Jungenbeschneidung ist Körperverletzung

September 25, 2012

خَتن , خِتان

ḫatna, ḫitān

Brit Mila

Religiöse Zirkumzision

R. [Absender]

An die Staatsanwaltschaft Hof

An den Leitenden Oberstaatsanwalt der

Staatsanwaltschaft Hof

24. September 2012

Strafanzeige

Gegen G. aus Hof (Bayern)

Kinder sind Grundrechtsträger, auch so genannte muslimische oder jüdische Kinder.

Zur Diskussion um das Urteil des Kölner Landgerichts, wonach nicht medizinisch begründete Beschneidungen von Jungen als Körperverletzung zu werten sind, erklärte Marlene Rupprecht,[1] Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion:

Ich begrüße das Urteil der Kölner Richter ausdrücklich, weil es eindeutig darlegt, dass die Beschneidung von Jungen auf Verlangen der Eltern weit über die Ausübung des Elternrechts hinausgeht und auch durch das Grundrecht auf Religionsfreiheit nicht gedeckt ist. Es verstößt vielmehr gegen das grundgesetzlich garantierte Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit.

Eine Beschneidung, die ohne die Einwilligung eines Kindes und ohne medizinische Notwendigkeit vorgenommen wird, ist aber nicht nur ein Verstoß gegen ein verfassungsmäßiges Schutzrecht. Es missachtet fundamentale Zielsetzungen der UN-Kinderrechtskonvention wie das Recht auf Gesundheit und den Schutz vor Gewaltanwendung.

Eine generelle Straffreiheit für Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit Schutzbefohlener aus religiösen Gründen wäre geradezu die Aufforderung, auch andere Methoden körperlicher Einflussnahme und Züchtigung mit religiösen Begründungen zu rechtfertigen. Dem stehen die UN-Kinderrechte eindeutig entgegen.

Zitatende.

Gegen G. aus Hof (Bayern), nach seiner Homepage http://www.beschneidung-mohel.de „diplomierter und qualifizierter Mohel zur Ausführung von Beschneidungen“, stelle ich Strafanzeige wegen Körperverletzung an nicht einwilligungsfähigen männlichen Minderjährigen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. G. schneidet männlichen Kindern im Genitalbereich hoch sensitives intaktes Gewebe weg und beruft sich auf die Religion.[2] Gegen Rabbiner M., der Herrn G. bei Beschneidungen assistiert hat, stelle ich Strafanzeige wegen Beihilfe zu dieser Körperverletzung (Amputation des Praeputium).

Faktenwidrig bagatellisiert G. auf seiner Homepage die Zirkumzision und berät damit aus kulturell moderner Sicht die einem sicherlich nicht unerheblichen Konformitätsdruck unterliegenden Eltern des männlichen Neugeborenen falsch:[3]

Es handelt sich dabei um einen sehr kleinen Eingriff. … Der Heilungsprozess bei Babys geht in der Regel schnell. Babys schlafen bereits kurz nach dem Eingriff.

Die Beschneidung ist ein erheblicher Eingriff und alles andere als eine Kleinigkeit. In der Presse vom 22. August wiederholte G.:[4]

Die Kinder schlafen nach dem Eingriff immer wenige Minuten später friedlich ein.

Der Beschneider sieht nicht oder will nicht sehen, dass die reglosen Säuglinge („Babys schlafen“) in einen komatösen Zustand gefallen sein könnten, unter Schock stehen oder aus Erschöpfung eingeschlafen sind.

In der Welt vom 11. Juli wagt es Alan Posener (Danke Vater, dass ich nicht beschnitten wurde!), den jüdischen Gruppenzwang zum Kinderbeschneiden anzusprechen:

Viel zu selten wird aber die psychologische Frage gestellt, ob denn Eltern, die unter dem Druck des Imams oder Rabbiners stehen, der Familie, der Nachbarn, der Jahrhunderte der Tradition – oder der Drohung mit “Schwierigkeiten”, die ihre unbeschnittenen Söhne später in der Gemeinschaft der Beschnittenen bekommen könnten, wirklich von ihrer Religionsfreiheit Gebrauch machen, wenn sie ihr Kind genital verstümmeln lassen. Würden sie das auch ohne diesen Druck tun? Also wenn sie wirklich frei entscheiden könnten?

Neuzeitliche Betäubungsmittel sind dem Mohel offensichtlich nicht ausreichend koscher. Mindestens am biblisch genannten Beschneidungstermin glaubt G. auf schmerzstillende Medikamente verzichten zu können, ebenfalls aus der Abhandlung Ablauf und Heilungsprozess aus G.s Homepage:

Findet die Beschneidung am 8. Tag statt, wird kein Betäubungsmittel injiziert.

G.s Tun ist der Öffentlichkeit bekannt. Laut DIE WELT (22.08.2012) seit angeblich vierzig Jahren und an etwa 30 Kindern jährlich führt der Rabbiner an Kindern seine medizinisch nicht indizierten Beschneidungen durch:[5]

Ein Ereignis ganz besonderer Art feierte die jüdische Gemeinde am 20. Schwat 5768 (27. Januar 2008). Der kleine [Name] wurde vom Mohel Rabbiner G. aus Hof beschnitten. Es kamen viele Gäste, der Familie beizustehen und mitzufeiern. Besonders heiter wurde die Stimmung nach der Brit Mila durch angestimmte Lieder und erzählte Witze und Geschichten von Rabbiner G. …

Am 16. Dezember 2007 wurde zu unserer großen Freude seit langem wieder eine Brit Mila in unserer Synagoge durchgeführt. Die Beschneidung hat unser Rabbiner D. G. ausgeführt, der auch gleichzeitig ausgebildeter Mohel ist.

Gerne kann Herr G. im freiheitlichen Rechtsstaat auch bei religiösen Feiern traditionellen Gesang anstimmen und jüdische Witze zum Besten geben.

Ob das am 27. Januar 2008 rituell am Genital geschädigte Baby laut geschrien hat? Das blutige Ritual selbst war für die Anwesenden offensichtlich nicht ganz und gar fröhlich („besonders heiter“) und möglicherweise noch nicht einmal besonders angenehm („heiter“), sodass ein paar Witze die betretene Stimmung aufhellen mussten.

Gegen G. ist bekanntlich 2012 durch einen Arzt aus Hessen Strafanzeige gestellt worden, auf welche die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) mit dieser Presseerklärung reagierte:[6]

Mit Bestürzung und Entsetzen nahm die ORD (Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland) den Eingang einer Strafanzeige gegen Rabbiner G., Hof, bei der Staatsanwaltschaft in Hof/Oberfranken zur Kenntnis.

Die ORD erklärt:

Von dieser Strafanzeige, welche auf das Urteil des Landgerichtes Köln 151 Ns 169/11 zurückgeht, ist nicht nur Rabbiner G. als Mohel (jüdischer Beschneider) betroffen, sondern jeder Mohel, der in Deutschland tätig ist bzw. das gesamte Judentum in Deutschland.

Möchte diese Strafanzeige gerade in der derzeitigen Situation, in der an einer konstruktiven Lösung gearbeitet wird, ein Zeichen setzen, daß Juden in Deutschland unerwünscht sind?

Soll eine der Kernhandlungen der jüdischen Religion tatsächlich kriminalisiert und diejenigen, welche sie durchführen, zu Freiwild erklärt werden?

Rabbiner Julian Chaim Soussan, Mainz, sagt:

„Wir haben großes Vertrauen in die bayerische Justiz, daß diese in einer religiösen Beschneidung, die fach- und sachgerecht durch einen hierzu befugten und ausgebildeten Mohel und mit beidseitiger elterlicher Zustimmung durchgeführt wurde, keine strafbare Handlung sieht.“

Falls die ORD nun auch mir dieselbe, auf den Völkermord an den europäischen Juden anspielende Frage stellen möchte: Nein, ich möchte mit meiner Strafanzeige kein „Zeichen setzen, dass Juden in Deutschland unerwünscht sind“ (ORD, Pressemitteilung), sondern wünsche mir, dass körperlich möglichst wenig versehrte religionsfreie oder säkulare religiöse Menschen – also auch Muslime oder Juden – in Deutschland leben, die ihren Kindern bewusst keine rituellen Körperverletzungen zufügen und auch jede andere Form von Gewalt in der Erziehung geächtet haben.

Bei allem religiösen Geschichtsbewusstsein – muslimische oder jüdische Spiritualität braucht keine abgeschnittenen Körperteile. Sinngemäß gälte das auch für in der Bundesrepublik wohnhafte Xhosa oder Aboriginees, Ethnien, die ihre Jungen ja genauso rituell an der Penisvorhaut beschneiden und das seit vermutlich viel längerer Zeit, als es die Brit Mila gibt. Der Monotheismus ist religionsgeschichtlich sozusagen der letzte Schrei; die Hebräer haben den Brauch der Zirkumzision aus dem afropazifischen Raum vergangener Jahrtausende übernommen.

Im Übrigen soll die Mehrheit der deutschen männlichen Juden unbeschnitten sein, was erfreulich ist und was die den angeblich vom Himmel herab gekommenen Befehlen (commandments) der rabbinischen Halacha[7] folgende ORD ebenso weiß wie sie es 2012 in der öffentlichen Debatte verschweigt. Auch die Beschneidungsfreunde Volker Beck und Angela Merkel („Komikernation“) wissen, dass es die Jews against Circumcision (JAC) gibt oder deutsche jüdische Beschneidungskritiker wie den erwähnten Alan Posener.[8]

Durchaus richtig läge die ORD mit der Vermutung, dass ich über das Urteil des Landgerichtes Köln 151 Ns 169/11 erfreut bin, welches ein intaktes kindliches Genital für schützenswerter hält als die elterliche Gottesfurcht.

Die Frage nach der rituellen Zirkumzision ist ein Politikum allerersten Ranges und wird für die Bundesrepublik auf längere Zeit die Weiche stellen zwischen Rechtsstaat und Gesetzesreligion, medizinischer Wissenschaft und Halacha, Aufklärungshumanismus und Scharia.

Glücklicherweise kam am 19. Juli 2012 im Deutschen Bundestag (Plenarprotokoll 17/189) zum Thema Beschneidung auch die eingangs erwähnte Marlene Rupprecht zu Wort:[9]

Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung; man hat das nicht am Alter festgemacht. Außerdem haben wir die UN-Kinderrechtskonvention im letzten Jahr in diesem Hause mit breiter Mehrheit in inländisches Recht umgesetzt. In Art. 24 Abs. 3 der UN-Kinderrechtskonvention steht eindeutig, dass die Vertragsstaaten alles versuchen, um Bräuche, die Kinder verletzen, zu beseitigen.

Wir haben im Jahr 2000 hier im Hause nach langer Diskussion mit großer Mehrheit beschlossen, dass Eltern ihre Kinder gewaltfrei erziehen müssen. Damit haben wir zum ersten Mal Kinder als Rechtssubjekte in ein Gesetz aufgenommen. Das heißt, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das gilt auch für die religiöse Erziehung.

Man nimmt niemandem das Recht, Kinder religiös zu erziehen. Im Gegenteil: Es ist Aufgabe der Eltern, Kinder wertorientiert zu erziehen und sie auf das Leben in dieser Gesellschaft vorzubereiten. Aber wir haben den Grundsatz der Gewaltfreiheit. Ich frage mich, wie Sie diesen Antrag mit der UN-Kinderrechtskonvention und den Grundrechten vereinbaren wollen.

Ich glaube, dass eine ehrliche Diskussion stattfinden muss. Meine Bitte an die Kollegen ist: Wenn wir uns in der Sommerpause mit diesem Thema beschäftigen, sollten wir nicht vorschnell nur auf die Menschen in unserem Land schauen, die ihre Auffassung laut genug äußern. Man sollte auch auf all diejenigen schauen, die sich nicht äußern, für die wir hier aber im Parlament sitzen, nämlich auf die Kinder.

Beschneidung ist Körperverletzung. Die Zirkumzision beeinträchtigt Lustempfinden und Sexualität mehr oder weniger stark und lebenslang, sie fügt dem Kind – auch dem betäubten oder nicht betäubten Säugling – Schmerzen zu und schädigt damit bereits das Kindeswohl. Im Kölner Urteil heißt es:

Abs. 1, 6 Abs. 2 GG werden ihrerseits durch das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung gemäß Artikel 2 Abs.1 und 2 Satz 1 GG begrenzt. Das Ergebnis folgt möglicherweise bereits aus Artikel 140 GG i.V.m. Artikel 136 Abs. 1 WRV, wonach die staatsbürgerlichen Rechte durch die Ausübung der Religionsfreiheit nicht beschränkt werden (so: Herzberg JZ 2009, 332, 337; derselbe Medizinrecht 2012, 169, 173). Jedenfalls zieht Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 GG selbst den Grundrechten der Eltern eine verfassungsimmanente Grenze.

Auch durch BGB § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge ist religiös oder traditionell begründete Körperverletzung nicht gedeckt; Eltern können in eine medizinisch unnötige chirurgische Entfernung der Penisvorhaut nicht einwilligen.

Der Staat muss hier tätig werden, G. aus Hof ist im Namen des verwirklichten Grundgesetzes an der Durchführung von Beschneidungen zu hindern.

Mit freundlichen Grüßen

R.

Staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge (FH)

mitzeichnend:

S.

Sozialpädagogin

[1] Beschneidung missachtet Kinderrechte

Marlene Rupprecht zur Diskussion um Landgerichtsurteil

http://www.marlene-rupprecht.de/index.php?nr=45654

[2] Zitat: G.: Die Beschneidung ist das erste Gebot, das unser Stammvater Awraham von G”tt erhalten hat. … Während der Zeremonie der Brit Mila werden verschiedene Segenssprüche gesagt, die das Kind in den Bund mit G”tt einführen sollen.

http://www.beschneidung-mohel.de/bedeutung_der_brit_milah.html

[3]G.s Homepage: Ablauf und Heilungsprozess

http://www.beschneidung-mohel.de/ablauf_und_heilungsprozess.html

[4]G. führt nach eigenen Angaben bis zu 30 Beschneidungen im Jahr an Kleinkindern durch. Seit mehr als 40 Jahren sei er bundesweit tätig und ziehe auf Wunsch auch einen Arzt hinzu. Eine Betäubung der Kleinkinder lehnt er ab. Dies sei viel schädlicher als die Beschneidung, betonte er.

DIE WELT 22.08.2012 Rabbiner will weiter ohne Betäubung beschneiden

http://www.welt.de/regionales/muenchen/article108741492/Rabbiner-will-weiter-ohne-Betaeubung-beschneiden.html

[5] Jüdisches Leben in Bayern • Nr. 106/2008

http://ikg-bayern.de/maerz08.pdf

[6] ORD am 22.08.2012 Pressemitteilung zur Strafanzeige gegen Rabbiner G.

http://www.ordonline.de/index.php?option=com_content&view=article&id=310:presseerklaerung-zur-strafanzeige-gegen-rabbiner-goldberg&catid=155:pressemitteilungen&Itemid=13

[7] Circumcision is a commandment, one of the 613 commandments which G-d commanded the Jews. Circumcision is a religious commandment just as is keeping the Sabbath, kashrut of food, and family purity. From a halachic standpoint circumcision has no connection to any kind of medical benefit, just as no other commandment is justified by benefit. The great halachic arbiters emphasize the requirement to fulfill the commandments without any practical benefit or return, otherwise there would be in the fulfillment of commandments no “pure” reason of worshiping G-d, only the simple desire to get a reward. … Fulfilling the commandment of circumcision is not for the purpose of medical or other benefit but only for the purpose of worshipping G-d. Moreover, the Talmud unambiguously states that circumcision presents a medical risk! In the tractate Gittin, 57, Amud B, it is said: “‘It is for Your sake that we are killed all day long’ (Psalms 44), R’ Yehoshua the son of Levi says: this is circumcision which is done on the eighth day.” That is, Rabbi Yehoshua the son of Levi says that this verse in Psalms, which speaks of daily death, relates to the danger of circumcision. The great Talmudic commentators explain thus: Rashi says, “since they sometimes die,” that is, sometime people die because of circumcision. And Maharsha writes, “since the child is young and there is a risk of death,” that is, the risk of death is increased because it is performed on young infants. …

If so, one who has problems with “his Jewish identity” in connection with the commandments of the religion should know that from the Rabbinical halachic standpoint the issue of the Sabbath is more important than the issue of circumcision. On the other hand, one whose Jewish identity stems from the culture and not from the religion may ignore both of these religious commandments with the same equanimity.

aus: Circumcision – Halachic Viewpoint (bei: DE)

http://www.daatemet.org.il/articles/article.cfm?article_id=19&lang=en

Daat Emet (DE)

According to the fundamentalist interpretation, the sages of the Talmud and the subsequent generations created superhuman, divinely inspired texts, and are therefore infallible. DE convincingly demonstrates that the authors of the Talmud and of the later classical rabbinical works did not view themselves or their colleagues in this light, nor did the later tradition. The idea of the divine origins and omniscience of rabbinical sources is a fairly late invention, which goes totally against ancient tradition; it is merely it marginal ideological branch, which became commonly accepted only in modern time.

http://www.daatemet.org.il/aboutus.cfm

[8] Hätte ich zum Beispiel – wenn ich eine Religion gründen sollte, deren Götter das verlangen – das Recht, mein Kind über und über mit dem Spruch “Dies ist das Zeichen Unseres ewigen Bundes mit Alan und seinen Nachfahren” tätowieren zu lassen? Und wenn nein, warum nicht?

Zitiert aus:Alan Posener: Danke Vater, dass ich nicht beschnitten wurde!

DIE WELT 11.07.2012

http://www.welt.de/kultur/article108264046/Danke-Vater-dass-ich-nicht-beschnitten-wurde.html

[9] Deutscher Bundestag 189. Sitzung Berlin, den 19. Juli 2012 Plenarprotokoll 17/189

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

Staatsanwaltschaft Hof [Absender]

[An Herrn] R.

19.02.2013

Akten – / Geschäftszeichen (Bitte bei Antwort angeben)

22 Js 11750/12

Ermittlungsverfahren gegen D. G.

wegen Körperverletzung

Sehr geehrter Herr R.,

in dem oben genannten Verfahren habe ich mit Verfügung vom 18.02.2013 folgende Entscheidung getroffen:

Der Strafanzeige des E. R. vom 24.09.2012 wird gemäß § 152 Abs. 2 StPO keine Folge gegeben.

Gründe:

I. Der Anzeigeerstatter erstattete gegen den beschuldigten Rabbiner G. Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung wegen durch diesen vorgenommener Beschneidungen an männlichen Säuglingen.

Konkrete Einzeltaten oder Einzelfälle, die auch nur ansatzweise individualisiert wären, trägt der Anzeigeerstatter nicht vor.

Der beschuldigte Rabbiner ist “Mohel”, d. h. ein Fachmann, der die Beschneidung nach jüdischer Sitte nach entsprechender Ausbildung vollzieht und über jahrelange Erfahrung verfügt.

II. Gemäß § 152 Abs. 2 StPO ist ein Ermittlungsverfahren wegen verfolgbarer Straftaten nur dann einzuleiten, wenn hierfür zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen. Diese müssen es nach den kriminalistischen Erfahrungen als möglich erscheinen lassen, dass eine verfolgbare Straftat vorliegt.

A) Daran fehlt es in der vorliegenden Strafanzeige bereits aus tatsächlichen Gründen. Der Anzeigeerstatter wirft dem beschuldigten Rabbiner lediglich pauschal vor, zahlreiche Beschneidungen vorgenommen zu haben. Auf irgendwelche konkreten Einzelfälle nimmt der Anzeigeerstatter nicht Bezug, solche werden auch nicht vorgetragen.

Diese sind jedoch nach dem Zeitpunkt, einem möglichen Ort oder in sonstiger Art und Weise weder näher konkretisiert noch näher konkretisierbar. Damit ist zum einen weder ausgeschlossen, dass, soweit überhaupt strafbare Handlungen des beschuldigten Rabbiners vorlägen, diese bereits in verjährter Zeit geschehen wären, noch kann eine Zuordnung, die den Erfordernissen einer prozessualen Tat gem. § 264 StPO genügte, vorgenommen werden. Unbestimmte Behauptungen, die Behauptungen ins Blaue hinein nahe kommen, rechtfertigen von vornherein bereits aus tatsächlichen Gründen die Aufnahme von Ermittlungen nicht.

B) Überdies wäre – konkretisierbare Einzeltaten des beschuldigten Rabbiners in nicht verjährter Zeit unterstellt, – ein solches Verhalten jedenfalls nicht strafbar, was aus Rechtsgründen die Aufnahme von Ermittlungen hindert.

1. In der juristischen Diskussion bestand Uneinigkeit über die Frage der Strafbarkeit von Beschneidungen männlicher Minderjähriger ohne deren persönliche ausdrückliche Einwilligung, dies insbesondere in der jüngeren Vergangenheit auf Grund eines Urteils des Landgerichts Köln vom 07.05.2012 (NStZ 2012, 449), sowie oben bereits angesprochener vereinzelter, sich zuletzt stärker präsentierender Meinungen in der Literatur, auf die der Anzeigeerstatter Bezug nimmt.

2. Dabei kann letztlich dahinstehen, ob, was im Ergebnis wohl zu verneinen ist, bereits auf Grund des Gedankens der “Sozialadäquanz” bereits tatbestandlich strafrechtlich relevantes Verhalten nicht vorliegt. Der in der Literatur entwickelte Gedanke zielt auf tatbestandsmäßige Handlungen im Rahmen der Sozialordnung ab, was zu einem Tatbestandsausschluss führen soll (vergl. Fischer, StGB, vor § 32, Rdnr. 12, m. w. N.), wobei der Bundesgerichtshof offengelassen hat, ob die Sozialadäquanz eines Verhaltens den Tatbestand oder die Rechtswidrigkeit ausschließt.

3. Jedenfalls wäre das Verhalten des beschuldigten Rabbiners gerechtfertigt.

a) Zwar kann eine Einwilligung eines betroffenen Kindes im Regelfall nicht vorgelegen haben, da die nach dem Vortrag des Anzeigeerstatter durch den beschuldigten Rabbiner vorgenommenen Beschneidungen nach jüdischem Ritus in der Regel bereits am 8. Tag nach der Geburt stattzufinden haben, sodass auszuschließen ist, dass zu diesem Zeitpunkt ein zu beschneidender Säugling auf Grund seiner sozialen und persönlichen Entwicklung einwilligungsfähig ist. Eine hinreichende Verstandesreife kommt dann nicht in Betracht.

b) Jedoch ist davon auszugehen, dass regelmäßig eine Einwilligung der Eltern vorlag, die eine mögliche tatbestandsmäßige Körperverletzung zu rechtfertigen vermag.

aa) Ein allgemeines Einwilligungsrecht der Eltern für das minderjährige Kind ergibt sich grundsätzlich aus §§ 1626 ff. BGB. Gem. § 1626 Abs. 1 BGB haben die Eltern die Pflicht, aber auch das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen, wobei die elterliche Sorge auch die Sorge für die Person des Kindes umfasst. Gem. § 1627 BGB haben die Eltern die elterliche Sorge in eigener Verantwortung zum Wohl des Kindes auszuüben. § 1631 Abs. 1 BGB besagt, dass die Personensorge insbesondere auch die Pflicht und das Recht der Erziehung des Kindes mit umfasst.

bb) Zwar bestimmt § 1631 Abs. 2 BGB, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben und körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen unzulässig sind. Hieraus leitet das Landgericht Köln in seiner Entscheidung vom 07.05.2012 (NStZ 2012, 449) ab, dass die zur religiösen Erziehung dienende Beschneidung eine unangemessene Verletzung der körperlichen Unversehrtheit sein soll, was aus der Wertung des § 1631 Abs. 2 BGB folge.

cc) Der Bundesgesetzgeber hat jedoch nunmehr in § 1631 d Abs. 1 BGB – in Übereinstimmung mit der auch zuvor überwiegend vertretenen Auffassung – ausdrücklich klarstellend geregelt, dass die elterliche Personensorge auch das Recht umfasst, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll, soweit durch die Beschneidung nicht das Kindeswohl gefährdet ist. Dabei darf die Beschneidung gem. § 1631 d Abs. 2 BGB in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes auch durch von einer Religionsgemeinschaft vorgesehene Personen, die kein Arzt sind, durchgeführt werden, wenn sie dafür besonders ausgebildet sind und für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

Dies ist Ausfluss des grundgesetzlich geschützten Elternrechts, dessen Ausfluss wiederum die §§ 1626 ff. BGB sind. Art. 6 Abs. 2 GG beinhaltet einen Vorrang der elterlichen Personensorge vor dem Staat, dem § 1631 d BGB im konkreten Fall besonderen Ausdruck verleiht.

Unter diesen Voraussetzungen ist eine Beschneidung, selbst wenn sie nicht durch einen Arzt, aber fachgerecht durch einen ausgebildeten religiösen Beschneider wie dem hier beschuldigten Rabbiner, der als “Mohel” tätig ist und bei über 4000 durchgeführten Beschneidungen, hinsichtlich derer Komplikationen nicht bekannt geworden sind, über insoweit vorhandene Fachkompetenz verfügen wird, durchgeführt wurde, im Auftrag und mit Einwilligung der personensorgeberechtigten Eltern als gerechtfertigt anzusehen.

dd) Damit ist – ein potentiell konkretisierbares objektiv strafbares Verhalten des beschuldigten Rabbiners unterstellt – dieses jedenfalls durch die Einwilligung der personensorgeberechtigten Eltern gerechtfertigt (im Ergebnis wohl auch Fischer, StGB, § 223 Rdnr. 6 c).

C) Inwieweit im Einzelfall eine Einwilligung unwirksam sein kann, weil sie (im Einzelfall) nicht dem Kindeswohl entspreche, ist vorliegend nicht zu entscheiden.

Solche Fälle sind ggf. denkbar, wenn von vornherein für eine Beschneidung ein erhöhtes medizinisches Risiko besonderer Komplikationen besteht, wie beispielsweise bei X-chromosomal-rezessiv vererbter Hämophilie dies der Fall sein kann.

Da derartige Einzelfälle vom Anzeigeerstatter aber weder konkret vorgebracht noch sonst in irgendeiner Art und Weise ersichtlich sind, bedarf es einer diesbezüglichen Prüfung und Entscheidung nicht.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass auch Anlass für die Ermittlungen, die zu dem bereits zitierten Urteil des Landgerichts Köln vom 07.05.2012 führten, das Auftreten einer Komplikation, nicht die Beschneidung an sich war.

III. Die Aufnahme von Ermittlungen war aus vorgenannten Gründen abzulehnen und der Strafanzeige des Anzeigeerstatters keine Folge zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen

gez. [Name]

Staatsanwalt als Gruppenleiter

ZdE zur Welle der Gewalt

September 23, 2012

‏عصبية‎

ʿaṣabīya

Gruppennarzissmus, Stammesdenken

Asabiyya

Im Juli 2012 erschien bei YouTube der 14-minütige mohammedkritische Film Innocence of Muslims – Die Unschuld der Muslime. Zwei Monate später wird das Video zwischen Khartoum und Sydney, Tunesien und Pakistan von radikalislamisch motivierten Tätern als Ursache für die eigene Empörung und Straßengewalt genannt. Der Film wird als Alibi nutzbar gemacht für angeblich spontane, möglicherweise bestens geplante Angriffe auf US-amerikanische Botschaften, die vielleicht sogar bewusst mit dem Jahrestag von Nine Eleven zusammenfallen. Dieses Blog meint: es gibt gute und schlechte Kunst – aber nicht Filme morden, Mörder morden.

Stellungnahme des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) über die islamisch begründete Straßengewalt:

Zentralrat der Ex-Muslime protestiert gegen die islamische Gewalt- und Hasswelle, ausgelöst durch den Film „Unschuld der Muslime“

Hassan Nasrallah im Libanon, Ayatollah Khamenei im Iran und Aiman Mazyek in Deutschland haben alle die gleiche Position und das gleiche Interesse:

Die Islamisten sollen in der Auseinandersetzung um den umstrittenen Film „Die Unschuld der Muslime“ aggressiv auftreten.

Der ZdE ist gegen ein Aufführungsverbot des Films in Deutschland und fordert die deutsche Regierung und Parteien dazu auf, der Hetze der Islamisten nicht nachzugeben, das Recht der Meinungsfreiheit in Deutschland zu bewahren und kein grünes Licht für die Entfaltung der Brutalität durch Islamisten in Deutschland zu geben.[1]

Ein schlechter und unprofessioneller Film von arabischen Kopten mit dem Titel „Unschuld der Muslime“ hat den Anlass dafür geboten, dass islamische Regierungen und islamistische Organisationen weltweit dazu aufrufen, ihre Macht zu demonstrieren sowie ihren barbarischen Hass auf die Kunst- und Meinungsfreiheit sowie auf das Recht auf Religionskritik zu zeigen.

Im Iran sind Ayatollah Khamenei und die Medien des Gottesstaates sehr begeistert über die Möglichkeit zu einer flächendeckenden Machtdemonstration des Islam, und der Führer der Hizbollah, Hassan Nasrallah, ruft dazu auf, mit aller Härte gegen die Filmemacher vorzugehen. Und obwohl im Iran Tausende Erdbebenopfer und ihre Kinder von Hunger und Kälte bedroht sind und für sie angeblich kein Geld für nötige Hilfsmaßnahmen vorhanden sein soll, hat die islamische Regierung nach wie vor ein Kopfgeld für die Ermordung von Salman Rushdie in Höhe von 3,3 Millionen Dollar ausgesetzt.

Mit dem Anheizen der Stimmung und den Aufrufen zu gewalttätigen Protestaktionen sind die Islamisten bestrebt, ihre Macht zu demonstrieren und ihren Einfluss zu erhöhen. Ihre Rechnung lautet: Je mehr Blut fließt, je mehr Tote es gibt, desto größer schwillt der politische Islam an. Dafür werden auch Demonstranten gekauft.

Im Libanon und Iran, in Afghanistan und Pakistan agieren starke islamistische Akteure mit einer zutiefst reaktionären und barbarischen Ideologie. Sie bringen die Menschen u.a. auch Muslime um, steinigen Frauen und beleidigen mit ihren abscheulichen Taten die gesamte Menschheit. Heute reden diese Kräfte davon, der dilettantische, aber unblutige Film sei eine Beleidigung von Milliarden Menschen. Auf facebook und anderen sozialen Medien haben genau diese Menschen in der islamischen Welt die Brutalität der Regierungen z. B. des Iran verurteilt und geschrieben, dass nicht dieser Film, sondern die islamische Regierung im Iran 70 Millionen Iraner beleidigt.

Ayatollah Khamenei und die anderen islamischen Führer versuchen, Kapital aus der entfachten Empörung für sich und ihre barbarische Bewegung zu schlagen. Interessanterweise reden in Deutschland Aiman Mazyek und die verschiedenen Islamverbände im Grundsatz ganz ähnlich wie Khamenei und Nasrallah. Das zeigt: Es handelt sich – bei allen sekundären taktischen Unterschieden – um eine Bewegung, den politischen Islam und um gemeinsame Interessen.

Der ZdE in Deutschland protestiert gegen diese gewaltsame Antwort auf den Film in aller Schärfe und erwartet, dass die deutsche Regierung und Parteien sich durch Aiman Mazyek und den Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland nicht einschüchtern lassen und dass sie sich für die Grundrechte der Menschen in Deutschland einsetzen, anstatt angesichts der Gewalt der Islamisten aufzugeben.

Wir sind der Auffassung, dass die deutsche Regierung keinen Millimeter von der verfassungsmäßig verbrieften Meinungsfreiheit abweichen sollte. Die deutsche Regierung darf sich nicht zum ausführenden Organ der islamistischen Hetze gegen die Meinungsfreiheit machen. Ein Verbot der öffentlichen Vorführung des Films muss deshalb unterbleiben. Die deutsche Regierung sollte nicht wie ein Wunscherfüller der Islamisten agieren. Die deutsche Politik und die Medien haben den Islamisten und ihren Organisationen bislang ohnehin schon zuviel schädliche Zugeständnisse gemacht, diesen Kräften eine Propagandabühne bereitet, und sie in unverantwortlicher Weise aufgewertet.

Wir rufen alle fortschrittlichen Menschen, die für die Freiheit der Meinungsäußerung eintreten, mit uns gemeinsam gegen den aggressiven Aufmarsch der Islamisten aufzustehen und ihre Aktionen zu verurteilen.

An die deutsche Regierung richten wir den Appell: Sehen Sie endlich ein, dass die Kooperation mit den islamistischen Kräften im In- und Ausland ein Fehler ist, der umgehend korrigiert werden muss.

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

18.09.2012

[1] Politiker fürchten Unruhen auch in Deutschland und wollen deshalb verhindern, dass der Film … öffentlich in Berlin gezeigt wird. … Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) sagte der “Frankfurter Neuen Presse”, nichts rechtfertige die Verletzung religiöser Gefühle.

aus: Muslime warnen vor Straßenschlachten

in: DIE WELT 18.09.2012

http://www.welt.de/politik/deutschland/article109289736/Muslime-warnen-vor-Strassenschlachten-in-Deutschland.html

Weitere Quellen zum Thema, vom Blogbetreiber ergänzt. Mit Blick auf das Land der bislang gewalttätigsten der so gerne auf den Kurzfilm bezogenen menschenfeindlichen und schariafreundlichen Proteste, Pakistan:

Innocence of Muslims

http://en.wikipedia.org/wiki/Innocence_of_Muslims

Protest in Bahrain – wenig spontan wirkend. Fotografiert am 14. September 2012. Auf dem Plakat steht: „Die Islamische Umma [Weltgemeinde] wird denen keine Toleranz zeigen, die das, was ihr heilig ist, beleidigen.“

A protest in Duraz, Bahrain against an anti-Islamic film. The banner (in Arabic) reads: “The Islamic nation will not tolerate with those who offend its sanctities”

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/A_protest_against_an_anti-Islamic_film.JPG

2012 diplomatic missions attacks – September 11, 2012 – ongoing

Cairo, Egypt

Chennai, Tamil Nadu, India

Sydney, Australia

Benghazi, Libya

Sana’a, Yemen

Tunis, Tunisia

Khartoum, Sudan

Antwerp, Belgium

London, United Kingdom

Paris, France

Copenhagen, Denmark

http://en.wikipedia.org/wiki/2012_diplomatic_missions_attacks

Hundreds of Pakistanis protesting an anti-Islam video broke through a barricade near the U.S. Consulate in the southern city of Karachi on Sunday, sparking clashes with police in which one demonstrator was killed and more than a dozen injured.

The film, which denigrates Islam’s Prophet Muhammad, has sparked violent protests throughout the Muslim world in recent days, including one in Libya in which the U.S. ambassador to the country was killed, reports The Associated Press. …

Ali Ahmar, a spokesman for the Shiite Muslim group that organized the rally, said one protester was killed during the clash. …

At least 8,000 people also attended a rally against the film Sunday in the eastern city of Lahore, which was organized by Jamaat-ud-Dawa, believed to be a front organization for a powerful militant group. The protesters shouted anti-U.S. slogans and burned an American flag.

“Our war will continue until America is destroyed!” shouted some of the protesters. “Dog, dog, America is a dog!” chanted others.

The head of Jamaat-ud-Dawa, Hafiz Mohammad Saeed, who has a $10 million U.S. bounty on his head, addressed the crowd and demanded the Pakistani government shut down the U.S. Embassy and all consulates in the country until the film makers are punished.

Around 4,000 people attended a demonstration near the northwest city of Dera Ismail Khan organized by the hard-line party Jamiat-Ulema-Islam.

“This film shows how much these Americans and these Westerners are extremists,” the head of the party, Maulana Fazlur Rehman, told the protesters.

aus: Pakistan Protesters March on US Consulate, One Dead

in: ThisDay (Lagos, Nigeria) 17.09.2012

http://www.thisdaylive.com/articles/pakistan-protesters-march-on-us-consulate-one-dead/125204/

Pakistan ruft einen neuen Feiertag aus, morgen ist Tag der Liebe zum Propheten:

Islamabad, Sept 20: Pakistan government on Wednesday decided to observe the coming Friday as ‘Love the Prophet Day‘ [21. September 2012] and declared it a national holiday, condemning an anti-Islam film that has triggered violent protests across the Muslim world.

Chairing a meeting of his cabinet, PM Raja Pervez Ashraf called on people to protest peacefully against the film.

The cabinet set aside its agenda to condemn the anti-Islam film and decided to observe Sept 21 as ‘Youm-e-Ishq-e-Rasool‘ or ‘Love the Prophet Day’ to convey the government’s protest against the film. The day was also declared a national holiday.

http://news.oneindia.in/2012/09/20/pakistan-to-observe-love-the-prophet-day-on-friday-1073305.html

Einen Tag danach, Gewaltausbrüche am Tag der Liebe zum Propheten:

Violence erupts on Love the Prophet Day

September 21

http://www.sunnewsnetwork.ca/video/1852749922001

Die an Maududi orientierte Partei und Missionsbewegung JI ist auch in Bangladesch einflussreich, elitär, reaktionär und radikalislamisch; 2002 errang sie bei den pakistanischen Parlamentswahlen mit ihren Bündnispartnern 53 von 272 Parlamentssitzen. Die Jamaat-ud-Dawa (JuD) hingegen ist der politische Arm der Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba.

21. September 2012, Tag der Liebe zum Propheten. Nach einem politisch erregenden Freitagsgebet Kinos anzünden, Banken ausrauben, Steine schmeißen und Läden plündern. Prominente Islamfunktionäre und ihre Islamischen Bewegungen von Jamaat-e-Islami (JI) bis Jamaat-ud-Dawa (JuD) verantworten Motivation und Logistik:

On the M A Jinnah Road, armed miscreants attacked the Capri, Prince, Nishat and Bambino Cinemas and torched them with kerosene oil. No law enforcers dared to stop the miscreants from torching the public property. The thugs later moved forward and attacked the Sindh Bank, robbed the money and also torched it.

Similarly, mobs in Kharadar area torched a Frontier Constabulary check-post, in Quaidabad area they torched the Gulistan Cinema and partially damaged the DC Malir Office. In Liaquatabad area, armed miscreants attacked several vehicles and also torched a truck. In the PIB Colony area, a bank, after it was robbed of cash, was burnt down. Moreover, two wine shops were torched in Zaman Town and Awami Colony police limits. …

The rallies and protests began at The Mall soon after the Friday prayers as Jamaat-e-Islami and Pakistan Muslim League-N staged protest meetings at Masjid-e-Shuhada, addressed by respective local leaders, including Dr Farid Paracha, Dr Wasim Akhtar, Amirul Azeem, Pervaiz Malik, MNA, Mian Marghoob MNA, Imran Nazeer, Salman Rafiq and others. …

Meanwhile, workers of Jamaatud Dawah, Defence of Pakistan Council (DPC), Tehrik-e-Hurmat Rasool (THR), Ahle Sunnat Wal Jamaat, Tahaffuz-e-Namoos-e-Risalat Mahaz and Sunni Tehrik joined the rallies.

The rallies of Sunni Ittehad Council (SIC), Majlis-e-Wahdat Muslemeen (MWM), Sunni Tehrik and Jamaatud Dawah reached The Mall after the frontline of the mob had crossed over to the Governor’s House.

Islami Jamiat Talaba, Imamia Students Organisation (ISO), Pakistan Tehreek-e-Insaf and other parties also took out rallies, which culminated on the Egerton Road.

aus: Salis bin Pervaiz: Death, destruction mar Yaum-e-Ishq-e-Rasool

in: The News (Karachi, Pakistan) 22.09.2012

http://www.thenews.com.pk/Todays-News-13-17622-Death-destruction-mar-Yaum-e-Ishq-e-Rasool

Schiitisch, gegründet 2008, Führer ist Hodschatoleslam Raja Nasir Abbas Jafri:

Majlis-e-Wahdat Muslemeen (MWM)

http://www.youtube.com/watch?v=g-n77jITsek

http://www.youtube.com/watch?v=YAj8b2L2ATU&feature=related

Rechtsradikaler Dachverband von 35 Bewegungen, gegründet im November 2011 und geführt von Maulana Samiul Haq:

Defense of Pakistan Council (PPC, Difa-e-Pakistan)

http://en.wikipedia.org/wiki/Difa-e-Pakistan_Council

http://www.youtube.com/watch?v=ZHHTDnegtFc

http://www.youtube.com/watch?v=8U9mqOijfoo&feature=related

Jamaat-ud-Dawa (JuD)

http://www.youtube.com/watch?v=NlYZ1SGLfKY

http://www.youtube.com/watch?v=qBdps8br1YE&feature=related

ISLAMABAD (AP) — Pakistan’s “Day of Love for the Prophet” turned into a deadly day of gunfire, tear gas and arson.

Thousands angered by an anti-Muslim film ignored pleas for peaceful rallies and rampaged in several Pakistani cities Friday in battles with police that killed 19 people and touched off criticism of a government decision to declare a national holiday to proclaim devotion for the Prophet Muhammad. …

Analysts accused the Pakistani government of pandering to these extremists by declaring Friday to be an official holiday — calling it a “Day of Love for the Prophet.” Officials urged peaceful protests, but critics said the move helped unleash the worst violence yet caused by the film, titled “Innocence of Muslims.”

In addition to those killed, nearly 200 others were injured as mobs threw stones and set fire to cars and movie theaters, and battled with police who responded with tear gas and gunfire.

“The people were just waiting for a trigger,” said Imtiaz Gul, director of the Islamabad-based Center for Research and Security Studies.

aus: SEBASTIAN ABBOT: Pakistan hit by deadly riots over anti-Muslim film

in: The Associated Press 21.09.2012

http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5hxodOz3Y7R9SI34uzW5wQ6qAJsVQ?docId=fb7e65bfde0541dda8056da83a3876d0

http://www.theglobeandmail.com/news/world/three-killed-in-pakistan-in-anti-islam-film-protests/article4558378/

In 1985, Hafiz Mohammed Saeed and Zafar Iqbal formed the Jamaat-ud-Dawa (Organization for Preaching, or JuD) as a small missionary group dedicated to promoting an Ahl-e-Hadith version of Islam. … Hafiz Muhammad Saeed – Living in Pakistan – Founder of Lashkar-e-Taiba and amir of its political arm, Jamaat-ud-Dawa (JuD).

http://en.wikipedia.org/wiki/Jama%27at-ud-Da%27wah

http://en.wikipedia.org/wiki/Lashkar-e-Taiba

Hafiz Muhammad Saeed (born 1950) was the amir of Jama’at-ud-Da’wah

http://en.wikipedia.org/wiki/Hafiz_Muhammad_Saeed

Jamiat Ulema-e-Islam (JUI)

JUI is a Deobandi (Sunni/Hanafi) organization, part of the Deobandi Muslim movement.

http://en.wikipedia.org/wiki/Jamiat_Ulema-e-Islam

JUI-Präsident (ameer) ist Maulana Fazlur Rahman, Markenzeichen der Jamiat Ulema-e-Islam sind schwarz-weiß gestreifte Fahnen

http://www.youtube.com/watch?v=YQthh4MxSbw&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=9tVrMtf_hmU&feature=related

Jamiat Ulema-e-Islam, offizielle Webpräsenz

http://www.nrdf.org.pk/jui/

Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat ein Kopfgeld auf den Produzenten des islamfeindlichen Films aus den USA ausgesetzt. Er versprach an diesem Samstag demjenigen, der “diesen Gotteslästerer” töte, 100.000 Dollar.

Bilour forderte die Taliban und das Terrornetzwerk al-Kaida auf, sich der “noblen Sache” anzuschließen. Er will das Geld aus seiner eigenen Tasche zahlen, berichtete die BBC.

“Wenn jemand anderes in Zukunft ähnliches Material produziert, dann werde ich seinen Mördern ebenfalls 100.000 Dollar zahlen”, sagte der Eisenbahnminister. Die BBC zitiert ihn weiter: “Länder, in denen es eine Meinungsfreiheit gibt, brauchen Gesetze gegen Menschen, die unseren Propheten beleidigen. Wenn sie keine Gesetze erlassen, dann wird die Zukunft sehr gefährlich.” Ihm sei klar, dass es eine Straftat sei, Menschen zum Mord aufzurufen, sagte der Minister. Es gebe aber keinen anderen Weg, “Gotteslästerern” Furcht einzuflößen.

DER SPIEGEL 22.09.2012 [Beleg für Ansprache auch der Taliban und der Qaida s. u.]

http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistanischer-minister-setzt-kopfgeld-auf-mohammed-filmmacher-aus-a-857413.html

“I will pay whoever kills the makers of this video $100,000,” the minister said. “If someone else makes other similar blasphemous material in the future, I will also pay his killers $100,000.

“I call upon these countries and say: Yes, freedom of expression is there, but you should make laws regarding people insulting our Prophet. And if you don’t, then the future will be extremely dangerous.” …

His ANP party, which is part of the governing coalition, told the BBC this was a personal statement, not party policy, but added that it would not be taking any action against him.

BBC 22.09.2012

http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-19687386

Beleg: auch Taliban und al-Qaida dürfen sich angesprochen fühlen und aus Ministerhand ihr Mordhonorar kassieren:

He suggested even the Taliban and al-Qaeda would be eligible for the reward.

http://www.manchesterwired.co.uk/news.php/1453478-Anti-Islam-film-Pakistan-minister-offers-bounty

Awami National Party, ANP

Ideology: Socialism on a pan-Islamic basis, Pashtun Nationalism

Since the 2008 elections the party has been the principal target of Tehreek-e-Taliban militants with over 100 activists by February 2009 having been assassinated by suicide bombers or in target killings.

http://en.wikipedia.org/wiki/Awami_National_Party

Möchte mehr Morde für Seelenheil und Kalifat: Pakistans Eisenbahnminister Bilour

http://en.wikipedia.org/wiki/Ghulam_Ahmad_Bilour

(…) Alle vereint die gemeinsame Front gegen den äußeren Feind, die Lebenswelt und den Einfluss des “Westens”, repräsentiert durch die USA – und der Kampf gegen Israel. Begleitet und vorbereitet wird dies durch die fünfte Kolonne in diesem Krieg, den sogenannten “Istanbul-Prozess”, ein von den islamischen Staaten beschlossenes und mit über zehn Milliarden Dollar jährlich finanziertes Missionsprogramm, dessen Ziel unter anderem die Kriminalisierung von Kritik der Religion des Islam ist. …

Am 20. Mai 2012 versammelten sich in Kairouan die Aktivisten der tunesischen Salafiyya zum “Zweiten Kongress der Partisanen der Scharia”. …

“Wir haben sie nicht eingeladen”, sagte ein Händler, aber Proteste gegen die ungebetenen Gäste gab es auch nicht. Vor der versammelten Prominenz der zwar immer noch verbotenen salafistischen Bewegung Hizb Ettahrir skandierte die Menge: “Juden, Juden, die Armee des Mohammeds ist zurück!” und “Wir sind alle Kinder Osamas!” Gemeint war natürlich Osama Bin Laden. Ein Redner schwor die Menge ein: “Jeder Muslim ist ein Dschihadist, und der Dschihad ist unsere Pflicht.” …

Ihre “Asabiyya”, das ist die vom großen tunesischen Historiker Ibn Khaldun beschriebene “kollektive Aggressivität”, stellt die tunesische Zivilgesellschaft vor erhebliche Probleme.

Überall, wo sich die demokratische Bewegung zeigt, treten diese Moralterroristen auf. Der Islam-Mob stürmt Theater und Kinos, wenn ihnen ein Film oder Schauspiel nicht gefällt; provoziert Straßenschlachten, wenn in Kunstausstellungen missliebige Werke gezeigt werden; besetzt Universitäten, damit ihre Frauen vollverschleiert studieren können.

Die Salafisten sind die Sturmabteilung des politischen Islam. …

aus: Necla Kelek: Der Tugendterror der wütenden Salafisten

in: DIE WELT 19.09.2012

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article109308790/Der-Tugendterror-der-wuetenden-Salafisten.html

Gruppennarzissmus

Fromm bezeichnet den Gruppennarzissmus als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vorbereitung eines Krieges und sieht seine Ursache in der Form der heutigen Gesellschaft, „welche Isolierung und Feindseligkeit der Menschen untereinander“ und somit sowohl den Narzissmus als auch den Gruppennarzissmus fördere. Allerdings sieht er in ihm auch die Chance, wenn es gelänge, den Gruppenarzissmus auf die gesamte Menschheit auszudehnen, „wenn der einzelne sich primär als Weltbürger erleben und wenn er auf die Menschheit und ihre Leistungen stolz sein könnte“, dass dieser den Weg zu einem „Neo-Humanismus“ ebnen könnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppennarzissmus

Autoritärer Charakter

http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

Autoritäre Persönlichkeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4re_Pers%C3%B6nlichkeit

Scharia. Rechtsstatus für verschiedene Menschen und Völker

http://de.wikipedia.org/wiki/Scharia#Rechtsstatus_f.C3.BCr_verschiedene_Menschen_und_V.C3.B6lker

Eltern gegen Kinderbeschneidung Teil II Rechtliche Fragen

September 22, 2012

Rechtliche Fragen der Beschneidung von Jungen

Sozialpädagogin Gabi Schmidt schreibt am 28. September 2012 für eine unterstützenswerte Initiative: Eltern gegen Kinderbeschneidung.

Vorgeschichte

Am 04.11.2010 war ein vierjähriger Junge von einem muslimischen Arzt in dessen Praxis aus rituellen Gründen beschnitten worden. Der Eingriff erfolgte unter örtlicher Betäubung. Trotz fachgerechter Durchführung stellten sich kurz nach der Vorhautamputation erhebliche Komplikationen ein, eine urologisch-chirurgische Nachoperation wurde erforderlich. Der Vierjährige war mehrere Tage in stationärer Behandlung.[1] Die Staatsanwaltschaft ermittelte in dem Fall und klagte den Mediziner wegen Körperverletzung an. Gegen das anschließende Urteil des Amtsgerichts vom 21.09.2011 legte die Ermittlungsbehörde Berufung ein.

Das zuständige Berufungsgericht, das Landgericht Köln, kam am 07. Mai 2012 zu dem Ergebnis, dass eine Beschneidung aus religiösen Gründen eine Körperverletzung nach § 223 StGB ist, daran ändere die fachlich korrekte Durchführung, die ein Gutachter bestätigte, nichts (Az. 151 Ns 169/11). Der Arzt hätte den Eingriff auch mit Einwilligung beider Eltern nicht vornehmen dürfen, da beide Sorgeberechtigten gar nicht berechtigt waren, der Zirkumzision zuzustimmen (§ 1627 BGB, Ausübung elterlicher Sorge) (§ 1631 BGB Inhalt und Begrenzung elterlicher Sorge). In der Hauptverhandlung habe der praktizierende Moslem glaubhaft dargelegt, in der Überzeugung gehandelt zu haben, weder religiöse noch rechtliche Vorschriften übertreten zu haben.

Eine vorsätzliche Körperverletzung kann dem Angeklagten nicht vorgeworfen werden. Der Mediziner habe sich vielmehr in einem sogenannten Verbotsirrtum befunden. Als Nichtjurist habe er diese komplexe Rechtslage nicht durchschaut. Seine Fehleinschätzung sei dem Arzt nicht vorzuwerfen, da die wenigen vergleichbaren Fälle, die in der juristischen Fachliteratur diskutiert worden seien, durchaus unterschiedlich bewertet worden sind. Ihn träfe daher keine Schuld, er sei freizusprechen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Revision, das Urteil ist rechtskräftig.

Der starken muslimischen und vor allem jüdischen Lobby ist es im Sommer und beginnenden Herbst 2012 gelungen, mit dem Islamophobievorwurf und mehr oder weniger offenen Anspielungen auf Deutschlands menschenverachtende und antisemitische nationalsozialistische Vergangenheit die deutsche Regierung vor ihren Karren zu spannen. Thomas Heilmann, Justizsenator des Bundeslandes Berlin, hat sich veranlasst gesehen, vor dem geplanten Bundesgesetz eine Übergangsverordnung für Berlin zu erlassen, die religiöse Beschneidungen erlaubt, wenn auch unter Auflagen.[2] Er wies die Staatsanwaltschaft sogar an, selbst bei Strafanträgen gegen Beschneider nicht mehr zu ermitteln, sondern die Verfahren regelmäßig einzustellen.[3] Als Chef der Berliner Senatsverwaltung und Vorgesetzter der Staatanwaltschaft darf der Senator zwar Arbeitsanweisungen geben, aber das Legalitätsprinzip verpflichtet die Ermittlungsbehörden tätig zu werden und bei ausreichendem Verdacht anzuklagen.[4]

In die kontroverse Diskussion des Themas schaltete sich am 23.08.2012 der Ethikrat ein; die einzelnen Vorträge und die Diskussion sind online.[5]

Er empfahl folgende rechtliche und fachliche Standards für die Beschneidung:

Umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten

Qualifizierte Schmerzbehandlung

Fachgerechte Durchführung des Eingriffs sowie

Anerkennung eines entwicklungsabhängigen Vetorechts des betroffenen Jungen

Meine Kritik:

Welche Art von „Aufklärung“ soll es denn bitte sein und wer führt sie durch? Der Sünnetci oder Mohel,[6] auf der Grundlage der religiösen Texte oder darf es auch ein bisschen Wissenschaft sein?

Man sehe sich beispielsweise die Page des reisenden Mohels David Goldberg an, der Beschneidungen in der Wohnung der Eltern anbietet, den Eingriff total verharmlost, Betäubung für überflüssig hält, wahrheitswidrig behauptet, dass Neugeborene noch kein ausgeprägtes Schmerzempfinden haben und den Eltern von Beschneidungen durch Ärzte mit äußerst abstrusen Argumenten abrät.

So seien die Mediziner in Krankenhäusern, die den Penis von Neugeborenen und kleinen Jungen nach dem elterlichen Religionsempfinden bzw. nach deren hygienischen oder sonstigen Wunschvorstellungen zurechtschneiden, alle sehr jung und unerfahren. Er vermittelt den Eindruck, dass die Beschneidung ein so harmloser Eingriff sei, dass damit frisch ausgebildete Ärzte ihr chirurgisches Können üben. Und welche Eltern würden ihren Sohn schon einem Lehrling in Sachen Medizin anvertrauen, wenn es Beschneider gibt, die ihr Handwerk seit Jahrzehnten erfolgreich ausüben.

Aber auch ein sehr fähiger und berufserfahrener Arzt, der allerdings als Säkularer oder Atheist nicht koscher lebt oder gar überhaupt nicht dem jüdischen Glauben angehört und seinen gesamten Alltag nicht nach der Halacha (dem jüdischen Religionsgesetz) ausrichtet, sei keine gute Wahl. Goldberg und auch der Zentralrat der Juden in Deutschland erpressen die Eltern zusätzlich der Behauptung, dass wer die Zirkumzision seines Sohnes auch nach Vollendung des 13. Lebensjahrs des Kindes noch nicht durchführen lassen hat, sich außerhalb des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel stellt[7] Wer also seinen Jungen nicht beschneiden lässt, begeht Verrat an der jüdischen Religion und an seinem sein Volk.

Auf der Seite HaMakor ist nachzulesen, dass der Vater unbedingt dafür zu sorgen hat, das dem Kind nach vorgeschriebenem Ritus die Vorhaut abzuschneiden ist. Ist er verstorben oder er kommt er aus anderen Gründen seiner Pflicht nicht nach, ist das Bet Din, das Gericht, das dafür zu sorgen hat, dass die Gemeinde nach der Tora bzw. dem Tanach lebt zuständig. Auf dieser Homepage erfährt der Leser viele Details zum Judentum. Aus den Informationen geht auch hervor, warum die Brit Mila möglichst von einem Mohel durchgeführt werden soll:

Heutzutage wissen nur die Wenigsten, wie man beschneidet. Die meisten Beschneidungen werden durch einen Mohel, einen „Beschneider“, vorgenommen. Der Mohel ist ein Fachmann, der diesen Beruf lange lernen muss. Der Mohel kennt die halachischen Aspekte einer Brit Mila, so wie auch die medizinischen. Das Kind durch einen Mohel beschneiden zu lassen ist wohl sicherer als durch einen Chirurgen. Seine persönliche langjährige Erfahrung sowie die von Generation zu Generation weitergegebenen Weisheiten fehlen der modernen Medizin und machen ihn unentbehrlich.“…

…. „Das Abschneiden der Vorhaut nennt man Mila. Danach wird der auf dem Glied verbliebene Vorhautrest in zwei Teile gerissen und nach oben gefaltet. Dies nennt man Pri’a. Auch Nichtjuden, die sich aus religiösen (Muslime) oder hygienischen Gründen beschneiden lassen, schneiden die Vorhaut ab, haben also Mila. Die Pri’a aber ist ein rein jüdisches Prozedere. Es ist also gut zu verstehen, warum ohne Pri’a die jüdische Pflicht unerfüllt bleibt[8]

Ja, wir wissen nun auch, warum ein Kind nicht betäubt wird: Es soll halb wahnsinnig vor Schmerzen sich fast die Seele aus dem Hals schreien, weil nach traditioneller jüdischer Glaubensüberzeugung seine Stimme nur auf diese Weise ungehindert Gehör vor Gott finden kann. Sein den Raum erfüllendes, durchdringendes Gebrüll symbolisiert sein erstes Gebet zu Gott und soll den Herrn gnädig und milde stimmen, damit er sich erbarmt und sich der Menschen annimmt. Wäre das Kind durch Medikamente benebelt oder würden die Anwesenden aus Mitleid eingreifen und die qualvolle Zeremonie abstoppen, würde sein gellendes Schreien sich beruhigen. Es bestünde dann die Gefahr, dass seiner Stimme der direkte Weg zu Gott durch Hindernisse und Hürden verbaut wird. Seine Gebete für sich und die Umstehenden würden dann vielleicht nicht erhört. Das werden die Abgeordneten des deutschen Volkes im Land der Schoa doch nicht verantworten wollen:

Auch soll jeder Anwesende seine eigenen Probleme im Sinn haben während des Geschreis des Beschnittenen, denn des Kindes Stimme findet direkt Gehör vor G-tt, ohne jegliche Hürden, und sein Gebet wird einbegriffen sein in des Kindes Gebet (da auch er ein Teil des Bundes ist, wie dort oben erwähnt wird).

Auch der Sünnetci verabreicht den muslimischen Jungen keine schmerzlindernden Medikamente. Die Prozedur ist daher nicht weniger qualvoll. Die Soziologin Necla Kelek berichtet über die Beschneidung ihres Neffen:

Auch meine Schwester hat ihre Söhne beschneiden lassen, weil es Brauch und Tradition ist. Unbeschnittene Jungen werden in der türkischen Gesellschaft nicht akzeptiert, die Beschneidung gehört zum Muslimsein und unauflöslich zur männlichen Identität. Und diese gewinnt nur, wer Schmerzen ertragen kann. Wer die nicht aushält, wer nicht bereit zu sein scheint, einen Teil von sich Allah zu opfern, gehört nicht dazu.

Was versteht der Ethikrat unter einer „qualifizierten“ Schmerzbehandlung? Wie viel Schmerzen muss ein Baby oder Kind aushalten?

Sollte tatsächlich ein Arzt bei einem Baby oder kleinen Jungen ohne zwingenden medizinischen Grund eine Vollnarkose vornehmen, wie auf Goldbergs Seite nachzulesen, droht ihm eine Gefängnisstrafe und lebenslanges Berufsverbot, denn eine solche Betäubung ist für die kleinen Wesen lebensgefährlich und darf nur im äußersten Notfall angewendet werden.[9] Der Rabbi und Beschneider:

Ist das Kind über 6 Monate alt, wird prinzipiell ein Arzt hinzugezogen, der die Beschneidung aus medizinischer Sicht betreut und überwacht (Narkose, Betäubung etc.). Bei Kindern, die älter als sechs Monate bis zu 10 Jahre alt sind, wird die Beschneidung unter Vollnarkose durchgeführt.

Was ist unter einer „fachgerechten“ Durchführung zu verstehen? Ist eine Mohel-Beschneidung durch einen „Experten“, der nicht einmal zu wissen scheint, dass Neugeborene Schmerzen fühlen können oder der bewusst die Unwahrheit sagt, sicher genug? Ich zitiere:

Der Schmerz ist bei kleinen Babys minimal, weil das Schmerzempfinden noch nicht voll ausgebildet ist.

Kein Vertreter der jüdischen Organisationen hat sich von der Mundbeschneidung (Metzitzah B’peh[10]) distanziert, die nicht einmal die hygienischen Mindeststandards erfüllt.[11] Wer kennt sich bei den Sünnetci mit Fragen der Hygiene wirklich aus?

Der Bundestag wird in den nächsten Tagen über einen Gesetzesentwurf beraten, der nicht nur die rituelle Jungenbeschneidung erlauben soll, sondern den Eltern grundsätzlich die Entscheidung überlässt ob sie der Ansicht sind, dass eine Zirkumzision das Kindeswohl ihres nicht einwilligungsfähigen Jungen fördert. Die Auflagen, die zu beachten sind, entsprechen den Forderungen des Ethikrats und sind daher ebenfalls interpretierbar. Der Gesetzesentwurf wird wenigstens von den Kinderrechtsbeauftragen der Fraktionen kritisiert, sogar von Katja Dörner (Bündnis 90 / die Grünen). Die Vertreterinnen von FDP (Leutheusser-Schnarrenbergers Partei) und CDU hüllten sich in Schweigen. In Treue fest zur Regierungskoalition, was interessiert die Verfassung.[12]

Presseecho

Nach dem Gerichtsurteil brach ein Sturm der Entrüstung aus, der seit mehreren Monaten unvermindert durch den Blätterwald tobt. Die Medien überschlagen sich fast in ihrem Eifer die „besorgten“ Reaktionen zum „umstrittenen“ Beschneidungsurteil darzustellen. Leider wird die Berichterstattung zunehmend einseitig. Während wissenschaftliche und säkulare Argumente kaum berücksichtigt werden, häufen sich die Interviews mit führenden erzkonservativen bis ultraorthodoxen Vertretern der islamischen und jüdischen Religionsverbände. Es entsteht der Eindruck, dass jeder, der vom wörtlichen Quellenverständnis abweichende Diskussionsbeiträge einzubringen wagt, von den Schriftgläubigen zunächst pauschal der Fremdenfeindlichkeit, der Islamophobie oder des Antisemitismus bezichtigt wird. Gelingt das nicht, zieht man ein neues Ass aus dem Ärmel und weist auf die längst widerlegten angeblichen hygienischen und präventiven Vorteile einer Vorhautamputation hin. Trägt das ebenfalls nicht zur Einschüchterung der Andersdenkenden bei, habe man als Ungläubiger oder Goi nicht genügend Kenntnisse (Matthias Kamann: „Erfahrungswissen“)[13], um den Sinn des Zeremoniells zu verstehen. Beweist man das Gegenteil, solle man sich nicht in Angelegenheiten mischen, die einen nichts angingen. Längst sind an die Stelle eines sachlichen, informierenden Diskussionsstils Faktenferne und üble Polemik getreten.

Ali Kizilkaya beispielsweise, der derzeitige Sprecher des Koordinationsrats der Muslime (KRM), sieht in dem Kölner Urteil einen Rückschlag für die Religionsfreiheit und einen großen Schaden für die Integration. Bülent Ucar, Direktor des Zentrums für interkulturelle Islamstudien in Osnabrück, eine der Autoritäten, die zur Einführung des bekennenden islamischen Religionsunterrichts beigetragen haben, befürchtet, dass die Entscheidung der Kölner Richter die Islamophobie in Deutschland bestärken würde. Rauf Ceylan, als Religionswissenschaftler ebenfalls sehr um den islamischen Religionsunterricht bemüht, hält die Jungenbeschneidung im Islam für ein kulturell stark verankertes Ritual, dass unbedingt beibehalten werden muss.

Besonders laut melden sich die jüdischen Würdenträger zu Wort. Meiner Meinung nach halten sich die muslimischen Autoritäten geschickter Weise zunehmend zurück und überlassen die Arbeit der politischen Meinungsbildung den jüdischen Autoritäten, die haben als Überlebende und deren Nachkommen des von Deutschland ausgehenden, menschenverachtenden Völkermords an den europäischen Juden das eindeutig bessere Erpressungspotential, das sie auch schamlos nutzen. Das Kölner Urteil hat natürlich nicht dazu beigetragen, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, antisemitisch motivierte Überfälle glaubhaft zu verurteilen oder Projekte gegen Judenhass zu initiieren.

Bei einem Interview mit dem Focus beklagte sich Dieter Graumann (Präsident des Zentralrats der Juden), dass es für ihn unerträglich sei, wenn Juden als Kinderquäler abgestempelt würden. Der Präsident des Verbands Europäischer Rabbiner Pinchas Goldschmidt hält es für möglich, dass das Beschneidungsverbot einer der schlimmsten Angriffe auf jüdisches Leben in Europa nach dem Holocaust ist. In einem Interview erinnerte er daran, dass das Schächtverbot, das 1933 von dem damaligen nationalsozialistischen Unrechtsregime erlassen wurde, für viele Juden ein Zeichen war, Deutschland verlassen zu müssen. Goldschmidt meint, das Landgerichtsurteil, wenn es so bestehen bleibe, sei ein noch viel deutlicheres Symbol dafür, dass jüdisches Leben hier nicht mehr willkommen sei[14]

Auch der Berliner Justizsenator, der jüdischen und muslimischen Gemeinden entgegenkommen und mit einer Übergangslösung einen einheitlichen Umgang und Rechtssicherheit mit dem Beschneidungsritual schaffen wollte, wurde heftig attackiert. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, warf dem Chef der Berliner Senatsverwaltung vor, mit seiner Verordnung nicht in der Absicht, aber im Ergebnis antisemitisch gehandelt zu haben. Für den Islamrat ist die sogenannte Berliner Lösung inakzeptabel und nicht nachvollziehbar.[15]

Auch zwischen jüdischen Gelehrten sorgt der göttliche „Beschneidungsbefehl“ (so Volker Beck am 19. Juli vor dem Parlament) für Zündstoff. Anlässlich seiner Deutschlandreise hat sich Yona Metzger zu Wort gemeldet. Der israelische Oberrabbiner schlägt vor, dass deutsche Ärzte künftig jüdische Beschneider ausbilden sollen. Ausdrücklich weist er darauf hin, dass die religiösen Grundlagentexte unmissverständlich vorschreiben, kurz nach der Geburt die Beschneidung zu vollziehen. Den Bund mit Gott müsse man in vollem Bewusstsein schließen. Eine Betäubung sei daher nicht zulässig. Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, sieht Metzgers Initiative als überväterliche Bevormundung und kontraproduktive Einmischung.

Der deutsche Botschafter in Israel, Andreas Michaelis hat in einem Brief an Knessetpräsident Rivlin Stellung zum Beschneidungsurteil bezogen. Er versichert den Regierungsvertretern, dass kein Grund zur Beunruhigung bestehe, Judentum und Glaubenspraxis in der BRD gefördert werde und Religionsfreiheit ein in der Verfassung verankerter Grundsatz sei, der für alle Religionsgemeinschaften gelte. Das Kölner Gerichtsurteil sei eine Einzelfallentscheidung und für andere Richter nicht bindend.

Die Meinung der israelischen Bevölkerung und der Medien ist gespalten. Die Orthodoxen sehen in dem Kölner Gerichtsbeschluss einen Angriff auf jüdisches Leben, während Säkulare dafür eintreten, „heilige Kühe“ wie das Festhalten an der Beschneidungspraxis aufzugeben.

Der türkische Europaminister Egemen Bagis nimmt die Beschneidungsdebatte mit Verwunderung auf und sieht die Religionsfreiheit in Deutschland gefährdet. Amerikanische Kongressabgeordnete haben sich in einem offenen Brief an die deutsche Regierung gewandt und um eine schnelle Lösung des Konflikts gebeten, der sich klar zur Religionsfreiheit bekennt. Soweit das Presseecho.

Rechtliche Aspekte

Das Kölner Urteil hat zur Begründung seiner Entscheidung insbesondere Regelungen aus dem Strafgesetzbuch (StGB), Bestimmungen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sowie die Grundrechtsartikel 2, 4 und 6 herangezogen. Eine zentrale Rolle wurde der elterlichen Sorge eingeräumt, das Recht auf bzw. die Pflicht zur Erziehung (§§ 1626 – 1698 BGB, Art. 6 Abschnitt 2 GG) war ein weiterer wesentlicher Gesichspunkt. In § 1627 BGB ist festgelegt, dass Entscheidungen von Sorgeberechtigten sich am Kindeswohl zu orientieren hätten. Kindeswohl ist ein unbestimmter Rechtsbegriff aus dem Familienrecht, der nach dem konkreten Einzelfall auszulegen ist. Zu den Mindestanforderungen, die grundsätzlich gegeben sein müssen, gehört sicherlich die gesunde körperliche, seelische und geistige Entwicklung des Minderjährigen und eine gewaltlose Erziehung (§ 1631BGB).

Eltern haben zwar das Recht, durch ihre Erziehung in die Lebens- und Alltagsgestaltung ihrer Töchter und Söhne auf der Grundlage ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen einzugreifen. Die Sorgeberechtigten haben aber auch die Pflicht, das physische, psychische und geistige Wohlergehen ihrer Kinder sicherzustellen und darüber hinaus zu fördern. Die in nationalen Gesetzen und internationalen Abkommen festgelegten Kinderrechte sind zu respektieren. Ziel der Sorgeberechtigten muss es sein, die Persönlichkeit der jungen Menschen altersgerecht so zu stärken, dass sie zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Bürgern und Staatsbürgern heranwachsen. Stets sollte sich das erzieherische Handeln an den rechtlich geschützten Interessen der Schutzbefohlenen orientieren, nicht am eigenen guten Gewissen[16], [17]

Heranwachsende sollten ihre Rechte und Pflichten kennen und lernen, ihre Meinung auch gegen den Konformitätsdruck der Gleichaltrigen zu verteidigen und durchzusetzen. Schwarze Pädagogik, körperliche Züchtigung, verletzendes, erniedrigendes Beschimpfen, das Zufügen von Schmerzen durch rituelle Gewalt bei Initiationsriten oder ängstigendes Einschüchtern gefährden das körperliche und seelische Wohl des Kindes. Auch religiös motivierte Gewalt wie Kopftuchzwang und Drohen mit dem Höllenfeuer gehört zu den zu ächtenden Erziehungsmethoden. Gegen eine religiöse Erziehung, die sich nach dem Grundsatz der Gewaltfreiheit richtet ist aus sozialpädagogischer Sicht nichts einzuwenden.

Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst, hast du zu tun was ich sage.

Dieses Prinzip kann nicht die Leitlinie elterlicher Erziehung sein. Bereits 1968 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Kinder ohne Einschränkungen als Grundrechtsträger anzuerkennen sind (BVerG. 29.07.1968 – 1 BvL 20/63 – E 24, 119, 144). Männliche Neugeborene oder ebenso nicht einwilligungsfähige Jungen genießen in der Bundesrepublik auch als minderjährige Bürger und Staatsbürger aus jüdisch bzw. muslimisch geprägten Familien die gleichen Grund- und Menschenrechte wie jedes (andere) deutschstämmige oder nicht deutschstämmige Menschenkind, ohne Rücksicht auf Religion, Ethnie oder Geschlecht. Sie sind vor staatlicher Willkür genauso zu schützen wie ihre traditionell genital unversehrten Altersgenossen. (Art. 3 Abs. 1, 2, 3 GG).

Nach Art. 25 GG sind die allgemeinen Regeln des Völkerrechts vorrangiger Bestandteil des Bundesrechts und gehen den einfachen Gesetzen vor. Dazu gehören insbesondere Regeln des völkerrechtlichen ius cogens, des zwingenden Völkerrechts, das für alle Mitgliedsstaaten verbindlich ist und nur durch spätere Gesetze mit gleichem Charakter geändert werden darf. Nach der Wiener Konvention über das Recht der Verträge vom 23.05.1969 gehören dazu vor allem die von den Naturrechten abgeleiteten allgemeinen Menschenrechte[18], [19] Die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) ist ein solches völkerrechtlich verbindliches Abkommen, dass dem Kindeswohl oberste Priorität bei allen Maßnahmen einräumt. Art. 2 Abs. 1 UN-KRK beispielsweise verpflichtet die Vertragsstaaten, die in dieser internationalen Vereinbarung festgelegten Rechte bei jedem ihrer Hoheitsgewalt unterstehendem Kind zu achten und zu gewährleisten.

Die Bundesregierung hat alle politischen und rechtlichen Maßnahmen auszuschöpfen, um zu verhindern, dass Kinder wegen ihrer Ethnie, des Geschlechts, der Hautfarbe oder der Weltanschauung oder Religion ihrer Eltern benachteiligt werden. Die körperliche, seelische und geistige Gesundheit und Unversehrtheit von Jungen ist genauso schützenswert wie die von Mädchen, alle Kinder sind in ihrer Entwicklung ganzheitlich zu fördern. Weder Töchter noch Söhne sind daher an ihren Genitalien zu verstümmeln. Auch White-Anglo-Saxon-Protestants (WASP; US-amerikanische Latinos bzw. Hispanics oder die Bewohner der Chinatowns kannten eher keine MGM), Muslime oder Juden haben auf Grund ihres im Grundgesetz verankerten Rechts auf Erziehung und Pflege ihrer minderjährigen Kinder (Art. 6 Abs. 2 GG) oder wegen der im Grundsatz unverletzlichen Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 GG) nicht in verbriefte, überstaatliche Schutzrechte ihrer männlichen oder weiblichen Nachkommen einzugreifen.

Art. 3 und Art. 4

Die Bundesregierung hat sich 2010 mit der Rücknahme der Ratifizierungsvorbehalte dazu verpflichtet, alle Möglichkeiten zu nutzen, um das Leben der Kinder zu schützen, ihre gesunde körperliche und seelische Entwicklung zu fördern und ihr Wohlbefinden sicherzustellen. Das Kindeswohl und die individuellen Interessen des jungen Menschen haben überall dort, wo die Mädchen und Jungen von Entscheidungen betroffen sind, im Mittelpunkt aller politischen, gesetzlichen gerichtlichen, verwaltungstechnischen, pädagogischen und medizinischen Bemühungen zu stehen. Qualitätsstandards sind unabhängig davon, ob es sich um einen privaten, gewerblichen oder öffentlichen Leistungsträger handelt zu überprüfen. So wie die Elternrechte zu achten sind, sind die Kinderrechte zu respektieren. Auch Minderjährige haben das Recht auf eine glückliche und unbeschwerte Kindheit. Der Staat hat die Eltern bei ihrer schwierigen Aufgabe zu unterstützen und einzugrenzen, wenn den Kindern Gefahr an Leib oder Seele droht.

Art. 5

Eltern haben das Recht ihre Töchter und Söhne zu pflegen und zu erziehen. Weil Kinder noch nicht reif und erfahren genug sind, Situationen einzuschätzen und Gefahren zu erkennen, entscheiden Mutter und Vater für sie. Die Sorgeberechtigten sollen allerdings ihren Nachwuchs alters- und entwicklungsgemäß bei ihrer Verselbstständigung und Loslösung vom Elternhaus sowie bei ihrer Ichwerdung im Sinne der in der Konvention verankerten Rechte unterstützen und anleiten.

Art. 6

Das Recht des Kindes auf Leben ist anzuerkennen, deshalb sind ihm die besten Überlebens- und Entwicklungsbedingungen bereitzustellen. Gefahren, die sein Leben bedrohen, seine Lebensqualität unnötig einschränken und seine Entwicklungspotentiale beeinträchtigen, sind abzubauen. Unnötige Risiken sind zu vermeiden. Keinesfalls sind hilflose Schutzbefohlene der Machtpolitik von Lobbyisten oder der persönlichen Karriere der gerade amtierenden Politiker unterzuordnen.

Art. 14

Kinder genießen Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Alle an der Erziehung beteiligten Personen leiten die ihnen anvertrauten jungen Menschen in ihrer Eigenverantwortlichkeit bezüglich dieser Freiheitrechte an und zeigen ihnen wie man sie ausübt ohne andere einzuschränken.

Art. 16

Kein Kind ist in seiner Ehre zu verletzen, sein guter Ruf ist nicht zu schädigen. Auch nicht dann, wenn es kein Kopftuch tragen möchte oder sich nicht wie seine Kameraden beschneiden lassen will. Diese Regel gilt überall, auch auf dem Schulhof und im Klassenzimmer und ganz besonders im Religionsunterricht.

Art. 19

Das Wohl des Kindes ist das Grundanliegen, an dem sich die Sorgeberechtigten in der Pflege und Fürsorge orientieren müssen. Mädchen und Jungen sind vor jeder Form von Gewalt zu bewahren. Auch vor dem Skalpell der Mohel, Sünnetci und Ärzte und dem ihnen schadenden Wunsch ihrer Eltern. Jede nicht medizinisch erforderliche MGM ist strafbare Körperverletzung, zumal die Beschneidung aus ästhetischen, hygienischen oder religiösen Gründen ohne Nachteile verschoben werden kann, bis das Kind volljährig und selbst entscheidungsfähig ist.

Art. 24

Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit an sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Vertragsstaaten bemühen sich sicherzustellen, dass keinem Kind das Recht auf Zugang zu derartigen Gesundheitsdiensten vorenthalten wird. Eltern und Kinder haben ein Recht auf wissenschaftsbasierte gesundheitliche Aufklärung, überlieferte Bräuche, die Kinder gefährden und in ihren Rechten beschneiden, sind nicht durch Gesetze zu verfestigen und zu erleichtern, sondern gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Art. 41

Die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte dürfen nur dann außer Acht gelassen werden, wenn eine nationale Bestimmung oder eine Regelung eines anderen Völkerrechtsabkommens besser geeignet ist, die Rechte des Kindes zu verwirklichen.

Es gibt aus verfassungsrechtlicher und kinderrechtlicher Sicht keinen vertretbaren Grund, Neugeborene oder nicht einwilligungsfähige Jungen beschneiden zu lassen. Die angeblichen präventiven und hygienischen Vorteile die dem Eingriff zugeschrieben werden sind wissenschaftlich nicht belegbar.[20]

Auch andere Menschenrechtskonventionen wie die EMRK von 1950 sichern die in Abschnitt 1 aufgeführten Rechte und Freiheiten jeder in ihrer Hoheitsgewalt befindlichen Person von Geburt an zu.

Die rituelle Beschneidung von nicht einwilligungsfähigen Jungen und männlichen Neugeborenen ist auch in medikalisierter Form eine religiös motivierte Körperverletzung und als solche eine menschenrechtsverletzende Straftat. Daran ändert eine fachlich korrekte Ausführung durch medizinisches Personal oder geschulte Mohel,[21] (vermeintlich) ausreichende Betäubung des Kindes, (wissenschaftlich basierte?) Aufklärung der Eltern über gesundheitliche Risiken, beigebrachte Erforderlichkeitsbescheinigung der Gemeinde und schriftliche Einverständniserklärungen beider Erziehungsberechtigter nichts. Eltern können einer Zirkumzision, die nicht aus medizinischen Gründen erforderlich ist, gar nicht zustimmen, weil sie ihrem minderjährigen Kind ohne jeden vor dem deutschen Gesetz akzeptierten und menschenrechtlich vertretbaren Grund eine schmerzhafte Operation aufzwingen, die ihrem Sohn erheblichen körperlichen und seelischen Schaden zufügt. Sie können daher ebenso strafrechtlich belangt werden. Auch ein Arzt, der ohne medizinische Indikation diese Operation vornimmt oder ein Beschneider, ob er nun medizinisch ausgebildet ist oder nicht, misshandelt eine andere Person und fügt ihr gesundheitlichen Schaden zu[22], [23] Meines Erachtens kommt hier erschwerend hinzu, dass es um ein nicht einwilligungsfähiges, schutzbedürftiges Kind oder gar Neugeborenes handelt, dass ebenso keinen ernsthaften Widerstand leisten kann.

Religionsfreiheit (allgemeinüblicher Sammelbegriff für die in Art. 4 GG genannten Rechte) ist ein Grund- und Menschenrecht, das, nachdem 6 Millionen Menschen wegen ihrer jüdischen Religion von den Nationalsozialisten und ihren Anhängern entrechtet, verfolgt, gequält und brutal ermordet wurden, gerade in der BRD einen sehr hohen Stellenwert hat und behalten soll. Der Genozid an den europäischen Juden kann jedoch kein Erlaubnisgrund dafür sein, in der nun freiheitlich demokratischen Bundesrepublik Deutschland eine Handlungsrichtlinie zu erlassen, die durch religiöse Sonderrechte unterschiedliche Rechtsstandards für ihre Bürger einführt. Ein solches Handeln widerspricht wesentlichen Rechtsstaatsprinzipien wie Rechtseinheitlichkeit und Rechtsgleichheit. Die Glaubensfreiheit eines jeden Bürgers ist zwar unverletzlich und durch Gesetze nicht einschränkbar, jedoch gelten mit Ausnahme von Art. 1 GG für alle Grundrechte verfassungsimmanente Grenzen (Einheitlichkeit der Verfassung; Schutzbereich eines Grundrechts; Wesentlichkeitstheorie).

Das Grundgesetz ist ein kohärentes Rechtsgefüge, alle Artikel sind aufeinander bezogen, jedes Grundrecht steckt einen gewissen Rahmen ab, in dem ein Rechtsgut geschützt ist. Dieser Schutz endet jedoch genau dort, wo Grundrechtsansprüche Anderer eingeschränkt werden. Wenn im konkreten Einzelfall Grundrechtsgüter kollidieren, müssen die sich widersprechenden Rechtspositionen mittels der praktischen Konkordanz zu einem für beide Seiten gewinnbringenden Ausgleich gebracht werden.[24] Es ist darauf zu achten, dass ein durch das Grundgesetz garantiertes Rechtsgut nur dann eingeschränkt werden darf, wenn diese Begrenzung der entgegenstehenden, jedoch ebenfalls durch die Verfassung geschützten Rechtsnorm zugute kommt, auf keines der Verfassungsgüter total verzichtet wird und die Einheit der Verfassung unbedingt gewahrt bleibt (BVerfGE 77, 240, >253<). Dieses Urteil des Bundesverfassungsgerichts kennen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Berlins Justizsenator und Volljurist Thomas Heilmann sehr wohl, es scheint sie jedoch nicht zu kümmern.

Wenn ein Kind in eine Familie geboren wird, kann es sich Mutter und Vater nicht aussuchen. Es hat keinen Einfluss darauf, ob es als Mädchen oder Junge auf die Welt kommt und entscheidet auch nicht, in welchem kulturellen oder religiösen Umfeld es später aufwachsen wird. Es ist vollkommen von Pflege und Fürsorge seiner Eltern abhängig und muss sich darauf verlassen, dass die staatliche Gemeinschaft einschreitet, wenn seine Sorgeberechtigten oder Dritte sein Wohl gefährden. Als Leiter der Berliner Senatsverwaltung für Justiz kann Heilmann einen Konflikt, der zu eskalieren droht, durch eine Übergangsregelung zu entschärfen versuchen, die eine einheitliche Rechtspraxis schafft. Er wäre jedoch dazu verpflichtet gewesen, mit der oben beschriebenen Methode zur Rechtsfindung den vorliegenden Grundrechtskonflikt vorschriftsgemäß und verfassungskonform zu regeln.

Die von ihm eingebrachte Zwischenlösung missachtet jedoch in gröbster Weise die Regeln des Prinzips der praktischen Konkordanz, indem er die Grundrechtsansprüche des einzelnen Minderjährigen weitgehend ignoriert, während die Grundrechtsansprüche der Eltern und der Religionsgemeinschaften gestärkt werden. Es gibt keinen Ausgleich, von dem alle Parteien profitieren, das Recht der Kinder auf Freiheit von Religion wird gar nicht berücksichtigt, auf ihre Selbstbestimmungsrechte wird verzichtet und auch ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit aus Art. 2 wird ignoriert. Die Verpflichtung, die Einheit der Rechtsordnung nicht zu gefährden, hat der Senator ebenfalls übergangen.[25]

Offensichtlich interessiert es den Justizsenator nicht, dass die in der Verfassung garantierten Freiheits-, Schutz- und Abwehrrechte als Individualrechte gewährt werden. In unserem kulturell modernen Gemeinwesen leben Staatsbürger und Bürger, nicht Religionsvölker. Unsere von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Paris 1948) entlehnte Grund- und Werteordnung lässt es nicht zu, die Gesellschaft in ethnoreligiöse Kollektive mit bekenntnisorientierten Sonderrechten aufzuteilen. Eine Rechtsspaltung, die Bürgern die „freie Wahl“ lässt zwischen Grundgesetz und Religionsgesetzen ist verfassungswidrig (Art.1 Abs. 3 GG, Art. 20 Abs.1, 2, 3). Religion ist in der hinkend säkularen BRD zwar eine Res mixta, trotzdem haben Vertreter der staatlichen Gewalt, zu denen auch Justizsenator Heilmann gehört, als Garanten der freiheitlich demokratischen Grundordnung weder hinzunehmen noch zu fördern, dass unsere Städte durch die Entstehung von Parallelgesellschaften in Straßenzüge mit religiösem Sonderrecht und Zonen in denen das Grundgesetz gilt zerrissen werden.

Erziehungsberechtigte haben zwar durchaus das Recht ihre Kinder nach den Glaubenslehren ihrer Religion zu erziehen (Art: 6 Abs. 2 Satz 1 GG), sie sind jedoch durch die staatliche Gemeinschaft, also auch durch den Berliner Senator und durch mich, daran zu hindern, das Kindeswohl zum Beispiel durch Beauftragung eines Beschneiders und Einwilligung in dessen medizinisch nicht indizierten Eingriff die körperliche, seelische und genitale Integrität ihres Sohnes zu gefährden (Art. 6 Abs. 2, Satz 2 GG). Bereits im November 2000 wurde durch das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung und zur Änderung des Kinderunterhaltsrechts (BGBl. I, S. 1479) der § 1631 Abs. 2 BGB an die neue Gesetzeslage angepasst und weist nun unmissverständlich auf das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung hin. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind verboten. Die Jugendhilfe soll bei der Förderung der allgemeinen Erziehung in der Familie zudem Handlungsalternativen aufzeigen, die dazu beitragen, Konflikte gewaltfrei zu lösen (§ 16 Abs. 1 Satz 3 SGB VIII).

Mütter, die unter dem Schutz und der Fürsorge der Gemeinschaft stehen (Art. 6 Abs. 4 GG), sind vor dem Konformitätsdruck der Sippe, des sozialen Umfelds und der geistlichen Autoritäten zu bewahren (Art. 6 Abs. 4), das gilt vor allem für erstgebärende Wöchnerinnen.[26], [27] Mit gutem Grund wird die ungestörte Religionsausübung nicht schrankenlos gewährt (Art. 4 Abs. 2 GG). Glaubensfreiheit, praktizierte Gottesfurcht und die Absicht, das eigene Seelenheil und das des minderjährigen Kindes retten zu wollen, rechtfertigen nicht, einen risikoreichen Eingriff an wehrlosen Neugeborenen oder Kindern vornehmen zu lassen, von dem Mediziner unterschiedlicher Fachrichtung abraten.[28] Auch Opferorganisationen, Kinderrechtsorganisationen sowie sonstige Beschneidungsgegner kritisieren das medizinisch nicht indizierte Abschneiden der Vorhaut.[29]

Die dem Baby aufgezwungene, dem nicht einwilligungsfähigen Jungen alternativlos aufgedrängte rituelle Mutilation, die der spätere Erwachsene möglicherweise gar nicht mehr will, hat nicht nur das das Aussehen des Genitals sehr stark verändert. Es wurden bis zu 50 % der Penishaut abgeschnitten, der empfindsamste Teil des Penis, die mit 10.000 – 20.000 spezialisierten erotogenen Nervenenden durchzogene Vorhaut, ging verloren. Die Narbenbildung war unkontrollierbar, das Narbengewebe entlang der Einschnittstelle behindert die normale Durchblutung von Penishaut und Eichel.[30] Da die nach der Vorhautamputation dauerhaft entblößte Eichel durch Reibung und Reizung hart und trocken wird, verhornt sie und wird unsensibel.

Die natürliche Sensitivität und Funktion, die vor der Zirkumzision zumeist bestanden haben wird, geht unvermeidlich verloren. Medizinische Zwischenfälle bei der OP kommen trotz sachgerechter Durchführung vor, selbst nach problemloser Vorhautamputation können sich beispielsweise Wundheilungsstörungen und schwerwiegende Infektionen einstellen.

Todesfälle kommen vor

Selbst unter idealen medizinischen Bedingungen treten nach Angaben des renommierten deutschen Kinderurologen Maximilian Stehr bei jedem fünften Säugling Probleme nach der Operation auf. Diese sind zum Teil so schwerwiegend, dass noch einmal nachoperiert werden muss. Dabei geht es vor allem um Nachblutungen, Infektionen, Geschwüre sowie um Verengungen der Harnröhrenöffnung. Verletzungen der Eichel sind keine Seltenheit, selbst Amputationen des Gliedes sind vorgekommen.

Zu den direkten Komplikationen der Beschneidung kommen die indirekten hinzu, etwa die Risiken, die mit Narkose- und Betäubungsmitteln einhergehen. Leider werden solche Fälle bislang nicht systematisch dokumentiert. Einige dramatische Einzelfälle sind aber bekannt. So berichtete Stehr von einem Jungen, der 2001 infolge von Sauerstoffmangel nach der Narkose Hirnschäden erlitt und seither schwerstbehindert ist. Der Autor Mario Lichtenheldt wies in seinem Buch „un-heil. Vorhaut, Phimose & Beschneidung“ auf einen zweiten deutschen Fall hin, bei dem 2006 ein Junge unmittelbar nach seiner Beschneidung starb. Bei dem damals Vierjährigen war es in der Aufwachphase aus der Narkose zu Komplikationen gekommen, woraufhin ihm die behandelnde Ärztin eine viel zu hoch dosierte und letztlich tödliche Glukoseinfusion verabreichte.

In Industrienationen geht die größte Lebensgefahr für beschnittene Jungen allerdings von Infektionen (etwa mit MRSA) aus. Eine Studie aus dem Jahr 2010 kam zu dem Ergebnis, dass allein in den USA jährlich 117 Säuglinge infolge von Infektionen nach der Beschneidung sterben. In Staaten mit schlechterer medizinischer Versorgung ist die Zahl der Jungen, die eine medizinisch unnötige Genitalbeschneidung mit dem Leben bezahlen müssen, jedoch noch um ein Vielfaches höher. Zwar ist die weltweite Mortalitätsrate der Jungenbeschneidung schwer abzuschätzen, aber wir müssen davon ausgehen, dass Jahr für Jahr einige tausend Jungen die Folgen des Eingriffs nicht überleben.

Israels Oberrabbiner Yona Metzger, der beschneidungsbedingte Todesfälle leugnet, hätte bei den Fakten bleiben sollen,[31] die Selbsthilfeorganisation CIRP hat sich die Mühe gemacht zu recherchieren.[32]

Gesetzgebung und Justiz haben Kinder davor zu schützen, dass Sorgeberechtigte in Ausübung ihres eigenen Grundrechts in die Religionsfreiheit ihres minderjährigen, nicht einwilligungsfähigen Jungen eingreifen und ihn eigenmächtig durch eine verbotene, seelisch und körperlich belastende Vorhautamputation als zur jüdischen Weltgemeinde, zur Umma oder zu den „Edelamerikanern“ der WASP gehörend markieren. Vater und Mutter wissen doch gar nicht, ob das Kind später als Erwachsener überhaupt nach orthodox jüdischen oder islamischen Regeln leben möchte oder sich lieber einer reformierten Gemeinde anschließt bzw. ohne Gemeindeanschluss säkular lebt.

Die Eltern greifen durch die Vorhautamputation nicht unerheblich in die sexuelle Selbstbestimmung ihres Sohnes, der sich nicht wehren kann, ein und hindern ihn daran sein körperliches Aussehen in vollem Umfang zu bestimmen. Dem beschnittenen Erwachsenen, würde er sein Recht auf Freiheit von Religion wahrnehmen und aus der Religion austreten wollen, ist es nicht mehr ohne weiteres möglich, wie seine Freunde, die von dem qualvollen Eingriff verschont geblieben sind, körperlich unversehrt und ohne jegliche Einbuße an hoch sensitivem Gewebe und sexueller Lust das Leben zu genießen. Auch wenn Betroffene auf Grund ihrer fehlenden Vergleichsmöglichkeit sich oft nicht beklagen, sind sie in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, das im Kern ein Ausfluss der vom Staat zu schützenden unantastbaren Menschenwürde ist, tief verletzt.

Sünnet und Brit Mila sind mit oder ohne Betäubung mittelalterliche und schmerzhafte religiöse Initiationsriten, die Säuglinge und kleine Jungen gewaltsam in ihrer körperlichen Unversehrtheit beeinträchtigen und lebensgefährlichen Risiken aussetzen. Nicht medizinisch indizierte Vorhautamputationen sind nicht vor dem achtzehnten Lebensjahr zuzulassen. Frühestens dann ist davon auszugehen, dass der junge Volljährige reflektiert, autonom und durchsetzungsfähig genug ist, dem familiären Druck und der Erwartungshaltung des sozialen Umfelds nicht nachzugeben, sondern mit der erforderlichen Einsichtsfähigkeit in mögliche Beschneidungskomplikationen sich frei für oder gegen eine Mutilation zu entscheiden.

Eltern bräuchten keine Angst mehr vor Strafverfolgung zu haben, sie haben ein reines Gewissen, weil sie ihr geliebtes Kind vor hohen Gesundheitsrisiken geschützt und es vor erheblichen körperlichen und seelischen Schäden bewahrt haben. Das Vater-Sohn- bzw. Mutter-Sohn-Verhältnis ist nicht durch einen schweren Vertrauensmissbrauch gestört, die Sorgeberechtigten müssen sich keine Vorwürfe machen, auf die rituelle Mutilation verzichtet zu haben. Das Beschneidungsritual soll doch nicht grundsätzlich verboten, sondern nur verschoben werden.

Als die jüdische Gemeinde in Berlin Heilmanns Rechtspraxis im Umgang mit religiösen Beschneidungen als im Ergebnis antisemitisch und als flagrante Einmischung in die über 3000 Jahre alten Traditionen des Judentums heftig kritisierte, traf sich der Senator erneut mit religiösen Autoritäten unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit dem Ergebnis, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass beim geplanten Bundesgesetz eine rechtliche Regelung auch für die Mohalim gefunden werde. Seine selbst eingebrachte „Rechtspraxis im Umgang mit religiösen Beschneidungen“ scheint der Justizsenator also nicht allzu ernst zu nehmen, gegen die Internetwerbung des Mohels David Goldberg, der die Vorteile einer durch einen Mohel ausgeführte Brit Mila und dessen auf mangelnden medizinischen Kenntnissen beruhenden Fehlinformationen und Verharmlosungen unternimmt der Chef der Berliner Senatsverwaltung für Justiz jedenfalls nichts.

Das nicht nur in ultraorthodoxen jüdischen Gemeinden durchgeführte Ritual der Metzitzah B’peh schreibt das Entfernen des Blutes vom Penis des Kindes durch Absaugen durch den Mund des Mohel vor. Das New York City Department of Health and Mental Hygiene warnt ausdrücklich vor dieser Beschneidungspraxis und berichtet, dass einige Eltern, deren Sohn nach diesem Zeremoniell beschnitten worden war, nicht über den genauen Ablauf informiert waren.[33] Elf Babies erkrankten durch die Mundbeschneidung an Herpes, zehn mussten stationär behandelt werden, zwei der dort behandelten Säuglinge erlitten bleibende Gehirnschäden und zwei starben. Diese Kinder waren schwer erkrankt, sind behindert oder haben ihren ersten Geburtstag nicht erlebt – wegen einer medizinisch nicht erforderlichen Mutilation, die weder von einem Arzt durchgeführt wurde noch die hygienischen Mindeststandards erfüllte.[34] Dieses Zeremoniell, das Bestandteil des Videos war, das Leo Latasch bei der Sitzung des Ethikrates am 23. August 2012 vorführte, hatte das Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden pikanter Weise herausgeschnitten, der etwas mehr als achtminütige Film war auf etwa eine Minute gekürzt worden. Der Zentralrat der Juden hat sich bisher nicht von der Metzitzah B’peh distanziert.

Wir schützen richtigerweise Kinder und Jugendliche durch das Jugendschutzgesetz davor, Gewaltfilme anzusehen, weil dies sowohl der Psyche der jungen Menschen schaden als auch Gewaltbereitschaft und Brutalität fördern könnte, Beschneidungen jedoch, die nur mit einer oberflächlichen, lediglich schmerzstillenden Narkose durchgeführt werden und zu ähnlichen Folgen führen, können weiterhin straffrei vorgenommen werden. Die Rhetorik der jüdischen und muslimischen Religionsvertreter baut einen enormen moralischen Druck auf, vor dem die Berliner Justizverwaltung und möglicherweise mit ihr der gesamte säkulare Rechtsstaat einknickt, ohne die Richtigkeit, Wissenschaftlichkeit und Verfassungsmäßigkeit ausreichend zu überprüfen.

Hat sich Justizsenator Thomas Heilmann eigentlich schon einmal überlegt, wie künftig das Leben von den Menschen möglich sein soll, die sie sich nicht einer menschenverachtenden archaischen Religionsdoktrin und einem religiös motivierten Tugendterror unterwerfen wollen? Der säkulare freiheitliche Rechtsstaat wird sie offensichtlich nicht unterstützen oder gar schützen. Warum zieht Heilmann ähnlich wie die Bundesregierung, beide zu staatlicher Neutralität und Objektivität verpflichtet, bei seinen Gesprächen nur konservative Geistliche hinzu? Den verpflichtenden Grundrechtsausgleich kann er so nicht erreichen. Historiker Michael Wolffsohn, selbst Jude, konnte seinen Standpunkt nicht einbringen. Er misst dem Beschneidungsritual offensichtlich keine so hohe Bedeutung zu und belegt das.[35]

Der, wenn auch hinkend säkulare Rechtsstaat hat gottesfürchtige Eltern daran zu hindern, durch religiöse Traditionen die Grundrechte ihrer Kinder zu verletzen.[36]

Gabi Schmidt

Für die Initiative: Eltern gegen Kinderbeschneidung

Q u e l l e n

[1] Vierjähriger Junge war mehrfach in Narkose; Süddeutsche 14.07.2012

http://www.sueddeutsche.de/panorama/beschneidungs-urteil-des-landgerichts-koeln-vierjaehriger-junge-war-mehrfach-in-narkose-1.1412621

[2] Nur eine Zwischenlösung: Land Berlin duldet Beschneidung, n-tv 05.09.2012

http://www.n-tv.de/politik/Land-Berlin-duldet-Beschneidung-article7139231.html

[3] Justizsenator Heilmann

Fatina Keilani: Beschneidung: Heilmann und der Berliner Weg

Tagesspiegel 05.09.2012

http://www.tagesspiegel.de/berlin/keine-strafrechtliche-verfolgung-beschneidung-heilmann-und-der-berliner-weg/7099290.html

[4] Strafantrag

http://de.wikipedia.org/wiki/Strafantrag

[5] Ethikrat, Plenarsitzung am 23.08.2012

http://www.ethikrat.org/sitzungen/2012/dokumente-plenarsitzung-23-08-2012

[6] Ein Kind, das eine jüdische Mutter gebiert, gilt nach dem jüdischen Recht als Jude … Der Beschneidung (Brit mila) wird große Bedeutung beigemessen

aus: Heinrich Simon: Leben im Judentum

http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/205.html

Halakha: Codes of Jewish law. The Torah and the Talmud are not formal codes of law: they are sources of law.

http://en.wikipedia.org/wiki/Halakha#Codes_of_Jewish_law

The Committee on Jewish Law and Standards (CJLS)

http://en.wikipedia.org/wiki/Committee_on_Jewish_Law_and_Standards

Kevod HaBeriyot

http://en.wikipedia.org/wiki/Kavod_HaBriyot

[7] Wer daher seinen Sohn nicht beschneiden lässt und derjenige, der dies auch nach Vollendung des 13. Lebensjahres nicht nachholt, stellt sich außerhalb des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel. (Heinrich Simon: Leben im Judentum)

http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/205.html

G-tt gibt keine unsinnigen oder überholten Anweisungen … „Im Alter von acht Tagen hat das Baby noch keine vollständig ausgebildeten Nerven für die Schmerzempfindung. Dies belegen bekannte medizinische Untersuchungen. … Unbeschnittene Männer werden im Hebräischen mit einem bestimmten Namen gerufen, der fast ein Schimpfwort ist: „Arel“. Ein solcher Mann ist nach dem Gesetz der Tora bei einigen Gelegenheiten, z. B. als Mitglied bei der Bildung des Minjans, Aufruf zur Toralesung – oder bei der Pessachfeier ausgeschlossen, obwohl er Jude ist. Zitiert aus: Gott hat immer Recht (Von Rabbiner David Goldberg)

https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:wVEu47z8cSEJ:www.beschneidung-mohel.de/files/artikel_uber_die_beschneidung_von_rabbiner_und_moh.doc+%22david+goldberg%22+%22artikel_uber_die_beschneidung_von_rabbiner_und_moh.doc%22&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgnGHM1I2xHgEIfLG8POLzyNBj9QOAxLLldYxcB4Y6MGqJqCDYAUFhSHFiDKPQMK0eIIr1OiVmFJ46qLgwMvfiq2-mue_auo7DSOp2CvEL3AcG421u5ZI2HTVu4Q4jeIJ894GA5&sig=AHIEtbQTzxWWK1HRzjTC2rzIbSYTxJ3ImQ

Brit Shalom: Covenant of Peace; bei: Jews against Circumcision

http://www.jewsagainstcircumcision.org/brisshalom.htm

[8] Brit Mila – der ewige Bund (bei: HaMakor)

http://hamakor.de/lebenszyklus/brit-mila

Warum lädt man nicht zu einer Brit ein?

Man lädt normalerweise nicht zu einer Brit ein, sondern verkündet vielmehr den Ort und den Zeitpunkt der Brit. Da Eljahu HaNavi bei jeder Brit anwesend ist, soll vermieden werden, dass der Eindruck entstehe, diejenigen, die die Einladung nicht wahrnehmen können, würden den Propheten geringschätzen.

Dem Rama zufolge wird jemand, der zu einer Brit eingeladen wird, jedoch nicht erscheint, “vom Himmel gebannt”. Da wir jedem Juden dieses Urteil ersparen wollen, laden wir niemanden ein. Wer den Ort und die Zeit weiß, ist auch ohne Einladung willkommen.

bei: HaMakor

http://hamakor.de/component/jefaqpro/?view=faq&sid=34

[9] Tod auf dem Zahnarztstuhl; stern 08.06.2012

http://www.stern.de/zaehne/aktuelles/vollnarkosen-bei-kindern-tod-auf-dem-zahnarztstuhl-1838322.html

[10] Circumcision according to halacha (Jewish orthodox law) is performed in three basic steps. The first is meelah where the foreskin is cut away. The second is priyah where the delicate membrane layer left after cutting away the foreskin is split with a finger nail and pulled down in order to uncover the corona. The third step is metzitzah bipeh or orally drawing out blood from the wound through oral suction.

http://metzitzahbpehinfo.blogspot.de/2012/09/daniel-s-berman-md-circumcisions-third.html

The procedure involves a mohel using his mouth to directly clear the wound of blood in the final stage of a ritual circumcision.

But beyond the haredi world, parents may not even know about the issue, says Dr. Aaron Jesin, a Toronto family physician and Orthodox mohel who believes informed consent is a good idea when it comes to metzitzah b’peh. “At least it gets them thinking about what’s going on.”

One mother whose son was circumcised in Toronto recently told The CJN that her mohel never mentioned it.

“We just thought, ‘No one does that anymore,’ and didn’t realize until too late.” …

More than 200 haredi rabbis in the United States have signed a statement opposing the New York City Board of Health proposal and defending the tradition. They say they intend to continue practising it, citing government interference in a religious matter.

aus: Haredim insist oral suction necessary for brit milah

in: The Canadian Jewish news 06.09.2012

http://www.cjnews.com/node/93755

[11] New York. Das städtische Gesundheitsamt gab an, dass innerhalb von elf Jahren elf männliche Babys bei der Brit Mila mit dem Herpesvirus infiziert worden waren, zwei von ihnen starben. In Israel würden bei 60.000 bis 70.000 Beschneidungen jährlich etwa drei bis vier Fälle auftreten, gibt die Vereinigung an.

Die Ärzte forderten das israelische Gesundheitsministerium auf, in Krankenhäusern und Babykliniken darüber zu informieren, dass Metzitzah B’peh nicht nötig sei. Das Oberrabbinat reagierte mit einer Erklärung, dass Mohalim die Eltern ohnehin über Risiken aufklären und ihnen die Wahl lassen würden.

aus: Sivan Wüstemann: Vorsicht, Herpes! Kinderärzte kritisieren Metzitzah B’peh

in: Jüdische Allgemeine 16.08.2012

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13733

[12] Leutheusser-Schnarrenberger legt Gesetzesentwurf vor: Beschneidung bleibt Körperverletzung – und straffrei; FOCUS 25.09.2012

http://www.focus.de/politik/deutschland/leutheusser-schnarrenberger-legt-gesetzesentwurf-vor-beschneidung-bleibt-koerperverletzung-und-straffrei_aid_826688.html

Kritik an Eckpunkten für Beschneidungsregeln wächst; Hamburger Abendblatt 27.09.2012

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article109495537/Kritik-an-Eckpunkten-fuer-Beschneidungsregeln-waechst.html

[13] ein unangemessener Angriff der Expertenabstraktionen auf jenes Erfahrungswissen, von dem die Beschneidung doch ganz nüchtern eingeschätzt wird: Muss man nicht machen, kann man machen, nutzt nichts, schadet nicht.

aus: Matthias Kamann: Gelassen beschneiden; Welt 27.09.2012

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article109490600/Gelassen-beschneiden.html

[14] Das Urteil sei Teil einer Folge von Angriffen auf religiöse Minderheiten in Europa, sagte Goldschmidt nach einer Sitzung von rund 40 europäischen Rabbinern. Dazu gehörten die Einschränkungen für den Minarettbau in der Schweiz, das Burka-Verbot in Frankreich sowie das Schächtverbot in den Niederlanden. … Goldschmidt bezeichnete es als erschreckend, dass nach Umfragen eine Mehrheit der Bevölkerung das Kölner Urteil begrüße. Das Kölner Urteil weise daraufhin, dass Muslime und Juden in Europa nicht mehr “salonfähig” seien. Im 19. Jahrhundert sei der Antisemitismus noch religiös definiert worden. “Die neue Sprache des Antisemitismus ist die Sprache der Menschenrechte”, sagte Goldschmidt und zitierte damit den Londoner Großrabbiner Jonathan Sachs.

aus: “Sollte das Urteil Bestand haben, sehe ich für die Juden keine Zukunft”

in: t-online 12.07.2012

http://nachrichten.t-online.de/beschneidung-gerichtsurteil-ist-fuer-rabbiner-schwerster-angriff-auf-juden-seit-dem-holocaust/id_57893394/index

Britain is in the grip of a “virulent” new strain of anti-Semitism, according to the Chief Rabbi. Sir Jonathan Sacks told The Times in an interview that in January the number of anti-Semitic incidents reached the highest level since records began.

Although the new “mutation” was different from the anti-Semitism promoted by Hitler, it was dangerous because it was international, he said. “The internet means that we no longer have national cultures; we have global cultures and the new anti-Semitism is very much a phenomenon of the global culture.” … “It begins as anti-Zionism — but it is never merely anti-Zionism when it attacks synagogues or Jewish schools,” Sir Jonathan said. “In the post-Holocaust world the single greatest source of authority is human rights — therefore the new anti-Semitism is constructed in the language of human rights.”

http://www.phillyfreedom.org/2010/03/16/virulent-new-strain-of-anti-semitism-rife-in-uk-says-chief-rabbi/

[15] Deutsch Türkische Nachrichten 07.09.2012

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/09/459906/islamrat-berliner-beschneidungsregelung-ist-inakzeptabel/

In einigen Bundesländern Österreich ist dies allerdings anders. Hier sind Beschneidungen nur zulässig, wenn diese medizinisch begründet werden können, so etwa in Niederösterreich, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und dem Burgenland. In Graz, der Hauptstadt des südöstlichen Bundesstaat Steiermark, hat die Kinderklinik nun im Zuge der Diskussion beschlossen, bis auf weiteres keine Anträge auf Beschneidungen mehr anzunehmen.

Deutsch Türkische Nachrichten 26.07.2012

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/07/457291/beschneidung-starten-jetzt-die-oesterreicher-einen-angriff-auf-die-religionsfreiheit/

[16] Kindeswohl

http://www.juraforum.de/lexikon/kindeswohl

[17] Entscheidungsanmerkung

LG Köln, Urt. v. 7.5.2012 – 151 Ns 169/11

http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2012_4_602.pdf

[18] Ius cogens

http://de.wikipedia.org/wiki/Ius_cogens

Naturrecht

http://de.wikipedia.org/wiki/Naturrecht

[19] Menschenrechte

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

[20] Wie aber steht es um die gesundheitlichen Vorteile der Beschneidung, die von Beschneidungsbefürwortern immer wieder ins Feld geführt werden? Die Antwort ist erstaunlich eindeutig: Es gibt keine belastbaren Belege für die gesundheitlichen Vorteile der Beschneidung! Alle Studien, die solche Vorteile in der Vergangenheit nachweisen wollten, gelten inzwischen als widerlegt. Dies trifft auch auf die vielzitierte Studie der WHO zu, in der die Weltgesundheitsbehörde Männern (nicht Kindern!) in einigen afrikanischen Ländern (nicht in Deutschland!) anriet, sich beschneiden zu lassen, um das Risiko einer HIV-Ansteckung zu reduzieren. Neuere Überblicksstudien zeigen nämlich, dass beschnittene Männer in den meisten Ländern sogar ein höheres Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren, als Männer mit intakter Vorhaut. Die Gründe hierfür sind noch nicht vollständig geklärt. Eine der Ursachen ist aber wohl darin zu sehen, dass beschnittene Männer wegen des erlittenen Sensibilitätsverlusts seltener Kondome benutzen. (Viele berichten, dass sie mit Kondom beim Geschlechtsverkehr kaum noch etwas spüren.) Indem sie Kondome eher meiden, erhöht sich nicht nur ihr Infektionsrisiko, es ist auch wahrscheinlicher, dass sie andere anstecken und somit zur Ausbreitung von Epidemien beitragen. (Im Übrigen erhöht sich das HIV-Ansteckungsrisiko auch unmittelbar durch die Beschneidung, nämlich dann, wenn der Eingriff unter hygienisch bedenklichen Bedingungen stattfindet, was in den von HIV am stärksten betroffenen Regionen häufig der Fall ist.)

aus: Dr. Michael Schmidt-Salomon: FAQ – Fragen und Antworten zur Knabenbeschneidung

http://pro-kinderrechte.de/faq/

[21] Martin Krauss: Missverständlich: Justizsenator antwortet auf Kritik an Berliner Regelung; Jüdische Allgemeine 13.09.2012

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14009

[22] Aktenzeichen: 151 Ns 169/11

Verkündet am: 07.05.2012

LANDGERICHT KÖLN

IM NAMEN DES VOLKES

URTEIL

http://www.ja-aktuell.de/root/img/pool/urteile_im_volltext/8-2012/151_ns_169-11.pdf

Entscheidungsanmerkung

Religionstradition und Rechtskonvention: Die Unzulässigkeit religiöser Knabenbeschneidung

— 1. Die Beschneidung eines Knaben aus religiösen Gründen durch einen Arzt erfüllt den Tatbestand des § 223 Abs. 1 StGB, auch wenn die Eltern in den Eingriff eingewilligt haben. Beschneidungen sind insbesondere nicht sozialadäquat.

— 2. Dem elterlichen Recht auf religiöse Kindererziehung kommt gegenüber dem Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes in Fällen der religiösen Knabenbeschneidung kein rechtlicher Vorrang zu.

— 3. Eine gleichwohl erteilte elterliche Einwilligung in die Beschneidung durch den Arzt verletzt daher das Wohl des Kindes.

[23] LG Köln, Urt. v. 7.5.2012 – 151 Ns 169/11 (Entscheidungsanmerkung)

http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2012_4_602.pdf

[24] Konrad Hesse: Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland (Lehrbücher und Grundrisse

http://www.amazon.de/Verfassungsrechts-Bundesrepublik-Deutschland-Lehrb%C3%BCcher-Grundrisse/dp/3811474995#reader_3811474995

[25] Röhl, Klaus F.; Hans Christian Röhl: Allgemeine Rechtslehre. 3. Auflage. C. Heymanns, Köln u.a. 2008, § 56 I, S. 451

http://rsozblog.de/wp-content/ar-3-auflage-inhalt.pdf

[26] Viel zu selten wird aber die psychologische Frage gestellt, ob denn Eltern, die unter dem Druck des Imams oder Rabbiners stehen, der Familie, der Nachbarn, der Jahrhunderte der Tradition – oder der Drohung mit “Schwierigkeiten”, die ihre unbeschnittenen Söhne später in der Gemeinschaft der Beschnittenen bekommen könnten , wirklich von ihrer Religionsfreiheit Gebrauch machen, wenn sie ihr Kind genital verstümmeln lassen. Würden sie das auch ohne diesen Druck tun? Also wenn sie wirklich frei entscheiden könnten?

aus: Alan Posener: Danke Vater, dass ich nicht beschnitten wurde!

in: Die Welt 11.07.2012

http://www.welt.de/kultur/article108264046/Danke-Vater-dass-ich-nicht-beschnitten-wurde.html

[27] Durch die Beschneidung des männlichen Gliedes wird das Kind in diesen Bund aufgenommen. Sie ist auch ein Zeichen verpflichtender Gemeinschaft des einzelnen Juden mit seinem Volk. Wer daher seinen Sohn nicht beschneiden lässt und derjenige, der dies auch nach Vollendung des 13. Lebensjahres nicht nachholt, stellt sich außerhalb des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel.

http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/205.html

[28] Doctors Opposing Circumcision (D.O.C.)

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/

Komplikationen

http://www.pflegewiki.de/wiki/Komplikationen_der_Beschneidung#Komplikationen

Späte Komplikationen

http://www.pflegewiki.de/wiki/Komplikationen_der_Beschneidung#Sp.C3.A4te_Komplikationen

[29] International Coalition for Genital Integrity (ICG)

http://www.icgi.org/

[30] Die Zirkumzision unterbricht die normale Blutzirkulation durch das Blutgefäßnetzwerk sowohl der Penishaut als auch der Eichel. Das Blut, welches in die Hauptarterien des Penis fließen sollte, wird von dem Narbengewebe entlang der Einschnittstelle behindert, sodass die arteriellen Verästelungen und das Kapillarnetzwerk nicht versorgt werden, sondern sich ein Rückfluss bildet. So von Blut unterversorgt kann sich die Harnröhrenöffnung zusammenziehen und vernarben, sodass eine Meatusstenose enstehen kann.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision

[31] Einschätzungen von Ärzten, die davor warnten, dass der Schmerz der Beschneidung bei den Betroffenen ein Trauma auslösen könnte, tat der Rabbiner als absurd ab: “Kein Jude in Israel hat wegen der Beschneidung ein Trauma erlitten.” Außerdem habe es bislang keinen einzigen bekannten Todesfall nach einer Zirkumzision gegeben.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/israels-oberrabbiner-yona-metzger-ueber-die-beschneidung-von-juden-a-851210.html

[32] There are several case reports of death in the medical literature. These are deaths from various infections. Sauer reported the death of an 18-day-old infant from Staphylococcal bronco-pneumonia. Hiss et al. reported the death of an infant in Israel from haemorrhage and hypovolemic shock after ritual circumcision.

There are several newspaper accounts of boys who have died after circumcision. These are from bleeding and from complications of anesthesia.

Identified victims

Some victims of circumcision are known by name

Infant twin (by herpes virus, circumcised by Rabbi Yitzhok Fischer who had herpes and performed metziza by mouth [sucking the blood] on baby’s penis) New York, New York, USA, October, 2004.

Jaamal Coleson, Jr., toddler, of Brooklyn, New York. Died at Beth Israel Medical Center, Manhattan, New York City after a circumcision on Tuesday, May 3, 2011.

James Connor, infant, seven pounds eight ounces, 21 inches long. Born at Pittsburgh, Friday, November 25, 2011. Died Saturday night, November 26, 2011. Death by bleeding after circumcision.

Anonymous Jewish infant, two weeks old. Death from Herpes infection, Maimonides Hospital, Brooklyn, New York, September 28, 2011

Circumcision Deaths

CIRP

http://www.cirp.org/library/death/

[33] Some parents whose babies had direct oral suctioning say they did not know beforehand that the mohel would perform direct oral suctioning during the bris. The Department of Health and Mental Hygiene is very concerned about the risk of infection and strongly advises that parents not have metzizah b’peh (direct oral suctioning) performed during the bris. To help you protect your baby, you should ask about direct oral suctioning before the bris, while there is time to explore all options.

http://www.nyc.gov/html/doh/html/std/std-bris.shtml

[34] Alexandra Sifferlin: How 11 New York City Babies Contracted Herpes Through Circumcision

Time Healthland 07.06.2012

http://healthland.time.com/2012/06/07/how-11-new-york-city-babies-contracted-herpes-through-circumcision/

[35] Die Taufe ist kein urchristlicher, sondern ein älterer, auch jüdischer Brauch. Man bedenke, dass Johannes der Täufer Jude war und den Juden Jesus im Jordan taufte. Erst das von Kaiser Hadrian um 130 n. Chr. verhängte Beschneidungsverbot verwandelte das innerjüdisch nicht unumstrittene Beschneidungsbrauchtum in ein scheinbar unumstößliches Gesetz.

aus: Michael Wolffsohn: „Nicht die Beschneidung macht den Juden“

in: Die Welt 28.08.2012

http://www.welt.de/debatte/article108845278/Nicht-die-Beschneidung-macht-den-Juden.html

[36] Kinderrechte sind Menschenrechte

http://www.younicef.de/kinderrechte.html

Eltern gegen Kinderbeschneidung Teil I Erziehung und Menschenbild

September 21, 2012

Kindlich unversehrt statt beschnitten auf Elternwunsch

Auch im Namen der Familienfreundlichkeit oder kulturellen Vielfalt kann der säkulare Rechtsstaat die medizinisch unbegründete Beschneidung an einem Jungen nicht legalisieren. Ein Beitrag zum heutigen Kölner Protest Eltern gegen Kinderbeschneidung. Von Edward von Roy am 21. September 2012.

Zwei Zitate vorab, Graumann und Beck:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. Nicht sieben Tage, nicht neun Tage, sondern acht Tage nach der Geburt. Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“[1]

Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind. – Da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Rupprecht.

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich.

Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189[2]

Soweit die beiden für die deutsche Beschneidungsdebatte wichtig gewordenen Meinungen. Wer jetzt die Worte des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden im Zeitungstext sucht, liest, ein bisschen anders als in der Überschrift, nicht: „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“, sondern: „Die ganze jüdische Welt fühlt sich im Moment betroffen“.

Betroffen, das heißt in der deutschen Sprache zweierlei, einmal und ganz einfach: etwas ist gemeint, etwas ist jetzt Gegenstand der Betrachtung oder Debatte, und zum anderen kann es heißen: jemand ist traurig, jemand ist schmerzlich gerührt.

Graumann sagt: „fühlt sich … betroffen“, der Religionsfunktionär meint also ausdrücklich auch die Ebene des Emotionalen.

Beides könnte man unterstützen, denn auch wir meinen tatsächlich – als Betrachtungsgegenstand – die beschneidungswilligen Erwachsenen und kritisieren genau sie und niemanden sonst, und auch wir wünschen uns – emotional und einfühlsam – Rührung und Traurigkeit bei den Zirkumzisionsfreunden, allerdings meinen wir nicht Empörung über die Einmischung und Kritik von außen, sondern Trauer über die unnötige Körperverletzung an Kindern, die manche Gottesfürchtige, einer Jahrhunderte oder vielmehr Jahrtausende alten Tradition folgend, auch im 21. Jahrhundert immer noch praktizieren möchten.

Anfang Juli habe Herr Graumann, der sich gerade in Israel aufhielt, „besorgte Anrufe und Mails aus den USA und vielen anderen Ländern der Welt“ erhalten:

Alle fragen mich: Sollen Juden in Deutschland nun nicht mehr leben können?

Natürlich sollen kleine jüdische Jungen überall auf der Welt und auch in Deutschland leben können, aber eben körperlich unversehrt – und das heißt unbeschnitten.

Der Zentralratsvorsitzende unterstellt Beschneidungsgegnern Kaltherzigkeit. Wir beurteilen kindliche Genitalien als unbedingt schützenswert und nicht zu versehren:

Hinter dieser Beurteilung verbirgt sich eine kalte Gefühl- und Respektlosigkeit gegenüber Religion.

Religion ist auch mal Steinigung, insofern respektieren wir Religion tatsächlich nicht pauschal. Ansonsten kann man doch wohl auch Herrn Graumann einen Mangel an Empathie attestieren, der sich auf einen angeblich vom Himmel herab gekommenen Befehl beruft und den die Schreie des beschnittenen Säuglings kalt lassen und gar nicht rühren.

Dieter Graumann, der gerne verschweigt, dass die Mehrheit der männlichen deutschen Juden gar nicht beschnitten ist und wahrscheinlich auch noch glücklich damit, erweist sich als gehorsamer Diener der literalistischen, der wortwörtlichen Lesart heiliger Texte:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. … Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Das Heil der Seele stehe also aus dem Spiel, und Heilsverlust spüren die globalen Fundamentalisten, auch die Christen unter ihnen, als ewige Verdammnis und, mindestens im Islam, als ewigen Aufenthalt im schrecklichen Nār, d. h. im Feuer von al-Dschahannam, der Hölle.

Mit Billigung von Schulministerin Sylvia Löhrmann ist in Nordrhein-Westfalen ab 2012 die Angst vor dem, was satanisch (heilsgefährdend) oder nadschis (rituell unrein) ist, offensichtlich pädagogisch wertvoll, ins Schulleben zu integrieren und versetzungsrelevanter Lernstoff im Islamischen Religionsunterricht.

Im Judentum wie auch im Islam ist die Frau, die gerade ihre Tage hat, rituell verunreinigt und darf als Muslima beispielsweise den Koran nicht berühren. Der männliche jüdische Neugeborene ist durch seine Geburt und den Kontakt mit dem mütterlichen Blut oder bereits den Kontakt mit dem mütterlichen Körper weiblich verunreinigt – für die Dauer von genau sieben Tagen. Erst nach Ablauf dieser Frist, am achten Tag, macht ihn das Beschneidungsritual vor dem Schöpfergott rein und nimmt ihn in den Männerbund auf.

Seit Jahrtausenden wird das Heilige maskulin verwaltet – aus keinem anderen Grund dürfen bis heute bei allzu vielen katholischen Kirchengemeinden Mädchen nicht Messdiener werden. Auch der unbeschnittene jüdische oder muslimische Mann ist rituell nicht rein und setzt, wer weiß, die Reinheit der Ehefrau und das Seelenheil der Kinder aufs Spiel.

Die Beschneidung des Jungen hat also äußerst viel mit der bei Frauen angeblich stets besonders prekären rituellen Reinheit bzw. Tahara (arab. ṭahāra, Adjektiv ṭāhir, hebr. Tahara, Adjektiv tahor) zu tun. Unreinheit ist im Islam Nadschasa (naǧāsa, Adjektiv naǧis), hebräisch Tumah (Adjektiv tame).

Die Muslima ist permanent von naǧāsa bedroht, das liegt doktrinär vor allem bereits an ihrer Monatsregel. Die Menstruation der Frau wird im öffentlich zu kontrollierenden Islam, wie ihr Kopftuch oder vielmehr Schleier (ḥiǧāb, parda), ein Politikum allerersten Ranges. Der Frau wird damit ihre Weiblichkeit zum Vorwurf gemacht, ihr bloßes Frausein grenzt an das Ekelhafte und Teuflische und könnte den Ehemann und den heiligen Text beschmutzen. Das ist beides, echte monotheistische Religion und extremer Patriarchalismus und Sexismus. Und das ist ein Frauenbild und Männerbild (und auch ein Gottesbild), das in der kulturellen Moderne nichts zu suchen hat.

Denn auch den Mann bedrohe das rituell Unreine, meinen manche Gelehrte, und noch die feinsten Partikel von selbst dem molekularen Bereich zuzurechnenden Verunreinigungen (ǧanabāt) nach vollzogenem Geschlechtsverkehr oder aber Atome des eigenen Urins könnten unter der Vorhaut haften bleiben und von dort aus, weiß Gott, das Gebet des Muslim ungültig machen.[3] Sicherheitshalber ist daher im Islam die Vorhaut zu entfernen, prophetisches Vorbild ist die Beschneidung sowieso.

Andere geistliche Autoritäten befinden, dass das rituelle siebenmalige Umkreisen (Ṭawāf) der Kaaba in Mekka nur für den Beschnittenen Gültigkeit habe. Auch das spreche für die Notwendigkeit der Zirkumzision.[4]

Sauber ist nicht rein. Der Gottlose mag sauber sein, doch nur der seinen Glauben Praktizierende ist mit sorgsam eingehaltener großer ritueller Waschung, Ghusl (ġusl) oder kleiner ritueller Waschung, Wudu (wuḍūʾ, persisch ābdast) zusätzlich für eine gewisse Zeit rein.

Wer im 21. Jahrhundert immer noch seine Söhne ohne medizinischen Grund beschneidet, will, dass alle Kinder lernen, das Reine und Heilige angestrengt zu suchen sich vor dem Unreinen und Nichtreligiösen zu ekeln. Kinder sollen aus Sicht der Fundamentalisten lernen, dass man vor Gottes Strafe im Diesseits und im Jenseits große Angst haben muss.

Zwar ist die Hölle kein Thema im Tanach, in der Hebräischen Bibel (mit ihren Hauptteilen Tora / Weisung, Nevi’im / Propheten und Ketuvim / Schriften), doch versichert uns beispielsweise das (zwischen 130 und 68 v. Chr. entstandene) Buch Henoch die Existenz der Hölle.

Aufenthaltsort der Verstorbenen sind demnach vier tiefe Hohlräume, drei dunkel, einer hell; in den Dunkelkammern leiden die Sünder, die helle Abteilung ist den Gerechten vorbehalten. Engel führen die Ungerechten dem Richtplatz zu und der grausame Rest ist allen Katholiken oder Koranlesern inhaltlich bestens bekannt:[5]

Entsprechend der Taten der Bösen werden sie in lodernden Flammen brennen, schlimmer als Feuer (100.9).

niemand wird ihnen helfen (100.4).

Und sei dir bewusst, dass sie [die Engel] eure Seelen in den Sheol bringen werden und sie [die Seelen] werden Böses erleiden und eine schwere Prüfung durchzustehen haben, in Dunkelheit, Fesseln und brennenden Flammen (103.7).

Zwar verzichtete der angesehene mittelalterliche jüdische Denker Moses Maimonides auf das Höllenmotiv und gab unumwunden zu, das männliche Geschlechtsorgan ein bisschen zerstören und schwächen zu wollen, versteckte sich aber ebenfalls hinter dem – von Volker Beck in die Bundestagsdebatte eingebrachten – himmlischen Beschneidungsbefehl.

Es stimmt aus Sicht der Literalisten, der Freunde der Wortwörtlichkeit: Moses hat seine Gesetzestafeln vom Himmel erhalten und auch der Koran ist dem Propheten von Allah oder Dschibril diktiert oder jedenfalls eingeflüstert worden. Und es stimmt wirklich, auch wenn Herr Volker Beck es anscheinend manchmal vergisst: unsere demokratischen Gesetze und die ihnen zugrunde liegenden Vorstellungen vom Menschen, also auch vom Menschen im Kindesalter, sind nicht vom Himmel gefallen.

Die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman warb schon vor sechzehn Jahren dafür, die Beschneidung aufzugeben:[6]

Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

Volker Beck fällt den jüdischen und muslimischen Säkularen in den Rücken und bekundet im Plenarsaal sein Interesse an himmlischen juristischen Vorgaben:

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen und menschenrechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion versteht es offensichtlich als seine Aufgabe, Koran und Hadith zu lesen beziehungsweise Genesis und Maimonides. In einem säkularen Staat jedoch hat ein Politiker theologische Dogmen gar nicht mit dem Grundgesetz abzugleichen, jedenfalls nicht auf Kosten des Grundgesetzes.

Auch besondere Gottesfurcht entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Das Urteil des Kölner Landgerichts hat endlich für Klarheit gesorgt und die Beschneidung als eine Körperverletzung definiert, in die auch die Eltern nicht einwilligen können.

Jetzt versuchen die Beschneidungslobbyisten diese gründliche – und mutige – Arbeit der Kölner Richter in Frage zu stellen und behaupten unbegründet, das Kölner Urteil würde Rechtssicherheit gerade verhindern.

Bereits im Juni sagte Volker Beck:[7]

Wir müssen uns darüber Gedanken machen, ob wir die Religionsfreiheit der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft besser schützen müssen.

Da fragt man sich doch: Vor wem oder vor was soll die so genannte Religionsfreiheit geschützt werden – vor den Demokraten oder vor dem Grundgesetz?

Im selben Bericht (Der Spiegel) wurde glücklicherweise auch die Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zitiert. Irmingard Schewe-Gerigk lobte das Gerichtsurteil aus Köln, das deutlich mache:

dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf

Danke an Terre des Femmes für diese eindeutige Positionierung. Es ist sehr bezeichnend, dass eine Bewegung für die Rechte von Frauen und Mädchen 2012 die Arbeit leistet, an die sich Deutschlands Lehrer, Erzieher, Jugendverbände und vor allem Jungenarbeiter immer noch nicht herantrauen. Hochschulen für Soziale Arbeit, Städtische Jugendämter, Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt oder Der Paritätische, sie alle schweigen seit Jahren feige zum Tabuthema Nummer eins Jungenbeschneidung. Das muss sich ändern, in die Ausbildung von Erziehern, Lehrern und Sozialarbeitern muss eine ebenso höflich wie eindeutig beschneidungsablehnende Beratungsarbeit integriert werden, denn nur so kann die körperliche Gesundheit des männlichen Kindes integriert werden. Die gegenmodernen Traditionalisten und die religiösen Freunde der Wortwörtlichkeit werden selbstverständlich Widerstand leisten im Namen des gefährdeten friedlichen Zusammenlebens der Kulturen oder des Elternrechts auf religiöse Prägung des Kindes.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen zweistündigen Protestveranstaltung Eltern gegen Kinderbeschneidung haben nicht geschwiegen und lassen von kulturrelativistischen oder orthodox-religiösen Argumenten nicht beeindrucken, und dafür danke ich allen Anwesenden. Dutzende Kölner Passanten traten heran und ließen sich gerne informieren, nur drei oder vier Vertreter der Spezies entgrenzter Fremdenfreund schrien: ihr seid Nazis, oder: ihr seid Antisemiten und waren nicht bereit, die Aufklärungsbroschüren entgegenzunehmen. Diese Verteidiger offensichtlich irgendwie exotischer Initiationsrituale würden einem rheinischen Katholiken die Kinderbeschneidung verbieten und einem Menschen aus dem Nahen Osten erlauben – das ist Ungleichbehandlung.

Terre des Femmes kurz genannt TdF hat seit zwei Jahrzehnten in der deutschen Öffentlichkeit eine ganz bewundernswerte Aufklärungsarbeit zur grausamen weiblichen Genitalverstümmelung geleistet, zur so genannten FGM (female genital mutilation). In dieser Stunde werden weltweit 300 Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, am heuten Tag sind das 8000 Mädchen.[8]

Kein Kind kann etwas dafür, dass es als Mädchen oder Junge geboren wird. Jedes Kind hat das Recht auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und, zwei oder drei oder vier Jahrzehnte später, auf eine uneingeschränkte Sexualität als Erwachsener.

Grundsätzlich können wir die Leistungen der weltweiten Arbeit gegen FGM also auch auf die rituelle Jungenbeschneidung übertragen; man denke nur an die erfolgreiche TdF-Kampagne „Kein Schnitt ins Leben“[9] – auch übertragen auf die 2012 von Dieter Graumann, Volker Beck, Guido Westerwelle oder Angela Merkel verteidigte Zirkumzision oder Jungenbeschneidung wäre das ein guter Kampagnentitel: „Kein Schnitt ins Leben.“

Islamische Beschneidung, Chitān (Chatna) oder türkisch Sünnet genannt, ist Pflicht oder jedenfalls Allahs nachzuahmende Sunna. Beschneidung ist damit Teil der Scharia.

Unsere Politiker in den Landtagen und im Bundestag trauen sich an das Thema Scharia nicht heran. Wenn sie es endlich einmal tun werden, müssen wir verhindern, dass das Islamische Recht mit Juristen wie Mathias Rohe oder Abdullahi an-Na’im erfolgreich und tatsachenwidrig als irgendwie menschenfreundlich und pauschal demokratieverträglich dargestellt wird.

Die Scharia ist totalitär und nicht reformierbar, weil sie – ihrer seit Imam al-Ghazali und wohl schon seit Mohammed verewigten Doktrin nach – erstens das menschliche Verstehen übersteigt und zweitens gar nicht von einem Menschen geschaffen worden ist. Allah selbst habe die Scharia geschaffen.

Die Chefideologen und Aktivisten der Islamischen Wiedergeburt, des Islamic Revival – die Parteigänger der Scharia, von Ali Schariati bis Naquib al-Attas – sagen zwar „westlich“ und „der Westen“, doch was sie meinen und angreifen, sind die Standards der allgemeinen Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, denen die OIC seit 1990 bekanntlich ihr Menschenrechtskonzept entgegenstellt, die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.[10]

Unsere Menschenrechte, auf denen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland beruht, sind gar nicht „westlich“ oder „östlich, sondern sind, wie der Name schon sagt, allgemein oder universell. Boko Haram in Nigeria kämpft politisch bewusst und spirituell begeistert gegen die Gleichberechtigung der Nichtmuslime und Frauen – ab 1979 machte im Iran Ayatollah Chomeini nichts anderes. Was später auch die afghanischen Taliban auslebten, ist kein Kampf gegen den „Westen“, sondern der Dschihad für die Herrschaft Allahs – gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und nicht zuletzt gegen die Wissenschaft.

Wer gegen die rituelle Jungenbeschneidung ist, hat die Wissenschaft auf seiner Seite. Und auch Wissenschaft gibt es nur im Singular und ist unteilbar. Es gibt keine „westliche Wissenschaft“ oder „islamische Wissenschaft.“

Auch Menschheit oder Menschlichkeit gibt es nicht im Plural. Viele Traditionen oder Völker Afrikas oder Australiens haben die MGM (male genital mutilation) oder Jungenbeschneidung im Programm, und auch diesen nach Deutschland einwandernden Eltern aus den Ethnien der Xhosa oder Aboriginees hat der Rechtsstaat die Kinderbeschneidung zu untersagen – durchaus gar nicht kultursensibel, und gar nicht tolerant.

Auch im Rahmen der Beschneidungsdebatte wird – wir kennen das seit dem Kopftuchstreit oder Karikaturenstreit – immer wieder das friedliche Zusammenleben der Kulturen beschworen, gemeint ist die Erlaubnis des Kopftuchs und das Verbot der Islamkritik. Im säkularen Staat leben aber gar keine „Kulturen“ zusammen, sondern Staatsbürger bzw. Bürger. Den Einwanderer – oder den deutschen Juden oder deutschen Muslimen – juristisch folgenreich in eine angeblich fremde, angeblich ganz andersartige „Kultur“ einzusperren ist letzten Endes reinster Rassismus! Gerade wir als – global vernetzte – Beschneidungsgegner wollen und fördern die wirklich ernst gemeinte Integration.

Wer 2012 die rituelle Zirkumzision an Minderjährigen fordert, will ein Menschenbild verankern und politisch durchsetzen, das auf Reinigung und Verunreinigung beruht, auf der heilssichernden Ṭahāra und der ekelhaften und zur Hölle führenden Naǧāsa. Das ist ein Angriff auf das mühsam gegen die Macht der Religion errungene Menschenbild kultureller Moderne, gegen das Bild des Menschen, wie es von Renaissance, Aufklärungshumanismus und Psychoanalyse gefunden worden ist und die Wirkmacht der bösen Geister aus Stadtkultur und Gesetzgebung verdrängte.

Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es überall auf der Welt, unter Atheisten, Christen, Juden, Muslimen und Ex-Muslimen. Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es erfreulich oft unter Frauen und – man staune – sogar unter Männern (meistens lassen die Männer ihre Schwestern und Mütter die emotionale Arbeit erledigen oder die männlichen Missetaten in Ordnung bringen; allzu oft gilt daher der freche Satz: Das Patriarchat bauen die Frauen – die Männer sind auch dazu zu faul).

Leider sind viele Frauen auch auf der gegnerischen Seite aktiv – für die Legalisierung der Jungenbeschneidung. Eine davon ist offensichtlich Alice Schwarzer, die die Beschneidung für eine „sehr, sehr geringe“ Verletzung hält und „hygienische Gründe“ für die Routinebeschneidung an Jungen anführt. Beides ist wissenschaftlich ausreichend widerlegt.

Ich komme zum Schluss.

Es geht nicht um einen Kampf der Kulturen und schon gar nicht um einen Krieg Orient gegen Okzident, sondern es geht um den Widerspruch zwischen Kollektivismus und individueller Freiheit.

Es geht um den Kampf zwischen Gottesstaat und Aufklärungshumanismus, zwischen dem erneuerten Mittelalter und der kulturellen Moderne. Diese Grenze verläuft nicht zwischen den traditionsreichen Religionen, sondern mitten durch sie hindurch, sie trennt also nicht die Juden von allen Nichtjuden oder die Muslime von allen Nichtmuslimen, sondern sie trennt die monotheistischen Säkularen von den Anhängern der Wortwörtlichkeit.

Und sie trennt den säkularen Rechtsstaat von Halacha und Scharia.

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“

http://www.ksta.de/politik/dieter-graumann–ganze-juedische-welt-ist-betroffen-,15187246,16539572.html

http://www.zentralratdjuden.de/de/article/3729.html

[2] Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

[3] 24. If a drop of urine or pre-coital fluid comes out from the urinary passage, but remains within the foreskin, even then wudu will break. In order for wudu to break, it is not necessary for any liquid to come out from the foreskin.

25. If a man’s organ touches the private part of a woman and there is no cloth or any such barrier between them, wudu will break. Similarly, if the private parts of two women touch each other, wudu will break. But to indulge in such acts is a very serious sin. In both instances, whether any fluid comes out or not, wudu will break.

28. That substance whose discharge causes wudu to break is regarded as najis (impure) …

32. It is not permissible to touch the Quran without wudu. But if it is touched with a cloth which the person is not wearing, then it will be permissible.

ZEWAR BAHISHTI: HEAVENLY ORNAMENTS, BY MOULANA ASHRAF ALI THANWI

http://www.muslimkids.8m.net/TAHAARAH.htm

HAKIM-UL-UMMAT HAZRAT MOULANA ASHRAF ALI THANWI WAS THE RENOWNED PHILOSOPHER AND SCHOLAR OF ISLAMIC JURISPRUDENCE

http://www.muslimkids.8m.net/bahishti.html

[4] Article 121- Ihram of a person who has not been circumcised is correct but his Tawafs and prayers of Tawafs has problem and remains in the state of Ihram, except that he performs circumcision and then performs Tawaf and prayer of Tawaf.

Article 122- If an uncircumcised child is forced to perform Ihram or become Muhrim then his Ihram is correct; but all of his Tawafs has problem. Therefore, this person remains in the state of Ihram and exiting from the state of Ihram becomes hard for him; except that he circumcises and then performs Tawaf or others carry him for performing Tawaf.

The Rites of Umrah al-Mufradah. Rulings of Ihram

http://makarem.ir/websites/english/compilation/book.php?bcc=5003&itg=12&bi=21&s=ct

Ayatollah Makarem Shirazi

http://makarem.ir/websites/english/

[5] Hölle im Judentum, Buch Henoch

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6lle#Judentum

[6] Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

[7] Der Zentralrat der Juden hatte das Urteil bereits am Dienstag als beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften kritisiert. Zentralratspräsident Dieter Graumann sagte: “Diese Rechtsprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt.” …

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) äußerte sich ähnlich. Man sehe in dem Urteil “einen eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht”, teilte der Verband mit. Religionsfreiheit sei ein sehr hohes Gut und dürfe nicht Spielball einer eindimensionalen Rechtsprechung sein, die bestehende Vorurteile und Klischees weiter verfestige, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. …

Muslime fühlen sich kriminalisiert

Der Spiegel 27.06.2012

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islamische-religionsgemeinschaft-kritisiert-beschneidungsurteil-a-841234.html

[8] Terre des Femmes

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/weibliche-genitalverstuemmelung.html

[9] Kein Schnitt ins Leben

http://www.anjaroehl.de/kein-schnitt-ins-leben/

[10] Universal Human Rights and “Human Rights in Islam”, By David Littman

http://www.dhimmitude.org/archive/universal_islam.html

Für Kinderrechte – gegen Kinderbeschneidung!

September 17, 2012

Menschenkette gegen Beschneidung

Köln, 21. September 2012

Für Kinderrechte – gegen Kinderbeschneidung!

Am 7. Mai 2012 hatte das Kölner Landgericht festgestellt, dass die nicht medizinisch begründete Beschneidung eines Jungen eine strafbare Körperverletzung ist, in die Eltern nicht einwilligen können. Seit drei Monaten nun erlebt Deutschland eine heftige Debatte zur rituellen Beschneidung an nicht einwilligungsfähigen männlichen Minderjährigen.

Zwei Kontrahenten stehen sich gegenüber: einerseits die islamischen und jüdischen Organisationen, die das Ritual beibehalten wollen. Diese konservativen bis reaktionären Kreise werden von Spitzenpolitikern wie Angela Merkel („Komikernation“) unterstützt. Auf der anderen Seite und weltweit vernetzt stehen wir und mit uns die Kinderrechtsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen gegen Beschneidung.

Am 21. September werden wir eine Menschenkette bilden: Eltern oder Jugendliche, aus dem Iran oder Irak, aus Afghanistan und aus vielen anderen Ländern weltweit. Wir werden unserer Stimme Gehör verschaffen und zeigen: wir sind Eltern aus den so genannten islamischen Ländern, wo man die Beschneidung aus Tradition, seit vielen Jahrhunderten praktiziert, und wir sind kulturell modern und gegen Kinderbeschneidung.

Im Juli hat der Bundestag hastig einen Antrag angenommen, nach der die Regierung noch in diesem Herbst für die Legalisierung der religiösen Beschneidungen sorgen soll. Damit wurde gegen die körperliche Unversehrtheit und das Kindeswohl entschieden. Das ist verfassungswidrig und verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Bisher konnte die deutsche Öffentlichkeit bei dieser großen Debatte unsere Stimme leider nicht vernehmen.

Wir laden alle Medien und alle interessierten Menschen ein, am Freitag den 21. September um 17:00 Uhr nach Köln auf die Domplatte zu kommen und die Erfahrungen von Betroffenen zu hören.

Wir solidarisieren uns mit der Kampagne der Giordano Bruno Stiftung und ihren Partnern und mit allen anderen Kinderrechtsorganisationen, die bis heute und weltweit eine großartige Arbeit für die Kinderrechte und gegen diesen religiös begründeten Angriff auf den Kinderkörper geleistet haben.

Eltern gegen Kinderbeschneidung

Köln Domplatte

17 bis 19 Uhr

Freitag 21. September

Informationen zum Thema rituelle Beschneidung finden Sie bei:

Arbeitskreis Kinderrechte

http://pro-kinderrechte.de/

http://pro-kinderrechte.de/statement-von-eran-sadeh/

Die «Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung» ist eine Aktion von:

Giordano Bruno Stiftung

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/bundestag-will-kinderrechte-beschneiden

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/vorhautbeschneidung-ist-keine-bagatelle

U n t e r s t ü t z e r :

Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg

http://gbs-berlin.org/auf-messers-schneide-fotos-von-der-kundgebung-auf-dem-bebelplatz/

http://gbs-berlin.org/was-nun-herr-senator-heilmann/

http://gbs-berlin.org/nein-zum-geplanten-beschneidungsgesetz/

humanistischer pressedienst

http://hpd.de/node/13684

http://hpd.de/node/13768

netzwerkB

http://netzwerkb.org/category/meldungen/%E2%80%93-rituelle-gewalt/

Zentralrat der Ex-Muslime

http://www.ex-muslime.de/indexAktuell.html

Freidenker-Vereinigung der Schweiz

http://www.frei-denken.ch/de/2012/09/gute-argumente/

MOGIS

http://mogis-verein.de/2012/09/14/petition-26078-zur-beschneidung-endlich-online/

International Coalition for Genital Integrity

http://www.icgi.org/2010/04/infant-circumcision-causes-100-deaths-each-year-in-us/

Circumcision Information Australia

http://www.circinfo.org/parents.html

Offener Brief von Mina Ahadi an Tom Koenigs

September 15, 2012

An den Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags

„Wenn Sie um 4 Minuten nach 6 Uhr in Teheran gewesen wären …“

Sehr geehrter Herr Koenigs,

Ihren Artikel in der Frankfurter Rundschau vom Samstag, dem 8. September habe ich gelesen. Sie haben über Ban Ki-moons Reise nach Teheran geschrieben und die Überschrift zu Ihrem Artikel in Zeitung lautete: Teheran ist eine Reise wert.

http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag-teheran-ist-eine-reise-wert,1472602,17199350.html

http://www.berliner-zeitung.de/meinung/gastbeitrag-teheran-ist-eine-reise-wert,10808020,17199350.html

Sicherlich haben Sie uns damit sagen wollen: man muss die Machthaber im Iran treffen und mit diesen Leuten reden und Kontakt haben. In Ihrem Artikel betonten Sie, dass Konflikte nicht durch Konfrontation, sondern nur durch Zusammenarbeit gelöst werden könnten und dass die Uno dafür der angemessene Ort sei.

Ich verzichte darauf, auf die tatsächliche Rolle der heutigen UNO einzugehen und richte meine Frage stattdessen an Sie: Glauben Sie wirklich, dass alle Konflikte mit Zusammenarbeit zu lösen sind? Wenn ja, dann müssten Sie auch sagen, dass dieses Prinzip auch in Bezug auf den Hitlerfaschismus richtig gewesen wäre. Schließlich ist in Deutschland in Medien und Gesellschaft immer die Rede von der Hitlerzeit und dem faschistischen Regime. Glauben Sie wirklich, es wäre damals besser gewesen, mit Hitler zu reden und mit den Nationalsozialisten zu kooperieren?

Am 8. September schrieben Sie, ein Besuch in Teheran ist eine Reise wert. Dazu muss ich Ihnen leider sagen: wenn Sie am Dienstag, dem 11. September um vier Minuten nach sechs Uhr morgens in Teheran gewesen wären und die Wirklichkeit dort gesehen hätten, dann würden Sie auch – so wie wir – sagen: dieses Regime ist barbarisch und jede Form der Zusammenarbeit mit diesen Mördern muss beendet werden. Zivilisierte Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft, selbst ein Schwerverbrecher hat in Deutschland ein Recht auf Leben und auf einen fairen Prozess. Hier sehen Sie einen 32 Jahre alten Mann namens Sadegh Moradi, er wurde nach den derzeitig gültigen, barbarischen Gesetzen legal aufgehängt, und die Frage ist: was kann man gegen dieses Regime tun und wie?

http://www.nl-aid.org/domain/human-rights/one-man-hanged-in-public-in-tehran-today-his-last-words-before-death-im-innocent/

http://soliranparis.wordpress.com/2012/09/14/dernieres-nouvelles-sur-la-vague-dexecutions-sommaire-qui-touche-actuellement-liran/

Erlauben Sie mir, als eine Menschenrechtlerin, die seit 33 Jahren gegen Hinrichtungen und auch Steinigungen im Iran kämpft, Ihnen heute zu sagen: Diese Regierung ist eine faschistische Regierung und man darf nicht mit Faschisten zusammenarbeiten.

Jede Form von Kooperation und Dialog bedeutet in Wahrheit noch mehr Leid, noch mehr Mord und Hinrichtung und noch mehr Steinigung. Die deutsche Regierung und alle europäischen Regierungen sollten sagen: solange die Islamische Regierung Frauen steinigt und Menschen hinrichtet, darf sie nicht als Vertretung von Millionen von Menschen vor internationalen Organisationen auftreten. Alle diplomatischen Beziehungen mit dieser Regierung, die Scharia und Mord und Hinrichtung verteidigt, müssen unverzüglich abgebrochen werden. Das ist der Wunsch von Millionen Menschen im Iran und auch in iranischen Oppositionsgruppen. Weltweit müssen alle Botschaften dieses Regimes geschlossen werden – denn erst mit diesem Akt werden die freiheitsliebenden Menschen im Iran ein Signal bekommen, dass ihr Kampf gegen das Regime legitim ist und anerkannt wird.

Sehr geehrter Herr Koenigs,

wenn beispielsweise in Deutschland oder irgendwo anders am Dienstag, dem 11. September ein Bürger einen Mitbürger öffentlich aufgehängt hätte, dann käme niemand auf die Idee, mit dem Mörder in einen kritischen Dialog zu treten, sondern der Täter käme auf der Stelle ins Gefängnis. Jetzt stellt sich mir diese Frage: dort, wo eine Regierung mehrere Menschen umbringt und gegen tausende die Todesstrafe verhängt, wieso wird mit dieser Regierung immer noch gesprochen und der Dialog geführt? Diese Politik hilft tatsächlich nur den Diktatoren und sichert dem Islamischen faschistischen Regime das Weiterleben. Ich denke, nach so vielen Jahren und sehr vielen Erfahrungen wissen Sie und alle anderen sehr genau: der Dialog hat uns gar nicht geholfen.

Heute verlange ich von Ihnen und auch von der deutschen Regierung sowie der kanadischen Regierung, die Iranische Botschaft zu schließen und jede Zusammenarbeit mit dieser Regierung davon abhängig zu machen, dass die Regierung Steinigungen abschafft und keine Menschen mehr umbringt und aufhört, Brutalität gegen Menschen auszuüben. Glauben Sie nicht auch, dass das der bessere Weg ist?

Mina Ahadi

Telefon: 0049 (0) 1775692413

E-Mail: minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee against Execution – ICAE

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee against Stoning – ICAS

http://stopstonningnow.com/wpress/

Naquib al-Attas. Erziehung zur Disziplin

September 13, 2012

سيد محمد نقيب العطاس

Saiyid Muḥammad Naqīb al-ʿAṭṭās

Syed Muhammad Naquib al-Attas

So spürt es doch, Muslime, der Westen ist euch fremd!

Die Islamisierung deines Denkens ist die Entwestlichung deines Wissens

Zwischen 1975 und 1980 schrieb der vor dem verderbten „Westen“ universeller Menschenrechte und freier Forschung warnende malaysische Gelehrte Syed Muhammad Naquib al-Attas seine Gedanken zu Gottesfurcht, kultureller Moderne und disziplinierter Re-Islamisierung nieder, die er 1978 bei der Jugendbewegung ABIM als Islām and Secularism herausgab und die er, selbst die Seitenzahlen betreffend offensichtlich unverändert, 1984 als Islām, Secularism and the Philosophy of the Future zusammenfasste und 1985 bei Mansell (London & New York) verlegen ließ. ABIM ist die Muslim Youth Movement of Malaysia, die vom pakistanischen Revivalisten Abū l-Aʿlā Maudūdī und der Jamaat-e-Islami ebenso geprägt wurde wie von den Ägyptern Hasan al-Banna und Sayyid Qutb und ihren Muslimbrüdern.[1] Später konnte Professor al-Attas, so sind sie im Internet zu finden, seine Texte beim persönlich gegründeten und geführten International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC) publizieren. Der weltweit anerkannte sogenannte Transzendente Philosoph gewinnt seit einigen Jahren auch im Bereich des deutschen Islamischen Religionsunterrichts an Einfluss. Den Vordenker einer schariatreuen Modernitätsverweigerung übersetzt und kommentiert Jacques Auvergne (2012).

Seit drei Jahrzehnten gilt der in Malaysia arbeitende Syed Muhammad Naquib al-Attas (Saiyid Naqīb al-ʿAṭṭās, *5. September 1931 in Bohor, Java, Indonesien) als pädagogisch einflussreicher zeitgenössischer Vertreter der Islamischen Weltanschauung oder so genannten Islamischen Philosophie, jenes weltsichtverzerrenden und persönlichkeitsverzerrenden Denkens, das seit Abu Hamid al-Ghazali († 1111) für die gesamte Umma das Monopol auf Vernunft und Wissenschaft innehat und das die Richtigkeit der vom Himmel herab gekommenen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen Schariagesetze im Sinne der Erlangung des Wohlgefallens Allahs permanent bestätigen muss.

Der Theorie und Praxis von al-Ghazali erneuernde Pionier einer Islamisierung des Wissens (Islamization of Thought) hat überall auf der Welt Bewunderer, die beginnen, die im Aufbau befindlichen und demokratiegefährdenden Projekte universitäre Imamausbildung und deutscher Islamischer Religionsunterricht zu beeinflussen. Ein Naquib-Enthusiast, der seinen Meister den al-Ghazali unserer Epoche nennt, ist Hasanul Arifin, Lobbyist für mehr Computereinsatz im Bildungsbereich und Vizepräsident National University of Singapore Muslim Society (NUSMS).[2] Arifin vergleicht die riskante islamische Gegenwart mit der grandios (total schariatisierend) bewältigten islamischen Krise der Zeit von Imam al-Ghazali. Heute, neunhundert Jahre später, müsse man lediglich die einst das arabische und persische Mittelalter irritierenden antiken griechischen Philosophen durch die Verderben stiftenden Säkularisten ersetzen: Al-Attas can be regarded as the modern day Al-Ghazali.[3] Das ist richtig, und auch Naquib al-Attas beruft sich gerne auf al-Ghazali.

Selbstbewusst versteht sich der Professor als neuzeitlicher Wegbereiter der Islamisierung des Wissens. In Deutschland gilt es zu verhindern, dass sich die entstehenden universitären Islamischen Studien nebst Imamausbildung und vor allem dass sich der Islamische Religionsunterricht (IRU) mit dem Deckmantel dieser Islamisation of knowledge einkleiden, der das letztlich auf Abu Hamid al-Ghazali und sogar auf Mohammed zurückgehende totalitäre und revolutionäre Wesen des echten Islam demokratietauglich erscheinen lassen soll. Denn solange Scharia und Fiqh nicht hörbar und glaubhaft abgelegt werden, muss der organisierte Realislam auch der deutschen Islamverbände die kulturelle Moderne in Richtung von Frauenentwürdigung und theologisch begründeter Fundamentalisierung bis Faschisierung angreifen – und hat seine Religion dabei durchaus richtig verstanden.

Die zwei frühesten, im Jahr vor und nach der iranischen Islamischen Revolution (1979) entstandenen Schriften erschienen bei der 1971 auf dem Uni-Campus der Universität Malaya (Kuala Lumpur) gegründeten revivalistischen (islamrevolutionären) Malaysischen Islamischen Jugendbewegung Angkatan Belia Islam Malaysia (ABIM), die gegen Korruptheit (Atheismus, Schariakritik?), Machtmissbrauch (Pressefreiheit, Volkssouveränität?) und Verwestlichung (universelle Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau?) kämpfte und Malaysia deswegen vorab und wie nebensächlich in eine Islamische Republik verwandelt wissen wollte, in einen Schariastaat. Der einstige Vize-Premierminister Malaysias entstammt der damals gelegentlich noch sympathisch studentenbewegt wirkenden ABIM, der möglicherweise vorsichtig prodemokratisch arbeitende Anwar Ibrahim. 1974 wurde der charismatische Organisator von Demonstrationen für die Provinzbevölkerung für 22 Monate inhaftiert.

1999 jedoch lebte der ehemalige Vize-Premierminister (ab 1993) Anwar Ibrahim (bereits 1984 wurde er Landwirtschaftsminister, 1986 Erziehungsminister und 1991 Finanzminister) womöglich nicht islamisch genug und wurde wegen angeblicher Korruption zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Einer der Hauptgegner war der Premierminister selbst, Mahathir bin Mohamad.

Dr. Mahathir genannt Dr. M ist ein glühender Antisemit, dessen Hass sich sogar gegen Kunstwerke und ihre Inszenierung richtet. So untersagte Mahathir 1984 den New Yorker Philharmonikern die Einreise, weil diese eine Komposition des Juden Ernest Bloch (*1880 in Genf; † 1959 in Portland, Oregon) aufführen wollten. Auch der weltbekannte und unbedingt sehenswerte Spielfilm Schindlers Liste, den Steven Spielberg, der 1946 als Kind jüdischer Eltern in Cincinnati, Ohio geboren wurde, faktennah über Begebenheiten aus dem Völkermord an den europäischen Juden nachdrehte, wurde von der Regierung Mahathir im Jahre 1994 mit der Begründung verboten, der Film wäre zu sehr pro-jüdisch. Gegen proislamistische Filme hätte „Dr. M“ vermutlich nichts einzuwenden.[4]

Anwar Ibrahims Ehefrau, die Ärztin Wan Azizah Wan Ismail führt die liberale Partei Keadilan (Parti Keadilan Rakyat, People’s Justice Party; Parteifarben Weiß-Blau-Rot). Leider ist die Bürgerrechtlerin und Kopftuchträgerin einer Zusammenarbeit mit der islamistischen PAS nicht grundsätzlich abgeneigt.

Seit dem Jahr 1998 lautete ein zusätzlicher Anklagepunkt gegen Anwar Ibrahim Homosexualität. Homosexuelle Handlungen jedenfalls glauben seine (inzwischen) politischen Gegner mit diversen, von „Zeugen“ teilweise unter Folter erlangten „Geständnissen“ belegen zu können. Das diffamiert ihn in der zunehmend schariatreuen und auch damit zunehmend homophoben Realität Südostasiens zielsicher und hätte ihn vielleicht auch ins Gefängnis bringen können. Nach vier Jahren der Anklage und Einschüchterung, ihm hätten im Falle einer Verurteilung für gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen bis zu 20 Jahre Haft gedroht, wurde Ibrahim am 9. Januar 2012 freigesprochen, 5000 seiner Anhänger feierten erleichtert auf der Straße vor dem Gerichtsgebäude. Noch am selben Tag explodierten drei Bomben vor dem Gericht, fünf Menschen wurden verletzt.

Um 1980 wurde die ABIM oft schlicht als Teil der oppositionellen, 1955 gegründeten und sehr stark von der Muslimbruderschaft beeinflussten Islamischen Partei Malaysias betrachtet, der PAS. PAS heißt ausgeschrieben Parti Islam Se-Malaysia; die Farben der Organisation oder vielmehr Hisba-Schlägerkolonne sind Grün und Weiß.[5] Unbekümmert orientiert sich die PAS seit zwanzig Jahren an den afghanischen Taliban. Bereits 1982 jedoch wechselte Führer Anwar Ibrahim von Grün-Weiß zu Rot-Weiß, zur malaiisch-nationalistischen und klar rassistischen (Chinesen dürfen nicht Mitglied werden) United Malays National Organisation (UMNO – Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu),[6] die 2012 mit dem amtierenden Parteivorsitzenden Najib Razak auch gleich den sechsten Premierminister Malaysias in Folge stellt. Vor zehn Jahren half Najib Razak Indonesien bei der Verhaftung der radikalislamischen Attentäter des Anschlags von Bali (2002).

Genug der Landeskunde.

Syed Muhammad Naquib al-Attas

Muhammad Naquib war der mittlere von drei Brüdern und wuchs in Indonesien in einer aus dem südarabischen, jemenitischen Ḥaḍramaut stammenden, jedenfalls bis heute aufgrund von möglicherweise tausendjähriger nobler Abstammung und vielen aus ihr hervorgegangenen islamischen Würdenträgern und Gelehrten sowie durch mehrere Heiraten mit Aristokraten hoch angesehenen Familie auf (was nichts anderes bedeutet, als dass man andere südostasiatische Familien ein bisschen verachten darf). Väterlicherseits (patriarchalisch korrekt) soll seine Familie, die berühmte Bā ʿAlawī sādaʾ vom Prophetenenkel abstammen, Imam Hussein (al-Ḥusain ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib, * 626, † 680, Sohn der Prophetentochter Fāṭima).[7] Um die Großfamilie Bā ʿAlawī baut sich ein seine spirituelle Abstammung (silsila) angeblich auf Mohammed zurückführen könnender Sufi-Orden (ṭarīqa) auf.

Der drei Jahre ältere Bruder oder Halbbruder des Nationalisten und Islamisierers war der weniger nationalistisch und vor allem weniger islamistisch denkende langjährige Universitätsprofessor Syed Hussein Alatas (1928 – 2007). 1968 gründete Alatas die liberale[8] Partei Gerakan (Parti Gerakan Rakyat Malaysia, Malaysian People’s Movement Party),[9] die sich zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 bekennt. Im Jahre 2006 waren 80 % der Mitglieder der Gerakan ethnische Chinesen und weitere 15 % ethnische Inder; auch 2012 finden sich im Internetauftritt der malaysisch-staatsbürgerlich argumentierenden Partei chinesische und indische Schriftzeichen.

Sandhurst

Im englischen Sandhurst liegt die traditionsreichste britische Königliche Militärakademie (Royal Military Academy Sandhurst (RMAS). Der gegenwärtige König von Jordanien (haschemitisches Königreich), Abdullah II. (* 1962), ebenfalls ein (angeblicher) Nachkomme des Propheten Mohammed, ist ebenso Absolvent dieser Offiziersschule wie sein Vater (König Hussein I.) oder wie der Sultan von Brunei, jener landseitig ganz von Malaysia umgebenden absoluten Monarchie (400.000 Einwohner; Hassanal Bolkiah, * 1946, ist in Personalunion Staatsoberhaupt, Premier-, Verteidigungs- und Finanzminister sowie oberster Hüter der selbstredend islamischen Staatsreligion). Vor seinem Studium an der staatlichen Universität von Malaysia absolvierte auch Syed Naquib al-Attas eine militärische Ausbildung im englischen Sandhurst.[10]

Masyarakat Madani

Masyarakat Madani sollten wir nicht einfach als Zivilgesellschaft missverstehen, sondern ist ein südostasiatisches Modell der guten gesellschaftlichen Transformation (Islamisierung). Erfinder ist Syed Naquib al-Attas. Der malaysische Politiker Anwar Ibrahim führte den Terminus 1995 in Indonesien ein, wo man gerade ein anständiges (schariakompatibles) landessprachiges Wort für civil society suchte. Masyarakat ist Gesellschaft (society), Madani heißt auf die muslimische Urgemeinde von Medina bezogen, medinensisch (ja, Stadt schlechthin heißt auch Madina, gemeint ist aber vor allem die vorbildlichste aller Städte, al-Madīna al-munawwara). Syed Farid Alatas stellt klar: „Syed Muhammad al-Naquib al-Attas (1976) hat betont, dass sich das Konzept von der Masyarakat Madani nicht auf eine zivile bzw. staatsbürgerliche Gesellschaft, sondern vielmehr auf eine religiös basierte Gesellschaft bezieht, die sich auf dem ethischen System und der moralischen Ordnung des Islam aufbaut.[11]

Entwestlichung des Wissens

Wenn al-Attas die auf eine malaysische Schariatisierung sprich islamische Faschisierung (frei nach Maxime Rodinson)[12] hinauslaufende Entwestlichung des Wissens (The de-westernization of knowledge) fordert, meint er mit „westlich“ oder „der Westen“, wie es schon Ali Schariati tat, universelle Menschenrechte und freie Wissenschaft, Pressefreiheit und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Der politische Aufstieg Islamischen Wissens muss echtes Denken kaputtmachen. Der Professor folgt seinem Vorbild Imam al-Ghazali († 1111). Von den aus islamistischer Sicht geradezu gotteslästerlichen Zumutungen der Gleichberechtigung der Nichtmuslime und Frauen lässt sich Syed Naquib nicht verunsichern und auch an die anderen Normen der Scharia wie den Schleier (Hidschab) stellt der der feingeistig und poetisch daherkommende Islamphilosoph nicht in Frage; für alle Probleme des 21. Jahrhunderts gibt es eine islamische Lösung: „Es gibt keinen Zweifel im Islam! There is no doubt in Islam!“[13]

Die beiden Frühschriften des Islamphilosophen sind Islām and Secularism (Kuala Lumpur 1978 und 1993) bzw. ist dessen hier analysierte (mit dem Urtext offensichtlich und selbst in der Seitenzählung identische) Fassung Islām, Secularism and the Philosophy of the Future (London & New York 1985) sowie das zwei Jahre später erschienene, im Folgenden kurz Concept genannte und nur 45-seitige: The Concept of Education in Islam (Kuala Lumpur 1980: Muslim Youth Movement of Malaysia (ABIM); reprint, Kuala Lumpur 1999) drohen Einfluss auf die Imamausbildung und Islamischen Religionsunterricht zu nehmen, das Schulministerium von Niedersachsen erwähnt ihn bereits neutral bis lobend.

Verantwortungsvolle Schule und Universität will die bestmögliche Erziehung und Bildung. Ein pädagogisch wertvolles Dreiecksverhältnis sei dafür unabdingbar. Diese islampädagogische Trias bestehe aus dem, wie die gesamte Schöpfung von Allah geschaffenem islamischen Wissen, dem islampädagogischen (schariakonformen) disziplinierten Wissenserwerb im Hier und Heute und der epochal, regional und elterlich geprägten Erziehung (the elements of knowledge (‘ilm), instruction (ta‘lim), and good breeding (tarbiyah)), wie Syed Naquib 1980 in The Concept of Education in Islam (Muslim Youth Movement of Malaysia) sagt.

Weil deine Tarbiyya je nach Elternhaus auch chinesisch, hinduistisch oder sonstwie heidnisch sein kann und ‘Ilm, schon weil es etymologisch zu ‘Alim und ‘Ulama gehört (sunnitisch nahezu absolut, schiitisch absolut schariakundige, d. h. heilssichernd befehlsberechtigte Gelehrte, sg. ʿalīm, pl. ʿulamāʾ), nach Kräften vor nichtislamischer Verunreinigung zu schützen ist wird uns Islamic Education (ta’dib, allerdings bei Yusuf al-Qaradawi seit 1979 auch tarbiyya islamiyya!)[14] als Fusion oder vielmehr Mischfeld aus kulturspezifischer bzw. zeitbedingter irdischer Pädagogik (tarbīya) und ewig-unveränderlicher, die himmlischen Sphären berührenden Schariakunde erkennbar.

Zu Taʾaddub (Anerziehung des Islamischen Benimm, moral cultivation) und überhaupt zum Wortfeld Adab gehöre Taʾdib, so erklärt es uns der treue Wan Mohd Nor Wan Daud (Al-Attas’ Concept of Taʾdib as True and Comprehensive Education in Islam). Sein islampädagogischer Großmeister meine dieses: „Erziehung ist also taʾdib, das Einträufeln (Anerziehen) und Einimpfen (Einschärfen) von Adab in den Menschen“ (Education is the instilling and inculcation of adab in man – it is taʾdīb; so auch hier im betrachteten Islām, Secularism and the Philosophy of the Future, Seite 144). Der wohlerzogene Mensch ist demzufolge „der, der seiner Pflichten dem wahren Gott gegenüber ernstlich bewusst ist und der seine Pflichten, die er sowohl sich selbst als auch den Mitmenschen gegenüber hat, versteht und sie in Gerechtigkeit erfüllt.[15]

Der Adab, so hat Herr Daud uns gerade seinen Meister erklärt, ist also das aus den ʿibādāt, den Pflichten Allah gegenüber (his responsibilities towards the true God) und den muʿāmalāt, den zwischenmenschlichen Pflichten (his obligations to himself and others) zusammengesetzte irdisch totale und jenseitszentrierte Gefüge der Islamischen Seinsweise und Normativität, kurz gesagt das bedarfsweise gewaltsam in jedem Muslim zu verankernde Komplettprogramm der Scharia. Welcher Professor in der deutschen Imamausbildung oder Islamlehrerausbildung wird als erster nach dem Naquibschen Adab verlangen? Im Mai 2012 trat Daud bei dem besonders HAMAS-nahen Teil des US-amerikanischen Umfelds der Muslimbruderschaft auf, bei CAIR Chicago, und referierte zu Islam und Muslime in Indonesien und Malaysia.[16]

Die Achse der Islamisierung USA Malaysia und hierbei ausgerechnet Chicago Kuala Lumpur beschritten vor Daud bereits zwei andere einflussreich Re-Islamisierer. Zum ersten war das der Yusuf al-Qaradawi treu ergebene ECFR-Scheich und bosnische Großmufti Mustafa Cerić, der 1987 in Chicago beim pakistanischen Islamkenner Fazlur Rahman seine Doktorarbeit schrieb (1988 promovierte dort und ebenfalls bei Fazlur Rahman der al-Attas-Bewunderer und zeitweilige (1998-2002) Geschäftsführer ISTAC, Wan Mohd Nor Wan Daud) und zwischen 1991 und 1993 in Kuala Lumpur lehrte – am International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC), dessen Gründer Naquib al-Attas heißt. Im Mai 2012 sprach Daud, inzwischen Direktor am CASIS (Centre for Advanced Studies on Islam, Science and Civilisation, ansässig an der technischen Uni von Kuala Lumpur) wieder in Chicago, zwar nicht an der Uni, dafür bei den Muslimbrüdern des Council on American-Islamic Relations (CAIR). Zum zweiten arbeitete erst in Chicago und später am ISTAC der türkische Theologe Alparslan Açıkgenç.[17]

Am CAIR fühlt man zurückhaltend amerikanisch, schwungvoll schariafreundlich und ungebremst HAMAS-treu. 1998 stellte CAIR-Mitgründer Omar M. Ahmad hochgestimmt fest: „Der Islam ist nicht in Amerika, um mit irgend einer anderen Religion gleichberechtigt zu sein, sondern um zu herrschen.“ Ahmad, im Weiterdenken: „Der Koran … sollte höchste Autorität für Amerika erlangen, und Islam die weltweit einzige akzeptierte Religion sein.“[18]

Professor al-Attas zeigte der Öffentlichkeit das neue ISTAC als Gesamtkunstwerk, Architektur und Innenraumdesign hatte er, ziemlich historisierend nach der Alhambra und in jedem Fall sozusagen stilvoll islamverherrlichend selbst entworfen.[19]

Mit weniger Gottesfurcht (taqwa) gesehen will also auch Professor Syed Naquib al-Attas jeden malaysischen Schüler und Studenten auf die totalitäre Doktrin der anerkannten islamischen Gelehrten zwischen Imam al-Ghazali und Yusuf al-Qaradawi verpflichten. Die erstarkenden Allahbewussten (Emergent Muslims), denen das Buch schließlich gewidmet ist (in Islām and Secularism hieß es TO THE MUSLIM YOUTH), haben das im Koran befohlene halbe Frauenerbe durchzusetzen und, soweit weiblich, den Schleier (Hidschab) anzuziehen und nicht mehr auszuziehen. Was der am 1. Februar 1979 heimgekehrte Ruhollah Chomeini mit einem Putsch innerhalb von wenigen Wochen erreichte, Schariagehorsam und komplette Islamisierung des Rechtssystems, soll jetzt eben per Religionsunterricht und sonstigem Unterricht geschehen; die Herankunft der Herrschaft Allahs und der Ausstieg aus der Volkssouveränität geschehe ebenso schleichend wie unaufhaltsam.

Im nach Bayern flächenmäßig zweitgrößten deutschen Bundesland, wo in Osnabrück im Oktober 2011 die mittelalterliche Erstauflage der Islamisierung des (griechisch, philosophischen) Wissens beschworen wurde,[20] fand bereits im Vorjahr die islampädagogische Trias von Professor al-Attas aus Malaysia Eingang in das Kerncurriculum für den Schulversuch Islamischer Religionsunterricht in der Grundschule. Unter Didaktische Leitlinien lesen wir:

„Der islamische Religionsunterricht ist durch eine Didaktik gekennzeichnet, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, strukturiertes und lebensbedeutsames Wissen über den Glauben zu erwerben, religiöse Haltungen und Einstellungen aufzubauen und zu festigen, sich mit Formen des gelebten Glaubens vertraut zu machen sowie die eigene Dialog- und Urteilsfähigkeit weiterzuentwickeln. Eine grundlegende Aufgabe des islamischen Religionsunterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der Trias*** aus erzieherischem Ansatz [tarbīyah], Wissensvermittlung und Wertebildung zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Glauben zu befähigen.“ In der dazugehörigen Fußnote nennt das niedersächsische Kultusministerium mit den arabischen Begriffen für kulturabhängig menschliche Sozialisation, heilssichernder islamischer Wissensvermittlung und allahzentrischer strenger Disziplinierung die schariapädagogischen Termini des islamistischen Vordenkers aus Malaysia: „tarbīyah, ta’alīm, ta’adīb, Vgl.: Syed Muhammad al-Naquib al-Attas: Aims and objectives of Islamic education“[21]

Dass Bildung im Islam nur aus einem einzigen Grund „individuell“ zu nennen ist verschweigt uns das Kerncurriculum aus Hannover, aber erklärt uns der treue Wan Mohd Nor Wan Daud: „letztendlicher Zweck und Ziel Islamischer Ethik ist das Individuum … im Islam ist es das Individuum, das belohnt oder bestraft werden soll am Tag der Auferstehung, the ultimate purpose and end of ethics in Islam is the individual … in Islam it is the individual that shall be rewarded or punished on the Day of Judgement).[22]

Weltweit beginnt der Erziehungs- und Bildungsbereich in „westliche“ (nichtislamische) und schariaverträgliche Bildung zu zerfallen. So tagte der seit 1970 (Ottawa, Kanada) an wechselnden Orten abgehaltene Weltkongress vergleichender Bildungsforschung 2007 in Bosnien-Herzegowina als XIII World Congress of Comparative Education Societies (WCCES). Tagungsthema in Sarajevo war „Gemeinsam leben: Bildung und interkultureller Dialog“ (Living Together: Education and Intercultural Dialogue), man erklärte ebenso feierlich wie selbstverliebt und nichtssagend: „Bildung auf allen ihren Ebenen – von hochschulischer Bildung bis zur vorschulischen Bildung und von der formellen Ausbildung bis zum informellen lebenslangen Lernen – spielt eine ganz zentrale Rolle für Wertebildung im friedlichen interkulturellen Dialog sowie zum Aufbau von Respekt, sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit und ist damit ein Hauptfaktor für gelingende Versöhnung zwischen den diversen Communities“, Education at all levels – from higher education to pre-school education, from formal training to nonformal lifelong learning – plays a vital role in fostering values of peaceful intercultural dialogue, respect, social justice and equity, and is a major factor in bringing about reconciliation among diverse communities. Die Scharia war in diesen Bildungsbegriff leider bereits integriert, und bezeichnenderweise sollen nicht etwa säkulare Staatsbürger miteinander friedlich zusammenleben oder säkulare Rechtsstaaten, sondern „Communities“, darunter sicherlich der in Staat, Region oder Stadt an Allahs Gesetz faschistoid auskristallisierende Teil der Islamischen Glaubensnation, der Umma. ISTAC-Aktivist und Jenseitszentriker Wan Mohd Nor Wan Daud durfte auf dem Weltbildungskongress (WCCES) die auf Angst vor der ewigen Höllenstrafe beruhende islampädagogische Trias aus ganzheitlich-gottesfürchtiger Erziehung, abstrakter schariabasierter Anleitung und diszipliniertem Anstand, „ta’dib (education), and not merely ta’lim (instruction), or tarbiyyah (training, upbringing)“ unter dem Vortragstitel Das erzieherische Konzept im Islam (The concept of education in Islam) als das Bildungs- und Erziehungskonzept seines Meisters Syed Naquib al-Attas vorstellen. Im Publikum waren Frauen mit und ohne Hidschab zu erblicken, wie eine US-amerikanische Augenzeugin und Erziehungswissenschaftlerin im Ruhestand erfreut berichtet, während im Foyer ein Buch zu erwerben war zum sinngemäßen Thema: Wie lässt sich im Erziehungsalltag der Islamophobie entgegentreten?! Confronting Islamophobia in Educational Practice.[23]

Islam macht Schule, jedenfalls in Saudi-Arabien, Pakistan, Indonesien und allmählich auch in Europa. Wie rasch werden Deutschlands im Aufbau befindliche Islamische Studien dem schariakonformen und damit bleibend demokratiegefährdenden Beispiel der UIN (State Islamic University) zu Jakarta folgen, wo universitäre Fachbereiche sinngemäß Fakultät für Scharia und Jura, Fakultät für Glaubensgrundlagen und Philosophie, Fakultät für Islamisches Wohlverhalten und Humanwissenschaften oder Fakultät für Verkündung und Kommunikation heißen?[24]

Auch bei den von Prinz Charles unterstützten Schariaverharmlosern und Islamisierern von MuslimHeritage hält man Allahgott und Mohammed für die eigentlichen Stifter von Menschenbildung und Schulsystem und beruft sich auf Syed Naquib al-Attas sowie und vor allem auf die Schrift The Cultural Atlas des palästinensisch-amerikanischen Islamideologen Isma’il Raji al-Faruqi (International Institute of Islamic Thought (IIIT), in Herndon bei Washington, http://www.iiit.org/) und dessen Ehefrau Lois Lamya al-Faruqi, wenn man die global zu erneuernde Erziehung und Didaktik der „Islamischen Zivilisation“ grundsätzlich plant. General Organisation of Education and Teaching Methods in Islamic Civilisation.[25]

Das Ehepaar al-Faruqi wurde 1986 in seinem Haus in Wyncote (Pennsylvania) ermordet.

Mit al-Attas aus Kuala Lumpur und al-Faruqi aus Herndon, mit den islamistischen Denkfabriken International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC) und International Institute of Islamic Thought (IIIT) ist die koranbasierte Zerstörung des wissenschaftlichen Denkens, ist die Islamization of knowledge ein global organisierter Versuch, neben die als mechanistisch und reduktionistisch (mechanistic and reductionist) zu diskreditierende Wissenschaft (im Islamistenjargon genannt die „westliche“ Wissenschaft) eine allahzentrische sprich schariagehorsame „Wissenschaft“ zu stellen. Die schariakompatible Seite der derartig verdoppelten Wissenschaft stelle man so selbstbewusst, wie es schon Imam al-Ghazali tat, als die eigentliche Möglichkeit menschlicher Welterkenntnis dar, die dem an Körper, Seele und Geist gesunden (allahbewussten) Menschen wie von selbst zufalle (fiṭra). Volles Schariaprogramm und halbierte Vernunft, Islamgehorsam und Restlogik binde man in ziemlich überdehnte soziologische und pädagogische Konzepte ein, beim ISTAC redet man vom persönlichkeitsorientiert-ganzheitlichen Islamischen Bezugssystem (the wholistic Islamic framework).

Um nicht öffentlich von Weltgericht und Höllenpein sprechen zu müssen oder von der himmlisch befohlenen Herabsetzung der Frau im Realislam, weisen Scharialobbyisten die Universalität der 1948 bekundeten Menschenrechte bevorzugt im Namen des kulturell Besonderen oder der andersartigen kulturellen Identität zurück oder, noch besser, reden nur von muslimischer Andersartigkeit und Identitätsentwicklung. Ob in Kuala Lumpur oder Köln, wer nicht der Schariapflicht zu unterliegen glaubt, setzt das Kind eben einer anderen Kulturalisierung (Niedersächsischen Kultusministerium: „tarbīyah“) aus, dressiert es nicht in das Islamische System (an-Niẓām al-Islāmī, the Islamic order) hinein sondern beispielsweise in den Atheismus oder Katholizismus.

Allahs ungleich behandelndes Gesetz, das dem in wachsender Segregation zu Deutschlands so genannten Nichtmuslimen lebenden Teil der Umma versetzungsrelevant zu vermitteln ist („ta’alīm“),[26] und zwar mit strenger Zucht („ta’adīb“, taʾdīb) und im Wissen um die Andersheit der Unreinen, hat im Rahmen der Deutschen Islam-Konferenz (DIK), des Bürgerdialogs der Bundeskanzlerin (Merkel 2012: „Ich teile Ihre These nicht“) oder der (bislang letztlich vermiedenen) Debatte zur rituellen Zirkumzision (Merkel 2012: „Komikernation“) nicht thematisiert zu werden. Die Bevölkerung ist vielmehr mit Beschwörungen von Toleranz und Integration auf den irgendetwas Schlimmes überbrückenden und irgendetwas Wunderbares herstellenden Islamdialog einzustimmen sprich auf Apartheid und Rechtsspaltung (Cerić: opening the way for the Muslim law). Die islamkonforme Seinsweise und Gesellschaftsordnung hat das sittlich Minderwertige auf Dauer zu ersetzen, denn: „Erziehung stellt Gesellschaft her – Education is the fabric of society“, wie der pädagogische Islamist aus Malaysia weiß (Concept 25).

Der Schlendrian muss ein Ende haben, Eltern haften für ihre Kinder. Zum islamischen Benimm weiß Islamic-Dictionary: „Adab. Islamisches gutes Benehmen, der Sunna entstammend aber üblicherweise von den Eltern vermittelt. Wenn der Adab eines Menschen schlecht ist, tragen wahrscheinlich seine Eltern die Schuld.“[27]

In der älteren vorislamischen arabischen Sprache, so Dr. Syed Naquib (Concept), stamme der Begriff Adab aus dem Bereich des elitären gesellschaftlichen Abendessens, des Gastmahls (banquet) bei sozial oder vielmehr stammesfeudal Hochgestellten, noch genauer entspringe er jener noblen Charakterhaltung des gnädig Eingeladenen, die sein Eingeladenwerden zu einem Bankett zur Voraussetzung habe (auch im hier untersuchten Werk, Seite 184: In its original, basic sense, adab is the inviting to a banquet). Systemisch ist das korrekt, Islam ist die Suche zur Nähe der Macht aus Angst vor der Strafe (Stockholm syndrome, or capture-bonding, is a psychological phenomenon in which hostages express empathy and have positive feelings towards their captors), heutzutage fällt dem kirchlichen Islamverharmloser von der Tafel der Saudis ein Krümelchen auf den Katzentisch herab. Allah, so erkläre der Hadith, bereite dem Gläubigen (dem Gehorsamen) das Erdendasein wie ein Gastmahl. Der Koran ist dabei das eigentliche Bankett, ein spirituelles Gastmahl, dessen nahrhafter Genuss nur dem Besitzer von Wissen (islamischem Wissen) zuteil werde. Vom spirituellen Gastmahl des Korankonsums sprach selbst Theologe und Massenmörder Imam Chomeini[28]

Adab gilt für al-Attas als ein integraler Teil der Weisheit und Gerechtigkeit. Völlig folgerichtig warnt ISTAC-Spitzenfunktionär Daud (Wan Mohd Nor Wan Daud), wie sein großer Meister, vor dem Verlust (the loss) von Adab, was zu Unordnung, Ungerechtigkeit und Dummheit, ja beinahe zum Wahnsinn führen müsse:

Was für eine Verrücktheit läge doch im Ziel, ein Wissen zu erwerben, das etwas anderes bezwecken soll als wahre [islamische] Glückseligkeit oder die Zuneigung Allahs, in dieser Welt nach den Befehlen der wahren Religion und im Jenseits, um Ihn zu schauen. Gleichermaßen ist es äußerste Dummheit, zu versuchen, ohne die rechte Weise von Wissen und Tat Glück in dieser Welt und der nächsten erlangen zu wollen.[29]

Herr Daud, bewährte professorale rechte Hand und so etwas wie der Erbe des Meisters, betont dass gerade im Zeitalter der Globalisierung „der wesenhaft gute Mensch, also der Mann oder die Frau des Adab“ (intrinsically good men and women, i.e., men and women of adab) für Gesellschaft und Menschheit von größerem Nutzen ist als der bloße gute Staatsbürger. Wobei der hochverehrte islamradikale Professor (Aims and Objectives of Islamic Education) engagiertes Staatsbürgersein (good citizenship) nicht etwa pauschal verwirft, sondern lediglich dem Absoluten unterordnet, der ewigen Nähe zu Allah: „wohingegen wir unter Bürger den Bürger des Anderen Königreichs verstehen, der, folgerichtig, schon im Hier und Jetzt als guter Mensch handelt“ (that we mean by ‘citizen’ a Citizen of that other Kingdom, so that he acts as such even here and now as a good man). Der irdische Muslim ist „folgerichtig“ nur Staatsbürger Allahs, Passpapiere und Wahlunterlagen sind von ihm entsprechend ironisch zu betrachten.[30]

Bürgerdialog und Islamkonferenz, Globalisierungskritiker und Kirchentagsszene sind sich einig: Der Orient, gemeint ist stets die Umma, hat das Recht, anders zu sein als der „Westen“ oder Okzident, unabhängig, postkolonial. Und alles, was fremd ist oder irgendwie exotisch aussieht, weckt in Europäern seit der Zeit von Jugendstil oder Studentenprotest bekanntlich Reflexe von Beschützenwollen, Masochismus und flehentlicher Bitte um Entsühnung. Hatte denn nicht schon Rudyard Kipling (1892) vor zwölf Jahrzehnten festgestellt, dass der Osten auf immer östlich bleiben wird und der Westen westlich und dass selbst eine punktuelle kulturelle Verschmelzung von Okzident und Orient unmöglich ist: Oh, East is East, and West is West, and never the twain shall meet.[31]

Nun zum Text

Bereits im Vorwort des der muslimischen kommenden oder erstarkenden oder jugendlichen Generation (To The Emergent Muslims) gewidmeten Islām, Secularism and the Philosophy of the Future (Urfassung und online als Islām and Secularism) kündigt der Professor an, auf Begrifflichkeiten wie adab (right action) bzw. das sprachverwandte taʾdīb (education) einzugehen. Insbesondere sei klarzustellen, dass das eigentliche islamische Erziehen, taʾdīb, vom jeweiligen elternhausbedingten Prägen und Sozialisieren, tarbīya, abzugrenzen sei. Selbstbewusst meint der Professor:

Ich habe, vielleicht als erster, das Konzept der Islamisierung definiert und ein System Islamischer Erziehung und Ausbildung formuliert, auf dessen Basis eine Islamische Wissenschaft aufgebaut werden könnte (I have defined, perhaps for the first time, the concept of islamization and I have also formulated a framework for an Islamic philosophy of education, and a basis on which an Islamic philosophy of science might be erected).

Nicht der pflichtbewusst Paragraphen einhaltende Bürger, sondern der rationale und zugleich offenbarungsgeleitete Mensch gilt schariatreuen Islampädagogen als Bildungsziel. Auch Syed Muhammad Naquib al-Attas fordert, anzuerkennen, dass mit Koran und Sunna nicht (nur) zum glatt funktionierenden Staatsbürger, sondern zum glaubenstiefen Menschen zu erziehen ist:

The fundamental idea that the purpose of seeking knowledge and of education in Islām is to produce a good man and not a good citizen.

Dass Bürgerbegriff und säkulares System mit einer solchen Pädagogik allmählich ausdünnen und der Islamischen Ordnung weichen, dürfte jedem klar sein, der die totalitäre und insbesondere auch frauenfeindliche Realität in Malaysia, Pakistan oder Ägypten nicht für so etwas wie einen islamischen Betriebsunfall hält.

Mit seinem Konzept eines Integralen Humanismus (Humanisme intégral, 1936) kann man Jacques Maritain (1882-1973) den wichtigen Wegbereiter hinein in den Raum nennen, der den Namen kulturelle Moderne verdient, in welchem Gesetze und Verordnungen das friedliche Zusammenleben regeln und nicht den Verbleib in Himmelsgarten oder Höllenfeuer (nebenbei und zur gemäß Drucksache 17/10331 am 20. Juli 2012 vom Deutschen Bundestag hektisch verherrlichten religiösen genitalen Mutilation: die fiṭra einzuhalten ist Allahs Wille und Gesetz, Fingernagelbeschneidung und Jungenbeschneidung sind Scharia). Weltweit windet sich jeder Scheich oder Mufti wie ein Aal, um uns zu begründen, warum ein Atheist oder eine Frau aus religiösen Gründen nicht gleichberechtigt sein dürfen.

Leider unterstützte der französische Schüler des Lebensphilosophen Henri Bergson zeitweilig die um die Jahrhundertwende und nach der Dreyfus-Affäre entstandene, deutschenfeindliche und antisemitische, nationalistische und monarchistische Bewegung Action française. In die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) jedoch sind berechtigterweise 22 seiner 26 Artikel eingegangen; Maritain hatte sie im Jahre 1942 entworfenen: Les Droits de l’homme et la loi naturelle.

Professor al-Attar sieht genau, wo der Feind und was auf dem Spiel steht: können Naturrecht, Maritain und AEMR zu Ehren Allahs dauerhaft in einen „Abendland“ oder „der Westen“ genannten hellenistisch-christlichen Käfig eingesperrt bleiben wie das Böse in Pandoras Büchse oder kann die Universalität der Menschenrechte ausbrechen und die leuchtende Festung der islamischen Gesetzesreligion schleifen?

Wirklich ernst gemeinte AEMR zu wittern, bei der volkspädagogisch islamverharmlosenden Deutschen Islam-Konferenz gibt es insofern wenig zu schnuppern, muss jedem Freund der wortwörtlichen Lesart von Koran und Hadith vorkommen wie der vom Allergiker gespürte Reizstoff. Und so reagiert Syed Naquib bereits auf Seite 1 und damit im schließlich einer Speerspitze gleichenden ersten Satz wie ein Allergiker auf die demokratische Finsternis im Allgemeinen und auf den französischen Denker im Besonderen:

1. Maritain beschrieb, wie sehr sich Christentum und westliche Welt in einer schwerwiegenden Krise befinden. … Und tatsächlich ist die von Maritain beschriebene geistig-seelische Erschütterung seit der Zeit der Philosophen der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert vorausgeahnt worden.

Die AEMR ist für den global denkenden Islamstrategen aus Malaysia eine Beleidigung des guten (islamischen) Geschmacks; gastronomisch gesprochen müsste al-Attas ausrufen: „Kellner: Loi naturelle ist völlig ungenießbar!“ Aber ist Europa nicht wirklich krisengeschüttelt und der „Osten“, der Islam, von souveräner Ruhe? „Allen Ernstes, ihr wollt gleiches Recht für Atheisten und Frauen?!“, könnte Syed Naquib uns bedauernswerten Bewohnern des Okzidents entsetzt zurufen: „Die moralische Krise setzt euch wirklich sehr zu.“

Dass Jacques Maritain die Welt und ihr Recht universalistisch betrachtete und gerade nicht in westlich und östlich spaltete unterschlägt Allahs Bildungsbeauftragter:

1. Seit der Zeit der Europäischen Aufklärung, die sich vom 17. bis zum 19. Jahrhundert erstreckte und im Westen mit dem Aufstieg von Vernunft, Empirismus und Fortschritt auf wissenschaftlichem und technologischem Gebiet einherging, hatten englische, niederländische, deutsche und französische Denker die später von Maritain beschriebene Krise gespürt. … Einige christliche Theologen hatten das Herankommen einer derartigen Krise, die wir die Säkularisierung nennen (which is called secularization), bereits gesehen.

1-2. In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts beispielsweise rechnete der französische Philosoph und Soziologe August Comte mit dem Aufstieg der Wissenschaft und dem Niedergang der Religion und glaubte, ganz der säkularen Logik westlicher Philosophie und westlicher Wissenschaft verhaftet, dass Gesellschaft vom primitiven zum modernen Stadium „fortschreite“ und vom der Theologie zur Wissenschaft … was noch im selben Jahrhundert den deutschen Philosophen, Dichter und Visionär Friedrich Nietzsche dazu brachte, den literarischen Zarathustra den – zumindest für die westliche Welt gültig – auszurufen: „Gott ist tot. God is dead.“

Dem Schariadenker in den Mund gelegt: Mit dem Verbleichen der letzten Spuren des wahren Monotheismus, alle nennenswerten Errungenschaften der Renaissance entstammen schließlich dem Islam und Prophet Jesus war Wegbereiter der Herrschaft Allahs, beschreiben Dichter und Denker wie Comte oder Nietzsche nichts anderes als die ansteigende Dekadenz des der Gottlosigkeit anheim fallenden Europa; wie wir sehen: Wissenschaft ohne Koran und Sunna ist Götzendienst und führt ins Verderben von Faschismus, Sozialismus und Feminismus:

Die Denker, Dichter und Publizisten des Westens lobten diesen Vorgang als Weg in eine „emanzipierte“ Welt ohne „Gott“ und ohne „Religion“.

Auf den französischen Theologen und Paläontologen Teilhard de Chardin folgten weitere Theologen wie der Deutsche Dietrich Bonhoeffer und der Amerikaner Paul Tillich …, die begannen, die Ausweglosigkeit einer bevorstehenden religiösen und theologischen Krise zu akzeptieren.

Frei nach al-Attas ergänzt: Was für christliche Memmen, die hatten auch wirklich keine Ehre! Statt den katholischen Gottesstaat wieder aufzubauen, beugten sich Europas und Nordamerikas Kleriker dem Tsunami der Säkularisierung und waren sogar bereit, ihre (seit Mohammeds Lebzeiten veraltete und später zusätzlich verzerrte) Glaubenslehre dem perversen Denken einer von himmlischer Offennbarung getrennten Wissenschaft unterzuordnen. Naturkunde zu betreiben, ohne auf die Bewahrung des Heils der Seele zu achten, führt in die ewige Verdammnis. Erst die sittlich wertvolle, von Disziplin (Adab) erfüllte Schule und Universität bringt Ratio und himmlische Botschaft wieder in Einklang. Nur das Miteinander von Mathebuch und Koran, Formelsammlung und Schariabefehl führt zur Harmonie im Klassenzimmer.

Heute könnte jeder Globalisierungskritiker oder fromme Muslim dem Islamphilosophen Syed Naquib al-Attas beinahe prophetische Gaben attestieren. Im Sommer 2012, wo die sich mehr und mehr an der ewigen Scharia ausrichtenden Staaten der zunehmend intransparent arbeitenden Europäischen Union die dramatische finanzielle Griechenlandkrise und wohl auch Spanienkrise nur mühsam mit dem bunten Lack von Sport-Spektakeln wie Fußball-Europameisterschaft und Olympiade übertünchen können und dem zum Jubeln verurteilten Volk in Windeseile dahergezimmerte Institutionen wie Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) und Europäischer Fiskalpakt (Europäische Fiskalunion) präsentieren, gewinnt die Theorie einer Europa angeblich seit dreihundert Jahren grundsätzlich prägenden Krise an Aktualität. Dies gilt sicherlich umso mehr, nachdem der auch Jasminrevolution genannte, anfangs durchaus von Bürgerrechtlern mitgestaltete Arabische Frühling in Städten wie Tunis und Kairo offensichtlich vollends von der flackeräugigen Avantgarde der islamrevolutionären Medina-Urgemeindler (Salafisten) und den etwas gemächlicher nachrückenden radikalislamischen Parteien der global aktiven Bewegung der Muslimbruderschaft übernommen worden sind. Islamische Krisenbewältigung, ob nach Malaysias Professor al-Attas oder Tunesiens Wahlsieger Rachid al-Ghannouchi, hat auch im Fastenmonat des Jahres 1434 (2012) nur eine Antwort bereit: al-Islām huwa l-ḥall, Sunnagehorsam und Schariajustiz sind die „Lösung“ (al-ḥall). Wo der Tunesier zwar von Islamischer Demokratie redet, aber jedem politischen System, dass die Grenzen der Scharia antastet, das Prädikat islamisch abspricht und der Malaysier Wert oder Unwert von Bildung und Pädagogik daran bemisst, ob sie nach Maßgabe von Koran und Sunna den Weg in die ewige Gottesnähe ermöglicht oder verbaut, wird deutlich, dass sich der ranghohe ECFR-Scheich (European Council for Fatwa and Research, unter Yusuf al-Qaradawi) und der Vordenker der Islamization of Knowledge nur hinsichtlich ihrer ganz persönlichen Arbeitspraxis unterscheiden.

Am Südostasienzentrum der Universität zu Athens, Ohio, USA, wurde 1981 mit Unterstützung von in Malaysia tätigen amerikanischen Unternehmen sowie des Staates Malaysia eine Stiftungsprofessur eingerichtet, der Tun Razak Chair. Den jeweiligen Amtsinhaber benennt das Bildungs- und Erziehungsminiserium von Malaysia; der erste, ein „Professor für Islamische Literatur“ (Professor of Islamic Literature) auf diesem Lehrstuhl war Syed Naquib al-Attas.[32]

Angewidert, mit spitzen Fingern zeigt Allahs Bildungsstratege aus KL, wie Kuala Lumpur (1,5 Millionen Einwohner, mit verstädtertem Umland 8 Millionen) im Volksmund genannt wird, auf den geistlichen Verfall Nordamerikas und Europas, wo die um 1960 vom Ungeist der kulturellen Moderne sprich vom Satan mehr und mehr infizierten Theologen sogar bereit waren, ihre jahrhundertealten Dogmen der (ohnehin nichtislamisch, also fehlerhaft verstandenen) Seelenrettung dem Rationalismus und Individualismus zu opfern. Unter diesen moralisch Korrupten befand sich der in Deutschland wenig bekannte niederländische Theologe Arend van Leeuwen, der über den hochmittelalterlichen sunnitischen Supertheologen Abu Hamid al-Ghazali dissertiert hatte und nach dem Zweiten Weltkrieg als Missionar in die damalige Kolonie Indonesien ging:[33]

3. Karl Barth, Friedrich Gogarten, Rudolph Bultmann, Gerhard von Rad, Arend van Leeuwen, Paul van Buren, Harvey Cox, Leslie Dewart und viele andere mehr, katholisch wie protestantisch, fühlten sich genötigt, nach radikalen Veränderungen hinsichtlich der Praxis der Verkündigung und der Rolle der Kirche zu rufen, die sich dem Bild des zeitgenössischen Menschen im Westen anzunähern hätten, wie es in der säkularen Weltordnung (in the secular panorama of life) vorgesehen ist.

Der amerikanische Theologe Paul van Buren (* 1924 in Norfolk / Virginia; † 1998 in Blue Hill / Maine) verstand sich, eigentlich lobenswert, wenn er den unbedingten Vorrang des Naturrechts und der universellen Menschenrechte vor dem Islamischen Recht gefordert hätte, als Wegbereiter eines Säkularen Christentums (Secular Christianity) und war später Direktor des Zentrums für Ethik und Religiösen Pluralismus (Center of Ethics and Religious Pluralism) am Shalom-Hartman-Institut in Jerusalem.[34]

Theologe Leslie Dewart stellte die auf den ersten Blick nicht unsympathische These (das Dogma …) auf, alle christlichen Dogmen seien relativ, da sie seit jeher einem permanentem Wandel unterliegen würden, was die Neuzeit lediglich erkannt habe. Hoffentlich ist dem Freund des Relativen die durch zeitlichen „Wandel“ irgendwann „abgewandelte“, aber dogmatisch völlig korrekte Hexenverbrennung als absolut unchristlich erschienen. Dem heute die deutsche Soziale Arbeit bedauerlicherweise prägenden radikalen Konstruktivismus geht es wenig sozial darum, die repressiven Scharianormen sowie Allahs Naturkunde und Menschenbild „tolerant“ und „gleichberechtigt“ neben AEMR und Wissenschaftsbegriff zu stellen. Dieses Konzept gewissermaßen vorwegnehmend, das „westliche“ Selbst- und Weltwahrnehmung erodiert sprich den Islam befördert, hielt Leslie Dewart selbst das Konzept der Wahrheit für zeitbedingt.[35]

Wahrscheinlich kommt Kindererziehung auch in der kulturellen Moderne, schließlich gilt: Kinder brauchen Grenzen, und: Kinder brauchen Märchen, um eine sozusagen konservative Haltung der Erzieher gar nicht herum, eine Haltung, die eben nicht alles (gleichgültig!) als gleich gültig betrachtet: Mehrparteiensystem und Gottesstaat, polygyner Harem und linke WG, Burka und Punkfrisur. Syed Naquib al-Attas weidet sich an Selbstkritik und Selbstauflösung der christlich geprägten Teile der Welt und würde, den Islam betreffend und auf ihn übertragen, das seit den Sechziger Jahren im „Westen“ (Dar al-Harb) eingeübte Vorgehen der nicht „literalistischen“ (wortwörtlichen) Textlektüre oder die auf die (wissenschaftlich gesehen schlicht menschengeschaffene) Genese von Schleierpflicht und Schariagesetz angewendete historisch-kritische Methode (Historical criticism, also known as the historical-critical method or higher criticism) sicherlich für unerträglich und unzumutbar betrachten.

Professor al-Attas verachtet, ja verspottet jedes vom „Westen“ definierte Modell einer sich aus Mittelalter über Aufklärung und Industrialisierung hin zu einer kulturellen Moderne entwickelnden Gesellschaft (the ‚evolutionary process‘ of human history), jedenfalls soweit dieser Entwicklungsprozess nicht im Koran aufgezeichnet ist. Ein wenig erinnert diese Verneinung jedes prozesshaft Fortschreitenden an den etwa von Harun Yahya betriebenen Versuch, die seit Charles Darwin erforschte biologische Evolution zu verneinen. Himmelswächter – auch christliche Darwinhasser – haben offensichtlich ein Problem, die Befehle ihrer jeweiligen Gottheit in der globalisierten Welt plausibel zu machen und haben Angsat, dass sie ihren Einfluss auf die nachwachsende junge Generation verlieren.

Der die Gesellschaft mit Koran und Hadith verstehende „Islamsoziologe“ Syed Naquib ist argumentativ – genauer: uns die Argumente verweigernd – nur einer von vielen. Alle Islamlobbyisten spätestens seit Ali Schariati reden so, sinngemäß: Wir Orientalen (wir Schariapflichtigen) sind derartig exotisch, so andersartig, dass wir eure Erfindung der Gleichberechtigung aller Atheisten und Frauen gar nicht benötigen, ihr Westler (Sozialisten, Trinitätsanbeter, Atheisten, Satanisten usw.) hingegen seid zur Selbstreflexion und Selbstzerknirschung verflucht wie Sisyphos zum Heraufrollen des Felsbrockens.[36]

3-4. Viele [christliche Denker] beginnen, der Vorhersage des österreichischen Psychoanalytikers Sigmund Freud Glauben zu schenken, dessen Die Zukunft einer Illusion (The future of an illusion, London 1928) als der umfassendste Angriff auf den Theismus betrachtet werden kann, den der Westen jemals erlebt hat.

Im Scherz und Professor al-Attas in den Mund gelegt: Mögen Allah und seine Dschihadisten verhindern, dass in den Reihen der Umma jemals ein erfolgreicher Sigmund Freud arbeitet!

Ganz im Ernst: Wir Staatsbürger und Bürger schätzen und verehren Sigmund Freud, haben unseren religiösen Führerschein allerdings, wie der große Wiener Entdecker des Unbewussten, ebenfalls absolviert und sind (sehr zum Leidwesen der uns die AEMR nebst hundertprozentigen Frauenrechten sowie die selbstbestimmte Sexualität verweigernden Rabbiner, Bischöfe und Scheiche) nicht nur geistliche Untertanen, religiöse Fahrgäste, sondern steuern das geschätzte Fahrzeug des uralt-humanen Spirituellen autonom. Wir wollen das Religiöse und beanspruchen es! Das tun wir bürgerlich, was im Zweifelsfall bedeutet: antiklerikal. Solange (beschneidungsfordernder) Rabbi,[37] Imam oder Pfaff ordentlich (freiheitlich demokratisch, aufklärungshumanistisch) arbeiten, gönnen wir uns zur Bereicherung unseres Alltags oder jedenfalls Feiertags den außeralltäglich gekleideten Pastor oder Schamanen, großherzig, weltbürgerlich und geschichtsbewusst. Wenn aber der Wettermacher, Kleriker oder Imam die Kinder moralinsauer gängelt und mit der Höllenqual droht, sollten wir ihn aus Klassenzimmer oder Jugendgruppe hinaus werfen.

4. Hinzu kommt, dass [selbst] die Christen, die im Großen und Ganzen die Säkularisierung abzulehnen scheinen, eifrigste Komplizen des betrachteten Vorgangs sind, in einem Ausmaß, … dass Maritain als „immanente Apostasie“ innerhalb der christlichen Gemeinde beschreibt.

Der Mensch ist zur Religion begabt und berufen – das mag so sein, und wenn das gilt, ist das auch der muslimisch sozialisierte Mensch. Religion und religiöser Mensch, Denken und Menschheit sind aber erst dann bzw. nur dort frei und schöpferisch und zivilisiert, wo der Zweifel an sich selbst und am Dogma größer ist als der (nun blinde) Glauben an die andressierte eigene Glaubenssystematik und das ortsübliche oder gemeindliche Dogma.

Es sei denn, man hat die Universalität der Menschenrechte oder das Naturrecht oder den schariawidrigen (und, solange Imam al-Ghazali und die Muslimbrüder nicht theologisch überwunden sind: islamwidrigen) Gleichheitsfeminismus zum Dogma. Dann nämlich darf man gläubig an denen zweifeln, die Angst davor haben, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt (etwa wenn sie ihren Sohn nicht rituell beschneiden lassen oder ihrer Tochter das Kopftuch nicht aufbürden).

Auch Menschenopfer und Hexenverbrennung sind Religion, aber sehr inhumane, und, wagen wir es endlich zu sagen, schlechte Religion. Wir brauchen also Qualitätskritien für – demokratietaugliche, das bedeutet gemeinschaftfähige oder nicht kulturrassistische – Religiosität. Und das ist durchaus das, was Erich Fromm (1976) als das Sein dem Haben gegenübersetzt, denn der in der Wortwörtlichkeit eingekerte Leser des Hadith, der seine Mitmenschen unter Druck setzende oder quälende Schariafreund „hat“ (Erich Fromm: To Have) die vermeintlich richtige Weltanschauung, während der wirklich spirituelle Koranleser – richtig, von den Scharia-Gewalttätern bedroht – weder Kopftuchbefehl noch Beschneidungsbefehl oder Befehl zum Aufbau des Kalifats „hat“ oder als Besitz „benötigt“ (Schariagesetz ist Bedarfsweckung), sondern „ist“ (Erich Fromm: to be), nämlich aufmerksam und nachdenklich ist – und den Koran wirklich in Freiheit lesen kann und jedes andere Buch gleich mit.

Der orthodox islamisch Abgerichtete als ein die inhumanen islamischen Gelehrten und seine Fesseln nicht in Frage stellender Muslim hat Angst, beim Lesen von nicht der Scharia folgenden Büchern auf unislamisches Wissen zu stoßen, das ihn, glaubt er bzw. vielmehr glaubt sein repressiver Koranlehrer, in in die Hölle führen kann. Reaktionär al-Attas will eben diese Erziehung schwarzer Pädagogik, will diesen verängstigten Menschen, der weder die Natur vourteilsfrei betrachten kann noch den eigenen Körper. Nur diese Marionette der Hadithverse und Fatwas wird nicht aus der Reihe tanzen und den Eltern und Imamen nicht Richting kulturelle Moderne verloren gehen.

Pädagogen und Sozialpädagogen müssen den Mut haben, solche Schriftgläubigen als Sklaven des Aberglaubens zu bezeichnen, die selbstverständlich nicht auf die Umma beschränkt sind. Auch christlich-amerikanische Antidarwinisten oder am 9. September 2012 in Berlin für das Elternrecht auf Vorhautamputation demonstrierende Juden gehören zur Spezies dieser untoten Toten, denen in Bildungsbereich und Rechtssprechung nicht die angeblich dem Himmel gerecht werdende Herrschaft zu überlassen ist.

Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus hat für die Pro-Beschneidungs-Demo[38] auch Berlins gehorsame Diener des Schariabefehls zur Teilnahme aufgerufen. Salomon verschweigt, dass viele wenn nicht die meisten männlichen deutschen Juden gar nicht beschnitten und mit echter jüdischer Vorhaut noch nicht mal an einem schlimmen Identitätsproblem leiden. Die sich aus Angst an Identitätsverlust und Heilsverlust an die Brit Milah klammernden Nachfolger Abrahams und Moses wollen kritische Außenansicht höchstens ungern zulassen, ob sie von den Jews Against Circumcision komme oder von den verächtlich Goim genannten Nichtjuden. Die den Protest organisierende jüdisch-muslimische Beschneidungslobby, Aboriginees und Xhosa gibt es nicht so viele, legt ein hoch politisches, die kulturelle Moderne zerspaltendes Jammern an den Tag: „Wir wehren uns dagegen, kriminalisiert oder als archaisch und blutrünstig hingestellt zu werden.“ Das sieht der Rechtsstaat nüchterner, und Jahrtausende alte Archaik ist das blutige männerbündische Initiationsritual allemal. Und wenn das nicht medizinisch indizierte Abschneiden der kindlichen Vorhaut illegal sein wird, ist sie, so erwischt, selbstberständlich kriminell, und hält das für alle geltende Gesetz freiwillig ein, verlässt das Staatsgebiet oder wohnt im Gefängnis.

Kulturrassismus koscher? Klingt so: „Ihr also werdet Menschen genannt, aber die Goim nicht“ (Kerithuth 6b p. 78), Sanhedrin 74b Tosephoth: „Der Geschlechtsverkehr eines Goi und eines Tiers sind gleichwertig.“[39]

Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

„Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.“[40]

Auf Argumente glaubt Pro-MGM-Aktivist Hannes Stein verzichten zu können, der fliegende Fäkalien wittert: „Aber diese unsägliche Beschneidungsdebatte verblüfft mich nun doch. Da stellen sich also Leute hin und behaupten … Kinder hätten ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Nein, das haben sie nicht. … Beschneidung gehört noch zu den harmloseren Dingen, die religiöse Eltern ihren Kindern antun. … Ein Gutes hat der Sturm aus Scheiße, der da grade über uns hinweggeht, immerhin. Noch nie habe ich mich meinen muslimischen Brüdern und Schwestern so nahe gefühlt wie jetzt.“[41]

Vor lauter beglückender Jüdischkeit und jüdisch-islamdialogischem Sich-Nahe-fühlen (tatsachenbezogener: heutzutage sind die meisten männlichen deutschen Juden unbeschnitten) übersahen die Organisatoren, dass sie mit der Teilnahme des Islamischen Kultur- und Erziehungszentrums Berlin e. V. beinahe eine waschechte Vorfeldorganisation der HAMAS für die Demo zur andächtigen Vorhautentfernung geduldet hätten. Inzwischen ist der im Berliner Verfassungsschutzbericht von 2020 dargestellte Verein von der Demo-Unterstützerliste gestrichen worden.[42]

Mit einer gewaltbezogenen und juristischen Apartheid der oft so genannten Kulturen hat Achgut-Autor Stein kein Problem, der, glücklich in den USA, so schmollt: „An diesem Beschneidungsdings werde ich mich nicht weiter beteiligen. Macht das in Deutschland untereinander aus, es geht mich nichts an.“ Diese Ethik ist ja genau das, was wir Beschneidungsgegner oder Gegner der Zwangsverheiratung verurteilen: Das Private ist politisch, familiäre Gewalt ist öffentlich zu machen. Ungewollt hat Stein damit sein die Rechtsspaltung begünstigendes Betriebsgeheimnis verraten, das den Menschen als Eigentum seiner Eltern und seines Stammes begreift und nicht als Individuum.[43]

Anders als Hannes Stein argumentieren die deutschen Ex-Muslime im Juli 2012 sehr überzeugend:

„In diesen Tagen polarisiert die oft bagatellisierte Frage der Beschneidung von Jungen die deutsche Gesellschaft. Während sich manche hinter der Religionsfreiheit oder der Multikulturalität verstecken und die blutige Tradition verteidigen oder versuchen den Gegner als Rassisten darzustellen, betonen wir die Kinderrechte, die auch von religiösen Organisationen nicht eingeschränkt werden dürfen. Körperverletzung ist kein schützenswertes religiöses Ritual. Einige von uns, die aus einem so genannten islamischen Land hierher nach Europa gekommen sind, haben Erinnerungen daran, wie kleine Kinder unter der Beschneidung gelitten haben. Das ist ein religiös begründeter Angriff auf den wehrlosen Kinderkörper, der weltweit Tag für Tag Opfer fordert. Die Jungenbeschneidung ist keinesfalls risikolos, sondern kann schwere Komplikationen nach sich ziehen, wie es im Kölner Fall geschehen ist.“[44]

Zurück zu Dr. Syed Naquib, der ein längst vergangenes, Allah erfreuendes Urchristentum zu vermuten scheint, während die reale europäische Christenheit bereits der frühen Jahrhunderte eine bizarre Mixtur aus restlicher respektabler Frömmigkeit, perverser griechischer Philosophie und kirchendogmatischer Willkür darstelle, noch später durch frevlerische und selbstvergottende Renaissance und Aufklärung angekränkelt. Das Gottesbild der Christenheit sei grässlich verzerrt:

10-11. Jenes höchst unwahrscheinliche konzeptuelle Amalgam, bestehend aus dem Theos der griechischen Philosophie, dem Jahwe der Hebräer, dem Deus der westlichen Metaphysiker, das auch noch [Vorstellungen der] Götter der vorchristlich-germanischen Tradition aufgenommen hat. Was wir [daher] heute erleben, ist das Heraustreten dieser einander wesensfremden (these separate) und auch tatsächlich einander widerstreitenden Konzepte (mutually conflicting concepts), die [naturwidrig und] künstlich zusammengeschmolzen worden waren zu einem widersprüchlichen Ganzen (into an ambiguous whole), was jetzt [endlich] zerfällt und uns die Krise ihres Glaubens an Gott erkennbar macht, die sie schon seit Beginn [der kirchenchristlichen Lehre] verwirrt hat.

Diese zu Schrecklichkeiten wie religionslose Weltbetrachtung und allgemeinen Menschenrechten führende theologische Schlampigkeit und charakterliche Disziplinlosigkeit der Europäer und Amerikaner habe inzwischen sogar muslimische Denker in Versuchung geführt. Insbesondere die Säkularität, jener aktuelle Hauptangriff des verderbten Westens auf die islamische Identität und Religion, drohe muslimische Gelehrte und Intellektuelle zu beeinflussen:

13. Die aus der Säkularisierung stammenden Probleme haben, wenn auch nicht genau so [sehr] wie im Westen, viel Verwirrung in unserer Mitte [der Umma] geführt. Für uns ist es von höchster Bedeutung, zu erkennen, dass diese Probleme [nur] der Einführung der westlichen Weise des Denkens, Bewertens und Glaubens (of Western ways of thinking and judging and believing) verschuldet sind, die einige [treulose und] völlig unangemessen vom Westen beeinflusste muslimische Gelehrte und Intellektuelle an den Tag legen. Eingeschüchtert durch dessen wissenschaftliche und technologische Errungenschaften … und aufgrund ihrer einflussreichen gesellschaftlichen Position in der muslimischen Gesellschaft verbreiteten sie, bewusst oder unbewusst, ganz unnötige Verwirrung und Unwissenheit (confusion and ignorance).

Leider verrät uns Professor al-Attas nicht, wer genau aus seiner Sicht so ein klerikaler oder intellektueller muslimischer Islambeschädiger ist, der die Jugend Malaysias ins diesseitige und jenseitige Verderben führt, „bewusst oder unbewusst“.

Al-Attas argumentiert hier sehr ähnlich wie Ali Schariati, jener iranische Vordenker der monotheistischen und „antiwestlichen“ (gemeint ist: universell menschenrechtswidrigen) Revolution, die einen „Osten“ retten will, vor der westlichen Infektion oder der Verwestlichungskrankheit zu schützen seien. Identität und Wohlergehen der so genannten Orientalen, gemeint sind natürlich nicht die Ex-Muslime, sondern die gehorsamen Islampflichtigen, seien laut Schariati, der hier auf Jalal al-Ahmad („der Gifthauch der westlichen Krankheit“, the pestilential breath of occidentosis) zurückgreifen konnte, von der angeblich großes Unheil bringenden Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) bedroht; Ayatollah Chomeini hätte diesen Gedanken so ergänzen können: die Schariapflichtigen sind für immer in den „östlichen“ sprich islamisch gereinigten Gottesstaat einzusperren und bei Widerstand ins folternde Evin-Gefängnis.[45]

Schariati starb 1977, im Jahr von al-Attas islampädagogischem Auftritt in Mekka.

Seit 33 Jahren wird Schariatis Heimat islamisch und staatsterroristisch beherrscht. Im heutigen Iran kann man (zwar weder Betty Mahmoodys Nicht ohne meine Tochter noch Salman Rushdies Die Satanischen Verse, aber dafür) den malaysischen Islamphilosophen lesen, nachdem Professor al-Attas Islam and Secularism 1996 auf Persisch erschienen ist: Islām va Dunyāvigari (übersetzt von Ahmad Aram, erschienen bei Tehran University Press). Die den Teheraner Mullahs nahestehende, in London veröffentlichte Zeitschrift für Transzendentale Philosophie (Transcendent Philosophy Journal) erwähnt Naquib al-Attas, zu einem Gremium der Londoner Herausgeber gehört der zeitweilige ISTAC-Lehrer Alparslan Açıkgenç.[46]

Muss uns das Warnen des Professors vor Sittenlosigkeit, Gottlosigkeit und zivilisatorischer Verunreinigung nicht auch ein wenig an den berüchtigten Bußprediger Girolamo Savonarola erinnern, der 1497 in Florenz durch eine spontan erscheinende Miliz von Jugendlichen gottlose Texte, Schminkspiegel, erotische Kunstwerke und nicht geistlich verwendete Musikinstrumente sammeln und verbrennen ließ? Seltsamerweise nennt die EKD seit 1969 den florentinischen Bilderstürmer offiziell als Vorbild in ihrem Evangelischen Namenskalender – was der florentinische Hassprediger, der arbeitete wie ein afghanischer Talib zwischen 1996 und 2001, dort zu suchen hat, ist wenig erklärlich. Evangelischer Gedenktag für den radikal religiösen Savonarola ist der 23. Mai, gemeinsam mit dem wirklich verehrenswerten Ludwig Ingwer Nommensen, der, 1834 auf Nordstrand geboren, als Missionar unter den Batak in Indonesien arbeitete, wo er 1918 verstarb.

Da Nommensens einstiger Wirkungskreis so dicht beim ISTAC zu Kuala Lumpur gelegen ist,[47] hier ein kurzer Blick auf die andere, indonesische Seite der für Piraten interessanten Straße von Malakka. Im Gegensatz zu den christianisierten Batak haben die islamisierten Batak ihre alten, vorislamischen Traditionen kaum bewahren können; die geistfeindliche Scharia radiert eben auch Erinnerungen weg, wenn sie nicht (wie es auch Naquib al-Attas fordert) gar alles Vorislamische als dem Bereich der Dschahiliyya zugehörig erklärt, dem vernichtenswerten Heidentum.[48] Eine 1954 gegründete und 1980 wiedergegründete, der Batak Christian Protestant Church (HKBP) nahestehende Privatuniversität (Universitas HKBP Nommensen) in Nordsumatra (Muslime 65,5 %, Christen 31,5 %), die Provinz ist unmittelbar dem wahhabitisierten und talibanisierten Landesteil Aceh benachbart, hält die Erinnerung an den deutschen Missionar auch in ihrem Namen aufrecht.[49] Die heutigen Christen Indonesiens sind vom realen Scharia-Islam bedroht, und wir haben den schulpolitisch besorgt wirkenden und menschenfreundlich tuenden Naquib al-Attas immer auch als Vordenker der weiteren Islamisierung sprich islamischen Faschisierung Südostasiens zu verstehen, was, kann sie nicht gestoppt werden, eine weitere Einschränkung der Rechte der Frauen und Nichtmuslime bedeuten wird, während die deutschen christlichen Kleriker (und deutschen Politiker) den Islam pauschal und mittlerweile erstaunlich aggressiv weißwaschen.[50]

Zurück zum religiösen Kulturkreistheoretiker und Professor für islamfromme Zucht und entwestlichtes sprich islamisiertes Denken:

16. Mit der „Säkularisierung“ der Werte (deconsecration of values) meinen sie [die Menschen des „Westens“] das Verbot der sakralen Legitimierung politischer Macht und Autorität … der Mensch ist [nun erst] frei, den Wandel (change) zu erschaffen in den „evolutionären“ Prozess einzutauchen. Er muss damit leben, die Relativität all seiner Regeln und ethischen Normen zu erkennen, die sein eigenes Leben zwar prägen [mögen], aber sich im Laufe der Zeit und der Generationen verändern werden. Diese Haltung verlangt nach dem, was sie „Reife“ („maturity“) nennen, und folgerichtig ist [ihnen] die Säkularisierung ein Vorgang der „Entwicklung“ („evolution“) des menschlichen Bewusstseins von einem „infantilen“ zu einem „reifen“ Stadium, [bei Harvey Cox] definiert als „Hinwegnehmen der jugendlichen Abhängigkeit von jedem Aspekt der Gesellschaft, … das Hinwegnehmen aller religiösen oder metaphysischen Stützen, um den Menschen auf sich selbst zurückzuwerfen (putting man on his own).“

Richtig, etwas pauschal nannte der 1929 geborene baptistische Theologieprofessor und Forscher zur Befreiungstheologie alle traditionell lebenden Menschen unreif, infantil. Ob sich der elitäre Christ jemals eindeutig von Dhimma und Scharia distanziert hat, oder sind Zweitfrau und Burka für Cox evolutiv fortgeschritten, „reif“?

Der heutigen Multikulturlobby nebst durchschnittlicher Sozialarbeit und Kirchentagsszene sind verlässliche Werte und Bekenntnisse grundsätzlich so sehr verhasst, bezeichnenderweise nur die islamischen nicht, dass man um den Fortbestand der freiheitlichen Demokratie fürchten muss.

Wir Anhänger von Naturrecht und universellem Menschenrecht sind aber gar nicht relativ! Die uns von al-Attas verpasste „Relativität [aller] Regeln und ethischen Normen“ weisen wir im Namen der AEMR scharf zurück. Auf Deutschland und seine Scharialobby aus Salafisten und muslimbrudernahen Islamverbänden bezogen argumentieren wir fundamental menschenrechtlich und fundamental verfassungstreu, ohne dazu bereit zu sein, über das für alle geltende einheitliche Recht oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu verhandeln.

Dr. Naquib, wie alle Islamisten die Sollbruchstellen in der Abwehr seiner Gegner genau spürend, ermuntert die zugegebenermaßen von entgrenzter Toleranz und Wertebeliebigkeit befallenen Mehrheiten der säkularen Staaten („des Westens“, so ein Unsinn), auf den letzten Rest an Normativität zu verzichten und jede Struktur endlich ganz aufzulösen. Wenn man betrachtet, dass Schulministerin Sylvia Löhrmann 2011 in der vom Verfassungsschutz beobachteten Aachener Moschee des syrischen Zweigs der Muslimbrüder ihren Islamischen Religionsunterricht der Öffentlichkeit vorstellt oder dass Kanzlerin Merkel 2012 ein etwaiges, über die rituelle Zerstörung von intaktem kindlichem Genitalgewebe demokratisch siegreiches Deutschland als als „Komikernation“ schmäht, könnte man dem ISTAC-Gründer beinahe zustimmen: „Ja, uns Demokraten ist wirklich alles egal, solange es nicht gegen den Islam geht.“ Heutige Islam(aktiv)isten dressieren die Nationen der Dhimmis mit immer noch mehr „Toleranz“, das erleichtert die Arbeit. Den europäischen, zur legalen Menschensorte gewordenen Muslimen gönne man Zweitfrau, Kindbraut und Burka: „Dhimmi, sei tolerant!“

Von kulturell differenten Ureinwohnern besiedelte Inseln schwimmen in Allahs Ozean und schaffen Zivilisation im Plural, dialogisch überbrückt mit der Alliance of Civilizations (AoC, UNAoC) oder mit Schariafreundin Gudrun Krämer („Es ist etwas faul im Verhältnis zwischen islamischer und westlicher Welt: Misstrauen und Angst geben den Ton an, beide eher diffus, doch durchaus stark empfunden“).[51] Westliche Inselwelt, östliche Inselwelt, gerade der Eingeborene der ersten, der innerlich zerrissene so genannte Westliche Mensch ist schwierig um Umgang und dem ganzheitlich empfindenden, feinfühligen Bewohner des ewigen Ostens (Dar al-Islam) eine schlimme Zumutung.

Zweimal Taka-Tuka-Land, der Ostländer dabei der tiefen Seelenruhe verpflichtet:

18. So hat die Säkularisierung zwar ihre Wurzeln im biblischen Glauben, aber so, wie der westliche Mensch ihn interpretierte. Damit ist sie keine Frucht des Evangeliums, sondern Frucht des Jahrhunderte andauernden philosophischen und metaphysischen Konflikts, der die religiöse und rein rationalistische Weltsicht (world view) des westlichen Menschen bildet.

Das gerade ist es ja, was Wissenschaftlichkeit ausmacht, die Falsifizierbarkeit. Oder, anders gesagt, das beständige (insofern, sehr geehrte durch himmlisches Eingreifen von allen irdischen Anfechtungen befreite Fundamentalisten, ist der moderne Mensch durchaus Sisyphos) Weiterentwickeln von These über Gegenthese zur nächsten, keineswegs endgültigen Synthese. Unsere Forschungsergebnisse sind vorläufig, nicht vom Himmel gefallen und auch gar nicht dazu da, den (sehr fraglichen, so fragen wir) Wahrheitsgehalt von Talmud oder Neuem Testament zu beweisen. Die amerikanische Christliche Rechte sieht das leider anders als wir und wird die Islamisierung der USA und Europas begünstigen – ebenso wie Handel und Waffenlieferung nach Riad und Dubai. Islambeschönigung schafft Arbeitsplätze, Islamkritik ist kostspielig.

Das unter dem Schutt der Philosophen nahezu erstickte eigentliche Christentum, so legt uns Naquib al-Attas nahe, hätte Jerusalem nicht verlassen dürfen, und es war, so glaubt Professor, das aus dieser Westwärtswanderung – über Athen nach Rom und noch weiter – resultierende Zerreißen der Wurzeln zum abrahamisch geprägten Kulturkreis und zur göttlichen Offenbarung, das den Christen und, nach ihrem wissenschaftlichen und technologischen Erfolg, inzwischen der ganzen Menschheit die Pestilenz der Säkularisierung beschert hat:

20. Später jedoch markierte die Verwestlichung des Christentums (the westernization of Christianity) den Beginn des Säkularisierungsprozesses. Die Säkularisierung selbst ist die Fehlanwendung griechischen Denkens im Bereich der Theologie und Metaphysik des Westens, wie sie im 17. Jahrhundert folgerichtig von Descartes ausformuliert wurde, die Zweifel und Skepsis Tür und Tor öffnete (who opened the doors to doubt and scepticism) und die sich nachfolgend im 18. und 19. Jahrhundert und bis heute als Atheismus und Agnostizismus, Utilitarismus, dialektischer Materialismus, Evolutionstheorie und Historizismus darstellt.

Schriftstück Koran, legendäres Sunnavorbild und fromm ersonnener Schariabefehl dürfen nicht historisch-kritisch betrachtet werden, und wer Mohammed zeichnet oder gar karikiert, muss, die Höhe der Gewalt ist dem islamgemäßen Ziel der Prophetenverherrlichung anzupassen, gestoppt werden.

Die Parteigänger von Allahkratie (Ḥakimīya li-llāh) und soziopolitischem Islamsystem (Niẓāmu l-Islāmī) müssen mit viel eingefordertem Adab, islamischem Benimm, erreichen, dass die muslimisch sozialisierten Menschen einer Region mehrheitlich das weltweit gültige aufgeklärte Denken als etwas Unsittliches empfinden und als etwas allenfalls für die im Kerker verzerrter Weltwahrnehmung gefangenen Europäer und Amerikaner Gültiges. Um das Kalifat effizienter zu errichten, betreibe eine Kolonne das transatlantische Islambeschwichtigungsprogramm, den interreligiösen Dialog.

Eine Quelle zum Mindanao-Konflikt der Moro wörtlich Mauren, der Muslime also, die nur 5 % der Bevölkerung der Philippinen darstellen weiß: „Zu den Grundannahmen und Handlungsüberzeugungen des Islamischen Revival gehört, … dass die Hakimiyya, Allahs Oberhoheit und der Nizam al-Islam, die Islamische Ordnung uneingeschränkt herrscht und das westlich geprägte Gesetz ersetzt haben sollte.“[52]

Jeffrey Ayala Milligan (Islam and Education Policy Reform in the Southern Philippines) kennt Professor Saiyid Naqīb al-ʿAṭṭās und seine Forderung nach einer Islamisierung der Pädagogik, vergleicht dessen vielleicht allzu fundamentalistisches Ansinnen mit der gegenwärtigen Entwicklung einer Erziehungsreform im Süden der Philippinen und glaubt Entwarnung geben zu können. Alles werde sehr „pragmatisch“ vor sich gehen.[53]

Wer dem schriftgläubigen Pragmatiker genau zuhört, kann diesen pauschalen Optimismus schwerlich teilen oder muss hoffen, dass Syed Naquib al-Attas im philippinischen – oder deutschen – Erziehungskonzept und Schulprogramm nie zu Einfluss gelangen wird:

21. Eine Antwort, die lediglich auf subjektiver Erfahrung und Bewusstheit und „wissenschaftlicher“ Mutmaßung besteht, wo keine Kriterien für Wissen und Gewissheit existieren, können wir nicht akzeptieren. Denn was sie [die Säkularen] sagen, läuft darauf hinaus, dass Gott den Menschen seine Offenbarung gesendet hat oder sich selbst geoffenbart hat, als der Mensch noch in seinem „infantilen“ Stadium der „Evolution“ weilte.

Im Islam gilt der letzte Prophet als das vollkommene Geschöpf und nicht als vollkommenes Greenhorn. Eigentlich besteht das Weltall nur, um dem absoluten und absolut unverzichtbaren Sinnerklärer, Allahs Liebling Mohammed, die Bühne der kosmischen Wirkung und politisch-pädagogischen Beeinflussung zu bieten. Mohammed grün hinter den Ohren? Das hält der Professor für eine Ungeheuerlichkeit:

22. Warum sollte Gott einem „infantilen“ Menschen gegenüber seine Offenbarung senden oder sich selbst offenbaren, zumal Gott, Der den Menschen schuf, die Stufe des Wachstums kennen muss, auf der sich der Mensch im Augenblick der Offenbarung befindet?

Eine höhere Stufe der Tugend und Fülle, als ganz dicht am Propheten zu leben, hat es für die Menschheit nicht geben können. Moralisch bewertet war der Medinastaat (622-855 n. Chr.) der kostbarste Ort der Menschheitsentwicklung vor dem Dasein im Paradies; Zivilisation nach Mohammeds Tod kann deshalb nur noch versuchen, medinensisch zu sein, zu leben wie die Salaf.

Jeder Gefährte Mohammeds war der ṣaḥābī, mehrere waren die ṣaḥābiyīn oder ṣaḥābiyūn. Mohammed ist das perfekte Geschöpf, und seine ṣaḥāba oder Gefährtenschaft ist die Menschengruppe, die den höchstmöglichen Grad an Glaubensstärke (īmān) erreicht hat. The Perfect Iman Of The Sahaba.[54]

Die arroganten Westler, so empört sich Dr. Syed Naquib, wähnen, sie seien die Avantgarde der Erde und halten ihre Denkungsart für die höchstentwickelte, so dass alle anderen Kulturen im unausbleiblichen Evolutionsprozess noch ein wenig hinterherhinken und irgendwann auch hinauf auf ihre Entwicklungsstufe gelangen würden. Der Islamische Denker wird feierlich:

23. Wir weisen die Gültigkeit der Wahrheit dieser ihrer Behauptung zurück, die Säkularisierung ebenso betreffend wie ihre Theorien zu Erkenntnis und Erkenntnisbildung.

Schluss mit der Flachheit, auf in die Seelentiefe! Logik war gestern, jetzt kommt al-islām. Was der Westen über die Welt und den Menschen denkt gilt nur für ihn, wenn es überhaupt gilt. Andere Kulturkreise und insbesorndere wir Schariapflichtigen haben, pfui, damit nichts zu tun.

Schluss mit dem Denken ohne Gottesfurcht. O Glaubensgeschwister, so schwört dem nicht islamisierten Denken ab. Der Exorzist wird laut:

23. Ganz und gar verwirft der Islam jede Verpflichtung auf die Konzepte des Säkularen, der Säkularisierung oder des Säkularismus, denn sie gehören in jeder Hinsicht nicht zu ihm und sind ihm fremd.

Islām totally rejects any application to itself of the concepts secular, or secularization, or secularism as they do not belong and are alien to it in every respect

Nur dem sittlich minderwertigen Westen können die Ideologien des Säkularen helfen, die innere Zerrissenheit notdürftig zu kompensieren oder zu tarnen, so ließe sich Professor al-Attas fortführen. Dieses Elend sei zweitausend Jahre alt, und weil Mohammed oder jedenfalls Allah optimaler Gesetzgeber und Naturerklärer ist, habe sich das christliche Trauerspiel auch juristisch und weltanschaulich fortsetzen müssen:

26. Wo es [das Christentum] nun also kein geoffenbartes Recht (Revealed Law) besaß, musste es das römische Recht assimilieren, und weil es kein schlüssiges Weltbild bereitstellen konnte, musste es Anleihen aus dem griechisch-römischen Denken nehmen und später zu Theologie und Metaphysik herausarbeiten.

Diese haltlosen Rüpel mussten entweihend und räuberisch tätig werden. Die unschuldige Natur selbst wurde beraubt:

Aristotelische Philosophie und Weltanschauung und andere westliche Ideenbruchstücke [kamen dazu] und „entzauberten“ die Natur nach und nach und beraubten sie ihrer spirituellen Bedeutung (and deprived it of spiritual significance).

Was für ein Glanz dagegen andernorts mit dem Islam erstrahlte, soziales und politisches Vorbild bis zum Ende der diesseitigen Welt:

28. … das war die letztgültige Offenbarung von Gott, die ultimative Religion für die Menschheit, der letzte Prophet war gekommen. Dieses Zeitalter der Geschichte wurde zum Maßstab für die Zukunft (That age of history became the Criterion for the future)

Maßstab (criterion) kennen wir von al-Ghazali als den Mīzān, als die Skala an der Waage der moralischen Bewertung menschlichen Handelns; der größte sunnitische Theologe schrieb Das Kriterium des Handelns (Mīzān al- ʿamal, Criterion of Action).[55]

Das stündlich versuchende Teuflische ist dem Heilssichernden abgeneigt und der Muslim neigt sich der Rettung zu (bei jedem Gebet). Und was sich mit absolut fataler Konsequenz neigen wird hat, ist Allahs Waage der Sündenberechung, die deine guten oder bösen Taten öffentlich und präzise aufzeigt und dir den unausweichlichen und ewigen (unavoidable, everlasting)[56] Platz des Verweilens im Rauḍa (pl. Riyāḍ) zuweist, im Garten[57] oder in an-Nār, im Feuer.[58]

Dr. Syed Naquib hat den Islam von Scharia und Fiqh richtig verstanden und duldet keine Naturwissenschaft ohne Jenseitslehre. Weltall ist Diesseits (dunyā), die unbeutendere von zwei Sphären. Wer nicht an die Engel und Dschinnen und den Tag der Auferstehung und das Jenseits (al-āḫira) glaubt, kann sich kein Bild seiner Umwelt machen und kann als Physiker oder Biologe nicht verantwortungsvoll forschen, als Soziologe nicht abwägen und als Politiker nicht seriös entscheiden.

Kinder und Jugendliche sind in diese korrekte (islamische) Weltsicht hinein zu dressieren. Ihnen ist gutes Benehmen abzuverlangen, Adab.

Der irdische Staat verdient letztlich keine Treuepflicht um seiner selbst willen:

29. Tatsächlich schuldet der Muslim König, Land und Staat keine Gefolgschaftstreue und Loyalität, … seine wirkliche Lehnstreue und Ergebenheit gehört Gott und Seinem Propheten bei Ausschluss alles anderen.

Der säkulare Staat ist verachtenswert oder mindestens unwichtig. Auf Dauer gilt es, im korankonformen Staat und Regierungsapparat wie zufällig dem islamisch arbeitenden Staatsführer oder Kalifen zu gehorchen, nicht um ihn zu verehren, sondern um in die ewige Nähe zu Allah gelangen, ins Paradies.

Der Westen, so legt uns der Vordenker einer global aufzubauenden Islampädagogik nahe, habe im Laufe der Jahrhunderte einen unumkehrbaren Weg aus der geistigen relativen Vollständigkeit und Fülle in das rettungslos Bruchstückhafte und Mangelhafte genommen und seine Chance auf vollständige Weltbetrachtung für alle Zeit schuldhaft verspielt.

Wie der Steinmetz aus dem Felsen durch Entfernen, durch Wegschlagen eine Figur gewinnt, mathematisch wäre das also eine Subtraktion, sei das säkularisierte Bild oder vielmehr Zerrbild, das der Westen von der Welt und der Rolle des Menschen in ihr hat, auf das gewaltsame Wegschlagen des Religiösen und Spirituellen zurückzuführen. Die sich daraus ergebende, lächerlich dürftige Endform an Wissenschaftlichkeit und Weltanschauung, die der Westen stolz als endgültig, ausgereift und befreiend preist, ist, islamisch gesehen, nichts als eine kümmerliche Ruine.

Die islamische Zivilisation hingegen, die trotz aller Anfechtungen des Modernismus und Rationalismus weiterhin Koran und Logik, Frommheit und Naturkunde, Scharia und Soziologie so sehr miteinander verbunden oder vielmehr verschmolzen und fusioniert hält, dass die Maßgaben von Koran und Sunna niemals einen Schaden nehmen können, sie weiß, dass Wissenschaftlichkeit ohne taqva, ohne islamische Gottesfurcht gar nicht betrieben werden kann und dass alle Pädagogik und jedes Schulprogramm Glück und Segen im Diesseits und im Jenseits im Blick haben muss.

Den Fehler des Westens, das Spirituelle aus der Forschung und Erziehung zu vertreiben, darf der Islam, will er nicht verkümmern, also auf keinen Fall nachmachen:

33. Die Philosophie des Westens entwickelte sich mit aller Entschiedenheit und Konsequenz parallel mit der [westlichen] Säkularisierung der Wissenschaft. Der Mensch wurde mehr und mehr nach den [moralzersetzenden] Ansprüchen von [angeblich erstrebenswerter] menschlicher Humanität, Individualität und Freiheitlichkeit entworfen.

Das stimmt, so machten das Renaissaince, Aufklärung und sexuelle Revolution. Freiheitlichkeit ist für Syed Naquib offensichtlich etwas ganz Schlimmes. Allah liebt Zucht und Ordnung, Adab.

Professor al-Attas will das Individuum verhindern, das sich von den Normen – nicht zuletzt den sexuellen Normen – seiner Eltern und Großeltern befreit. Das korrekte Verhalten nach Koran und Sunna wird den Folgegenerationen, so sagen wir Säkularen es, zum sozialen Gefängnis, der Schriftgläubige hingegen sagt: es sichert das Heil der Seele.

In der islamischen Reaktivierung, im Islamic Revival sollen Kinder den Vorstellungen der Eltern also entweder genauestens folgen oder, zumal wenn die Eltern schariatisch pflichtvergessen leben, sie sogar an Radikalität übertreffen. Dazu braucht man schariakundige Erzieher, Lehrer, Kulturpolitiker und Schulpolitiker, und diese will Naquib al-Attas mit seinem ISTAC beeinflussen oder ausbilden.

Sicherlich ist der Wunsch, Kinder zu beeinflussen und zu prägen, zeitlos und menschlich sehr verständlich. Wir universellen Menschenrechtler könnten es schließlich auch nicht begrüßen, dass sich unsere Kinder oder Enkelkinder von Aufklärungshumanismus und freiheitlicher Demokratie hin zum Faschismus oder hin zum Islamismus „befreien“ würden, weshalb Wertebeliebige uns neuerdings Menschenrechtsfundamentalismus oder Verfassungsfundamentalismus vorwerfen. Das sind wenig zufällig dieselben Kulturrelativisten, die zur repressiven und frauenfeindlichen Scharia gar nichts sagen, denn das würde der eigenen Karriere in Stadtverwaltung, Schulministerium, Landtag, Partei oder Kirche schließlich schaden.

Selbst im Geschichtsunterricht oder in der Biologiestunde muss der junge Muslim lernen, die Zeichen, die Āyāt (sg. Āya auch in der Bedeutung von Koranvers) des absoluten Erziehungs- und Bildungsprogramms zu erblicken, von Allahs Heilsplan. Eine Blume oder ein Sternenhimmel ist daher nicht an sich schön, sondern nur schön, um dich zu Gotteslob und Schariagehorsam zu veranlassen. Sinngemäß machen das christliche Fundamentalisten genau so, von Mormonen bis Zeugen Jehovas, weshalb wir Aufklärungshumanisten darauf achten müssen, dass der Blick auf die Welt und die Umwelt eines Kindes nicht islamisiert oder fundamentalisiert wird.

Das Kind oder der Jugendliche hat das Recht, die Welt und die Gesellschaft anzuschauen ohne Angst vor dem göttlichen Strafgericht haben zu müssen. Schule und Universität betreffend sind Erziehungswissenschaft und Biologieunterricht (Stichwort Charles Darwin und Evolutionstheorie) aber ebenso Naturkunde, Selbsterfahrung und ökologisches Lernen, die drei letzten zusammengefasst als Umweltbildung, von Allahs oder Jahwes oder Krishnas Befehl freizuhalten (auch von Beschneidungsbefehl und Zirkumzisionsdogma), damit ein Mensch heran wachsen kann, der zu umfassendem wissenschaftlichem Denken überhaupt fähig ist – und auch zum nachhaltigen Bewahren der Demokratie, des säkularen Rechtsstaats.

Dr. Syed Naquib hingegen will das Gegenteil. Für ihn wird jeder wohlerzogene Mensch Stellvertreter Allahs sein, Kalif:

36. Die im Heiligen Koran enthaltene Beschreibung von Natur und Mensch – sowohl in ihrer äußeren Verkörperung als auch in Bezug auf ihre inneren Verborgenheiten –, nämlich als āyāt (Worte, Sätze. Zeichen, Symbole) [verpflichtet uns auf die heute dargestellte Weltanschauung, die islamische nämlich]

Natur hat eine kosmische Bedeutung und Notwendigkeit und muss betrachtet und [respektvoll] beachtet werden (must be respected) aufgrund ihrer symbolhaften Verknüpfung mit Gott.

Überall auf der Welt und in völliger Übereinstimmung mit Imam Abu Hamid al-Ghazali behaupten die schariapolitisch aktiven Denker und Pädagogen, dass die Natur ohne Allahgott keinerlei menschliche Hochachtung verdiene. Im Gegenteil bedeute es, die Natur lediglich als eine solche zu beobachten bzw. gar wertzuschätzen, nämlich bei nicht vorhandenem oder schuldhaft verweigertem Allahbewusstsein, Schirk zu betreiben, Polytheismus und Götzendienst.

Der Mensch hat im Weltganzen und Sozialgefüge die Rolle des Stellvertreters Allahs:

36. Nach den Vorgaben des Heiligen Koran ist der Mensch Stellvertreter (Kalif) Gottes und hat das Königreich der [diesseitigen] Natur und Naturgegebenheiten [gleichsam und zur treuen Pflege] geerbt.

Man according to the Holy Qurʾān is God`s vicegerent (khalīfah) and inheritor of the Kingdom of Nature.

Allāh ist König. Das und nichts anderes ist die islamische Erziehungswissenschaft von Professor al-Attas: der – angeblich von Natur aus zu muslimisierende – junge Mensch soll Kalif werden. Wir können ergänzen: das örtliche Sozialgefüge soll dieser korangemäßen Stellvertreterschaft mehr und mehr gerecht werden, kalifengerecht – kalifatsgerecht.

Dr. Syed Naquib fordert das Kalifat nicht.

Nein, er nicht.

Allah fordert.

Auch Hörsaal und Klassenzimmer müssen Allahs Königtum gerecht werden. Eine andere Schulpolitik oder Wissenschaftspolitik werde überwunden und durch pädagogisches Jenseitsbewusstsein einschließlich Höllenfurcht ersetzt:

39. Der Heilige Koran sagt [uns], dass das Jenseits besser ist als das Diesseits; es ist [unvergleichlich] beständiger, [nämlich] immerwährend.

The Holy Qurʾān says that the Hereafter is better than the life of the world; it is more abiding, everlasting.

Im säkularen Rechtsstaat kann jeder Bürger daran glauben oder nicht glauben, seine Großeltern im Paradies wiederzusehen oder mit einem anderen vermissten Verstorbenen himmlische Party ohne Ende zu genießen. Die meisten Religionen oder deren volkstümliche Ausprägungen haben eine vergleichbare Vision im Programm, und ganz entsprechend darf in Deutschland im grundgesetzlich vorgesehenen bekennenden Religionsunterricht solches Gegenstand des Bekundens und Bekennens sein. Das Kind oder der Jugendliche darf dabei aber nicht überwältigt werden, etwa, indem es sich sittlich minderwertig, unvollkommen oder unmoralisch fühlen muss, wenn es an ein Leben im Jenseits nicht ganz glauben kann oder gar nicht glauben kann.

Im naturkundlichen Unterricht ist der Paradiesglaube nicht zu verstaatlichen.

Gefährlicherweise schreibt das nordrhein-westfälische Schulgesetz seit 2006 in § 2 Abs. 2 als Lernziel „Ehrfurcht vor Gott“ fest. Erfreulicherweise rief dieser Verstoß gegen die Trennung von Kirche und Staat erste Kritik hervor. 2011 schlug die Initiative Sozis für Laizismus den Landtagsabgeordneten folgende Änderungsfassung vor: „Achtung vor der Würde des Menschen, die unbedingte Akzeptanz der Menschenrechte und die Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Im Dezember 2011 setzte sich, bislang leider erfolglos, die (die Scharia leider nicht laut zurückweisende) Landttagsfraktion der Partei DIE LINKE dafür ein, Gott und Gottesfurcht aus derm Schulgesetz zu entfernen.[59]

Die Säkularisierung, so entrüstet sich der Islamphilosoph aus „KL“, sei nicht nur Ausdruck von Glaubensferne (expression of an utterly unislamic world view), sondern gezielt antiislamisch (set against Islām). Etwas trickreich übersetzt Naquib der schariapflichtigen Jugend Malaysias die säkulare Idee in ein islamisiertes Vokabular:

38. Größtmögliche Entsprechung findet das Konzept des Säkularen im koranischen Konzept al-ḥayāt al-dunyā: „das Leben der Welt“, „das weltliche Leben“.

Gegenteil und Ergänzung von Dieseits, Dunya (dunyā) ist Achira (al-āḫira), islamisches Jenseits als Ort der ewigen Scheidung in Lustgarten und Feuergrube. Ob Soziologie, Physik oder Medizin, islamgemäßes Denken hat nur in der – jenseitsbewussten und jenseitsorientierten – Sphäre der Dunya statt zu finden. Ein kleines Gebet im Matheunterricht, ein Segenswunsch im physikalischen Institut oder Plenarsaal muss also jederzeit integriert werden. Eure westliche Physik, so ließe sich mit al-Attas sagen, ist unvollständig, das – selbstredend islamische – Spirituelle ist aus ihr gewaltsam herausgebrochen worden.

Selbstbewusste Säkulare verweigern, dass ihre Forschung durch die totale islamische Ideologie ironisiert und in den Kerker der schariabegrifflichen Dunya eingesperrt wird, weil sie verhindern wollen, dass die Menschen von Heilssicherung und Paradiesglauben abhängig werden wie der Süchtige von der Droge.

Anders als wir hält Dr. Naquib allerdings gerade das Weltliche für suchterzeugend:

39. [Die Dunya als] die uns umgebende Welt … überwältigt uns und ist geeignet, uns vom Bewusstsein unserer letztgültigen Bestimmung abzulenken (distract us from consciousness of our final destination).

Teufelsdreck ist aus Weltgeschehen (Dschihad) oder Großfamilie (Ehrenmord) auszuwaschen, Reinheit herzustellen. Gewisse Mischungen sind dem Weltenlenker ein Gräuel:

40. Was auch immer „islamisches Christentum“ oder „christlicher Islam“ wäre, es ist weder Christentum noch Islam. Christentum ist Christentum und Islam ist Islam.

Christentum bzw. christlich ließe sich hier durch jeden anderen Begriff wie sozialistisch oder säkular ersetzen:

40, 41. [Nur muslimische Fehlgeleitete und Verführer können] so einen Unsinn verbreiten wie „islamischer Sozialismus“ oder „Sozialismus im Islam“. … Ganz entsprechend kann es in Wirklichkeit niemals einen „islamischen Säkularismus“ geben – und die Säkularisierung kann wirklich nie ein Teil des Islam sein (there can never really be an „Islamic Secularism“; and secularization can never really be a part of Islām).

Danke, das ist deutlich. Und das ist genau die Botschaft der gefeierten Vorzeigelehrerin für den (damals noch nicht bekennenden) Religionsunterricht Lamya Kaddor, die 2008 wusste: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar.“

Gib mir die Technologie, aber verschone mich vor dem rationalen Denken, wasch mich aber mach mich nicht nass.

Selbstbewusst nennt man am ISTAC den Islam eine Lehre der Befreiung, weder der uralte und magische Animismus noch der neuzeitliche und moralzersetzende Säkularismus können den Menschen an der Entfaltung aller Möglichkeiten hindern. Professor al-Attas kennt die islamische Theologie:

42. Befreiung in diesem Sinne bedeutet für ihn eine Rückkehr in den ursprünglichen Zustand, der mit allem Seienden harmonisch ausgesöhnt ist (to his original state, which is in harmony with the state of all being and existence (i. e. fiṭrah).

Islamisierung ist insofern kein Prozess der Evolution, sondern der Devolution zurück zur Ursprungsnatur. Islamization is a process not so much of evolution as that of devolution to original nature.

Nisyān (Wissensverlust im Islam, Schariavergesslichkeit), ǧahl (dämonische Unwissenheit, gleichsam vorislamisches Heidentum wiederbelebend, vgl. anglis. Jahiliyya etwa bei Sayyid Qutb) und ẓulm (fehlgeleitetes und wohl auch unterdrückerisches, fluchwürdiges Tun, heilszerstörende und eher gewalttätige Abirrung zum Verbotenen; s. u. bei al-Wahhab, der Koransure 6:82 anführt) sind drei weitere theologische Fachtermini:

43. Wann auch immer der Islam angesichts gewandelter äußerer Bedingungen den Anschein des Unangemessenen und Unbrauchbaren erweckt, so ist das eine [ziemlich satanische] Illusion und liegt das nicht am Islam, sondern … an der menschlichen Vergesslichkeit (nisyān), die Unwissenheit (ǧahl) erzeugt und die mit [islamischem] Lernen und Wiedererinnern [bestmöglich] kurierbar ist.

Wissensmangel erzeugt Verwirrung und Irreführung, ẓulm, (Ignorance causes confusion, ẓulm), und Unwissenheit und Fehlleitung sind das Resultat der Deislamisierung, die es bei den früheren [bis 855. n. Chr.] Muslimen noch gar nicht gegeben hat.

Deislamisierung ist das Hineingießen fremdartiger Weltanschauung (alien concepts) in die Hirne der Muslime, wo sie zurückbleibt und Denken und Urteilsvermögen [destruktiv] beeinflusst.

Sinngemäß wiederholt auf Seite 206:

Deislamization is the infusion of alien concepts into the mind of Muslims, where they remain and influence thought and reasoning;

Wortgleich in Concept 40.

Islam sei die zeitlos optimale Antwort auf jedes Problem, muslimische moralische Zersetzung sei auf Informationsmangel zurückzuführen (wobei konstruktives Wissen selbstredend islamisches Wissen ist) und die nicht am Hineinströmen gehinderte spirituelle Jauche (wie wir gleich sehen werden, hatte ʿAbd al-Wahhāb zweihundert Jahre früher sehr ähnlich argumentiert) aus der Dar al-Harb drohe heutzutage die Hirne der Angehörigen der Umma zu verschmutzen. Da sollten wir uns daran erinnern, dass Dschahl (ǧahl) etymologisch zu Dschahiliya gehört, einem Kernbegriff im Denken des ägyptischen radikalislamischen Theoretikers Sayyid Qutb und dass Syed Muhammad Naquib al-Attas 1977 (31.03.-08.04.) mit dessen jüngerem Bruder Muhammad Qutb (*1919) im saudisch gehüteten Mekka weilte und über Islamische Erziehung nachdachte (vgl. Allahs Pädagogik, Sägefisch 214).[60] Auch der 1972 freigelassene und nach Saudi-Arabien geflüchtete, 2012 noch lebende und angeblich weniger radikal als sein 1966 hingerichteter Bruder argumentierende Muhammad Qutb verwendet den Begriff der Dschahiliya (vgl. Buchtitel Jahiliyya of the Twentieth Century).

Islamische Weltbildungskongresse

Tagungsthema von 1977 lautete Grundlagen eines Islamischen Erziehungssystems (Basis For an Islamic Education System). Organisatoren waren die König-Abdul-Aziz-Universität und die Regierung des Königreichs. 350 muslimische Gelehrte aus der ganzen Welt nahmen an dieser ersten Weltkonferenz für Muslimische Erziehung teil. Gewissermaßen als Nachwirkung der Konferenz entstanden 1981 das in den USA ansässige International Institute of Islamic Thought (IIIT)[61] in Herndon (Virginia) sowie das World Centre for Islamic Education (WCIE) zu Mekka. Das Erstere inspirierte inzwischen die Gründung eines entsprechenden Instituts in Bangladesch (BIIT, Bangladesh Institute of Islamic Thought).

Das mekkanische WCIE steht unter Schirmherrschaft der OIC. Das IIIT betreibt eine afrikanische Außenstelle in Nigeria, dieses IIITN liegt auf dem Gründstück der 1977 gegründeten Bayero University Kano (BUK), an der ebenso Landwirtschaft, Pädagogik und Medizin gelehrt wird wie schariakompatibles Bankwesen am International Institute of Islamic Banking and Finance (IIIBF). Die Stadt Kano wurde am 20. Januar 2012 von der Boko Haram angegriffen, mindestens 191 Menschen starben. Am 29. April 2012 ermordete Boko-Haram etwa zwanzig christliche Gottesdienstbesucher auf dem Universitätsgelände, die Dschihadisten waren mit zwei Motorrädern und einem Auto gekommen, schossen und warfen Sprengsätze. Seit dem Jahr 2000 herrscht im gleichnamigen Staat Kano auch im Strafrecht ganz offiziell die Scharia, Ehebrecher können gesteinigt werden oder hundert Peitschenhiebe erhalten (stoning to death (rajm) for married or previously married convicts or caning of 100 lashes), wer Alkohol trinkt, bekommt achtzig Peitschenhiebe (caning of eighty lashes).[62]

Die zweite World Conference on Muslim Education wurde in Pakistan abgehalten, war gemeinschaftlich organisiert von der Quaid-e-Azam Universität zu Islamabad (Pakistan; benannt nach Ali Jinnah, der in Pakistan als „größter Führer“ verehrt wird: Qāʾid-e Aʿẓam) und der saudi-arabischen King Abdul-Aziz University und sollte hauptsächlich dazu dienen, schariataugliche Lehrpläne zu entwickeln und, auf lange Sicht, die Kluft zwischen staatlichen Schulen und Madrassen zu überbrücken (to design curricula for different ladders of education with the view of bridging the gap between secular and madrasah systems of education). Die Reihe dieser saudi-arabisch gesteuerten Treffen wurde fortgesetzt: drittens Dhaka Bangladesch 1981, viertens Jakarta Indonesien 1982. Das ägyptische Kairo erlebte 1987 die fünfte und das südafrikanische Kapstadt 1996 die sechste Islampädagogische Weltkonferenz.[63]

Ein weiteres Zentrum will Logik und Islam, Wissenschaftsbetrieb und Schariagelehrsamkeit verschmelzen. Das Center for Islam and Science (CIS) arbeitet vom kanadischen Sherwood Park (Alberta) aus und bewirbt neben al-Ghazali und al-Afghani auch ISTAC-Gründer Naquib al-Attas, Reislamisierer Alparslan Açıkgenç (Ankara, Wisconsin, Chicago; 1995-1999 am ISTAC) sowie Said Nursi und sogar den Kreationisten und Antisemiten Harun Yahya.[64]

Theologisches. Zwei Beispiele aus dem 20. Jahrhundert für den ẓulm, die Düsternis und vermutlich auch Gewalttätigkeit der Abirrung vom Islam. Das erste, veröffentlicht 1984 und dazu aus einem ägyptischen Hochsicherheitsgefängnis herausgeschmuggelt, stammt von drei dschihadistischen Denkern, das zweite vom angesehenen hanbalitischen Theologen ʿAbd al-Wahhāb. Die den finsteren und repressiven ẓulm begehen, sind die Ẓālimūn:

„Teil Acht: Unsere ʿAdāwa (Feindseligkeit). Unsere ʿAdāwa (animosity, enmity) müssen wir gegen die ẓālimūn (disbelievers, polytheists, wrong-doers) richten, und zu aẓ-Ẓālimūn sind all jene zu rechnen, die aẓ-Ẓulm praktizieren, Ungerechtigkeit, zum Beispiel Polytheismus. Aẓ-Ẓulm tritt in zweierlei Gestalt auf: 1. Kufr oder Unglaube, ẓulm akbar [Großer ẓulm]. 2. Ungehorsam, den ein Muslim begeht, ẓulm aṣġar [Kleiner ẓulm]. Die Ungläubigen betreffend: Diese müssen von uns mit der vollen Wucht des Hasses getroffen werden, mit aller unserer geheiligten Feindseligkeit, die sie schließlich umgekehrt ja auch uns entgegen bringen.“ Zitatende.[65]

Der Saudi-Arabien bis heute beeinflussende Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb lebte zwischen 1703 und 1792. Seine sehr rigide religiöse Lehre nennt man, etwas verlegen, gerne wahhabitisch; wir sollten statt Wahhabismus allerdings besser hanbalitische Rechtsschule sagen oder einfach Islam. Der spätere Hoftheologe, der sich anlässlich eines Studienaufenthalts bei der lebenslustigen Bevölkerung von Basra als Prediger gegen Tabak und Tanz derartig unbeliebt machte, dass er aus der Stadt geworfen wurde, betont, dass Allah selbst in Sure 6:82 Širk und Ẓulm gleichsetzt, Zitat nach dem Kitābu t-Tauḥīd, The Book of Tawheed: Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ẓulm [Ungerechtigkeit und damit Unrecht, d. h. Schirk] vermengen, sie sind es, die Sicherheit haben und rechtgeleitet werden. Zitatende. Das mit muẓlim, dunkel, finster, ẓalām, Finsternis, und ẓallām, Unterdrücker sprachverwandte Ẓulm definiert die menschliche Gattung der Verworfenen als aẓ-Ẓālimūn (disbelievers, polytheists, wrong-doers). Diese Frevler sind zum Zwecke der Verabreichung von Peitschenhieben oder Steinwürfen der Religionspolizei zu überreichen oder auch mal wegen Hexerei oder Verderbenstiften auf Erden anzuklagen.[66]

Zwar wird der Ẓulm von Dr. Syed Naquib nicht so militant verstanden wie von den drei zitierten Dschihadisten. Doch die wahhabitische Deutung, insbesondere auch die Denkfigur des bedrohlichen Einfließens oder Hineinmischens („vermengen“) macht den Malaysier al-Attas einmal mehr zum Komplizen des Unrechtsregimes Saudi-Arabien.

Da anzunehmen ist, dass der „Transzendente Philosoph“ keinen anderen Begriff vom ẓulm hat als ʿAbdalwahhāb und weil wir die Diktatur des saudischen Gottesstaats kennen, ist nicht hinzunehmen, dass Naquib al-Attas im Kerncurriculum für das Unterrichtsfach Islamische Religion an den Grundschulen (Kultusministerium Niedersachsen) als pädagogischer Ideengeber genannt wird:

„Eine grundlegende Aufgabe des islamischen Religionsunterrichts ist es, die Schülerinnen und Schülerausgehend von der Trias*** aus erzieherischem Ansatz, Wissensvermittlung und Wertebildung zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Glauben zu befähigen. … ***tarbīyah, ta’alīm, ta’adīb, Vgl.: Syed Muhammad al- Naquib al-Attas: Aims and objectives of Islamic education.“[67]

Schließlich darf der staatliche Schulunterricht für islamische Diktaturen wie Saudi-Arabien oder den Iran keine Reklame machen, noch nicht einmal im irgendwie märchenhaften und dabei knallhart versetzungsrelevanten Schulfach Religion.

Weiter im Text:

56. Gott ist der, der Belohnung und Vergeltung bereitet, der Höchste Richter, ad-dayyān. Er ist der König, al-mālik. God is the Requiter, the Supreme Judge: al-dayyān. He is the King, mālik.

Die Tatsache, dass Gott als König bezeichnet wird und alles andere das Königreich, über das er absolute Gewalt und Vollmacht hat, malakūt, zeigt auch hier wieder, dass der Mensch Sein mamlūk ist, sein Sklave.

Wer unislamisch handelt oder auch nur unislamisch denkt, zerstöre die Harmonie der ganzen Welt:

57. Der natürliche Zustand des Seins wird fiṭra genannt. Letztlich bzw. genau genommen bedeutet [der gesamte] dīn auch fiṭra. Die fiṭra ist das Muster, nach dem Gott alle Dinge geschaffen hat. Sie ist Gottes Weise des Erschaffens, sunnat Allāh, und alles passt in diesem Muster mit jedem zusammen und findet seinen richtigen Platz. Es ist das Gesetz Gottes. Sich dem Gesetz zu unterwerfen schenkt Harmonie (It is the Law of God. Submission to it brings harmony)

58. Unterwerfung unter Gottes Willen bedeutet folglich Gehorsam Seinem Gesetz gegenüber. Submission to God`s Will means also obedience to His Law.

Hitler oder Mao hätten es auch so sagen können: sich dem Gesetz zu unterwerfen bringt Harmonie. Und „natürlich“, also von Natur (fiṭra) aus, hat der Muslim der ganzen Scharia zu gehorchen, der Meinung der höchsten Gelehrten, den Fatwas und den Schiedssprüchen des islamischen Gerichts.

Wo es noch kein Schariagericht gibt, das ihn beurteilen könnte, muss der Muslim sich für den Aufbau einer solchen Fiqh-Justiz einsetzen, und wo es in einem Rechtsgebiet noch keine islamisierten Paragraphen gibt, hat der Muslim die Rechtssprechung kraftvoll zu islamisieren, schariakonform zu machen. Muss denn nicht die geforderte und irgendwann auch erzielte Errichtung von islamischen Schiedsstellen oder, noch später, von Scharia-Gerichten die Folge eines jeden verkündenden Islamischen Religionsunterrichts sein?

Fromm und gehorsam geht der wohlerzogene junge Mensch dem Paradies entgegen, künftig versetzungsrelevant auch an den Schulen an Rhein und Ruhr:

75. Er ist ausgerüstet und bereit, den Geraden Pfad (aṣ-ṣirāṭu l-mustaqīm) zu Allah zu beschreiten. (he is set ready on the Straight Path (al-ṣirāṭ al-mustaqīm) leading to God).

Ordnung ist im Islam zentral, jedenfalls ist alles, bis in den molekularen Bereich hinein, feinverzweigt aufgeteilt in höherrangig und niedriger, oben und unten. Eine gewaltige, das Weltall aufspannende hierarchische Ordnung weist damit jedem Ding den angemessenen Rang und Platz zu. Alles im islamischen Weltall, auch der Mensch folgt Befehl und Gehorsam. Dabei ist nichts wirklich gleich oder gar gleichwertig:

102. Vom Mineral über die Pflanze bis zur Tierwelt erkennen wir Ordnungen der Hierarchie vom Niedrigsten bis zum Höchsten. Selbst unter den Engeln gibt es jene, die sich in dichtester Nähe zu Gott befinden (al-muqarrabūn).[68] Und auch im Jenseits sind die jeweiligen Einwohner von Himmel und Hölle entsprechend angeordnet, vom Höchsten zum Niedrigsten.

Erbeutete Bodenschätze, eigene Soldaten und wohlerzogene Kinder sind hierarchisch anzuordnen wie in einem Regal oder Setzkasten.

Al-Attas (Concept 22) fordert jenen Adab als Charakterzug und Tugendbeweis, der Gerechtigkeit (ʿadl) herstellt, die ihrerseits aus der ḥikma, der Weisheit Allahs entspringt:

Ihrerseits ist die Gerechtigkeit ein Widerschein der [islamischen] Weisheit oder ḥikma, also jenes gottgegebenen Wissens, … den rechten und schönen Ort einer Sache oder eines Menschen zu kennen …, Adab ist die äußere Verkörperung der Gerechtigkeit, ein Abglanz der göttlichen Weisheit (ḥikma).

Justice is … the right and proper place for a thing or being to be … the spectacle (mashhad) of justice as it is reflected by wisdom.

Solange die fatale endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist (am Tag der Abrechnung durch Allahgott), kommt erregende Dynamik ins absolut folgenreiche Spiel. Wer im Setzkasten oder Spielfeld des irdischen Nizam den rechten Platz verweigert oder wer im Diesseits von Muslimen an den Rand gedrängt wird, hat möglicherweise auch im Jenseits Schlimmes zu erwarten.

Ein Gerangel um die Gunst von Gottheit oder Bürgermeister kann daher losbrechen, selbst in der Schulklasse dürfen Lehrers Lieblinge an Ansehen gewinnen. Dieser Gott und diese Religion braucht Strahlende und Nutzlose, Führer und Erniedrigte, Gewinner und Verlierer. Und so (wie es gelegentlich auch verrzerrt christliche Anhänger der Prädestination meinen) kann sich am Reichen und Erfolgreichen der nahezu sichere ewige Verbleib im Paradiesgarten abzeichnen, während dem Islamkritiker schon hier auf Erden ein wenig die Hölle heiß zu machen ist.

Allgemeine Menschenrechte oder Rechtsstaatlichkeit sind mit diesem Weltbild der heiligen Ungleichheit (hierós, heilig und arché, Beginn, Führung, Herrschaft; Hierarchie) überflüssig und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gilt Schariafreunden sowieso nur als eine perverse Kopfgeburt des Okzidents.

Für Naquib al-Attas (Seite 104) ist die Sache sehr ernst, der Denker von Zucht und Anstand (Adab) im Islam wiederholt seine Warnung vor dem Prozess der Gleichmacherei (process of levelling … I mean the levelling of everyone). Der Professor bemüht sich noch nicht einmal, seine Forderung nach grundsätzlicher Ungleichwertigkeit aller Menschen und selbstverständlicher Ungleichbehandlung beispielsweise als notwendiges Übel auf dem Weg zu baldiger gesellschaftlicher Gleichheit zu rechtfertigen oder als erfolgreiche Methode, Straftaten zu verhindern. Nein, die geradezu militärische Hierarchie sei die einzige Chance, die Eigenbewegung des gottvergessen heidnischen (dschahili, adj.) Menschen hin zu Individualismus, innewohnender Selbstherrlichkeit und Halsstarrigkeit zu blockieren (This Jāhilī streak of individualism, of immanent arrogance and obstinancy). Nur „falsche Führer“ (104. false leaders) wagen es, pauschal nach Gleichheit und Gleichberechtigung zu rufen, Verderbensstifer, „die jede legitime Autorität und gültige Rangfolge niederreißen wollen“ (who wish to demolish legitimate authority and valid hierarchy).

Was für ein Demokratiefeind und Erzreaktionär … und Sufi:

115. Die ernsthafte und korrekte Praxis [des Sufismus] ist nichts anderes als die Intensivierung der Scharia, die Zuspitzung der Scharia auf das eigene Selbst; [anders gesagt] die Ausdrucksweise von islamischer Perfektion oder Exzellenz in der [für jeden Muslim verbindlichen] Gottesknechtschaft

taṣawwuf … its sincere and correct practice is none other than the intensification of the sharīʿah upon one`s self; it is the expression of iḥsān in the ʿabd

p 207. I have defined taṣawwuf as „the practice (aʿmāl) of the sharīʿah at the station (maqām) of excellence (iḥsān). This definition is based on the ḥadīth … „that thou shouldst worship God as if thou sawest Him“[69]

Das ist korrekt, Sufismus ist der hübsche Lack in rosa und gold. Wo das einheitlich brutale Kalifat ein wenig glänzt und glitzert, ist es sufistisch aufgehübscht. Sufismus ist die Selbsthypnosetechnik zur frohgestimmten Unterwerfung unter Allahs System.

Sufismus ist innere Mission hinein ins Geistig-Emotionale oder Geistig-Seelische des Einzelnen, die Dawa hinein ins Halbbewusste der Muslime, hin zum Bereich des islamischen Geheimnisses (as-sirr), während Salafismus die Reislamisierung des öffentlich sichtbaren Handelns ist, die Dawa der Glaubenspraxis, die Dawa des äußeren islamisch korrekten Verhaltens (as-sunna). Sufismus sirr, Salafismus sunna? Nicht ganz: Sufismus ist Sirr als Kür zusätzlich zur Pflicht der Sunna, Salafismus hingegen ist bloße Scharia und Sunna, pur und brutal, ohne den sufischen Sirr nebst poesiebestickter ḥaḍra-Zusammenkunft, herzensreinigenden Dhikr (ḏikr türk. zikir, Zusatzgebet in Trance) und Ego-auslöschenden Kreistanz. Tariq Ramadan weiß: „Sufismus ist das Herz der Scharia. Sufism ist he heart of Sharia.“ Noch der Sohn von Muslimbruder Said Ramadan, hier aus dem Französischen: „Die Ma’rifa, die intime Nähe zu Allah, liegt im Herzen der Scharia. … Es gilt, die Scharia mit der Mystik und dem Sufismus versöhnen.“[70]

Sufismus ist die verträumte und romantische Seite des Dschihad, die Kulturpädagogik des Kalifats.

128. Unter „westlicher Zivilisation“ verstehe ich die Zivilisation, die sich aus der geschichtlichen Verschmelzung der Kulturen, Philosophien, Werte und Intentionen der Griechen und Römer ergeben hat, ihrer nachträglichen Vermengung mit Judentum und Christentum sowie ihrer Weiterentwickung und Umformung durch romanische, germanische und keltische Völker.

Nicht zuletzt dadurch, dass al-Attas, immerhin gebürtiger Indonesier, lebenslang die Kulturen der hinduistisch überformten und rituell (religiös) kannibalischen Animisten vom Volk der Batak[71] oder der bis heute stark matristisch geprägten Minangkabau[72] an dieser Stelle eben nicht verteidigt, lässt Allahs Philosoph durchblicken, dass eine Mischkultur eher minderwertig bleiben muss und dass es für die Menschheit, egal ob in Europa oder Südostasien, nur einen einzigen ungetrübten, nicht verschmutzten kulturellen Ausweg gibt, den Islam. Aus Sicht des Kalifats müssen altertümliche Animisten oder Hindus islamisiert werden oder einflusslos bleiben, für neumodische Atheisten oder Säkulare gilt dasselbe.

Naquib al-Attas mit seinen jahrzehntealten guten Verbindungen zu den globalen Muslimbrüdern und in den Gottesstaat der Saudis wurde 1931 auf Java geboren. Sechzig Prozent der muslimischen Javaner sind synkretistische muslimische Abangan (in ganz Indonesien immerhin 30 Prozent) und verstehen die Scharia bislang lediglich symbolisch-mystisch, eben nicht als monopolistisch heilssichernd und unmittelbar gültiges Gesetz. Die übrigen Muslime auf Java sind Santri (Santeri), eher orthodoxe Muslime. Santri sind entweder Traditionelle, meist den Nahdlatul Ulama verbunden, oder so genannte Modernisten sprich Revivalisten, von Muhammad Abduh geprägt und oft der Schariabewegung und Massenorganisation der Muhammadiyah zuzurechnen (http://www.muhammadiyah.or.id/). Diese seit mehr als hundert Jahren bestehende Spaltung der Muslime auf Java in Synkretisten und Orthodoxe wird mit der Arbeit des Professors verstärkt, alles Unislamische, nicht ganz Schariakonforme oder Säkulare ist noch mehr durch realislamische Gewalt gefährdet.

Die Doktrin von der fiṭra, dem naturhaften Ausgerichtetsein auf Allahgott hin, ist vor- bzw. gegenaufklärerisch. Islam ist eben nicht angeboren. Wer ernsthaft an den allgemeinen Menschenrechten orientiert ist, würde verhindern wollen, dass Polygamie, Kindbraut, Frauenverstoßung und Steinigung unter den Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes (immaterielles Kulturerbe, intangible cultural heritage) gestellt werden. Einerseits also darf Kultur (und darf Religion, zumal der Islam) kein Alibi sein, die AEMR zu umgehen, andererseits zerstört Allahs Planstaat aus Schariatheorie und Fiqhpraxis Kulturen und Kultur.

Der indische Soziologe Tharaileth Koshy Oommen[73] kennt drei Dimensionen von Völkermord, den Genozid (genocide) als die physische Ermordung der Menschen, den Kulturozid (culturocide) als Vernichtung der Gruppenidentität sowie die naturräumliche Zerstörung der Lebensgrundlagen, den er Ökozid (ecocide) nennt.[74] Ob Darfur oder Süd-Molukken, bereits auf kultureller Ebene ist jede Islamisierung also ein Völkermord und, wir greifen zu Oommens Kulturbezug, bereits ab 632 n. Chr. in Medina und Umland realisiert. Auch innerislamische Kulturen müssen der Kulturvernichtung (Salafisierung, Schariatisierung) schrittweise zum Opfer fallen, und ob das beeindruckende vorislamische Erbe der matrilokalen Minangkabau, die Haus und Acker ausschließlich matrilinear vererben, folgenden Jahrhunderten erhalten werden kann, bleibt angesichts der frauenfeindlichen, nicht modernisierbaren Scharia nur zu hoffen. Wer sich distanzlos an Syed Muhammad Naquib al-Attas begeistert, wird sich für die Islamisierung der letzten die Unterhose verweigernden Papua[75] und der Minangkabau einsetzen und damit für die Zerstörung ihrer Kultur. Die Islamische Religionspolizei wartet auf ihren Einsatz.

Das im Oktober 2009 verabschiedete indonesische Anti-Pornographie-Gesetz[76] stellt Werke und “Körperbewegungen” unter Strafe, die im Sinne des Islamischen Rechts als obszön gelten und die öffentliche Moral gefährden. Heilige hinduistische, nackte Tatsachen darstellende balinesische Tempelreliefs könnten den religiös motivierten muslimischen Kulturvernichtern ebenso zum Opfer fallen wie die traditionsreiche, sehr sparsam gehaltene oder gar nicht vorhandene Kleidung der Papuas.

Professor al-Attas entstammt einer angesehenen Familie aus dem arabischstämmigen und arabischsprachigen, seit Jahrhunderten zwischen Madagaskar, Somalia, Malaysia und den Philippinen verbreiteten Händler- und Seefahrervolk der Hadhrami.[77] Der Islamisierer von Wissen und Sprache ist ein hoch angesehener Kenner des Malaiischen, einer Sprache, die laut al-Attas und bewusst nach dem Arabischen Vorbild prophetischer Zeit heute endlich durch und durch zu islamisieren ist (vgl. Concept 10 What I wish to introduce here is the concept of Islamic language). Nur so kann die heidnische Weltsicht (vorislamisch und bei Sayyid Qutb bekanntlich auch außerislamisch Dschahiliyya; Concept 10 the Jāhilī vision of the world) auch Südostasiens uralten Bergvölkern, oberflächlich islamisierten Minangkabau, hinduistisch geprägten Göttersbildschnitzern und chinesischen Händlern ausgetrieben werden. Über diese vorislamisch oder außerislamisch beeinflussten regionalen Kulturen redet al-Attas gar nicht erst. Was der dem Geist und Personalbestand der Muslimbrüder zumindest nahestende Salafist explizit billigt, ist die Islamisierung Südostasiens, das Einschmelzen aller anderen Religionen und Lebensformen in das System Islam – und all das geht nicht ohne Adab.

Der radikalislamische Didaktiker donnert, Concept 27:

Der islamische Anstand oder islamische Benimm [und nichts sonst!] kann verhindern, dass der Mensch fehlerhafte Schlüsse zieht, falsch urteilt.

Adab is knowledge that prevents man from errors of judgement.

Der gegenwärtige und globale Angriff des Säkularismus würde die Sprachen der Muslime und ihr Sprechen und Bedeutungsbilden verunsichern. Auch dieser semantischen Verwirrung (semantic confusion) sei nur mit verbesserter Erziehung, optimierter Tarbiyya zu begegnen. Nach al-Attas habe Tarbiyya, da Nichtmuslime ihrem Nachwuchs schließlich auch eine Art von Erziehung (tarbiyah) entgegenbringen, nur eben keine sittliche (islamische) Erziehung, im reinen Adab zu gipfeln, in der echten permanenten islamischen Selbstzucht (andere Islamaktivisten wie der von Dhaka, Bangladesch, aus arbeitende Sadiq („Sacred Activism“) von Technology of the Heart http://www.mysticsaint.info verstehen allerdings bereits unter Tarbiyya den islampädagogischen Vollwaschgang und legen Wert auf die Sprachverwandtschaft von tarbīya zu al-murabbi, Lehrer, Schutzgeber und mehr noch zum Gottesnamen ar-rabb, der Herr, der Ernährer; im kanadischen Staat Alberta betont man: the Lord is the Supreme Educator (ar-Rabb), bei: Muslims of Calgary http://www.muslimsofcalgary.ca/ ).

In Concept, 22, sagt Allahs Bildungsfachmann:

Adab ist die Disziplinierung von Körper, Geist und Seele. … Diese [Disziplin] liegt im bewussten und bereitwilligen Einüben der eigenen [sozialen, sexuellen und juristischen] Rolle im Einklang mit der … [islamisch zu verstehenden] Gerechtigkeit (ʿadl).

Adab is the discipline of body, mind and soul … in positive and willing participation in enacting one`s role in accordance with … justice (ʿadl).

Einklang, Wohlklang, Harmonisierung, Islamisierung.

Angleichung, Dawa, Gleichmachen Hisba, Gleichschritt Dschihad.

Der irdische berufene Schullehrer hat viel ḥikma, islamische Weisheit, seinem glücklichen Schüler ziemt der Gehorsam, da es ihm an Lebenserfahrung und ḥikma mangelt. Was im Kosmos bzw. Kalifat ordnungsgemäß hingestellt ist, schariakonform platziert, das allein ist gerecht, und das Bewusstsein des Ordnungsgemäßen zu haben ist weise. Daher wiederholen wir noch einmal aus dem Concept, etwas ausführlicher, Seite 22:

Ihrerseits ist die Gerechtigkeit ein Widerschein der [islamischen] Weisheit oder ḥikma, also jenes gottgegebenen Wissens, das den Beschenkten dazu befähigt, den rechten und schönen Ort einer Sache oder eines Menschen zu kennen … Kurz und knapp: Adab ist die äußere Verkörperung und das öffentlich zu Erblickende der Gerechtigkeit, ein Abglanz der göttlichen Weisheit (ḥikma).

Justice itself is a reflection of wisdom (ḥikma), which we have already defined as that God-given knowledge which enables the recipient to discover the right and proper place for a thing or being to be. Adab, concisely defined, is the spectacle (mashhad) of justice as it is reflected by wisdom.

Die Amöbe überfließt Sandkörner und Bakterien und unterscheidet zwischen Nahrung und anorganischem Material. Der Islam überfließt Landschaften und Völker und löscht das Individuelle aus. Legalisierung der Scharia bewirkt den Kulturozid (culturocide).

Unser vorletzter Blick auf den Islampädagogen. Mehr Reinheit, mehr Harmonie:

128. Doch schufen Fusionierung und Amalgamierung jenen charakteristischen Dualismus, der Weltsicht und Wertehierarchie des Westens prägt, eine Zerrissenheit, die niemals in ein harmonisches Einssein aufgelöst werden kann, da sie [weiterhin] aus einander widerstrebenden Ideen, Werten, Glaubenssätzen, Dogmen und Theologien besteht. Dieser Dualismus bleibt dem gesamten Leben und Geistesleben des Westens ebenso verhaftet wie er in beständiger Erbarmungslosigkeit die westliche Religion durchflutet.

Interessant, ausgerechnet das den Kosmos zweipolig durchwirkende oder vielmehr zerspaltende, gleichsam elektrische Feld aus Plus und Minus, Licht und Finsternis, Engeln und Teufeln, ḥalāl und ḥarām gilt hier als unsteigerbar in Eintracht und Wohlklang befindlich, die lebensbejahende Meinungsvielfalt kultureller Moderne und die Vorläufigkeit hellwacher Wissenschaft hingegen würden an unerträglicher Dissonanz und Zerrissenheit leiden. Dass allein der säkulare (rechtsstaatliche) Parlamentarismus einen Regierungswechsel ohne Blutvergießen ermöglicht und der schariatisierte Landstrich auf Königsmord und Staatsstreich angewiesen bleibt, weigert sich Allahs Philosoph zuzugeben.

Letztes Zitat:

129. Der fragende Geist der westlichen Kultur und Zivilisation ging einher mit der Entzauberung der Religion oder vielmehr mit der Entzauberung dessen, was diese Kultur unter Religion versteht. Eine in unserem Sinne verstandene Religion, nämlich als dīn, konnte in der Zivilisation des Westens aufgrund der exzessiven und fehlgeleiteten Liebe zur Welt und zum säkularen Leben niemals Wurzeln schlagen.

Mit einem kalten You love life and we love death. Ihr liebt das Leben und wir lieben den Tod[78] stellten im Jahre 2004 korantreue Bombenbauer der spanischen al-Qaida diese kulturelle Distanz zum Westen öffentlich fest. Nur dass es, wenigstens außerhalb der Herzen und Hirne der Islamisten und gegenmodernen Antiislamisten, um einen Schicksal gewordenen „Westen“ gar nicht geht, sehr wohl aber um den Kulturschock zwischen der offenen und der segmentierten Gesellschaft, der Zone der Gleichberechtigung der Frau und der Zone ihrer geheiligten Entwürdigung. Kulturkreistheoretiker Samuel Phillips Huntington (The Clash of Civilizations), immerhin hat er sinngemäß die Worte Islam und Konflikt in einem Atemzug genannt, liegt dabei falsch; Zivilisation oder Menschheit gibt es nur im Singular. Auch unsere Menschenrechte sind entweder universell oder sie sind gar nicht.

Naquib al-Attas und Deutschlands Schulen

Dīn ist der totale Islam, Dīn ist das dem Schöpfer unterworfene, gegenwärtige und zugleich ewige Jenseits. Dīn ist kommendes göttliches Strafgericht und diesseitiger Glaubensgehorsam, elitär verwalteter Himmelsbefehl und von jedem Muslim zu konsumierende schariatische Gerichtspraxis. Dīn ist Allah und Umma, Koran und Mohammedkult, Schariatheorie und Sunnapraxis, Himmel und Gottesstaat.

Ein Bundesland Nordrhein-Westfalen, das gestatten würde oder vielleicht schon heute gestattet, dass Kindern und Jugendlichen im Islamischen Religionsunterricht Angst vor der Hölle gemacht werden darf und denen ein muslimbrudernaher Schariafreund wie Professor Naquib al-Attas Orientierung bieten soll, wird sich dessen Idee vom Ausbreiten der totalen islamischen Weltdeutung und Verhaltenssteuerung, nämlich einerseits zum Dīn als Fiṭra (die auf Allah hin ausgerichtete Ursprungsnatur) und andererseits zum Dīn als islamisches Wohlverhalten (Sunna, Orthopraxie), nicht in den Weg stellen.

Wie wir gesehen haben, sind mit al-Attas gedacht Fiṭra-Dīn und Sunna-Dīn auf Wissen (thought) und Wissenschaft (science) anzuwenden, denn nur die islamisierte Schule und Universität könne brauchbare Menschen und Erkenntnisse liefern. Sollte sich diese an Imam a-Ghazali anknüpfende Islamisierung der Bildung durchsetzen, werden die Normen der Scharia die Schulbücher und Forschungen anderer Fächer als Religion bzw. Theologie mehr und mehr bestimmen, die Uni-Fakultäten außerhalb des Fachbereichs Islamische Studien geistig und finanziell zunehmend gleichschalten und Kritik an der Scharia ausschalten.

Manche europäischen oder nordamerikanischen Denker der Aufklärung empfanden durchaus religiös. Doch mehrheitlich hatten diese Pioniere der Neuzeit keine Angst davor, dass ihre Ideen sie ins ewige Höllenfeuer führen könnten. Die Grundlage kulturell moderner und im Schulunterricht, auch im Religionsunterricht, zu vermittelnder Forschung legten neugierige Menschen wie Maria Sibylla Merian (1647–1717) oder Alexander von Humboldt (1769–1859). Solche Menschen gibt es auch heute und überall auf der Welt.

Deutschlands Bildungspolitik muss die Merians und Humboldts unter den Muslimen stark machen, nicht die Maududis und Chomeinis unter ihnen.

Ein Naquib al-Attas hat in einem Kerncurriculum nichts zu suchen.

Jacques Auvergne

[1] During its infancy years, ABIM was an organization that tried to make a strong impression on the Malaysian socio-political scene and gain popular support for its ideals and beliefs. When it first started in 1971, the ideological and organizational shape and form that the organization took was fashioned according to two influential Islamist movements; the Jemaat-e-Islami of Pakistan and the Muslim Brotherhood of Egypt. This was largely due to the high level of influence that the Brotherhood and the Jemaat has had on ABIM’s founding members, the Malay students in Malaysia and other parts of the world that had the opportunity to interact with the Brotherhood and Jemaat members. I argue that in 1971, the Muslim Brotherhood/Jemaat-e-Islami-modeled ABIM was building on the ideas and inspiration that both Al-Banna and Mawdudi had for their respective societies in Egypt and India/Pakistan through the adoption of their da’wa methods and approaches in rendering Islam as a way of life in Malaysia.

ABIM used the Muslim Brotherhood as a benchmark for its platform in a variety of ways. The Brotherhood’s goal of popularizing Islam among the masses appealed to ABIM, as its members envisioned a similar development in Malaysia. The Brotherhood also called upon Sufism as a means to frame its message, which ABIM mimicked. Sufism also suited Malaysian society.

aus: Zulkifly Abdul Malek: FROM CAIRO TO KUALA LUMPUR: THE INFLUENCE OF THE EGYPTIAN MUSLIM BROTHERHOOD ON THE MUSLIM YOUTH MOVEMENT OF MALAYSIA (ABIM)

Washington, DC, April 26, 2011

Syed Naquib al-Attas rechts im Bild (weißer Bart). Links neben ihm (hellblaues Hemd) Professor Wan Mohd. Nor Wan Daud vom ATMA-UKM, das bedeutet Institute of the Malay World and Civilisation (ATMA), angesiedelt an der Universiti Kebangsaan Malaysia (UKM)).

http://2.bp.blogspot.com/_hMSZjYdu-BE/S0GxnuJ4e2I/AAAAAAAAB64/donqGq1Kr2s/s400/Picture+447.jpg

Syed Naquib al-Attas auf YouTube

The worldview of Islam by Syed Muhammad Naquib al-Attas

http://www.youtube.com/watch?v=wZk9sth9MAc

Hamza Yusuf with Syed Muhammad Naquib Al-Attas

http://www.youtube.com/watch?v=L5pyXqZq4E0&feature=related

Perjuangan UMNO Sangat Bermakna dan Terus Relevan — Syed Naquib

http://www.youtube.com/watch?v=FywpM79Ivmk&feature=related

Tokoh Melayu Terbilang 2011 : Profesor Datuk Dr. Syed Naquib Al-Attas

http://www.youtube.com/watch?v=QUObgrHJfyA

IRCICA AWARD FOR: PROF. SYED MUHAMMAD NAQUIB AL-ATTAS

(Professor Dr. Wan Mohd Nor Wan Daud)

The International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC) is really privileged and takes great pleasure in announcing that Y.M. Professor Dr. Syed Muhammad Naquib al-Attas, The Founder-Director of ISTAC and the Holder of the al-Ghazali Chair of Islamic Thought, has been honored by the Islamic World as a distinguished scholar who will receive the IRCICA Award for excellent contributions to various fields of Islamic Civilization.

http://muslimcivilizationproject.blogspot.de/2011_03_01_archive.html

Muhammad Zainiy Uthman obtained his B.Sc (1996) from the University of Wisconsin-Madison (USA). After having completed his M.A (1990) from the University of Chicago (USA), he joined ISTAC in 1991 as Junior Research Fellow at the invitation of Professor al-Attas. Upon completion of his Ph.D at ISTAC in 1997, he served as Research Fellow, then Senior Research Fellow.

He was Associate Professor and Curator of ISTAC Library from 2002-2003 and was awarded the British Chevening Fellowship (2003-2004) where he spent an academic year at the Oxford Centre as Visiting Fellow for Islamic Studies. In 2005-2006, he returned to Oxford as Visiting Fellow at the same centre. … He translated al-Attas’ “The Meaning and Experience of Happiness in Islamic” into Malay (ISTAC 2002). He is now co-editor with Prof. Wan Mohd Nor Wan Daud of the Knowledge, Language, Thought and the Civilization of Islam: essays in Honor of Syed Muhammad Naquib al-Attas, which was launched this year.

http://muslimcivilizationproject.blogspot.de/2011/03/scholars-profile-prof-zainiy-uthman.html

The Oxford Centre for Islamic Studies provides a meeting point between the Islamic and Western worlds of learning.

http://www.oxcis.ac.uk

Distinguished Visiting Lecturers

“Islam and the Environment”

HRH The Prince of Wales

Patron of the Oxford Centre for Islamic Studies

“The Islamic World, Democracy, and Development”

HE Mr Abdullah Gül

The President of the Republic of Turkey

“Islam and the West”

HRH The Prince of Wales

Patron of the Oxford Centre for Islamic Studies

“Renaissance and Renewal: Towards A New World Order”

Mr Nelson Mandela

President of the Republic of South Africa

“The Dialogue of Civilisations and the Need for a Global Ethic”

Mr Kofi Annan

Secretary-General of the United Nations

“Overcoming Disconnect”

HRH Prince Saud al-Faisal

Foreign Minister of the Kingdom of Saudi Arabia

“Islam: The Misunderstood Religion”

Dato’ Seri Dr Mahathir bin Mohamad

Prime Minister of Malaysia

http://www.oxcis.ac.uk/lectures.html

Scharia als Öko-Spiritualität?! Der „Westen“ sei entseelt, so knickt der Prinz of Wales ein, das Religiöse und der Osten, so legt er dem Leser nahe und meint den Islam, sei achtsam, herzensgut und ganzheitlich. Prinz Charles scheint in Mohammed beinahe den ersten Umweltschützer der Menschheitsgeschichte zu erblicken! Was unter Teenagern und für eine Feld-, Wald und Wiesenandacht bei konfessionellen Pfadfindern durchaus geeignet wäre, wird demokratiegefährdend, weil es Dhimma, Kalifat und Dschihad nun mal gibt. Labende Seelentiefe spürt His Royal Dhimmi:

In short, when we hear talk of an “environmental crisis” or even of a “financial crisis,” I would suggest that this is actually describing the outward consequences of a deep, inner crisis of the soul. It is a crisis in our relationship with – and our perception of – Nature, and it is born of Western culture being dominated for at least two hundred years by a mechanistic and reductionist approach to our scientific understanding of the world around us.. …

In general, we live within a culture that does not believe very much in the soul anymore – or if it does, won’t admit to it publicly for fear of being thought old fashioned, out of step with “modern imperatives” or “anti-scientific.” The empirical view of the world, which measures it and tests it, has become the only view to believe. A purely mechanistic approach to problems has somehow assumed a position of great authority and this has encouraged the widespread secularisation of society that we see today.

http://www.princeofwales.gov.uk/speechesandarticles/a_speech_by_hrh_the_prince_of_wales_titled_islam_and_the_env_252516346.html

Mengenai Saya vom Blog Rausyanfikir weiß, dass mindestens fünf Gelehrte des Institute of Islamic Understanding Malaysia (IKIM), aber auch der heutige Großmufti von Bosnien und Herzegowina, Mustafa Cerić persönlich vom malaysischen AEMR-Verweigerer und Islamdenker Syed Naquib al-Attas ausgebildet wurden:

It is best to leave this matter to the Muslim scholars who have been trained as Theologians (mutakallimun), that possessed in depth understanding on Islamic Theology, Islamic and Western Philosophy as well knowledge about the Western Civilization (which Christianity is one of the mosaic part of the whole picture) to deal with this issue succinctly.

Most of them that I have known are the young protege of Muslim scholars who being trained by Prof. Al-Attas himself during his days in the “original” ISTAC like Prof. Wan Mohd. Nor Wan Daud (ATMA-UKM), Assoc. Prof. Dr. Zainiy Uthman (IIUM), Prof. Alparslan Acikgenc (Fatih University), Dr. Mustafa Ceric (Grand Mufti of Bosnia-Herzegovina), Dr. Zaidi Ismail (IKIM [Kuala Lumpur]), Dr. Sani Badron (IKIM), Dr. Wan Azhar (IKIM), Dr. Farid Shahran (former VP of ABIM, IIUM) Dr. Wan Suhaimi Wan Abdullah (UM), Dr. Azizan Sabjan (USM), Dr. Adi Setia (IIUM ) Ustaz Asham Ahmad (IKIM), Ustaz Nik Roskiman (IKIM)

http://rausyanfikir.com/2010/01/prof-al-attas-view-on-polemical-usage.html

Weitere Zentralfigur der globalen Re-Islamisierung, von Professor Naquib al-Attas in der Neuauflage des Concept (47) unter Books of Islamic Science genannt, ist Alparslan Açıkgenç. Nach seinem Theologiestudium in Ankara ging er in die USA, um, noch in den Siebzigern, in Wisconsin Philosophie zu lehren. Um 1980 arbeitete Açıkgenç in Chicago (dort wirkte zeitweilig der spätere ECFR-Scheich Mustafa Cerić) und in den Neunziger Jahren in Kuala Lumpur – ja, am ISTAC (ebenfalls wie Cerić).

Visiting Scholar, The University of Chicago, 1985

Professor of History of Philosophy at International Institute of Islamic Thought and Civilization, Kuala Lumpur, Malaysia, 1991-1999

http://fatih.academia.edu/AlparslanA%C3%A7%C4%B1kgen%C3%A7

INSTITUTE OF ISLAMIC UNDERSTANDING MALAYSIA IKIM, Kuala Lumpur

http://www.ikim.gov.my/v5/index.php?lg=2

http://www.ikim.gov.my/v5/index.php

IKIM’s official website is a landmark in disseminating ‘Islamic Understanding’ effectively and precisely through research, seminars, workshops, forums, consultancy, training and various publications.

http://www.ikim.gov.my/v5/index.php?lg=2&opt=com_info&grp=5&men=40&key=1003

Syariah = Scharia

The Centre also carries out translation works of the writings of notable scholars from Arabic into Malay, and from Arabic into English.

http://www.ikim.gov.my/v5/index.php?lg=2&opt=com_info&grp=5&men=41&key=1017

Wan Mohd Nor Wan Daud is director of Center for Advanced Studies on Islam, Science and Civilisation (CASIS), Universiti Teknologi Malaysia. After obtaining his doctorate from the University of Chicago under the late Fazlur Rahman in 1988, he was invited by Syed Muhammad Naquib al-Attas to assist him at the newly established International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC) in all the formal and non-formal academic development including library, publication and student affairs. From 1998-2002 he served as the Deputy Director of ISTAC.

From 2008 to February 2011 he served as Principal Research Fellow at the Institute of the Malay World and Civilisation (ATMA), Universiti Kebangsaan Malaysia. Professor Wan Mohd Nor has written more than 13 books and monographs as well as more than 30 academic articles in local and international journals, of which the major ones are: The Concept of Knowledge in Islam: Its Implication for Education in a Developing Country (1989); A Commentary on the Culture of Knowledge (Malay) (1990); The Educational Philosophy and Practice of Syed Muhammad Naquib al-Attas: An Exposition of the Original Concept of Islamization (1998); Development in Malaysia: Towards a Holistic Understanding (Malay) (2000); 2 books of philosophical-mystical Malay poetry (2003 and 2004); Hadhari Muslim Society: An Epistemological and Educational Approach Towards National Unity (Malay) (2006); a book co-authored with Syed Muhammad Naquib al-Attas, The ICLIF Leadership Competency Model: An Islamic Alternative (2007); a book co-edited with Muhammad Zainiy Uthman, Knowledge, Language, Thought and The Civilization of Islam: Essays in Honor of Syed Muhammad Naquib al-Attas (UTM, 2010). Several of his books, articles and monographs have been translated into Malay, Indonesian, Turkish, Japanese, Persian, Russian, Bosnian and Macedonian.

http://www.utm.my/casis/academic-staff/prof-dr-wan-mohd-nor-wan-daud/

England, 13.05.2012. A major breakthrough was achieved over the last few days at Ditchley Roundtable Conference jointly organized by Universiti Teknologi Malaysia [UTM] and Oxford Centre for Islamic Studies. … Prof. Wan Mohd Nor

In her concluding remarks, HRH Raja Zarith Sofia highlighted some efforts to inspire science among young children and the importance of intilling in them the sense of awe and wonder of science. HRH Raja Zarith also suggested how of the state of science in Muslim societies can be shared with the use of the Internet as one technology to be harnessed to create access to greater educational content. A website about Islam and Civilizations and Science that is accessible by any child around the world with ability to respond to any questions must be developed and maintained. …

UTM is going to host the next exhibition of “1001 Muslim Invention [CE4CE]” a new venture between Foundation of Science,Technology, and Civilization and National Geographic in KL, co-organised by various sponsors led by UTM. The exhibition will be preceded with a Conference on Science and Technology in the Muslim World: From Past Achievement to Future Revitalization in Malaysia sometime in later part of next year.

http://www.utm.my/casis/blog/2012/05/15/ditchley-roundtable-organised-by-utm-oxford-centre-for-islam/

http://www.news.utm.my/2012/05/ditchley-roundtable-organised-by-utm-oxford-centre-for-islam/

Fazlur Rahman (1919 – 1988), ein in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (heutiges nördliches Pakistan) im damaligen Britisch-Indien geborener Sohn eines sunnitischen ʿālim (Gelehrten), wanderte in die USA aus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Fazl_ur_Rahman_Dr..jpg

Der aus Pakistan stammende, in Chicago arbeitende und zum klaren Denken fähige Fazlur Rahman schrieb 1967 sein Islam, das bald den Zorn der Islam(aktiv)isten erregte.

http://www.amazon.com/Islam-Fazlur-Rahman/dp/0226702812

An anonymous commentator has inquired about the ‘backstory’ of banning of Fazlur Rahman’s ‘Islam‘ and forced me to terminate my prolonged hiatus from blogging.

Anyone examining the newspapers of second half of 68′ would know with ease that the whole episode was one of the earliest and most unfortunate sagas of political hijacking of Islam. It is immaterial whether Fazlur Rahman was labeled a kaafir, an apostate or a religious hypocrite and how the political environment at that time overshadowed an otherwise academic issue; what is important however, that Fazlur Rahman proved to be a victim of misdirected traditionalist emotionalism and paid the heavy price of abandoning his cherished goal of transforming intellectual heritage of Muslims and deploying a modern religious education policy in Pakistan.

Tragically, he suffered a lot due to peculiarity of his dual associations; wherein he was an active proponent of reforming traditional understanding of primary religious sources while being an academic chairing a prestigious national institution (Central Institute of Islamic Research) at the same time. The tradionalist circles, in their blinded zeal to safeguard Islamic tradition, targeted him in person by unjustly questioning his intentions rather than postulating a fair and academic rebuttal to his thought and works. Additionally, he was misquoted by way of limiting his statements (made in his book) to specific meanings.

http://hangingodes.wordpress.com/2006/11/10/revisiting-fazlur-rahmans-ordeal/

http://www.facebook.com/aasem.bakhshi

Pak Tea House

http://pakteahouse.net/

Fazlur Rahman (1919 – 1988)

1958—Publication of Prophecy in Islam

1958-1961—Associate Professor, Institute of Islamic Studies, McGill University, Montreal, Canada

1959—Publication of Avicenna’s De Anima

1961-1962—Visiting Professor, Central Institute of Islamic Research, Karachi, Pakistan

1962-1968—Director, Central Institute of Islamic Research, Karachi, Pakistan

1965—Publication of Islamic Methodology in History

1967—Publication of Islam

1968—Publication of Letters of Shaikh Ahmad Sirhindi; Italian translation of Islam

1969—Visiting Professor, Spring Term, University of California, Los Angeles

1969-1988—Professor of Islamic Thought, University of Chicago

Aus der biographischen Aufstellung von Ali Altaf Mian (Dwelling Of Thought)

http://alialtafmian.com/2011/03/15/fazlur-rahman/

Fazlur Rahman: Islam and Modernity: Transformation of an Intellectual Tradition, Publisher: University Of Chicago Press (May 15, 1984)

http://www.amazon.com/Islam-Modernity-Transformation-Intellectual-Publications/dp/0226702847/ref=pd_sim_b_3

Revival and Reform in Islam: A Study of Islamic Fundamentalism

Fazlur Rahman and Ebrahim Moosa (Authors)

http://www.amazon.com/Revival-Reform-Islam-Islamic-Fundamentalism/dp/185168204X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1300167012&sr=8-1

Pakistan: Reform in Family Laws 1961-1999

Let me begin with the story of APWA, All Pakistan Women Association, a movement launched in 1949 in Pakistan. Muhammad Ali Bogra, the Prime Minister of Pakistan (1953-1955) concluded second marriage against the wishes of the first wife who happened to be a prominent member of APWA. The Association organised a protest that led to the constitution of a commission for law reforms that included two members of APWA along with traditional religious scholars, judges and modernist jurists. Approved after long debates, recommendations of this commission produced Muslim Family Laws of Pakistan 1961. It introduced a number of reforms in laws ranging from age of marriage, irrevocable triple divorce, the registration of marriages and divorce, the inheritance of orphaned grandchildren, dower, and maintenance, including restrictions on polygamy. These law reforms generated heated controversy over the Islamic authenticity of this law. The traditional Ulama called the reformist modernists (tajaddud pasand) and disciples of the Orientalists to discredit their interpretation of Islamic law.

It was during these debates that I joined the Central Institute of Islamic Research in Karachi in 1963. This Institute that was later designated as Islamic research Institute, was established in 1960 to reinterpret Islam in the modern context. It was also assigned to conduct research on Islamic laws to assist Islamic Advisory Council that was established in 1962 to review the existing laws in Pakistan. I became part of the debate on Islamic laws as a research and editorial staff of the Institute. The reformist approach at the Institute under Dr. Fazlur Rahman relied on historicising the Qur’anic injunctions and on inductive reasoning. For instance, traditional Ulama cited the Qur’anic verses about marrying more than one wives and interpreted them literally. The Institute in its journals published in Urdu, English, Bangla and Arabic explained that the verses related to the exceptional circumstances in seventh century war torn Medina where the number of orphaned girls had increased due to continuing wars. The verses were specifically addressed to that situation. Further, the Qur’anic verses restricted the number of wives and conditioned it with fair treatment stressing that such treatment was not possible. The modernists interpreted these verses as prohibition rather than permission.

I need not go into the details. However, it is important to note that initiative for reform came from women movement that also reinforced the modernist approach to Islamic law. Equally significant is to remember that dialogue on reforms in Islamic laws is not simply a battle of ideas it is also a clash with vested interests and therefore fraught with all sorts of dangers. Religious opposition to Ayyub Khan led to mass movement for his resignation. Ghulam Ahmad Parwez and Dr Fazlur Rahman, two of the prominent supporters of family law reforms were branded infidels and Fazlur Rahman had to leave the country in 1969.

Veröffentlicht am 09.12.2011 von: masud (Internetseite maruf)

http://www.maruf.org/?p=397

Dr. Muhammad Khalid Masud (Internetseite maruf)

http://www.maruf.org/?page_id=9

Muhammad Khalid Masud (born April 15, 1939) is the Director General of Islamic Research Institute, International Islamic University, Islamabad, Pakistan. Formerly he was Chairman (2004 – 2010) of the Council of Islamic Ideology in Pakistan.

Masud obtained his PhD in Islamic Studies at McGill University, Montreal, Canada. Previously he worked as the Academic Director of the International Institute for the Study of Islam in the Modern World (ISIM) in Leiden (the Netherlands).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Khalid_Masud

[2] Mit der National University of Singapore Muslim Society (NUSMS) wachse bündisch-studentisches Allahbewusstsein:

NUS Muslim Society – TOWARDS A GOD-CONSCIOUS SOCIETY

http://nusms.org.sg/

Introduction to NUS Muslim Society

The National University of Singapore Muslim Society (NUSMS) was established back in the 1960s to provide a platform for both undergraduates and graduates to engage in activities that serve the Muslim community in campus and the nation in general.

Its five strategic thrusts which are social integration, religious development, academic innovation, inter-religious understanding and community engagement allows the society to use these as a basis in engaging individuals through its events and activities. …

In addition to constantly displaying the right image of the society, members should also be active and innovative to translate ideas and plans into action. At the same time, members should keep the society’s mission and vision in mind at all times.

Moreover, NUSMS has extended its network with other Malay/Muslim organizations through event organizing and invitations. These include, but are not limited to, Nanyang Technological University Muslim Society (NTUMS), Singapore Institute of Management Malay Cultural and Muslim Society (SIM MCMS), Young Association of Muslim Professionals and the Islamic Religious Council of Singapore (MUIS).

Our Objectives

1. To ensure the welfare of the Muslim population in NUS is maintained satisfactorily.

2. To provide a platform for the Muslim population in NUS to be heard.

3. To develop members into well rounded individuals both in the academic and religious aspects.

4. To enhance Islamic spirituality in campus.

Das hat nichts mit dem Islam zu tun, alles nur misconceptions, Zerrbilder oder Missverständnisse:

8. To promote inter-religious understanding with other religious societies in NUS and to clear any misconceptions about Islam through Islamic Awareness Projects.

10. NUSMS must also strive to achieve secondary objectives which include:

— To assist other Muslim organizations that would be beneficial to the Muslim community as a whole. (…)

http://nusms.org.sg/about/

Islamisch-jugendbewegt den Campus zu Singapur auf Schleier (Hijab) und schariatische Pflichtentreue (duties … according to … Quran, Hadith) gleichschalten:

The Islamic Appreciation Week 2012 (IAW 2012) is a week-long event held between 13-17 February this year. Previously known as Islamic Awareness Week, IAW 2012 aims to enable students and staff of NUS alike to together, (re)learn new knowledge that transcends mere awareness to greater understanding, comprehending and internalising the way Muslims carry out their duties, according to what is scripted in the Quran, Hadith and that which is being propagated by Prophet Muhammad, the Messenger of Allah.

A week long exhibition, Three talks, One ‘Be Modest’ Movement (which encompasses a Hijab Challenge and a sharing session cum Tea Party) summarise the itinerary for the one week event. …

Venue: ERC Global Learning Room “Islam: The Call towards Humanity” -By Ustaz Zhulkeflee Bin Hj Ismail. Date: 16th Feb, Thursday. Venue: LT 29, Science Faculty

“Shariah: Get your facts right”- By Ustaz Saifu-ur-Rahman. Date: 17th Feb, Friday. Venue: LT 14, Arts Faculty

Der Arbeitskreis Schamhaftigkeit ist sehr aktiv. Botschafterinnen der Sei-keusch-Bewegung verteilen Gratisschleier, denn einen Tag lang dürfen auch die nichtmuslimischen Studentinnen den vom Himmel angeordneten Hidschab tragen:

As part of the ‘Be Modest’ movement, a Hijab Challenge was organised, where female patrons were given free Hijabs by the ambassadors. Such allowed both Muslims and non-Muslims to wear the Hijab for the day, after being introduced to the meaning of being modest in Islam.

http://nusms.org.sg/blog/post-event-islamic-appreciation-week-2012/

Singapur, NUS Muslim Society (NUSMS). Kurzfilme.

http://www.youtube.com/watch?v=qbWpVVlAc48

http://www.youtube.com/watch?v=qbWpVVlAc48&feature=plcp

http://www.youtube.com/watch?v=LB-RfuAsT14&feature=related

[3] With this, Al-Attas can be regarded as the modern day Al-Ghazali, who also similarly argues about the epistemological challenge faced by the medieval Muslims with the onslaught of Greek philosophy. The difference is that this time around, the Muslims are faced with the challenge of secularism, which he defines as the modern day manifestation of Greek philosophy.

Hasanul Arifin

http://www.amp.org.sg/edisi/data/Publications/Karyawan%20-%20Vol%2010%20Issue%201/Vol10%20Iss1%20-%20Issues%20-%20Islamisation%20of%20Knowledge.pdf

Hier der Blog des Hobbyphilosophen und bekennenden al-Attas-Bewunderers Hasanul Arifin, der sich als A soul waiting to meet His Lord islamisch erkennt:

On A Journey Towards Meaning

I am an amateur philosopher and a Syed-Muhammad-Naquib-Al-Attas enthusiast. My interests include history and philosophy of science, Islamic science, history of the Malay world and the modern impact of secularization. I intend to make some positive contributions in the field of Islamic Science in the future, insya-Allah.

http://www.hasanularifin.com/

Hasanul Arifin als Lobbyist für mehr Computereinsatz im Bildungsbereich

http://hasanulict.blogspot.de/

Von Khuram gepostet am 11.10.2010 auf dem Blog Allahcentric. Man beachte das (noch) selten zu vernehmende, den angeblichen Westen und die tatsächliche kulturelle Moderne islamistisch ironisierende und verhöhnende Symbol, hier als Grafik, des fluchbelegten altgriechischen Schwerenöters Sisyphos:

The Tragedy of Humanism

By Sayyid Naquib al-Attas

http://allahcentric.wordpress.com/2010/10/11/the-tragedy-of-humanism-sayyid-naquib-al-attas/

Dieses Werk von Syed Muhammad Naquib al-Attas hatte der eben erwähnte Allahzentriker Khuram gelesen und hierher verlinkt, zum US-amerikanischen Buchversand KAZI:

Prolegomena to the Metaphysics of Islam – An Exposition of the Fundamental Elements of the World View of Islam

http://www.kazi.org/Books/iman-foundations/prolegomena-to-the-metaphysics-of-islam-an-exposition-of-the-fundamental-elements-of-the-world-view-

Suchbegriffe Attas bzw. Naquib, eingegeben bei: Kazi Publications, Chicago (USA)

http://www.kazi.org/Default.aspx?A=ProductSearch&ID=/search-results&q=Attas

http://www.kazi.org/Default.aspx?A=ProductSearch&ID=/search-results&q=Naquib

On the 18th of February 2012, Assembly of Intellectual Muslim (HAKIM) have sent six of their members to a lecture organized by Dar al-Andalus, Suffah Study Circle of Singapore at Orchard Parade Hotel. The lecture entitled “The Meaning and Experience of Happiness in Islām” was delivered none other than Malaysian-based scholar, the honourable Professor Syed Muhammad Naquib Al-Attas. …

In conjunction of the visit, HAKIM would like to extend utmost gratitude to our hosts – Dar al-Andalus and Suffah Study Circle of Singapore for the warmth treatment that we have received throughout our very short-stint there. We hope more fruitful cooperation can be extended from both sides in near future in supporting the mutual course of strengthening the authentic Islamic knowledge tradition especially among the youth.

aus: Wan Ahmad Fayhsal: Revisiting “Meaning and Experience of Happiness in Islām”

bei: SeekersGuidance: Knowledge Whithout Barriers 25.03.2012

http://seekersguidance.org/blog/2012/03/revisiting-%E2%80%9Cmeaning-and-experience-of-happiness-in-islam%E2%80%9D/

Inspiration. Motivation. Knowledge. With these three keys, SeekersGuidance will show you how to manifest the guidance of the Qur’an and Prophetic teachings in your own life.

SeekersGuidance, a non-profit Islamic educational portal, makes sound knowledge from reliable scholars available anywhere, at any time, through online courses, on-the-ground seminars, engaging and inspiring Islamic media and direct access to scholars through our Answers service.

Why SeekersGuidance?

In order to benefit you, knowledge must be sound, relevant and accessible. We at SeekersGuidance are dedicated to helping you to apply the mainstream, traditional understanding of Islam in your day-to-day life.

SeekersGuidance was established to fulfill the communal obligation (fard kifaya) of cultivating individuals and communities through the spread of knowledge. We take this obligation seriously. It is our goal to reach all segments of the Muslim community, excluding no one, and to operate on a large enough scale that any who wish to learn will have the opportunity.

http://seekersguidance.org/about-us/

Islamic Parenting: Raising Upright Children Instructor(s): Shaykh Faraz Rabbani, Ustadha Shireen Ahmed

http://seekersguidance.org/courses/GEN140

Suchbegriff Naquib

http://seekersguidance.org/search/?q=Naquib

The Loss of Adab, The Corruption of Knowledge, and The Moral Dislocation of the Muslim World (Sayyid Naquib al-Attas)

früher bereits auf: Allahcentric Blog, hier bei: SeekersGuidance

http://seekersguidance.org/blog/2011/04/the-loss-of-adab-the-corruption-of-knowledge-and-the-moral-dislocation-of-the-muslim-world-sayyid-naquib-al-attas-allahcentric-blog/

Justice and Its Relationship to Knowledge. By Sayyid Naquib al-Attas

http://seekersguidance.org/blog/2010/01/justice-and-its-relationship-to-knowledge-sayyid-naquib-al-attas/

Noch einmal Hasanul Arifin. Geistige Schau oder Audienz bei den lokalen ‘Ulama kann dich die islamische wissenschaftliche Wahrheit spüren lassen, irgendein (nichtmuslimischer) Hergelaufener aber kann das nicht, mag er noch so sehr und wie ein Papagei plappern, disziplinierte Praxiserfahrung, das Einüben guten Benehmens sei die Lösung:

Knowledge without practice is useless and unbeneficial, and this is how to my mind and in my role as an educator to address the problem of the loss of adab. Any Tom, Dick or Harry can parrot that the solution is to ‘instill adab’, yet when asked the question ‘how to’, they stumble, because they have not understood the concept properly in the first place, nor have they attempted to practise them in their professions and in their personal lives.

It is my desire to clarify that there is a difference between unaided philosophical speculation and aided philosophical speculation. In the first, a conclusion on spiritual and metaphysical proofs are arrived at solely using the faculty of imagination of the soul (Mutakhayyilah). In the second, a conclusion of spiritual and metaphysical proofs are arrived at using the same faculty, but with guidance from Revelation and from those who are in close contact with the spiritual realm.

http://www.hasanularifin.com/2012/05/spiritual-interpretation-of-physical_08.html

[4] Ein altes antisemitisches Muster, mit erregtem Ekel beschworen, ist das falsche Bild vom geldgierigen und reichen Juden, oft ergänzt um die etwa aus der Hetzschrift Die Protokolle der Weisen von Zion bekannte Verschwörungstheorie, die behauptet, Juden würden global „die Fäden ziehen“ sprich für jede nur denkbare und irgendwann auftauchende Gehässigkeit oder Gemeinheit verantwortlich sein. Mahathir bin Mohamad, gelernter Kinderarzt und zwischen 1981 und 2003 malaysischer Premierminister, glaubt an Allahgott, den jüdischen Geldgier-Trieb oder Geldgier-Instinkt (understand money instinctively) und die jüdische Weltverschwörung (the Jews rule this world):

This afternoon in Trafalgar Square as part of the ‘Stop The War’ protests, Dr Mahathir Mohamed, ex President of Malaysia, is speaking. In 2003 he said “the Jews rule this world by proxy [Anm.: eigtl. Prokura, gemeint wohl: mit finanztechnischen Tricks].” He has also said “The Jews . . . are not merely hook-nosed but understand money instinctively.” In 1994 his government banned the film “Schindler’s List” for being too pro-Jewish. When the Malaysian currency collapsed in 1997, Mahathir blamed it on George Soros, an American investor. “We do not want to say that this is a plot by the Jews,” he thundered at a rally, “but in reality it is a Jew who triggered the currency plunge — and coincidentally Soros is a Jew.”

Jonathan Hoffman, Highgate School Jewish Circle 70th Anniversary – 1st April 2009

http://www.highgateschool.org.uk/media/CholmeleianSociety/jc70_speech.pdf

Wo Mahathir am Trafalgar-Square reden wollte, gegen welchen Krieg? Ein Blick zu den Freunden von Burka und HAMAS:

2009 — ALTERNATIVE SUMMIT IN TRAFALGAR SQUARE SPEAKERS INCLUDE: Tony Benn; Arthur Scargill; Susan George; Bruce Kent, CND; Lindsey German, Stop the War Coalition; Dr Mahathir Mohamed, ex President of Malaysia; Daud Abduallah, Muslim Council of Britain; Jeremy Corbyn MP; Keith Sonnet, UNISON; Victoria Brittain; Alan Simpson MP, Billy Hayes,CWU; Ismail Patel, BMI; Mohammed Umar, Ramadan Foundation.

http://stopthewarletter.blogspot.de/2009/03/stop-war-coalition-06-march-2009-email.html

Mahathir’s Judeophobia is an old story. More than 30 years ago he wrote: “The Jews . . . are not merely hook-nosed but understand money instinctively.” He has blasted Jews as “monsters”;

http://hurryupharry.org/2009/03/31/antisemite-mahathir-will-speak-at-g20-protest/

Malaysian Prime Minister Mahathir Mohamad: On the Jews

January 2002: In a statement made prior to hosting an international meeting of Muslim countries on terrorism, Mahathir said of terrorism:

“At the moment the definition tends to be confined only to Islamic nations and Muslims at large whereas Israel and the Jews are also terrorist state or people.” (BBC Monitoring, January 30, 2002.)

September 1986: In a speech at meeting of the Non-Aligned Movement, Mahathir stated that “the expulsion of Jews from the Holy Land 2,000 years ago and the Nazi oppression of Jews have taught them nothing. If anything at all, it has transformed the Jews into the very monsters that they condemn so roundly in their propaganda material. They have been apt pupils of the late Dr. Goebbels.” (BBC Summary of World Broadcasts, September 10, 1986; Chicago Sun-Times, October 17, 2003.)

1970: In his book The Malay Dilemma, Mahathir wrote: ‘”Jewish stinginess and financial wizardry gained them commercial control of Europe and provoked anti-Semitism which waxed and waned in Europe throughout the ages.” He also wrote that “the Jews for example are not merely hook-nosed, but understand money instinctively.” (Sydney Morning Herald, October 17, 1997)

The Anti-Defamation League 27.10.2003

http://www.adl.org/Anti_semitism/Malaysian_1.asp

[5] Partei PAS. Freie Fahrt auf dem Weg in den malaysischen Gottesstaat, Hindernisse sind zu beseitigen. Islamrevolutionär in Grün-Weiß.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/PAS_logo.svg

Malaysias Neue Ökonomische Politik (Abkürzung: NÖP; malaiisch Dasar Ekonomi Baru) wird auch Bumiputra-Politik genannt. Ziel dieser Politik war es, die 1969 in vielen Bereichen unterrepräsentierten autochthon Volksgruppen gegenüber der indischen und chinesischen Community zu stärken, angeblich oder auch tatsächlich, um gewalttätige Konflikte zu verhindern. Das vordergründig sozialaktivistische und unterschwellig bzw. anwachsend islamistische „positive Diskriminierungsprogramm“ der so genannten Bhumiputra sollte vor allem die in der Tat überrepräsentierten Chinesen, aber auch Inder aus einflussreichen Positionen wie Handel und Medizin drängen. Die Folge der Bumiputra war ein Anstieg von Korruption und Islamisierung.

http://en.wikipedia.org/wiki/Bumiputera_%28Malaysia%29

http://en.wikipedia.org/wiki/Malaysian_New_Economic_Policy

Staatliche Aufträge werden häufig nur an Bumiputra vergeben. Das führt zu so genannten “Ali-Baba”-Projekten. Dabei steht Ali für eine Bumiputra Firma, die lediglich auf dem Papier am Projekt beteiligt ist und dafür einen Anteil am Gewinn bekommt. Baba steht dabei für die ausführende Firma.

Quoten für den Zugang zu Universitäten. So bekommen weniger qualifizierte [Anm. Blog Sägefisch: gemeint ist: dumme, doofe, faule] Bumiputra einen Anspruch auf einen Studienplatz, während andere [Anm: kluge oder fleißige, dabei aber nichtmalaiische oder, sprechen wir es aus: nichtmuslimische] Studenten mit höherer Qualifikation abgelehnt werden.

Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Malaysische_Neue_%C3%96konomische_Politik

(…) Ministerpräsident Najib Razak hat überraschend nach nur 100 Tagen im Amt die jahrzehntelange »Bumiputra Politik« dramatisch zurückgeschraubt. Die bisherige Regelung, dass mindestens 30 Prozent eines börsennotierten Unternehmens von Bumiputras, den »Prinzen des Landes« [Anm.: ja, kann auch heißen: Söhnen des Landes], wie die ethnischen Malaien sich nennen, gehalten werden müssen, wird abgeschafft. Zwar muss ein Unternehmen, das an die Börse gehen will, weiter 25 Prozent seiner Aktien der Öffentlichkeit anbieten, aber nur noch 12,5 Prozent davon sind für Malaien reserviert.

Das ist ein gewagtes Spiel von Najib, dessen Vater Abdul Razak als malaysischer Ministerpräsident Anfang der 1970er Jahre nach den blutigen Rassenunruhen im multiethnischen Malaysia die Bumiputra-Regelung zum Kernstück seiner »Neuen Wirtschaftspolitik« machte. Deren Ziel war es, die wirtschaftliche Benachteiligung der Malaien abzubauen, die zu der rassistischen Gewalt vor allem gegen die chinesischstämmigen Malaysier geführt hatte.

Seit 1971 sind die Firmenanteile der Malaien, die etwa 55 Prozent der Einwohner Malaysias ausmachen, von nur 2,4 Prozent auf jetzt etwas über 19 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Förderungspolitik aber als Vehikel für Korruption und Vetternwirtschaft erwiesen. Malaien mit guten Verbindungen zu Politikern verdienten sich eine goldene Nase.

(…) Für die immer stärker werdenden nationalistisch-islamistischen Malaien sind die wirtschaftlichen Privilegien der Bumiputras nur eine wichtige Etappe auf dem Weg hin zur totalen Dominanz über die 45 Prozent Malaysier vorwiegend chinesischer und indischer Abstammung und der Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Diese brisante Mixtur aus Nationalismus und Religion hat in den vergangenen Jahren zu steigenden Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen und Religionen geführt. Chinesen und Inder, Christen, Buddhisten und Hinduisten sehen sich zunehmend als Bürger zweiter Klasse.

Der Konflikt hat sich bisher jedoch noch nicht in erneuten blutigen Kämpfen zwischen den Ethnien entladen, sondern sucht nach einer politischen Lösung. Bei den Wahlen im März 2008 waren die Wähler in Scharen zur Koalition der Oppositionsparteien unter Führung des charismatischen Anwar Ibrahim übergelaufen, die auch unter (vor allem jüngeren) Malaien dick punkten konnte mit ihrem Versprechen, Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik für alle Malaysier machen zu wollen.

aus: Michael Lenz: Schluss mit Bumiputra

zuerst in: Neues Deutschland, 17.07.2009

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Malaysia/reform2.html

PAS über sich selbst, Mission und Vision, Misi dan Visi: Mit der Scharia Allahgottes und der Sunna des Propheten und ganz viel Koran. Syari’at Allah dan Sunnah RasulNya … al-Qura’an.

http://www.pas.org.my/index.php?option=com_content&view=article&id=200&Itemid=439

Man kennt sich. Die Ikhwan und Scheich al-Qaradawi: Muslim Brotherhood’ dan tokoh ulama dunia, Dr Yusuf Al Qardhawi

http://www.pas.org.my/index.php?option=com_content&view=article&id=222:rayuan-kepada-pengundi-merlimau-dan-kerdau&catid=50:kenyataan-media-presiden-pas-sesi-2009-2011&Itemid=447

Murschid ist der Titel des Führers – wie bei der Muslim Brotherhood so in Malaysia. Mursyidul Am, Tuan Guru Datuk Nik Abdul Aziz Nik Mat. Syaitan ist der Gehörnte.

http://www.pas.org.my/index.php?option=com_content&view=article&id=1196:syaitan-kenyataan-mahathir-bahaya&catid=80:kenyataan-mursyidul-am-2011-2013&Itemid=504

Ogottogott, der Gottseibeiuns! Syaitan – Šayṭān – Satan

http://1.bp.blogspot.com/-Fhk7dcCifHY/TtNZ35kwYxI/AAAAAAAAAhc/OS6oyXNjWqc/s1600/syaitan.jpg

http://cdn.images.trosworld.com/product/syaitan1.jpg

[6] Partei UMNO – Leicht rassistisch in Rot-Weiß

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/UMNO_logo_baru1.jpg

[7] Ba ‘Alawi sada

http://en.wikipedia.org/wiki/Ba_%27Alawi_sada

Anne Bang: Sufis and Scholars of the Sea. Family Networks in East Africa, 1860–1925

http://books.google.de/books?id=aCgzr5jKQEkC&lpg=PP1&pg=PA13&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false

ebenda, Suchwort Attas

http://books.google.de/books?id=aCgzr5jKQEkC&lpg=PP1&pg=PA13&redir_esc=y#v=onepage&q=Attas&f=false

The Saints Of Hadramaut

http://books.google.de/books?id=Pos3wAofV4UC&lpg=PP1&pg=PA235&redir_esc=y#v=onepage&q&f=true

Syed Muhammad Naquib bin Ali bin Abdullah bin Muhsin al-Attas was born on September 5th, 1931 in Bogor, Java. His genealogical tree can be authentically traced over a thousand years through the BaʾAlawi sayyids of Hadramaut and all the way back to the Imam Hussein, the grandson of the Holy Prophet (PBUH). His earlier illustrious ancestors include saints, scholars and savants, one of whom, from his maternal side, was Syed Muhammad al-ʿAydarus, the teacher and spiritual guide of Syed Abu Hafs ʿUmar ba Syaiban of Hadramaut, who initiated one of the most prominent scholars in the Malay world, Nur al-Din al-Raniri into the Rifaʿiyyah Order.

Syed Muhammad Naquib’s mother Sharifah Raquan al-ʿAydarus, from her maternal side, came from Bogor, Java and was a descendant of the Sundanese royal family of Sukapura. His paternal grandfather, Syed Abdullah bin Muhsin bin Muhammad al-Attas was a saint (wali) from Java whose influence was not confined only to Indonesia but extended to Arabia as well. One of his disciples, Syed Hasan Fadʿak was the religious advisor to Amir Faisal, the brother of King Abdullah of Jordan, and a contemporary of the famous Lawrence of Arabia. His paternal grandmother, Ruqayah Hanum, a Turkish lady of aristocratic lineage, was married to Ungku Abdul Majid, the younger brother of Sultan Abu Bakar of Johore (d. 1895), while her sister Khadijah was married to the Sultan himself, and became the Queen of Johore. When Ungku Abdul Majid passed away, leaving two sons, Ruqayah married Syed Abdullah al-Attas and later gave birth to their only child, Syed Ali al-Attas, the father of Syed Muhammad Naquib.

Syed Muhammad Naquib al-Attas is the middle child among three siblings, the eldest being Syed Hussein who is a distinguished sociologist and the former Vice Chancellor of the University of Malaya while the youngest, Syed Zaid is a chemical engineer and a former lecturer at MARA Institute of Technology.

http://cgm.cs.mcgill.ca/~hagha/library/attas.htm

[8] Council of Asian Liberals and Democrats (CALD)

http://en.wikipedia.org/wiki/Council_of_Asian_Liberals_and_Democrats

[9] Logo der GERAKAN:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/0/01/Gerakan_logo.png

Auch 2012 zeigt die sich zur AEMR bekennende Partei chinesische und indische Schrift:

Parti Gerakan Rakyat Malaysia, Parti Gerakan for short, has since its founding in 1968, been committed to the pursuit of a non-ethnic approach as the basis of its political struggle, be it in politics, economics, education and culture. Parti Gerakan has never relented, and will never relent, in our struggle for a truly Malaysian non-racial approach towards the attainment of a united, secular and socially just Malaysia, though the forms and modes of struggle can vary according to changing circumstances. … Parti Gerakan is committed to this movement for a more open, transparent and accountable government. We are equally as committed to the protection and promotion of human rights and fundamental freedoms as enshrined in our country’s Constitution, the United Nations Charter (Chapter X, Article 62) and the Universal Declaration on Human Rights of 1948. While we recognize that most human rights are universal, indivisible, interdependent and inter-related, we also share the view that the right to development as contained in the Vienna Declaration and Programme of Action on Human Rights adopted in June 1993 is equally a universal and inalienable right and hence an integral part of fundamental human rights.

http://www.gerakan.org.my/my_ideology.asp

http://www.gerakan.org.my/

[10] Attas, Syed Muhammad Naquib al- (b. 1931 ). Malaysian thinker. Trained at Sandhurst Military Academy in Britain and the University of Malaya. Defended Malay identity and as such served as mentor to ABIM in the 1970s. Best known for his works on the Islamization of knowledge. Rejects secularism as a Western product that leads to the “leveling” of the Muslim mind. Founder-director of the International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC) since 1987.

http://www.oxfordislamicstudies.com/article/opr/t125/e238?_hi=0&_pos=712

[11] Masyarakat Madani

The attempt to find an appropriate Islamic concept to render civil society ended on September 26, 1995, when Anwar Ibrahim, a former deputy prime minister and finance minister of Malaysia, came to Indonesia and introduced the term Masyarakat Madani*** to render civil society. Masyarakat Madani as a concept was first coined by the Malaysian scholar Naquib al-Attas. Anwar Ibrahim, when encountering the weakness and the backwardness of the Muslims, tried to solve such problems through religious principles such as morality, justice, equality, consultation, and democracy. According to him, religion is the source, civilization is the process, and urban society is the result. One year after Masyarakat Madani was introduced, Nurcholish start addressing together the issue of “civil society” and Masyarakat Madani. Citing Robert Bellah, Nurcholish declared that the society that was built by the Prophet Muhammad was too modern for its era.213 Of course, what Nurcholish was implying was that that the time had now come to implement the ideal masyarakat madani in Indonesia.

(***Madani refers to Madina, the city where the Prophet established the first Islamic communal or political entity)

aus: Mohammad Hanafi: A DECONSTRUCTIVE READING OF NURCHOLISH MADJID’S THOUGHT ON RELIGIOUS REFORM

http://athenaeum.libs.uga.edu/bitstream/handle/10724/9493/hanafi_mohammad_200612_ma.pdf?sequence=1

Der erste Islamstaat, Medina, sei uns Ur-Modell zivilisierter Gesellschaft, das himmlisch rechtgeleitete Medina werde begriffen als Stadtgesellschaft-an-sich:

masyarakat madani … can be translated as „civilised society“ or even „city-society“

vgl.: Mikaela Nyman: Democratising Indonesia: The Challenges of Civil Society in the Era of Reformasi (p 30-31)

http://books.google.de/books?id=9jLCB4dSU3UC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Syed Muhammad al-Naquib Al-Attas (1976) has pointed out that the concept of masyarakat madani does not refer to civil society but rather to a religion-based society founded upon the ethical system and moral order of Islam.

Syed Farid Alatas (p 222)

Islam in Southeast Asia: Political, Social, and Strategic Challenges for the 21st Century

Hg.: K. S. Nathan, Mohammad Hashim Kamali

http://books.google.de/books?id=4FhfkkT1iPAC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Syed Farid Alatas ist Leiter des Fachbereichs für Malaiische Studien sowie Associate Professor am Fachbereich Soziologie der National University of Singapore

http://dewesternizingcomm.blogspot.de/2008/12/syed-farid-alatas-resume-and-abstract.html

De-Westernizing Communication Research: What is the Next Step?

Conference: 13-14 December 2008, Department of Journalism, National Chengchi University, Taipei, Taiwan

http://dewesternizingcomm.blogspot.de/2008/07/de-westernizing-communication-research.html

[12] Den Islam, zumal derjenige, den die Muslimbruderschaft monopolisiert und vermarktet, erkannte Maxime Rodinson 1979 als einen „archaischen Faschismus“,: a certain type of archaic fascism (type de fascisme archaïque)

The comparison of Islamism with fascism was also put forward by Maxime Rodinson, [1915-2004] the eminent French scholar of Islam, and by common consent one of three greatest scholars of Islam of the 20th century, who pioneered the application of sociological method to the Middle East. As a French Jew born in 1915, Rodinson also learned about fascism from direct experience; his parents perished in Auschwitz. Rodinson replied to Michel Foucault-to be discussed at length below- and Foucault’s uncritical endorsement of the Iranian Revolution. In a long front-page article in Le Monde, Rodinson targeted those who “come fresh to the problem in an idealistic frame of mind.” Rodinson admitted that trends in Islamic movements such as the Muslim Brotherhood were “hard to ascertain….But the dominant trend is a certain type of archaic fascism (type de fascisme archaïque). By this I mean a wish to establish an authoritarian and totalitarian state whose political police would brutally enforce the moral and social order. It would at the same time impose conformity to religious tradition as interpreted in the most conservative light.”

hier bei: Ibn Warraq: ISLAM AS TOTALITARIANISM

(Jan. 2009, zitiert aus: Maxime Rodinson. Islam Resurgent? Le Monde, December, 6-8, 1978, quoted in Janet Afary and Kevin B.Anderson.)

ttp://www.newenglishreview.org/Ibn_Warraq/Apologists_of_Totalitarianism%3A_From_Communism_to_Islam,_Part_I/

The comparison of Islamism with fascism also made sense to the late Maxime Rodinson, the preeminent French scholar of Islam, who pioneered the application of sociological method to the Middle East. As a French Jew born in 1915, Rodinson also learned about fascism from direct experience. He moved to Syria in 1940, but the Vichy regime deported his parents to Auschwitz, where they perished. Rodinson was a man of the left—in his early years, militantly so—but he took his thinking from no one.

Maxime Rodinson hielt es einerseits für schwierig, die Strömungen innerhalb der Islamischen Bewegungen wie beispielsweise Muslimbruderschaft eindeutig zu beschreiben. Andererseits könne man sagen:

But the dominant trend is a certain type of archaic fascism (type de fascisme archaïque). By this I mean a wish to establish an authoritarian and totalitarian state whose political police would brutally enforce the moral and social order. It would at the same time impose conformity to religious tradition as interpreted in the most conservative light.

aus: Martin Kramer: Islamism and Fascism: Dare to Compare

in: Sandstorm 20.09.2006

http://www.geocities.com/martinkramerorg/2006_09_20.htm

Der Dschihad ist es noch nicht, aber der “Dialog” mit den “moderaten Islamisten” ist ausgebrochen. Europa ist blind, sagt Martin Kramer:

Whenever I hear the word “dialogue,” I ask myself the question: dialogue about what? What does the United States have to say to the Muslim Brotherhood in a “close and constant dialogue”? What does it hope to learn? …

Quid pro quo. The point of dialogue is give-and-take. It is here that the problem arises, and it is this: Islamists would give us very little, and take from us a great deal. …

Europe’s bind. So the advantages of dialogue are not at all clear, while the disadvantages are obvious. If one needs more evidence, one might look to Europe. …

aus: Martin Kramer: He ain’t heavy, he’s my Muslim Brother

in: Sandbox 07.10.2004

http://www.martinkramer.org/sandbox/2004/10/he-aint-heavy-hes-my-muslim-brother/

[13] Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass der indisch/pakistanische Philosoph Mohammad Iqbal für den modernen Islamdiskurs in Süd- und Südostasien sehr wichtig ist. Er hatte im Heidelberg der frühen zwanziger Jahre studiert und schrieb 1927 als Reaktion auf die Heidelberger Debatten sein Buch The Reconstruction of Religious Thought in Islam, das sich kulturkritisch gegen den materialistischen Nihilismus des Westens wandte. Iqbal sprach von der „spiritual democracy as the ultimate aim of Islam” (Iqbal 1954: 180), über die der Westen nicht verfüge. Damit verfolgte er schon damals eine internationale Erneuerung des Islams als einer Form der modernen spirituellen Regulierung der Gesellschaft und als einer modernen Methode der Wirklichkeitserfahrung.

“There is no doubt in Islam, so lautet eine Parole des zeitgenössischen islamischen Theoretikers Mohammad Naqib al-Attas in Malaysia. Al-Attas versuchte sich in den 1980er Jahren mit einer Theorie der „Entwestlichung“ des Wissens. Er folgt dem Weg Iqbals und predigt einen spiritualistischen Wissens-Islam, eine islamisch-mystische Naturphilosophie, mit der er den Islam als inneres Erneuerungsmodell für eine moderne malaysische Gesellschaft predigt.”

Es ist in Malaysia kein Geheimnis, dass Naquib al-Attas sich hier indirekt gegen die Thesen seines Halbbruders, den Soziologen Hussein Alatas wandte, der schon 1963 mit einem Aufsatz „The Weber-Thesis in South-East Asia“ international hervorgetreten war und einer progressistisch-asketischen Variante des modernen Islam in Südostasien das Wort redete. Der Studentenführer und spätere Bildungs- und Finanzminister Anwar Ibrahim gehörte zu den Schülerkreisen dieser beiden Intellektuellen und Professoren.

Als Mahatir Muhammad 1981das Amt des Ministerpräsidenten in Malaysia übernahm, leitete er eine look East policy ein und kooptierte die islamistische Bewegung unter der Führung von Anwar Ibrahim. In Singapur und an malaysischen Universitäten waren die Thesen Max Webers über den Zusammenhang von Protestantismus und Kapitalismus diskutiert und unter Alatas’ Einfluss auf Asien hin umdefiniert worden. Wie unter den Chinesen Singapurs der Konfuzianismus, wurde jetzt der Islam als ethische „Voraussetzung“ der kapitalistischen Entwicklung erkannt. Die Tugenden des asiatischen Asketismus und eines korruptionsfreien bürokratischen Rationalismus’ Asiens wurden hochgehalten. Für Mahatir galt der Islam nun als ein mobilisierendes Instrument für die kapitalistische Emanzipation Malaysias und der Malayen. Er richtete seine Stellungnahmen zum Islam ganz auf die funktionale Rolle des Islams für die Entwicklung eines asketischkapitalistischen Selbstbildes aus. Mahatirs politische Philosophie beruhte somit vollständig auf einer Art islamisierter Protestantismus-These, an der er seine Islamisierungspolitik und sein Modell des modernen islamischen Malaysias orientierte.

Das Beispiel Malaysia zeigt, wie unmittelbar und direkt die essentialistische Islam-Kritik Webers, in ihr Gegenteil verkehrt, ja, in ein affirmatives Kulturwerkzeug gewandelt, zu einem realistischen und real durchführbaren Programm für eine moderne islamische Gesellschaft funktionalisiert werden konnte. Malaysia ist ein ganz herausragender Fall. Aber überall in der islamischen Welt wurde unter Soziologen und Intellektuellen in den 1960er und 1970er Jahren die Weber-These diskutiert, wenn auch mit weit weniger unmittelbarer Wirkung als in Malaysia.

Zwei Bücher, die gleich nach ihrem Erscheinen in der islamischen Welt große Verbreitung fanden, müssen hier genannt werden: Maxim Rodinsons „Islam und Kapitalismus“ (1966, dt. 1969) und Bryan Turners „Weber and Islam“ (1974). Der kürzlich verstorbene Pariser Marxist und Islamwissenschaftler Rodinson erkannte eine eigenständige innere Entwicklung kapitalistischer Bedingungen in den islamischen Reichen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit und macht letztlich den westlichen Kolonialismus für den Niedergang der islamischen Zivilisation verantwortlich – so jedenfalls haben vor allem arabische Soziologen und Intellektuelle Rodinson verstanden. Der englische Weberianer Bryan Turner seinerseits – durchaus die Grundaussagen der Weber’schen Protestantismusthese auf den Islam beziehend – behauptet, dass es im islamischen Mittelalter schon eine hypermoderne säkulare urbane Struktur der Verwaltung, des Handels und der Wissenschaft mit den entsprechend ausgebildeten Schichten und Institutionen gegeben habe (…)

aus: Georg Stauth: „Protestantisierung des Islams“ Authentizität, Anerkennung, Entwicklung? (2006)

http://www.ifeas.uni-mainz.de/workingpapers/AP70.pdf

Hasanul Arifin: ISLAMISATION of KNOWLEDGE

Hasanul Arifin is Vice President of the National University of Singapore Muslim Society (NUSMS).

There are primarily two schools of thought associated with the notion of Islamisation. The first is spearheaded by the late scholar of Islam, Ismail Faruqi and his International Institute of Islamic Thought (IIIT). The second is initiated by Syed Muhammad Naquib Al-Attas using the International Institute of Islamic Thought and Civilisation (ISTAC) as his propagation centre. Because Al-Attas is considered the original father of the movement, this article will focus on his ideas. …

With this, Al-Attas can be regarded as the modern day Al-Ghazali, who also similarly argues about the epistemological challenge faced by the medieval Muslims with the onslaught of Greek philosophy.

http://www.amp.org.sg/edisi/data/Publications/Karyawan%20-%20Vol%2010%20Issue%201/Vol10%20Iss1%20-%20Issues%20-%20Islamisation%20of%20Knowledge.pdf

[14] Im Rahmen von Vorbereitungen für ein gemeinsames Seminar mit einem Saarbrücker Islamwissenschaftler beschäftige ich mich derzeit mit muslimischer Erziehung (tarbiya islamiya). Einmal abgesehen davon, dass es kaum Ansätze einer Theorie muslimischer Erziehung gibt (Ausnahmen sind im wesentlich historisch rekonstruierender Art oder stammen aus nah- oder fernöstlichem Kontext) herrscht unter den Autoren – ganz gleich ob muslimische Erziehung in Deutschland oder anderswo im Blick ist – fraglose Einigkeit darüber, dass die Kenntnis des Koran, damit auch das Erlernen des Hoch-Arabischen und das Verwirklichen der sog. fünf Säulen der Kern muslimischer Bildung ist (So etwa AL-AQUIB AL-ATTAS 1979, v.a. 104-117, ANDAÇ 1995, v.a. 134-176, und HEIDARI 2001).

aus: Bernd Schröder: Mindeststandards religiöser Bildung und Förderung christlicher Identität: Überlegungen zum Zielspektrum religionspädagogisch reflektierten Handelns

Literatur

AL-NAQUIB AL-ATTAS, SYED MUHAMMAD (Ed.), Aims and objectives of Islamic education, London 1979.

ANDAÇ, MUSTAFFA, Der Islam und türkisch-islamische Erziehungsmethoden, Münster u.a. 1995.

HEIDARI, MOHAMMAD, Religiöse Erziehung in den Religionen 2 Islam, in: LexRP 2001, 1637-1644.

http://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2003-02/schroeder-bernd_relig_grundbildung.pdf

[arab.] Islamic Education at-tarbīya al-islamīya

http://www.madariss.fr/Islam/index.htm

Islamic Education : The Right Path : A Step by Step Approach (Tarbiyya Islamiya) Universal Academy of Florida Elementary School Curriculum Book : Step 2

http://www.islamicbookstore.com/b7796.html

In 1961, Qaradawi moved to Qatar, where he currently resides. Despite his departure from Egypt, Qaradawi’s theological influence on the Muslim Brotherhood continued. Qaradawi participated in developing the educational and cultural structure of the Brotherhood, publishing essays and books that were absorbed into the educational curriculum by its Tarbiyya (Education) Department. … Another of his books, at-Tarbiya al-Islamiyya wa Madrasat Hassan al-Banna (Islamic Education and Hassan al-Banna’s school), published in 1979, was officially incorporated into the educational curriculum by the Brotherhood.

aus: Sheik Yusuf al-Qaradawi: Theologian of Terror

in: Anti Defamation League 02.02.2009

http://www.adl.org/main_Arab_World/al_Qaradawi_report_20041110.htm?Multi_page_sections=sHeading_2

[15] Education, is thus taʾdib”: the instilling and inculcation of adab in man. (…)

An educated man is a good man, and by ‘good’ he means a man possessing adab in its full inclusive sense. A man of adab (insan adabi) is defined as: the one who is sincerely conscious of his responsibilities towards the true God; who understands and fulfills his obligations to himself and others in his society with justice, and who constantly strives to improve every aspect of himself towards perfection as a man of adab [insan adabi].

http://www.crvp.org/book/Series04/IVA-30/chapter-19.htm

[16] On Wednesday, May 16th at 6:00pm Professor Wan Mohd Nor Wan Daud will present on “Islam and Muslims in Indonesia and Malaysia.” Daud will highlight new developments within the regions and discuss Indonesian and Malaysian cultures and traditions. Both countries play an important role in cultivating religious pluralism. Daud will discuss how we can learn from their example in our own society.

Indonesia has developed a shared identity defined by a national language, ethnic diversity, religious pluralism within a majority Muslim population, and a history of colonialism and rebellion against it. Indonesia’s national motto, “Bhinneka Tunggal Ika” (“Unity in Diversity” literally, “many, yet one”), articulates the diversity that shapes the country.

aus: An Evening on Islam and Muslims in Indonesia and Malaysia – May 16th

bei: CAIR-Chicago 0l.05.2012

http://www.cairchicago.org/2012/05/09/an-evening-on-islam-and-muslims-in-indonesia-and-malaysia-may-16th/

CAIR Chicago. Our staff, unser Mitarbeiterstab, unsere Mitarbeiter.

http://www.cairchicago.org/our-staff/

CAIR Identified by the FBI as part of the Muslim Brotherhood’s Palestine Committee

By The Investigative Project on Terrorism (IPT)

http://counterterrorismblog.org/2007/08/cair_identified_by_the_fbi_as.php

The MB Groups in the U.S. March On

By Douglas Farah

http://counterterrorismblog.org/2010/01/the_mb_groups_in_the_us_march.php

[17] Alparslan Açıkgenç:

Born in Senkaya, Erzurum, Turkey on November 24th 1952, Alparslan received his B.A. degree at Ankara University, School of Theology in 1974. He was successful at a nationwide exam and then was awarded a scholarship abroad to do M.A. and Ph. D. in history of philosophy. He received his M.A. at the University of Wisconsin-Milwaukee (1977) and his Ph. D. at The University of Chicago in 1983. After receiving his doctoral degree he began to teach at the Middle East Technical University, Department of Philosophy where he remained until 1994. Between 1991-1993 Acikgenc was visiting professor at the International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC), Kuala Lumpur, Malaysia. He joined and taught at ISTAC as Professor of Philosophy from 1995 until 1999. In 1998 he was visiting professor at The University of Jordan, Department of Philosophy, Amman. Then he joined Fatih University as professor of philosophy, where presently he serves also as the Dean of the Faculty of Arts and Sciences.

bei: The Center for Islam and Science (CIS), Kanada

http://cis-ca.org/voices/a/alparslan.htm

CIS – The Center for Islam and Science , Sherwood Park, Alberta Kanada.

http://cis-ca.org/

In einem englischen schariaverherrlichenden Text plötzlich Weltanschauung zu sagen wagte auch Mustafa Cerić:

The Center for Islam and Science (CIS) is dedicated to the promotion of research and diffusion of knowledge on all aspects of Islam. CIS encourages a creative exploration of Islamic Weltanschauung in relation to the natural and human sciences, critical integration of contemporary scholarship into the framework of traditional Islamic thought and learning, and a renewed and rigorous link with the intellectual tradition of Islam. CIS supports activities aimed at enhancing our religious and scientific understanding of nature and the human condition.

The Center does not construe “Islam” and “science” as two separate domains that need to be somehow connected through an external process. …

President: Muzaffar Iqbal, Vice President Mohamed Salim Sabir, Secretary Ashfaq Shuaib, Director Programs Omar Farooq

http://cis-ca.org/aboutus.php

[18] Islam isn’t in America to be equal to any other faith, but to become dominant, he said. The Koran, the Muslim book of scripture, should be the highest authority in America, and Islam the only accepted religion on Earth, he said.

immer zuverlässig: Jihad Watch 11.12.2006

http://www.jihadwatch.org/2006/12/did-cair-founder-say-islam-to-rule-america.html

[19] Bilder vom ISTAC. Zucht und Ordnung von Fitra und Scharia herrschen in Allahs Kosmos und Professors Architektur.

http://2.bp.blogspot.com/_JEplbDA38io/TS51sWWc6tI/AAAAAAAAAKU/tLd895qr4IQ/s1600/admin.jpg

http://3.bp.blogspot.com/-xHK6jgH958c/TedUvlNh93I/AAAAAAAAAQg/f6sJilSdPZw/s1600/09032011704.jpg

http://www.acmalite.com/Gallery/images/ISTAC.jpg

http://4.bp.blogspot.com/_B4xyAyb0jhU/TCxzCUaM-UI/AAAAAAAAAtA/kKylh28uODk/s1600/istac.jpg

http://2.bp.blogspot.com/-v1lpQhhbpkE/TWIBXp7jnuI/AAAAAAAAAGE/6qKJJ6jESvo/s1600/ISTAC9.jpg

http://4.bp.blogspot.com/-dF-ew717GKE/T-Mg4PTxk7I/AAAAAAAAHTA/zYXFZ3GG0gk/s1600/3774661490_d37c26d22d.jpg

http://3.bp.blogspot.com/_KWWtOFagx2o/S_x-UV7LQ7I/AAAAAAAAAQE/v9IczJjto5g/s1600/25052009272.jpg

Music of Unity, Sounds of Dakwah, Musik der Einheit, Klänge der Da’wa . Nicht ganz oder nicht nur am ISTAC, aber mindestens drumherum ist dieser studentische Verein aktiv: IIUM Angklung Club, International Islamic University Malaysia

http://iiumangklungclub.blogspot.de/search?q=ISTAC&x=0&y=0

Wie das ISTAC ebenfalls auf dem Unigelände der IIUM liegt das Institut für schariakompatibles Finanzwesen:

Thank you for visiting IIUM Institute of Islamic Banking and Finance (IIiBF), a unique institution of international reputation and significance.

International Shari’ah Audit Conference and Workshop 2011

http://www.iium.edu.my/iiibf/news/international-shariah-audit-conference-workshop-2011

Logik wird blass, Demokratie dünnt aus, The framework, d. h. Allahs „Bezugssystem“ gewinnt an Kontur. Change-Prozess des Schariatisierens, in den kalifatischen Setzkasten (framework) hinein. Geht nicht ohne Masterplan (auch framework). Alles framework oder was:

Shariah Governance & Shariah Audit are increasingly becoming an important and essential elements of Islamic Financial Institutions (IFIs). The Central Bank of Malaysia (BNM) has introduced a comprehensive Shariah Governance Framework (SGF) that came into force in January 2011. The SGF which is broadly in line with the Guiding Principles on Shariah Governance Framework for Islamic Financial Institutions issued by Islamic Financial Services Board (IFSB) specifically aims at enhancing the role of the Board, Shariah Committee and the Management of IFIs especially in respect of Shariah Review, Shariah Audit, Shariah Risk Management and Shariah Research.

It is against this background that the International Shariah Audit Conference – 2011 (ISAC2011) is being organized. The main focus of ISAC2011 is on the framework of Shariah Audit, both from the international and domestic perspectives & critical issues relating to its implementation.

http://aibim.com/isac2011/

AIBIM (Association of Islamic Banking Institutions Malaysia) verlinkt zu ISRA (International Shari‘ah Research Academy for Islamic Finance) , dort toben die Banker aus Saudi-Arabien, mittendrin Scheich Yusuf Talal DeLorenzo.

http://www.isra.my/

Yusuf Talal DeLorenzo, currently lives in the U.S.A, and has been in the Islamic Banking and Finance scene for a long time.

Presently he is Chief Shariah Officer and Board Member at Shariah Capital.

Shaykh Yusuf is a well-known and respected Shariah advisor and Islamic scholar whose career spans more than 30 years. Based in the Washington, DC area, he serves as a Shariah advisor to over 20 global financial entities, including index providers, banks, mutual funds, real estate funds, leasing funds, institutional investors, home finance providers, alternative asset managers and others.

http://muslim-investor.com/mi/bio-delorenzo.phtml

Mr. DeLorenzo, 58 years old, is at the center of the push to develop Islamic financial products in the U.S. He also serves on boards of Islamic scholars that rule on their acceptability, as do a cadre of less than 20 top scholars globally — only a couple of them in North America — who advise banks and financiers. Mr. DeLorenzo’s clients have included Morgan Stanley, Brown Brothers Harriman & Co., Royal Bank of Scotland PLC, and France’s Société Générale SA.

An Islamic mortgage that Mr. DeLorenzo helped develop here is serving as a blueprint for a venture in Saudi Arabia. He worked with a Lebanese investment bank to structure the first-ever Islamic bond from a U.S. company, issued last year by a small Texas energy firm.

aus: Joanna Slater: When Hedge Funds Meet Islamic Finance

in: The Wall Street Journal 09.08.2007

http://online.wsj.com/article/SB118661926443492441.html

HSBC Securities Services, in conjunction with HSBC Amanah, the bank’s global Islamic financial services division, today launched HSBC Amanah Securities Services, the bank said in a statement.

Shariah-compliant securities services are now available globally to Islamic investment managers and traditional investment managers managing Islamic funds.

[Bildbeschriftung] Arindam Das (left), Regional Head of HSBC Securities Services, Middle East and Africa, with Dr Yusuf Talal DeLorenzo, a world renowned Shariah scholar.

aus: HSBC offers global Islamic securities service

in: Emirates 247 (Dubai, UAE) 10.03.2011

http://www.emirates247.com/business/hsbc-offers-global-islamic-securities-service-2011-03-10-1.366366

Das al-Attas-verliebte niedersächsische Kerncurriculum kann pädagogische Folgen haben:

6th International Shari’ah Scholars Forum (ISSF 2011)

Kuala Lumpur, November 30-December 1, 2011 – The Sixth International Shari‘ah Scholars Forum (ISSF 2011) was organized by the International Shari‘ah Research Academy for Islamic Finance (ISRA) of Malaysia, in collaboration with the Islamic Research and Training Institute (IRTI) of the Islamic Development Bank (IBD) in Jeddah. The forum was held at the InterContinental Hotel, Kuala Lumpur, Malaysia from 30 November – 1 December, 2011 (4-5 Muharram, 1433H).

The theme of this year’s forum revolved around one of the most important dimensions of Islamic finance, i.e., Islamic financial intermediation and the maqasidi approach, focusing on the reality, the challenges and the way forward.

Among the eminent scholars who participated in the forum were:

Dr. Hussain Hamid Hassan

Sheikh Yusuf Talal DeLorenzo (…)

On behalf of IRTI, Dr. al-Ayashi Faddad gave a brief speech expressing his gratitude to ISRA for organizing this annual event and stressing the importance of adhering to the objectives of the Shari‘ah (maqasid al-shari‘ah) in implementing Islamic finance. (…)

Dr al-Ayashi Faddad spelled out the resolutions and recommendations of this year’s forum, which can be summarized as follows:

To develop an academic and practical project in the form of an analytical and applied study of the various aspects of financial intermediation along with detailed steps for implementing maqasid al-shari‘ah into practice;

To present this proposed project to the OIC Fiqh Academy;

http://www.isra.my/events/previous-event/events-report/item/776-6th-international-shariah-scholars-forum-issf-2011.html

[20] 900 Jahre al-Ġazālī im Spiegel der islamischen Wissenschaften

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/?page_id=38

Abū Ḥāmid al-Ġazālī ist als der einflussreichste Denker des islamischen Mittelalters bekannt. Er hinterließ grundlegende Werke, deren Bedeutung die heute lebenden Muslime in ihrem Denken und Handeln nicht unbeeinträchtigt lässt. Er gilt als Verteidiger der muslimischen Orthodoxie … Wichtig ist vor allem die Herstellung einer Verbindung zum Hier und Jetzt einer muslimischen Gesellschaft, die in der Bundesrepublik eigentlich erst am Anfang ihres geistigen Findungsprozesses steht, einer Gemeinschaft, die Religion gerade erst als spirituellen Aspekt ihres Vorhandenseins in der deutschen Gesellschaft entdeckt …

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/

Pressemitteilung Nr. 139/2009

Osnabrück, 2009-04-22

Die Scharia und westliche Rechtsvorstellungen

Uni Osnabrück: Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Bülent Ucar

[24.04.2009] Der Normenkatalog der islamischen Scharia wird von vielen als unvereinbar mit westlichen Grundrechtsvorstellungen betrachtet. Darüber hinaus bilden die rigiden Regeln und Vorschriften der Scharia auch eine Herausforderung für die islamische Religionspädagogik. Im Rahmen der Ringvorlesung »Islamische Religionspädagogik« wird am Freitag, 24. April, Prof. Dr. Bülent Ucar in seiner Antrittsvorlesung an der Universität Osnabrück auf dieses Thema eingehen. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu dem Vortrag um 19 Uhr im Schloss-Hauptgebäude, Raum 15/211, herzlich eingeladen.

http://www2.uni-osnabrueck.de/pressestelle/mitteilungen/Detail.cfm?schluessel_nummer=139&schluessel_jahr=2009

auch hier; 24.04.2009

http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/976.htm

Osnabrück. Für die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek ist die Beschneidung von Jungen ein Unterdrückungsinstrument, das geächtet werden muss. Der Osnabrücker Religionswissenschaftler Professor Rauf Ceylan hält sie dagegen für ein kulturell stark verankertes Ritual, das unbedingt erhalten werden sollte.

Wenn sich jetzt zu Ferienbeginn in Deutschland lebende türkischstämmige Familien auf den Weg in die Türkei machen, steht bei vielen, die einen Jungen im Alter zwischen sieben und neun Jahren haben, auch deren Beschneidung auf dem Programm.

Kelek, die das Ritual auch in ihrem Buch „Die verlorenen Söhne“, Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes, zum Thema macht, aber warnt ausdrücklich vor den Folgen „des blutigen Eingriffs“: Die Beschneidung gehöre zum Muslimsein und unauflöslich zur männlichen Identität. Und diese gewinne nur, wer Schmerzen ertragen könne. „Durch das Opfer der Vorhaut wird die Unterwerfung symbolisch wie materiell manifestiert.“ …

„Das sind Fremdzuschreibungen und gedankliche Konstruktionen, die mit dem Wesen des Rituals wenig gemein haben“, weist Ceylan diesen Vorwurf entschieden zurück. Der Akt der Beschneidung diene vor allem der religiösen Identitätsbildung. Am Ende dieses Prozesses steht aber nach Ansicht der Islamkritikerin Kelek nichts Gutes: „Beschneidung ist ein Brauch wie das Barttragen, mit dem sich Fundamentalisten heute von den Ungläubigen, die Sauberen von den Unreinen, den Nichtmuslimen, abgrenzen“, schreibt sie in einem Beitrag in der Welt. Andere Kritiker warnen, die Beschneidung könnte ein Integrationshemmnis für in nicht moslemischen Ländern lebende Muslime sein. Für den beschnittenen Jungen und auch für die Angehörigen, die diese Werte teilten, seien Unbeschnittene unrein. Wer aber in solchen Kategorien der Abgrenzung dächte, sei für die Werte einer freiheitlichen (westlichen) Gesellschaft schwerlich zu gewinnen.

Auch das weist Ceylan zurück: Seiner Ansicht nach ist Abgrenzung keine Frage der Beschneidung. „Identitätskonstruktionen durch Abgrenzung zu anderen Gruppen sind immer problematisch und können durch unterschiedlichste Symbole und Merkmale geschehen. Das kann die Ethnie sein, die Konfession oder andere Merkmale“, betont der Religionswissenschaftler.

aus: Waltraud Messmann: Muss die Beschneidung von Jungen geächtet werden?

in: Neue Osnabrücker Zeitung 19.07.2012

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/gut-zu-wissen/65512823/muss-die-beschneidung-von-jungen-geaechtet-werden

[21] Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für den Schulversuch in der Grundschule Schuljahrgänge 1-4

An der Erarbeitung des Kerncurriculums für das Unterrichtsfach Islamische Religion in den Schuljahrgängen 1 – 4, das nach zweijähriger Erprobungszeit evaluiert wird, waren die nachstehend genannten Personen beteiligt:

Saja Alwa, Hannover

Ömer Aslangeciner, Lehrte

Tünay Aygün, Hannover

Jörg Ballnus, Osnabrück

Orhan Güner, Hannover

Hassene Dallali, Hann. Münden

Monia Medhioub, Göttingen

fachkundig beratend:

Mohammed Ibrahim, Wolfsburg

Mehmet Soyhun, Dortmund

Herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium (2010)

Didaktische Leitlinien

Der islamische Religionsunterricht ist durch eine Didaktik gekennzeichnet, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, strukturiertes und lebensbedeutsames Wissen über den Glauben zu erwerben, religiöse Haltungen und Einstellungen aufzubauen und zu festigen, sich mit Formen des gelebten Glaubens vertraut zu machen sowie die eigene Dialog- und Urteilsfähigkeit weiterzuentwickeln. Eine grundlegende Aufgabe des islamischen Religionsunterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der Trias*** aus erzieherischem Ansatz, Wissensvermittlung und Wertebildung zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Glauben zu befähigen. … Die didaktische Aufbereitung der beiden islamischen Hauptquellen Koran und Sunna erfolgt nach den Prinzipien der Elementarisierung (Konzentration auf theologisch wesentliche und für Lernende bedeutsame Inhalte) und der Korrelation (wechselseitige Erschließung von Glaubensüberlieferung und eigener Erfahrung). Es geht darum, koranische Inhalte und die Überlieferungen vom Gesandten altersgerecht erfahr- und differenzierbar zu machen und mit den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zu verknüpfen. Fußnote drei: ***tarbīyah, ta’alīm, ta’adīb, Vgl.: Syed Muhammad al-Naquib al-Attas: Aims and objectives of Islamic education

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc-iru-2010.pdf

Auf den Seiten 75-76 wird die Islampädagogik auch eines Naquib al-Attas erklärt, Tarbīya (Tarbiyah) etwa, das Sozialisieren und Kulturalisieren eines Individuums, je nach Umwelt nicht zwangsläufig in den Islam hinein; islamisch wertvolles Wissen jedoch (Knowledge, ‘ilm; vgl. ta’alīm) „umfasst die Totalität des Lebens, encompasses the totality of life: spiritual, intellectual, religious, cultural, individual and social.“ Islamisches gelingendes Lernen komme nicht ohne ta’dīb aus (Schreibweise ta’dib, Kultusministerium Niedersachsen: ta’adīb), Islamkenner wissen, dass es um die Einhaltung der Schariapflichten geht mit dem Ziel, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und im Diesseits und Jenseits göttliche Strafe zu vermeiden und göttlichen Lohn zu erhalten. Im Hadith wird der islamische Benimm oder die islamische Selbstzucht, at-ta’dīb, noch allgemein verwendet in der Bedeutung von zähmen. In [a] hadith ta’dib is used in its general sense meaning ‘to tame’.

Mehr dazu bei: Suleiman M.H. Boayo: Idea of Thaqâfah and Culture in the Muslim and Western Conception

in: World Journal of Islamic History and Civilization, 1 (2): 70-78, 2011

http://idosi.org/wjihc/wjihc1%282%2911/1.pdf

[22] the ultimate purpose and end of ethics in Islam is the individual … in Islam it is the individual that shall be rewarded or punished on the Day of Judgement.

aus: Wan Mohd Nor Wan Daud: Al-Attas’ Concept of Ta‘dib as True and Comprehensive Education in Islam

http://www.crvp.org/book/Series04/IVA-30/chapter-19.htm

[23] WanMohd NorWAN DAUD in Sarajevo (2007)

The concept of education in Islam: A contemporaryMuslim philosophical interpretation

This article discusses the concept of education in Islam as espoused by Syed Muhammad Naquib al-Attas, one of the most prominent contemporary Muslim philosophers. Al-Attas’ main thesis is that education in Islam is conveyed in the most comprehensive manner through the term ta’dib (education) and not merely ta’lim (instruction), or tarbiyyah (training, upbringing) both of which have been popularly used in modern Muslim educational writings and practice.

XIII World Congress of Comparative Education Societies in Sarajevo, September 3-7, 2007

Thematic Group T7: Ethnicity, Religion, Secularism and Spirituality

http://www.wcces2007.ba/eng/WCCS2007.pdf

The World Council of Comparative Education Societies (WCCES) was established in 1970. Its specific goals are:

to promote the study of comparative and international education throughout the world and enhance the academic status of this field;

to bring comparative education to bear on the major educational problems of the day by fostering co-operative action by specialists from different parts of the world.

http://www.wcces2007.ba/eng/keynote.html

Multiculturalism and the Scars of War

by: Elizabeth Sherman Swing, CIES Historian, Professor Emerita, St. Joseph’s University

I have recently returned from the conference of the World Congress of Comparative Education Societies (WCCES), in Sarajevo, Bosnia/Herzegovina, a newly independent nation. For our readers who did not get to Bosnia, I suggest orientation through a visit to the WCCES Website (wcces2007). I attended this WCCES conference in order to give a paper, “The Multicultural Dilemma,” the dilemma being the difficulty of suspending disbelief in order to live peacefully with people whose values are incompatible with one’s own, an Enlightenment exercise that has fallen into disuse. … The University of Sarajevo faculty put their best multicultural face forward. Registration was handled by cheerful graduate students, young women wearing headscarves side by side with the bareheaded. The organizing committee showed a short documentary film about the dedication of a school teacher in a central Bosnian village. In fact, dedication and optimism were underlying themes. Among items on sale was a book with the provocative title, Confronting Islamophobia in Educational Practice, a book addressing a concern found throughout Europe. A multicultural chorus gave a wonderful concert featuring music by Roman Catholic Christians, Orthodox Christians, Protestants, Muslims, and Jews.

http://cies.us/newsletter/jan%2008/index_jan08.html

The Comparative and International Education Society (CIES), Inc., was founded in 1956 to foster cross-cultural understanding, scholarship, academic achievement and societal development through the international study of educational ideas, systems, and practices. The Society’s members include more than 2000 academics, practitioners, and students from around the world.

http://cies.us/aboutus.htm

[24] The complete faculties of UIN Jakarta are the following: the Faculty of Tarbiyah and Teaching Sciences; the Faculty of Syariah and Law; the Faculty of Ushuluddin and Philosophy; the Faculty of Adab and Humanities; the Faculty of Dakwah and Communication; the Faculty of Islamic Studies (Dirasat Islamiyyah); the Faculty of Psychology; the Faculty of Economics and Social Sciences; the Faculty of Science and Technology; the Faculty of Medicine and Health Sciences; and the Faculty of Graduate Studies.

aus: Azyumardi Azra: FROM IAIN TO UIN: ISLAMIC STUDIES IN INDONESIA

in: Islamic studies and Islamic education in contemporary Southeast Asia / editors: Kamaruzzaman Bustamam-Ahmad, Patrick Jory

Kuala Lumpur 2011

http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:238095/IslamicStudiesandIslamicEducation.pdf

Islamische Hochschulen gibt es weltweit, etwa in Pakistan:

International Islamic University, Islamabad (IIUI)

Faculty of Shariah & Law

http://www.iiu.edu.pk/index.php?page_id=86

Faculty of Islamic Studies (Usuluddin)

http://www.iiu.edu.pk/index.php?page_id=68

Universitär organisierte Gegenmoderne: Pakistanische Hochschul-Impressionen aus der Islamischen Universität zu Islamabad

http://www.iiu.edu.pk/index.php?page_id=11152

Hier gibt`s für Pakistans Richter und Rechtsanwälte himmlischen Nachhilfeunterricht:

Shari’ah Academy IIUI

Shari’ah (Islamic Law) Courses for Judges, Prosecutors and Law Officers (16 week duration)

Shari’ah (Islamic Law) Courses for Lawyers (15 days duration)

http://www.iiu.edu.pk/index.php?page_id=9624

Dawah Academy, International Islamic University, Islamabad, Pakistan

http://dawah.iiu.edu.pk/

Da’wa per Kinderbuch, Children Literature Department (CLD), Dawah Academy

http://dawah.iiu.edu.pk/index.php/dawah/content/id/76/102156833360

Nicht in Pakistan und etwas weniger akademisch, die Scharia ist dieselbe:

Teaching the Child Islamic Rules Regarding Puberty

When the child reaches puberty, he becomes fully accountable for his deeds in front of Allah (SWT). It is first and foremost the responsibility of the parents to carry this message to the child.

The parents of the adolescent boy should inform him that the first time he ejaculates he becomes accountable for his actions in front of Allah (SWT), and he should perform the acts of worship in the same way that adult Muslims do.

When the girl is about nine years old, her parents should inform her that the first time she sees blood (menstruation), she becomes accountable for her acts and the worship acts prescribed on the Muslim women are also prescribed on her.

http://www.missionislam.com/family/puberty.htm

Aqeedah (Belief and Practice of a Muslim)

diverse radikalislamische (authentisch islamische) Texte von Abdul-Wahhab und Scheich al-Maqdisi

http://www.missionislam.com/knowledge/index.htm

Intention is the Key to Eternal Living in Paradise or Hell-Fire

Jamaal al-Din M Zarabozo

http://www.missionislam.com/knowledge/intentionkey.htm

Islam und Wissenschaft

http://www.missionislam.com/science/index.htm

The Scientific Miracles of the Qur’an

http://www.missionislam.com/science/book.htm

Kalifatstreue Erbauung (Antisemitismus pur)

http://www.missionislam.com/nwo/index.htm

Kindererziehung. Warum wurden wir überhaupt geschaffen? Genau, mein Kind, sei hübsch folgsam: We seek refuge in Allah from all the evil of ourselves and the wickedness of our deeds. … The aim of our life is Al Jannah (the Paradise) with Allah (swt) so follow the Qur’an and the Sunnah and with the Mercy of Allah we will attain Al Jannah, insha’Allah!

http://www.missionislam.com/kidsclub/whycreated.htm

Immerhin, die Kinder sind besser informiert als unsere Bundestags- und Landtagsabgeordneten. Belief in the Day of Judgment:

Muslims believe in the Day of Judgment (the Day of Resurrection) when all people will be resurrected for God’s judgment according to their beliefs and deeds.

http://www.missionislam.com/kidsclub/basibeliefs.htm

Was ist falsch mit unserem [US-amerikanischen] Bildungs- und Erziehungssystem?

http://www.missionislam.com/homed/whatswrong.htm

[25] S. M. Hossain: A Plea for a Modern Islamic University: Resolution of the Dichotomy, in Aims and Objectives of Islamic Education, S M al-Naquib al-Attas ed., Hodder and Stoughton; King Abdulaziz University, Jeddah. 1977

bei: MuslimHeritage

http://muslimheritage.com/topics/default.cfm?ArticleID=640

Established in 2002, the web portal MuslimHeritage.com was the first major project of FSTC. It is a unique online education community of Muslims and non-Muslims seeking to advance human civilisation through the study of Muslim heritage.

http://www.fstc.org.uk/muslim-heritage

Wissenserwerb ist für al-Faruqi gottesdienstliche Handlung:

Islamic civilisation sprang into existence from the time of the Prophet in the 7th century. The Prophet gave the lead, teaching in the mosque, and from mosque learning would evolve the first universities in history: Al-Qayrawan (9th century), followed by al-Qarawiyyin, then Cordoba, and then Al-Azhar. … Al-Faruqi notes how Islam identifies with knowledge, and so makes knowledge its condition and its goal, equating the pursuit of knowledge with ibadah (worship) and pouring lavish praise on those who committed themselves to knowledge …

Letztlich, al-Faruqi spricht es nicht aus, zählt nur dein ewiger Verbleib in Hölle oder Paradies. Wissen erwerben für`s Seelenheil:

Islamic science, in the words of al-Faruqi, is neither “an involuntary flash in the consciousness… nor is it some esoteric information obtained on authority after initiation, or an illumination arrived at subjectively through contemplation. Rather, Islamic knowledge is the rational-empirical and intuitive apprehension of every realm of reality. It is the critical knowledge of man and history, of earth and heaven. It is the practical knowledge that produces results and leads to virtue, the object of the Muslim’s prayer `Oh God! Grant us a knowledge that is useful and beneficial.”

Offenbarung und Vernunft als die zwei Quellen der Wahrheit:

Al-Faruqi offer an excellent outline on this relationship between the Islamic faith and rationalism, and how Islamic civilisation was propelled forward by such a linkage, “..and they (people) conclude that the intelligent Muslim is a rationalist as he insists on the unity of two sources of truth, namely revelation and reason“.

aus: How Islam Inspired Scientific Advance

bei: MuslimHeritage

http://www.muslimheritage.com/topics/default.cfm?articleID=651

[26] Im Urdu-sprachigen Pakistan ist Taʿīm ein Jungenname und bedeutet im Arabischen eigentlich Erziehung, Ausbildung, Anweisung

Name: Talim, Meaning: Education, instruction.

http://islam.onepakistan.com/urdu/name_meaning.php?eu=talim

Talim-ul-Islam Ontario (Kanada)

http://www.talimulislam.ca/

TAʿLIM O TARBIAT (historische Zeitschrift, iranisch)

monthly periodical published by the Ministry of Culture (April 1925-March 1927, April 1934-July 1938).

TAʿLIM O TARBIAT, title of a monthly periodical published by the Ministry of Culture as its organ from Farvardin 1304 until Esfand 1306 Š./April 1925-March 1927, and again from Farvardin 1313 until Tir 1317 Š./April 1934-July 1938

http://www.iranicaonline.org/articles/talim-o-tarbiat

Talim-ul-Islam College (also referred to as T.I. College) is a private college located in Rabwah, Pakistan. Originally founded in 1898 in Qadian, India by the Ahmadiyya Muslim Community, the college was the inspiration of the community’s founder Mirza Ghulam Ahmad.

http://www.ticollegerabwah.com/index.htm

IIS – The Institute of Ismaili Studies (His Highness the Aga Khan) sind die Siebenerschiiten persisch Esmā’īliyān. Es gibt nur 18 Millionen Ismailiten; der Koran wird glücklicherweise oft gleichnishaft ausgelegt. Ta’lim Curriculum

Ta‘lim is an international programme in religious and cultural education. It is presented through a series of educational materials, designed to meet the needs of Ismaili Muslim students, parents and teachers living in different countries and cultures. The Institute has, to date, published materials for the following age groups:

http://www.iis.ac.uk/view_article.asp?ContentID=104853

THE ISMAILI. Siebener-Schia. Kein Kopftuch zu sehen erfreut.

http://www.theismaili.org/

2011 Ismaili Games Uganda were hosted at Darkhana Jamatkhana

http://www.theismaili.org/cms/1332/around-the-world

Ta’Alim Islamic Homeschool Alliance of GA (US-amerikanisch)

Ta’Alim(to SEEK knowledge) … The TaAlim Islamic Homeschool Alliance (TIHA) of Georgia is a homeschool support central AND a consultation/information organization for homeschool support groups, homeschoolers and non traditional schoolers throughout Gwinnett, Dekalb and Metro Atlanta area. We will provide support, information, workshops, and training to those involved in the Alliance and consultation and information services (optional) to those individuals, groups, and schools who have chosen to be involved in the home education of their children.

http://www.freewebs.com/tiha/

Risalah Ta’alim

by Muhammad Abdullah Al-Khatib

http://www.goodreads.com/book/show/6453448-risalah-ta-alim

Vom selben Autor, Syariah ist Scharia, der Schreibweise nach also für ein südostasiatisches Publikum …

Syarah Usul 20

by Muhammad Abdullah Al-Khatib

http://www.goodreads.com/book/show/8594479-syarah-usul-20

… doch könnte der Autor dieser ägyptische Scheich und ranghohe Muslimbruder sein:

Speaking of Christians, specifically the minority Copts of Egypt, Egypt’s new President Morsi in an article titled “The Muslim Brotherhood Asks Why Christians Fear Them?!” secularist writer Khaled Montasser, examining the Brotherhood’s own official documents and fatwas, shows exactly why. According to Montasser, in the Brotherhood publication “The Call [da’wa],” issue #56 published in December 1980, prominent Brotherhood figure Sheikh Muhammad Abdullah al-Khatib decreed several anti-Christian measures, including the destruction of churches and the prevention of burying unclean Christian “infidels” anywhere near Muslim graves. Once again, this view was never retracted by the Brotherhood. As Montasser concludes, “After such fatwas, Dr. Morsi and his Brotherhood colleagues ask and wonder—”Why are the Copts afraid?!”

aus: Raymond Ibrahim: Muslim Brotherhood Reality Check

bei: Stop Radical Islam 27.06.2012

http://www.radicalislam.org/category/tags/caliphate

Sheikh Abdullah Al-Khatib, the MB mufti

http://today.almasryalyoum.com/article2.aspx?ArticleID=202778

sheikh Mohamed Abdullah Al Khatib, a member of the group”s Executive Office who is dubbed “the group”s mufti”, he is nearer to be the group”s representative among Azhar scholars, rather than Azhar”s representative in the organization

aus: By-Hossam Tamam: A Reading into Al-Qaradawi-Muslim Brotherhood Relation

auf: Muslimbruderschaft – Ikhwanweb | The Muslim Brotherhood’s Official English Website 18.07.2008

http://ikhwans.net/article.php?id=17396&ref=search.php

For example, the Old Guard is generally resistant to the reformist ideas popular among younger members that favor transforming the organization into a political party. Veteran members also generally lack a well-developed understanding of politics and of democratic practices and principles such as equality. Perhaps the best examples of this generation are the current General Guide, Mahdi Akef (age 81); the Brotherhood’s mufti and a member of the Guidance Bureau, Sheikh Abdullah al-Khatib (age 80); the deputy of the General Guide, Mohammed Habib (age 66); and the organization’s Secretary-General, Mahmoud Ezzat (age 65).

aus: Khalil Al-Anani: The Young Brotherhood in Search of a New Path

auf: Muslimbruderschaft – Ikhwanweb | The Muslim Brotherhood’s Official English Website 06.10.2009

http://ikhwanmisr.net/article.php?id=21203&ref=search.php

Al-Fadhil Syeikh [Der tugendhafte Scheich] Muhammad Abdullah al-Khatib, verehrt beim Blog Berjalan Di Bawah Sinar in Südostasien

http://ibnutoha.files.wordpress.com/2010/09/imgw45.jpg

… wo man für Salafi-Scheich Yusuf Estes, den türkischen Darwin-Hasser Harun Yahya und das unberechtigte Anliegen der terroristischen HAMAS große Sympathien hegt

http://ibnutoha.wordpress.com/2010/09/10/sejenak-tentang-eid-mubarak/

“Islam began as something strange, and it shall return to being something strange, so give glad tidings to the strangers.” – Prophet Muhammad

http://ibnutoha.wordpress.com/2011/01/20/713/

Semi at-taalim

http://www.youtube.com/watch?v=OHgpsBeabjk

[27] Adab: Islamic Manners. These are derived from Sunnah, but are usually taught by the parents. If someones’ manners are bad, it is probably the fault of the parents.

http://www.islamic-dictionary.com/index.php?word=Adab

[28] In its original, basic sense, adab is the inviting to a banquet. The idea of a banquet implies that the host is a man of honour and prestige, and that many people are present; that the people who are present are those who, in the host’s estimation, are deserving of the honour of the invitation, and they are therefore people of refined qualities and upbringing who are expected to behave as befits their station in speech, conduct and etiquette. The islamization of this basic concept of adab as an invitation to a banquet, together with all the conceptual implications inherent in it, which even then already involved knowledge, is significantly and profoundly expressed in a Ḥadīth narrated by Ibn Masʿūd, where the Noble Qurʾān itself is described as God’s invitation to a banquet on earth, in which we are exhorted to partake of it by means of acquiring real knowledge of it (…) The Discerning Qurʾān is God’s invitation to a spiritual banquet, and the acquiring of real knowledge of it is the partaking of the fine food in it. In the same sense that the enjoyment of fine food in a banquet is greatly enhanced by noble and gracious company, and that the food be partaken of in accordance with the rules of refined conduct, behaviour and etiquette, so is knowledge to be extolled and enjoyed, and approached by means of conduct as befits its lofty nature. Thus the men of discernment speak of that knowledge as the food and life of the soul; it is that which makes the soul alive. (al-Attas)

http://mef-ca.org/files/attas-text-final.pdf

Spirituelles Festbankett Koranlektüre – sogar bei Ayatollah Chomeini:

As Imam Khumayni explains, “The Qur’an is like a banquet from which everyone must partake according to his capacity. It belongs to everyone, not to any particular group; there is a share in it for everyone” (Islam and Revolution 424); “The Qur’an possesses everything. It is like a vast banquet that God has spread out in front of all humanity and that everyone partakes of according to his appetite” (414).

http://www.al-islam.org/shiite-islam-orthodoxy-heterodoxy/14.htm

http://www.coiradio.com/library/library/beliefs/shiite_islam/09.htm

Allahs irdischem Gastmahl gerecht werden, mordend. Chomeinis Religion war, jedenfalls nach der Revolution, staatsterroristisch, jetzt wird es privatterroristisch. Islamic Emirate of Afghanistan. Demokratie ist eine Religion:

Islamic activists agreed on one thing about democracy, that democracy is the product of the kafir and thus contrary to the Islamic law. … However, to this day there is still a group of people who refuse to budge from the view that democracy is not a religion but a vehicle for heading towards a civil society or heading towards a society with the Shari’ah of Islam. So is it true that democracy is a religion? …

a brief explanation of democracy and why Islam is so opposed to it and threatens the perpetrators of democracy as a people who are out of Islam

aus: a Mujahid: Democracy, A Religion? 29.01.2011

http://theunjustmedia.com/Islamic%20Perspectives/Jan11/Democracy,%20A%20Religion.htm

New Book By Shaykh Abū Yahyā Al-Lībī

Al-Fajr Media

http://theunjustmedia.com/Books/oct08/Libi/libi.htm

Abu Yahya al-Libi war Terroristenführer der Qaida in Afghanistan

http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Yahya_al-Libi

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/Sheikh_Abu_Yahia_al-Libi.jpg

In July 2005, Omar al-Faruq, the highest-ranked prisoner at the base and one of the highest-ranked al-Qaeda officers ever captured, escaped along with Libyan Abu Yahya al-Libi, Saudi Muhammad Jafar Jamal al-Kahtani and Syrian Abdullah Al-Shami.

http://en.wikipedia.org/wiki/Invasion_of_Afghanistan_prisoner_escapes

“Jihaad the Absent Obligation” by Muhammed Abdul Salam Faraj

http://theunjustmedia.com/Books/sep08/absent/absent.htm

Islamisches Emirat Afghanistan (IEA, Islamic Emirate of Afghanistan)

http://theunjustmedia.com/

Islamic Emirate of Afghanistan (Da Afghanistan Islami Amarat, 1996-2001)

Issus principalement de l’ethnie Pachtounes, les Talibans mélangent le code tribal du Pachtounwali avec l’enseignement de l’islam Deobandi afin de former une idéologie fondamentaliste islamique hautement restrictive, anti-occidentale et anti-moderne avec laquelle ils dirigèrent le pays

http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89mirat_islamique_d%27Afghanistan

Anonym besteht der kurzlebige Terrorstaat immer noch, jedenfalls digital …

http://shahamat-english.com/

… und gibt 2011 und 2012 etwa alle drei Wochen eine Presseerklärung

http://shahamat-english.com/index.php?option=com_content&view=category&id=4&Itemid=4

Patrouille der Taliban, Herat 2001. Bärtig, mit “islamischer Kleidung” und Gewehr und Panzerfaust auf einem Toyota-Kleintransporter, einem sogenannten Pick up.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Taliban-herat-2001_ArM.jpg

Flagge der Taliban

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/24/Flag_of_Taliban.svg

Emblem des Emirats der Taliban (IAE)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Arms_of_the_Islamic_Emirate_of_Afghanistan.svg/500px-Arms_of_the_Islamic_Emirate_of_Afghanistan.svg.png

[29] Since adab is an integral part of wisdom and justice, the loss of adab would naturally entail the prevalence of injustice, and stupidity, and even madness. Injustice is of course a condition where things are not in their right places. Stupidity (humq), is the deployment of wrong methods to arrive at right goals or ends, while madness (junun) is the struggle to attain false or wrong aims or goals. It is indeed a madness if the very purpose of seeking knowledge is other than the attainment of true happiness or the love of God (mahabbah) in this world according to the dictates of the true religion, and the attainment of His vision (ru’yatullah) in the Hereafter. Similarly, it is utter stupidity to attempt to attain happiness in this world and in the next without the right kind of knowledge and practice.

aus: Wan Mohd Nor Wan Daud: Al-Attas’ Concept of Ta‘dib as True and Comprehensive Education in Islam

http://www.crvp.org/book/Series04/IVA-30/chapter-19.htm

erschienen in: Marietta T. Stepanyants (Hg.): Comparative Ethics in a Global Age

Cultural Heritage and Contemporary Change, Series IVA. Eastern and Central Europe, Volume 30

http://www.crvp.org/book/Series04/IVA-30/front.htm

Comparative Ethics in a Global Age

von Marietta Tigranovna Stepanyants

(Professor Marietta T. Stepanyants has been the Head of the Center for the Study of Oriental Philosophies at the Institute of Philosophy, Russian Academy of Sciences, since 1980. She is the founder and the present chairperson of the UNESCO Chair in “Philosophy in the Dialogue of Cultures”.)

http://books.google.de/books?id=QRZ-P7VOqAQC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

UNESCO Chair in “Philosophy in the Dialogue of Cultures” (810), established in 2008 at the Institute of Philosophy, Russian Academy of Sciences, Moscow (Russian Federation).

Dr Prof Marietta Stepanyants.

http://www.unesco.org/en/university-twinning-and-networking/access-by-region/europe-and-north-america/russian-federation/unesco-chair-in-philosophy-in-the-dialogue-of-cultures-810/

Marietta Stepanyants

http://eng.iph.ras.ru/stepanyants.htm

[30] Muslim sein ist Selbstzucht! Das Individuum ist im Islam wichtig … allerdings nur, weil es am Tag der Auferstehung belohnt oder bestraft werden wird:

However, al-Attas asserts that Islam accepts the idea of good citizenship as the object of education, “only that we mean by ‘citizen’ a Citizen of that other Kingdom, so that he acts as such even here and now as a good man.” The primary focus on the individual is so fundamental because the ultimate purpose and end of ethics in Islam is the individual. It is because of this notion of individual accountability as a moral agent that in Islam it is the individual that shall be rewarded or punished on the Day of Judgement.

Wan Mohd Nor Wan Daud: Al-Attas’ Concept of Taʾdib as True and Comprehensive Education in Islam.

http://www.crvp.org/book/Series04/IVA-30/chapter-19.htm

[31] J. K. Buda: Rudyard Kipling`s »The Ballad of East and West«

http://www.f.waseda.jp/buda/texts/ballad.html

[32] Während völkisch-rassistisch motivierte deutsche Kreise seit hundert Jahren den Iran verherrlichen und, auch wo rot-grün gefärbt oder kirchentagsbewegt, die Teheraner Mullahs irgendwie verstehen und „tolerieren“, geht die Islamisierung des europäischen Bildungssystems auch von den Saudi-Arabien freundlich gesonnenen USA aus. 1981 wurde mit Unterstützung des Staates Malaysia eine Professur eingerichtet, der Tun Razak Chair.

The Tun Abdul Razak Chair was established in 1980 by Ohio University’s Center for Southeast Asia Studies. The endowed chair, named after Malaysia’s second Prime Minister, ruling from 1970 to 1976, brings an eminent, senior scholar to Ohio University every two years. The Tun Razak Professor, selected by the Malaysian Ministry of Education, the Tun Abdul Razak Council, and Ohio University, conducts research and seminars for undergraduate and graduate students in his or her respective areas of expertise and organizes an international conference on Southeast Asia in the second year. The Razak Chair is supported by funds from the Malaysian Government and matching funds from American firms with business interests in Malaysia.

http://www.library.ohiou.edu/about/collections/international-collections/southeast_asia_collection/tun-abdul-razak-chair/

1981-1982 Professor Dr. Syed Muhammad Naquib al-Attas

Professor of Islamic Literature, Universiti Kebangsaan Malaysia (National University of Malaysia)

http://www.seas.ohio.edu/People/TunRazakChair.html

The Muslim Students Association at Ohio University

The Islamic Center of Athens, Athens, Ohio, U.S.A

http://www.ohio.edu/orgs/muslimst/islam_in_brief.html

100 Years of Progressive Islam

1909 – 2009

A Conference in honor of

Mahmoud Mohmed Taha

Ohio University

January 17-18, 2009

http://www.african.ohio.edu/Conferences/

[33] Predikant en hoogleraar (Utrecht 1 september 1918 – Gendt 27 juni 1993) Arend van Leeuwen groeide op in een remonstrants gezin. Zijn vader was hoogleraar dermatologie in Utrecht en oprichter van het Instituut voor Dermatologie van de rijksuniversiteit. In het ouderlijk huis heerste een vrijzinnige, sociaal bewogen sfeer die Van Leeuwen voor het leven tekende. In 1936 ging hij aan het Leidse remonstrants seminarium studeren, maar hij kon er niet aarden. De opleiding was hem te burgerlijk, te weinig missionair. Van Leeuwen zocht in 1942 contact met de hervormde zendingstheoloog Kraemer die zijn promotor werd, maar als gevolg van de Duitse bezetting kwam van begeleiding weinig terecht. Kraemer zat anderhalf jaar in het gijzelaarskamp in Sint-Michielsgestel, terwijl Van Leeuwen moest onderduiken. Uiteindelijk kon hij zich in 1947 met de doctorshoed tooien. Zijn dissertatie handelde over de Perzische filosoof al-Ghazali, voor veel soennieten de tweede leermeester na Mohammed. Na drie jaar studentenpredikant te zijn geweest in Leiden vertrok Van Leeuwen in 1950 als zendingspredikant naar Indonesië. Dat het land eind 1949 onafhankelijk was geworden had hij toegejuicht; de twee politionele acties waarmee Nederland in 1947 en 1948 had geprobeerd zijn gezag te herstellen had hij scherp veroordeeld. Politiek was voor Van Leeuwen onlosmakelijk verbonden met theologie.

von: Peter Bak, zuerst in: Protestant.nl19 November 2008

http://www.protestant.nu/Encyclopedie/tabid/359/Default.aspx?Page=Leeuwen,%20Arend%20Theodoor%20van

[34] The Rev. Dr. Paul Matthews van Buren, a leading exponent of the ”death of God” school of theology, died on June 18 at Memorial Hospital in Blue Hill, Me. He was 74 and lived on nearby Little Deer Isle. … In his book ”The Secular Meaning of the Gospel: Based on an Analysis of Its Language” (Macmillan, 1963), Dr. van Buren said, he was ”trying to find an utterly nontranscendent way of interpreting the Gospel.”

”That way,” he said, ”sense could be made of it.”

Other theologians criticized both the methodology and thinking of the approach. One of the critics’ central counterarguments was that if faith was stripped of all the mysticism surrounding the deity, there was little left of religion.

Dr. van Buren, as an associate of the Shalom Hartman Institute of Judaic Studies in Jerusalem in the 1980’s, worked to build bridges and new understanding between Christianity and Judaism. His last book, ”According to the Scriptures,” considered how early Christians, as Jews, understood the death of Jesus through Jewish methods of biblical interpretation. It is to be published in October by Wm. B. Eerdmans.

Dr. van Buren made his reputation as a nontraditional theologian with ”The Secular Meaning of the Gospel.” He also wrote ”The Edges of Language: An Essay in the Logic of a Religion” (Macmillan, 1972). His long engagement with Judaism and discussions with rabbinical scholars at the Hartman Institute was distilled in a trilogy, ”A Theology of the Jewish-Christian Reality” (Harper & Row, 1987-88). …

Paul van Buren was a native of Norfolk, Va. He graduated with a bachelor’s degree in government from Harvard College in 1948 after having served in World War II in the Coast Guard. He received a bachelor’s of sacred theology at Episcopal Theological School in 1951 and was ordained an Episcopal priest in the Diocese of Massachusetts. His doctorate in theology came from the University of Basel in 1957.

Dr. van Buren served as a co-rector and curate in Detroit and began his academic career in 1957 as an assistant professor of systematic theology at the Episcopal Theological Seminary of the Southwest in Austin, Tex. He joined the Temple faculty in 1964, served as chairman of the department of religion from 1974 to 1976 and took emeritus status in 1986.

aus: Wolfgang Saxon: Paul van Buren, 74, ‘Death of God’ Exponent

in: The New York Times 01.07.1098

http://www.nytimes.com/1998/07/01/us/paul-van-buren-74-death-of-god-exponent.html

http://www.nytimes.com/1998/07/01/us/paul-van-buren-74-death-of-god-exponent.html?pagewanted=2&src=pm

Der amerikanische Theologe Paul van Buren hat eine dreibändige Theologie des Judentums veröffentlicht. Da der erste ins Deutsche übersetzte Band seiner Trilogie kaum verkauft wird, werden auch die beiden anderen Bände seines umfassenden Werkes nicht im Deutschen erscheinen — ein für die wissenschaftliche Theologie entlarvendes Faktum.

BRSD, Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands e.V.

http://www.brsd.de/zeitschrift-cus/artikel/71-die-theologischen-grundlagen-des-dialogs-mit-dem-islam?start=2

Sozialistisch und pro Scharia?

„Willkommen bei den ReSos! Schön, dass du dich für den Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten interessierst.“

http://www.brsd.de/aktuell/12-willkommen-bei-den-resos

Khatami, der ehemalige Staatspräsident Irans äußerte sich bei einem Gespräch mit Christen in Tehran, dass wir für den Dialog eine Sprache entwickeln müssen. Er meinte:“ Diese Sprache kann nicht die theologische Sprache sein.“ In der Tat kann die theologische Sprache eher eine Trennung verursachen als eine Annährung, besonders wenn diese dafür eingesetzt wird, den eigenen Weg als einzig richtigen und verbindlich für alle darzustellen.

Wir erleben hier seit einiger Zeit, wie intensiv besonders von Seiten einiger prominenter christlicher Theologen die Meinung vertreten wird, dass wir nicht den selben Gott anbeten: „Allah und Gott sind wesentlich von einander zu unterscheiden, Allah ist strafender Gott und Gott im Christentum ist Gott der Liebe“ ist permanent zu hören. Es ist keine Frage, dass es unterschiedliche Gottesvorstellungen und Zugänge zu Gott gibt, aber die Meinung, dass wir zwei völlig verschiedene Götter anbeten, kann uns ein festes Fundament entziehen, worauf wir unser Zusammenleben aufbauen können. Die Spiritualität ist ein Weg, der die Menschen innerlich miteinander verbinden kann und ihnen Stärke schenkt, um gemeinsam die Probleme im Leben zu bewältigen. Eine gemeinsame Quelle, aus der jeder mit eigenen Mitteln Kraft und Mut schöpft, ist eine große Hilfe und Unterstützung für das friedliche Zusammenleben.

aus: Hamideh Mohagheghi: Zusammenleben von Christen und Muslimen

zuerst in: CuS 4/2006

hier bei: Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands (BRSD)

http://www.brsd.de/zeitschrift-cus/artikel/70-zusammenleben-von-christen-und-muslimen

[35] I propose at this point to interrupt the steady course of my exposition in order to examine an approach to religious belief which has received widespread attention during the last few years and which, if it was adopted, would undermine not only traditional theism but also any attempt to construct a systematic and reasoned metaphysic. This is the approach which was introduced by Dr Leslie Dewart in 1967 in his moderately sized book The Future of Belief and was elaborated two years later in a massive work entitled The Foundations of Belief The former book was described by Dr Harvey Cox, in words which the publishers quoted in their banner, as a mature, highly erudite and utterly radical book which could be epoch-making. The fact that it urged, in the name of Catholic Christianity, nothing less than the abandonment of nineteen centuries of Christian thought makes the question of its truth or falsehood of some importance. In the preface to the second work Dr Dewart wrote as follows:

„In The Future of Belief I addressed myself to the question: can the Christian faith be deemed truly to develop and unequivocally to evolve… even if it is assumed that this faith is supernatural and that its object is revealed? The question to which I address myself here, however, is more fundamental yet: can the Christian faith be said truly to develop and unequivocally to evolve, on the assumption that this faith is true and that its object is real?… My earlier publication was synecdochically devoted, in effect, to the future of Christian belief, whereas the present one is elliptically concerned with the foundations of religious belief.“

Nevertheless, the former work contains enough about religion in general to make its discussion not irrelevant to the special concerns of a Gifford Lecturer. …

Some of Harvey Cox‘s most perceptive critics—not necessarily Christian critics at that—have seen that his glorification of ‘technopolis’ is basically the adornment with a Christian label of the American way of life. Dewart is more subtle, but his outlook is much the same. If we enquire how it is that such an obviously intelligent and committed Catholic has fallen into this kind of relativism, we shall see that it is at least partly due to the philosophical doctrine which he has adopted, according to which truth is itself a historically conditioned concept. This stands out very clearly in what might otherwise have been an extremely valuable discussion of Marxism. He pertinently observes that atheism as a cultural phenomenon is indigenous to Christian societies, and we might expect that he would explain this, when it was not due to less respectable causes, as at least partly due to the failure of Christians to live in accordance with their professed beliefs. On the contrary, he sees it as resulting from the fact (for such he holds it to be) that for Christianity it is not either belief or disbelief that really matters but a conditional attitude to both. ‘I recall it’, he writes, ‘in confirmation of the conditional nature of Christian belief and its relativity to disbelief.… In the Judaeo-Christian tradition… the steady purification of the concept of God has increasingly facilitated the emergence of that peculiar disbelief which, being born of the same religious experience as belief, can fairly be called—in contradistinction to the atheism born of inconsiderateness, unreflectiveness, inexperience, or sheer obstinacy in refusing to admit the possibility of God—religious atheism.’ Both Christianity and Marxism, Dewart tells us, share a relative atheism, but that of Marxism is relative to its humanism while that of Christianity is relative to its theism. Dewart sees, indeed, some problems in his view of the nature of Christian theism:

From the relative nature of Christian theism follows its aptitude for development, readjustment and cultural polymorphism. It is not given once for all. It is, therefore, dynamic, evolving and self-transforming. But how could Christian theism be all these things and nevertheless true?

The answer which he gives to this question is, as we shall see, that truth itself is changing and relative.

At this point Dewart plunges into a discussion of the development of Christian dogma. ‘The fact of which we have recently become aware’, he writes, ‘is not that Christian doctrine has begun to develop in recent times, but that it has always existed in a process of development. It is only the awareness of this fact that is new.’ His explanation of this is simply that human awareness in general has become aware of its own historicity and evolutionary nature, and the Church is sharing in this contemporary experience, though lamentably lagging behind because of its attachments to the past.

http://www.giffordlectures.org/Browse.asp?PubID=TPTOOB&Volume=0&Issue=0&ArticleID=8

[36] Der Nichtmuslim ist zur sinnlosen Qual verflucht. Wie er sich doch müht, und leidet, der doofe westliche Mann, der Sisyphos. The Confusion of Seksuality (…)

bei: AL-HIKMAH (Malaysia)

http://hakim.org.my/blog/?p=100

Man beruft sich auf Naquib al-Attas, bei: al-Hikmah:

According to the authority of Malay language, Tan Sri Prof. Dr. Syed Muhammad Naquib al-Attas, Bahasa Melayu is considered to be a family member of Islamic languages that consist of Arabic, Persian, Turkish and Urdu. These languages shared many crucial semantic terms that defined their rich legacy in subsisting advanced discourse especially in the realm of knowledge. This can be proven via the legacy of scientific works in those languages – notably Arab and Persian, had upon the translation movement of European scholars that heralded the age of Renaissance and Enlightenment in the West.

http://hakim.org.my/blog/?p=149

… und verlinkt zu CASIS (Centre for Advanced Studies on Islam, Science and Civilisation), also zu Professor al-Attas Zögling Wan Mohd Nor Wan Daud

http://www.utm.my/casis/

Sisyphos beim Heraufrollen des Felsbrockens

Persephone beaufsichtigt Sisyphos mit seinem Stein in die Unterwelt. Seite A von einer schwarzfigurigen attischen Amphora, um 530 v. Chr. Aus Vulci.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/58/Nekyia_Staatliche_Antikensammlungen_1494_n2.jpg

Sisyphos bei der schweren Arbeit. London 1732

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e2/Sisyphos_1732.jpg

Nackte Qual. Sisyphos von Franz von Stuck, 1920

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0f/Sisyphus_by_von_Stuck.jpg

Viel zu tun auch als schlesischer Zwerg. Moderner Sisyphos; ul. Świdnicka, Wrocław (Breslau), Polen

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Wroclaw_krasnal_Syzyfek.jpg

Der Dhimmi macht, gleichsam als ein Sisyphos sich das Leben schwer und dem Kalifat das Wachstum leicht. Wer seiner Würde wohl bewusst ist, weist diese Rolle zurück:

Israeli prime ministers repeatedly obscure the simple fact that Islamic rulers cannot become a “partner for peace” without renouncing Islam itself—a 1,400 year-old ideology. It seems that Jews like Sisyphus are condemned to roll up the immense boulder of Islam’s fourteen-century hatred of Jews.

But now, allow me to go beyond academic language and address the reader in personal terms. I ask you to imagine what peace-loving Jews must feel, and how much they must endure, seeing that massive boulder they rolled up roll down again and crush the lives of innocent Jewish men, women, and children!

This has been the suffering Jews have endured for two decades since their leaders consummated a covenant of death with the PLO! Two decades of madness and terror.

Hence, I ask you to think of the families and friends of the thousands of Jews who have been murdered or maimed since that 1993 lethal covenant with Israel’s sworn enemies. Think of the loved ones of the Jewish victims of this covenant. Imagine their despair hearing again and again the lies of their own government about trying to achieve “peaceful coexistence” with the mortal enemies of the Jewish people.

Peace with whom? Peace with jobless Arabs paid to kill Jews? That’s what Israeli governments have been selling Jews for two decades!

Ponder well about these mirages—yes, and about over 1,000 Jewish casualties resulting from that 1993 covenant of death for which no one has been punished.

And while you think about the hallucinatory Israelis who think they can make peace, think also of what normal Jews must feel and endure hearing their governments talk about relations with Israel’s barbaric enemies, whose warriors destroyed hundreds of Christian, Hindu, Buddhist, Zoroastrian, and Jewish communities.

Is more evidence needed to convince any rational person that Israel is confronted by a genocidal enemy, an enemy that believes its own lies and who is therefore infected by a psychotic disorder produced by a 1,400-year culture of hatred?

aus: Prof. Paul Eidelberg: Op-Ed: Sisyphus in Israel

in: Arutz Sheva 7 / IsraelNationalNews (a7)

http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/11387#.UB_p6IFnrDM

auch Eidelberg, leider; am 13.06.2011 und damit ein Jahr vor der deutschen, hektisch und wenig zufällig schariakonform durch den Bundestag gepeitschten Beschneidungsdebatte. Als ob jüdische Beschneidungskritiker die Einheit (unity) des Judentums zertören wollten und als ob die männlichen Juden sich den heiligen nächsten und ganz besonders schönen Tempel nicht ebensogut mit wie ohne genitale Vorhaut aufbauen könnten. The loss, der Verlust erinnert ein wenig an the loss of Adab des Naquib al-Attas:

Circumcision is the one permanent physical sign of the Unity of the Jewish People. It was the loss of Jewish unity that brought about the destruction of the Second Temple.

http://www.jewishindy.com/modules.php?name=News&file=article&sid=15428

Zweiter Tempel, im Jahre 70 christlicher Zeitrechnung zerstört (der Jüdisch-römische Krieg began 66 nach sozialen Unruhen und endete mit der Eroberung der Masada im Jahr 74).

The Second Jewish Temple. Model in the Israel Museum.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Second_Temple.jpg

Rechts deutlich zu erkennen die massive Erdrampe, die von der römischen Armee erbaut wurde, um die Festungsmauern zu durchbrechen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Vista_general_de_Masada.jpg

Masada heute, Blick hinab auf die Seilbahn; Bildmitte: Römisches Kleinkastell, ebenso rechts vor der Talstation der Bahn.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b0/CableCarToMasada.JPG

Modellbild des Salomonischen Tempels, der 586 v. Chr. durch Nebukadnezar II. zerstört wurde.

http://www.bible-architecture.info/4.The_16.jpg

Modell der Stiftshütte auch Stiftszelt genannt in Israel, Timna Park. Originalgetreu nachgebaut und begehbar. Die Vorschrift zum Bau des Heiligtums wird auf Ex 25,8 EU zurückgeführt, wo es heißt: “Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne.” Der Ausdruck “in ihrer Mitte” lässt nach der jüdischen Tradition darauf schließen, dass das Heiligtum nicht als “Wohnplatz” Gottes zu verstehen ist, sondern als ein Symbol für die Heiligkeit Gottes, dem das Volk nachzuleben hatte, wenn sein Geist in ihrer Gemeinschaft weilen sollte. Das Zelt diente den Israeliten während ihrer Wüstenwanderung und bis zur Zeit König Davids als zentraler Ort der Begegnung mit Gott. Zuerst wurde es auf den Wanderungen mitgeführt, später hatte es seinen Standort in Schilo etwa in der Mitte des Landes Israel.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/Stiftshuette_Modell_Timnapark.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Mischkan

Bundeslade

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/R%C3%A9plica_del_Arca_de_la_Alianza–1.JPG/800px-R%C3%A9plica_del_Arca_de_la_Alianza–1.JPG

Bundeslade, in den Tempel getragen; Frankreich, frühes 15. Jahrhundert, aus den Très Riches Heures du Duc de Berry

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Folio_29r_-_The_Ark_of_God_Carried_into_the_Temple.jpg

auch Bundeslade, beinahe jedenfalls; evangelische Jugendarbeit, Deutschland

http://www.hamm-sieg.de/hamm/Aktuelles/Archiv/%E2%80%9EAuszug%20aus%20%C3%84gypten%20%E2%80%93%2040%20Jahre%20durch%20die%20W%C3%BCste%E2%80%9C/840%20-%2040%20Bundeslade%20tragen.jpg?resize=400×300

Albert Camus gab eurer westlichen Dekadenz Ausdruck. Der Osten (Islam) leidet nicht an der Sinnkrise, sondern gehorcht Allahs Befehl. Euch den Sisyphos, uns das Schariagesetz:

The Western existentialist tradition looks at the human condition and sees meaninglessness. This is well exemplified in Albert Camus’s “The Myth of Sisyphus.” Life and death are equally random and purposeless. There is no underlying teleological or redeeming force to make things come out right so that one could say all is well, as the Christian says. Each person is ultimately alone, shorn of any self-deluded hope of salvation or bliss after a life of possible suffering. The only hope of remission of meaninglessness is to live an “authentic existence,” to rise to the challenge of meaninglessness and to conquer it by force of will. The excitement of existentialism is, as Sartre has said, that “it puts every man in possession of himself as he is, and places the entire responsibility for his existence squarely upon his own shoulders. And when we say that man is responsible for himself, we do not mean that he is responsible only for his own individuality, but that he is responsible for all men” (Jean-Paul Sartre, “Existentialism is a Humanism,” in Existentialism from Dostoevsky to Sartre [New York: New American Library, 19751, p. 34). …

Islam is a deeply humanistic tradition assessing that there is indeed a problem with human existence and labels the problem forgetfulness. The divine nature is dormant in every human being, waiting to be awakened to a life lived in obedience to the will of God. The Islamic solution to the problem of forgetting the will of God is spelled out in God’s holy book, the Qur’an, and made readily available to all humans there and in shari’ah. Muslims have no doubt as to the availability of salvation-it is there for the taking. Just as Christians maintain that in Adam all sinned, Muslims claim that the potential for obedience to the divine law lies within each of us.

aus: Ellen Zubrack Charry: A Step toward “Ecumenical Esperanto”

in: Leonard Swidler, Hg.: Toward a Universal Theology of Religion

http://astro.temple.edu/~swidler/swidlerbooks/universal_theology.htm

[37] Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) nennt elterliche Selbstvergewisserung guter deutscher Jüdischkeit vermittels Vorhautentfernung am männlichen Kind die Basis für ein gelingendes Leben und beruft sich inschallah auf die „drei“ abrahamischen Religionen, also unnötigerweise gleich auch auf Allahs antisemitisches Schariagesetz. 4000 Jahre Penisschnitzerei, wahrscheinlich, mit Xhosa, Papuas und Aboriginees 40.000 Jahre. Je oller je doller, oder ist denn alles nur deshalb gut, weil es aus der Steinzeit oder Bronzezeit stammt:

„Die Beschneidung ist für das Judentum seit jeher ein unverzichtbarer Bestandteil! Sie führt direkt auf den Vorvater der drei großen abrahmitischen Religionen, Abraham, zurück, als festes Zeichen des Bundes mit G”tt und der Zugehörigkeit jedes Juden zum jüdischen Volk.

Seither wird die Beschneidung fast 4000 Jahre in ununterbrochener Linie ausgeübt! Schätzungsweise fast eine Milliarde Männer weltweit sind beschnitten, meist aus religiösen, kulturellen oder präventiv gesundheitlichen Gründen, aber wohlgemerkt in der Regel ohne medizinische Indikation – handelt es sich hier um millionenfache Körperverletzung? Kann eine so alte und weltweit verbreitete Tradition als unrechtens gebrandmarkt werden?

Beschneidung ist für das Judentum unverzichtbar! Ohne das Recht auf Beschneidung ist die vom Grundgesetz zugesicherte Religionsfreiheit für das Judentum eine leere Hülle und ein reines Lippenbekenntnis.

Mit dem vom Kölner Landgericht gefällten Urteil macht sich eventuell jeder an einer Beschneidung direkt Mitwirkende strafbar, womit die einfache Ausübung der jüdischen Religion kriminalisiert wird! Mit Bestürzung verfolgt die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und weltweit diese Entwicklung – sollte Deutschland in der heutigen Zeit wirklich diese Rolle einnehmen wollen?“

http://www.ordonline.de/index.php?option=com_content&view=article&id=307:pressemitteilung-beschneidung-fuer-judentum-unverzichtbar&catid=155:pressemitteilungen&Itemid=13

Heute ist die religiöse Beschneidung in den meisten Ländern der Welt zugelassen. 2008 urteilte der finnische Obergerichtshof, dass die rituelle Beschneidung erlaubt ist. 2011 versuchte eine Bürgerinitiative in San Francisco ein Referendum zum Verbot der Beschneidung zu organisieren. Die Volksbefragung wurde aber noch vor dem Urnengang von einem Gericht für verfassungswidrig erklärt. Kurz danach erließ der Staat Kalifornien ein Gesetz, das regionale Verbote von Beschneidung untersagt.

http://www.ordonline.de/index.php?option=com_content&view=article&id=309:millionenfacher-eingriff&catid=9:dwar-thora&Itemid=7

»Der Tempelberg ist unser«

Warum die israelische Metropole die Hauptstadt aller Juden ist (ob beschnitten oder unbeschnittenen, Ergänzung Sägefisch)

Eine 2.000 Jahre alte Prophezeiung ist vor 45 Jahren mit dem Ende des Sechstagekrieges in Erfüllung gegangen. Damit wurde ein Kreis geschlossen, der für das Volk Israel im babylonischen Exil endete. Der Verlust der Heimat und das Leben in der Fremde bedeuteten eine neue Etappe: Die Juden lebten nicht mehr in Eretz Israel, sondern auf unterschiedlichen Kontinenten und in Ländern über die ganze Welt verstreut.

Dieser Zustand endete mit der Rückkehr im Jahre 1967 (5727) nach Jerusalem. 2.000 Jahre lang lebten die Juden, wie den Propheten zu entnehmen ist, an den Flüssen Babyloniens, der Themse und des Rheins, und die Israeliten weinten in guten und schlechten Tagen in Erinnerung an die Stadt, die sie verlassen mussten, um ins Exil zu gehen – Jerusalem (Psalm 137).

Große Aufregung erfasste die Juden auf der ganzen Welt, als die Einnahme Jerusalems bekannt gegeben wurde und der Chef der Fallschirmjägereinheit, Generalleutnant Mordechai »Mota« Gur, erklärte: »Der Tempelberg ist in unseren Händen.« Diese Meldung veränderte die Stimmung, die während des Krieges in Israel herrschte. Eigentlich warteten Juden in aller Welt seit 1.000 Jahren auf diesen Augenblick, dann war Westjerusalem plötzlich wieder mit Ostjerusalem vereint, und die Juden hatten wieder Zugang zur Kotel, einem Überbleibsel des Tempels, um wieder vor der Klagemauer beten zu können.

http://www.ordonline.de/index.php?option=com_content&view=article&id=303:rder-tempelberg-ist-unserl&catid=9:dwar-thora&Itemid=7

13 Was in deinem Haus geboren oder um Geld erkauft wird, soll unbedingt beschnitten werden. So soll mein Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger Bund. 14 Und ein unbeschnittener Mann, einer, der sich nicht beschneiden läßt am Fleisch seiner Vorhaut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat!

aus: 1. Buch Mose 17

http://www.way2god.org/de/bibel/1_mose/17/

Die denkverbotene Sache mit dem Präputium. So originell war der 99 Jahre alte Axtschwinger Abraham dann auch wieder nicht:

Incision, the least harsh of the male genital mutilations, consists of either a simple cut on the foreskin to draw blood, or a complete cutting through of the foreskin in a single place so as to partly expose the glans. Incision existed primarily among peoples of the East African coast, in Island Asia and Oceania, and among a few peoples of the New World. Circumcision, a harsher mutilation where the foreskin of the penis is cut or torn away, was and is practiced across much of the Old World desert belt, and in a number of Sub-Saharan Central Asian, and Pacific Ocean groups. When performed during puberty, circumcision was largely a premarital rite of pain endurance.

Circumcision only gained the status of being a “hygienic operation” in relatively recent times, although the most recent and best medical evidence has in fact shown that routine circumcision has neither short nor long-term hygienic benefits; indeed, it has mild to severe negative psychological and physiological effects. Particularly in the bush, under less than sanitary conditions, the circumcised boy infant or child would have been at greater risk than the uncircumcised boy. The most severe male genital mutilation, a form of skinstripping, was practiced along the Red Sea coast in Arabia and Yemen, at least into the 1800s. Here, in an endurance ritual performed on a potential marriage candidate, skin was flayed from the entire penile shaft as well as from a region of the pubis. The community blessing would only be bestowed upon the young man who could refrain from expressing emotion during the event (DeMeo 1986).

Another harsh ritual, subincision, was practiced primarily among Australian aborigines and on a few Pacific Islands [z. B. der australische Stamm der Aranda bzw. Arunta bzw. Arrernte, das Volk und seine Sprache wurde zwischen 1907 und 1920 von Carl Strehlow erforscht]. It consisted of a cutting open of the urethra on the underside of the penis down to as far as near the scrotum; the subincision ritual was generally preceded by a circumcision ritual. The practice did not confer any contraceptive advantage, and no claims as such were made for it by the Australian aborigines. The geographical aspects of the Australian genital mutilations has been studied previously, and two competing theories were developed: Northwest Australia, specifically the Kimberly region, was identified as a location where genital skin stripping was performed, and some believed that circumcision and subincision spread into Australia from that region, diffusing to the east and south. On the other hand, independent development of the traits within Australia has been argued, based upon the observation that the most intense forms of subincision occurred in the desert center of the continent, being absent in a few border regions where only circumcision was practiced (DeMeo 1986).

http://www.noharmm.org/geography.htm

I felt as if fire was shooting through my veins, the pain was so intense. I called out “NDIYINDODA” aka I AM A MAN. At the conclusion of the ceremony, we returned to our huts. We were ordered to lie on our backs in the smoky huts, with one leg flat and one leg bent.

Our guardian paint our naked bodies from head to foot in white ocher, turning us into ghosts. the white chalk symbolised our purity. At midnight an attendant aka “Inkhantatha” crept around the hut instructing the boys to leave the hut and go bury their foreskins. The traditional reason for this practise was so that their foreskins would be hidden before wizards could use them for evil purposes.

Nelson Mandela

http://saharanvibe.blogspot.de/2007/04/long-walk-to-adulthood.html

Seit dem 26. Juni hat das Jüdische Krankenhaus offiziell die religiös motivierte Beschneidung von unter 14-Jährigen eingestellt. “Als ich abends vor dem Fernseher von dem Urteil erfuhr, war ich einfach überrascht. Erst am nächsten Morgen, in der Teambesprechung mit dem ärztlichen Direktor über unsere zukünftige Praxis, ist mir bewusst geworden, welche Auswirkungen der Richterspruch auf unsere Arbeit und das Leben unserer Patienten hat”, meint der 56-Jährige. …

Obwohl man in Deutschland ab 14 Jahren uneingeschränkt religiös mündig ist und das Alter nach dem Urteil auch auch für das Krankenhaus die offizielle Beschneidungsgrenze ist, operiert das Kollegium vorerst nur Patienten ab 18 Jahren. “Wir warten auf eine endgültige Entscheidung und gehen bis dahin lieber auf Nummer sicher, bevor wir uns strafbar machen”, erklärt der Oberarzt.

Anm. Blog Sägefisch: ab 18 Jahren ist wünschenswert, keine Beschneidung ohne absolute medizinische Indikation an Minderjährigen.

aus: Cornelius Wüllenkemper: “Plötzlich diskutieren wir über Selbstverständlichkeiten”. Wie das Jüdische Krankenhaus in Berlin mit dem Beschneidungsurteil umgeht

in: evangelisch Juli 2012

http://aktuell.evangelisch.de/comment/3291?destination=comment/3291

http://aktuell.evangelisch.de/comment/3291?destination=comment/3291

Harmlose männerbündische Romantik, etwas exzentrischer New Age, problematisch neokonservative erneuerte Archaik oder der Weg in den globalen männlichkeitsverherrlichenden Totalitarismus?

A conscious rite of passage for your community. BECOMING MEN – TALKS AND CAMPS

http://www.tasmen.org.au/images/stories/PDFs/cropflyersept2011-wholedoc.pdf

[38] Am Sonntag möchte das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus gemeinsam mit muslimischen Verbänden auf die Straße gehen. “Wir sind entsetzt”, heißt es in dem Demonstrationsaufruf, “über eine von Vorurteilen und diffusen Ängsten geprägte Diskussion, die teils hysterische Züge annimmt und antisemitische und antiislamische Stereotypen bemüht”. Plötzlich stünden Muslime und Juden als Kinderquäler da, als lieblose und schlechte Eltern, die an Kindern blutige Rituale ausführen, berichtet Zeit Online. “Niemand muss sich für Beschneidungen begeistern. Aber Respekt können wir verlangen.”, sagte der jüdische Regisseur und Initiator der Demonstration, Levi Salomon.

http://www.newspoint.cc/artikel/Weltweit/Beschneidung_Demo_gegen_Vorurteile_91602.html

[39] „You are thus called men, but the Goim are not called men“ (Kerithuth 6b p. 78), Sanhedrin 74b Tosephoth: “The sexual intercourse of a Goi is like to that of a beast”, Kethuboth 3b: “The seed of a Goi is worth the same as that of a beast.”

http://www.urbandictionary.com/define.php?term=goim

[40] I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

aus: OPEN LETTER FROM DR. JENNY GOODMAN

[to friends who will be in attendance at the Fourth International Symposium on Sexual Mutilations, Lausanne, Switzerland, August, 1996, as published in the Syllabus of Abstracts of the Symposium].

http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

[41] aus: Hannes Stein: “Juden raus!”

auf: Die Achse des Guten 22.07.2012

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/juden_raus/

[42] Tatsächlich. Eine HAMAS-Tarnorganisation marschiert mit wenn, es um “Toleranz, Weltoffenheit und Gelassenheit gegenüber einer Tradition, die für die jüdische und muslimische Identität” gehen sollte. … Update: Auf Anfrage von Humanist News teilte uns Levi Salomon, einer der Organisatoren dieser Demo mit, dass das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) zwar den Aufruf zur Unterstützung gestartet, jedoch keinerlei Möglichkeit hatte zu prüfen, ob “die eine oder andere Organisation mit unseren politischen Ansichten nicht konform ist”. Nach dem Hinweis sollen diese beiden oben genannten Gruppierungen aus der Unterstützerliste gestrichen werden, so Salomon.

aus: Mit der HAMAS auf einer Pro-Beschneidungsdemo in Berlin

auf: HN – Humanist News 27.08.2012

http://www.humanist-news.com/mit-der-hamas-auf-einer-pro-beschneidungsdemo-in-berlin/

[43] aus: Hannes Stein: Das 614. Gebot

auf: Die Achse des Guten 27.07.2012

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_614_gebot/

[44] Im Sommer 2012 kämpfen orthodoxe jüdische und islamische Organisationen, sonst nicht selten verfeindet, Hand in Hand gegen das Kölner Beschneidungsurteil. Die an der gegenmodernen Scharia festhaltenden Islamverbände möchten bis nach Karlsruhe gehen; andere warnen vor einem erneuerten Völkermord oder Holocaust.

Die deutsche Regierung wird offensichtlich von den reaktionären religiösen Wortführern unter erheblichen Druck gesetzt und will Rechtsklarheit schaffen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle etwa will „die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt“ wissen, ein Argument, mit dem man künftig auch die Mädchenbeschneidung legitimieren und legalisieren müsste.

aus: Kindesmisshandlung unter dem religiösen Vorwand

Zentralrat der Ex-Muslime 16.07.2012

http://nicsbloghaus.org/2012/07/18/zentralrat-der-ex-muslime-kindesmisshandlung-unter-dem-religioesen-vorwand/

[45] Allah bewahre uns, in der Dar al-Islam breitet sich die hoch infektiöse Verwestlichung aus:

This may be why the religious schools and the Islamic schools have suddenly begun to flourish over the last decade. In schools of this sort, no threat is perceived to the faith of the students coming from strict religious households; they have not been immobilized by the pestilential breath of occidentosis. But what is the use? The petrification that has overtaken religious milieux will turn these students into fossils in another way.

JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West

Translated by R. Campbell

Annotations and Introduction by Hamid Algar

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

[46] Transcendent Philosophy Journal is an academic peer-reviewed journal published by the London Academy of Iranian Studies (LAIS) and aims to create a dialogue between Eastern, Western and Islamic Philosophy and Mysticism

Editor

Seyed G. Safavi

SOAS, University of London, UK

Book Review Editor

Sajjad H. Rizvi

Exeter University, UK

Editorial Board

G. A’awani, Iranian Institue of Philosophy, Iran

A. Acikgenc, Fatih University, Turkey

M. Araki, Islamic Centre England, UK

S. Chan, SOAS University of London, UK

Und wieder dieser gottlose Sisyphos:

[Ausgabe Dezember 2011] Genealogy of absurdism is to be traced in ancient Greeks because the first great adventures of unaided human reason and thus its failure were to be found there. The Sceptic Empedocles’ observation that the life of mortals is so mean a thing as to be virtually un-life, for instance, captures the essence of absurdist nihilist thesis. The task that Camus issues for the absurd hero Sisyphus is one where man lives on without the hope of transcendence.

(…) References: Al-Naquib Al-Attas, S M, Islam and Secularism, Delhi: Ruby Printing Press, 1984. Pp. 33-34

http://www.iranianstudies.org/wp-content/uploads/2010/04/Transcendent-Philosophy-Journal-Volume-12-December-2011-LAIS.pdf

Transcendent Philosophy (Journal)

http://iranianstudies.org/journals/transcendent-philosophy-journal/

Islamic Perspective (Journal)

http://iranianstudies.org/journals/islamic-perspective-journal/

A Comparative Study on Islamic and Western Philosophy

Edited by Seyed G Safavi, 2002

http://iranianstudies.org/research-and-publication/a-comparative-study-on-islamic-and-western-philosophy/

[47] In regards to ferries between Penang Malaysia and Belawan Harbour ( 30 kms from Medan) they ceased operation in mid 2010.

http://www.tripadvisor.com/ShowTopic-g294231-i9609-k4576284-Getting_to_Sumatra_Medan_from_Singapore_Kuala_Lumpur-Sumatra.html

Just to update everyone the Ferry service is still not running between Penang and Medan and according to local gossip will not be running again! 2012.

http://www.lonelyplanet.com/thorntree/thread.jspa?threadID=2035497

Piraterie, Meeres-Terrorismus … Die dreizehn Verhafteten sollen ein dschihadistisches Ausbildungslager in der Provinz Aceh durchlaufen haben. … [Piraten sind hier altbekannt, aber] Terrordrohung, das ist etwas Neues:

in een rapportage over piraterij en terrorisme ter zee … De Indonesische politie maakte gisteren bekend dat zij 13 verdachten had gearresteerd die betrokken zouden zijn bij terreurtrainingen in een kamp van moslimextremisten in Atjeh, dat grenst aan de Straat van Malakka. De zee-engte is al langer werkterrein van piraten. Een terreurdreiging is nieuw.

http://vorige.nrc.nl/buitenland/article2497720.ece/Maatregelen_na_terreurdreiging_Straat_Malakka

Ein humanitärer Skandal mit Tradition ist die sklavengleiche Kinderarbeit auf dem Jermal, der Fischfangstation. Zwar sind es nicht mehr 1.700, aber einige dieser oft illegal errichteten Pfahlbauten stehen auch 2012 noch im flachen Meer vor Nordsumatra:

Ein Jermal gleicht einem Fischerboot, das niemals einen Hafen anläuft. Außer Sichtweite der Küste schaukelt es träge im seichten Wasser der Malakkastraße, ohne je die Fanggründe wechseln zu müssen, denn die stete Meeresströmung treibt unaufhörlich neue Beute ins Netz. Ein künstliches Paradies, mag ein Besucher denken, sobald er sich an die wackelige Plattform gewöhnt hat: die flaschengrüne See, der tropische Sonnenuntergang, ein majestätischer Seeadler lässt sich auf einem Stützpfahl nieder.

Doch so ein Besucher müsste kalt sein gegenüber dem Los der Menschen, die hier schuften. Der Mandor wird alle zwei Wochen abgelöst, doch die sechs Jugendlichen bleiben monatelang, ohne je Land und andere Leute zu sehen. Nur ein Versorgungsschiff legt einmal wöchentlich an, holt den Fang und bringt Vorräte. Auf dem Jermal arbeiten sie sieben Tage die Woche, 20 Stunden am Tag. „Auf so eine Heuer lässt sich kein erfahrener Fischer ein“, sagt Edy, „deshalb beschäftigen die Jermal-Eigner Leute aus dem Binnenland – am liebsten Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und achtzehn. Die sind schon kräftig genug, begnügen sich aber mit weniger Lohn als Erwachsene, lassen sich leichter gängeln und achten nicht darauf, wie gefährlich ihre Arbeit ist.“ Damit niemand fliehen kann, besitzt kein Jermal ein eigenes Boot. „Die Jungs hier“, sagt Edy, „werden gehalten wie Sklaven.

aus: Marcel Keifenheim: Sumatra: Kinder auf Fischfang

in: greenpeace magazin 6.00

http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3890

Bild eines Jermal

Jermal is a fishing platform built on the sea about four to seven miles away from the sea shore of east coastline of North Sumatera, Indonesia. … Of thousands of jermals in the 70s, now only 16 exist. The rest have been destroyed during storm seasons at the end of each year, claiming many lives. The legal ban for the reconstruction of new jermals, the high price of the establishment and the scarcity of fish in the areas also have something to do with the decreased number of jermals. The main reason for banning jermal in operation is the issue of child slavery. Earlier most of about ten labors in each jermal were boy children, who in the year of 2003 was paid only US$. 12.00 (IDR. 120.000) per month. These boys had to work for at least three months before they were allowed to return home. During high tide seasons, they had to work day and night with only about five hour sleep (24.00 to 05.00). Physical, psychological, sexual and economic abuses were the main part of the little boys’ lives. At least 20 boy children are still leading that misery life when this article is posted.

http://www.flickr.com/photos/21273988@N03/2299143859/

Jermal, der Film zum Thema Jermal, seit dem 12. März 2009 in indonesischen Kinos.

http://kabarmag.com/blog1/2009/03/13/jermal-a-tale-of-a-father-a-son-and-the-isolation-of-a-malaccan-fishing-platform/

After his mothers death, 12-year-old Jaya (Iqbal S. Manurung) is sent to his father, Johar (Didi Petet), who works as a supervisor on a jermal (a fishing platform perched on log stilts in the middle of the sea). Johar is shocked, never knowing he has a son, and rejects the boy as his kin. Fully aware he cant bring Jaya back to land due to a dark past, Johar is forced to accept the boy as a worker on the site.

Faced with constant rejection from his father and relentless bullying by the other boys who work on the jermal, Jaya decides to take fate into his own hands. He gives up hope on being accepted and learns the skills and attitude needed to survive on the jermal.

Jaya increasingly becomes like the other boys: a tough, rough survivor; while Johar is forced to gradually face and accept his past. Eventually, both Johar and Jaya learn that they are bound by their past, united by the space in which they move, and connected by the inescapable truth.

http://www.imdb.com/title/tt1190073/synopsis

Film: “Jermal”

Drama, 2008, RI/NL, 90 Min.. Regie: Ravi Bharwani; Rayya Makarim, Drehbuch: Rayya Makarim

http://hamburg.stadtus.de/kino/film_jermal.html

Filmplakat

http://www.disctarra.com/uploads/covers/ca64bc597936033401c2ac7aadb16ec8.jpg

[48] Das Volk der Batak wird in sechs Volksgruppen gegliedert, deren ursprüngliches Siedlungsgebiet auf Samosir, der Insel im Tobasee, liegt. Die größte Gruppe sind die Toba, die um die südliche Hälfte des Tobasees und auf Samosir siedeln. Südlich folgen die Angkola, die mit den Mandailing weiter südlich bis zur Grenze von Westsumatra zusammengefasst werden können. Die beiden letztgenannten Gruppen sind mehrheitlich Muslime und haben viele Traditionen aufgegeben, alle anderen Batak sind überwiegend christianisiert und haben viele alte Bräuche bewahrt. Die Karo leben nördlich des Sees im Hochland von Kabanjahe und Berastagi. Im Osten des Tobasees leben die Simalungun um Pematang Siantar. Die Pakpak, die auch Dairi genannt werden, siedeln im Nordwesten und Westen des Sees um Sidikalang. (Wikipedia)

http://de.wikipedia.org/wiki/Batak

[49] Nommensen-Universität, Sumatra, Indonesien. Universitas HKBP Nommensen.

http://www.nommensen-id.org/

alte Website

http://www.nommensen.org/

YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=9zUA1_XPs1M

Studentengemeinschaft Eintracht. Concordia.

http://www.nommensen-id.org/index.php/content/view/Njk-

The Huria Kristen Batak Protestan (HKBP), which translates into the Batak Christian Protestant Church, is the largest Protestant denomination in Indonesia, with a baptized membership of 4,178,256.

The first Protestant missionaries who tried to reach the Batak highlands of inner Northern Sumatra were English and American Baptist preachers in the 1820s and 30s, but without any success. After Franz Wilhelm Junghuhn and Herman Neubronner van der Tuuk did intensive research on Batak language and culture in the 1840s, a new attempt was done in 1861 by several missionaries sent out by the German Rhenish Missionary Society (RMG). The first Bataks were baptized in this year. In 1864, Dr. Ludwig Ingwer Nommensen from Rhenish Missionary Society Germany, reached the Batak region and founded a village called “Huta Dame” (village of peace) in the district of Tapanuli in Tarutung, North Sumatra.

http://en.wikipedia.org/wiki/Batak_Christian_Protestant_Church

[50] Der aktive (revolutionäre) Islam in Indonesien und Malaysia:

Teufel, Tugend und Textilien

Den leuchtenden Staat von Medina durch sein Alltagshandeln kraftvoll zu erneuern, wird unter den Koran lesenden Gegnern der Wissenschaftlichkeit, politisch gesagt den Gegnern der Säkularität, auch im schafiitisch geprägten Südostasien als religiöse Pflicht empfunden. Proschariatische Geflechte aus jungen Predigern, investitionsfreudigen Konzernchefs, medial erfahrenen ‘Ulama (Islamgelehrten), prügelbereiten Sittenwächtern und mittlerweile überraschend jenseitszentriert argumentierenden Politikern und Juristen zurren die Fesseln der Scharia um Indonesiens Provinzen und Malaysias Staaten immer enger. Von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/04/30/231/

[51] Gudrun Krämer verspürt Ost und West und erhält Zwischenrufe von Jacques Auvergne:

War es früher möglich, “Islam” und “den Westen” klar voneinander zu unterscheiden, so ist dies nicht länger möglich. Die Grenze zwischen Innen und Außen wird zusehends verwischt. Millionen von Musliminnen und Muslimen leben im Westen, viele von ihnen als Bürger westlicher Gesellschaften; damit sind sie selbst Teil des Westens. [Vibriert die aufregende Ortsgrenze Kalifat-Nichtkalifat mittlerweile also in jeder deutschen Stadt und Straße?]

Der Westen wiederum wirkt auf vielerlei Weise in die islamische Welt hinein, nicht allein politisch und militärisch, sondern über die materielle Kultur, die Technologie, moderne Kommunikations- und Organisationsformen, denen sich niemand entziehen kann, der sich nicht vollkommen von seiner Umwelt isoliert. Die daraus resultierenden Konflikte sind ganz real. [Sollen sich die freiheitlichen Demokraten für Internet und Mobiltelefon schämen?]

Doch wer so stark die Vernunft als Erbe des Christentums und der Aufklärung für sich reklamiert, wie dies in Europa derzeit üblich ist, der sollte die Vernunft nicht über Bord werfen, wenn es um das Verhältnis zum Islam und den Muslimen geht. … [Muslime als Spezies, für die ein kultureller Rabatt oder ein Sonderrecht gelten soll? Warum schweigt Gudrun Krämer zu den Ex-Muslimen? Was ist vernunftgeleiteter Umgang mit Zweitfrau, Kindbraut und Burka?]

Die ständige Forderung an die Muslime, sie müssten sich sofort auf den Marsch durch Reformation und Aufklärung machen, um überhaupt an der Moderne teilhaben zu können, ist sinnlos und kontraproduktiv. Kontraproduktiv sind auch Provokationen wie etwa die bewusste Beleidigung des Propheten, die eben mehr ist als seine bildliche Wiedergabe, für die es in der islamischen Kunst sehr wohl Beispiele gibt. [Aufruf zur Unterwerfung, wer droht, hat recht. Islamkritik ist gemeinschaftsschädlich, „kontraproduktiv“?!]

Man kann das Grundrecht der Meinungsfreiheit, der künstlerischen und der wissenschaftlichen Freiheit wahren und verteidigen, ohne sich auf diesen sensiblen Punkt zu versteifen. Das ist nicht Kapitulation vor hetzerischen Gewalttätern, sondern Rücksichtnahme auf die religiösen Empfindungen von Musliminnen und Muslimen, die durch die Beleidigung des Propheten gerade nicht dazu angeregt werden, sich kritisch und aufgeklärt mit ihrem Islamverständnis auseinanderzusetzen. Das Gegenteil ist der Fall. [1930 oder 1933 hätte man Hitler also nicht mit den frechen Karikaturen von Helmut Herzfeld ärgern dürfen, im „Gegenteil“ (Krämer). Irgendwie ist John Heartfield am Nationalsozialismus schuld?!]

aus, allen Ernstes: Gudrun Krämer: Der Islam und der Westen

in: DER SPIEGEL 21.11.2006 v

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-49626797.html

im Bild: Gudrun Krämer

http://de.qantara.de/files/4227/4148/4d46d4ba65182_Gudrun_Kraemer_Dpa.jpg

Die renommierte Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer nimmt über die Grenzen ihres Fachs hinaus an den öffentlichen Islam-Debatten teil. Für ihre Arbeit wurde sie 2010 mit dem Internationalen Forschungspreis der Gerda Henkel Stiftung ausgezeichnet.

http://de.qantara.de/Mit-rationalen-Argumenten-gegen-die-Islamfeindlichkeit/4227c144/index.html

Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer erhält den Gerda Henkel Preis 2010

Das Stiftungskuratorium folgte in einer einstimmigen Entscheidung einer Empfehlung der Jury, der Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik sowie die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung angehören. Vorsitzender war Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Frühwald. In der Begründung der Jury heißt es: „Gudrun Krämer ist eine quellen-, sprach- und methodensichere Historikerin. Sie untersucht, erläutert und erklärt, kritisch, aber mit sichtbarer Zuneigung zu ihrem Forschungsgebiet, die Geschichte, die Kultur, die Religion und die Wertvorstellungen der Muslime und gewinnt daraus Erklärungsmuster auch für gegenwärtige Konflikte. Da sie eine glänzende Stilistin ist, hat sie sich ein Publikum weit über die Grenzen ihres Faches hinaus erobert. Gudrun Krämer sucht sich für ihre Arbeiten brisante Themen, so dass sie, ohne an fachlicher Reputation zu verlieren, in den Medien und in der Politik zu einer gesuchten, verständlich sprechenden und urteilenden Expertin für jene Fragen geworden ist, die uns in der Auseinandersetzung mit Islam und Islamismus aktuell beschäftigen.“

„Gudrun Krämers Arbeit bringt uns einem tieferen Verständnis islamisch geprägter Kulturen und Gesellschaften sehr viel näher“, so der Vorsitzende des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung, Dr. Michael Hanssler. „Historisch fundiert vermittelt die Trägerin des Gerda Henkel Preises 2010 damit ein differenziertes Bild unserer Lebenswirklichkeit.“

http://www.gerda-henkel-stiftung.de/presse_detail.php?nav_id=711

L.I.S.A.Lecture

Islam und Recht in Europa

Vorlesung von Prof. Dr. Mathias Rohe (1/2)

Gerda Henkel Stiftung

http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/videos.php?nav_id=32&what=tag&search_tag=Kopftuch

“Demokratie aus dem Islam heraus begründen”

Interview mit Prof. Dr. Mathias Rohe

Gerda Henkel Stiftung

http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=2012

Dr. Sabine Damir-Geilsdorf ist Islamwissenschaftlerin und Privatdozentin in der Abteilung für Islamwissenschaften der Universität Bonn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem religiös-politische Bewegungen und die Entwicklungen des islamischen Rechts. Zurzeit arbeitet sie an einem Forschungsprojekt über Scharia-Konzepte und Reformagenden verschiedener religiös-politischer Bewegungen.

Das Projekt wird von der Gerda Henkel-Stiftung gefördert.

http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1514

[52] Herrschaft Allahs und Islamsystem (al-Ḥakimīya li-llāh wan-Niẓām al-Islāmī)

5.3 Islamic Revival – main tenets or beliefs:

5.3.1 Din wa Dawla (religion and state) – have no separation. Islam is a total and comprehensive system or way of life, the blueprint for which is the Qur’an.

5.3.2 Qur’an wa Sunna (the way of the Prophet Muhammad) – are the foundations of Islam, its early roots to which Muslims should return for authentic renewal.

5.3.3 Puritanism and Social Justice – as Islamic values and practices, while rejecting Western cultural values and mores as alien to Islam. The failure of Muslim societies is due to departure from the straight path of Islam by following a Western secular path.

5.3.4 Hakimiyya (Allah’s sovereignty) and nizam al-Islam (Islamic order or system) – are the ultimate aim where Shari’ah (Islamic law) is supreme and should replace Westernized law.

5.3.5 Jihad (holy war or struggle) – means defensive and offensive external struggle against threats to Islam, as well as inner struggle to control one’s own base desires or impulses.

5.3.6 Although Westernization is condemned, modernisation as such, especially is science and technology, is accepted but subordinated to Islamic beliefs and values.

aus: SOLIMAN M. SANTOS, JR.: A HOLISTIC PERSPECTIVE ON THE MINDANAO CONFLICT

http://www.aer.ph/pdf/papers/holistic_perspective_on_the_mindanao_conflict.pdf

[53] Alles gar nicht so besorgniserregend (worrisome), findet Jeffrey Ayala Milligan:

The devolution of control over education policy in the Autonomous Region in Muslim Mindanao of the southern Philippines has led, in recent years, to efforts to Islamise education in the region, a trend reflective of similar efforts in other Southeast Asian Muslim countries but often seen as worrisome by secular observers concerned about the alleged radicalising influences of Islamic education. This essay critically examines two approaches to the Islamisation of education proposed by Syed Muhammad Naquib al-Attas and Fazlur Rahman, arguing that Islamisation of education in Muslim Mindanao is more likely to take a pragmatic than fundamentalist course.

betr.: Jeffrey Ayala Milligan: Islam and Education Policy Reform in the Southern Philippines

in: Asia Pacific Journal of Education, v28 n4 p369-381 Dec 2008

Routledge. Available from: Taylor & Francis, Philadelphia

http://www.eric.ed.gov/ERICWebPortal/search/detailmini.jsp?_nfpb=true&_&ERICExtSearch_SearchValue_0=EJ821637&ERICExtSearch_SearchType_0=no&accno=EJ821637

http://www.zhongtu.com.cn/Article.aspx?Code=15160220&View=baokanarticle

Jeffrey Ayala Milligan: Islamic Identity, Postcoloniality, and Educational Policy: Schooling and Ethno-Religious Conflict in the Southern Philippines

Published August 1st 2005 by Palgrave Macmillan

http://www.goodreads.com/book/show/1785964.Islamic_Identity_Postcoloniality_and_Educational_Policy

Jeffrey Ayala Milligan: The Prophet and the Engineer Meet Under the Mango Tree: Leadership, Education, and Conflict in the Southern Philippines

INTERNATIONAL PERSPECTIVES ON THE POLITICS OF EDUCATION: LEADERSHIP & IDENTITY IN MULTIPLE CONTEXTS 2010 Politics of Education Yearbook

http://www.fsu.edu/~pea/yearbook_2010.html

Teaching at the Crossroads of Faith and School: The Teacher as Prophetic Pragmatist

by Jeffrey Ayala Milligan

Published February 15th 2003 by University Press of America

http://www.goodreads.com/book/show/1891261.Teaching_at_the_Crossroads_of_Faith_and_School

[54] Shaykh Zulfiqar Ahmad: The Perfect Iman Of The Sahaba

http://zainabcenter.org/audio/Z/1-shaykh-zulfiqar-ahmad-db/2-foundations-of-islamic-jurisprudence/71-3-01-the-perfect-iman-of-the-sahaba-ra.html

“Meine Gefährten (Sahaba) sind wie die Sterne. Wem immer ihr nacheifert, so werdet ihr Rechtleitung erlangen.”

Hadith, bewertet als da’if (ḍaʿīf), weak, schwach.

http://wahre-sunnah.de.tl/Hadith_-Gef.ae.hrten–k1-Sahaba-k2–sind-wie-die-Sterne.htm

Hadith-Terminologie

http://en.wikipedia.org/wiki/Hadith_terminology

Schiiten wagt es euch nicht die Sahaba zu beleidigen!

http://www.youtube.com/watch?v=tIGyzq9XvZA

[55] Das Kriterium des Handelns

Einen schriftgewordenen Angriff auf die menschliche Weltwahrnehmung, Vernunft und Würde verfertigte ein gewisser Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī († 1111 n. Chr.) als »Mīzān al-ʿAmal«, aus welchem Jacques Auvergne die wichtigsten Teile neu überträgt und mit Blick auf die Gegenwart kommentiert.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/03/17/162/

[56] Das Gegenteil von Dunya oder Diesseits ist Achira, das Jenseits:

The opposite of Dunya is Akhirah, the Hereafter.

The Hereafter consists of Jannah (paradise) and Jahannam (hellfire).

The Hereafter is what you should be concerned about!

The Hereafter is unavoidable!

The Hereafter is everlasting!

Dschanna ist das Paradies. Ewige Glückseligkeit gibt es … nicht umsonst:

(…) Allah SWT provides those who enter Jannah with anything and everything that they could ever possibly desire along with never again experiencing any hate, jealously, anger, hunger, fear, loneliness, repulsion, hurt, impurity, pain, or any kind of discomfort…..EVER!

But, Allah SWT does not give us a free ticket to Jannah. He tells us, over and over again, of our purpose: To worship Him alone by following His commands, by following the Qur’an and the Sunnah of the Prophet Muhammad (SAW). …

As humans, we have been given free will to choose our path. Often, we become distracted from our path and we choose to amuse ourselves with all of this worldly nonsense that will give us very temporary joy and happiness. Most of the time, this “stuff” gives us false happiness, or short-term happiness, that fulfills our immediate cravings or wants, but distracts us and allows us to pass the time away carelessly.

Dschahannam, die Hölle, ein unbeschreiblich schrecklicher Ort:

(…) The clock is ticking and I do not want to add to an account (of bad deeds) in Jahannam (Hellfire). Jahannam is a indescribably horrific place to end up.

http://riversflowinginparadise.com/2012/05/01/

[57] Sei paradiesfokussiert! Be Jannah focused!

http://pakislam.com/wp-content/uploads/2012/07/556393_10151027424909648_1654183719_n.jpg

[58] A Visit to hell. Ein Besuch in der Hölle. Gefunden bei Suficomics

http://www.suficomics.com/wp-content/uploads/2011/12/sufi-comic-A-Visit-to-Hell.jpg

Sufi Comics is a web comic by brothers Mohammed Ali Vakil & Mohammed Arif Vakil that began in the year 2009. These comics are short stories taken from Islamic history & tradition to illustrate the eternal spiritual truths in the teachings of Islam. The first 40 comics have been published in the form of a book “ … Mohammed Ali Vakil & Mohammed Arif Vakil are brothers who grew up in Dubai where they attended a local Community Madrasah. hey currently reside in Bangalore, India.

http://www.suficomics.com/40-sufi-comics-book/

[59] Landtag Düsseldorf 2011, Fraktion DIE LINKE will Erziehungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ aus der Landesverfassung streichen:

Diese einseitige Ausrichtung auf ein monotheistisches Glaubensbekenntnis, d.h. der Glaube an einen Gott, steht im Widerspruch zu dem von der Landesregierung vorgelegten Teilhabe- und Integrationsgesetz und dessen Ausrichtung auf Werte von religiöser bzw. kultureller Pluralität. Die Landesverfassung richtet sich mit dem postulierten Erziehungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ nicht an jene Menschen, die eben nicht an den einen Gott glauben. Hindus, Buddhisten, Konfessionslose u.a. fühlen sich als Einwohner Nordrhein-Westfalens von der Verfassung nicht angesprochen. Nein, im Gegenteil — sie sehen sich mit dem Erziehungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ von der Gesellschaft ausgegrenzt.

http://archiv.linksfraktion-nrw.de/aus_dem_landtag/argument_der_woche/detail_fuer_argument_der_woche/artikel/das-erziehungsziel-ehrfurcht-vor-gott-gehoert-nicht-in-die-landesverfassung-von-nrw/

[60] Allahs Pädagogik

Zu: Syed Muhammad Naquib al-Attas (Hg.), Muhammad Qutb, Muhammad Faisal al-Saud et al.: »Aims and Objectives of Islamic Education« (1977), übersetzt und kommentiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/12/12/214/

[61] Herndon, Virginia: IIIT – International Institute of Islamic Thought. Man denkt zum Maqasid-Begriff – ein wenig wie Mathias Rohe. Man bewirbt und verkauft Taha Jabir Al-Alwani und Aisha B. Lemu. Sonstige empfohlene und vertriebene Literatur:

Maqasid Al-Shariah Made Simple, Author: Mohammad Hashim Kamali

Approaching the Sunnah: Comprehension and Controversy, Author: Yusuf al Qaradawy

Islamic Awakening Between Rejection and Extremism, Author: Yusuf Al-Qaradawi

Revitalizing Higher Education in the Muslim World, Author: AbdulHamid A. AbuSulayman

Civilization And Society, Author: Syed Sajjad Husain; Publisher: Bangladesh Institute of Islamic Thought

Man And Universe, Author: Major Md. Zakaria Kamal G, Publisher: Bangladesh Institute of Islamic Thought

http://www.iiit.org/Publications/English/tabid/177/Default.aspx

Islam and Knowledge: Al Faruqi’s Concept of Religion in Islamic Thought

Essays in Honor of Ismai’l Al Faruqi

Editor: Imtiyaz Yusuf

Publisher: I.B. Tauris in association with the International Institute of Islamic Thought (IIIT) and the Prince Alwaleed Bin Talal Center for Muslim Christian Understanding (ACMCU)

http://www.iiit.org/NewsEvents/News/tabid/62/articleType/ArticleView/articleId/272/Default.aspx

Hallo liebe Dhimmis! Je tiefer die Kluft zwischen euch und den Hochwertigen geworden ist, desto wichtiger ist die Stellschraube des überbrückenden hochelitären Islamdialogs, weshalb, formulieren wir es so herum, der Dialog immer wichtiger werden muss:

Professor Heidi Hadsell, President of the Hartford Seminary, delivered Al Faruqi Memorial Lecture at the IIIT annual Friends of IIIT Iftar/Dinner held at IIIT on July 25, 2012. The focus of the keynote address was on Christian-Muslim Relations and overcoming the gap of understanding between different faith communities.

http://www.iiit.org/NewsEvents/News/tabid/62/articleType/ArticleView/articleId/268/Default.aspx

Auch andernorts in den USA wird zum Islam gedacht. Kaitlin Schnabel war schon mal Gast beim IIIT Herndon. Hier an der NAU, Northern Arizona University, Fachbereich Vergleichende Kulturwissenschaften, Department of Comparative and Cultural Studies:

Randi Ringes: Instruments of Reason: Islamic Assimilation of Greek Science

Kaitlin Schnabel: Hasan al-Banna in Western Academia

Samantha Thompson: US Punk Muslims and Pop Culture

http://nau.edu/CAL/Events/Event-Pages/Undergraduate-Research-Symposium/

BIIT – Bangladesh Institute of Islamic Thought

http://iiitbd.org/

The thought of Dr. Ismail Raji al Faruqi on “Islamization of Knowledge” published by the International Institute of Islamic Thought (IIIT) USA, was taken as the starting point.

BIIT is basically an organization engaged in research and in-depth study for synthesizing education, culture and ethics. The prime objectives of the Institute are:

To work for the revival of the intellectual, educational cultural and universal identity of the Ummah.

To develop a comprehensive Islamic approach towards addressing the problems which have been threatening the progress of human civilization.

To work for developing an integrated scientific and ethical base of education which is essential for a civil society.

http://iiitbd.org/sample-page/aims-objectives-programs/

[62] Thus Chapter VIII defines and provides punishment for Hudud and Hudud Related Offences like adultery or fornication (Zina), rape, sodomy (Liwat), false accusation of adultery (Qadhaf), theft (Sariqah), drinking alcohol (Shurbul-Khamr), and robbery (Hiraba). For instance, Zina is now punishable with either stoning to death (rajm) for married or previously married convicts or caning of 100 lashes plus one year imprisonment for convicts yet to marry (section 125 of the Law). Qadhaf carries caning of 80 lashes (section 131). Sariqah for the first time offender attracts amputation of the right hand from the wrist joint (section 133). Drinking alcohol or any other intoxicant voluntarily is punished with caning of eighty lashes (section 136). Qisas (retaliatory offences) like homicide and bodily injuries attracting both punishment and compensation and Ta’azir (offences of discretionary punishments) like criminal force and assault, kidnapping, abduction and forced labour, lesbianism etc. have also been accommodated in Chapter IX and Chapter X of the Law respectively. The Upper Sharia Courts are given jurisdiction to try all offences under the Sharia Penal Code Law and the Sharia Courts are to try all the offences except homicide, adultery and robbery. This is contained in the First Schedule, Part 1 of the Sharia Courts Law.

aus: Mamman Lawan Yusufari: Sharia Implementation in Kano State

http://www.gamji.com/article3000/NEWS3706.htm

[63] The First World Conference on Muslim Education was held at Makkah between 31 March and 8 April 1977

The Second World Conference on Muslim Education was jointly organized by Quaid-i-Azam University, Islamabad, Pakistan and King Abdul-Aziz University, Saudi Arabia. It was held at Islamabad, Pakistan between 15th and 20th of March 1980

A year after the Second World Conference on Muslim Education, the third of its nature came up at Dhaka, Bangladesh between 5th and 11th of March 1981. It was co-organised by the Institute of Islamic Education and Research, Bangladesh, and King Abdul-Aziz University, Saudi Arabia.

In 1982, the Fourth World Conference on Muslim Education was held at Jakarta, Indonesia. The conference was themed “Islamic Methods of Teaching.”

The Fifth World Conference on Muslim Education was held in Cairo, Egypt, in March 1987.

The Sixth World Conference on Muslim Education took place at Islamic College, Cape Town, South Africa between 20th and 25th of September 1996

The greatest consequence of the first conference was the establishment of the International Institute of Islamic Thought (IIIT) in Herndon, Virginia, United States of America in 1981. In the same year, the World Centre for Islamic Education was established in Makkah under the auspices of the Organization of Islamic Conferences (OIC) to “spearhead conceptual research and implementation of the blueprints and recommendation of the conference.” In Nigeria, the branch office of the IIIT was established in the premise of the Bayero University, Kano with zonal branches in some states of the federation.

aus: THE INFLUENCE OF THE WORLD CONFERENCES ON MUSLIM EDUCATION ON ISLAMIC EDUCATION IN NIGERIA

von: ADEBAYO, R. I. (Ph. D)

http://www.unilorin.edu.ng/publications/adebayori/The%20Influence%20of%20wolrd%20conference.htm

[64] Major Voices in Islam and Science

Denken war gestern, jetzt kommt al-Islam, und hier sogar aus Kanada: Imam Abu Hamid al-Ghazali, Chomeini-Wegbereiter und Frauenfeind Ayatollah Murtaza (Morteza) Motahhari, der kurdische Mystiker Said Nursi sowie Darwinhasser Harun Yahya umkränzen die universitären Helden der Gegenmoderne Frithjof Schuon (Scheich Issa Nureddin Ahmad al-Shadhili al-Darqawi al-Alawi al-Maryami), Professor Naquib al-Attas und den einstigen ISTAC-Philosophiedozenten Alparslan Açikgenç.

http://cis-ca.org/voices.php

[65] Allahs Wohlgefallen erstrebend … Dr. Naajeh Ibrahim, Sheikh ‘Aasim ‘Abdul Maajid, Sheikh ‘Esaam-ud-Deen Darbaalah: In Pursuit of. Allah’s. Pleasure. Liman Turrah Prison, Egypt, in February 1984. Ins Deutsche von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/10/25/207/

[66] Islamverständnis (Rechtspraxis) der so genannten Wahhabiten. Kitābu t-Tauḥīd (The Book of Tawheed, ins Englische von Sameh Strauch, deutsch von Abu Imran.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/05/14/236/

[67] Der islamische Religionsunterricht ist durch eine Didaktik gekennzeichnet, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, strukturiertes und lebensbedeutsames Wissen über den Glauben zu erwerben, religiöse Haltungen und Einstellungen aufzubauen und zu festigen, sich mit Formen des gelebten Glaubens vertraut zu machen sowie die eigene Dialog- und Urteilsfähigkeit weiterzuentwickeln. Eine grundlegende Aufgabe des islamischen Religionsunterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der Trias*** aus erzieherischem Ansatz, Wissensvermittlung und Wertebildung zum eigenverantwortlichen Umgang mit dem Glauben zu befähigen. … ***tarbīyah, ta’alīm, ta’adīb, Vgl.: Syed Muhammad al- Naquib al-Attas: Aims and objectives of Islamic education.

aus: Kerncurriculum für das Unterrichtsfach Islamische Religion in den Schuljahrgängen 1 – 4

Herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium (2010)

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc-iru-2010.pdf

[68] Ätsch, nicht jeder Engel ist ganz dicht dran:

Angels that worship: Muqarrabun:

They are always engaged in mentioning the names of God Almighty, glorifying Him by saying that He is free from all imperfection and blessing Him with all of His perfect attributes. They are overwhelmed by the knowledge, love and worshipping of Allah.

aus: How many groups are angels divided into? What are their duties?

bei: Questions on Islam

http://www.questionsonislam.com/article/how-many-groups-are-angels-divided-what-are-their-duties

[69] According to a famous saying of the Prophet, the Islamic tradition rests on three fundamental principles, namely: resignation to the Divine Will (islām), faith (imān), and spiritual virtue (ihsān). The Divine Will makes itself known in the revealed religious law (sharī’a) and in destiny. The object of faith is the doctrine of the unity and omnipotence of God, of the divine mission of all prophets—including Jesus—up to Mohammed, and of life after death. As for spiritual virtue—or sincerity—it is by means of this that ordinary faith becomes inward certainty, and that outward conformity to the law becomes total abandonment to the will of God. Spiritual virtue was defined by the Prophet as follows: “It is that thou shouldst worship God as if thou sawest Him; for if thou seest Him not, He nevertheless seeth thee.”

The instruction that is provided in the Koranic universities relates to the first two principles just mentioned, namely to the contents of the faith, which are enshrined in the dogmas, and to the law which, on the one hand, determines divine worship (the rites) and, on the other hand, determines the social order. The exact knowledge of the third principle, spiritual virtue, exceeds the bounds of scholastic instruction, which has been called “the science of the outward”. It is the prerogative of the contemplative sage or mystic, the Sufi, who alone has access to “the science of the inward”. In the Islamic world mysticism is regarded as a science, which is handed down from master to disciple just like jurisprudence, with this difference, that from the disciple a special qualification, or more exactly, an inward vocation, is required. In addition, theoretical learning must go hand in hand with spiritual practice, which alone is capable of disclosing the content of the propositions and the symbols that are taught.

aus: Titus Burckhardt: Traditional Science

zuerst in: Studies in Comparative Religion, Vol. 16, No. 1 & 2 (Winter-Spring, 1984)

hier bei:

http://www.studiesincomparativereligion.com/public/articles/Traditional_Science-by_Titus_Burckhardt.aspx

Titus Burckhardt

http://de.wikipedia.org/wiki/Titus_Burckhardt

Traditionalistische Schule

http://de.wikipedia.org/wiki/Traditionalistische_Schule

Seyyed Hossein Nasr

http://de.wikipedia.org/wiki/Seyyed_Hossein_Nasr

Frithjof Schuon

http://de.wikipedia.org/wiki/Frithjof_Schuon

FRITHJOF SCHUON ARCHIVE – A Resource On Frithjof Schuon’s Life & Teachings

http://www.frithjofschuon.com/public/home.aspx

Sufismus als konservative Revolution oder so – nennen wir die Sache scharia oder Islam:

FONS VITAE

http://www.fonsvitae.com/

http://www.fonsvitae.com/AboutUs/tabid/56/Default.aspx

Seyyed Hossein Nasr, Timothy J. Winter, Sheikh Hamza Yusuf

http://www.fonsvitae.com/AdvisoryBoards/ScholarlyAdvisoryBoardbios/tabid/101/Default.aspx

ZAYTUNA COLLEGE

http://www.zaytunacollege.org/

[70] Tariq Ramadan: Sufismus ist das Herz der Scharia! ‘Sufism is the heart of Sharia’ – Professor Tariq Ramadan

http://www.youtube.com/watch?v=5FVYf_xBz3k&feature=fvwrel

Tariq Ramadan: Die Ma’rifa, die islamische intime Nähe zu Allah, liegt im Herzen der Scharia. … Es gilt, die Scharia mit der Mystik und dem Sufismus versöhnen!

Le savant indien Ahmad al Sirhindi (1564-1624) avait très tôt contesté l’idée qui consistait à distinguer les domaines de la connaissance et de l’action entre al-aquida qui comprendrait les principes de la foi (arkan al iman), ash-sharia, qui s’intéresserait spécifiquement aux lois, et, enfin al-haqiqa qui serait la voie de la connaissance intime pour Dieu.

Pour lui, ash-sharia englobe, à l image de ce que nous avons exposé tout au long de cet ouvrage (islam, la réforme radicale, éthique et libération), la dimension de la gnose, de l’éducation du coeur et de l’élevation vers l’Unique. Al-marifa, la connaissance intime de Dieu en tant que vérite, est au coeur de la sharia : elle en est l’essence et la lumière et al-haqiqa et ash-sharia se fondent sur une aquida, un credo clair et unique. Cette approche a le mérite de rappeler un certain nombre de vérites auxquelles les musulmans doivent revenir : l’éducation spirituelle, le travail exigeant de la réforme et du dépassement de soi qui est l’essence de la mystique musulmane, du soufisme, représente le coeur des enseignements islamiques.

Suivre ces derniers, évoluer dans la connaissance, suivre la voie (ash-sharia) rend impératif cet effort (jihad) de l’intimité sur l’intimité, sur l’égo. Cette pratique et ses exigences constituent la condition et la lumière de l’engagement dans la Voie. En sus, elles représentent les meilleures moyens de lutter contre la réduction formaliste dont nous avons si souvent parlé. Remettre l’éducation et la quête spirituelle au centre de la compréhension et de l’application de la sharia, c’est s’imposer de reconsidérer les priorités et les finalités de l’action humaine et de l’éthique. … Il importe de réconcilier la sharia avec la mystique et le soufisme en redonnant sa juste place à ce dernier dès lors que les principes normatifs sont respectés

http://mejliss.com/node/1455927?page=4

http://www.aslama.com/forums/archive/index.php/t-21698.html

http://www.aslama.com/forums/showthread.php/21698-Professeur-Tariq-Ramadan-et-le-Soufisme

Sufi Hadra Spirtual Dance in Love of Allah !

http://www.youtube.com/watch?v=_EwikMM8ATE

Muslim brother Hassan Roberto Minichini speaks about some types of western sufi people

Some westerners like Sufism without Sharia, but Sufism without Sharia is not Sufism. Brother Hassan Roberto Minichini is a simple italian muslim brother, not a scholar, he is a lover of Sufism and Ahl-Bayt.

http://www.youtube.com/watch?v=wHl_4H3iOxo

Spiritual Transformation & Shariah: Dr.Alan Godlas

Spiritual Transformation & Shariah: Dr.Alan Abdal Haqq Godlas,Professor Islamic Studies,University of Georgia,a lecure delivered at International Mawlid-un-Nabi Conference 1996, UIC,Chicago, sponsored by Naqshbandiya Foundation for Islamic education (www.nfie.com)

http://www.youtube.com/watch?v=EMwRbrwi-gQ

Le vrai soufi transforme son cœur la nuit et transforme le monde lejour

http://le-guerrier-interieur.over-blog.com/article-le-soufisme-selon-ramadan-70947527.html

[71] Batak

Im Gedenken an verstorbene Professoren

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Batak_totem_09N9443.jpg

Rhetorik der Argumentationsverstärkung

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a6/Batak_Warriors_60011135_edit.jpg

Staatsverfassung

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/49/Book_of_Wizards_Batak_Indonesia.jpg

Justizministerium

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Gerichtsst%C3%A4tte_der_Batak_bei_Tomok.jpg

[72] Minangkabau. Fürsten

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Adathoofden_van_de_Minangkabau_met_gevolg_TMnr_10026889.jpg

Mädchen

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b4/COLLECTIE_TROPENMUSEUM_Minangkabau-vrouw_in_adatkostuum_West-Sumatra_TMnr_10002791.jpg

[73] TK Oommen (T. K. Oommen, Tharaileth Koshy Oommen) was a Professor at the Centre for the Study of Social Systems, School of Social Sciences, Jawaharlal Nehru University in Delhi, India

http://www.isa-sociology.org/about/presidents/isa-president-tk-oommen.htm

[74] TK Oommen: Kulturozid (culturocide) als Vernichtung von Gruppenidentität

http://www.hinduonnet.com/fline/fl2308/stories/20060505000807500.htm

[75] „Bedroht werden die Koteka und ähnliche Bräuche von einem neuen Anti-Pornographie-Gesetz, das das von muslimischen Abgeordneten dominierte Parlament im Oktober verabschiedet hat. Es stellt Werke und “Körperbewegungen” unter Strafe, die als obszön erachtet werden und die öffentliche Moral gefährden könnten. … Das Bergland von Papua ist eine Hochburg anti-indonesischer Bestrebungen. Viele Papuaner betrachten die Herrschaft Jakartas über das Gebiet im Westen der Insel Neu-Guinea als Besatzung. Hier sorgt allein die Vorstellung für Unmut, dass Druck von außen zur Aufgabe der Bräuche zwingen könnte. … Die Oppositionsabgeordnete Eva Sundari fürchtet hingegen, dass islamistische Hardliner mithilfe der Rechtsvorschrift nun als Moralpolizei auftreten könnten. Eine viel kritisierte Klausel erlaubt nämlich Zivilisten die Durchsetzung “öffentlichen Anstands”. “Das Ziel dieses Gesetzes ist, als legaler Deckmantel für die Durchsetzung der Scharia zu wirken”, warnt Sundari.“ Aus: Kampf um das Penisrohr von Papua, STERN, 05.01.2009.

http://www.stern.de/panorama/indonesien-kampf-um-das-penisrohr-von-papua-650547.html

[76] Aubrey Belford: „The latest threat to the koteka, and traditions like it, is a new anti-pornography law passed in October by mostly Muslim lawmakers in the capital Jakarta, 3,500 kilometres (2,000 miles) away.

The law, which criminalises all works and “bodily movements” deemed obscene and capable of violating public morality, was pushed through by Islamic parties despite stiff opposition and years of rancorous debate.

Opponents of the law say its definition of pornography is too broad and could threaten local traditions, from nude temple carvings on Hindu-majority Bali island to tribal dances and phallic totems on Papua, a vast territory of untouched forests and mountains on the western end of New Guinea island.“

Aus: Indonesian porn law threatens Papua traditions, in: ThingsAsian, 08.12.2008.

http://www.thingsasian.com/stories-photos/33905

[77] The Hadhrami or Hadharem are people from the Hadhramaut and their descendants in diaspora communities around the world. They speak Hadhrami Arabic.

(…) unity among the 151,000 Hadrami people is not very strong. Antagonism between townsfolk and wandering tribesmen has been so bitter that the towns are surrounded by stone walls to protect them from attack by their tribal countrymen.

Many Hadramis still practice the nomadic lifestyle of their ancient ancestors. But today approximately half of the Hadramis live in the towns and villages scattered through the deep valleys of their region. Even among these settled peoples, there are sharp distinctions, the highest social prestige belonging to the wealthy, educated Sadahs, who claim to be direct descendants of Muhammed. Hadramis rarely marry outside their own social level, and often live in segregated groups in separate parts of town.

The Hadharem have a long seafaring and trading tradition, which has seen them migrate in large numbers all around the Indian Ocean basin, from the Horn of Africa and the Swahili Coast in East Africa to the Malabar Coast and Hyderabad, India in South India, and to Maritime Southeast Asia. … Some Hadhrami communities also reportedly exist in Mozambique and Madagascar.

http://en.wikipedia.org/wiki/Hadhrami

[78] Koranbasierter Bombenterror, Spanien 2004. „Das ist die Antwort auf Eure Zusammenarbeit mit dem Verbrecher Bush und seinen Alliierten. Es ist die Antwort auf die Verbrechen, die ihr in der Welt begangen habt, vor allem im Irak und in Afghanistan, und wenn Gott will, wird es mehr (Anschläge) geben.. … Ihr liebt das Leben und wir lieben den Tod.“

Ein Jahr eher hieß es in Täterkreisen: „Wir müssen den größten Nutzen aus der Nähe des Wahltermins in Spanien im kommenden März ziehen. … Spanien hält maximal zwei oder drei Anschläge aus, bevor es sich aus Irak zurückzieht.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,290529,00.html

Bekennerschreiben der Terroristen, in: Vincent Burns, Kate Dempsey Peterson: »Terrorism: A Documentary and Reference Guide«, Westport (CT), USA 2005, Seite 232. You love life and we love death.

http://books.google.de/books?id=5HxMQ4Km2VEC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Vosotros queréis la vida y nosotros la muerte. ELMUNDO, 14.03.2004.

El hombre que aparece en el vídeo, vestido con ropas típicas árabes, se identifica como Abu Dujan Al Afgani y dice: “Declaramos nuestra responsabilidad de lo que ha ocurrido en Madrid, justo dos años y medio despues de los atentados de Nueva York y Washington. Es una respuesta a vuestra colaboración con los criminales Bush y sus aliados”. “Vosotros queréis la vida y nosotros la muerte“.

http://www.elmundo.es/elmundo/2004/03/13/espana/1079203531.html

Islam and Secularism

International Institute of Islamic Thoughts and Civilization (November 30, 1978)

http://www.amazon.com/Islam-Secularism-Muhammad-Naquib-al-Attas/dp/9839962868

The Loss of Adab

(p 99-100 “Islam, Secularism and the Philosophy of the Future” by Syed Muhammad Naquib al-Attas)

gelesen bei: allahcentric

http://allahcentric.wordpress.com/2010/09/25/the-loss-of-adab-and-the-fall-of-the-muslim-world-sayyid-naquib-al-attas/

Allahcentric A man striving to get from “Allah who?” to “Allah Hu!”

http://allahcentric.wordpress.com/about/

Al-Attas’ Concept of Ta‘dib as True and Comprehensive Education in Islam – Wan Mohd Nor Wan Daud

gelesen bei: SEEKER`sGUIDANCE

http://seekersguidance.org/blog/2009/12/al-attas%E2%80%99-concept-of-ta%E2%80%98dib-as-true-and-comprehensive-education-in-islam-wan-mohd-nor-wan-daud/

What are SeekersCircles? SeekersCircles are free online community-focused study groups (halaqāt) broadcast to centers across the world. Each study group covers key Islamic topics in an inspiring, engaging manner. SeekersCircles are led by top scholars and seeks to promote (1) individual faith and learning and (2) community building by gathering together individuals for Islamic learning in their own community and instilling in them the Prophetic concern for service. SeekersCircles is a partnership of SeekersGuidance & Al-Ghazzali Centre.

http://seekersguidance.org/seekerscircles/

Selected Publications by Al-Attas

(1963), Some Aspects of Sufism as Practiced among the Malays, Malaysian Sociological Research Institute, Singapore.

(1966), Raniri and the Wujudiyyah of 17th Century Acheh, Malaysian Branch of the Royal Asiatic Society, no. 3, MBRAS, Singapore.

(1970), The Mysticism of Hamzah Fansuri, University of Malaya Press, Kuala Lumpur.

(1978), Islam and Secularism, ABIM, Petaling Jaya; 2nd impression (1993), ISTAC, Kuala Lumpur.

(1981), The Positive Aspects of Tasawwuf: Preliminary Thoughts on an Islamic Philosophy of Science, Islamic Academy of Science, Kuala Lumpur.

(1985), Islam, Secularism and the Philosophy of the Future, Mansell, London & New York.

(1986), A Commentary on the Hujjat al-Siddiq of Nur al-Din al-Raniri: being an exposition of the salient points of distinction between the positions of the theologians, the philosophers, the Sufis and the pseudo-Sufis on the ontological relationship between God and the world and related questions, Ministry of Culture, Kuala Lumpur.

(1989), Islam and the Philosophy of Science, ISTAC, Kuala Lumpur.

(1990), The Intuition of Existence: A Fundamental Basis of Islamic Metaphysics, ISTAC, Kuala Lumpur.

(1990), The Nature of Man and the Psychology of the Human Soul: A Brief Outline and a Framework for an Islamic Psychology and Epistemology, ISTAC, Kuala Lumpur.

(1991), The Concept of Education in Islam: A Framework for an Islamic Philosophy of Education, ISTAC, Kuala Lumpur.

(1994), On Quiddity and Essence: An Outline of the Basic Structure of Reality in Islamic Metaphysics, ISTAC, Kuala Lumpur.

(1995, 2002), Prolegomena to the Metaphysics of Islam: An Exposition of the Fundamental Elements of the Worldview of Islam, ISTAC, Kuala Lumpur.

(2001), Risalah Untuk Kaum Muslimin (Message to the Muslims), ISTAC, Kuala Lumpur.

http://www.scribd.com/doc/53197183/Al-Attas%E2%80%99-Philosophy-Of-Science-An-Extended-Outline

Mitbegründerin der Grünen will Körperverletzung unter Betäubung legalisieren

August 8, 2012

الخِتان

al-ḫitān

Beschneidung

Wenig paradiesisch: Eva und die Vorhaut

Von Jacques Auvergne am 08.08.2012

Wie kann jemand, der im Spätsommer 2010 gegen die Burka angeschrieben hat und vier Wochen eher gegen die politischen Folgen der Scharia unterzeichnet, 2012 für die religiöse Beschneidung eintreten, wenn sie nur unter einer das Kind kräftig benebelnden Narkose durchgeführt wird?

Bei aller noch zu erwartenden oder bereits hörbar gewesenen Erpressungstaktik von schrecklichen Penis-Verwundungen bei stümperhaften Hinterhofbeschneidungen ist die Verlagerung eines angeblich das Heil der Seele sichernden Rituals in ein Hospital, ist die Medikalisierung der Amputation einer hoch sensiblen Hautfalte am maskulinen Kindergenital für jeden Freund des Aufklärungshumanismus und der Universalität der Menschenrechte keine sozialpädagogische oder juristische Option.

Zirkumzisionsfreundin Eva Quistorp meldet sich am 17. Juli 2012 zum Thema Ritualbeschneidung (Ḫitān bzw. Brit Mila) bei Perlentaucher zu Wort (Wider die postmoderne Religionspolitik) und ruft nun nicht etwa nach dem, kulturell modern, endlich durchgesetzten Verzicht auf gottesfürchtige Entfernung gesunden Genitalgewebes am Kinderpenis, sondern nach dem durchgesetzten Einsatz von Opiaten für “kleine Jungen” bzw. “kleine Jungs”. Ja, die gute alte Kinderzeit; kleine Jungen klingt so familienidyllisch-traut, scharfes Denken stört da die Romantik (scharfes Messer nicht?) und kleine Jungs klingt sogar ein wenig nach Pipimachen.

Nanu, “Juden” und “Muslime” sind nicht einfach als Staatsbürger misszuverstehen, sondern gleichen, ein wenig wie die in die europäische Fauna hinein immigrierten Waschbären oder Halsbandsittiche, einer Art zugewanderter Spezies? Frau Quistorp jedenfalls wünscht sich allen Ernstes:

“Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Jungs bei Juden und Muslimen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [und ich finde den Versuch von Volker Beck und Renate Künast anerkennenswert, zeitnah] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Jungen.”

Das ist argumentativ und ethisch widerlich und verstößt gegen die Normen von körperlicher Unversehrtheit und Menschenwürde. Hier heißt es deshalb, auf den groben Klotz der Eva Quistorp einen genau so groben Keil zu setzen bzw. paradox zu intervenieren, um Menschenfeindlichkeit zu erkennen und zu verwerfen; wollen wir denn etwa ab morgen sagen:

“Ich habe nichts gegen eine Kompromisslösung zur Beschneidung von kleinen Mädchen, wenn sie betäubt werden und daraus kein Gruppenzwang wird … [lassen Sie uns versuchen] eine juristische Klärung und einen Kompromiss zu erreichen, der zumindest auf der Schmerzbetäubung besteht bei der Beschneidung kleiner Mädchen.”

Das wollen wir natürlich nicht, Kinder und Jugendliche, einerlei ob weiblich oder männlich, haben Anspruch auch gewaltfreies Heranwachsen und unversehrte Geschlechtsorgane. Beschneidung ist Gewalt (mit oder ohne Opium).

Emanzipatorisch tuend bei Perlentaucher zu lärmen, die wortwörtliche Lesart der so genannten Heiligen Schriften sei ja irgendwie so was von ewiggestrig, aber im selben Text die Jungenbeschneidung mit einem Paragraphen durchsetzen wollen, in den klinische Betäubungsmittel sozusagen integriert sind, DAS ist postmodern![1]

Sehr geehrte Frau Quistorp, was ist geschehen: Sie schrieben schon mal viel besser, etwa, als Sie gegen die Burka argumentierten; genau so sollten Sie auch mit der Zirkumzision umgehen:

“Das ist ein Verfall der Diskussions- und Denkkultur, die kohärent und auch in komplexen Zusammenhängen denken muss. Es muss daran erinnert werden, dass bis in die 70er Plakate und Filme de facto als “blasphemisch” zensiert wurden. Soll das Rad wirklich dorthin zurückgedreht werden?” (Lüftet den Schleier, 11.08.2010)[2]

Ersetzen wir im Text gegen die kulturrelativistischen Burkaverteidigerinnen nur ein Wort, und lesen zuerst, Eva Quistorp:

“Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Burka verteidigen zu müssen.”

Jetzt um ein paar Buchstaben abgewandelt, das “Frauen” lassen wir beim Thema Jungenbeschneidungslobby auch mal stehen:

“Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Beschneidung verteidigen zu müssen.”

Und wie soll “Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung” aussehen, wenn die Eltern des heute Erwachsenen bestimmt haben, ob Klitorisvorhaut, Präputium oder Klitorisspitze religiös gebilligt vorhanden sind oder in Kindertagen religiös begründet abgetrennt worden sind? Den Satz hat Quistorp 2010 signiert, Grüne gegen Scharia:[3]

Der demokratiegefährdend trickreiche, schariafreundliche grüne Ausweg ist die Ritusbezogenheit:

“Bei sämtlichen Verhandlungen – insbesondere bei geplanten Staatsverträgen mit islamischen Verbänden – muss ein öffentlicher, unrückholbarer Verzicht auf die nicht-ritusbezogenen, also rechtlich-politischen Teile der Scharia garantiert werden. Wenn dieser Verzicht von den islamischen Organisationen und Verbänden anlässlich von geplanten Abkommen mit Regierungsstellen und anderen offiziellen Institutionen nicht geleistet wird, kann es zu keinen Vereinbarungen kommen.”

Beschneidung ist Hadithbefehl, nachzulesen bei Buchari, Beschneidung ist reinster Wille Allahs, reinste zeitlose Scharia. Und Beschneidung ist ein vom der Zeitlichkeit unterworfenen Menschen auszuübender Ritus. Auch Talaq, Dhimma, Dschihad und Kalifat sind beides, sind ganz schariatisch-ewig und ganz Ritualpflicht, jedenfalls betont das manch ein Scheich. Ohne deine realisierten Muʿamalāt (mensch-menschlichen Pflichten nach Koran und Sunna) sind deine ʿIbadāt (gottesdienstlichen islamischen Pflichten) vergeblich, wer seinen Sohn schuldhaft nicht beschneidet, dessen Gebet wird bei Allah vielleicht ja gar nicht angenommen.

Ein schöner Satz aus dem offenen Brief zur Kritik am Wissenschaftsrat, Grüne gegen Scharia, ist bei der Achse des Guten archiviert:

“Wir sehen die Grundsätze der freiheitlichen Demokratie des Grundgesetzes durch den theokratischen politischen Islam und die verfassungswidrige Scharia gefährdet und fordern die zur Konferenz geladenen Politiker, Professoren und Journalisten sowie die bei der Tagung anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung dazu auf, die drohende Rechtsspaltung in Grundgesetz und Schariarecht zu verhindern. Menschen sind Staatsbürger, keine Angehörigen ethnoreligiös definierter Kollektive. Auch im Personenstands- und Familienrecht darf die Scharia in Europa nicht legalisiert werden.”

Hidschāb, Schleier ist Scharia. Ḫitān, Beschneidung ist Scharia.

Den einseitig beschneidungsfreundlichen und damit grundsätzlich kinderfeindlichen Appell von Volker Beck und Renate Künast (Das ist keine Straftat, Berliner Zeitung vom 09.07.2012) als “Kompromisslösung” zu bezeichnen ist rhetorisch unredlich. Beck und Künast, denen Quistorp hier “wohltuende Differenzierung” attestiert, lassen dem kleinen Jungen eben gerade keine Differenzierung zwischen Vorhaut und keine Vorhaut. Sünnetci und Mohel schneiden das hoch sensitive Gewebe ab – im vermeintlichen Dienste der Abwehr des Bösen und der Erlangung des Wohlgefallens der Gottheit – ganz pauschal und undifferenziert. Oder, anders gesagt: differenziert wird nur zwischen vorher, unbeschnitten-kindlich-unerwachsen, und nachher, in den Männerbund initiiert und beschnitten sprich heiratsfähig, oder aber man unterscheidet, genauer man diskriminiert zwischen der sittlich höherstehenden Kultur der Beschneider und der sittlich minderwertigen Lebensweise der Nichtbeschneider.

Noch kein deutscher Imam sagt in einer Freitagspredigt, dass es ein gelingendes islamgemäßes Leben als männlicher Beschneidungsverweigerer geben kann. Das sollte sich ändern und das lässt sich erreichen.

Erwachsene dürfen sich an ihrem Genital oder woanders am Körper ästhetisch modellieren. Wir wollen weder die Beschneidung verbieten noch die Religion, sondern wir wollen die religiöse Beschneidung an Minderjährigen verbieten. Die so genannte Religionsfreiheit der Eltern wird nicht eingeschränkt, wenn sie keine genital mutilation an ihrem Kind vornehmen. Beschneidung ist Körperverletzung und schädigt das Kind an Körper und Psyche. Beschneidung ohne medizinische Begründung ist brutal und gegenaufklärerisch und widerspricht wissenschaftlichen Standards.

Sehr richtig – und erfreulicherweise war auch Eva Quistorp unter den Erstunterzeichnern: “Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.” Einen Satz eher lesen wir zustimmend: “Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.”

Genau, und weil oder obwohl der himmlische Beschneidungsbefehl im Islamischen Religionsunterricht (IRU) versetzungsrelevant gelehrt werden wird, hat auch jedes einzelne unserer Argumente zum Einsatz oder Nichteinsatz von Messern oder Skalpellen in Festsälen und Kinderzimmern im Rahmen so genannter heiliger Handlungen eben diesem Grundsatz zu entsprechen:

“hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen.”

Sehr geehrte Frau Quistorp, das haben auch Sie abgezeichnet. Vor gar nicht so langer Zeit.

Vor vierundzwanzig Monaten.

Jacques Auvergne

[1] Eva Quistorp: Wider die postmoderne Religionspolitik

publiziert von: perlentaucher 17.07.2012

http://www.perlentaucher.de/essay/wider-die-postmoderne-religionspolitik.html

[2] Eva Quistorp: Lüftet den Schleier

veröffentlich bei: The European 11.08.2010

http://www.theeuropean.de/eva-quistorp/3984-burkaverbot-und-grundgesetz-2

[3] Grüne gegen Scharia

zu lesen auf: Die Achse des Guten 13.07.2010

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0017076

Petition gegen Kinderbeschneidung

Juli 21, 2012

الخِتان

al-ḫitān

Beschneidung

Edward von Roy

Mönchengladbach

An den

Deutschen Bundestag

Petitionsausschuss

Berlin

20. Juli 2012

Pet 4-17-07-451-040847

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

§ 1631d

Verbot der rituellen Genitalmutilation

Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

Begründung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 10.12.1948) und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie in der von Stammesreligion, Rechtspluralismus und Initiationsriten geprägten kulturellen Vormoderne, an den Menschen als Angehörigen eines ethnoreligiösen Kollektivs, in welchem Schamanen oder Theologen juristisch folgenreich definierten oder immer noch definieren, was menschliche Wesensnatur (islamisch fiṭra)[1] oder rituelle Reinheit (ṭahāra)[2] ist.

Die Europäische Union hat sich im Jahr 2000 in ihrer Charta der Grundrechte deutlich zur Umsetzung der Kinderrechte bekannt, Artikel 24 Rechte des Kindes lautet:

(1) Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Sie können ihre Meinung frei äußern. Ihre Meinung wird in den Angelegenheiten, die sie betreffen, in einer ihrem Alter und ihrem Reifegrad entsprechenden Weise berücksichtigt. (2) Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.

Da wir körperliche Unversehrtheit und genitale Integrität für wichtig halten, insbesondere auch im Wissen darum, dass im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat jeder Jugendliche (Religionsmündigkeit) oder Erwachsene seine Religion jederzeit wechseln kann oder auch ohne Religion leben kann, stellen wir fest, dass es Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten nicht zusteht, eine Entscheidung über Vorhandensein, Funktionsfähigkeit und ästhetische Umgestaltung der Genitalien ihres Kindes zu treffen und in ein Ritual einzuwilligen, das lebenslange Spuren der Markierung als Zugehöriger zu einem traditionellen, so genannten kulturkreisbedingten oder religiösen Kollektiv hinterlässt. Auch das ebenfalls in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union genannte „Recht der Eltern, die Erziehung und den Unterricht ihrer Kinder entsprechend ihren eigenen religiösen, weltanschaulichen und erzieherischen Überzeugungen sicherzustellen“, so steht es in Artikel 14 Recht auf Bildung, kann kein Freibrief für eine Beschneidungspraxis sein.

Bereits im März 2006 hat der Europarat den Mitgliedsstaaten nahegelegt, allen Kindern Chancengleichheit zu geben, unabhängig von ihrem Milieu oder familiären Hintergrund.[3] Eine nicht auf eigenen Entschluss, sondern durch den Elternwillen erworbene Genitalmutilation, nicht selten verbunden mit einer seelischen Traumatisierung, trägt eher zur gefühlten Andersartigkeit und zu einer dogmatische Reinheit herstellenden Segregation zu den Milieus der Unbeschnittenen bei und gerade nicht zu Integration und „Chancengleichheit.“

Rituelle Beschneidung (mindestens) der Klitorisvorhaut gilt der schafiitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam als religiös verpflichtend (wadschib)[4] und wird im bevölkerungsreichsten muslimischen Land, in Indonesien, von Wohltätigkeitsorganisationen bei nur zu vermutendem hohem Konformitätsdruck öffentlich angeboten und durchgeführt.[5] Auf diese Form der Beschneidung, nach den WHO-Kriterien ist sie eine Female genital mutilation (genauer: eine FGM vom Typ I),[6] kann, ebenso wie Jungenbeschneidung, StGB § 228 angewendet werden: „Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.“ Nach dem Rechtsverständnis eines säkularen Rechtsstaats, der sich an den allgemeinen Menschenrechten orientiert, sind weder FGM noch MGM „gute Sitte“, sondern § 223 StGB Körperverletzung.

Was die oft bagatellisierte männliche Beschneidung (Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir machen uns ja sonst zur Komikernation“)[7] betrifft, können 14-jährige Jungen nicht als einwilligungsfähig gelten und vermutlich noch nicht einmal 16 jährige, weshalb keine jugendlichen Religionsmündigen, sondern erst Erwachsene ihrer eigenen MGM zustimmen könnten (was sozialpädagogisch, psychologisch oder medizinisch begründet keineswegs pauschal zu empfehlen ist).

Ein Kind, also einen nicht einwilligungsfähigen Menschen ohne medizinischen Grund, sondern lediglich zur Abwehr vermeintlicher böser Geister und Dschinnen oder zur Erlangung des Wohlwollens der elterlich vermuteten Gottheit am Genital zu operieren, finden wir, um Frau Merkels Wort aufzugreifen, tatsächlich nicht „komisch“.

Heute treffen wir auf säkulare Muslime oder auf Ex-Muslime, die das im gegenmodernen und aufklärungsverweigernden[8] Islam von Scharia und Fiqh selbstverständliche Recht der Eltern, den Körper des Kindes im Genitalbereich mit einer kultischen Operation zu verändern, in Frage stellen: „Ich verstehe deshalb die Aufregung um dieses Verbot nicht. Wir, die Muslime in Deutschland, sollten diese jetzige Diskussion als Chance begreifen, endlich bestimmte religiöse Rituale und Traditionen auf den Prüfstand der Demokratie zu stellen“, das sagt Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe und Mitglied der Arbeitsgruppe “Präventionsarbeit mit Jugendlichen” der Deutschen Islam Konferenz (DIK).

Mansour stellt ein auch sozialpädagogisch überzeugendes Qualitätskriterium für eltern- und kinderfreundliche Spiritualität auf: „Die Rechte der Kinder auf individuelle Freiheit zu ignorieren ist bei muslimischen Familien sehr verbreitet, Kinder werden als Mitglieder der Gemeinschaft erzogen und nicht als Individuen. Persönliche Bedürfnisse und Selbstentfaltungsversuche, die der kulturellen und religiösen Vorstellung der Eltern widersprechen, werden systematisch unterdrückt. Ein Verbot der Beschneidung dagegen wäre der wahre Ausdruck der Religionsfreiheit – die man seinen Kindern lässt!“[9]

Auch unter Juden wird das Beschneidungsritual seit und mit Sigmund Freud und Bruno Bettelheim kritisiert. Sehr plausibel argumentiert die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman: „Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.“[10]

Die ohne medizinischen triftigen Grund vorgenommene rein rituelle orthodox-jüdische oder orthodox-islamische Zirkumzision und ebenso die schafiitische Mädchenbeschneidung sind Taten der Gewalt am Kind, gleichzeitig sind sie islamisch verpflichtend als wadschib (wāǧib) oder fard (farḍ). Schafiitische FGM und jüdische sowie gesamtislamische MGM gehören deshalb, auch unter Bezug auf BGB § 1631 (2), wo feststellt wird: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“, nicht in Deutschlands Kinderzimmer, Festsäle, Krankenhäuser oder Arztpraxen. Die gottgegebenen Gesetze von Halacha oder Scharia missachten das Kindeswohl.

Dass traditionsverliebte oder besonders gottesfürchtige Eltern beteuern, nur das Beste ihres Kindes im Sinne zu haben kann uns eine genitale Mutilation am Kinderkörper nicht billigen lassen, noch weniger die Vermutung der religiösen Wortführer, die Beschneidungsgegner würden wertvolles Kulturerbe vernichten (entsprechend kann aufklärungshumanistische Beschneidungskritik nicht ihrerseits stammeskulturelles Erbe verteidigen, etwa unter Beschwörung des famosen Europäischen oder Christlich-Abendländischen, was Xenophobie oder Antisemitismus ja auch nur sehr dürftig bedecken würde).

Jahrhunderte lang hätte es kaum jemand für möglich gehalten, aber die Sklaverei ist auch weltweit überwunden worden. Ebenso sollte und kann die Jahrtausende alte Kinderbeschneidung global überwunden werden, in Köln, Teheran, Mekka und Jerusalem, auch wenn der beharrliche Doron Rabinovici da anscheinend gar keine Chance sieht: „Die Brit Mila wurde bereits unter Antiochus IV. verboten und in der Sowjetunion erschwert. Aber die Juden hielten daran fest und eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen, bloß weil deutsche Richter es ihnen nicht gestatten.“[11]

Dass es mit dem beschneidungslosen neuen Ritual Brit Shalom (Covenant of Peace) und den Jews against Circumcision eine, zugegebenermaßen noch kleine, Bewegung bewusst jüdischer Zirkumzisionsgegner gibt, deutet Rabinovici, der die Jungenbeschneidung nicht etwa abschaffen will, sondern dem es darum geht, „Schmerzbehandlung und die medizinische Wundversorgung zu verbessern“, den Lesern der Süddeutschen immerhin an. Den MGM-Kritikern, die Rabinovici pauschal ein wenig in die Ecke von Rassismus und Antisemitismus rückt, unterstellt er hintergründig schwelende „Kastrationsangst“ und unter Kindeswohl versteht der Religionsfreund die grundsätzlich begrüßenswerte Frage: „Wäre es nicht sinnvoll, nicht nur an Biologie und Medizin zu denken, sondern auch an das politische Klima, in dem wir leben wollen?“ Ob hierzulande Grundgesetz oder himmlisches Gesetz gelten soll fragen wir uns ebenfalls, und wünschen uns eine Gesellschaft mit ganz vielen Ex-Muslimen, säkularen Juden und säkularen Muslimen und ohne blutige religiöse Riten.

Cahit Kaya, österreichischer Ex-Muslim, begrüßt ein Verbot der medizinisch nicht indizierten Beschneidungen an Kindern: „auf alle Fälle in der gesamten EU … Was die Gläubigen dann im Erwachsenenalter machen, soll in ihrer Entscheidungsfreiheit bleiben.“ Kaya kennt den Gruppenzwang und die Mauer des Schweigens ebenso wie den vielfachen Wunsch nach einer Abkehr vom Sünnet-Ritual: „Oft sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Aber es wagt niemand, sich gegen seine Religionsgemeinschaft zu stellen. In Wahrheit wären nämlich viele muslimische Eltern sogar froh, wenn ein Beschneidungsverbot kommt. Sie hätten dann einen Vorwand, ihren männlichen Kindern diese Prozedur zu ersparen.“[12]

Seine heutigen gesundheitlichen Belastungen, nämlich Schlafstörungen führt Menschenrechtsaktivist Kaya auf seine als Kind erfahrene Zirkumzision zurück: „Ich wurde von meinen Eltern in ein Krankenhaus gebracht und dort alleingelassen, ohne zu wissen, was mit mir passiert. Das ist für ein Kind sehr belastend. Auch später in der Schule war ich immer der Markierte“[13] (Multikulturalisten könnten jetzt natürlich vorschlagen, gleich alle männlichen Kinder zu beschneiden, damit sich kein Junge mehr als Außenseiter bzw. markiert und stigmatisiert fühlt).

Fuat Sanac, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien, fragt im selben Artikel vorwurfsvoll nach außerislamischer Mutilation wie Piercings und Brustvergrößerungen – eine sinnvolle Frage, aber was ist denn, wenn sich der junge Mann das Piercing in der Penisvorhaut anbringen möchte, er aber auf Elternwunsch als Kind religiös beschnitten wurde?

Die rituelle Beschneidung – auch die Jungenbeschneidung – ist Gewalt und zerstört die körperliche Unversehrtheit, und wenn sich die Bundesrepublik einerseits zum kindlichen „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ (BGB § 1631 (2)) verpflichtet und andererseits jetzt vor den Forderungen der Vertreter der religiösen Gruppen einknickt, dann und erst dann, sehr geehrte Frau Dr. Merkel, macht sich Deutschland zur „Komikernation“ – und auch beim Verstoß gegen Artikel 24 (3) des Übereinkommen über die Rechte des Kindes, bei der sich die Vertragsstaaten verpflichten „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ abzuschaffen. Die Beschneidung, noch so „fachgerecht“ (Drucksache 17/10331) vorgenommen, formt das Genital auf archaisch tabubefrachteten und angeblich heilssichernden Elternwunsch um, zerstört die genitale Integrität des Kindes und ist ein schädlicher Brauch – bei Mädchen und bei Jungen.

FGM, auch die immer noch bagatellisierte Klitorisvorhautbeschneidung (zu FGM Typ I) sowie MGM sind eine Form körperlicher und seelisch-geistiger Gewaltanwendung, deshalb verbieten sich beide blutige Rituale durch das auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention), wo es in Artikel 19 Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (1) heißt:

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.[14]

Der Bundestag ist über die Aktivität der Pro-MGM-Lobby informiert, wie der kulturell gegenmoderne Inhalt der Drucksache 17/10331 beweist,[15] der den muslimischen Säkularen und den Ex-Muslimen in den Rücken fällt und sowieso allen angeblich auch im 21. Jahrhundert auf die Körperideologien und Reinheitsvorstellungen von Halacha oder Scharia zu verpflichtenden und am Genital entsprechend zurecht zu schnitzenden Jungen; wir zitieren den Skandal:

Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen

Der Bundestag wolle beschließen:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

Berlin, den 19. Juli 2012

Volker Kauder, Gerda Hasselfeldt und Fraktion

Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion

Rainer Brüderle und Fraktion

Ohne unnötige Schmerzen. Das steht da wirklich. Die integrierte Amputation der Vorhaut gelange ins deutsche Gesetz – für alle dem Ritual zu unterwerfenden Jungen ohne unnötige Schmerzen. Beschnittenes Kindeswohl – mit den auf himmlischen Befehl dazugehörigen nötigen Schmerzen. Wieviel Schmerzen sind jedem, Abrahams Beispiel treu bleibenden bzw. schariapflichtigen Kind denn bitteschön zuzumuten, Generation für Generation?

Womöglich um künftige illegale Hinterhofbeschneider oder schlechte medizinische Standards im Ausland und damit ganz viele medizinische Komplikationen verhindern zu lassen, ruft man also nach der von Ägyptens politischem Handhaben der FGM sattsam bekannten Medikalisierung.

Drucksache 17/10331 begründet so:

Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein. Die Beschneidung von Jungen hat für Juden und Muslime eine zentrale religiöse Bedeutung.

Herr Kauder, Frau Hasselfeldt, Herr Dr. Steinmeier und Herr Brüderle mit ihren Fraktionen verlangen jetzt nicht etwa von den Innehabern der Deutung dessen, was unter Islamisch oder Jüdisch zu verstehen ist, die Zirkumzision, dieses Fleischopfer im Tempel der elterlichen Selbstvergewisserung und Gewissensberuhigung für die nächsten Jahrtausende in den Bereich des religiös Dezentralen oder Überflüssigen zu verschieben.

Ob jüdisch oder islamisch, die männliche Beschneidung stammt aus der Sozialstruktur und dem Zeitalter der Steinigung der Ehebrecherin. Burka und Steinigung haben im Islam auch eine ziemlich „zentrale religiöse Bedeutung“, glaubt man Islamkennern wie Ayatollah Chomeini, den afghanischen Taliban oder Nigerias Boko Haram. Auch Zia-ul-Haq erklärte die Steinigung für islamisch.[16]

Das Mädchen steht genau so unter dem Schutz des Grundgesetzes wie der Junge, beide haben denselben Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit. Drucksache 17/10331 hingegen will den Jungen versehren und das Mädchen nicht.

Was ist mit der authentisch religiösen nämlich echt islamischen FGM, die zwischen Kuala Lumpur und Kurdistan zwar mindestens aus dem Entfernen der Klitorisvorhaut bestehen kann? Diese Form der FGM ist dort und andernorts leider immer noch „sozial akzeptiert“ (so verteidigt Drucksache 17/10331 die MGM). Sie gilt, wie uns der von Saudi-Arabien aus arbeitende Scheich al-Munajjid versichert, auch außerhalb der Rechtsschule der Schafiiten als ehrbare Glaubensfrömmigkeit, je nach elterlichem Wohlwollen mit der völlig islamischen Kappung der Klitoris; und Allah weiß es am besten: „Wenn der Kitzler groß ist, sollte ein Teil von ihm entfernt werden, if the clitoris is large, then part of it should be removed. And Allah knows best.“[17]

„Der Inhalt des Kindeswohls wird im Regelfall von den Eltern bestimmt“ (Drucksache 17/10331), hier könnte Scheich Yusuf al-Qaradawi zustimmen und hat die Mädchen noch nicht einmal vergessen: „Wer jetzt denkt, es sei im Interesse seiner Töchter, sollte es tun, whoever finds it serving the interest of his daughters should do it.“[18]

Mit der durch Kauder, Hasselfeldt, Steinmeier und Brüderle betriebenen Erweckung von Schuldgefühlen unter offensichtlichem Aufgreifen des grausamen und unbedingt zu verurteilenden Holocaust (auch die einzige Demokratie im nahen Osten, den Staat Israel verteidigen wir unbedingt) arbeitet die Andeutung „Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein“, so, als ob beschneidungskritische Atheisten, Traditionskritiker oder Säkulare, darunter selbstverständlich auch Muslime und Juden (auch in Israel),[19] einen Völkermord planen würden, der jetzt, im letzten Augenblick, nur mit dem deutschen Elternrecht auf jederzeitige Amputation des kindlichen Präputium abzuwenden wäre.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte sich Dieter Graumann: „Wir beschneiden männliche Säuglinge seit 4000 Jahren, und wir wollen das auch noch mindestens weitere 4000 Jahre lang tun“.[20] Der Präsident des Zentralrats der Juden führte die Leserschaft gekonnt mit einem – seitdem in der Presse in unzähligen Varianten wiederholten – „Wir brauchen Rechtssicherheit“ in die Irre, in Wirklichkeit hat das Urteil des Kölner Landgerichts (151 Ns 169/11) genau diese eben hergestellt, die Rechtssicherheit nämlich.

Graumann hingegen erblickt einen: „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften.“ Einen „Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht“ des männlichen Kindes und späteren Erwachsenen sieht der Religionsfunktionär nicht. Ein unbeschnittener männlicher Jude ist für den biblischen Schöpfergott ja vielleicht gar kein schlimmer Gräuel, auf Erden und für Herrn Graumann aber sehr wohl.

Die Vorhautbeschneidung (der schafiitischen muslimischen Mädchen oder der muslimischen oder jüdischen Jungen) transportiert patriarchalische Frauen- und Männerbilder. Das Kind hat Schmerzen zu erdulden, der Stamm das Recht, des kindliche Genital zum Bluten zu bringen. Viele Eltern sind gezwungen, das Kind zu belügen mit einem sinngemäßen: Das ist nicht schlimm, oder: Das muss so sein.

Kein Mufti oder Scheich, kein Imam einer deutschen Moschee findet bislang den Mut, zu sagen, dass es ein gelingendes muslimisches Leben auch als männlicher Unbeschnittener geben könne. Drucksache 17/10331 unterstützt diese archaische Norm und will sie in die nächste und übernächste Generation tragen.

Mit der Jungenbeschneidung wird außerdem der heilige Ekel im Herabsehen auf die Kultur der Nichtbeschneider transportiert, die, wie die Unbeschnittenen selbst, im Islam von Scharia und Fiqh als sittlich minderwertig anzusehen sind. Die fromme Muslima soll sich vor dem Gedanken ekeln, mit einem Unbeschnittenen Sex zu haben – genau hier sollten modern denkende Pädagogen (und modern denkende Politiker) sehr wohl aufklärend dazwischenreden.

Die islamische MGM sexualisiert kleine Jungen wie Mädchen gleichermaßen, sie dramatisiert (wie es auch der Hidschab macht) das irdische Sexuelle als Schlachtfeld zwischen Licht und Finsternis, scheuen Engeln und versuchenden Satanen, Weg ins Paradies oder Weg ins Höllenfeuer.

Dieses Menschenbild der mit Koransuren und Hadithen begründeten Homophobie, Misogynie und Entwürdigung der Nichtmuslime will der am 19.07.2012 gestellte Antrag der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP (Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen) legalisieren und wird, wenn er nicht verhindert werden kann, auch der bekennende Islamische Religionsunterricht (IRU) demnächst in unsere Lehrer- und Klassenzimmer einbringen.

Kritik an der islamischen MGM darf nämlich auch im IRU offensichtlich nicht bekennend gelehrt werden und traut sich an einer deutschen staatlichen Schule schon seit vielen Jahren kein Lehrer mehr auszusprechen – aus Angst vor Gefährdung des schulischen Friedens. Man beschwört allerdings, gerade in kirchlichen Kreisen, auch lieber ein „friedliches Zusammenleben“,[21] auf Einhaltung der Standards der AEMR und auf ein Zurückweisen des immer noch allzu viele Verfassungen so genannter islamischer Länder prägenden Schariavorbehalts verzichtet man.

Die schariatreuen Islamverbände des Koordinierungsrats (KRM) dürfen den Bekenntnisinhalt des Islamischen Religionsunterricht bestimmen, und da wird es wohl bekennend und versetzungsrelevant heißen: Nach der Sunna (Hadith: Sahih Buchari Nr. 5891)[22] muss jeder Junge beschnitten sein, also auch du! Das ist der kulturelle Standard von Initiationsriten in den Jägerbund und erinnert an das von Nelson Mandela beschriebene Ukwaluka-Beschneidungsritual der Xhosa, bei dem der zum vollwertigen Mann und vollwertigen Menschen Gemachte auszurufen hat: „Ich bin ein Mann – Ndiyindoda!“ Manche der in der folgenden Nacht aufgeweckten Initiierten sollen ihre abgetrennte Vorhaut und damit ihre Jugend eigenhändig begraben; alle werden für einige Zeit als Zeichen ihrer neuen Reinheit am ganzen Körper weiß bemalt.[23]

Deutschlands Politik- und Religionslehrern ist zuzumuten, die Jungenbeschneidung der australischen Aboriginees, afrikanischen Xhosa, Juden oder Muslime nicht zu tolerieren oder gar pauschal zu „integrieren“, sondern unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht des Kindes oder Jugendlichen über den eigenen Körper und die Universalität der Menschenrechte zu kritisieren – aber wie soll das zeitnah funktionieren, wenn das 2012 noch nicht einmal der Deutsche Bundestag wagt?

Das Landgericht Köln beschreibt die lebenslangen Folgen der genitalen Mutilation genau: „Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert.“[24] Über die dauerhaften und vielleicht ebenfalls irreparablen seelischen Folgen der bei der Beschneidung erlittenen Traumatisierung endlich offen zu reden sollte unsere gemeinsame zukünftige Aufgabe sein.

Die gestern im Bundestag hastig thematisierte männliche Beschneidung ist mit nennenswert häufigen, teilweise schweren gesundheitlichen Risiken verbunden; die Quelle nennt und zeigt im Bild Hautbrücken (Skin-bridges), Vernarbungen (Scarring) und Krampfadern (Varicose veins). Die Zirkumzision ist immer eine Schädigung; bei Männern ist die noch so „fachmännisch“ durchgeführte Beschneidung mit einem Verlust von bis zu 75 % an peniler Sensitivität verbunden.[25]

Wir erinnern noch einmal Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen:

Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Eine poetische, aber wichtige Frage sicherlich auch zum Thema Zirkumzision finden wir beim Künstler Herbert Grönemeyer. Auch die Abgeordneten des Bundestags könnten sie sich stellen, wenn sie „im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung“ (Drucksache 17/10331) über den gestern eingeforderten Gesetzentwurf und damit für oder gegen eine Legalisierung der Jungenbeschneidung abstimmen werden.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

[1] Muhammad said that there are five acts of fitra. (Editor’s note: The translated hadith collections say that following fitra means adhering to the tradition of the prophets, taking the right path or following Islam.) The five acts of fitra enumerated by Muhammad are: circumcision, shaving one’s pubic hair, plucking out the hair under one’s armpits, cutting one’s nails and clipping one’s moustache to keep it short. It was reported that the last four of these should not be neglected for more than forty nights.

In one hadith, there are ten acts of fitra listed: those above excluding circumcision and six more: letting one’s beard grow, using a tooth-stick, snuffing up water into one’s nose, washing the joints of one’s fingers, cleaning one’s private parts with water and rinsing one’s mouth.

Yomatari’s Laws of Religion

Laws of Islam Concerning Ritual Purity and Cleanliness

from the Holy Qur’an, major hadith collections

and Islamic jurisprudence

http://www.religiousrules.com/Islampurity09grooming.htm

Die Beschneidung im islamischen Rechtssystem (Fiqh)

Die Beschneidung ist eine Pflicht jedes Vaters. Er muss die Beschneidung durchführen (lassen).

Bei der Beschneidung gilt, dass mind. die Hälfte der Vorhaut entfernt werden muss.

Nach den vier Rechtsschulen des Islam (Ebu Hanifa, Safi-i, Malik-i, Hanbeli) gilt über hitan folgendes:

Bei Ebu Hanifa und Malik-i gilt die Beschneidung als Sünnet-i müekkede (ein auf der Sunna beruhender, über das Pflichtmaß hinausgehender Akt der Gottesverehrung, dessen Unterlassung ungehörig ist). Das bedeutet eine unbedingte Sunna.

Für Hanbeli hingegen ist es für die Männer ein Vacib [wadschib, farḍ]

Für Safi-i ist die Beschneidung ein Vacib.

ENFAL

http://www.enfal.de/hitan.htm

wadschib (farḍ)

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioeses_verpflichtung.htm

Farḍ. In Indonesian, wajib also means obligatory, since the word is derived from Arabic.

http://en.wikipedia.org/wiki/Wajib

The point here is that the religion of Allaah is haneefiyyah (pure monotheism) which fills the heart with knowledge and love of Him and sincerity towards Him, and worship of Him alone with no partner or associate, and which marks the body with the characteristics of the fitrah, namely circumcision, removal of the pubic hair, trimming the moustache, cutting the nails, plucking the hair from the armpits, rinsing the mouth, rinsing the nose, using the siwaak (toothbrush made from twigs from a certain tree) and cleaning oneself after elimination of urine or faeces.

So the fitrah of Allaah is manifested in the hearts of the haneefs and on their bodies.

(Tuhfat al-Mawdood bi Ahkaam al-Mawlood by Ibn al-Qayyim, p. 351)

http://www.islam-qa.com/en/ref/7073

[2] TAHARA (Cleanliness or Purification)

Islam requires physical and spiritual cleanliness. On the physical side, Islam requires Muslims to clean their bodies, clothes, houses, and community, and they are rewarded by God for doing so. While people generally consider cleanliness desirable, Islam insists upon it and makes it an indispensable fundamental of religious life. In fact, books on Islamic jurisprudence often contain a whole chapter on this very requirement.

http://www.thewaytotruth.org/pillars/tahara.html

The Holy Qur’an does not impose an obligation on parents to circumcise their children, but the prophet Mohammed is reported to have stated that “Circumcision is a sunnah (customary or traditional) for the men. Most references to male circumcision occur in the examples and traditions of the Prophet (peace be upon him). Therefore the scholars strongly recommend circumcision for male.

From this point of view, traditionally, adult male converts to Islam are encouraged to undergo the operation.

Furthermore, besides submission to the Will of God, male circumcision is an important ritual aimed at improving cleanliness. Therefore, in Arabic, circumcision is also known as tahara, meaning purification or cleanliness.

Islam strongly emphasises cleanliness and purification both spiritual and physical. The mental and spiritual purification cleanses the heart while the social and physical purification cleanses the body as in circumcision. It also indicate that circumcised males are regarded as more pure (clean).

Although circumcision is not one of the Five Pillars of the Faith, which consist of: the profession of faith, daily prayer, fasting at Ramadan, giving money to the poor (charity), and the pilgrimage to Mecca. However, this ritual is an act of purification and connects the person to the Prophet Ibraheem (peace be upon him) and his religion, Islam.

The Qur’an says: “Allah does not want to place burden on you. Rather, He wants to purify you and to complete His favours to you so that you may be grateful.” [The Holy Qur’an 5:7]

The Hadith, the acts and the approvals of the Prophet Muhammad (peace be upon him) together constitute the Sunnah. This is the second source of Islamic Law.

http://convertingtoislam.com/circum.html

[3] In March 2006, the European Council requested the Member States “to take necessary measures to rapidly and significantly reduce child poverty, giving all children equal opportunities, regardless of their social background”.

Towards an EU Strategy on the Rights of the Child

Brussels, 4.7.2006

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2006:0367:FIN:EN:PDF

[4] Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab. Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī. Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

Clarification: Shaykh Nuh Keller translates and comments in his Reliance of the Traveller:

“Circumcision is obligatory (Shaykh ‘Umar Barakat: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. bazr) of the clitoris (Shaykh Nuh Keller: not the clitoris itself, as some mistakenly assert).”

Shafi’i Institute

http://www.shafiifiqh.com/what-is-the-ruling-on-circumcision-for-women/

In the Shafi’i Scool, circumcision is necessary for both men and women. (Sharh al-Muhadhdhab v. 1, p. 300) It is recommended for a child’s guardian to circumcise it during infancy, while not obligatory. It is obligatory that one be circumcised after reaching puberty. (Ibid p. 302-03)

http://www.shafiifiqh.com/is-delaying-circumcision-past-puberty-a-sin/

[5] A Cutting Tradition. By SARA CORBETT. The New Yok Times. Published: January 20, 2008

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

Inside a Female-Circumcision Ceremony. Photo: Stephanie Sinclair

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

[6] Clitoridectomy: partial or total removal of the clitoris (a small, sensitive and erectile part of the female genitals) and, in very rare cases, only the prepuce (the fold of skin surrounding the clitoris).

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/

FGM is classified in 4 types: type I involves excision of the prepuce with or without excision of part or all of the clitoris; Female genital mutilation is usually done without anesthesia and in poor conditions by elderly women specially designated for this task. This may lead to unintended additional damage, even after type I FGM, with the development of subsequent complications. Our study documents the occurrence of long-term sequelae after type I FGM. The long duration of symptoms reflects the amount of unnecessary anxiety, shame, and fear these girls and women felt before seeking medical care. Therefore, an increased awareness of long-term complications after type I FGM is necessary.

Epidermal clitoral inclusion cyst after type I female genital mutilation

Abdulrahim A. Rouzi, FRCSC, Othman Sindi, FRCSC, Bandar Radhan, Facharzt, and Hassan Ba’aqeel, FRCSC

Jeddah, Saudi Arabia

http://ipac.kacst.edu.sa/edoc/2004/142869.1-20040300096.pdf

[7] Merkel – “Wir machen uns zur Komikernation”

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108304605/Merkel-Wir-machen-uns-zur-Komikernation.html

[8] Lamya Kaddor, die islamische Religion unterrichtet und bis vor kurzem die vakante Professur an der Universität Münster vertrat, empört eine solche Position. „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“, sagt sie. Das Ergebnis sei das Gleiche: eine zeitgemäße Religionspraxis und ein friedvolles Miteinander mit anderen Gruppen. Als Muslima zweifele sie aber „nicht daran, dass stimmt, was im Koran steht“. Quelle: CIBEDO – Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

[9] „Viel zu lang hat der Staat keine klare Position bezogen, viel zu lang haben die muslimischen Verbände diese Auseinandersetzung vermieden und nur emotional reagiert. Es ist für uns Muslime höchste Zeit, den Mut aufzubringen, diese Diskussion innerislamisch zu führen und dabei in Kauf zu nehmen, uns eventuell von dem einen oder anderen unserer Rituale zu verabschieden. Das Vorhaben der deutschen Regierung, kurzfristig eine gesetzliche Regelung zur Legalisierung religiöser Zwangsbeschneidungen von Kindern zu erlassen, setzt da leider genau das falsche Signal.“

Ahmad Mansour. WELT 18.07.2012

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108321226/Muslime-muessen-endlich-offener-diskutieren.html

[10] Entschieden wehrte sich Schmidt-Salomon gegen die häufig anzutreffende Bagatellisierung der Vorhautbeschneidung: „Zwar ist die Vorhautbeschneidung bei Jungen in ihren Auswirkungen nicht vergleichbar mit der Klitorisverstümmelung bei Mädchen, dennoch handelt es sich, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, um eine höchst unangenehme, schmerzreiche Prozedur, selbst wenn sie unter besten medizinischen Bedingungen erfolgt. Kein Kind sollte dieses Leid erfahren müssen, es sei denn, es liegen eindeutige medizinische Gründe für den Eingriff vor.“ Erwachsene könnten für sich selbst die Entscheidung treffen, ob sie aus religiösen Gründen beschnitten werden möchten, sie dürften diese Entscheidung jedoch nicht für ihre Kinder treffen. „Wenn Bundeskanzlerin Merkel meint, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungsverbot zu einer ‚Komikernation‘, zeigt dies nur, dass sie sich mit den Problemen der Zirkumzision nicht ernsthaft beschäftigt hat und religiösen Vorurteilen höheres Gewicht beimisst als dem Kindeswohl.“

http://hpd.de/node/13768

[11] Doron Rabinovici, Süddeutsche 11.07.2012

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075

„Eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen.“

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075-2

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker. … 2007 Willy und Helga Verkauf-Verlon Preis des DÖW für österreichische antifaschistische Publizistik [DÖW = Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes]

http://www.rabinovici.at/bio.html

DÖW – Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

http://www.doew.at/

[12] Brigitte Warenski: „Viele Eltern für Beschneidungsverbot“. Tiroler Tageszeitung vom 16.07.2012

http://www.exmuslime.at/%E2%80%9Eviele-eltern-fur-beschneidungsverbot/

[13] Noch heute fühle er sich manchmal ausgeliefert – was ihm schlaflose Nächte bereitet. Kaya will helfen, anderen Kindern dieses Schicksal zu ersparen. Gemeinsam mit der Initiative gegen Kirchenprivilegien machte er Dienstag gegen die Beschneidung von Kindern mobil – womit die deutsche Debatte endgültig nach Österreich übergeschwappt ist.

Kurier vom 17.07.2012

http://kurier.at/nachrichten/4503967-beschneidung-was-ist-mit-piercing.php

[14] Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention)

http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/358176/publicationFile/3609/UNkonvKinder1.pdf

[15] Drucksache 17/10331 vom 19.07.2012 (elektronische Vorab-Fassung)

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/103/1710331.pdf

[16] The Federal Sharia Bench declared rajm, or stoning, to be un-Islamic; Zia-ul-Haq reconstituted the court, which then declared rajm as Islamic. …

Pakistan. Zia-ul-Haq’s Islamization. Blasphemy Laws. Description, Penalty.

298A Use of derogatory remarks etc., in respect of holy personages 3 years imprisonment, or with fine, or with both

295B Defiling, etc., of Quran Imprisonment for life

295C Use of derogatory remarks, etc.; in respect of Muhammad Death and fine

http://en.wikipedia.org/wiki/Zia-ul-Haq%27s_Islamization

[17] Ibn Qudamah (may Allah have mercy on him) said, in his book al-Mughni:

Circumcision is obligatory for men, and it is an honour for women, but it is not obligatory for them. This is the opinion of many scholars. (Imam) Ahmad said: For men it is more strictly required, but for women it is less strictly required.” (al-Mughni 1/70).

Circumcision of the female consists of the removal of a part of the clitoris, which is situated above the opening of the urethra. The Sunnah is not to remove all of it, but only a part. (al-Mawsu‘ah al-Fiqhiyyah 19/28).

In this matter, it is wise to follow the interests of the female: if the clitoris is large, then part of it should be removed, otherwise it should be left alone. This size of the clitoris will vary from woman to woman, and there may be differences between those from hot climates and those from cold climates.

A hadith on the topic of female circumcision has been attributed to the Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him), according to which he said: “Circumcision is a Sunnah for men, and an honour for women,” but there is some debate as to the authenticity of this hadith. See Silsilah al-Ahadith al-Da‘ifah by al-Albani, no. 1935.

How circumcision is to be performed is mentioned in the hadith narrated by Umm ‘Atiyah, may Allah be pleased with her, according to which a woman used to perform circumcisions in Madinah. The Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him) told her: “[La tanhaki (ikhtafidna wa-la tanhikna)] Do not abuse (i.e. do not go to extremes in circumcising); that is better for the woman and more liked by her husband.” (Reported by Abu Dawud in al-Sunan, Kitab al-Adab; he said this hadith is da’if [ḍaʿīf, weak, schwach]

Islam Q&A

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

http://islamqa.info/en/ref/427/circumcision

[18] Sheikh Yusuf al-Qaradawi is the Sunni Islamic world’s foremost Shariah scholar. He is the head of the International Association of Muslim Scholars and European Council for Fatwa and Research [ECFR]. … Qaradawi, who has been described as the Muslim Brotherhood’s spiritual and ideological leader, issued a fatwa asserting that “circumcision is better for a woman’s health and it enhances her conjugal relation with her husband” and that, “ whoever finds it serving the interest of his daughters should do it, and I personally support this under the current circumstances in the modern world.”

http://sheikyermami.com/2012/04/22/female-genital-mutilation-is-part-of-the-sunna-of-the-prophet-part-ii/

[19] Brit Shalom is a non-cutting naming ceremony which replaces Brit Milah (ritual circumcision) for newborn Jewish boys. It is not intended for boys who have previously been circumcised in a hospital. It can be similar to the naming ceremony traditionally used for baby girls. It may be performed by a Rabbi or other experienced lay leader. If desired, celebrants can aid parents in devising their own ceremony. It has also been termed Alternative Brit (or Bris), Brit B’li Milah (Covenant without cutting) and Brit Chayim (Covenant of Life).

Not all the celebrants listed are opposed to Brit Milah. However, they are all committed to providing service to families unwilling to circumcise their sons, by officiating at Brit Shalom ceremonies. This list is continually being updated.

http://www.circumstitions.com/Jewish-shalom.html

JAC, Jews Against Circumcision, is a diverse group of Jews from every english-speaking country on the planet. We range in observance from Secular Jews to Orthodox. We even have some Rabbis in our group. We also consist of people from every socio-economic class and education level.

We have come to realize that mutilating a male’s genitalia in the name of religion is not acceptable. We are not superstitious and uneducated people anymore. No loving God would demand this. It is ridiculous to think so.

As you read through this website, you will see the various arguments: medical, Jewish, sexual, etc. to not circumcise. Please read and think about the content of this website. You’ll be doing a mitzvah.

Brit Shalom, Covenant of Peace, is the only acceptable naming ceremony in the modern age.

http://www.jewsagainstcircumcision.org/

[20] Nach dem Bekanntwerden des Kölner Urteils am 26. Juni, wonach Beschneidung aus religiösen Gründen strafbar sei, handelte der Zentralrat der Juden schneller als die muslimischen Verbände. Noch am gleichen Tag teilte er mit, das Urteil stelle einen „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“ dar. Der Koordinationsrat der Muslime hingegen war zunächst nicht sprachfähig.

FAZ vom 17.07.2012, Uta Rasche: Lobbyarbeit mit Kollateralnutzen

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-lobbyarbeit-mit-kollateralnutzen-11823361.html

[21] CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN VON MUSLIMEN UND CHRISTEN IN INDONESIEN

Pfarrerin Ati Hildebrandt Rambe

http://www.bruecke-nuernberg.de/pdf/weltreise/Christen%20und%20Muslime%20in%20Indonesien.pdf

Angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen in Nigeria unterstrich Zollitsch während der Begegnung seine Solidarität mit den Christen des afrikanischen Landes. „Ein friedliches Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen ist notwendig. Nigeria ist eine Nation, die zum Dialog aller gesellschaftlichen und religiösen Gruppen fähig ist. Der Alltag ist aber immer wieder gefährdet“, so Zollitsch.

http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=5191

KNA 02.01.2012 — Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Neujahrspredigt ein friedliches Zusammenleben der Völker, Kulturen und Religionen der Welt gefordert.

http://www.cibedo.de/sanktegidio119133786366013385620.html

[22] Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Zur Fitra gehören fünf Dinge: Die Beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Kurzschneiden des Schnurrbarts, das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel und das Auszupfen der Achselhaare.

http://islamische-datenbank.de/option,com_buchari/action,viewhadith/chapterno,70/min,20/show,10/

[23] Just after the surgeon, inchibi, cuts the foreskin, he says to the initiate, “Yithi uyindoda,” or “Say: you’re a man!” At which point the initiate shouts, “ Ndiyindoda!” or “I’m a man!” In addition to this verbal recognition of the boy’s status as a young man, the young man also receives a new name. … The first midnight following the circumcision, the abakwetha are woken and sent out of the hut into the dark of the night to bury their foreskin. In Mandela’s words, “The traditional reason for this practice was so that our foreskins would be hidden before wizards [Anm.: Zauberer, Hexenmeister] could use them for evil purposes, but, symbolically, we were also burying our youth.”

The next weeks or months are spent together as abakwetha secluded from regular society in the itonto. During this time of physical healing the young men are brought further into manhood by learning the histories and mysteries of the Xhosa men. During this time of seclusion, the young men are smeared with a white clay or chalk as a symbol of their new purity.

Samuel D. Giere, PhD: “This is my world!” Son of Man (Jezile) and Cross-Cultural Convergences of Bible and World

http://www.wartburgseminary.edu/uploadedfiles/Campus_Community/Faculty_Course_Materials/Giere/S%20D%20Giere%20-%20This%20is%20my%20world%20-%20Son%20of%20Man%20and%20Cross-Cultural%20Convergences%20of%20Bible%20and%20World%20-%20SBL%20-%20Nov%202010.pdf

[24] Kölner Landgericht Az. 151 Ns 169/11

http://adam1cor.files.wordpress.com/2012/06/151-ns-169-11-beschneidung.pdf

[25] Intact men enjoy four times more penile sensitivity than circumcised men, according to the “Fine-touch Pressure Thresholds in the Adult Penis” article published today in the British Journal of Urology International.

http://www.nocirc.org/touch-test/touchtest.php

P H O T O G A L L E R Y – Introduction to the natural, intact penis

To fully appreciate the damage caused by circumcision, one must understand how the natural, intact penis should look and function. The photos on this page show the way that Nature/God intended the human penis to look and function.

Exterior Appearance of the Natural Penis (Flaccid)

Just as the female genitalia exhibit a wide variety of appearances of the labia and female foreskin (see the book “Femalia”), so too does the male foreskin reveal a wide variety of length, thickness and coloration. In the adult male, the foreskin accounts for 1/3 to 1/2 of the skin system of the penis, or about 15 square inches of erogenous inner and outer foreskin tissue.

http://www.circumcisionharm.org/gallery%20intact.htm

P H O T O G A L L E R Y O F D A M A G E – Page 1

Images here reveal both routine and extraordinary damage from circumcision in infancy or childhood (physical damage only).

It does not account for adverse sexual, emotional/psychological, spiritual or self-esteem outcomes from the physical damage.

While the extremes of male and female genital cutting may differ in the effects upon individuals, one common denominator is the fact that no matter how “serious” or “minor” the public may perceive the differences in harm to be, the damage is often an all-consuming issue to the individual who must live with the loss of their inherent genital integrity, especially when the genital loss and scars were imposed on them when they could not consent, refuse or escape.

http://www.circumcisionharm.org/gallery1.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery2.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery3.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery4.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery5.htm

A Gallery of Circumcisions

Hautbrücken 1. Skin-bridges

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched1sb.html

Vernarbungen 3. Scarring

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched3sc.html

Krampfadern 5. Varicose veins

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched5va.html

Edward von Roy

Mönchengladbach

DEUTSCHER BUNDESTAG

Sekretariat des Petitionsausschusses

Berlin

17.09.2012

Pet 4-17-07-451-040847

Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung

Marlene Rupprecht (SPD) am 19. Juli 2012, Plenarprotokoll 17/189

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Vergabe des Aktenzeichens (Petitionsnummer) für meine Petition vom 20. Juli 2012. Sie schreiben:

Zu der von Ihnen vorgetragenen Thematik liegen dem Petitionsausschuss bereits Zuschriften anderer Bürgerinnen und Bürger vor. Ermittlungen hierzu sind eingeleitet worden. Ihre Ausführungen werden in diese Ermittlungen einbezogen und gemeinsam mit den anderen Petitionen beraten.

Der Deutsche Bundestag wird auf Empfehlung des Petitionsausschusses zu diesen Petitionen einen Beschluss fassen, der Ihnen mitgeteilt wird.

Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Beschluss zu den Zuschriften vieler Bürgerinnen und Bürger nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann.

Unzufrieden und sehr besorgt bin ich darüber, dass meine Eingabe unter Besonderer Teil des Strafgesetzbuches einsortiert worden ist; hier könnte (Mehrfachpetition bzw. sogar Massenpetition) eine mir unbekannte Leitpetition sozusagen das Gleis, den Kanal bestimmt haben.

Ich habe aber unmissverständlich vom BGB gesprochen, und gar nicht vom StGB:

möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen: § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

Ich bitte deshalb hiermit den Petitionsausschuss, meine Eingabe unter BGB / Familienrecht zu verbuchen – und bin da auch sehr gerne Leitpetition. Dann gibt es eben mehrere Leitpetitionen, eine im StGB und (m)eine im BGB und gerne noch weitere.

Ich bin weiterhin etwas verärgert und sehr besorgt, da, wie Sie selbst schreiben: “nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann”, dass auf meine Argumente wie schafiitische FGM, Jungenbeschneidung bei Xhosa und Aboriginees sowie Scharia-Totalität nicht “eingegangen” werden wird oder dass Elterliche Fürsorge / Inhalt und Grenzen der Personensorge (§ 1631 BGB) zum bloßen “Aspekt” herabgestuft wird, auf den dann nicht “eingegangen werden kann.”

Eine pauschale Ungleichbehandlung von FGM Typ I und Zirkumzision wäre, da grundrechtswidrig, nicht zu akzeptieren; zumal bei einer legalisierten Jungenbeschneidung die “milde Sunna”, wie sie etwa die Assalaam Foundation in Indonesien öffentlich praktiziert, (mit Betäubung) auch in Deutschland statthaft sein müsste.

Der Ethikrat sendet leider auch bereits die grundgesetzwidrigen falschen Signale, nur Reinhard Merkel bleibt fast grundgesetzkonform:

Die frühkindliche Beschneidung ist ein massiver körperlicher Eingriff in die geschützte, verfassungsrechtlich geschützte physische Integrität des Kindes. … Lassen Sie mich ganz deutlich sagen, dass das Recht auf Religionsfreiheit auf gar keinen Fall ein Recht gewährt, unmittelbar in den Körper anderer Personen einzudringen. Es geht ganz primär um das elterliche Sorge- und Erziehungsrecht.

Genau, und über dieses Recht wacht die staatliche Gemeinschaft; und so richtet sich meine Petition auf § 1631 BGB.

Leider mogelt sich Rechtswissenschaftler Merkel im selben Interview dann doch zur umfassenden Betäubung des Kindes durch, dem dann die nur Sekunden eher noch zugestandene körperliche Unversehrtheit im Namen der elterlichen Frömmigkeit, Traditionspflege und (juristisch falsch verstandenen) Fürsorge geraubt werden dürfe.

Der Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie liegt da natürlich falsch und weiß das, und der Bundestag weiß das auch und wird in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf einbringen, der den Zirkumzisionsfreunden Angela Merkel und Volker Beck sowie dem Ethikrat argumentativ folgt. Das Parlament wird dann, so ist jetzt zu befürchten, dem Druck der global und gegenmodern aktiven religiösen Lobbygruppen nachgeben, nicht zuletzt den legalistischen Parteigängern der Scharia.

Dann hätte sich das angeblich vom Himmel herab gekommene, frauenfeindliche und kinderfeindliche Islamische Recht nicht bewegt und das Grundgesetz nachgegeben. Das ist im säkularen Staat zu verhindern.

Zur ebenfalls bleibend grundgesetzwidrigen jüdischen Zirkumzision (Brit Mila) an Neugeborenen möchte der Petitionsausschuss bitte die angefügten drei Quellen Dr. Paul D. Tinari; David B. Chamberlain Ph. D. und Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides zur Kenntnis nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

A neurologist who saw the results to postulated that the data indicated that circumcision affected most intensely the portions of the victim’s brain associated with reasoning, perception and emotions. Follow up tests on the infant one day, one week and one month after the surgery indicated that the child’s brain never returned to its baseline configuration. In other words, the evidence generated by this research indicated that the brain of the circumcised infant was permanently changed by the surgery.

Dr. Paul D. Tinari, Ph. D.

http://www.drmomma.org/2009/10/mri-studies-brain-permanently-altered.html

In a definitive study of the types and degrees of crying during circumcision, psychologists and physicians at Washington University in St. Louis measured cries in exhaustive detail (Porter, Miller, & Marshall, 1986). They discovered that crying correlated with the invasiveness of the surgery. For the thirty babies in the study the frequency of cries shot up from 224 in the ten minutes before restraint, to 1,817 cries during the three minutes of lysis. There were almost as many cries in the following two minutes of clamping, pulling, and cutting.

Detailed sound portraits (spectrograms) of cries at different stages of the operation were easily sorted into separate piles by strangers who did not know what they were looking at. The variation and urgency of cries was obvious to adult judges who were listening. The degree of urgency matched the stages of wsurgical invasiveness and unmistakably represented degrees of infant pain.

Babies Remember Pain

David B. Chamberlain Ph. D.

PRE- AND PERI-NATAL PSYCHOLOGY, Volume 3, Number 4: Pages 297-310, Summer 1989.

http://www.cirp.org/library/psych/chamberlain/

The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! …

This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

The Guide of the Perplexed, Teil III, Kapitel XLIX

Moses Maimonides

Dalālat al-ḥā`irīn, hebräisch als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen. Maimonides Hauptwerk entstand ungefähr zwischen dem Jahr 1176 und 1190 oder 1200

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

The Guide of the Perplexed, Übersetzung M. Friedländer (1903)

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss

Pet 4-17-07-451-040847

(Bitte bei allen Zuschriften angeben)

Herrn

Edward von Roy

Mönchengladbach

27.09.2012

Betr.: Besonderer Teil des Strafgesetzbuches

Bezug: Ihre E-Mail vom 18.09.2012

Sehr geehrter Herr von Roy,

für Ihr Schreiben danke ich Ihnen.

Aus arbeitsorganisatorischen Gründen ist eine Änderung der Struktur in Ihrem Sinne leider nicht möglich.

Inhaltlich werden selbstverständlich alle von Ihnen eingebrachten Aspekte geprüft.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

( … )

Keine religiös begründete Beschneidung an Jungen

Juli 16, 2012

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

Presseerklärung

16.07.2012

Kindesmisshandlung unter religiösem Vorwand

Der Zentralrat der Ex-Muslime begrüßt die Entscheidung des Kölner Landgerichts vom 7. Mai 2012 zum Thema Jungenbeschneidung ohne medizinische Indikation (Az. 151 Ns 169/11) und rät der deutschen Regierung dringend davon ab, jetzt angesichts der Wünsche der religiösen Organisationen in die Knie zu gehen.

Im Sommer 2012 kämpfen orthodoxe jüdische und islamische Organisationen, sonst nicht selten verfeindet, Hand in Hand gegen das Kölner Beschneidungsurteil. Die an der gegenmodernen Scharia festhaltenden Islamverbände möchten bis nach Karlsruhe gehen; andere warnen vor einem erneuerten Völkermord oder Holocaust.

Die deutsche Regierung wird offensichtlich von den reaktionären religiösen Wortführern unter erheblichen Druck gesetzt und will Rechtsklarheit schaffen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle etwa will die „die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt“ wissen, ein Argument, mit dem man künftig auch die Mädchenbeschneidung legitimieren und legalisieren müsste.

Kein Kind auf der Welt möchte Angst haben oder Schmerzen erleiden. Es geht also ebenso um Kinder, die hier leben, wie um Kinder in den vom Islam geprägten Ländern.

Am Diskussionsthema Zirkumzision sehen wir, dass die Religionsführer und die Mächtigen der Politik zusammenarbeiten; dabei sollten wir im säkularen und freiheitlich demokratischen Staat Politik und Religion voneinander trennen.

Die eine Seite argumentiert mit Traditionsbewusstsein und religiöser Pflicht und billigt einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines nicht einwilligungsfähigen Kindes.

Uns hingegen geht es um um säkular-humanistische Werte im 21. Jahrhundert und um die allgemeinen Menschenrechte, die schließlich auch für Kinder gelten. Spät genug, am 15. Juli 2010, hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention ohne Vorbehalte akzeptiert.

In diesen Tagen polarisiert die oft bagatellisierte Frage der Beschneidung von Jungen die deutsche Gesellschaft. Während sich manche hinter der Religionsfreiheit oder der Multikulturalität verstecken und die blutige Tradition verteidigen oder versuchen den Gegner als Rassisten darzustellen, betonen wir die Kinderrechte, die auch von religiösen Organisationen nicht eingeschränkt