Völkische Bünde auf der Jugendburg

ואנדרפוגל

Вандерфо́гель

Wandervogel

Quo vadis, Ludwigstein?

Zu den neurechten bzw. alten völkischen Umtrieben an Deutschlands berühmtester Jugendburg Ludwigstein, der das Land Hessen bis auf Weiteres sämtliche Subventionen gestrichen hat. Von Cees van der Duin.

Es ist kein Geheimnis, dass sich zwei Strömungen oder Bewegungen, romantische deutsche Jugendbewegung und rassistische deutsche völkische Bewegung, seit hundert Jahren in leider eher umfangreichen Teilen überlappen.

Eine 2013 vier oder fünf Generationen lang bestehende Solidarität zwischen einflussreichen Personen und Kreisen innerhalb der Jugendbewegten und der Völkischen färben das über dem Ludwigstein wehende Grün-Rot-Gold gewissermaßen ziemlich braun.

Was ohne Hilfe von außen offensichtlich einfach nicht funktionieren wollte, die Trennung von jugendbewegt und völkisch, könnte sich heute endlich ändern, denn hundert Jahre nach dem Ersten Freideutschen Jugendtag hat das hessische Ministerium dem völkisch bis neurechts angekränkelten Ludwigstein die Zuschüsse eingefroren. Vor nicht ganz drei Wochen, Ende Oktober 2013 hatte Sozialminister Stefan Grüttner festgestellt:

Solange die aufgeworfenen Fragen und Vorwürfe nicht eindeutig geklärt sind, werden keine Landesmittel mehr fließen. Das betrifft alle Zuwendungen, auch Entscheidungen über Investitionsförderungen, die derzeit anstehen. Das Hessische Sozialministerium wird sehr zeitnah das Gespräch mit den Vertretern der Jugendburg Ludwigstein suchen und die Vorwürfe prüfen.

Man könnte also nachdenken und die „Kluft“ tragenden sprich irgendwie romantisch uniformierten Deutschlandverherrlicher mit ihren nachweisbaren Verbindungen in Neue Rechte und Rechtsextremismus bewusst vom Burggelände verweisen, während man die ihre schmucke Bundestracht, etwa die pfadfinderische Gruppenkleidung oder diejenige von der Waldjugend, tragenden freiheitlich demokratischen Bünde auf dem Ludwigstein belässt.

Was aber macht die schlaue und veränderungsresistente Jugendburg? Geschickt ein zur Trennschärfe fähiges Denken vernebelnd fusioniert der Stiftungsvorstand am 2. November beiderlei Gemeinschaftstracht, kulturell moderne ebenso wie kulturell gegenmoderne bzw. schleichend rechtsrevolutionäre „Kluft“, zu einer einzigen, gefälligst einheitlichen Menge namens „Besucher in Kluft“ und verbannt gleich jeden Bundesbarett- oder Halstuchträger vom Burggelände:

Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.

Das genau aber ist sowohl das jugendbewegt-bündische als auch das Ludwigsteiner Problem. Denn aus irgendwelchen, noch genauer zu erforschenden Gründen darf sich das verhängnisvolle deutsche Amalgam aus naiven Blaublumesuchern und völkischen Rassisten einfach nicht in die beiden Zutaten oder Bestandteile trennen, von denen der eine Teil die allgemeinen Menschenrechte im Namen eines schicksalshaften „Deutschen“ standhaft verweigert.

Dieses Verweigern erkennen wir spätestens seit den Tagen der antisemitischen Bekundungen des Redekteurs der Wandervogelführerzeitung Friedrich Wilhelm Fulda („übelangebrachte Gutherzigkeit, die noch immer in manchen sich deutsch nennenden Vereinigungen Hebräer duldet“) oder seit der Äre von Jugendbünden wie den völkischen Adlern und Falken oder den nationalsozialistischen Artamanen.

Die zuletzt genannten Personen oder Bünde mögen ja Geschichte sein, die Theoretiker der Neuen Rechten Götz Kubitschek oder Karlheinz Weißmann jedoch sind bündische Gegenwart und finden offensichtlich Verehrer in den Kreisen von Fahrenden Gesellen (FG), Freibund – Bund Heimattreuer Jugend, Deutschem Mädelwanderbund (DMWB) und Deutscher Gildenschaft (DG). Diese vier Bünde durften sich in den letzten Jahren auf Burg Ludwigstein zu Hause fühlen.

Hessens Sozialminister Grüttner ist darin zu unterstützen, Projekten keine Gelder der öffentlichen Hand an zu bewilligen, welche die universellen Menschenrechte ironisieren, elegant boykottieren oder offen angreifen.

Zu diesem Streit findet sich Lesenswertes im Kommentarbereich des vor allem von Pfadfindern betriebenen Blogs Schwarzzeltvolk.

Am 3. November 2013 sagte Soeren:

“Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.”

Die drehen die Eskalationsschraube ein klitzekleines bisschen weiter. Gehört sozusagen zum Ritual. Die neurechts angekränkelten oder ewig vaterländischen Ludwigsteiner machen Pokerface: Burg Ludwigstein droht den “Besuchern in Kluft” ein bisschen, aus Angst vor einem echten, ernst gemeinten Boykott.

Der ‘Lu’ will sehen, ob die bündischen Kinderchen jetzt einknicken und sagen: O ja, lasst die vier bis fünf (mit DMWB) völkisch-nationalen Bünde weiterhin zu, wir bleiben auch nicht weg und finden das Konzept von der “Offenen Burg” gar nicht mehr so schlimm.

Nicht nachgeben. Auch das nüchtern denkende Ministerium wird sich weder durch süßlich lockende noch durch schamlos drohende Tricks erpressen lassen.

Wir brauchen kein Gesäusel oder Gejammer, sondern eine Jugendburg ohne Deutschlandverherrlicher, ohne Völkische und nicht zuletzt ohne Kontaktpersonen in den organisierten Rechtsextremismus.

Da wo die Deutsche Gildenschaft, der Freibund, der Sturmvogel, die Fahrenden Gesellen oder der Deutsche Mädelwanderbund (DMWB) anwesend sind kann man als Gruppenleiter mit den anvertrauten Kindern oder Jugendlichen schlicht nicht hin.

Also jetzt oder nie! Den Druck aushalten, Nein sagen zur “Offenen Burg” und hoffen, dass auch das Ministerium eisern bleibt und die Finanzströme abstoppt.

Die weitere Umgebung ist herrliches altbewährtes Wanderland, vom Meissner bis zum Reinhardswald, von überall aus kann man als nichtvölkischer Pfadfinder oder Jugendbewegter ein paar Jahre lang die Burg gelassen aus der Ferne angucken, so lange, bis sich die braunen SCHATTEN verzogen haben.

¡Venceremos!

Soeren

Von Iris (Deutsche Waldjugend und dort Landeshorte ehemals Goch) stammte der zweite Kommentar:

1. November 2013 um 08:56

Hallo,

irgendwie hatte ich da einige Aktionen (oder Schritte im Rahmen dieser Diskussion) unsererseits als anders motiviert in Erinnerung, aber naja. Auf jeden Fall finde ich es blöd, wenn hier ganz schnell geschossen wird ohne mal vorher darüber zu sprechen. Ich höre immer Demokratie und eigentlich ist die DWJ ja auch Basisdemokratisch aber diese Stellungnahme kommt zu schnell und ohne Absprache. Ich hätte mir gewünscht, dass wir eine Stellungnahme gemeinsam formulieren. Oder habe ich da einen Thing oder ähnliches verpasst?

Ich empfinde diese Stellungnahme als gemein der Lu gegenüber, als wenn die DWJ schon lange einfache Lösungen angeboten hätte und die Verantwortlichen auf der Burg diese nur nicht umgesetzt hätten. So ein Quatsch! Das hört sich in meinen Ohren alles so an, als wollten wir uns da nur in einem guten Licht präsentieren und nur mal eben sicher gehen, dass der schwarze Peter aber bitte bei jemandem anderen steckt. Also ich schäm mich grad.

Abgesehen davon, dass ich auch der Meinung bin, dass unsere Anwesenheit ganz wichtig ist, damit die Burg nicht gänzlich von Brezelliesen und Kappenträgern besetzt wird (was noch lange nicht der Fall ist!), bin ich mit dieser Stellungnahme nicht einverstanden und bitte darum in Zukunft nicht nur nach Demokratie zu rufen, sondern diese auch anzuwenden! …

Horrido

Iris

Das allerdings hätte eine nachweisbare Aussage gegen völkisch orientierte Bünde sein können, weshalb sich charakterlich amorphe und im Sinne des nachhaltigen eigenen Obenschwimmens an den Mächtigen orientierte nichtvölkische Bündische schon zwei Tage später gleich wieder korrigieren bzw. eine Art von Lern- und Verstehensprozess bekunden:

3. November 2013 um 20:27

Damit dieser Kommentar besser verstanden werden kann, ist es sicherlich hilfreich, die folgenden Links zu beachten:

Mitteilungen für unsere Burggäste/Einschnitt auf Burg Ludwigstein

http://www.burgludwigstein.de/Burg-aktuell.205.0.html

Antrag an die OMV der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein am 02.11.2013

http://www.burgludwigstein.de/fileadmin/LudMedia/0168_VJL/OMV_Antrag.doc

An die Bundesleitung:

Zunächst einmal vielen Dank für die schnelle Reaktion. Und für die Info, dass ihr auf Bundesebene zusammengearbeitet habt, das war mir sehr wichtig. Mir ging das alles einfach viel zu schnell. Direkt nach dem Artikel von Jesko Wrede sich selbst in ein gutes Licht zu rücken fand ich nicht fair. Aber wie Du oder ihr (mir ist ja leider nicht bekannt mit welcher Teilmenge der Bundesleitung ich hier kommuniziere) schon gesagt hast/habt, in den grundlegenden Dingen waren wir uns schon einig.

Auch wenn ich sehr skeptisch war, muss ich doch sagen, dass ich mich heute nicht mehr schäme.

Ich bin natürlich auch sehr traurig, dass die Burg die bündischen Aktivitäten eine Weile einfriert, aber ich bin über das Resultat und die Einigungen die getroffen worden sind sehr erleichtert. Aus einem „wir müssen mal miteinander sprechen“ ist nun ein „wir werden miteinander sprechen“ geworden. Das auf neutralem Boden mit professionellem Beistand und allen Beteiligten finde ich gut. Das habt ihr, der BdP und der Stiftungsvorstand der Jugendburg Ludwigstein meiner Meinung nach gut hinbekommen. Auch wenn jetzt alle erstmal schrecklich empört sein werden ist das ein guter Weg.

An den Rest und die Bundesleitung:

Dies kann ein guter Anfang sein. Vielleicht wird sogar überlegt, wer wir Bündischen überhaupt sind oder sein wollen und vor allem was wollen wir nicht! Das könnte man doch ganz prima in einer Formel zusammenfassen wie einer Meißnerformel die dann alle unterschreiben😉 Spaß beiseite, wir müssen auf Dauer konkreter werden ich weiß es ist schwierig zu einem Konsens zu kommen, deshalb ist die professionelle Hilfe eines neutralen Moderatoren ja auch so wichtig. “Wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe nach fairen und demokratischen Grundsätzen” (siehe Antrag an die OMV) halte ich hierbei für einen ganz wichtigen Aspekt.

Ich persönlich denke es könnte fruchtbar sein vorher mal zu hören, was die Basis dazu sagt, im Falle der Waldjugend meine ich damit die einzelnen Horste und ihre Mitglieder, aber da habt ihr euch ja ganz bestimmt schon was ausgedacht.😉

Und wenn wir dann irgendwann hoffentlich das Thema Rechts abhaken können, können wir uns vielleicht ja sogar wieder Themen widmen wie: „Wie kann ich die Natur erhalten in der ich mich so gerne aufhalte?“ oder wenn ihr es bündischer haben wollt: „Welche Ziele sollten die Bünde in der heutigen Zeit haben?“.

Die Tatsache, dass im (Meißner) Jahr 2013 (einer Zeit von schwindender biologischer Diversität und wachsenden klimatischen und ökologischen Veränderungen, von medialem Einfluss von angespülten Flüchtlingsleichen mal gar nicht zu sprechen) fast ausschließlich (und versteht mich nicht falsch, dass sind natürlich sehr wichtige Themen) über Rechts und Pädophilie diskutiert wird, nervt gewaltig.

Ich persönlich bin sehr gespannt wie es weitergeht!

4. November 2013, vorbildlich sorgfältig nahm Soeren die amorphen Sätze der Waldjugend-Multifunktionsträgerin auseinander:

Liebe Iris,

dein Kommentar oder vielmehr Nebelwurf vom 3. November um 20:27 verdient ein paar Zwischenrufe:

“Mir ging das alles einfach viel zu schnell”

Aha, überfordert spielen und mea culpa seufzen.

“Direkt nach dem Artikel von Jesko Wrede sich selbst in ein gutes Licht zu rücken fand ich nicht fair.”

In welches gute Licht? Erklärung und Appell sind Ablenkungsmanöver, legen eine falsche Fährte, mimen geschickt das betroffen Sensibelchen – aber arbeiten in Wirklichkeit den völkischen Bünden zu, wickeln die Leserschaft ein und lobpreisen letztlich die “Offene Burg”.

“in den grundlegenden Dingen waren wir uns schon einig”

Worin genau bitte? Völkische Bünde raus oder völkische Bünde nicht raus? Bitte lege dich fest.

“Auch wenn ich sehr skeptisch war, muss ich doch sagen, dass ich mich heute nicht mehr schäme.”

Endgültig peinlich. Hirn anschmeißen, nicht theatralisch im schamhaften Sühne-Sumpf versinken. Bitte Sachinformation bringen, keine virtuelle Emotion anknipsen.

“Ich bin natürlich auch sehr traurig, dass die Burg die bündischen Aktivitäten eine Weile einfriert”

Auf den Propagandatrick reingefallen. Oder so tun als ob. Das “ich bin … sehr traurig” will womöglich keiner wissen, oder möchtest du kalkuliert Schuldgefühle erwecken? The queen is not amused.

Iris “sehr traurig”, wir alle im bündischen Schlumpfhausen tragen Trauerflor … wann Iris endlich wieder sehr fröhlich …

Wo bitte geht’s hier von von Buhu nach Tralala, o Iris, zeig uns den Weg!

“Aus einem „wir müssen mal miteinander sprechen“ ist nun ein „wir werden miteinander sprechen“ geworden”

Genau, die Kinderchen lassen sich mit sozialpädagogischan Hohlparolen abspeisen.

“Das auf neutralem Boden mit professionellem Beistand und allen Beteiligten finde ich gut.”

Yes. Ein bisschen über Nazis quasseln.

“Das habt ihr, der BdP und der Stiftungsvorstand der Jugendburg Ludwigstein meiner Meinung nach gut hinbekommen”

Tja, Geld und Karriere sind schon ein verbindendes Motiv.

“Auch wenn jetzt alle erstmal schrecklich empört sein werden ist das ein guter Weg”

Die Sprache der Macht hast du, Iris, schon ziemlich gut drauf. Die unter unseren Politikern leider üblich gewordene Hohlformel mit dem “guten Weg” etwa macht jedes Sachargument überflüssig, denn das könnte ja in die Irre führen, ins Abseits.

Gegner der Lächerlichkeit preisgeben, sinngemäß: die bringen euch nichts, die sind nur “schrecklich empört”. Das ist rhetorisch – und menschlich – unredlich.

“wir müssen auf Dauer konkreter werden”

Allerdings, und warum fängst du denn nicht an und distanzierst dich unmissverständlich von: Deutsche Gildenschaft, Deutscher Mädelwanderbund / Die Fahrenden Gesellen, Freibund – Bund Heimattreuer Jugend. Um nichts anderes geht es schließlich.

“deshalb ist die professionelle Hilfe eines neutralen Moderatoren ja auch so wichtig”

Genau, das gewünschte schmierige Ergebnis (Burg MIT Völkischen) soll pseudodemokratisch legitimiert und vergoldet werden, damit sich alle irgendwie gut fühlen dürfen.

Oh Moderator, erteile uns Absolution! Lass uns aufschluchzen: ich bin ok – du bist ok! Und ein abschließendes Küsschen dem schrecklich missverstandenen Deutschtums-Verherrlicher.

“Wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe nach fairen und demokratischen Grundsätzen”

Aha, unsere Iris mit den Wegbereitern von Germanienkult und Rechter Revolution ganz auf Augenhöhe.

“was die Basis dazu sagt, im Falle der Waldjugend meine ich damit die einzelnen Horste und ihre Mitglieder”

Geschickt aus der Verantwortung gestohlen: einfach die etwas desinformierten Siebzehnjährigen bzw. die altersgemäß unwissenden noch jüngeren Halbwüchsigen verantwortlich machen.

“Und wenn wir dann irgendwann hoffentlich das Thema Rechts abhaken können”

Schlussstrichdebatte wie nach 1945 … liebe Iris, du sollst nicht “abhaken”, sondern Stellung beziehen.

“medialem Einfluss von angespülten Flüchtlingsleichen”

Auf der Welt geschehen schlimme Sachen. Da sind unsere Ludwigsteiner Völkischen gar nicht so schlimm. Gucken wir einfach woandershin. Ich bin klein mein Herz ist rein, Tandaradei!

So erfahren Ertrunkene in Deutschland dann doch noch Nutzbarmachung. Ethisch widerlich.

“fast ausschließlich (und versteht mich nicht falsch, dass sind natürlich sehr wichtige Themen) über Rechts und Pädophilie diskutiert wird, nervt gewaltig”

Iris leidet nervlich (“nervt gewaltig”) aufgrund der endlich erfolgten journalistischen Aufdeckungen von Leuten wie Christian Füller bzw. Jesko Wrede zu bündischem Kindesmissbrauch und bündischem Rechtsextremismus. Dauer-einlullender Singsang wäre ja auch viel romantischer.

“Ich persönlich bin sehr gespannt wie es weitergeht”

Iris sinngemäß und implizit: ich bin “persönlich” lieb, aber mir widersprechen solltest du besser nicht.

Und alles ganz aufregend irgendwie.

Unfasslich. The Ludwigsteinshow must go on.

Beste Grüße,

Soeren

7. November, Kommentator Quetzalcoatl bedankt sich bei Soeren für die gepfefferten Zwischenrufe zu Iris und schreibt:

Zunächst mehr Sorgfalt im Denken und Sprechen bitte, ein irgendwie gefühlvoller ‘Weichzeichner’ macht völkisch motivierten Gegendemokraten und postmodern-überbündischen Karrieristen das Leben zu einfach.

“Als Waldjugend sehen wir unsere Wurzeln im Naturschutz und in der Tradition der bündischen Jugendbewegung.”

Eigentlich kann man nur entweder von Deutscher Jugendbewegung ODER von Bündischer Jugend reden, der zweite Begriff kennzeichnet, eng(er) ausgelegt, die Weimarer Epoche – gerade hierbei hätte sich die DWJ allerdings von Adlern und Falken, Geusen sowie Artamanen distanzieren müssen, denn die drei waren schließlich auch Bündische Jügend.

Wie ich gerade sehe, hat auch bzw. nur Julia Fehlisch (Sozialpädagogin …) das reichlich geschichtsblinde Wortungetüm geprägt: “Die bündische Jugendbewegung als Teil der außerschulischen Jugendbildung. Eine Einordnung anhand der kritisch-konstruktiven Pädagogik nach Wolfgang Klafki und am Beispiel der Jugendburg Ludwigstein”

Wer 2013 die schräge Mischung aus Neologismus und Tautologie verwendet, ‘bündische Jugendbewegung’ zusammenschraubt und sich dann aber nicht sofort von Adlern und Falken, Geusen sowie Artamanen distanziert, hat entweder von Bündische Jugend keine Ahnung oder es ist ihm alles nicht so wichtig oder er will die völkisch Bewegten ‘integrieren’.

Und weiter wird weichgezeichnet bei DWJ:

“Als demokratischer Bund”

… was soll das, die DDR war auch demokratisch! Es muss FREIHEITLICH DEMOKRATISCH heißen. Falls nun einer murrt: ‘jaja ist doch klar’ kann ich nur erwidern: nein ist es eben nicht!

Dino ganz schicksalsergeben:

“Die Burg wird sich vermutlich weiterhin sehr für die Rechten Bünde einsetzen.”

Einspruch: es geht nicht um rechts, sondern um RECHTSEXTREMISTISCH bzw. VÖLKISCH. Leider ist dieses maulige, empört tuende ‘rechts’ immer wieder zu hören, eine ganz ärgerliche sprachliche Schlampigkeit: bitte nie ‘rechts’ sagen, wenn rechtsradikal bzw. konservativ-revolutionär bzw. ethnopluralistisch-rassistisch gemeint ist, wir sind hier nicht unter 14-Jährigen von der Antifa.

Nichts gegen Schlagworte, aber zutreffen sollten sie.

Junge Freiheit / IfS / Sezession / Blaue Narzisse sind nicht ‘wertkonservativ’ (das ist die Junge Union ja hoffentlich), sondern gehören ins konservativ-revolutionäre bis rechtsradikale Spektrum, unterschiedliche Methoden anwendend und unterschiedliche Zielgruppen bedienend sowie durch Sympathie und allerlei Doppelmitgliedschaften verbunden.

Und genau dieses Spektrum ziehen die Fahrenden Gesellen ebenso wie der Freibund auf den Ludwigstein, ideell (Alain de Benoist, Julius Evola) wie personell (Götz Kubitschek).

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Kubitschek

“Arktos … Arktos hat sich als der englischsprachige Hauptverleger der europäischen Neuen Rechten etabliert (einschließlich der Übersetzungen von Alain de Benoist und Guillaume Faye). Erstmals wurde der russische Vordenker und ehemalige Berater Putins Alexander Dugin ins Englische übertragen. Weitere bekannte Autoren sind der italienische Traditionalist Julius Evola …”

“Identitäre Bewegung Deutschland … Die Identitäre Bewegung ist genau das, worauf viele junge Menschen in Deutschland gewartet haben: vorwärts in eine neue Zeit drängend, dabei aber die eigenen Wurzeln nie vergessend.”

“Deltastichting (Belgien) … eine konservative Zeitschrift, die vor 40 Jahren nach dem Vorbild der französischen, von Alain de Benoist verantworteten Elements gegründet wurde.”

http://zwischentag.de/zwischentag/die-aussteller/

DAS ist Theoriebildung und Freundeskreis des Kubitschek-Umfelds … oder kann man schon von international vernetzter straffer weltanschaulicher Führung reden? Und haben diese Kräfte demnächst den (seit 50 Jahren ohnehin arg zur äußersten politischen Rechten neigenden) blaublumeseligen Ludwigstein ganz im Griff?

Beispiel einer gefährlichen, auf Minderjährige zugeschnitten Schrift; man sollte dafür sorgen, das Original nicht an Minderjährige heranlassen: die Blaue Narzisse.

“Dabei nimmt sie nach eigener Aussage eine konservative Haltung ein, während sie von der Politikwissenschaft als zur Neuen Rechten gehörend betrachtet wird. Chefredakteur ist Felix Menzel, der auch für die Zeitschrift Sezession tätig ist und dem Umfeld des Instituts für Staatspolitik (IfS) und der Konservativ-Subversiven Aktion (KSA) um Götz Kubitschek zugeordnet wird.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Narzisse

Vier Chemnitzer Gymnasien haben den Verkauf der Zeitschrift Blaue Narzisse verboten – die einzig richtige Entscheidung.

Auf Rechte Jugendbünde lesen wir, dass sich der Freibund auf einem der neurechten, sogenannten Zwischentage darstellte:

Dabei wurde erst im Oktober bekannt, dass der Freibund auf einer rechten Messe mit einem eigenen Stand vertreten war, die im rbb als “Gipfeltreffen der rechten Eliten” bezeichnet wurde. Neben dem Freibund selbst war auch das Internetportal “Blaue Narzisse” des Freibünders Felix Menzel maßgeblich an der Ausrichtung des Treffens beteiligt. Anlass des so genannten “Zwischentages” war das Erscheinen der fünfzigsten Ausgabe der Zeitschrift “Sezession”, herausgegeben vom Institut für Staatspolitik.

Derselbe Text konstatiert eingangs nüchtern:

“Die Burg Ludwigstein ist wohl der einzige Ort in Deutschland, an dem völkisch-nationalistische Jugendbünde wie der Freibund in dieser Form offen auftreten können.”

http://rechte-jugendbuende.de/?p=2062

Ohne unseren massiven Druck wird die germanisch-gemütliche Burg Ludwigstein auch weiterhin die ideelle wie personelle Fusion aus Jugendbewegung und schleichender rechter Revolution bzw. Völkischer Bewegung garantieren.

Das Thema darf jetzt nicht in ‘Diskussionsrunden’ ausfransen, auch nicht im ‘professionell moderierten Dialog’.

Alles Blaue Blume oder was … Müsli mampfen und mit der (alten Völkischen Bewegung bzw. der sogenannten) Neuen Rechten klampfen.

Dass alte angesehene Wandervögel wie Gerhard Neudorf (Wo bleiben Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit?) sich für die Teilnahme etwa des Freibunds auf dem Meissnerfest 2013 eingesetzt haben sollte endlich skandalisiert werden.

Wer zur Deutschen Jugendbewegung (und insbesondere, wer zu den geschichtsklitternden, volksverherrlichenden und die vielfachen eigenen Verknüpfungen mit dem Nationalsozialismus verschweigenden Seilschaften rund um Burg Ludwigstein!) fundiert mitreden möchte, lese Christian Niemeyer: Die dunklen Seiten der Jugendbewegung: Vom Wandervogel zur Hitlerjugend

http://www.amazon.de/Die-dunklen-Seiten-Jugendbewegung-Hitlerjugend/dp/3772084885

Auf das NICHT REFORMIERBARE Konzept von der Offenen Burg kann man eigentlich nur mit Christian Wallner antworten:

“Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.”

Quetzalcoatl

Nun aber betritt Pfadi-Funktionär Hansdieter Wittke genannt HDW die virtuelle Bühne und orakelt voller Kampfgeist:

Als Mitglied der Vereinigung erwarte ich von der Mitgliederversammlung, die Entschließungen des BdP und der Waldjugend zur Grundlage des weiteren Vorgehens in dieser besonderen Lage zu machen.

Das angebliche “Verbot” Kluft zu tragen und als Bündischer auf der Burg in Erscheinung zu treten, halte ich für abenteuerlich. Als bekennender Lebenspfadfinder ist für mich eher das Gegenteil richtig. Hier heißt es deutlich Farbe zu bekennen und die demokratischen Überzeugungen kämpferisch zu vertreten! Und Entwicklungen zu stoppen.

Nicht Gesinnungskontrolle gehört dazu sondern die offene und fundierte Auseinandersetzung mit den radikal oder unterschwellig agierenden Totengräbern der Demokratie.

Überzeugt unterstütze ich die Initiative von Waldjugend und Pfadfindern!

HDW

Wittkes staatsmännisch daherkommendes Ablassen heißer Luft lässt hermes ziemlich unbeeindruckt:

Lieber HDW,

die “Initiative” der Waldjugend ist eine Mogelpackung und das weißt du. Sie dient dazu, langfristig wie heute NICHTS gegen die Anwesenheit von Fahrenden Gesellen, Freibund und Gildenschaft tun zu müssen.

Auch du gehst zu den drei Bünden (ok, Mädelwanderbund solo gezählt macht es vier Bünde) in deinem Kommentar NICHT explizit auf Distanz und sprichst die drei (oder eben vier) Namen noch nicht einmal aus.

Das von dir – an der Sache vorbeiredend – “abenteuerlich” genannte Kluftverbot (OT Ludwigstein: Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen) ist ein Ablenkungsmanöver und soll die überbündischen Kinderchen ein bisschen schnattern lassen und unter Druck setzen sowie dem Ministerium gegenüber ‘ein Zeichen setzen’, dass man mit dem Konzept von der Offenen Burg so was von weitblickend und verantwortlich ‘auf Kurs’ sei.

Im Übrigen, HDW: wenn du mutig wärst, würdest du, immerhin Mitglied der Vereinigung, in diesen Tagen in schmucker Kluft hin an die Werra und Gesicht zeigen und dich fallweise vom Burggelände schmeißen lassen. Oder du würdest einfach aus der Vereinigung austreten (wirst du natürlich nie tun).

Die endlich öffentlich gewordene Verknüpfung zum rechten Rand und darüber hinaus nennst du beschwichtigend “in dieser besonderen Lage” – und hast damit schon wieder um die neurechte und alte völkische Sache herumgeredet.

Was wird mit so viel Geschmeidigkeit (Rückgratlosigkeit) geschehen? Ihr werdet die drei Bünde also, nach ein bisschen Durchdiskutieren und Dialog-Kultivieren, verzückt über die eigene Großzügigkeit, ‘durchwinken’ und in zwei, drei Jahren erstaunt tuend sagen können:

Na hoppla, Gildenschaft, Freibund & Fahrende Geselllen sind ja immer noch da – aber alles ganz basisdemokratisch gelaufen hier!

Das ist zu verhindern.

Die mächtigsten Ludwigsteiner Strippenzieher haben ihren Spaß an derartiger Unschlüssigkeit und Glitschigkeit und werden handeln nach dem Motto eines zeitgenössischen Songs:

und weil Entscheidung nicht deine Stärke ist muss ich mich statt deiner entscheiden

Noch ist es nicht zu spät! Im selben Song heißt es schließlich:

Es ist gut, wenn du weißt was du willst, wenn du nicht weißt was du willst ist das nicht so gut

Lieber HDW,

ich wäre dir dankbar, wenn du, gerne auch in Kluft, unzweideutig den Rausschmiss von Gildenschaft, Freibund und Fahrenden Gesellen fordern würdest.

Herzlich Gut Pfad

hermes

Pfadifunktionär HDW hält es bis heute, immerhin drei Tage lang, für verzichtbar, auf diese plausiblen und wichtigen Argumente einzugehen oder auch nur die sinngemäße Gretchenfrage Sag wie hältst du`s mit dem Freibund zu beantworten.

Das zweite ist durchaus unfair, denn auch die Fahrenden Gesellen werden sicherlich gern wissen wollen, ob der am Ludwigstein einflussreiche „Lebenspfadfinder“ Wittke wirklich auch genau sie zu den „Totengräbern der Demokratie“ rechnet.

Den bisher ausgelassenen ersten Kommentar jedoch, sozusagen punktgenau zum seit tusks (dj.1.11) Tagen in bündischen Kreisen so gern gefeierten ersten Elften, hatte ein echter alter Jungenschafter und richtig roter Altachtundsechziger verfasst, wie HDW ein Mitglied der Ludwigsteiner Vereinigung.

Mit viel Tamtam nämlich tat zuallererst der manch einem aus der als links geltenden Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck (ABW, die mit den legendären Liedermacher-Festivals) sowie dem Mindener Kreis bekannte Eckard Holler genannt zeko so als würde er etwas tun.

Hollers Befinden war irgendwie irritiert und schmerzvoll leidend, dieses hier fand er unverständlich, jenes dort unerträglich (was genau eigentlich?), jedenfalls beginnt er pathetisch grüßend:

Eckard Holler sagte:

1. November 2013 um 08:41

Ich begrüße die Initiative der Deutschen Waldjugend, die sich an die Verantwortlichen der Jugendburg Ludwigstein richtet und sie auffordert, die eingetretene Fehlentwicklung zu korrigieren. Es ist für mich als ein Mitglied der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e.V. unverständlich und unerträglich, dass unter dem Deckmantel des Konzepts einer “Offenen Burg” auf Burg Ludwigstein neurechte und andere rechtslastige Vereinigungen gefördert werden. Es ist höchste Zeit, dass diese Förderung beendet wird.

Eckard Holler

Kommentator hermes behielt Bodenhaftung und antwortete noch am selben Tag:

Lieber zeko, oben hat jemand schon die Notwendigkeit betont, das Objekt der Empörung zu definieren, bitte sprich die Namen der bewussten Bünde aus: Deutsche Gildenschaft, Deutscher Mädelwanderbund, Die Fahrenden Gesellen, Freibund – Bund Heimattreuer Jugend.

Noch besser, wenn du dann in ein paar Sätzen begründest, warum etwa der Freibund mit Jugendbewegung, so wie du sie verstehst, nichts zu tun hat und zudem die freiheitliche Demokratie gefährdet. Und deinen Namen darunter, damit man weiß, wofür du stehst. Zugegeben, das erfordert Mut.

Jahrelang völkische Bünde zu beherbergen ist auch keine “Fehlentwicklung”, sondern ein Skandal.

Verzeih meine Direktheit, aber man nimmt es dir nicht ab, dass das Thema für dich “unerträglich” sei. Wenn es dir wirklich wichtig wäre, würdest du jetzt einfach aus der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e. V. austreten.

Du wirst es nicht tun … sondern so tun, als würdest du etwas tun … Engagiertes Augenrollen halt, revolutionäre Als-ob-Aktion.

Wenigstens ein Akteur hat gehandelt: das Hessische Sozialministerium friert Burg Ludwigstein sämtliche Fördermittel ein. Na Endlich. Geht doch.

hermes

Soweit der Blick auf den Blog Schwarzzeltvolk, die seltsam zwanghaft wandervogelbewundernde und nahezu ausschließlich aus evangelischen Pfadfindern (vier Personen aus dem VCP; zwei aus dem Christlichen Pfadfinderbund Saar, nur eine aus einem bedeutungslosen Mädchenwandervogelbund) zusammengewürfelte Redaktion selbst äußert sich bezeichnenderweise zum Thema mit keiner Silbe.

Der Deutsche will sich so gerne unschuldig fühlen und braucht dazu dringend jemanden, der ihm zu diesem Zwecke Absolution erteilt. Das von der Jugendbewegung beschworene Bauern-, Wanderer- und Naturidyll ist noch stets ein ausgezeichnetes Werkzeug gewesen, sich als niedlicher Germane, Indianer oder Hobbit zu fühlen und sich aus der kulturellen Moderne ein bisschen zu verabschieden („auf Fahrt gehen“).

Der leider auch zur Geistlosigkeit und gespielten Unschuld einladende hundertjährige Duft der Blauen Blume ermöglichte es, über nationalromantische und ethnopluralistische Vorstellungen zum Verherrlichen von Blut und Boden sowie zum Wunsch nach rassistischem „Saubermachen“ zu gelangen.

Die eingangs erwähnte, im Ersten Weltkrieg veröffentlichte Wandervogelführerzeitschrift unter ihrem Redakteur Fulda forderte aus der Wanderromantik die Konsequenz einer Reinheit der sogenannten Rasse. Hitler hat es dann barbarisch konsequent umgesetzt, deutsche Juden sollten keine Deutschen mehr sein.

Im Artikel „Die Juden in deutschen Bewegungen“ (in: Deutsch oder national! Beiträge des Wandervogels zur Rassenfrage, herausgegeben von Friedrich Wilhelm Fulda, Leipzig 1914) lässt er volksverhetzend schreiben:

Vorweg sei bemerkt, daß die Mehrzahl der „Wandervogel“-Ortsgruppen weislich auf Judenreinheit bedacht ist. … Er [lies: der Jude] bildet z. B. bei der Sonnwendfeier eine ebenso groteske Erscheinung wie ein Papua, der am Hausaltar eines Chinesen dessen Ahnen Opfer darbringt, denn die Vorgänge beim Sonnwendfest gewinnen ja Inhalt und Leben erst durch die Vorstellung, dass eben diese Feier unseren Vorfahren vor Jahrtausenden oder Jahrhunderten Kult war. Den Mangel dieser höchstpersönlichen Tradition kann dem Hebräer auch die raffinierteste Mimikry nicht ersetzen …

Den Geist der Ortsgruppen bestimmen tatsächlich die Führer. Zu ihrer Ehre muss gesagt werden, daß es unter ihnen keinen einzigen Judenfreund gibt, auch nicht unter denen, die Juden dulden. Die Zulassung der Hebräer hat ihre Ursache lediglich in einer irrtümlichen Auslegung der Satzungen und in einer gewissen Bequemlichkeit …

Der hinterhältige, nie harmlose, ewig lauernde Jude mit seiner angeborenen Ehr- und Schamlosigkeit wird bei der brüderlichen Gemeinschaft und vertrauensvollen Kameradschaft, auf die das Verhältnis der Wandervögel (…) zueinander gestellt ist, den naiven, offenen jungen Deutschen mit seinem hochgespannten Idealismus und dem arglosen deutschen Mädchen ganz besonders gefährlich, zumal diese noch nicht die Distanz zu dieser gemeingefährlichen Rasse gefunden haben …

An dem Maße der völkischen Einsicht erkennt man leicht, ob ein Wandervogel einer reinen oder verseuchten Ortsgruppe angehört.

http://www.digam.net/index.php?dok=9301&h%5B0%5D=wilhelm&PHPSESSID=586e54023bd3977d2fcc66256a24e49d

Was ist das für ein widerlicher Hass, moralischer jugendbewegter Tiefpunkt oder einfach nur alle Masken fallengelassen und einmal Klartext geredet?

Wie auch immer, heute, hundert Jahre später wünsche man Burg Ludwigstein die glaubhaft vollzogene Abkehr aus jeder Form einer „völkischen Einsicht“ (Leipzig 1914) und ein Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 1948).

Auch in Zukunft mit dem einstigen Mitglied der Deutschen Gildenschaft (DG) und prominenten Theoretiker der Neuen Rechten Götz Kubitschek und mit dem gildenschaftsnahen, bekennend an den Denkern der Konservativen Revolution der Weimarer Zeit Carl Schmitt und Arthur Moeller van den Bruck orientierten Karlheinz Weißmann sowie mit ihrem rechtsextremen oder auch bündischen Umfeld lassen sich die am 10. Dezember 1948 von Menschen aus allen Kontinenten und Ländern so mühselig errungenen, unbedingt schützenswerten und mit völkischem Denken nicht vereibaren Standards der AEMR nicht gewährleisten.

Ohne die endgültige Trennung von Deutscher Gildenschaft (DG), Fahrenden Gesellen, Deutschem Mädelwanderbund und Freibund – Bund Heimattreuer Jugend kann eine menschenrechtsuniversalistisch ausgerichtete Jugendburg Ludwigstein nicht funktionieren.

Nicht „Besucher in Kluft“ also hätte man vor acht Tagen und für die kommenden zwölf Monate vom Ludwigstein verbannen sollen, sondern, ob „in Kluft“ oder nicht, die Angehörigen der vier genannten Bünde.

Solange aber das nicht geschehen ist, sollte das Ministerium auch keine Steuermittel fließen lassen.

Cees van der Duin

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15 Antworten to “Völkische Bünde auf der Jugendburg”

  1. Machandelboom Says:

    Minister: Geld für Ludwigstein ist wieder frei

    Burg Ludwigstein. Geld des Landes Hessen für die Jugendburg Ludwigstein ist nicht länger eingefroren.

    Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) erklärte am Freitag auf eine HNA-Anfrage, die Verantwortlichen der Burg hätten überzeugend darlegen können, dass eine „rechte Milieubildung“ weder befördert noch toleriert werde. Dazu seien auch externe Auskünfte über verschiedene Bünde eingeholt worden.

    Das Ministerium hatte im Oktober alle Zuwendungen für die Jugendbildungsstätte vorerst gestoppt und Entscheidungen über Investitionsförderungen ausgesetzt, nachdem ein freier Journalist Anfragen beim Ministerium gestellt und Rechtsextremismus-Vorwürfe unter anderem in einem Internet-Magazin veröffentlicht hatte.

    Mehr dazu lesen Sie in unserer gedruckten Samstag-Ausgabe

    http://www.hna.de/lokales/witzenhausen/minister-geld-ludwigstein-wieder-frei-3209518.html

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    Minister: Geld für Ludwigstein ist wieder frei
    Witzenhausen, Fr. 08.11.13 14:06
    Nachrichten von HNA

    Burg Ludwigstein. Geld des Landes Hessen für die Jugendburg Ludwigstein ist nicht länger eingefroren.
    vollständige Nachricht @ HNA

    http://www.localxxl.com/witzenhausen/minister-geld-fuer-ludwigstein-ist-wieder-frei-1383915797-ftz/

  2. Die Blaue Blume der (National)Romantik Says:

    Aufregendes aus dem idealistischen teutonischen Schlumpfhausen äh Witzenhausen! Na da wollen wir dem „ergebnisoffenen“ Dialog im Sinne des gewünschten Ergebnisses (völkische Bünde bleiben auf dem Ludwigstein) doch mal gönnerhaft nachhelfen.

    So ein Dialog kostet schließlich etwas! Und alle sollen sich wohlfühlen, oder etwa nicht? Der erst einmal einzukaufende „neutrale“ Moderator soll sich besonders wohl fühlen. Für den Klärungsprozess stellt die Vereinigung Jugendburg den Bünden sogar Geld zur Verfügung.

    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, ein Schelm, wer jetzt von Bestechung reden würde. The Völkish-Bündishe Show must go on.
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    Ludwigstein: Bünde bleiben für ein Jahr vor dem Burgtor
    Von Stefan Forbert

    … „Wir schließen die Bünde nicht aus, weil sie unter Verdacht stehen, sondern weil wir die Zeit und den Raum brauchen, den Begegnungsort neu zu definieren“, sagen der Stiftungsvorstand, der Vorsitzende des Kuratoriums und die Vereinigung Jugendburg Ludwigstein (VJL), der Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte sowie der Burgbetriebsleiter einvernehmlich. …

    Ziel des Beschlusses ist, die seit einigen Jahren geführte Debatte über das Konzept der offenen Burg nach außen zu verlegen. Die auf dem Ludwigstein engagierten Bünde werden aufgerufen, ihren Konflikt um die Jugendburg zu kären und „einvernehmlich festzulegen, unter welchen Voraussetzungen die Burg Ludwigstein auch in Zukunft wieder die Begegnungsstätte der Jugendbewegung sein kann“, appellieren die Verantwortlichen. …

    Für den Klärungsprozess stellt die Vereinigung Jugendburg den Bünden sogar Geld zur Verfügung.

    hna 05.11.2013

    http://www.hna.de/lokales/witzenhausen/ludwigstein-buende-bleiben-jahr-burgtor-3203784.html

  3. Machandelboom Says:

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    Es bleibt dabei, wie vor neun Tagen von Burg Ludwigstein bekanntgegeben: Besucher in Kluft sind in den nächsten 12 Monaten auf der Burg nicht willkommen.

    Gestern, am 10.11.2013 veröffentlicht die Jugendburg folgenden sogenannten Brief an die Bünde:

    Trennung für ein Jahr – Aufarbeitung!

    Liebe Bünde der Jugendbewegung,
    liebe Burgfreunde,

    die Ereignisse der letzten beiden Wochen haben uns hart getroffen. Das Krisenmanagement nach allen Seiten hat uns an unsere Grenzen geführt. Manches ist dabei sicher nicht optimal gelaufen, aber es gab dabei oft keine Handlungsalternative.

    Nach den von Jesko Wrede veröffentlichen Anschuldigungen im Blogartikel, erhielten wir auf der Burg, ebenso wie das Hessische Sozialministerium, zahlreiche Unterstützerschreiben. Es fanden aber auch sehr kritische Stimmen ihren Weg zu uns.

    Die Dynamik zwischen Befürwortern und Kritikern der offenen Burg war immens und hat den Burgbetrieb und den ehrenamtlichen Stiftungsvorstand sehr viel Kraft und Zeit gekostet. Wesentliche Teile der täglichen Arbeit blieben liegen. Die starke Polarisierung um die Definition, wer jugendbewegt ist und wer nicht, hat mit dem Ludwigstein einen Kristallisationspunkt erhalten, welcher der Burg massiven Schaden zugefügt hat. Die Burg will Ort der Begegnung sein, kein Schauplatz von Grabenkämpfen. Wenn beispielsweise von einem bunten Singewettstreit mit Konzert, Workshops, moldawischen Pfadfindern und 500 Bündischen am Ende nur die Diskussion um eine diffamierende Äußerung auf dem Parkplatz bleibt, ist ein Schlusspunkt erreicht.

    Uns allen wurde klar, dass der andauernde Konflikt um das Zugangsrecht der Bünde zur Burg einer einvernehmlichen Lösung bedarf. Die Burg alleine kann in diesem Klärungsprozess zurzeit keine zentrale Rolle übernehmen, da auch die Existenzsicherung des Burgbetriebes für den Erhalt der Arbeitsplätze zunächst Priorität haben muss. Aus diesem Grund möchten wir diese Fragestellung an die Bünde zurückgeben. Unser Beschluss vom ersten Novemberwochenende, Burg und Bünde für ein Jahr zu trennen, sichert allen Beteiligten die dafür notwendige Zeit. …

    Bis Ende nächsten Jahres wünschen wir uns, über ein tragfähiges Konzept zum Erhalt der Burg als jugendbewegte Begegnungsstätte zu verfügen, welche den Blick über den Tellerrand ermöglicht und frei vom Verdacht bleibt, politischen Extremismus zu tolerieren. Vor diesem Hintergrund ist die erfolgte Wiederfreigabe der Fördermittel des Hessischen Sozialministeriums von existenzieller Bedeutung für die Burg. „Angesichts der mit den Vertretern der Jugendbildungsstätte Ludwigstein gGmbH, der Stiftung und der Burgherberge Jugendburg Ludwigstein geführten Gespräche und den von Seiten der Burg vorgelegten detaillierten Gegendarstellungen und Einschätzungen teilte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am Donnerstag mit, dass die Burg auch unter Einholung externer Auskünfte über verschiedene Bünde überzeugend darlegen konnte, dass eine „rechte Milieubildung“ weder befördert noch toleriert werde.“

    Was bedeutet nun aber die Trennung von Bünden und Burg für ein Jahr genau? Wenn jemand auf Durchreise in Kluft zu Besuch kommen will, muss er sich nicht am Burgberg umziehen. Es geht schlicht darum, dass es für ein Jahr keine Veranstaltungen von Pfadfinder-, Wandervogel-, Jungenschafts- und anderen jugendbewegten Gruppen gibt. Wir bitten Euch um die Respektierung dieses Beschlusses. Das Archiv der deutschen Jugendbewegung bleibt von der Regelung ausgenommen. Gruppen oder Einzelpersonen, die im Archiv forschen oder tagen wollen, können sich auch auf der Burg als Übernachtungsgäste einmieten. Ebenso wird die Arbeit des überbündischen Arbeitskreises „Schatten der Jugendbewegung“ weiterlaufen. Dessen Veranstaltungen werden während dieses einen Jahres allerdings nicht auf der Burg stattfinden. Veröffentlichungen, Informationen und Kontakte dazu werden aber weiterhin auf der Homepage der Jugendburg einsehbar sein.

    Darüber hinaus hat es in den vergangenen Tagen noch zwei Neuerungen im Stiftungsvorstand gegeben: Eva Eisenträger wird nicht wie geplant ausscheiden, sondern bleibt als Vorsitzende weiterhin dabei. Kani (Juliane Palm) aus dem Wandervogel Uelzen ist in dieser Situation als neues Vorstandsmitglied hinzugekommen. Mit ihr hat die Jugendbewegung eine weitere Stimme im Vorstand – das ist gerade jetzt besonders wichtig.

    Wir haben versprochen, die Burg für die Bünde offen zu halten und wir werden als Burgverantwortliche daran arbeiten, einen Weg zu finden, um unser Versprechen einzuhalten. Und wir bitten Euch, dieses Jahr zu nutzen, um Euren Weg zu finden.

    10. November 2013

    Eva, Roland, Jörg, Alex, Kani für die Stiftung
    Holger für das Kuratorium
    Selmar für den Burgbetrieb
    Stephan für die Jugendbildungsstätte

    http://www.burgludwigstein.de/Fuer-die-Buende.202.0.html

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    Januar 2010. Werteschützerin Eva Eisenträger wurde feierlich, gab sich uns als eine Wissende um den den Geist der Burg Ludwigstein zu erkennen und machte ein Grußwort von Walter Rathenau nutzbar:

    Rede zur Grundsteinlegung Enno-Narten-Bau

    Liebe Gäste,
    heute ist ein besonderer Tag.

    Ein Traum geht in Erfüllung – so steht es in der Einladung. …

    Lampi – hatte den Traum …

    Frau Müller-Klepper: Das Land Hessen hat uns immer unter stützt Herr Bachmann und Herr Reichwein vom Hess. Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit verfolgen die Geschichte der Burg schon eine ganze Weile. Wir konnten mit ihrer Hilfe die ursprünglich zugesagten Fördermittel um 300.000 € erhöhen, wir erhalten jetzt 350.000 € vom Land, 150.000 € vom Bund und 200.000 € von der Stiftung Jugendmarke. …

    Wir bauen ein Haus, das die Jugendburg erhalten wird – so wie es unsere Aufgabe ist.

    Die Jugendburg Ludwigstein zu erhalten, als lebendiges Ehrenmal der gefallenen Wandervögel, als Treffpunkt der demokratischen Jugendbünde – so hat es Enno-Narten begonnen und so werden wir es fortsetzen.

    Vor 90 Jahren haben junge Menschen aus den Bünden eine Menschenkette gebildet und die Steine zum Aufbau der Burg den Burgberg hinauf gereicht. …

    In der Ausstellung des Archivs ist folgende Erzählung des zweiten Burgwartes, Emil Meyer genannt Itz, zu finden: Er berichtet aus dem Beginn der Aufbauphase in den Jahren 1920 bis 1922.

    „ Es wurde viel diskutiert – geklönt sagte man damals – aber ehrlich sagen musste man, wie man es meinte. Wer auf der Burg etwa Propaganda machen wollte, der war schnell draußen. Auch musste man den anderen so gelten lassen, wie er war. Das ging ja auch gar nicht anders, weil hier die verschiedensten Bünde und Richtungen, vom JungDeutschenOrden bis zur Kommunistischen Jugend unter einem Dach zusammenkamen.

    Und sie kamen nicht zusammen unter der Leitung von diskussionserfahrenen älteren Herren, sondern nur mit dem Wissen um den Geist der Burg.

    Es ist mir heute noch unfassbar, wie dieses immer wieder gelang. Von „innerer Wahrhaftigkeit“, vom „Vermächtnis der gefallenen Wandervögel“ von „Toleranz“ wurde kaum gesprochen, aber das war alles da!“ und er sagte weiter:

    „Wir liebten unsere Burg, weil es in diesen Mauern immer wieder gelang, dass Menschen aus den verschiedensten Richtungen zu einem ehrlichen Leben zusammenkamen.“

    Wir, die Verantwortlichen der Jugendburg Ludwigstei n wünschen uns diesen Geist der Burg auch für die Zukunft. Wir können ihn nicht schaffen, wir werden aber den Raum dafür offen halten und Euch immer wieder einladen am Burgleben teilzunehmen. …

    Walter Rathenau, preußischer Regierungspräsident, sagte anlässlich der feierlichen Übergabe der Burg im Jahre 1922:

    „Mut und Zähigkeit müssen die für den Ausbau des Ludwigsteins Verantwortlichen besitzen, Geduld und Vertrauen muss diesen von der gesamten Jugend entgegen gebracht werden.“

    Mut und Zähigkeit haben wir bewiesen – nicht nur bei der Realisierung des Enno-Narten-Baus – und diese beiden Eigenschaften werden wir auch nicht verlieren.

    Wir werden unseren Mut und unsere Kraft und Geduld weiterhin in den Erhalt und den Ausbau der Jugendburg Ludwigstein einsetzen, so wie es in der Satzung und in den Ludwigsteinern Leitsätzen verankert ist – als Treffpunkt aller demokratischen Bünde. Darauf könnt ihr Euch verlassen.

    Wir wünschen uns Euer Vertrauen und auch den Mut selbstbewusst einzustehen für die Jugendburg Ludwigstein und ihre Werte.

    Mit dem Wissen um den Geist der Burg kann auch heute das gelingen, was Hans Meyer er als unfassbar bezeichnet hat:

    Von „innerer Wahrhaftigkeit“, vom „ Vermächtnis der gefallenen Wandervögel“ von „Toleranz“ wurde kaum gesprochen, aber das war alles da!“

    „Wir liebten unsere Burg, weil es in diesen Mauern immer wieder gelang, dass Menschen aus den verschiedensten Richtungen zu einem ehrlichen Leben zusammenkamen.“ …

    Wir vom Vorstand versprechen, dass wir auch künftig mit Euch an der Erhaltung dieser Burg, an der Erfüllung ihrer Aufgaben und am Schutz ihrer Werte arbeiten werden.

    Wir erkennen die Leistungen der Vergangenheit an, wir haben daraus gelernt und werden uns weiterhin dafür einsetzen, die Zukunft dieser Burg zu sichern.

    Eva Eisenträger
    Für den Vorstand der
    Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deut
    schen Jugendbewegung,
    den 10. Januar 2010

    http://www.burgludwigstein.de/fileadmin/LudMedia/0660_Burgbauhuette/ENB-Grundsteinlegung%20Rede%20Eisentraeger.pdf

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    … am 2.6.1922 wird die Burg vom preußischen Regierungspräsidenten im Beisein von 2000 Gästen feierlich der Vereinigung übergeben. Walther Rathenau sagt im gleichen Jahr:

    “ Zu diesem Werk gehört viel Mut und Zähheit, Geduld und Vertrauen. Mut und Zähigkeit müssen die für den Ausbau des Ludwigstein Verantwortlich besitzen, Geduld und Vertrauen muss diesen von der gesamten Jugend sein, auf die wir Alten unsere ganze Hoffnung für des Vaterlandes Zukunft setzten.“

    http://www.burgen-deutschlands.de.rs/chroniken/chronik-burg-ludwigstein

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    Walter Rathenau

    „In den Jugendjahren eines jeden deutschen Juden gibt es einen schmerzlichen Augenblick, an den er sich zeitlebens erinnert: wenn ihm zum ersten Male voll bewußt wird, daß er als Bürger zweiter Klasse in die Welt getreten ist und keine Tüchtigkeit und kein Verdienst ihn aus dieser Lage befreien kann.“

    … Am Morgen des 24. Juni 1922, einem Samstag, wollte Rathenau ins Auswärtige Amt in der Wilhelmstraße, um einer Prüfung von Konsularsanwärtern beizuwohnen. … Kurz vor der Kreuzung Erdener-/Wallotstraße, als Rathenaus Chauffeur angesichts der folgenden S-Kurve abbremsen musste, überholte der verfolgende Wagen, ein offener Mercedes-Tourenwagen, an dessen Steuer der 20-jährige Maschinenbaustudent Ernst Werner Techow saß. Im Fond saßen der 23-jährige Student der Rechtswissenschaften Erwin Kern und der 26-jährige Maschinenbauingenieur Hermann Fischer. Während Kern mit einer Maschinenpistole MP18 auf Rathenau feuerte, warf Fischer eine Handgranate in den Wagen. Der von fünf Schüssen tödlich getroffene Rathenau starb binnen kürzester Zeit. Den Attentätern gelang die Flucht durch die Wallotstraße und anschließend die Herbertstraße.

    Die Polizei stellte schnell einen Zusammenhang mit vorangegangenen Attentaten auf Matthias Erzberger und Philipp Scheidemann her, und noch am Tag der Ermordung ordnete der Kasseler Oberstaatsanwalt die Festnahme von Funktionären der rechtsextremen Organisation Consul (O.C.), darunter Karl Tillessen, Hartmut Plaas und Friedrich Wilhelm Heinz, an. In der Tat waren auch die Attentäter allesamt Mitglieder der O.C., einer geheimen Nachfolgeorganisation der Marine-Brigade Ehrhardt. …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Rathenau

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    der Mörder des liberalen Politikers (DDP) und zuletzt deutschen Reichsaußenministers Walter Rathenau war:

    Ernst Werner Techow

    Bald nach Kriegsende geriet er in völkische und gegenrevolutionäre Kreise. Er schloss sich 1919 der 1. Marine-Brigade von Rohden an und 1919/20 der Sturmkompanie der Marine-Brigade Ehrhardt. Er nahm am Kapp-Putsch teil und gehörte dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund an.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Werner_Techow

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    Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschv%C3%B6lkischer_Schutz-_und_Trutzbund

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  4. Besucher in Kluft Says:

    Noch zur Erinnerung, die hundertste Wiederkehr des Ersten Freideutschen Jugendtages 2013 ist ja nun seit ein paar Wochen vorbei: in Hofgeismar waren bereits vor drei Jahren fünf politisch sehr weit rechts stehende Bünde von der Teilnahme ausgeschlossen worden.

    Gefunden im Laru (= Landesundbrief) beim Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Landesverband Niedersachsen e.V. (BdP), dort veröffentlicht von Habicht am 4. November 2010


    „Das sind doch alles Pfadfinder …“
    von Backe

    der Freibund, der anscheinend nicht bloß konservativ ist: Zusammen mit dem Sturmvogel, den Fahrenden Gesellen, dem Deutschen Mädelwanderbund und der Deutschen Gildenschaft wurde der Freibund vom Jubiläumslager 2013 auf dem Hohen Meißner mit großer Mehrheit der teilnehmenden 33 Bünde ausgeschlossen; 1990 spaltete er sich von der rechtsradikalen, mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) ab.

    http://laruonline.wordpress.com/2010/11/04/%E2%80%9Edas-sind-doch-alles-pfadfinder-%E2%80%9C/




    Vor wenigen Wochen fand im hessischen Hofgeismar ein Vorbereitungstreffen für ein großes Treffen jugendbewegter Bünde 2013 statt. Die teilnehmenden Vorstände und Bundesführungen der anwesenden Gruppen schlossen rechte Bünde mit großer Mehrheit von dieser Veranstaltung aus….

    Am 28. Februar fand nun die so genannte “Bundesführerversammlung” statt, die neben anderen Gremien der Vorbereitung des Meißnerfestes dient. Insgesamt waren 35 Jugendbünde vertreten. Jeder Bund war bei der Abstimmung mit einer Stimme ausgestattet.

    Zuvor wurde mit den anwesenden Vertetern von Fahrenden Gesellen, Deutschem Mädelwanderbund und der Deutschen Gildenschaft über die Kritik an ihren Gruppen diskutiert und ihnen die Möglichkeit gegeben, Stellung zu diesen Kritikpunkten zu nehmen.

    Im Ergebnis der Abstimmung, wurden mit großer Mehrheit der Freibund – Bund heimattreuer Jugend, die Fahrenden Gesellen – Bund für Deutsches Leben und Wandern, der dazu gehörige Deutsche Mädelwanderbund, der Sturmvogel – Deutscher Jugendbund und die Deutsche Gildenschaft von den weiteren Vorbereitungen und der Teilnahme am Meißnerlager ausgeschlossen.

    Die Gruppen der heutigen Jugendbewegung haben so die Möglichkeit geschaffen, sich nach ihrer mehr als 100jährigen Geschichte erstmals ohne ihren “völkischen Flügel” auf dem Hohen Meißner zu treffen und ihren heutigen gesellschaftlichen Standort zu bestimmen.

    http://rechte-jugendbuende.de/?p=923


  5. Ludwigsteinbesucher in Kluft, nicht willkommen Says:

    :
    Schlimm, the völkish-bündish movement vergällt mir noch das Singen.

    Über den noch halbwegs verspielt und jugendgemäß begonnenen Führerkult um Leute wie Karl Fischer (Kunstepoche und Lebensgefühl war der Jugendstil) oder Robert Oelbermann (Kunstepoche und Lebensgefühl Expressionismus) ist in späteren Jugendbünden und etwa um 1930 etwas mächtig aus dem Ruder gelaufen und zu so etwas wie einem teutonischen Schicksal geronnen, das alles Denken und jede Individualität auslöschte, einigermaßen widerspruchslos im betonharten Führerstaat versteinerte und von dort aus brutale Jagd auf jeden freiheitlich Denkenden oder anderen Querkopf machte.

    Gewisse Heutige docken am Ludwigstein und am Wandervogelmythos an und suchen die schnelle Karriere in der Partei- oder Jugendpolitik oder den Ehrenplatz in einer pfadfindernahen Stiftung.

    Allerhöchste Zeit zur Kurskorrektur – hin bzw. zurück zu wahren Wanderern wie Goethe oder Seume.

    Die Jugendbewegung hätte den Reichtum von Heimat und Volkskunst lediglich entdecken und jugendkulturell bewahren sollen, ohne ihn, wie teilweise geschehen, umzuwidmen zum Aufbau eines totalitären Denkens (nicht nebenbei: in Liederbüchern christlicher Pfadfinder des Jahres 2013 finde ich neben widerlichen Saufliedern, gewaltverherrlichendem Piratenkitsch und bararischer Frauenfeindlichkeit die Wanderlieder des völkischen Grafikers und glühenden Nationalsozialisten Georg Sluyterman von Langeweyde – das ist eine zumindest musikkulturell verantwortungslose Form von ‚Abenteuerpädagogik‘).

    Wie auch immer, nach 1918 und erst recht nach 1945 hat die Blaue Blume jede Unschuld verloren. Schluss mit dem naiv tuenden Vergöttern des Antiintellektualismus.

    Bis sich die braunen Schatten vom Ludwigstein verzogen haben, boykottiere man diesen Ort der Karrieregeilheit, Autoritätshörigkeit und Kontaktmagie und pflege ganz im Stillen das schöne alte Volkslied, warum nicht auch das deutsche.

    Überall auf der Welt haben die Menschen Lieder gehabt. Das ist viel älter als der geschmacklose (und ziemlich globalisierte, Rassisten aller Länder) Nationalismus und braucht zu solchen menschenfeindlichen Sachen wie Blut-und-Boden-Kult oder Xenophobie gar nicht zu führen.

    Die Kinder ebenso wie die Alten aller Welt verdienen es dass man ihnen zuhört. Auch müssen Märchen und Lied nicht gleichsam automatisch in ein erneuertes Mittelalter führen oder in einen Hass auf die allgemeinen Menschenrechte im Namen der erneuerten Stammeskultur (durchgesetzten Rechtsspaltung).

    Children need fairy tales, so wusste es Bruno Bettelheim, Kinder brauchen Märchen.

    Oder echtes altes Lied:

    1
    Fein sein, beinander bleibn. Fein sein, beinander bleibn
    Mogs regn oder Windn oder oba schneibn
    Fein sein, beinander bleibn. Fein sein, beinander bleibn.
    4
    Treu sein, net aussi grasn,
    Treu sein, net aussi grasn,
    Denn d´ Liab ist so zart wiara Soafnblasn

    http://www.schwaben-kultur.de/home/stat/larchiv/1241.html

    1
    Jetzt gang i ans Brünnele trink aber net, do such i mein herztausige Schatz, find´n aber net.

    http://www.singenundspielen.de/id219.htm

    :
    :

    Le Mouvement de Jeunesse allemand (deutsche Jugendbewegung) n’a rien à voir avec la Hitlerjugend. Il est né à la fin du 19e – un scoutisme avant l’heure mais spécifiquement allemand – et völkish. Puis plus tard bündish, bref. De nombreux mouvements de jeunesse se sont alors créé (ce qu’on appellera LE mouvement de jeunesse allemand). Le plus connu, et je crois le premier, a été le Wandervögel, qui fut interdit dès 1933 par Hitler.

    http://www.histoquiz-contemporain.com/forum/viewtopic.php?f=50&t=1712

    :
    :

    The Uses of Enchantment: The Meaning and Importance of Fairy Tales is a 1976 book by Austria-born American psychologist Bruno Bettelheim in which he analyzes fairy tales in terms of Freudian psychology.

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Uses_of_Enchantment

    :

    Psychanalyse des contes de fées, est un livre de Bruno Bettelheim paru en 1976. Selon l’auteur, il a « été écrit pour aider les adultes, et plus spécialement ceux qui ont charge d’enfants, à comprendre l’importance des contes de fée »

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Psychanalyse_des_contes_de_f%C3%A9es

    ::

    Bettelheim plädiert deshalb dafür, die in den letzten-Jahren mühsam verdrängten Könige und Königinnen, Jäger und Holzhacker, Feen und Zwerge, Hexen, Zauberer, Riesen, Ungeheuer und Stiefmütter, die guten und die bösen Tiere sollten schleunigst wieder Einzug in die Vorstellungswelt der Kinder halten. Er weiß, wie provozierend das wirken mag; wie verstörend die Bejahung der in den Märchen aufgehobenen „Irrationalität“ auf manchen fortschrittlichen Pädagogen, auf die Verfechter alleinseligmachender Rationalität, auf die Vorkämpfer eines vornehmlich realitätsbezogenen Lernprozesses und die Verächter von Phantasien wirken muß. Unbeeindruckt davon legt er die in den Märchen dargestellten Grausamkeiten, den Sadismus, den Kannibalismus, die Sodomie und was sonst noch alles vorkommt, mit Hilfe psychoanalytischer Techniken bloß.

    Seine These: Die Vorstellung, das rationale Ich könne vom Säuglingsalter an die Oberherrschaft über die Persönlichkeit eines Kindes haben, sei töricht; der Versuch, alle finsteren Gewalten im Unbewußten des Kindes zu verdrängen oder als nicht existent zu erklären, deshalb eher gefährlich.

    aus: Hexen her!
    Der große alte Mann der Kinderpsychologie analysiert Volksmärchen
    von Elke Kummer
    in: ZEIT online 08.04.1977

    http://www.zeit.de/1977/15/hexen-her/komplettansicht

    :

  6. Ein alter Wandervogel Says:

    Endlich alle „Vorwürfe entkräftet“ oder so ähnlich:

    … Angesichts der mit den Vertretern der Jugendbildungsstätte Ludwigstein gGmbH, der Stiftung und der Burgherberge Jugendburg Ludwigstein geführten Gespräche und den von Seiten der Burg vorgelegten detaillierten Gegendarstellungen und Einschätzungen teilte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am Donnerstag mit, dass die Burg auch unter Einholung externer Auskünfte über verschiedene Bünde überzeugend darlegen konnte, dass eine „rechte Milieubildung“ weder befördert noch toleriert werde. Darüber hinaus hätten die Gremien der Jugendburg Ludwigstein Schritte eingeleitet, um die eindeutige Abgrenzung zu rechten Tendenzen zu untermauern und für eine noch stärkere Sensibilisierung für das Thema zu sorgen, so Grüttner. Die aktuell beantragte Mitgliedschaft im „Beratungsnetzwerk Hessen und Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“ oder die Einrichtung eines gemeinsamen Arbeitskreises von Kritikern und Befürwortern der Burg seien Vertrauen schaffende Maßnahmen, so Grüttner weiter. …

    Burg Ludwigstein

    http://www.burgludwigstein.de/Vorwuerfe-entkraeftet-Landesmittel-wi.760.0.html

    :
    :
    Ein alter Wandervogel meint dazu:

    Ein „Zeichen setzen gegen Rechts“, neo-magisches Symbolhandeln. Wenn ich das schon höre: die beantragte Mitgliedschaft im „Beratungsnetzwerk Hessen und Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“ …

    Die Ludwigsteiner schrecken jetzt offensichtlich vor gar nichts nichts zurück, nur um zu versuchen, sich die braunen Flecken aus der (nie so ganz weiß gewesenen) Weste herauszuwaschen.

    Von einem echten Einsichtsprozess kann ich beim Ludwigsteiner Kleeblatt (Eva Eis., Selmar Se., Holger Pfl.-Gro. und Stephan Somm.) nichts, aber auch gar nichts bemerken! Dafür ganz viel IMPRESSION-MANAGEMENT = die hohe Kunst des schönen Scheins (… des schönen GELDscheins) und noch viel mehr an Hohlparolen.

    Endgültig peinlich! Sollen die Ludwigsteiner doch zu ihrem zart enthemmten Patriotismus der letzten Jahre stehen – um sich später endlich dem Aufklärungshumanismus und Menschenrechtsuniversalismus zuzuwenden.

    Hoffentlich lehnt das „beratungsNetzwerk Hessen und Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“ (behaust in der Wilhelm-Röpke-Str. in Marburg, um einen sogenannten Landeskoordinator namens Dr. Reiner Becker) die beantragte Mitgliedschaft (vorläufig …) ab.

    Mag aber sein, dass das „beratungsNetzwerk … gegen Rechtsextremismus“ nur eine weitere Gutmensch-Schaufensterveranstaltung ist, die, irgendwie nett gemeint, nicht auf Durchsetzung der schützenswerten allgemeinen Menschenrechte (AEMR, festgestellt am 10.12.1948) bedacht ist, sondern vor allem der eigenen Karriere dient bzw. der „nachhaltigen“ Subventions-Sicherung … und nur so tut als ob.

    Dann wäre die Ludwigstein dort unter ihresgleichen.

    Es ist zum Verzweifeln und ich darf sarkastisch werden:

    Warum nicht gleich Karlheinz Weißmann oder Götz Kubitschek als Burgbeauftragten im „Kampf gegen Rechts“ ernennen?

    Wieder ganz im Ernst: wir können doch wohl vom Ludwigstein eine explizite und glaubhafte Abkehr erwarten von allen Personen und Kreisen, die Kontakt zur Neuen Rechten (Junge Freiheit; IfS, Blaue Narzisse) herstellen. Zu eben diesen Kreisen jedoch scheinen Fahrende Gesellen, Mädelwanderbund, Freibund und Gildenschaft nun einmal zu gehören – und um nichts anderes als um diese vier am Ludwigstein wohlwollend geduldeten Bünde geht es. Genau hier aber wird von der Ludwigsteiner Führung wortreich und empört tuend ausgewichen. Das ist schwer erträglich.

    Ein alter Wandervogel

  7. Thekla Says:

    Lesetipp zum unverändert aktuellen Ludwigsteinproblem: Maik Baumgärtner, Jesko Wrede: „Wer trägt die schwarze Fahne dort… – Völkische und neurechte Gruppen im Fahrwasser der Bündischen Jugend heute“

  8. petsamo Says:

    Hachja, diese Sehnsucht nach dem Singen am Lagerfeuer. Nicht über Theorie und Praxis der gegenmodernen deutschen Rechtsrevolutionäre ist man „erschrocken“, nein, man bejammert dieses schlimm gestörte Zwischenmenschliche:

    „Wir zeigen uns erschrocken über den Verlauf und die zwischenmenschliche Art und Weise der Diskussion um die Burg Ludwigstein in den letzten Monaten.“

    Davon hätte noch nicht einmal Eva Eisenbieger träumen können, die postmoderne bündische Amigo- und Bussi-Szene schafft vollendete Tatsachen. Es ist unfasslich. Karo (w, Pfadfinderschaft Süddeutschland im DPV), Bene (m, 26, VCP Bezirk Elm in Niedersachsen), Jan (m, 25, VCP Bezirk Homburg) und Hagen (m, 19, VCO Bezirk Homburg) wollen singen, nein wir haben uns nicht verhört: sie wollen singen!

    Und sprachen die entgrenzt gastfreundliche Einladung aus nach Gut Steimke nach Uslar.

    Treuherziger Dackelblick. Piep piep piep wir ha’m uns alle lieb.

    Man will sich einfach wohl fühlen dürfen! Mit einer derartigen kulturorientierten Versöhnungspraxis wird es im Laufe des Jahres 2014 kaum noch möglich sein das zu tun, worauf es ankäme, nämlich zwischen ‚uns‘ und ‚denen‘ – zwischen Völkischer Bewegung und AEMR-orientierter Jugendbewegung – zu unterscheiden. Damit sind ein paar (selbstgefällige) Tränchen vergossen worden und bleiben die der konservativen Revolution (Neue Rechte) zuzurechnenden vier Bünde in den braungetönten Blaue-Blume-Sumpf auf weitere Jahrzehnte einzementiert.

    petsamo

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    „‚Was ist so schlimm an den kritisierten Bünden?‘ Immer wenn wir diese Frage stellen, wird von Kritikerseite nicht geantwortet oder alte Geschichten erzählt (Freibund auf dem Zwischentag). Die Leute merken anscheinend nicht, dass sich die Jugend doch noch bewegt und innerhalb mehrerer Jahre einiges passieren kann.

    Aber solange es keine stichhaltigen Fakten (nicht Anschuldigungen) gibt, die einen Ausschluss eines Bundes rechtfertigen, kann ich ihnen auch nicht sagen: “Ihr dürft nicht kommen, weil jemand euch nicht mag”. Unter dieser Argumentation kann ich ja auch alle CDU oder Grünen-Wähler ausladen.

    Wir dürfen über die ganze Streiterei nicht das aus den Augen verlieren, was unser (über-)bündisches Leben ausmacht, nämlich die Begegnung, der Austausch, das gemeinsame Singen und in unserem Fall auch der Wettstreit, wer der beste Sänger ist. …

    Wir möchten an dem Singewettstreit nicht diskutieren, sondern Freunde wiedertreffen, Spaß haben am Musizieren und das Bündische aufleben lassen.“

    (Schwarzzeltvolk 14.03.2014)

    http://www.schwarzzeltvolk.de/wir-bieten-einen-raum-fuer-eine-unbefangene-begegnung-ein-interview-mit-dem-vorbereitungskreis-des-exilberaeunertreffens/

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    ExilBeräuner 2014
    Vorbereitungskreis (VK) des Exilberäuners

    „Der Termin dürfte den meisten Beräunerfreunden schon bekannt sein, am 22.03.2014 ist es wieder soweit!“

    http://www.exilberäuner.de/kontakt/

    ::

    „Auch wir sehen uns von der aktuellen Diskussion in der Szene über Teilnahme oder Nichtteilnahme bestimmter Bünde an überbündischen Veranstaltungen betroffen. Deswegen haben wir einen innovativen Weg gewählt und das Gespräch mit den betreffenden Bünden gesucht, statt nur über sie zu sprechen.“

    http://www.exilberäuner.de/kodex/

    ::

  9. Cees van der Duin Says:

    Endlich! Wenn auch inhaltlich wenig bis gar nicht begründet: VCP verlässt den Dialog der Bünde:
    ::

    Leider konnten die Personen aus dem VCP, die bis jetzt am „Dialog der Bünde“ teilgenommen haben, nicht am BR teilnehmen und ihre Sicht schildern. Der BR beschloss nach kurzer Diskussion, dass der VCP nicht an einem kommenden Mediationsprozess im Rahmen des „Dialogs der Bünde“ teilnehmen wird. Auch wurden die Bundesvorsitzenden vom BR beauftragt, dafür zu sorgen, dass der VCP als Verband nicht mehr als Unterzeichner der Steimker Grundsätze erscheint

    aus: Tagung des Bundesrates 1-2015, von: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Bundeszentrale

    http://www.vcp.de/uploads/media/BR_aktuell_01_2015.pdf

    ::
    aha, Pfadfinder jergen kann durchaus sinnvoll argumentieren und lehnt das Denken in Kulturkreisen ab. Sich wie pfadfinderisch geboten allerdings gleichzeitig zu den weltweit, d. h. bei Bedarf auch gegen das Islamische Recht (Scharia) durchzusetzenden allgemeinen Menschenrechten (AEMR) zu bekennen wäre allerdings schön gewesen:

    Es ging meines Wissens zunächst darum, dass die VCP-Vertreter im Dialog nicht ermächtigt waren, diese Erklärung (oder andere) zu unterzeichnen, und dass vor der Unterzeichnung auch keine Rücksprache mit dem Bundesvorstand erfolgt ist.

    Was der Verband als Ganzes inhaltlich kritisiert, weiß ich nicht, ich kann da nur für mich sprechen. Für mich werden die sogenannten Steimker Grundsätze von ethnopluralistischen Vorstellungen überprägt.

    Die Aussage zur Staatsangehörigkeit liegt rechts von der AfD – „nicht ausschließlich“ heißt ja, dass das nur im extremen Ausnahmefall gilt. Die Realität sieht anders aus: Wer in Deutschland geboren wird, bekommt einen deutschen Pass – und wird ihn zukünftig wohl auch dann behalten dürfen, wenn er eine zweite Staatsangehörigkeit besitzt.

    Durch die Grundsätze wabern Begriffe wie „Volk“ bzw. „Kultur eines Volkes“, die auch genau diese ethnopluralistische Klientel bedienen können. Interessanterweise ist das alles erst auf der Tagung reingekommen, im Entwurf der Mosaikler findet sich das nicht so.

    Und das, was zu Veränderungen in der diffus-undefinierten „Kultur eines Volkes“ drin steht, ist meilenweit vom aktuellen Forschungsstand im Bereich „Cultural studies“ entfernt: Kultur verändert sich nicht auch durch interkulturellen Austausch, wie die Steimker Grundsätze postulieren, sondern fast ausschließlich durch diesen Austausch.

    Meiner Meinung nach war das eine dringend notwendige Entscheidung und die einzige richtige – weg von diesem ethnopluralistisch überprägten Unfug.

    http://www.pfadfinder-treffpunkt.de/include.php?path=forumsthread&threadid=12266&entries=0#post189966

    ::
    Die nächste Sitzung des Bundesrates findet vom 20.-23. März statt. Hoffentlich wird der VCP dann nicht, durch den offenbar schier unwiderstehlichen Duft der blaubraunen Blume der Romantik betört, einknicken und mit dem Ludwigstein Dialog zu den vier rechtskonservativen bis neurechten Bünden betreiben.

  10. Cees van der Duin Says:

    Na geht doch! Erfreut liest man auf der Homepage des größten evangelischen deutschen Pfadfinderverbandes:

    Dialog der Bünde – Beteiligung des VCP

    Nach Abwägung aller Argumente und einer Diskussion trafen Bundesrat und Bundesleitung die Entscheidung, dass sich der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) aus dem Dialog der Bünde und allen eventuellen Nachfolgeprozessen zurückzieht. Dazu gehört auch, dass der VCP nicht länger unter den „Steimker Grundsätzen“ gelistet wird.

    Da es in Teilen des VCP (aber nicht im gesamten Verband) Verbindungen zur Burg Ludwigstein gibt, wurde im Februar 2014 eine Beteiligung an dem „Dialog der Bünde“ rund um die Burg Ludwigstein entschieden und durch eine Beauftragung der Bundesleitung wahrgenommen. Der Auftrag dieses Dialoges war, ein „tragfähiges Konzept über den Zugang der Bünde zur Burg [Ludwigstein]“ zu erarbeiten.

    Dieser Auftrag wurde bei mehreren Treffen bearbeitet und mit einem Antrag an die Mitgliederversammlung der Burg Ludwigstein abgeschlossen. Dieser Auftrag war Basis für die Beteiligung des VCP und für die Beauftragung. Die Beauftragten standen dazu in regelmäßigem Kontakt mit der Bundesleitung. Über den Fortschritt des Prozesses wurde in den Gremien des VCP regelmäßig berichtet. Der Bundesrat hat sich darüber hinaus im Rahmen seiner Tagungen 04.2014 und 01.2015 intensiv mit den Ergebnissen des Dialogs beschäftigt.

    Der am Ende des Prozesses vereinbarte Kriterienkatalog ist aus Sicht des VCP teilweise nicht klar genug formuliert, um ausreichend Distanz zu extremen Bünden aufzuzeigen. Das trifft auch auf die „Steimker Grundsätze“ zu. Dort werden Begriffe verwendet werden, die einen weiten Interpretationsspielraum zulassen. Deshalb sehen Bundesrat und Bundesleitung eine Beteiligung des VCP an einem Nachfolgeprozess, in dem es nicht mehr allein um den Zugang zur Burg Ludwigstein geht, als nicht sinnvoll.

    Bundesleitung und Bundesrat danken den Beauftragten ausdrücklich für ihr Engagement und ihre Arbeit in diesem Prozess.

    Q u e l l e :

    http://www.vcp.de/nachrichten/artikel/dialog-der-buende-beteiligung-des-vcp/

  11. Steimker Grundsätze Nein Danke! Says:

    Burg Ludwigstein und Steimker Grundsätze. Möchte der notorisch aalglatte BdP denn die Scharnierfunktion der vier zum Meißnerfest 2013 ausgeladenen Bünde und z. B. etwa auch derjenige der Jungen Freiheit (JF), nämlich hin zur Neuen Rechten bzw. Konservativen Revolution, denn nicht einmal zivilcouragiert kritisieren?

    Aha, die vier Problembünde Freibund – Bund Heimattreuer Jugend, Fahrende Gesellen, Deutscher Mädelwanderbund und Deutsche Gildenschaft sind dem Bund der Pfadfinderinnen (BdP) irgendwie unangenehm.

    Warum genau, will man öffentlich nicht sagen, auf einer Liste mit Problembünden stehen will man aber auf keinen Fall, das könnte das gefälligst reibungslose Nach-oben-Rutschen auf der Karriereleiter in Kirche oder SPD behindern.

    Zitat Protokoll 4. Treffen:

    „Es entsteht eine kurze Diskussion über die Tatsache, dass einige Bünde heute hier sind, aber (noch) nicht unterschrieben haben.

    – Der BdP-Vertreter: Der BdP stimmt dem Inhalt zu, aber wir wollen nicht unterschreiben, da wir nicht in Listen stehen wollen in denen auch kritisierte Bünde stehen!

    Im Plenum wird es für einen Moment still.

    Der BdP ist schon seit September raus.

    (Quelle: pitt auf PT am 08.03.2015)

    h__p://www.pfadfinder-treffpunkt.de/include.php?path=forumsthread&threadid=12266&entries=45

  12. Altpfadfinder VCP GNO und Meißnerfahrer 1988 Says:

    Heiß oder kalt! Ja oder nein! Niemals dürfen wir lauwarm sein.

    Neue Rechte per Steimker Grundsätze integrieren Nein Danke!

    Die kleine, traditionsreiche Schwester des nach 1968 entstandenen evangelischen VCP druckst herum, findet den unerträglich ethnopluralistisch anspielenden Text und den durch etliche der Diskussionspartner nach rechtsaußen ziemlich offenen Dialogkreis irgendwie voll prima … und ist dann zu feige, das Ganze per Signatur überbündisch und dokumentierbar mitzutragen.

    Nicht heiß, nicht kalt. Fritz Riebold wäre mit einem derartigen Kriechgang nicht einverstanden. Lauwarme Spanner und Gaffer schämt euch:

    „Am 9.11.2014 hat das Bundesthing der CPD beschlossen, die Steimker Grundsätze als Arbeitsgrundlage für den bisherigen und weiteren Dialog der Bünde zu akzeptieren. Die CPD möchte aber als Unterzeichner der Grundsätze nicht öffentlich genannt werden.

    Quelle sei: Dialog der Bünde

    hier zitiert nach: PT (vom heutigen Tage)

  13. Mach mit beim Steimker-Grundsätze-Boykott Says:

    „Also die CPD stimmt diesem Text zu – möchte aber nicht das jemand davon weiß.

    Der VCP war bislang einverstanden, hat den Text mit erarbeitet und auch für gut befunden – möchte aber jetzt ausscheiden und jeden Hinweis darauf das sie mal beteiligt waren gelöscht wissen.“

    (derralf 09.03.2015 – 16:42)

    h__p://www.pfadfinder-treffpunkt.de/include.php?path=forumsthread&threadid=12266&entries=45

  14. Cees van der Duin Says:

    Reih dich ein in die Ludwigsteineinheitsfront. Mit Gildenschaftern, Freibündern, Gesellen und Mädelwanderbund.

    Thema deutscher Scoutismus und rechte bündische Szenen in ihrer potentiell demokratiegefährdenden Scharnierfunktion zum Bereich deutsche Neue Rechte bzw. deutsche Konservative Revolution, hier: Burg Ludwigstein und der sogenannte Dialog der Bünde (DdB).

    Leider ohne die Namen der vier rechtslastigen Bünde (Deutscher Mädelwanderbund, Deutsche Gildenschaft, Fahrende Gesellen – Bund für Deutsches Leben und Wandern, Freibund – Bund Heimattreuer Jugend) auszusprechen, verlässt der größte deutsche nicht konfessionell gebundene Pfadfinderbund heute den DdB.

    Grundsätzlich eine sehr richtige (und längst überfällige) Entscheidung:

    Stellungnahme der BdP-Bundesleitung zum Dialog der Bünde

    „… sehen wir den von uns mit initiierten Dialogprozess nach den bisherigen Erfahrungen nicht als geeignet an, die Situation auf der Burg weiter positiv zu beeinflussen. Vielmehr bestehen mittlerweile durch den Dialog der Bünde regelmäßiger Kontakt zu den kritisierten Bünden und ein gemeinsamer öffentlicher Auftritt; beides wünschen wir so nicht und es schadet unserer Ansicht nach dem Ansehen des BdP.

    Demnach sehen wir keinen Grund mehr, am so genannten Dialog der Bünde teilzunehmen und erklären hiermit unseren Austritt. Außerdem legen wir Wert darauf, aus oben genannten Gründen nicht weiter mit den kritisierten Bünden genannt zu werden. Dazu gehört auch, dass der BdP nicht mehr auf der Homepage des Dialogs der Bünde genannt werden darf.

    http://www.pfadfinden.de/aktuelles/stellungnahme-zum-dialog-der-buende/

  15. Machandelboom Says:

    Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland.

    Wiki:

    Fritz Bauer (* 16. Juli 1903 in Stuttgart; † 1. Juli 1968 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Generalstaatsanwalt. Bauer wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren, verstand sich selbst aber als bekennenden Atheisten. Er studierte nach dem Besuch des Stuttgarter Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Rechtswissenschaft in Heidelberg, München und Tübingen. Während seiner Studienzeit engagierte er sich in einer liberalen jüdischen Studentenverbindung. Er war Mitgründer des Republikanischen Richterbundes in Württemberg. Bereits 1920 trat er der SPD bei, und 1931 übernahm er den Vorsitz der Ortsgruppe Stuttgart des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Im Zusammenhang mit Planungen zu einem gegen die Machtübergabe an die Nationalsozialisten gerichteten Generalstreik wurde Bauer am 23. Mai 1933 festgenommen und acht Monate im KZ Heuberg inhaftiert. Aus dem Staatsdienst wurde er entlassen, auf Basis des Gesetzes über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

    1936 emigrierte er nach Dänemark. Die dänischen Behörden entzogen ihm im April 1940 nach der deutschen Besetzung die Aufenthaltsbewilligung und steckten ihn für drei Monate in ein Lager. Im Oktober 1943, als die Nazis mit der Deportation der dänischen Juden in das KZ Theresienstadt begannen, tauchte er unter und floh mit Unterstützung von einheimischen Helfern nach Schweden. Dort arbeitete er als Archivgehilfe und gründete mit Willy Brandt und anderen die Zeitschrift Sozialistische Tribüne.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Bauer

    ::

    Er beschreibt seine Zunft und das politische Klima in unserem Land mit den Worten:

    „Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland“.

    https://strafrecht-online.org/events/tacheles/sos-2014/auschwitz/

    Als „Feindesland“ soll Fritz Bauer die Welt außerhalb seines Büros bezeichnet haben. Der bedeutende Jurist und jüdische Remigrant …

    Einigen Freunden gegenüber hat Fritz Bauer in den sechziger Jahren wiederholt die Bemerkung geäußert, wenn er sein Büro verlasse, betrete er feindliches Ausland.

    Rückkehr in Feindesland? Fritz Bauer in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte

    h__p://www.amazon.de/R%C3%BCckkehr-Feindesland-deutsch-j%C3%BCdischen-Nachkriegsgeschichte-Geschichte/dp/3593399806

    ::

    „Er sagte oft: Wenn ich mein Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9205805.html

    ::

    “When I leave my office, I enter enemy country”

    ::

    Auschwitzproces in Frankfurt in 1963

    De leider van het Auschwitzproces was Fritz Bauer, een Joodse rechter en aanklager. Tijdens het proces werden 22 voormalig SS-officieren,

    http://www.isgeschiedenis.nl/nieuws/auschwitzproces-in-frankfurt-in-1963/

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