Free Amina

März 28, 2013

Von Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Steinigung – International Committee Against Stoning – Comité International Contre la Lapidation

An den Präsidenten des Europäischen Parlaments

Herrn Martin Schulz

An den Bundesaußenminister des Auswärtigen

Herrn Dr. Guido Westerwelle

Le président de la République tunisienne

Moncef Marzouki

Le président de l’Appel de la Tunisie

Béji Caïd Essebsi

March 28, 2013

Offener Brief – open letter

Die neunzehnjährige Tunesierin Amina ist Anhängerin der FEMEN, einer 2008 in Kiew von Anna Hutsol gegründeten Organisation, die für die Selbstbestimmung des Menschen, insbesondere der Frauen eintritt. Amina ist eine von tausenden anderen tunesischen Frauen, die es ablehnen, dass sich religiöse oder andere Moralvorschriften in ihr Leben einmischen. Amina war davon überzeugt, dass die universellen Menschenrechte auch in ihrem Land beachtet werden müssen. Auch junge tunesische Frauen wie sie haben Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, freie Partnerwahl, freie Selbstentfaltung und ein freies, menschenwürdiges Leben. Sie war von dem mutigen Engagement der Ukrainerinnen begeistert. Deshalb nahm sie sich ein Beispiel an den FEMEN-Aktivistinnen und veröffentlichte ein Foto von sich, dass sie mit unbekleideten Oberkörper zeigt, auf dem eine unmissverständliche Botschaft geschrieben steht: Mein Körper gehört mir und ist nicht die Ehre eines anderen.

Als Adel Almi (Adel El Almi), Anführer der staatlich anerkannten Missionsbewegung l’Association modérée pour la sensibilisation et la réforme (The Moderate Association for Awareness and Reform, al-Jam’iya al-Wasatiya lil-Tau’iya wal-Islah) davon erfuhr, erzürnte das den Prediger, denn die Taten Aminas würden: „Epidemien und Katastrophen“ heranziehen sowie auch andere Frauen vom rechten Weg abbringen und „mit diesen Ideen anstecken“. Es sei notwendig, Amina von anderen Menschen zu isolieren: „Ich will, dass sie wieder geheilt wird“. Doch das reichte dem frommen Mann nicht aus, weshalb er eine Fatwa gegen sie verhängte: Amina soll mit 80 bis 100 Peitschenhieben bestraft oder wegen der Schwere der Verfehlung eigentlich sogar gesteinigt werden.

Um die mutige junge Frau vor der tödlichen Bedrohung zu bewahren, starteten sehr bekannte Frauenrechtlerinnen, prominente Atheisten wie Richard Dawkins, Taslima Nasrin, Maryam Namazie und FEMEN-Mitgründerin Inna Shevchenko eine Kampagne und eine Petition an die tunesische Regierung und forderten diese auf, Aminas Leben und Freiheit sicherzustellen und diejenigen, die sie bedrohen zu bestrafen. Innerhalb von drei Tagen unterzeichneten mehr als siebzigtausend Unterstützer die Eingabe. Diese Koalition hat außerdem den 4. April zum internationalen Aktionstag für Amina ausgewählt. Das ist sehr erfreulich.

Doch es gibt leider beunruhigende Neuigkeiten: Seit etwa einer Woche besteht kein Kontakt mehr zu Amina. Auch FEMEN-Mitgründerin Shevchenko, die noch vor kurzem mit Amina gesprochen hat, kennt ihren Aufenthaltsort nicht. Möglicherweise, so heißt es in mehreren Medienberichten, ist sie von ihren Eltern in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, nachdem diese von den nackten Protestfotos erfahren hatten. Die Behauptung, dass es Amina inzwischen gut gehe und sie bei ihrer Familie sei, ist zweifelhaft.

Wir, die Unterzeichnenden rufen Sie auf, den Aufenthaltsort von Amina festzustellen. Überzeugen Sie sich von ihrem Wohlergehen und davon, dass keine Gewalt gegen sie angewendet wurde. Die Staaten der Europäischen Union sollen klar gegen diese Fatwa von Anhängern des fundamentalistischen Islam Stellung beziehen und diese Menschenrechtsverletzung mit deutlichen Worten verurteilen.

Bundesregierung und Europäisches Parlament sollen darauf hinwirken, dass in Tunesien keine Regierung die Macht ergreift, die eine Trennung von Staat und Religion, Gesetz und Religion sowie Recht und Religion ablehnt und durch die Implementierung der Scharia die Rechte der Frauen einschränkt.

Diejenigen, die wie die religiöse Autorität Adel Almi zur Gewalt gegen Amina aufgerufen haben, müssen strafrechtlich verfolgt werden.

Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Steinigung – International Committee Against Stoning

0049 (0) 1775692413 minnaahadi@gmail.com

http://minaahadi-iran.blogspot.co.uk/

http://stopstonningnow.com/wpress/

Maryam Namazie

tel: +44 (0) 7719166731

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/

Nazanin Borumand

Vorstandsmitglied des Zentralrats der Ex-Muslime Deutschland – Council of Ex-Muslims Germany

http://www.ex-muslime.de/

Gabi Schmidt

Edward von Roy

Wo ist Amina?

März 23, 2013

‏ الربيع العربي

ar-Rabīʿ al-ʿArabī

Arabischer Frühling

Nur Allah kann dir mentale Gesundheit geben

Ein Kommentar zur Todesfatwa des tunesischen Predigers Adel Almi gegen Frauenrechtsaktivistin Amina Tyler sowie zum Weltsozialforum 2013, das nächste Woche in Tunis stattfinden wird. Von Jacques Auvergne.

UPDATE 25. März: Dieses Blog empfiehlt, dem Gerücht des heutigen Tages, Amina sei zu Hause bei ihrer Familie und es gehe ihr gut, keinen Glauben zu schenken. Insbesondere erscheint uns Rechtsanwältin Bochra Belhaj Hmida wenig zuverlässig. Das Haus darf sie nicht verlassen, Kontakt zur Außenwelt per Telefon oder Internet ist verboten (vgl. Kommentarbereich).

UPDATE 28. März: Die Chefredakteurin der Zeitschrift Marianne, Martine Gozlan hat mit Amina gesprochen. Wie eine Gefangene ist Amina bei ihrer Familie und steht unter Antidepressiva. Das Haus darf sie nicht verlassen, Kontakt zur Außenwelt per Telefon oder Internet ist verboten (vgl. Kommentarbereich).

Nichts als dein tatkräftig beherzigter Schariabefehl und die auch von dir angestrengt mitaufgebaute Kalifatgesellschaft bringen dem persönlichen Bewusstsein und lokalen Sozialsystem al-wasaṭīya, Mittigkeit, Ausgewogenheit. Die bildungsprogrammatische bis dschihadistische berüchtigte Wasatiyya der globalen Muslimbrüder folgt Allahs und Mohammeds Tagebuch, dem Koran, wo wir in Sure 2:143 von der ummata wasaṭa lesen, der Weltgemeinschaft (umma) der Muslime als der Nation der Wohlausgewogenheit oder Gemeinschaft der Mitte, nach Pickthall: Thus We have appointed you a middle nation, bei Yusuf Ali: Thus, have We made of you an Ummat justly balanced.

Diese – allahzentrische! – Mittigkeit führt der tunesische Imam und Todesfatwaproduzent Adel Almi im neuen Vereinsnamen Ausgewogene Gemeinschaft für Bewusstsein und Verbesserung, al-Jamiyya al-Wasatiyya li l-Tawiyya wa l-Islah.

Deine eingehaltenen himmlischen Schariapflichten und irdischen Anweisungen von Vater oder Ehemann machen dich gesund, Islamkritik hingegen bricht das heilssichernde Prinzip der Wasatiyya oder Allahzentrik, ist exzentrisch und macht dich krank. Jedenfalls wird diese Ansicht verstaatlicht (gewaltsam durchgesetzt), sobald der Islam das tut, wozu er schließlich da ist: herrschen.

Aus Pakistan wurde uns 2006 bekannt, dass Konvertit Abdul Rahman der Todesstrafe ganz islamisch-human nur dadurch entgehen konnte, dass man ihn entmündigte, ihn für geisteskrank erklärte. Muslim, tot oder verrückt, was willst du, entscheide dich. Und nicht vergessen: Islam heißt Frieden.

Amina Tyler als im psychiatrischen Sinne krank zu erklären würde dafür sorgen, dass die im Jenseits den Teufel und den sozialen Ehrverlust im Diesseits fürchtende Familie Aminas ebenso wie der schleichend islamrevolutionäre Staat Tunesien das Gesicht nicht verliert und dass die Macht und Anhängerschar von Predigern wie Imam Adel Almi weiter wächst.

Am 14. Januar 2011 wurde Tunesiens Präsident Ben Ali gestürzt. Die Muslimbruderschaft, tunesisch heute vor allem aktiv als Bewegung (Ḥarakat) und Partei (Ḥizb) Ennahda (an-Nahḍa, Erweckung, Wiedergeburt; gemeint ist die des Islam). Ennahda war bis zum 01. März 2011 illegal. Die Muslimbrüder auch Ägyptens oder Europas werden wohl leider weiterhin durch Europas parlamentarische und kirchliche Eliten als „moderat, gemäßigt“ dargestellt werden jedenfalls als ein akzeptabler Dialogpartner.

Tunesiens erste demokratische Wahl gewann der hochrangige Muslimbruder Rachid al-Ghannouchi (Rāšid al-Ġannūšī), der seit 1989 im Exil in London lebte. Der heutige ECFR-Scheich unter Yusuf al-Qaradawi führte in den Siebzigern die auch durch die pakistanische Tablighi-Bewegung geprägte Jama’at Islamiyya und in den Achtzigern, also nach Chomeinis Islamischer Revolution im Iran, den Mouvement de la Tendance Islamique (MIT), der sich 1989 in Ennahda umbenannte. Im Rahmen von offensichtlich global koordinierten Protesten in Afghanistan, Pakistan und Indonesien sowie von Angriffen auf US-Botschaften in Kairo, Khartoum und Sanaa stürmte am 14. September 2012 eine radikalislamisch motivierte Menge auch die amerikanische Botschaft in Tunis, zog die US-Fahne herunter, rief „Allah ist groß“ und schwenkte die schwarzen Fahnen der Herrschaft Allahs. Anlass oder Alibi war der ins Internet gestellte Kurzfilm Unschuld der Muslime.

Damit das Kalifat weltweit und ungestört sowie auf Kosten der allgemeinen Menschenrechte an Kontur gewinnen kann, lässt man ECFR-Scheich Mustafa Cerić im Beisein von Bundesbildungsministerin Annette Schavan den Tübinger Standort für Islamische Theologie eröffnen, deutsche Hochschulen mit der durch die Muslimbrüder unterwanderten und ohnehin theologisch islamrevolutionären ägyptischen al-Azhar kooperieren, wird volkspädagogisch weiterhin behauptet, der Islam sei eine „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering 2008, Horst Köhler 2010) und betont, dass es einen ungeheuer wichtigen Unterschied zwischen Islam und Islamismus gebe.

„Oftmals wird nicht differenziert zwischen dem Islam und dem politischen Islamismus und seiner besonders militanten Variante – dem Salafismus“, so zauberte Claudia Schmid (taz 23.06.2012). Dass echter alter Islam und neuer so genannter Islamismus dieselbe eine Schariatheorie und Fiqhpraxis anwenden, sagt uns die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes nicht. „Obwohl wir doch eigentlich streng zwischen Islam und Islamismus trennen müssen“ hatte schon im Vorjahr der Militärbischof der Bundeswehr, Franz-Josef Overbeck gedonnert (The European 15.08.2011) und im selben Interview die AEMR indirekt als für den Orient untauglich eingestuft: „Wir müssen neu lernen, dass man nicht einfach die Vorstellungen des Westens einem orientalisch geprägten Land aufoktroyieren kann“. Offensichtlich ist auch die hier nicht protestierende deutsche Öffentlichkeit von heute der erst unlängst betretenen kulturellen Moderne überdrüssig und bereit, auf die am 10. Dezember 1948 festgestellten Standards zu verzichten, die, obschon in Paris verkündet, nicht nur im legendären „Westen“ gelten sollten, sondern universell sprich überall, also auch im „orientalisch geprägten“ (Overbeck) Teil der Welt.

Nicht weniger universell betrachten Koran und Hadith die Islamapostasie als todeswürdiges Verbrechen. Der schariatreue afghanische Staatsanwalt Sarinwal Zamari (Interview mit Associated Press, 22.03.2006) befand über den Ex-Muslim Abdul Rahman: „Wir denken, dass er verrückt sein könnte, we think he could be mad. Er ist kein normaler Mensch. Er redet nicht wie ein normaler Mensch. Ärzte müssen ihn untersuchen. Wenn er geistig nicht auf der Höhe ist, darf der Islam ihn ganz bestimmt nicht bestrafen. Ihm muss vergeben werden. Der Fall muss eingestellt werden.“ Andere afghanische Quellen deuteten in jenen Wochen Rahmans angebliche Unzurechnungsfähigkeit etwas vorsichtiger an und betonten, dass der zum Christentum übergetretene Mann doch beruflich nicht integriert sowie geistig nicht stabil sei: „dauernd arbeitslos und mental unausgeglichen, perennially jobless and mentally unbalanced „.

In der Vergangenheit hatte Rahman in Deutschland und Pakistan gelebt. Im Februar 2006 hatte seine eigene Familie den 41jährigen Vater zweier Töchter angezeigt, die Polizei fand tatsächlich eine Bibel in seinem Besitz und verhaftete ihn anschließend. Tage später versammelten sich mehrere hundert Theologen, Studenten und andere Protestierer auf den Straßen von Mazar-i-Sharif, verlangten seine Hinrichtung und schrien: „Tod den Christen. Death to Christians.“ Staatsanwälte beschrieben ihn wie eine Quelle von Krankheiten, als „Mikrobe“.

Will Tunesien der neunzehnjährigen Amina Tyler jetzt (2013) die schariarechtlich einwandfreie Rolle des pakistanischen Islamapostaten Abdul Rahman (2006) aufzwingen, nämlich sich unter akuter Lebensgefahr zwischen geistiger Unzurechnungsfähigkeit und öffentlicher Schariakritik zu entscheiden? Was willst du morgen sein, gesteinigte oder jedenfalls hundertfach ausgepeitschte und damit möglicherweise an den Verletzungen sterbende Islamkritikerin oder lebendig und offiziell verrückt? Die Europäische Union muss intervenieren, auch Deutschlands Außenminister Dr. Guido Westerwelle muss jetzt etwas für Amina tun.

Heute, am 23. März 2013 ist Aminas Befindlichkeit und Aufenthaltsort der Weltöffentlichkeit nicht bekannt. Das deutsche Auswärtige Amt warnt Touristen davor, in Tunesien in die Nähe von Menschenansammlungen zu geraten, insbesondere nach den Freitagsgebeten. Ebenfalls heute lädt man feierlich nach Tunis zur Eröffnung des elften Weltsozialforums (WSF, World Social Forum), bei dem Nichtregierungsorganisationen wie attac eine Woche lang über soziale Gerechtigkeit diskutieren werden.

Kritik an der mit dem Höllenfeuer drohenden Scharia und an der diskriminierenden Islamischen Jurisprudenz des Fiqh steht beim Weltsozialforum in Tunis, insofern korantreu sozial, offensichtlich nicht auf dem Programm. Statt dessen weist man hin auf die Académie Française de la Pensée Islamique (AFPI), auf deren Homepage man sich indirekt zum Tauḥīd bekennt, der vierfachen Einheitlichkeit und Unteilbarkeit von Schöpfer (Allāh), Schöpfung (Ḫalq), muslimischer Weltgemeinde (Umma) und Gesetz (Šarīʿa).

Den Schariagehorsam fordernden Tauhid umschreibt man bei der AFPI mit Göttliche Einheitlichkeit (Unicité Divine), unicité bedeutet Einzigartigkeit und klingt daher harmlos. Scheich Taha Jabir Al-Alwani allerdings setzt unicité und Tauhid gleich und ist immerhin Präsident der in Ashburn, Virginia ansässigen Cordoba University sowie Gründer und einstiger Direktor des Fiqh Council of North America. 2007 erhielt seine Tochter, Dr. Ruqaia Alalwani für ihr Buch Die Rolle der muslimischen Frau (The Role Of Muslim women) einen vom Präsidenten Tunesiens gestifteten und persönlich übergebenen Preis. Ein Text von Muslimbruder Al-Alwani wiederum wird bei der deutschen GMSG beworben, der Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler.

Die Teile des Weltganzen nimmt man bei der französischen AFPI islamisch denkend irgendwie einander zugeordnet und voneinander abhängig wahr (interdépendente), also harmonisch nur innerhalb der von Allah gesetzten Grenzen. Wer dieses vom Himmel austarierte und die Seele rettende Gleichgewicht mit Islamkritik stört, muss gestoppt werden.

Korankonsequent gedacht und gelebt ist bekanntlich auch die muslimische Frau nicht gleichberechtigt, sondern allenfalls gleichwertig (equal), genauer gesagt steht sie dem Ehemann „komplementär“ gegenüber. Islam regards men and women as complementary to each other.

Für die gleichen Rechte von Mann und Frau in Tunesien oder andernorts im Maghreb scheint man auf dem diesjährigen Weltsozialforum leider nicht anzutreten, doch fehlt der energische Hinweis auf den Kampf gegen Rassismus und Islamophobie, Coordination contre le Racisme et l’Islamophobie (CRI) ebensowenig wie eine Islamische Studentengemeinschaft, islamic community of students.

Sogar ein kleines gottesfürchtiges Wirtschaftsforum wird sich nächste Woche bei den Sozialaktivisten vom WSF in Tunis darstellen, Islamic economique forum, und irgendjemand wird seine Vision zu einem koranbasierten Regierungshandeln verkünden dürfen: Islam & Gouvernance.

EMN ist das European Muslim Network. Tariq Ramadan ist der Sohn des Muslimbruders Said Ramadan (Das Islamische Recht). Said Ramadan entwarf von Genf aus die Kette der europaweit aufzubauenden Islamischen Zentren (IZ) und war 1962 in Saudi-Arabien Mitgründer der sogenannten Rabita, der Muslim World Leage. Fouad Imarraine (EMN France), Malika Hamidi (EMN Belgium) und Tariq Ramadan (EMN UK) werden am World Social Forum in Tunis auftreten.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

Amina Tyler, la Femen disparue internée dans un hôpital psychiatrique ou cachée par sa famille.

http://www.tuniscope.com/index.php/article/23066/actualites/tunisie/amina-105420#.UU7iUjfvjtA

Femen France annonce que des sources (non vérifiées) expliquent qu’Amina a été placée dans un centre psychiatrique contre son gré: «Amina aurait été enlevée par sa famille pour être placée dans le centre psychiatrique Bardo contre sa volonté. Nous réalisons que sa propre famille peut représenter un danger pour Amina. Nous ne savons pas si l’information est véridique mais nous continuons à la chercher»

http://www.kapitalis.com/societe/15172-amina-femen-tunisie-injoignable-au-telephone-est-elle-en-danger.html

Afghan Man is Mad? … He is a bold man for the glory of Jesus Christ and NOT a mad man!

http://www.afghantimes.com/rahman_march24th_andaryas.htm

Under sharia, a convert to Christianity „should be given time to think,“ said Abdul Aziz, a professor of Islamic law who spoke by telephone from Kabul. „What he has done may damage Islamic society, so he should change his mind.“ If he does not, sharia prescribes the punishment of death. „Then, even a judge cannot change it. It is like doing a coup against the government,“ Aziz said. Rahman’s case was brought by a public security court, not a regular criminal one.

The case against Rahman is complicated by personal aspects. His conversion was denounced by his family in Kabul after he was involved in a lawsuit and child custody fight with his former wife, and he has been described as perennially jobless and mentally unbalanced.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/03/22/AR2006032201113_2.html

The constitution in Afghanistan is based on Sharia law, which states any Muslim who rejects his or her religion should be sentenced to death.

If he had been sentenced, Rahman would have been the first person punished for leaving Islam since the Taliban was ousted by American-led forces in late 2001.

An Afghan Christian in the U.S. who has regular contact with Christians in his home country through his ministry, posted a video clip of Rahman on his website.

Rahman says in the clip, according to Andaryas: „The punishment by hanging? I will accept it gladly, but I am not an infidel. I am not a traitor. I am a follower of Jesus.“

http://www.afghantimes.com/0008_March26th2006.htm

Now, both his daughters and the rest of his family are in hiding in Kabul, fearful that they could be targeted by a now liberated Rahman or by Islamic extremists. On Monday several hundred clerics, students and other protestors gathered on the streets of Mazar-i-Sharif calling for his execution and shouting „death to Christians.“ Afghanistan’s deputy attorney general Mohammed Eshaq Aloko said Rahman would be allowed overseas for medical treatment but that the case could be reopened „when he is healthy.“

aus: Rachel Morarjee: Abdul Rahman’s Family Values

in: TIME 29.03.2006

http://www.time.com/time/world/printout/0,8816,1178054,00.html

Prosecutors have described Mr. Rahman as a „microbe“ and said conversion is illegal under Islamic law. Conservative Afghan religious leaders dominate the country’s courts and prosecutorial offices, but Afghanistan’s American-backed constitution guarantees freedom of religion.

aus: Abdul Waheed Wafa: Afghan Judge in Convert Case Vows to Resist Foreign Pressure

in: The New York Times 23.03.2006

http://www.nytimes.com/2006/03/23/international/asia/23cnd-convert.html?hp&ex=1143176400&en=f7d14b6f112a2c60&ei=5094&partner=homepage&_r=0

Geisteskrankheit; weder der Übertritt zum Islam noch die Apostasie eines Geisteskranken haben rechtserhebliche Wirkungen … Afghanistan ist eine islamische Republik, der Islam ist daher die Staatsreligion. 2006 drohte in Afghanistan Abdul Rahman wegen Konversion zum Christentum die Todesstrafe, bis das Verfahren – laut offiziellen Angaben wegen Verfahrensmängeln − vor der Prozesseröffnung eingestellt wurde. Er wurde für geisteskrank erklärt und bekam von Silvio Berlusconi in Italien Asyl.

http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam

An Afghanistan state prosecutor Sarinwal Zamari said of Abdul Rahman in an interview with the Associated Press on March 22, 2006, „We think he could be mad. He is not a normal person. He doesn’t talk like a normal person. Doctors must examine him. If he is mentally unfit, definitely Islam has no claim to punish him. He must be forgiven. The case must be dropped.“ Other sources said Rahman is „perennially jobless and mentally unbalanced“.

http://en.wikipedia.org/wiki/Abdul_Rahman_%28convert%29

FEMEN über Amina

Shevchenko was also alerted to a video in which Amina’s aunt declared that the aspiring Femen member „is now with her family. She had decided to kill herself and so posted nude pictures of herself online,“ which Shevchenko characterized as „a typical way of reacting to a woman’s demand to be free–they say she’s gone crazy or is being too emotional.“

http://www.theatlantic.com/international/archive/2013/03/tunisian-woman-sent-to-a-psychiatric-hospital-for-posting-topless-photos-on-facebook/274298/

Amina Tyler, ihr möglicher Aufenthaltsort könnte sein: Psychiatrie von Bardo. Le Bardo ist ein westlicher Vorort der Hauptstadt Tunis.

In Bezug auf Aminas Aufenthaltsort spricht jemand vom Straßenzug bzw. Stadtviertel Khaznadar, es gibt in Tunis die Avenue Mustapha Khaznadar (und dort ein Institut De Santé Privé Professionnel).

http://www.callupcontact.com/b/businessprofile2/Institut_De_Sant_Priv_Professionnel_Avenue_Mustapha_Khaznadar/602629

Bardo (Bardaw, Bardau). Der Name Bardo entstammt einem spanischen Wort für Garten (sonst jardín, vgl. frz. jardin), el pardo (vgl. itl. il prado oder den vielfachen Ortsnamen Les Prades, „die [grünen] Wiesen“, Wurzel ist das lateinische viridis = grün).

Le Bardo est une ville située à quelques kilomètres à l’ouest de Tunis.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Le_Bardo

Vielleicht befindet sich die Neunzehnjährige in dieser Psychiatrie hier (Adresse verweist auf Cité Nozhet Soltane, das wäre 35 östlich von der Innenstadt von Tunis, zwischen Hammam Chatt und Soliman)

Nom de la société : cabinet de psychiatrie Dr Zouari Anis

Secteur d’activité : Santé, Bien être, Médecine

Dirigeant : Dr Zouari Anis

Adresse : Bardo Center, Bloc 1 2000 TUNIS

Téléphone : 71500981

GSM : 97071413

Descriptif : Psychiatre Psychothérapeute

http://www.index-tunisie.com/fiche-cabinet-de-psychiatrie-dr-zouari-anis,2407.html

http://www.maghreb-annuaire.com/annuaire/fr/dr-zouari-anis-psychiatre-psychotherapeute/societe-2487301/

Etwas tunesische oder vielmehr mediterrane Geschichte. Mustapha Khaznadar (Ḫaznadār heißt wörtlich Schatzhüter und ist heutzutage auch ein Familienname) war von 1837 bis 1873 tunesischer Präsident (Großwesir). Der Schatzhüter des türkischen Bey war ein zwangskonvertierter Mamluk, ein Militärsklave der Türken, der im Staat Karriere machte. Geboren wurde er als Geórgios Chalkiás-Stravelákis in Kardhámila auf der griechischen Insel Chíos.

Stravelakis as a slave was converted to Islam and was given the name Mustafa … becoming Ahmad I Bey’s treasurer (khaznadar)

http://de.wikipedia.org/wiki/Mustafa_Khaznadar

Mit seinem Bruder Yannis wurde er gefangen und versklavt, der Vater umgebracht …

Capturé avec son frère Yannis en 1821 alors que son père Stephanis Kalkias Stravelakis est massacré, prélude au massacre de Chios de 1822, il est conduit à Izmir puis Constantinople où il est vendu comme esclave à un envoyé du bey de Tunis

http://fr.wikipedia.org/wiki/Mustapha_Khaznadar

Es kann nur einen geben. Unicité ist, was sonst, Tauhid

L’islam, depuis le début, a cherché à construire une oumma, et il y a une grande différence entre la construction d’une oumma et la construction d’un Etat. Construire une communauté signifie que vous êtes porteurs d’une certaine vision de la vie et des valeurs. La communauté musulmane est fondée sur trois valeurs fondamentales : Tawhîd (Unicité de Dieu), Tazkiya (purification de l’être humain), et ‚Umrân (construction d’une civilisation avec des valeurs). Ces trois valeurs sont considérées comme les objectifs fondamentaux de l’islam (al-maqasid al-sharia). Sheikh Taha Jabir Al-Alwani

http://www.lescahiersdelislam.fr/Quelques-defis-de-l-Islam-contemporain-selon-le-Sheikh-Taha-Jabir-Al-Alwani_a123.html

Ruqaia Alalwani, Tochter des aus dem Irak stammenden Muslimbruders Taha Al-Alwani

http://bh.linkedin.com/pub/dr-ruqaia-alalwani/38/6a9/b49

The website of the International Institute of Islamic Thought (IIIT) has reported that the daughter of prominent U.S. Muslim Brotherhood leader Taha Al-Alwani (aka Taha Jabir Al-Alwani) has been given a Presidential award by the President of Tunisia … In addition to IIIT, Dr. Al-Alwani is also affiliated with many other organizations that are part of the global Muslim Brotherhood including the Fiqh Academy of North America, the Graduate Institute of Islamic Social Sciences, and the Gesellschaft Muslimischer Sozial und Geisteswissenschaftler (GMSG), a German organization of Muslim social scientists. This the first known mention of Ruqaia Alalwani and her receipt of an award by the Tunisian President is somewhat of an anomaly given the poor relationship he has with Tunisian Islamist organizations, particularly the Al Nahda movement thought to be close to the Muslim Brotherhood.

The Global Muslim Brotherhood Report 10.10.2007

GlobalMB @ October 10, 2007

http://globalmbreport.org/?p=269

Die AMSS (UK), The Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) und die GMSG veranstalteten vom 27.-29. September 2002 in Bonn im Gustav-Stresemann-Institut eine europaweite Konferenz zum Thema “Muslim Education in Europe”.

http://www.gmsg.de/suche3/KONFERENZEN/konferenzen.html

The Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) is an Islamic complex, including a mosque, in Clonskeagh, Dublin, Ireland. It is funded by the al-Maktoum Foundation of Dubai and has a Sunni orientation. … In February 2008, the ICCI held a Harun Yahya Conference.

The centre housed the headquarters of the International Association of Muslim Scholars (later International Union of Muslim Scholars) [IUMS] before it moved to Qatar.

http://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_Cultural_Centre_of_Ireland

International Union of Muslim Scholars (IUMS) … is an organization of Muslim scholars headed by noted Islamic scholar Yusuf al-Qaradawi, founded in 2004, and headquartered in Qatar.

http://en.wikipedia.org/wiki/International_Union_of_Muslim_Scholars

Die Führer der Muslimbruderschaft; Rachid al-Ghannouchi. Muslim Brotherhood leaders; Rashid al-Ghannushi

http://en.wikipedia.org/wiki/Category:Muslim_Brotherhood_leaders

Azzam al-Tamimi: Rachid Ghannouchi: A Democrat within Islamism, geschrieben von dem in London lebenden hochrangigen Muslimbruder und Hamas-Bewunderer, herausgegeben über den amerikanischen Gegenmodernisten und Islamverherrlicher John Esposito; Rezension zu Azzam S. Tamimi, bei: New York: Oxford University Press, 2001] … appeared in a series edited by Georgetown University’s John L. Esposito, America’s leading academic defender of Islamism.

aus: Martin Kramer

in: Middle East Quarterly (Fall 2002)

http://www.meforum.org/1492/rachid-ghannouchi-a-democrat-within-islamism

Dr Azzam Al-Tamimi is Director of the Institute of Islamic Political Thought in London and a supporter of Hamas.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/hardtalk/3985403.stm

Hamadi Jebali war von Dezember 2011 bis Februar 2013 Ministerpräsident von Tunesien. Der Muslimbruder hatte fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringen müssen. Foto, aufgenommen in Davos, Schweiz, 2012. Hammadi Jebali, Prime Minister of Tunisia speaks during the session ‚The Future of Tunisia‘ at the Annual Meeting 2012 of the World Economic Forum at the congress centre in Davos, Switzerland, January 27, 2012

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5a/Hamadi_Jebali_-_World_Economic_Forum_Annual_Meeting_2012-1.jpg

Hamadi Jebali … Nach der Revolution in Tunesien 2010/2011 wurde Ennahda legalisiert. Seitdem ist Hamadi Jebali als Generalsekretär und Sprecher der Partei in der Öffentlichkeit präsent. Im Mai 2011 reiste er auf Einladung des Center for the Study of Islam and Democracy nach Washington, D.C.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamadi_Jebali

Muslimbruder Hamadi Jebali, bis zum 19. Februar 2013 war er Ministerpräsident von Tunesien, freut sich auf das Weltsozialforum 2013, will es nicht politisch beeinflussen, aber fordert das WSF auf, keinesfalls den [gottlosen] politischen Gegner zu unterstützen:

The meeting between the Prime Minister of Tunisia, a leader of the Islamist Party Ennahda, and a delegation from the International Council (IC) of the World Social Forum (WSF) has confirmed the interest of the Tunisian Government to facilitate the holding of the WSF 2013 scheduled for March 23 to 28, in Tunis.

Hamadi Jebali sees with positive eyes the venue of the WSF in Tunis, especially to strengthen its position with European authorities. While he has guaranteed not to intervene politically in the event and to support the logistic, he asked the WSF not to be the lever of the political opposition. This is one of the issues that will challenge the next WSF.

http://www.fsm2013.org/en/node/160

World Social Forum 2013, Weltsozialforum

Sharia, the Islamic law

http://www.fsm2013.org/en/printpdf/152

http://www.fsm2013.org/programme/organisation_info/25926

“Islam & Gouvernance à l’ère du printemps arabe : référentiel éthique ou projet alternatif ?” Avec Tariq Ramadan, Nejmeddine Hamrouni, Alain Gresh.

Fouad Imarraine (EMN France), Malika Hamidi (EMN Belgium) and Tariq Ramadan (EMN UK) will participate to the next World Social Forum to be held in Tunis

http://www.euro-muslims.eu/interfaz.swf

http://www.facebook.com/permalink.php?id=128498273835676&story_fbid=579170932101739

Tariq Ramadan ist zur Stunde in Tunesien

27. März 2013, Tariq Ramadan mit Nejmeddine Hamrouni, einem Mitglied der [islamischen] Ratsversammlung oder Madschlis asch-Schura der Nahda und in Frankreich ausgebildeten Psychologen auf dem Weltsozialforum:

Débat avec : – Tariq Ramadan islamologue, professeur et universitaire à l’université d’Oxford auteur de „L’Islam et le réveil arabe“, Suisse. – Alain Gresh journaliste, directeur adjoint du mensuel „Le monde diplomatique“ auteur de „L’Islam, la République et le Monde“ et co-auteur avec Tariq Ramadan de „L’islam en questions“. – Nejmeddine Hamrouni, Membre du „Majless Al-Choura“ (conseil consultatif) du mouvement islamiste tunisien Ennahdha, conseiller politique auprès de Ali Larayedh président du conseil des ministres (Tunisie), ancien conseiller aux affaires stratégiques auprès de Hammadi Jebali ex-président du conseil.

http://www.fsm2013.org/fr/node/7088

27.03.2013, Tariq Ramadan und Ennahda-Politiker Nejmeddine Hamrouni auf dem WSF :

Les têtes d’affiche ne manquent pas à l’occasion du Forum Social Mondial qui démarrera ce mardi à Tunis. Le débat sur « l’Islam et gouvernance à l’ère du printemps arabe : référentiel éthique ou projet alternatif » en sera l’un des points d’orgue. Il mettra en effet face-à-face trois invités connus pour leurs positions différentes sur ces questions : Tariq Ramadan, islamologue, professeur à Oxford et auteur de « L’Islam et le réveil arabe », Alain Gresh, directeur adjoint du Monde Diplomatique et Nejmeddine Hamrouni, conseiller politique auprès du chef du gouvernement et membre du comité central (Majliss Echoura) d’Ennahda. Saida Ounissi, chercheuse en politique sociale et membre de l’association Jeunes Tunisiens de France assurera la modération du débat qui aura lieu ce Mercredi 27 mars, de 16H à 18H30, Amphi 7, au Campus.

Pour Hamrouni, c’est la première sortie publique depuis très longtemps. Conseiller de Hamadi Jebali dès son arrivée à la Kasbah en décembre 2011, chargé de la veille stratégique et de la prospective, il a toujours fui les feux de la rampe, déclinant courtoisement interviews et débats radio et télé, « pour être plus utile ». … Ancien secrétaire général de l’Union générale tunisienne des étudiants (UGTE, islamiste), il s’était réfugié en France où il a pu obtenir un doctorat en psychologie.

http://www.leaders.com.tn/article/tariq-ramadan-en-debat-a-tunis-avec-nejmeddine-hamrouni-et-alain-gresh?id=11075

19. Februar 2011, Marchienne-au-Pont (Charleroi), Tariq Ramadan und Alain Gresh hetzen gegen Israel und für die Scharia: „Israël,danger pour la paix mondial“

http://www.youtube.com/watch?v=krW3SKE5Pkg

http://www.youtube.com/watch?v=xcSKFqFcQ08

Belgischer Gastgeber für Tariq Ramadan und Alain Gresh 2011 war die Plate-forme Charleroi-Palestine

http://www.pourlapalestine.be/

Antiimperialisten kämpfen für Allahs Imperium:

Anti-imperialist Camp 2012, Assissi, Italien. Hamza Piccardo, former leading member of the Union of Islamic Communities in Italy (UCOII), former spokesperson of the European Muslim Network, Islam online (…) Moreno Pasquinelli, speaker of the Anti-imperialist Camp … [Freitag, 24.08.2012] PALESTINE • Zaher Birawi, leading Islamic Palestine activist, London • Attia Rajab, Palestine Committee Stuttgart Germany • Leo Gabriel, member of the int’l council of the World Social Forum (WSF) [am nicht weniger antiisraelisch ausgerichteten Folgetag spricht Prof. Mohammad Reza Dehshiri von der Universität von Tehran]

http://www.antiimperialista.org/de/node/7261

The Center for the Study of Islam and Democracy (CSID), Washington, USA.

Im Februar 2011 organisiert das in Washington ansässige CSID eine Konferenz im nordafrikanischen Tunis. Die schariatotalitäre Fahrtrichtung verschleiernd spricht man von roadmap, Straßenkarte. „Fahrplan für die politische Erneuerung Tunesiens“, Roadmap of Political Reforms in Tunisia.

To create a vibrant and constructive dialogue on necessary political reforms, the Center for the Study of Islam and Democracy (CSID) organized a public forum event on Thursday, February 24, 2011, with 4 panelists of extremely high calibre and influence in the Tunisian political landscape, to speak directly and candidly with Tunisian citizens about their contributions, enacted and intended, on the road to democracy. The speakers were: Yadh ben Achour, Chair of the Interim Commission for Political Reforms, Hamadi Jebali, Official Spokesperson of al-Nahda Party, Mouldi Riyahi, Representative of the Democratic Forum for Work and Liberties, and Hamoudi ben Slema, renowned political scientist and civic activist.

https://www.csidonline.org/component/content/article/596

CSID

CSID’s Mission

To develop a better understanding of the relationship between Islam and democracy.

To improve relations between the US and the Muslim World.

To foster deeper commitment to democratic principles, freedom, and liberty among Muslim intellectuals, policy makers, and religious leaders.

To facilitate dialogue among advocates of democracy and human rights in all faith-based communities.

To establish a world-wide network of Muslims committed to the establishment and preservation of democratic systems.

To inform political leaders and policy makers of the centrality of the Islamic worldview and values for advancing the systems and spirit of democracy in Muslim societies.

(…) CSID maintains its prominence in the US and the International community by participating in many other events, such as the International Gathering of Islamic Democrats in Istanbul, the Movement of World Democracies, the Islamic Society of North America’s annual conventions, and many others both in the US and in the Muslim world.

Islamdemokratische sprich islamrevolutionäre Schriften

Islam and Democracy – Towards an Effective Citizenship is a new training manual (in Arabic) to educate people in Muslim Societies on Democracy and its compatibility with Islam.

“Implementation of Shariah in a Democracy – The Nigerian Experience” is publication contains the papers and discussions of the conference on Shariah and Democracy in Nigeria, organized by CSID in Abuja, Nigeria, in July 2004. Over 300 Muslim religious scholars, leaders, and academics from all over Nigeria took part in this 3-day conference.“ is report was printed to help educate Muslims about the need for and challenges of modernizing Shariah laws and implementing them in a democratic society.

https://www.csidonline.org/pdf/csid_brochure.en.pdf

CSID: Eighth Annual Conference (Washington 2007), The Rights of Women in Islam and Muslim Societies. A detailed report of the Eighth Annual Conference of Center for the Study of Islam & Democracy

Hier berichtet bei ikhwanWeb / ikhwanMisr, der Muslimbruderschaft Ägyptens

http://ikhwanmisr.net/article.php?id=13884

Die amerikanischen Muslimbrüder:

Ghadbian is also a board member of the Center for the Study of Islamic and Democracy (CSID), founded in 1998 largely by the efforts of Georgetown University academic Dr. Esposito who during the 1990′s served in the State Department as a “foreign affairs analyst” and who has at least a dozen past or present affiliations with global Muslim Brotherhood/Hamas organizations. Many members of the early CSID board were associated with IIIT, the American Muslim Council, and the Muslim Public Affairs Council (MPAC). For example, past CSID board members included Jamal Barzinji and Taha Al-Alwani, both associated with IIIT and both important leaders in the U.S. Muslim Brotherhood who helped to establish many of the most important U.S. Brotherhood organizations. … A previous post reported that Louay Safi, along with Ghadbian a leading member of the SNC, is also a leader in the U.S. Muslim Brotherhood.

The Global Muslim Brotherhood Report 06.12.2011

GlobalMB @ December 6, 2011

http://globalmbreport.com/?p=5402

Najib Ghadbian, University of Arkansas, USA

http://rlst.uark.edu/3631.php

Ghadbian

Louay Safi, a Syrian-American fellow at Georgetown University and former chairman of the Syrian American Council (SAC); and Najib Ghadbian, a political science professor who also works at the SAC

http://frontpagemag.com/2013/dgreenfield/how-the-muslim-brotherhood-took-over-the-syrian-revolution/

November 2011, die Elite der Muslimbrüder trifft sich im Sudan, um gegen die Regierung von Bangladesch zu protestieren, welche die dortige Islamische Bewegung unterdrücke. Tunesiens Nahda-Chef Rachid al-Ghannouchi redet in Khartoum ebenso wie OIC- Generalsekretär Ekmeleddin İhsanoğlu, der langjährige Direktor des OIC Forschungszentrums für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA). Die von Maududi geprägte JI Bangladesch bezeichnet al-Ghannouchi als den Architekten der tunesischen Revolution.

Speakers of an international conference of Islamic Leaders held in Sudan call for an immediate stop of the ongoing torture and injustice on the Islamist opposition leaders in Bangladesh. Top islamist leaders including Muslim Brotherhood General Guide and An Nahda of president said that the Muslim Ummah can not keep silence on the issue. They ask Bangladesh government to stop repressing the Islamic leaders of the South Asian country. They warned Bangladesh government that if oppression continues then Bangladesh might be segregated from the Muslim World.

The conference started on Thursday and is scheduled to be held until Saturday, in an international conference center in Sudan. The president of Islamic Movement of Sudan professor Dr. Ali Osman presided over the meeting and the chief guest was Sudanese president Dr. Omar al Bashir. The key note speaker was the general guide of Muslim Brotherhood Dr. Muhammad Badie. President of Tunisian Islamic movement An Nahda Rachid Ghannouchi, Chairman of OIC Dr. Ekmeleddin, President of Pakistan Jamaat e Islami Munawar Hasan spoke among others in the conference. Delegates from 150 countries including Morocco, Algeria, Tunisia, Libya, Egypt, Jordan, Syria, Turkey, Iran, Pakistan, Saudi Arabia, India, Philipine, Sri Lanka, India, Indonesia, Kuwait, took part in the conference. Most of the delegates spoke against the ongoing notorious trial of so called “War Crimes” in Bangladesh.

The architect of Tunisian revolution Rachid Ghannouchi said, the repression that the leaders of Bangladeshi Islamic Movement are going through is unacceptable. He voiced for immediate release of the opposition Islamist leaders. General Guide of Muslim Brotherhood Dr. Muhammad Badie said, Egypt and Bangladesh has historical relationship. If the Islamist leaders are not freed then diplomatic relationship of Bangladesh with Muslim World will be endangered. Pointing to the violations of legal and constitutional rights of the imprisoned Jamaat leaders he said, Bangladesh government has to respect rule of law and human rights.

veröffentlich auch bei: Bangladesh Jamaat-e-Islami 17.11.2012

http://www.jamaat-e-islami.org/en/newsdetails.php?nid=NDc0

http://bdinn.com/news/conference-of-150-country-delegates-in-sudan-stop-injustice-on-islamists-of-bangladesh/

Im Islam benötigen Mann und Frau keine Gleichberechtigung, sondern genießen Komplementarität:

Islam regards men and women as complementary to each other.

(Sayyid Mujtaba Musavi Lari)

http://home.swipnet.se/islam/articles/women.htm

Equality of Men and Woman in Islam, and their complementary nature to one another.

http://www.womeninislam.ws/en/women-right-islam_equality-men-women.aspx

The mutual dependency and complementary of the roles of males and females

http://www.islam101.com/women/equity.html

Tunesien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 23.03.2013 (Unverändert gültig seit: 14.03.2013)

Reisenden in Tunesien wird generell empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen (insbesondere im zeitlichen Umfeld zum Freitagsgebet) weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen. [ sarkastische Anm.: Freitagsgebet, das hat aber doch jetzt nichts mit dem Islam zu tun? ]

Im Grenzgebiet zu Algerien und Libyen abseits der befahrenen Pisten im südlichen Sperrgebiet bestehen erhebliche Entführungsrisiken.

Auswärtiges Amt

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/TunesienSicherheit.html

Für den 26. bis 30. März 2013 laden die tunesischen und maghrebinischen Sozial- und Bürgerbewegungen zum Weltsozialforum (WSF) nach Tunis ein.

http://www.attac.de/aktuell/wsf/wsf-2013/

http://www.attac.de/aktuell/wsf/wsf-2013/programm-anmeldung/

World Social Forum 2013. WSF. Tunis

http://www.fsm2013.org/en/

http://www.fsm2013.org/en/Programme

ATTAC mittendrin unter den NGOs oder Nichtregierungsorganisationen. Ganz postmodern und kultursensibel gibt es kein Bekenntnis zu den allgemeinen Menschenrechten, dafür ganz viel Religion:

Coordination contre le Racisme et l’Islamophobie (CRI)

islamic community of students

Islamic economique forum

Islam & Gouvernance

http://www.fsm2013.org/programme/27/1

WSF und Pakistan können Islam & Gouvernance

2-day International Conference on „Islam & Governance“ started at the International Islamic University, Islamabad (IIUI) in connection with its Silver Jubilee under the auspices of its offshoot Iqbal International Institute of Research & Dialogue (IRD) and in collaboration with International Islamic University, Malaysia (IIUM).

http://www.iiu.edu.pk/index.php?page_id=3897

Die Hamas und das WSF:

Today I received this alert in regard to the current Zionist lobbying efforts against the World Social Forum (WSF) – Free Palestine (FP), which is going to take place in Porto Alegre, Brazil, from November 28-December 1, 2012. At this point the Zionist lobby in Brazil has succeeded in cancelling the venue (Usina do Gasômetro) that had been booked for the WSF-FP.

http://altahrir.wordpress.com/2012/11/01/action-alert-please-support-the-world-social-forum-free-palestine/

the Palestinian National Committee for the WSF

http://altahrir.wordpress.com/2012/09/28/world-social-forum-free-palestine/

AFPI

Au sein de l’AFPI, la pensée islamique c’est d’abord une vision singulière de l’Unicité Divine, du monde, de la responsabilité de l’homme, de l’interdépendance de la nature … Directeur: Djamel Djazouli

http://www.afpi.co/

Radikaler Islam in Tunesien. Petition gegen die Todesfatwa

März 22, 2013

Unsere Solidarität mit Amina

Petition gegen die Todesfatwa

Die neunzehnjährige Tunesierin Amina steht der Bewegung FEMEN nahe und veröffentlichte von sich ein Foto, das sie mit nackten Oberkörper zeigte, die Haut mit „FUCK YOUR MORALS“ beschrieben. Andere tunesische Frauen folgten ihrem guten Beispiel und bemalten ihren Körper mit dem arabisch geschriebenen: „Mein Körper gehört mir und niemandem sonst“ oder: „Mein Körper gehört mir und ist nicht Quelle der Ehre irgendeines anderen.“

Diese gleichheitsfeministisch gemeinte politische Botschaft, nach allgemeinen Menschenrechten eine Selbstverständlichkeit, betrachtet der politisch einflussreiche tunesische Imam Adel Almi (Adel El Almi) als ein „schlechtes Beispiel“. Imam Almi führt die Schariabewegung l’Association modérée de la sensibilisation et de la réforme (Gemeinschaft der Ausgewogenheit für Bewusstseinsbildung und Verbesserung, al-Ǧamʿīya al-Wasaṭīya lil-Tauʿīya wal-Iṣlāḥ), die staatlich anerkannt ist und deren älterer Name L’ordonnancement de la vertu et la prévention du vice (Ihr gebietet was recht ist und verbietet was verwerflich ist, al-amr bil-maʿrūf wan-nahi ʿani l-munkar) lautete, was der Koransure 3:110 entstammt und in vielen Staaten Grundsatz der Islamischen Religionspolizei ist.

Schon vor einem Jahr hatte Adel Almi festgestellt: « la non voilée ira en enfer », die nichtverschleierte Frau wird in der Hölle brennen.

Nun hat Imam Almi eine Todesfatwa gegen Amina verhängt, nach der die junge Frau öffentlich hundert Peitschenhiebe erhalten und anschließend zu Tode gesteinigt werden soll. Aus Sicht des radikalen Geistlichen würden die Taten Aminas: „Krankheiten und Katastrophen“ heranziehen sowie: „auch andere Frauen mit diesen Ideen anstecken“.

Petition: Wir die Unterzeichner stellen uns eindeutig als Verteidiger auf die Seite von Amina und verlangen, dass ihr Leben und ihre Freiheit geschützt werden und dass jene, die sie bedroht haben, unverzüglich strafrechtlich verfolgt werden.

19 year old Tunisian Amina who posted a topless photo of herself bearing the slogan “my body belongs to me, and is not the source of anyone’s honour” has been threatened with death.

Islamist cleric Adel Almi, president of Al-Jamia Al-Li-Wassatia Tawia Wal-Islah has called for Amina’s flogging and stoning to death saying Amina’s actions will bring misfortune by causing „epidemics and disasters“ and „could be contagious and give ideas to other women…“

We the undersigned unequivocally defend Amina, and demand that her life and liberty are protected and that those who have threatened her will be immediately prosecuted.

http://www.change.org/petitions/petitioning-tunisian-government-amina-must-be-safe

Aktionstag für Amina

Der 4. April 2013 wird ein Aktionstag für Amina sein!

Unter anderem rufen zu diesem Aktionstag auf:

• die aus dem Iran stammende und in Großbritannien lebende Menschenrechtsaktivistin Maryam Namazie,

• die aus Bangladesch stammende Schriftstellerin Taslima Nasrin,

• die aus dem Iran stammende und in Deutschland lebende Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime Mina Ahadi,

• die aus Ägypten stammende und für ihre religionskritisch und feministisch gemeinten eigenen Nacktfotos bekannt gewordene Aliaa Magda Elmahdy sowie ihr Freund, der gesellschaftskritische Blogger Kareem Amer,

• der britische Evolutionsbiologe und Atheist Richard Dawkins.

On 4 April 2013, we call for an International Day to Defend Amina.

Amina represents us all.

On the day and beyond, groups and individuals can join in by highlighting her case, posting topless photos of themselves and their activism on social media sites, signing a petition, Tweeting #Amina, writing letters in her defence, and more.

On 4 April, we will remind the Islamists and the world that the real epidemic and disaster that must be challenged is misogyny – Islamic or otherwise.

4 April 2013: International Day to Defend Amina; she represents us

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/2013/03/21/4-april-2013-international-day-to-defend-amina-she-represents-us/

Q u e l l e n

Topless Tunisian Femen Protester ‚Amina‘ Threatened With Death By Stoning

von: Jessica Elgot, in: The Huffington Post UK 22.03.2013

http://www.huffingtonpost.co.uk/2013/03/22/topless-tunisian-feminist-amina-stoning-death_n_2930611.html?utm_hp_ref=uk

man kann leider nicht sagen, dass er seine Religion falsch verstanden hätte: der tunesische Prediger Adel Almi (Adel El Almi)

http://directinfo.webmanagercenter.com/wp-content/uploads/2013/01/tunisie_directinfo_adel-almi.jpg

http://www.webdo.tn/wp-content/uploads/2013/01/Adel-Almi.jpg

http://2.bp.blogspot.com/-dTrz7j_KQvc/T0TNkkpT6lI/AAAAAAAAAHc/esQ13g8o5z8/s1600/ADEL-ALMI-210212-OUT.jpg

http://www.tuniscope.com/uploads/images/content/almi-21022012-v.jpg

Amina

http://femen.org/uploads/images/thumbs/zbNNoGzaA9.jpg

http://i.huffpost.com/gen/1050719/thumbs/o-TUNISIA-FEM-570.jpg?6

solidarisch mit Amina erklärt sich auch Meriam aus Tunesien: „Mein Körper gehört mir!“ Meriam from Tunisia supporting Amina: „My body belongs to me!“

http://femen.org/uploads/images/thumbs/NHvs5ClDPP.jpg

schariawidrige Körperbemalung, damit aus kulturell moderner Sicht politisch unterstützenswert:

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/files/2013/03/amina.jpg

http://www.eluniversal.com.mx/img/2013/03/Int/amina_800x535-web.jpg

sobald wir die eine, unteilbare Menschheit in Ost und West gespalten denken, wird die Rechtsspaltung überall nachrücken, also auch in Europa, das frauenfeindliche Schariasystem, in welchem die Allahgott und Ehemann fürchtende Orientfrau nicht richtig gesehen werden darf und die gefälligst kultursensible Okzidentfrau nicht so genau hinzusehen braucht:

http://www.4vientos.net/wp-content/uploads/2013/03/392869_10200781361074662_294913378_n-390×280.jpg

http://www.4vientos.net/?p=6854&doing_wp_cron=1364044340.3373689651489257812500

Adel Almi, président de l’Association Centriste de Sensibilisation et de Réforme, a annoncé, ce mardi 21 février, sur les ondes de Mosaïque FM que « la non voilée ira en enfer ».

Cette association portant sur la promotion de la vertu et la prévention du vice, a comme objectif la résolution des problèmes entre les citoyens, en effet, le président de cette nouvelle association affirme que son but initial est de soigner la société des mauvaises habitudes.

aus: Tunisie: Adel Almi: « la non voilée ira en enfer »

in: Tunisie Numerique 21.02.2012

http://www.tunisienumerique.com/tunisie-adel-almi-%C2%ABla-non-voilee-ira-en-enfer%C2%BB/106801

„Women without a veil deserve to burn in hell.“

http://www.maghrebchristians.com/2012/03/03/281/

Aus den Forderungen des Imams: Geschlechtertrennung in allen Schulen (la séparation des sexes à l’école), jedem Dieb die Hand abhacken (couper les mains des voleurs), Vielweiberei legalisieren (l’instauration de la polygamie), Verbieten einer tunesischen Staatsverfassung, die gegen Allahs Gesetz der Scharia verstößt (le rejet du projet de la Constitution qui n’exige pas que la législation du pays soit fondée sur la loi islamique)

http://directinfo.webmanagercenter.com/2013/01/11/adel-almi-et-lapplication-de-la-chariaa-amputation-des-mains-lapidation-flagellation-polygamie/

Vereinigungen

(…) Legalisiert wurden 2012 auch drei Parteien islamistisch-salafistischer Tendenz und die Befreiungspartei (Hizb al-Tahrir), die ähnlich wie die Salafisten ein demokratisches System ablehnt und als Staatsform ein Kalifat fordert. …

Fundamentalistische Vertreter des Islam in bislang staatlichen Einrichtungen wie der religiösen Hochschule und Moschee Zitouna in Tunis vereinnahmten diese Einrichtung ohne auf nennenswerten Widerstand der Regierung zu stoßen. Sie pochen seit 2011 auf die Unabhängigkeit der Einrichtung; ein Beispiel, das starke Medienaufmerksamkeit auf sich zog, ist das entsprechende Agieren des den Salafisten nahestehenden Imams der Zitouna-Moschee Houcine Laabidi. Direktiven des Religionsministeriums, dem die Moschee eigentlich untersteht, weist er zurück. …

Einige gründeten sich neu wie z. B. die Vereinigung Haus des Friedens für wohltätige Zwecke und Scharia-Studien (Führer: Selim Ben Yakhlef); die Vereinigung für Sensibilisierung und Reform (Führer: Adel El-Almi) oder die Vereinigung Gemeinschaft der Anhänger der Scharia (Ansar al-Shari`a) unter ihrem Führer Seifallah Ben Hassine (alias Abou Iyadh). Andere wie der tunesische Zweig der Vereinigung für Mission und Weitergabe des Wissens ist seit 1980 missionierend tätig. Der Zusammenschluss von über einhundert Vereinigungen in der Tunesischen Front Islamischer Vereinigungen, belegt die Aktionsbereitschaft der salafistisch-orientierten Zivilgesellschaft. Der Zusammenschluss wird präsidiert von Scheich Mokhtar Jebali und trat im März 2012 erstmals als landesweites Aktionsbündnis auf, um für die Verankerung der Scharia als Rechtsgrundlage Tunesiens in der neuen Verfassung zu demonstrieren.

Parteien

Bis Ende Oktober 2012 wurden in Tunesien drei eindeutig salafistische Parteien zugelassen: Im März die Jabhat al-Islah (Reformfront), im Juli die Partei al-Rahma (Barmherzigkeit) und im September die Partei al-Rafah (Wohlfahrt). Die am 17. Juli 2012 legalisierte Befreiungspartei (Hizb al-Tahrir), die ähnlich radikale Ansichten vertritt, zählt sich selbst nicht zum salafistischen Spektrum, unterstützt jedoch seit 2011 Salafisten bei Protestaktionen. …

3.1. Langfristig wirksame pädagogische Maßnahmen

(…) Salafisten weiten zudem ihren Einfluss auf religiöse Ausbildungseinrichtungen aus. Die von dem salafistischen Prediger Béchir Belhassen, dem Vizepräsidenten der tunesischen Liga der Korangelehrten und Prediger, initiierte Ausbildung von Lehrern, die in Scharia-Wissenschaften geschult werden sollen, ist nur eine Initiative dieser Art. Der Ansatz, Lehrkräfte auszubilden und für alle Altersgruppen Einrichtungen zu gründen, an denen die salafistische Religions- und Weltsicht, die Sitten- und Moralvorstellungen und Verhaltensvorschriften verbreitet werden, konsolidierte sich 2012.

Die salafistischen Lehr- und Unterweisungsaktivitäten kommen allen Islamisten zugute. …

Ähnliches gilt für die Zitouna-Universität und Moschee, in der islamistische, den Salafisten nahestehende Imame die Kontrolle übernahmen und inhaltlich Einfluss nehmen. … Neben der Universität hat der massive Auf- und Ausbau von Kindergärten („auf Schariagrundlage“), Koranschulen, Grundschulen und Sekundarschulen begonnen, deren Lehrpersonal die fundamentalistischen Positionen verbreiten wird. … Adel El-Almis Vereinigung, die Missionsarbeit in den Gefängnissen leisten will (sie soll diese nach Meldungen von Ende September 2012 „demnächst“ aufnehmen), wird in ihren Anliegen auch von der neuen Zitouna-Führung unterstützt. …

In der Ennahda-Wochenzeitung Al-Fajr vom 28. September 2012 meinte Ghannouchi, Einheit sei das Gebot des Koran, alle Gläubige seien Brüder und müssten Hand in Hand gehen. …

5. Perspektiven

Mündet die derzeit existierende Komplementarität und Komplizität zwischen Ennahda und Salafisten in eine islamistische Diktatur und die Entmachtung staatlicher Institutionen? …

aus: Sigrid Faath / Hanspeter Mattes: Tunesiens Salafisten. Ziele – Strategien – Einfluss

in: wuqûf Kurzanalysen, Nr. 22, November 2012

http://www.giga-hamburg.de/content/staff/mattes/publications/wuquf_mattes_2012.pdf

Ihr gebietet was recht ist und verbietet was verwerflich ist. Artikel 22 der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam zitiert aus Koransure 3:110 “Everyone shall have the right to advocate what is right, and propagate what is good, and warn against what is wrong and evil according to the norms of Islamic Shari’ah.”

http://www1.umn.edu/humanrts/instree/cairodeclaration.html

Die Miliz der Hisba: Islamische Religionspolizei

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Religionspolizei

Schariadurchsetzung mit Gewaltlizenz: Hisba

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

La hisba ou Hisbah (ḥisba, calcul; vérification) est un précepte islamique de conformité intégrale avec les lois divines. La doctrine est basée sur le principe coranique Encouragez ce qui est bon, et interdisez ce qui est mauvais.

C’est également une institution de contrôle, destinée à vérifier la bonne application de la charia. Fondée au IXe siècle, sous le calife Omar, elle est actuellement une police des mœurs.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Hisba

Mina Ahadis Rede zum Internationalen Frauentag 2013

März 13, 2013

Am 8. März 1979 war ich in Täbris und habe mit sieben anderen Studentinnen meiner Uni zum Widerstand aufgerufen und auf der großen Demonstration meine erste öffentliche Rede gehalten: Das Islamische Regime ist reaktionär und wir werden dieses Regime nicht akzeptieren. Die Demonstrationen am 8. März 1979 waren in verschiedenen großen Städten im ganzen Iran organisiert worden und auch in der Hauptstadt Teheran. Tausende Frauen waren auf der Straße und protestierten gegen Chomeinis Aufruf: Entweder Kopftuch, oder wir schlagen euch. Wir haben laut gesagt: Frauenrechte sind universal und keine westlichen oder östlichen Rechte! Wir werden nicht ins Mittelalter gehen! Die Scharia ist frauenfeindlich.

Der 8. März 1979 ist ein wichtiges Ereignis in unserem Kampf gegen die Islamisten und für ein freies Leben.

Das war der erste Widerstand von iranischen Frauen gegen den politischen Islam und gegen eine Bewegung, die heute seit mehr als 30 Jahren im Iran an der Macht ist und weltweit und besonders im Nahen Osten Millionen Frauen das Leben sehr schwer gemacht hat.

Ich möchte hier über 34 Jahre Kampf gegen die Scharia reden.

Chomeini und die Islamisten im Iran wurden mit Hilfe der westlichen Regierungen und gerade auch durch die USA an die Macht gebracht. Sie sollten eine Revolution niederschlagen und mit Hilfe von Religion und Islam geheiligten Mord und Brutalität anfangen – und genau das haben sie dann auch gemacht.

Sehr charakteristisch war die Strategie der Islamisten im Iran:

Zuerst greifen wir die Frauen an, das schwache Geschlecht und den Teil der Gesellschaft, der von den Menschen nicht verteidigt wird. Ohne Verzögerung begann der Kopftuchzwang: Entweder Kopftuch, oder wir schlagen euch! – das war das Manifest der Islamisten im Iran, ihr Angriff gegen die Frauen und gegen die Revolution.

Ein großer Kampf zwischen den Frauen und dem radikalislamischen Regime hat am 8. März 1979 begonnen – und dieser Kampf geht bis heute weiter.

Ich möchte hier auch über die Steinigung reden.

Denn das ist auch sehr wichtig und ein Teil des frauenfeindlichen politischen Islam. Aus meiner Sicht ist Steinigung Folgendes: Wenn die Frauen nicht gehorsam und still sind, wenn sie nicht akzeptieren, was die Islamisten verlangen, dann werden sie in aller Öffentlichkeit lebendig eingegraben und einige Männer werfen so viele Steine, bis die Frau tot ist.

Heute kann jeder dieses Phänomen und diesen Charakter der Islamischen Bewegung genau erklären und verstehen.

Millionen Frauen im Iran haben alles verloren. Die Scharia wurde zum Gesetz im Iran, und das Regime und seine Machthaber haben offen gesagt: Frauen sind halbe Menschen. Und die Frauen haben alle ihre Rechte verloren.

Wie hat Welt reagiert? Die westlichen Regierungen und gerade auch die USA, sie alle haben über Kopftuchzwang, Massenmorde oder Steinigungen geschwiegen. Die Massenmedien haben das folgende Bild vom Iran verbreitet: Der Iran ist ein islamisches Land und die Menschen haben dieses Regime gewählt und alles ist in Ordnung. Die Frauen dort im Iran sind muslimisch und haben eine andere Kultur, also kann man sich von hier aus die Steinigungen ungerührt ansehen und unbeteiligt weiterleben.

Auch die Intellektuellen in Europa und Amerika haben nichts gesagt, sogar die Frauenrechtsorganisationen und prominenten Feministinnen haben geschwiegen.

Ich musste erleben, dass die ganze Welt den islamischen Faschismus mit sehr viel Höflichkeit und Toleranz akzeptiert hat. Ich musste eine Welt sehen, die die Scharia einfach so hingenommen hat und uns Frauen sogar gesagt hat: Islam und Scharia sind nicht so schlimm, wie immer behauptet wird.

Ich habe eine Welt erlebt, in der einige sogenannte Islamwissenschaftler mit diesem Elend ein sehr erfolgreiches Geschäft gemacht haben und habe Instute wie das Hamburger Orient-Institut mit Ayatollah Steinbach erlebt, die den ursprünglichen Islam verteidigt und so dem jetzigen politischen Islam den Rücken gestärkt haben.

Wir haben gekämpft, es gab keine andere Möglichkeit. Wir Frauen mussten anfangen, für eigentlich selbstverständliche Sachen zu kämpfen wie Spazierengehen, Lachen und Atmen, Freunde haben und seine Liebe offen zeigen, für alles mussten wir kämpfen. Dieser Kampf geht heute im Iran weiter und überall auf der Welt. Ich stelle fest: Bereits jetzt, obwohl das Islamische Regime noch herrscht, haben wir Frauen die Forderung der Mullahs nach dem Kopftuch zurückgewiesen. Die Frage oder große Wunde namens Steinigung haben wir für uns geklärt und dieses Regime moralisch besiegt, denn Millionen von Frauen auf der Welt leben schon lange ganz anders und haben etwas gelernt: Religion per se ist frauenfeindlich und besonders der Islam und dieser politische Islam ist frauenfeindlich und muss aus dem Leben aller Menschen verschwinden.

In den Staaten des Westens habe ich erlebt, wie Multikulturalisten und Postmodernisten die Steinigung als meine und unsere Kultur verkaufen und die Intelektuellen angestrengt versuchen, nicht hinzusehen und gar nichts sagen. Aber ich habe auch gesehen, dass ganz normale Menschen ein großes Herz haben und etwas für Frauen tun wollen.

30 Jahre lang haben wir in dieser grausamen und nebligen Welt gekämpft und 2009 habe ich gesehen, wie eine Massenbewegung von iranischen Jugendlichen die Welt erschüttert hat. Diese Protestbewegung konnte mit Hilfe von Technik wie Internet und Facebook selbst von sich berichten. Und als dann Millionen von Menschen auf der Welt Neda Agha Soltan und ihr Sterben live erlebt haben, als Millionen Menschen gesehen haben, dass die Menschen im Iran gegen Barbarei und islamischen Faschismus aufstehen, war das ein großer Schlag auch gegen die Multikulturalisten und Relativisten.

2011 bis 2013 hat die Welt eine große Wende erlebt. 99 Prozent gegen 1 Prozent, die Macht der Straße hat sich gezeigt.

2013 hat die Frauenbewegung weltweit einen großen Schritt vorwärts gemacht. Am 14. Februar waren Millionen Frauen auf der Straße und haben zusammen gesungen und getanzt und gesagt: Es reicht! Die Gewalt gegen Frauen muss ein Ende haben!

In den vergangenen drei Jahren sind wir als weltweite Frauenbewegung im Kampf gegen Gewalt sehr weit vorangekommen. Aus meiner Sicht war die FEMEN-Bewegung in diesen Jahren besonders wichtig. Eine Bewegung, die den alten und traditionellen Feminismus hinter sich gelassen hat, eine Bewegung, die den Multikulturalismus hinter sich gelassen hat, eine Bewegung ohne Tabus und gegen Religion, gegen Islamischen Faschismus und auch gegen Prostution und Frauenhandel sowie gegen Papst, Nationalismus und Rassismus in Deutschland.

Heute stehen sich zwei Lager gegenüber: Auf der einen Seite die Bewegungen, die gegen die humanistische Aufklärung und die allgemeinen Menschenrechte antreten, und auf der andere Seite unsere Bewegung gegen Islamischen Faschismus und gegen alle Denkverbote und Tabus. Wir haben uns gefunden: Die Frauenbewegung in den so genannten islamischen Ländern und die Frauenbewegung im anderen Teil dieser einen und unteilbaren Welt. Der 14. Februar 2013 war dieser wichtige Moment: Wir Frauen aus Ost und West kämpfen zusammen gegen Gewalt an Frauen, ohne Rücksicht auf traditionelle Tabus oder geographische Grenzen.

Heute können die Menschen ihre Meinungen und Forderungen selbst vortragen. Keine Medienmafia kann heute so viel Macht haben wie damals. Der Arabische Frühling hat angefangen und die Diktaturen wurden eine nach der anderen gestürzt und unsere Geschichte und unsere Erfahrungen aus dem Jahr 1979 wurden, wie mit einem Film, der schnell abläuft, wiederholt.

Ich kenne mehrere Intellektuelle in Deutschland, die gesagt haben: Von Anfang an habe ich gewusst, dass nach Mubarak die Islamisten kommen werden. Da stellt sich mir die Frage: Und??? Hätten die Menschen Mubarak denn nicht stürzen sollen?

Heute sind die Islamisten ein weiteres Mal an die Macht gekommen, in Ägypten und Tunesien, und wieder einmal mit Hilfe der USA und der anderen westlichen Regierungen. Wieder einmal sollen die Menschen dort irgendwie Ruhe bewahren und das nicht so wichtig mit Massenmord oder sogar Steinigung, Hauptsache, die Situation ist ruhig und die Geschäfte laufen. Merkel und Obama können dieses Mal mit Mursi sitzen und reden, so, wie schon seit Jahren mit Mubarak und Chatami oder Ahmadinedschad gesprochen haben.

Die Islamisten in Ägypten versuchen, zuerst die Frauen anzugreifen. Brutalität und Vergewaltigung sind die Folge oder, wie in Tunesien, Morde an Andersdenkenden und Terror.

Doch Tausende von Frauen und auch Männer sind auf die Straße gegangen und haben gegen Islamisten gekämpft, und das ist ein sehr, sehr wichtiger Kampf für die allgemeinen Menschenrechte. Gegen Islamisten überall und gegen die Scharia, und für die Frauenrechte.

Aus meiner Sicht stehen an der Frontlinie im Kampf für die Frauenrechte in den sogenannten islamischen Ländern – die Frauen in Ägypten und Tunesien.

Das ist ein Kampf gegen Einmischung der Religion in unser Alltagsleben, für Gerechtigkeit und gegen Scharia. Das ist auch ein Kampf gegen die Weltanschauung des Multikulturalismus und Postmodernismus.

Ich möchte hier kurz erklären: Wenn in Ägypten Aliaa Magda Elmahdi nackte Fotos von sich veröffentlicht hat, dann ist das eine Revolution in den arabischen Ländern, und diese Form von Widerstand hat einen sehr wichtigen Effekt. Im Iran haben mehrere Frauen diese Form von Widerstand nachgemacht und ohne Tabus haben dort die Jugendlichen das akzeptiert. Besonders in sogenannten islamischen Ländern ist das Revolution.

Der 8. März 2013 ist sehr wichtig, weil dieser Kampf in Ägypten und Tunesien und auch für Iran oder Afghanistan noch nicht entschieden ist. Deswegen schlage ich vor, dass wir an diesem Tag eine Koalition gegen Scharia bilden – eine weltweite Koalition! Wenn seit 30 Jahren Frauen und überhaupt alle Menschen in islamisch geprägten Ländern gegen Islamisten gekämpft haben und die Welt im Allgemeinen nicht viel gesagt und getan hat, dann sollten wir heute am Internationalen Weltfrauentag ein Zeichen setzen.

Wir sind alle gegen Sharia Law, wir verlangen, dass Scharia als Gesetz weltweit verboten wird und wir verlangen säkulare Staaten und Prinzipien. Religion hat im Leben der Frauen nichts zu suchen.

Mina Ahadi

Anti-Scharia-Koalition

März 12, 2013

WELTWEITES BÜNDNIS GEGEN SCHARIA-GESETZE

International Coalition against Sharia Law

Die islamischen Staaten haben mit ihrer Realisierung der Gebote der Scharia autoritäre Gesetze geschaffen, die der gesamten Bevölkerung in der Politik und im Alltagsleben mittelalterliche Verhältnisse aufzwingen. Besonders die Frauen haben dadurch die Rechte verloren.

Die Scharia ist eine Ansammlung reaktionärer und unmenschlicher Gesetze und basiert auf rückständigen Verhältnissen und Traditionen der alten arabischen Stammesgesellschaften und Sippen. Zwar verwendet das Recht der Scharia die mehr als tausend Jahre alten Texte von Koran und Sunna, doch historisch ist es erst im 12. oder 14. Jahrhundert verfasst worden. Weil die Scharia die Menschen ungleich behandelt und vor allem die Nichtmuslime und alle Frauen diskriminiert, sollten die islamischen Gesetze in der kulturellen Moderne in keinem gesellschaftlichen Bereich Anwendung finden, weder in der Verfassung noch in der Justiz (wie im Familienrecht, Zivilrecht, Strafgesetz oder sonst wo).

Die islamischen Staaten und die reaktionäre islamische Bewegung haben seit Jahrzehnten den Revolutionen und Protestbewegungen und überhaupt allen fortschrittlich denkenden Menschen geschadet. Hinrichtung, Steinigung, Schleier- und Burka-Zwang, Trennung der Geschlechter, eine iranische Verurteilung zum Heraustrennen der Augen oder, in mehreren Staaten, die Durchführung von Amputationen der Hände und Füße waren ihre Mittel dazu. Die Menschheit muss aufstehen, um diesen Verbrechen ein Ende zu setzen. Es ist genug.

Die diktatorischen Regierungen in Ägypten, Tunesien und Libyen sind durch die Revolution der Bevölkerung gestürzt worden. Die islamische Bewegung in diesen Ländern versucht jetzt, die ganze Macht an sich zu reißen, um das System der reaktionären Scharia-Gesetze in diesen Gesellschaften aufzurichten. Die islamischen Kräfte im Westen streben nach Anerkennung der Rechtsprechung auf der Grundlage des islamischen Rechts (also auf der Scharia) und finden Unterstützung in der Beschwichtigungspolitik und Kompromiss-Politik dieser Regierungen und in Anlehnung an die Theorie des Kulturrelativismus. Als Zielgruppen betrachten sie Emigranten und jene Menschen, die aus den islamisierten Ländern in den Westen geflüchtet sind. Es ist sehr wichtig, dass alle freiheitsliebenden Menschen und Organisationen jetzt gemeinsam gegen den Versuch der islamischen Bewegung, die Scharia-Gesetze in Ägypten und Tunesien und letzten Endes weltweit einzuführen, protestieren.

Wir rufen am Internationalen Frauentag, am 8. März 2013, zu einem Weltweiten Bündnis auf zur Unterstützung der Frauen-Proteste in Ägypten, Tunesien, Iran, Irak, Afghanistan … und gegen Scharia-Gesetze und Angriffe der islamische Kräfte auf die elementaren Menschenrechte der Bevölkerung, insbesondere die Frauenrechte in allen Ländern.

Das WELTWEITE BÜNDNIS GEGEN SCHARIA-GESETZE (International Coalition against Sharia Law) ist eine internationale Vereinigung, die sich für die Realisierung folgender Ziele einsetzt:

1. Trennung zwischen Religion und Staat, in Verfassung und Bildungssystem ein Verbot von Scharia-Gesetzen; Trennung zwischen Religion und Gesetzen, Justiz- und Rechtssystem.

2. Verbot von Kleidungszwang (Schleier, Kopftuch, Burka …)

3. Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen und Rechtsverhältnissen

4. Weltweites Verbot der Steinigung

5. Verbot von Geschlechter-Apartheid und Geschlechter-Trennung

Wir appellieren an alle Aktivistinnen oder Aktivisten, fortschrittlichen Organisationen, Atheistinnen oder Atheisten und alle Frauenorganisationen, sich diesem Bündnis anzuschließen.

Mina Ahadi

Telefon: 0049 (0) 1775692413

E-Mail: minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee against Execution – ICAE

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee against Stoning – ICAS

http://stopstonningnow.com/wpress/

Das Weltweite Bündnis gegen Scharia-Gesetze (The International Coalition against Sharia Law) wird unterstützt von:

Mary Devery für den TERRE DES FEMMES Vorstand

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Q u e l l e n

An der Konferenz zum Internationalen Frauentag am 8. März an der Goethe Universität in Frankfurt, die vom Zentralrat der Ex-Muslime und von Equal Rights Now organisiert wurde, haben 6 prominente Frauenrechtlerinnen und mehr als 200 Besucher teilgenommen.

http://minaahadi-iran.blogspot.de/2013/03/arabischer-fruhling-weibliche_11.html

Fotos aus Frankfurt

http://www.exmuslime.com/Gallery/

Mina Ahadis Rede zum Internationalen Frauentag 2013

http://minaahadi-iran.blogspot.de/2013/03/mina-ahadis-rede-zum-internationalen.html

Maryam Namazies Rede von der Frankfurter Konferenz

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/2013/03/10/impossible-not-to-see/

Die Botschaft von Taslima Nasrin zur Frankfurt Konferenz. Taslima Nasrin´s message for the Frankfurt conference

http://minaahadi-iran.blogspot.de/2013/03/taslima-nasrins-botschaft-zur-frankfurt.html

Here’s Nawal El Sadaawi’s message to the conference

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/2013/03/10/we-are-not-free-until-all-women-are-free/

Scharia und allgemeine Menschenrechte

März 4, 2013

أحكام‎

aḥkām

reference to the Islamic commandments

Das Bewerten nach den Befehlen Allahs

Lebensregeln für das Diesseits und Jenseits: Die erstarkenden Islamverbände und der ausdünnende säkulare Rechtsstaat

Ein Vortrag von Edward von Roy, gehalten in Köln am 02.03.2013

I n h a l t

A Allahs geklärte Personalfrage: die drei Hauptpersonen

A1 Kursgeber im Sinne von OIC und Muslimbruderschaft: Nadeem Elyas. Islamische Charta, ZMD am 03.02.2002

A2 Europäische islamische Öffentlichkeitsarbeit und Außenpolitik: Tariq Ramadan

A3 Vom deutschen Diplomaten zum Theoretiker des Kalifats: Murad Wilfried Hofmann

B Mystik innerhalb der gottgegebenen Grenzen: Die Schariafront des Sufismus

B1 Ob Tasawwuf halal oder haram ist, definierte Imam al-Ghazali († 1111)

B2 Das ewige Osmanenreich und die Nurdschuluklar: Fethullah Gülen (USA)

C Die Verflechtung des deutschen Verbandislam mit den Teilströmungen der globalen islamischen Bewegung

C1 Globale Schia: Zwölferschiiten seit Ayatollah Chomeini. IZ Hamburg.

C2 Die internationale, ethnisch türkische Millî-Görüş-Bewegung (in D als IGMG) und ihr Bezug zum „Salafismus“

D Ein Deutschland, ein Koran, eine Scharia. Zu den vier Hauptakteuren des Koordinierungsrats (KRM). DITIB, Islamrat, VIKZ, Zentralrat (ZMD)

D1 Marschbefehl aus Ankara: Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)

D2 Seit dem dritten März 1924: Der Schmerz über das untergegangene Kalifat

D3 Der Hebel, mit dem die Muslimbruderschaft ansetzt: Zentralrat der Muslime in Deutschland (Zentralrat, ZMD)

Die Schariaimplementierung, die Schariatisierung Europas betreffend stoßen wir seit einem halben Jahrhundert stets auf ganz wenige prominente Familiennamen, eigentlich sind es nur sechs: al-Banna, Ramadan (Said als Vater von Tariq und Hani, Genf), Himmat (Tessin, Schweiz; Ali Ghaleb Himmat war als Vorsitzender der IGD Amtsvorgänger von Ibrahim El-Zayat),[1], Algan, El-Zayat sowie Erbakan, deren Träger in jeweiligen europäisch-nationalen oder gesamteuropäischen Islamischen Organisationen hoch angesehene Einzelpersonen hervorgebrachte haben. Regelmäßig sind Tochter und Ehefrau in einer weiblichen Unterorganisation an prominenter Stelle aktiv. Die genannten Clans oder beinahe schon Dynastien arbeiten islampolitisch sprich islamisch aufs engste zusammen, und zwar eigentlich ausschließlich über die Organisationen Muslimbruderschaft (MB – Muslim Brotherhood, al-Iḫwān al-Muslimūn) und deren enges Umfeld (FIOE, IESH, ECFR, IGD, ZMD) sowie über die ursprünglich türkische, aber längst international tätige Millî-Görüş-Bewegung. Deren türkische, unter Getreuen hoch verehrte Gründergestalt war der im Jahre 2011 verstorbene Necmettin Erbakan, mehrfacher stellvertretender Ministerpräsident sowie von Juni 1996 bis Juni 1997 Ministerpräsident der Türkei.

Die Familien Erbakan und El-Zayat sind durch mehrere Heiraten miteinander verbunden, was, wie wir annehmen dürfen, auch Millî Görüş und Muslimbruderschaft als Ganzes näher zusammenrücken lässt – und wirklich, Muslimbrudersohn Tariq Ramadan wird bei IGMG genau studiert und offensichtlich hoch geschätzt,[2] der dem Cheftheologen der MB, al-Qaradawi nahestehende ECFR-Scheich Mustafa Cerić wird ebenfalls von der Millî Görüş eingeladen (nach Bonn im November 2007).

Said Ramadan war der Schwiegersohn des MB-Gründers, Hassan al-Banna. Von Genf aus plante der Mitgründer (1962) der durch Saudi-Arabien finanzierten Rabita oder Islamischen Weltliga (ar-Rābiṭat al-ʿĀlam al-Islāmī, The Muslim World League, MWL) eine Kette von so genannten Islamischen Zentren oder „IZ“ und begann diese visionäre Arbeit um 1960, zu einem Zeitpunkt, als man in Westeuropa selbst in etlichen Großstädten Muslime noch buchstäblich an einer Hand abzählen konnte. Tariq Ramadans Vater hatte Ägypten aufgrund der staatlichen Verfolgung aller Muslimbrüder verlassen müssen und als eine Art spiritueller Siedler oder Scharia-Pionier den ehrgeizigen Plan entwickelt, allen europäischen Muslimen authentisches islamisches Wissen anzubieten und den vom Heidentum der Dschahiliyya verfinsterten Kontinent von eigens dazu anzulegenden Islamischen Zentren oder „IZ“ aus mit der einzig sittlich zu nennenden Zivilisation auszurüsten. Für Deutschland begann diese Aufbauarbeit vor allem vom IZ München aus (IZM, Eröffnung 1973, ägyptischer Zweig der MB; heute Sitz der IGD oder Islamischen Gemeinschaft in Deutschland, wir können die IGD wohl pauschal den deutschen Zweig der Muslimbrüder nennen) sowie vom IZ Aachen (syrischer Zweig der MB).

Die Hauptakteure dieser IZ bilden heute jene Eliten, die den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) steuern: mehrere ZMD-Mitgliedsverbände wie Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD), Islamisches Zentrum Aachen (IZA), Islamisches Zentrum München (IZM), Haus des Islam (HDI) und, als asoziiertes Mitglied, der Rat der Imame und Gelehrten (Deutschland) (RIG bzw. RIGD) sind reine Muslim Brotherhood und steuern den ZMD im Sinne der global vernetzten Ikhwan („Bruderschaft“ ).

Gegründet wurde die Muslimbruderschaft 1928 durch Hasan al-Banna in Ägypten. In ihrem Ursprungsland waren die Muslimbrüder lange Zeit verboten oder wurden sogar brutal unterdrückt; MB-Theoretiker Sayyid Qutb („Milestones“) wurde 1966 hingerichtet. In unserer Zeit aber, im Rahmen der gegenwärtigen Umwälzungen seit dem Arabischen Frühling, kommen die auch in Nordafrika unüberschaubar viele (radikalislamische) Vereine und Wohlfahrtsverbände betreibenden Muslimbrüder etwa in Tunesien und Ägypten über eigene Parteien an die Regierungsmacht. Selbst Marokko hat so eine der Muslimbruderschaft zuzurechnende Partei, den PJD, Le Parti de la justice et du développement; das tunesische Pendant trägt genau denselben Namen (das libysche fast denselben: Le Parti de la justice et de la construction (PJC). Vielleicht ist es gar kein Zufall, dass ein türkisches Akronym sinngemäß das gleiche bedeutet wie das marokkanische PJD: The Justice and Development Party, Adalet ve Kalkınma Partisi – AKP).

Die vom IZ Genf (Centre Islamique de Genève) und von München aus gegründeten Islamischen Zentren als Europa- und Deutschlandzentralen der Muslimbruderschaft wurden in fünf Jahrzehnten durch ein Geflecht an Vereinen ergänzt, beispielsweise durch eine Art Vereinshaus in Lützelbach im Odenwald, das 1984 gegründete Haus des Islam um Scheich Siddiq das ist Wolfgang Borgfeldt[3] oder durch verschiedene Studenten- oder Jugendorganisationen wie FEMYSO[4] oder MJD. MJD bedeutet Muslimische Jugend in Deutschland, im MJD-Vorstand saß von 1997 bis 1999 Fereshta Ludin, Deutschlands berühmteste Kopftuchklägerin. Ludin arbeitete später an der Islamischen Grundschule (Boppstraße 4), die der IFB zuzurechnen ist (auch Boppstraße 4), dem veritablen Berliner Landesverband der Millî Görüş (vgl. Kreuzberger Mevlana-Moschee um Imam Yakup Taşçı)[5] mit dessen weiteren personellen Querverbindungen zur Muslimbruderschaft: im Vorstand des IFB-nahen Trägervereins Islam-Kolleg, der diese erste islamische Privatschule gründete, saß bis 1995 Emel Zeynelabidin, Tochter des IGMG-Mitgründers und Muslimbruders Dr. Yusuf Zeynel Abidin).[6]

Gesamteuropäische Netzwerke sind hinzugetreten, vom Fatwa-Rat ECFR über die Jugendorganisation FEMYSO bis zum Islamischen Studienzentrum Château-Chinon; Europas Muslimbrüder vernetzen sich als FIOE – Federation of Islamic Organisations in Europe, die FIOE ist ebenfalls mit einer Charta an die Öffentlichkeit getreten.[7]

Einen gewissen, die Idee der patriarchalischen Lineage verewigenden Kult um edle Familien hat es im Realislam immer gegeben, man denke an die in Südasien verehrten bzw. auch klerikal-schiitischen Eliten als die Nachkommen aus dem Hause Mohammeds (ahl al-bait),[8] was, allem Dogma von Brüderlichkeit zum Trotz, Hofschranzentum und Nepotismus stets begünstigt hat – und ebenso eine elitäre Heiratspolitik, denn auch diese öffentlich erregt debattierte und kontrollierte Reinheit der Abstammung ist sehr islamisch. Die Ur-Panik im Patriarchat ist die des Familienvaters, der ja nie ganz genau , ob das Kind sein eigenes ist – in der deutschen Sprache bewahren wir, vielleicht wenig reflektiert, den Begriff Zeugung, wobei uns nicht das Substantiv, sondern erst das Verb verrät, dass das Kind – angeblich – ein „Produkt“ des Mannes sei, denn „zeugen“ tut „er“, nicht „sie“ (da reden wir sozusagen von Entgegennahme: „Empfängnis“, doch auf die Chromosomen bezogen „zeugen“ Mann und Frau genau gleich stark (aber das wäre ja Wissenschaft).

Hidschab und Burka sind textile Keuschheitsgürtel, doch am besten bleibt die Frau im Islam ganz ins Haus gesperrt, damit kein Unbefugter Vater eines Kindes des patriarchal empfindenden und entsprechend handelnden Stammes ist.

Imam al-Ghazali nennt den naturgemäß richtigen Aufenthalt für die Ehefrau:[9]

Gegenwärtig ist es einer ehrbaren Frau erlaubt, mit Einwilligung ihres Mannes auszugehen, sicherer aber ist es, wenn sie zuhause bleibt. Auch soll sie nicht ohne wichtigen Grund ausgehen (Nowadays, it is permissible for a chaste woman to go out with the permission of her husband; however, remaining [at home] is safer).

In seinem Buch der Ehe kann sich der große Gelehrte dabei auf den Propheten Mohammed berufen:

Der Hochgebenedeite sagte ferner: “Die Frau steht dann Gott am nächsten, wenn sie im Innern ihres Hauses weilt (A woman is nearest to the face of God when she is in the inner sanctum of her house).”

Ihrem irdischen Herrn und Ehemann schuldet die muslimische Frau schließlich Gehorsam, solange dabei die himmlischen Schariagesetze nicht verletzt werden:

Alles, was hierüber zu sagen ist, ist in dem Satz enthalten, dass die Heirat eine Art Sklaverei ist und dass die Frau die Sklavin des Mannes ist. Deshalb hat sie ihm unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen, in dem was er von ihr und in bezug auf sie selbst verlangt, vorausgesetzt, dass es nichts Sündhaftes ist (The authoritative statement in this context is that marriage constitutes a form of enslavement; thus she is his slave, and she should obey the husband absolutely in everything he demands of her provided such demands do not constitute an act of disobedience).

Soweit Imam al-Ghazali, der als bedeutendster mittelalterlicher Islamgelehrte gilt und der bis heute für Sunniten auf der ganzen Welt eine anerkannte Autorität ist. Im Oktober 2011 wollte die schariaverharmlosende Universität Osnabrück zu ihrer Ghazali-Tagung dem festlich gestimmten und politisch einflussreichen Publikum diese Zitate des echten Ghazali nicht zumuten, obwohl die Universitätsleitung und das dem Islamischen Hochschulstandort schmeichelnde Lokalblatt (Neue Osnabrücker Zeitung) darauf aufmerksam gemacht worden waren.[10] Anders als der verkitschte Dialog-Islam schafft der echte Islam also gerade keine Augenhöhe; bemerkenswert die geradezu inflationäre Begriffsverwendung beim angestrengt betriebenen volkspädagogischen Islamerklären.

Vielmehr ist der durch seine irdischen Stellvertreter (Kalifen) verwaltete Dīn (persönlich und gesellschaftlich praktizierter Islam) radikal anti-egalitär, er „differenziert“ im Diesseits und im Jenseits folgenreich nach sichtbar bewiesenem Glaubensgehorsam und echten oder vermeintlichen sündigen Taten, dabei auch auf Erden (politisch) jedes Mal die absolute Scheidung von Gut und Böse, das dem Tag der Auferstehung (yaum al-qiyāma) folgende Richten des Schöpfers an allen Menschen vorwegnehmend, das Einteilen in paradiestauglich oder höllisch verworfen.

Dieses künftige, absolute Bewerten Allahs widerspiegele sich als auf Erden im Ḥukm, im Gesetz (linguistisch: Allah wird al-Ḥakīm genannt, der Allwissende oder Allweise, auch der absolute Gesetzeskenner und Gesetzgeber)[11] in hunderttausend kleinen und kleinsten Bewertungen, die ein Muslim jeder Alltagssituation und jedem Gegenstand entgegenzubringen hat, diese Rechtsvorschriften, Ahkam (aḥkām), sind vorzunehmen anhand der – letztlich über den Verbleib in Himmelsgarten oder Feuergrube entscheidenden! – Kategorien von halal und haram. Der Aḥkām kennt fünf Stufen:[12]

• absolut verpflichtend

• lobenswert, empfohlen

• beliebig, neutral

• unerwünscht, missbilligt

• absolut verboten

etwas genauer:

• wāǧib bzw. farḍ (verpflichtend)

• mandūb bzw. mustaḥabb (empfohlen, das Tun werde irdisch gelobt und wird göttlich belohnt oder jedenfalls berücksichtigt werden, andererseits wird das Unterlassen nicht bestraft im Diesseits und im Jenseits), beispielsweise die zusätzliche Reise nach Mekka als so genannte Kleine Pilgerfahrt (al-ʿumra im Ggs. zum verpflichtenden Haddsch, Ḥaǧǧ, letztere nur zu einer bestimmten Zeit des Jahres stattfinden kann)[13]

• mubāḥ (neutral), beispielsweise auch zwei, drei oder vier Ehefrauen, solange der Mann alle gleich behandelt

• makrūḥ (missbilligt, zwar wird die Tat wird nicht bestraft, aber ihre Unterlassung ist sozial erwünscht, erfreut Allah und ist daher im Jenseits von Vorteil), beispielsweise Tabakrauchen oder zuviel Wasser bei den rituellen Waschungen verwenden: der Muslim unterlasse beides besser

• ḥarām (islamrechtlich sprich islamisch illegal, verboten)

Eine Sorte Mensch ist ohnehin eine Stufe herabzudrücken und zwar bereits muslimintern: die emotional und juristisch unbedingt herabzusetzende Spezies der Frauen, deren Aussage vor Gericht die Hälfte wert ist, die nach dem Koran nur halb so viel erben darf wie ein Mann, deren Körper mit einem Schleier zu bedecken ist und die das Haus des Mannes, jedenfalls ohne triftigen Grund, nicht ohne seine Erlaubnis verlassen darf.

Wie angerissen besteht gerade über den deutschen Sprachraum eine heiratspolitische Verflechtung zwischen der personell im Wesentlichen thnisch türkisch gebliebenen, allerdings in vielen Staaten (zu nennen sind die Niederlande)[14] tätigen Millî Görüş und der genuin arabischsprachigen, längst buchstäblich global und dabei nicht zuletzt in den USA aktiven Muslimbruderschaft – zwischen den Familien El-Zayat und Erbakan.

Der 1968 in Marburg geborene Ibrahim El-Zayat (Ibrahim Farouk El-Zayat), der bekanntlich abzustreiten pflegt, der Muslimbruderschaft anzugehören, bei der er vermutlich trotzdem ein höchstrangiges Mitglied ist, ist verheiratet mit Sabiha El-Zayat-Erbakan, das Paar hat drei Töchter. Sabiha ist Mehmet Sabri Erbakans Schwester. Mehmets Onkel war Necmettin Erbakan, der große Führer der radikal islamischen Millî-Görüş-Bewegung. Mehmet Sabri Erbakans Mutter, Amina Erbakan, eine zum Islam übergetretene deutsche Juristin, ist Erste Vorsitzende der DIF – Deutschsprachige Islamische Frauengesellschaft; seine Schwester Sabiha (El-Zayat-Erbakan) leitet das ZIF – Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung (Vorstandsmitglied im ZIF ist Rabeya Müller, Referentin auf Evangelischen Kirchentagen und, wie Lamya Kaddor, Mitherausgeberin des Schulbuchs für den Islamischen Religionsunterricht: Saphir 5/6; Lamya Kaddor: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“).[15]

Kein DITIB-Frauenkreis oder VIKZ-Imam sagt, DIF oder ZIF oder Millî-Görüş oder Muslimbruderschaft hätten den Islam falsch verstanden. Man duldet, respektiert und unterstützt sich.

Der 2013 nahezu abgeschlossene Marsch der Parteigänger von Millî Görüş und zusätzlich von Prediger Fethullah Gülen durch die Institutionen der Türkei tut sicherlich ein Übriges dazu, dass sich selbst DITIB oder VIKZ von IGMG oder IGD nicht distanziert – und die IGD, die Islamische Gemeinschaft in Deutschland, darf uns als der deutsche Zweig der Muslim Brotherhood gelten.

Wenn wir IGD oder die offensichtliche Kooperation zwischen IGD (ZMD / Tariq Ramadan / Mustafa Cerić) und IGMG jetzt Islamismus nennen würden, müssten wir konsequenterweise nicht von den im Aufbau befindlichen universitären „Islamischen Studien“, sondern von „islamistischen Studien“ reden und dürften nicht von „Einführung des Islamischen Religionsunterrichts“ sprechen, sondern von „Einführung des islamistischen Religionsunterrichts“ – das tun wir allerdings gar nicht und das sollten wir auch nicht. IGD und IGMG sind Islam, organisierbare Religion – und ein Islam ohne Scharia und Fiqh ist, man mag das bedauern, zurzeit weltweit nicht organisierbar.

El-Zayat wurde am 19. März 2004 auf der dem Cheftheologen der Muslimbrüder, Scheich Yusuf al-Qaradawi zuzurechnenden Webseite „www.islam-online.net“ als Vertreter der (radikal-islamischen) ägyptischen Muslimbrüder in Deutschland bezeichnet.

Im Februar 2002 wurde Ibrahim El-Zayat Präsident der IGD, der deutschen Muslimbrüder also, 2006 bestätigte man ihn für weitere vier Jahre im Amt. Stets hat El-Zayat eine Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft bestritten, andererseits nannte er sie „die wichtigste islamische Reformbewegung im 20. Jahrhundert“, die „für die Befreiung der Frau, für die Lösung sozialer Probleme“ aktiv sei sowie „eine an Raum und Zeit angepasste Interpretation des Korans“ einfordere – das alles seien Ziele, die er unterstütze. Als Generalbevollmächtigter der Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft (EMUG) verwaltet El-Zayat die ungefähr 300 deutschen Millî-Görüş-Moscheen. Auch in den Niederlanden ist die Görüş stark, und ein Deutscher ist dort Sekretär der Stiftung für Moscheebau (Nederlandse Moskeeenbouw – en Ondersteunings Gemeenschap), die den Grundbesitz der niederländischen Milli Görüs verwaltet – Ibrahim El-Zayat. Eine gewisse, hierarchisch eher sehr hohe Schicht der Ikhwan pflegt offensichtlich abzustreiten, Muslimbruder zu sein (der Höchste Führer ist stets namentlich bekannt) – bedarfsweise mit Anzeigen gegen Spitzenpolitiker. Fast kann man sagen, Allah führe Klage vor Gericht oder zwinge die Presse zu Gegendarstellungen:

Im April 2005 verklagte El-Zayat die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Kristina Schröder damals Dr. Kristina Köhler, heute Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, da sie ihn im Kontext einer Vortragseinladung als „Funktionär der Muslimbruderschaft“ bezeichnete. Die Klage wurde vom Landgericht München I und im Dezember 2005 vom Oberlandesgericht München zurückgewiesen, weil diese Formulierung als Meinungsäußerung zulässig sei.

Im Februar 2007 wussten ARD sowie DIE WELT, dass der in Kairo lebende damalige Oberste Führer der radikalislamischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, im Interview niemand anderen als Ibrahim El-Zayat als „Chef der Muslimbrüder in Deutschland“ bezeichnete. Auch die Homepage der Muslimbrüder führte ihn als Mitglied. Ibrahim El-Zayat ließ beiden Meldungen seine Gegendarstellungen folgen. Ein ägyptisches Militärgericht klagte ihn im März 2007 zusammen mit 39 Funktionären der Muslimbruderschaft aufgrund von „Nutzung terroristischer Methoden zur Durchsetzung ihrer Ziele“ an.

A Allahs geklärte Personalfrage: die drei Hauptpersonen

A1 Kursgeber im Sinne von OIC und Muslimbruderschaft: Nadeem Elyas. Die Islamische Charta, ZMD am 03.02.2002

Die am 03.02.2002 verabschiedete Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft[16] stammt aus der Feder von Nadeem Elyas, der zeitweilig als Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa (UMSO) sowie als Sprecher des Islamischen Zentrums Aachen (IZA) tätig war und der vor allem, bis 2006, als Amtsvorgänger von Ayyub Axel Köhler bedeutsam ist, des Vorsitzenden des Zentralrats. Köhlers Nachfolger ist, seit 2010 und bis heute, Aiman Mazyek.

Der wörtlich verstandene Koran wird die universellen Menschenrechte beseitigen und durch ein totalitäres, „die Seele (vielleicht) rettendes“ Gesellschaftssystem ersetzen. Die Islamische Charta hat den Koran nicht falsch verstanden, sondern verwendet Allahs Wort zur Transformation der Gesellschaft. Über Rechtsverdopplung bzw. Sonderrecht (Rechtsspaltung) und Abschottung (Separatismus) ist die Gottesherrschaft aufzubauen.

Wagen wir sarkastische Zwischenrufe, der Präsident gönnt sich ein Vorwort:

Der Islam ist keine neue Erscheinung in Deutschland,

Wer gegen den Islam ist, hat kein Geschichtsbewusstsein.

vor allem ist er keine vorübergehende Erscheinung.

Ihr Deutschen werdet uns Muslimbrüder nicht mehr los.

Mehr als 3,2 Millionen Muslime leben in Deutschland; …

… und diese „Muslime“ brauchen eine politische Führung und das sind wir. Man könnte nämlich darüber hinweglesen, was der Staat mit dieser Charta aber schließlich zur Kenntnis nehmen soll, dass es zwei Sorten Mensch gibt, die Nichtmuslimbürger und die Muslimbürger. Letztere unterliegen angeblich der ewigen Schariapflicht – das wird so noch nicht offen gesagt, aber darauf laufen, leider und demokratiegefährdend, universitäre Imamausbildung und Deutsche Islamkonferenz hinaus.

Ohne ihre kulturellen Wurzeln würden sich die Islambürger an den Rand gedrängt (marginalisated) und entfremdet (alienated) fühlen, so klingt es an und soll bei den jetzt als „Nichtmuslime“ definierten Angehörigen der Mehrheitsbevölkerung Schuldgefühle erwecken (in Teilen von Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh haben sich die Mehrheitsverhältnisse ebenso längst umgekehrt wie in Teilen von Marseille, London, Brüssel oder Malmö). Das aber ist aus menschenrechtsuniversalistischer Sicht schlichter Unsinn, denn nach der AEMR gibt es gar keine Menschensorten, sondern nur Menschen (und insofern auch keine kippenden Mehrheiten, selbstsicher eingefordert von der Schariabewegung und mit erregter Panik beschworen bei den Freunden des legendären „westlichen Kulturkreises“ bzw. des Abendlands).

Doch auch für angeblich politisch links stehende Kulturrelativisten ist das einheitliche Recht für alle anscheinend ein Auslaufmodell oder sogar schon von gestern. Der vor fünf Jahren (2008) vom Schweizer Professor Christian Giordano geforderte, die Scharia integrierende Rechtspluralismus („Die kulturelle Distanz ist zu groß. Und so sehr sich diese Migranten auch assimilieren, es bleibt immer eine Differenz bestehen. Auch zu unserem Rechtssystem“) verlange von der „Mehrheitsgesellschaft“ oder „Gesamtgesellschaft“ die Anerkennung des himmlischen Gesetzes (Scharia) – Europa brauche endlich die Rechtsspaltung. Farhad Afshar, der Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) stimmte dem Anthropologen zu: „Die staatliche Ordnung bricht also nicht zusammen, wenn unterschiedliche Rechtssysteme parallel bestehen.“ Darum geht es jetzt, in Nordamerika, Australien oder Europa und überall auf der Welt: um die Legalisierung korankompatibler Paragraphen – und wer an Gleichheitsfeminismus interessiert ist wie Deutschlands Frauenrechtsverband Nummer Eins Terre des Femmes es sein sollte: jetzt geht um die Abwehr eines zwar die Seele vor dem Feuer der Hölle bewahrenden, aber im Diesseits die Frau zwangsläufig ungleich behandelnden und zwar (Heraufstufen wäre auch eine Diskriminierung) herabstufenden Rechtssystems.

Weiter mit der Charta des ZMD:

… viele von ihnen schon in der dritten und vierten Generation. Die meisten Muslime identifizieren sich mit der deutschen Gesellschaft und werden für immer in Deutschland bleiben.

Manche von uns leben aus religiösen Gründen abgeschottet, gegenkulturell.

Wenn die deutsche Mehrheit die Muslime nicht islamisch fühlen und leben lässt, nicht nach der Scharia leben lässt, werden sie sich nicht mit der Bundesrepublik „identifizieren“ können. Wer gegen die Scharia argumentiert, ist Schuld am Misslingen der Identifikation mit der BRD – am Scheitern der Integration.

Nicht nur für die 500.000 Muslime, die einen deutschen Pass tragen, ist Deutschland Heimat geworden.

Beheimatung als das der Scharia unterworfene Territorium. Ohne Schariapraxis keine muslimische deutsche Heimatliebe.

Zunächst gelte Allahs Gesetz in unseren Familien und Straßenzügen, dann kommen die Hochschulstandorte für Theologie und die Staatsverträge und später wird inschallah der Islam Staat.

Alle Muslime fühlen sich nicht als Gäste in einem “Gastland”, sondern als Bürgerinnen und Bürger Deutschlands.

Nicht den universellen Menschenrechten verpflichtet „fühlen“ (ZMD) sie sich, die Muslimbürger – und zwar alle –, sondern als Allahs ergebener Besitz einer etwas ungastlichen und leider ungläubigen Obrigkeit.

Was der deutsche Muslim fühlen darf, definiert der ZMD. Wer anders fühlt, ist kein richtiger Muslim.

Sich in erster Linie als Staatsbürger oder jedenfalls Bürger zu fühlen, darf die Bundesrepublik den zur Einhaltung der Scharia Bestimmten nicht abverlangen. Erst Scharia, dann Grundgesetz – das zu spüren und im Alltag zu leben muss dem Kind eines muslimischen Vaters möglich sein, so verstehen wir das Grundgesetz.

Als große Minderheit in diesem Land haben die Muslime die Pflicht, sich in diese Gesellschaft zu integrieren, sich zu öffnen und über ihre Glaubensbekenntnisse und -praxis mit der Gesellschaft in Dialog zu treten.

Muslime sind berechtigt, die Scharia ungehindert zu bewerben. Die zeitlosen und kohärenten (ewigen und unteilbaren) grundrechtswidrigen Verhaltensvorgaben (ZMD: „Glaubenspraxis“) der Scharia stehen dabei nicht zur Diskussion.[17] Der Islam braucht sich nicht zu verändern, Deutschland muss sich verändern. Statt AEMR, bittesehr, ganz viel Dialog.

Wir sollten rasch Islamische Schiedsstellen und, etwas später, Scharia-Gerichte aufbauen; alle Lebensfragen stellen unsere Muftis oder Gelehrten seit Längerem als Fatwa ins Netz.

Die Mehrheitsgesellschaft hat Anrecht darauf zu erfahren, wie die Muslime zu den Fundamenten dieses Rechtsstaates, zu seinem Grundgesetz, zu Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten stehen.

Der Nichtmuslim hat einen Anspruch darauf, zu erfahren, dass die Kluft zwischen Menschenrechten gemäß OIC (1990) und Menschenrechten nach der AEMR (1948) nur per Rechtsspaltung und „Dialog“ überbrückt werden kann. Mit seiner Forderung „opening the way for the Muslim law“ hat euch der muslimbrudernahe Scheich und bosnische Großmufti, Mustafa Cerić, schließlich schon ermuntert, dass ihr Allahs Befehl in euren Begriff von „Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten“ (ZMD) integrieren dürft.

Die Muslime dürfen den Kontakt zu ihren kulturellen und spirituellen Wurzeln nicht verlieren und zu diesem Zwecke aus der ernst genommenen AEMR aussteigen. Und Deutschland ist berechtigt, dieses hiermit „zu erfahren“ (ZMD).

Obwohl die Muslime diese Themen des Öfteren behandelten, blieben sie der Mehrheitsgesellschaft eine umfassende, klar formulierte und verbindliche Antwort schuldig.

Was jetzt der Zentralrat ab sofort sagt, ist die Definition für das, was muslimisch ist und was nicht. In der BRD braucht ein anderer organisierter Islam als derjenige der Muslimbrüder bzw. des ZMD keinen Raum zu haben, mit Millî Görüş und Deobandi regeln wir den Rest vollendet klassisch-islamisch – ohne Öffentlichkeit, hinter den Kulissen, in einer Schura.

Die innermuslimische Machtergreifung.

Sarkastisch weiter. Ihr Ungläubigen hattet keine Ahnung von der Herrschaft Allahs:

Dieses Defizit wurde nicht zuletzt durch die Debatte nach dem 11. September deutlich.

Insofern war Nine Eleven ein nützliches Ereignis, damit der nichtislamische Teil der koranisch halbierten Welt endlich lernen kann, was gute Debattenkultur und was Islam ist.

Durch diese Islamische Charta, die der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) in seiner Vertreterversammlung am 3. Februar 2002 einstimmig verabschiedete, möchte er seine klare Position zu diesen Grundgedanken artikulieren und einen Beitrag zur Versachlichung der gesellschaftlich-politischen Debatte leisten.

Wer das Islamische Recht unmenschlich, beispielsweise als frauenfeindlich bezeichnet, verweigert seinen „Beitrag zur Versachlichung der gesellschaftlich-politischen Debatte“ und ist ein Gemeinschaftsschädling, der aufhetzt und desinformiert. Wir dressieren eure Politiker und Behördenvertreter dahingehend, dass sie bei jeder sichtbar werdenden Verfassungswidrigkeit des orthodoxen (frauenfeindlichen und revolutionären) Islam beschwören, dass zwischen Islam und Islamismus unbedingt differenziert werden muss.

Dr. Nadeem Elyas, Vorsitzender, Berlin, 20.02.2002

***

Hier endet das Vorwort und Nadeem Elyas ist weder zu Sayyid Qutb noch zu Yusuf al-Qaradawi auf Distanz gegangen. Es wird feierlich:

***

Islamische Charta

Keine Staatsgründung ohne Urkunde. Deutschland jedenfalls das muslimische Deutschland werde ein Abbild der einzig sittlich zu nennenden Lebensweise, des vom Himmel gewollten Musterstaates – Medina (622-855 n. Chr).

Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft.

Für jede Muslima und jeden Muslim übernehmen wir vom muslimbrudernahen Zentralrat das politische Denken und Reden. Islam ist deine gottesfürchtige („freiwillige“) Einfügung in die Gemeinschaft der Gehorsamen und deine Dienerschaft (ʿubudïya vgl. ‚Abdallah) allein für den Schöpfer, deine Knechtschaft (servanthood, submission) Allah gegenüber. Wer uns widerspricht, gefährdet das friedliche Zusammenleben, denn:

1. Der Islam ist die Religion des Friedens

“Islam” bedeutet gleichzeitig Friede und Hingabe. Der Islam sieht sich als Religion, in welcher der Mensch seinen Frieden mit sich und der Welt durch freiwillige Hingabe an Gott findet. Im historischen Sinne ist der Islam neben Judentum und Christentum eine der drei im Nahen Osten entstandenen monotheistischen Weltreligionen und hat als Fortsetzung der göttlichen Offenbarungsreihe mit diesen viel gemein.

Deutschland ganz ohne Islam wäre reinste Dschahiliyya (Ǧāhilīya), Finsternis und Barbarei. Die islamische Transformation der BRD verwirklicht Allahs Heilsplan und blockiert den Teufel bei seinem verderblichen Tun.

Der Folgsame wird gerettet und der Widerspenstige spätestens im Jenseits brutal gestraft:

2. Wir glauben an den barmherzigen Gott

Die Muslime glauben an Gott, den sie wie arabische Christen “Allah” nennen. Er, der Gott Abrahams und aller Propheten, der Eine und Einzige, außerhalb von Zeit und Raum aus Sich Selbst existierende, über jede Definition erhabene, transzendente und immanente, gerechte und barmherzige Gott hat in Seiner Allmacht die Welt erschaffen und wird sie bis zum Jüngsten Tag, dem Tag des Gerichts, erhalten.

3. Der Koran ist die verbale Offenbarung Gottes

Das ist ab Sommer 2012 in Nordrhein-Westfalen versetzungsrelevanter schulischer Lehrstoff Schulstoff und an mehreren Universitäten Wissenschaft jedenfalls religionsbezogene Wissenschaft.

Die Muslime glauben, dass sich Gott über Propheten wiederholt geoffenbart hat, zuletzt im 7. Jahrhundert westlicher Zeitrechnung gegenüber Muhammad, dem “Siegel der Propheten”. Diese Offenbarung findet sich als unverfälschtes Wort Gottes im Koran (Qur´an), welcher von Muhammad erläutert wurde. Seine Aussagen und Verhaltensweisen sind in der so genannten Sunna überliefert. Beide zusammen bilden die Grundlage des islamischen Glaubens, des islamischen Rechts und der islamischen Lebensweise.

Herrschaftsbefugnis Allahs und menschliche Pflicht zur Knechtschaft, Ḥakimīya wa ʿUbudīya. Glauben heißt gehorchen. Wir haben das Recht, die ganze Scharia zu leben:

4. Wir glauben an die Propheten des Einen Gottes

Die Muslime verehren sämtliche Muhammad vorausgegangenen Propheten, darunter Moses und Jesus. Sie glauben, dass der Koran die ursprüngliche Wahrheit, den reinen Monotheismus nicht nur Abrahams, sondern aller Gesandten Gottes wiederhergestellt und bestätigt hat.

5. Der Mensch muss am Jüngsten Tag Rechenschaft ablegen

Die Muslime glauben, dass der Mensch, soweit er freien Willen besitzt, für sein Verhalten allein verantwortlich ist und dafür am Jüngsten Tag Rechenschaft ablegen muss.

Juden und Christen verfehlen die wahre Religion und missbrauchen jedenfalls missverstehen die Propheten bzw. die Propheten und den Jesus von Nazareth. Der Islam ist zur Führung über Juden und Christen berufen, jeder Muslim darf auf einen Juden oder Christen herabsehen.

Du hast die Freiheit, dich zum Schariagehorsam zu entscheiden. Wenn du dich gegen die in Koran und Hadith genannten Pflichten entscheidest oder gar den Islam verlässt, wirst du dafür am Tag der Auferstehung bestraft werden.

Wer die irdische Gleichberechtigung von Mann und Frau fordert, hat am Tag der Auferstehung nichts Gutes zu erwarten. Die Frau ohne Hidschab (Schleier; „Kopftuch“) muss im ewig im Feuer brennen, und selbst Imam al-Ghazali bestätigt, dass die Frau ohne Einwilligung ihres Ehemannes das Haus nicht verlassen darf, Band 12 der Wiederbelebung des Glaubens, Iḥyā ʿulūm ad-dīn, das Buch der Ehe, Kitāb ādābi n-nikāh, stellt fest: Der Hochgebenedeite sagte ferner: „Die Frau steht dann Gott am nächsten, wenn sie im Innern ihres Hauses weilt. A woman is nearest to the face of God when she is in the inner sanctum of her house.“

Im Islam ist der öffentliche Raum gleichbedeutend mit dem männlichen Raum, ungezügeltes Umherstreifen der Frau ist ein Angriff auf die Schöpfungsordnung. Wenn in diesen Monaten Frauen ohne männliche Begleitung auf dem Kairoer Tahrir-Platz angegriffen und missbraucht oder vergewaltigt werden, dann ist das eine Folge der Islamisierung Ägyptens nach der Maßgabe von Imam al-Ghazali – anders gesagt: nach Maßgabe der Scharia.

6. Der Muslim und die Muslima haben die gleiche Lebensaufgabe

Mann und Frau im Islam dienen dem Schöpfer – und die Frau dient dem Ehemann. Imam al-Ghazali im Buch der Ehe: Alles, was hierüber zu sagen ist, ist in dem Satz enthalten, dass die Heirat ein Art Sklaverei ist und dass die Frau die Sklavin des Mannes ist. Deshalb hat sie ihm unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen, in dem was er von ihr und in Bezug auf sie selbst verlangt, vorausgesetzt, dass es nichts Sündhaftes ist. The authoritative statement in this context is that marriage constitutes a form of enslavement; thus she is his slave, and she should obey the husband absolutely in everything he demands of her provided such demands do not constitute an act of disobedience.

Mann und Frau suchen die ewige Heimkehr zu Allah und sind, um das Höllenfeuer zu vermeiden, auf Erden eben gerade nicht gleichberechtigt, aber halten das vom Schöpfer gewollte Schariagesetz willig ein:

Der Muslim und die Muslima sehen es als ihre Lebensaufgabe, Gott zu erkennen, Ihm zu dienen und Seinen Geboten zu folgen. Dies dient auch der Erlangung von Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Wohlstand.

Vor allem dient das dazu, die Gottheit zufriedenzustellen, seeking the pleasure of Allah, um den eigenen Platz im Paradies nicht zu verspielen. Im Islam ist es gerecht, wenn die Schwester einen Teil erbt und ihr Bruder zwei Teile, wenn er und sie gleich viel erben würden, wäre das ungerecht. Der Ex-Muslim erbt gar nichts. Anders verteilter Besitz bzw. anders erworbener Wohlstand wäre religiös verboten (haram).

Nebenbei: Alles, was wir heute unter Islamische Finanzanlagen (Islamic Banking) verstehen, gründet sich auf Allahs in Koran und Sunna nachzulesendem Befehl zur Aufteilung von Kriegsbeute (anfāl), zum islamisch gerechten (frauendiskriminierenden) Vererben sowie zu der von den eine Art Sklavenstatus innehabenden Buchbesitzern (Juden und Christen) einzutreibenden Dschizya. Wer islamisch investiert oder auf andere Weise schariakonforme Finanzprodukte begünstigt oder duldet, subventioniert die Abkehr von einem säkularen (freien, rechtsstaatlichen) Wirtschaften sowie die Abkehr von den universellen Menschenrechten – und baut mit am globalen Kalifat.

Zurück zur Charta:

7. Die fünf Säulen des Islam

Hauptpflichten der Muslime sind die fünf Säulen des Islam: das Glaubensbekenntnis, das täglich fünfmalige Gebet, das Fasten im Monat Ramadan, die Pflichtabgabe (zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka.

Da fragt man sich, wenn es Hauptpflichten gibt: Wo bitte sind die Nebenpflichten? Zu den Nebenpflichten gehören die Durchsetzung des Kopftuchs im Arbeitsleben und Schulbetrieb, Nebenpflicht ist, wie wir jetzt sehen werden, der Auftrag zur totalen Hisba (ḥisba), das Islamisieren von Straßenzug und Wohnviertel:

8. Daher ist der Islam Glaube, Ethik, soziale Ordnung und Lebensweise zugleich

Den deutschen Muslimen sei ein nichtislamisches Sozialsystem und Verhalten nicht zuzumuten, legt uns die Charta hier nahe. Wer die Scharia ernst nimmt, hat sich spirituell („Glaube“) und moralisch („Ethik“) von den Nichtmuslimen abzugrenzen. Lediglich einem Allah nicht verpflichteten Gemeinwesen anzugehören, einer nichtislamischen Lebensform, gefährdet das Seelenheil und kann von einem Koranfreund nur durch die Zugehörigkeit zu einer muslimbrudernahen islamischen Vereinigung („soziale Ordnung“) kompensiert werden. Der wirklich gottesfürchtige Muslim hat sich in seinem alltäglichen Handeln („Lebensweise“), also eigentlich bereits in seiner Kleidung, von den sittlich minderwertigen Nichtmuslimen zu unterscheiden – das sagt Nadeem Elyas so nicht, und diesen Kulturrassismus der Dhimma oder Dhimmitude verschweigen 2013 auch ZMD und KRM, um den bekennenden Islamischen Religionsunterricht und die Staatsverträge mit den Bundesländern nicht zu gefährden. Aber das ist Fakt: die Tochter eines Muslim darf mit einem Nichtmuslim keinen Sex haben und heiraten darf sie einen nicht zum Islam Konvertierten sowieso nicht. Das Herabsehen auf die ekligen Unreinen darf uns an das indische Kastensystem erinnern – und eine Scharia ohne irdische Dhimma gibt es nie und einen organisierbaren Islam ohne Scharia noch nicht.

Der Islam ist weder eine weltverneinende noch eine rein diesseits-bezogene Lehre, sondern ein Mittelweg zwischen beidem. Als auf Gott ausgerichtet ist der Muslim und die Muslima zwar theozentrisch; doch gesucht wird das Beste beider Welten. Daher ist der Islam Glaube, Ethik, soziale Ordnung und Lebensweise zugleich. Wo auch immer, sind Muslime dazu aufgerufen, im täglichen Leben aktiv dem Gemeinwohl zu dienen und mit Glaubensbrüdern und -schwestern in aller Welt solidarisch zu sein.

Die gerade beschworene muslimische Solidarität geht, wie wir an Heiratsverbot und Erbrecht gesehen haben, auf Kosten der Nichtmuslime – und geht stets mit einer Herabstufung der Frau einher. Die männlichen Muslime sind sich also gemeinsam (solidarisch) darin einig, ihre Schwestern, Ehefrauen oder Töchter finanziell und rechtlich (in diesen Jahren zunächst über eine schariaverträgliche Mediation bzw. andere Form der Streitschlichtung, dispute resolution[18] sowie im islamisierten Familienrecht, später im Erbrecht usw.) schlechter zu stellen. Mit den ex-muslimischen oder über ihr Elternhaus sozialisierten Schariaverweigerern ist eher keine Solidargemeinschaft zu bilden, es sei denn, man hält den Vertrag von Medina für interreligiöse Solidarität – was gar kein Scherz ist, denn Medina muss erneuert werden. Die Abwehr des Teufels und die Rettung der Seele kann nur durch die wiederhergestellte prophetengemäße (medinensische) Staatlichkeit, durch die Aufrichtung der Herrschaft Allahs gelingen (Hakimiyyat Allah; letztlich: Kalifat).

Scharia, Din und Fiqh. Vertragmachen im Sinne der Islamexpansion.

Die von der menschlichen Vernunft nicht zu ergründende Scharia ist überall, auch die Verräter oder Polytheisten unterliegen ihr – und werden für ihre unrechte (ḥarām) Lebensweise bestraft werden. Um möglichst viele Menschen zu retten, will Allah die verwirklichte Schariatisierung des Alltagshandelns und des Territoriums, politisch heißt das: die Islamisierung; letztlich, weil der Schöpfer umfassend (global) denkt, weltweit. Korangemäß politreligiös wie, heute in den USA und Europa, trickreich rhetorisch geht es um die Durchsetzung beispielsweise des islamisch verstandenen Begriffs vom Gemeinwohl (maṣlaḥa), deren Vorfeldarbeit von schariarechtlicher Werbestrategie nach außen und ansteigendem Tugendappell nach innen als Wohlfahrtsförderung oder islamische Verbesserung (istiṣlāḥ) bekannt ist. Maslaha bzw. Istislah dienen der Abwehr der göttlichen Strafe im Diesseits und im Jenseits, der Heilssicherung. Etymologisch und theologisch gehören maṣlaḥa bzw. istiṣlāḥ zu ṣulḥ, Verträglichkeit, Versöhnlichkeit und Vertragsgestaltung, theologisch gemeint ist bei jedem islamischen Aussöhnen oder Vertragmachen allerdings die Heilssicherung nach Koran und Sunna, säkular gesprochen also ein weiterer Schritt in Richtung eines totalitären politischen Systems.

Man vergleiche hierbei das konzeptionelle Islamisierungsvehikel der Muslimbrüder (und ihres engsten Umfelds wie Tariq Ramadan und Mustafa Cerić), Nordamerika und Europa nicht mehr als Dar al-Harb (dāru l-ḥarb) anzusehen, sondern als Haus des Vertrags: Dār aṣ-Ṣulḥ (territory of peace, auch Dār al-ʿAhd, Haus des Vertrags; man erinnere sich an den zur Hudna-Logik, zum einstweiligen Waffenstillstand beim Ziel des baldmöglichen Weiterkämpfens gehörenden Vertrag von al-Hudaibiyya, bei Tariq Ramadan erwähnt in Western Muslims and the Future of Islam, auf Seite 63; der Vertrag von al-Hudaibiyya beinhaltete einen Nichtangriffspakt mit den Quraisch, weshalb Mohammed 628 die Juden von Chaibar ungestört angreifen konnte). Islam ist kein Gerede, sondern Tat; die von Allah geschaffene Scharia hat das Soziale deines Wirkungskreises und dein gesamtes Handeln auszufüllen und zu prägen. Die so entstandene islamgemäße Gesellschaft oder Schariagesellschaft, die sexualpolitisch, pädagogisch und ökonomisch verwirklichte „Islamische Normativität“ (Baber Johansen, aufgegriffen von Reinhard Schulze) ist der endlich realisierte dīn des Koran. Den Din nennt der islamische Schöpfer selbst in seiner Rede an die Menschen und Dschinnen, in Sure 5:3 sagt Allah: Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt (so dass nichts mehr daran fehlt) und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als Religion habt, und in 61:9: Er ist es, der seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der wahren Religion geschickt hat, um ihr (d. h. der wahren Religion (des Islam)) zum Sieg zu verhelfen über alles, was es (sonst) an Religion gibt – auch wenn es den Heiden zuwider ist (übersetzt Rudi Paret).

Noch einmal: Islam ist Praxis, Schariapraxis. Die in hoffentlich auch deinen Taten sichtbar werdende, gottgeschaffene und ewige Gesetzlichkeit und Pflichtenlehre (Scharia) ist der einzige für dich ins Paradies führende Pfad. Mit dem Fiqh versucht der islamjuristisch elitär ausgebildete Mensch, der Scharia gerecht zu werden, also Staatsverfassungen und Paragraphen zu schaffen, die Allah nicht erzürnen, sondern erfreuen. Der Fiqh ist also die Islamisierung des menschlichen (etwa auch des europäischen oder deutschen) Rechts.

Der Fiqh ist, wie wir jetzt in Kairo oder Tunis sehen, immer dynamisch und auf die Totalität der Scharia gerichtet und damit, sei der aktuelle Fiqh noch so schleichend konzipiert, Islamische Revolution. Nach 855 gab es keine makellose Staatlichkeit mehr, weshalb seitdem und auch heute der von Mohammed geschaffene und vom Himmel gewollte Medinastaat zu erneuern ist. Islamische Revolution ist also kein „Islamismus“, den es außerhalb von Islambeschwichtigung und Volkspädagogik gar nicht gibt, sondern sunnagetreu wiederholte „medinensische“ Aufbauleistung, authentischer Islam.

Zurück zur Charta des ZMD

Der Nichtmuslim hat sein Menschsein verfehlt, nur ein islamisches (schariatreues) Leben ist gelingendes Leben. Mehrfach diskriminierend abgestuftes „Gemeinwohl“ braucht islamkonformes Wirtschaften. Die Lebensweise von Hidschab und Höllenfurcht benötigt von allem islamisch Ungesetzlichen (ḥarām) gereinigtes Geld:

9. Dem Islam geht es nicht um Abschaffung von Reichtum

Das ist richtig, schon Allahs Liebling, der kaufmännisch ausgebildete und berufserfahrene Mohammed, musste seine medinensische Islamrepublik finanzieren und die heutigen engsten Freunde der Muftis und Scheiche müssen global zur wahren Religion rufen und den Gazastreifen, Ägypten und Tunesien in Kalifate verwandeln, was Geld kostet. Auch der korangemäß drangsalierte und verarmende Dhimmi darf seine Dschizya nicht behalten, das wäre gegen die Religion (dīn, islām).

Dem Islam geht es nicht um Abschaffung von Reichtum, sondern um Beseitigung von Armut. Er schützt das der Gemeinschaft und auch der Umwelt verpflichtete Privateigentum und fördert unternehmerische Initiative und Verantwortung.

Im Islam ist Besitz ist nicht irgendeiner irdisch-säkular verstandenen „Gemeinschaft“ verpflichtet, sondern dem göttlichen Befehl und im Sinne der Erlangung des Wohlgefallens Allahs irdisch einzusetzen. „Verantwortung“ beweist, wer die himmlische Scharia lebt und juristisch durchsetzt.[19] Auch „Umwelt“ ist islamisch zu lesen und nach den Kriterien von halal und haram zu bewerten mit dem Ziel der zeitlichen Annäherung (taqarrub) und ewigen Nähe zum Schöpfer. So und nicht anders muss man diese von Nadeem Elyas verfertigte Charta auch hinsichtlich der gerade behandelten islamischen Wirtschaftspolitik lesen, eine Charta, von der sich der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bis heute mit keiner Silbe distanziert.

10. Das Islamische Recht verpflichtet Muslime in der Diaspora

Das ist der Angriff auf den Rechtsstaat: der salafistische ZMD ruft nach der Rechtsspaltung! Zweitfrau bis Viertfrau, Wali mudschbir, Kindbraut, Frauenverstoßung (ṭalāq) sowie, überall im Berufsleben und Bildungsbereich, die durchgesetzten Burkas jedenfalls Schleier (ḥiǧāb, vgl. Chimar bzw. Dschilbab)[20] sind zeitnah zu legalisieren. Die Schulministerin des größten deutschen Bundeslandes, Sylvia Löhrmann (Bündnis90/Die Grünen), freut sich über den Islamischen Religionsunterricht per Beiratsmodell (klandestin „verabredet“ am 22.02.2011), selbstverständlich ohne die Schulen und die Bürger über das gegendemokratische Islamische Recht (Schariatheorie, Fiqhpraxis) zu informieren – und spricht dazu seelenruhig in der vom Verfassungsschutz beobachteten Bilal Moschee (07.12.2011 im Islamischen Zentrum Aachen, beim syrischen Zweig der global agierenden Muslim Brotherhood).[21]

Muslime dürfen sich in jedem beliebigen Land aufhalten, solange sie ihren religiösen Hauptpflichten nachkommen können.

Man spielt auf Zeit, die kohärente sowie unteilbare Scharia wird als spaltbar erklärt, es gebe Hauptsächliches und Nebensächlichkeiten. Vielleicht sollen die Nebenpflichten erst bei längerer Wohndauer eingefordert werden?

Wir Demokraten haben Glück, Allah und Herr Elyas sind großzügig und rufen zur Verfassungstreue:

Das islamische Recht verpflichtet Muslime in der Diaspora, sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten. In diesem Sinne gelten Visumserteilung, Aufenthaltsgenehmigung und Einbürgerung als Verträge, die von der muslimischen Minderheit einzuhalten sind.

11. Muslime bejahen die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung.

Eine Variante der Minderheitenstatus eines erneuerten Dhimma-Schutzvertrags? Der ehemalige deutsche Botschafter und Scharia-Aktivist Murad Wilfried Hofmann sprach bereits von einer (wohl vorläufigen, nämlich bis sich die Mehrheitsverhältnisse kalifatstauglich umgekehrt haben)[22] umgekehrten Dhimmitüde („a Fiqh for Muslim Dhimmi (!)“.[23] Nur der Scharia und ihren Siyar-Gesetzen (Fremdenrecht fallweise Kriegsrecht; islamisches außenpolitisches Handeln) verdanke der deutsche Rechtsstaat, dass sich seine Muslimbürger an die geltenden menschengemachten Gesetze halten. Wohl kaum überhörbar schwingt die Drohung mit, dass die Muslime eigentlich jederzeit aus dem gemeinsamen Recht aussteigen können und dass kein Muslim auf Gesetze verpflichtet werden darf, deren Urheber nicht der Schöpfer ist (der menschengemachte Fiqh versucht Allahs Wollen gerecht zu werden und bildet insofern ja eine Ausnahme).

Ob deutsche Staatsbürger oder nicht, bejahen die im Zentralrat vertretenen Muslime daher die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich des Parteienpluralismus, des aktiven und passiven Wahlrechts der Frau sowie der Religionsfreiheit. Daher akzeptieren sie auch das Recht, die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben.

„Bejahen“ heißt nur: wir sehen, wie die Lage aussieht (nämlich gottlos). Und natürlich hast du das „Recht“, den Islam zu verlassen und andere dazu ermuntern, dasselbe zu tun; dafür wirst du allerdings in der Hölle brennen und in Staaten wie dem Iran oder Saudi-Arabien möglicherweise hingerichtet werden.

Der Koran untersagt jede Gewaltausübung und jeden Zwang in Angelegenheiten des Glaubens.

Das berüchtigte: Es gibt keinen Zwang in der Religion (Lā ikrāha fī d-dīn, 2:256). Was wir unsere Gelehrten als Notwehr kennen, nennt ihr den heiligen Krieg, aber die Reinigung der Erde vom Schmutz des Unglaubens ist eigentlich gar keine Gewalt, sondern Liebe.

Wenn man den Koranvers im Kontext liest, steht vorher Folgendes:

„Sein Thron umfasst die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie zu bewahren. Er ist der Erhabene, der Majestätische“, was das irdische Regime der Stellvertreter Allahs fordert, der Kalifen, und in welchem, unsichtbar, der Schöpfer König ist (auf dem Himmel und Erde überdachenden „Thron“ sitzt). Dem Götzen (Ṭāġūt pl. Ṭawāġīt) muss der Muslim abschwören und nach der Scharia greifen, jetzt die so häufig zitierte Stelle: „Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der rechte Wandel unterscheidet sich nunmehr klar vom Irrweg. Wer also die Götzen (Ṭawāġīt, idols and evil powers, false gods) verleugnet (ihnen abschwört) und an Gott [Allah] glaubt, der hält sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Gott [Allah] hört und weiß alles.“ Im anschließenden Koranvers ist von himmlischem Lohn und ewiger Verdammnis die Rede: 2:257 „Gott [Allah] ist der Beschützer [walī, the guardian, Vormund] derer, die glauben; Er führt sie aus der Finsternis ins Licht. Diejenigen, die nicht glauben, ihre Beschützer sind Taghut (Ṭāġūt, Götze); die sie aus dem Licht in die Finsternisse führen. Das sind die Gefährten des Feuers, sie werden darin ewig weilen.“

12. Wir zielen nicht auf Herstellung eines klerikalen “Gottesstaates” ab

Richtig, nicht wir „zielen“, Allah. Unsere ‚Ulama, Scheiche und Muftis sind in der Islamischen Gesellschaft nicht der Souverän, sondern der Schöpfer, al-Ḫāliq, ist König über seine Schöpfung, Ḫalq.

Insofern werde uns Muslimbrüdern und ihren Freunden die BRD zum Baugrund:

Vielmehr begrüßen wir das System der Bundesrepublik Deutschland, in dem Staat und Religion harmonisch aufeinander bezogen sind.

Beinahe so harmonisch wie in Saudi-Arabien. Um endlich mehr Harmonie und mehr Aufeinanderbezogensein zu erreichen, ist die Säkularisierung zurückzunehmen, und auch einige Forderungen eurer allgemeinen Menschenrechte werden wir zurückweisen müssen. Ohne Innen kein Außen, kein menschenrechtlicher Kern („Kernbestand“) ohne entbehrliche Umhüllung.

13. Es besteht kein Widerspruch zwischen der islamischen Lehre und dem Kernbestand der Menschenrechte

Richtig, Allah kennt (und duldet) keinen Widerspruch, was sich Ihm in den Weg stellt, ist dem Bereich des Teuflischen zuzurechnen.

Zwischen den im Koran verankerten, von Gott gewährten Individualrechten und dem Kernbestand der westlichen Menschenrechtserklärung besteht kein Widerspruch.

Höchster und letztlich einziger Gesetzgeber ist Allah. Unauffällig ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 10.12.1948) in die geographische und spirituelle Zone des „Westens“ geschoben worden, der logisch notwendige „Osten, Orient“, der Islam, hat seine eigene Menschenrechtserklärung, die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (OIC 1990), von der sich jeder der AEMR verpflichtete Frauenrechtsverband eigentlich hörbar distanzieren müsste, also auch Terre des Femmes.

Koran und Sunna rufen zum Einhalten der deutschen Gesetze ein, jedenfalls beinahe:

Der beabsichtigte Schutz des Individuums vor dem Missbrauch staatlicher Gewalt wird auch von uns unterstützt. Das Islamische Recht gebietet, Gleiches gleich zu behandeln, und erlaubt, Ungleiches ungleich zu behandeln. Das Gebot des islamischen Rechts, die jeweilige lokale Rechtsordnung anzuerkennen, schließt die Anerkennung des deutschen Ehe-, Erb- und Prozessrechts ein.

Das Wort Anerkennung meint vielleicht nur: Berücksichtigung beim allmählichen Beseitigen bzw. beim Ergänzen durch ein Islamisches Familienrecht, vgl. Mustafa Cerić:

f. Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann, (f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law[24]

Das zwielichtige Abendland gilt den Islamverbänden als:

14. Vom jüdisch-christlich-islamischen Erbe und der Aufklärung geprägt

Die europäische Kultur ist vom klassisch griechisch-römischen sowie jüdisch-christlich-islamischen Erbe und der Aufklärung geprägt.

Das perfekte Geschöpf Mohammed prägte das Morgenland ganz anders und vernichtete alles das vorislamische Heidentum (Dschahiliyya), die heute in Europa lebenden Muslime haben daher, schon um ihre kulturellen Wurzeln nicht zu verlieren, das Recht auf heiliges Anderssein und immer neue islamkonforme Paragraphen.

Nadeem Elyas bemerkte vor acht Jahren: „Wir leben hier im Kontext der Werte dieser Gesellschaft“ und „Wir können uns in Europa an die europäische Lebensweise anpassen … Wir sprechen allerdings nicht von einem europäischen Islam, sondern von einer europäischen Lebensweise der Muslime.“[25]

Die von euch Säkularen als Staatsvertrag verbuchte, von uns Muslimen als Muslimischer Gesellschaftsvertrag nach dem Vorbild von Medina (Ṣaḥīfat al-Madīna, Constitution of Medina, Charter of Medina) betrachtete muslimische Europanation wird sich bald ein einheitliches Herrschaftsgefüge aufbauen, Mustafa Cerić sagt zum rechtsparallelen Imamstaat oder Imamat: „a European Muslim imamate as a way of institutionalising Islam in Europe. … Muslims in Europe need a single Muslim authority … Europe is dāru-l-sulh, the house of social contract … A Muslim social contract in Europe“.

Koran und Sunna haben eure ewas fragwürdige europäische Kultur erst möglich gemacht:

Sie ist ganz wesentlich von der islamischen Philosophie und Zivilisation beeinflusst.

Das Denken von Aristoteles oder Platon konnte den scharfsichtigen Abu Hamid al-Ghazali († 1111) nicht irreführen. Ihre Renaissance hingegen verdankt Europa Allahs Ansprache an Mohammed und der einzig sittlich zu nennenden Zivilisation, dem Medinastaat (622-855).

Auch im heutigen Übergang von der Moderne zur Postmoderne wollen Muslime einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung von Krisen leisten. Dazu zählen u.a. die Bejahung des vom Koran anerkannten religiösen Pluralismus, die Ablehnung jeder Form von Rassismus und Chauvinismus sowie die gesunde Lebensweise einer Gemeinschaft, die jede Art von Süchtigkeit ablehnt.

Religiöser Pluralismus[26] (um bloße Spiritualität geht es dem Islam nie, gemeint ist Rechtspluralismus) oder religiöse Vielfalt ist die Chiffre der Islamradikalen für ihre Strategie der Islampraxis sprich Schariadurchsetzung. Die Rechtsspaltung, Christian Giordano nennt sie ganz offen den Rechtspluralismus,[27] beseitigt die Rechtseinheitlichkeit in der islamischen Diaspora zunächst über moscheenahe Erziehungs- und Eheberatung und über mehr oder weniger klandestine Mediationen bzw. Streitschlichtungen sowie dann unbedingt im Familienrecht (Malaysia, Indonesien, Indien, Ägypten, Griechenland usw.). Zeitgleich oder sogar noch eher wird die Islamische Kleidung in Arbeitsleben und Schule auf dem Klageweg durchgesetzt, hier natürlich vor allem das sexualpolitisch bedeutsamste Kleidungsstück: der Hidschab, der Schleier der Frau (in Deutschland war das ganz intensiv zu beobachten seit 1998 bzw. 2000 / 2001, Stichwort Fereshta Ludin). Indirekt wird beim Reden von religiöser Vielfalt eine andere Vielfalt, als die, die nach Koran und Sunna zulässig (halal) ist, selbstverständlich abgelehnt. Im durch die Muslimbrüder elegant gesteuerten „interkulturellen“ bzw. interreligiösen Dialog redet man auch oft von Koexistenz (co-existence) oder bemüht das Gleichnis von den Brückenbauern (bridge-builders).[28]

Sarkastisch weiter in der Perspektive eines Islamaktivisten: Muslimische Säkulare und nichtmuslimische Menschenrechtsuniversalisten verhindern, dass wir Gottesfürchtigen in selbstgewählter Abschottung in Deutschland Heimat finden (oder dass wir HEYMAT finden, wie Naika Foroutan genüsslich irritiert) und dass wir gegenmoderne familiäre Wagenburgen und schariakonform gegenkulturelle Islamverbände offiziell in die Republik integrieren können. Zudem drohen unsere schariapflichtigen Kinder zu euch hinaus in die säkulare Freiheit zu schlüpfen. Beides darf nicht sein:

15. Die Herausbildung einer eigenen muslimischen Identität in Europa ist notwendig

Schariagegner haben einen Mangel an Vernunft:

Der Koran fordert den Menschen immer wieder dazu auf, von seiner Vernunft und Beobachtungsgabe Gebrauch zu machen.

Alles, was nicht mit dem Koran zusammen passt, ist unvernünftig, unwahr. Wenn dein Bild der Welt der Weisheit der Scharia widerspricht, hast du ein Wahrnehmungsproblem:

In diesem Sinne ist die islamische Lehre aufklärerisch und blieb von ernsthaften Konflikten zwischen Religion und Naturwissenschaft verschont.

Fakten konnten uns Schariafreunde noch nie erschüttern.

Im Einklang damit fördern wir ein zeitgenössisches Verständnis der islamischen Quellen, welches dem Hintergrund der neuzeitlichen Lebensproblematik und der Herausbildung einer eigenen muslimischen Identität in Europa Rechnung trägt.

Nadeem Elyas und der ZMD fordern mächtige europäische Ulama, europäische Schariagelehrte – vielleicht gibt es sie ja bereits am Institut Européen des Sciences Humaines (IESH, im Dörfchen Saint-Léger-de-Fougeret bei Château-Chinon in Burgund; drei Außenstellen: Paris, Llanybydder bei Cardigan in Wales, Birmingham) oder mit dem IESH-nahen Rat der Imame und Gelehrten (RIGD).

16. Deutschland ist Mittelpunkt unseres Interesses und unserer Aktivität

Der Zentralrat befasst sich hauptsächlich mit Angelegenheiten des Islam und der Muslime im deutschen Raum, sowie mit Angelegenheiten der deutschen Gesellschaft. Ohne die Verbindungen mit der Islamischen Welt zu vernachlässigen, soll Deutschland für die hiesige muslimische Bevölkerung nicht nur Lebensmittelpunkt, sondern auch Mittelpunkt ihres Interesses und ihrer Aktivität sein.

Die globalen Netze der Ulama und Muftis brauchen eine Deutschlandvertretung, den ZMD. Schließlich ist Europa nur dann nicht länger Haus des Krieges, dār al-ḥarb), sondern, nach dem Gründer der Aligarh Muslim University (AMU) Sir Sayyid Ahmad Khan (1817-1898) das Haus des Schutzvertrages, dār al-amān, oder, etwa nach Tariq Ramadan und sogar Mustafa Cerić, Haus des Vertrags, dār aṣ-ṣulḥ (vereinfachend wiedergegeben als: dar al-sulh).[29]

Wer die Schariagesetze allgemein inhuman oder spezifisch frauenfeindlich nennt, hat Vorurteile und verweigert das Gespräch:

17. Abbau von Vorurteilen durch Transparenz, Öffnung und Dialog

Eine seiner wichtigsten Aufgaben sieht der Zentralrat darin, eine Vertrauensbasis zu schaffen, die ein konstruktives Zusammenleben der Muslime mit der Mehrheitsgesellschaft und allen anderen Minderheiten ermöglicht.

Die Bundesrepublik Deutschland muss seine Muslime endlich als eine gesonderte Spezies von Menschen erkennen und per Integration des Islamischen Rechts (zeitnah Scharia-Schiedsstellen und Imamehen, später die schariatischen Erbgesetze) anerkennen.

Dazu gehören der Abbau von Vorurteilen durch Aufklärung und Transparenz ebenso wie Öffnung und Dialog.

Unsere islamische Vorzeigelehrerin Lamya Kaddor aus Dinslaken-Lohberg definiert, dass eure Aufklärung hier gar nicht gemeint ist: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar.“

18. Wir sind der gesamten Gesellschaft verpflichtet

Jeder wird unsere Arbeit zu spüren bekommen.

Der Zentralrat fühlt sich der gesamten Gesellschaft verpflichtet und ist bemüht, in Zusammenarbeit mit allen anderen gesellschaftlichen Gruppierungen einen wesentlichen Beitrag zu Toleranz und Ethik, sowie zum Umwelt- und Tierschutz zu leisten. Er verurteilt Menschenrechtsverletzungen überall in der Welt und bietet sich hier als Partner im Kampf gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Sexismus und Gewalt an.

Unser Menschenrechtsbegriff ist dabei derjenige der Cairo Declaration on Human Rights in Islam (CDHRI, Kairo 1990) und nicht derjenige der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 1948). Wer uns auf die AEMR verpflichten will, betreibt „Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus.“

19. Integration unter Bewahrung der islamischen Identität

Segregation, Apartheid. Wer sich unislamisch verhält, darf in Koranschule und Islamischem Religionsunterricht als unrein und verunreinigend erklärt werden, als ekelhaft und als sich dem Willen Allahs widersetzend.

Der Zentralrat setzt sich für die Integration der muslimischen Bevölkerung in die Gesellschaft ein, unter Bewahrung ihrer islamischen Identität, und unterstützt alle Bemühungen, die in Richtung Sprachförderung und Einbürgerung gehen.

Für die muslimischen Säkularen tun wir vom Zentralrat gar nichts. Das Kollektiv der Umma möge sich mental und kulturell mehr und mehr von den Nichtmuslimen entfernen, diesen Prozess zuzulassen, ist gelingende „Integration“.

Schariakonforme Würde (Ungleichbehandlung) ist im Islam zentral, die Frau hat im Islam nicht dieselben Rechte wie der Mann:

20. Eine würdige Lebensweise mitten in der Gesellschaft

Darüber hinaus sieht der Zentralrat seine Aufgabe darin, den in Deutschland lebenden Muslimen in Kooperation mit allen anderen islamischen Institutionen eine würdige muslimische Lebensweise im Rahmen des Grundgesetzes und des geltenden Rechts zu ermöglichen.

„Institutionen“ sind Kairoer al-Azhar (Kairo) und die vor allem pakistanische Deoband, daneben der Europäische Fatwa-Rat (ECFR) und Château-Chinon (IESH) bzw. RIGD. Vielleicht noch das österreichische islamologische Institut des Amir Zaidan, und demnächst in München das ZIE-M des Penzberger IESH-Fernstudenten Bajrambejamin Idriz.

Was Islam ist und was nicht, bestimmt der Zentralrat und strebt an die Hochschulen und Schulen:

Dazu gehören u.a.:

Einführung eines deutschsprachigen islamischen Religionsunterrichts,

Einrichtung von Lehrstühlen zur akademischen Ausbildung islamischer Religionslehrer und Vorbeter (Imame),

Genehmigung des Baus innerstädtischer Moscheen,

Erlaubnis des lautsprechverstärkten Gebetsrufs, Respektierung islamischer Bekleidungsvorschriften in Schulen und Behörden,

Beteiligung von Muslimen an den Aufsichtsgremien der Medien,

Vollzug des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Schächten,

Beschäftigung muslimischer Militärbetreuer,

Muslimische Betreuung in medizinischen und sozialen Einrichtungen,

Staatlicher Schutz der beiden islamischen Feiertage,

Einrichtung muslimischer Friedhöfe und Grabfelder.

Solange ihr unsere himmlische Scharia und ihre irdischen Wohlverhaltenspflichten nicht antastet, schätzen wir Parteienpluralismus und Wahlsystem:

21. Parteipolitisch neutral

Der Zentralrat ist parteipolitisch neutral. Die wahlberechtigten Muslime werden für diejenigen Kandidaten stimmen, welche sich für ihre Rechte und Ziele am stärksten einsetzen und für den Islam das größte Verständnis zeigen.

Deutschen Muslime werden hier durch den ZMD aufgefordert, der Scharia per Wahlstimme zur Geltung zu verhelfen.

A2 Europäische islamische Öffentlichkeitsarbeit und Außenpolitik: Tariq Ramadan

Wer seit den Tagen eines Ali Schariati das Islamische Recht verankern will, kommt wohl nicht umhin, sich als „östlich, orientalisch“ zu definieren und sich von allem „Westlichen“ mehr oder weniger zu distanzieren. Insbesondere die allgemeinen Menschenrechte müssen in dieser Logik als „westlich“ etikettiert werden und seien dem Angehörigen der wesensgemäß außer-westlichen“ Umma nicht zuzumuten. Afrikanische Dschihadisten erklärten ihre Marschroute: „Das durch westliche Erziehung verschmutzte [nigerianische] Gesellschaftssystem reinigen und die Scharia überall im Lande installieren, clean the [Nigerian] system which is polluted by Western education and uphold Sharia all over the country.“ Die Bewegung Boko Haram aus Nigeria wäre von Tariq Ramadans Gegensatz „Der Islam“ und „der Westen“ vielleicht durchaus begeistert, die Nigerianer sind beim Reinigen der Welt vom Unglauben (kufr) allerdings bereits echte Praktiker.

Tariq Ramadan schreibt es in seinem: Islam: Le face à face des civilisations. Quel projet pour quelle modernité? (1995), deutsch als: Der Islam und der Westen. Von der Konfrontation zum Dialog der Kulturen (2000) so:

Beim Vergleich der okzidentalen Welt … mit der muslimischen Welt.

Die westlich-islamische Doppelwelt oder vielmehr das Zerreißen der einen Welt in Westen (nichtislamisch) und „Islamische Welt“ wird jeder zurückweisen müssen, dem an der Einheitlichkeit des Rechts gelegen ist. Also: Weltverdoppelung unerwünscht! Wenn wir die erst theoretische oder virtuelle Spaltung der Weltbevölkerung (und Stadtbevölkerung) in okzidentalisch und orientalisch (gemeint ist nichtmuslimisch und muslimisch) zulassen, dann werden bewegen wir in Europa oder Nordamerika uns auch rasch rechtlich auf das zubewegen, was in Südasien als »Two-Nation Theory« die Teilung Indiens im Jahre 1947 begründete. Wieder und wieder varriiert Ramadan die These der für ein „westliches“ Empfinden und Denken angeblich ungeeigneten Muslime:

Die Begegnung – wenn es sich denn nicht um einen Gegensatz oder Konflikt handelt – zwischen der okzidentalen und muslimischen Zivilisation

Mit diesem Stiften einer Identität als, im Vergleich zu den Säkularen, angeblich wesenhaft andersartig entfremdet Ramadan die offensichtlich zu orientalisierenden, zu schariatisierenden Kinder und Enkelkinder der Muslime.

Allah und Tariq fordern eine besondere Familienpolitik:

Die Familie bleibt … ein wichtiger Bezugspunkt für jeden. … Es ist für jede muslimische Gesellschaft eine Verpflichtung, alles dafür zu tun, um die Strukturen zu bewahren, die die Achtung des Familienlebens erlauben … Die allgemeine Orientierung hinsichtlich der Familie ist die Komplementarität, die ausgehend vom Prinzip der Gleichheit zu leben ist.

Richtig, von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist im Islam keine Rede, jedenfalls nicht im Diesseits. Dass mir niemand aus Sippe und Stamm ausbreche:

Der Respekt der Kinder gegenüber den Eltern bildet gemäß der muslimischen Quellen und den ‚Ulama (Rechtsgelehrten) eine der Grundlagen der Religion

An die Frage der Modernität heranzugehen, setzt voraus, dass wir eine genaue Vorstellung dessen haben, was die Prinzipien und Orientierungen der islamischen Quellen beinhalten; denn diese bilden den Wesenskern dessen, was im muslimischen Recht Scharia genannt wird. … Einzig absolut ist mithin, was dem Koran und der Sunna entspringt und also die allgemeinen Orientierungen umfasst.

Der Fiqh ist die Arbeit der Rechtsgelehrten, im Lichte von Koran und Sunna eine Gesetzgebung zu erarbeiten, die ihrer Zeit angemessen ist. (Seite 92)

Noch einmal kommt Ramadan auf die Frauenfrage zu sprechen:

[Die Rolle der Frau] Im Lichte des Koran und der Sunna davon überzeugt sein, dass der Islam die fundamentalen Rechte der Frau anerkennt und vertritt; eingedenk sein der Gleichheit vor Gott und der darin eingeschriebenen gesellschaftlichen Komplementarität (Seite 99)

der Denker Yusuf al-Qaradawi (Seite 116)

Koran und Sunna … bilden die Bezugsquelle, … eine Konzeption des Universums und des Menschen (Seite 119)

Soviel zur verhalten islamrevolutionären Schrift: Der Islam und der Westen. Von der Konfrontation zum Dialog der Kulturen (Islam: Le face à face des civilisations. Quel projet pour quelle modernité?).

Zum Unity Day 2009 (Dortmunder Westfalenhalle) hatte die IGMG den Sohn von Muslimbruder Said Ramadan (Islamisches Zentrum Genf) als Gastredner eingeladen.[30]

Über die fromme Audio-Downloads im mp3-Format anbietende Dortmunder Seite Islamiat (Verein Wali um Abdelhay Fadil und Abdelsalam Ghazalin; Vorträge von Scheich Mahmoud Ghazalin)[31] verlinkt (und damit möglicherweise für das Mischfeld von IGMG und Tariq Ramadan) steht die Bremer Diplom-Biologin Hadhemi Gafsi, die eine „Checkliste ins Paradies“[32] anbietet und auf die 60 islamischen „großen Sünden“ hinweist.[33]

A3 Vom deutschen Diplomaten zum Theoretiker des Kalifats: Murad Wilfried Hofmann

Der Islam als Alternative (1992), geschrieben vom ehemaligen deutschen Botschafter Murad Wilfried Hofmann, beginnt sogleich mit der bekannten Aufteilung der Welt in östlich (gemeint ist islamisch) und westlich; beschränken wir uns auf wenige Zitate:

Der Islam … wirkt … aus westlicher Sicht … als eine »Gesetzesreligion«, deren Theologen gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, Juristen sein müssen, weil der Islam den gesamten Tagesablauf seiner Gläubigen zu regeln und zu gestalten sucht. Diese Beobachtung ist richtig … Das Leben des Muslims [wird] in der Tat von früh bis spät vom Islam strukturiert.

Bereiten wir die Zitate im Sinne der Bewahrung des säkularen Rechtsstaats jeweils mit Sarkasmus vor. Harmonie zwischen Theorie und Praxis geht nicht ohne islamische Gottesfurcht:

Die Muslime. Diese innere Balance des vollkommen auf das Jenseits ausgerichteten, aber mit beiden Beinen im Diesseits stehenden Menschen …

Was betest du an, Allah oder den Gott der Demokratie?

Muslime meinen, … dass … es keine ideologiefreien Staatswesen geben kann.

Verhandeln auf Augenhöhe, sonst gibt es ja vielleicht Gewalt. Oder ist alles ganz anders, als es scheint? In jedem Fall stehen einander zwei Lager gegenüber:

Im Verhältnis von Okzident und Islam stehen sich heute zwei Staatstheorien mit jeweils unterschiedlichen Verfassungskonzepten scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Ohne Allahzentrik keine Menschlichkeit:

»Din wa daula!« (Islam als »Glaube und Staat«) … ist doch die gesamte koranische Offenbarung »integristisch«, indem sie den Muslim als ein moralisches Wesen sieht, das ohne Einschränkung, also auch als Staatsbürger, theozentrisch denken und handeln soll.

Erst das Kalifat macht dich seelisch gesund:

Muslime meinen, … dass … der Versuch einer Trennung von Religion und Staat beim Individuum auf Schizophrenie hinausläuft.

Wahre Staatspolitik fiel vom Himmel und beinhaltet eigentlich auch das Dhimma-Konzept:

Der Koran … wurde geoffenbart. Er geht von einem Gemeinwesen – der Umma – aus, das die richtige »Umwelt« für eine gedeihliche Entfaltung des Islam gewährleistet. Unmittelbar aus dem Koran … lassen sich … Elemente isolieren: das Präsidialprinzip … (Kalif, Emir) …, das Konsultationsprinzip … (Schura), das Prinzip des Islam als Staatsreligion, [was] erfordert, dass das Staatsoberhaupt Muslim ist und die gesamte Rechtsordnung am Koran als oberstem »Grundgesetz« ausgerichtet wird, natürlich auch hinsichtlich des Minoritätenschutzes.

Schariafreunde sind authentisch, es lebe der kleine oder große Unterschied:

Gleichheit vor dem Gesetz [in Nordamerika und Europa]. Im Vergleich dazu ist das Klima im Islam eher qualifikationsgläubig und damit anti-populistisch geblieben.

Wir brauchen eine Religion ohne Schnörkel und Schnickschnack, wir müssen zurück in die Urgemeinde (622-855 d. Z.), zurück nach Medina oder vielmehr vorwärts nach Medina:

Mit Programmpunkten wie „Der Koran ist unsere Verfassung“ (Hasan al-Banna) und Thesen wie „Es gibt nur zwei Parteien: Die Partei Allahs und die Partei Satans“ oder „Alle Souveränität liegt bei Allah (al-hakimiyya li-llah“) ist analytisch wenig anzufangen, solange das jeweilige Verständnis von »Scharia« vage bleibt. Leider habe ich Anlass zu dem Verdacht, dass selbst maßgebliche Vertreter der Reformbewegungen mit „Einführung der Scharia“ nicht die auf koranisches Recht beschränkte Scharia meinen, sondern das gesamte Rechtsgebäude der islamischen Orthodoxie des 14./15. Jahrhunderts.

Wagen wir den Finanzdschihad:

[Islamische Marktwirtschaft, Zinsverbot] Das Prinzip des zinslosen Geld- und Kapitalverkehrs bzw. Banksystems … Um so gebannter schauen die Muslime in Richtung Islamabad, ar-Riad, Kartum und Teheran. Muss es nicht EINEM gelingen, eine effiziente Wirtschaft mit sittlichem Gesicht, eine Wirtschaft für den Menschen, zustande zu bringen?

Allah hat an alles gedacht, und wir Freunde der Muslim Brotherhood kümmern uns darum, letztes Hofmannzitat:

Es gibt im Islam praktisch keinen rechtsfreien Raum.

B Mystik innerhalb der gottgegebenen Grenzen: Die Schariafront des Sufismus

B1 Ob Tasawwuf (Sufismus, islamische Mystik) halal oder haram ist, definierte Imam Abu Hamid al-Ghazali († 1111). Mystik klingt für manch einen Heutigen harmlos nach Kreativität und Bohème, Hippie-Kommune oder Selbsterfahrungsseminar. Wie viele Religionen hat auch der Islam Strömungen der Mystik im Angebot. Der Pflicht zur Einhaltung des Islamischen Gesetzes ist der Mystiker allerdings keineswegs enthoben, auch sich wenn die Worte des einflussreichsten mittelalterlichen Gelehrten nach einem Lebensstil voller Erfahrung und Erlebnis, voller Sinnlichkeit und Ganzheitlichkeit[34] anhören, drei Zitate aus dem Munqiḏ min aḍ-Ḍalāl, Der Erretter aus dem Irrtum:

Ich erkannte, dass ihr Weg [der Weg der Sufis] nur durch die Verbindung von Theorie und Praxis nachvollziehbar ist. Der Ertrag ihrer Tätigkeit besteht darin, die Hindernisse für die Entfaltung der Seele zu beseitigen und sich über ihre verwerfliche Gesinnung und ihre bösen Eigenschaften zu erheben, um so das Herz von all dem, was außer Gott ist, zu befreien und es mit der (ständigen) Anrufung Gottes zu schmücken.

Für einen Mystiker ist die diesseitige Welt (ad-dunyā) der trügerischen und teuflisch verunreinigten Oberflächlichkeit durch die Suche nach dem Reinen und Verborgenen aufzubrechen und geht es, al-Ghazali zitiert Mohammed, um:

„Die Abkehr vom verführerischen Diesseits und die Rückkehr zum ewigen Jenseits.“

Das Gegenteil der Dunya ist die Achira (al-Āḫira), das islamische Jenseits als der Ort der endgültigen Scheidung aller Menschen in die dann, nach dem Ende der Zeit und dem Übrigleiben der Ewigkeit, für immer voneineander getrennten Bereiche von Himmelslust und Höllenqual. Ein anderer Gegensatz zum Diesseits bzw. zur Welt der Menschen ist der Ghaib (al-ġaib), wörtlich das Verborgene, der dem menschlichen Wahrnehmen und Verstehen unzugängliche Seinsbereich. Im unsichtbaren Bereich des Ghaib flattern Engel und Dschinnen an jeden von uns ganz dicht heran. Mystiker, letztlich vieler Religionen, visualisieren diese Sachverhalte angestrengt, oft methodisch, gerne gemeinschaftlich und wohl immer auf der Suche nach verzückendem Erleben von göttlicher Weisheit oder gar von der gespürten Gottesnähe. Die wohl bekannteste Technik der Sufis ist der laut oder leise und gemeinsam oder allein geübte Dhikr (das „Gedenken“ [an Allah], ḏikr) beispielsweise als das vielfache Wiederholen beispielsweise des Gottesnamens in einer Art von Entrückung oder Trance.[35] Im dreizehnten Jahrhundert der Zeitrechnung führte der als „Meister“ (Maulānā; Mevlânâ) verhehrte Perser Rumi (Dschalal ad-Din ar-Rumi) den mystischen Tanz in die Ordenskultur der Sufis ein.[36] Gemeinsam mit einer frommen musikalischen Stilrichtung, dem Qawwali,[37] hat der Sufismus eine erstaunliche Kultur hervorgebracht, man sollte allerdings nicht denken, dass die Pflicht zur Scharia und zum Aufbau einer islamgemäßen Gesellschaft „kulturell“ entfallen wäre – und genau da liegt das Demokratieproblem eben auch der islamischen Mystik.

Ein Islam ohne Scharia wäre eine ungeheuerliche Neuerung (bid’a), und wer als noch so feinfühlender Sufi sagen würde, ein muslimisches Leben außerhalb der Grenzen des Islamischen Gesetzes wäre möglich, zeigt, dass er Mohammed nicht verstanden hat und den Einflüsterungen Satans erlegen ist. Noch einmal der gelegentlich eben auch als Sufi gehandelte Imam al-Ghazali:

Denn der erhabene Gott hat seinen Dienern durch die Zunge seines Propheten einen Glaubensgrundsatz vermittelt, welcher die Wahrheit ist und die Richtigkeit ihrer Religion und ihres Lebens enthält. Die Erkenntnis davon wird durch den Koran und die muhammedanische Überlieferung vermittelt. Dann flüsterte der Satan in das Bewusstsein der ketzerischen Erneuerer Dinge ein, die der muhammedanischen Überlieferung (Sunna) widersprechen.

Sufismus (taṣawwuf, ṣūfīya) ist, wesentlich anders, als die postmodernen und spaßkulturellen Kreise von New Age oder Kirchentag vielleicht vermuten, mitnichten Islam minus Scharia, sondern Scharia plus Ekstase.

Echte Sufis sind Vorkämpfer für die Herrschaft Allahs, Schariafront.

B2 Das ewige Osmanenreich und die Nurdschuluklar: Fethullah Gülen (USA)

Die weltweit im Bildungsbereich arbeitende Gülenbewegung ist vor allem unter ethnischen Türken hoch angesehen, organisiert religiöse Studentenkreise (Light houses oder Lichthäuser genannt, türkisch ışık evleri), betreibt Nachhilfeinstitute und lässt in Deutschland, in den USA, Kasachstan und Pakistan Privatschulen aufbauen, holt sich Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., in den Beirat des Berliner FID oder Forums für Interkulturellen Dialog,[38] ferner besitzt bzw. beeinflusst sie Fernsehsender und Zeitungen (Medienzentrum ist das hessische Offenbach: World Media Group mit der Europa-Ausgabe der Zeitung Zaman und dem Sender Ebru TV).

Als Bewunderer des Predigers Gülen gibt man sich, oft unter Berufung auf den Sufismus und dabei wie viele andere auf Said Nursi, gemäßigt islamisch, dialogisch und friedfertig. Das erwähnte Berliner Forum für Interkulturellen Dialog (FID) spielt eine zentrale Rolle, im Beirat sitzen schariaverharmlosend sprich rechtsstaatsgefährdend arbeitende Personen wie Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Dr. Rita Süssmuth, Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka (Rektor des Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam) oder Prof. Dr. Christina von Braun (Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Kulturwissenschaft). Die hochschulnahen eifrigsten Anhänger des Predigers nennen sich oft ganz schlicht Dienstbereitschaft (Hizmet) oder Gemeinschaft (Camaat).

1999 musste Fethullah Gülen nach allzu unvorsichtigen oder einfach nur ehrlichen Äußerungen die Türkei verlassen und arbeitet nun in vom idyllischen Saylorsburg aus, das in den waldreichen Pocono Mountains liegt in Pennsylvania, USA. Worte wie die folgenden hätte der „geehrte Lehrmeister“ (Hocaefendi) wohl besser vermieden:

„Das gegenwärtige [minderwertig unislamische] System hat noch alle Kraft … Unsere Freunde sollten seine Strukturen studieren, jederzeit wachsam sein … und es transformieren im Sinne des Islam, damit die Wiederauferstehung der Nation erreicht werden kann. Aber sie müssen warten, bis die Bedingungen angenehmer sind, anders gesagt: sie sollten sich nicht zu früh aus der Deckung wagen.“

the existing system is still in power. Our friends who have positions in legislative and administrative bodies should learn its details and be vigilant all the time so that they can transform it and be more fruitful on behalf of Islam in order to carry out a nationwide restoration. However, they should wait until the conditions become more favorable. In other words, they should not come out too early.

In einer Schrift fiel Fethullah Gülen so auf:

Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist und wir stark genug sind, um die ganze Welt zu schultern und zu tragen … wir eröffnen irgendwo ein Haus, und mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz.“

You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it…The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web …

Betrachten wir einige Zitate aus: Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz, original als: Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance (New Jersey 2004) des seit 1999 notgedrungen in den USA lebenden, unter sunnitischen Türken höchst einflussreichen islamischen Führers. Der bekennende „Bildungsdschihadist“ täuscht Nichtmuslime über sein Ziel gerne hinweg, die theokratisch-revolutionäre Indoktrinierung einer neuen Generation die Legalisierung von immer noch mehr Himmelsgesetz. Für die Befolger der fast 1.400 Jahre alten Gesetzesreligion muss, Paragraph für Paragraph, die Scharia endlich irdisches System werden.

Zum Text. Fethullah Gülen beginnt:

Love ist he most essential essence of every being … Die Liebe ist die treibende Kraft eines jeden Lebewesens. … Die Liebe wertet jede Seele, die sich ihr öffnet, auf und bereitet sie auf die Reise in die Ewigkeit vor.

Wer sich Allahs Liebesangebot nicht öffnet, bekommt im Diesseits und Jenseits massiven Ärger.

Mildtätig lässt Fethullah Hocaefendi der Menschheit Liebe herabsprudeln und ruft zu mehr Liebe auf:

Ein liebloser Mensch kann sich nicht zum Horizont menschlicher Vollkommenheit emporschwingen.

It is impossible for souls without love to be elevated to the horizon of human perfection.

Gemeint ist islamische Liebe, der Ex-Muslim kann nicht geistig abheben („kann sich nicht zum Horizont menschlicher Vollkommenheit emporschwingen“).

Die Liebe ist ein Elixier. Durch die Liebe lebt der Mensch. Sie macht ihn glücklich und mit ihrer Hilfe macht er auch seine Mitmenschen glücklich. … Gott, der Allmächtige, hat keine zweite Verbindung geschaffen, die so stark ist wie die Liebe. Sie ist eine Kette, die die Menschen aneinander schmiedet.

Love is an elixir; a human lives with love, is made happy by love and makes those around him or her happy with love.

Und vor lauter Liebe schmiedet dich diese Kette lebenslang an Ummagemeinschaft und Schariagesetz fest. Der Liebesbefehl des Hocaefendi bedeutet Selbstaufgabe, Abkehr von den allgemeinen Menschenrechten, Verweigerung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das ist die Fessel und Kette der Schariapflicht, womit Gülen den echten alten Islam völlig richtig verstanden hat.

Die Liebe ist ein Sultan, der auf dem Thron unseres Herzens regiert.

Love is the sultan that reigns on the throne of our hearts, with no power struggle being involved.

Im Weltall seiner Schöpfung ist nur Allah Souverän, Stadt und Staat müssen diesem Thron der „Liebe“ entsprechen.

Familienangehörigen und Nachbarn schariakonform zu begegnen heißt, sie wahrhaftig zu lieben. Meine Frau, du trägst kein Kopftuch, liebst du mich nicht mehr?

Nun wird Weltekel spürbar, Angst vor Besudelung mit Dämonischem:

In dieser unreinen Welt, in der das Schlechte überall lauert, ist nur eines unberührt und rein geblieben – die Liebe.

In this over-polluted world, where evil is everywhere, if there is something that has been left untouched and clean, that is love;

Fethullah Gülen ruft den Muslim zur Suche und Ausbreitung von „Liebe“ und meint sein heilssicherndes Wohlverhalten, seinen Schariagehorsam im Sinne von Abu Hamid al-Ghazali († 1111) oder auch Abul A’la Maududi († 1979). Die Warnung des als Hodschaefendi („sehr geehrter Lehrer“) verehrten hanafitischen Predigers vor dem heilsgefährdenden Sündigen (unreine Welt, polluted world; das Schlechte, the evil), sein Aufruf zum Streben nach dem Sauberen (rein, clean) sollte von uns freiheitlichen Demokraten und wird wohl auch von seiner gegenmodernen Anhängerschaft richtig, nämlich schariatreu gelesen werden, als Aufruf zur Hisba (ḥisba), zum Saubermachen des persönlichen Verantwortungsbereichs von allem Schariawidrigen – von allem Nichtislamischen.

Neben deiner erfüllten Schariapflicht hast du zusätzliches Gotteslob zu betreiben und zugleich echten Exorzismus:

Die Liebe ist der einzige Zauber, der den Tricks des Satans gewachsen ist. Die Gesandten und Propheten löschten die von den Pharaonen, den Nimrods und anderen Tyrannen entfachten Feuer mit nichts als Liebe.

The only magic, the only spell that can destroy the tricks of Satan, is love.

Sachlicher betrachtet gesellten sich zum historischen islamischen Feuerlöschen stets einige Peitschenhiebe und Schwerthiebe dazu. Liebe und Kopfabhacken sozusagen. Aber alles für einen guten Zweck, denn schließlich wollen die Satane uns allezeit verführen und gilt es für die Muslime, den so leicht zerreißenden Gnadenbund mit Allah zu bewahren im Diesseits und im Jenseits:

Jeder Mensch sollte dem Gesandten Gottes folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen die Prinzipien der Glückseligkeit in beiden Welten nahe bringen.

Every believer should follow God’s Messenger, peace and blessings be upon him, in communicating the truth. They should never give up conveying to people the principles of happiness in both worlds.

Wer gegen das Islamische Gesetz anredet oder auch nur andenkt, kann doch wohl kein glücklicher Mensch sein und schon gar kein glücklicher Türke. „Glückseligkeit in beiden Welten“, so lockt und droht Gülen völlig islamisch, regelt schließlich nur die Scharia. Was Allahs Gesetz ist, beschreibt Abu Ismael von der Hizb ut-Tahrir-nahen Seite Islamic Revival:

„Die Islamische Scharia enthält Regeln für alle vergangenen Ereignisse, gegenwärtigen Problemlagen und alle Vorfälle, die sich in Zukunft ereignen mögen. … Die Islamische Scharia ist Maßstab für jedes menschliche Tun, vollumfänglich und vollkommen und unabhängig von Zeit und Raum.“[39]

Die Formel von „Zeit und Raum“ gehört längst zum rhetorischen Kernbestand der muslimbrudernahen Islamisierer um Abdullahi an-Na’im (at a given time and place),[40] Tariq Ramadan (the specificities of time and place)[41] und Mustafa Cerić (in the context of its time and space),[42] wir treffen sie vor allem im Rahmen der Propagierung einer angeblichen Flexibilität der Scharia an, mit der die Rechtsverschiedenheit im Familienrecht integriert werden soll. Gülen verschweigt den allgemein islamverbandlichen Wunsch nach Rechtsspaltung.

Dann aber ist der Meister fast ehrlich und gibt zu, dass seine „Liebe“ das diskriminierende Schariagesetz ist:

Die Liebe zu Gott ist unser Glaube und unsere Religion

Love of God is our faith, our belief

Die Hölle droht und steht auch beim angeblich so sanften Herrn Gülen auf dem Programm:

Böswilligkeit und Hass hingegen sind die Saatkörner der Hölle, die von übel wollenden Leuten unter den Menschen ausgesät werden. Im Gegensatz zu den Menschen, die Böswilligkeit und Hass verbreiten und die Erde in einen Höllenschlund verwandeln, sollten wir Vergebung suchen und jenen zu Hilfe eilen, die von unzähligen Problemen geplagt und immer weiter in Richtung Abgrund gedrängt werden.

Malice and hatred are the seeds of Hell that have been scattered among humans by evil spirits. Unlike those who encourage malice and hatred and turn the Earth into a pit of Hell, we should take this forgiveness, and run to the rescue of our people who are confronted by countless troubles and who are being continually pushed toward the abyss.

Das Leben als Auswanderer in den USA bedrückt das Herz des gottesfürchtigen Osmanen, doch von Saylorsburg (Pennsylvania) aus ahnt der Prediger, dass dem ohne Scharia und Sitz des Kalifen so schmachvoll erniedrigten Türkentum Großes bevorsteht:

Als türkisches Volk verbindet uns eine starke Sehnsucht nach einer Erneuerung und einem Wiederaufblühen. Wenn uns kein stürmischer Wind entgegen bläst, könnten die kommenden Jahre tatsächlich die Jahre unseres Wiederaufblühens werden.

As a nation we are experiencing an intense fervor of recovery and revival. If a wind of opposition does not hinder us, the coming years will be our “years of becoming.” However, there are differences in methods of recovery and revival.

Stürmischer Gegenwind sind für den Prediger sicherlich Unmoral, Unglaube und Vielgötterei (Gülen: we should dislike such things as immorality, unbelief, and polytheism), wobei wir dem Schariafreund wohl kein Unrecht tun, wenn wir Schande mit Laizismus, Gottlosigkeit mit freier Presse und Götzendienst mit wissenschaftlicher Vorurteilslosigkeit gleichsetzen. Auch Unkenntnis (ignorance) und Chaos (anarchy) bedrohen die Menschlichkeit, folgt man dem Ehrwürdigen Lehrer, und lassen uns Erkenntnis und Weltfrieden verfehlen. Ohne Wegweiser ist der Türke an sich dabei völlig hilflos, weiß Fethullah Gülen Hocaefendi: „Wir brauchen die Führer so dringend … we are in need of ideal guides who will save humanity from … atheism, ignorance, error, and anarchy and who will lead them to faith, insight, the correct destination, and peace.“

Die Herkunft seiner pazifistisch anmutenden und inflationär verwendeten Begrifflichkeit der Toleranz ist außerirdisch:

Die Toleranz wurde nicht von uns Menschen erfunden. Sie wurde von den Propheten, deren Lehrer Gott war, zur Erde gesandt.

First of all, I would like to indicate that tolerance is not something that was invented by us. Tolerance was first introduced on this Earth by the prophets whose teacher was God.

Urmodell der toleranten Gesellschaft ist die medinensische Urgemeinde:

Das Zeitalter der Glückseligkeit war das goldene Zeitalter, in dem die Toleranz ihren Gipfel erreichte

The golden era when tolerance was represented at its apex was the Age of Happiness … [true examples from] that historical time, events that extend in a line from that “period of roses” until today.

Entartungen von Gerechtigkeit wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind nichts als ein Zerrbild des himmlischen Modell der Gemeinde von Medina:

der Vertrag, den der Gesandte Gottes einst den Juden und Christen präsentierte. Verglichen mit den Grundsätzen, die der Prophet Muhammad damals vorlegte, ist die Menschheit von heute zurückgeblieben – sowohl mit den Menschenrechtsverträgen von Den Haag oder Strassburg als auch mit den Verträgen von Helsinki.

Compared to the principles that our Prophet put forth, humanity today has not attained his level, neither with the declarations of human rights put forth in The Hague or Strasbourg nor that in Helsinki.

Da wird Mohammed doch glatt zum ersten Demokraten.

Gülen will eine neue muslimische Elite:

Diese Menschen vertrauen ganz auf Gott, da sie an Seine allgegenwärtige und gewaltige Macht glauben und sich auf sie verlassen. Der reine Glaube, der in den Tiefen ihres Herzens ruht, ihre Wahrnehmung, die ihnen unglaubliche Perspektiven eröffnet, und ihr Wissen und Denkvermögen erheben sie … Diese vorbildlichen Menschen halten sich von Sünden fern, denn sie gestalten ihr Leben entsprechend dem Gesetz Gottes, an das sie unbeirrbar glauben.

Such people have absolute confidence and trust in God … their perception that gives them unbelievable perspectives, and their knowledge and thoughts raise them … Ideal people try to remain removed from sin, for they have designed their lives according to the Divine Law in which they believe so sincerely.

Gesetz Gottes, Divine Law! Gülen will also die ungeschmälerte Scharia, wie sie vom mittelalterlichen Theologen Abu Hamid al-Ghazali endgültig durchdacht worden ist und wie sie von den Revivalisten wie Maududi, Qutb oder Erbakan gefordert worden ist. Der Hodscha aus den schönen pennsylvanischen Poconobergen kleidet die Islamische Revolution in die Begrifflichkeiten der Sufis:

Der Tasawwuf gründet auf der Befolgung der Regeln der Scharia und auf der Durchdringung ihrer (inneren) Bedeutungen. … Ein Eingeweihter oder Reisender auf dem Sufipfad (arab.: Salik), der erfolgreich ist, kann niemals die äußere Befolgung der Scharia von ihrer inneren Dimension trennen; er erfüllt beide, die inneren wie auch die äußeren Erfordernisse der Religion.

Sufism is based on observing even the most “trivial” rules of the shari’a in order to penetrate their inner meaning. An initiate or traveler on the path (salik) never separates the outer observance of the Shari’a from its inner dimension, and therefore observes all of the requirements of both the outer and the inner dimensions of Islam.

Richtig. Sufismus ist nicht Islam minus Scharia, sondern Scharia plus Ekstase.

Ob Sufi oder nicht, das Ziel bleibt für jeden Muslim, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen:

Dadurch reist er in äußerster Demut und Ergebenheit seinem Ziel entgegen.

Through such observance, this person travels toward the goal in utmost humility and submission.

Das Leben auf Erden ist von größter Wichtigkeit, denn es beeinflusst unser Leben nach dem Tod ganz entscheidend.

This life is very important, for it shapes our afterlife.

Glückseligkeit in dieser Welt und der anderen, das ist jetzt ganz al-Ghazali.

Islam ist geradezu Naturreligion:

Der Islam ist die Religion des Universums; denn Islam bedeutet nichts anderes als Gehorsam und Unterwerfung gegenüber Gott, dem Herrn des Universums. Im ganzen Universum lässt sich keine Unordnung feststellen. Alles im Universum ist ‚Muslim‘, weil alles Gott gehorcht, indem es sich Seinen Gesetzen unterwirft.

Islam is an inclusive religion. It is based on the belief in one God as the Creator, Lord, Sustainer, and Administrator of the universe. Islam is the religion of the whole universe. That is, the entire universe obeys the laws laid down by God; everything in the universe is “Muslim” and obeys God by submitting to His laws.

Hier argumentiert Gülen interessanterweise wie Maududi, der in Weltanschauung und Leben im Islam (Towards understanding Islam) gesagt hatte: „Islam ist ein arabisches Wort und heißt Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Als Religion steht Islam für völlige Unterwerfung unter den Willen Gottes und absoluten Gehorsam Ihm gegenüber. … Dieses mächtige, allumfassende Gesetz, das alles lenkt, was das Universum einschließt, von den winzigsten Staubkörnchen bis zu den Milchstraßen im Weltraum, ist das Gesetz Gottes, des Schöpfers und Erhalters des Universums. Da also die gesamte Schöpfung dem Gesetz Gottes gehorcht, folgt das ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes der Religion des Islams, denn Islam bedeutet nichts anderes als Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber. Die Sonne, der Mond, die Erde und alle anderen Himmelskörper sind daher ‘Muslime’. Ebenso Luft, Wasser, Wärme, Steine, Bäume und Tiere: alles im Universum ist ‘Muslim’, denn es gehorcht Gott durch Unterwerfung unter Seine Gesetze.“

Weiter im Stil von Maududi und al-Ghazali, Sufi Fethullah kämpft gegen die Irrlehren der unislamischen Naturwissenschaft:

Denn das ganze Leben eines Menschen, vom Embryozustand bis zum Zerfall zu Staub nach dem Tode, all sein Zellgewebe und alle seine Gliedmaßen folgt dem Lauf, der von den Gesetzen Gottes diktiert wird.

Our entire life, from the embryonic stage to the body’s dissolution into dust after death, every tissue of the muscles, and every limb of the body follows the course prescribed for each by God’s laws.

Das heutige Pakistan, radikalislamisch staatsterroristisch und zusätzlich von regierungsfeindlichen schariatreuen Stämmen sowie international tätigen Terrororganisationen geprägt, baute sich über dem Gesellschaftsentwurf von Islamischen Theoretikern wie Abul A’la Maududi. Hoffentlich kann die Türkei eine Zukunft wie die der pakistanischen realen Gegenwart vermeiden. Es ginge vielleicht auch ohne pakistanisches Revolutionsprogramm nach Maududi, nämlich mit dem türkischen Gülen-Sufismus. Mit einer nach Fethullah Gülen erzogenen Elite könnte man sicherlich eine Islamdemokratie aufbauen, einen korangemäßen Überwachungsstaat voller „Liebe und Toleranz“.

Versuche, Islam und Demokratie auch für die Türkei irgendwie zu verschmelzen, gibt es nicht nur von Seiten der deutschen, CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung,[43] sondern weltweit: Die Hurriyet etwa ließ Schariafreund Erdoğan etwas verschwommen von Neo-Laizismus (neo-laicism) sprechen, postmoderner Proislamismus oder schleichende Islamische Revolution zu schreiben wäre vermutlich näher an den Fakten gewesen, doch könnte den Beitritt der Türkei in die EU gefährden. Erfreulich kritischer nennt im Dezember 2012 The Washington Times Erdogans Exportartikel für die Staaten des Arabischen Frühlings „türkische Version einer Islamischen Demokratie“ (the Turkish version of Islamic democracy) und erkennt die Rolle der USA des letzten Jahrzehnts, die den globalen Terrorismus bekämpfen möchte, als Mithelfer beim türkischen Verwirklichen neo-osmanischer Großmachtsträumen der AKP-Regierung.[44] Wer aufklärungshumanistisch, menschenrechtsuniversalistisch und gleichheitsfeministisch denkt, wird wohl jedes Werben für eine „neo-laizistische Türkei“ oder „islamdemokratische Türkei“ als Versuch durchschauen, die AEMR außer Kraft zu setzen und die im Diesseits und Jenseits diskriminierende und dabei nicht zuletzt frauenfeindliche Scharia zu legalisieren.

C Die Verflechtung des deutschen Verbandislam mit den Teilströmungen der globalen islamischen Bewegung

C1 Globale Schia: Zwölferschiiten seit Ayatollah Chomeini. IZ Hamburg.

Ruhollah Chomeini dozierte 1970, was später als Der Islamische Staat (Hokumat-e Eslāmī, deutsch 1983 in der DDR für den Verlag Klaus Schwarz und übersetzt von Nader Hassan und Ilse Itscherenska) zusammengefasst wurde:

Für alle Angelegenheiten hat der Islam Gesetze und Vorschriften. Er [Allah] hat für den Menschen Gesetze verkündet, die sein ganzes Leben, vom Embryonalstadium bis zum Begräbnis, umfassen.

Für die gesellschaftlichen und staatlichen Angelegenheiten gibt es genau so wie für die gottesdienstlichen Handlungen Gesetze und Vorschriften.

Das islamische Rechtswerk ist progressiv, entwicklungsfähig und umfassend.

Eine unislamische politische Ordnung errichten bedeutet nämlich nichts anderes als die politische Ordnung des Islams ignorieren. Dazu kommt noch, dass jede unislamische politische Ordnung eine polytheistische Ordnung ist, da ihr Herrscher der Ṭāġūt ist; und wir sind verpflichtet, die Spuren des Polytheismus in der Gesellschaft und im Leben der Muslime zu beseitigen und zu vernichten. …

Die gesellschaftlichen Bedingungen unter der Herrschaft des Ṭāġūt und der polytheistischen Ordnung sind der Boden für die Verderbnis, wie Sie sehen. Das ist die „Verderbtheit auf der Erde“, die ausgerottet werden muss und deren Stifter bestraft werden müssen. Das ist die gleiche Verderbtheit, wie sie der Pharao durch seine Politik in Ägypten stiftete. Und „er war ein Stifter der Verderbtheit.

Die Muslime in allen islamischen Ländern sind verpflichtet, politische islamische Revolutionen zum Siege zu führen. … Um die Einheit und Freiheit der islamischen Nationen wiederherzustellen, müssen wir die oppressiven und hörigen Regierungen stürzen.

Der islamische Staat ist weder despotisch noch absolutistisch, er ist konstitutionell … in dem Sinne, dass die Regierenden … an eine Reihe von Bedingungen geknüpft sind, die im heiligen Koran und in der Sunna … festgelegt worden sind. Daher ist die islamische Regierung die Regierung des göttlichen Gesetzes über das Volk.

Niemand hat das Recht, Gesetze zu erlassen, und kein Gesetz außer dem göttlichen ist anwendbar. … Der islamische Staat ist ein Staat des Gesetzes. In dieser Staatsform gehört die Souveränität allein Gott. Das Gesetz ist nichts anderes als der Befehl Gottes.

Chomeinis Vorlesungen widerspricht der heutige Iran nicht, das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) gehört dem ZMD an. Im Velāyat-e Faghīh („Herrschaft des Obersten Rechtsgelehrten“) kann man weitere Gedanken des revolutionären Geistlichen lesen:

Daraus folgt, dass jede unislamische Politik einen Polytheismus darstellt, weil ihr Herrscher ein Ṭāġūt [anglisiert Taghoot, NL taghoet] ist, ein Götze. Wir [Muslime] haben die Pflicht, jede Spur der Vielgötterei aus unserem Leben und Staat zu entfernen und für immer zu zerstören. … Wir müssen grundsätzlich Bedingungen schaffen, die der Herrschaft eines Ṭāġūt oder einer [schariarechtlich] illegitimen Macht entgegengesetzt sind [wir dürfen hier gewalttätig sein], denn nur unter diesen können [junge] Menschen zu Frömmigkeit und Bildung emporwachsen. Die Verderbtheit unserer Zeit wird durch das politische System verursacht, welches der Herrschaft der Ṭawāġūt [eigtl. Ṭawāġīt, Götzen, Sg. Ṭāġūt) und derjenigen des Polytheismus dient. Das aber ist die „Verderbnis auf Erden“, die beseitigt werden muss und deren Verursacher zu bestrafen sind. Keine andere Verderbtheit war es, die einst das politische System des ägyptischen Pharao aufgerichtet hat. In einer solchen Gesellschaft aber kann ein religiöser, Gott fürchtender Mensch nicht existieren, will er dem Islam und dem islamischen Wohlverhalten treu bleiben. Er hat nur zwei Möglichkeiten: entweder er akzeptiert, dass er [schariarechtlich] verbotene Taten begeht und damit de facto dem Polytheismus dient, oder er leistet Widerstand, um dem System und der Logik des Ṭāġūt zu entkommen. Uns bleibt gar keine andere Wahl als die verderbten und Verderbtheit erzeugenden politischen Systeme zu vernichten.

Unsere Aufgabe ist es, diese [hungernden und entrechteten] Menschen zu retten. Unsere [von Gott auferlegte] Pflicht ist es, Freund aller Unterdrückten und Feind jedes Unterdrückers zu sein. … Den ʿUlamāʾ des Islam kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu … sie dürfen es nicht länger dulden, dass ein großer Teil der Menschheit Hunger leidet, während wenige Ausbeuter und Plünderer im Überfluss leben. Der Emir der Gläubigen [ʿAlī] sagt uns: „Die Regierungsführung habe ich nur deswegen übernommen, weil Allāh die ʿUlamāʾ dazu verpflichtet hat, zur Dekadenz der Plünderer und Unterdrücker und zur Marginalisierung und Mittellosigkeit der Unterdrückten nicht zu schweigen“ (Nahdsch-ul-Balāgha 41/1 (10)). Wir dürfen nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie sich die Verräter [der rechten, islamischen Seinsweise] Unredliches erlauben und die Pfründe der [ungläubigen] Fremden einstreichen, … und dabei Millionen von Muslimen in Armut belassen. Es ist die Aufgabe der ‚Ulama und aller anderen Muslime, … die unterdrückerischen Regimes zu stürzen und islamische Regierungen zu errichten.

Anders als Monarchie oder Verfassungsstaat … obliegen die Legislative und die Bevollmächtigung zur [Durchsetzung der] Šarīʿa [durch seine die Gewaltlizenz gegen alle Nichtmuslime und unbotmäßigen Muslime innehabende Regierung] dem erhabenen Gott [Allahgott]. Gesetzgeberische Gewalt nämlich kann im Islam nichts anderes sein als die heilige Šarīʿa. Niemand sonst [außer Allah] hat das Recht, Gesetze zu erlassen, keine außerhalb der Šarīʿa liegenden [beziehungsweise gegen ihre Grenzsetzungen verstoßenden] Gesetze dürfen zur Anwendung kommen. Und so kennt die Islamische Regierung auch kein Parlament, sondern eine Planungskammer, die für die einzelnen Ministerien Pläne aufstellt, welche den Geist der Islamischen Normen wiederspiegeln. Die Pläne wiederum prägen den Charakter des Öffentlichen Dienstes, der das ganze Staatsgebiet erfüllt.

Der heutige Islam aber ist wie ein Fremdling. Nichts als der Name von ihm ist geblieben. Der umfassende islamische Strafrechtskatalog, der trefflichste seiner Art, der jemals den Menschen offenbart worden ist, ist in Vergessenheit geraten. Hat denn der Prophet auch so gehandelt? Verlas er etwa nur den Koran und schob ihn dann beiseite? War er nicht vielmehr um die [genaue] Vollstreckung der Strafen und Durchsetzung der Gebote bekümmert? Haben etwa die Kalifen sich darauf beschränkt, der Bevölkerung einen Haufen an theologischen Fragestellungen vor die Nase zu werfen und sich dann [in die Tatenlosigkeit und ins Schweigen] zurückzuziehen? Oder ließen sie [nicht vielmehr] die Straftäter auspeitschen, steinigen, einsperren oder in die Verbannung schicken?

Morteza Motahhari (Morteżā Moṭahharī) ist ein unter Schiiten hochangesehener Theologe, sein: Wesen und Faktoren der Islamischen Revolution in Iran ist ein Ausschnitt aus dem umfangreicheren Sammelband Pirāmun-e Enqelāb-e Eslāmi (On the Islamic Revolution), der Motahharis in der Teheraner Al-Javad-Moschee gehaltenen Reden der Monate März und April des Revolutionsjahrs 1979 versammelt. 1986 publizierte die damals in Bonn ansässige Kulturabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran den eigens übersetzten Text. Der Geistliche selbst war noch im Jahr 1979, Anfang Mai, ermordet worden und gilt radikalen oder islamfrommen Iranern als Schahīd (Märtyrer).

Seit einiger Zeit begegnen sich Ost und West, und es kommt zu Zusammenstößen, die insbesondere in den letzten hundert Jahren an Heftigkeit zugenommen haben. Die Menschen des Orients im Allgemeinen und insbesondere die Muslime hatten gegenüber den Menschen aus dem Westen ein Gefühl der Minderwertigkeit und Demütigung.

Zustimmend zitiert Ayatollah Morteza Motahhari einen gewissen Sayyed Ǧamāl (1838-1897), den wir als Dschamal ad-Din al-Afghani kennen:

„Man muss das Volk des Orients aufwecken. Man muss ihm eine Identität geben und den Westen ihm gegenüber erniedrigen.“

Sayyed Ǧamāl … in einer Zeit, in der niemand an einen Kampf gegen England dachte, rief er zum Kampf gegen die kolonialistische Politik Englands auf. Zum ersten Mal nahm er den Menschen das Gefühl der Selbstaufgabe, und er stützte sich zum ersten Mal auf das eigentliche islamische Wesen der muslimischen Gemeinde. … Die Frucht, das Ergebnis seiner Bemühungen sehen wir jetzt: In allen islamischen Ländern haben islamische Bewegungen zur Suche der islamischen Identität eingesetzt.

Alle diese Bewegungen sind – allen Anzeichen nach zu urteilen – ihrem Wesen nach islamisch, d. h. sie basieren auf der Beseitigung aller nichtislamischen Werte, um sich auf eigenständige islamische Werte zu stützen.

Zu den wichtigsten Schritten Imām Khomeinis gehörte ein entschlossener und umfassender Widerstand gegen die Trennung von Religion und Politik. Vielleich kommt Sayyed Ǧamāl [also al-Afghani, Anm.] das Verdienst zu, in diesem Bereich Vorreiter gewesen zu sein. Er war wohl der erste, der gefühlt hat, dass er den Muslimen verständlich machen muss, dass es keine Trennung zwischen Religion und Politik gibt, um bei ihnen eine Bewegung hervorzuzufen.

Ziemlich eindeutig erklärt Morteza Motahhari hier die (schiitische) Islamische Revolution von 1979 als wiederhergestellte Urgemeindlichkeit (bemerkenswert ist, dass er, ein Schiit, sich auf den sunnitischen al-Afghani beruft) definitionsgemäß also als „Salafismus“, als erneuertes Medina.

Die Salafiyya betont: Nur solange bzw. erst wenn die Weltgemeinde (Umma) Urgemeinde (Medina) ist, gelingt der Gnadenstand (Din, Islam) mit dem Schöpfer (Allah). Das ist eindeutige islamische Frömmigkeit, erkennen wir wiederum, und müssen folgern: Solange Scharia und Fiqh nicht überwunden sind, das heißt als die Voraussetzung für gelingendes muslimisches Leben von den Scheichen und Imamen nicht verworfen worden sind, solange gibt es eigentlich gar keinen Salafismus. Jeder im Sinne von al-Ghazali († 1111), Maududi, Chomeini, al-Qaradawi oder Tariq Ramadan seine Religion praktizierende Muslim ist eigentlich ein Salafi, die anderen nehmen Allahs koranischen Befehl nicht ernst oder jedenfalls nicht wörtlich.

Morteza Motahhari lobt Hisba und Dschihad:

Was bedeuten Ǧehād, das Gebot des Guten und das Verbot des Schlechten (amr be ma’rūf wa nahy az monkar)? Diese Begriffe bedeuten: Wenn die herrschende Situation untragbar und unmenschlich ist, sollst du dich ihr nicht unterwerfen, sondern die größten Anstrengungen unternehmen, diese Situation abzuschaffen, um dann die erstrebte ideale Ordnung zu etablieren.

Allah selbst fordert alle Menschen im Koran (3:110) zur Durchsetzung der islamischen Verhaltensweise und Lebensordnung auf: „Ihr gebietet, was recht ist, und verbietet, was verwerflich ist“, al-amr bil-maʿrūf wan-nahi ʿani l-munkar.

Der ihm gestellten Frage, ob unislamische Bücher verboten werden müssen oder zwar gedruckt und verkauft werden dürfen, doch durch mahnende Schriften gleichsam unschädlich zu machen seien, wich Morteza Motahhari aus und empfiehlt uns, nach der Motivation des jeweiligen frechen Autoren zu fragen:

wenn er das alles sagt, um Verwirrung im Volk zu stiften?

Was unislamisch ist, ist nicht die Wahrheit, insofern ist das islamische Bücherverbot doch gar keine Zensur:

Und machen wir uns, wenn wir Lüge und Irreführung verbieten, der Zensur schuldig? Ich sage, Lüge und Verrat muss man unterbinden. Man darf nicht im Namen der Meinungsfreiheit den Missbrauch der Freiheit zur Verbreitung von Lügen unter dem Volk erlauben.

In Artikel 24 erklärt die Verfassung der Islamischen Republik Iran:

Die Presse kann ihre Meinung frei äußern, solange die Grundlagen des Islam oder die Rechte der Menschen nicht betroffen sind, weitere Einzelheiten regelt das Gesetz.[45]

Artikel 22 der Erklärung der Menschenrechte im Islam (Kairo 1990) unterscheidet sich, Pressezensur und Bücherverbote betreffend, von der Iranischen Verfassung nicht wesentlich, da auch sie, wo sonst, beim Koran (3:110) beginnt:

Jeder soll das Recht haben, sich frei auszudrücken, solange das nicht gegen die Grundsätze der Scharia verstößt. 1. Jeder ist berechtigt, das Richtige zu vertreten, das Gute zu verbreiten und vor dem Schlechten und Bösen zu warnen, wie es den Normen der Islamischen Scharia entspricht.[46]

Motahhari: Stellung der Frau im Islam

Unter dem Titel Stellung der Frau im Islam veröffentlichte die in Bonn-Bad Godesberg (Godesberger Allee 133-137) gelegene Presse- und Kulturabteilung der Deutschlandvertretung des Iran die zwischen 1966 und 1974 erschienenen Gedanken von Morteẓā Moṭahharī.

Der Islam hat für Mann und Frau nicht auf allen Ebenen die gleichen Rechte, Pflichten und Strafen vorgesehen.

Es steht … außer Frage, dass Mann und Frau in vieler Hinsicht nicht identisch sind … die Schöpfung wollte keine vollkommene Übereinstimmung. Daher ist es erforderlich, dass sich auch ihre Rechte, Pflichten und Strafen voneinander unterscheiden.

Aufgrund ihrer natürlichen Kondition und ihrer besonderen seelischen und körperlichen Veranlagung kann sie letztlich keine Gleichberechtigung mit dem Mann erreichen; denn gleiche Rechte und gleiches Glück für Mann und Frau können nur erreicht werden, wenn die Identität der Rechte aufgehoben wird und dem Mann die ihm und die Frau die ihr entsprechenden Rechte zugestanden werden. Nur auf diese Weise kann eine echte innere Zusammengehörigkeit zwischen Mann und Frau entstehen …

Wir behaupten, dass die Nichtübereinstimmung der Rechte der Frau und des Mannes, insofern sie ihrer nicht identischen Natur entspricht, sowohl der Sache der Gerechtigkeit als auch des Naturrechtes genügt, das Familienglück am besten fördert und der Entwicklung der Gesellschaft dienlicher ist.

Der Mann ist der Sklave seiner Leidenschaft. … Der Mann möchte die Frau besitzen und über sie verfügen, sie dagegen möchte sein Herz erobern und ihn dadurch beherrschen. … Die Frau begibt sich gern unter den Schutz des Mannes; sie kann ihr sexuelles Verlangen besser zügeln als er, sein sexuelles Verhalten ist aktiv und offensiv, das ihre dagegen reaktiv und herausfordernd.

Die Tatsache, dass von alters her der Mann um die Hand der Frau warb und ihr Heiratsanträge machte, trug dazu bei, das Ansehen der Frau zu wahren und ihr Respekt zu verschaffen. Der Mann ist von Natur aus so geschaffen, dass er verlangen, lieben und bitten muss, während die Frau dazu geschaffen ist, zu gefallen und geliebt zu werden.

Die Verfechter der Gleichberechtigung wenden sich dagegen, dass der Mann das Zweifache des Erbanteiles einer Frau bekommen soll; denn nach islamischem Recht ist der Erbanteil des Sohnes, des Bruders und des Ehemannes doppelt so hoch wie der Erbanteil der Tochter, der Schwester und der Ehefrau.

Wenn es um die Rolle der Frau im Islam geht, wird Ayatolllah Motahhari weltweit gerne und respektvoll zitiert, beispielsweise beim Thema Hidschab. Im Koran ist angeordnet, dass die Frau ihren Körper vor männlichen Nichtverwandten mit einem Schleier bedecken muss, Koran has assigned a duty to women to cover their body from non-related men.[47]

Alle Frauen lieben es, überwacht zu werden … Mutter Natur hat die geistige Überlegenheit [der Männer] über die Frauen entworfen. Wie sehr auch immer eine Frau diese Realität bekämpfen möchte, ihre Anstrengungen werden sich als nutzlos erweisen. Die Frauen müssen lernen, die Tatsache zu akzeptieren, dass sie, aufgrund ihrer größeren Empfindlichkeit, Männer benötigen, die ihr Leben kontrollieren. (The Order of Women’s Rights in Islam, Morteza Motahhari).

Der Buchversand ESLAMICA aus Bremen (Firma m-haditec, das sind Gürhan und Yavuz Özoguz) hält sechs Schriften alleine von Ayatollah Motahhari im Angebot.[48]

Die Scharia übersteigt deine Vernunft, die Welt ist ohne göttliche Offenbarung völlig unübersichtlich, der Muslim bedarf der Führung der Islamischen Gelehrten und die Muslima der Führung durch ihren Vater, großen Bruder oder Ehemann. Das ist kein „Islamismus“, sondern Islam – und das ist die ‚Aqīda (das heiß zu bekundende Quantum oder Konvolut des individuell anzueignenden Teils der Scharia, in seinem Ausmaß von Allah vorherbestimmt) aller deutschen Islamverbände, ob DITIB, VIKZ oder IGMG.

C2 Die internationale, ethnisch türkische Millî-Görüş-Bewegung (in Deutschland als IGMG) und ihr Bezug zum „Salafismus“

Wie Ursula Boos-Nünning versucht, dem VIKZ Demokratietreue und Integrationsbereitschaft zu attestieren, hat auch die IGMG ihre Schönfärber, allen voran Professor Werner Schiffauer. Der Kulturwissenschaftler und Ethnologe möchte offensichtlich nicht vor dem totalitären Anspruch des originalen Islam von Scharia und Fiqh warnen, sondern redet an der Sache der Scharia und Schariagesetze vorbei, wie so viele, und schreibt: „Islamismus“. Dieser „Islamismus“ wiederum sei für die deutsche Millî Görüş mittlerweile auch kein Problem, da man ihn hinter sich gebracht habe, IGMG lebe in einer Art von neuem Zeitalter: „Nach dem Islamismus“ (Buchtitel). Im März 2010 warb der Suhrkamp Verlag:

Die Islamische Gemeinde Milli Görüs gehört zu den umstrittensten Organisationen türkischer Einwanderer in Deutschland. Gestützt auf mehrjährige Feldforschung, zeichnet Werner Schiffauer ein differenziertes Bild von der Entwicklung dieser Gemeinde. Im Zentrum steht der Versuch einer zweiten Generation, sich mit dem islamistischen Erbe der Gründergeneration auseinanderzusetzen und die Rolle von Islam und Politik in der Bundesrepublik neu zu bestimmen.[49]

Man scheint sich beim Verharmlosen der IGMG auf die Methode der dauernden Wiederholung zu verlassen, schon sieben Jahre eher hatte Ursula Spuler-Stegemann den Professor kritisiert, die taz fragte die Islamwissenschaftlerin:

Der Soziologe Werner Schiffauer warnt davor, auf islamistische Gruppen panisch zu reagieren. Denn dort gebe es eine doppelte Öffentlichkeit; nach außen radikal, innen eher nicht. Schiffauer vergleicht dies mit den Grünen in ihrer Frühphase.

Spuler-Stegemann entgegnete überzeugend:

Man kann aber die islamistischen Gruppen nicht mit den Grünen oder Linken vergleichen. So hat die türkische Milli Görüş, die größte islamistische Gemeinschaft in Deutschland, streng gefügte Hierarchien. Es mag dort an der Basis grummeln, aber an der undemokratischen Struktur und an der menschenrechtsfeindlichen Haltung der Spitze ändert sich dadurch nichts. Die Islamisten mit den Grünen und der PDS zu vergleichen, führt in die Irre.[50]

Statt islamistisch hätte Ursula Spuler-Stegemann allerdings besser radikalislamisch gesagt oder schariatreu; das Wort Scharia kommt im Text bezeichnenderweise gar nicht vor und auf die grundrechtswidrigen und frauenfeindlichen Folgen der angeblich von Allah gesetzten Normen eines wortwörtlich genommenen) Koran und Hadith wird nicht hingewiesen. Das geht nicht, die Görüş ist eine Schariabewegung und dass die Imame der IGMG ihre Religion falsch verstanden hätten, lässt sich gar nicht sagen.

Auch hat Spuler-Stegemann Millî Görüş gerade eine „islamistische Gemeinschaft“ genannt – das mag nett gemeint sein, ist aber irreführend, denn die Theologie der Muslimbrüder, der internationalen Milli Görüş oder diejenige der längst von den Anhängern der Milli Görüş (sowie von den Sympathisanten des Fethullah Gülen) unterwanderten DIYANET deutsch DITIB ist nicht „islamistisch“, schließlich kommt auch niemand auf die Idee, den frommen persischen Gelehrten al-Ghazali als „Islamisten“ zu bezeichnen. Mindestens Deutschlands Aktive für Menschenrecht und Frauenrecht sollten den Islam von himmlischem Schariabefehl und heilssichernder irdischer Fiqh-Jurispridenz endlich ernst nehmen – als echte Religion sowie als menschenrechtswidrig und grundrechtswidrig. Schließlich waren Ahmad ibn Hanbal († 855) oder Mohammed auch keine „Islamisten“ und riefen nicht zum „Islamismus“ auf, sondern zum Islam – zur Unterwerfung unter Allahs Befehl.

Im Februar 2011 berichtete und die Rheinische Post die Ansicht des damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Für Heinz Fromm Mäßigung gar nicht in Sicht:

„Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben, aber ich kann bisher nicht erkennen, dass die Reformkräfte, die es in der Organisation gibt, tatsächlich eine Chance haben, die Richtung zu bestimmen“, sagte Fromm dem „Tagesspiegel“. „Den Ton geben weiterhin diejenigen an, die dem ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan und seiner islamistischen Ideologie verbunden sind.“

Nach wie vor seien „antijüdische Ressentiments“ und die Unterstützung islamistscher Organisationen im Ausland erkennbar, „vor allem der terroristischen Hamas bei ihrer Auseinandersetzung mit Israel“. Diese Unterstützung werde als humanitäre Hilfe für die Palästinenser deklariert, wie am Beispiel der deutschen Internationalen Humanitären Hilfsorganisation e.V. (IHH) deutlich geworden sei, sagte Fromm.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die IHH im Juli wegen ihrer Nähe zur Hamas verboten.

Der Sohn eines ranghohen Funktionärs der Millî Görüş Ahmed Ciftci nennt sich Scheich Abu Anas und gehört zum Umfeld von Pierre Vogel und Ibrahim Abou-Nagie. Muhamed Ciftci (Muhamed Seyfudin Ciftci), so sein weltlicher Name, war zwischen 1992 und 1994 im jugoslawischen Bürgerkriegsgebiet in Bosnien aktiv, „als Sozialarbeiter“, wie er sagt – für die inzwischen in Deutschland verbotene IHH auf seiner Homepage liest man heute:

Im 1992-1994 (Jahre 1413-1415 n.H.) war er aktiv im Bosnischen Kriegsgebiet als Sozialarbeiter der internationalen humanitären Hilfsorganisation tätig.[51]

Theologisch scheint es zwischen Abu Anas / Ciftci und IGMG ebensowenig Probleme zu geben wie zwischen IGMG und HAMAS, jedenfalls erklärt niemand den anderen zum Kāfir (Ungläubigen) oder al jemanden, der den Islam falsch verstanden habe. Auch hatte Ciftci junior, heute Imam in Braunschweig, von 1998 bis 2006 den Islam (u. a. Hadith, Gerichtspraxis; nach hanafitischem Fiqh) an der Islamischen Universität zu Medina studiert, also beim heutigen Hüter der zwei heiligen Stätten. Über den Moscheeverlag (www.moscheeverlag.de) vertreibt Ciftci im Februar 2013 Texte des saudi-arabischen Gelehrten al-Uthaimin sowie des in der Presse richtigerweise zumeist als radikalen Hasspredigers bezeichneten Abu Ameenah Bilal Philips.[52]

Bekanntlich durfte Bilal Philips am 20.04.2011 in Frankfurt mit Pierre Vogel auftreten, musste allerdings nach einer Ausreiseverfügung die Bundesrepublik Deutschland unverzüglich verlassen.

Der niedersächsische Verfassungsschutz arbeitet, verglichen mit Deutschlands faktenferner und verharmlosender Norm der islambezogenen Diskurse in Presse und Politik, erfreulich gründlich, ich falle ihm trotzdem ins Wort:

Die Geschichte und Ideologie der IGMG ist eng mit dem Namen Necmettin ERBAKAN, Parteiführer der türkisch-islamistischen Glückseligkeits-Partei (SP), verbunden: So leitet sich die Bezeichnung Milli Görüs direkt aus den programmatischen Vorstellungen des türkischen Islamistenführers ab.

Für islamistische Bewegungen ist die Forderung nach Errichtung einer „Islamischen Ordnung“ kennzeichnend, die auf den Rechtsvorschriften der Scharia basiert.

[Dazu meine Anmerkung: Allahs Befehl verwenden sprich verrechtlichen zu wollen, die Scharia legalisieren zu wollen, ist nicht Islamismus, sondern Islam, man lese im Koran Sure 5:44 „Und wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Kafirun (Ungläubigen).][53]

In der laizistischen Türkei hätte die Propagierung des Konzeptes „Nizam Islami“ ein Parteiverbot bzw. strafrechtliche Konsequenzen zur Folge gehabt. ERBAKAN führte daher zwei „neue“ Begriffe in die türkisch-islamistische Debatte ein: „Milli Görüs“ (Nationale Sicht) und „Adil Düzen“ (Gerechte Ordnung). Die von der Milli Görüs-Bewegung propagierte „Gerechte Ordnung“ beinhaltet ein umfassendes soziales, ökonomisches und politisches Regelungssystem, das auf islamischer Grundlage beruht.

[Anm.: Entlarvend inkonsequent – jetzt hätte man doch sagen müssen: auf islamistischer Grundlage – aber natürlich handelte auch Mohammed nicht „islamistisch“, sondern islamisch, wer Mohammed nacheifert, transformiert Nachbarschaft und Straßenzug also auf Grundlage des Islam. Auch Erbakan will die auf Koran und Sunna begründete Hakimiyyat Allah, will Medina erneuern.

[Anm.: Erfreulich ist, dass endlich einmal von Scharia sowie vom erreichten gesellschaftlichen Islamsystem geschrieben worden ist, vom Nizam Islami]

Ziel ist es, die westliche Ordnung zu überwinden und durch ein islamisches Gemeinwesen zu ersetzen.

[Anm.: Nein, die Allgemeinen Menschenrechte oder AEMR sind kein Ordnungssystem irgendeines sagenhaften „Westens“. Nicht das Ansinnen der globalen Scharia-Lobby, eine okzidentale / abendländische / transatlantisch-„westliche“ Ordnung beseitigen zu wollen ist das Problem für uns als freiheitliche Demokraten, sondern ihr Versuch, die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte anzugreifen. Richtig: „durch ein islamisches Gemeinwesen zu ersetzen“ – und nicht etwa durch ein islamistisches Gemeinwesen.]

Entsprechend der Milli Görus-Idee versucht die IGMG in Deutschland, ihren Anhängern ein Leben zu ermöglichen, das sich an ihrer Auslegung von Koran und Sunna orientiert.

[Anm.: Hier fehlt leider ein: …, die sich von der Auslegung von Koran und Sunna eines Yusuf al-Qaradawi allerdings gar nicht unterscheidet. Richtig und wichtig: Textstoff schariabasierten Handelns sind Sure und Hadith – „Koran und Sunna“]

Dazu strebt die IGMG an, als legitime Vertretung der türkischen Muslime im politischen Raum und als Ansprechpartner für staatliche Stellen anerkannt zu werden. In der deutschen Öffentlichkeit bemüht sich die IGMG darum, moderat und integrationsorientiert zu erscheinen.[54]

[Anm.: Deutlich angedeutet, immerhin, dass die IGMG nicht gemäßigt oder integrationsfreundlich ist, sondern die Texte der Offenbarung von Koran und Hadith radikal (wortwörtlich) liest, daraus Strategien der Abschottung entwickelt und zu Aufbau und Pflege eines „westlichen“ Feindbildes ermuntert, wir sollten allerdings sagen: eines Feindbildes universeller Menschenrechte.]

Soweit zum niedersächsischen Verfassungsschutzbericht, der eigentlich, solange sich die anderen Verbände nicht von der Theologie und theologiebasierten Politik der IGMG distanzieren, dazu hätte ausreichen müssen, das Gespräch mit dem gesamten KRM zu beenden, deutsche Islamkonferenz, nordrhein-westfälischen bekennenden Religionsunterricht und geplante Hamburger und Bremer „Staatsverträge“ eingeschlossen.

Zwischen Millî Görüş und Muslimbruderschaft passt jedoch kein Blatt Papier – und passt schon gar keine Fatwa von Scheich Yusuf al-Qaradawi. Und so redete neben Prof. Syed Farid Alatas[55] von der Universität Singapur auch der damalige, seit 14 Jahren amtierende Großmufti von Bosnien und Herzegovina, der muslimbrudernahe Dr. Mustafa Cerić auf der 2007 in Bonn im Gustav-Stresemann-Institut abgehaltenen IGMG-Symposium Begriffe des Chaos, Chaos der Begriffe – Selbst‐ und Weltwahrnehmungen der Muslime. Cerić dachte vor der IGMG nach über die Begriffe Aqida, Scharia und Hilafet (Imamet; Kalifat).[56]

Cerić ist wie der aus dem britischen Exil in seine tunesische Heimat zurückgekehrte Rashid al-Ghannouchi (Rāšid al-Ġannūšī, * 1941) von der muslimbruderschaftlichen tunesischen Ennahda-Bewegung (Ḥarakat an-Nahḍa; Nahda heißt Wiedererwachen oder Renaissance), Wahlsieger der ersten demokratischen Wahl seit dem Sturz von Zine el-Abidine Ben Ali und ist wie Wolfgang Borgfeldt genannt Mohammed Siddiq ein Mitglied (member) und Scheich im muslimbrudernahen Gremium höchster Islamischer Gelehrten, ECFR. Was die Muslimbrüder und ihre ECFR-Scheiche theologisch vertreten ist kein „Islamismus“, sondern der authentische Islam, wie ihn schon Imam al-Ghazali († 1111) lehrte.

D Deutsche Islamkonferenz (DIK)

Derzeit (22. Februar 2013) gehören der DIK an:

Hamed Abdel-Samad

Bernd Ridwan Bauknecht

Sine el Masrar

Gönül Halat-Mec

Abdelmalik Hibaoui

Hamideh Mohagheghi

Prof. Dr. Bülent Ucar

Turgut Yüksel

Tuba Isik

Zentralrat der Marokkaner

Dachverband der Bosniaken

DITIB

VIKZ

Alevitische Gemeinde

TGD

Ralf Dahrendorf erklärte 1958 den Menschen als Homo sociologicus, als ein durch (seine Mitmenschen, durch) die Gesellschaft bedingtes (ermutigtes und gefördertes wie normiertes und sogar eingeschränktes) Wesen, das sich vielfältigen sozialen Rollen hinsichtlich von Normen, Werten und Erwartungen unterwerfen muss. Könnte man sich eine Religion wirklich frei aussuchen, einige enttraditionalisierte oder traditionsflüchtende Sinnsucher (siehe unten) haben das so getan, wäre sicherlich wohl gerade auch der Islam nichts für freiheitsliebende Individualisten oder kreative Einzelgänger.

Die meisten Religionen setzen den Menschen ziemlich rigide Verhaltensvorschriften nicht zuletzt in Bezug auf soziales Geschlecht (gender), statthafte Sexualität sowie Apostasie, bei deinem sozialen Ungehorsam droht dir, je nach Jahrhundert und Kontinent, dein Schamane oder Kleriker mit dem Angriff der bösen Geister, der Rache der Götter bzw. dem Zorn Gottes; das mag fallweise heißen: es droht dir die religiös begründete – damit, ob uns das gefällt oder nicht: die religiöse! – Gewalt bis hin zur Opferung an die Götter oder die katholische Hexenverbrennung oder die iranische Steinigung. Religion lebst du also nun wirklich nicht allein, und was dich mit deinen Mitmenschen verbindet (an Geboten wie Verboten), sagen dir, Guru, Rabbi, Priester, Scheich oder Imam.

Muamalat (muʿāmalāt), zwischenmenschliche Pflichten

Nur die Romanfigur Robinson Crusoe nämlich lebte zeitweise ganz alleine auf der Insel, der muslimische Gottesfürchtige hingegen hat (die Nähe der Nichtmuslime zu meiden und) die Nähe der Mitmuslime zu suchen und Letztgenannte nach den Vorschriften Allahs, frauenrechtlich und menschenrechtlich folgenreich, mit rigiden Speisevorschriften, Hausmauern, Kopftüchern, Moscheebauten, Moscheebesuchen, Jungenbeschneidung und Imam-Eheverträgen auszugestalten, mit einer, säkular betrachtet, totalitären Moral-, Sexual- und Körperpolitik, religiös gesehen mit dem einzig funktionierenden Konzept zur Bannung des Teufels und zu Rettung der Seele. Das himmlische Medina (622-855 d. Z.) gilt es, hier und heute zu verstaatlichen. Das irdische Gestalt annehmende gesellschaftliche Schariasystem, das so genannte Islamsystem (an-Niẓām al-Islāmī, Nizam-ı İslâm) vertrete seine Interessen gefälligst ohne Zwietracht (fitna) den Nichtmuslimen gegenüber, also einheitlich. Eine über die einander akzeptierenden sunnitischen Rechtsschulen sowie die Dialoge zu den gerade noch tolerierten Schiiten hinausgehende Mehrzahl an Islamvertretungen, also auch an deutschen Islamverbänden, ist in dieser Einheitlichkeit der Außenvertretung nicht vorgesehen. Allahs Außenpolitik sind die Siyar, die jeweilige nationale Schura werde, ganz dialogisch und „auf Augenhöhe“, auch in der Europäischen Union und in der Bundesrepublik Deutschland, zu einem parallelen Innenministerium und, langfristig, zu einer alternativkulturellen Zweitregierung. Man lese dazu die Geschäftsordnung des KRM:

(1) Der Koordinationsrat, in der Absicht gegründet, langfristig eine einheitliche Vertretungsstruktur der Muslime in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern [Anm. Edward von Roy: man vergleiche hierzu Mustafa Cerić und dessen behauptete „Herausforderung“ (challenge) einer gesamteuropäischen islamischen Führung, a single Muslim authority], ist für alle Richtungen innerhalb des Islams offen. … (5) Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlage des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.[57]

Wie angekündigt seien zwei postmoderne Sinnsucher beispielhaft genannt:

Erstens der im Jahre 1930 in Schottland geborene Ian Dallas. Der spätere Schauspieler konvertierte in den Siebzigerjahren zum Islam, nannte sich Abdalqadir as-Sufi und ist Führer der von Granada aus um das Wiederaufrichten des andalusischen Kalifats bemühten und mit dem Projekt Gold-Dinar einen globalen Finanz-Dschihad erträumenden Bewegung der Murabitun (al-Murābiṭūn; verweisend auf die Berberdynastie der Almoraviden, die zwischen 1046 und 1147 über Nordwestafrika und al-Andalus herrschte).[58]

Zweitens der jetzige Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Deutschland, der Mitte der Siebziger Jahre in Bonn als APO- und Kommunen-Aktivist bekannte (Abdullah) Uwe Wagishauser, der 1972 auf einer Reise nach Nordindien Qadian (120 km vom pakistanischen Lahore) als das Zentrum der islamischen Sonderströmung der Ahmadiyya kennenlernte. Obschon hinsichtlich Lebensweg und Verbandszugehörigkeit so sehr verschiedenartig, die (intern radikal schariatreuen sowie zusätzlich endogamen) Ahmadi gelten Sunniten nicht selten als Abtrünnige und werden in Pakistan oder Indonesien und Malaysia diskriminiert, brutal angegriffen oder sogar ermordet),[59] arbeiten sowohl beide Persönlichkeiten als auch ihre Bewegungen, tragisch bzw. korangemäß zwangsläufig, der einheitlichen globalen Schariabewegung zu sprich dem Islam, wie wir in heute erkeben, als von der Muslimbruderschaft dominiert.

Die Verbeitung und Heftigkeit der innermuslimischen Gewalt verblüfft und irritiert Nichtmuslime wie muslimische Säkulare; man denke an den letztlich 1.400 Jahre alten, auf die Schlacht von Kerbela (bei der am 10. Oktober 680 Prophetenenkel Hussein getötet wurde) zurückgehenden kriegerischen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, der letztlich die aktuelle Situation im Libanon, in Syrien und Bahrain sowie die Spannungen zwischen Teheran und Riad bestimmt (deutsche Panzerlieferungen). Andererseits gibt es den Islam oder die Scharia oder Allah schließlich nicht im Plural und fordert die Doktrin der Hisba bei Bedarf die Awendung von Gewalt.

Und so wird die irdische Herrschaft Allahs von allen islamischen Akteuren, bei echten Hass oder nur vorgeblichem Konflikt, in einer Art von Arbeitsteiligkeit oder sogar Kollegialität angestrebt:

D Ein Deutschland, ein Koran, eine Scharia. Zu den vier Hauptakteuren des Koordinierungsrats (KRM). DITIB, Islamrat, VIKZ, Zentralrat (ZMD)

D1 Marschbefehl aus Ankara: Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)

Auch weil die türkische Religionsbehörde seit 20 Jahren von der Millî Görüş unterwandert ist und die türkische Regierung gleich mit, Erdoğan und Gül entstammen schließlich der Erbakanbewegung (Necmettin Erbakan war und Erdoğan ist ferner Sufi, Angehöriger des Ordens der Nakschibendi),[60] distanziert sich kein deutscher Ditib-Imam von dem angesehenen Gründer und Führer des ECFR, Yusuf al-Qaradawi.

Recep Tayyip Erdoğan, der Erbakan-Bewunderer und Ministerpräsident, bezeichnet sich als als einen Anhänger des Islamischen Gesetzes, wörtlich sagte er einmal: „Gott sei Dank sind wir Anhänger der Scharia … unser Ziel ist der islamische Staat (bzw. 1994: „Thank God Almighty, I am a servant of sharia“; 1995 nannte er sich einen bzw. den „Imam von Istanbul“), während der einstige Außenminister Abdullah Gül, inzwischen Staatspräsident und von der BBC als „ex-Islamist“ bezeichnet, klargestellt hatte: „Der Islam regelt die weltliche Ordnung. Ich als Moslem glaube daran. In der Türkei gibt es Gesetze, die den Islam unterdrücken, und diese Unterdrückung muss aufgehoben werden.“[61]

Die Diyanet (Diyanet İşleri Başkanlığı), das Präsidium für Religionsangelegenheiten fiel 2008 durch einen Ratschlag für gottesfürchtiges weibliches Verhalten auf: die Frau solle, um die öffentliche Moral und die eigene Tugend nicht zu gefährden, beim Ausgehen kein Parfüm aufgelegt haben: „Frauen müssen vorsichtiger sein, sie senden besondere Reize aus“. Auch sollen Frauen sich bedecken, „um ihren Körper nicht Fremden zu zeigen“, und Flirten sei dasselbe wie Ehebruch. Prinzipielle Geschlechtertrennung gilt als zweckmäßig: „Wenn eine Frau und ein Mann in einem Raum allein sind, dann ist der Dritte im Raum der Teufel.“[62]

Zwar wurde dieser fundamentalistische – und frauenfeindliche – Lebensratgeber vor einem halben Jahrzehnt in der Presse skandalisiert, doch fehlten dort im Allgemeinen zwei entscheidende Informationen mit Islambezug: erstens, dass so manch ein Mufti oder Scheich genau dasselbe sagt:

Doch dass eine Frau teure Parfüms und Düfte kauft, um damit hinauszugehen, ist eine schlechte Gewohnheit, die abgelehnt und unterbunden werden muss. … Die Frau, die parfümiert hinausgeht, sodass Männer diesen Duft riechen können, begeht Unzucht (zinā),[63]

und zweitens, dass der unter Sunniten ziemlich hoch anerkannte, im Jahr 1200 gestorbene Islamische Gelehrte Abu l-Faradsch Ibn al-Dschauzi (Ebu’l-Ferec İbnü’l Cevzî) auch schon dasselbe gesagt hat – nur eben achthundert Jahre eher:

Vom Verbot auszugehen, wenn die Frau sich parfümiert hat

Überliefert von Ghunaim ibn Qais von al-Ash’arī: »Jede Frau, die sich parfümiert und an den Leuten vorbeigeht, damit sie ihren Wohlgeruch wahrnehmen, ist eine Hure.«

Überliefert von Abū Huraira: »Wer von den Frauen parfümiert zur Moschee kommt, von der nimmt Gott das Gebet nicht an, bis sie sich davon gereinigt hat mit der Waschung wie bei einer großen rituellen Unreinheit. So geh nun und wasch dich!«[64]

DITIB / DIYANET lässt ihrer Islamisierungspolitik (Schariapolitik, Islamkonsequenz) über deutsche Stiftungen zuarbeiten, die ja vielleicht auf eine allmähliche Demokratisierung per „Wandel durch Annäherung“ (1963 plädierten Egon Bahr und Willy Brandt für eine derartige Ostpolitik – in der Evangelischen Akademie Tutzung, in der Idriz und Cerić geehrte Gäste sind)[65] hoffen. Um zwei wichtige Stiftungen zu nennen:

Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)

Die der CDU nahestehende Stiftung finanzierte das Stipendium für den Dialogaktivisten und Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer sowie für Bacem Dziri (letzterer sprach im Dezember 2012 wie der Yusuf al-Qaradawi treu ergebene Scheich im Europäischen Rat für Fatwa und Forschung Siddiq (Wolfgang) Borgfeldt auf den »III. Heidelberger Islamwochen«).[66] Kiefer organisiert seit 2008 in der Türkei einen den Deutschlandaufenthalt vorbereitenden Bildungslehrgang für türkische Imame (also DITIB) in Bezug auf Landeskunde und Integration; den Lehrgang wiederum verantwortete seit 2008 auch inhaltlich Schariaverharmloser Rauf Ceylan, der mit Professor Mouhanad Khorchide zusammenarbeitet und seit 2009 an der Universität Osnabrück lehrt. Der Uni Osnabrück schenkte Großscheich von al-Azhar, al-Tayyeb, im Oktober 2012 drei Stipendien.[67] Ceylan lehrt Religionswissenschaften mit dem Schwerpunkt „Gegenwartsbezogene Islamforschung“.

Körber-Stiftung

SETA. Foundation for Political, Economic and Social Research (SETA) ist die proschariatische Propagandorganisation türkischer Auslandsinteressen. SETA-Präsident Taha Özhan weilte mit dem deutschen Ex-Bundespräsidenten und Vorsitzenden des Bergedorfer Gesprächskreises, Dr. Richard von Weizsäcker, sowie mit Dr. Klaus Wehmeier, dem Stellv. Vorsitzenden des Vorstands der Körber-Stiftung auf der 150. Tagung des Bergedorfer Gesprächskreises, die im März 2012 in Kairo (!) tagte; S.E. Dr. Saleh M. Al-Namlah, Mitglied des Schura-Rates aus dem saudi-arabischen Riad, durfte nicht fehlen.[68] Auf dieser Tagung kam also alles zusammen, was sich auch in Projekten wie hochschulischer Imamausbildung und bekennendem Islamischen Religionsunterricht niederschlägt: türkische Religionspolitik im Sinne von Koran und Sunna, saudi-arabisches Selbstverständnis als Hüter der heiligen Stätten, ägyptische und generelle nordafrikanische Machtergreifung der Muslimbrüder ebenfalls anhand der unteilbaren, himmlischen und heilssichernden Schariagesetze sowie religionsfreundliches jedenfalls islamfreundliches (und damit tendenziell antidemokratisches) deutsches Wirtschaftsinteresse im Beisein höchst angesehener Politiker im Ruhestand.

D2 Seit dem dritten März 1924: Der Schmerz über das untergegangene Kalifat

Der Vater von Tariq Ramadan, Muslimbruder Said Ramadan, stellte 1961 (Das islamische Recht) die zumindest grundsätzliche bzw. langfristig durchzusetzende Verpflichtung der Muslime auf die schariabasierte Gesellschaftsordnung fest: „Religion ist dagegen … eine göttliche Weisung, die für die Menschen verbindlich wird, ohne dass ihnen die Möglichkeit offen steht, selbst zu wählen und darüber zu diskutieren. … Nur die Scharī’a (also Koran und Sunna) [bringt] den wahren Sinn des Gesetzes im Islam zur Entfaltung und [steckt] seinen rechtlichen Geltungsbereich ab. Durch den Ausschluss jeder anderen gesetzgebenden Gewalt außer der Scharī’a wird sowohl das Konzept wie auch die Anwendbarkeit des islamischen Rechts vom Erbe verschiedener Einflüsse befreit, das sich dort angesammelt hat.

In derselben Schrift dachte Said Ramadan genau über die „Rolle der Nichtmuslime in einem islamischen Staat“ nach, in einem Kalifat: „Die Errichtung eines solchen Staates [wird] als unabdingbar angesehen, in dem alle Lebensbereiche entsprechend dem islamischen Glaubensgehalt zu gestalten sind. … Die Zugehörigkeit zum islamischen Staat wird den Nichtmuslimen entsprechend dem arabischen Konzept der ahl al dhimma oder der dhimmīs zugestanden, was soviel bedeutet wie »jene, deren Pflichten dem Gewissen und der Verantwortung des Staates oder der Nation anvertraut sind«. Sie werden auch als al muʿāhidūn [zu al-ʿahd, Vertrag], das heißt »die Vertragschließenden« oder »die Teilnehmer an einem Bündnis« genannt, denn ihre Zugehörigkeit zur Nation beruht auf Verträgen, die von ihnen oder ihren Vorfahren und dem islamischen Staat abgeschlossen worden sind.[69]

Sie mag heute mit Moscheevereinen, Studentenclubs, Sozialwerken oder, wie 2013 beispeilsweise in Marokko, Tunesien und Ägypten, mit politischen Parteien antreten, doch die Muslimbruderschaft bleibt eine Kalifatsbewegung.

D3 Der Hebel, mit dem die Muslimbruderschaft ansetzt: Zentralrat der Muslime in Deutschland Zentralrat der Muslime in Deutschland (Zentralrat, ZMD)

Der Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland (RIGD oder RIG) ist assoziiertes Mitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Der dem engsten Umfeld des IZ Frankfurt (Islamisches Zentrum Frankfurt, also wie IZ München und IZ Aachen deutsche Muslim Brotherhood) zuzurechnende RIGD ist ein der Öffentlichkeit noch wenig bekanntes Gremium hoher Theologen und steht, genau wie das französische IESH (Château-Chinon, Burgund), der Muslimbruderschaft sehr nahe.[70]

Es war schon vor fünf oder sechs Jahren abzusehen, dass Deutsche Islamkonferenz, schulischer bekennender Islamischer Religionsunterricht oder universitäre Islamische theologische Studien die weltweiten Netzwerke der Muslimbruderschaft um ihren Cheftheologen Yusuf al-Qaradawi in Deutschlands Schulministerien sowie in den deutschen Hochschul- und Schulalltag installieren werden würden – da kam und da kommen unserer, die Rechtseinheitlichleitsdebatte bzw. Schariadebatte vermeidender Regierung die beiden nützlich einsetzbaren Schreckgespenster vom erneuerten Kalifat (bislang eher bekannt über die kalifatische Rhetorik der Hizb-ut-Tahrir sowie der einstigen Kölner Kaplan-Bewegung, dem Hilafet Devleti oder Kalifatstaat, 1994 bis Dezember 2001) und von den angeblich einer Sekte gleichenden „Salafisten“ gerade recht.

Drei Beispiele für dieses demokratiegefährdende Nutzbarmachen der „Salafisten“ als irgendwie unislamisch. Eren Güvercin meinte am 19.10.2012 auf domradio: „Wichtig ist die sektiererische Ideologie, die dahinter steckt. Ob man sich als Wahabit oder Salafist bezeichnet, ist nicht wichtig“, den radikalislamischen Prediger Pierre Vogel nennt der auf seinem Blog mit Feridun Zaimoğlu und Olivier Roy sympathisierende sowie Necla Kelek kritisierende Güvercin eine „schillernde Figur“. Rauf Ceylan meinte am 11.05.2012 in den Deutsch-Türkischen Nachrichten über die Salafisten: „Das ist ähnlich wie bei einer Sekte“, und: „von solchen gefährlichen Bewegungen“ müsse man Jugendliche fernhalten. Die Lösung dafür biete sein Institut, Ceylan: „Die Imame sind wichtige Multiplikatoren. Imam-Weiterbildungsprogramme, wie an der Uni Osnabrück, sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir bieten Workshops zum Thema Salafismus an.“ Claudia Dantschke schließlich am 21.10.2010 in WZ-newsline über die Wuppertaler Urgemeindler: „Das gleicht einer Gehirnwäsche … Die arbeiten wie eine Sekte“.

Wer die gesichtsbedeckte bzw. langbärtige Safiyya eine Sekte oder sektiererisch nennt, verharmlost die globale antisäkulare Schariabewegung und arbeitet der hidschabtragenden bzw. kurzbärtigen Muslimbruderschaft zu (die selbstverständlich ebenfalls medinensisch ausgerichtet ist sprich „salafistisch“). Selten geheimniskundige Islambeschwichtiger also werden durch Rathäuser, Kirchengemeinden und Zeitungsredaktionen gereicht, wo sie sich ein wenig über irgendwelche wilden Scheiche oder Straßenmissionare wie Pierre Vogel empören, den Islam pauschal gut finden und die schariatreue Kairoer al-Azhar und die Scheiche von Yusuf al-Qaradawi in Deutschlands Universitäten und Schulministerien hineinwinken. Auf einem Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung stellte Ceylan den Ex-Boxer per Lichtbild vor: „Wollt ihr den?“ Dann stellte der Referent den „Salafisten“ als desintegrierend dar, um unverzüglich den ebenfalls im Bild vorgestellten Benjamin Idriz und seine Penzberger Moscheegemeinde als modern und integrationsfreundlich zu loben.

Ob sie die Transformation des jeweiligen Staates in eine Hakimiyyat Allah oder Allahkratie, 2012 und 2013 besonders anschaulich in Tunesien und Ägypten, eher sanft schleichend oder eher derb revolutionär durchführt, die Ikhwan oder Brotherhood entstand innerhalb der Kalifatsbewegung – und sie hat den Kult um die rechtschaffenen Bewohner der Medinagemeinde, den Kult um die Salaf, der sie 1928 gebar, nie verlassen.

Personell monopolisieren die Muslimbrüder seit Jahrzehnten die politische Vertretung dessen, was als Islam gelten darf, nach außen. Doch auch nach innen sowie theologisch ist der Islam der Super-Autorität aller Sunniten, Imam al-Ghazali († 1111) und derjenige der Muslimbrüder (seit Hassan al-Banna und Sayyid Qutb) bzw. derjenige des Abul A’la Maududi seit einigen Jahrzehnten miteinander identisch. Es gibt nur eine Scharia und nur einen Islam und die Muslim Brotherhood hat den Islam richtig verstanden. So etwas wie einen „unislamischen, den Islam missbrauchenden Salafismus“ oder einen „nicht islamischen Islamismus“ gibt es nicht; der Bevölkerung erzählen unsere Politiker noch ein Weilchen etwas anderes.

Irdisch werde die Scharia System

Die kohärente (unteilbare) und vollkommene Scharia ist aus Islamischer Sicht nicht von Menschen geschaffen, sondern genuin außerirdisch, ihr Urheber und Verfasser ist Allah. Im Gegensatz zu der nach himmlisch vorgegebener und irdisch zu verwirklichender Kohärenz strebenden (zunehmender Totalitarismus), zeitangepassten Islamischen Jurisprudenz, dem jedenfalls für elitär Gebildete verstandesmäßig erfassbaren Fiqh, dessen Gestalter und Anwender Menschen sind (Ulama, Scheiche, Muftis, Schariarichter), ist die heilssichernde Schöpfungsordnung der Islamischen Normativität (Scharia) überzeitlich und dem Verstehen enthoben. Nur der Schöpfer selber könnte sie verändern, Allah aber hat zugesagt, dass die Scharia (dass der Islam) bis zum Tage der Auferstehung gesetzt ist (Gesetz ist). In der Praxis wird zwischen Scharia und ‚Aqida (das Konvolut persönlichen islamischen Fürwahrhaltens und Bekennens) bzw. zwischen Scharia und Fiqh oft kein Unterschied gemacht, schließlich gleichen Scharia (naturgesetzartige Islam-Theorie) und Fiqh (Schariaanwendung, jenseitszentrierte Rechtspraxis) zwei Seiten derselben Medaille. Während die Scharia perfekt geschaffen ist, ist der Fiqh sozusagen unterwegs, diskriminiert „flexibel“ und fordert, hier und heute, den am medinensischen Staatsmodell (622-855 n. Chr.) orientierten Aufbau der Islamischen Ordnung (Niẓām Islāmī, Nizam-ı İslâm).

IESH (Hauptsitz Château-Chinon) etwa setzte ‚Aqidah und Scharia jahrelang gerne gleich (auf Arabisch schrieb man ehrlich Scharia, auf Spracheinstellung Französisch / Englisch / Deutsch gab man es wieder als Aqidah). Man umging damals also die vielleicht weniger werbewirksame Aussage: Hier können Sie die Scharia studieren, sondern (IESH, Außenstelle Paris) umschrieb sie mit: Hier können Sie „Islamisches Recht (Fiqh)“ studieren: Jurisprudence islamique (fiqh). Das eigentliche IESH sagt zu seinem Lehrplan 2013 immer noch nicht Scharia, sondern muslimische Theologie (Théologie musulmane), die Dozenten jedoch, wie der wissenschaftliche Direktor, ECFR-Mitglied (!) Larbi BECHRI, haben Islamisches Recht studiert (Droit musulman) oder, wie Abdelmajid Najar an der Kairoer al-Azhar, Uṣūl ad-Dīn, Glaubensgrundlagen (Ousoul Eddine).[71] Die ägyptische Verfassung wiederum setzte jahrzehntelang Fiqh und Scharia gleich (Artikel 2) Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the Islamic Jurisprudence (Sharia) is a principal source of legislation.

Eine Fiqh-Zusammenstellung bieten uns Samir Mourad und Dr. Jasmin Pacic, man bemerke, da alle Handelsverträge zu islamisieren sind, schariakompatibel sein müssen, das: „Kauf und Verkauf – die schariagemäßen Eigenschaften und Bedingungen“ sowie das nicht als Plädoyer für eine unabhängige Justiz im Sinne des säkularen Rechtsstaats misszuverstehende: „Um einerseits eine Kontrolle der Staatsmacht darzustellen und andererseits Gerechtigkeit zwischen den Menschen herzustellen, unabhängig von Herkunft der Ankläger und Angeklagten, ist eine Forderung der Scharia, dass die Richter unabhängig und gerecht sein müssen und natürlich genug Wissen über die Scharia haben müssen, weil sie ja gemäß der Schariagesetze zu richten haben.“[72]

Volkspädagogisch wird der europäischen und vermutlich vor allem der deutschen Bevölkerung noch etwas weiter erzählt werden, das Islamische Rechtsverständnis und Gesellschaftsverständnis unserer Hochschulstandorte würde sich von demjenigen unterscheiden, welches in Dschidda und Medina, Islamabad oder Kairo gelehrt wird. Das ist einfach nicht der Fall, sonst könnte man nicht derartig problemlos mit der Azhar kooperieren. Dogmatische Scharia wie praktischer Fiqh von Bonner König-Fahd-Akademie und IIT Münster, von Medien-Schreckgespenst Pierre Vogel und von Medienmaskottchen Mouhanad Khorchide sind letztlich identisch.

Schöpfung, Menschheit, Umma, Fiqh oder Scharia haben eines gemeinsam – es gibt sie jeweils nicht in Mehrzahl, sondern, wie Allah den Schöpfer, nur im Singular.

Die auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zielenden, kulturrassistischen und insbesondere auch frauenfeindlichen Normen von Koran und Sunna werden also weiter „integriert“ werden – im Namen der Koexistenz der Kulturen oder des friedlichen Zusammenlebens oder im Namen des deutschen Grundgesetzes.

Der Dialog mit dem Islam muss schließlich weitergehen. Die Rechtsspaltung kann kommen.

Gemeinsam mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan, zum demokratischen Glück hat sie im Februar 2013 ihren Doktortitel verloren und ist zurückgetreten, eröffnete Mustafa Cerić am 16. Januar 2012 in Tübingen das in der Villa Köstlin befindliche Zentrum für Islamische Theologie.[73] Hat denn irgendjemand glauben können, dass an den Unis von Tübingen, Münster oder Osnabrück ein anderer Islam gelehrt werden wird, als der, welchen der die symbolische Schere zur Zerschneidung des roten Bandes in der Hand haltende Scheich aus dem Netzwerk von Yusuf al-Qaradawi lehrt und fordert? Auf der Tübinger Uni-Homepage lesen wir über die Hoffnungen des schariagehorsamen Muftis:

Das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen werde beitragen zu einem produktiven und konstruktiven Verhältnis zwischen Europa und der muslimischen Welt, sagte Dr. Mustafa Cerić, der Großmufti von Sarajevo. Es werde eine Botschaft des Friedens nach außen tragen, zeigte er sich überzeugt.

Seit 2006 fordert Bosniens Großmufti (bis Dezember 2012) pauschal für alle Muslime Europas die um Gottes Willen endlich einzuräumende Chance zur kulturellen und rechtlichen Apartheid:

f. Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann,

(f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law[74]

In Ansehen und Recht ist die Frau ist eine Stufe herabzudrücken, möglichst bald hat sie nur halb so viel zu erben wie ihr Bruder und kann jeden Tag eine Zweitfrau im Schlafzimmer entdecken oder ohne Angabe von Gründen verstoßen werden. Das ist der unteilbare, eine Islam, den die weltweit vernetzten Muslimbrüder und deutschen Moscheevereine theologisch begründet gar nicht ablehnen. Scheich al-Munaddschid stellt fest, dass die standesamtliche Ehe, weil sie auf menschengemachten Gesetzen beruht, vor Allah nicht anerkannt ist und mindestens in Zukunft nach Möglichkeit vermieden werden soll, Fatwa:

Bezüglich einer Zivilehe, die in einem Gericht gesclossen wird, das menschengemachte Gesetze anwendet (in a court that implements man-made laws) … nicht der Shari’a entsprechen oder konträr zur Shari’a sind z. B. in Bezug auf auf Scheidung usw., dann ist es nicht erlaubt dies zu tun, außer die Dokumentation der Ehe kann nicht anders vollbracht werden, oder die Person hat keine andere Wahl als dies zu tun. In dem Fall kann er [zuerst] eine korrekte Eheschließung gemäß der Shari’a (the correct marriage contract according to sharee’ah) in einem islamischen Zentrum machen und dann die Zivilehe in einem Gericht eingehen. Im Falle eines Streits aber soll er sich an die Lösungen des Schariagesetzes halten und die falschen Rituale, die mit der Eheschließung in einigen Ländern einhergehen, nicht anerkennen. In westlichen Ländern sollten Muslime unbedingt versuchen, ihre Ehen offiziell in islamischen Zentren schließen zu dürfen, ohne anschließend zum Standesamt gehen zu müssen.[75]

Ich komme zum Schluss.

Eine Scharia, die Mann und Frau gleich behandelt, hat es nie gegeben und wird es nie geben. Wenn der von der globalen Muslimbruderschaft und von allen deutschen Islamverbänden vorangetriebene Vorgang der Schariaimplementierung nicht abgestoppt wird, werden wir das vom einstigen (bis Dezember 2012) bosnischen Großmufti Cerić gewünschte Islamische Recht auf Imamehe (nikāh), Zweit- bis Viertfrau, Verstoßung (ṭalāq) und Wali mudschbir mittelfristig „integriert“ haben (Erb- und Vertragsrecht nach Koran und Hadith sind die folgenden Stufen der Islamisierung eines Territoriums; die in Arbeitswelt und Bildungsbetrieb legalisierte Bedeckung des muslimischen Frauenkörpers mit einem Hidschab wird bis dahin erfolgt sein).

Was viele von uns derzeit noch als irritierende Vielfalt von Islamverbänden erleben, von Zentralrat der Marokkaner bis Dachverband der Bosniaken (beide Teilnehmer in der derzeitigen DIK) oder als Vielzahl von islamischen Strömungen von Naqschbandi-Mystik bis zu Teherans Zwölferschia (als IZH, Islamisches Hamburg Mitglied der Schura Hamburg, Millî-Görüş-dominiert, sowie des Zentralrats der Muslime in Deutschland, muslimbruderdominiert), wird sich als migrationsgeschichtlich bedingt, als Zufälligkeit, als Bagatelle oder schlicht als Trugbild herausstellen – es gibt nur eine Doktrin von Hidschab, nur eine von Nikah und Talaq – es gibt nur einen Islam.

Unser mühselig errungenes derzeitiges, dabei alle Menschen, ob gottesfürchtig oder gottlos und ob Mann oder Frau, gleich behandelndes Gesetz würde dann der Vergangenheit angehören, und ich wiederhole mich und schließe meinen Vortrag: das ist dann zwar der Vorgang von Medina 622, Pakistan 1956, Iran 1979 und Kairo 2013, aber das nicht Islamismus, den es in Wirklichkeit nie gegeben hat, sondern Religion – echter alter Islam.

Der Souverän, immerhin noch nicht der Klerus sondern das Volk, darf und sollte sich der 1.400 Jahre alten islamischen Tendenz zum revolutionären (Dschihad) Aufbau einer Gegengesellschaft bzw. Zweitstaatlichkeit sowie schlussendlich einer dann wirklich „alternativlosen“, reinen islamischen Herrschaft in den Weg stellen. Gerade ein Frauenrechtsverband wie Terre des Femmes muss das sogar tun, wenn er sich nicht dem Vorwurf aussetzen möchte, der Scharia in Europa zuzuarbeiten und die Geschlechtsgenossinnen in Istanbul, Kairo oder Tunis an die Bärtigen der Schariabewegung und ihre unterworfenen Kopftuchfrauen zu verraten und den Menschenrechtsaktivisten, Säkularen oder Ex-Muslimen auf der ganzen Welt in den Rücken zu fallen.

Ob es die Imamausbildung ist, der Unterricht an staatlichen Schulen oder das Gespräch in der Deutschen Islamkonferenz, eine in die kulturelle Moderne hinein integrierbare Religion muss auf himmlischen Gesetzesgehorsam verzichten. Die ohne Außenansicht gelehrte oder betrachtete Scharia hat in Gerichtsgebäuden, Parlamenten oder Schulen nichts zu suchen.

In diesem Sinne erlaube ich mir, das gut gewählte Motto der Veranstaltung am Weltfrauentag 2013 heranzuziehen, die in wenigen Tagen in Frankfurt stattfinden wird:

Nein zur Scharia![76]

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Den Vorsitz in der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) übernahm El-Zayat von Ali Ghaleb Himmat, der auf Grund seiner direkten Verbindungen zum Al-Taqwa-Finanznetzwerk im November 2001 nach 28 Jahren vom Vorsitz zurücktrat.

Bei der Wahl für den Vorsitz des Zentralrats der Muslime (ZMD) am 4. Februar 2001 unterlag El-Zayat knapp gegen Ayyub Axel Köhler.

Seit Februar 2002 ist El-Zayat Präsident der IGD und wurde 2006 für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Im Januar 2010 kandidierte er aufgrund satzungsrechtlicher Vorgaben, die eine maximale Anzahl von zwei Legislaturperioden vorsehen nicht mehr. Sein Nachfolger im Amt ist Samir Falah.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ibrahim_El-Zayat#.C3.84mter_und_T.C3.A4tigkeit

Ola Himmat (25, kleines Bild) spricht kurz mit ihren Eltern. Vater Ghaleb Himmat: «Sie sagte: Mir gehts gut, aber ich hab grosse Angst.»

http://www.blick.ch/news/ausland/es-war-wie-im-krieg-id131482.html

Bank al-Taqva … Die al-Taqva wurde in den späten 1980er Jahren von Führern der Muslimbruderschaft gegründet … Im November 2001 wurde Youssef Nada als Finanzier des islamischen Terrorismus identifiziert … Zweiter Chef der ehemaligen al-Taqwa war Ghaleb Himmat

aus: Yves Dubitzky: Finanzierung des islamistischen Terrorismus (p 55)

http://books.google.de/books?id=JGLGZysBRa4C&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

FEMYSO, Executive Committee: Ola Himmat, Switzerland

http://www.femyso.org/about/executive-committee

http://www.femyso.org/news/PR/2013/GMI-GA

One of the important leaders of FEMYSO over the years has been Ibrahim El-Zayat, the leader of the Muslim Brotherhood in Germany

http://globalmbreport.org/?p=2548

http://globalmbreport.org/?p=4991

http://www.wearehere.eu/999/femyso-sets-to-empower-youth-across-europe/

http://www.wearehere.eu/authors

[2] Suchbegriff Tariq Ramadan

http://www.igmg.org/suchen.html?cx=015388582487228166009%253Aewr5nayynbe&cof=FORID%253A11&ie=UTF-8&q=Tariq+Ramadan

[3] Seit seiner Studienzeit steht Mohammed Siddiq der Muslimbruderschaft nahe. Diese – in Ägypten verbotene – Organisation unterhält mehrere Zentren in Deutschland. Im Verfassungsschutzbericht wird sie zwar genannt, jedoch als nicht militant eingestuft. … Als das Haus des Islam vor 15 Jahren gegründet wurde, war es eines der ganz wenigen Orte, an denen Informationen über den Islam auf Deutsch verbreitet wurden. Inzwischen gibt es in vielen Städten deutschsprachige Gemeinden. Siddiq ist stolz darauf. Schließlich sehen viele ihn als Patenonkel dieser neuen Gemeinschaft.

Quelle: Der Tagesspiegel, 22.Januar 1999, Seite 32.

http://www.chrislages.de/hdi1999.htm

[4] Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO)

Erster FEMYSO-Präsident war Ibrahim El-Zayat, der auch Vorstandsmitglied der FIOE war [ Anm.: die FIOE ist der Europaverband der Muslimbrüder ] und ein Verwalter der FIOE Stiftung „European Trust“ sowie Europa Repräsentant der WAMY, und in diesen Funktionen die Finanzierung sicherstellte. Sein Nachfolger als FEMYSO-Präsident wurde 2002 Khallad Swaid, ehemaliger Vorsitzender der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) und Vorstandsmitglied der IIFSO, der im April 2007 von Mohammad Fateh Atia aus Schweden abgelöst wurde.

Als Lobbyorganisation sucht das FEMYSO Kontakte zum Europäischen Parlament, dem Europarat, dem European Youth Forum (EYF), dem Ecumenical Youth Council in Europe (EYCE) dem European Youth Centre Budapest (EYCB), der European Students’ Union (ESU) und anderen Organisationen. Das FEMYSO lässt sich unter anderem von saudi-arabischen Sponsoren und Islamic Relief fördern und bezieht Projektmittel der E.U.

Nach eigener Einschätzung ist das FEMYSO zur „De-facto-Stimme der muslimischen Jugend in Europa“ geworden. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes wird das FEMYSO von der Muslimbruderschaft in Europa dominiert und in der Medienöffentlichkeit wird die Ansicht vertreten, dass das FEMYSO und der größte Teil seiner Mitgliedsorganisationen der Muslimbruderschaft zuzuordnen sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_of_European_Muslim_Youth_and_Student_Organizations

[5] Der ehemalige Leiter des Verfassungsschutzes Berlin, Eduard Vermander, hielt die Mevlana-Moschee jedoch für den Sitz der „Milli Görüş-Berlin“. Die „Islamische Föderation Berlin“ wurde 2001 vom Berliner Senat für die Erteilung des Islamischen Religionsunterrichts zugelassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mevlana-Moschee_%28Berlin%29#Verbindungen_zur_Milli_G.C3.B6r.C3.BC.C5.9F

Beispielsweise Nail Dural, der Alleinvertretungsberechtigte der Islamischen Föderation: Seit 1980 bis heute ist er deren Präsident und Imam. Bereits 1979 war er Vorstandsmitglied von Milli Görüs Berlin. Im Oktober 1995 war er nach der taz vorliegenden, vereinsinternen Listen ihr stellvertretender Vorsitzender mit der Mitgliedsnummer 4.904. Nail Dural ist für alle Milli-Görüs-Abteilungen in Berlin, insbesondere für die Islamische Föderation, zuständig. Nail Dural ist kein Einzelfall. Yakup Tasci [Yakup Taşçı] (Mitgliedsnummer 2.940), der bereits 1976 Mitglied des Gründungsvorstand von Milli Görüs Berlin war, ist zum einen der Ansprechpartner für die islamische Grundschule, deren Trägerverein, das Islamkolleg e. V., wiederum Mitglied der Islamischen Föderation ist. Gleichzeitig organisiert Tasci für Milli Görüs die Pilgerfahrten nach Mekka.

Aykut Haldun Algan mit der Mitgliedsnummer 6.580 ist eine weitere schillernde Figur im Milli-Görüs-Gestrüpp. Er war im Laufe der Jahre Vorsitzender von Milli Görüs Berlin, stellvertretender Geschäftsführer und Finanzverwalter der Islamischen Föderation und Chefredakteur des von Milli Görüs betriebenen Fernsehsenders Türkisches Fernsehen in Deutschland (TFD). Sein Bruder, Ahmet Algan, wiederum ist Gründungsmitglied der Islamischen Föderation zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Diese und weitere Mitglieder des Algan-Clans sind führende Aktivisten im Islamischen Frauenverein Cemiyet-i Nisa, der Islamischen Religionsgemeinschaft e. V., dessen Vorstand von Milli-Görüs-Mitgliedern dominiert wird, und in der Islamischen Stiftung.

aus: Eberhard Seidel: Lügen im Namen Gottes

in: taz 21.02.2000

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2000/02/21/a0087

[6] Emel Algan, das ist Emel Zeynelabidin: „Dabei haben wir was ganz Spannendes gemeinsam. Mein Vater war in jungen Jahren ein Anhänger von Ramadans Großvater Hassan Al-Banna, der 1928 in Ägypten die Muslimbruderschaft gegründet hat.“

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2006/septemberoktober-2006/emel-hat-das-kopftuch-abgelegt/

[7] Charta der Muslime Europas (FIOE)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/09/20/140/

[8] Ahlu l-bait, „Volk des Hauses“ [Mohammeds], sind die Nachkommen von Ali, sunnitisch der vierte der Rechtgeleiteten Kalifen, schiitisch der erste der heiligen Zwölf Imame, und Prophetentochter Fatima (zwei Söhne: Ḥasan, Zweiter Imam der Schia, seine Nachkommen sind Scherif („Edle“, mindestens in Nordafrika für einen Mann als Privileg ein grüner Turban), und Ḥusain, seine Nachkommen die Sayyid oder Seyyed, mindestens in der Schia ein schwarzer Turban; weibliche Nachkommen werden Sayyida oder, in Indien und Pakistan, Mirza genannt und heiraten, vielleicht unter hinduistischem Einfluss des Kastenwesens, nur Sayyids; auch Kinder einer patrilinear von den Sayyids abstammenden Mutter und eines nichtsayyidischen Vaters gelten als Mirza. Alles ein wenig wie beim europäischen Hochadel.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sayyid

Hier wird nahegelegt, dass zwar jeder Seyyed auch Scherif, aber noch lange nicht jeder Scherif Seyyed ist – soviel zur abstammungsmäßigen Legitimierung realislamischer Hackordnung zwischen den Ehrbaren und den Ehrlosen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sherif

[9] Abu Hamid al-Ghazali, Band Zwölf der Wiederbelebung der Wissenschaften des Glaubens ist das Buch der Ehe. Kitāb ādābi n-nikāh, hier übersetzt von Hans Bauer (1917) und Madelein Farah (1984).

http://www.ghazali.org/site/ihya.htm

Ghazalis Buch der Ehe, aufklärungshumanistisch rezensiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/11/28/270/

Das 14. Buch des Hauptwerks des sunnitischen Theologen und schafiitischen Juristen Abū Ḥāmid al-Ġazālī heißt Al-Ḥalāl wal-Ḥarām. Rezension von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/01/01/278/

[10] 900 Jahre al-Ġazāli im Spiegel der islamischen Wissenschaften. Uni Osnabrück, 28.-30.10.2011

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/

[11] al-Ḥakīm ist einer der 99 Namen Allahs und im Koran 93 Mal genannt, doch ist der Schöpfer ebenso der letztlich einzige Ḥākim, Souverän, Regent, Richter, im Koran an sechs Stellen. Islam Today weiß:

The Qur’an mentions two names for Allah that are closely related linguistically. The first is al-Hakīm (the Wise) and the second is al-Hākim (the Judge). Allah is referred to in the Qur’an as “the Wise” 93 times and as “the Judge” six times.

http://en.islamtoday.net/artshow-429-4481.htm

Islamic Law (bei Islam Today)

http://en.islamtoday.net/Islamic-Law

[12] ISLAMIC DIVINE LAW (SHARI’AH)

Structuring the Life of Man by Divine Law

The Five Ruling Values (The Five Ahkam)

Mashhad Al-Allaf

http://www.muslimphilosophy.com/ma/works/ahkam.pdf

[13] Große Pilgerfahrt, Haddsch, nur im zwölften Monat des islamischen (Mond-)Kalenders, dem Monat Ḏū l-ḥiǧǧa. 2012 endete er am 14. November, 2013 wird er am 04. November enden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Dhu_al-Hijjah

[14] Der niederländische Zweig der Bewegung der „Nationalen Weltsicht“ oder Millî Görüş (zum Namenspartikel Millî: Das Millet-System war das Dhimmakonzept des Osmanischen Reiches; im Islam ist milla ohnehin auch Glaubensnation, Religionsvolk. Erbakan sprach gerne von der Milla der Ungläubigen, Our religion says that the infidels are one nation [Millah] und konnte dabei Mohammed zurückgreifen; Erbakans Bewegung, in der BRD wäre das also die IGMG, gewährleiste das Glück der ganzen Menschheit: The right path to the happiness of all humanity is our path, the Milli Gorus way.)

http://www.milligorus.nl/

http://www.mgtjongeren.nl/index.php/tr/

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/2356.htm

[15] Lamya Kaddor: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

[16] Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft

http://zentralrat.de/3035.php

[17] Said Ramadan: „Religion ist dagegen … eine göttliche Weisung, die für die Menschen verbindlich wird, ohne dass ihnen die Möglichkeit offen steht, selbst zu wählen und darüber zu diskutieren. … Nur die Scharī’a (also Koran und Sunna) [bringt] den wahren Sinn des Gesetzes im Islam zur Entfaltung und [steckt] seinen rechtlichen Geltungsbereich ab. Durch den Ausschluss jeder anderen gesetzgebenden Gewalt außer der Scharī’a wird sowohl das Konzept wie auch die Anwendbarkeit des islamischen Rechts vom Erbe verschiedener Einflüsse befreit, das sich dort angesammelt hat.“

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

[18] Lord Phillips, the most senior judge in England and Wales, said there was no reason sharia law’s principles could not be used in mediation. … Lord Phillips said: „There is no reason why sharia principles, or any other religious code, should not be the basis for mediation or other forms of alternative dispute resolution.“

aus: Sharia law ‘could have UK role’

in BBC 04.07.2008

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/7488790.stm

[19] Said Ramadan: „Der Islam betrachtet die Religion als den Bereich, in dem bewusst Verantwortung angestrebt und getragen wird.“

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

[20] Chimar, Dschilbab

http://www.hijab-shop.com

http://islamicboutique.com/khimar.asp

http://www.al-hijaab.com/scripts/prodList.asp?idcategory=69

http://www.hoor-al-ayn.de/online-shop/niqab/

[21] Sylvia Löhrmann, Rede zum einzuführenden bekennenden Islamischen Religionsunterricht, gehalten am 7. Dezember 2011 in der Bilal-Moschee (IZ Aachen)

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Presse/Reden_MinisterinLoehrmann/7_12_2011_IRU__Bilal_Moschee_Aachen.pdf

http://www.hilde-scheidt.de/2011/12/13/bildungsministerin-silvia-lohrmann-zum-islam-unterricht-an-schulen-in-nrw/

Drucksache 15/2209 vom 21.06.2011

Gesetzentwurf der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (6. Schulrechtsänderungsgesetz)

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD15-2209.pdf

[22] Nadeem Elyas: Der Islam regelt als ganzheitliche Lehre alle Bereiche des Lebens, setzt den ethischen Rahmen für die zwischenmenschlichen Beziehungen und liefert die Grundsätze, nach denen sich ein politisches Handeln und ein Staatsaufbau orientieren sollen. … Die gesellschafts- und staatsrelevanten Leitbilder des Islam haben aber nur Gültigkeit für die Muslime und haben nur in einem islamischen Staat mit einer islamischen Bevölkerungsmehrheit verbindlichen Charakter.“

aus: Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein (Aachen 1997)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/11/180/

[23] aus: Dr. Murad Wilfried Hofmann: Muslims as Co-Citizens in The West

http://elazhar.com/conferences_eu/9/3.asp

Then the Shari‘ah „Islamic Law“ came as a seal of all previous religious laws and for being valid for all times and places. Therefore, its texts are confined to general concepts, and bases, and, to be permanently a rich source for fulfilling the objectives of Shari‘ah that guarantee happiness for all peoples in this life and the Hereafter. The main objectives of the Islamic Shari‘ah are the five basic fundamentals upon which the general Human Rights are based, that is, protecting the right for life, and preserving religion, reason, human dignity, family and wealth. …

Hence, it is necessary that Muslims and non-Muslims should be aware of the attention given by Islamic Shari‘ah to human rights and to elevate it to become a necessity without which the life of man cannot be righteous. …

Hence, Islam respected religions and cultural pluralism that in turn enrich human experience. This was emphasized by Prophet Muhammad (PBUH) when he issued the Al-Madinah Paper after his immigration (hjrah) and in which he acknowledged equal rights for the population of Madinah. Everyone had the same rights and duties.

Undoubtedly, the ‘Ulammas (Scholars) of the Islamic Ummah and its intellectuals are realizing the great importance for clarifying the objectives of the Islamic Shari‘ah and henceforth, they are required to burden their immense responsibility for manifesting the real image of the Shari‘ah to all people either Muslims or non-Muslims with the aim of eliminating the distorted image and the misunderstanding related to Islamic Shari‘ah in particular and to Islam in general. Hopefully, this will be achieved by exerting joint and united efforts for the sake of elevating Islam and for the aim of achieving a bright future for the Muslim Ummah.

aus: CAIRO DECLARATION [ 2010 ]

http://elazhar.com/conferences_eu/22/2.asp

vgl. The 22nd General Conference : The Objectives of Shari‘ah (Islamic Law) And Issues of the Contemporary Age

http://elazhar.com/conferences_eu/

man erarbeitete 32 ziemlich radikale Forderungen

The Committee elaborated the following draft recommendations:

The Conference affirms that Islamic Shari‘ah took the remarkable lead to illustrate all human rights acknowledged by international documents and different institutions through the objective of Fiqh, and calls upon ‘Ulammahs, scholars and researchers in the field of human rights to be guided by the values and principles sought by the objectives of Fiqh in their studies of human rights at present. (…)

Islamic heritage is rich in the objectives of thought. Islamic media has a great effect on this kind of knowledge. It is essential to build on the past knowledge, not to stop at a certain point in order to link between Islamic Shari‘ah and the contemporary updates. It is also essential to strike a balance between the Fiqh of objectives and innovations of the age in order to prove that Islam is valid for all times and places.

http://elazhar.com/conferences_eu/22/3.asp

Homepage identisch mit

Supreme Council for Islamic Affairs

http://www.awkaf.org/

http://www.alazhr.com/

[24] Am 24. Februar 2006 gab der muslimbrudernahe bosnische Großmufti Mustafa Cerić (Sarajevo) von der Moschee von Zagreb (Kroatien) aus die Declaration of European Muslims bekannt (Deklaracija evropskih Muslimana)

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

Deutsch (njemački) unter Deklaracija_njem.doc

http://www.rijaset.ba/index.php?option=com_content&view=article&id=45:deklarcija-evropskih-muslimana&catid=2:uncategorised

[25] aus: „Der Islam muß in jedem Land anders ausgelegt werden“

in: FAZ 01.02.2005

http://m.faz.net/aktuell/politik/zentralrat-der-muslime-der-islam-muss-in-jedem-land-anders-ausgelegt-werden-1212160.html

[26] vgl. Nadeem Elyas: „Muslime im Kontext des europäischen Pluralismus“, aus: Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein (Aachen 1997)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/11/180/

[27] Christian Giordano ist Professor für Sozialanthropologie an der Uni Freiburg und Verfechter eines «Rechtspluralismus». In der Zeitschrift «Tangram» plädiert er für eine teilweise Einführung der Scharia in der Schweiz. Insbesondere im Bereich des Zivil- und Familienrechts sowie in Finanzbelangen soll «kulturellen Eigenheiten Rechnung» getragen werden. Und mithin islamisches Recht gelten – sofern dieses der Verfassung nicht widerspreche.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

[28] Die Scharialobbyisten der indischen Deobandi vermeiden das Wort Dhimma und reden von Koexistenz (co-existence).

Islam and co-existence … Non-Muslims in Islam and their rights … In fact, Islam is the religion of blessings, kindness and tolerance for all humanity without any differentiation. It stresses on its followers to behave with equality, sympathy, love and tolerance towards non-Muslims. It orders the rulers not to have any discriminatory attitude towards them. Their lives, honour, property and rights must be protected.

http://worldmuslimcongress.blogspot.com/2008/03/islam-and-co-existence.html

I’m very pleased to see the work we started 15 years ago carried on by a new generation of bridge-builders and peace-makers as 3FF brings dialogue and cooperation to new audiences and regions.

http://www.3ff.org.uk/15th-anniversary/a-message-from-sir-sigmund-sternberg.php

Frieden gibt es nur über mehr Abschotten und Ghetto-Bilden:

Towards peaceful co-existence

http://www.vanguardngr.com/2012/05/towards-peaceful-co-existence/

Die ansteigende Apartheid werde überbrückt:

building bridges between communities

http://www.3ff.org.uk/about-us/history.php

Gelingender Brückenbau – nicht ohne Bruder Tariq:

A bridge across fear: an interview with Tariq Ramadan

http://www.opendemocracy.net/faith-europe_islam/article_2006.jsp

Mehr Brücke über der Kluft zwischen säkularem Recht und Scharia:

Tariq Ramadan: a bridge builder between Islam and the West

http://www.ronhaleber.nl/tariq.html

[29] tripartite division … dar al-sulh [ dār aṣ-ṣulḥ ]

Religion and International Law (p 96)

http://books.google.de/books?id=8CxMFjU12OUC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Dr. Mustafa Ceric, a high-ranking Bosnian Muslim cleric, defines dar-al-Sulh as more of an intermediary area

aus: Robert Spencer: Islam Unveiled: Disturbing Questions about the World’s Fastest-Growing Faith (p 169)

http://books.google.de/books?id=eanFm7hiM1cC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

[30] Sozialwissenschaftler Dr. Thomas Tartsch über den „Uniday 2009“ der IGMG

http://www.newsmax.de/sozialwissenschaftler-dr-tartsch-sieht-uniday-2009-der-milli-goerues-in-dortmund-als-problematisch-an-news57851.html

[31] Islamiat (WALI – Verein für Integration und Begegnung, Helenenbergweg, Dortmund)

http://www.data.islamiat.de/index.php?option=com_contact&view=category&catid=0&Itemid=41

im Dunstkreis: der in Dschidda (Jeddah, Saudi-Arabien) aufgewachsene und in Heilbronn lebende Neil Radhan oder Neil Bin Radhan:

Idschāza [islamische Lehrbefugnis] bei Scheich ‚Abdul-Mu’ti Ad-Dāhir /Saudi-Arabien im Fach Ḥadīthwissenschaften (arab. Uṣūl al-Ḥadīth)

Idschāza bei Abu Sārah Muhammad Al-Husein/Saudi-Arabien bzgl. der Lehrinhalte des Fachs Uṣūl al-Fiqh aus dem Buch „Al-Uṣūl min ‚Ilmil-Uṣūl“ (über die Grundlagen des Fiqh) von Al-‚Uthaimīn; Zertifikat, dieses Buch zu lehren (2006)

Fiqh-Unterricht bei Scheich ‚Abdul-Mu’ti Ad-Dāhir/Saudi-Arabien und in den allgemeinen Sitzungen von Scheich Muhammad Al-Muchtār Asch-Schinqīṭi.

http://www.durus.de/kurzbiographie.html

Welcher Islamverband ist inschallah ziemlich belanglos, welcher Mufti, welcher Scheich manchmal viel wichtiger:

Imam Shafi’is Qawl Jadid & Qadim

bei der Seite: At-Tanzil (wohl von einem gewissen Abū Taymiyyah al-Shāfi’ī)

http://at-tanzil.de/u%E1%B9%A3ul-al-fiqh/imam-shafiis-qawl-jadid-qadim

Ob Mouhanad Khorchide oder Pierre Vogel, an Imam al-Ghazali († 1111) kommt niemand vorbei und an Imam asch-Schafi’i († 820) auch nicht. Schafiitische Islamgelehrsamkeit wird von drei Scheichen verwaltet und postet Fatwas unter ShafiiFiqh.com – die Misbaḥa oder Masbaḥa ist die Gebetskette. Darf die aus Kamelknochen sein? Fatwa. Using a Bone Tasbih

http://www.shafiifiqh.com/category/halal-and-haram/utensils/

http://www.shafiifiqh.com/

[32] Paradies-Checkliste: Der Weg zum Paradies. Oder: Wenn heute dein letzter Tag wäre …

bei: Hadhemi Gafsi: ISLAM LEBEN: Erfolg im Diesseits & Jenseits

http://islam-leben.de/blog/islam-leben/paradies-checkliste-der-weg-zum-paradies/

[33] Die aufgelisteten sechzig „Großen Sünden“ im Islam

http://islam-pedia.de/index.php5?title=Gro%C3%9Fe_S%C3%BCnden

[34] Nadeem Elyas: „Der Islam regelt als ganzheitliche Lehre alle Bereiche des Lebens“, aus: Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein (Aachen 1997)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/11/180/

[35] Dhikr

http://de.wikipedia.org/wiki/Dhikr

[36] Rumi

http://de.wikipedia.org/wiki/Dschalal_ad-Din_ar-Rumi

[37] Qawwali

http://de.wikipedia.org/wiki/Qawwali

[38] Die einstige Bundestagspräsidentin hat keine Berührungsängste zur Gülenbewegung: FID, Beirat

http://www.dialog-berlin.de/%C3%9Cber-uns/

[39] The Islamic Shari’ah contains rules of all past events, current problems and all possible incidents that may happen. Nothing has happened in the past or is happening at present or will happen in the future except that each and every one of those things has a ruling from the Islamic Shari’ah. The Islamic Shari’ah encompasses all actions of man, completely and comprehensively, at every time and place.

aus: Abu Ismael: Who is al-Hakim (The Legislator)?

in: Islamic Revival 05.12.2005

http://islamicsystem.blogspot.de/2005/12/who-is-al-hakim-legislator.html

[40] Who is the „we,“ who is the „us,“ and who is the „I“ at a given time and place, and what do these terms really mean?

http://muse.jhu.edu/journals/cst/summary/v026/26.1annaim.html

[41] Ramadan suggests that Muslims follow the precedent of the Prophet and his companions even when that precedent contradicts the revealed text of the Koran. He seeks the suspension of certain rules for all Muslims, rejecting the notion of a two-tiered system in Islamic jurisprudence. He wants thereby to preserve Islam’s universality while allowing for the specificities of time and place.

http://www.tariqramadan.com/spip.php?article1083&lang=fr

[42] Mustafa Cerić: »In the sharı¯’’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God, a covenant that is the same in content if not in form as the previous covenant contained in the Old Testament of Moses and the New Testament of Jesus. […]

Hence, this Islamic covenant, the sharı¯’ah, is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable. It is perpetual because it is God’s infinite (azalı¯) word in the past; it is not negotiable because it has a power to enforce obedience; and it is not terminable because it is infinite (abad) into the future.

The fiqh (Islamic applied law) is not the sharı¯’ah. Rather, it is a particular understanding of the sharı¯’ah. Thus, the fiqh (understanding) of the shari’ah of a particular person or group is not perpetual, it is negotiable and it is terminable. The sharı¯’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs12290-007-0004-8

[43] Vom 7. bis 9. Oktober 2012 hat der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, die Türkei besucht. Im Mittelpunkt standen politische Gespräche in Ankara mit Premierminister Recep Tayyip Erdoğan, mit Parlamentspräsident Cemil Çiçek und dem Minister für EU-Angelegenheiten, Egemen Bağış. …

In seiner Dankesrede zeigte sich Hans-Gert Pöttering erfreut und bewegt. „Frieden, Demokratie und Menschenrechte sind mir ein Herzensanliegen“, sagte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung. Für sein weltweites Engagement sei in erster Linie der Friedensgedanke entscheidend. Pöttering: „Ich glaube fest an den Dialog der Kulturen. Wir müssen einen Kampf der Kulturen vermeiden und nicht an dessen selbsterfüllende Prophezeiung glauben. Unser Anliegen muss stets der Dialog der Kulturen, Frieden, Freiheit und Menschrechte für alle Menschen bleiben.“

aus: Hans-Gert Pöttering zu politischen Gesprächen in der Türkei

Gespräche mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und Parlamentspräsident Cemil Çiçek

Pressemitteilungen, Nr. 59, Berlin, 10.10.2012

Hrsg.: Konrad-Adenauer-Stiftung

http://www.kas.de/wf/de/33.32351/

Mit Bildungs- und Beratungsmaßnahmen leistet die KAS in Pakistan einen Beitrag zum Demokratisierungsprozess. Dazu zählen beispielsweise Austauschprogramme zwischen zivilgesellschaftlichen und politischen Akteuren aus Pakistan und Afghanistan.

http://www.kas.de/wf/de/33.33429/

Die theologisch prononcierteste Äußerung zur Verhältnisbestimmung aus der Sicht islamischer Theologie zum modernen demokratischen Verfassungsstaat wurde von dem geistlichen Oberhaupt der ca. 2 Millionen Muslime in Bosnien-Herzegowina, Großmufti Dr. Mustafa Ceric aus Sarajewo vorgelegt. Sein im Jahr 2007 im European View erschienener Aufsatz „The challenge of a single Muslim authority“ löste eine kontroverse Debatte aus, weil er darin in einem theologischen Begründungszusammenhang die Sharia „als ewig, nicht verhandelbar und unendlich“ beschrieb.

Großmufti Dr. Ceric ist zudem für die Debatte interessant, weil er für einen autochtonen europäischen Islam steht, der einem Dialog zwischen den Religionen und Kulturen offen gegenübersteht. Muslimische Existenz in Europa basiere seiner Meinung nach auf drei Eckpunkten: dem Glaubensbekenntnis, der Sharia (die als Weltanschauung, als kollektive Identität das einigende Band zwischen Gott und Menschen darstellt) und einem Imamat (die als innerweltliche Autorität die Führerschaft in der muslimischen Gemeinschaft innehat).

Nach Ceric kann keine Gesellschaft dauerhaft ohne Moral bestehen. Moralität aber wird durch „Glauben“ (faith) im Sinne einer tief verwurzelten Gewissheit und Verbindlichkeit gewährleistet, die in der Verbindung zu Gott ihren tragfähigen Grund hat. Da Individuum und Gemeinschaft so mit einander verbunden sind, kommt er zu dem Ergebnis, dass die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates in Sachen Religion eine Fiktion sei. Es käme vielmehr darauf an, wie Politik und Religion aufeinander abgestimmt seien. …

In der Schlussdiskussion unterstrich Ceric, dass in ethischen Fragen Anregungen für die Politik von islamischer Spiritualität und Religiosität gegeben werden können. Kritischen Rückfragen zu seinem Modell eines „Gesellschaftsvertrages“, das er nicht im Sinne Rousseaus, sondern aus seinem Verständnis der Sharia herleitet, wich er in seinen Antworten aus. Hier wäre es aber interessant gewesen, wie er in der praktischen Ausgestaltung eines solchen Gesellschaftsvertrages der Gefahr der Bildung eines Sonderrrechtes für eine religiöse Minderheit entgehen will, die einer vollen und gleichberechtigten Teilhabe an der Zivilgesellschaft praktisch im Wege steht.

aus: Vereinbarkeit von Verfassung und europäischem Islam – eine Herausforderung

Fachgespräch in Berlin, Berlin, 28.09.2012

Konrad-Adenauer-Stiftung

http://www.kas.de/wf/de/33.32231/

[44] While Erdogan suggests secularism (or neo-laicism) as a model for the Arab world, quite the opposite is happening in Turkey. … The newspaper Zaman, however, close to Erdogan’s political party, the AKP, wrote that Erdogan’s stances on secularism were honest, as he identifies it an indispensable part of democracy.

http://www.gatestoneinstitute.org/2456/turkey-erdogan-secular-islamism

Zaman is known to be related with the Fethullah Gülen movement but the movement is not the owner.

http://en.wikipedia.org/wiki/Zaman_%28newspaper%29

Gülenbewegung:

Movement participants have set up a number of media organs, including Turkish-language TV stations (Samanyolu TV, Mehtap TV), an English-language TV station in the United States (Ebru TV), a Turkish-language newspaper (Zaman), an English-language newspaper (Today’s Zaman) , magazines and journals in Turkish (Aksiyon, Sızıntı, Yeni Ümit), English (The Fountain Magazine), and Arabic (Hira), an international media group (Cihan) and a radio station (Burç FM).

http://en.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClen_movement

For over a decade now, US administrations have hailed Turkey’s Islamist AKP government led by Prime Minister Erdogan as a model of democracy and “moderate” Islam. In the wake of the Arab Spring, Prime Minister Erdogan traveled to Libya, Egypt and Tunisia as an extension of American “soft power” to encourage fledgling governments to adopt the Turkish version of Islamic democracy.

The problem here is that Washington is again allowing pragmatism to trump principle. The US is apparently so eager to find alternative vehicles of political expression to combat radical Islam in the Middle East that it is willing to gloss over the gross violations of basic human rights being perpetrated in its chosen “model” for the world of Islam.

It is no secret that Erdogan and his chief advisors are ardent admirers of the Ottoman state, the vast empire ruled by the Turks for 600 years.

aus: Luke Montgomery: Washington’s misplaced support for Turkey’s Erdogan

in: The Washington Times 23.12.2012

http://communities.washingtontimes.com/neighborhood/looking-luke/2012/dec/23/Turkey-erdogan-washington-sultanate/

[45] Article 24

Publications and the press have freedom of expression except when it is detrimental to the fundamental principles of Islam or the rights of the public. The details of this exception will be specified by law.

http://www.iranonline.com/iran/iran-info/Government/constitution-3.html

Islamic Republic of Iran Constitution

http://www.iranonline.com/iran/iran-info/Government/constitution.html

[46] Cairo Declaration on Human Rights in Islam, Aug. 5, 1990

ARTICLE 22:

Everyone shall have the right to express his opinion freely in such manner as would not be contrary to the principles of the Shari’ah. 1. Jeder ist berechtigt, das Richtige zu vertreten, das Gute zu verkünden und vor dem Schlechten und Bösen zu warnen, wie es den Normen der Islamischen Scharia entspricht. Everyone shall have the right to advocate what is right, and propagate what is good, and warn against what is wrong and evil according to the norms of Islamic Shari’ah.

http://www1.umn.edu/humanrts/instree/cairodeclaration.html

[47] Morteza Motahari, The order of women’s rights in Islam, Ghom, Sadra, 1989 (1368), pg 152: “The noble Koran reminds us that a woman is a blessing for man, and brings tranquility and peace to his heart.”

Morteza Motahari, Hijab, Ghom, Sadra, 1989 (1368), pg 87: “Koran has assigned a duty to women to cover their body from non-related men and refrain from displaying themselves and acting ravishingly in public. They should not in any way, form, and shape and for any reason cause the sexual arousal of other men. The human soul is easily excited…there is no end to a man’s desire to possess beautiful women, to a woman’s desire to attract men and win their hearts and to a heart’s appetite for lust.”

http://dutch.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?f=34&t=15149&start=0

[48] Ayatullah Morteza Motahhari (bei m-haditec, Brüder Özoguz, Bremen)

http://www.m-haditec-verlag.de/Literatur/Alle-Autoren/Ayatullah-Morteza-Motahhari/

[49] Werner Schiffauer: Nach dem Islamismus – Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs. Eine Ethnographie

http://www.suhrkamp.de/buecher/nach_dem_islamismus-werner_schiffauer_12570.html

[50] aus: „Die liberalen Muslime müssen Flagge zeigen“, sagt Frau Spuler-Stegemann

in: taz 22.11.2003

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/11/22/a0122

[51] There is little information about Muhamed Ciftci’s work at that time, but it is known that the IHH was during the 90’s involved in the support of Jihadist cells in Bosnia and employed Fateh Kamel as their local Bosnian contact man.

http://www.globaljihad.net/view_page.asp?id=2027

Fateh Kamel … He fought with the “Al Mujahid” unit under the command of the Algerian Abdelkader Mokhtari and was in the payroll of the Turkish IHH – Charity. In Bosnia, Fateh Kamel met French converts to Islam – Lionel Dumont and Christopher Caze, the future members of the ultra-violent French Jihadist group known as the “ Roubaix Gang”.

http://www.globaljihad.net/view_page.asp?id=294

[52] Moscheeverlag

http://www.moscheeverlag.de/index.php?cat=c3_Glaubensgrundlagen.html&page=1

http://www.moscheeverlag.de/index.php?cat=c3_Glaubensgrundlagen.html&page=2

Bilal Philips (Abu Ameenah Bilal Philips)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilal_Philips

http://www.fr-online.de/frankfurt/radikale-prediger-in-frankfurt-fundamental-getrennt,1472798,8365076.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13254240/Islamistischer-Prediger-aus-Deutschland-ausgereist.html

[53] Koran, Sure 5:44

http://www.islamfatwa.de/qur-an,-sunnah-offenbarungsschriften/69-tafsir/883-al-maida-44-wer-nicht-nach-dem-waltet-was-allah-herabgesandt-hat

Übersetzt von Dr. Ghali:

And whoever does not judge according to what Allah has sent down, then those are they (who are) the disbelievers.

http://quran.com/5/44

[54] Verfassungsschutz Niedersachsen: Ideologie & Ziele der IGMG (abgerufen am 27.02.2013)

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12349&article_id=54200&_psmand=30

[55] Syed Farid Alatas ist Leiter des Fachbereichs für Malaiische Studien sowie Associate Professor am Fachbereich Soziologie der National University of Singapore.

Masyarakat Madani [ gespr. Mascharakat Madani, sy wird indonesisch und malaiisch „sch“ gesprochen, vgl. syariat = Scharia; zu arab. sch-r-k, gesellig / gesellschaftlich / sozial, etwa im arabischen Wort für Sozialismus sowie im alten theologischen Begriff des verwerflichen Schirk, der „Beigesellung“ eines Götzen zu Allah ] ist nicht als Zivilgesellschaft misszuverstehen, sondern ist ein südostasiatisches Modell der guten gesellschaftlichen Transformation (Islamisierung). Erfinder ist Syed Naquib al-Attas. Der malaysische Politiker Anwar Ibrahim führte den Terminus 1995 in Indonesien ein, wo man gerade ein anständiges (schariakompatibles) landessprachiges Wort für civil society suchte. Masyarakat ist Gesellschaft (society), Madani heißt auf die muslimische Urgemeinde von Medina bezogen, medinensisch (ja, Stadt schlechthin heißt auch Madina, gemeint ist aber vor allem die vorbildlichste aller Städte, al-Madīna al-munawwara). Syed Farid Alatas stellt klar: „Syed Muhammad al-Naquib al-Attas (1976) hat betont, dass sich das Konzept von der Masyarakat Madani nicht auf eine zivile bzw. staatsbürgerliche Gesellschaft, sondern vielmehr auf eine religiös basierte Gesellschaft bezieht, die sich auf dem ethischen System und der moralischen Ordnung des Islam aufbaut.

http://dewesternizingcomm.blogspot.de/2008/12/syed-farid-alatas-resume-and-abstract.html

De-Westernizing Communication Research: What is the Next Step?

Conference: 13-14 December 2008, Department of Journalism, National Chengchi University, Taipei, Taiwan

http://dewesternizingcomm.blogspot.de/2008/07/de-westernizing-communication-research.html

[56] IGMG-Tagung mit ECFR-Scheich, Bonn 2007

http://www.igmg.org/gemeinschaft/symposium-2007.html

[57] Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM), Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007

http://koordinationsrat.de/media/File/krm_go.pdf

http://religion-recht.de/2010/08/geschaftsordnung-des-koordinationsrates-der-muslime-in-deutschland/

Einsperren ins Schariakollektiv – dass mir keiner aus der Reihe tanzt; ein online bei ZMD inzwischen (2013) herausgenommenes Grundlagenpapier von 1999:

AUFGABEN UND ZIELE DES ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHTS

Eine islamische Glaubenspraxis ohne und außerhalb der Gemeinschaft der Muslime ist nicht denkbar. Aufgabe des Religionsunterrichts ist es daher, den Schülern die Wechselwirkung zwischen Gemeinschaft und Individuum bewusst zu machen, aufmerksam zu machen auf die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehungen für die Entwicklung des Einzelnen, aber auch auf das Gelingen von islamischer wie allgemein menschlicher Gemeinschaft durch unterschiedliche Fähigkeiten und das Zusammenwirken ihrer Glieder.

Grundlegende Aufgabe eines islamischen Religionsunterrichts ist, Glauben und islamische Lebensweise mit der konkreten Lebenswirklichkeit und den Lebenserfahrungen der Schüler zusammenzuführen in einer Weise, dass sie einander wechselseitig erschließen und erklären. Dieses didaktische Prinzip der Korrelation soll verhindern, dass der Islam allein als theoretisches Regelwerk vermittelt wird, ohne Bezug und ohne Bedeutung für die konkrete Lebensgestaltung des Einzelnen wie auch der Gemeinschaft im Hier und Jetzt.

aus: Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (Hrsg.), Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht, Köln 1999

http://www.ganztagsschulen.org/_downloads/ZDMIRU.pdf

bei ifi kritisiert Eberhard Troeger das ZMD-Konzept zum Islamischen Religionsunterricht von 1999

„Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht“ – Einige kritische Anmerkungen

„The Curriculum for Islamic Religious Education“ – Some Critical Remarks

http://www.islaminstitut.de/uploads/media/IFIZ2001-2.pdf

[58] Comunidad Islámica en España

http://www.cislamica.org/

In Germany for example there are two groups in Freiburg and Potsdam … linked to the Weimar Institut, which publishes the newspaper Islamische Zeitung. … In general, the Murabitun have a rather negative public image and have been accused of both fundamentalism and Nazism. It has been alleged that they want to re-establish the caliphate in Europe and recover al-Andalus, that their “aggressive” missionary activities deliberately concentrate in regions with intense social conflict (e.g. Chiapas, Chechnya, and eastern Germany), that their shaykh has personal ties with neo-Nazi groups, and that their ideology and discourse contain strong fascist and anti-Semitic ideas. Their financial sources have been reported as being obscure and connected in some way to Malayasia and Dubai.

On their own websites the Murabitun themselves promote adherence to a lifestyle based on the rules by which the Prophet governed Medina as transmitted by Imam Malik, and, most important, autonomy from and boycott of the capitalist banking system and its usurious practices which are held responsible for the fall of the last caliphate. This means that in the long run all trade should function on the basis of dinars and dirhams and correct zakat should be restored. Till then, they offer a system of e-dinars on the internet (www.e-dinar.com), and within their communities try to avoid paper money which is considered haram (forbidden).

from: Natascha Gavin: The Murabitun in Mexico

first publication in: Spring 2005 issue of the ISIM Review journal. ISIM is the International Institute for the Study of Islam in the Modern World.

http://www.spittoon.org/archives/2574

[59] In May 2010, Pakistani terrorists attacked two Ahmadiyya mosques in Lahore with grenades and automatic rifles, killing 86 and injuring more than 120. Earlier in February this year, an Indonesian mob attacked an Ahmadiyya community in Cikeusik, Java [Indonesia]. Videos released on the Internet showed the mob chanting “Allahuakbar” (God is great) as they beat and killed three Ahmadis, raining blows on them with sticks and stones even as they lay dead on the ground. … While outright violence against Malaysia’s 2,000-odd Ahmadis is unknown, the sect’s believers nevertheless are given the cold shoulder by both the authorities and locals. … Deceased Malaysian Ahmadis were not allowed to be buried in Muslim cemeteries, Ainul said, adding that their bodies had to be taken to a special gravesite in Cheras. … A few religious Muslim leaders, he claimed, were raising suggestions to change the Ahmadis’ religion under the MyKad to “Qadiani” instead of “Muslim”. … Citing a nearby mosque in the area, he said: “The uztaz (religious leader) made a speech…saying, ‘In Indonesia, these people (Ahmadis) can be killed.’ So indirectly, they’re asking the community to attack us.”

aus: Patrick Lee: Malaysia’s Ahmadis living dangerously

in FMT – Free Malaysia Today 08.11.2011

http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2011/11/08/malaysias-ahmadis-living-dangerously/

[60] Bekannte Naqschbandi (Auswahl)

Turgut Özal, ehem. Ministerpräsident der Türkei

Necmettin Erbakan, ehem. Ministerpräsident der Türkei

Recep Tayyip Erdoğan, Ministerpräsident der Türkei

Scheich Muhammad Nazim Adil al-Qubrusi al-Haqqani

http://de.wikipedia.org/wiki/Naqschbandi#Bekannte_Naqschbandi

Als Angehöriger des Sufi-Ordens der Naqschbandi betrieb Özal sowohl die wirtschaftliche Öffnung der Türkei als auch deren Re-Islamisierung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Turgut_%C3%96zal

[61] WELT 20.07.2007, Boris Kalnoky: Das System von Recep Tayip Erdogan

„Gott sei Dank sind wir Anhänger der Scharia“, sagte Erdogan 1994 der Zeitung ‚Milliyet’. Der Satz daraus „unser Ziel ist der islamische Staat“, hat die Türkei erschüttert

http://www.welt.de/politik/article1042341/Das_System_von_Recep_Tayip_Erdogan.html

[62] Boris Kalnoky: Religionsamt warnt Frauen vor Parfüm und Deo

in: Die Welt 25.05.2008

http://www.welt.de/politik/article2042899/Religionsamt-warnt-Frauen-vor-Parfuem-und-Deo.html

Daniel Steinvorth: Islam in der Türkei: Wenn Frauen besondere Reize aussenden

in: Der Spiegel 01.06.2008

http://www.spiegel.de/politik/ausland/islam-in-der-tuerkei-wenn-frauen-besondere-reize-aussenden-a-556473.html

[63] Wann soll eine Frau Parfüm benutzen und „sich schön machen“?

http://islamfatwa.de/kleidung-schmuck/101-koerperpflege-a-kosmetik/513-wann-soll-eine-frau-parfuem-benutzen-und-sich-qschoen-machenq

[64] Abū l-Faraǧ Ibn al-Ǧauzī: Kitāb aḥkam an-nisā

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/08/02/135/

[65] Tutzing. Toleranzpreis für Schäuble, Laudator ist Cerić

http://web.ev-akademie-tutzing.de/cms/index.php?id=686

Suchbegriff Tutzing eingeben, Schäuble und Cerić finden

http://www.eugen-biser-stiftung.de/80.html

Bei der Frühjahrstagung der evangelischen Akademie in Tutzing kam es am 19. März zu einem höchst sehenswerten Schlagabtausch zwischen Henryk M. Broder, Imam Bajrambejamin Idriz und dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Präses Nikolaus Schneider, der sich in der Mitte zwischen beiden zu positionieren versuchte.

http://www.balkanforum.info/f26/schlagabtausch-zwischen-henryk-m-broder-imam-bajrambejamin-idriz-nikolaus-schneide-196943/

[66] Bacem Dziri und ECFR-Scheich Siddiq (Wolfgang Borgfeldt), »III. Heidelberger Islamwochen«

http://eifelginster.wordpress.com/2012/12/07/320/

http://eifelginster.wordpress.com/2012/11/30/318/

http://eifelginster.wordpress.com/2012/11/26/317/

Uni Osnabrück, das Institut für Islamische Theologie (IIT) und die drei KAS-Stipendiaten Rauf Ceylan, Bacem Dziri und Michael Kiefer. Umgeben von anderen Schariafreunden wie Bülent Ucar, Sylvia Horsch-Al-Saad und Kathrin Klausing.

http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/personen.php

[67] Vertreter des IIT zu Gast beim Großscheich der Al-Azhar – Kooperationsvereinbarung nach 2,5 Jahren Vorarbeit feierlich unterzeichnet

In einem sehr aufgeschlossenen Gespräch zeigte seine Eminenz, der Großscheich Prof. Ahmad Mohammad al-Tayyeb, seine Hochachtung und Begrüßung des langjährigen Engagements des Osnabrücker Instituts und betonte: „Ihre Arbeit verkörpert unseren Wunsch, dass die Muslime Europas im Bereich der Islamischen Theologie ihren eigenen Weg einschlagen können.“

Nach insgesamt 2,5 Jahren geleisteter Vorarbeit ist Ergebnis der Gespräche und Verhandlungen mit dem Großscheich und seinem Berater Prof. Mahmoud Al-Azab vor Ort, dass die Studierenden des Osnabrücker Instituts die arabische Sprache am Zentrum für Arabisch der Al-Azhar als Fremd- und islamtheologische Sprache erlernen können, wobei seine Eminenz für diesen Zweck bis zu drei Stipendien zugesprochen hat. Ferner wurden im Rahmen eines Praktikums an der Al-Azhar-Universität gemeinsame Imamweiterbildungsprogramme für Osnabrücker und ägyptische Studenten vereinbart. Des Weiteren wurde die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zugesichert, sodass die Studierenden des IIT mit dem geplanten Beginn des Studentenaustausches ab dem SS 2013 die Gelegenheit erhalten werden, während ihrer Aufenthalte an der Al-Azhar-Universität, einige Leistungsscheine an der deutschsprachigen Abteilung für Islamische Studien zu erwerben. Darüber hinaus werden die Studenten des IIT an einem besonderen Qualifizierungsprogramm zum Mufti (einem religiösen Rechtsgutachter) des ägyptischen Fatwa-Amts teilnehmen können. …

http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/images/MITTEILUNG_-_IIT_-_Kairo_-_Al-Azhar.pdf

[68] Teilnehmer des 150. Bergedorfer Gesprächskreises

»Die Zukunft der Demokratie in der arabischen Welt«

16.-18. März 2012, Kairo, Ägypten

http://www.koerber-stiftung.de/internationale-politik/bergedorfer-gespraechskreis/gespraechskreise/150-gespraechskreis/teilnehmer.html

Bülent Ucar, Lebenslauf, bei: Deutsche Islamkonferenz (DIK)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/DIK/UeberDIK/Teilnehmer/ucar/ucar-inhalt.html

[69] Denn es besteht keinerlei Zweifel darüber, dass die ahl al dhimma Bürger des islamischen Staates sind. [Wobei] es eine gewisse Differenzierung zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Untertanen gibt. … Es ist auch völlig ausgeschlossen, dass dschizja den Nichtmuslimen dafür auferlegt werden könnte, dass man »sie leben lässt«. Denn im Koran heißt es ausdrücklich: »Und ihr sollt nicht das Leben töten, das Gott unverletzlich gemacht hat, es sei denn nach Recht«. … Das Wesen der dschizja lässt sich am besten verstehen, wenn wir uns ins Gedächtnis rufen, dass Nichtmuslime nicht zum Wehrdienst verpflichtet sind. Das ist durchaus gerecht im Hinblick darauf, dass der islamische Staat auf einer Ideologie beruht, an die die Nichtmuslime nicht glauben.

aus: Said Ramadan: Das islamische Recht (1961)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

[70] RIGD

http://rigd.de/

Der Vorstand des Rats der Imame und Gelehrten (RIGD) besteht aus

Dem Vorsitzenden, Dr Khaled Hanafy, Hochschullehrer der Alazhar-Universität (Islamisches Recht) sowie Imam und Rechtsberater des Islamischen Informationszentrums in Frankfurt am Main (www.iisev.de)

– Dem Stellvertretenden Vorsitzenden, Sheikh Mohammed Mustafa Antar, Absolvent der Azhar-Universität, Imam der Tarik ibn Ziad Moschee in Frankfurt am Main

Geschäftsführer und Schriftführer ist Sheikh Taha Amer, Absolvent der al-Azhar-Universität sowie Imam des Islamischen Zentrums in Eichenstrasse, in Frankfurt am Main.

Dem RIGD gehörten viele Fachausschüsse, denen ein Sprecher vorsitzt und sich mit Spezialfragen im Zusammenhang mit dem islamischen Leben in Deutschland und in Europa befassen.

http://rigd.wordpress.com/vorstand/

I.I.S. Islamische Informations- und Serviceleistungen

https://www.iisev.de/

Um eine Verständigung und friedliches Zusammenleben der Kulturen zu erreichen, sind Gespräche miteinander und nicht übereinander erforderlich.

https://www.iisev.de/20-0-Interreligioeser-Dialog.html

Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland (RIGD)

http://de.wikipedia.org/wiki/Rat_der_Imame_und_Gelehrten_in_Deutschland

[71] Larbi BECHRI

– Directeur scientifique de l’I.E.S.H.

– Membre du Conseil Européen de la Fatwa et des Recherches CEFR.

[ Anm.: Also des European Council for Fatwa and Research (engl. ECFR, frz. CEFR), dessen Chef Scheich Yusuf al-Qaradawi ist ]

– Docteur en théologie musulmane de l’Université d’Aix en Provence.

– Enseignant (depuis 1996) en Droit musulman.

ttp://www.iesh.org/index.php?option=com_content&view=article&id=58&Itemid=183

Beispiel Jordanien, Yarmouk University. Usul ad-Din (Usul Addin) sowie Fiqh („Like the other departments of faculty of Shariah and Islamic studies …“)

http://www.yu.edu.jo/en/index.php?option=com_k2&view=item&layout=item&id=26&Itemid=370

http://www.yu.edu.jo/en/index.php?option=com_k2&view=item&layout=item&id=27&Itemid=371

[72] DIdI-Reihe zum Islamischen Recht:

Samir Murad und Dr. Jasmin Pacic: Handels-, Arbeits- und Eigentumsrecht; Erbrecht; Strafrecht; Gerichtsverfahren; hier bei: Way to Allah (Adel Zaghdoud)

http://www.way-to-allah.com/dokument/Fiqh_Handels-_Erb-_und_Strafrecht.pdf

[73] „Ein Meilenstein für die Integration“ – Einweihung des ‚Zentrums für Islamische Theologie‘ an der Universität Tübingen

http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/newsticker-zentrum-fuer-islamische-theologie.html

[74] Am 24. Februar 2006 gab der muslimbrudernahe bosnische Großmufti Mustafa Cerić (Sarajevo) von der Moschee von Zagreb (Kroatien) aus die Declaration of European Muslims bekannt (Deklaracija evropskih Muslimana)

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

Deutsch (njemački) unter Deklaracija_njem.doc

http://www.rijaset.ba/index.php?option=com_content&view=article&id=45:deklarcija-evropskih-muslimana&catid=2:uncategorised

[75] Is civil marriage permissible in Islam?

Islam Q&A, Fatwa No. 113867

With regard to civil marriage that is done in a court that implements man-made laws, if what is meant is documenting the marriage and recording it, then this is something that is required, so as to protect people’s rights and prevent tampering with marriage. But if the conditions of marriage are not met or it involves anything that is contrary to sharee’ah with regard to divorce and so on, then it is not permissible to do it, unless documentation of the marriage cannot be done otherwise, or if the person has no choice but to do it. In that case he can do the correct marriage contract according to sharee’ah in an Islamic centre, then do the civil marriage in the court, but he should resolve to refer to sharee’ah law in the event of any dispute, and to disavow himself of the false rituals that accompany the marriage contract in some countries. The Muslims who live in western countries should strive to have their marriages recorded officially in Islamic centres, with no need to go to the civil marriage office.

http://www.islam-qa.com/en/ref/113867/

[76] Nein zur Sharia!

Einladung zur Konferenz am 8. März, dem internationalen Frauentag

http://www.ex-muslime.de/indexAktuell.html

Weltfrauentag 2013 – Kampf gegen die Scharia

Februar 16, 2013

Arabischer Frühling, weibliche Revolution und Säkularismus:

Nein zur Scharia!

Einladung zur Konferenz am 8. März,

dem internationalen Frauentag

Universität Frankfurt, AStA Festsaal, Bockenheimer Warte, Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main

Freitag den 8. März 2013, Einlass 16:00 Uhr

Taslima Nasrin

Maryam Namazie

Mina Ahadi

Houzan Mahmoud

Zana Ramadani

Necla Kelek

Nadeen Gamil

Equal Rights Now – Organisation gegen die Frauendiskriminierung

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) Deutschland

Die Revolutionen in den Ländern wie in Ägypten, Tunesien und Syrien, welche bekannt sind als „arabischer Frühling“ gegen das jeweilige diktatorische Regime, haben noch einmal das wichtige Thema der Situation der Frauen und der Emanzipation in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt. In diesen Ländern versucht der politische Islam sich durchzusetzen, an die Macht zu kommen und mit allen Mitteln zu erhalten.

Diese Situation stellt insbesondere die Frauen vor eine wichtige Frage: Mit solchen islamischen Regierungen, was wird mit uns Frauen geschehen?

Die bittere und schmerzhafte Erfahrung der Frauen im Iran sowie deren Kampf in den letzten 35 Jahren gegen die frauenfeindliche islamische Regierung ist vielen Menschen in den oben genannten Ländern bekannt.

Es ist offensichtlich, dass je mehr der Islam und die Religion Macht in der Politik und im Staat erhält, desto mehr werden die Frauen in der Gesellschaft zurückgehalten und rechtsloser dargestellt.

In dieser Konferenz mit den weltweit bekannten Rednerinnen wird über die Rolle des Islams und der islamischen Staaten im Leben der Frauen und über den Widerstand der Frauen gegenüber reaktionären islamischen Regierungen für die Freiheit und Emanzipation gesprochen.

Wir möchten unsere Solidarität mit der weltweiten Freiheitsbewegung der Frauen insbesondere in Ägypten, Tunesien, Libyen, Iran und … ausdrücken.

Wir laden alle Interessierten zu dieser Konferenz ein.

Koordinationskomitee der Konferenz

Kurze Biografie der Rednerinnen

Mina Ahadi

Mina Ahadi ist Gründerin des „Internationalen Komitee gegen Todesstrafe“ und Islam- und Religionskritikerin. Sie ist Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland und eine erfolgreiche und bekannte Aktivistin im Kampf für die Menschen- und Frauenrechte, gegen Steinigung und Todesstrafe weltweit.

Nadeen Gamil

Nadeen Gamil ist eine 21-jährige Frauenrechtlerin aus Kairo. Frau Gamil ist eine bekannte Sozialaktivistin und radikale Frauenbefreierin. Seit 2011 arbeitet sie mit dem ägyptischen Frauenverband, in welchem sie Operations Director und Mediensprecherin ist. Nadeens Vorbild ist ihre Mentorin und Kollegin Dr. Nawal El Saadawi, die das Fundament des Verbandes gelegt hat.

Necla Kelek

Necla Kelek ist in der Türkei geboren und ist eine deutschtürkische Sozialwissenschaftlerin. Sie ist ebenso eine Islamkritikerin wie Frauenrechtlerin. 1995 erschien ihr Buch „Die fremde Braut“. Für Die fremde Braut erhielt Kelek den renommierten Geschwister-Scholl-Preis.

Maryam Namazie

Maryam Namazie, geboren im Iran, ist eine Islam- und Religionskritikerin und Frauenrechtlerin. Sie ist Gründerin der Organisation „One law for all“ gegen Scharia-Gesetze, sie kämpft seit Jahren für die Frauen- und Menschenrechte. Sie ist eine bekannte Säkularistin und Gewinnerin von mehreren renommierten Preisen wie u. a. des „Secularist of the Year Award“ im Jahre 2005.

Taslima Nasrin

Taslima Nasrin ist eine Autorin und Ärztin aus Bangladesch. Sie setzt sich für die Rechte der Frauen ein und ist eine Islamkritikerin. Gegen sie wurde von einem islamischen Gericht das Todesurteil ausgesprochen. Sie erhielt im Jahr 1996 den „International Humanist Award“.

Houzan Mahmoud

Houzan Mahmoud ist eine Frauenrechtsaktivistin und Islamkritikerin aus Kurdistan-Irak. Sie ist Sprecherin der Organisation „Freiheit der Frau im Irak“ und ein bekanntes Gesicht in der Region. Sie organisierte mehrere Kampagnen für die Verteidigung der Frauenrechte im Irak und weltweit.

Zana Ramadani

Zana Ramadani ist Albanerin aus Mazedonien und lebt seit über 20 Jahren in Deutschland. Sie ist 29 Jahre alt und in eine muslimische Familie geboren. Frau Ramadani ist Frauenrechtlerin und Mitbegründerin von FEMEN Germany.

Q u e l l e und mehr

8 March 2013, International Women’s Day Event, Frankfurt, Germany

http://www.onelawforall.org.uk/8-march-2013-international-womens-day-event-frankfurt-germany/

ONE LAW for ALL

http://www.onelawforall.org.uk/

Maryam Namazie

http://www.maryamnamazie.com/

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/

Taslima Nasrin

http://taslimanasrin.com/

Taslima’s Banned books. Lajja (Shame), 1993

http://taslimanasrin.com/index2.html

Drei ins Deutsche übersetzte Bücher von Taslima Nasrin. Scham (Lajja; Shame). Lied einer traurigen Nacht: Frauen zwischen Religion und Emanzipation. Das Mädchen, das ich war.

http://www.amazon.de/Taslima-Nasrin-Scham/dp/B007R2VK4O/ref=sr_1_7?s=books&ie=UTF8&qid=1361116770&sr=1-7

http://www.amazon.de/traurigen-Nacht-zwischen-Religion-Emanzipation/dp/3453122984/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1361116770&sr=1-5

http://www.amazon.de/Das-M%C3%A4dchen-das-ich-war/dp/3499609452/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1361116770&sr=1-4

Houzan Mahmoud

http://houzanmahmoud.blogspot.de/

Bücher von Necla Kelek

http://www.kiwi-verlag.de/spezialseiten/autorsuche/?id=1058

Solidarität mit OL4A

Februar 4, 2013

المساواة في القانون

al-musāwāh fī ʾl-qānūn

Equality before the law

Gleichheit vor dem Gesetz

Ein weiteres arbeitsreiches Jahr für OL4A, die One-Law-for-All-Kampagne

Jahresrückblick auf 2012. Unautorisierte Übersetzung aus dem Englischen durch Cees van der Duin.

Liebe Freundin, lieber Freund,

für uns als OL4A oder One-Law-for-All-Campaign liegt ein weiteres arbeitsreiches Jahr hinter uns und wie immer bedanken wir uns bei dir für deine Unterstützung – ohne die unsere grundlegende Arbeit gar nicht möglich wäre. Insbesondere sprechen wir unseren regelmäßigen Spendern unseren Dank aus.[1]

Am 17. Januar 2013 sprach die aus dem Sudan stammende Ex-Muslima und One-Law-for-All-Aktivistin Nahla Mahmoud auf dem seit 1990 privaten britischen Fernsehsender Channel 4 zur diskriminierenden Natur der Scharia und zur drängenden Notwendigkeit unserer Kampagne auf.[2]

2012 ist ein Jahr voller Höhen und Tiefen in unserem Kampf gegen Scharia und radikalen Islam und für die Verteidigung von Säkularismus, Gleichheit und Recht gewesen, doch nun gibt es für uns allen Grund, optimistisch ins Jahr 2013 zu gehen.

Die öffentliche Debatte über die Scharia beginnt sich zu verändern, was sich nirgendwo so deutlich zeigt wie anlässlich unserer Reden und Vortragstermine. Universitäre Gesellschaften kreuz und quer durch das Vereinigte Königreich sprechen sich zunehmend für Säkularität und allgemeine Menschenrechte aus. Des Weiteren ist ein Gesetz, das den Einfluss der Scharia in Großbritannien regulieren soll, in zwei Lesungen im Oberhaus des Britischen Parlaments (House of Lords) behandelt worden und die Schariakörperschaften sind insofern des Kindesmissbrauchs überführt worden, als dass sie kleine Mädchen an alte Männer „verheiraten“. Auch das Thema Zwangsverheiratung ist im Parlament diskutiert worden bei der Regierungszusage der Kriminalisierung dieser Praxis. Unsere Kampagne OL4A wächst und beeinflusst alle diese Diskurse weiterhin – einschließlich unseres grundsätzlichen Zurückweisens des Versuchs der extremen politischen Rechten, die Schariadebatte im Sinne ihrer eigenen, rassistischen Agenda zu kapern.

Einen Überblick über unsere Aktivitäten des Jahres 2012 finden Sie auf unserer Homepage.[3]

Unsere Pläne für 2013

Mit eurer Hilfe wird OL4A – One Law for All auch in Zukunft den Kampf gegen die Scharia und für gleiche Rechte für alle in Großbritannien und anderswo anführen, wozu auch die Unterstützung des Gleichheitsgesetzes (siehe Petition)[4] sowie Reden im Inland und Ausland gehören werden, um das entsprechende öffentliche Problembewusstsein zu schaffen und Unterstützung zu mobilisieren.[5]

Außerdem planen wir die Veröffentlichung eines Berichts mit dem Titel: Die Nähe zum Unterdrücker suchen: Die proislamistische Linke (Siding with the Oppressor: The Pro-Islamist Left), die unseren vorausgegangenen Bericht: Feinde, keine Verbündeten – Die extreme Rechte (Enemies Not Allies – The Far Right)[6] ergänzt und all jene beleuchtet, welche die Islamisten und Scharialobbyisten mit Schutz und Schirm unterstützen und versorgen. Ferner wollen wir einen Bericht publizieren und ein Seminar abhalten zu den Versäumnissen des Multikulturalismus im Hinblick auf den Schutz der Kinder. Wir werden Debatten mit Islamisten und Rechtsextremisten organisieren und um die Einsendung von Texten zur gesamteuropäischen Schariaproblematik bitten.

Musiker und Liedermacher sind eingeladen, an unserem musikalischen Wettbewerb der Lieder für die Freiheit (Songs for Freedom)[7] teilzunehmen, der von der säkularen australischen Künstlerin Shelley Segal organisiert wird. 2013 werden wir unseren fünften Jahrestag begehen, den wir am Samstag, dem 7. Dezember mit einem großen Konzert begleiten wollen, bei dem auch die Finalisten des genannten Wettbewerbs Songs for Freedom zu erleben sind.

Unterstützen Sie uns!

Ohne Frage, aufgrund unserer Kampagne hat sich vieles geändert in der öffentlichen Debatte zu Schariarecht und Gleichberechtigung. Wenn es euch möglich ist, unterstützt unsere maßgebliche Arbeit weiterhin. Um an die Kampagne One Law for All zu spenden, könnt ihr uns einen Überbringerscheck senden (One Law for All, BM Box 2387, London WC1N 3XX, UK) oder mit Paypal bezahlen. Wer möchte, kann uns monatlich £5-10 oder mehr per Lastschrift zukommen lassen. Näheres zu den Spendenverfahren oder zum Beitritt in den 100 Club finden Sie hier.[8]

Zuletzt, falls ihr online einkauft, so tut das bitte über die Website Easy Fundraising.[9] Für euch entstehen dabei keinerlei Kosten, aber ihr könnt mithelfen, die dringend benötigten Geldmittel für One Law for All einzuwerben.

Noch einmal vielen Dank für eure unschätzbare Unterstützung. Auf eine Fortsetzung unseres Kampfes für Menschenrechte für alle im neuen Jahr 2013.

Mit herzlichen Grüßen

Maryam Namazie

Anne Marie Waters

Sprecherinnen

One Law for All

BM Box2387, London WC1N 3XX, UK

Telefon: +44 (0) 7719166731

E-Mail: onelawforall@gmail.com

http://www.onelawforall.org.uk/

Als Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind wir in England und Wales unter Nummer 8122621 registriert.

[1] Der OL4A-100Club oder One Law for All 100 Club zielt darauf hin, ständig hundert Spender zu haben, die bereit sind, monatlich £10 oder mehr per Dauerauftrag an die Kampagne zu spenden. The One Law for All 100 Club aims to secure 100 donors willing to donate £10 or more towards the campaign on a monthly basis via standing order.

http://www.onelawforall.org.uk/donate/

Gehören auch zum One Law for All 100 Club – mit einer monatlichen Mindestspende von zehn britischen Pfund. Join OL4A-100Club!

http://www.onelawforall.org.uk/wp-content/uploads/OL4A-100Club-Intro.pdf

[2] Nahla Mahmoud on Channel 4Thought TV

http://www.onelawforall.org.uk/nahla-mahmoud-on-channel-4thought-tv/

Nahla Mahmoud

4thought.tv asks ‚Is there a place for Sharia Law in Britain?‘ Nahla Mahmoud is an atheist and ex-Muslim who left her native Sudan when she decided that she could no longer live under the laws of an Islamic state. In Nahla’s view, Islamic law discriminates against women and minority groups. She was shocked to learn that Sharia councils already exist in Britain. Nahla says Sharia law should never be allowed to overrule secular law, which must apply to all people living in a modern democracy.

http://www.channel4.com/programmes/4thoughttv/episode-guide/series-3/episode-149

[3] The OL4A or One-Law-for-All-Campaign : A summary of our 2012 activities

http://www.onelawforall.org.uk/2012activities/

Kindbraut per Imamehe – heute und mitten in England. From the Sunday Times report:

“Muslim clerics in Britain are prepared to conduct sharia marriages involving child brides as young as twelve, an investigation by The Sunday Times has discovered.

“Two imams told an undercover reporter that they would be willing to officiate at the wedding of an underage girl to a man in his twenties, despite the possibility of the youngster then having sex with her husband.”

The two imams were Mohamed Kassamali of the Husaini Islamic Centre in Peterborough, who is reported to have resigned from his position, and Abdul Haque, a retired imam of a mosque in Shoreditch, East London who, according to the ST, “still officiates at weddings”.

Haque is said to have told the reporter, “Tell people it’s an engagement but it will be a marriage. In Islam, once the girl reaches puberty parents have the right.

“Nobody should know about this. If she talks in school, social workers will take her. You and I will be in trouble.”

http://www.iengage.org.uk/news/comment/2072-sunday-times-front-page-story-on-islamic-child-brides

[4] Unterzeichnen Sie diese Petition an die Britische Regierung, um der diskriminierenden Praxis der britischen Scharia-Gerichte endlich ein Ende zu bereiten:

End discriminatory Sharia court system in the UK

We, the undersigned, support the Arbitration and Mediation (Equality) Bill introduced to the House of Lords in 2011, which aims to tackle discriminatory practices, particularly against women and children, in arbitration and mediation carried out in the UK via Sharia courts. We call on the Government to take immediate action, support the passing of the Bill and defend equality for all before the law.

http://www.avaaz.org/en/petition/End_discriminatory_Sharia_court_system_in_the_UK

[5] Aktuelle Veranstaltungen von OL4A – One Law for All. Events.

http://www.onelawforall.org.uk/category/events/

[6] Enemies Not Allies – The Far Right

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-enemies-not-allies-the-far-right/

[7] Sounds of Freedom! One Law for All is inviting musicians and songwriters to create and submit their original material for a song competition.

… Song entries should be focused on issues that relate to the work ‘One Law for All’ is engaged with, discussing themes like religion, freedom, secularism, Sharia law, equal rights & religious arbitration.

Submissions must include a recording of the song and a lyric sheet sent either by email to soundsoffreedommusic@gmail.com or as physical CD to:

BM Box2387

London

WC1N 3XX

United Kingdom

The final date for submissions is September 30th 2013

We look forward to hearing your entries.

Warm Regards,

Shelley Segal

Sounds of Freedom Coordinator

http://www.onelawforall.org.uk/sounds-of-freedom/

[8] Spenden

http://www.onelawforall.org.uk/donate/

[9] Unterstützen Sie einen guten Zweck – mit easyfundraising.org.uk

https://www.easyfundraising.org.uk/support-a-good-cause/step-1/?char=40474

Es folgt der Text im Original.

Another busy year for One Law for All campaign

Dear Friend,

It has been another busy year for One Law for All and we thank you as always for your support – without which, our vital work would not be possible. We are particularly grateful to our 100 Club regular donors.

Sudanese ex-Muslim and One Law for All activist Nahla Mahmoud has spoken eloquently on Channel 4 about the discriminatory nature of Sharia and the urgent need for our campaign.

Whilst 2012 has been a year of ups and downs in the fight against sharia and Islamism and in defence of secularism, equality and rights, there is every reason to be optimistic as we enter 2013.

The public debate on sharia is changing and this is no more evident than at our speeches and speaking engagements. University societies the length and breadth of Britain are increasingly speaking out for secularism and human rights. Moreover, a Bill to reign in the power of sharia in Britain has passed two readings in the House of Lords, sharia bodies have been exposed as being abusive to children in ‚marrying‘ young girls to old men, forced marriage has been discussed in Parliament with a Government commitment to criminalise the practice, and One Law for All continues to grow and to influence this debate – including in our vital opposition to the far-Right and its attempts to hijack the issue of sharia law to further its own racist agenda. A summary of our 2012 activities can be seen here.

*Plans for 2013*

With your help, One Law for All will continue to lead the fight against sharia in Britain and elsewhere, and for equal rights for all, including by supporting the Equality Bill and speaking across the country and internationally to raise awareness and mobilise support.

Moreover, we plan to release a report entitled: “Siding with the Oppressor: The Pro-Islamist Left”, which accompanies our previous report “Enemies Not Allies – The Far Right” and highlights those who support and provide cover for Islamists and pro-sharia advocates. We also plan to issue a report and hold a seminar on the failures of multiculturalism in the area of child protection. We will be organising debates with Islamists and the Far-Right and issuing a call for papers on Sharia law across Europe too.

December 2013 will mark our fifth anniversary; we plan to celebrate with a huge concert, including with finalists of our “Songs for Freedom” music competition organised by Shelley Segal. We are inviting musicians and songwriters to create and submit their original material for the competition.

Support us!

Clearly, much has changed in the public debate on Sharia law and equality as a result of our campaign. If you can, please continue to support us in our essential work. To donate to One Law for All, send a cheque made payable to One Law for All to BM Box 2387, London WC1N 3XX, UK or pay via Paypal. You can also commit to giving at least £5-10 a month via direct debit. You can find out more about how to donate or join the 100 Club here.

Also, if you shop online, please do so via the Easy Fundraising’s website. It won’t cost you anything extra but can help raise much needed funds for One Law for All.

Thanks again for your invaluable support. We look forward to continuing to fight for human rights for all in 2013.

Warmest wishes

Maryam Namazie

Anne Marie Waters

Spokespersons

One Law for All, BM Box2387, London WC1N 3XX, UK

tel: +44 (0) 7719166731

email: onelawforall@gmail.com

web: http://www.onelawforall.org.uk/

Company limited by guarantee and registered in England and Wales under company number 8122621.

Hilferuf aus dem Gohardascht-Gefängnis

Januar 9, 2013

زندان گوهردشت

Zendān Gōhardašt „Raǧāʾī Šahr“, Īrān

Gohardasht Prison also known as „Rajai Shahr“, Karaj, Iran

Gefängnis Gohardascht genannt Radschaï Schahr, Karadsch, Iran

BITTE! Lasst nicht zu, dass man Loghman und Zenyar hinrichtet.

Eine Petition von: CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Im Iran werden viele, allzu viele unschuldige Menschen aus vorgeschobenen Gründen eingesperrt, gefoltert und am Galgen aufgehängt. Sie haben kein Verbrechen begangen und werden zu Unrecht beschuldigt.

IHR aber lebt in FREIHEIT, und auf EURE STIMME kommt es jetzt an. Es geht nicht um irgendein bestimmtes Land, sondern ganz allgemein um Menschlichkeit und den Einsatz für die schuldlose Jugend.

An alle Menschen meiner Generation weltweit:

Ich hasse es, über meinen Tod nachzudenken; meine Sehnsucht nach dem Leben will ich nicht ins Grab nehmen.

Mein Name ist Zenyar Moradi.

Zur Stunde sitze ich in der Stadt Karadsch im Iran im Todestrakt in meiner Gefängniszelle und ich möchte mit den jungen Menschen in Europa und Amerika reden. Zu den Menschen meines Alters möchte ich sprechen, die in Japan, Australien oder Frankreich leben, in Afrika und überall auf der Welt.

Bitte LASST NICHT ZU, DASS SIE MICH AUFHÄNGEN!

Ist diese Welt so grausam, dass sie einfach nur zuschaut, wie mein Cousin Loghman und ich öffentlich an einem Baukran auf der Straße gehängt werden? Und nichts sagt? Und nichts unternimmt?

Ich erkenne, dass ich euch gegenüber meine Furcht und meinen Aufruf nur über das Internet äußern kann. Bitte seid deshalb so geduldig, mir ein paar Minuten und Sekunden eurer Zeit zu schenken und mir zuzuhören. Es ist schwer, einundzwanzig Jahre alt zu sein und dem Tod gegenüberzustehen. Tag für Tag mit dem Schreckgespenst des Todes zu leben, jedes Mal, wenn ich ihre Schritte höre, zu erschaudern, dass sie jetzt kommen, um mich zu holen und umzubringen.

Seitdem man mich eingesperrt hat, sind nun drei Jahre vergangen. Ich bin Zenyar Moradi und gemeinsam mit mir wird mein Cousin Loghman Moradi beschuldigt. Neun Monate wurden wir gefoltert. Sie pflegten uns so hart zu schlagen, dass wir nicht gehen konnten. Noch heute leide ich an den Folgen der Folter – mein Rücken schmerzt und zwei Rückenwirbel sind gebrochen. Die Folterer sagten uns, dass, wenn wir nicht alles, was sie uns vorwerfen, gestehen, sie uns vergewaltigen würden, weshalb wir einfach alles unterschrieben, was sie vor uns auf den Tisch legten. Und jetzt wartet auf uns der todbringende Strick des Galgens irgendwo auf einer Straße in Teheran oder Urmia (wo wir geboren worden sind).

Gerade haben sie uns mitgeteilt, dass die Planung unserer Hinrichtung beschlossen wird; der Henker sei die letzten vier Tage krank gewesen. Nachts kann ich nicht schlafen. Deshalb sehe ich die letzte Möglichkeit, mir mit diesem Brief selbst zu helfen. Bitte unternehmt alles Mögliche und lasst nicht zu, dass sie uns hinrichten.

Bitte benutzt eure Jugend und eure Kreativität und lasst dieses Regime wissen, dass wir nicht alleine sind. Bitte erhebt euren Protest gegen diesen Urteilsspruch. Wenn ihr protestiert, wenn ihr euch bei ihnen beschwert, werden wir das hören! Ich warte darauf, jetzt EURE Stimmen des Protests zu hören!

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

PLEASE! Do NOT LET THEM execute Loghman and Zenyar.

Petition by CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Too many innocent people are imprisoned, tortured, and hanged for a meaningless political agenda in Iran. They have not committed any crimes and are falsely charged.

YOUR VOICE, as FREE people matters. This is not about another country, this is about our humanity and standing up for innocent youth.

To all the people of the world who are in my age group:

I despise thinking about my death; I do not want to take my life aspirations to the grave with me.

My name is Zaneyar Moradi.

Currently, I am sitting on a death row, my prison cell in Karaj, Iran, and I want to talk to you young people in Europe and America, I want to speak to people, who are my age who are living in Japan, Australia, France, and Africa and all over the globe.

Please DO NOT LET THEM HANG ME!

Is this world so cruel, to watch both my cousin and I hang in public from a crane on the street? And not say anything? And not do anything?

I realize that it is only through the Internet that I am voicing to you my fear and my plea to you. So please be patient with me and give me few minutes and seconds of your time and hear me. It is hard to be twenty-one and to face my death. To live everyday with the nightmare of death, to shiver every time I hear their footsteps coming to take me to my death.

It has been three years since I have been imprisoned. I am Zaneyar Moradi and my co-defendant is Loghman Moradi, we were tortured for nine months. They would beat us so hard that we could not walk, even today I still suffer from side effects of torture—my back is hurting and I have two fractured vertebrate. The torturers told us that if we did not confess to everything they told us that they would rape us and we just signed whatever they put in front of us. And now we are waiting for the hanging rope of death while standing or hanging on the streets of Tehran or Urūmiyeh (where we were born).

They tell us now plans are being set for our execution, and the hang man has been sick for the past four days and I can’t sleep at nights. So I decided to help myself by writing this letter. Whatever you can do, please don’t let them execute us.

Please use your youth, your creativity, and let this regime know that we are not alone. Please voice your protest to this verdict. If you protest, if you complain to them we will here it! I am waiting to hear YOUR voices of protest.

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

Stoppt die Scharia an der Uni Münster

Dezember 23, 2012

انتقاد الإسلام

al-Intiqād al-Islāmī

Criticism of Islam

Islamkritik

Zwei Kommentare an Free Minds

Wir befinden uns im Jahre 2012 n. Chr. Ganz Münster ist von den Schariafreunden besetzt… Ganz Münster? Nein! Ein von unbeugsamen Islamkritikerinnen bevölkerter Verein hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Islamlobby …

Selin Yesil: Wenn Opfer in Wirklichkeit keine Opfer sind …

… und Kulturrelativisten stillschweigend froh sind über jeden Ehrenmörder, der für das Dogma des Kulturrelativismus kämpft.

Posted on 20. Dezember 2012 by Free Minds

Was ist Kulturrelativismus? Kulturrelativismus ist eine geistes- und gesellschaftstheoretische Pervertierung, die alle Kulturen und Lebensformen ganz wertefrei auf eine gleichwertige Stufe stellt. Das macht er unverhohlen, obwohl er weiß, was er damit anrichtet. …

Als Kommentar dazu:

Edward von Roy says:

23. Dezember 2012 at 00:43

Ein erfrischend geschriebener, völlig überzeugender und für die wünschenswerte gelingende Integration aller Menschen in den säkularen Rechtsstaat wichtiger Text von Selin Yesil. Vielen Dank.

Der Kulturrelativismus verführt zu einer Fortsetzung alten rassistischen Denkens: die auf Dauer weggestoßenen “Exoten, Fremden” darf man dann bewundern oder verachten, in jedem Fall aber seien sie sozusagen “von Natur aus” oder jedenfalls im kostbaren “Wesen” ganz anders als man selbst. Leider gibt es damit auch außerhalb der Kreise der Schariafreunde Lobbygruppen, denen die Aufspaltung der Menschheit bzw. Stadtbevölkerung in “kulturkreisbedingte Sorten” am Herzen liegt. Das wäre nichts anderes als die Rückkehr der Stämme – im Zeitalter der Globalisierung.

Wer die in Deutschland lebenden Muslime zur “Sorte Mensch” erklärt, denen die ganze Last eigenen Denkens und grundgesetzkonformen sowie kulturell modernen Empfindens und Verhaltens zu tragen nicht zumutbar sei, wird, ob korantreu oder atheistisch, kalifatsbewegt oder spaßkulturell, daran mitarbeiten, die angeblichen “Schariapflichtigen” mehr und mehr in eine Art von Apartheid einzumauern und, auf Dauer, mit einem Sondergesetz nach dem anderen eine Rechtsverschiedenheit durchzusetzen. Das gilt es zu verhindern, so, wie Maryam Namazie es fordert:

“One Law For All.”

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-sharia-law-in-britain-a-threat-to-one-law-for-all-and-equal-rights/

http://www.onelawforall.org.uk/open-letter-to-aclu-on-its-support-for-sharia-law/

In seiner DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS hat das hochrangige Mitglied im muslimbrudernahen European Council for Fatwa and Research (ECFR), Bosniens Großmufti Mustafa Cerić, den Kurs auf die Rechtsspaltung offen eingeräumt:

“opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law”.

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

Die Bürger – alle, auch die Kinder muslimischer Eltern oder Großeltern – können erwarten, dass sich ein Zentrum für Islamische Theologie von den systematisch frauenfeindlichen und alle Nichtmuslime diskriminierenden Normen von Koran und Hadith sowie schariabasiertem Fiqh distanziert.

Scharia und universelle Menschenrechte gehen nicht gleichzeitig. Auf den grundrechtswidrigen Charakter von Scharia bzw. islamischer Jurisprudenz (Fiqh) weist Mouhanad Khorchide aber nicht hin, sondern orakelt sentimental: “Was ist mit der Liebe zu Gott, die sich in der Liebe zu seiner Schöpfung ausdrückt?”

http://www.cicero.de/berliner-republik/islam-heisst-liebe-und-nicht-scharia/52143?seite=2

Necla Kelek benannte das Problem genau:

“Ja , ich halte den Versuch, die religiöse Rechtleitung und die Vorschriften für den Alltag durch Tradition und Gesetz zu bestimmen, ich halte die Scharia für überholt.”

http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/kritik-der-islamkritik-ihr-habt-mit-hass-gekocht-16687.html

Eine Religion, welche mit dem wortwörtlich verstandenen Koran oder dem im Jahre 1111 verstorbenen Imam al-Ghazali allen Ernstes die Angst vor dem Höllenfeuer weckt, ist in einer bleibend freiheitlichen Demokratie nicht in Wissenschaftsbetrieb und Schulalltag integrierbar.

Immer noch ruft keiner der ‚Ulamā oder Ayatollahs dazu auf, als Frau den Hidschab doch gerne mal ein paar Tage in der Woche abzulegen oder als Lehrer für Islamischen Religionsunterricht die im Koran so ausführlich beschriebene Hölle den Kindern bitte nur noch als Symbol zu erklären. Vielmehr bauen die deutschen Standorte für Islamische Theologie ihre Kontakte zu Darul ‘Uloom und al-Azhar auf, Fabriken der Gegenmoderne (die den Islam keineswegs falsch verstanden haben).

Die einer (angeblich von Allah geschaffenen) Scharia entsprungenen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen islamischen Wohlverhaltenspflichten sowie das gesamte Islamische Recht sind jenseitszentriert, auf Abwehr des Teufels und gesichertes Seelenheil bedacht, wie Tilman Nagel in seiner Rezension zum islamverharmlosenden Buch von Mathias Rohe verdeutlicht:

“Diese sogenannten «fünf Bewertungen» meinen Lohn oder Strafe sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Im Koran werden diesseitige und jenseitige Bestrafungen eines Fehlverhaltens noch als ein einziger Sachverhalt verstanden; Mohammed urteilt und vollstreckt unter unmittelbarer Anleitung durch Allah.”

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/buchrezensionen/lohn-und-strafe-im-diesseits-und-im-jenseits-1.3981865

Mit solidarischen Grüßen an Free Minds

Edward von Roy

am 23.12.2012

http://freeminds.blogsport.eu/2012/12/20/selin-yesil-wenn-opfer-in-wahrheit-keine-opfer-sind/

Selin Yesil / Ayse Duygu: Wie Islamophobie wirksam bekämpft werden kann

Posted on 23. Dezember 2012 by Free Minds

An die Politiker und Öffentlichkeit und im Namen von allen unterdrückten und fremdbestimmten Frauen und Mädchen, deren Existenz gerne verleugnet und / oder negiert wird.

Ein bescheidener Weckruf im Namen von Free Minds

Wir fühlen uns der Aufklärung und den allgemeinen Menschenrechtserklärungen verpflichtet! Wir sind besorgt wie alle freiheitsliebenden Menschen, die sich dem kulturellen Erbe der Aufklärung irgendwie verbunden fühlen. …

Als Kommentar dazu:

Edward von Roy says:

23. Dezember 2012 at 19:11

Ein geistreicher und spannender Text von Selin Yesil und Ayse Duygu, der es verdient, viele Leser zu finden.

Seit Jahrhunderten halten die (auch im Katholizismus durchweg männlichen) Himmelswächter das Volk abhängig und im Glauben, ohne die den Alltag komplett reglementierenden Eliten der Muftis und Imame würde der Gnadenstand mit dem Schöpfer zerreißen und würden die Satane die Menschen verführen und letztlich vernichten. Man kann nur hoffen, dass es irgendwann und möglichst bald auch in Ägypten, Pakistan, im Iran oder auf der Arabischen Halbinsel eine Bevölkerungsmehrheit gibt, die keine Fatwa mehr in Höllenangst konsumiert und nicht alles glaubt, was aus Ghom, Darul-’Uloom oder al-Azhar stammt.

Wer am Sinn der Scharia zweifelt, dem mangele es an Verstand, wie der islamische Gelehrte Abu Hamid al-Ghazali in Mīzān al-’Amal (Waage-Skala des Handelns, Criterion of Action) dem Gottsucher nahe legt:

„Die wirkliche Vernunft gestattet es, den Pfad der Glückseligkeit (the path of felicity) vom Pfad der Verdammnis zu unterscheiden.“

„Moralisch gute Gesinnung zielt darauf, jede schlechte Angewohnheit zu entfernen, wie das islamische Gesetz der Scharia gründlich aufzeigt. … Gute Gesinnung lässt einen die schlechte Gewohnheit so verabscheuen wie Schmutz.“

Gelingendes Leben ohne erfüllten Schariagehorsam wird in einem an al-Ghazali orientierten Islam unmöglich sein, den ein Handeln, was die Banden des Islamischen Rechts übersteigt, ist pflichtgemäß als dreckig und Ekel erregend zu empfinden. Ein an al-Ghazali orientierter Religionsunterricht wird die so “zu muslimisierenden” Kinder und Jugendlichen von der freiheitlich demokratischen Grundordnung mehr und mehr entfremden, Imam al-Ghazali:

„Solange die Ausübung der islamischen Pflichten mit Kummer oder Widerwillen verknüpft bleibt, zeigt sich ein Charaktermangel, der den Weg zum Glück verhindert.“

Ein anderer Islam als derjenige von Scharia und Fiqh ist derzeit zwar mit sympathischen Einzelpersönlichkeiten anzutreffen, jedoch leider noch nicht organisierbar. Alle deutschen Islamverbände befolgen die kulturell vormoderne (und damit heute revolutionär gegenmoderne) Scharia.

Wunderbare Dinge sollen nun von den in der BRD neu geschaffenen universitären Islamischen Studien ausgehen, eine neue Islamische Theologie gar, die nicht länger mit den Standards der Allgemeinen Menschenrechte (AEMR) kollidiert. Welche Gelehrten (‚Ulamā, Sg. ‚Ālim) den korangemäß (islamgemäß) auf die Scharia zu verpflichtenden Muslimen künftig die Rechtsgutachten (Fatwen) ausstellen sollen, ist unbeantwortet geblieben.

Doch hoffentlich nicht diejenigen des, Scheich Yusuf al-Qaradawi nahe stehenden, European Council for Fatwa and Research (ECFR)? Oder will man von Münster & Osnabrück aus dazu aufrufen, im Sinne eines selbst bestimmten Lebens jeden Fatwa-Konsum einzustellen?

Haben sich Bülent Ucar („für eine authentische Entwicklung des Islams in Deutschland und Europa“) oder Mouhanad Khorchide („Dafür ist eine Zusammenarbeit mit den islamischen Religionsgemeinschaften geboten“) jemals vom ECFR distanziert, wollen und werden sie eine Theologie erschaffen (was doktrinär nur Allah kann) und vermarkten können, die verlässlich gegen die mehr als unterschwellige Misogynie und Gewaltbereitschaft der Funktionäre von Muslimbruderschaft oder muslimbrudernahem ECFR anredet und anerzieht?

Auch aus der Deutschen Islamkonferenz hören wir jetzt, dass die Scharia den Banden der Grundrechte eingepasst werden soll oder überhaupt irgendwie kein Problem ist. Dieses Streben erinnert an die beiden Konzepte von Euro-Islam erinnern, die a) Bassam Tibi säkular und nachhaltig rechtsstaatlich und b) Tariq Ramadan allahzentrisch und schleichend islamrevolutionär entworfen haben.

Tibi forderte vom europäischen Muslim den Verzicht auf installierte Islamische Justiz (Fiqh) und die Abkehr vom Islamischen Recht, damit die universellen Menschenrechte keinen Schaden nehmen:

„Im Euro-Islam gibt es keine Scharia und kein Dschihad. Viele Muslime sagen, ohne Scharia und ohne Dschihad gibt es kein Islam. Wenn sie ehrlich sind und informiert sind, was Scharia und Dschihad bedeuten, dann können sie leicht zum Ergebnis kommen: Scharia und Dschihad sind nicht verfassungskonform. Das heißt: Wenn ich an den Islam glauben will und will an Scharia und Dschihad festhalten, dann kann ich nicht auf dem Boden des Grundgesetz stehen.“ (aus: Der europäische Islam. Michael Hollenbach, dradio 25.07.2009)

Ramadan will den beibehaltenen islamischen Pflichtenkanon, das Strafrecht eingeschlossen, einer elitär betriebenen Debattenkultur unterziehen, das Ergebnis sei dann – Wunder über Wunder! – demokratiefähig:

„Meine Position ist, dass wir anfangen müssen, darüber zu diskutieren. Ich glaube nicht, dass die Umstände, diese Strafen wieder einzuführen, zurückkommen werden. Aber ich will mit den islamischen Gelehrten in eine kritische Diskussion treten, … indem ich die Idee vorantreibe, die Strafen zu suspendieren und den Dialog darüber zu eröffnen, was wir wollen. Ich weiß nur eines: Es ist unmöglich, sie anzuwenden, deshalb müssen wir es beenden im Namen des Islams.“

Die Religion des Islam scheint der gefährlich einflussreiche Genfer Islamsprecher dabei als parallele Staatlichkeit zu begreifen, die sich zwischen Regierung und „Islambürger“ schiebt und alles Nichtislamische auf die jeweiligen Ergebnisse der Beratschlagung („Diskussion“) warten lassen darf. Zu einem unzweifelhaften Vorrang der AEMR gegenüber den Religionsgesetzen schweigt Ramadan. Auch zum Verzicht auf den Hidschab (Schleier, islamisches Kopftuch) oder für die Möglichkeit der Islamapostasie macht sich der Sohn von Muslimbruder Said Ramadan und Enkel von Hasan al-Banna, dem Gründer der Muslim Brotherhood, nicht gerade stark.

Das angeblich unbedingt und sofort in den Hochschulbetrieb zu integrierende „islamische Wissen“ ist aus Sicht der ‚Ulamā das, was die Seele vor der ewigen Verdammnis rettet. Reinhard Schulze gibt sich optimistischer und redet von Islamischer Theologie:

„Islamisches Wissen soll durch einen akademischen Diskurs nicht nur verwaltet, sondern bearbeitet und weiterentwickelt werden. … Die Aufgabe, vor der wir heute stehen, ist die Integration der islamischen Selbstauslegung in das akademische Feld deutscher Universitäten.“ (aus: „Was ist Islamische Theologie?“ Reinhard Schulze, Köln 13.07.2010)

Wer sieht Anlass zur Hoffnung, dass die an den deutschen Fakultäten für Islamische Theologe im Aufbau befindliche Imamausbildung und Ausbildung der Lehrer für einen Islamischen Religionsunterricht näher am Konzept des Göttinger Politikwissenschaftlers steht und weiter entfernt vom gleichnamigen Entwurf des Genfer Islamisten? Was Bülent Ucar (ebenfalls bei dradio) zu den Möglichkeiten der Theologiefortschreibung sagt, mag Spannung verbreiten, ist aber kein vorbehaltloses Bekenntnis zur Universalität der Menschenrechte:

„Es kann aber auch sein aufgrund der pluralistischen Gesellschaft hier im Westen, dass sich so etwas wie ein liberaler Islam entwickelt.“

Wer als professioneller Islamverharmloser von Münster oder Osnabrück aus Abu Hamid al-Ghazali als Beispiel träumerischer Mystik ausgeben will, lese beim illusionslosen Murad Wilfried Hofmann (1981) in dessen Tagebuch:

„Andernfalls müssten sie wissen, dass Islam selbst von Mystikern nie nur als eine Sache des Herzens verstanden werden darf, sondern notwendig die Unterwerfung unter das Gesetz, die Schari’a, impliziert.“

Hofmann argumentiert völlig im Einklang mit al-Ġazālī, der den Trance-Techniken verzückter Gotteserfahrung gewisser Sufi-Gemeinschaften jeden Selbstzweck abspricht. Nicht Entrückung sichert das Heil, sondern soziopolitischer Gehorsam:

„Die Menschen schlafen, und erst wenn sie sterben, erwachen sie (people are asleep, and when they die they wake up). … Die Liebe zum Diesseits ist die Ursache aller Sünde, das Diesseits ein Ackerfeld für das Leben danach.“

„Voller Treue und Eifer soll der einfache Muslim die Gelehrten nachahmen, die Erben der Propheten. Die Gelehrten sollen die Gottesfreunde, Propheten und Engel bis zur Auslöschung aller menschlichen Eigenschaften imitieren, damit sie im Paradies zu menschengestaltigen Engeln verwandelt werden.“

Nur dem schariatisch korrekt Handelnden gelinge es in seinem Leben, die (das Seelenheil gefährdenden) Extreme zu vermeiden. Glauben heißt gehorchen! Das ist die Botschaft eines ernsthaft an al-Ghazali ausgerichteten Islamischen Religionsunterrichts (IRU), der leider von Wissenschaft und freiheitlicher Demokratie weg erzieht.

Zur Ausbreitung der islamischen Seinsweise darf gelogen werden, stellt al-Ghazali fest: “Know that a lie is not wrong by itself, but only because of the evil conclusions to which it leads the hearer, making him believe something that it is not really the case. Ignorance sometimes is an advantage, and if a lie causes this kind of ignorance, it may be allowed. It is sometimes a duty to lie.” (zitiert nach The Arab Mind Considered, by John Laffin, Page 91, 2nd Para.)

Wer die Islamische Ordnung (Niẓām al-Islāmī) aufbaut und seine Familienangehörigen und Nachbarn mit der Grundlage jeder Hisba-Tätigkeit, mit dem Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten (Koran 3:110 usw.) zum „religiös richtigen Tun“ zwingt, sei gerade nicht gleichsam zu heiß oder zu kalt, sondern human und gemäßigt, habe sozusagen Körperwärme, wie Tugendtyrann al-Ghazali, die griechischen Philosophen zweckentfremdend, anordnet:

„Vollkommene Tugend ergibt sich dem Gottesfürchtigen ganz von selbst, die Wahrheit ist für ihn jederzeit und mühelos ersichtlich.“

„Ziel ist die Wohlausgewogenheit, das mittlere Maß, denn Übermaß wie Mangel sind meidenswert. Wir Menschen wünschen wohltemperiertes Wasser, nicht zu heiß und nicht zu kalt.“

Um die Frauenfrage war der vor 900 Jahren verstorbene Imam besonders bemüht, wie man im Al-Ḥyā ‘Ulūm ad-Dīn (Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) erfährt:

„Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen, muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen.“

(Quelle: eigene Übersetzung nach: « Elle doit rester au foyer et filer la laine. Elle ne doit pas sortir trop souvent. Elle doit être ignorante, ne doit pas être sociable avec ses voisins et ne doit leur rendre visite que si c’est absolument nécessaire. Elle doit prendre soin de son mari et doit lui témoigner du respect, en sa présence comme en son absence. Elle doit essayer de le satisfaire en toutes choses. Elle ne doit pas essayer de le tromper, ni de lui extorquer de l’argent. Elle ne doit pas quitter sa maison sans la permission de son mari.»

(aus: Revivification des sciences de la religion, cité par Ghassan Ascha, Du statut inférieur de la femme en Islam, l’Harmattan, Paris 1987, p. 41)

Wer Islamische Theologie studiert, sollte sich die Kommilitonen im Hörsaal ansehen: ob zur Stunde etwa Exemplare der Spezies Frau unter ihnen anwesend sind, die gegen al-Ghazalis Vorgabe verstoßen und ohne Erlaubnis des Ehegatten gekommen sind? Wer das jetzt nur lustig findet, weiß nicht, was Islamisches Recht und Deutschlands Ehrenmorde miteinander zu tun haben. Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym wie ein Zombie durch Nebengassen huschen:

„Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte.“

(Elle devra revêtir de vieux vêtements et emprunter des rues désertes. Elle devra éviter les marchés publics et s’assurer que nul ne puisse identifier sa voix et la reconnaître. Elle ne doit pas adresser la parole à un ami de son mari, même si elle a besoin de son assistance)

Was al-Ghazali zur Frau im Islam predigt, ist kein „Islamismus“, sondern echter alter Islam.

Münster und Osnabrück sind ein Symbol – für religiös begründete Rechtsspaltung, denn auch der Westfälische Friede (1648) gelang nur im Namen des cuius regio, eius religio, im damaligen Deutsch: Wes der Fürst, des der Glaub’.

Cuius regio eius religio ist ein Modell, dass auf keinen Fall auf Deutschlands Zukunft übertragen werden darf, auch nicht im Namen und beim Beschwören eines “friedlichen Zusammenlebens der Religionen und Kulturen”, es sei denn, man meint mit “friedlichem Zusammenleben” das (hoffentlich verhinderbare) abgeschottete Nebeneinander-her-Leben der beiden, dem osmanischen millet-System dann ziemlich genau entsprechenden Religionsvölker oder Glaubensnationen der Deutschlandchristen und Deutschlandmuslime.

Verzuiling (“Versäulung”, Abraham Kuyper) – notfalls könnten die Freidenker oder Atheisten (schariatisch Harbis) ebenfalls eine millet (arab. milla; vgl. ndl. zuil, “Säule”) bilden. Dann würde sich die “religionsfreiheitliche” deutsche Dhimma dem belgisch-niederländischen Konzept der Versäulung (verzuiling) entsprechend aufbauen, bei dem über zwei Weltkriege hinweg Partei, Gewerkschaft, Krankenhaus und Sportverein konfessionell getrennt gelebt wurden und Befriedung (verhindertes Zerfallen des entpolitisierten Staates) nur durch die “überdachende” Zusammenarbeit der Säuleneliten geschah, was sich selbstverständlich klandestin ereignete (im Hinterzimmer).

Ob in Jakarta oder Brüssel, Kairo oder Berlin: die islamische Bewegung will überall auf der Welt legalisiertes Schariagesetz, koranbasierte Paragraphen, zunächst im Ehe- bzw. Familienrecht und dann im Erbrecht (Koran: halbes Erbe für die Schwester im Vergleich zu ihrem Bruder).

Diese Rechtsspaltung ist geradezu darauf angewiesen, den Bürger (frz: citoyen, citoyenne) durch den Religionsangehörigen zu ersetzen, und dazu wiederum muss eine Theologisierung der Politik stattfinden, die gerne an dem in Landesverfassungen und Landesschulgesetzen leider noch vorhandenen Begriff der Gottesfurcht anknüpft.

Wer seine Chancen auf Karriereerfolg im Wissenschafts- oder Politikbetrieb verbessern will, verehre die Eliten der Religionslobby erregt, umgekehrt gesagt: wer den Islam laut kritisiert, dem gebühre “Entehrung” und “in Ungnade zu fallen”, dem drohe das gesellschaftliche und berufliche Aus. Kann man bereits von einer neuen Ehrkultur sprechen?

Deutsche Islamverherrlicher beginnen die Muftis und Scheiche zu umschwärmen und an ihre Universitäten einzuladen (Mustafa Cerić bei der Einweihung des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Tübingen am 16. Januar 2012). Dieses neofeudale System der Günstlinge und Hofschranzen ist auf islampolitische Schönfärber wie Abdullahi an-Na’im angewiesen, die von der “flexiblen Scharia” raunen und die unbedingte emotionale und juristische Herabstufung der Frau in Koran und Sunna mit allerlei rhetorischen Tricks leugnen.

Hochschulrektoren und Schulbuchverlage wittern ein Millionengeschäft und bitten Bildungsminister und Schariafreunde um Standort-Ansiedlung bzw. Druck-Auftrag. Wo die Bundesregierung weitere Hunderte von Panzern nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate liefern will, möchte sie ebenfalls nicht schlecht über die Scharia reden, wird gegenmodernen Propagandazentren wie dem geplanten ZIE-M selbstverständlich nicht im Wege stehen und hält Islamkritik für “wenig hilfreich” und den Islam für eine “im Kern friedliche Religion”.

Sozusagen zur Entsühnung gibt man dann und wann “liberalen Muslimen” wie Lamya Kaddor (“Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar”) eine Bühne, Vertretern einer den Bereich des Erlaubten restlos abdeckenden Pseudo-Islamkritik. Journalistische Fundamentalismusverharmloser wie Patrick Bahners oder Jörg Lau beanspruchen und bekommen die Lufthoheit zum Thema islamische Berichterstattung.

Einen innermuslimischen Sündenbock hat man im Dialogbetrieb ebenfalls parat, den so genannten Salafismus (der Koran und Hadith nur wortgetreu lebt, der die islamischen Grundlagentexte wirklich ernst nimmt). Zu den politreligiösen und zugleich echtislamischen Konzepten adil düzen (Tugendsystem; Erbakan), Nizam Islami (Islamsystem; Maududi) oder hakimiyyat Allah (göttliche Souveränität; Qutb) sagen Presse und Regierung nichts, damit der “Dialog” ungestört weiter gehen kann.

Auch durch beide Großkirchen und die vier großen Parteien wird die zum Erhalt der freiheitlichen Demokratie notwendige echte Islamkritik in den Bereich des Schmuddeligen und Verachenswerten geschoben.

Doch allen Einschüchterungsversuchen von Schariabewegung, Kirchenpolitik und Kapital zum Trotz sind Gleichheitsfeminismus, Aufklärungshumanismus und Menschenrechtsuniversalismus nicht kleinzukriegen. Erste kleine Bewegungen wie Free Minds aus Münster überzeugen mehr und mehr Menschen und geben ihnen Hoffnung.

Mit solidarischen Grüßen an Free Minds

Edward von Roy

am 23.12.2012

http://freeminds.blogsport.eu/2012/12/23/selin-yesil-ayse-duygu-wie-islamophobie-wirksam-bekampft-werden-kann/comment-page-1/#comment-788