argumentierten; genau so sollten Sie auch mit der Zirkumzision umgehen:

“Das ist ein Verfall der Diskussions- und Denkkultur, die kohärent und auch in komplexen Zusammenhängen denken muss. Es muss daran erinnert werden, dass bis in die 70er Plakate und Filme de facto als “blasphemisch” zensiert wurden. Soll das Rad wirklich dorthin zurückgedreht werden?” (Lüftet den Schleier, 11.08.2010)[2]

Ersetzen wir im Text gegen die kulturrelativistischen Burkaverteidigerinnen nur ein Wort, und lesen zuerst, Eva Quistorp:

“Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Burka verteidigen zu müssen.”

Jetzt um ein paar Buchstaben abgewandelt, das “Frauen” lassen wir beim Thema Jungenbeschneidungslobby auch mal stehen:

“Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Beschneidung verteidigen zu müssen.”

Und wie soll “Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung” aussehen, wenn die Eltern des heute Erwachsenen bestimmt haben, ob Klitorisvorhaut, Präputium oder Klitorisspitze religiös gebilligt vorhanden sind oder in Kindertagen religiös begründet abgetrennt worden sind? Den Satz hat Quistorp 2010 signiert, Grüne gegen Scharia:[3]

Der demokratiegefährdend trickreiche, schariafreundliche grüne Ausweg ist die Ritusbezogenheit:

“Bei sämtlichen Verhandlungen – insbesondere bei geplanten Staatsverträgen mit islamischen Verbänden – muss ein öffentlicher, unrückholbarer Verzicht auf die nicht-ritusbezogenen, also rechtlich-politischen Teile der Scharia garantiert werden. Wenn dieser Verzicht von den islamischen Organisationen und Verbänden anlässlich von geplanten Abkommen mit Regierungsstellen und anderen offiziellen Institutionen nicht geleistet wird, kann es zu keinen Vereinbarungen kommen.”

Beschneidung ist Hadithbefehl, nachzulesen bei Buchari, Beschneidung ist reinster Wille Allahs, reinste zeitlose Scharia. Und Beschneidung ist ein vom der Zeitlichkeit unterworfenen Menschen auszuübender Ritus. Auch Talaq, Dhimma, Dschihad und Kalifat sind beides, sind ganz schariatisch-ewig und ganz Ritualpflicht, jedenfalls betont das manch ein Scheich. Ohne deine realisierten Muʿamalāt (mensch-menschlichen Pflichten nach Koran und Sunna) sind deine ʿIbadāt (gottesdienstlichen islamischen Pflichten) vergeblich, wer seinen Sohn schuldhaft nicht beschneidet, dessen Gebet wird bei Allah vielleicht ja gar nicht angenommen.

Ein schöner Satz aus dem offenen Brief zur Kritik am Wissenschaftsrat, Grüne gegen Scharia, ist bei der Achse des Guten archiviert:

“Wir sehen die Grundsätze der freiheitlichen Demokratie des Grundgesetzes durch den theokratischen politischen Islam und die verfassungswidrige Scharia gefährdet und fordern die zur Konferenz geladenen Politiker, Professoren und Journalisten sowie die bei der Tagung anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung dazu auf, die drohende Rechtsspaltung in Grundgesetz und Schariarecht zu verhindern. Menschen sind Staatsbürger, keine Angehörigen ethnoreligiös definierter Kollektive. Auch im Personenstands- und Familienrecht darf die Scharia in Europa nicht legalisiert werden.”

Hidschāb, Schleier ist Scharia. Ḫitān, Beschneidung ist Scharia.

Den einseitig beschneidungsfreundlichen und damit grundsätzlich kinderfeindlichen Appell von Volker Beck und Renate Künast (Das ist keine Straftat, Berliner Zeitung vom 09.07.2012) als “Kompromisslösung” zu bezeichnen ist rhetorisch unredlich. Beck und Künast, denen Quistorp hier “wohltuende Differenzierung” attestiert, lassen dem kleinen Jungen eben gerade keine Differenzierung zwischen Vorhaut und keine Vorhaut. Sünnetci und Mohel schneiden das hoch sensitive Gewebe ab – im vermeintlichen Dienste der Abwehr des Bösen und der Erlangung des Wohlgefallens der Gottheit – ganz pauschal und undifferenziert. Oder, anders gesagt: differenziert wird nur zwischen vorher, unbeschnitten-kindlich-unerwachsen, und nachher, in den Männerbund initiiert und beschnitten sprich heiratsfähig, oder aber man unterscheidet, genauer man diskriminiert zwischen der sittlich höherstehenden Kultur der Beschneider und der sittlich minderwertigen Lebensweise der Nichtbeschneider.

Noch kein deutscher Imam sagt in einer Freitagspredigt, dass es ein gelingendes islamgemäßes Leben als männlicher Beschneidungsverweigerer geben kann. Das sollte sich ändern und das lässt sich erreichen.

Erwachsene dürfen sich an ihrem Genital oder woanders am Körper ästhetisch modellieren. Wir wollen weder die Beschneidung verbieten noch die Religion, sondern wir wollen die religiöse Beschneidung an Minderjährigen verbieten. Die so genannte Religionsfreiheit der Eltern wird nicht eingeschränkt, wenn sie keine genital mutilation an ihrem Kind vornehmen. Beschneidung ist Körperverletzung und schädigt das Kind an Körper und Psyche. Beschneidung ohne medizinische Begründung ist brutal und gegenaufklärerisch und widerspricht wissenschaftlichen Standards.

Sehr richtig – und erfreulicherweise war auch Eva Quistorp unter den Erstunterzeichnern: “Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.” Einen Satz eher lesen wir zustimmend: “Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.”

Genau, und weil oder obwohl der himmlische Beschneidungsbefehl im Islamischen Religionsunterricht (IRU) versetzungsrelevant gelehrt werden wird, hat auch jedes einzelne unserer Argumente zum Einsatz oder Nichteinsatz von Messern oder Skalpellen in Festsälen und Kinderzimmern im Rahmen so genannter heiliger Handlungen eben diesem Grundsatz zu entsprechen:

“hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.”

Sehr geehrte Frau Quistorp, das haben auch Sie abgezeichnet. Vor gar nicht so langer Zeit.

Vor vierundzwanzig Monaten.

Jacques Auvergne

[1] Eva Quistorp: Wider die postmoderne Religionspolitik

publiziert von: perlentaucher 17.07.2012

http://www.perlentaucher.de/essay/wider-die-postmoderne-religionspolitik.html

[2] Eva Quistorp: Lüftet den Schleier

veröffentlich bei: The European 11.08.2010

http://www.theeuropean.de/eva-quistorp/3984-burkaverbot-und-grundgesetz-2

[3] Grüne gegen Scharia

zu lesen auf: Die Achse des Guten 13.07.2010

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0017076

Schlagwörter: , ,

12 Antworten to “Mitbegründerin der Grünen will Körperverletzung unter Betäubung legalisieren”

  1. Sammy Says:

    Beschneidung ohne medizinische Notwendigkeit im Säuglings- und Kindesalter bitte unterlassen.
    Strafrechtliche Konsequenzen auch bei religiöser Begründung“, Dtsch Arztebl 2008; 105(34-35): A-1778 / B-1535 / C-1503.

    http://www.cyberdoktor.de/cgi-bin/wwwthreads/showflat.pl?Cat=&Board=Kinder&Number=51534&page=&view=&sb=

    Gruß Samuel

  2. Jacques Auvergne Says:

    :::

    Norwegian official: Jews, Muslims should replace circumcision with ‘symbolic’ ritual

    Norway’s ombudsman for children’s rights has proposed that Jews and Muslim replace male circumcision with a symbolic, nonsurgical ritual.

    Dr. Anne Lindboe told the newspaper Vart Land last month that circumcision in boys was a violation of a person’s right to decide over his own body.

    “Muslim and Jewish children are entitled to the same protection as all other children,“ she said, adding that the practice caused unnecessary pain and was medically unbeneficial.

    Jewish Journal 06.08.2012
    (The Jewish Journal of Greater Los Angeles is the largest Jewish weekly outside New York City)

    http://www.jewishjournal.com/world/article/norwegian_official_jews_muslims_should_replace_circumcision_with_symbolic_r/

    :::
    :::

    Replace circumcision with symbolic ritual, says Norwegian children’s watchdog

    Norway’s ombudsman for children’s rights has proposed that Jews and Muslims replace male circumcision with a symbolic, nonsurgical ritual.

    Dr. Anne Lindboe told the newspaper Vart Land last month that circumcising boys was a violation of their right to decide over their own body.

    „Muslim and Jewish children are entitled to the same protection as all other children,“ Lindboe said, adding that the practice caused unnecessary pain and was medically unbeneficial.

    Lindboe, a pediatrician, was appointed ombudsman in June. Her predecessor, Reidar Hjermann, proposed setting 15 as the minimum age for circumcision. According to Jewish religious law, Jewish babies must be circumcised when they are eight days old. …

    Ervin Kohn, president of Oslo’s Jewish Community, said that Norwegian Jews „will not be able to live in a society where circumcision is forbidden.“ He noted that the mandate of Norway’s children’s ombudsman did not extend to devising Jewish rituals.

    Norway’s Jewish community has about 700 members.

    In June, a spokesperson for Norway’s Centre Party, which has 11 out of 169 seats in parliament, proposed a ban on circumcising babies.

    Haaretz 07.08.2012

    http://www.haaretz.com/jewish-world/jewish-world-news/replace-circumcision-with-symbolic-ritual-says-norwegian-children-s-watchdog-1.456443

    :::

  3. Cees van der Duin Says:

    ::

    Eva Quistorp (August 23, 2012 um 3:27 nachmittags, kommentiert auf dem Blog Schariagegner) windet sich wie ein Aal – und hat schon wieder nicht gesagt, dass sie die rituelle Vorhautamputation nicht will. Sie ist unsachlich genug, dem Sozialpädagogen Jacques Auvergne öffentlich zu unterstellen, ihren Beitrag falsch gelesen zu haben, entkräftet dessen prinzipiell beschneidungsgegnerische Argumente aber mit keiner Silbe.

    Theologin Quistorp verbreitet vielmehr einen amorphen Wortschwall aus irgendwelchem reformerischen Potential in den Hochreligionen verwirbelt mit irgendwie bedauernswerten bundesdeutschen Sachzwängen, implizit und wenig zufällig gipfelnd im sinngemäßen Fazit: „An einer Legalisierung der Jungenbeschneidung kommt die BRD nicht vorbei!“ Wie öffentlichg bekannt billigt Quistorp auch heute die nicht medizinisch indizierte Beschneidung. Und nichts anderes hat der pazifistische Sozialpädagoge und Beschneidungskritiker der pazifistischen Theologin und Beschneidungsfreundin vorgeworfen.

    Die beschneidungsbegünstigende Feministin könnte jetzt entweder so ehrlich sein, wiederholt sinngemäß: „Ja, ich will die MGM, aber nur mit Betäubung!“ zu sagen, das ist schließlich die nachweisbare Essenz ihres Essays Wider die postmoderne Religionspolitik, oder aber müsste endlich die Seite wechseln und öffentlich dafür eintreten, dass es in der kulturellen Moderne kein Elternrecht auf operative Mutilation des Kindergenitals gibt, aber eine Pflicht des Staates, dem Kind ein Selbstverständnis, Körperwahrnehmen und Sexualitätserfahren mit unversehrten eigenen Genitalien zu ermöglichen.

    Vielleicht um Halacha und Scharia zu entsprechen oder um Halacha und Scharia nicht zu widersprechen weicht Quistorp hingegen aus; wie eingangs gesagt: sie windet sich wie ein Aal. Das ist argumentativ unredlich und für mich als Naturschützer, Pazifist und Jungenarbeiter, der einmal geglaubt hat, sich in der Partei der GRÜNEN wieder zu finden, ziemlich enttäuschend.

    Immerhin ist klar, wer hier die Debatte zwischen dem Sozialpädagogen und der Theologin zum Thema Beschneidung gewonnen hat – argumentativ, ethisch und vielleicht schon bald ja auch juristisch.

    Cees van der Duin

    https://schariagegner.wordpress.com/uber/#comment-1900

    ::

  4. Kalevala Says:

    Auf dem Blog Schariagegner findet die Sozialpädagogik viele nützliche Hinweise und den eindeutigen ethischen (aufklärungshumanistischen) Standpunkt beim globalen Tabuthema Nummer eins, der rituellen Jungenbeschneidung.

    Wir wissen: Im Koran braucht etwas nicht zu stehen, damit es islamisch ist. Beschneidung ist Hadith, also (gilt sie als) Teil der Islamischen Normativität, als Scharia. Solange die (natürlich angeblich) von Allah geschaffene Scharia (Allahs Wirken, Befehl und Gesetz) und der Fiqh (islamische heilssichernde Jurisprudenz) nicht nicht moscheegemeindlich und islampädagogisch verworfen bzw. zurückgewiesen sind, wird kein Scheich oder Imam sagen, dass es ein gelingendes Leben als Unbeschnittener geben könne. Die Islamverbände und Islamischen Religionslehrer bewegen sich da allerdinmgs keinen Millimeter, sondern warten geduldig (ṣabrī …), dass der Rechtsstaat in Richtung Allahkratie (Kalifat) rückt.

    Wie kam es zur andächtig betriebenen Penis-Mutilation, warum das heilige Vorhautabschneiden? BRUNO BETTELHEIM (“Symbolic Wounds. Puberty Rites and The Envious Male”, deutsch als: Symbolische Wunden: Pubertätsriten und der Neid des Mannes) hat umfassend zum Them Zirkumzision gearbeitet. Die Initiation in den Jägerbund der Monopolisten auf das Maskuline (und Feminine) und der Himmelswächter; heutige Hochreligionen übernahmen die Beschneidung aus anderen Jahrtausenden.

    Beschneidung ist also viel älter als die monotheistischen Religionen. Bruno Bettelheim sagt, die Zirkumzision versinnbildliche den Neid des Männerbundes auf die Gebärkraft der Frau und verherrliche die männerbündisch angeeignete Kraft des (geistigen, nun monopolhaft maskulinen spirituellen) Gebärens, was eine zweite Geburt erforderlich mache, bei dem das (jetzt männliche) Genital zu bluten habe wie bei der (jetzt überhöhten) biologischen Geburt. Beschneidung schafft das männliche (menschliche?) Kulturwesen, die Jäger haben sich die stammesgesetzliche Macht des Himmels angeeignet und hüten dieses Wissen (vor der Frau?).

    Religion jedoch ist uralt; religionsgeschichtlich gesehen ist selbst das Judentum sozusagen der letzte Schrei.

    Den Penis ganz abhäuten zur Abwehr der bösen Geister beispielsweise war am Roten Meer einst völlig üblich, es lebe die ethnic diversity und gesamtgesellschaftliche Toleranz:

    a form of skinstripping, was practiced along the Red Sea coast in Arabia and Yemen … Here, in an endurance ritual performed on a potential marriage candidate, skin was flayed from the entire penile shaft as well as from a region of the pubis.

    Oder diese Variante hier: Nach der Vorhautbeschneidung die Harnröhre auf der Penisunterseite der Länge nach aufschlitzen:

    subincision, was practiced primarily among Australian aborigines and on a few Pacific Islands. It consisted of a cutting open of the urethra on the underside of the penis down to as far as near the scrotum; the subincision ritual was generally preceded by a circumcision ritual.

    http://www.noharmm.org/geography.htm

    Im übrigen – selbst wenn die Steinigung (noch – vgl. ayat al-rajm, Steinigungsvers) im Koran stehen würde, könnten wir sie bei beibehaltenem Grundgesetz nicht legalisieren. Dass die Frau nur die Hälfte erbt steht hingegen im Koran und vielerlei Barbarei mehr.

    Wir haben universelle Menschenrechte und Kindeswohl gegen Schamanen, Rabbiner, Bischöfe und Muftis zu verteidigen.

    Abschließend ein paar Bilder:

    Beschneidung, Xhosa

    Beschneidung, Aboriginees

    http://www.monsoonstudio.com.au/data/photos/70_1Aboriginal_Boy_Ceremony_Peter

  5. intactivists are international. Intaktivisten weltweit Says:

    Global Intactivism –
    Intaktivismus weltweit vernetzt

    ***

    The Intactivism Pages

    http://www.circumstitions.com/

    Intactivists Blog

    http://intactivists.blogspot.de/

    MAC – Mothers Against Circumcision

    http://www.mothersagainstcirc.org/

    ERIC – End Routine Infant Circumsision

    http://www.4eric.org/

    D.O.C. – Doctors Opposing Circumcision

    http://www.doctorsopposingcircumcision.org/

    NOCIRC – National Organization of Circumcision Information Resource Centers

    http://www.nocirc.org/

    NOHARMM – National Organization to Halt the Abuse and Routine Mutilation of Males

    http://www.noharmm.org/

    NORM-UK

    http://www.norm-uk.org/

    SICS – Stop Infant Circumcision Society

    http://www.stopinfantcircumcision.org/SICSlink.htm

    SGI – Students for Genital Integrity

    http://www.studentsforgenitalintegrity.org/

    JAC – Jews Against Circumcision

    http://www.jewsagainstcircumcision.org/

    Beyond the Bris: Questioning Jewish Circumcision

    http://www.beyondthebris.com/

    ***

    Hier beispielsweise
    ERIC im Sommer 2012 im Interview über die deutsche Beschneidungsdebatte, bei THE INQUISITR
    http://www.inquisitr.com/287672/circumcision-ban-in-germany-heralded-by-intactivists-an-interview-with-eric-op-ed/

    Und nicht vergessen: Beschneidung erst ab 18

  6. Chronist Says:

    Beschneidung von Jungen, Falschinformationen der BZGA

    Kein Arzt kann es sich heute leisten, in der Patientenaufklärung mögliche Alternativen, Komplikationen und unerwünschte Folgen einer OP zu verschweigen. Immense Schadenersatz- oder Schmerzensgeldforderungen wären vorprogrammiert.Bleibt die Frage, weshalb dann aber die BZgA als eine Beratungseinrichtung mit einem öffentlichen Auftrag Jungen durchweg und nicht nur in den Broschüren ihrer Reihe „Sex’n Tipps“ derart oberflächlich, unvollständig und sogar falsch berät!Im 21. Jahrhundert allen Ernstes ein blutiges Ritual aus grauer Vorzeit als „Begründung“ oder gar „Trost“ für sinnlose Operationen an den Genitalien von Kindern (auch Jungen sind Kinder) heranzuziehen, ist zweifelsohne ein Wahnsinn an sich. Offen bleibt dabei, ob dieser Wahnsinn möglicherweise Methode hat …

    http://webjungs.de/jungs/mein_koerper_1/beschneidung-von-jungen-falschinformationen-der-bzga/

    Mario Lichtenheldt:

    Nur 2 der 107 Jungen mussten schließlich operiert werden – vorhauterhaltend! Auch diese Alternative wird von der BZgA, http://www.loveline.de und „@ttention“ verschwiegen. Keiner der Jungen musste beschnitten werden! Doch es bleibt nicht beim Verschweigen von für betroffene Jungen durchaus wesentlichen Informationen.

    ZITAT:

    „Viele Jungen befürchten, dass ihre Eichel ohne die Vorhaut nicht mehr so gefühlsempfindlich ist – das hat sich aber nicht bewahrheitet.“

    Falsch! Im Rahmen der schriftlichen – und, wenn sie korrekt verläuft, auch der mündlichen – Patientenaufklärung wird nämlich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die:

    ZITAT:

    „… Empfindlichkeit der Eichel … nach dem Eingriff vorübergehend, aber auch auf Dauer, erhöhen oder vermindern (kann).“

    Quelle: „Patienteninformation UroG 10 – Operation bei Vorhautverengung (Phimose, Paraphimose) – Beschneidung der Vorhaut“, DIOmed-Verlag, DIOmed-Aufklärungssystem 05/03, Bestell-Nr. 17/110 – Fettdruck im Zitat wie im Original.

    Der Patient bzw. seine Sorgeberechtigten unterschreiben dafür, diesen Hinweis erhalten zu haben! Abgesehen davon gibt es genügend Jungen und Männer, die unter derartigen Spätfolgen psychisch oder physisch leiden.

    Ein anderer Aufklärungsbogen erwähnt die Auswirkungen des Fehlens der nervenreichen Vorhaut für die (künftige) Sexualität:

    ZITAT:

    „Die Entfernung der empfindungsreichen Vorhaut kann das Sexualleben beeinflussen. Der Arzt wird dies mit ihnen besprechen.“

    Quelle:

    Merkblatt zum Aufklärungsgespräch mit dem Arzt/der Ärztin über die Operation bei Verengung der Vorhaut – Phimose – Uth 6 a, perimed Compliance Verlag Dr. Straube GmbH, 10/1992. In der Broschüre „Jungengesundheit“ der BzGA aus der Reihe „SEX’n Tipps“ erfährt unser 13jähriger Max u. a. folgendes:

    ZITAT:

    „Eine Phimose ist meistens angeboren und nicht weiter schlimm.“

    Das ist beruhigend und ausnahmsweise sogar richtig!

    ZITAT:

    „Es können sich aber Entzündungen an der Eichel bilden.“

    Also ist eine Phimose doch schlimm?

    ZITAT:

    „In einem solchen Fall würde man die Vorhaut mit einem kleinen Eingriff entfernen.“

    Und genau so oberflächlich und z. T. falsch wie hier wird das Thema Vorhautverengung (Phimose) auch in den anderen themenrelevanten Broschüren dieser Reihe abgehandelt. Wieder kein Wort über die Möglichkeit und die hervorragenden Erfolgsaussichten einer Salbentherapie; die Alternative der Vorhautdehnung wird allenfalls am Rande erwähnt, plastische, vorhauterhaltende Operationsverfahren (z. B. Triple Inzision), denen selbst die Deutsche Gesellschaft für Urologie den Vorzug gibt, scheint die BZgA überhaupt nicht zu kennen.

    Im Prinzip verschweigen die BZgA und ihre „Abschreiber“ reinweg ALLES, was für Max wirklich wichtig wäre.

    Dafür bekommen er und unzählige andere Jungen aber regelmäßig und beinahe zwanghaft die Information, dass Beschneidung bei Moslems, Juden und in den USA ja ohnehin entweder Tradition, Religion oder Routine sei.

    Dieser möglicherweise tröstlich gemeinte Hinweis indes verfehlt seinen Zweck, denn diese religiös oder vorgeblich hygienisch bedingten Beschneidungen haben mit Medizin reinweg nichts zu tun und können in vielen Fällen mit dem Attribut „grausam“ durchaus zutreffend beschrieben werden. Dazu kommt, dass Pharmakonzerne insbesondere in Nordamerika ein einträgliches Geschäft mit den vermeintlich aus hygienischen oder prophylaktischen Gründen amputierten Babyvorhäuten machen, indem sie das Gewebe beispielsweise zur Herstellung von Antifaltencremes verwenden.

    http://webjungs.de/forum/beschneidung-genitalverstuemmelung/ttention-gefahrlicher-unsinn/#p93

  7. Kalevala Says:

    :::

    (…) Für Juden und Muslime ist das ein besonderes Problem. So widmete sich jede israelische Tageszeitung dem Urteil des Landgerichts in Deutschland. Doch während ein Großteil des Establishments gegen das Urteil wetterte, oder sich selbst Schweigen auferlegte, begrüßte eine kleine Minderheit die Entscheidung: «Ich finde es toll und hoffe, dass es sich als wegweisend erweisen wird», sagt Eran Sadeh, ein 42 Jahre alter Rechtsanwalt aus Nordisrael, im Gespräch mit unserer Zeitung: «Endlich stellt ein Gericht die Rechte des Kindes auf körperliche Unversehrtheit über vermeintliche Religionsfreiheit. Die Grenze muss da verlaufen, wo dem Körper eines Kindes geschadet wird», sagt Sadeh.

    Sadeh hat sich vor sieben Jahren entschlossen, seinen Sohn nicht beschneiden zu lassen. Er richtete eine Website ein, die Israelis Informationen über medizinische und religiöse Konsequenzen einer Beschneidung bietet. Damit ist er nicht allein. Eine wachsende Zahl von Organisationen hat es sich zum Ziel gemacht, den jahrtausendealten Brauch zu beenden: «Endlich sagt ein Gericht die Wahrheit und zieht gegen diese barbarische und masochistische Tradition ins Feld», sagt Jonathan Enosch.Er ist Mitgründer des Vereins «Ben Schalem» – intakter Sohn. «Es ist schwer, dieses Tabu zu brechen. Aber ich erkenne einen Fortschritt», sagt Enosch. «Früher traute sich niemand in Israel, sein Kind nicht beschneiden zu lassen. Heute sind es bereits mindestens 2 Prozent, so Enosch. Er hofft, dass das Urteil in Deutschland das Tabu auch in Israel brechen wird: «Viele entscheiden sich für die Beschneidung, weil sie nicht wissen, dass es anders geht, oder weil sie Angst haben, dass ihr Kind ausgegrenzt werden könnte. Oder sie denken einfach nicht darüber nach. Vielleicht ändert sich das jetzt», hofft Enosch.

    Das Urteil eines Kölner Gerichts, das die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen grundsätzlich als strafbare Körperverletzung bezeichnet hat, wird inzwischen auch in den israelischen Medien verbreitet. «Das Urteil ist verfassungswidrig, weil es der Freiheit der Religionsausübung widerspricht », wurde Rabbiner Arie Goldberg, Vizegeneraldirektor des Rabbinical Centre of Europe, im israelischen Rundfunk zitiert.

    Bei dem Gerichtsverfahren in Köln ging es um einen vierjährigen muslimischen Jungen, der nach der ärztlichen Beschneidung unter Nachblutungen litt. In der Entscheidung verwiesen die Richter unter anderem darauf, dass «der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert» werde. «Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden, zuwider.»

    Der Strafrechtler Holm Putzke von der Universität Passau sagte gegenüber der «Financial Times Deutschland»: «Das Gericht hat sich – anders als viele Politiker – nicht von der Sorge abschrecken lassen, als antisemitisch und religionsfeindlich kritisiert zu werden.» Weiter erklärte Putzke: «Diese Entscheidung könnte im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren.» …

    UWS/GY
    Jüdische Zeitung, Juli 2012

    http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.2668.html

    :::
    :::

    (…)
    Die Entfernung der Vorhaut am Penis von Neugeborenen könne erhebliche körperliche und psychische Schäden haben, sagte Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, am Mittwoch in Berlin. Der Schnitt sei mit erheblichen Schmerzen verbunden. Vorhautamputationen seien ein schwerwiegender Eingriff, sagte der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann. …

    Ärzte warnen vor körperlichen Folgeschäden
    Rheinische Post
    zuletzt aktualisiert: 12.09.2012 – 14:42

    http://www.rp-online.de/gesundheit/news/aerzte-warnen-vor-koerperlichen-folgeschaeden-1.2991045

    :::

  8. Querverweis Says:

    ::

    Heilmann sagte dieser Zeitung, er nehme die Kritik ernst. Was er in der vergangenen Woche als »Berliner Praxis zur Strafverfolgung von Beschneidungen« vorgestellt hatte, sei nur ein »Brief an Berliner Ärzte« gewesen, der »sich auf ärztlich durchgeführte Beschneidungen« beziehe. Einen Nachweis der Religionszugehörigkeit brauche es »definitiv« nicht. »Vielmehr müssen Ärzte anstelle des Nachweises einer medizinischen Indikation die religiöse Motivation dokumentieren.«

    Auf die Kritik in Bezug auf die Mohalim antwortet Heilmann, das Land Berlin könne deren Position weder verbessern noch verschlechtern. Durch seine Regelung sei aber immerhin der Status wieder erreicht worden, der vor dem umstrittenen Urteil des Landgerichts Köln geherrscht habe. Der CDU-Politiker fordert weiterhin ein Bundesgesetz, »weil nur so ein rechtlicher Status für die Mohalim geschaffen werden kann, der deren medizinische Fachkunde auch rechtlich verankern kann«.

    aus: Martin Krauss: Missverständlich. Justizsenator antwortet auf Kritik an Berliner Regelung

    in: Jüdische Allgemeine vom 13.09.2012

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14009

    ::
    ::

    Wolfgang Thierse am 5. September 2012:

    „Dass der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann mehr Rechtssicherheit beim Umgang mit Beschneidungen schaffen will, ist zu begrüßen. Seine heute vorgelegten Eckpunkte einer ‚Berliner Rechtspraxis‘ weisen jedoch in die falsche Richtung.

    Senator Heilmann verlangt von den Eltern einen Bekenntnis-Nachweis: Sie sollen die ‚religiöse Motivation und religiöse Notwendigkeit der Beschneidung‘ nachweisen und sich diese gegebenenfalls von der jeweiligen Religionsgemeinschaft bestätigen lassen. Juden oder Muslime sollen also nachweisen, dass sie jüdisch oder muslimisch sind – und der deutsche Staat entscheidet dann darüber, ob die innerreligiöse Begründung für eine Beschneidung ausreichend ist und einen straffreien Eingriff erlaubt. Ein solches Vorgehen widerspricht der Freiheit des Bekenntnisses in unserem Grundgesetz: Nach Artikel 4 GG sind die Freiheit des (religiösen) Glaubens und des Gewissens unverletzlich!

    Der Senator fordert, nur approbierte Ärzte dürften den Eingriff ausführen. Dies schließt eine Beschneidung durch jüdische Mohalim, die dafür fachlich ausgebildet, aber nicht zugleich Ärzte sind, aus. Auch dies ist nicht akzeptabel!

    Die Forderungen des Berliner Justizsenators sind ein fatales Signal an die jüdische und muslimische Gemeinschaft – allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.

    Der Berliner Senat ist aufgefordert, diese Regelung zurückzuziehen!“

    http://www.thierse.de/themen/religion-und-gesellschaft/heilmann/

    ::

  9. Kalevala Says:

    hpd (…) Von einem Verfassungsbruch Heilmanns, wie in den letzten Tagen bisweilen zu vernehmen war, kann freilich – trotz aller Kritik – so umstandslos keine Rede sein. Das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) regelt in seinen Paragraphen 146 und 147 eindeutig, dass Staatsanwälte Weisungen ihrer Vorgesetzten Folge zu leisten haben und dass das Recht zur Aufsicht und Leitung in einem Bundesland der Landesjustizverwaltung zusteht. Weisungen dürfen somit erteilt werden – auch dann, wenn damit verhindert wird, dass unabhängige Richter über eine Straftat entscheiden. Eine Unabhängigkeit des Staatsanwalts vor staatlichen Anordnungen zur Strafverfolgung existiert in Deutschland nicht. Zu Recht fordert etwa der Deutsche Richterbund (DRB) seit vielen Jahren die Abschaffung des Weisungsrechts der Justizminister und sieht aufgrund dieser Weisungsgebundenheit das Vertrauen der Bevölkerung in die Staatsanwaltschaft als beeinträchtigt an. Aufgrund der Zulässigkeit einer Weisung der Justizverwaltung an die Staatsanwaltschaft, selbst im konkreten Einzelfall ein Verfahren einzustellen und keine Anklage zum Gericht zu erheben, ist zugleich auch eine Einflussnahme auf die unabhängige Justiz gegeben, deren Unabhängig jedoch verfassungsmäßig garantiert ist.

    „Der 1. Kleinen Strafkammer (des Landgerichts Köln) sei Dank.“ schrieb Ende August Winfried Hassemer in einem Beitrag für die Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP); er bezog dies auf deren klare Analyse der Strafbarkeit von Knabenbeschneidungen.

    (…)

    (Nachtrag 2)

    (…) Es ist höchste Zeit, die Politik der Gespräche im „Hinterzimmer“ zu beenden und alles, was abgesprochen wurde, worin die angeblichen „Missverständnisse“ liegen sollen ebenso in die Öffentlichkeit zu bringen wie das Eigengutachten der Staatsanwaltschaft.

    Senator Heilmann darf nicht länger Geheimgespräche führen; dies würde das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat weiter erschüttern.

    aus: Walter Otte: Was nun, Herr Senator Heilmann? …
    hier in: gbs Berlin 07.09.2012

    http://gbs-berlin.org/was-nun-herr-senator-heilmann/

    zuerst bei: hpd 07.09.2012 · Nr. 13939

    http://hpd.de/node/13939?page=0,1

  10. Zuviel grün ist braun ... Says:

    ::
    ::

    BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
    34. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz
    16. – 18. November 2012, Hannover
    Congress Centrum/Eilenriedehalle

    alle Anträge, Beschneidung Verschiedenes (V) 21 bis 26:

    http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/BDK_2012_Hannover_Antraege/BDK_Hannover_2012_Alle_Antraege_1_Verschickung.pdf

    ::

    die sechs Anträge:

    ::

    V-21 Keine Beschneidung aus nicht-medizinischen Gründen
    KV Rheinisch-Bergischer Kreis

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/174

    ::

    V-22 Keine Beschneidung von Jungen aus Gründen der Religion und Tradition
    Dr. Philipp Schmagold u.a.
    (u.a.: Dr. med. Christoph von Winterfeldt)

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/149

    ::

    V-23 Menschenrechte gelten für alle Kinder – Keine Beschneidung an Jungen ohne medizinische Indikation
    Rene Becker (KV Düren)

    (hier u.a.: Irmingard Schewe-Gerigk)

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/189

    ::

    V-24 Gegen eine Kriminalisierung der männlichen Beschneidung aus religiösen Gründen!
    Sergey Lagodinsky (KV Pankow, Berlin)

    (RA Lagodinsky war bei der Kölner Moscheebau-Diskussion Gegenspieler von Ralph Giordano; es folgen 17 türkisch und zwei deutsch klingende Namen)

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/197

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sergey_Lagodinsky

    ::

    V-25 Keine Beschneidung aus nicht-medizinischen Gründen
    KV Hagen

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/232

    ::

    V-26 Die Beschneidungsdebatte mit gegenseitigem Respekt führen
    Volker Beck (KV Köln)

    (mit dabei: Katja Dörner, Jerzy Montag, Claudia Roth, Cem Özdemir)

    https://www.antragstool.gruene.de/events/9/proposals/233

    ::
    ::

  11. Jacques Auvergne Says:

    „Jenseits unserer Vorschläge für gesetzliche Reformen und Regelungen sehen wir Grüne für uns als Partei und damit als Teil der Zivilgesellschaft auch die Aufgabe, gegebenenfalls mit Reformkräften in den verschiedenen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, mit kritischen Religionsführer*innen und Theolog*innen für grüne Werte zu streiten.

    „[…] Sylvia Löhrmann, Volker Beck, Aiman A. Mazyek (v.l.) im Düsseldorfer Landtag. Foto: Ricarda Hinz
    .
    .

    Islamverbände – grüne Neupositionierung?

    Von Karl Albert, hpd, 18.11.2015.

    „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“

    Den Islam […] ins deutsche Religionsverfassungsrecht integrieren […]“

    […]

    Erscheint der Titel des Papiers „Den Islam und andere Religionen der Einwanderer ins deutsche Religionsverfassungsrecht integrieren – Gleiche Rechte für Muslime, Aleviten und Jeziden!“

    http://hpd.de/artikel/12440

    ::

    Beschluss der Kommission des Grünen Bundesvorstands „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“
    (14. Oktober 2014)

    […] Jenseits unserer Vorschläge für gesetzliche Reformen und Regelungen sehen wir Grüne für uns als Partei und damit als Teil der Zivilgesellschaft auch die Aufgabe, gegebenenfalls mit Reformkräften in den verschiedenen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, mit kritischen Religionsführer*innen und Theolog*innen für grüne Werte zu streiten.

    http://bettina-jarasch.de/wp-content/uploads/2014/11/Beschluss-Grundannahmen-der-Kommission-Weltanschauungen-Religionsgemeinschaften-und-Staat-Okt2014.pdf

    […] Sigrid Beer […]

    http://bettina-jarasch.de/wp-content/uploads/2015/07/05_06_Infobrief_Gr%C3%BCne-Religionskommission.pdf

    ::

    Grüne wollen keinen Laizismus
    Von Anja Krüger, taz, 18.01.2015.

    […] „Wir müssen den geänderten Realitäten und dem Religionspluralismus gerecht werden“, sagte Jarasch beim ersten religionspolitischen Kongress der Grünen am Samstag im Düsseldorfer Landtag. Bei dem Kongress mit mehr als 300 Teilnehmern, darunter zahlreiche christliche Theologen, aber auch Vertreter islamischer Verbände und von Weltanschauungsgemeinschaften sowie jüdische Wissenschaftler, waren die Ereignisse in Frankreich stets gegenwärtig. „Spätestens die Attentate von Paris zeigen: Wir müssen Religionen reinholen in den öffentlichen Diskurs“, sagte Jarasch.

    Die Grünen setzen deshalb nicht auf eine strikte Trennung von Kirche und Staat. „Wir sind uns einig darüber, dass wir kein laizistisches Modell wie in Frankreich fordern“, sagte NRW-Chef Sven Lehmann. In Frankreich wird Religion ausschließlich im nichtöffentlichen Raum praktiziert. Das wollen die Grünen nicht.

    Sie plädieren für ein „interaktives“ Modell. „Staat und Religionsgemeinschaften müssen sich aufeinander beziehen“, erklärte Lehmann. So könne die Gesellschaft Einfluss nehmen, etwa durch islamischen Religionsunterricht an Schulen. „Islamischer Religionsunterricht ist Prävention gegen Radikalisierung“, glaubt Lehmann.

    Aber auch jenseits dieses Aspektes hätten Schüler Anspruch auf islamischen Religionsunterricht, betonte NRW-Schulministerin Löhrmann. Anders als in vielen anderen Ländern gibt es den in NRW bereits. Aber noch in zu wenigen Schulen, kritisierte Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland. Er warnte davor, dass die Forderung nach Säkularisierung dazu führt, muslimischen Gemeinschaften Rechte vorzuenthalten, die christliche haben: „Macht das nicht auf unsere Kosten.“ […]

    http://www.taz.de/!5023431/

    ::

    Religionskommission

    Der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen hat im Dezember 2013 auf Beschluss der Bundesdelegiertenkonferenz – des grünen Parteitages – eine Kommission „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“ eingesetzt. Die grüne Kommission will eine grüne Haltung darüber erarbeiten, was die Rolle und Funktion von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in der heutigen Gesellschaft ist und welchen Rahmen es dafür braucht. […]

    Der religionspolitische Kongress „Im Namen der Freiheit: Religion, Staat und Gesellschaft im Konflilkt“ fand am 17. Januar 2015 im Landtag NRW in Düsseldorf statt.

    http://bettina-jarasch.de/religionskommission/

    ::

    16.12.2013 — Der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen hat am 16. Dezember eine Parteikommission eingesetzt, die sich mit dem Verhältnis von Staat und Religion auseinandersetzen und Reformvorschläge, insbesondere zum Religionsverfassungsrecht, erarbeiten wird. […] Geplant sind Dialogveranstaltungen auch in Kooperation mit den grünen Landesverbänden, bei denen die Grünen in den Austausch mit den Religionsgemeinschaften, Verbänden, den Weltanschauungsgemeinschaften und der interessierten Öffentlichkeit treten wollen. […] Der 23-köpfigen Kommission gehören unter anderem Volker Beck, Katrin Göring-Eckardt, der Europaparlamentarier Sven Giegold und die hessische Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk an.

    Als bekanntere Mitglieder des […] bundesweiten Arbeitskreises Säkulare Grüne sind der Jurist Walter Otte und Mariana Pinzon-Becht, wie Otte Sprecherin des Arbeitskreises, in der Kommission vertreten.

    http://www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/deutschland/1387234800/buendnis-90die-gruenen-neue-kommission-zum-verhaeltn

    Beschluss des Bundesvorstands
    16. Dezember 2013

    https://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/_test/Religionskommission-Beschluss-Buvo-20131216_01.pdf

    ::

    13.06.2014

    In dem Beitrag zur grünen religionspolitischen Debatte plädieren Kretschmann und Giegold für ein kooperatives Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften.

    http://bettina-jarasch.de/wp-content/uploads/2015/07/04_Infobrief_Gr%C3%BCne-Religionskommission.pdf

    ::

    19.01.2015

    Aiman A. Mazyek
    Micha Brumlik
    Sylvia Löhrmann

    https://www.gruene.de/presse/2015/im-namen-der-freiheit-religion-staat-und-gesellschaft-im-konflikt.html

    ::

    Frieder Otto Wolf, Sylvia Löhrmann, Volker Beck, Aiman A. Mazyek (v.l.) im Düsseldorfer Landtag. Foto: Ricarda Hinz

    http://www.humanismus.de/aktuelles/reform-staatskirchenrechts-dringend-erforderlich

  12. Jacques Auvergne Says:

    Et ceux qui ne jugent pas d’après ce qu’Allah a fait descendre, ceux-là sont les mécréants [al-kāfirūn].

    Coran 5:44
    .
    .
    .

    Perspektiven grüner Religionspolitik: der Islam und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

    Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne, 6. Vollversammlung vom 28.02. bis zum 01.03.2015 in Erfurt: Positionsbestimmung zu Islam- und Religionspolitik sowie Vorstandswahlen. Das Positionspapier titelt: Islam- und Religionspolitik von Sicherheits- und Integrationspolitik emanzipieren!

    [ Angestrengt kämpfen Mariana Pinzón Becht und Walter Otte darum, den guten Islam vom bösen Islamismus zu unterscheiden. Fakten zu Koran und Sunna würden die islambeschwichtigende Politik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nur stören. ]

    Islam- und Religionspolitik von Sicherheits- und Integrationspolitik emanzipieren!

    […] Nur in solchen Gruppen, für die „der Islam“ eine politische Ideologie ist, findet man die Haltung, dass die Scharia ein geschlossenes religionsrechtliches System ist, das sich auf alle Bereiche des Lebens erstreckt und deswegen auch die Grundlage für die politisch-rechtliche Ordnung des Zusammenlebens sein sollte.

    [ System von Medina, Mohammed als Staatsführer. Kein legendärer Islamismus den es gar nicht gibt, sondern der durch die „beste aller Gemeinschaften (3:110) gelebte Din. ]

    […]

    Frauen vor Patriarchatsvorstellungen schützen [ Nein, nicht das Patriarchat, der echte Islam ist das Problem jeder Frau. ]

    Dennoch darf man auch nicht verkennen, dass manche der islamischen Verbände eine Politik betreiben, die auf die Durchsetzung kollektiver Autonomierechte für muslimische. Minderheiten abzielt. Es sind vor allem Fragen des islamischen Familien- und Erbrechts, die in der Scharia dicht geregelt sind, für die manche Verbandsfunktionäre das staatliche Recht suspendieren wollen.

    [ Islam ist Recht, nämlich das einzig menschengemäße und heilssichernde Recht. Und Islam ist die den Iblis abwehrende totalitäre Lebensform, ist religiöser Staat, möglichst bald die einzige Staatlichkeit und zwar weltweit.

    Quran 5:44 And whoever does not judge by what Allah has sent down, then these are unbelievers (al-kāfirūn). ]

    Diesen Tendenzen müssen wir uns vor allem als Grüne entgegensetzen, denn es geht hier vor allem um die Gleichberechtigung der Frauen. Muslimische Frauen dürfen keine rechtliche Schlechterstellung erfahren. Ausnahmen vom Gesetz oder islamische Schiedsgerichte dürfen nicht legitimiert werden. Es sind vor allem die konservativen Verbände, die an traditionellen Geschlechterrollen festhalten und die patriarchalischen Strukturen nicht in Frage stellen.

    [ Unsinn, an den echt islamischen Strukturen halten sie fest – und haben ihre Religion richtig verstanden. ] […]

    Erfurt 28.02.2015

    Beschluss der Vollversammlung des Bundesweiten Arbeitskreises Säkulare Grüne

    http://saekulare-gruene.de/wp-content/uploads/2015/03/Islam-und-Religionspolitik-von-Sicherheits-und-Integrationspolitik-eman.pdf

    http://saekulare-gruene.de/6-vollversammlung-der-saekularen-gruenen-in-erfurt-positionsbestimmung-zu-islam-und-religionspolitik-und-vorstandswahlen/

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: