Frankfurts Hidschabistas und Teherans Mädchen von der Revolutionsstraße

Das Prinzip Hidschab und die unterworfene Lage der Frau im islamischen Recht. Anmerkungen zur Frankfurter Ausstellung Contemporary Muslim Fashions. Offener Brief an Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, und Linda Kagerbauer, im Frauenreferat der Stadt Frankfurt Referentin für Mädchenpolitik und Kultur. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy.

Sharia goes Fashion

Zu einer Freiheit, ein Kopftuch oder vielmehr den der Frau islamisch vorgeschriebenen Schleier (Hidschab) tragen zu dürfen, würde gehören, ihn jederzeit ablegen zu können. Insofern ist der Hidschab nicht einfach dem Bereich der Mode zuzurechnen, die in der kulturellen Moderne eine individuelle Entscheidung ermöglicht, nach der sich ein Individuum heute dezent und morgen extravagant oder gar provokant kleiden kann. Eine Frau kann eine andere Kleidung anziehen als ihre Mutter oder Schwester. Der Hidschab aber bekundet und bewirbt ein Mädchen- und Frauenbild und eine weibliche, dem Mann unterworfene Lebenswirklichkeit, welche in die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte und in den an seiner Abschaffung nicht interessierten freiheitlichen Rechtsstaat nicht integriert werden kann.

Im bekennenden islamischen Religionsunterricht (IRU) lernt ein jedes Kind, dass Mädchen ab der Geschlechtsreife „ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken“ müssen, „dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien.“ Der Kopf gelte dabei als bedeckt, „wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien“, das ist islamischer Mainstream (DITIB / Diyanet bei Bundesverfassungsgericht Beschluss vom 27.01.2015, siehe unten).

Gemäß dieser Logik garantiert nur der Schleier Ehre, Anstand und Keuschheit. Die Bedeckung diskriminiert, mobbt jede Unverschleierte, mit jedem Hidschab im Straßenzug oder Klassenzimmer steigt der Druck auf Unverschleierte. Wer als Mädchen oder Frau öffentlich Haar zeigt oder den Körperumriss preisgibt, gilt in schariagehorsamen Kreisen als unanständig und unrein (nadschis), als Schlampe.

„Willst Du aussehen wie eine Deutsche?“ Oder: „Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?“ Und: „Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.“ (Rita Breuer (Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen), EMMA vom 01.09.2009.)

Ein Frauenreferat sollte niemals auch nur den Eindruck erwecken, ein solch misogynes Mädchen- und Frauenbild zu propagieren oder zu bestärken, sondern alle Mädchen und Frauen zu einem emanzipierten, selbstbestimmten Lebens- und Kleidungsstil ermutigen. Sozialpädagoginnen oder Pädagoginnen haben die Aufgabe, jedem Mädchen die Chance auf eine selbstgeschriebene Biographie zu eröffnen. Text und Bildfolge des in der Frankfurter Ausstellung gezeigten Soundtrack von Mona Haydar („Wrap my hijab“) transportieren und propagieren jedoch das Gegenteil, nämlich dass weltweit mit massivem Druck für die Einhaltung der Gebote der islamischen Kleidung geworben wird. Ist das im Sinne des Frankfurter Frauenreferats?

Wer sich mit der amerikanisch-syrischen Künstlerin genauer befasst, bemerkt, dass es in ihren Songs jeder Frau nahelegt wird, sich züchtig (modest) zu kleiden. Ein Video von ihr (Dog – „Make sure you watch til the end to see what I’m talking about“) warnt sogar jede Frau davor, zu viel Haut zu zeigen, um nicht vergewaltigt zu werden. Die Epoche, in der es hieß, dass die Trägerin eines Minirocks selbst schuld ist an ihrem Missbrauch, sollte ein für allemal der Vergangenheit angehören. Die islamische Theologie unterstellt jedem Jungen und Mann einen allzeit lüsternen, Frauen begaffenden Blick und die latente Bereitschaft zu sexualisierter Gewalt, weshalb sich auch jeder Mann durch die weibliche islamische Kleidung beleidigt fühlen darf.

Nach dem Glaubensgrundsatz der Fitra, der Geschöpflichkeit, dem naturhaften Ausgerichtetsein auf den islamischen Gott Allah, ist die Frau anders nackt als der Mann. Während der Schambereich, arabisch Aura, des Mannes ausschließlich Geschlechtsteile, Bauchnabel und Knie umfasst, hat die Muslima im öffentlichen Raum ihren gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände mit Textilien abzudecken. Sein Haupthaar ist Ehrenhaar, ihres hingegen Schamhaar. Der Familie einer unbotmäßig bekleideten Frau droht Ehrverlust, die Brüder haben auf ihre Schwester nicht ordentlich aufgepasst.

Abu Dawud (4104) überliefert einen Hadith von Aischa, der berichtet, wie Asma einmal zum Propheten kam und sie trug eine etwas durchsichtige Kleidung. Da wandte er seinen Blick ab und sprach: „Oh Asma, wenn die Frau ihre Reife erreicht hat (d. h. wenn sie ihre erste Menstruation bekommen hat), dann darf sie von ihrem Körper nur dieses und dieses zeigen (und er zeigte auf Gesicht und Hände).

Vater, Bruder und später der Ehemann haben die Funktion des Sittenwächters über die Frau. Beispielsweise kann die Braut ohne Wali (männlicher Vormund, hier Heiratsvormund) nicht heiraten. Generell ist der Mahram der männliche Aufpasser. Unterstützt durch die Männer der Großfamilie, die genau kontrollieren, mit wem die weibliche Verwandtschaft sich trifft, ob das Mädchen oder die Frau sich außerhalb des Hauses sittsam genug verhält, sie bestimmen, ob sie das Haus verlassen darf. Ein freies, selbstbestimmtes Leben ist so nicht erreichbar. Die Praxis der Kontrolle kann zeitlich fast lückenlos sein und räumlich so weit reichen, dass „Mädchen mit ihrem jeweiligen Freund in bis zu sechzig Kilometer entfernten Städten von den „Lohberger Jungs“ gesichtet worden sind“ (zitiert aus Lamya Kaddor, Muslimisch-weiblich-deutsch!). Und da schwärmt Max Hollein vom „stolzen und hoch eleganten Ausdruck neuen islamischen Selbstbewusstseins“ (Welt am 15.12.2017).

Während Deutschland vor einem halben Jahr die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts, den 12. November 1918 feierte, ein Recht, das die Frauen eben gerade nicht in Gottgehorsame und Pflichtschludrige unterteilt, versuchen Modemacher heute, uns die im Islam einzig gestattete weibliche Entscheidung zwischen Hidschab Eins und Hidschab Zwei als Wahlfreiheit zu verkaufen und fordert das gespaltene Publikum, bestehend aus Deutschlands Yuppies und schariatreuen Hidschabistas, dass doch auch hierzulande endlich jede Frau anziehen können soll, was sie will. Dass in der Frankfurter Ausstellung von Max Hollein und Matthias Wagner K einige Exponate dem Bedeckungsgebot noch nicht entsprechen, tut wenig zur Sache, denn jeder islamgehorsame Besucher von Contemporary Muslim Fashions wird das fallweise fehlende Kopftuch als haram bewerten und das vorhandene als halal.

Auch der in der Ausstellung hier und da sichtbare Schmuck, selbst das Prinzip des Schmückenden ist islamisch nicht korrekt, strahlend bunte Farben oder edle Stoffe sind für einen Hidschab nicht erlaubt.

Die acht Kriterien der islamisch gültigen Bedeckung (Hidschab) des weiblichen Körpers.

Der korrekte Hidschab

• muss den gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände bedecken

• darf selbst kein Schmuck (zīna) sein

• muss blickdicht (ṣafīq) sein und darf nichts durchschimmern lassen

• muss wallend (faḍfāḍ) sein und darf nicht eng anliegen

• darf nicht parfümiert sein

• darf nicht der Kleidung des Mannes ähneln

• darf nicht der Kleidung ungläubiger Frauen ähneln

• darf keine Kleidung sein, mit der man nach Berühmtheit strebt

Bei Muslim in Hadith 885 spenden die Frauen ihren gesamten Schmuck („und ihre Ohrringe und Ringe“), nachdem sie erfahren haben: „Gebt Almosen, denn ihr seid der Großteil des Brennstoffs der Hölle … weil ihr euch zuviel beschwert und undankbar euren Ehemännern gegenüber seid“ … („Mir wurde die Hölle gezeigt und ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind … aufgrund ihrer Undankbarkeit (Kufr: hier Undankbarkeit; sonst Unglaube) ihren Gefährten (Ehemännern) gegenüber“, Sahih Buchari Buch 2, Hadith 28). Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym durch die Nebengassen huschen:

„Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte“ (Imam al-Ghazali).

“If the woman performs the five daily prayers, fasts the month of Ramadan, maintains her chastity and obeys her husband, she will enter the Paradise of her Lord.” (Hadith)

Durchsetzung der Herrschaft Allahs auf Erden: Die Hisba

Spätestens seit 1979, seit der islamischen Revolution im Iran kann auch in Europa jedermann wissen, dass eine islamische politische Bewegung versucht, nicht nur den Schleier durchzusetzen, sondern eine ganze Lebensordnung und Gesellschaftsordnung, einen Islamic way of life. Treibende Kraft ist die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, deren Organisationen nicht zufällig für das weibliche „Freiheitsrecht“ kämpfen, 24/7 den Hidschab zu tragen.

Wie ein erhobener Zeigefinger propagiert der Hidschab, dass ein Angehöriger der Umma, der islamischen Weltgemeinschaft, zur Einhaltung der jeden Lebensbereich regulierenden islamischen Gesetzlichkeit verpflichtet ist. Insbesondere die durch den Schleier überdeutlich als Muslima markierte Frau wird, nicht nur in Pakistan oder im Nahen Osten, sondern längst weltweit, durch weibliche wie vor allem männliche Muslime öffentlich auf ihr jederzeitiges Wohlverhalten hin kontrolliert, weshalb der Schleier sie gerade nicht vom Gruppendruck befreit, sondern dem Prinzip Sittenwächter ausliefert. Als Mädchen oder Frau bist du naturhaft Wankelmütige und Glaubensschwache sehr gefährdet, Sünde zu begehen oder uns Männer zur Sünde zu verführen (Fitna, Versuchung; Zwist, Zwietracht), darum musst du dich verschleiern, darum müssen wir dich überwachen (vgl. islamqa.info 6991 publication : 20-12-1999).

1990 beschlossen die Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam und definierten die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten, was einen bewussten Gegenentwurf zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948 darstellt und unter anderem mit einer rechtlichen Diskriminierung aller Frauen einhergeht. Auch für diesen Angriff auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht der Hidschab, der eben nicht einfach kreative Mode ist.

Zentrale Strukturprinzipien einer derartigen „gottgegebenen“ Ordnung der Geschlechter sind die Komplementarität der Rollen von Mann und Frau, eine möglichst weitgehende soziale Trennung der Geschlechter und der Ausschluss der Frauen aus dem öffentlichen als ‚männlich’ definierten Raum. (Renate Kreile (2007). Der Kampf um die Frauen. Politik, Islam und Gender im Vorderen Orient.)

Sobald sie aber den Hidschab anlegt, der für die Trägerin keine Option je nach Laune oder Tagesform ist, mithin keine frei gewählte Mode, sondern ein „bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität“ (DİTİB / Diyanet), ist ihr bei schlimmer Strafe spätestens im Jenseits noch das geringste unislamische Verhalten verboten. Händchenhalten mit einem Nichtmahram etwa ist für eine Verschleierte nicht gestattet, sich in einen Nichtmuslim verlieben und diesen heiraten gemäß Scharia unzulässig.

Hidschab bedeutet: Ich bin keinesfalls lesbisch, und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel.

Bis auf Gesicht und Hände ist der gesamte Leib der Frau gemäß dem Islam Aura, Schamzone, das ist islamischer Konsens (Idschma). Hadith bei al-Tirmidhi: „Die Frau ist eine Aura, wenn sie ausgeht, kommt ihr der Teufel entgegen.“ In der in den Hidschab eingewebten Weltanschauung rücken weiblicher Körper und Iblis, Teufel im Islam, ganz dicht zusammen.

Hadith. „Mir wurde die Hölle gezeigt und … ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind“, al-Buchari 1052.

Hazrat Ali reported the Prophet saying: „Women have ten (‚awrat). When she gets married, the husband covers one, and when she dies the grave covers the ten.“ And according to the following Hadith, women not only have ten ‚awrat, but the woman herself is perceived as ‚awrah: „The woman is ‚awrah. When she goes outside (the house), the devil welcomes her.“

Zur Konsequenz islamischer Kleidungs- und Verhaltensnormen gehört die islamkonforme Umgestaltung letztlich der Gesamtheit von Recht und Justiz („Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungläubigen“, Koran 5:44). Heutzutage geht es weltweit zuerst darum, auch als Lehrerin oder Richterin den Schleier tragen zu dürfen, danach um das Integrieren des islamischen Ehe- und Familienrechts, von der neunjährigen Braut bis zur Polygynie. Seit den Verträgen von Sèvres (1920) und Lausanne (1929) gilt in Griechenland die Scharia, der Mufti von Komotini beispielsweise nimmt Mädchen in Augenschein und entscheidet, ob sie alt genug sind, um zu heiraten, die Braut kann dann auch mal elf Jahre alt sein. Vor zwei Jahren hat sich der Bundestag veranlasst gesehen, zur Bekämpfung von Kinderehen das Ehemündigkeitsalter im deutschen Recht ausnahmslos auf 18 Jahre festzulegen.

the two other muftis are even less circumspect, marrying girls and boys respectively from the age of 12 upward, as allowed under Islamic law.

By Catherine Boitard (Young Muslim teens marrying in Greece with no objections) – Agence France-Presse

Überall auf der Welt, wo das Personenstandsrecht der Scharia entspricht, verliert die Frau im Falle einer Scheidung das Sorgerecht über ihre Kinder, welche Besitz des Mannes und seines Stammes bleiben.

Islamrevolutionäre Gegenkultur

In besonders strengen islamischen Milieus gelten Kleidung und gesamte Lebensweise der Nichtmuslime als sittlich geringeren Wertes und dürfen nicht nachgeahmt werden (Hadith: „Wer sie imitiert, ist einer von ihnen“). Aus der in den Hidschab gleichsam eingewebten Weltanschauung folgt, dass Bekanntenkreis, Nachbarschaft und Stadtviertel über kurz oder lang nach Kräften umzugestalten sind, hin zu der im Islam einzigen sittlich zu nennenden Lebensweise und gemäß der „einzigen Religion, die bei Allah angenommen wird“ (Koran 3:85 Übersetzung Bubenheim & Elyas: „Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören“).

Mit Toleranz hat eine derartige, den Hidschab verharmlosende Ausstellung wenig zu tun. Ausstellungen wie Contemporary Muslim Fashions tragen vielmehr dazu bei, die zu verhindernde Aufspaltung der Bürger in Nichtmuslime und Muslime voranzutreiben, während sich Max Hollein freut:

„Es sind Entwürfe, die nicht nur als Zeichen sowohl der Modernität als auch der Kulturverbundenheit interpretiert, sondern von vielen Menschen auch verstanden werden als weitreichende Manifeste, nämlich als Ausdrucksform einer positiven, zeitgenössischen und modernen Haltung gegenüber der eigenen islamischen Kultur“.

Durch mehr und mehr schariakonforme Frauenbekleidung, „modest fashion“ bedeutet keusche, gehorsame und unterwürfige Mode, steigt der oft bereits heute auf jeder Tochter eines muslimischen Vaters lastende Druck, sich ebenfalls islamisch zu bekleiden und sich im islamischen Sinne ehrbar und züchtig zu verhalten. „Schützt die Kinder vor diesem Tuch!“ titelte Cigdem Toprak auf ZEIT ONLINE (17.04.2018). Viel stehe schließlich auf dem Spiel, sagt jeder Anhänger einer wortwörtlichen Lesart von Sure und Hadith, denn wer zu Lebzeiten das Kopftuch und die dazugehörige islamische Lebensweise schuldhaft verweigert, landet hochwahrscheinlich in Dschahannam, in der Hölle.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10

Selbst Religionsfreiheit hat verfassungsimmanente Grenzen. Ein Verzicht auf Grundrechte ist an strenge Voraussetzungen gebunden. Grundrechte dienen nicht nur der selbstbestimmten Freiheitsentfaltung, sondern haben eine objektive Funktion, begründen eine objektive Werteordnung, die nicht zur Disposition des einzelnen oder eines Kollektivs gestellt ist. Vorrang und Einheit der Verfassung sind Rechtsstaatsprinzipien (Art. 20 Abs. 3 GG), die für die Bundesrepublik konstitutiv sind. Zudem schützt die Ewigkeitsgarantie gemäß Art. 79 Abs. 3 GG die Grundrechte der Staatsbürger. Unsere Verfassung, das GG ist eben kein Warenhauskatalog, aus dem man nur die Artikel aussucht, die gefallen.

Deshalb ist beispielsweise für jedermann ein Verzicht auf Würde (Art. 1 GG) oder Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 3 GG) verfassungswidrig (s. Übung zur Vorlesung im Öffentlichen Recht: Grundrechte und Verfassungsprozessrecht. Wiss. Mitarbeiterin Christina Schmidt-Holtmann, Universität Trier). Die Umsetzung des Fatwa „Insbesondere der Ehefrau obliegt es ihm zu gehorchen und seinen Anordnungen Folge zu leisten und dass sie das Haus nicht ohne seine Erlaubnis verlässt“ (bei al-Munajjid 125374) ist von den Bedingungen eines Grundrechtsverzichts nicht umfasst.

Ein Frauenreferat sollte nicht für modest fashions, für unterwürfige, keusche Mode werben, sondern über das gegenmoderne und frauenfeindliche Prinzip Hidschab aufklären und alle Mädchen und Frauen der Stadt Frankfurt zu einem im Sinne der universellen Menschenrechte und des deutschen Grundgesetzes selbstbestimmten Leben ermutigen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit. Jede Frau, jeder Mann, jedes Kind hat das Recht, seine Herkunftskultur zu kritisieren oder sogar abzulehnen. Ein äquidistantes Reden über modest fashions oder muslim fashions vernachlässigt das Recht jedes Individuums auf wirkliche Wahlfreiheit und unterschlägt die Einschüchterung und Angst durch Community und religiöse Autoritäten.

Klar und eindrucksvoll beschreibt Seyran Ateş (auf Twitter am 25. März 2019) das Problem mit der züchtigen Mode und dem Hidschab auf dem Laufsteg oder im Museum: „Man kann Kopftücher anmalen, kann sie modisch designen, kann sie gekonnt in Szene setzen, kann sie aus den innovativsten Stoffen schneidern. Nur eines kann man nicht: Die Unterdrückung, für die sie stehen, wegzaubern.“

Gabi Schmidt und Edward von Roy

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17 Antworten to “Frankfurts Hidschabistas und Teherans Mädchen von der Revolutionsstraße”

  1. Edward von Roy Says:

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    [ Seyran Ateş ]

    Seyran Ates: Gegen die Selbstverhüllung der Frau in der islamischen Mode

    5:29 min | 4.4. | 6.00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

    https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/journal/seyran-ates-unterwuerfige-islamische-mode-im-westen-niemals-akzeptabel/-/id=659282/did=23784062/nid=659282/afwqnq/index.html

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  2. Edward von Roy Says:

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    Deutschlandfunk am 04.04.2019 zur Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“

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    Unterwerfung mit Stil

    (Eine Frankfurter Ausstellung zeigt zeitgenössische muslimische Mode und provoziert damit eine heftige Debatte. Feministinnen sind empört: Hier werde die Zwangsverschleierung von Frauen verharmlost. Von Ludger Fittkau.)

    … Terre des Femmes hatte von den Frankfurter Ausstellungsmachern gefordert, der unterdrückerischen Seite muslimischer Ganzkörpergewänder und des Kopftuchs in der Ausstellung breiteren Raum zu geben. Museumsdirektor Matthias Wagner K lehnt das ab …

    https://www.deutschlandfunk.de/ausstellung-contemporary-muslim-fashions-unterwerfung-mit.886.de.html?dram:article_id=445239

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    [ Seyran Ateş ]

    Das Ideal einer „moderaten“, „unterwürfigen“ Mode

    SWR

    Letztlich gehe es darum, Frauen zu verhüllen, so die Kritik der Frauenrechtlerin Seyran Ates an der Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“ im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst. Dass dort nicht nur Kopftücher, sondern muslimische Mode insgesamt gezeigt werde, sei in ihren Augen „scheinheilig“. Niemand würde sich in der [ kulturellen Moderne universeller Menschenrechte ] erlauben, das Ideal einer „moderaten“, „unterwürfigen“ Mode zu propagieren.

    https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/journal/seyran-ates-gegen-die-selbstverhuellung-der-frau-in-der-islamischen-mode/-/id=659282/did=23784062/nid=659282/afwqnq/index.html

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    Mena-Exklusiv am heutigen 09.04.2019 | Von Oliver M. Piecha

    Problemzone Muslim Fashions

    … wenn man will, findet man überall im Kleingedruckten Hinweise auf die Zwangssituation für Frauen im Iran oder Saudi-Arabien. Der seltsame Eindruck im Angesicht der manchmal sehr prächtigen Kleidungsstücke bleibt nur: Zwangsvorschriften zur islamischen Bekleidung erscheinen hier wie eine Fußnote, ein bedauerlicher Aspekt, jedenfalls nicht irgendwie wesentlich für das Thema islamischer Mode. … Man hinterfragt doch heute so gerne jede Art von Verallgemeinerung und Etikettierung, aber hier soll ein Etikett wie Muslim Fashion auf einmal für alles Mögliche einstehen können. Hauptsache „muslimisch“. Und Hauptsache „modest“. … man kann „modest“ … auch mit züchtig oder sittsam übersetzen. … Und schon ziehen wir uns alle einen bunten Hijab über, steigen aufs Skateboard und zeigen den demonstrierenden „Fürsprecherinnen eines überholten Altfeminismus“ mal wie Muslim cool aussieht. …

    https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/problemzone-muslim-fashions/

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    Seyran Ates @SeyranAtes

    Man kann #Kopftücher anmalen,

    kann sie modisch designen,

    kann sie gekonnt in Szene setzen,

    kann sie aus den innovativsten Stoffen schneidern.

    Nur eines kann man nicht: Die Unterdrückung, für die sie stehen, wegzaubern.

    _ttps://twitter.com/SeyranAtes/status/1110142258580541441

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  3. Cees van der Duin Says:

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    „Eine Welt, in der sie mit offenem Haar zur Hölle verdammt sind“

    ( Çiğdem Toprak )

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    (…) wird das religiöse Kopftuch mit seiner Bedeutung zusammen getragen. Es handelt sich also keineswegs um ein Stück Stoff, dass sich Frauen über die Haare legen, um ihre Schönheit ein wenig zu verbergen, weil es kulturell bedingt ist. Muslima tragen das Kopftuch vielleicht aus unterschiedlichen Motivationen, aus Zwang, Tradition oder als Identifikations-und Diffrenzierungsmittel. Sie vermitteln und vertreten aber exakt die Bedeutung, die im Kopftuch, und zwar im religiösen Kopftuch, enthalten ist: Die Aufgabe ihrer Vernunft und ihren Glauben an eine Welt, in der sie mit offenem Haar zur Hölle verdammt sind. (…) Dieses “Stück Stoff” verdammt Muslima das Leben zu führen, das Gott für sie bestimmt hat, das ihre Familie oder ihre Gemeinschaft von ihr erwarten. Dieses religiöse Kopftuch, das jede einzelne Haarsträhne von ihnen versteckt, entzieht der Muslima ihr selbstständiges und kritisches Denken, verhindert die Integration in jede Gesellschaft, in der Männer und Frauen zusammen leben. (…)

    Von Cigdem Toprak | Die Lippenstift-Frage | 17.04.2011

    https://cigdemtoprak.de/2011/04/17/die-lippenstift-frage/

    ( Çiğdem Toprak )

    http://www.islamiq.de/2015/10/08/zweiter-anlauf-eines-fragwuerdigen-projekts/

    Deutsche Muslime, werdet endlich Staatsbürger!

    Von Cigdem Toprak | WELT am 15.10.2014

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article133310585/Deutsche-Muslime-werdet-endlich-Staatsbuerger.html

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    Wir haben gehofft, dass wir so frei sein können wie unsere „deutschen“ Freunde – so frei, dass wir auf der Straße Händchen halten könnten, ohne Angst zu haben, dass ein Onkel oder ein Freund unserer Väter uns dabei erwischen würde. … Aber man hat unseren Kampf für Freiheit nicht gesehen, nicht erkannt, nicht belohnt. Man fing irgendwann an, uns in Kategorien zu betrachten.

    Von Cigdem Toprak | Wir wollten frei sein! | WELT 12.07.2016

    https://www.emma.de/artikel/wir-wollten-jung-sein-wir-wollten-frei-sein-333027

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  4. Adriaan Broekhuizen Says:

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    Wenn ein Mädchen von klein auf vermittelt bekommt, dass eine unverschleierte Frau „unrein“, „nicht sittsam“, „unehrenhaft“ ist, dann ist diese „Freiwilligkeit“ eine Illusion.

    ( Mahshid Pegahi )

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    Gleichberechtigung infrage gestellt

    ( Frauen haben dafür gekämpft, sich lässig zu kleiden. Bei Musliminnen heißt es, sie verhüllten sich freiwillig. Eine Ausstellung verharmlost den Zwang. )

    Im Iran sind derzeit Hunderttausende von Frauen, die gegen die Zwangsverschleierung protestieren, von massiven Repressalien bedroht. Viele wurden verhaftet. Wir, die „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“, bewundern ihren Mut und solidarisieren uns mit ihnen. Auch jetzt sitzen mehrere Frauen im Gefängnis, darunter Nasrin Sotudeh – die Anwältin, die diese Frauen vor Gericht verteidigt hat.

    (…) In der deutschen Öffentlichkeit wird vieles diskutiert und aufgedeckt, wenn es um die sexuelle Nötigung von Frauen geht (#MeToo). Aber wenn es um die derart frauenkontrollierende Ideologie wie den fundamentalistischen Islam geht, wird seine modische Variante gezeigt!

    (…) Frauen haben es sich in Deutschland erkämpft, sich lässig zu kleiden. Wenn es um Musliminnen geht, hören wir jedoch immer wieder, sie würden sich freiwillig verhüllen. Aber was ist diese „Freiwilligkeit“? Ich weiß aus eigener Erfahrung: „Wenn ein Mädchen von klein auf vermittelt bekommt, dass eine unverschleierte Frau „unrein“, „nicht sittsam“, „unehrenhaft“ ist, dann ist diese „Freiwilligkeit“ eine Illusion.“ (…)

    Gleichberechtigung ist ein durch die deutsche Verfassung geschütztes Gut. Die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“ stellt sie ohne Zweifel infrage. Sie will den Frauen weismachen, eine von Männern gemachte Vorschrift sei die wahre „Befreiung“ der Frau. (…) Freiheit heißt, sich ohne Gebote, Verbote, Pflichten und Zwänge immer wieder aufs Neue entscheiden zu können.

    Von Mahshid Pegahi | taz | 05.04.2019

    http://www.taz.de/!5582010/

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    Petition

    Nein zu Zwangsverschleierung

    … die Protestbewegung der Frauen für die Abschaffung des Hijab, die sogenannten „Mädchen der Revolutionsstraße“ …

    https://www.change.org/p/federica-mogherini-nein-zu-zwangsverschleierung

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  5. Edward von Roy Says:

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    jungle world 11.04.2019 Ausstellung »Contemporary Muslim Fashions«

    50 Shades of Sittsamkeit

    Die vieldiskutierte Ausstellung über muslimische Mode in Frankfurt am Main macht erneut deutlich: Wer die Verhüllung von Frauen als Selbstbestimmung feiert, erschwert damit Gesellschaftskritik und weibliche Emanzipation.

    Von Alexandra Colligs

    (…) Aus einer feministischen Perspektive, die für Befreiung streitet, wiegt aber schwerer, was genau für ein Blick das ist: die gegen die Ausstellung Protestierenden wenden sich gegen den Blick, dem Verhüllung sich andient, den lüsternen Blick des Mannes nämlich, dem keine Triebkontrolle abverlangt werden darf. Darauf machen auch die Performer aufmerksam, die die Eröffnung in Frankfurt störten: Eine junge Frau stürmte in schwarzer Burka in den Raum, entledigt sich des Kleidungstückes, darunter trug sie ein bauchfreies, glänzendes Top mit Netzapplikationen. Der Mann, der sie begleitete, streifte sich die Burka über. Beide wurden unverzüglich von einem ­Polizisten aus dem Raum geschoben. Ihre Inszenierung sollte daran erinnern, dass es nicht in der Verantwortung der Frauen liegt, sich zu verhüllen, und an die Solidaritätsaktionen iranischer Männer, die im Netz unter dem hashtag #MenInHijab kursieren. In der Tat ist es erstaunlich, dass sich in der gesamten Ausstellung kein einziges Kleidungsstück findet, das Männer tragen sollen. »Muslim Fashion« betrifft offenbar nur Frauen. Frauen, die dem männlichen Blick mit Verhüllung begegnen. Frauen, die im Sommer im Ganzkörperbade­anzug planschen, ohne das Gefühl von Sonne, Wind und Wasser auf der Haut zu spüren. Frauen, für die Bescheidenheit oberste Tugend ist. Und Frauen, die dagegen Widerstand leisten, wie Nasrin Sotoudeh, die im Iran jüngst zu 33 Jahren im Gefängnis und zu 148 Peitschenhieben verurteilt wurde.

    https://jungle.world/index.php/artikel/2019/15/50-shades-sittsamkeit

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  6. Cees van der Duin Says:

    Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Universität Frankfurt und Direktorin des Forschungszentrums Globaler Islam, hat für den 8. Mai zu einem Symposium (…) eingeladen. Teilnehmen werden unter anderem die Deutsch-Türkin Necla Kelek, der Deutsch-Algerier Abdel-Hakim Ourghi und Alice Schwarzer.

    https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ttt-07042019-contemporary-muslim-fashions-100.html

    Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?

    https://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen/69-veranstaltungen/7087-das-islamische-kopftuch-symbol-der-wuerde-oder-unterdrueckung

    FFGI: Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam

    Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?

    ( Prof. Dr. Susanne Schröter: Repressive Ästhetik )

    [ Repressive Ästhetik – das Kopftuch als Symbol des politischen Islam ]

    http://www.ffgi.net/files/konferenz-190508-Plakat-Das_islamische_Kopftuch.pdf

    http://www.ffgi.net/files/konferenz-190508-Das_islamische_Kopftuch.pdf

  7. Adriaan Broekhuizen Says:

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    Bereits zwei Wochen vor der Eröffnung am Donnerstag vergangener Woche hagelte es reichlich Kritik. Die »Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung«, zu denen die iranische Frauenrechtlerin Monireh Kazemi gehört, warf dem Museumsdirektor Matthias Wagner K in einem offenen Brief vor, religiös begründete Diskriminierung von Frauen zu protegieren und zu verkennen, dass »die sogenannte Freiwilligkeit, mit der sich Models oder sogenannte modebewusste muslimische Frauen verhüllen, eine antrainierte Haltung ist«. In eine ähnliche Kerbe schlug das Protestschreiben des Zentralrats der Ex-Muslime, in dem von einer Verspottung »von Millionen Frauen, die Opfer dieser ›Mode‹ geworden sind«, die Rede ist und eine Annul­lierung der Ausstellung gefordert wird. Die Menschenrechtsorganisation Terres des Femmes sieht »Contemporary Muslim Fashions« ebenfalls kritisch, da das Gebot der Verhüllung Mädchen jeden Alters als Sexual­wesen und potentielle Verführerin markiere.

    aus: 50 Shades of Sittsamkeit / von Alexandra Colligs

    https://jungle.world/artikel/2019/15/50-shades-sittsamkeit

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  8. Adriaan Broekhuizen Says:

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    María do Mar Castro Varela (* 1964 in La Coruña) ist eine spanische Politikwissenschaftlerin und Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Gender und Queer Studies an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. In der Lehre liegen außerdem thematische Schwerpunkte auf Racism and Migration, Kritische Theorie und Projektentwicklung. Ihre Forschungsinteressen konzentrieren sich auf Postcolonial Studies, Gender und Queer Studies, Critical Migration Studies, Holocaust Studies und Critical Media Praxis.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mar%C3%ADa_do_Mar_Castro_Varela

    16-16.45 Uhr Keynote (deutsch) „Mode und Intersektionen von Race, Gender, Class und Identität” mit Prof. Dr. María do Mar Castro Varela (Alice Salomon Hochschule, Berlin)

    [ Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, nennt sich auch Gaby Wenner ]

    Sonntag, 14.04.2019, 10.30-12.30 Uhr, Einlass: 9 Uhr, Begrüßung: 10 Uhr, Grußworte: 10.15 Uhr Gaby Wenner, Frauenreferat Frankfurt

    (…)

    „Ethische Mode” mit Asmaa El Maaroufi (Darmstadt)

    https://www.museumangewandtekunst.de/de/veranstaltungen/contemporary-muslim-fashions-forum/

    Asmaa El Maaroufi
    Forschungsschwerpunkte

    Schöpfungstheologie
    Koranische Anthropologie
    Islamische Ethik (Speziell: Bio-, Medizin- und Umweltethik)
    Tierethik
    Islamische Philosophie

    _ttps://www.uni-muenster.de/ZIT/Personen/Mitarbeiter/personen_el_maaroufi_asmaa.html

    Insitut für Theologische Zoologie ITZ
    Das ITZ ist An-Institut der PTH Münster

    Gründerin des muslimischen Umweltblogs greenukum und Mitglied im muslimischen Umweltschutzverein Hima e. V.

    _ttps://www.theologische-zoologie.de/kuratorium/kuratoriumsmitglieder/kuratorium-i-asmaa-el-maaroufi-ulzheimer/

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  9. Cees van der Duin Says:

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    „Contemporary Muslim Fashions“ Eine Ausstellung in Frankfurt sorgt für Aufregung und Proteste

    aus: Frau tv – WDR – Sendung vom 11.04.2019 – 07:16 Min.

    Seit einigen Tagen zeigt das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst einen Querschnitt moderner muslimischer Mode. Was dort gezeigt würde, sei ein Schlag gegen die Frauenrechte, schrieb die Gruppe „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“. Frau tv-Autorin Annette Zinkant wollte sich selbst ein Bild machen und hat sich in der Ausstellung umgesehen.

    https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/frau-tv/video-contemporary-muslim-fashions-eine-ausstellung-in-frankfurt-sorgt-fuer-aufregung-und-proteste–100.html

    Frau tv – gesamte Sendung – 29:08 Min.

    https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/frau-tv/video-frau-tv-402.html

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    50 Shades of Sittsamkeit

    Von Alexandra Colligs – Jungle World 11.04.2019

    […] Die Entscheidung, dieses oder jenes anzuziehen, unterliegt immer schon einer Bestimmung von außen, dem Blick des anderen. Aus einer feministischen Perspektive, die für Befreiung streitet, wiegt aber schwerer, was genau für ein Blick das ist: die gegen die Ausstellung Protestierenden wenden sich gegen den Blick, dem Verhüllung sich andient, den lüsternen Blick des Mannes nämlich, dem keine Triebkontrolle abverlangt werden darf. Darauf machen auch die Performer aufmerksam, die die Eröffnung in Frankfurt störten: Eine junge Frau stürmte in schwarzer Burka in den Raum, entledigt sich des Kleidungstückes, darunter trug sie ein bauchfreies, glänzendes Top mit Netzapplikationen. Der Mann, der sie begleitete, streifte sich die Burka über. Beide wurden unverzüglich von einem ­Polizisten aus dem Raum geschoben. Ihre Inszenierung sollte daran erinnern, dass es nicht in der Verantwortung der Frauen liegt, sich zu verhüllen, und an die Solidaritätsaktionen iranischer Männer, die im Netz unter dem hashtag #MenInHijab kursieren. In der Tat ist es erstaunlich, dass sich in der gesamten Ausstellung kein einziges Kleidungsstück findet, das Männer tragen sollen. »Muslim Fashion« betrifft offenbar nur Frauen. Frauen, die dem männlichen Blick mit Verhüllung begegnen. Frauen, die im Sommer im Ganzkörperbade­anzug planschen, ohne das Gefühl von Sonne, Wind und Wasser auf der Haut zu spüren. Frauen, für die Bescheidenheit oberste Tugend ist. Und Frauen, die dagegen Widerstand leisten, wie Nasrin Sotoudeh, die im Iran jüngst zu 33 Jahren im Gefängnis und zu 148 Peitschenhieben verurteilt wurde.

    https://jungle.world/artikel/2019/15/50-shades-sittsamkeit

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  10. Jacques Auvergne Says:

    … Aber Muslima, du trägst oder kaufst doch nicht etwa Haram Fashion? Du stehst am verkehrten Regal, nur da drüben findest du Halalkleidung. Denn ob das Produkt halal ist, islamrechtlich erlaubt, sollte dir das wichtigste Entscheidungs- und Kaufkriterium sein. Wurde der Mantel wirklich halal hergestellt, finanzieren sich Designer und Fabrik ohne Zinsen? Hat die Modemarke aktuell ein gültiges Halalzertifikat? …

    „Um dieses Wirtschaftspotential zu erschließen, müssen alle Arten von Firmen, von Nahrung über Kosmetik bis zur Kleidung, gemäß der Standards produzieren, die in der Scharia niedergelegt sind, also im Islamischen Recht, das definiert, was halal ist. Nur diese Produkte schließlich sind für Muslimischen Konsum gestattet.“ (Quelle siehe unten, euro-islam.info 25.03.2014, eigene Übersetzung.)

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    Den Begriff halal auf Mode anzuwenden hält El Maaroufi für schwierig. Was aus muslimischen Verständnis her erlaubt ist oder nicht, sollte auf das ethische Konzept der Kleidung angewandt werden, nicht auf das Aussehen. Begriffe wie halal seien aber für die deutsche Mehrheitsgesellschaft werbewirksam interessant, sagte El Maaroufi. Kommunikationsberaterin Aisha Camara stimmte zu und sagte, dass „über den Begriff halal bestimmte Zielgruppen angesprochen werden. Halal kann ein Kaufkriterium für Musliminnen sein“. Das hätten auch große Marken inzwischen erkannt. „Toblerone ist jetzt halal – Marken machen solche Dinge nicht zufällig.“

    ( Aus der FR am 14.04.2019 )

    https://www.fr.de/frankfurt/muslime-mode-mitdenken-12191000.html

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    Halal Fashion: an underestimated sector

    _ttps://www.halalint.org/en/halal-fashion-an-underestimated-sector

    Mission & Vision

    Implement and enhance a worldwide integrated Halal market, aiming at guaranteeing, in accordance with the global Halal standards, business opportunities for finance and economic professionals and safeguard of consumers’ rights.

    _ttps://www.halalint.org/en/missionvision

    Stichworte
    Islamic finance
    World Halal Food Council – WHFC
    Halal International Authority – HIA
    Organization for the Islamic Cooperation – OIC
    Italy Italien
    Sharif Lorenzini
    Rome Convention
    Islamisches Zinsverbot
    Scharia

    “ The Islamic finance is ready to contribute to lead the EU and Italy out of the economic crisis, provided that they respect the Halal (an Arabic term which literally means „licit“, in the sense that something is conform to the Islamic principles, namely the Islamic Shariah) Standards. “

    “ The President of Halal International Authority (HIA), Prof. Dr. Eng. Sharif Lorenzini announced the signing of a memorandum of understanding with the Malaysian Halal Industry Development Corporation to create the first Halal Hub in Europe, starting from Italy. “

    “ also considering that the Shariah does not allow the application of an interest rate because it is seen as a grave sin “

    _ttps://www.halalint.org/en/italy-is-ready-for-global-halal-market

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    imam Sharif Lorenzini (président de la communauté musulmane italienne)

    Riposte Laïque 02.08.2016 – par Danielle Borer

    https://ripostelaique.com/inquietanti-parole-delliman-lorenzini-gli-islamici-sono-per-bonificare-e-rieducare-gli-italiani.html

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    ( 2014 hatte Lorenzini bereits 150 italienische Firmen zertifiziert … )

    BARI – “Italy has the credentials to become a leading country in exports to the Islamic world, and we want to offer to institutions and businesses all the support to make this happen.” Says Sharif Lorenzini, president of the Italian section of the International Halal Authority (HIA), the only recognized body for the certification of Halal products.

    A few days before the World Halal Food Council meeting, which will convene for the first time in Italy, all the representatives of the Halal world and representatives of 57 Islamic states of the Organization for Islamic Cooperation (OIC), in Rome from March 27 to 29 of next year. Lorenzini supports the Italian food economy in Islamic markets. “We’re talking about a three trillion euro a year industry, an increase of about 15% each year due to the two billion Muslims in the world.”

    To open the doors to this potential, Italian companies of all kinds, from food to cosmetics and clothing, must produce according to standards laid down by Shariah, i.e. Islamic law that determines what is ‘Halal,’ then the product is admitted for Muslim consumption. (…)

    source: euro-islam.info (Italy wants to play in the Global Halal Market) 25.03.2014

    _ttps://more.bham.ac.uk/euro-islam/tag/bari/

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    ( … und 2018 waren es bereits 500 Firmen. )

    Halal Expo Dubai · 21. Juni 2018 ·

    ‪Sharif Lorenzini, President of the Halal International Authority: In Italy, there are about 4 million Halal foodies and this will increase on average of 12 percent annually. 500 Italian companies have been granted the Halal certification so far.‬

    _ttps://www.facebook.com/HalalExpoDubai/photos/a.132713003983964/236599036928693/?type=3

  11. Edward von Roy Says:

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    14.04.2019

    Nach ihrem Kopftuch-Protest 2017 wurde die Iranerin Vida Movahed als „Mädchen von der Enghelab-Straße“ berühmt. Deswegen wurde sie nun zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Doch es gibt Grund zur Hoffnung.

    WELT

    https://www.welt.de/politik/ausland/article191887881/Vida-Movahed-Iran-verurteilt-Frau-wegen-Protest-gegen-Kopftuch-zu-Haftstrafe.html

    Wegen unsittlichen Verhaltens und [angeblicher Anstachelung zu] öffentlichem Aufruhr wurde sie nun von einem Gericht zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt

    NZZ

    https://www.nzz.ch/international/die-iranische-kopftuchaktivistin-vida-movahed-erhaelt-eine-einjaehrige-haftstrafe-ld.1475254

    Frau ohne Kopftuch im Iran zu einjähriger Haftstrafe verurteilt

    Aus Protest hat eine Frau in der Innenstadt von Teheran ihr Kopftuch abgenommen (…) und muss für ein Jahr ins Gefängnis. (…)

    Die 32-jährige Wida Mowahed hatte vor zwei Jahren als Protest gegen den Kopftuchzwang im Iran in der Innenstadt Teherans ihr Kopftuch abgenommen und wurde daraufhin verhaftet. Wegen unsittlichen Verhaltens und öffentlichem Aufruhr wurde sie nun von einem Gericht zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, wie ihr Anwalt Pajam Derafschan am Sonntag mitteilte. Es könnte aber zu einer Amnestie durch Ajatollah Ali Chamenei, dem obersten Führer des Landes, kommen (…)

    RND/dpa

    http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Frau-ohne-Kopftuch-im-Iran-zu-einjaehriger-Haftstrafe-verurteilt

    ویدا موحد
    Vida Movahed, auch Wida Mowahed

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vida_Movahed

    court sentenced her in March after finding her guilty of encouraging publiccorruption

    _ttps://www.aljazeera.com/news/2019/04/iranian-removed-headscarf-pardoned-year-prison-190414085839653.html?utm_campaign=trueAnthem:+Trending+Content&utm_content=5cb3986200e48b00017efdce&utm_medium=trueAnthem&utm_source=facebook

    دختران خیابان انقلاب
    Girls of Enghelab Street
    Die Mädchen der Revolutionsstraße

    2017–19 Iranian protests against compulsory hjab

    Article 639 of the same book says, two type of people shall be sentenced to one year to 10 years imprisonment, first a person who establishes or directs a place of immorality or prostitution, second a person who facilitates or encourages people to commit immorality or prostitution. These are some of the laws under which some protesters were charged.

    https://en.wikipedia.org/wiki/2017%E2%80%9319_Iranian_protests_against_compulsory_hjab

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    Hosseini is facing the charges of, “openly committing a harām [sinful] act” and “violating public prudency” under Article 638 and “encouraging immorality or prostitution” under Article 639.

    According to Article 639 of Iran’s Islamic Penal Code, “The following individuals shall be sentenced to one year to 10 years’ imprisonment… A – Anyone who establishes or directs a place of immorality or prostitution. B – Anyone who facilitates or encourages people to commit immorality or prostitution.”

    Article 638 states, “Anyone in public places and roads who openly commits a harām [sinful] act, in addition to the punishment provided for the act, shall be sentenced to two months’ imprisonment or up to 74 lashes; and if they commit an act that is not punishable but violates public prudency, they shall only be sentenced to 10 days to two months’ imprisonment or up to 74 lashes.”

    Woman Arrested For Removing Hijab in Tehran Refuses to Repent Despite Facing 10 Years in Prison | Center for Human Rights in Iran (formerly known as International Campaign for Human Rights in Iran)

    https://www.iranhumanrights.org/2018/02/woman-arrested-for-removing-hijab-in-tehran-refuses-to-repent-despite-facing-10-years-in-prison/

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    مفسد فی الارض
    Mofsed-e-filarz, Mofsed fel-Arz – corrupters on earth
    Verderbenstiften auf Erden – spreading corruption on Earth

    https://en.wikipedia.org/wiki/Mofsed-e-filarz

    [ Fasad, Verderbnis, Verderben ] im Land verbreiten – „und auf der Erde Unheil anrichten“ (Koran 13:25)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Muh%C4%81raba

    فساد‎ fasād
    Fasad

    https://en.wikipedia.org/wiki/Fasad

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    When should a girl observe hijab? Wann soll sich ein Mädchen bedecken, also den Hidschab tragen?

    So if a girl is approaching puberty, there is the fear that her not wearing hijab may cause young men to be tempted by her or her by them. Hence in this situation her parent or guardian has to make her wear hijab so as to prevent means that may lead to evil or immorality. Wenn das Mädchen sich ihrer Pubertät nähert, ist zu befürchten, dass ihr Nichttragen des Hidschab zu Fitna (Versuchung) für sie oder die Männer wird. In dieser Situation sind daher ihre Eltern oder der Vormund dazu verpflichtet, sie dazu zu ermutigen den Hidschab zu tragen, als Schutz vor Unmoralität und Unheil.

    Fatwa – Islam Q&A – question 20475

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    „O Asma‘! When a girl reaches the age of puberty, she is only allowed to reveal this and that.“ He pointed to his face and his hands.

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  12. Adriaan Broekhuizen Says:

    Le Québec et le projet de loi 21
    Premier François Legault and his government’s Bill 21

    Quebec proposes ban on religious clothing for public workers

    By TRACEY LINDEMAN | AP 13.04.2019

    […] The measure introduced late last month would prohibit civil servants, teachers, nurses, bus drivers, lawyers and other people who interact with the public from wearing symbols of religion while at work. […]

    It would apply to Sikh turbans, Christian jewelry and Jewish yarmulkes, but the focus of the controversy has been over hijabs worn by many Muslim women in Quebec.

    https://www.apnews.com/c13cb14f729c40648611be9763674307

    Eher trenne ich mich von Quebec als von meinem Hidschab. Chahira Battou said she would sooner leave Quebec than remove her hijab, a sign of her Muslim faith, only to live and work in a society where her rights are trampled.

    https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/teacher-vows-to-leave-quebec-rather-than-take-off-her-headscarf-for-the-caq-1.5075942

    Ein Teilrückzieher. Auch sonst nichts Halbes oder Ganzes.

    https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/caq-religious-symbols-teachers-1.4855575

    Die Fromt der Kulturrelativisten kocht.

    https://www.theguardian.com/world/2019/apr/05/montreal-teachers-quebec-religious-symbols-ban

    François Legault, konterte mit einer persönlichen Stellungnahme:

    „Laizität steht nicht im Gegensatz zur Religionsfreiheit. Jeder kann die Religion seiner Wahl weiter so praktizieren, wie er es will, aber es braucht Regeln.“

    https://www.deutschlandfunk.de/religioese-symbole-quebec-provoziert-mit-laizitaetsgesetz.799.de.html?dram:article_id=446213

    « Il faut être clair, la laïcité ne va pas à l’encontre de la liberté de religion. Chacun va rester libre de pratiquer la religion de son choix. Mais [il] faut fixer des règles et c’est ça qu’on fait »

    https://www.ledevoir.com/politique/quebec/551136/il-est-temps-qu-un-gouvernement-mette-en-place-des-regles-claires-pour-tout-le-monde

  13. Jacques Auvergne Says:

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    Schwedischer Maulkorb. Kopftuchkritik im Sport faktisch verboten

    Die Vorsitzende des Schwedischen Schwimmverbandes (SSF, Svenska simförbundet), Ulla Gustavsson, musste von ihrem Amt zurücktreten, nachdem sie, erstens, am 9. Februar 2019 via Facebook die Veröffentlichung eines Fotos kritisiert hatte, das einen vielleicht 13 Jahre alten, blonden Jungen sowie ein gleichaltriges, den Hidschab tragendes Mädchen auf der Wiese liegend beim Sportschießen zeigt. Erschienen war das Foto auf der offiziellen Webseite des Schwedischen Sportverbandes (RF, Riksidrottsförbundet). Schönes Wetter, grüner Rasen, Gewehr konzentriert im Anschlag. Der Nachwuchs beim Präzisionssport, nicht wenige Betrachter dürften das Foto für unproblematisch halten.

    Zweitens gab Gustavsson zwei Tage später ein Interview bei der Boulevardzeitung Aftonbladet (wörtlich: Abendblatt). Jetzt distanzierte sich auch ihr eigener, das Tragen des Hidschab bzw. Burkini verteidigende Schwimmverband von ihr, dankte ihr für die bislang geleistete Arbeit für den Schwimmsport und betonte, aufgrund ihrer scharf kopftuchkritischen Aussagen keine Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit zu sehen: „die Voraussetzungen, den Verband erfolgreich zu führen, bestehen nicht mehr, there are no longer conditions for Ulla Gustavsson to successfully lead the Swedish Swim Association“.

    „Deshalb hat Ulla Gustavsson die Entscheidung getroffen, von ihrem Amt als Vorstandsvorsitzende zurückzutreten.“

    „Ihre persönlichen Auffassungen und Aussagen stehen im Gegensatz zu Stategie und Leitbild, die betonen, dass allen Kindern ein gleichberechtigter Zugang zu den Vereinsaktivitäten möglich und gewährleistet ist.“

    Quelle unter anderem: Swedish Swimming Federation chair resigns after backlash to claiming veil is „symbol of repression“ | By Michael Pavitt | insidethegames.biz 18.02.2019

    https://www.insidethegames.biz/articles/1075712/swedish-swimming-federation-chair-resigns-after-backlash-to-claiming-veil-is-symbol-of-repression

    https://nyheteridag.se/rasar-mot-riksidrottsforbundet-uppmuntrar-hedersfortryck-konsstympning-barnaktenskap-hedersvald/

    „Varför normaliserar RF slöjan som ett klädesplagg vilket som helst!?! Det är för mig fullständigt obegripligt att en rörelse som säger sig stå för jämställdhet och alla människors lika värde visar en bild som denna! Warum normalisiert die RF den Schleier überall als Kleidungsstück!?! Es ist für mich völlig unverständlich, dass eine Bewegung, die von sich sagt, dass sie für Gleichheit und den gleichen Wert aller Menschen steht, ein solches Bild zeigt!“

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    Als Ulla Gustavsson, Vorsitzende des schwedischen Schwedischen Schwimmverbandes, das Bild sah, schrieb sie, wie gesagt, zuerst einen angenehm hidschabkritischen Beitrag auf Facebook und gab dann ihr Interview beim „Abendblatt“ (Aftonbladet).

    „Der Schleier ist ein religiöses, politisches und sexistisches Gewand. Gemäß der Werte des Schwedischen Nationalen Sportverbandes ist die Gleichstellung der Geschlechter wichtig, doch der Schleier steht für etwas anderes“, sagte Gustavsson.

    Frage: In Schweden gibt es viele Kinder, die mit Hidschab Sport treiben. Sollten auch sie nicht mit auf dem Bild sein?

    „Nein, wirklich, das sollten sie nicht. Es sollte nicht alles dargestellt werden, was möglich ist. Denn wenn man Mädchen mit Migrationshintergrund zeigen will, kann dies auch ohne Schleier geschehen. Nun aber zeigt RF, dass sie die Diskriminierung im Namen der Ehre gutheißen und fördern: Genitalverstümmelung, Kinderehe, Gewalt im Namen der Ehre. Das ärgert mich. Kinder müssen Kinder sein.“

    Übersetzt nach: Rasar mot slöjbilden: ”RF gillar hedersvåld” | Von Kristoffer Bergström | aftonbladet – SPORTBLADET | 11.02.2019

    https://www.aftonbladet.se/sportbladet/a/OnxA31/rasar-mot-slojbilden-rf-gillar-hedersvald

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    Antirassistische schwedische Nichtregierungsorganisation wie „Make Equal“ und „MittSkifte“ lancierten eine Petition für das Recht des Mädchens und der Frau sowohl auf das Tragen eines Hidschab auch beim Sport, das war schon lange die Position des RF gewesen, als auch auf das Abgebildetwerden mit Hidschab.

    „Ulla Gustavsson ist der Meinung, dass es „genügen“ sollte, dass Kinder, die Sport treiben und einen Hidschab tragen, dies zwar tun dürfen, dass sie aber nicht im Bild erscheinen dürfen, sobald sie dies tun. Das ist völlig unvernünftig, diskriminierend und islamophob.“

    https://www.mittskifte.org/petitions/osynliggor-inte-tjejer-som-vill-sportaslojan

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    Nicht ein einzelnes, 13 Jahre altes kopftuchtragendes Mädchen, nicht der Muslim an sich, sondern die Scharia, der alle Lebensbereiche frauenfeindlich regelnde authentische Islam ist das Problem. In der durch Werbung, List oder Gewalt durchzusetzenden Hakimiyyatu-Llah werden die Nichtmuslime und alle Frauen entwürdigt und rechtlich herabgesetzt.

    Zum Problem Hidschab werden wir noch viel Bewusstsein schaffen müssen.

  14. Jacques Auvergne Says:

    صدف خادم
    Sadaf Chadem

    « Je veux m’améliorer le plus possible, aller le plus loin possible et montrer la voie aux autres Iraniennes pour qu’elles puissent goûter à ce sport, dans un pays où il y a un énorme engouement pour les sports de combat »

    https://ici.radio-canada.ca/sports/1163952/boxe-iran-sadaf-khadem-federation

    “I want to improve as much as possible, go as far as possible and show the way to other Iranian women so that they can taste this sport

    https://www.pakistantoday.com.pk/2019/04/12/from-tehran-to-royan-boxer-sadaf-khadem-fights-for-the-first-time-in-a-ring/

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    J’ai fait un combat dans un cadre légal, en France. Mais comme je portais un short et un t-shirt, ce qui est banal aux yeux du monde entier, j’ai bafoué les règles de mon pays. Je ne portais pas de hijab, j’étais coachée par un homme… Certains voient ça d’un mauvais oeil.

    L’Équipe 16.04.2019

    https://www.lequipe.fr/Boxe/Article/Sadaf-khadem-je-ne-veux-pas-qu-on-m-interdise-de-boxer/1009804

    Sadaf Khadem: Iranian female boxer halts return over arrest fears

    … Khadem was quoted by a sports newspaper as saying she believed she was accused of violating Iran’s compulsory dress code by boxing in a vest and shorts. …

    „I was fighting in a legally approved match, in France. But as I was wearing shorts and a T-shirt, which is completely normal in the eyes of the entire world, I confounded the rules of my country,“ she told the L’Equipe newspaper.

    „I wasn’t wearing a hijab, I was coached by a man – some people take a dim view of this.“

    BBC 17.04.2019

    https://www.bbc.com/news/world-middle-east-47960798

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    boxing in a vest and shorts

    BBC

    https://www.bbc.com/news/world-middle-east-47960798

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    Iranischer Boxerin droht Verhaftung in der Heimat

    Weil sie bei ihrem Box-Kampf [gegen die Pflicht zu islamkonformer Kleidung verstoßen] hat [und sich von einem Mann trainieren ließ], liegt gegen Sadaf Khadem im Iran ein Haftbefehl vor. Aus Furcht vor einer Verhaftung kann sie nach dem Wettkampf nicht zurückkehren und bleibt in Frankreich.

    … Die 24-jährige iranische Boxerin und ihr Trainer entschieden nach dem Turnier [in Royan, Charente-Maritime] in Frankreich, nicht in den Iran zurückzukehren, wie ihre Pressesprecherin Clara Dallay der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sadaf Khadem wird in ihrer Heimat ein Verstoß gegen die Kopftuchpflicht vorgeworfen, nachdem sie den Wettkampf ohne Kopftuch bestritten hatte. Gegen sie liegt ein Haftbefehl vor. … Die Fitnesstrainerin aus Teheran siegte gegen die Französin Anne Chauvin. Sie trat dabei in Shorts und Trägerhemd ohne Kopftuch an. …

    Die Iranian Boxing Federation sagte daraufhin, dass sie auch in der Zukunft keine Kämpfe für Frauen organisieren und außerdem keine Verantwortung für Boxerinnen übernehmen werde. Iranische Frauen hätten zudem bei Kämpfen stets den [ حجاب Hidschab ] Hijab zu tragen, im In- wie auch im Ausland. Erst kürzlich war eine Frau im Iran zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil sie gegen die Kopftuchpflicht verstoßen hatte. Das Gesetz besagt, dass Frauen ab dem neunten Lebensjahr in der Öffentlichkeit [Hidschab] tragen müssen.

    ach/sti (afp, rtr, DW)

    Zu lesen bei DW 17.04.2019

    https://www.dw.com/de/iranischer-boxerin-droht-verhaftung-in-der-heimat/a-48373046

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    Erste iranische Boxerin bleibt nach Kampf ohne Kopftuch in Frankreich – Iran hat Haftbefehl erlassen

    Epoch Times 17.04.2019

    … Nachdem sie den Wettkampf ohne Kopftuch bestritten hatte, wird der Iranerin in ihrer Heimat ein Verstoß gegen die Kopftuchpflicht vorgeworfen. Auch ihrem Trainer, dem früheren Boxweltmeister Mahjar Monschipur, droht den Angaben zufolge die Festnahme im Iran, da er der Komplizenschaft verdächtigt werde. …

    Ich will den Weg für andere Iranerinnen bereiten, damit auch sie diesen Sport treiben können“, hatte Sadaf Khadem am Samstag per Instagram mitgeteilt. Ihr Post erreichte in wenigen Stunden über 70.000 Menschen. Ihr Sieg wurde von Tausenden jungen Leuten im Iran gefeiert.

    https://www.epochtimes.de/sport/iranische-boxerin-kehrt-nach-wettkampf-nicht-in-ihre-heimat-zurueck-a2859206.html

  15. Jacques Auvergne Says:

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    Das Reden von Muslim Cool. Die Reislamisierung sprich schariakonforme Radikalisierung verschleiern und verkitschen

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    Fatma Sagir (Freiburg)
    ”Wrap‘ my Hijab!“ Music and Muslim Female Embodiments of Cool in Digital Culture

    aus:
    International Workshop
    ROCKING ISLAM: Music and the Making of New Muslim Identities
    Freiburg 27 – 29 September 2018, ZPKM / Freiburg University

    (…)

    Rocking Islam

    Vom 27. bis 29. September 2018 fand der internationale Workshop Rocking Islam statt. Hier geht es zum Programm, zu den Abstracts, zu den Fotos und dem Medienecho. Ich bedanke mich bei allen Förderern, Vortragenden und Interessierten, dass sie diese Veranstaltung ermöglicht und mitgetragen haben.

    Forschungsprojekte

    Habilitationsprojekt “Muslim Lifestyle“

    post-doc-Projekte (Ausgewählte Teilprojekte des Habilprojekts)

    Having an Affair with the Imam!
    Strike a Pose! Modest Fashion and the Practice of Posing
    Make-up, Muslim Girl! The Muslim Female Face and the Practice of Exposure
    Muslim Lifestyle Bloggers: Akteure des Wandels?
    Mipsters, Gummies, Britlims: Global Urban Muslim?
    “Halal is a Lifestyle!“ Marketing Muslim Lifestyle
    The London Modest Fashion Week
    The London Halal Food Festival
    Orchestrating Identity? Music and Muslim Youth Culture
    Taylor Swift’s “Look what you made me do“ – Female Popstars and Narrations of the Female Self

    http://www.kaee.uni-freiburg.de/personen/wimi/sagir

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    Liane von Billerbeck: In Freiburg wird heute der Islam gerockt. Na ja, eine internationale Tagung trägt jedenfalls den Titel – „Rocking Islam“.

    Dabei sei Mode immer auch ein Ausdruck für kulturellen Wandel, findet die Kulturanthropologin Fatma Sagir. Sie forscht an der Uni Freiburg zur Popkultur junger Muslime. (…)

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/tagung-rocking-islam-in-freiburg-wie-musliminnen-sich.1008.de.html?dram:article_id=429157

    .

    (…) „Die gängigen Vorstellungen zur muslimischen Frau – dass sie zurückhaltend sei, keine kräftigen Farben oder eng anliegende Kleidung trage, sich den Blicken fremder Männer entziehe – werden von ihnen widerlegt“, ist Fatma Sagir überzeugt. „Und das, obwohl sie, auf den ersten Blick betrachtet, eine islamische Bekleidung tragen.“

    Neuer Modetrend als Zeichen der Emanzipation

    Statt mit der Familie oder dem sozialen Umfeld über Kleidungsvorschriften zu streiten, legten die jungen Modebloggerinnen einfach los. Mit Hilfe von Modest Fashion zeigten sie sich so, wie sie sein wollten. Mode als Emanzipationsvehikel – es wäre nicht das erste Mal.

    Von Ruth Jakoby | Für weniger nackte Haut auf den Laufstegen | SWR2 | 11.01.2019

    https://www.swr.de/swr2/kultur-info/modest-fashion-als-neuer-mode-trend-mit-weniger-nackter-haut/-/id=9597116/did=23177914/nid=9597116/1i5nd1k/index.html

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  16. Jacques Auvergne Says:

    Unser Nein zum Kinderkopftuch, ein Kind ist Mensch unter achtzehn Jahre. Man unterstütze das Verbot des Hidschab im öffentlichen Raum für weibliche Minderjährige.

    Das um Kulturrelativisten wie Andreas Foitzik (Tübingen) und Axel Pohl (St. Gallen) aufgespannte Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik Baden-Württemberg sieht das anders und findet das Prinzip Hidschab unproblematisch.

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    Nein zu einem Kopftuchverbot für Minderjährige – eine migrationspädagogische Stellungnahme

    ( Hier Hochdeutsch d. h. ohne Binnen-i, Gender-Sternchen, -Tiefstrich usw. )

    Als diskriminierungskritische Pädagogen beziehen wir Position zu der Forderung nach einem gesetzlichen Verbot des Kopftuchs „im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen“ in dem Aufruf „Den Kopf frei haben!“ von Terre des Femmes. Wir wollen mit dieser Stellungnahme die Debatte auf eine fachliche Grundlage stellen und damit auch angemessene politische Entscheidungen befördern. Einrichtungen und Verbände der Bildung und Sozialen Arbeit fordern wir auf, sich mit der Unterzeichnung dieser Stellungnahme öffentlich dieser Position anzuschließen.

    Die Forderung nach einem Kopftuchverbot für Minderjährige stellt einen starken Eingriff in die Selbstbestimmung junger Menschen dar, führt zu weiteren Eingriffen in ihre Lebensbedingungen und Teilhabechancen und legitimiert die schon bestehende Diskriminierung kopftuchtragender Musliminnen. Allein die Debatte führt dazu, dass die betroffenen Mädchen und jungen Frauen noch mehr auf diesen Teil ihres Lebens reduziert werden.

    Nicht zuletzt greift die Forderung nach einem Kopftuchverbot massiv in die menschenrechtlich und grundgesetzlich verbriefte Religionsfreiheit ein. Die damit beförderte einseitige Polarisierung der Debatte über den Islam stärkt demokratiefeindliche Tendenzen in der Gesellschaft.

    Wir plädieren für einen entdramatisierenden Zugang zu diesem vielschichtigen Thema und eine Besinnung auf allgemeine fachliche Prinzipien pädagogischen und sozialarbeiterischen Handelns.

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    1. Im Zentrum der pädagogischen Arbeit steht die Aufgabe, junge Menschen in allen Krisen und in ihren jeweiligen Lebenskontexten zu begleiten und zu unterstützen, weitgehend selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten. Ein Kopftuchverbot würde hier gegenteilige Effekte bringen.

    Das Bild muslimischer Mädchen als entscheidungsunfähige, dem elterlichen Zwang ausgelieferte Opfer ist undifferenziert und einseitig. Pädagogische Arbeit, die solche Bilder nicht hinterfragt, ist unprofessionell, da sie diskriminierende Vorstellungen zu Menschen(gruppen) reproduziert.

    Das gesetzlich verbürgte elterliche Bestimmungsrecht gilt für alle Eltern. Sollte im Einzelfall eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegen, finden die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten Anwendung.

    Ein Kopftuchverbot für Minderjährige würde zudem manchen Mädchen den Zugang zu Bildungseinrichtungen verwehren.

    Um selbstbestimmte Entwicklungsprozesse von Mädchen und jungen Frauen zu begleiten und zu unterstützen, braucht es Räume des Empowerments.

    Wir fordern daher ….

    … alle Einrichtungen und Verbände der Pädagogik und Sozialen Arbeit auf, sich kritisch mit den medial aufgeladenen Diskursen zu diesem Thema auseinanderzusetzen und sich auf die fachlichen Grundlagen pädagogischer Arbeit zu besinnen.

    … alle Menschen, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlen, auf, sich Tendenzen entgegen zu stellen, die über eine Polarisierung der Debatte um den Islam die Integrität vieler Mitglieder dieser Gesellschaft in Frage stellen.

    … alle politisch Verantwortlichen auf, sich jeglichen Forderungen für ein Kopftuchverbot zu widersetzen.

    Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik

    Redaktion: Andreas Foitzik (adis Tübingen), Dr. Isabelle Ihring (Pädagogische Hochschule Freiburg), Saba-Nur Cheema (Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt), Prof. Dr. Annita Kalpaka (HAW Hamburg), Dr. Axel Pohl (Fachhochschule St. Gallen), Prof. Dr. Nivedita Prasad (Alice-Salomon-Hochschule Berlin)

    ( aus der Liste der Erstunterzeichner )

    Iman Attia, Alice Salomon Hochschule Berlin

    Naika Foroutan, Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt Universität zu Berlin

    Lamya Kaddor, Universität Duisburg-Essen, Islamische Religionspädagogin und Publizistin

    Yasemin Karakaşoğlu, Universität Bremen

    Silvia Staub-Bernasconi, Institut für Sozialpädagogik, Technische Universität Berlin

    Mark Terkessidis, Publizist

    Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland

    Liberal-Islamischer Bund

    Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen (LAG KJS NRW)

    Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein

    Sozialdienst muslimischer Frauen, Köln

    Bundesakademie für Kirche und Diakonie

    Katholische Jugendagentur Düsseldorf

    h t t ps://www.rassismuskritik-bw.de/nein-zum-kopftuchverbot/

    h t t ps://www.ufuq.de/nein-zu-einem-kopftuchverbot-fuer-minderjaehrige-eine-migrationspaedagogische-stellungnahme/

    ::
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    Zur Begründung

    Der Aufruf von Terre des Femmes ist beispielhaft für einen verbreiteten Diskurs, der ein wenig differenziertes und einseitiges Bild über Mädchen und junge Frauen vermittelt, die ein Kopftuch tragen. Er trägt damit zu einer gesellschaftlichen Polarisierung der Debatte um den Islam in Deutschland bei, die zu großer Sorge Anlass gibt. Dies betrifft uns als diskriminierungskritische Pädagogen auch deswegen, weil das dort geforderte Kopftuchverbot explizit und besonders auf „Ausbildungssituationen“ abzielt, also auch unmittelbar auf pädagogische Handlungsfelder zielt.

    Ausgangspunkt für dieses Positionspapier ist ein Verständnis von Pädagogik und Sozialer Arbeit, das sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt.

    Im Zentrum der pädagogischen Arbeit steht die einzelne Person und ihr jeweiliger Umgang mit den familiären, milieubezogenen und gesellschaftlichen Strukturen, mit denen sie konfrontiert ist. Dies ist die Grundlage für die pädagogische Arbeit mit Erwachsenen und Jugendlichen, selbstverständlich auch mit Mädchen und jungen Frauen, die ein Kopftuch tragen.

    Ein zentrales Ziel von Erziehung und Bildung ist die Ermutigung und Befähigung zu einer weitgehend selbstbestimmten Lebensführung.

    Da diese Prozesse für niemanden gänzlich frei von Krisen oder Zweifeln sind, unabhängig davon, ob diese durch soziale und familiäre Konflikte und/oder gesellschaftliche Anforderungen hervorgerufen werden, bedeutet pädagogische Arbeit auch, Menschen in diesen Phasen des Lebens zu begleiten.

    Es kann hierbei per se weder ein pädagogisches Ziel sein, Jugendliche dazu zu bringen, auf bestimmte (religiös) belegte Zeichen zu verzichten noch sie darin zu bestärken, diese zu verwenden. Dies gilt auch für das Kopftuch. Dieser Auftrag gilt unabhängig davon, ob die Pädagogin selbst ein Kopftuch trägt oder wie der Pädagoge oder Sozialarbeiter das Kopftuch politisch beurteilt. Genau das ist die professionelle Aufgabe: die Arbeit von den Bedürfnissen und Lebenskontexten der Adressaten unserer Arbeit aus zu denken, diese fachlich zu bewerten, dabei aber nicht eigene politische Ziele oder persönliche Ansichten auf die Adressaten zu projizieren oder durchzusetzen.

    Des Weiteren zeichnet sich (feministische) Mädchenarbeit auch dadurch aus, Mädchen und jungen Frauen zuzuhören, die aus marginalisierten Perspektiven sprechen. Anstatt ihnen eigene Vorstellungen von einer bestimmten Lebensweise überzustülpen, geht es vielmehr darum zu hören, was aus ihrer Perspektive zu einem für sie selbstbestimmten und würdevollen Leben dazu gehört. Eine parteiliche Haltung mit den Menschen ist ein wesentliches Prinzip Sozialer Arbeit und ist gerade in diesem Kontext besonders bedeutsam.

    .

    2. Der Aufruf vermittelt ein einseitiges Bild der betroffenen Mädchen und jungen Frauen als entscheidungsunfähige, dem elterlichen Zwang ausgelieferte Opfer. Dies widerspricht grundlegend dem erforderlichen Interesse an konkreten Handlungsgründen der Adressaten, die in jedem Einzelfall im Kontakt zu klären sind. Das Bild des Opfers kann keine Grundlage einer professionellen pädagogischen Arbeit sein.

    Alle (junge) Menschen bewegen sich in zuweilen widersprüchlichen, zuweilen bedrängenden Verhältnissen und suchen ihren individuellen Umgang damit. So auch mit den die gesamte deutsche Gesellschaft durchziehenden patriarchalen Strukturen, familiären und sozialen Erwartungen, denen gegenüber sie sich verhalten und positionieren müssen.

    Ein Kopftuchverbot jedoch basiert auf der pauschalisierenden Unterstellung, dass Mädchen dazu gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen. Damit wird ihnen jegliche Entscheidungsfreiheit abgesprochen. Dabei zeigt sich in der pädagogischen Praxis, dass sich Mädchen und Frauen aus sehr unterschiedlichen Motiven für das Tragen eines Kopftuches entscheiden. Die Gründe reichen von Frömmigkeit, Sichtbarmachung von muslimischer Identität, Protest gegen erfahrene Diskriminierung bis hin zum Ausdruck des Schutzes vor einer als sexualisiert erlebten Welt. Zu den Gründen können zweifellos auch ein seitens der Familie, Community oder anderer ausgeübter Zwang und Druck gehören. In solchen Fällen hat die pädagogische Arbeit differenziertere Antworten als ein Verbot parat, um die Betroffenen zu stärken und zu unterstützen, die für sie passenden Antworten und Umgangsweisen zu finden.

    Genauso hat auch die Entscheidung, das Kopftuch abzunehmen, vielfältige Hintergründe, u. a. die Hoffnung, Diskriminierungen (in Bildungseinrichtungen) zu entkommen.

    Die Forderung nach einem pauschalen Verbot verkennt hingegen nicht nur die unterschiedlichen Handlungsgründe der Adressaten, sondern verhindert eine notwendige fachliche Auseinandersetzung über situationsangemessene Möglichkeiten pädagogischen Handelns und des Handelns junger Menschen.

    Professionelles pädagogisches Handeln zeichnet sich weiter dadurch aus, Mädchen und junge Frauen, die sich für das Tragen eines Kopftuches entschieden haben, nicht darauf zu reduzieren, so wie es häufig in Debatten um das Kopftuch geschieht. Wie bei allen Menschen ist die Lebensrealität und das Selbstverständnis kopftuchtragender Mädchen und junger Frauen durch viele weitere Facetten, vielfältige Interessen und Bedürfnissen geprägt, die in der pädagogischen Arbeit mit ihnen von großer Bedeutung sind.

    .

    3. In der pädagogischen Begleitung von Kindern und Jugendlichen wird das gesetzlich verbürgte elterliche Bestimmungsrecht selbstverständlich respektiert. Ein Eingriff in dieses kann nur erfolgen, wenn die Gefährdung des Kindeswohls vermutet wird. Eine spezielle, auf muslimische Familien abzielende Regelung ist diskriminierend. Aus einer menschenrechtlichen Perspektive ist das Kopftuchverbot – anders als der Aufruf suggeriert – nicht zu rechtfertigen.

    Sollte im Einzelfall eine familiäre Zwangs- und Gewaltsituation vorliegen, hat die Kinder- und Jugendarbeit eine rechtliche und fachliche Grundlage im Umgang mit Kindeswohlgefährdung, die hier wie in jedem anderen Fall zum Schutz und im Interesse der betroffenen Mädchen und jungen Frauen zur Anwendung kommen kann – unaufgeregt, konsequent und ohne die Beteiligten einer Verunglimpfung auszusetzen.

    Gerade im Hinblick auf den Schutz des Kindeswohls ist eine differenzierte und mehrperspektivische Herangehensweise, die sich nicht von unreflektierten Bildern und Vorstellungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen leiten lassen darf, zwingend nötig. Auch die Durchsetzung von Kinderrechten für alle Kinder muss weiter forciert werden, was jedoch nicht gelingen kann, wenn für Kinder bestimmter Bevölkerungsgruppen aufgrund diskriminierender Vorstellungen eine spezielle Behandlung gefordert wird.

    Es wäre zudem diskriminierend, die angenommene frühe religiöse Beeinflussung junger Muslime zu problematisieren, ohne zugleich die frühe religiöse Beeinflussung junger Menschen durch andere Religionen, so beispielsweise bei der Kindstaufe oder Kommunion in christlichen Familien, zu thematisieren. Damit wird die religiöse Erziehung einer Religion als normal bewertet, während sie im Fall des Islam zum Problem erklärt wird.

    Die Befürworter eines Kopftuchverbots argumentieren explizit menschenrechtlich; ausgespart bleibt jedoch, dass ein Kopftuchverbot menschenrechtlich problematisch zu bewerten ist. Da ein solches Verbot eine gesetzliche Kleidervorschrift darstelle, die vor allem muslimische Frauen beträfe, stellte dieses nach dem AGG eine mittelbare Diskriminierung dar – sowohl eine religionsspezifische Benachteiligung als auch eine geschlechtsspezifische Benachteiligung.

    .

    4. Wir treten entschieden gegen jede bestehende Diskriminierung von jungen Frauen beim Zugang zu Ausbildung und Arbeit ein. Ein Kopftuchverbot für Minderjährige würde manche Mädchen vom Besuch einer öffentlichen Schule ausschließen und ihnen die Chance auf Ausbildung und Arbeit nehmen. Dies würde einen unfreiwilligen Ausschluss aus der Mehrheitsgesellschaft fördern, was nicht im Sinne der Mädchen und jungen Frauen sein kann.

    Pädagogen stehen häufig vor der großen Herausforderung (junge) Menschen auf ihren persönlichen Lebenswegen zu begleiten, gleichzeitig jedoch auch zu sehen, dass persönliche Ziele durch diskriminierende gesellschaftliche Strukturen nicht verwirklicht werden können und gesellschaftliche Teilhabe für viele aufgrund dieser Strukturen nur eingeschränkt möglich ist. Menschen professionell zu begleiten, bedeutet daher auch, diese exkludierenden Strukturen wahrzunehmen und ihnen entgegenzuwirken und Diskurse zu hinterfragen, die dazu beitragen diskriminierende Strukturen zu festigen.

    Schon jetzt besteht in vielen Ausbildungsberufen ein faktisches Kopftuchverbot, was im Gegensatz zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz steht. Allein die Diskussion zu einem Kopftuchverbot bestärkt die Entscheider, es legitim zu finden, junge Frauen mit Kopftuch auszuschließen.

    Dies hätte sowohl für Frauen, die sich entscheiden, ein Kopftuch zu tragen, verheerende Folgen, als auch für diejenigen, die einen Weg suchen, sich von einem möglichen Druck ein Kopftuch zu tragen, zu befreien. Die Chance auf Teilhabe und eine wirtschaftliche Unabhängigkeit ist eine wesentlich bessere Grundlage für Emanzipationsprozesse als Verbote, die eher zu einer weiteren Entfremdung zur Gesellschaft beitragen.

    .

    5. Wir teilen die Auffassung, dass es allen Mädchen und jungen Frauen möglich sein sollte, ein „selbstbestimmtes Denken und Handeln“ und „den weiten Blick in die Welt und für die eigenen Möglichkeiten“ zu entwickeln. Dafür müssen Pädagogen Räume des Empowerments schaffen, in denen Mädchen und junge Frauen sich selbst stärken sowie Wissen und Strategien entwickeln, um sich angemessene Formen von Freiheit aneignen und selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können.

    Auf diesem Weg der Identitätsentwicklung ist es Aufgabe der Pädagogik, Kindern und Jugendlichen Räume anzubieten und gemeinsam mit ihnen zu gestalten, in denen sie sich mit familialen, institutionellen und gesellschaftlichen Anforderungen an sie und ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen auseinandersetzen können. (Junge) Menschen dabei – ggf. auch kritisch – zu begleiten, eigene Entscheidungen zu treffen, ist ebenfalls ein wichtiges Ziel pädagogischer Arbeit – auch dann wenn diese Entscheidungen konträr zu gesellschaftlichen und/oder familiären Erwartungen stehen.

    Mit dem Aufruf aber werden die Mädchen und jungen Frauen, die sich für das Tragen des Kopftuchs entschieden haben, paternalistisch entmündigt. Mit Rückgriff auf das Argument der Emanzipation wird das Recht auf Selbstbestimmung drastisch eingeschränkt.

    Pädagogisch geht es vielmehr darum, sie zu hören und sie dabei zu unterstützen, Räume zu schaffen, in denen sie sich artikulieren können und sie gehört werden.

    Es können aber auch Räume sein, in denen sie sich Wissen aneignen. Wissen zum einen über die Bedeutung des Kopftuchs, über Interpretationen der religiösen Vorschriften, auch über patriarchale Traditionen in allen Religionen. Auch die Thematisierung der langen Tradition des Wunsches „die andere Frau zu entschleiern“, eine koloniale Tradition, in der es darum geht, der als anders wahrgenommen Frau vorzuschreiben, was Emanzipation ist und wie diese für sie auszusehen hat, kann zum Empowerment beitragen. Im kolonialen Kontext wurde von Zivilisierungsmissionen gesprochen, in denen die „Zivilisierung“ der „anderen“ Frau nach eigenem Vorbild eine zentrale Rolle spielte.

    Mittlerweile haben viele unterschiedliche Perspektiven feministische Ideen geprägt und den stark von westlichen, christlich geprägten, weißen Frauen des Bildungsbürgertums formulierten Feminismus erweitert und ausdifferenziert. Die unterschiedlichen feministischen Positionierungen zu ignorieren und eingleisig am oben beschriebenen Bild ‚eines Feminismus‘ stehen zu bleiben, wird all denjenigen Mädchen und Frauen nicht gerecht, die sich in diesem nicht wiederfinden können. Feministische pädagogische Arbeit zeichnet sich aber dadurch aus, die unterschiedlichen Perspektiven zu hören und anzuerkennen und mit den Mädchen und Frauen darüber im Gespräch zu bleiben.

    März 2019

    h t t ps://www.rassismuskritik-bw.de/nein-zum-kopftuchverbot/

    h t t ps://www.ufuq.de/nein-zu-einem-kopftuchverbot-fuer-minderjaehrige-eine-migrationspaedagogische-stellungnahme/

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    Soweit das den Hidschab selbst für das Kinder- und Jugendalter verbissen verteidigende Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik BW.

    Nein zum Lehrerinnenkopftuch! Nein zum Richterinnenkopftuch! Kein Hidschab unter achtzehn Jahre!

  17. Edward von Roy Says:

    Edward von Roy says: 02.05.2019 at 10:39 am ( dt. 16:39 Uhr)

    Hadith narrated by Abu Dawud (4104)

    The Messenger of Allah (…) turned away from her and said,

    “O Asma’, when a woman reaches the age of puberty, nothing should be seen of her except this and this” – and he pointed to his face and hands.

    https://islamqa.info/en/answers/23496/hadeeth-about-women-uncovering-their-faces

    the ʿawra of a free woman is all her body except the face and hands

    https://www.searchforbeauty.org/2016/01/02/fatwa-on-hijab-the-hair-covering-of-women/

    .

    Leila Ahmed on the History of the Veil | The Yale Press Log 06.10.2011 | The Yale Press Log is the official blog of Yale University Press

    http://blog.yalebooks.com/2011/10/06/leila-ahmed-on-the-history-of-the-veil/

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