Kalifat oder freiheitlich demokratischer Rechtsstaat?

الدولة الإسلامية

ad-dawla al-islāmiyya

Islamic State

Islamkonsequenz

Mohammed verwirklichte die Religion auch als einen Staat

Von Jacques Auvergne

Kalif Ibrahim nennt sich der völlig glaubhaft nur Allahgott fürchtende Abu Bakr al-Baghdadi mittlerweile. Allahs Stellvertreter – das ist die Bedeutung von Kalif – Ibrahim will in den Himmel kommen und arbeitet dazu auf Erden als Führer der Koran und Maschinenpistole hochhaltenden Gotteskrieger von ad-Dawla al-Islāmiyya. Das bedeutet Islamischer Staat und wird IS abgekürzt. Vor der Ausrufung der Herrschaft Allahs am 29.06.2014 d. Z. wurde IS, nach Irak und Syrien bzw. Irak und Levante (Šām), ISIS oder ISIL genannt, arabisches Akronym DAAISCH (Dāʿiš), ad-Dawla al-Islāmiyya fī l-ʿIrāq wa š-Šām.

Kalif Ibrahim befehligt eine mordende Armee und beruft sich auf den Feldherrn Mohammed, der schließlich genau zu imitieren ist und der ebenfalls die totale Verstaatlichung der Religion besorgte. Ideologiedurchsetzung ist ohne Massenmord beispielsweise auch bei Hitler, Stalin und Mao nun einmal kaum zu machen, es sei denn, die Weltanschauung wäre das Recht auf Leben in einer Universalität (Allgemeingültigkeit) der Menschenrechte. Warum versäumt Thomas von der Osten-Sacken, der am 05.08.2014 in der Tagesschau etwas zur Armee des IS erläutern darf, sich zu den Standards der am 12. Dezember 1948 festgestellten AEMR zu bekennen?

Dort bringt sie mit heftiger Brutalität Minderheiten um, Christen, Jesiden. Sie bringt Frauen dazu, sich zu verschleiern oder das Haus nicht mehr zu verlassen und regiert dort mit nacktem Terror.

Nein, nicht der Islamische Staat des Kalifen Ibrahim „bringt Frauen dazu, sich zu verschleiern“ und „das Haus nicht mehr zu verlassen“, die echte alte Religion macht das, der wortgetreu ausgelegte und konsequent angewendete Islam fordert frauenfeindliches Verhalten, was bald auch im Gesetz Europas implementiert werden wird, wenn wir das nicht verhindern.

Immerhin nennt von der Osten-Sacken den bekundeten seelischen Schmerz der IS-Terroristen und auch der Muslimbrüder über die am 3. März 1924 untergegangene Herrschaft Allahs (Kalifat) und spricht das von unseren Politikern angestrengt vermiedene Wort Scharia aus:

Deshalb soll nun ein neues Kalifat errichtet werden, das die Gesetze des Islam, also der Scharia, umsetzt und zumindest die ganze islamische Welt unter seine Regierung bringen muss.

Leider versäumt es der Geschäftsführer von WADI, einem Verein für Krisenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit, zu ergänzen, dass weltweit und eben auch in Europa die Scharia, gerade auch in dem die Gleichberechtigung der Frau in besonders hohem Maße erreichenden oder eben verhindernden Familienrecht nicht legalisiert werden darf.[1]

Eigene Unterlegenheit den Nichtmuslimen gegenüber ist im Islam Pflichtschludrigkeit, Augenhöhe immer noch eine schlimme Ungerechtigkeit. Durch Nichtmuslime oder Islamkritiker herangetragene Konkurrenz, ob auf den Din (Religion und Gesellschaftsordnung), die Daula (Staat) oder den Schöpfergott zielend, ist Verderbenstiften auf Erden oder Krieg gegen Allah und seinen Gesandten.

Gottergeben, sendungsbewusst und Erschrecken einjagend macht die irakisch-syrische Daula Islamiyya (IS) im Sommer dieses Jahres 2014 etwas Ähnliches wie das Nichtmuslime und Frauen diskriminierende Pakistan seit 1956, seit der Ausrufung der Islamischen Republik, oder Ayatollah Chomeinis so viele politische Gegner ermordende Regime im Iran seit 1979. Heute macht die koranbasierte Daula ungefähr dasselbe wie die am 27. September 1996 in Kabul einmarschierenden Taliban, die dort das Islamische Emirat Afghanistan errichteten, das von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt wurde, was bemerkenswerterweise hierzulande keine Lichterketten der Imame von VIKZ oder DITIB zur Folge hatte. Erst fünf Jahre später konnte die Islamische Gottesherrschaft über Afghanistan durch die USA besiegt werden, welche nach Nine Eleven die Qaida bekämpfen wollten, die man für die schrecklichen Terroranschläge desselben Jahres verantwortlich machte. Im afghanischen Emirat (Kalifat) wurde jeder Staatskritiker (nun, Islamkritiker) umgebracht. Heute will und macht die Daula Islamiyya ganz genau dasselbe wie die Auspeitschungen und Steinigungen organisierende ostafrikanische Al-Shabaab oder westafrikanische Boko Haram.

Auf die Frage, mit welchen Mitteln der IS seine Ziele verwirklichen würde, antwortet von der Osten-Sacken:

Mit blankem Terror. Die Feier von brutalster Gewalt, mit der IS vorgeht, ist meiner Ansicht nach präzedenzlos, auch in der Geschichte des islamistischen Terrors.

Was Präzedenzfall ist sagt der himmlische Befehl (Koran), nachzulesen in Allahs Rede 8:12. Ich werde Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen. So schlagt sie oberhalb des Nackens und hackt ihnen alle Fingerspitzen ab.[2]

Durch mitgeteilte himmlische Einflüsterungen und ansonsten mit nicht viel anderem als eben „mit blankem Terror“ errichtete Allahs Liebling Mohammed den Staat von Medina, den auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zielenden Staat, von Ayatollah Chomeini islamfromm und kenntnisreich beschrieben mit „He cut off hands, whipped and stoned. Er hackte Hände ab, peitschte aus, steinigte.“strong[3]

Der WADI-Geschäftsführer erblickt eine Art von Zeitmaschine:

Es ist also eine Rückkehr ins siebte oder achte Jahrhundert.

Nein, der Islam ist nicht nur im frühen Mittelalter unserer Zeitrechnung und im Nahen Osten aktuell gewesen, sondern zeitlos und überall gültig. Was in diesen Wochen die den Islam verstaatlichende und insofern als Islamischer Staat sehr richtig benannte Armee IS macht, ist keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern der Versuch der Heimkehr in den ewigen Garten von al-Dschanna. Das von jedem Koranleser unbedingt nachzuahmende Vorbild Mohammed schuf zur Überwindung der Dschahiliyya eine Armee und al-Baghdadi, jetzt Kalif Ibrahim, ist heute der Armeeführer.

Noch ein letztes Mal Thomas von der Osten-Sacken:

Der Irakkrieg 2003 hat den Westen gespalten in die „Koalition der Willigen“ und die Koalition aus Deutschland und Frankreich in Fundamentalopposition dazu.

Nein, der hier leider beinahe nach dem Muster des Gegenmodernisten Ali Schariati entworfene Westen, der auf praktizierten Kulturrassismus hinauslaufen muss und den es daher unter Menschenrechtsuniversalisten ebenso wenig geben darf wie einen menschenrechtlich relevanten Osten, ist in der Tat gespalten. Gespalten in uns, die Lobby der universellen Menschenrechte, und eine sich mit Nazis und Kulturkreistheoretikern umgebende und per Islamkonferenz und Juristentag die Machtergreifung erprobende Lobby von Religionspolitik und Religionsgesetz.

In ganz Europa erfolgt die Legalisierung des Islamischen Rechts über die Anerkennung von Hidschab am Arbeitsplatz und Burka oder Niqab im öffentlichen Raum, die Elternglück und Kinderleid zeitigende Genitalbeschneidung an Jungen und Mädchen und schließlich über die Genehmigung Islamischer Schiedsstellen und Islamischer Streitschlichter, wie es der in vier Wochen in Hannover stattfindende 70. Deutsche Juristentag der Bundesregierung ja vielleicht bereits in diesem Herbst empfehlen wird. Jungenbeschneidung, so ist der Bevölkerung dabei weiszumachen und konnte es in Deutschland mit dem verfassungswidrigen Paragraphen 1631d BGB durchgedrückt werden, muss ganz im Bereich des Kindeswohls liegen und Mädchenbeschneidung ebenfalls. In der kulturellen Moderne ist keine HGM (human genital mutilation) hinzunehmen.

In diesen Wochen wird der Kern der Heimat der Jesiden, jener Bergzug, den man auf kurdisch Schengal nennt und arabisch Sindschar, als Kulisse eines Ost-West-Konflikts missbraucht. Inhaltlich kennen wir das Bühnendrama beinahe bereits vom erwähnten Schariati, der den dramatischen Hintergrund allerdings dergestalt in Szene setzte, dass dem arglosen Menschen im leuchtenden Osten oder Orient sehr schlimme seelische Zersetzung und Entfremdung von den eigenen urtümlichen und dem Ursprung (Allah) verpflichteten kulturellen Wurzeln drohe, die der verdorbene oder jedenfalls wesensfremde Westen dem Iran heranbringe. In Wirklichkeit ging es dem beliebten Redner in Universitätssälen und Wegbereiter der Herrschaft Allahs sprich der Islamischen Revolution von 1979 darum, die Entwürdigung und Entrechtung diverser Menschensorten zu sichern, vor allem die emotionale und juristische Herabstufung der Nichtmuslime und der Frauen, was bekanntlich kein Islamismus ist, sondern echter alter Islam.

Aus dem ab 1933 in Deutschland aufgedruckten J im Ausweis hat man offenbar nicht viel gelernt, der freiheitliche demokratische Rechtsstaat hat die Menschen gerade nicht in beispielsweise religiös definierte Kollektive einzusperren. Doch die US-amerikanische und saudi-arabische Lobby von Erdölverkauf und Waffenhandel will das gleichbehandelnde säkulare Recht angreifen und das diskriminierende Religionsrecht durchsetzen, also flugs rein mit den Klerikern in die Ministerien und Parlamente, in Ost und West werde Christsein, Muslimsein oder Judesein zum staatsbürgerlichen Merkmal.

Auf zum Kriegführen für die globale Dreifaltigkeit aus Erdölverkauf, Christenklerus und Schariabewegung. Die Islamisierung Europas geht dabei von der beinahe heiligen Nation der USA aus, jenem sendungsbewussten Imperium der Evangelischen, Evolutionsleugner, Mormonen, Scientologen, NSA-Voyeure, AAP-Säuglingsbeschneider, Rabbiner und Muslimbrüder. Ob Bush oder Obama, der Islam darf in den USA einfach nicht kritisiert werden und was da als Kollateralschaden auf der Strecke bleiben muss, sind die allgemeinen Menschenrechte. Papst und Dalai Lama rücken in Europa zu Kultveranstaltungen in die Parlamente, es ist eine Frage der Zeit, bis die Scheiche und Großmuftis folgen und dann vermutlich nicht so einfach weggehen. Vor zwei Jahren forderten Rabbiner in New York ebenso wie in Berlin das Elternrecht auf die lebenslang schädigende Jungenbeschneidung, die Politik verschweigt die ihr bekannten medizinischen und anatomischen Fakten und gibt dem Druck nach.

Nach Maßgabe der Gleichberechtigung der Geschlechter sind seit Dezember 2012 eigentlich auch Mädchen zu beschneiden. Möchten Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) und ihre diesjährige indonesische Projektpartnerin Kalyanamitra, will die Berliner Juraprofessorin und Gutachterin Tatjana Hörnle die islamische Mädchenbeschneidung analog zu FGM Typ Ia oder Typ IV legalisieren?

Es waren Allahgott, die USA und Deutschland (Bonn Process), die im Dezember 2001 die Scharia in Afghanistan installiert haben. Das geschah auf der Bonner Petersberg-Konferenz und stellte klar, was künftig in Washington, Kabul oder Köln über den Islam gesagt und geschrieben werden darf: nur Gutes. Ich werde sarkastisch.

Lasst uns, genau ein Jahrhundert nach Ausbruch des Weltkriegs, zu den Waffen eilen. Abendlandretter und bibelfromme Cowboys auf nach Schengal (Sindschar), auf dass mit Billigung der Bischöfe und Rabbis dort im Irak und in Syrien ein weiterer, die Scharia als Grundlage der Rechtssprechung in die Verfassung einschreibender Planstaat der Muslimbrüder errichtet werde und die Spezies der Muslimbürger auch in den USA und Europa ihre schariakonformen Paragraphen erhalte.

Mehr Macht den Moscheen und Islamverbänden, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands Schariapflichtige haben schließlich den, Koran und Sunna so schrecklich missverstehenden, Salafismus zu überwinden. Barack Obamas Liebling Saudi-Arabien muss diesen sektiererischen Wahhabismus besiegen, um Mekka und Medina endlich zum reinen Islam zurückfinden zu lassen, Religion kann schließlich nur gut sein.

Auf zu Petersbergkonferenz, Dialogveranstaltung, Islamkonferenz und Juristentag, es lebe das Miteinander der Religionen (Koexistenz, Kalifat). Wer dem irakischen oder deutschen Orientalen jetzt immer noch den Zugang zu den allgemeinen Menschenrechten ermöglichen will, ist als antimuslimischer Rassist zu ächten. Ich beende meinen Sarkasmus.

Schluss mit der Aufspaltung der Menschheit in Ost und West oder Koranleser und Bibelfreunde, Schluss mit dem auf Rechtsspaltung hinarbeitenden Dialog der Religionen. Weg mit den Religionsprivilegien. Das Grundgesetz wünscht kein Miteinander der frommen Stammeskulturen, sondern berechtigt das Individuum, das privat beten darf oder auch nicht. Glaubenseifer schafft und Glaubenszweifel beseitigt keine Bürgerrechte.

Es war zweckmäßig, das Emirat der Taliban militärisch zu kippen, auf eine Außerkraftsetzung der Scharia hätte man in Bonn allerdings bestehen müssen. Es ist angebracht, die Menschen im Irak vor IS zu schützen und das wird mit Diskussionen nicht funktionieren.

Sich an einem Militäreinsatz zu beteiligen hat Folgen auch nach innen und die Kriegsfolge der sogenannten westlichen Propaganda dürfte dann jenem faktenfernen und demokratiegefährdenden Glaubenssatz noch mehr Macht geben als bisher: Weil Salafismus schlimm ist, ist Islam gut und weil IS (Islamischer Staat) besonders schlimm ist, ist Islam noch besser.

Kurz gesagt, ein Militäreinsatz gegen IS kann gerade das erreichen, was es zu verhindern gilt: das Islamische Recht befördern und die universellen Menschenrechte zerstören.

Der Irak braucht keine Verfassung mit Schariavorbehalt und Deutschland kein Millet-System.[4]

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] „Der Westen muss militärisch eingreifen“, Tagesschau am 05.08.2014

http://www.tagesschau.de/ausland/interview-osten-sacken-100.html

Nicht doch, der Syrer braucht kein Denken einer Spaltung der Welt in Osten und Westen, sondern die Gleichberechtigung von Mann und Frau sprich die Außerkraftsetzung des Islamischen Rechts. Auch als Freund des Wilden Westens nicht erst schießen und dann denken. Wer sich nicht zur Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte bekennt, der wäre es, der Syrien „im Stich lässt“.

Ein weiterer von der Osten-Sackenscher „der Westen“:

„Es ist fatal, sich mit diesem Westen zu verbünden, der einen im Zweifelsfall nur im Stich lässt, während auch in der Stunde der Not auf Russland und den Iran als Alliierte Verlass ist. Die beglücken einen nämlich nicht mit Appellen und ein bisschen humanitärer Hilfe, sondern senden dringend benötigtes Geld, Waffen und Kämpfer.“

Quelle: THOMAS VON DER OSTEN-SACKEN: Die Hilflosigkeit des Westens im Syrien-Krieg

Jungle World Nr. 12, 20.04.2014

http://jungle-world.com/artikel/2014/12/49534.html

[2] Sure al-ʾAnfāl (Die Kriegsbeute) Vers 12

I will throw fear into the hearts of those who disbelieve. Then smite the necks and smite of them each finger.

(Pickthall)

I will cast terror into the hearts of those who disbelieve. Therefore strike off their heads and strike off every fingertip of them.

(Shakir).

http://quran.com/8/12

[3] He cut off hands, whipped and stoned.

Ayatollah Khomeini (Velayet-e Faqih, Governance of the Jurist)

http://wps.pearsoncustom.com/wps/media/objects/2427/2486120/chap_assets/documents/doc34_4.html

„Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an.“

Die Herrschaft der Imame. Gedanken zum »Velāyat-i Faqīh« des Chomeini. Von Jacques Auvergne.

1. Die [noch so gut gemeinte] Gesamtheit von Gesetzen reicht für die [heilssichernde] Verbesserung der Gesellschaft nicht aus. Damit die Gesetze [also wirklich] zum Werkzeug der Verbesserung werden und zum Glück der Menschheit, bedürfen sie der ausführenden Gewalt, der Vollstrecker. Deswegen hat der erhabene Herr neben einem offenbarten System von Gesetzen, neben den Geboten der Šarīʿa, eine Regierung errichtet und die Einrichtung von Institutionen der Ausführung und Verwaltung befohlen. [Muhammad als] der Gesandte Gottes stand an der Spitze der ausführenden und verwaltenden Organe der islamischen Gemeinschaft. [Denn] außer der Verkündigung der göttlichen Offenbarung und der Erläuterung und Auslegung der islamischen Religionsgesetze, Gebote und Anordnungen wirkte er vorbildlich an der Umsetzung der Gebote und am Aufbau der gesellschaftlichen Strukturen des Islam, um einen [veritablen] islamischen Staat zu stiften. So begnügte sich der Prophet in jenen Jahren nicht nur mit dem Verkünden des Strafrechtes, sondern führte es zugleich aus: Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an. … Wenn er den Kalifen, den Nachfolger bestimmte, so nicht allein, um die Glaubenssätze und göttlichen Befehle zur Sprache zu bringen, sondern er sorgte dafür, dass man sich auch um die Ausführung der Gebote und Gesetze kümmert. … Die Muslime brauchten nach dem [Tode des] Propheten jemanden, der die Gesetze anwenden und die islamische Gesellschaftsordnung garantieren konnte, damit ihr Glück im Diesseits wie im Jenseits gesichert ist.

Der Valî-e Amr [Walī ul-Amr, der Vormund der Menschheit, der Befehlshaber Allahs] ist zugleich Inhaber aller ausführenden Gewalt. … [Sowohl] die Sunna und die Lebensweise des Gesandten verlangen [von uns], die Notwendigkeit der Bildung einer [islamischen] Regierung [zu erkennen]; denn zum einen hat der Prophet selbst eine Regierung geformt, … und zum anderen hat er, dem Befehl Gottes treu, einen Nachfolger für sein Führungsamt festgelegt, was bedeutet, dass die [islamische] Regierung nach dem Tode des Propheten unverzichtbar bleibt. Die Notwendigkeit der [organisierten] Durchsetzung der göttlichen Gebote … bleibt nach dem Tode des Propheten bestehen. Nach den Worten des ehrbaren Koran beziehen sich die islamischen Gebote nicht auf Raum und Zeit; sondern werden bis in alle Ewigkeit bestehen bleiben und ausführungspflichtig sein.

Demnach entspricht es sowohl der Vernunft als auch der Scharia [Šarīʿa], dass das, was zu Lebzeiten Mohammeds und Alis von Nöten war, nämlich der Regierungsaufbau und die Einrichtung einer islamischen Verwaltung, … auch heutzutage unverzichtbar ist. … Wer auch immer sagt, die Einrichtung einer islamischen Regierung sei nicht notwendig, hat damit die Pflicht der Durchsetzung der Islamischen Gebote, ihre Vollkommenheit und Kohärenz sowie die ewige Geltung der Religion des Islam abgestritten. … Ein anderer Grund, der die Regierungsbildung unabdingbar macht, heißt: Das Wesen der islamischen Gesetze, al-aḥkām aš-šarʿ [aḥkām, gehorsamspflichtige Anweisungen Allahs, zu: Sg. ḥukm, Gottesbefehl, Islamisches Gebot].

2. Diese aḥkām-e šarʿ sind das Gefüge der Gesetze und Bestimmungen, die als [vollkommenes] Ganzes [allein] eine [gesunde] Gesellschaftsordnung aufzurichten vermögen. In [der Šarīʿa als] diesem System der Rechte [und Pflichten] ist alles berücksichtigt, was der Mensch zu einem gelingenden Leben braucht: Vom rechten Verhalten im Umgang mit Nachbarn, Kindern, Familienmitgliedern oder Verwandten beziehungsweise Mitbürgern über private Belange [wie auch] dem Eheleben bis hin zu den [von Allāh aufgestellten] Bestimmungen über die Frage nach Krieg und Frieden oder zu den Fragen, die den Umgang mit anderen Völkern betreffen. Alle Rechtsbereiche, … vom Strafrecht bis zum Wirtschafts-, Industrie- und Landwirtschaftsrecht, sind [in der Šarīʿa] zur Sprache gebracht [und sehr deutlich] angeordnet worden. Die Šarīʿa hat [damit] für alle Lebensstationen [die optimalen, vollkommenen] Bestimmungen: … von der Heirat und ihrem Abschließen [Imam-Ehe], über die Embryonalentwicklung und die gesunde Ernährung der werdenden Mutter, über die elterlichen Pflichten während der Stillzeit bis zur Frage, wie man Kinder erziehen soll und wie das rechte Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern aussehen muss.

2.1. [Beim] genauen Betrachten des Wesens und Charakters der aḥkām-e šarʿ wird erkennbar, dass Erreichbarkeit und Verwirklichung dieser Gebote einer Regierungsbildung bedürfen, [und] dass die Durchsetzung der göttlichen Gebote ohne einen groß angelegten Apparat der Kontrolle und Verwaltung nicht zu gewährleisten ist.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/26/175/

[4] Final Draft Iraqi Constitution, Verfassung des Irak. Artikel Zwei stellt Allahs Schöpfungsordnung (Scharia) als Hauptquelle der Gesetzgebung fest. Demokratie (the principles of democracy) ist nicht freiheitliche Demokratie, sondern schariakonformes Beraten, Schura.

Article 2:

First: Islam is the official religion of the State and it is a fundamental source of legislation:

A. No law that contradicts the established provisions of Islam may be established.

B. No law that contradicts the principles of democracy may be established.

C. No law that contradicts the rights and basic freedoms stipulated in this constitution may be established.

Second: This Constitution guarantees the Islamic identity of the majority of the Iraqi people and guarantees the full religious rights of all individuals to freedom of religious belief and practice such as Christians, Yazedis, and Mandi Sabeans.

http://en.wikipedia.org/wiki/Constitution_of_Iraq#Basic_principles

Mehr Dialog und Koexistenz Herr Bischof? Heimliches Beten erlaubt, Kirchenneubau inschallah nicht, Islamkritik sowieso nicht.

The Orthodox Christians were included in the Rum Millet (millet-i Rûm), or the „Roman nation“ conquered by Islam but enjoying a certain autonomy.

http://en.wikipedia.org/wiki/Millet_(Ottoman_Empire)#Orthodox_Christians

Wer ehrenwerte Jüdische Religionsgerichte (Beth Din) errichten will wird Schariagerichte nicht vermeiden können und scheint, angesichts der demographischen Entwicklung ist das doch wohl unvermeidlich, so richtig Lust zu haben auf ein Dasein im Stadtviertel als Dhimmi. Alles eine Frage der Loyalität: Bürgerbegriff schätzen und AEMR durchsetzen oder möglichst viele (regelmäßig frauenfeindliche) Halachavorschriften einhalten. Europakalifat oder nicht, ist Kritik an der Dhimmitüde Antijudaismus, sobald die Halacha einen Kratzer kriegt?

Under the Millet system the Jews were organized as a community on the basis of religion, alongside the other millets (e.g. Orthodox millet, Armenian millet, etc.). In the framework of the millet they had a considerable amount of administrative autonomy …

http://en.wikipedia.org/wiki/Millet_(Ottoman_Empire)#Jews

Millet System

http://de.wikipedia.org/wiki/Millet-System

Accommodations for Minorities or Accommodations for All : Bringing about Harmonious Coexistence in Pluralist Societies.

Tariq Ramadan

Institutional Accommodation and the Citizen: Legal and Political Interaction in a Pluralist Society / Council of Europe

Strasbourg : Council of Europe Publishing

http://www.peacepalacelibrary.nl/plinklet/index.php?ppn=333779452

Accommodements pour les minorités ou accommodements pour tous et chacun : réussir le vivre-ensemble dans des sociétés plurielles

Tariq Ramadan

Accommodements institutionnels et citoyens: cadres juridiques et politiques pour interagir dans des sociétés plurielles

Strasbourg : Éd. du Conseil de l’Europe

http://www.peacepalacelibrary.nl/plinklet/index.php?ppn=332034224

Muslims as Co-Citizens in The West By: Dr. Murad Wilfried Hofmann

Islamic jurisprudence developed the world’s first liberal law, called As-siyar, for the status of religious minorities – Dhimmi

http://elazhar.com/conferences_eu/9/3.asp

Dhimma-Theoretiker Murad Wilfried Hofmann, der ab 1961 dreiunddreißig Jahre als Diplomat in Algerien arbeitete, berichtet aus einer östlichen Sicht:

„Der Islam … wirkt … aus westlicher Sicht … als eine »Gesetzesreligion«, deren Theologen gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, Juristen sein müssen, weil der Islam den gesamten Tagesablauf seiner Gläubigen zu regeln und zu gestalten sucht. Diese Beobachtung ist richtig … Das Leben des Muslims [wird] in der Tat von früh bis spät vom Islam strukturiert“

aus: Allahs Diplomat. Zum Buch »Der Islam als Alternative« (1992) des zum Islam konvertierten ehemaligen Botschafters Murad Wilfried Hofmann. Eine Demokratieverteidigung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

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12 Antworten to “Kalifat oder freiheitlich demokratischer Rechtsstaat?”

  1. Universelle Menschenrechte ja bitte, Schariagesetze nein danke Says:

    Klasse Text, danke fürs Publizieren.

    Thema der Islamische Staat (IS), ehemals Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS)

    Da auf dem Auto (bei min 0:53 / 0:54) steht geschrieben الحسبة al-ḥisba. Die beiden lächelnden Herren mit islamischer Kleidung und Maschinenpistole fahren durch al-Raqqa (Syrien) und machen religionspolizeilich „sauber“.

    Ar-Raqqa, Syrien. Medyan Dairieh, Journalist für VICE News berichtet zur Polizei der HISBA (Islamdurchsetzung mit Gewaltlizenz)

    Die „Hisbah“ ist die neue Scharia-Polizei. In diesem Teil begleitet VICE News die Truppen bei den täglichen Patrouillen während der Ramadan-Zeit und wird Zeuge, wie sie Geschäfte kontrollieren, die Waren genauestens überprüfen und gleichzeitig sicher stellen, dass sich genau an ihre strengen Regeln bezüglich des Aussehens und Auftretens von Frauen gehalten wird.

    DER VORMARSCH DES KALIFATS: ISLAMISCHER STAAT (TEIL 3)

    http://www.vice.com/de/vice-news/der-vormarsch-des-kalifats-islamischer-staat-teil-3-652

    http://www.vice.com/de/vice-news/der-vormarsch-des-kalifats-islamischer-staat-komplett-521

  2. Zweistromland Says:

    Islamisierung ist die Entwürdigung sowohl der nichtmuslimischen als auch der weiblichen Menschen. Das Prinzip Islamischer Religionsstaat (الدولة الدينية) bedeutet: Din und Daula dürfen nicht Disharmonie sein.

    Bringe dīn (دين‎, Religion als total korankonformes persönliches Wohlverhalten und Sozialverhalten) und dawla (دولة, Staat) in Übereinstimmung, in Deckungsgleichheit. Im Sinne der prekären Abwehr Satans und Bewahrung des Heilsbundes mit Allah ist dieser Dschihad der Kongruenz gefordert.

    Cartoon gefunden bei The Syrian

    http://english.the-syrian.com/about/

    Solange man nur auf Gleichberechtigung von Mann und Frau besteht oder fordert, dass Menschenrechte universell sind, kann das Islamische Recht keine Macht ergreifen und darf der lokale Scheich oder Mufti ein bisschen schmollen.

    Al-Qaradawi has called for dialogue with Non-Muslims. … In modern terminology, dhimmies are ‚citizens‘ of the Islamic state.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi#Non-Muslims

    In diesen Tagen flunkert der ECFR-Chef, dass die Armee IS gar nicht der islamisch gültige und (damit) politisch richtige Islamic state sein könne. Als Verwalter des Erbes von Hasan al-Banna sollte er eigentlich ehrlicher sein:

    In 1936, al-Banna wrote a letter to King Faruq of Egypt, as well as to the other rulers of Islamic countries, in which he laid out in some detail his program for Islamic government. In this letter al-Banna called for …

    Action by Islamic countries to pave the way for the restoration of the Caliphate

    “Treatment of the problem of women…in accordance with Islamic teaching” and “segregation of male and female students; “private meetings between men and women,” except for family members, are “to be counted as a crime…”

    Das Gequatsche vom Unterscheiden zwischen dem kleinen und großen Dschihad kann man vergessen, wie der Gründer der Muslimbruderschaft klarstellt:

    the rewards of martyrdom are conferred only on those who slay or are slain in the way of God, al-Banna asserts; they are not bestowed on those who merely struggle spiritually

    In other words, the world view of Hasan al-Banna is simply the world view of classical Sunni Islam.

    (Zitate bei Joseph S. Spoerl, The World View of Hasan al-Banna and the Muslim Brotherhood)

    http://www.newenglishreview.org/Joseph_S._Spoerl/The_World_View_of_Hasan_al-Banna_and_the_Muslim_Brotherhood/

    Ein Blick in die Fußnoten belegt mit al-Misri (1302–1367 d. Z.), dass es zwischen Islamismus und Islam keinen Unterschied gibt:

    [7] See Ahmad ibn Naqib al-Misri, Reliance of the Traveller: A Classic Manual of Islamic Sacred Law, trans. Nuh Ha Mim Keller, revised edition (Beltsville, MD: Amana Publications, 1994), pp. 610-618, 704, 985. This manual is an excellent guide to the world view of al-Banna and the Muslim Brotherhood generally, for that world view is simply the world view of classical Sunni Islam. Indeed, the Reliance of the Traveller is endorsed by the International Institute of Islamic Thought (pp. xviii-xix), a well-known global Muslim Brotherhood organization based in Herndon, Virginia (see Vidino, The New Muslim Brotherhood in the West, p. 36, and Johnson, A Mosque in Munich, p. 95).

    [9] The establishment of the Caliphate is a communal obligation under sharia: see al-Misri, Reliance of the Traveller, p. 639; see p. 647 for a list of the caliph’s duties, which include “protecting the religion and the sacrosanct, preserving the religion from alteration and substitution,” “enforcing the prescribed legal measures connected with the rights of Allah and men,” “leading Muslims at group and Friday prayers, whether personally or by representative,” “facilitating travel to the hajj,” and undertaking jihad. On communal obligations, see p. 33 and below.

    [10] See al-Misri, Reliance of the Traveller, p. 541: “It is not lawful for a wife to leave the house except by the permission of her husband…. Nor may a wife permit anyone to enter her husband’s home unless he agrees, even her unmarriageable kin. Nor may she be alone with a nonfamily-member male, under any circumstances.”

    Nichts anderes macht die Armee IS unter al-Baghdadi jetzt Kalif Ibrahim. Ein konsequenter al-Qaradawi müsste den 350 Jahre eher schreibenden schafiitischen Gelehrten doch wohl beinahe als Ungläubigen bezeichnen, doch in Wahrheit teilen al-Misri und al-Qaradawi denselben Begriff von Religion.

    Noch einmal al-Banna. Die Herrschaft (sovereignty) Allahs muss auf der gesamten Welt endlich islamisch ergriffen werden.

    [I]t is our duty to establish sovereignty over the world and to guide all of humanity to the sound precepts of Islam and to its teachings, without which mankind cannot attain happiness.

  3. Hat irgendwie "nix mit islam zu tun !!!" oder so ... Says:

    Facebook 2014. Die Dinge ordnen sich nach Koran und Sunna judenfeindlich, IS-freundlich und frauenfeindlich. Nur anfangs Empörung und Abstreiten:

    Das was in Isis abgeht hat nix mit dem Islam zu tun!!!

    Die ISIS wird bekanntlich eh durch ihren Mossad Agenten al baghdadi geführt. Ziel ist es wie immer die Situation im nahen und mittleren Osten zu destabilisieren und die Muslime bzw die Menschen dort untereinander aufzuhetzen. Während der Islam soviel Gutes und Frieden predigt, versucht die ISIS Hass und Gewalt zu verbreiten.

    Nix mit islam zu tun !!!

    ihr minderbemittelten idioten, die IS ist die die der Ummah hilft, sie ist die die das leid unserer sunnitischen geschwister im iraq und in iran beenden will. Was tut ihr?

    Hier wollen Weiber ohne kopftuch über den islam reden interessant, bevor ihr irgendwas redet, folgt dem quran und der sunnah und bedeckt euch.

    Hamas genauso solche idioten, weil [sie] demokratie wollen.5.33.Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus

    https://tr-tr.facebook.com/geeflowfan777/posts/802191499812777
    *
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    Der Threaderöffner macht islamfromme Musik („Rap Islam“) und postet am 10.08.2014 ein Bild:

    Du musst kein MOSLEM sein um für GAZA einzustehen. Es reicht MENSCH zu sein.

    Der Islam-Rapper und selektive Humanist Geeflow schreibt leider nicht:

    Du musst kein JUDE sein um für ISRAEL einzustehen. Es reicht MENSCH zu sein.

    Mit den Worten des Gründers der radikalislamischen türkischen Millî Görüş am selben Tag:

    Adam olun, Efendi olun, Uşak olmayin!

    Bildet euch, seid anständig, seid keine Diener!

    Prof. Dr. Necmettin Erbakan

    Zwei Tage eher:

    Das töten eines Menschen ist das töten der Menschheit!!!!

    ISIS TERORRIST, TERORRISMUS IN MENSCHLICHER GESTALT – NICHT IM NAMEN DES ISLAMS!!!!
    EINE BART WACHSEN LASSEN UND ALLAHU AKBAR SCHREIEN KANN AUCH EIN NICHT MUSLIM.
    DAS IST KEIN ISLAM

    Ein Schariafreund wird wesentlich und antwortet judenhassend:

    Wenn die Isis wirklich für eine Sharia wäre und gegen die Gotlosen kämpfen würde, dann würden sie sich als erstes auf Israel stürzen und ihren Glaubensgeschwistern in Palästina helfen

    https://www.facebook.com/geeflowfan777?fref=nf

    *
    *
    „Diese Leute haben eine Gehirnwäsche hinter sich“, behauptet Abu Hadi. „Ihr radikaler Islam hat mit unserer Religion nichts zu tun.“

    Mitten ins Gespräch platzt die Ankunft von Scheich Bassam Ajaschi. Der Geistliche ist ein Kadi, der in den gesetzlosen Zeiten der Revolution für Recht und Ordnung sorgen will. „Alles genau nach den Prinzipien der Scharia“, sagt der Imam, über dessen Brust eine alte französische Pistole, eine Handgranate und Handschellen baumeln.

    Ajaschi lebte lange Zeit in Belgien und genießt dort den zweifelhaften Ruf als „Terrorist mit Verbindungen zu al-Qaida“. In Italien war er im Jahr 2008 verhaftet worden, nachdem man in seinem Camping-Fahrzeug fünf illegale Immigranten und Dschihad-Propagandamaterial gefunden hatte.

    Ajaschi saß vier Jahre im Gefängnis, bis ein Berufungsgericht das Urteil aufhob. „Die Leute von Daisch sind Terroristen“, sagt der sympathisch wirkende Scheich. „Wir dagegen sind human, ganz nach den wirklichen Prinzipien des Islams.“

    Alfred Hackensberger („Dort ist al-Qaida. Die schneiden Ihnen den Kopf ab“), DIE WELT am 08.02.2014

    http://www.welt.de/politik/ausland/article124636132/Dort-ist-al-Qaida-Die-schneiden-Ihnen-den-Kopf-ab.html

  4. Bragalou Says:

    Sure Aḥzāb (Die Gruppen)
    Koran 33:26

    Pickthall
    And He brought those of the People of the Scripture who supported them down from their strongholds, and cast panic into their hearts. Some ye slew, and ye made captive some.

    Yusuf Ali
    And those of the People of the Book who aided them – Allah did take them down from their strongholds and cast terror into their hearts. (So that) some ye slew, and some ye made prisoners.

    German
    Und Er ließ diejenigen von den Leuten der Schrift, die ihnen beigestanden hatten, aus ihren Burgen heruntersteigen. Und Er jagte in ihre Herzen Schrecken; eine Gruppe (von ihnen) habt ihr getötet und eine Gruppe gefangengenommen.

    http://quran.com/33/26

  5. Bragalou Says:

    Islamic State calls for terrorist attacks in Australia
    MARK SCHLIEBS
    THE AUSTRALIAN
    13.10.2014

    “It is very important that attacks take place in every country that has entered into the alliance against the Islamic State, especially the US, UK, France, Australia and Germany,” an article in the magazine said.

    “Every Muslim should get out of his house, find a crusader, and kill him.

    “It is important that the killing becomes attributed to patrons of the Islamic State who have obeyed its leadership … otherwise, crusader media makes such attacks appear to be random killings.”

    http://m.theaustralian.com.au/in-depth/terror/islamic-state-calls-for-terrorist-attacks-in-australia/story-fnpdbcmu-1227089022597?nk=417b611eae15480682f59583aa1f13ab

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    IS-Propaganda fordert Anschläge in Deutschland
    Von Florian Flade
    WELT 12.10.2014

    „An diesem Zeitpunkt des Kreuzzuges gegen den Islamischen Staat, ist es wichtig, dass Angriffe in allen Ländern stattfinden, die der Allianz gegen den Islamischen Staat angehören“, heißt es in dem Propaganda-Schreiben, das der „Welt“ vorliegt. „Insbesondere in den USA, in Großbritannien, in Frankreich, Australien und Deutschland. Mehr noch, die Bürger dieser Kreuzfahrer-Nationen sollen überall angegriffen werden, wo man auf sie trifft.“

    Eine offizielle Einschätzung zur Echtheit des Dokuments liegt von Deutschen Sicherheitsbehörden noch nicht vor. Die Extremisten rufen darin auf, Zivilisten gezielt im Namen des „Islamischen Staates“ zu ermorden. „Jeder Muslim soll aus dem Haus gehen, einen Kreuzzügler finden und ihn töten“, heißt es in dem PDF-Dokument. Wichtig sei es, dass die Attentate mit der Terrororganisation in Verbindung gebracht würden. „Sonst würden die Kreuzzügler-Medien diese Angriffe nur als zufällige Morde abtun.“ …

    Bereits Ende September hatte der offizielle Sprecher des IS, Abu Mohammed al-Adnani, mit Terroranschlägen im Westen gedroht. „Ihr seid nicht mal in euren Schlafzimmern sicher“, hatte Al-Adnani den Bürgern jener Staaten gedroht, die sich am Kampf gegen den IS beteiligen.

    [Bild DABIQ. The return of Khilafah.]

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article133195810/IS-Propaganda-fordert-Anschlaege-in-Deutschland.html

  6. Bragalou Says:

    IS-Terrorpropaganda im Hochglanzformat
    Von Uwe Schmitt
    WELT 08.08.2014

    Das hat den Opfern, Feinden und Gläubigen des Islamischen Staats (IS) noch gefehlt: ein Online-Magazin der Kämpfer, die über die Leichen von Christen und „ungläubigen“ Muslimen gehen, um ein Kalifat in Syrien und dem Irak zu errichten. 50 Seiten stark ist die erste Ausgabe von „Dabiq„, die auch in einer deutschen und englischen Version verfügbar ist. Bilder und Texte von hohem Produktionswert …

    Das Magazin dient dem Ruhm des Islamischen Staats. Aber es soll auch erbauen und belehren. „Bei Allahs Gnade“ und „mit der Erlaubnis Allahs“ ist es nämlich geschehen, dass die Welt sich in zwei Lager teilt. Über dem einem steht die „Sonne des Dschihad“, das andere verharrt in Dunkelheit. …

    Nirgendwo im Magazin wenden die Mudschahedin Gewalt an, gezeigt wird nur die blutige Grausamkeit des Feindes. Im Gegenteil, der IS wirbt wie ein Sicherheitsunternehmen für seine wohltätige, gewissermaßen geldwerte Agenda …

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article133195810/IS-Propaganda-fordert-Anschlaege-in-Deutschland.html

    دابق‎
    Dabiq (magazine)

    http://en.wikipedia.org/wiki/Dabiq_(magazine)

    „Dabiq: What Islamic State’s New Magazine Tells Us about Their Strategic Direction, Recruitment Patterns and Guerrilla Doctrine“. The Jamestown Foundation. 1 August 2014.

    http://www.jamestown.org/programs/tm/single/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=42702&cHash=0efbd71af77fb92c064b9403dc8ea838#.VDx0OtJ_t30

    „Dabiq: The Strategic Messaging of the Islamic State“. Institute for the Study of War. 15 August 2014.

    https://www.understandingwar.org/sites/default/files/Dabiq%20Backgrounder_Harleen%20Final.pdf

  7. Bragalou Says:

    Aschermittwoch 2015. Edmund Stoiber spielt den grimmigen bajuwarischen Sheriff und Islamkritiker, ohne sich dem deutschen Kampfpanzerverkauf nach Saudi-Arabien, der die Muslimbruderschaft stärkenden Deutschen Islamkonferenz oder dem schariakonformen deutschen Islamischen Religionsunterricht jemals entgegen gestellt zu haben.
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    Er forderte beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau in Deutschland lebende Islamisten auf, sich an die Gesetze hierzulande zu halten. In der Bundesrepublik gelte nicht die Scharia, sagte er. „Hier gibt es kein Kalifat. Wer es errichten will, muss raus.“ Mit Blick auf drakonische Strafen in Saudi-Arabien ergänzte Stoiber: „Hier gibt es keine Peitschenhiebe für Blogger.“

    Zur Integrationsdebatte sagte der frühere Parteivorsitzende, dass zwar Muslime „zu uns in Deutschland gehören“. Aber den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ mache er sich auf keinen Fall zu eigen, erläuterte Stoiber. „Der ist so falsch.“

    Quelle: FOCUS (Stoiber: „Hier gibt es kein Kalifat. Wer es errichten will, muss raus“) am 18.02.2015

    http://www.focus.de/politik/deutschland/parteien-parteien-laden-zum-politischen-aschermittwoch_id_4484071.html

  8. Jacques Auvergne Says:

    المرأة في الدولة اإلسالمية

    Al-maraa fi-d-daula islamiyya

    Women of the Islamic State. A manifesto on women ist das Manifest der Al-Khanssaa Brigade, der muslimischen Aktivistengruppe der Frauen im Islamischen Staat.

    Das Streben nach Verwirklichung des Tauhid [die fünffache Einheit und Unteilbarkeit von Schöpfer, Schöpfung, muslimischer Weltgemeinde (Umma), Gesetzlichkeit (Scharia) und Anbetungswürdigkeit (Ubudiyya)] auf Erden unterscheidet Muslime und Falschgläubige. Lasst euch nicht von weltlich ausgerichteten Maßstäben und Zielsetzungen ablenken.

    Manifesto on Muslim Life

    As is said above, Muslims are distinguished from those with false beliefs by the fact that they strive to realise tawheed on Earth and are undistracted by the theory of worldly objectives. His purpose, from birth to death, is the pursuit of this goal.

    (p 13)

    Die Muslime leiden, weil sie vergessen haben, dass Anbetung [Allahgottes] ihre einzige Daseinsberechtigung ist

    They forgot that worship is the only reason for their existence. They became trapped in ignorance and turned away from the Shariah and their religion.

    Muslimsolidarität bei Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen: Loyalität und Lossagung, al wala wal-baraa

    There is an imbalance between people, in terms of loyalty and disavowal (al-wala’ wa-l-bara’). (49:13)

    Weltliches Wissen ist Sünde und wertlos im Vergleich zum jenseitszentrierten Wissen. Allahgott will Apartheid im Diesseits und im Jenseits, die Grenzen zwischen den Völkern und Religionen dürfen niemals eingerissen werden:

    You may find Muslims having friendly relationships with the infidels who are at war with us and living in their midst and benefit from their worldly knowledge, which is unworthy in relation to knowledge of the afterlife. Following that, you find them relying upon international scientific organisations that issue this science, UNESCO, the World Health Organization, Food and Agriculture Organization and so on, organisations that break down the spaces between peoples and remove the borders between religions, claiming that they are doing so for the good of humanity, the safety of the world and development of its nations.

    Der Iblis verwirrt, der Feind Allahgottes. Unterscheidet euch, den Verweigerern der Seinsweise von Koran und Sunna, den Nichtmuslimen dürft ihr nicht ähnlich sein:

    The underlying reason for this complacency and denial is that people are dazzled by the adornments of life in this world, which are the fruit of the enemy of God and what God has allowed them to do in terms of material knowledge. It has caused Muslims to forget their way, because of the fastness and modernity of life, and they forget who they are: “And be not like those who forgot God, so He made them forget themselves” (Quran 59:19).

    (p 14-15)

    Im Alter von neun Jahren darf [im echten alten Islam] ein Mädchen heiraten [und ehelichen Geschlechtsverkehr haben].

    It is considered legitimate for a girl to be married at the age of nine. Most pure girls will be married by sixteen or seventeen, while they are still young and active. Young men will not be more than twenty years old in those glorious generations.

    (p 24)

    Nichts als Kummer und Schmerz, nichts als Dornen bringt den Frauen die Idee der Gleichberechtigung

    Women gain nothing from the idea of their equality with men apart from thorns. Under “equality” they have to work and rest on the same days as men even though they have “monthly complications” and pregnancies and so on, in spite of the nature of her life and responsibilities to their husband, sons and religion.

    If a woman is forced to work outside the house, we must reward her for this service and look after her household and children in her long absence.

    (p 25)

    Vorbei die Jahre der mentalen und militärischen Kolonisation. … Mit Aufrichtung des Kalifats kam die Bedeckung, kam der Hidschab ins Land zurück

    Hijab

    We begin with this because it is the greatest of rights, their origins and their objectives. Of them, it is the first by which women may recover their rights, and “protection religion” is the first and the foremost of the 5 necessities that the Shariah came to uphold and maintain. In the years of mental and military colonialism, this right was banned by force or persuasion. …

    After the establishment of the caliphate, coverings and hijab things returned to the country and decency swept the country. Now, women are able to travel to their people in Raqqa without having to show their face to the eyes of even one inspector. Respect for their bodies has returned and has been taken from the eyes of onlookers, with their corrupted hearts. Causes of their humiliation are prevented, revealing dresses were confiscated from shops and scandalous photos were banned from walls and shelves. Muslims, with the permission of God, were cleansed.

    (p 28)

    Nun, da die Gerichte nach dem urteilen, was Allahgot vorgeschrieben hat

    Justice

    … Now, courts that rule by that which God decreed have been established …

    (p 30)

    (Erneuertes Prinzip Hidschra (Auswanderung nach prophetischem Vorbild) … die Einwanderer zu uns ins Kalifat)

    State of muhaajirat

    Muhaajirat families in Raqqa live in peace and are untouched by hunger, the cold winds or frost. The Caliphate fairly divides money among all the people, migrant and none migrant, so that there is no difference between Arabs and Persians, blacks or whites. All are under the rule of Islam.

    ( p 37)

    Saudische Tyrannen

    Westernisation

    … The Saudi tyrants, one after another, have taken up the reins of the Westernisation of women such that they cannot fulfil their duties. …

    women are able to work alongside men in shops like banks, where they are not separated by even a thin sheet of paper.

    (p 38-39)

    Conclusion

    Die Feind des Islamischen Staates, die Feinde der Keuschheit und Reinheit

    … 4) To the enemies of the Islamic State, the enemies of chastity and purity, the secularists and liberals from among our own people, women have been returned to their Rightful jilbabs and sedentary lifestyle. Throw the sputum of your culture, your civilisation and your thinking into the sea. God fights you and you are not of us and we are not of you.

    aus der Übersetzung und Analyse von Charlie Winter: Women of the Islamic State. A manifesto on women by the Al-Khanssaa Brigade, Quilliam Foundation, Februar 2005

    http://www.quilliamfoundation.org/wp/wp-content/uploads/publications/free/women-of-the-islamic-state3.pdf

  9. Jacques Auvergne Says:

    Genau, der Dhimmavertrag, dieser verstaatlichte faktische Rassismus herrschte als das osmanische System der Religionsvölker oder Glaubensnationen, als das leider bestens schariakompatible Millet-System. Genau das ist im Namen des für alle und jeden gleich geltenden und Muslim und Nichtmuslim sowie Mann und Frau gleich behandelnden Rechts und Gesetzes zu verhindern.
    ::

    … „Für den Staat ist die Religion immer eine Herausforderung, das zumindest glaubt Nikolaj Silajew, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Kaukasus-Fragen und regionale Sicherheit am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO). „Der Glaube an eine Religion bedeutet immer auch ein gewisses Maß an Illoyalität dem Staat gegenüber und eine gewisse Nichtanerkennung seiner Autorität“, erklärt er [Fein gegrübelt Silajew, ok, leider auch gut ausgewichen, daher die Gretchenfrage: allgemeine Menschenrechte sprich insbesondere auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau ja oder nein?!].

    Ilschat Sajetow, Direktor des Russisch-Türkischen Wissenschaftszentrums an der Bibliothek für Ausländische Literatur, schlägt dennoch vor, religiösen Gemeinschaften mehr Selbstbestimmungsrechte zu gewähren: „Notwendig ist eine breite Diskussion über ein Millet-System“, findet er. Das Millet-System im Osmanischen Reich räumte anerkannten religiösen Minderheiten eine gewisse Souveränität ein. Sajetow hält das auch in der gegenwärtigen Situation für eine diskussionswürdige Möglichkeit und betont: „In Russland verfügen wir über viel Erfahrung mit Sonderrechten für religiöse Gemeinschaften. Auch in Großbritannien gibt es bereits fakultative Scharia-Gerichte zu Ehe- und Erbschaftsfragen. Wer zum Beispiel will, dass sein Erbe nach den Regeln des Islam aufgeteilt wird, geht zu diesem Gericht.“

    Zugleich hält Sajetow diese Lösung für nicht ganz unproblematisch [soso, rechtsparallele Frauenentwürdigung einschließlich Zwangsverschleierung, MGM- und FGM-Praxis, neunjährige Ehefrau sprich Kindersexpraxis usw. erkennt Sajetow als irgendwie problematisch …], denn es stelle sich dabei die Frage zwischen dem Verhältnis solcher Sonderrechte zum universellen Recht eines Staates, gibt er zu bedenken. Er betrachtet dies als die Schlüsselfrage der gesamten Diskussion, denn faktisch wäre die Einführung von christlichen, jüdischen und Scharia-Gerichten eine Loslösung vom Konzept eines universellen Rechts, das für alle gleichermaßen gilt, meint Sajetow. …

    aus: Geworg Mirsajan (Nach „Charlie Hebdo“: Wie soll Europa dem Islam begegnen?), Russia Beyond The Headlines (rbth, herausgegeben von Rossiyskaya Gazeta) am 12.01.2015

    http://de.rbth.com/politik/2015/01/12/nach_charlie_hebdo_wie_soll_europa_dem_islam_begegnen_32461.html

  10. Carcinòl Says:

    [Was ist das? Noch jemand, der zwischen angeblich gutem Islam und bösem Islamismus unterscheidet? Warum das nichts wird.]

    Lena Sara Evang
    hat ein Foto in Grüne Jugend Kölns Chronik geteilt.
    8. Oktober ·
    Veranstaltungsort
    Stattfinden soll die „Messe“ im Kölner Gewerbegebiet Pesch, Hausnummer 12a. Dort ist ein Veranstaltungssaal unter dem Namen „Intersaal“, der sich augenscheinlich zumeinst an türkische Hochzeitsgesellschaften vermietet. Geführt wird das Unternehmen von Ilhami Kizil und Aydin Kizilarslan.

    Wir halten es für extrem wichtig, den Islamistinnen und Salafistinnen, die die „Halal-Messe“ organisieren, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Es ist deutlich geworden, dass mit der „Messe“ andere Zwecke verfolgt werden, als Muslime über Nahrungsmittel zu informieren, die „halal“ sind. Hier wollen sattelfeste Islamistinnen, die in ein großes Netzwerk des Salafismus eingespannt sind, ihre Ideologie an Muslime weitergeben und diese politisch radikalisieren. Darum rufen wir dazu auf, die Veranstaltung zu sabotieren. Ruft die Verantwortlichen von „Intersaal“ an, schreibt oder faxt ihnen und fordert sie dazu auf, den Vertrag mit „A&E-Events“ zu kündigen.

    [Zitatende. Kein Wort gegen die Scharia. So wird das nichts.]

    ___ps://www.facebook.com/gjkoeln/posts/1167319159961399

    [Zu feige, etwas gegen Koran und Sunna zu sagen?]

    Bei ihrer neuen Strategie nutzen die SalafistInnen geschickt eine Scharnierfunktion des Begriffs „halal“ aus: einerseits lässt er sich als Summe der islamischen Ernährungsvorschriften verstehen, andererseits gilt unter SalafistInnen nur das zur Gänze im Dienste Gottes gelebte Leben als „halal“ – freilich nach wortgetreuer, wahhabitischer Auslegung der zentralen Schriften des sunnitischen Islam. Die Markierung von Lebensmitteln und Restaurants als „halal“ ist in den letzten Jahren üblich geworden. Im Text sollen zentrale Akteurinnen der „Messe“ und das Netzwerk an Kontakten und Zusammenhängen erhellt werden, das sich um die Veranstaltung herum gruppiert. Damit versucht diese Veröffentlichung zu zeigen, dass es sich bei der „Halal-Messe“ um einen erneuten, gefährlichen Versuch der Einflussnahme demokratiefeindlicher, islamistischer Kräfte unter scheinbar harmlosem Deckmantel handelt, wie dies bereits in Sachen Geflüchtetenhilfe und in Sachen internationaler „muslimischer Hilfsorganisationen“ zu beobachten ist.

    [Und so weiter. Salafismus gibt es nicht und auch keinen Wahhabismus, das ist Urgemeindlichkeit pur sprich im Wesentlichen hanbalitischer Fiqh. Die Schariapflichten sind das allgemein menschenrechtliche Problem; auch die schiitischen Schariapflichten: Ayatollah Chomeini hat den Islam nicht falsch verstanden. Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem.]



    Salafiya Watch Köln/Bonn
    8. Oktober · Bearbeitet ·

    Neue SalafistInnen-Strategie in Köln&Bonn: „Halal-Messe“ in Köln soll Anfang November Muslime locken

    Die SalafistInnen-Szene im Raum Köln/Bonn stellt sich momentan auf eine neue Strategie ein, um mehr Menschen für ihre antidemokratische Auslegung des Islam und für das salafistische Milieu zu gewinnen. […]

    [Na was denn nun: seid ihr für oder gegen Maududi, Sayid Qutb, die Muslim Brotherhood / Muslimbruderschaft / FIOE / IGD, Erbakan / IGMG und Darul ‚Uloom / Deobandi? Die Literalität (Wortwörtlichkeit) von Koran und Sunna selbst ist frauenfeindlich und ein Angriff auf die freiheitliche Demokratie. AEMR oder nicht?

    Die Salafisten die es gar nicht gibt nehmen Sure und Hadith hundertprozentig ernst. Das ist das Problem.]

    [Gut recherchierte Querverbindungen, immerhin. Aber erst einmal ist das Bekenntnis zu den am 10.12.1948 festgestellten AEMR erforderlich, dann dasjenige zur Grundrechtswidrigkeit der Islamischen Menschenrechte der OIC Kairo 1990, der islamischen Jungenbeschneidung und islamischen verpflichtenden schafiitischen Mädchenbeschneidung (FGM) sowie der islamischen Schleierpflicht vgl. DITIB bei BVerfG 2015. Sonst … wird das nichts.]

    Bei ihrer neuen Strategie nutzen die SalafistInnen geschickt eine Scharnierfunktion des Begriffs „halal“ aus: einerseits lässt er sich als Summe der islamischen Ernährungsvorschriften verstehen, andererseits gilt unter SalafistInnen nur das zur Gänze im Dienste Gottes gelebte Leben als „halal“ – freilich nach wortgetreuer, wahhabitischer Auslegung der zentralen Schriften des sunnitischen Islam. Die Markierung von Lebensmitteln und Restaurants als „halal“ ist in den letzten Jahren üblich geworden. Im Text sollen zentrale Akteurinnen der „Messe“ und das Netzwerk an Kontakten und Zusammenhängen erhellt werden, das sich um die Veranstaltung herum gruppiert. Damit versucht diese Veröffentlichung zu zeigen, dass es sich bei der „Halal-Messe“ um einen erneuten, gefährlichen Versuch der Einflussnahme demokratiefeindlicher, islamistischer Kräfte unter scheinbar harmlosem Deckmantel handelt, wie dies bereits in Sachen Geflüchtetenhilfe und in Sachen internationaler „muslimischer Hilfsorganisationen“ zu beobachten ist.

    Flyerdesign aus einschlägigen Kreisen
    Die grafische Gestaltung für die Werbung der „Messe“ stammt von „WOW-Grafikdesign“. Hinter dem Label verbirgt sich eine Kölner Islamistin, die sich, wie dies unter Salafistinnen verbreitet ist, nach ihrer Rolle als Mutter „Umm Mahmoud“ („Mutter von Mahmoud“) nennt. Anfang September rief sie zu einer Spendensammelaktion „für Syrien“ in der At-Tauhid-Moschee in Köln-Kalk auf, die von der Gruppe „Weg der Salaf“ in einer Liste stolz als „Salafi Moschee (sic!)“ geführt wird. „Weg der Salaf“ veranstalteten am 25. September ein „Grillfest“ für Geflüchtete in Kalk und bezeichneten sich im Spendenaufruf hierzu als „Brüder“ der besagten At-Tauhid-Moschee als auch der benachbarten Taqiyyu d-Din Al-Hilali-Moschee, ebenfalls Kalk, in der die Spenden abgegeben werden konnten. Man brüstete sich damit, uA Vollverschleierungen für Frauen und Korane an Geflüchtete zu verteilen. „Umm Mahmoud“ richtete ihren Account bei Facebook zunächst unter dem Namen „Mujahida Jumana“ ein, was sich als „Gotteskriegerin Jumana“ übersetzen lässt, ehe sie sich dann „Jumana Umm Mahmoud“ nannte. Das Wort „Mujahideen“ steht dabei seit der Ausrufung des Krieges gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans für die Kämpfer (seltener: Kämpferinnen) im Heiligen Krieg. Mit ihrem Label „WOW-Grafikdesign“ hat sie sich bislang ausschließlich durch die Gestaltung von Flyern und Postern anderer regionaler islamistischer Gruppierungen hervorgetan: zum Beispiel für die „Schwesterngruppe“ „Akhauat fi Deen“ („Schwestern im Glauben“) oder eine Henna-Nagellack-Produzentin, die ebenfalls auf der Halal-Messe unter dem Namen „At Tabiaa“ ihre Dienste anbieten wird. Bei Facebook trat die Henna-Malerin bis vor kurzem unter dem Pseudonym „Safiya Lulu“ auf und beteiligte sich an einem Salafistinnen-Shitstorm in der Kommentarspalte unserer letzten Veröffentlichung über islamistische Umtriebe in der Geflüchtetenhilfe. Laut Eigenangabe betreut die vollverschleierte Frau außerdem eine geflüchtete afghanische Familie im rechtsrheinischen Niederkassel. Auf dem Account, der mittlerweile deaktiviert worden ist, postete sie uA einen Screenshot aus dem Admin-Bereich der Facebook-Veranstaltung für die „Halal-Messe“. Es ist also anzunehmen, dass „Safiya Lulu“ zu den zentralen Organisatorinnen zählt. Auf dem Bild war zu sehen, wie die Kölner Facebook-Userin Hiba Kalil nacheinander alle Beiträge und Bilder der „Halal-Messe“ geliked hat, versehen wurde das Bild mit einem Gruß an die „Schwester“ Kalil. Eine weitere Person, die ebenfalls das Logo von „At Tabiaa“ im Profil hat und für die Hennabemalung wirbt, verteilte in Köln-Chorweiler mit besagter Hiba Kalil vor Kurzem Güter an Geflüchtete. Die vollverschleierte Kalil vertrieb unter dem Namen „Pearls of Jannah-Shop“ („Perlen des Paradieses“) via Facebook uA Vollverschleierungen, gegenwärtig läuft ihr Shop unter dem Namen „Sunnah Souq“ über eine Webshop-Webseite und wird auch auf der „Halal-Messe“ verteten sein. Auf ihrem Account machte sie außerdem Stimmung gegen eine liberale Kölner Moscheegemeinde oder warb für eine Petition gegen Sexualkundeunterricht und „Genderindoktrination“ an Schulen. Im Oktober 2014 postete sie eine aufwändig gestaltete Werbebotschaft für das 1. Schwesterntreffen der „Akhauat fi Deen“-Sektion „Köln/Bonn“. Als „Admina“ der darauf ebenfalls beworbenen ersten Facebook-Group wird „Jumana Umm Mahmoud“ genannt, die man darum wohl als eine der Köpfe der „Akhauat fi Deen“ in der Region Köln/Bonn als auch eine der Organisatorinnen der „Halal-Messe“ bezeichnen kann. Dass der enge Kontakt der genannten Frauen untereinander, der sich im Internet mit herzlichen Kommentaren nachverfolgen lässt, auch einen politischen Hintergrund hat, drängt sich auf. Zur Gruppe „Akhauat fi Deen“ gibt es unten einen eigenen Abschnitt.

    Die „Dienerinnen Allahs“ – Private Dienstleistungen zu Rekrutierungszwecken

    Neben Namen wie „At Tabiaa“, „Pearls of Jannah“ oder „Sunnah Souq“ findet sich in den salafistischen Netzwerken auf Facebook eine Vielzahl von kleinen Labels, unter denen IslamistInnen, zumeinst Frauen, bestimmte Dienstleistungen erbringen. Die meisten von ihnen haben außerhalb von Facebook weder eine Webpräsenz noch eine Anmeldung als selbstständiges Gewerbe, KundInnen werden ausschließlich über die salafistischen Facebook-Netzwerke und durch Präsenz auf salafistischen „Benefiz-“ und anderen Veranstaltungen gewonnen. So bietet die in unserem Text zu islamistischen Umtrieben in der Geflüchtetenhilfe bereits genannte Najwa, die sonst als Kosmetikerin tätig ist, via Facebook IPL-Laserbehandlungen zur Haarentfernung im privaten Rahmen unter dem Namen „Mein IPL“ in Bonn an. Auf diese Weise versuchen insbesondere salafistische Frauen im privaten Rahmen von kleineren Dienstleistungen Kontakte zu knüpfen und Menschen an salafistische Milieus zu binden – und natürlich ein bisschen Geld zu verdienen. Ebenfalls von „WOW-Grafikdesign“ lässt sich auch Ameni Mensing mit ihrer Schröpf-Behandlung bewerben, die sie als streng islamische Form der Therapie gegen fast Alles unter dem Label „Hijama Deutschland“ anpreist. Offiziell tritt als Veranstalter der „Halal-Messe“ die eigens gegründete „A&E-Events“ auf, in deren Impressum auf der Web-Seite besagte Ameni Mensing mit Wohnort in Köln verzeichnet ist. Es ist also davon auszugehen, dass geplant ist, mit dieser „Eventagentur“ weitere Großveranstaltungen zu organisieren. Der Ehemann von Mensing, Tariq, bietet die selbe Schröpf-Therapie „für Brüder“ an – selbst die Anmeldung ist bei den beiden strikt geschlechtergetrennt, damit Männer nicht mit Frauen bzw. umgekehrt telefonieren müssen. Bei der Schröpf-Therapie werden Unterdrucktassen auf der Haut der PatientInnen verteilt. Neben tatsächlicher Wirksamkeit in einigen Bereichen wie der Durchblutung gilt sie unter VerfechterInnen der islamischen „Heilverfahren“ wie der „Roqya“ als genuin islamische Therapie – getreu dem Salafismus-Motto der Rückkehr zur Lebensweise der Muslime um den Propheten Mohammed, der dieses „Heilmittel“ in einer seiner Aussprüche empfohlen haben soll. Ameni Mensing wirbt z.B. auf einem Flyer damit, ihre Behandlung würde uA auch gegen Ängste, Sorgen oder Verstopfung oder „ausgleichend auf das Nervensystem wirken“ und sei auch „Roqya ähnlich“ einsetzbar gegen „Ayn Sihir Jinn und Mess (sic!)“, also gegen den „bösen Blick“, gegen Verzauberungen und Besessenheit (Al-Mass) von Jinns. Anfang März warb die oben genannte Hiba Kalil auf ihrer Facebook-Seite für einen „Hijama-Sunnah-Tag“ mit Mensing in Köln-Sürth, Interessentinnen sollten ihr Privatnachrichten schreiben.

    Alles ganz harmlos: Kuchen und Bücher

    Auf dem Flyer der „Halal-Messe“ jedoch finden sich keine Vermerke über derlei tiefgehende salafistische Ambitionen, es wird zunächst sehr niedrigschwellig geworben. So heißt es etwa: „Gönn dir deinen Beauty- Wellness und Shoppingtag und nutze die zahlreichen Angebote(sic!)“. An den Ständen warten auf die Besucherinnen „Henna-Bemalung, Islamische Bücher, Tortenstände, Friseur, Frauenfitness, Ernährungsbratung, Kinderbetreuung mit Hüpfburg (3,00€), Islamische Kleidung, Hijama, Shakes u.v.m.“. Über 50 Stände will man schon vermietet haben, 700-1000 Besucherinnen erwartet man. Den Zugang für Männer, so die Ankündigung auf Facebook in Großbuchstaben, werde man verweigern: „AUCH WENN MÄNNER DARAN „TEILNEHMEN“ ÜBER FACEBOOK WERDE SIE NICHT REIN KOMMEN!!!(sic!)“. Auf dem Flyer prangen neben diversen anderen Vereinigungen, die erst nach eingehender Recherche ins Zwielicht geraten, weiterhin die Logos von „Halal Coupon“ und der „Judi Buchhandlung“ aus Essen. Die Buchhandlung samt eigenem Verlag übersetzt wahhabitische Texte aus Saudi-Arabien fleißig ins Deutsche, für die Follower der Seite von „Akhauat fi Deen“ gab es Ende 2014 einen Rabatt von ganzen 15% auf die nächste Bestellung islamischer Bücher. ÜbersetzerInnen wie auch Dr. Ghembaza Moulay Mohamed („Frauen im Schutz des Islam“, verboten 2009 wegen Gewaltaufrufen an Ehefrauen), dessen Übersetzungarbeit über „Natürliche Blutungen der Frauen“ (Kategorie: „Frau / Ehe / Familie“) sich auch bei der „Judi Buchhandlung“ bestellen lässt, sind einer der Gründe warum der hiesige Salafismus in der letzten Dekade so erfolgreich werden konnte: der Transfer der Ideologie in die deutsche Sprache.

    ___ps://www.facebook.com/salafiyawatchkoelnbonn/photos/a.514241058727008.1073741828.514141052070342/521901544627626/?type=3&fref=nf

  11. Machandelboom Says:

    Samstag, 14. Novemberum 09:30 (UTC+01)
    4 days from now
    Bolzengasse Ecke Martinstraße (Nahe Heumarkt), Köln
    +++ Aufruf zur Kundgebung gegen das Islamistinnentreffen in Köln am 14.11. +++

    Für den 14.11. planen Islamistinnen aus Köln ein als „Halal-Messe“ verharmlostes Treffen von Muslimas und Islamistinnen. Geplant wird mit 700 – 1000 Besucherinnen, 50 Ausstellerinnen zeigen ihre Waren und Angebote. Zunächst sollte die „Messe“ am 08.11. stattfinden, doch nach Veröffentlichungen über die Köpfe hinter der Messe und steigendem Druck auf die Hallenvermietung sah sich letztere gezwungen, vom Vertrag zurückzutreten. Auch der Verfassungsschutz bestätigt, dass es sich bei der Hauptorganisatorin der Messe, Ameni Mensing, um eine Person aus dem „salafistisch-extremistischen Spektrum“ handelt. Weiterhin führend in der Organisation der Messe: Nadia Takhripha und Nana Saadeih, Anführerinnen der „Akhauat fi Deen“(„Schwestern im Glauben“)-Regionalgruppen Duisburg und Köln/Bonn. Das einschlägige Islamistinnennetzwerk hat in der Vergangenheit hauptsächlich „Spendengalas“ mit salafistischen „Predigern“ organisiert und Vollverschleierungsmaterial und Güter für „Koranschulen“ für die Überfahrt nach Syrien gesammelt. Laut Verfassungsschutz kam es bei solchen Veranstaltungen außerdem zu Rekrutierungen für jihadistische Gruppen in Syrien und dem Irak. Im Messe-Angebot werden islamistische Bücher, Ganzkörperschleier, Wellness- und Pflegeprodukte, Stände von auch vom Verfassungsschutz beobachteten salafistischen „Hilfsorganisationen“ usw. sein, während sich die Veranstaltung selbst als „Wellness- und Shoppingtag unter Frauen“ darstellt. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Facebook-Seite von Salafiya Watch Köln/Bonn. (___ps://www.facebook.com/salafiyawatchkoelnbonn/photos/a.514241058727008.1073741828.514141052070342/521901544627626/?type=3)

    Bei ihrer „Messe“ nutzen die Islamistinnen eine Scharnierfunktion des „Halal“-Begriffs aus: Er kann einerseits als muslimische Ernährungsvorschrift verstanden werden, andererseits als das gänzlich Allah unterworfene Leben. Die Masche zieht: bislang haben sich auch etliche Muslimas ohne dezidiert islamistischem Hintergrund interessiert gezeigt und angekündigt. Als die Messe zunächst abgesagt wurde, brachen Streitereien unter den Beteiligten aus, in deren Verlauf eine Bonner Islamistin wohl das Betriebsgeheimnis der „Messe“ in Hoffnung auf einen neuen Termin ausgeplaudert hat: „Möge Allah euch für eure Arbeit belohnen, und möge dieser Tag ein Tag werden, an dem die Schwester ohne Hijab aufgrund der auswahl an Khumur uvm. Beschließen wird, den Hijab Shar3i zu tragen. Möge dieser Tag ein Tag werden, an dem die schwache Dienerin Allahs zurück zu ihrem Herrn findet durch seine Hilfe und dem was sie dort inshaAllah angeboten bekommt an Büchern und dem Umgang mit Schwestern“.

    Die Islamistinnen wollen den Ort ihrer „Messe“ erst einen Tag vorher bekannt geben. Unter dem Motto „Kein Islamistinnentreff in Köln – Für ein Leben vor dem Tod!“ werden wir ab 09:30 vor dem Veranstaltungsort gegen kollektivistische Zwangsideologien und religiösen Wahn und für das Paradies auf Erden, für eine freie Assoziation der Individuen, demonstrieren. Dementsprechend werden wir reagieren, sollten Rassist_innen, Neonazis und Rechtspopulist_innen versuchen, unsere Kundgebung für ihre Menschenfeindlichkeit zu missbrauchen. Sie seien an ihren letzten, kläglichen Versuch drei Wochen zuvor erinnert, in Köln mit Pest gegen Cholera vorzugehen. Und auch den Teilnehmerinnen der „Messe“ werden wir einen lautstarken, kreativen Empfang bereiten.

    +++ 14.11.2015 / Köln / Bolzengasse Ecke Martinstraße (Nahe Heumarkt) / 09:30 +++

    Es rufen auf (alphabetisch):
    Autonome Antifaschist_innen, Köln&Bonn
    Emanzipatorische Antifa Bonn
    Zentralrat der Ex-Muslime, Köln
    TBA

    Es unterstützen:
    Salafiya Watch Köln/Bonn
    TBA

    Um den Aufruf zu unterzeichnen und hier aufgeführt zu werden, bitte eine E-Mail an keinehalalmesse@gmail.com

    https://www.facebook.com/events/413406535529621/

  12. Pelikan Says:

    IS, Al Qaida, Taliban – alles “unsere Jungs”?

    Willy Wimmer

    Willy Wimmer (* 18. Mai 1943 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Politiker der CDU, der 33 Jahre dem Bundestag angehörte. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Wimmer



    Eine Entgegnung auf Willy Wimmer (IS, Al Qaida, Taliban – alles “unsere Jungs”?), etwa auf: BZMG, am 16.11.2015 – 18:02 Uhr. Von Pelikan schrieb am 16.11.2015 um 20:08 Uhr.

    Quo vadis Willy Wimmer? Von der US-Kritik zur Abkehr von den allgemeinen Menschenrechten?

    Eine kühne Umschau. Doch manches passt m. E. nicht zusammen.

    Einerseits Ja:

    “Ein Staat hat sich aufgegeben, wenn er nicht mehr weiß oder wissen will, wer sich im eigenen Land aufhält”, da gehe ich und gehen sicherlich viele Menschen argumentativ mit.

    Ja, deutsche Rüstungsexporte etwa nach Saudi-Arabien (Jahr für Jahr staatliche Hinrichtungen; Verweigerung elementarster Menschenrechte für Frauen, Religionskritiker und Regierungskritiker) und Katar sind ein Skandal und müssen beendet werden.

    Andererseits Nein,

    diese in vielen Sätzen ausgeführte, den sogenannten Westen kritisierende und dabei sozusagen antiimperialistische These zur Genese der diversen Terrormilizen überzeugt mich überwiegend nicht:

    “Wir im Westen gehen gegen die Gegner vor, die es ohne unser Tun überhaupt nicht geben würde” – Nein, das verfehlt den Punkt, dass die radikalismamischen Milizen (syrisch-irakischer Islamischer Staat, afghanische Taliban, somalische Al Shabaab, nigerianische Boko Haram, palästinensische Hamas als Zweig der globalen Muslimbruderschaft) und wie sie alle heißen) das aus ihrer Sicht alle Fragen beantwortende und vom Himmel gegebene Buch (Koran) und Mohammeds Handeln (Hadith) interpretieren. Und für alle in ihrem Herrschaftsbereich befindlichen Menschen verbindlich machen – auch für die, die das gar nicht wollen.

    Vor allem vermisse ich im Text das Bekenntnis zu den universellen Menschenrechten (AEMR), wie sie in (ausgerechnet) Paris am 10.12.1948 festgestellt worden sind. Ohne AEMR kein deutsches GG im Folgejahr (23. Mai 1949).

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

    “Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.”

    “Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.”

    http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

    Unversöhnlich kollidiert hier die sogenannte Erklärung der Menschenrechte im Islam (Kairo 1990), in der beispielsweise klargestellt wird:

    “Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und das Recht auf Leben wird jedem Menschen garantiert. Es ist die Pflicht des einzelnen, der Gesellschaft und der Staaten, dieses Recht vor Verletzung zu schützen, und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt.”

    “Solange Gott dem Menschen das Leben gewährt, muss es nach der Scharia geschützt werden.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

    Nicht Kampfpanzer, sondern aufklärerisch-humanistische und gleichheitsfeministisch orientierte Schulen und Kindergärten sollte ein weltbürgerliches Deutschland nach Saudi-Arabien oder Katar exportieren.

    Sicherlich, es gibt den schlimmen Aspekt der Stellvertreterkriege. Sicherlich und verwerflich, es gibt imperiales Denken und Handeln der Großmächte (zu denen allerdings auch das wenig freiheitlich demokratische China zu rechnen ist).

    “Der IS ist doch eine Schöpfung der von unseren Freunden organisierten Hölle.”

    Das halte ich letztlich überwiegend für falsch, denn es weicht bereits davor aus, die spirituelle Dimension des Terrorismus wie geboten ernst zu nehmen oder auch nur zu nennen. Die Täter sind radikal jenseitszentriert, wie etwa die Al-Qaida:

    “Ihr liebt das Leben, und wir lieben den Tod!”

    Auf Erden wollen diese Glaubenskrieger eine Gesellschaftsordnung durchsetzen, in der nicht das Volk Souverän ist, sondern die Gottheit Gesetzgeber.

    Der säkulare Staat ist nicht gegen Religion, doch verteidigt die Volkssouveränität. Unsere Gesetze regeln das friedliche Zusammenleben im Diesseits, diskriminieren weder Atheisten noch Frauen und nehmen gerade nicht den ewigen Verbleib in Himmel oder Hölle vorweg.

    In diesem Sinne: Ja zur Religionsfreiheit. Und zur Gleichberechtigung von Mann und Frau.

    http://www.bz-mg.de/aus-bund-eu-usw/is-al-qaida-taliban-alles-unsere-jungs.html

    Willy Wimmer, 1943 in Mönchengladbach und dort aufgewachsen, 1969 bis 1980 Ratsherr, ab 1976 satte 33 Jahre lang im Bundestag, gilt als einer der einflussreichsten deutschen Außenpolitiker. Schon am ersten und zweiten Tag nach den Terrorangriffen auf Paris veröffentlichte Wimmer sein zur Menschenrechtswidrigkeit und Greundrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts (Scharia) schweigendes Pamphlet bei:

    SPUTNIK Deutschland
    14.11.2015

    ___p://de.sputniknews.com/meinungen/20151114/305632669/is-al-qaida-taliban.html

    UNCUT-NEWS (Schweiz)
    15.11.2015

    ___p://uncut-news.ch/deutschland/isal-quaida-taliban-alle-unsere-jungs-von-willy-wimmer/

    KOPP-Verlag
    [Nonkonform, verschwörungstheoretisch, alarmistisch. Kein Bekenntnis zu den universellen Menschenrechten]
    15.11.2015

    ___p://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/willy-wimmer/is-al-quaida-taliban-alle-unsere-jungs-.html

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