Europa, der Islam und die Flüchtlingspolitik

Interview mit der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) Mina Ahadi.

Der Islam sieht eine Apostasie nicht vor, und im Koran steht, dass sie mit dem Tod bestraft werden soll. Seit der Gründung des Zentralrates der Ex-Muslime stehen Sie unter Polizeischutz. Haben Sie bezüglich der islamischen Terrorgefahr keine Angst um Ihre Sicherheit?

– Ich bin seit mehr als 40 Jahren Ex-Muslim. Als ich 15 Jahre alt war, habe ich den Koran gelesen und sehr viel über diese Religion nachgedacht, ich habe damals abgeschworen. Vor Chomeini war Apostasie und Ex-Muslim zu sein nicht so problematisch, denn das damalige iranische Regime, eine Monarchie, hatte andere Feindbilder. Erst in Deutschland, als sich am 21. Januar 2007 in Köln der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) gründete, haben wir, mehr als 32 Frauen und Männer, öffentlich gesagt: Wir sind nicht mehr Muslime. Danach mussten zwei Vorstandmitglieder des ZdE Personenschutz beantragen und ich habe nach wie vor Sicherheitsprobleme, weil ich öffentlich Islam, Kopftuchzwang, Steinigung und die islamische Ungleichbehandlung von Mann und Frau kritisiere. Ich habe aber keine Angst, denn diese Religion hat seit sich seit jeher versucht in mein Leben einzumischen und durch diese Erfahrungen hat sich jede Angst verflüchtigt.

Sie sind eine entschiedene Gegnerin der Geschlechterapartheid und setzen sich seit langem für die Rechte von muslimischen Frauen ein. Wie würden Sie das Verhältnis des Islam zu den Frauen beschreiben?

– Alle Religionen sind frauenfeindlich, patriarchalisch und reaktionär. Der Islam hat aber, anders als das heutige Christentum und Judentum, keine Aufklärung durchlaufen und verweigert selbst seinen eigenen Glaubensangehörigen die universellen Menschenrechte. Meines Erachtens tradieren Koran und Sunna den Hass gegen Frauen, Andersdenkende und Homosexuelle. Im Koran steht, dass man Frauen erniedrigen und schlagen darf. In diesen religiösen Texten liest man, dass Frauen sich bis auf Gesicht und Hände bedecken müssen, der Hidschab, das fußknöchellange Kopftuch, ist Zwang. Der unbedeckte Körper der Frau, insbesondere auch ihre Haare, würden Männer sonst zur Sünde verführen. Für mich funktioniert der Koran so: Ein Mann redet mit Männern über Gott und die Welt, Frauen sind keine vollwertigen Menschen, sondern gute Ware für den Männergenuss. Der Muslim kann vier Frauen heiraten und zusätzlich in unbegrenzter Anzahl Nebenfrauen haben bzw., als Schiit, zahllose Zeitehen eingehen, wenn aber die Muslima auch nur ein Mal außerehelichen Sex hat, droht ihr die Steinigung. Diese Schriften, Koran und Hadith, sind voller Hass und Gewalt. Deshalb bekomme ich einen Wutanfall wenn ich sehe, wie Salafisten in Köln auf der Straße den Koran verteilen.

Ist der politische Islam generell eine Gefahr für Meinungsfreiheit und Menschenrechte?

– Das trifft hundertprozentig zu, wenn Sie mit Menschenrechte die allgemeinen Menschenrechte meinen (AEMR, Paris 1948). Für die diskrimierenden, sogenannten islamischen Menschenrechte (Kairo 1990) gilt das natürlich nicht, da sie von einem anderen Menschenbild sowie Rechts- und Gesellschaftsverständnis ausgehen und dieses durchsetzen wollen, nämlich das der Scharia.

Diese politische Bewegung zur Errichtung einer islamischen Herrschaft ist menschenfeindlich, insbesondere frauenfeindlich. Vor allem seit Gründung der ersten Islamischen Republik, 1956 als Pakistan, und dann seit mehr als 37 Jahren mit der Islamischen Republik Iran hat diese global agierende politische Bewegung an Macht und Einfluss gewonnen. So wird beispielsweise das Strafrecht der Scharia seit 1979 in Pakistan, seit den späten Achtziger Jahren unter anderem auch im Sudan und in Somalia sowie seit 2000 im nördlichen Nigeria angewendet. Insgesamt wurden tausende Menschen hingerichtet, hunderte Frauen gesteinigt und die freie Meinungsäußerung wird unterdrückt. Jede Form von Kritik, Kunst und Kultur wird niedergeschlagen, Bürgerrechtler, Karikaturisten und Künstler werden inhaftiert und ermordet. Weltweit erleben wir eine islamisch begründete Bewegung für ein erneuertes kulturelles Mittelalter. Mit Todesstrafe oder auch Lynchjustiz machen die Anhänger der Schariagesetze das Leben aller Andersdenkenden kaputt.

Sie sind aber auch eine Gegnerin von rechten Organisationen und werfen ihnen vor, dass diese die Islamkritik dem Rassismus gleichsetzen. Warum?

– Wir sind gegen den politischen Islam und ich bin gegen den Islam und alle Religionen. Ich denke, Religion gehört der Vergangenheit an oder muss Privatsache sein und Privatsache bleiben. Islam und Scharia haben das Leben vor allem in den sogenannten islamischen Ländern sehr stark beeinflusst und sehr viele Menschen, Muslime, Andersgläubige, Ex-Muslime, sind zum Opfer dieser totalitären religiösen Bewegung geworden. Heute sind wir Migranten bzw. Flüchtlinge in Europa und ich muss feststellen, dass einige rechte Organisationen zwar Islamisten und Islam kritisieren, aber auch gegen Muslime und überhaupt Ausländer hetzen.

Wir warnen vor Rechtspopulismus und ausländerfeindlicher Stimmung in Europa. Nicht das legendäre christliche Abendland muss gerettet werden, sondern der Geist von Renaissance, Aufklärung und Französischer Revolution. Europa hat eine humanistische und freiheitliche Tradition. Zivilgesellschaft ist die Gesellschaft, die sich darüber verständigt hat: Ein Gesetz für alle, Religion kann ohne Verlust der Individualrechte jederzeit gewechselt oder ganz verlassen werden, säkulares System und, in allen öffentlichen Schulen, säkularer Schulunterricht sind ebenso unverhandelbar wie die universellen Menschenrechte. Viele von uns haben schon in ihrem Herkunftsland für Freiheit, freie Meinungsäußerung und Frauenrechte gekämpft und heute in Deutschland verteidigen wir weiterhin Humanismus und Zukunft und nicht Hass und Ausländerfeindlichkeit.

Sie haben Protestorganisationen gegen die Scharia-Polizei in deutschen Städten organisiert und bezeichneten solche Tendenzen unter den Muslimen als „islamischer Faschismus”. Welche Ziele verfolgen radikale Muslime, die wirklich das Scharia-Recht in Europa einführen wollen?

– Diese Menschen, die mindestens religiöses Sonderrecht einfordern oder aber, sobald sie an der politischen Macht sind, die islamische Herrschaft errichten wollen, sind Anhänger der wortgetreuen Lesart von Koran und Hadithen. Viele von ihnen unterstützen islamische Organisationen oder werden selber von diesen unterstützt. Die wiederum pflegen beste Kontakte zu Regierungen von theokratischen Staaten wie Saudi-Arabien oder Iran oder zu dem ex-laizistischen System der Türkei. Ländern, die mit Geld, Imamen und Moscheen versuchen, in Europa an Einfluss zu gewinnen.

Mit dem islamischen Recht der Scharia haben wir jetzt auch in Europa sehr große Probleme. Islamaktivisten versuchen, in Europa Hidschab oder Burka zu legalisieren, im öffentlichen Raum und in der Arbeitswelt, im öffentlichen Dienst selbst im besonders sensiblen Bereich von staatlicher Bildung und Erziehung. Sie versuchen, Beratungsstellen für schariabasierte Mediation, islamische Schiedsgerichte zur Streitschlichtung und später dann Schariagerichte für jedes Rechtsgebiet zu installieren. Der schariabasierte Islam ist ein komplettes Rechtssystem, das die Frau und den Nichtmuslim herabstuft.

Begünstigt durch eine entgrenzt tolerante Politik der europäschen Regierungen und durch den Dialog auf sogenannter Augenhöhe versuchen Islamaktivisten Geschlechtertrennung zum Beispiel in der Mensa und im Schwimmbad durchzusetzen und fordern mit öffentlichem Protestgebet, wie jetzt an der TU Berlin, Gebetsräume. Islamischen Organisationen ist mehr und mehr Macht und Einfluss eingeräumt worden. Der KRM (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland) beispielsweise, der in seiner Geschäftsordnung zwar ein Bekenntnis zum deutschen Grundgesetz abgelegt hat, für den aber die unabänderlichen Aussagen von Koran und Sunna Grundlage seines gesamten Denkens und Handels sind, wurde von der nordrhein-westfälischen Landesregierung als bisher einziger Ansprechpartner zu allen Fragen muslimischen Lebens anerkannt, der bekennende islamische Religionsunterricht konnte nur über die verfassungswidrige Hilfskonstruktion des Beiratsmodells eingeführt werden.

Derzeit patrouilliert durch einige Straßen von Brüssel oder London eine Schariapolizei, die versucht, islamische Kleidungs- und Verhaltensnormen durchzusetzen, vermeintlich muslimische Frauen werden besonders ernsthaft ermahnt und einschüchtert. Das ist ein sehr großes Problem. Wir haben immer gegen diese Miliz der Sittenwächter demonstriert.

Droht Ihrer Meinung nach Europa die Islamisierung? Wie beurteilen Sie die „Toleranz-” und „Willkommenspolitik” dem Islam gegenüber?

– Islamisierung war und ist ein Terminus rechter Organisationen. Ich denke Europa wird nicht islamisiert, weil säkulare und moderne Menschen und Kulturen sehr stark sind und sich nicht manipulieren und vereinnahmen lassen werden.

Toleranz hingegen ist ein Begriff, den linke und proislamische Organisationen häufig verwendet haben. Meine Ansicht ist, dass man Intoleranz, Unmenschlichkeit, Verletzung von Frauenrechten, Diskriminierung und Mord nicht dulden darf. Und alle diese inhumanen Praktiken sind nicht die Kultur einiger Ausländer oder Minderheiten und begründen auch nicht deren Würde, sondern sind Menschenrechtsverletzungen, die man verurteilen und bekämpfen muss. Die Willkommenskultur begrüßt nicht den Islam und auch nicht die Muslime, sondern Menschen. Deutschland und alle anderen Länder, die Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen haben, haben eine historische Arbeit geleistet und das ist sehr gut. Unsere Politik gegenüber Millionen Menschen aus sogenannten Islamischen Ländern sollten wir jedoch ändern. Die deutsche Regierung sollte den Einwanderern erklären: Hier ist Deutschland und hier haben Frauen und Männer gleiche Rechte. Niemand hat hierzulande Atheisten, Religionskritiker oder Homosexuelle zu erniedrigen, Presse und Kunst sind frei, Moscheen dürfen keinen Hass predigen.

Was halten Sie dann von der Politik der ostmitteleuropӓischen Länder (also Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei), die mit der Aufnahme von muslimischen Immigranten nicht einverstanden sind?

– Diese Politik ist unmenschlich, arrogant und rassistisch. Millionen Menschen sind in Somalia, in Syrien, im Irak, im Iran oder in Afghanistan Opfer von islamischen Regierungen oder Milizen geworden, Milionen haben ihre Wohnungen, ihren Arbeitsplatz und ihr Eigentum verloren und sind nach Europa geflüchtet. Einige europäische Regierungen erklären aber, dass sie keine muslimischen Einwanderer auf ihrem Territorium wünschen, aber diese Menschen sind in erste Linie Menschen, sind Frauen und Kinder und Männer, die alles verloren haben.

Vielleicht sind einige von ihnen Ex-Muslime, Atheisten, Christen oder Jesiden, haben das bisher aber nicht gewagt zuzugeben und werden jetzt trotzdem der Gruppe der Muslime zugerechnet. Wie kann man so arrogant und ohne Herz sein und Bilder von Menschen sehen, die ertrunken sind, weil sie keinen anderen Weg haben und ihr Leben durch Bombenangriffe oder die Terrormiliz IS in Gefahr war. Jetzt werden diese Flüchtlinge ausgegrenzt und zurückgewiesen. Die Frage ist, ob die vier Staaten Ostmitteleuropas nichtmuslimische Flüchtlinge nehmen oder generell gar keine Einwanderer wollen. Es gibt eine Art Arbeitsteilung zwischen europäischen Nationalisten und europäischen Islamisten: die Vorgehensweise der Rechtspopulisten oder auch Rechtsradikalen, nämlich Menschen in Muslime und Nichtmuslime aufzuteilen, entspricht genau den Vorschriften der Scharia und der Politik der Islamisten.

In einem Interview für „Den Spiegel” sagten Sie: „Nicht in unserem Namen (…) Wir wollen eine neue Bewegung schaffen (…), einen Gegenpol zu den muslimischen Organisationen bilden”. Wie stellen Sie sich ein weiteres Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland und Europa vor?

– Wir reden nicht über Muslime und Nichtmuslime, sondern über Menschen und über die machthungrigen islamischen Organisationen. Wir spalten unsere Städte, Straßenzüge, Firmen und Klassenzimmer eben gerade nicht in muslimisch und nichtmuslimisch, vielmehr gilt die Durchsetzung der universellen Menschenrechte beispielsweise auch für Frauen. Wir haben in Europa sehr viele religiös empfindende Menschen, die gegen Islamisten sind und einfach nur normal und modern leben wollen.

Mein Standpunkt ist dieser: Menschen aus dem Iran oder Irak, aus Afghanistan und aus dem Sudan sind individuelle Persönlichkeiten und die Religionszugehörigkeit ist nicht ihre Hauptidentität. Die deutsche Regierung soll diese Immigranten als Menschen behandeln und nicht als Muslim, Christ, Jude, Bahai, Sikh, Hindu, Buddhist, Atheist. Parlamente und Ministerien sollen aufhören, mit Anhängern der totalitären und ungleich behandelnden Scharia zusammenzuarbeiten und den Islamverbänden immer noch mehr Einfluss zu verschaffen. Die Deutsche Islamkonferenz muss abgeschafft werden. Unsere Politiker sollen Aufklärung, freie Presse, Wissenschaftlichkeit und selbstbestimmtes Leben als Basis des Zusammenlebens verteidigen und nicht die reaktionäre Kultur von Fundamentalismus, Frauenentwürdigung und Beschneidung von Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren.

Wir alle können in Europa friedlich und gut zusammenleben, wenn wir die Trennung von Staat und Glaubensgemeinschaften ernst nehmen. Säkularismus ist die Antwort auf die politischen Fragen der Gegenwart, ganz besonders wichtig ist die Trennung von Religion und Recht. Denn auch im Ehe- und Familienrecht diskriminiert die Scharia die Frau und den Islamapostaten und ist deshalb verfassungswidrig. Der Islam von Scharia und Fiqh (Jurisprudenz nach Koran und Sunna) verweigert dem Individuum eine selbstgeschriebene Biographie oder auch nur die frei gewählte Kleidung oder die freie Wahl des Ehepartners.

Unter den genannten Voraussetzungen können wir alle sehr gut miteinander auskommen.

Mina Ahadi

Q u e l l e

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE). Fragen zum Islam. Mina Ahadi am 31.05.2016.

http://exmuslime.com/fragen-zum-islam/

2 Antworten to “Europa, der Islam und die Flüchtlingspolitik”

  1. Edward von Roy Says:

    (Wie viele Flüchtlinge aus muslimischen Ländern Atheisten sind, weiß niemand. Manchmal wird ihnen nicht geglaubt, oft fürchten sie sich vor Mobbing oder Gewalt.)

    .

    Flüchtlinge ohne Religion

    (Von Marcus Latton. ZEIT online, 29.07.2016.)

    […] Adi bezeichnet sich mittlerweile als Agnostiker. Wenn er sich mit anderen Flüchtlingen aus Syrien trifft, meidet er allerdings das Thema Religion. Bislang habe es immer zu unangenehmen Diskussionen geführt, sagt er. Denn Apostasie, der Abfall vom Glauben, gilt in der Rechtsdogmatik des Islam als Todsünde. Die Hinrichtung von Apostaten vollstrecken zwar nur wenige Länder wie Saudi-Arabien oder der Iran in Ausnahmefällen. In Ägypten, Jordanien oder in den palästinensischen Autonomiegebieten drohen ihnen aber Gefängnisstrafen oder der Verlust von Ehrenrechten wie etwa Erbansprüchen. Doch auch ohne drakonische Strafen müssen Nichtgläubige in muslimischen Communities weltweit damit rechnen, abgelehnt oder sogar bedroht zu werden.

    […] Mina Ahadi bietet diesen Menschen ein Netzwerk an, das sie auffängt. Sie leitet den Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland und unterstützt atheistische und säkulare Flüchtlingen bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen. „Diese Leute haben Angst“, sagt sie. Manchmal glauben die Behördenmitarbeiter ihnen in den Asylverfahren nicht, dass sie keine Muslime seien. Ein Beispiel ist Reza Hashemi (Name geändert), ein im Irak aufgewachsener Iraner. Bei seinem ersten Interview in der Bamf-Außenstelle Bad Berleburg im Mai dieses Jahres weigerte sich der Dolmetscher, zu übersetzen, dass Hashemi Atheist ist. „Er sagte mir: ‚Du bist Iraner, also bist du Schiit'“, erzählt Hashemi. Erst durch die Intervention des Zentralrats der Ex-Muslime habe er ein zweites Interview bei einem anderen Sachbearbeiter bekommen. Die Behörde wollte den Fall nicht kommentieren.

    Ex-Muslime fürchten sich jedoch besonders vor Mobbing und Gewalt in den Asylunterkünften. Wie Mehrad Naseri. Er flüchtete aus dem kurdischen Teil des Iran, weil er in seiner Buchhandlung religionskritische Werke verkauft hatte und unter Druck geriet. In seinem Flüchtlingsheim in der Nähe von Köln wohnt er mit acht anderen Männern aus Afghanistan und Syrien in einem Zimmer. „Ich darf nichts gegen Religion sagen und habe Angst“, sagt Naseri. Als er während des Ramadans nicht fastete, wurde er von seinen Mitbewohnern als unechter Muslim beschimpft. Deutschland sei doch ein säkulares Land, sagt er. Wie könne es sein, dass Christen und Atheisten in den Unterkünften nicht in Sicherheit leben können? […]

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/atheisten-fluechtlinge-islam-religion/komplettansicht

    .

    .

  2. Kalevala Says:

    Apostasie bzw. Vorwurf der Apostasie im Iran des 19. Jahrhunderts

    Der Klerus der Schia erklärte die Bahá’í (Bahai) für des Scharia-Verbrechens Irtidad bzw. Ridda schuldig, der Islamapostasie, was, doch wohl wenig zufällig, bei Muslimen Hass erregte.

    Die Folge waren Pogrome, öffentliche Hinrichtungen und Folter an den frühen Bahai.

    The Bahá’ís in Iran, the nation of origin of the Bahá’í Faith and Iran’s largest religious minority, were accused of apostasy in the 19th century by the Shi’a clergy because of their adherence to religious revelations by another prophet after those of Muhammad. These allegations led to mob attacks, public executions and torture of early Bahais, including the Báb.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Apostasy_in_Islam

    .

    Einführung in die Geschichte der islamischen Länder II
    Iran im 19. Jahrhundert

    […] Und das war Saiyid ʿAlī Muḥammad, geb. 1819, hingerichtet 1850. Er begann ab 1844 zu behaupten, der Bāb zu sein, später noch schien es ihm, er sei sogar der Imam, der als Mahdī wiederkehrt. Es kann nicht überraschen, dass er vehement gegen die schiitischen etablierten Geistlichen Stellung bezog, denn sein Anspruch konnte ja von diesen unmöglich akzeptiert werden. Seine einzige Chance lag daher darin, sehr schnell eine massenhafte Anhängerschaft zu gewinnen, was dann vielleicht eine Art Koexistenz mit der offiziellen Schia ermöglicht hätte. Angelehnt an frühere sektiererische Abspaltungen aus der Schia erklärten seine Anhänger (darunter eine besonders begabte Frau, Qurrat al-ʿAin) die Periode des Islam für beendet und alle seine Vorschriften für aufgehoben. […]

    http://www.orientphil.uni-halle.de/sais/material/islamische-geschichte-2/08_text.pdf

    .

    Iran im 16. Jahrhundert, Safawidendynastie

    Schah Tahmasp I. findet zum strengen Islam, der aber fordert das Bilderverbot. Das Ende also nicht nur für Wein und Haschisch, sondern auch für die berühmte persische Miniaturmalerei.

    Safavid Empire

    In 1524, Tahmasp I acceded to the throne, initiating a revival of the arts. Carpetmaking became a major industry. The tradition of Persian miniature painting in manuscripts reached its peak, until Tahmasp turned to strict religious observance in middle age, prohibiting the consumption of alcohol and hashish and removing casinos, taverns and brothels. Tahmasp’s nephew Ibrahim Mirza continued to patronize a last flowering of the arts until he was murdered, after which many artists were recruited by the Mughal dynasty.

    https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Islam

    .

    [Dem echt islamischen Bilderverbot geht es um den zu verhindernden Schirk (wörtlich Beigesellung, gemeint ist Götzenverehrung), um das Schaffen oder auch nur Dulden von Götzenstatuen.]

    Buddha-Statuen von Bamiyan
    Zerstörung

    Mit der Verdrängung des Buddhismus durch den Islam verloren die Statuen an Bedeutung und wurden zum Ziel von Zerstörungen (siehe auch Ikonoklasmus), da die Darstellung menschlicher Figuren nicht erwünscht war. So verloren die Statuen zuerst ihren Schmuck, dann die Gesichter und Hände. Die Statuen wurden im Verlauf der Geschichte mehrfach beschädigt.

    Insbesondere die Geschlechtsteile der Skulpturen sollen Ende des 19. Jahrhunderts auf Befehl von Abdur Rahman Khan mit Artillerie beschossen worden sein, als seine Truppen im Rahmen der Feldzüge in Hazarajat (Gebiete der Hazara) einmarschierten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha-Statuen_von_Bamiyan

    Abdur Rahman Khan
    (عبدالرحمن‌خان, ʿAbdu-r-Raḥmān-Ḫān; * 1844; † 1901)
    von 1880 bis 1. Oktober 1901 Emir von Afghanistan

    Er entzog den Ureinwohnern großer Teile Afghanistans ihr Land und beging schwere Kriegsverbrechen an diesen. Unter anderem ist er für einen Völkermord an den Hazara verantwortlich.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Abdur_Rahman_Khan

    Nach der gewaltsamen Vereinnahmung des Hazaradschat verübte Abdur Rahman Khan in den 1890er Jahren einen Völkermord an den Hazara und Tausende von ihnen wurden versklavt. […]

    Bewegen Hazaras sich außerhalb des Hazaradschats müssen sie insbesondere aufgrund ihrer äußerlich erkennbaren ethnischen und konfessionellen Zugehörigkeit aber weiterhin damit rechnen, Opfer von gezielten Terroranschlägen zu werden. Dies gilt insbesondere für Anschläge durch die Taliban, zunehmend aber auch für solche der radikalislamistischen terroristischen Organisation Islamischer Staat.

    Es hat sehr große Fortschritte in der Schulbildung – auch von Mädchen – gegeben, die teilweise sogar als Bildungswunder bezeichnet werden. Lediglich aufgrund einer regional anknüpfenden Quotenregelung der afghanischen Regierung, welche sich zu Lasten der diskriminierten Minderheit der Hazara auswirkt, hat sich der Anteil der Hazara in der Studentenschaft verringert. Frauen haben bei den Hazara mehr Freiheiten als bei anderen Volksgruppen Afghanistans. Die Hazara Habiba Sarabi ist als Gouverneurin der Provinz Bamiyan landesweit die einzige Frau in diesem Amt. Eine weitere bekannte Hazara ist die Ärztin und Politikerin Sima Samar.

    In Quetta werden die Hazara insbesondere durch die radikalislamistische terroristische Organisation der Lashkar-e-Jhangvi verfolgt. Beispielsweise wurden am 4. Oktober 2011 bei einem Überfall auf einem vorwiegend mit Hazara besetzten Bus in Quetta 15 Menschen getötet. Zwölf davon waren Angehörige der Hazara. In der Folge demonstrierten 400 Angehörige vor dem behandelnden Krankenhaus gegen Diskriminierung ihres Volkes und beschuldigten die pakistanische Regierung, nicht für ihren Schutz zu sorgen. Allein zwischen 2008 und Mitte 2014 wurden mehr als 500 Hazaras getötet. Am 23. Juli 2016 ereignete sich eine durch einen Selbstmordattentäter verursachte Explosion inmitten eines Demonstrationszuges der Hazara auf dem Deh Mazang-Platz in Kabul. Die Demonstration richtete sich gegen die Trassenführung einer neuen Hochspannungsleitung, die nach Ansicht der Demonstranten das Siedlungsgebiet der Hazara nicht mitversorgte. Bei dem Bombenanschlag kamen etwa 80 Menschen zu Tode und 230 wurden verletzt. Zum Anschlag bekannte sich der sogenannte „Islamische Staat“.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hazara

    .

    THE PUNISHMENT FOR APOSTASY FROM ISLAM
    by Silas

    [Vorbildlich sorgfältige Arbeit, wieder einmal, bei Answering Islam.]

    CONCLUSION

    We have examined the theological foundation of Islam and found that Islam’s established ruling is that apostates are to be killed wherever they are. The Quran implies this while the Hadith, Sira, and works of jurisprudence state it clearly. When the breadth and depth of Islam are examined this is the only conclusion that can be drawn.

    Islam brings a knife to the throat of all that is non-Muslim, be they Christians, Jews, Hindus, Buddhists, atheists, or apostates. It is incumbent upon Christians to expose this brutality and speak out against and oppose the darkness of this command.

    http://answering-islam.org/Silas/apostasy.htm

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