Hilferuf aus dem Gohardascht-Gefängnis

Januar 9, 2013

زندان گوهردشت

Zendān Gōhardašt „Raǧāʾī Šahr“, Īrān

Gohardasht Prison also known as „Rajai Shahr“, Karaj, Iran

Gefängnis Gohardascht genannt Radschaï Schahr, Karadsch, Iran

BITTE! Lasst nicht zu, dass man Loghman und Zenyar hinrichtet.

Eine Petition von: CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Im Iran werden viele, allzu viele unschuldige Menschen aus vorgeschobenen Gründen eingesperrt, gefoltert und am Galgen aufgehängt. Sie haben kein Verbrechen begangen und werden zu Unrecht beschuldigt.

IHR aber lebt in FREIHEIT, und auf EURE STIMME kommt es jetzt an. Es geht nicht um irgendein bestimmtes Land, sondern ganz allgemein um Menschlichkeit und den Einsatz für die schuldlose Jugend.

An alle Menschen meiner Generation weltweit:

Ich hasse es, über meinen Tod nachzudenken; meine Sehnsucht nach dem Leben will ich nicht ins Grab nehmen.

Mein Name ist Zenyar Moradi.

Zur Stunde sitze ich in der Stadt Karadsch im Iran im Todestrakt in meiner Gefängniszelle und ich möchte mit den jungen Menschen in Europa und Amerika reden. Zu den Menschen meines Alters möchte ich sprechen, die in Japan, Australien oder Frankreich leben, in Afrika und überall auf der Welt.

Bitte LASST NICHT ZU, DASS SIE MICH AUFHÄNGEN!

Ist diese Welt so grausam, dass sie einfach nur zuschaut, wie mein Cousin Loghman und ich öffentlich an einem Baukran auf der Straße gehängt werden? Und nichts sagt? Und nichts unternimmt?

Ich erkenne, dass ich euch gegenüber meine Furcht und meinen Aufruf nur über das Internet äußern kann. Bitte seid deshalb so geduldig, mir ein paar Minuten und Sekunden eurer Zeit zu schenken und mir zuzuhören. Es ist schwer, einundzwanzig Jahre alt zu sein und dem Tod gegenüberzustehen. Tag für Tag mit dem Schreckgespenst des Todes zu leben, jedes Mal, wenn ich ihre Schritte höre, zu erschaudern, dass sie jetzt kommen, um mich zu holen und umzubringen.

Seitdem man mich eingesperrt hat, sind nun drei Jahre vergangen. Ich bin Zenyar Moradi und gemeinsam mit mir wird mein Cousin Loghman Moradi beschuldigt. Neun Monate wurden wir gefoltert. Sie pflegten uns so hart zu schlagen, dass wir nicht gehen konnten. Noch heute leide ich an den Folgen der Folter – mein Rücken schmerzt und zwei Rückenwirbel sind gebrochen. Die Folterer sagten uns, dass, wenn wir nicht alles, was sie uns vorwerfen, gestehen, sie uns vergewaltigen würden, weshalb wir einfach alles unterschrieben, was sie vor uns auf den Tisch legten. Und jetzt wartet auf uns der todbringende Strick des Galgens irgendwo auf einer Straße in Teheran oder Urmia (wo wir geboren worden sind).

Gerade haben sie uns mitgeteilt, dass die Planung unserer Hinrichtung beschlossen wird; der Henker sei die letzten vier Tage krank gewesen. Nachts kann ich nicht schlafen. Deshalb sehe ich die letzte Möglichkeit, mir mit diesem Brief selbst zu helfen. Bitte unternehmt alles Mögliche und lasst nicht zu, dass sie uns hinrichten.

Bitte benutzt eure Jugend und eure Kreativität und lasst dieses Regime wissen, dass wir nicht alleine sind. Bitte erhebt euren Protest gegen diesen Urteilsspruch. Wenn ihr protestiert, wenn ihr euch bei ihnen beschwert, werden wir das hören! Ich warte darauf, jetzt EURE Stimmen des Protests zu hören!

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

PLEASE! Do NOT LET THEM execute Loghman and Zenyar.

Petition by CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Too many innocent people are imprisoned, tortured, and hanged for a meaningless political agenda in Iran. They have not committed any crimes and are falsely charged.

YOUR VOICE, as FREE people matters. This is not about another country, this is about our humanity and standing up for innocent youth.

To all the people of the world who are in my age group:

I despise thinking about my death; I do not want to take my life aspirations to the grave with me.

My name is Zaneyar Moradi.

Currently, I am sitting on a death row, my prison cell in Karaj, Iran, and I want to talk to you young people in Europe and America, I want to speak to people, who are my age who are living in Japan, Australia, France, and Africa and all over the globe.

Please DO NOT LET THEM HANG ME!

Is this world so cruel, to watch both my cousin and I hang in public from a crane on the street? And not say anything? And not do anything?

I realize that it is only through the Internet that I am voicing to you my fear and my plea to you. So please be patient with me and give me few minutes and seconds of your time and hear me. It is hard to be twenty-one and to face my death. To live everyday with the nightmare of death, to shiver every time I hear their footsteps coming to take me to my death.

It has been three years since I have been imprisoned. I am Zaneyar Moradi and my co-defendant is Loghman Moradi, we were tortured for nine months. They would beat us so hard that we could not walk, even today I still suffer from side effects of torture—my back is hurting and I have two fractured vertebrate. The torturers told us that if we did not confess to everything they told us that they would rape us and we just signed whatever they put in front of us. And now we are waiting for the hanging rope of death while standing or hanging on the streets of Tehran or Urūmiyeh (where we were born).

They tell us now plans are being set for our execution, and the hang man has been sick for the past four days and I can’t sleep at nights. So I decided to help myself by writing this letter. Whatever you can do, please don’t let them execute us.

Please use your youth, your creativity, and let this regime know that we are not alone. Please voice your protest to this verdict. If you protest, if you complain to them we will here it! I am waiting to hear YOUR voices of protest.

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

Stoppt die Scharia an der Uni Münster

Dezember 23, 2012

انتقاد الإسلام

al-Intiqād al-Islāmī

Criticism of Islam

Islamkritik

Zwei Kommentare an Free Minds

Wir befinden uns im Jahre 2012 n. Chr. Ganz Münster ist von den Schariafreunden besetzt… Ganz Münster? Nein! Ein von unbeugsamen Islamkritikerinnen bevölkerter Verein hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Islamlobby …

Selin Yesil: Wenn Opfer in Wirklichkeit keine Opfer sind …

… und Kulturrelativisten stillschweigend froh sind über jeden Ehrenmörder, der für das Dogma des Kulturrelativismus kämpft.

Posted on 20. Dezember 2012 by Free Minds

Was ist Kulturrelativismus? Kulturrelativismus ist eine geistes- und gesellschaftstheoretische Pervertierung, die alle Kulturen und Lebensformen ganz wertefrei auf eine gleichwertige Stufe stellt. Das macht er unverhohlen, obwohl er weiß, was er damit anrichtet. …

Als Kommentar dazu:

Edward von Roy says:

23. Dezember 2012 at 00:43

Ein erfrischend geschriebener, völlig überzeugender und für die wünschenswerte gelingende Integration aller Menschen in den säkularen Rechtsstaat wichtiger Text von Selin Yesil. Vielen Dank.

Der Kulturrelativismus verführt zu einer Fortsetzung alten rassistischen Denkens: die auf Dauer weggestoßenen “Exoten, Fremden” darf man dann bewundern oder verachten, in jedem Fall aber seien sie sozusagen “von Natur aus” oder jedenfalls im kostbaren “Wesen” ganz anders als man selbst. Leider gibt es damit auch außerhalb der Kreise der Schariafreunde Lobbygruppen, denen die Aufspaltung der Menschheit bzw. Stadtbevölkerung in “kulturkreisbedingte Sorten” am Herzen liegt. Das wäre nichts anderes als die Rückkehr der Stämme – im Zeitalter der Globalisierung.

Wer die in Deutschland lebenden Muslime zur “Sorte Mensch” erklärt, denen die ganze Last eigenen Denkens und grundgesetzkonformen sowie kulturell modernen Empfindens und Verhaltens zu tragen nicht zumutbar sei, wird, ob korantreu oder atheistisch, kalifatsbewegt oder spaßkulturell, daran mitarbeiten, die angeblichen “Schariapflichtigen” mehr und mehr in eine Art von Apartheid einzumauern und, auf Dauer, mit einem Sondergesetz nach dem anderen eine Rechtsverschiedenheit durchzusetzen. Das gilt es zu verhindern, so, wie Maryam Namazie es fordert:

“One Law For All.”

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-sharia-law-in-britain-a-threat-to-one-law-for-all-and-equal-rights/

http://www.onelawforall.org.uk/open-letter-to-aclu-on-its-support-for-sharia-law/

In seiner DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS hat das hochrangige Mitglied im muslimbrudernahen European Council for Fatwa and Research (ECFR), Bosniens Großmufti Mustafa Cerić, den Kurs auf die Rechtsspaltung offen eingeräumt:

“opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law”.

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

Die Bürger – alle, auch die Kinder muslimischer Eltern oder Großeltern – können erwarten, dass sich ein Zentrum für Islamische Theologie von den systematisch frauenfeindlichen und alle Nichtmuslime diskriminierenden Normen von Koran und Hadith sowie schariabasiertem Fiqh distanziert.

Scharia und universelle Menschenrechte gehen nicht gleichzeitig. Auf den grundrechtswidrigen Charakter von Scharia bzw. islamischer Jurisprudenz (Fiqh) weist Mouhanad Khorchide aber nicht hin, sondern orakelt sentimental: “Was ist mit der Liebe zu Gott, die sich in der Liebe zu seiner Schöpfung ausdrückt?”

http://www.cicero.de/berliner-republik/islam-heisst-liebe-und-nicht-scharia/52143?seite=2

Necla Kelek benannte das Problem genau:

“Ja , ich halte den Versuch, die religiöse Rechtleitung und die Vorschriften für den Alltag durch Tradition und Gesetz zu bestimmen, ich halte die Scharia für überholt.”

http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/kritik-der-islamkritik-ihr-habt-mit-hass-gekocht-16687.html

Eine Religion, welche mit dem wortwörtlich verstandenen Koran oder dem im Jahre 1111 verstorbenen Imam al-Ghazali allen Ernstes die Angst vor dem Höllenfeuer weckt, ist in einer bleibend freiheitlichen Demokratie nicht in Wissenschaftsbetrieb und Schulalltag integrierbar.

Immer noch ruft keiner der ‚Ulamā oder Ayatollahs dazu auf, als Frau den Hidschab doch gerne mal ein paar Tage in der Woche abzulegen oder als Lehrer für Islamischen Religionsunterricht die im Koran so ausführlich beschriebene Hölle den Kindern bitte nur noch als Symbol zu erklären. Vielmehr bauen die deutschen Standorte für Islamische Theologie ihre Kontakte zu Darul ‘Uloom und al-Azhar auf, Fabriken der Gegenmoderne (die den Islam keineswegs falsch verstanden haben).

Die einer (angeblich von Allah geschaffenen) Scharia entsprungenen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen islamischen Wohlverhaltenspflichten sowie das gesamte Islamische Recht sind jenseitszentriert, auf Abwehr des Teufels und gesichertes Seelenheil bedacht, wie Tilman Nagel in seiner Rezension zum islamverharmlosenden Buch von Mathias Rohe verdeutlicht:

“Diese sogenannten «fünf Bewertungen» meinen Lohn oder Strafe sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Im Koran werden diesseitige und jenseitige Bestrafungen eines Fehlverhaltens noch als ein einziger Sachverhalt verstanden; Mohammed urteilt und vollstreckt unter unmittelbarer Anleitung durch Allah.”

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/buchrezensionen/lohn-und-strafe-im-diesseits-und-im-jenseits-1.3981865

Mit solidarischen Grüßen an Free Minds

Edward von Roy

am 23.12.2012

http://freeminds.blogsport.eu/2012/12/20/selin-yesil-wenn-opfer-in-wahrheit-keine-opfer-sind/

Selin Yesil / Ayse Duygu: Wie Islamophobie wirksam bekämpft werden kann

Posted on 23. Dezember 2012 by Free Minds

An die Politiker und Öffentlichkeit und im Namen von allen unterdrückten und fremdbestimmten Frauen und Mädchen, deren Existenz gerne verleugnet und / oder negiert wird.

Ein bescheidener Weckruf im Namen von Free Minds

Wir fühlen uns der Aufklärung und den allgemeinen Menschenrechtserklärungen verpflichtet! Wir sind besorgt wie alle freiheitsliebenden Menschen, die sich dem kulturellen Erbe der Aufklärung irgendwie verbunden fühlen. …

Als Kommentar dazu:

Edward von Roy says:

23. Dezember 2012 at 19:11

Ein geistreicher und spannender Text von Selin Yesil und Ayse Duygu, der es verdient, viele Leser zu finden.

Seit Jahrhunderten halten die (auch im Katholizismus durchweg männlichen) Himmelswächter das Volk abhängig und im Glauben, ohne die den Alltag komplett reglementierenden Eliten der Muftis und Imame würde der Gnadenstand mit dem Schöpfer zerreißen und würden die Satane die Menschen verführen und letztlich vernichten. Man kann nur hoffen, dass es irgendwann und möglichst bald auch in Ägypten, Pakistan, im Iran oder auf der Arabischen Halbinsel eine Bevölkerungsmehrheit gibt, die keine Fatwa mehr in Höllenangst konsumiert und nicht alles glaubt, was aus Ghom, Darul-’Uloom oder al-Azhar stammt.

Wer am Sinn der Scharia zweifelt, dem mangele es an Verstand, wie der islamische Gelehrte Abu Hamid al-Ghazali in Mīzān al-’Amal (Waage-Skala des Handelns, Criterion of Action) dem Gottsucher nahe legt:

„Die wirkliche Vernunft gestattet es, den Pfad der Glückseligkeit (the path of felicity) vom Pfad der Verdammnis zu unterscheiden.“

„Moralisch gute Gesinnung zielt darauf, jede schlechte Angewohnheit zu entfernen, wie das islamische Gesetz der Scharia gründlich aufzeigt. … Gute Gesinnung lässt einen die schlechte Gewohnheit so verabscheuen wie Schmutz.“

Gelingendes Leben ohne erfüllten Schariagehorsam wird in einem an al-Ghazali orientierten Islam unmöglich sein, den ein Handeln, was die Banden des Islamischen Rechts übersteigt, ist pflichtgemäß als dreckig und Ekel erregend zu empfinden. Ein an al-Ghazali orientierter Religionsunterricht wird die so “zu muslimisierenden” Kinder und Jugendlichen von der freiheitlich demokratischen Grundordnung mehr und mehr entfremden, Imam al-Ghazali:

„Solange die Ausübung der islamischen Pflichten mit Kummer oder Widerwillen verknüpft bleibt, zeigt sich ein Charaktermangel, der den Weg zum Glück verhindert.“

Ein anderer Islam als derjenige von Scharia und Fiqh ist derzeit zwar mit sympathischen Einzelpersönlichkeiten anzutreffen, jedoch leider noch nicht organisierbar. Alle deutschen Islamverbände befolgen die kulturell vormoderne (und damit heute revolutionär gegenmoderne) Scharia.

Wunderbare Dinge sollen nun von den in der BRD neu geschaffenen universitären Islamischen Studien ausgehen, eine neue Islamische Theologie gar, die nicht länger mit den Standards der Allgemeinen Menschenrechte (AEMR) kollidiert. Welche Gelehrten (‚Ulamā, Sg. ‚Ālim) den korangemäß (islamgemäß) auf die Scharia zu verpflichtenden Muslimen künftig die Rechtsgutachten (Fatwen) ausstellen sollen, ist unbeantwortet geblieben.

Doch hoffentlich nicht diejenigen des, Scheich Yusuf al-Qaradawi nahe stehenden, European Council for Fatwa and Research (ECFR)? Oder will man von Münster & Osnabrück aus dazu aufrufen, im Sinne eines selbst bestimmten Lebens jeden Fatwa-Konsum einzustellen?

Haben sich Bülent Ucar („für eine authentische Entwicklung des Islams in Deutschland und Europa“) oder Mouhanad Khorchide („Dafür ist eine Zusammenarbeit mit den islamischen Religionsgemeinschaften geboten“) jemals vom ECFR distanziert, wollen und werden sie eine Theologie erschaffen (was doktrinär nur Allah kann) und vermarkten können, die verlässlich gegen die mehr als unterschwellige Misogynie und Gewaltbereitschaft der Funktionäre von Muslimbruderschaft oder muslimbrudernahem ECFR anredet und anerzieht?

Auch aus der Deutschen Islamkonferenz hören wir jetzt, dass die Scharia den Banden der Grundrechte eingepasst werden soll oder überhaupt irgendwie kein Problem ist. Dieses Streben erinnert an die beiden Konzepte von Euro-Islam erinnern, die a) Bassam Tibi säkular und nachhaltig rechtsstaatlich und b) Tariq Ramadan allahzentrisch und schleichend islamrevolutionär entworfen haben.

Tibi forderte vom europäischen Muslim den Verzicht auf installierte Islamische Justiz (Fiqh) und die Abkehr vom Islamischen Recht, damit die universellen Menschenrechte keinen Schaden nehmen:

„Im Euro-Islam gibt es keine Scharia und kein Dschihad. Viele Muslime sagen, ohne Scharia und ohne Dschihad gibt es kein Islam. Wenn sie ehrlich sind und informiert sind, was Scharia und Dschihad bedeuten, dann können sie leicht zum Ergebnis kommen: Scharia und Dschihad sind nicht verfassungskonform. Das heißt: Wenn ich an den Islam glauben will und will an Scharia und Dschihad festhalten, dann kann ich nicht auf dem Boden des Grundgesetz stehen.“ (aus: Der europäische Islam. Michael Hollenbach, dradio 25.07.2009)

Ramadan will den beibehaltenen islamischen Pflichtenkanon, das Strafrecht eingeschlossen, einer elitär betriebenen Debattenkultur unterziehen, das Ergebnis sei dann – Wunder über Wunder! – demokratiefähig:

„Meine Position ist, dass wir anfangen müssen, darüber zu diskutieren. Ich glaube nicht, dass die Umstände, diese Strafen wieder einzuführen, zurückkommen werden. Aber ich will mit den islamischen Gelehrten in eine kritische Diskussion treten, … indem ich die Idee vorantreibe, die Strafen zu suspendieren und den Dialog darüber zu eröffnen, was wir wollen. Ich weiß nur eines: Es ist unmöglich, sie anzuwenden, deshalb müssen wir es beenden im Namen des Islams.“

Die Religion des Islam scheint der gefährlich einflussreiche Genfer Islamsprecher dabei als parallele Staatlichkeit zu begreifen, die sich zwischen Regierung und „Islambürger“ schiebt und alles Nichtislamische auf die jeweiligen Ergebnisse der Beratschlagung („Diskussion“) warten lassen darf. Zu einem unzweifelhaften Vorrang der AEMR gegenüber den Religionsgesetzen schweigt Ramadan. Auch zum Verzicht auf den Hidschab (Schleier, islamisches Kopftuch) oder für die Möglichkeit der Islamapostasie macht sich der Sohn von Muslimbruder Said Ramadan und Enkel von Hasan al-Banna, dem Gründer der Muslim Brotherhood, nicht gerade stark.

Das angeblich unbedingt und sofort in den Hochschulbetrieb zu integrierende „islamische Wissen“ ist aus Sicht der ‚Ulamā das, was die Seele vor der ewigen Verdammnis rettet. Reinhard Schulze gibt sich optimistischer und redet von Islamischer Theologie:

„Islamisches Wissen soll durch einen akademischen Diskurs nicht nur verwaltet, sondern bearbeitet und weiterentwickelt werden. … Die Aufgabe, vor der wir heute stehen, ist die Integration der islamischen Selbstauslegung in das akademische Feld deutscher Universitäten.“ (aus: „Was ist Islamische Theologie?“ Reinhard Schulze, Köln 13.07.2010)

Wer sieht Anlass zur Hoffnung, dass die an den deutschen Fakultäten für Islamische Theologe im Aufbau befindliche Imamausbildung und Ausbildung der Lehrer für einen Islamischen Religionsunterricht näher am Konzept des Göttinger Politikwissenschaftlers steht und weiter entfernt vom gleichnamigen Entwurf des Genfer Islamisten? Was Bülent Ucar (ebenfalls bei dradio) zu den Möglichkeiten der Theologiefortschreibung sagt, mag Spannung verbreiten, ist aber kein vorbehaltloses Bekenntnis zur Universalität der Menschenrechte:

„Es kann aber auch sein aufgrund der pluralistischen Gesellschaft hier im Westen, dass sich so etwas wie ein liberaler Islam entwickelt.“

Wer als professioneller Islamverharmloser von Münster oder Osnabrück aus Abu Hamid al-Ghazali als Beispiel träumerischer Mystik ausgeben will, lese beim illusionslosen Murad Wilfried Hofmann (1981) in dessen Tagebuch:

„Andernfalls müssten sie wissen, dass Islam selbst von Mystikern nie nur als eine Sache des Herzens verstanden werden darf, sondern notwendig die Unterwerfung unter das Gesetz, die Schari’a, impliziert.“

Hofmann argumentiert völlig im Einklang mit al-Ġazālī, der den Trance-Techniken verzückter Gotteserfahrung gewisser Sufi-Gemeinschaften jeden Selbstzweck abspricht. Nicht Entrückung sichert das Heil, sondern soziopolitischer Gehorsam:

„Die Menschen schlafen, und erst wenn sie sterben, erwachen sie (people are asleep, and when they die they wake up). … Die Liebe zum Diesseits ist die Ursache aller Sünde, das Diesseits ein Ackerfeld für das Leben danach.“

„Voller Treue und Eifer soll der einfache Muslim die Gelehrten nachahmen, die Erben der Propheten. Die Gelehrten sollen die Gottesfreunde, Propheten und Engel bis zur Auslöschung aller menschlichen Eigenschaften imitieren, damit sie im Paradies zu menschengestaltigen Engeln verwandelt werden.“

Nur dem schariatisch korrekt Handelnden gelinge es in seinem Leben, die (das Seelenheil gefährdenden) Extreme zu vermeiden. Glauben heißt gehorchen! Das ist die Botschaft eines ernsthaft an al-Ghazali ausgerichteten Islamischen Religionsunterrichts (IRU), der leider von Wissenschaft und freiheitlicher Demokratie weg erzieht.

Zur Ausbreitung der islamischen Seinsweise darf gelogen werden, stellt al-Ghazali fest: “Know that a lie is not wrong by itself, but only because of the evil conclusions to which it leads the hearer, making him believe something that it is not really the case. Ignorance sometimes is an advantage, and if a lie causes this kind of ignorance, it may be allowed. It is sometimes a duty to lie.” (zitiert nach The Arab Mind Considered, by John Laffin, Page 91, 2nd Para.)

Wer die Islamische Ordnung (Niẓām al-Islāmī) aufbaut und seine Familienangehörigen und Nachbarn mit der Grundlage jeder Hisba-Tätigkeit, mit dem Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten (Koran 3:110 usw.) zum „religiös richtigen Tun“ zwingt, sei gerade nicht gleichsam zu heiß oder zu kalt, sondern human und gemäßigt, habe sozusagen Körperwärme, wie Tugendtyrann al-Ghazali, die griechischen Philosophen zweckentfremdend, anordnet:

„Vollkommene Tugend ergibt sich dem Gottesfürchtigen ganz von selbst, die Wahrheit ist für ihn jederzeit und mühelos ersichtlich.“

„Ziel ist die Wohlausgewogenheit, das mittlere Maß, denn Übermaß wie Mangel sind meidenswert. Wir Menschen wünschen wohltemperiertes Wasser, nicht zu heiß und nicht zu kalt.“

Um die Frauenfrage war der vor 900 Jahren verstorbene Imam besonders bemüht, wie man im Al-Ḥyā ‘Ulūm ad-Dīn (Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) erfährt:

„Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen, muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen.“

(Quelle: eigene Übersetzung nach: « Elle doit rester au foyer et filer la laine. Elle ne doit pas sortir trop souvent. Elle doit être ignorante, ne doit pas être sociable avec ses voisins et ne doit leur rendre visite que si c’est absolument nécessaire. Elle doit prendre soin de son mari et doit lui témoigner du respect, en sa présence comme en son absence. Elle doit essayer de le satisfaire en toutes choses. Elle ne doit pas essayer de le tromper, ni de lui extorquer de l’argent. Elle ne doit pas quitter sa maison sans la permission de son mari.»

(aus: Revivification des sciences de la religion, cité par Ghassan Ascha, Du statut inférieur de la femme en Islam, l’Harmattan, Paris 1987, p. 41)

Wer Islamische Theologie studiert, sollte sich die Kommilitonen im Hörsaal ansehen: ob zur Stunde etwa Exemplare der Spezies Frau unter ihnen anwesend sind, die gegen al-Ghazalis Vorgabe verstoßen und ohne Erlaubnis des Ehegatten gekommen sind? Wer das jetzt nur lustig findet, weiß nicht, was Islamisches Recht und Deutschlands Ehrenmorde miteinander zu tun haben. Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym wie ein Zombie durch Nebengassen huschen:

„Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte.“

(Elle devra revêtir de vieux vêtements et emprunter des rues désertes. Elle devra éviter les marchés publics et s’assurer que nul ne puisse identifier sa voix et la reconnaître. Elle ne doit pas adresser la parole à un ami de son mari, même si elle a besoin de son assistance)

Was al-Ghazali zur Frau im Islam predigt, ist kein „Islamismus“, sondern echter alter Islam.

Münster und Osnabrück sind ein Symbol – für religiös begründete Rechtsspaltung, denn auch der Westfälische Friede (1648) gelang nur im Namen des cuius regio, eius religio, im damaligen Deutsch: Wes der Fürst, des der Glaub’.

Cuius regio eius religio ist ein Modell, dass auf keinen Fall auf Deutschlands Zukunft übertragen werden darf, auch nicht im Namen und beim Beschwören eines “friedlichen Zusammenlebens der Religionen und Kulturen”, es sei denn, man meint mit “friedlichem Zusammenleben” das (hoffentlich verhinderbare) abgeschottete Nebeneinander-her-Leben der beiden, dem osmanischen millet-System dann ziemlich genau entsprechenden Religionsvölker oder Glaubensnationen der Deutschlandchristen und Deutschlandmuslime.

Verzuiling (“Versäulung”, Abraham Kuyper) – notfalls könnten die Freidenker oder Atheisten (schariatisch Harbis) ebenfalls eine millet (arab. milla; vgl. ndl. zuil, “Säule”) bilden. Dann würde sich die “religionsfreiheitliche” deutsche Dhimma dem belgisch-niederländischen Konzept der Versäulung (verzuiling) entsprechend aufbauen, bei dem über zwei Weltkriege hinweg Partei, Gewerkschaft, Krankenhaus und Sportverein konfessionell getrennt gelebt wurden und Befriedung (verhindertes Zerfallen des entpolitisierten Staates) nur durch die “überdachende” Zusammenarbeit der Säuleneliten geschah, was sich selbstverständlich klandestin ereignete (im Hinterzimmer).

Ob in Jakarta oder Brüssel, Kairo oder Berlin: die islamische Bewegung will überall auf der Welt legalisiertes Schariagesetz, koranbasierte Paragraphen, zunächst im Ehe- bzw. Familienrecht und dann im Erbrecht (Koran: halbes Erbe für die Schwester im Vergleich zu ihrem Bruder).

Diese Rechtsspaltung ist geradezu darauf angewiesen, den Bürger (frz: citoyen, citoyenne) durch den Religionsangehörigen zu ersetzen, und dazu wiederum muss eine Theologisierung der Politik stattfinden, die gerne an dem in Landesverfassungen und Landesschulgesetzen leider noch vorhandenen Begriff der Gottesfurcht anknüpft.

Wer seine Chancen auf Karriereerfolg im Wissenschafts- oder Politikbetrieb verbessern will, verehre die Eliten der Religionslobby erregt, umgekehrt gesagt: wer den Islam laut kritisiert, dem gebühre “Entehrung” und “in Ungnade zu fallen”, dem drohe das gesellschaftliche und berufliche Aus. Kann man bereits von einer neuen Ehrkultur sprechen?

Deutsche Islamverherrlicher beginnen die Muftis und Scheiche zu umschwärmen und an ihre Universitäten einzuladen (Mustafa Cerić bei der Einweihung des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Tübingen am 16. Januar 2012). Dieses neofeudale System der Günstlinge und Hofschranzen ist auf islampolitische Schönfärber wie Abdullahi an-Na’im angewiesen, die von der “flexiblen Scharia” raunen und die unbedingte emotionale und juristische Herabstufung der Frau in Koran und Sunna mit allerlei rhetorischen Tricks leugnen.

Hochschulrektoren und Schulbuchverlage wittern ein Millionengeschäft und bitten Bildungsminister und Schariafreunde um Standort-Ansiedlung bzw. Druck-Auftrag. Wo die Bundesregierung weitere Hunderte von Panzern nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate liefern will, möchte sie ebenfalls nicht schlecht über die Scharia reden, wird gegenmodernen Propagandazentren wie dem geplanten ZIE-M selbstverständlich nicht im Wege stehen und hält Islamkritik für “wenig hilfreich” und den Islam für eine “im Kern friedliche Religion”.

Sozusagen zur Entsühnung gibt man dann und wann “liberalen Muslimen” wie Lamya Kaddor (“Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar”) eine Bühne, Vertretern einer den Bereich des Erlaubten restlos abdeckenden Pseudo-Islamkritik. Journalistische Fundamentalismusverharmloser wie Patrick Bahners oder Jörg Lau beanspruchen und bekommen die Lufthoheit zum Thema islamische Berichterstattung.

Einen innermuslimischen Sündenbock hat man im Dialogbetrieb ebenfalls parat, den so genannten Salafismus (der Koran und Hadith nur wortgetreu lebt, der die islamischen Grundlagentexte wirklich ernst nimmt). Zu den politreligiösen und zugleich echtislamischen Konzepten adil düzen (Tugendsystem; Erbakan), Nizam Islami (Islamsystem; Maududi) oder hakimiyyat Allah (göttliche Souveränität; Qutb) sagen Presse und Regierung nichts, damit der “Dialog” ungestört weiter gehen kann.

Auch durch beide Großkirchen und die vier großen Parteien wird die zum Erhalt der freiheitlichen Demokratie notwendige echte Islamkritik in den Bereich des Schmuddeligen und Verachenswerten geschoben.

Doch allen Einschüchterungsversuchen von Schariabewegung, Kirchenpolitik und Kapital zum Trotz sind Gleichheitsfeminismus, Aufklärungshumanismus und Menschenrechtsuniversalismus nicht kleinzukriegen. Erste kleine Bewegungen wie Free Minds aus Münster überzeugen mehr und mehr Menschen und geben ihnen Hoffnung.

Mit solidarischen Grüßen an Free Minds

Edward von Roy

am 23.12.2012

http://freeminds.blogsport.eu/2012/12/23/selin-yesil-ayse-duygu-wie-islamophobie-wirksam-bekampft-werden-kann/comment-page-1/#comment-788

Beschneidung auf Elternwunsch

Dezember 14, 2012

Das neue Beschneidungsgesetz BGB § 1631d

Was zu befürchten war, ist eingetroffen: der deutsche Bundestag hat die zunehmende Ausdünnung des säkularen Rechtsstaats bezeugt, das Beschneidungsgesetz ist da. Am 12. Dezember 2012 sind die kulturell vormodernen und anti-individuellen Normen von Halacha und Scharia in den Raum des Rechtsstaats hereingebeten worden, im Namen des Respekts vor dem Heiligen und des friedlichen Zusammenlebens werden völlig unnötige Schmerzen und andächtig abgeschnittene Penisvorhäute ins Bürgerliche Gesetzbuch integriert.

Sowohl die nicht geringen Operationsrisiken als auch die nennenwert hohen lebenslangen negativen Gesundheitsfolgen betreffend, waren die meisten Bundestagsabgeordneten nicht bereit, sich mit der Beschneidung auseinanderzusetzen und fielen Beschneidungsfreunden wie Volker Beck nicht ins Wort, seit Juli 2012 das Märchen von der völlig harmlosen Zirkumzision zu erzählen (Beck: „ein irreversibler Eingriff mit niedriger Eingriffstiefe“). Ungerührt, mit viel Elan und für fünf Monate in immer neuen Wellen sind auch von vielen anderen unserer Volksvertreter Halbwahrheiten oder Unwahrheiten in den Raum gestellt worden und sind wissenschaftliche Erkenntnisse mehrheitlich ebenso ignoriert worden wie die, anders als in den USA, die in der BRD noch selten zu vernehmenden Stimmen der Betroffenen, der Beschneidungsopfer.

Von Anfang an sind Beschneidungsgegner verächtlich gemacht worden, etwa indem Angela Merkel ebenfalls seit Juli vor einem die Beschneidung verbietenden Deutschland als einem Staat der Lächerlichkeit warnte („Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“). Vertreter der jüdischen Beschneidungslobby rückten in jenem Monat Zirkumzisionskritiker in die Nähe von Fremdenfeinden, Antisemiten und Planern von Pogrom oder Vertreibung (Graumann: „Können Juden überhaupt noch leben in Deutschland … Wenn ein solches Urteil zur Rechtslage würde, dann wären die Juden kalt in die Illegalität abgedrängt. Dann wäre in letzter Konsequenz jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich. Das ist sehr ernst gemeint, und darüber muss sich jeder im Klaren sein“). Im September meinte Ali Kizilkaya gelassen, in Sachen Amputation der Penisvorhaut für alle Muslime Deutschlands sprechen zu können, die sich um ein die Beschneidung verbietendes Gesetz gemeinschaftlich bewusst nicht kümmern würden („Ein Verbot würde nicht nur in die Religionsfreiheit, sondern auch in die elterliche Sorge eingreifen. Zudem würde ein Verbot der Beschneidungspraxis zwar eine Illegalität begründen, aber dennoch eine geringe praktische Auswirkung haben“).

Selbst Regierungskreise schreckten nicht davor zurück, eine angebliche Rechtssicherheit zu beschwören, die nach dem Kölner Urteil unbedingt wieder hergestellt werden müsse. Entsprechend lesen wir heute auf bundestag.de „Für Juden und Muslime in Deutschland herrscht künftig wieder Rechtssicherheit“. Dabei hatten die Kölner Richter genau diese erst geschaffen und das unveräußerliche Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit betont. Unversehrte kindliche Genitalien würden also „Rechtssicherheit“ verhindern, Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hatte das der Bevölkerung so nahegelegt: „Wir brauchen Rechtssicherheit … Es gibt auf der Welt kein Land, das die religiöse Beschneidung von Jungen generell unter Strafe stellt.“ Am 13. Dezember zitiert die Seite aktuell.evangelisch.de einen erleichterten jüdischen Zentralratspräsodenten, Graumann: „Das Beschneidungsgesetz schafft endlich wieder Rechtssicherheit.“ Erst das fließende Blut stelle „Recht“ und „Sicherheit“ her – das ist nicht GG-konformes Kindeswohl, das ist Halacha und Scharia.

434 Damen und Herren verlangten vorgestern, rituell blutende Kindergenitale in die Zukunft zu führen und setzten ein Zeichen für jüdisches und islamisches Leben und Kinderohnmacht und Elternallmacht, immerhin 100 Abgeordnete stimmten gegen diese Abkehr von den universellen und eben auch für Minderjährige geltenden Menschenrechten. Es gab 46 Enthaltungen.

Der Oppositionsentwurf der 66 Abgeordneten erhielt 91 Stimmen und 462 Gegenstimmen bei 31 Enthaltungen. Viele einzelne Befürworter des nur halbwegs beschneidungskritischen Gegenentwurfs argumentierten immer wieder überzeugend, doch das dort vorgeschlagene Alter von vierzehn Jahren ab dem aus elterlicher Sorge hemmungslos beschnitten werden darf hielten und halten wir menschenrechtlich für unzureichend und strategisch für verfehlt. Denn wo es seit Jahrzehnten kein Jugendarbeiter oder Lehrer wagt, muslimisch und jüdisch geprägte Eltern – oder alle anderen – faktenbasiert, dienstlich dokumentiert und engagiert von der Beschneidung ihres Sohnes abzuhalten, da wird sich auch der vierzehn- oder fünfzehnjährige Junge dem Druck von Clan und Peer Group sowie dem viele Jahrhunderte alten, theologisch höchst erwünschten Ekel vor den angeblich unreinen Unbeschnittenen nicht entziehen können. Dieser, inzwischen parlamentarisch abgelehnte, Entwurf berücksichtigte nicht, dass das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, in der sich die Unterzeichnerstaaten mit Artikel 24 dazu verpflichten, alle für Kinder schädlichen Bräuche zu verbieten (Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich. sind, abzuschaffen. States Parties shall take all effective and appropriate measures with a view to abolishing traditional practices prejudicial to the health of children), in Artikel 1 den Kindesbegriff auf alle Minderjährigen ausdehnt (Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht früher eintritt. A child means every human being below the age of eighteen years unless under the law applicable to the child, majority is attained earlier), also auch die 14- bis 17-Jährigen als vor jeder schädigenden Tradition zu schützendes Kind (child) bewertet.

Will die Bundesrepublik Deutschland, bei fortgesetzter Betonung der UN-Kinderrechtskonvention auch der Artikel 24 und 1, das islamische Alter der Pubertät und zugleich Volljährigkeit, die so genannte religiöse Reife (bulūġ, puberty; Adjektiv bāliġ, mature) als das Alter auch der Heiratsfähigkeit, welches Mädchen nach der Scharia mit neun und Jungen beispielsweise mit 15 Jahren (Mondjahren) erreichen, in Kindeswohlbegriff und BGB „integrieren“? Sollen in deutschen Städten die Kinder aufgespalten werden in nichtmuslimische und schariapflichtige Kinder, für letztere, fähig, die „Bürde“ (taklīf) des himmlischen Gesetzes zu tragen, dann ein abgesenktes Heiratsalter gilt, was man mit dem genannten Art. 1 begründen kann: „soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht früher eintritt“? Bosniens Großmufti Mustafa Cerić will das islamische Personenstands- und Familienrecht: opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.

Das Grundgesetz richtet sich zunächst an das sein Leben autonom gestaltende Individuum, nicht an das Objekt eines ethnoreligiösen Kollektivs. Wie das beschnittene Mädchen ist auch der beschnittene Junge an einem uneingeschränkten Sexualleben behindert und damit an einem autonomen Gestalten des Lebens in allen seinen Möglichkeiten. Den Oppositionsentwurf betreffend ist zu sagen: es ist nicht mehr Rechtsstaat und Rechtseinheitlichkeit, wenn das Kind genital geschädigt werden darf und der Jugendliche nicht. Es ist, mit Blick auf den Regierungsentwurf, nicht mehr Rechtsstaat und Rechtseinheitlichkeit, wenn ein Junge beschnitten werden darf und ein Mädchen nicht.

Der 12. Dezember ist ein schwarzer Tag für die kulturelle Moderne und die Kinderrechte. Wer es jetzt in Jugendverbänden, Jugendämtern, Wohlfahrtsverbänden oder Fachhochschulen für Soziale Arbeit noch wagen sollte, wissenschaftlich begründet gegen die Zirkumzision zu argumentieren, wird es noch schwerer haben als bisher.

Wie überall auf der Welt wird auch in Deutschland die mühselige Aufklärungsarbeit erst beginnen müssen und allmählich ein Bewusstsein dafür entstehen, dass Eltern keine schmerzenden Wunden und dauerhaften Schädigungen im Genitalbereich des „eigenen“ Kindes hervorrufen dürfen, auch nicht auf Befehl der Götter Jahwe oder Allah oder aus ästhetischem Befinden heraus oder aus reichlich legendärer Aidsprophylaxe.

Edward von Roy und Gabi Schmidt

Marokkos Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD)

Dezember 13, 2012

سعد الدين العثماني

Saʿd ad-Dīn al-ʿUṯmānī

Saad-Eddine El Othmani

Saadeddine Othmani

Prophetische Menschenführung

Jedem Wahlberechtigten in Marokko empfiehlt sich der Parti de la Justice et du Développement (PJD) als Fahrzeug zu mehr Lebensqualität und zur schariakonformen Umgestaltung des Landes, denn nur die Muslimbrüder stehen dafür ein, Islam und Zivilgesellschaft im Sinne des vorbildlichen Mohammed und im Imamat (Islamstaat) zu verwirklichen. Das Gebiet zwischen Hohem Atlas, Rifgebirge und der Straße von Gibralter muss nun Gesetze erlassen, ohne den Bund mit Allah zu brechen und das menschliche Heil im Diesseits und im Jenseits zu verspielen. Übertragung ins Deutsche und Kommentare zu Auszügen aus: Islam und Zivilgesellschaft (Islam and the Civil State) des PJD-Führers und marokkanischen Außenministers Saadeddine Othmani (2005). Von Jacques Auvergne (2012).

Dein heute gefährdetes islamisches Ansehen auf Erden kann gerettet werden: Erniedrige dich vor Allah, und er wird dich vor den Menschen erhöhen.[1] Im Umkehrschloss klingt das allerdings bedrohlicher: Wer sich nicht schnell und vor allem nicht tief genug vor Allah verbeugt, verdient die Missachtung der Muslime. Weil Allah auch hier und heute das Verbotene (al-ḥarām) ausgebremst wissen will, ist die kultische Niederwerfung vor dem Gott von Kopftuch, Kindbraut und Apostatenmord in der Gestalt von gerne den Straßenverkehr blockierenden Betprotesten auch in New York, London, Moskau oder Paris (rue Myrha, rue Polonceau usw.)[2] zur Kriegserklärung gegen die kulturelle Moderne geworden. Radikal erlösungsreligiös spaltet das vom Himmel gestiftete Schariasystem den auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele verzichtenden säkularen Rechtsstaat. Wer sich klein macht, will herrschen.

Wer allgemeine Menschenrechte für unbedeutend hält oder für satanisch inspiriert und dabei einen würdigen Nachfolger des Propheten heiß bewundert, wird sich diesem Hochwürdigen anähneln und sich bei ihm einschmeicheln wollen und hat den Freibrief, jene, die diesem Ehrbaren und Ansehnlichen aus Zufall, Willkür oder eigenem Entschluss fern stehen, eiskalt zu verachten. Folglich gibt es im revolutionären Islam (Realislam) immer einige Familien, die man geringschätzen darf, unter den gottlosen Regierenden sowieso aber auch im Stadtviertel oder Straßenzug, die Familien nämlich, welche die Gesetze der heiligen Scharia öffentlich überprüfbar nicht genau einhalten oder sogar völlig verweigern.

In einer angesehenen Familie aus dem Südwesten des Landes, wo man die Taschelhit oder Schelha genannte Sprache (Marokko 8 Millionen Sprecher, EU 0,5 Millionen) der Amazigh oder Berber aus dem landwirtschaftlich fruchtbaren Souss und seiner Provinzhauptstadt Agadir spricht, wurde 1956 Saadeddine Othmani geboren, der später die Ausbildung zum Psychiater erreichte und heute Marokkos Außenminister ist. Mit der Ehrbarkeit und dem Ansehen der Nichtaraber ist es im korantreu beherrschten Gebiet seit nahezu 1.400 Jahren bekanntlich nicht weit her, und wem, aus einer nichtarabischen Ethnie entstammend, trotz allem islamischen Kastensystem, Nepotismus und Rassismus die schariakonforme Karriere gelungen ist, hat für die Konkurrenz der Identitätspolitiken zumeist eine islamische Lösung gefunden sprich zur allmählichen Auslöschung des Nichtarabischen beigetragen und des Nichtislamischen sowieso. Scheich Abdesselam Yassine (* 1928 in Marrākuš deutsch Marrakesch, http://www.yassine.net) ist ebenfalls seiner Herkunft nach Berber, erlernte den Islam, traf die richtige Wahl der Loyalität nämlich zu Allah und wurde für drei Jahre ins Gefängnis gesperrt, nachdem er in einem offenen Brief den Regierungsstil von König Hassan II. als unislamisch bezeichnet hatte.

Scheich Abdessalam Yassine aus Marokko ist nicht zu verwechseln mit Muslimbruder (seit 1955) und HAMAS-Mitgründer Ahmad Yasin (Aḥmad Yāsīn), der zu Mordanschlägen gegen Juden aufrief und 2004 durch das israelische Militär gezielt getötet wurde. Abdessalam Yassine ist Führer der radikalislamischen sprich echtislamischen Organisation Justice et Spiritualité (al-ʿAdl wal-Iḥsān, Justice and Charity, man beachte die Wiedergabe des ḥ-s-n als spirituell wie auch als wohltätig, Glaubenstiefe ist Tat und Aktion; Cheikh Imran N. Hosein: L’islam est action),[3] die Marokko in ein Kalifat verwandeln will.

Tochter Nadia Yassine meinte im Juli 2005 bei Wöchentliche Neuigkeiten al-Usbu’iyya al-Jadida: „Mein Vater ist berberischer Abstammung und stolz, ein Berber zu sein“,[4] mischt seit Jahren den globalen Menschenrechtsdialog und feministischen Diskurs im Sinne der Diktatur Allahs auf, führt die Frauenabteilung von Justice et Spiritualité und darf das Land nicht verlassen, nachdem sie im Juni 2005 die Monarchie für überwindenswert erklärte gegenüber der Islamischen Republik.[5] Als Partei darf Justice et Spiritualité nicht antreten, das Kalifat per Kippschalter ist also für Marokkaner nicht wählbar. Doch um eine Glühbirne anzusteuern gibt es auch den sanften Übergang, den Dimmer.

Wählbar nämlich ist das allmähliche Aufhellen, das schleichende Kalifat. Der Parti de la Justice et du Développement (PJD), arabisch Ḥizb al ʿAdāla wat-Tanmīya, ist die marokkanische Variante einer von der Muslimbruderschaft gesteuerten Partei. Saadeddine Othmani ist Generalsekretär der in heutiger Form 1998 entstandenen, mit frühesten Vorgängern 1967 gegründeten Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, die nach eigenen Angaben keinen Umsturz ins Kalifat anstrebt, sondern, wie es Muslimbrüder bevorzugen, mit einer Islamisierung von Bildung, Wohlfahrt und Verwaltung zum Ziel gelangen will – zum selben Ziel.[6]

Der Psychiater und Spitzenpolitiker für Auswärtiges und Zusammenarbeit legt los, auch auf marokkanischer Erde beseitigt Allah Zwist und Zweifel:

Die Beziehungen zwischen dem Universellen und dem Legalen, zwischen dem Religiösen und der Gesetzlichkeit in unserer Kultur, treten an die erste Stelle in Bezug auf die Angelegenheiten, die der ausgiebigen Diskussion und Untersuchung bedürfen. Dieses Vorgehen sollte mit einem Perspektivwechsel verbunden sein, der uns eine neue Sicht verschafft, die uns aus den engen Räumen der Gegensätze und der Uneinigkeit hinausführt in die Weite von Harmonie und Integration.

Das stimmt, in die verwirklichte Scharia ist irgendwann jeder integriert (eingekerkert), im Kalifat ist politische Opposition überflüssig. Frei nach Joseph Goebbels, 18. Februar 1943, Sportpalastrede: Wollt ihr die totale Harmonie?!

Daher stelle ich jetzt die Frage, inwieweit Islam und Islamische Gemeinschaften mit einer Zivilgesellschaft harmonieren, in der die Gesetzlichkeit auf dem Volkswillen gründet und die Gesetze durch gewählte Institutionen erlassen werden?! Institutionen, die Gesetze im Interesse des Volkes erlassen und das mit der bestmöglichen Objektivität (objectivity).

Sachbezug oder Sachlichkeit (objectivity) wird allein hergestellt durch Allahs Wirken, Befehl und Gesetz (Scharia). Die Zivilgesellschaft muss kritisch befragt und zurechtgeformt werden, der Islam nicht, die Scharia bewegt sich keinen Millimeter.

Bei der Feststellung islamisch akzeptabler Legislative hilft dem marokkanischen Teil der Umma das absolute Kriterium des Handelns, das auf Erlangung des Wohlgefallens Allahs zielende Beispiel Mohammeds:

Richten wir, um diese Frage zu zu beantworten, den Blick auf die Handlungen des Propheten Mohammed als eines Imam, also eines Staatsführers (Muhammad as a state leader (an imam)) und die Eigenschaften dieser Staatsführung, dieses Imamats (this imamate (state leadership)), wie es von den klassischen Gelehrten in den Usul al-Fiqh beschrieben wurde, in den Prinzipien der Islamischen Jurisprudenz.

Imamat ist Kalifat. Wir übersetzen authority daher nicht mit solidarischem Gefolgschaftsgeist, jeweiliger spontaner Willensbildung oder höflichem offiziellem Ansprechpartner, sondern mit Führungsspitze und Ministerium und verstanden bereits vor mehr als vier Jahren, dass Bosniens muslimbrudernaher Großmufti eine Europäische Schariabehörde fordert, ein Superministerium für das Euro-Imamat, Muslims have to establish a single Muslim authority, unsere Übersetzung:

„Es reicht nicht aus, dass Europa die Anwesenheit des Islam auf seinem Territorium anerkennt. Muslime verdienen mehr als das. Ein Leben in Würde muss für Europas Muslime bedeuten, legalisiert zu werden in dem Sinne, dass Europa ein politisches und ökonomisches Klima schafft, in dem sie sich durch ihre Institutionen umfassendes Recht auf Teilhabe und Mitsprache schaffen können, Institutionen, die sowohl die Unterstützung der Regierungen genießen als auch die öffentliche wertschätzende Anerkennung. … Erstens müssen Muslime verstehen lernen, dass Europa ein Haus des Friedens ist, kein Haus des Krieges. Zweitens muss ihre Minimalforderung sein, ohne störende soziale Einmischung ihre islamische Kultur leben zu können und ihre Maximalforderung, aufgrund ihres heilsamen gesamtgesellschaftlichen Beitrags für die Europäische Gesellschaft anerkannt zu werden. Drittens müssen Muslime eine einzige islamische Autorität etablieren (a single Muslim authority), die sowohl für den Islam als Weltreligion sprechen kann als auch für die Muslime Europas als gute Staatsbürger.“[7]

Aus Sicht von Schriftgläubigen sind Muslime seit gestern ganz anders als die anderen und morgen und übermorgen immer noch mehr anders. Gläubig angewendete Scharia bewirkt folglich, sich immer mehr von den Nichtmuslimen abzugrenzen; selbst das Weltwahrnehmen und Weltbild der Nichtmuslime ist etwas, vor dem es den Schariafreund grausen muss. Revitalisierte, erwachte Muslime erfahren auch die Politik ganz anders als Nichtmuslime, in der beinahe absoluten marokkanischen Monarchie gibt es da spannenden Entwicklungsbedarf:

Diese Methodologie erklärt uns auch jene prophetischen Handlungen (Prophetic actions), die sich einer umfassenden Untersuchung bislang entzogen haben und zeigt uns auf, wie heutzutage muslimische politische Erfahrung entwickelt werden kann. Das wird die Muslime aus den Fesseln eigener Beschränkungen befreien, die zu gewissen historischen Erfahrungen führten …

Wie romantisch, der junge Muslim springt ins kalte Wasser des großen weiten Politischen. Dass die Königsdynastie das muslimische Eigene fesselt, hat Othmani so nicht gesagt; schariawidrige Geschichtlichkeit jedenfalls ist allzu lange erlebt worden und der islamische Wandel wird befreiend spürbar.

In seiner Fülle und Vielschichtigkeit muss Mohammed heute wieder neu begriffen werden:

Vielfalt der prophetischen Handlungen

Von vielen sind die prophetischen Taten als eindimensionale Handlungen beschrieben worden, die allesamt göttlich inspiriert sind. Jedoch verwarfen einige Juristen und klassische Gelehrte des Usul al-Fiqh diese Sichtweise und vermuteten, sie sei der Natur der prophetischen Taten entgegengerichtet. Einige Gelehrte schlugen vor, die Handlungen Mohammeds zu unterteilen. Der bedeutsamste dieser Gelehrten war Abi Muhammad Ibn Qutaybah Al-Dinori …

… Ibn Qutayba ad-Dīnawarī (828 – 889) lebte in Kufa und Baghdad, also im heutigen Irak …

… mit seinem Ta’wil Mukhtalaf al-Hadith (Figurative Interpretation of the Different Prophetic Traditions), weiter zu nennen sind al-Qadi ‚Iyad al-Yahsebi und sein Buch al-Shifa‘ bi Ta’rif Huquq al-Mustafa (The Healing by the Rights of the Recognition of the Chosen One), Ibn al-Qayyim al-Dschauziyya mit mehreren Schriften sowie der indische Gelehrte Schah Wali Allah Al-Dahlwi und sein Werk Hudschat Allah al-Balega.

Der Letztgenannte ist Schah Waliullah (Šāh Walīyullāh ad-Dihlawī, 1703 – 1762). Waliullah studierte in Mekka den Islam, um den taqlīd zu verwerfen, den von jedem Muslim geschuldeten Gehorsam einer der vier Rechtsschulen gegenüber, jedenfalls soweit die drei juristisch komplexer entworfenen nichthanbalitischen maḏāhib gemeint sind. Der historisch zuletzt entstandene und gleichsam flurbereinigend aktive hanbalitische Fiqh beansprucht nämlich, den Islam gesichert und gereinigt zu haben, urislamisch zu sein, was sich etwa seit 1925 durch die Zwangseinführung der Hanbaliyya in den Hedschas (Ḥiǧāz) und damit durch das Wächteramt über die zwei heiligen Stätten Mekka und Medina sowie durch seine minimalistische (brutalisierte) Rechtsfindungslehre sozusagen unwiderstehlich verstärkt.

Der Hanbalismus eines Abd al-Wahhab („Wahhabismus“) wurde über den Hanbalismus eines Ibn Taimiyya (1263-1328) wegweisend geprägt. Doch zu sagen, dass die Saudis und ihre (unmittelbar von ibn Wahhab abstammende) Predigerdynastie der Āl asch-Schaich (Āl aš-Šayḫ) islamjuristisch (islamisch) betrachtet echte alte Hanbaliten sind, ist in Deutschland politisch nicht gewollt, allen Panzerlieferungen zum Trotz.

Dann nämlich würde man beispielsweise den 1943 geborenen Großmufti (seit 1999) und stellvertretenden Justizminister ‚Abd al-‚Azīz bin ‚Abdullāh Āl asch-Schaich, der zehn- oder zwölfjährige Mädchen islamisch verheiraten lassen will: „Unsere Mütter und Großmütter wurden verheiratet, als sie kaum zwölf Jahre alt waren. Gute Erziehung bereitet das Mädchen auch dieses Alters auf alle ehelichen Pflichten vor. Our mothers and grandmothers got married when they were barely 12. Good upbringing makes a girl ready to perform all marital duties at that age“, der 2004 feststellte, dass, bei Anwesenheit von Männern, unverschleierte Frauen „verursachen, dass sich das Tor zum Bösen öffnet. [Unveiled women] cause the doors of evil to open)“ und der am 15. März 2012 befand, dass „alle Kirchen auf der Arabischen Halbinsel zu zerstören sind. All churches in the Arabian Peninsula must be destroyed“, als einen koranfrommen aufrechten Muslim erkennen und nicht, wie islamdialogisch sprich faktenfern noch ein Weilchen verkündbar, als einen Exzentriker oder Sektierer, der seine von uns sarkastisch als iKfR etikettierte „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering 2008, Horst Köhler 2010) doch irgendwie missverstanden hat.

„Im Kern“ ist die Religion von Scharia und Fiqh unfriedlich, denn der Nichtmuslim ist im islamischen „Kern“ zu verängstigen und zu quälen und die Frau gleich mit. Im islamischen Kern herrscht Krieg, Kernspaltung sozusagen. Allahzentrisch kreiseln im iranischen Natans Uran anreichernde Gas-Zentrifugen der absolutes Islamsystem herstellenden iKfR-Atombombe entgegen, während der seit dem 13.11.2012 kaum noch zu stoppende Hamburger Staatsvertrag dem Islam der Millî-Görüş-Bewegung und der schiitischen Ayatollahs schier unbegrenzten Einfluss auf Bildungspolitik, Rundfunk und Legislative der großen Hansestadt einräumt.

Auch für Schah Waliullah war der Rechtsgehorsam des Taqlid, in die reinen Befehle von Koran und Sunna zurückkehrend, in größerer Einfalt (Glaubensstrenge) aufzulösen. Dieses Transzendieren der Rechtsschulen nennen wir urgemeindlich (volkspädagogisch wirft man Nebel und sagt: „salafistisch“), es ist in seinem Fiqh schlicht hanbalitisch, anders gesagt: korantreu, medinensisch (dem Stadtstaat von Medina verpflichtet) oder, um es kurz zu sagen, es ist muslimisch.

Simplify your life. Eigentlich ist also jedes innerislamische Urgemeindlichmachen auf Kosten der ihre Juristerei in feinsten Verzweigungen erarbeitenden drei anderen Rechtsschulen, jede Salafisierung nur ein Wiederholen der auf komplizierte Islamjurisprudenz bewusst verzichtenden Forderung des Aḥmad bin Ḥanbal († 855) und ist jeder irdisches Islamsystem schaffende Kult um die Salaf eine Hanbalisierung.

Auch insofern bringt der missionarisch aktive Zakir Naik, brachte der antisäkulare Staatsdenker Raschid Rida (Rašīd bin ʿAlī Riḍā, 1865 – 1935) oder schuf der Hoftheologe Abdel Wahhab nichts Neues und waren oder sind Naik, Rida, Wahhab oder Pierre Vogel alles andere als ein Fremdkörper im hanbalitischen Fiqh oder überhaupt im Islam. Der ertappten Ehebrecherin oder dem angeblichen Verderbenstifter auf Erden selbst ist es übrigens vermutlich unwichtig, ob sie oder er morgen bei Sonnenaufgang schariarechtlich differenziert z. B. nach Imam asch-Schafi’i oder aber „holzschnittartig“ (Christoph Erhardt: „die rückwärtsgewandten, holzschnittartigen Lehren der Salafisten“)[8] sowie „extrem vereinfacht“ (Ahmad Mansour: „einseitig dargestellt und extrem vereinfacht“)[9] nach Ahmad ibn Hanbal hingerichtet wird, nur der Bevölkerung will unsere Regierung noch so lange wie möglich erzählen, die salafistische HAMAS bzw. die salafistischen Wahhabiten würden dem Islam unrecht tun und der Islam von Scharia und Fiqh sei zeitnah modernisierbar und im Grunde („im Kern“ …) schon heute demokratietauglich.

Schah Waliullah war Zeitgenosse des Abdel Wahhab und wirkte in Indien sehr ähnlich wie jener es auf der Arabischen Halbinsel tat. Waliullah stiftete mit der von ihm beeinflussten Ṭarīqa-yi Muḥammadīya und der aus ihr Mitte des 19. Jahrhunderts entsprossenen, zusätzlich auch an ibn Taimiyya orientierten Ahl-i Hadîth (heute von Mumbay aus etwa als: AHYA Call and Guidance Center) das südasiatische Pendant zum Wahhabismus. Bei einer Internetseite, die sich Ahl-i Hadîth nennt, zitiert man wahhabitische Scheiche wie bin Baz und verbietet nicht nur das Beten an Gräbern, sondern fordert, dass in Moscheen bestehende Gräber zu öffnen sind und dass die sterblichen Überreste islamisch korrekt neu vergraben werden müssen.[10]

Das Verbot, an Gräbern zu beten, wird, wie eigentlich alles im Islam, oft menschenverachtend wortwörtlich ausgelegt. Im August 2012 zerstörten bewaffnete nordafrikanische Anhänger eines radikalen Islam Sufischreine, Bibliotheken und teilweise in Moscheen gelegene Gräber in den Städten Zlitan, Tripoli and Misrata, was einen Beobachter in Pakistan vernünftigerweise an die Sprengung der afghanischen Buddhastatuen durch die Taliban im Jahre 2001 erinnert oder an die Vernichtung des Sufi-Heiligtums in Timbuktu in Mali im Vormonat.[11]

Der genannte ibn Qayīm al-Ǧauzīya[12] (1292-1350) war sechzehn Jahre lang Schüler des hinsichtlich Kalām (glaubensfromme Rede innerhalb der Grenzen der Scharia) und Fiqh (Allahs Herrschaft herstellende Schariajurisprudenz) als Hanbalit zu bezeichnenden ibn Taimīya, erstellte einen Korantafsir und wird wie sein Meister heute besonders unter den ausgesprochenen Urgemeindlern („Salafis“) verehrt; ibn Taimiyya genießt spätestens seit den Tagen des Sayyid Qutb zusätzliches Ansehen unter den dortigen Theoretikern des ultimativen Überzeugens der Nichtmuslime, des Dschihad. Imam Ibnul Qayyim sprich al-Ǧauzīya verfasste ferner den Aḥkām Ahl aḏ-Ḏimma, jenes Standardwerk zum islamrechtlich korrekten (kulturrassistischen) Umgang mit den Dhimmis, den im Islam „differenziert“ zu versklavenden Juden und Christen, was uns vermuten lassen darf, dass auch die Muslimbrüder und auch in Marokko Dhimmitude und Kalifat reinstallieren wollen.

Vor der aus einer geheiligten und heilssichernden Frauenentwürdigung und Rechtsspaltung herauswachsenden Herrschaft Allahs, vor dem Kalifat möchte die Deutsche Islamkonferenz die Bürger also nicht warnen, was auch mit milliardenschweren Panzerverkäufen zu tun haben könnte (nach den skandalösen Plänen des Vorjahres zum Massenexport von Kampfpanzer Leopard 2A7+ sollen inzwischen 200 Radpanzer Typ Boxer verkauft werden; Indonesien und die Emirate bekommen auch Leopard). Wie die seit Januar 2012 in Syrien für das Volk Großsyriens und gemäß Koran 9:38 „auf dem Wege Allahs“ (fī sabīli Llāhi) vorwärts schreitende (mordende) Dschabhat (Front) al-Nusra, Ǧabhat an-Nuṣra li Ahl aš-Šāms, oder die 1953 in Jerusalem aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Hizb-ut-Tahrir, so ist auch die 1928 gegründete Muslimbruderschaft eine Kalifatsbewegung[13]

Islaminstallierung geschieht, etwa über den Hamburger Staatsvertrag vom 13. November 2012, in einer erregenden Gestimmtheit, ähnlich wie beim kriminellen Hütchenspiel. Wer dort nicht mitspielt und kein Geld einsetzt, sondern nur zugucken will oder wer den Trick durchschaut haben könnte, wird vom improvisierten Spieltisch abgedrängt. Anschließend erfolgt das Einstreichen des Gewinns immer durch Einschüchterung oder Diebstahl. Auch dem Islametablieren geht das Einschüchtern voraus, später dann ist die beibehaltene Herrschaft Allahs auch nach innen permanente Erpressung.

Mohammed oder der Din oder Allah oder der Tauhid ist nicht teilbar. Auch die Umma oder die Scharia gibt es nur unversehrt, hundertprozentig, der muslimische Nonkonforme wird zum Schweigen gebracht oder er war Maskerade und diente als lockende Trickfigur des Kalifats, die man in Rathäusern oder Kirchen herumreichen konnte. Islamaktivisten haben nur ein Kalifat, aber mehrere Werbestrategien und Lügen. Die sicherlich keinen Gewerbeschein besitzenden Trickbetrüger beim Hütchenspiel benutzen nur ein Objekt des Begehrens, aber mehrere schnell verschobene Hütchen:

Einige Gelehrte schlugen eine Aufteilung der Handlungen des Propheten vor

Scheich Muhammad Al-Taher ibn ‚Ashour, Author von Maqasid al-Shari’ah al-Islamiah, gehörte zu den zeitgenössichen Gelehrten auf diesem Gebiet, die wertvolle Beiträge lieferten. Führend beim Herausarbeiten der unterschiedlichen Typen prophetischen Handelns jedoch war der Pionier der Grundsätze der Islamjurisprudenz [Fiqh], Shihab Al-Din Al-Qarafi (1228–1285). In mehreren Büchern veranschaulichte er diese Erkenntnisse, etwa in der berühmten Fiqh-Enzyklopädie Az-Zakirah. Schließlich gibt es in dieser Angelegenheit noch ein Spezialwerk, das Al-Ihkam fi Tamiez al-Fatwa ‚an al-Hakam wa Tasarufat al-Qadi wa al-Imam.

Šihāb ad-Dīn al-Qarāfī wurde 1228 in Oberägypten in eine Berberfamilie des Stammes der Ṣanhāǧa (Iẓnagen) geboren und war später als malikitischer „Jurist“ berühmt, das bedeutet als ein urteilend „Gerechtigkeit“ (Islamsystem, Herrschaft Allahs) herstellender und somit inschallah vor der Hölle bewahrender Schariajurist. Mit dem Fiqhlexikon dürfte Aḏ-Ḏakīra fi Furūʿ al-Mālikīya (The Stored Treasure; zu. ḏikr, Erinnerung, Gedächtnis; Andacht) gemeint sein. Ebenfalls von al-Qarāfī stammt das vom Politiker erwähnte Al-Aḥkām fi Tamīz al-Fatāwī ʿan al-Aḥkām wa Taṣarufāt al-Qāḍī wa al-Imam (neu aufgelegt in Rabat 1974, Marokko, oder in Beirut 2009, Libanon).[14]

Es geht also um Vorgaben für die Siyar (sg. Sīra, Kriegs- und Fremdenrecht, Allahs Außenpolitik gegenüber den Ungläubigen; PJD-Führer Othmani sagt Spezialwerk, his specialized book on the subject). Es geht um die Handbücher für Dschihad und Dhimmitude des bedeutendsten malikitischen Schariajuristen des dreizehnten Jahrhunderts – für das heranwachsende maghrebinische Imamat.

Diesen versammelten Bemühungen folgend, lassen sich die prophetischen Handlungen grundsätzlich so einteilen:

1. Gesetzgebendes Handeln. Handlungen, die Mohammed durchführte, um ein Beispiel zu geben, das nachgeahmt und eingehalten wird. Diese wiederum unterteilen sich in:

a. Handlungen allgemeiner Gesetzgebung, gültig für die gesamte Umma und bis zum Tage der Auferstehung. Diese Handlungen sind uns entweder überliefert oder werden als Fatwen gegeben.

b. Handlungen spezieller Gesetzgebung. Diese beziehen sich auf einen bestimmten Ort, eine bestimmte Zeit, einen bestimmten Zustand oder eine bestimmte Person und sind nicht an die gesamte Umma gerichtet. Diese [prophetischen d. h. von Mohammed vorbildlich ausgeübten] Handlungen beziehen sich auf gerichtliche, imamatische und private Handlungen. Diese Handlungen verpflichten nur die Person, an die sie gerichtet wurden und niemanden sonst. Manchmal werden sie als partielle oder parteiische Aktionen oder als partielle oder parteiische Rechtsvorschriften bzw. Abhandlungen bezeichnet.

Ja wie sind sie denn nun anzuwenden, Koransure und Hadithvers, unveränderbar brutal bis zum Weltenende oder schlüpfrig bis willkürlich im Hier und Jetzt? Der muslimische Endverbraucher hat diese Frage gar nicht zu entscheiden, sondern Rechtsschule, Scheich oder Stammesführer zu folgen – und als Frau einen Schleier zu tragen. Die Mär vom irgendwie lösbaren Geheimnis des islamischen Stabilen und Elastischen wird inzwischen überall und immer lauter geraunt, schließlich muss der Islam integriert werden und die islamrechtliche Ungleichbehandlung postmodern rechtlich gleichgestellt. Im Mai 2005 tagte man in Sarajevo zum Thema The Changeable and Unchangeable in Islamic Thought and Practice, einen Vortrag zu How to be an European Muslim hielt Tariq Ramadan.[15]

Zwei Mühlsteinen gleich zerreiben die beiden Geister von islamischer Dynamik und islamischer Statik die Voraussetzungen für Logik und Phantasie, Wissenschaft und Widerspruch. Begeistert forscht man am Osnabrücker IIT, dem Institut für Islamische Theologie: „Religiöse Normen in der Moderne. Zum wandelbaren und statischen Teil des Islam“, die Institutsleitung des IIT haben Bülent Ucar und, stellvertretend, Rauf Ceylan inne. Zwei jahrein jahraus den Hidschab tragende Autorinnen der Seite Nafisa forschen an Osnabrücks Uni mit zum Wandelbaren und Statischen Teil der Schariapflicht, Nafisa verlinkt zum Islamologischen Institut des für seine Kamel-Fatwa bekannt gewordenen Amir Zaidan sowie zur 1995 von Ibrahim el-Zayat mitgegründeten GMSG, der Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler/Innen. GMSG-Vorsitzender Norbert Müller ist von Gründung an (1999) in der Hamburger Schura aktiv, zurzeit als Beisitzer. Einer der drei Vorsitzenden der Schura Hamburg ist Millî-Görüş-Funktionär Mustafa Yoldas.[16] Alles eine Frage des islamischen Changeable and Unchangeable …

Alles ist Eins (Tauhid; nur der Teufel sieht das anders), und letzten Endes überbrückt der Gott von Kindbraut und Dschihad jeden Unterschied, auch den zwischen Rechtsstaat und Kalifat. Aus dem Grundsatzpapier der Hamburger Schura: „Als Bürger dieser Gesellschaft, in Anbetracht der Grundsätze der Menschenrechte und Demokratie wie auch der Dynamik des islamischen Rechts und der kollektiven Vernunft, besteht für uns keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia.“

Und Allah greift immer von der Seite an, von der der Feind es am wenigsten erwartet. Notfalls über einen humanistisch klingenden „Offenbarungsanlass“, mit dem sich der Islam dann doch noch ins europäische oder deutsche Recht integrieren lassen müsste:

2. Nichtgesetzgebendes Handeln. Das sind Handlungen, die weder der Umma noch den Angesprochenen gegenüber als zu befolgendes Modell dienen sollen, darunter auf Körperlichkeit und Triebleben bezogene, alltagsbezogene, belehrende und private Handlungen.

Ein derartiges Einteilen beeinflusst das Verständnis von Religion und den Umgang mit der Prophetentradition günstig gegenüber der einseitigen Herangehensweise … all jener, die die Überlieferung innerhalb des Rahmens von Wortlaut und Sprachstruktur zwar verfeinerten, doch die Umstände von Umgebung und die [prophetische] Absicht außer Acht ließen (They confined the sayings within the framework of the wordings and the linguistic structures, not considering the surrounding circumstances and context).

Wir nähern uns den berüchtigten „Anlässen“ der Rede Allahs (occasions of revelation, circumstances of revelation), mit denen der Penzberger Imam Bajrambejamin Idriz Künstlername Benjamin Idriz bislang eher erfolglos versucht, ein bisschen Gleichberechtigung der Frau in den Islam zu integrieren. Mit einem Beschwören, der von allen Menschen ausschließlich für Mohammed wahrnehmbar gewordenen, jüngsten Offenbarungsanlässe (asbāb an-nuzūl)[17] lässt sich als ewiggestriger oder postmoderner Schariatisierer nicht nur die vermeintliche Rangfolge einzelner Koransuren herstellen (das ist nasḫ, die Abrogation, der für menschliches Verstehen und Gehorchen bedeutsame Vers ist nāsiḫ, aufhebend, der zweitrangige mansūḫ, abrogiert oder aufgehoben), sondern die vollständige Islamische Revolution hinter einem Schleier von theologischem Gequatsche unsichtbar machen.

Dann aber würde man die Sunna des Propheten in abstrakte Prinzipien und Regeln verwandeln, die nichts mit der dynamischen Realität, der Komplexität menschlichen Lebens oder den im Laufe der Zeit gewandelten Wirklichkeiten zu tun haben.

Das hinsichtlich seiner Fließeigenschaften nahezu feste, superzähe Pech enthält zwar Öl, aber ist schwarz von den Stäuben der Holzkohle. In Wartephase ist Islam scheinbar bewegungslos, wie der Stoff Pech. Bei nicht verhindertem Eindringen von Wissenschaft und universellem Menschenrecht sowie bei widerwärtig schariafeindlichen Außenbedingungen kann und muss sich Islam gleichsam einigeln und für sein Voranschreiten Zeit lassen, geduldig wie die extrem langsam fallenden Tropfen beim Pitch drop experiment oder Pechexperiment.[18]

Den alle paar Jahrzehnte oder Generationen auftretenden Dschihad könnten wir allerdings ebenso mit dem Pechtropfenfall versinnbildlichen: der fröhliche Dhimmi freut sich über eine gewandelte Schariapraxis (Fiqh; Mythos Idschtihad), hat postmodern geschichtsvergessen ohnehin die Übersicht verloren und erinnert sich nicht mehr an das letzte Pogrom. Den Wechsel der kalifatischen Fließgeschwindigkeit, pechhaft zäh oder ölig rasant, gilt es situationsangepasst zu variieren, und das zu koordinieren macht die Muslimbruderschaft.

Am durch eine deutsche Kanzlerin oder einen marokkanischen König dreist verhinderten Islamsystem hat der Wortgläubige allerdings sehr zu leiden, denn sofern hier sein mangelnder Einsatz ursächlich ist droht ihm schlimme jenseitige Strafe. Je reiner aber das Öl des Islam den porösen Stein der Dschahiliyya berührt, desto niedriger seine Viskosität und desto schneller sein Vordringen hinein in die feinsten Ritzen des Unglaubens. Zwischen zähem und leichtem Fließen kann sich der himmelsgesetztlich starre Islam situativ entscheiden – das und nichts anderes ist die „Flexibilität“ der Scharia. Am Ende gibt es nur noch himmlische Paragraphen und ist alles Nichtislamische „flexibel“ beseitigt.

Damit die Dhimmis die heimtückisch elastisch voranschreitende Rechtsspaltung nicht stören und die eigenen Frauen oder jedenfalls die für den Islam gewonnenen Konvertitinnen das Märchen vom toleranten Islam glauben, wird für einen frühlingsfrischen „eigentlichen“ Islam geworben. Schleierzwang, Apostasieverbot und Dschihad würden nichts als den Mangel an Anpassung an das Situative verraten, seien graue Theorie:

Eine solche Herangehensweise verwendet die Sunna als völlig abstrakte Gesetzgebung, die nichts mit den Veränderlichkeiten der jeweiligen politischen und sozialen Wirklichkeit zu tun hat und die von der menschlichen Wesensart und Veranlagung weit entfernt ist (that has nothing to do with the variables of a specific political or social reality and which is remote even from human nature).

Islam prima, Situation prima.

Islamkritik menschenfeindlich, der Islamkritiker ist zu ächten und auszugrenzen.

Deshalb forderte Shihab Ad-Din Al-Qarafi eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen prophetischen Handelns … In diesem Sinne stellte auch Ibn Al-Qayyim Jawziyyah die wichtige Regel auf:

„Jene prophetischen Überlieferungen, die einzelfallorientiert und personenbezogen (partial and private) sind, sollten nicht für allgemeingültig (general) gehalten werden und ebensowenig sollten die allgemeingültigen für situativ oder personenbezogen gehalten werden, das würde Brüche und Widerprüchlichkeiten erzeugen.“

Genau, als deutscher Imam oder Mollah zu sagen, dass der Apostat überhaupt gar nicht mehr getötet werden darf, würde Muslime sehr irritieren.

Mit diesem Trick spielen die Islamaktivisten (in Deutschland volkspädagogisch irreführend Islamisten genannt) auf Zeit, den mehr und mehr zur Sorte Mensch werdenden Nichtmuslimen macht man noch ein paar Jahre lang weis, dass Hidschab und Talaq nicht unbedingt sein müssen. Sobald Schleier und Verstoßung durchgesetzt (legal) sind wie neuerdings in Großbritannien, erzählt man den Dhimmis, die Möglichkeit zu Kindbraut und Mädchenbeschneidung sei in Westeuropa islamrechtlich nicht unbedingt erforderlich, jedenfalls solange, bis der Skandale fürchtende und seine Abschaffung billigende Rechtsstaat auch hierbei nachgibt und die zwölfjährige Ehefrau im Namen des friedlichen Zusammenlebens integriert (wie seit Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten in Griechenland praktiziert) und die FGM ebenso ins elterliche Belieben gestellt werden wird wie es in diesen Monaten mit der das Kindeswohl schädigenden MGM der Fall ist. Dann muss die Flexibilität der Scharia nur noch ein letztes Mal beschworen werden, der Dschihad sei gar nicht unbedingt nötig.

Da wird das Kalifat doch glatt zum Einzelfall.

Der Teufel schläft nie und will Seelen ins Feuer locken und der Gnadenstand mit Allah ist nur durch absoluten Schariagehorsam zu bewahren:

Handlungen Mohammeds als ein Imam

Die Handlungen Mohammeds als ein Imam werden als die eines Staatsführers definiert: einer, der die staatlichen Angelegenheiten im Sinne der Aufrechterhaltung aller staatlichen Anliegen ordnet und im Sinne der Abwehr des Unheils (warding off any kind of evil).

Die Präambel einer 1981 der UNESCO eingereichten Allgemeinen Islamischen Erklärung der Menschenrechte (Universal Islamic Declaration of Human Rights) stellt fest:

„Deshalb wurde es für die Muslime eine Pflicht, alle Menschen vom Aufruf (da’wa) zum Islam in Kenntnis zu setzen, im Gehorsam gegenüber dem Auftrag ihres Herrn: »Aus euch soll eine Gemeinschaft (von Leuten) werden, die zum Guten aufrufen, gebieten, was Recht ist, und verbieten, was verwerflich ist« (Koran 3:104), und in Erfüllung des Rechts der Menschheit gegen sie als aufrichtiger Beitrag zur Rettung der Welt aus allen Übeln, die sie befallen haben, und als Befreiung der Völker von mannigfaltigen Plagen, unter denen sie stöhnen.“

Dort stellt Artikel 14 fest:

„a) Jeder hat das Recht, allein oder mit anderen am Leben der Gemeinschaft teilzunehmen: religiös, gesellschaftlich, kulturell, politisch usw., und die Institution einzurichten oder die Mittel zu schaffen, die zur Ausübung dieses Rechts notwendig sind … Es ist das Recht und die Pflicht eines jeden, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten und von der Gesellschaft die Einrichtungen derjenigen Institution zu verlangen, die für die Individuen die Erfüllung dieser Verantwortung ermöglichen, um sich gegenseitig zur Frömmigkeit und Gottesfurcht zu verhelfen: »Aus euch soll eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, gebietet, was recht ist und verbietet, was verwerflich ist« (Koran 3, 104).“[19]

Welche Folgen Erlaubt und Verboten für Leib und Leben haben, führt die neun Jahre später von der OIC angenommene Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam aus, The Cairo Declaration on Human Rights in Islam:

„a) Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und das Recht auf Leben wird jedem Menschen garantiert. Es ist die Pflicht des einzelnen, der Gesellschaft und der Staaten, dieses Recht vor Verletzung zu schützen, und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt. … c) Solange Gott dem Menschen das Leben gewährt, muß es nach der Scharia geschützt werden. d) Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird garantiert. Jeder Staat ist verpflichtet, dieses Recht zu schützen, und es ist verboten, dieses Recht zu verletzen, außer wenn ein von der Scharia vorgeschriebener Grund vorliegt.“

Hisba, Schariadurchsetzung, die Ethik und Prügelpraxis der Religionspolizei. Wer aber bereits als Kind zum Sunnagehorsam erzogen worden ist, macht als Erwachsener keine Dummheiten, verstößt nicht gegen die vom Himmel gesetzten Grenzen und muss inschallah auf Erden nicht bestraft werden, weiß die von den Bremer Brüdern Özoguz betriebene Seite ESLAM:

„Allgemein gilt, dass alle religiös Erwachsenen dazu unter bestimmten Umständen religiös verpflichtet sind … Das Prinzip Gutes gebieten und Schlechtes verwehren findet seine häufigste Anwendung bei der Kindererziehung. Dabei gibt es verschiedene Stufen. Wenn das Ziel mit einer einfachen Stufe erzielt werden kann, ist es nicht zulässig, höhere (strengere) Stufen anzuwenden (siehe: Imam Chomeini (…)). So ist es z.B. nicht erlaubt, eine Strafe anzudrohen, wenn bereits der freundliche Hinweis das Schlechte abwehren kann.“[20]

Es wird imamisch, wir nähern uns der Bedeutung des Titels prophetische Menschenführung. Führer befiehl, wir folgen dir:

Als Führer traf Mohammed die notwendigen Entscheidungen und ordnete Vorgehensweisen an, um die Ziele zu erreichen, die von der Scharia vorgegeben sind. (The Prophet, as a leader, took the necessary decisions and procedures to achieve the objectives of Shari’ah in society). Einige Gelehrte nennen diese Handlungen schariabasierte Politikgestaltung oder islamgemäße Staatsführung (Shari’ah-based policy or that of the leadership of the state).

Arbeitsteilung flexibler Bartlänge. Die globale Muslimbruderschaft ist nicht nur eine Kalifatsbewegung, sondern in Theologie und Strategie streng urgemeindlich (medinensisch, „salafistisch“). Die flackeräugigen Nichtmuslimbrüder mit „östlichem“ Kittelhemd, Gebetsmütze, Pantoffeln und Knüppeln sind die Langbartsalafis, die angeblich moderaten, Sozialwerke und Parteien aufbauenden und einen feinen „westlichen“ Anzug tragenden Muslimbrüder und Islampolitiker wie Chalid Maschal (Ḫālid Mašʿal) von der terroristischen Hamas, Ägyptens vorletzte Zurückhaltung übender Theofaschist Mursi oder Marokkos Parteiführer Othmani sind die Kurzbartsalafis.

Im September 2009 nahm der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag Ruprecht Polenz Kontakt zur Hamas auf und wollte „ausloten, welche Flexibilität bei Hamas besteht.“[21] Im Dezember 2012 fordert Grünen-Politikerin Claudia Roth: „Es geht um Verhandlungen auch mit dem pragmatischen Teil der Hamas“, was den Blog Tapfer im Nirgendwo fragen lässt: „Was würde Claudia Roth sagen, wenn ausländische Politiker die Grünen ausdrücklich auffordern würden, mit dem „pragmatischen Teil“ der NPD zu verhandeln?“[22]

Andrew C. McCarthy erkannte im Mai 2011: „Muslimbrüder sind Salafisten. The Muslim Brothers are Salafists, … Schritt für Schritt und Staat um Staat wollen sie die das Islamische Recht und System einführen, bis Allahs Herrschaft weltweit verwirklicht ist. It is the goal of the Brotherhood: … gradually implement sharia, enclave by enclave, country by country, until a global caliphate is established.“[23]

Das Prophetentum als Kern und die kontextuale Hülle. Der Himmel ermächtigte Mohammed zum Herrschen und der heutige Führer der inschallah die Seelen der Menschen vor dem Feuer rettenden Staatlichkeit wird Imam genannt. Doch muss sich heutige imamische, mohammedorientierte Führung mit dem Profanen und sogar dem Gottlosen auseinandersetzen und ist allein deshalb im Rang herabgestuft gegenüber jenem makellosen Kern, der alles prophetische Handeln und Offenbaren enthält und ein paar Engel.

Um das Schlimmste zu verhindern, das verschlossene Tor ins Paradies, ist unsere von moralischen und juristischen Finsternissen (ẓalām; Barino: „Dschahiliya ist die Zeit in der ein anderer als Allah die Gesetze macht“) verschmutzte irdische Umgebung islamisch zu deuten und mit korangemäßen Bildungsprogrammen, Paragraphen und Gerichtsurteilen islamisch zu bändigen:

Einige klassische Gelehrte der Prinzipien des Fiqh (Islamic jurisprudence) nutzten jenen Kontext, in dem sich Mohammeds Handeln ereignete, für uns also das Hier und Heute, in Bezug auf die Staatsführung.

1. Der Imam, bemerkte al-Qarafi, ist die Person, welche „die Vollmacht [Allahs] innehat, gegenüber allen Menschen und Interessengruppen die Regeln des Zusammenlebens auszugestalten (authorized to manage the public policy of the people and interests), das Böse abzuwehren (to ward off evil), Straftäter zu unterdrücken (to repress criminals), Gewaltherrscher umzubringen (to execute despots) und den Menschen im Land eine Heimstatt zu bieten (and to accommodate citizens in the territory).“

Ohne das auf Erden von dir aufgebaute oder zumindest mühsam erstrebte Kalifat verspielst du die absolute Heimkehr hochwahrscheinlich, die ewige Nähe zu Allah.

2. Der Imam hat das Recht auf vollziehende Gewalt (The imam is entitled executive power), die weder dem Mufti noch dem Richter gegeben ist. Die Erfüllung dieses Anspruchs eines Imamats bedeutet definitionsgemäß „dazu bestimmt zu sein, Macht und Regierungsgewalt zu verkörpern (is meant to include power and governance).“

Im Christentum verkörpert sich das Himmlische im gewaltlosen Jesus, im Islam verkörpert sich die himmlische Macht im Führer göttlicher Gewaltlizenz.

Überspringen wir die Abhandlung des ausgebildeten Psychiaters und marokkanischen Außenministers zu den vier bedeutendsten Kategorien prophetischer Ansprache und Rechtleitung und betrachten wir die die von ansteigendem Glaubensfieber erhitzte Gesellschaft:

Aufbau der Zivilgesellschaft (Creating the Civil State)

Die Handlungen des Propheten als Imam und unsere Vision einer schariabasierten Politik haben uns beflügelt, die staatsbildende islamische Jurisprudenz zu erneuern (for renovation of political fiqh) und viele ihrer Angelegenheiten zu überdenken. Ebenso schufen sie uns den Baugrund für eine methodische Achtsamkeit schariakonformer Alltagspolitik (Shari’ah-based policy) und gewährten vielen unter jenen ein entsprechendes aufmerksames Bewusstsein, die sich mit Rat und Tat für die soziale Islamische Wiederauferstehung einsetzen (among those interested in the Islamic revival, theoretically and practically).

Besonders in Bezug auf Angelegenheiten staatsbürgerlichen Handelns und politischen Gestaltens (matters connected to political activity) ist im Islam die Unterscheidung zwischen dem [von Allah geoffenbarten] Inspirierten und dem Menschengemachten grundsätzlich eindeutig und nachvollziehbar.

Nur gänzlich Unerleuchtete missverstehen das sinnliche und gesellige Kalifat oder Imamat als trockene Theokratie:

Alle Eigenheiten der Handlungen Mohammeds als eines Imam stellen heraus, das der Islamische Staat im Wesen und Kern vollkommen zivil ist und kein Gottesstaat westlichen Verständnisses (the Islamic state is essentially civil and not a religious one as deemed in the Western political approach). … Im Islam ist der Staat keine Theokratie (The state in Islam is not theocratic) und kann es keinen Staat geben, der von Kräften aus dem Jenseits oder durch Offenbarung inspiriert worden ist.

Zauberkünstler Othmani verblüfft also weiter, einen kleinen Seitenhieb an die Schia austeilend, deren höchste Ayatollahs, gewöhnlichen Sterblichen ungleich und ein wenig wie die Engel, begrenzten Einblick ins Jenseitige haben und zusätzlich sogar auf Erden kleine Wunder wirken.

Das Sunnitentum ist nüchterner. Der jenseitszentrierte Kalif hat das dem Verstehen enthobene Islamsystem diesseitig knallhart durchzusetzen und nur Mohammed hatte Einblick in al-Ġaib, in den Seinsbereich der Verborgenheit.

Der Staat im Islam ist immer ein weltlicher Staat (The state in Islam is a worldly state) … Ein islamischer Führer leitet seine Amtsbefugnis nicht aus dem Bereich des Transzendenten her, sondern ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, freiwillig gewählt von der Gemeinschaft, die er vertritt und der gegenüber er verantwortlich ist (A leader in Islam does not acquire legitimacy from a transcendental power; he is an ordinary person willingly authorized and chosen by the Ummah of which he is representative and before which he is liable). Seine größte Verantwortung für all sein Tun und Lassen besteht gegenüber Allah (He is, above all, liable for each and every action before Allah).

Sarkasmus mit Othmanizitaten: Briefträger bringt Einschreiben: Hiermit erhalten Sie die Verfügung über Ihre Auspeitschung, einzulösen ab Mitte nächster Woche; der für Ihren Fall zuständige Richter, „ein ganz gewöhnlicher Mensch“, veranlasst das nicht aus Egoismus oder auf himmlische Einflüsterung hin, vielmehr gilt: „seine größte Verantwortung für all sein Tun und Lassen besteht gegenüber Allah“. Verehrer von Osama bin Laden oder Mohammed Atta könnten über ihr Vorbild ebenfalls sagen: „He is, above all, liable for each and every action before Allah.“

Leider völlig ernsthaft macht der Außenminister und Parteiführer weiter:

Als sie über schariakonforme Politik oder die Rolle des Imam im Islam nachdachten, hoben die wegweisenden alten muslimischen Staatsrechtler (Classical Muslim political jurists) diese Kriterien stets hervor. … Abu Al Hasan Al-Mawardi definierte das Imamat als „Stellvertreterschaft im Namen des Prophetentums und zum Schutze von Religion und weltlicher Politik.“ Ibn Khaldun sagte: „Es ist eine Vollmacht, die Religion zu schützen und die irdische Politik.“ Anschließend ergänzte er: „wenn wir ihn als Kalifen bezeichnen, dann nur deshalb, weil er in Bezug auf die Handhabung der Angelegenheiten der Umma Nachfolger Mohammeds ist“.

Das Wort Erfahrung klingt ergreifend (das Denken vernebelnd?) nach Selbstfindungsseminar per Urschreitherapie oder Bewusstseinsentwicklung beim Guru, nach naturnahem Urlaub oder einer über Jahre hinweg erworben Lebensweisheit. Deutschlands ekstatische Postmodernisten in Erziehung und Politik kommen auch insofern dem Schariasystem und Imamat entgegen, als dass sie immer öfter von „Erfahrungswissen“ sprechen. Das sittsame Kopftuchmädchen erlebe ein von der Öffentlichkeit gefälligst wertzuschätzendes anderes Welterfahren als das nackthaarige Christenmädchen, beiderlei Seinsweise zu dulden und zu fördern sei eine Frage der wertvollen kulturellen Vielfalt, und eine koranlesende Familie, die ihre Tochter auf Klassenfahrt schicken müsste und nicht arrangiert in eine Ehe drängen dürfte (Ursula Boos-Nünning: Familialismus, Virginität),[24] würde mitleidlos aus dem altehrwürdigen islamischen kollektiven Erleben herausgerissen, was schon erlebnispädagogisch nicht angehen könne aber auch nicht juristisch. Die zeitgenössischen edlen Wilden als die gottesfürchtigen, vor Verwestlichung sprich Verweltlichung zu bewahrenden Muslime dürfen demzufolge durch ihre Imame und Islamverbände (Euro-Imamat?) in die vollen Schariapflichten eingesperrt werden, um ihr vormodernes bzw. gegenmodernes „Erfahrungswissen“ Generation um Generation weiter zu tragen.

Volker Beck etwa stellte 2012 das eigene sowie das halachagemäße bzw. schariakonforme sinnliche Welterleben zum elterlich versehrbaren männlichen Kindergenital so in den Raum:

„Zudem vollzieht sich mit der „Trauma“-Behauptung ein unangemessener Angriff der Expertenabstraktionen auf jenes Erfahrungswissen, von dem die Beschneidung doch ganz nüchtern eingeschätzt wird: Muss man nicht machen, kann man machen, nutzt nichts, schadet nicht … Und was den Körper betrifft, so erkennt gerade das aufgeklärte Erfahrungswissen moderner Gesellschaften, dass die Beschneidung der Penisvorhaut bei sachgemäßer Durchführung keine körperlichen Folgeschäden verursacht: Wir grenzen sie selbstverständlich ab von der grausamen Verstümmelung, wie sie die Klitorisbeschneidung bei Mädchen darstellt.“[25]

Das Letztgesagte meint die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) der UN-Klassifikation von Typ III, II oder I b, zur im Islam beispielsweise unter Schafiiten völlig üblichen Klitorisvorhautbeschneidung (FGM Typ I a) sagte Beck gerade nichts (wobei wir, wie Answering Islam überzeugend widerlegt, den Beteuerungen des amerikanischen Sufimeisters Nuh Ha Mim Keller keinen Glauben schenken dürfen, dass sich nämlich Islamic FGM lediglich auf die klitorale Vorhaut, gelegentlich und eher fälschlich: al-baẓr, bezöge und die eigentliche Klitoris, auch und vor allem korrekt: baẓr, unangetastet bliebe).[26]

2. Im zeitgenössischen Denken haben die Versuche einer Unterscheidung zwischen dem Religiösen und dem Politischen zu unterschiedlichen und widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Das trifft auch auf den Westen zu, ungeachtet aller gemeinsamen Grundlagen zwischen der muslimischen Erfahrung und der des Westens. … In dieser Hinsicht ist es für uns, die wir unsere Art einer Demokratie aufrichten wollen, notwendig, aus der Erfahrung von anderen Menschen oder Kulturen Nutzen zu ziehen. Die politischen Erfahrungen der Menschheit (Human political experiences) haben in hohem Maße zur jeweiligen nationalen Stabilität beigetragen sowie zur Effizienz und Effektivität beim erfolgreichen Bewältigen aller staatlichen Aufgaben (to achieving stability of their nations and to rationalizing peoples‘ contribution in the management of the state affairs).

Es gibt unislamisches Verwaltungshandeln und es gibt Islampolitik. Staunend und ein wenig kopfschüttelnd steht der seine Wurzeln bewahrende Bewohner des islamisch erleuchteten Ostens vor dem seelenlosen politischen Treiben der Menschen des Okzidents. Einen derartigen Irrweg dürfen die Muslime im Himmels Willen nicht beschreiten.

Aber heilig ist die korangemäße Politik der Muslimbruderschaft gerade nicht. Das Tor zum Himmel stand nur für Mohammed ganz offen, und unantastbar sind seit dem Tode des Propheten in der Religion der radikalen Transzendenz, der zerstückelten und nur durch Allah zusammengehaltenen Augenblicke und der absolut riskanten Situation allenfalls Buchstabe und Klang von Sure und Hadith. Und wieder genießt es Saʿd ad-Dīn al-ʿ-Uṯmānī, den der Welt zugewandten Pragmatiker zu spielen. Die Integration aller Grundlagen und Hauptziele des von Allah geschaffenen und dem Verstand unbegreiflichen Islamischen Gesetzes fordert der Salafist allerdings dann doch ein:

Eine tiefgehende Analyse der westlichen politischen Erfahrungswerte versetzt uns in die Lage, ein Modell zu entwickeln, das Religion und Gesetzgebung miteinander in Einklang bringt und unsere besonderen Bedürfnisse berücksichtigt (one that responds to our special needs) … unabdingbar ist dabei, alles Heilige der Politik fern zu halten, sofern nicht die Grundlagen und wichtigsten Ziele der Scharia gemeint sind (the general principles and the main objectives of Shari’ah). Was also bleibt, ist eine menschliche, weltliche Angelegenheit; und auf dieser Ebene ist prophetische Führung völlig menschlich (The remaining is a human, worldly matter, and the Prophet’s actions of leadership in this context are purely human).

Der zum vollwertigen schariatischen Gesellschaftssystem (an-Niẓām al-Islāmī) gewordene (hoffentlich verhinderbare) künftige Staat der marokkanischen Muslimbrüder garantiert den Rahmen zur Erfüllung aller zwischenmenschlichen Pflichten (muʿamalāt), Voraussetzung für die Gültigkeit deiner Handlungen der Gottheit gegenüber (ʿibadāt).

Wenn die politischen Praktiken Mohammeds relativ sind, ist es auch die tätige Erfahrung des Kalifen. Wir, denen aufgetragen ist, den Fußspuren Mohammeds im Hinblick auf seine grundlegenden Methoden als Staatsführer zu folgen, ohne uns unversöhnlich an situationsgebundene Teilaspekte zu klammern, wir müssen die rechtgeleiteten Kalifen nur in Bezug auf ihre Nachfolge des Propheten annehmen, auf ihr Interagieren mit der jeweils gewandelten islamischen Realität sowie hinsichtlich ihrer Anwendung religiöser Aussagen (If we are obliged to follow in the footsteps of the Prophet’s general methods as a state leader, without intransigent adherence to partial rulings, we have then to take the rightly-guided caliphs as models only with regards to their following the Prophet, their interaction with the variable Islamic reality, and their application of religious statements).

Der Kalif als Sponti:

Institutionelle Formen, verfassungsmäßige Mechanismen sowie die gesetzgeberischen und politischen Interpretationen im Zeitalter der Kalifen sind nichts anderes als menschliche Resultate, die durch geschichtlichen Kontext, kulturelle Umstände und durch das Umfeld bedingt waren. Auf keinen Fall ist dieser Nachlass als jener unersetzbare Teil der Religion misszuverstehen, die alle Muslime in jeder Epoche verpflichtet. … Der Koran hingegen bleibt die unerschöpfliche Quelle der Inspiration, die allen Menschen in Übereinstimmung mit ihren Potentialen [größtmöglichen] Nutzen stiftet.

Bürgerbewegt engagiert und protestkulturell charmant dürfte es den global vertretenen Angehörigen der Spezies Gutmensch anmuten, wenn die Muslimbrüder davon reden, für Marokko eine heimelig-nestwarme „Zivilgesellschaft“ zu schaffen. Schließlich können auch in Europa erst mit einem derartigen Konzept nichtislamische und islamische Zivilgesellschaft miteinander in den „Dialog“ treten, ziemlich genau so, wie es die „Zivilisationen“ nach dem proislamistischen Modell der Alliance of Civilizations (AoC) im Weltmaßstab (terrorvermeidend freiwillig) zu tun haben.

Ob in Ägypten, Tunesien oder Marokko, die Erben von Hassan al-Banna wollen in die Parlamente. Da die Islamische Revolution noch nicht angewendet werden kann, möge das die völlige Schariatisierung frech verweigernde Königreich religionsfreundlich ausdünnen, um sich irgendwann selbst beseitigt haben. An seine Stelle wird eine Allahkratie (an Islamic state) getreten sein, dem Schattendasein des Ehrenamts entsprungen und inzwischen professionell aus Bildungsbetrieb und Sozialarbeit erwachsend.

Die nach pakistanischem oder iranischem Beispiel zu einer Islamischen Republik gewordene einstige Gegengesellschaft von Koranlektüre, Wohlverhaltensdrill und Gehirnwäsche (an Islamic state as a civil one) erblickt in Atheismus, Frauenrechten und sonstiger Verwestlichung lästigen Staub, den man erfolgreich abschütteln konnte; vorletztes Zitat des psychiatrisch geschulten Ministre des Affaires étrangères et de la Coopération, der auf Umerziehung der Bevölkerung setzt und die Könige noch ein Weilchen regieren lässt:

Mit [einer einheitlichen Islamischen Lebensform als Öffentlichkeit, Infrastruktur und Administration, mit] einem Islamischen Staat (Having an Islamic state as a civil one), der seine Legitimation durch seine Staatsbürger bezieht, öffnen sich die Muslime einer unaufhörlichen Weiterentwicklung der Regierungsform, die hinsichtlich der staatlichen Instrumentarien und der gesamten Staatsordnung alles Menschenmögliche [Gute] einschließt (that derives its legitimacy from its citizens makes Muslims more open to the incessant development of the form of government according to the humanly generated mechanisms and systems).

Muslimbrüdergemäße Jugend- und Erwachsenenbildung in jeder Straße, gottesfürchtige Mehrheitsbeschlüsse in Stadt und Provinz sowie korankonformes ministerielles Qualitätsmanagement beschere dem Land zwischen Agadir und Tétouan die permanente Islamische Revolution. Die Ikhwan droht Marokko nicht mit einem Flächenbrand, sondern wirbt für parlamentarische Arbeit nach Koran und Sunna.

Allah selbst (Sure 2:143) definiert die muslimische Weltgemeinde als die Nation des Harmonischen, Zentralen und der Wohlausgewogenheit, Thus, have We made of you an Ummah justly balanced. Schließlich will die Muslimbruderschaft als die mittlerweile auch in der Ukraine sowie als Sudentenbewegung im rumänischen Temeschwar aktive Bewegung der spirituellen und politischen Kunst des Ausgleichens, der „Mittigkeit“ (anglisiert Wasatiyya), nicht das brennend Heiße, sondern die angenehme Wärme.[27]

Seit seinen Fatwakommentaren von 1988 und 1993 fordert der Führer der 2004 gegründeten International Union for Muslim Scholars (IUMS, Sitz ist Dublin), Yusuf al-Qaradawi, eine Politik des [theologischen; machtpolitischen] Standorts der „Mittigkeit“ (method of the middle way: minhaj al-wasatiyya; middle way for the Islamic community of the middle: al-minhaj al-wasat lil-umma al-wasat). Bei wenig verhohlenem sunnitischem Führungsanspruch dürfen Schiiten, Ibaditen und Zaiditen ein bisschen in der IUMS mitmachen, eine medinatreue Fusionierung („Salafisierung“, wahrscheinlich nichts als Hanbalisierung) der vier Schulen des sunnitischen Fiqh und eine weltweite islamische Führung (die IAMS inzwischen IUMS redet von global Islamic authority) werden selbstbewusst angestrebt, universelle Menschenrechte werden dafür nicht benötigt.[28]

Angesichts des fortgesetzten Schweigens etwa der deutschen CDU zur Menschenfeindlichkeit von Scharia und Fiqh scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der bürgerlich klingende Zentralitätsbegriff („centrist“) der 2001 aus Christian Democrat International in Centrist Democrat International umgenannten CDI dem middle way der MB und dem koranischen justly balanced angeglichen haben wird.

Zentraldemokratisch „Mittigkeit“ (al-wasaṭīya) ausbreiten. Dschihad auf Sparflamme. Wir kommen zum Schluss:

Ebenfalls wird es sie noch mehr dazu befähigen, die beste Form der Demokratie anzuwenden (applying the best form of democracy), welche sie umso mehr mit Islamischen Prinzipien und Werten anreichern können, sodass sie mit der gebilligten demokratischen Form eine Erhabenheit des Glaubens erlangen und eine mitmenschliche und menschliche Fülle.

Die Bewohner des Westens und die Gottlosen unter den Marokkanern haben es nur noch nicht verstanden, dass die Idee der Volkssouveränität erst im Islamstaat ihre Erfüllung findet, so ließe sich mit Parteiführer Saadeddine Othmani sagen, und ergänzen: die beste Demokratie ist die Islamdemokratie.

Jetzt gilt es, den Roi des pauvres, König der Armen genannten Mohammed VI., geschätztes Privatvermögen zwei Milliarden Euro, so unter Druck zu setzen, dass er sich von seiner nahezu absoluten Herrschaft verabschiedet und eine konstitutionelle Monarchie gestattet, in deren Parlament mehr und mehr Mitglieder der Schariabewegung des Parti de la justice et du développement hineingewählt werden, der „mittig ausgewogenen“ PJD. Europas Multikulturfreunde werden solange wie möglich darüber begeistert sein, dass ein König dem Parlament mehr Mitsprache einräumen muss, Sozialdemokraten, Grüne und großkirchliche Initiativen werden sich schon bald darum reißen, mit den Führern des PJD reden zu dürfen. Noch ist, über die Centrist Democrat International (CDI) der marokkanische Parti de l’Istiqlal (Ḥizb al-Istiqlāl) Partnerpartei der CDU, doch könnte man als CDU-Mitglied den PJD denn nicht schon heute als Pendant zumindest der CSU ansehen? Wird sich, während die Königstreuen an Bedeutung verlieren, die CDU dem PJD denn nicht eines Tages als proreligiöse und wertkonservative Schwesterpartei empfehlen?

Schritte in diese Richtung gibt es – von der politischen Seite der Grünen und Liberalen. Am 07. Februar 2011 verglich Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) Ägyptens Muslim Brotherhood mit der CSU:

„Wir haben jahrelang in der Vorstellung gelebt, das eigentlich Schlimme das uns dann drohen könnte sind die Islamisten. Und nun stellt sich raus, unter denjenigen die da in der Opposition sind, sind die Muslimbrüder wahrscheinlich eher die gemäßigten und diejenigen die zur Mäßigung aufrufen, weil sie nämlich eine Mittelstandspartei sind. Die sind, [das] ist jetzt nicht als Polemik gemeint, aber um es sinnbildlich darzustellen, die sind so ein bisschen wie die CSU in Bayern“.[29]

Sechzehn Monate vergingen. Im Juni 2012 dann war es Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), der mehr Unbefangenheit im Umgang mit der parteigewordenen Muslimbruderschaft wünschte:

„Vielleicht sollten gerade wir in Deutschland uns da ein bisschen mit Kritik zurücknehmen – immerhin handelt es sich bei CDU und CSU ja auch um christliche Parteien. Warum also nicht auch mit einer moderaten islamischen Partei Gespräche führen.“[30]

Solange jeder, der in Europa beruflich in Presse, Pädagogik oder Sozialarbeit nicht weggebissen werden will, von einem guten Islam und bösen Islamismus reden muss und solange der Yusuf al-Qaradawi treu ergebene bosnische Führer der Gelehrten Mustafa Cerić (Reisu-l-ulema) 2012 nicht nur öffentlich nahezu unwidersprochen, sondern erregt gefeiert mit deutschen Politikern ein „Islamzentrum“ an der Universität Tübingen einweihen darf (Villa Köstlin, Studiengang Islamische Theologie),[31] brauchen Marokkos ausgesprochen islamkundige Muslimbrüder noch nicht einmal eine von der nördlichen Seite des Mittelmeers kommende Kritik zu befürchten.

Die Muslimbruderschaft kennt ihren Islam, doch Humanität und Scharia verhalten sich zueinander wie Maus und Kreuzotter. In der kulturellen Moderne ist für Schariadogma und Fiqhpraxis kein Platz, auch nicht in Nordafrika. Die Muslimbruderschaft und ihre Parteien und Organisationen wollen verhindern, dass Menschen dem geistigen und politischen Mittelalter entschlüpfen und in die Moderne eintreten, ein strahlend neuer und letztlich 1.400 Jahre alter Islamstaat soll das bestehende, angeblich nicht ausreichend religiöse System ablösen. Und solange die Menge nach mehr Scharia fiebert, wird ein Regent, der nicht allzu rasch enden will wie Gaddafi oder Mubarak, den Muslimbrüdern entgegenkommen müssen, immer noch ein bisschen mehr.

Freiheitsliebende Menschen gibt es überall und das massenhafte Verlangen nach Hidschab und Polygamie oder Imamat und Kalifat ist nicht angeboren, sondern Ergebnis korangemäßer Dauerberieselung für die Erwachsenen, gewalttätiger Erziehung der Kinder, erregter permanenter Kontrolle der Schwestern auf keusche Lebensführung und Einsperren von Tochter und Ehefrau ins Haus. Man kann den Marokkanern nur wünschen, dass sie nicht schon bald unter der ganzen Herrschaft des Islam leben müssen wie die Menschen auf der arabischen Halbinsel seit Jahrhunderten und im islamisch reaktivierten Iran seit 1979.

Die Menschheit und nicht nur der bei Kalifatsfreunden und Abendlandverherrlichern gleichermaßen beliebte „Westen“ hat Pressefreiheit, Unbestechlichkeit der Wissenschaft und allgemeine Menschenrechte durchzusetzen. Dabei dürfen auch die deutschen Curricula und Unterrichtspraktiken der universitären Imamausbildung oder des staatlichen Islamischen Religionsunterrichts keine Inseln der Exotik (alterity)[32] sein.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Nur die Unterwerfung unter Allah führt die Erhöhung der Umma herbei:

Lower yourself in front of Allah and He will elevate you in front of others.

http://islam2011.tumblr.com/post/20964573437/lower-yourself-in-front-of-allah-and-he-will

[2] Paris 2009. La rue des Poissonniers, jeden Freitag sind beide Bürgersteige mit Allahs Betern besetzt, sodass die Pflichtschludrigen oder Nichtmuslime anfangs noch auf der Straße sprich im symbolischen Dreck gehen müssen. Wenn die Sache dann richtig anläuft, wird auch die Straße abgesperrt, sodass kein (irdisches) Fahrzeug sie nutzen kann.

La rue des Poissonniers est toujours occupée chaque vendredi par les musulmans, qui confisquent ses deux trottoirs, forçant les piétons à marcher sur la chaussée. Une fois leur prière commencée, les musulmans bloquent la rue avec une barrière (visible à la fin de la vidéo), empêchant tout véhicule de l’emprunter.

http://www.youtube.com/watch?v=IBvQk0QiFhI

Frankreich 2010. Le cauchemar continue, der Albtraum geht weiter. Zusammenstellung bei Riposte Laïque.

http://ripostelaique.com/Nos-videos-les-plus-spectaculaires-6408.html

American Muslims pray at Occupy Wall Street. New York.

http://www.youtube.com/watch?v=67H_8WFm4YE&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=WvHz5B3SMxY

Betend den öffentlichen Raum besetzen. Mönchengladbach 17.09.2010

http://www.youtube.com/watch?v=t1TPG9XF4lA

Schichtwechsel bei der Abteilung Betprotest, Nachtschicht, ebenfalls in Mönchengladbach. September 2010.

http://www.youtube.com/watch?v=643044T5rP0&feature=relmfu

THOUSANDS OF MUSLIMS BLOCKING STREETS FOR EID PRAYERS (MOSCOW 08/31/11)

http://www.youtube.com/watch?v=TOSFT3FxqgM&feature=related

Report: London City University Muslim Society 2010

http://www.youtube.com/watch?v=wlGHnd_u3tc&feature=related

[3] Glaube ist Tat!

… pour rappeler que l‘Islam est action. Cheikh Imran Nazar Hosein.

http://www.youtube.com/watch?v=b18xsIU4oPU

Scheich Imran Nazar Hosein. He was born in the Caribbean island of Trinidad in 1942 from parents whose ancestors had migrated … from India. He is a graduate of the Aleemiyah Institute in Karachi and has studied at sevaral instutions of higher learning including the University of Karachi,the University of the West Indies, Al Azhar University and the Graduate Institute of International Relations in Switzerland. He worked for several years as a Foreign Service Officer in the Ministry of Foreign Affairs of the Government of Trinidad and Tobago but gave up his job in 1985 to devote his life to the mission of Islam.

http://www.imranhosein.org/about-imran-n-hosein.html

arbeitet auch in Malaysia

http://www.imranhosein.org/news/412-malaysia-seminar-on-political-and-economic-reality.html

Imran Nazar Hosein: Explaining Israel’s Mysterious Imperial Agenda

Written by Imran N. Hosein in Kuala Lumpur

http://www.imranhosein.org/books/373-explaining-israel.html

Repentance [Buße und Umkehr, arab. tauba] is change and change is action, without action there is no change.

https://twitter.com/thedivineway/statuses/235223547528753152

Das Leben ist nur ein Augenblick, lass es einen Augenblick des Gehorsams sein. Life is but a moment, let it be a moment od obedience. Imam Shafi’i.

http://www.islaminspires.tumblr.com/

[4] Nadia Yassine: My father is of Berber origin and is proud of being Berber.

http://www.aljamaa.net/ar/document/2608.shtml

[5] Die Tochter von Scheich Abdessalam Yassine will die Monarchie Marokko durch eine Republik ersetzen, durch eine Islamrepublik versteht sich.

Nadia Yassine: „Islamist zu sein bedeutet ganz einfach, aus dem spirituellen Bezugsrahmen der Umma heraus zu leben, die technologische Moderne im Griff zu haben und überkommene politische Traditionen hinter sich zu lassen. Etre islamiste c’est tout simplement se ressourcer aux références spirituelles de tous les peuples musulmans, gérer la modernité et dépasser les archaïsmes politiques.“

„Wir wollen die muslimischen Völker befreien, indem wir die Art, wir der Koran gelesen wird, von jedem Kompromiss freiräumen. Nous voulons libérer les peuples musulmans en dégageant le Coran de ces lectures du compromis.“

aus: Nadia Yassine préfère la République à la Monarchie

in: SaphirNews 18.11.2005

http://www.saphirnews.com/Nadia-Yassine-prefere-la-Republique-a-la-Monarchie_a1582.html

[6] Islam and the Civil State (Saadeddine Othmani 2005)

http://onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/islamic-themes/425871-islam-and-the-civil-state.html

auch hier

http://timelessfaith.org/Politics/islam_civil_state.htm

im Bild oder Film: Saadeddine Othmani

http://www.jeuneafrique.com/photos/012012/021012012114820000000saadedine.jpg

http://www.bladna.nl/IMG/jpg/saadedine_el_othmani.jpg

http://www.flm.ma/photos/599876659.jpg

Saad Eddine Othmani à Montréal

http://www.youtube.com/watch?v=2kLnF7ud0yk

Secretary Clinton Delivers Remarks With Moroccan Foreign Minister Saad-Eddine Al-Othmani

http://www.youtube.com/watch?v=_DKM-rr__bk

Zeichen der Partei Ḥizb al ʿAdāla wat-Tanmīya, Parti de la justice et du développement (PJD)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/PJD-Maroc.jpg

Offizieller Internetauftritt der PJD (arabisch)

http://www.pjd.ma/

PJD zwitschert (twittert)

https://twitter.com/PJDofficiel

PJD kommuniziert per Kurzfilm über YouTube

http://www.youtube.com/user/pjdcommunication

PJD bei YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=yqDUm7594SU

Im echten alten Islam ist die Frau ohne Schleier eine Schande für die Familie, gefährdet das friedliche Zusammenleben und ist für das Höllenfeuer bestimmt. Frauen der PJD schariatisch richtig im Hidschab

http://www.youtube.com/watch?v=6o6Mm4rGY2s

noch geschlechtergetrennt oder bereits frauenfrei?

http://www.youtube.com/watch?v=99LILC17bgA

PJD-Aktivisten bei der Arbeit, bei Minute 1:35 bis 1:37, 4:42 sowie 5:25 bis 5:28 sehen wir alle Frauen im Schleier

http://www.youtube.com/watch?v=ed6XT7XTHf0&feature=relmfu

[7] It is not enough that Europe recognises the presence of Islam on its territory. Muslims deserve more than that. They deserve that their presence be legalised in the sense of creating a political and economic climate in which European Muslims can represent themselves through the institutions that should have both governmental support and public acceptance. …

First, Muslims have to understand Europe as a house of peace, not a house of war. Second, Muslims have to be clear that their minimum claim is to be free from social interference in their cultural life and that their maximum claim is for social recognition because of their positive contribution to the common good of European society as a whole. And thirdly, Muslims have to establish a single Muslim authority that can speak for both Islam as a world religion and Muslims as good citizens of Europe.

aus: Herr Cerić fordert das europäische Imamat, Sägefisch 076, am 03.07.2008

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/03/076/

Mustafa Cerić: The Challenge of a Single Muslim authority in Europe (European View, 2007, 6, 41-48)

http://link.springer.com/article/10.1007/s12290-007-0004-8

(…) Über die „Herausforderung einer einzigen Muslim-Autorität in Europa“ schreibt Mustafa Ceric, Großmufti der etwa zwei Millionen Muslime in Bosnien und Herzegowina.

Eine solche muslimische Autorität müsse auf drei theologischen Fundamenten basieren, nämlich auf Aqidah (Glaube), Scharia (dem islamischen Recht) und Imamat (die Idee der Führung von Menschen im Sinne der Worte des Propheten durch eine göttlich inspirierte Person, etwa einen Imam). „Demzufolge ist die islamische Verpflichtung auf die Scharia immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“, so Ceric in dem englischsprachigen Text.

Die Scharia sei die Basis, von der aus „alle Muslime in allen Generationen das Recht und die Pflicht haben, über gut und böse, richtig und falsch zu urteilen, im Kontext von Zeit und Raum und in Übereinstimmung mit den eigenen Erfahrungen“.

Dieser Aufsatz aus dem Dezemberheft der Zeitschrift „European View“ hat die CDU-Extremismusexpertin Kristina Köhler alarmiert. Von WELT ONLINE angesprochen, sagte Köhler, Ceric‘ Forderungen liefen darauf hinaus, „dass alle Muslime in Europa unter einem gemeinsamen politischen und geistigen Führer und unter der Herrschaft der Scharia leben – und der Staat soll diese Parallelwelt auch noch per Vertrag garantieren“. In der Konsequenz führe das „zu einem europäischen Kalifat“, sagte Köhler.

aus: Ansgar Graw: Aufsatz in CDU-naher Zeitschrift fordert Scharia

in: Die Welt 12.05.2008

http://www.welt.de/politik/article1987988/Aufsatz-in-CDU-naher-Zeitschrift-fordert-Scharia.html#vote_1987996

Der Großmufti von Bosnien und Herzegowina und die Scharia als ewige, unveränderliche Pflicht, bei: Niew Religieus Peil:

In het tijdschrift ‚European View‘ van het Centre for European Studies, de Brusselse denktank van de Europese Volkspartij (EVP), pleit de grootmoefti Mustafa Ceric van Bosnië en Herzegowina voor de sharia als eeuwige onveranderlijke plicht voor alle moslims.

http://www.nieuwreligieuspeil.net/node/1954

Sommer 2009, Cerić will die Scharia in die bosnische Verfassung einfügen:

Sarajevo, 17 August (AKI) – Bosnia’s Muslim spiritual leader, Reis-ul-Ulema Mustafa Ceric, has drawn strong criticism from moderate Muslims and from Bosnian Serbs, after he called for Islamic Sharia law to be incorporated into the Bosnian constitution. …

Strict Sharia law drastically reduces the rights of women, allows polygamy for men, forbids marrying non-Muslims and sanctions cruel penalties including stoning.

aus: Bosnia: Muslim spiritual leader urges more Sharia law

in: AKI / adnkronos 17.08.2009

http://www.adnkronos.com/AKI/English/Religion/?id=3.0.3666977693

On 15 August 2009, while conducting Bosnia’s first Sharia mass wedding in Zenica, he called for Islamic Sharia law to be incorporated into the Bosnian constitution.

http://en.wikipedia.org/wiki/Mustafa_Ceri%C4%87

Explaining Pax Islamica, The Islamic Conception Of An International Order

By Sheikh Imran Hosein

http://www.youtube.com/watch?v=eR4_8pore7E&feature=watch-vrec

[8] Die Salafisten predigen einen archaisch anmutenden Islam. … Die Probleme sind der missionarische Eifer und die rückwärtsgewandten, holzschnittartigen Lehren der Salafisten. … Sie wollen einen Scharia-Staat …

aus: Christoph Erhardt: Hammerfett wird es erst im Paradies

in: FAZ 24.04.2012

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-in-deutschland-hammerfett-wird-es-erst-im-paradies-11729259.html

[9] Dahinter verberge sich jedoch eine äußerst flache Theologie. „Der Islam wird von den salafistischen Missionaren einseitig dargestellt und extrem vereinfacht„, so Mansour. „Das muss man entlarven, und zwar so, dass Jugendliche diese Islam-Interpretation als Einstiegsdroge erkennen.“

aus: Florian Flade: Die salafistische Verführung in Deutschland

in: Die Welt 09.11.2012

http://www.welt.de/politik/deutschland/article110853935/Die-salafistische-Verfuehrung-in-Deutschland.html

[10] Prayers should not be offered in mosques in which there are graves. The graves should be dug up and the remains transferred to the public graveyards, with each set of remains placed in an individual grave as with all other graves. It is not permissible for graves to be left in mosques, whether that is the grave of a wali (“saint”) or of anyone else, because the Messenger (peace and blessings of Allaah be upon him) forbade that and warned against that, and he cursed the Jews and Christians for doing that. Shaykh Ibn Baaz 10/246

http://www.ahlalhdeeth.com/vbe/showthread.php?t=7015

Multaqa Ahlalhadeeth

„Englischsprachiges salafistisches Forum; auch mit tamilischem Unterforum.“

Hinweis aus: Rüdiger Lohlker (s. u.)

http://www.ahlalhdeeth.com/vbe/

AHYA Call and Guidance Center

Internetauftritte nach Rüdiger Lohlker: In Bombay beheimatete Organisation der Ahl-i Hadith mit Aktivitaten in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Stellen u.a. eine Vielzahl von Texten zur Verfügung. Die Texte haben zum Teil eine anti-Deobandi und anti-Tabligh-i Djama’at-Ausrichtung. Newsletter u. a.

Hinweis aus: Rüdiger Lohlker (s. u.)

http://www.ahya.org/

Quelle: Lohlker: Katalog der nah-, mittelöstlichen und islamischen Präsenz im Internet

Rüdiger Lohlker

Der Verfasser dieses Katalogs ist Islamwissenschafter und lehrt am Institut für Orientalistik der Universität Wien. Er arbeitet über den Islam in der Moderne, Dschihadismus, über die islamische Präsenz im Internet, den Islam in Europa und das islamische Recht.

http://lohlker.files.wordpress.com/2009/02/katalog1.pdf

http://lohlker.files.wordpress.com/2012/04/katalog-neu.pdf

http://tribune.com.pk/story/428052/unesco-urges-end-to-attacks-on-libyan-sufi-mosques-graves/

[11] After destroying shrines in Zlitan, Tripoli and Misrata at the weekend, crews of armed men desecrated graves at a mosque and madrassa in the capital’s old city on Monday and Tuesday.

Militants, kept in check under the dictators overthrown in the Arab Spring, have campaigned over the past year to stamp out what they see as idolatry in traditional Sufi mosques and shrines in Libya, Tunisia and Egypt.

The destruction in Libya mirrors the 2001 dynamiting of two giant Buddha statues by the Taliban in Afghanistan and the sacking of Sufi tombs in Timbuktu in July after Ansar Dine group seized power in northern Mali.

Many of the Ottoman-era Sufi shrines and lodges in Libya have a room or yard with graves of revered saints, scholars or benefactors. Attackers usually dig up these graves and dump the bodies elsewhere, infuriating the shocked Sufis.

The League of Libyan Ulema urged Tripoli “to pressure the government of Saudi Arabia to restrain its clerics who meddle in our affairs” by training young Libyans in Salafism and spreading the ideology through books and tapes.

It also urged Libyans to protect Sufi sites by force.

Nayed, who lectures at the old Uthman Pasha madrassa that was desecrated on Tuesday evening, said the attackers were “Wahhabi hooligans (and) all sorts of pseudo-Salafi elements” while government security officials were “complacent and impotent”.

“Libya has to make a clear choice – either a Taliban/Shabaab-style religious fanaticism or a true Muslim moral and spiritual civility,” he told Reuters.

aus: Reuters: UNESCO urges end to attacks on Libyan Sufi mosques, graves

in: The Express TRIBUNE (Pakistan) 29.08.2012

http://tribune.com.pk/story/428052/unesco-urges-end-to-attacks-on-libyan-sufi-mosques-graves/

Islamist hardliners have been blamed for the demolition of the mausoleum of the large Al-Shaab Al-Dahman mosque near the centre of Tripoli in broad daylight on Saturday, an act that has been condemned by Government officials.

The group that bulldozed the mosque that contained Sufi Muslim graves and shrines to Sufi figures said it was un-Islamic and alleged that a Sufi Muslim sect has been engaging in “black magic”.

This is the second razing of a Sufi site in just two days by Salafi activists. Government officials condemned the acts that seem to indicate that religious sectarian tensions are reaching record levels in the country.

What is of even more concern the fact that, as witnesses said, police surrounded the site and prevented people from getting close to the destruction, and that they did not stop the demolition, a desecration as it has been described, as empty graves lay gaping in the rubble of the mosque.

There have also been reports that n the early hours of Friday, ultra-conservative Islamists wrecked Sufi shrines with bombs and another bulldozer destroyed the tomb of a 15th-century Sufi scholar Abdel Salam al-Asmar and set fire to a historic library in the mosque in the city of Zlitan ruining thousands of books.

Tripoli’s Sha’ab mosque that was demolished on Saturday contained around 50 Sufi graves, including the tombs of Libyan Sufi scholar Abdullah al-Sha’ab and of soldiers who fought Spanish colonialists. …

A government official who refused to be named, was quoted saying that a large number of armed militias carrying medium and heavy weapons arrived at the al-Sha’ab mosque with the intention to destroy the mosque because of their belief graves are anti-Islamic. …

aus: Islamist Hardliners Blamed for Demolition of Mosque in the Heart of Tripoli

in: The Tripoli Post (Libyen) 26.08.2012

http://www.tripolipost.com/articledetail.asp?c=1&i=9087

[12] Wir sollten an den Zorn und die Bestrafung Allahs denken, denn Er ist zornig mit den Personen, die fortfahen, schlechte Taten zu begehen. … Wir sollten Plätze, an denen Fitna und Verführung vorzufinden sind, meiden, …

Ibn Qayīm al-Ǧauzīya

http://www.salaf.de/swf/tarb0027.swf

Von jeder Sache fern zu bleiben, die sich zwischen das Herz und Allah stellt.

Ibn Qayīm al-Ǧauzīya

http://www.salaf.de/swf/tarb0013.swf

[13] Restoration of the lost caliphate – i’adat al Khalifa al Mafqudah – is the chief immediate political goal of the Islamist movement.

http://www.mideastweb.org/Middle-East-Encyclopedia/hassan_al-banna.htm

Of course, all Islamists have the same goal: the establishment of a sharia-enforcing caliphate.

Jihad Watch

http://www.jihadwatch.org/2012/01/ibrahim-muslim-brotherhood-declares-ultimate-goal-mastership-of-world.html

2012, Krieg in Syrien, verschiedene Bewegungen erstreben das Kalifat

Gefährlicher indes ist nach Einschätzung O’Bagys eine Dschihadisten-Gruppierung syrischen Ursprungs: Jabhat al-Nusra, etwa Unterstützungsfront für das syrische Volk. Ähnlich wie al-Qaida will sie ein globales Kalifat errichten und die strikte Einhaltung der Scharia erzwingen.

aus: Reymer Klüver: Unheilige Allianzen

in: Süddeutsche 15.10.2012

http://www.sueddeutsche.de/politik/al-qaida-in-syrien-unheilige-allianzen-1.1495995-2

http://www.sueddeutsche.de/politik/al-qaida-in-syrien-unheilige-allianzen-1.1495995

Dschabhat al-Nusra (Ǧabhat an-Nuṣra li Ahl aš-Šāms)

http://www.hawasoria.com/test/hawasyr/website/files/images/0,,15730571_401,00.jpg

http://im14.gulfup.com/yoDK3.jpg

http://www.youtube.com/watch?v=54uYbf9qwAc

Banner der jihadistischen Organisation Jabhat Al-Nusra während des Bürgerkriegs in Syrien 2012.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/4/47/Jabhat_al-Nusra_Banner_Syrien_2012.jpg

Amazing and moving scenes from Aleppo (Halab) Syria where thousands of people call for the Islamic Caliphate (Khilafah) during the Syrian Uprising. This clip is from 12 March 2012.

http://www.youtube.com/watch?v=-DLSNxGgsh0

Inspiring chant in Syria: „Caliphate is what we want and martyrdom is what we seek“

13.03.2012

http://www.youtube.com/watch?v=_kwXkzBfd3Y

Voranschreiten um der sache Allahs Willen, das bedeutet Dschihad, Koran 9:38, bei Muhsin Khan:

Koran 9:38, to march forth in the Cause of Allah (i.e. Jihad)

http://quran.com/9/38

Koran 9:24, Unter Anstrengungen dem Weg Allahs folgen, Dr. Ghali betont die Strebsamkeit bei Auslassung des Tötens: „and striving in His way“, Sahih International gibt zu, dass im Koran Dschihad steht: „and jihad in His cause“

http://quran.com/9/24

Wohin des Wegs, Heidentum oder Islam?

Dschahiliyya ←→ Islam

http://2.bp.blogspot.com/_An79RaZMHs0/SW2hb5Hz62I/AAAAAAAAANM/zHINi4gkz9A/s400/arroworange.jpg

Zurück zu deiner allahzentrisch-ureigenen Wesensnatur (al-fiṭra). Das Symbolbild Dschahiliyya ←→ Islam findet sich beim von Bangkok (Thailand) aus und auch auf malaiisch geschriebenen, radikalislamischen, amerikafeindlichen und dschihadfreundlichen Blog einer Studentin für Biomedizin:

BACK TO YOUR FITRAH

http://shabab-fitrah.blogspot.de/2009/01/islamour-way.html

39 Möglichkeiten, dem Dschihad zu dienen und an ihm teilzunehmen. 39 Ways to Serve and Participate in Jihad.

Ein Punkt 40, die alte orientalische Symbolzahl des Leidens und Trauerns, fehlt und darf als orgasmushafter Verschmelzungsvorgang mit dem Paradiesischen dazugedacht werden, als Massenmord.

7. Supporting the Families of Martyrs

21. Following and Distributing News of the Jihad

36. Raising Children To Love Jihad and Those Who Wage It

http://shabab-fitrah.blogspot.de/2009/01/39-ways-to-serve-and-participate-in.html

„At the age of 13 I continued my secondary and high school at an Islamic school in Bangkok, Thailand. … After 6 years in the Islamic school I opted to further my university life in IIUM, Malaysia. Here, I am taking biomedical science.“ (Bloggerin Ghuraba, das bedeutet wörtlich die Fremde, gemeint ist die radikalislamische Aussteigerin aus der sinnlichen, vom Satan versuchten diesseitigen Welt, siehe den folgenden Hadith bei Muslim)

http://shabab-fitrah.blogspot.de/

“Islam began as something strange and will revert to being strange as it began, so give glad tidings to the strangers.” …

“Strange” refers to the small number of its adherents. The basic meaning of ghareeb (a stranger) is being far from one’s homeland. “And will revert to being strange” refers to the small number of those who will adhere to its teachings even though its followers are many.

http://islamqa.info/en/ref/45855

Who are al-Ghurabaa‘ (the Strangers)?

Folge der Scharia kompromisslos, sei fremd, wirke wie ein Fremder:

An-Nuzzaa’ (those who withdraw) has two meanings:

Those who completely withdraw themselves from their own tribes and family customs and traditions

Those who leave their countries or place of residence in order to perform Jihaad (fighting against the enemies of Allah)

The Ghurabaa‘ are those who submit to Allah (swt) exclusively, and follow the Sharee’ah in every aspect of their life. They worship, obey and follow none but Allah, whilst associating no man, woman or object with Him.

The real Ghurabaa‘ do not miss any corruption, culture or tradition (the way many people miss their previous corrupted lifestyles). The Ghurabaa‘ hate all of that which they used to do and any jaahiliyyah they come across, hence you never see them voting for man-made law, calling for Freedom, Secularism, Democracy, swearing allegiance to the president and its nation or committing any form of kufr or shirk.

To be from this minority we must always keep rejecting anything that is alien to Islam such as the customs of the people: Easter, Valentines Day, Christmas and New-Years, Mothers Day, Fathers Day, Birthdays and any other forms of celebrations or anniversaries that are not from Islam. An-Nuzzaa’ reject all of this corruption and innovation, and the consequence they will face is sever attack by all people, the so-called „Muslims“ (Munaafiqeen and Faasiqeen) and non-Muslims.

They engage in the true intellectual & political struggle and are the people of Haq (truth), Tawheed, al-Walaa’ wal-Baraa’ (love for the believers and hatred towards the disbelievers) and people who forbid the munkar (what the Sharee’ah defines to be evil), are blunt about it, and never compromise.

Islamic Thinkers Society 22.10.2005

http://www.islamicthinkers.com/index/index.php?option=com_content&task=view&id=358&Itemid=26

[14] Fiqh-Spezialwerk des Šihāb ad-Dīn al-Qarāfī: Al-Aḥkām fi Tamīz al-Fatāwī ʿan al-Aḥkām wa Taṣarufāt al-Qāḍī wa al-Imam. Beirut 2009

http://www.arabicbookshop.net/main/details.asp?id=106-339

hier erwähnt, die Umma betreibt Außenpolitik (siyar) gegenüber jedem Dhimmi und Harbi: Labeeb Ahmed Bsoul: International Treaties at in Islam – Theory and Practice in the Light of Siyar (Islamic International Law)

Institute of Islamic Studies, McGill University, Montreal August 2003

Blutgeld im „Einzelfall“:

Should a Muslim kill one of the people to whom aman has been granted, the Muslim is under obligation topay the blood money or wergild.(p 206)

http://de.scribd.com/doc/29726588/International-Treaties-at-in-Islam-Theory-and-Practice-in-the-Light-of-Siyar-Islamic-International-Law

Shihab al-Qarafi: Adh-Dhakira fi Furu‘ al Malikiya

http://www.arabicbookshop.net/main/details.asp?id=129-178

[15] The Changeable and Unchangeable in Islamic Thought and Practice

Kongress in Sarajevo, 07.-09.05.2012, organisiert von der Oslo Coalition on Freedom of Religion or Belief in Zusammenarbeit mit der Faculty of Islamic Studies, Sarajevo

http://www.oslocoalition.org/html/project_new_horizons/SarajevoWorkshop.htm

Project on New Directions in Islamic Thought and Practice

Project group: Kari Vogt (chair) University of Oslo

Das islamrevolutionäre Thema ist äußerst ernst, gleichwohl zur Verdeutlichung vorab sarkastisch zugespritzt: Aus dem Gegensatz zwischen seiner Rolle als Bürger und der religiösen Bindung und Identität erfährt der Muslim an sich, vor allem wenn er im identitätsgefährdenden Reich des Westens lebt, Spannungen und Zerrkräfte, und schmerzlich vermisst er einen gegenwartstauglichen und passgenauen schariabasierten Baugrund und Referenzrahmen. Scheich, gib mir Fiqh!

In the entire Muslim world, including Muslim minorities in the West, many people experience tensions and discrepancies between their roles as citizens and their religious affiliation and identity. Urged to respond to contemporary challenges of toleration and solidarity they often miss the requisite theological and fiqh-based grounding and reference.

In 2008: The second of the series of workshops on „Ethical Guidelines on Islamic Family Law“ was planned in 2008 and carried out in Cairo in January 2009

In 2007: „Ethical Guidelines on Islamic Family Law“ workshop. The group of experts created at the Istanbul conference in January 2007 (see below) met again in November in Marrakesh to begin the work on creating ethical guidelines for Islamic Family Law.

http://www.oslocoalition.org/nd.php

Im Prinzip gibt es eine Antwort! Islamisches Rechtsgutachten. Dem Drogensüchtigen das Rauschmittel, dem allahzentrischen Verzweifelten die Fatwa von Zahnarzt Kablawi genannt Abu Ubeidah (altayyib.com) aus Miami, Florida, US:

It is the obligation of every Muslim to attain at least the basic knowledge of how to conduct his affairs in this life regarding his relationship with his Lord, himself and other human beings. Muslims need to know about their creed, way of worship, methods of dealing in transactions and manners. Altayyib.com will dedicate this section to try to answer your questions in accordance to Qura’an and the Sunnah of the messenger peace be upon him.

http://www.altayyib.com/index.php?option=com_rsform&Itemid=37

Abu Ubeidah, Fadi Yousef Kablawi, was born … 1978 in Amman, Jordan. Ubeidah is not his son, but rather his chosen kunyah (nickname) resembling the name of the famous sahabi [Wegbegleiter Mohammeds] Abu Ubeidah `Amer ibn Aljarrah.

Upon his completion of the eleventh grade in Jordan, Abu Ubeidah moved to the United States in 1995 with his family, unable to speak any English. He went on to finish his high school education in the top 10% of his class. He completed his undergraduate studies at Florida International University in Miami, graduating with a bachelor’s degree in Chemistry. After that, Abu Ubeidah attended The University of Pennsylvania, School of Dental Medicine; one of only three Ivy League dental schools, alongside Harvard and Columbia. …

He currently teaches different series in various masajid in South Florida. Some of these have included: The Authentic Seerah, The Authentic Stories of the Prophets, The Three Fundamentals Explained, The Forty Nawawi Hadith Explained, and is currently teaching The Explanation of ‚Umdat Alfiqh for Ibn Qudamah Almaqdisi, The Building of Determinations Series and The Hereafter Series, in addition to many other miscellaneous lectures and khutbahs. Abu Ubeidah lives in Miami … In addition to his da`ua activities, he also runs his two dental clinics, Mecca Dental and Madina Dental.

http://www.altayyib.com/index.php?option=com_content&view=article&id=103&Itemid=20

Abu ‚Ubaydah ibn al-Jarrah (Abū ʿUbayda ʿĀmir bin ʿAbd Allāh bin al-Ǧarrāḥ, 583-638) war ein Prophetengefährte

http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Ubaidah_ibn_al-Jarrah

Der Allahkrat weiß, dass eine bleibend demokratische Regierung nicht gegen ihre Demokraten kämpfen kann. Am 28.11.2012 tippt Dr. Fadi Kablawi per Handy auf seine Facebookseite:

A question regarding Egypt: If run a new election and more than 50% of voters vote for Morsy and don’t mind if he becomes a dictator. Will that be considered Democracy?

http://www.facebook.com/drfadikablawi?filter=1

Why Muslims Should NOT Vote in America!

http://www.youtube.com/watch?v=XVbvWMs-xuY

Islam & Science – Dr. Fadi Kablawi @ FIU

gemeint ist die radikalislamische Studentenvereinigung FIU-MSA abgekürzt oder auch MSA @ FIU, an der Florida International University (FIU)

http://www.youtube.com/watch?v=oVCW1qwb7dk

FIU-MSA – The Muslim Student Association at Florida International University. 2010 Islamic Awareness Week

http://www2.fiu.edu/~msa/Albums/Pages/2010_Islamic_Awareness_Week.html

MSA @ FIU (The Muslim Student Association), das Medinamodell studentischer Selbstverwaltung, jede Entscheidung gründe auf Sure und Hadith, must be based on Holy Quran and Sunnah:

Article 4

It is not fitting for a Believer, man or woman, when a matter has been decided by Allah and His Messenger to have any option about their decision: if any one disobeys Allah and His Messenger, he is indeed on a clearly wrong Path. (Al-Ahzab: 36)*

Decision Making Process

Decisions are made by a simple majority vote of the members. In the event of a tie, the President is the tiebreaker and the members comply with the decision.

In the case of a dispute over a religious matter, the President and Executive Board may approach to two Islamic scholars for arbitration. If both consultants advocate a certain position, a decision based on that position stands despite any majority vote to the contrary. If the two consultants differ in their position, the original majority vote stands.

No abstention is allowed for votes.

All decision must be based on Holy Quran and Sunnah.

http://www2.fiu.edu/~msa/Constitution.html

[16] „Religiöse Normen in der Moderne. Zum wandelbaren und statischen Teil des Islam“, Wolfgang Bauer, Silvia Horsch-Al Saad, Kathrin Klausing, Ibrahim Salama

http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/personen.php

MUSAFIRA (Kathrin Klausing)

http://www.musafira.de/impressum/

AS-SAKINA (Silvia Horsch)

http://al-sakina.de/

NAFISA (Kathrin Klausing, Nina Mühe, Silvia Horsch) – mit Durchklick zum Islamologischen Institut des Amir Zaidan (ja, der mit der Kamel-Fatwa) sowie zur 1995 von Ibrahim El-Zayat mitgegründeten GMSG (Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler)

http://www.nafisa.de/

[17] 1.3. Asbāb an-nuzūl (Offenbarungsanlässe)

Die beiden Standardwerke sind:

al-Wāḥidī an-Naisābūrī (an-Nīsābūrī): Asbāb an-nuzūl

as-Suyūṭī: Asbāb an-nuzūl [= Lubāb an-nuqūl fī asbāb an-nuzūl]

(mit Suyūṭīs kurzer muqaddimah, die in den Asbāb als Randruck zum Tafsīr al-Ǧalālain fehlt), ed. Ḥamid Aḥmad aṭ-Ṭāhir, Kairo 1423/202; 480 S.

Sek.literatur:: Andrew Rippin: »Occasions of Revelation« in EQ [*3.4.]

aus: Andreas Ismail Mohr: Literaturhinweise zu Koran, Sīrah und zur islamischen Spiritualität (10 / 2011)

http://www.ismailmohr.de/Literatur_Koran_Sira_Mohr_24_10_2011.pdf

Asbab al-Nuzul (Offenbarungsanlässe)

http://islam-auf-deutsch.de/koran/902-asbab-al-nuzul-offenbarungsanlaesse

gefunden bei

Islam auf Deutsch, Islamische Akademie Deutschland, Nordenham

Wir sind ein idealistisches Team aus jungen Wissenschaftlern, die sich am sunnitischen Islam orientieren. Wir sind ideologisch und organisch unabhängig von jeder Gruppe, aber erstreben dennoch eine Zusammenarbeit. Unser höchstes Ideal: Die Wiederbelebung islamischer Wissenschaften in deutscher Sprache. (…) Kurz: Wir bauen die Infrastruktur des islamischen Wissens!

http://islam-auf-deutsch.de/

Die Diskussion um die Rechte der Frauen haben nicht nur im Westen, sondern in den letzten Jahren auch im Osten – stark zugenommen. Diese Thematik greift bereits der Koran schon im 7. Jahrhundert auf. Die 58. Sure des Korans hat den Titel »mudschadala« (Diskussion), oder »mudschadila« (Diskutantin). Der Offenbarungsanlass dieser Sure war eine Diskussion, die eine Frau zu Lebzeiten Muhammads entfachte. Indem sie eine Angelegenheit, die unter Frauen zu klären war, publik machte, konnte sie diese zu ihren Gunsten entscheiden. Das heißt: Je mehr Mitspracherechte Frauen in der Gesellschaft erhalten und je offener Männer mit ihnen über gesellschaftliche Themen diskutieren, desto schneller können Vorurteile und Missverständnisse beseitigt werden und desto eher erreicht man Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Eines der umstrittensten Themen – heute und insbesondere in der Gesellschaft, in der wir leben – ist die Stellung der Frau in den muslimischen Gesellschaften. Und das ist gut so, denn wir sind davon überzeugt, dass Analog zu einer gleichberechtigteren Stellung der Frau auch die Integration Fortschritte machen wird.

Imam Benjamin Idriz (Islamisches Forum Penzberg)

http://www.islam-penzberg.de/41572/300008.html

In Abou El Fadl’s view, traditional Islamic law can still be applied to present-day situations because it brings a subtle interpretation of the whole text to bear on particular problems in varied circumstances. Others, like the Swiss-born cleric and professor Tariq Ramadan, are public figures whose writings show Western Muslims that their political theology, properly interpreted, offers guidance for living with confidence in their faith and gaining acceptance in what he calls an alien “abode.” To read their works is to be reminded what a risky venture renewal is. It can invite believers to participate more fully and wisely in the political present, as the Protestant Reformation eventually did; it can also foster dreams of returning to a more primitive faith, through violence if necessary, as happened in the Wars of Religion.

Perhaps for this reason, Abou El Fadl and especially Ramadan have become objects of intense and sometimes harsh scrutiny by Western intellectuals. We prefer speaking with the Islamic liberalizers because they share our language: they accept the intellectual presuppositions of the Great Separation and simply want maximum room given for religious and cultural expression. They do not practice political theology.

[Anm.: der amgeblich so islamliberale Tariq Ramadan praktiziere keine politische Theologie? So ein Unsinn. Es sei denn, der Sohn von Said Ramadan praktiziert eine Stufe mehr: theologische Politik.]

aus: Mark Lilla: The Politics of God

(from his book “The Stillborn God: Religion, Politics and the Modern West”. Mark Lilla is professor of the humanities at Columbia University)

hier bei: IKHWANweb (Muslim Brotherhood) 09.09.2007

http://www.ikhwanweb.com/print.php?id=13951

[18] Thomas Parnell muss ein geduldiger Mensch gewesen sein. Irgendwann im Jahr 1927 goss der Professor für Physik an der Universität von Queensland in Brisbane, Australien, heisses Pech in einen unten verschlossenen Trichter – dann wartete er drei Jahre. Das Pech sollte sich in dieser Zeit setzen. 1930 öffnete er den Trichter und wartete erneut – diesmal acht Jahre, bis sich im Dezember 1938 der erste Tropfen Pech löste und in das Becherglas unter dem Trichter fiel. … Neun Jahre nach dem ersten Tropfen hatte sich ein zweiter gebildet, der sich im Februar 1947 löste. Dann starb Parnell, und ein Mitarbeiter kümmerte sich um das Experiment. Eine Aufgabe, die vor allem darin bestand, nichts zu tun. Im April 1954 löste sich der dritte Tropfen. … «Für nichts anderes ist die Universität so berühmt wie für das Pitch-Drop-Experiment», sagt Mainstone, der hofft, den nächsten Tropfen, den er in fünf Jahren erwartet, endlich mitzuerleben. Auf den übernächsten Tropfen angesprochen, beginnt Mainstone zu rechnen und sagt dann: «Das könnte etwas problematisch werden.» Der Professor ist 73 Jahre alt.

aus: Reto U. Schneider: Das Experiment – Das langweiligste Experiment der Welt

in: NZZ 07/08

http://www.nzzfolio.ch//www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/8803ed00-489f-41bd-b52e-71a5774cb6a0.aspx

The Pitch Drop Experiment L’expérience de la goutte de poix

http://www.smp.uq.edu.au/content/pitch-drop-experiment

Picture of the Pitch Drop Experiment from University of Queensland featuring the current (2007) custodian, John Mainstone (picture taken in 1990), two years into the life of the 8th drop

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/Pitch_drop_experiment_with_John_Mainstone.jpg

Das brutale, unwandelbare und zeitlose Islamsystem tropft in die Menschheitsgeschichte, alle paar Jahrzehnte ein Pogrom oder eine Landnahme

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/99/University_of_Queensland_Pitch_drop_experiment-white_bg.jpg

[19] Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam (London, 19. September 1981)

http://www.unesco-phil.uni-bremen.de/dokumente/Menschenrechtserkl%E4rungen/Allg%20Erkl%20d%20MR%20im%20Islam.htm

But the problem with such goals is that they can be repeatedly nullified through attempts to deliberately confuse universal human-rights issues. One “religious” example of this was the “Universal Islamic Declaration of Human Rights,” proclaimed at UNESCO in 1981 and followed by the “Cairo Declaration on Human Rights in Islam” (CDHRI), adopted in August 1990 by the 19th Islamic Conference of Foreign Ministers of the 45 OIC countries.

Already in 1981, at the 36th session of the U.N. General Assembly, the representative of Iran had declared that the Universal Declaration of Human Rights represented a secular interpretation of the Judeo-Christian tradition, which could not be implemented by Muslims; if a choice had to be made, he said, between its stipulations and “the divine law of the country,” Iran would always choose Islamic law. Since then, Iran has led the struggle to modify the UDHR.

In October 1998, the Association for World Education requested from the Office of the High Commissioner for Human Rights (OHCHR) an explanation for the inclusion of this religious “Declaration” in the U.N. publication, A Compilation of International Instruments, vol. II (1997), pp. 478-84. A reply, dated September 14, 2000, reaffirmed that:” The Member States which have acceded to and ratified United Nations Human Rights Conventions remain bound, under all circumstances by the provisions of those texts, as well as by the erge omnes obligations under customary international law.”

It is significant that article 24 of the CDHRI states that it is “subject to the Islamic sharia,” and its article 25 confirms that sharia “is the only source of reference for the explanation or clarification of this Declaration.” It is thus clear that sharia has supremacy, and that the 1990 CDHRI has primacy — in the view of its authors — over all universal instruments, including the International Bill of Human Rights (UDHR included) and all other U.N. covenants.

aus: David G. Littman: Human Rights and Human Wrongs. Sharia can’t be an exception to international human-rights norms.

(19.01.2003)

http://www.nationalreview.com/articles/205577/human-rights-and-human-wrongs/david-g-littman

[20] ESLAM: Gutes gebieten und Schlechtes verwehren [al-amr bil-maaruf wan-nahy anil-munkar]

http://www.eslam.de/begriffe/g/gutes_gebieten.htm

[21] Ruprecht Polenz und HAMAS

Brisantes Treffen

DER SPIEGEL 21.09.2009

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66970423.html

[22] Die brutalsten Vertreter der Menschen, die Israel vernichten wollen, haben sich in der Hamas vereint. Die Hamas will Israel vernichten und kämpft für ein “judenreines” Palästina. Ein Minister der Hamas sagt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

In der Charta der Hamas steht im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Das ist der Pragmatismus der Hamas!

aus: Gerd Buurmann: Der pragmatische Teil der Hamas

bei: Tapfer im Nirgendwo 05.12.2012

http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2012/12/05/der-pragmatische-teil-der-hamas/

Der künstlerischer Leiter des Kölner Severins-Burg-Theaters und Betreiber des Weblogs Tapfer im Nirgendwo stellte Strafanzeige gegen Walter Herrmann, einen der beiden Macher der antisemitischen Kölner so genannten Klagemauer. Bei Lizas Welt 12.02.2012

http://lizaswelt.net/2010/02/12/antisemitismus-ist-immer-ein-notfall/

[23] Hooey. The Muslim Brothers are Salafists. As I detail in The Grand Jihad, the Brotherhood rigorously hews to the Salafist ideology of its founder, Hassan al-Banna. It is a retro-reformist movement that seeks to return to the Islam of Mohammed and the first generations of Muslims — the Salafiyyah (a term derived from al-Salaf al-Salih, the Righteous Companions: Mohammed and the first “rightly guided” caliphs). This is the Islam the Brotherhood seeks to impose on the world, through implementation of Islam’s legal and political system, sharia. The goal of the Salafists is “shared” with the Brotherhood precisely because the Brotherhood and the Salafists are one, as their just-announced electoral pact suggests. What is that goal? Contrary to the Journal’s claim, sharia already is incorporated in the Egyptian legal system: The goal is to make sharia the only law of Egypt, just as it is the only law of Saudi Arabia and Iran. It is the goal of the Brotherhood in all of the scores of countries in which it operates: gradually implement sharia, enclave by enclave, country by country, until a global caliphate is established.

aus: Andrew C. McCarthy: An Ill Season

National Review Online 14.05.2011 (Page 2 of 2)

http://www.nationalreview.com/articles/267211/ill-season-andrew-c-mccarthy?pg=1

(Page 1 of 2)

http://www.nationalreview.com/articles/267211/ill-season-andrew-c-mccarthy?pg=2

[24] Das heißt, der sich hierin ausdrückende Familialismus ist zwar besonders deutlich bei Mädchen türkischer Herkunft, doch findet sich durchaus ausgeprägt auch bei denjenigen italienischer Herkunft. … Deutliche Unterschiede zu einheimischen deutschen jungen Frauen bestehen in der Akzeptanz der Virginität vor der Ehe. … Junge Frauen mit starker religiöser Bindung verfügen über eine traditionelle Geschlechterrolle, was Beruf und Familie anbetrifft, sind seltener bereit, einen deutschen Mann zu heiraten, und akzeptieren die Virginitätsnorm häufiger.

aus: Ursula Boos-Nünning: Junge Migrantinnen in Deutschland (Young Migrant Women in Germany)

http://www.dab-ev.org/fileadmin/bildmaterial/veranstaltungen/UWE_Ruhr/Young_Migrant_Women_in_Germany_d.pdf

[25] aus: Schariaverharmloser und Beschneidungsfreund Matthias Kamann: Gelassen beschneiden

in: Die Welt 27.09.2012

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article109490600/Gelassen-beschneiden.html

[26] Nuh Hah Mim Keller’s Translation:

„e4.3 Circumcision is obligatory (O: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. Bazr) of the clitoris (n: not the clitoris itself, as some mistakenly assert). … The Arabic word bazr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself“

The deceptive translation by Nuh Hah Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

Zu lesen bei: Answering Islam

http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

baẓr

http://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B8%D8%B1

http://de.wikipedia.org/wiki/Klitoris

Following are excerpts from an interview with Al-Azhar Cleric Farahat Said Al-Munji, which aired on Al-Mihwar TV on May 10, 2007:

Farahat Sa’id Al-Munji: The Prophet said that circumcision is obligatory for men, and is noble for women. This means that for the sake of her honor, a woman can be circumcised. This noble act can be either carried out or not. Moreover, this noble act is subject to restrictions nowadays. I once had a discussion with a gynecologist, who said: “A man brought his daughter to me, and I told him she must be circumcised immediately.” Why? Because he discovered that her clitoris was so big that it was bound to cause her pain or bother her when she reached puberty, and therefore, she had to be circumcised. He told me that other girls came to him, and he said they should not be circumcised. Why? Because their clitoris was normal in size, and did not bother them. It would be crazy to deal with such a clitoris, which does not protrude to an extent that might bother the woman, when it rubs against her clothing and so on …

Fernsehsender al-Miḥwar (Mehwar TV Channel, http://www.elmehwartv.com/ ), ausgestrahlt am 10.05.2007, Quelle MEMRI

archiviert bei Winds of Jihad. Thanks to MEMRI and Sheik Yer’mami!

http://sheikyermami.com/2007/05/31/female-genital-mutilation-is-part-of-the-sunna-of-the-prophet/

http://www.egyptsearch.com/forums/ultimatebb.cgi?ubb=print_topic;f=10;t=005912

Azhar-Kleriker Farahat Said al-Mundschi im Kurzfilm von MEMRI, archiviert bei YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=fsr2oSljT7E

[27] an Arab group I’m particularly interested (the Muslim Brotherhood / the Wasatiyya movement). They also operate in Ukraine and that’s the context for my research. However, they are highly active in the rest of Europe, and come under the umbrella of the Federation of the Muslim Organisations in Europe [FIOE]. I’ve just realised that the group associated with the MB has been active in your hometown as well.

In this respect the situation in Romania is better than elsewhere since there seem to be capable people among the many young Arabs living there. The Muslim Student Association of Romania operates a centre in Timişoara [Temeschwar], at 15 Ştefan Stâncă Street.

aus: DanutM: On the Muslim Brotherhood in Romania

auf dem Weblog: Persona 16.08.2010

http://danutm.wordpress.com/2010/08/16/on-the-muslim-brotherhood-in-romania/

Timişoara: Str. Ştefan Stâncă nr 15

http://www.muslimsromania.com/f8/adrese-moschei-fundatii-din-romania-289/

Temeschwar. Imam Ramez Achraf kam 1981 aus Syrien, Imam Safwan Alim zehn Jahre später aus Ägypten:

Moscheea timişoreană se află pe strada Ştefan Stâncă

http://old.banateanul.ro/articol/ziar/timisoara/micul-islam/2685/

[28] The al-Ittihad al-Alami li-Ulama al-Muslimin (The International Association [mittlerweile: Union und deswegen IUMS] of Muslim Scholars, IAMS) was founded in July 2004. The founding conference of the IAMS in Dublin was attended by eminent scholars of different religious backgrounds, including Sunni, Shii, Omani Ibadis, and Yemeni Zaydis. Shaykh Yusuf Abdallah al-Qaradawi, the Azhar-educated Egyptian scholar and former member of the Muslim Brotherhood, was elected as president of the IAMS. Muhammad Salim al-Awwa, attorney of the Egyptian Wasat party, became the secretary general, with the former Mauritanian justice minister Abdallah Bayn Bihi, the Shii cleric Ayatollah al-Takhiri, and the Ibadi Shaykh Ahmad al-Khalili as his deputies. …

Based on the ummatan wasatan concept of the Quran (2/143), al-Qaradawi argues for a balanced implementation of Islamic law, meaning both the balance between new and established views as well as between different doctrines. He believes that fatwas (legal opinions) should always be composed “according to the spirit of mediation” and that in doing so one should resort to all legal traditions within Islam. He describes his approach as the “method of the middle way” (minhaj al-wasatiyya) …

See Y. al-Qaradawi, Al-Fatwa bayna ‘l-indibat wa ‘l-tasayyub (Cairo, 1988); Y. al-Qaradawi, Fatawa mucasira, vol. 2 (Cairo, 1993).

aus: Bettina Gräf: In Search of a Global Islamic Authority

https://openaccess.leidenuniv.nl/bitstream/handle/1887/16970/ISIM_15_In_Search_of_a_Global_Islamic_Authority.pdf?sequence=1

[29] „aber das heißt doch für uns, dass wir unsere Einstellung verändern müssen, dass wir differenzieren müssen unter den islamistischen Bewegungen und Parteien, dass es auch dort solche und solche gibt, und dass wir vielleicht die Erfahrung des Säkularisierungsprozesses einer ehemals islamistischen Partei, wie der türkischen AKP, [dass] das vielleicht nicht eine türkische Ausnahme ist sondern eine Alternative ist, [dass] nicht nur, dass ein Weg von Islamismus zu Terrorismus führt, sondern auch ein Weg vom Islamismus zu einer muslimischen, aber die Werte einer Verfassung akzeptierenden Partei. Ich glaube, diese Neujustierung europäischer Außenpolitik ist wichtig, und da kommt der Türkei und unserer Zusammenarbeit mit der Türkei eine große Rolle zu.“

Jürgen Trittin in der Sendung: Unter den Linden, TV-Sender Phoenix am 07.02.2011 (hier publiziert bei: Informations et actualités du gouvernement luxembourgeois / Regierung von Luxemburg)

http://www.gouvernement.lu/salle_presse/interviews/2011/02-fevrier/07-asselborn/index.html

[30] Sein Ministerium versuche, den Demokratisierungsprozess in den Ländern des Arabischen Frühlings zu unterstützen, „auch wenn uns klar ist, dass dieser Prozess nicht unbedingt nach westlichem Muster verlaufen wird“. Der Umwälzungsprozess in den betroffenen Staaten sei jedenfalls noch lange nicht zu Ende. „Und ja: Er könnte unseren Vorstellungen zufolge auch ein schlechtes Ende nehmen, muss er aber nicht“, sagte Niebel.

aus: Niebel warnt vor Berührungsangst mit Islamparteien

in: Focus 28.06.2012

http://www.focus.de/politik/deutschland/nach-wahlsieg-der-muslimbruderschaft-in-aegypten-niebel-warnt-vor-beruehrungsaengsten-mit-islamparteien_aid_774041.html

[31] Wie wichtig die Gründung wissenschaftlicher Islamzentren für die Selbstfindung europäischer Muslime sei, betonte der Großmufti von Sarajevo, Mustafa Ceric. Es sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem friedlichen Europa – „frei von Krieg und Genozid“, einem Europa, in dem die Menschen keine Angst voreinander hätten. „Ich hoffe, dass die Studierenden des Islamzentrums diese Botschaft hinaustragen in die Welt“. Wichtig sei auch der Dialog der Muslime untereinander. Keine Nation habe „ein Monopol auf den Islam“, sagte Ceric. „Der Islam ist ein Geschenk Gottes.“

Die Hochschulen in der Türkei seien gespannt und sehr bereit, Kooperationen mit dem Tübinger Islamzentrum zu beginnen, sagte Mehmet Paçaci vom Amt für Religiöse Angelegenheiten der Türkei. Darüber hinaus hoffe er, dass das Islamzentrum den Rechten und Bedürfnissen der Moschee-Gemeinden in Deutschland förderlich sei.

Als Schnittstelle zwischen dem akademischen Zentrum und den Moschee-Gemeinden dient unter anderem der Beirat des Islamzentrums, in dem zahlreiche muslimische Gemeinschaften und Verbände vertreten sind. Das sei ein Provisorium, da der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland juristisch immer noch nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt sei, sagte dessen Sprecher Bekir Alboga.

Anerkennende Worte fanden gestern etliche Festredner für Rektor Bernd Engler, ohne dessen Aufgeschlossenheit, Elan und Beharrlichkeit das Tübinger Zentrum wohl nicht zustande gekommen wäre – oder zumindest nicht so schnell, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer sagte. „Sie waren der Motor des Gründungsprozesses“, sagte Bauer. Dem Islamzentrum, das von Bund und Land finanziert wird, wünschte sie, dass es „beseelt sei vom Geist der Toleranz“ – und dass dieser Gedanke in die Welt hinaus getragen werde.

aus: Angelika Bachmann: Tübingen feiert die Eröffnung des Islamzentrums

in: tagblatt 17.01.2012

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Tuebingen-feiert-die-Eroeffnung-des-Islamzentrums-_arid,160197.html

[32] Meilensteine (Zeichen auf dem Weg, Sayyid Qutb, islamkrisch analysiert unter Sägefisch 200). Schleichende Islamisierung über Beschwörung des dialogischen Gegenübers und „Anderen“, Islam und Westen als zweierlei Weise der „Alterität“, argumentieren Führer Qutbs Getreue:

Quṭb, Sayyid. Maʿālim fī al-ṭarīq (Signposts on the road). New ed. Damascus and Qom, 1985. Main statement on the “alterity” of the contemporary social and political order and the necessity of a complete Islamic reversal.

http://www.oxfordislamicstudies.com/article/opr/t236/e0394

Iman Attia: Die »westliche Kultur« und ihr Anderes: Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus

http://www.amazon.de/%C2%BBwestliche-Kultur%C2%AB-Anderes-Dekonstruktion-antimuslimischem/dp/3837610810

Die Muslime fühlen anders als wir im Westen, wir dürfen uns da nicht einmischen – mit derartig viel „westlicher“ Toleranz geht es ruhugen Gewissens in die Kalifate dort und in die Rechtsspaltung hier:

I am happy to let Muslims arrange their own lives under whatever legal set of narrative values they prefer. That, to me, is the most vital western value … the west needs to solve its own problems, rather than insisting on interfering in the affairs of Muslims, while failing to admit that previous interference might have provoked much of the „Muslim rage“ that westerners find so „medieval“

aus: Deborah Orr: The west and the Islamic world should leave one another to live and let live

in: The Guardian 21.09.2012

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/sep/21/west-islamic-world-let-live

Israelkritik, die zarteste Versuchung seit es Antisemitismus gibt. Nur neun Tage später frohlockt Orr über mehr Konturen für das Hamas-Kalifat, denn wenn Juden und Muslime zum gleichen Lohn in derselben Gärtnerei arbeiten oder dieselbe Schule besuchen müssen, ist das irgendwie dasselbe wie von Gaza aus gen Israel fliegende Kassamraketen:

Mahmoud Abbas, the Palestinian president, greeted the result as the „birth certificate“ of a Palestinian state, declaring: „Enough of aggression, settlements and occupation.“ No one has any difficulty, surely, in condemning aggression, particularly in the form of rockets sent by Hamas into Gaza? A lot of us consider settlements and occupation to be acts of aggression as well, and simply don’t understand how Israel can manage to persuade itself that, somehow, some way, they’re not.

aus: Deborah Orr: Palestine gets a ‚birth certificate‘

in: The Guardian 30.09.2012

http://www.guardian.co.uk/world/2012/nov/30/palestine-un-israel-deborah-orr

Mehr Toleranz für die islamische Alterität? Zwischen Januar und November 2012 wurden 2.256 (zweitausendzweihundertsechsundfünfzig) Raketen auf Israel abgefeuert.

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Palestinian_rocket_attacks_on_Israel,_2012

Muslime, so erbarmt sich der Kulturrelativist, seien anders und würden andere Loyalitäten haben, other loyalties:

There’s a place for finding what would be a constructive accommodation with some aspects of Muslim law, as we already do with some other aspects of religious law.

aus: Rowan Williams: Sharia law in UK is ‚unavoidable‘

http://news.bbc.co.uk/2/hi/7232661.stm

Heidelbergs Bürgermeister für Integration und Chancengleichheit fordert Bühne für Lobbyisten des islamischen Rechts

Dezember 7, 2012

مدينة هايدلبرغ

Madīna Heidelberg

Stadt Heidelberg

Erichsons Antwort auf Protestbrief zu Heidelberger Islamwochen

Wolfgang Erichson ist Beigeordneter der Stadt Heidelberg mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste. Die im November und Dezember 2012 von der Muslimischen Studierendengruppe in den Räumen der Universität durchgeführten »III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt« begrüßte Erichson, zur immanenten Frauenfeindlichkeit und Homophobie der Scharia sagte das Mitglied von Bündnis 90/Die GRÜNEN nichts:

„Das Ziel der Veranstaltung, den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern, Vorurteile über den Islam abzubauen und gemeinsame Zukunftsperspektiven in Deutschland zu diskutieren, wird von mir ausdrücklich unterstützt. … Wir können unser gemeinsames Leben durch mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitigen Respekt bereichern.“

Das Grußwort wurde zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe verlesen, am selben Abend sprachen Wolfgang Borgfeldt zu „Der Koran: Entstehung und Tragweite. … Welche zivilisatorischen Impulse gab und gibt er?“ sowie Jasmin Pacic über „Leben mit der Scharia. … Am Beispiel des islamischen Ehe- und Familienrechts.“

Auch Bürgermeister Erichson hatte unseren Protest gegen die proislamistische Ausrichtung der Vortragsreihe erhalten, die er am 6. Dezember ebenso energisch verteidigt wie den Auftritt der Referenten Wolfgang Borgfeldt, Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi, nämlich: „als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz“.

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: Edward von Roy

Gesendet: Sonntag, 2. Dezember 2012 10:59

An: An die Stadt Heidelberg

Dez. IV – Sekretariat

Dezernat für Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste Herrn Bürgermeister Wolfgang Erichson

Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr Erichson,

Wolfgang Borgfeldt (European Council for Fatwa and Research ECFR; Haus des Islam HDI) ist dem homophoben und dem Bereich der global agitierenden Muslimbruderschaft zuzurechnenden Scheich Yusuf al-Qaradawi theologisch und organisatorisch treu verbunden.

Es ein Skandal, dass Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq am 26. November 2012 trotz gut begründeter Proteste in der Uni Heidelberg – als erster einer plangemäß nächste Woche fortgesetzten ganzen Reihe von gegendemokratischen Referenten – auftreten durfte. Die Veranstaltung geht also im selben radikalislamischen Stil weiter.

Anlässlich der Eröffnung der 3. Heidelberger Islamwochen der Muslimischen Studierendengruppe haben Sie, sehr geehrter Herr Erichson, ein Grußwort verfasst, das am 26. November im Saal verlesen wurde.

Wir bitten Sie, unseren hier im Anhang zu findenden zweiten offenen Brief (vom 30. November) zur Kenntnis zu nehmen, der sich auf die drei Redner bezieht, die im Laufe der kommenden Woche eingeladen sind.

Wir fordern Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Vorträge in den Räumlichkeiten einer staatlichen Universität nicht stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy, Gabi Schmidt

Datum: Thu, 06. Dec 2012 16:53:54

Von: Dezernat 4 Heidelberg

An: Edward von Roy, in Kopie: an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an den Rektor der Universität Heidelberg

AW: Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr von Roy,

Sie haben sich mit ausführlichen E-Mails an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an mich gewandt und uns gebeten, darauf Einfluss zu nehmen, dass bestimmte von Ihnen genannte Referenten nicht im Rahmen der 3. Heidelberger Islamwoche der Muslimischen Studierendengruppe an der Universität auftreten.

Wie Sie sicherlich selbst wissen, hat die Stadt keinerlei Möglichkeiten, auf die Universität einzuwirken, was die Vergabe der Räume betrifft. Außerdem sind wir auch grundsätzlich anderer Auffassung als Sie, da wir die Vortragsreihe der Muslimischen Studierendengruppe als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz ansehen.

Es ist nicht Politik dieser Stadt, unterschiedliche auch sehr kontroverse Meinungsäußerungen nicht zuzulassen.

Die uns von Ihnen über die Referenten zugeleiteten Erkenntnisse waren uns alle auch im Vorfeld der Veranstaltung bekannt und Sie können davon ausgehen, dass die Stadt ausführlich geprüft hat, ob sie sich mit einem Grußwort zu dieser Veranstaltung zu Wort melden soll. Da wir als Stadt sowohl in unserer Integrationspolitik als auch über den Interreligiösen Dialog bemüht sind, in einem Klima von Toleranz und Akzeptanz eine Diskussionskultur in dieser Stadt zu ermöglichen, sahen wir auch keine Notwendigkeit, uns in die Programmgestaltung der Muslimischen Studierendengruppe einzuschalten.

Alle diese Veranstaltungen waren offen, öffentlich zugänglich und wir gehen davon aus, dass alle Menschen, die an solchen Veranstaltungen mit Interesse teilnehmen, in der Lage sind, ihre eigenen Schlüsse aus den dort vorgetragenen Inhalten zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Erichson

Bürgermeister

Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste

Stadt Heidelberg

Westerwelle und die Scharia

Dezember 2, 2012

Was soll das?

Ein Zwischenruf von Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle, an die deutsche Bevölkerung und, als deutscher Außenminister, die internationale Gemeinschaft gerichtet erklären Sie: „Wir verfolgen die Entwicklung in Ägypten mit wachsender Sorge, weil der Verfassungsprozess derzeit Gefahr läuft, die Gesellschaft zu spalten statt zu einen“.

Vom nach islamischer Auffassung von Allah geschaffenen Recht der Scharia, die in der ägyptischen Verfassung seit Jahrzehnten die Grundlage für eine diskriminierende Rechtspraxis und Gesellschaftsordnung bildet, haben Sie sich noch nie grundsätzlich distanziert.

Präsident Mursi will mehr Scharia in der Verfassung und mehr schariabasierte Paragraphen im künftigen ägyptischen Gesetz, so arbeiten die Muslimbrüder auf der ganzen Welt und über muslimbrudernahe Scheiche wie Mustafa Cerić (Sarajevo) oder die Organisationen FIOE, ECFR, FEMYSO, IGD oder Islamisches Zentrum München auch in Europa und Deutschland. Das ist der Islam, der jetzt in der Bundesrepublik Deutschland den bekennenden Religionsunterricht mitgestalten darf, das ist der Islam, der jetzt an den Theologischen Fakultäten deutscher Hochschulen installiert wird.

Die Revivalisten der Islamischen Bewegung greifen die universellen Menschenrechte im Namen der Religion an. Dabei haben sie den Islam keineswegs falsch verstanden. Das Ziel dieser Reaktionäre und Fundamentalisten ist es, die freie Presse und freie Wissenschaft zu zerstören. Was wir heute in Ägypten erleben ist nicht „Islamismus“, sondern Islam.

Warum empören Sie sich jetzt über Mursi? In der BRD sind es nur vier Personen gewesen, die der weltweit agierenden Islamischen Bewegung den Weg frei gemacht haben: Annette Schavan in der Hochschulpolitik, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Justizwesen, Volker Beck in der Presse und Guido Westerwelle in der deutschen Außenpolitik. Als Außenminister, Jurist und Liberaldemokrat hätten Sie sich der Islamisierung Ägyptens vernehmbar in den Weg stellen müssen, die sich schließlich nicht erst seit dem so genannten arabischen Frühling abzeichnet.

Dass Sie jetzt von Ägyptens Machthabern eine „pluralistisch angelegte Verfassung“ fordern, vernebelt die Bedeutung der Scharia für die freie Welt, die AEMR und das deutsche Grundgesetz, denn die Geschlechterapartheid und die Segmentierung der Gesellschaft im Sinne des Islamischen Systems (Nizam Islami, Kalifat) könnte Tariq al-Bishri (radikalislamischer Verfassungsrechtler) oder Ahmed al-Tayyeb (Al-Azhar Document for Basic Freedoms) ja auch als „pluralistisch angelegte Verfassung“ bezeichnen.

Im Islam ist es, um Ihre Formulierung aufzugreifen, Aufgabe Allahs, die Gesellschaft „zu einen.“ Die höchst irdische Herabwürdigung aller Frauen, Atheisten und Homosexuellen wird die Folge jeder Islamisierung sein, ob in Kairo oder Berlin.

Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

Scharia an der Uni Heidelberg

November 30, 2012

جامعة هايدلبرغ

Ǧāmiʿa Heidelberg

Heidelberg University

An die

Universität Heidelberg

Rektor der Universität

Prof. Dr. Bernhard Eitel

Freitag, den 30. November 2012

Stoppen Sie islamistischen Auftritt an der Uni

Sehr geehrter Herr Dr. Eitel,

eine in die Standards universeller Menschenrechte (AEMR) oder ins beibehaltene deutsche Grundgesetz integrierbare Frömmigkeit darf nicht zur geheiligten Verachtung der Nichtmuslime, muslimischen Säkularen oder unverschleierten Frauen oder zur schariagemäßen familienrechtlichen sowie bereits koranisch vorgesehenen erbrechtlichen Ungleichbehandlung von Mann und Frau führen. Daran jedoch, das islamische Familienrecht und Erbrecht durchzusetzen, lassen die weltweit vernetzten muslimbrudernahen Islamaktivisten oder Revivalisten keinen Zweifel: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ (Mustafa Cerić).[1]

Wie Ihnen spätestens seit unserem Protest gegen den Auftritt des Yusuf al-Qaradawi treu ergebenen Islamaktivisten Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq bekannt ist (unser Schreiben vom 26. November), veranstaltet die Muslimische Studierendengruppe (MSG) in den Räumen der Heidelberger Universität mit den »III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt« seit Montag, dem 26. November 2012 eine Vortragsreihe zum Islam, die bis zum 12. Dezember 2012 andauern soll.

Heute protestieren wir gegen den Auftritt von Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi in der Heidelberger Neuen Universität; Referent, Termine und Vortragstitel lauten:

Herr Moubarrid am Dienstag, den 27. November um 18:30 Uhr in HS 1 mit Der Prophet Muhammad – Ein Segen für die Menschheit?,

Herr Dziri am Montag, den 3. Dezember, 18:30 Uhr in HS 4 über Al-Andalus – Geschichte einer muslimischeuropäischen Tradition,

Herr Ademi am Freitag, 7. Dezember, HS 4 zum Thema Muslime im säkularen Rechtsstaat[2]

Sofern die drei Referenten wohlwollend oder sogar begeistert tolerieren, dass ECFR-Mitglied Borgfeldt die diesjährige Veranstaltungsreihe in der Heidelberger Uni beginnen durfte, schaffen sie ein gemeinsames islamisch-politisches Ganzes, das von der einladenden Muslimischen Studierendengruppe (MSG) gewollt ist und von der Universität beherbergt wird.

Nadir Moubarrid war 2001 Mitgründer der Islamischen Hochschulvereinigung Bonn. Seit 1995 bei der Muslimischen Jugend Deutschland (MJD) aktiv, übernahm Moubarrid Funktionen in der Jugendarbeit sowie als Schuramitglied und Kursbetreuer. Gegenwärtig engagiert er sich als Projektleiter am Haus des Islam (HDI, Lützelbach / Odenwald), jenem Zentrum, das vom erwähnten ECFR-Mitglied Siddiq bzw. Borgfeldt geführt wird und an dem sich die MJD gründete, deren erster Amir (Führer) Borgfeldt war.[3]

Borgfeldt (Sheikh Muhammed Siddique) arbeitete für das Islamische Zentrum in Genf, Le Centre Islamique de Genève (CIGE), das der hochrangige Muslimbruder Said Ramadan gründete und führte. Ramadan hatte Ägypten im Jahre 1954 verlassen, reaktivierte die Muslimbruderschaft in Jordanien, Syrien, Saudi-Arabien und im Libanon, wurde Schwiegersohn des Gründers der Muslim Brotherhood, Hassan al-Banna und ist Autor von Das Islamische Recht: Theorie und Praxis (The Islamic right. Theory and practice). Said Ramadans Söhne sind Scharialobbyist Tariq Ramadan und Steinigungsbefürworter Hani, beide im CIGE-Vorstand. Später wirkte Wolfgang Borgfeldt fast ein Jahrzehnt lang am Islamischen Zentrum Aachen (IZA), das dem syrischen Zweig der Muslimbrüder zuzurechnen ist.[4]

Der Verfassungsschutz Niedersachsen meint zum IZA:

Verschiedene Mitgliedsorganisationen des Zentralrates der Muslime sind in unterschiedlicher Abstufung der international agierenden Muslimbruderschaft zuzurechnen. Dabei ist dies an sich noch kein Ausschlusskriterium für den gesellschaftlichen Dialog, da nach Meinung einiger Experten die Muslimbrüder ihre Militanz weitestgehend verloren haben. Allerdings weicht die Ansicht der Sicherheitsbehörden von dieser Auffassung ab. Dies gilt besonders für die Islamischen Zentren Aachen und München sowie die Islamische Gemeinschaft in Deutschland.[5]

Borgfeldt und Mubarrid verbinden Muslimische Jugend in Deutschland (MJD) und Haus des Islam (HDI). Im hessischen Verfassungsschutzbericht 2010 lesen wir:

Die 1994 gegründete Muslimische Jugend in Deutschland e.V. (MJD) hat ihren Sitz in Berlin. Mitbegründet wurde der Verein von dem deutschen Konvertiten Mohammed Siddiq (Wolfgang Borgfeldt). Siddiq ist Mitglied des ECFR und trat in der Vergangenheit durch die Befürwortung einer demokratiefeindlichen ideologischen Ausrichtung in Erscheinung:

„Auch die von 90 Prozent der Bevolkerung gewahlte Regierung hat nie das Recht, auch nicht mit absoluter oder Zweidrittelmehrheit, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat, bzw. etwas zu erlauben, was Gott verboten hat. Jeder Herrscher, jede Regierung jeder Einzelne ist immer nur ausführende Gewalt, denn Gesetz zu geben steht allein Gott zu.“

In ihrer Außendarstellung ist die MJD bemüht, das Bild einer dialog- und integrationsbereiten Organisation zu erzeugen. So finden sich in der Satzung die „Förderung Jugendlicher und ihre Integration in die Gesellschaft“ als angebliche Ziele der MJD. Tatsächlich jedoch steht das von der MJD u.a. im Rahmen ihrer zahlreichen Aktivitäten, wie dem Vertrieb von Medien, der Ausrichtung von Freizeitveranstaltungen und Vorträgen sowie Bildungsangeboten verbreitete Gedankengut im Widerspruch zu den tragenden Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

So hatte die MJD durch ihren Buchverlag in der Vergangenheit Bücher von maßgeblichen Ideologen der MB vertrieben. Hierzu zählen Abul A’la al-Maududi und Sayyid Qutb. Beide Autoren propagierten den bewaffneten Kampf zur Errichtung eines islamischen Staates. Nach wie vor ist über den Verlag das Buch des türkischen Autors Mustafa Islamoglu mit dem Titel „Ratschläge an meine jungen Geschwister“ erhältlich. In dem Buch argumentiert der Autor:

„Wenn ihr Beamter in einem nicht-islamischen System werden wollt, dann werdet nicht Beamter dieses Systems, sondern dort ‚Beamter des Islam’. Und seid gewillt und in der Lage, wenn die Sache, für die ihr euch verbeamtet habt, keinen Nutzen mehr bringt, ‚Auf Wiedersehen’ sagen zu konnen. […] Betrachtet Situationen, die unislamisch sind, wie das Sitzen auf Nesseln! Neigt euch keiner Aufgabe zu, die einen Widerspruch zu euren Religionsgrundsatzen bildet – auch wenn ihr Schätze dafur erhalten würdet.“

Zumindest in der Vergangenheit hatte die MJD zur Beratung ihrer Mitglieder in Fragen der islamischen Rechtsauslegung den Rat des ECFR eingeholt. Geleitet wird der ECFR von al-Qaradawi, der u.a. islamistische Positionen vertritt und die Anwendung der Normen des islamischen Rechtssystems der Scharia befürwortet.[6]

Im November 2012 vertreibt ein der MJD zuzurechender Buchversand, Green Palace, die Schrift von Amir Zaidan: Al-‚Aqida, Einführung in die Iman-Inhalte. 1998 verfasste Theologe Zaidan in seiner Funktion als Vorsitzender des Fiqh-Rates der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) ein islamisches Rechtsgutachten, das die angeblich dem islamischen Recht unterworfenen (schariapflichtigen) Mädchen und Frauen gleichsam an das Haus des männlichen Aufpassers (Vater; Ehemann) kettet, die sogenannte Kamel-Fatwa:

Eine mehrtägige Reise mit Übernachtung außerhalb der elterlichen Wohnung ist für muslimische Frauen ohne die Begleitung eines Mahram (dieser ist ein naher Verwandter, also der Ehemann, Vater, oder Bruder), nicht erlaubt und verstößt gegen islamische Regeln. Der Gesandte Muhammad sagte im Hadith: ‚Eine Frau darf nicht die Entfernung einer Tages- und Nachtreise ohne Mahram zurücklegen.‘ Diese Entfernung schätzen die islamischen Gelehrten heutzutage auf ca. 81 km. Gemäß der im Grundgesetz und in der Verfassung des Landes Hessen verankerten Religionsfreiheit ist es deshalb angebracht, muslimische Schülerinnen von der Teilnahme an derartigen schulischen Veranstaltungen freizustellen.[7]

Hintergrund war, dass mehrere volljährige Oberstufenschülerinnen wissen wollten, ob es religiös erlaubt (ḥalāl) ist, zu einer zweiwöchigen Klassenfahrt nach Spanien aufzubrechen. Die IRH reichte das Rechtsgutachten dem zuständigen Schulamt ein. Bei Ahlu-Sunna wird Zaidans Fatwa noch zwölf Jahre später in Ehren gehalten und ermahnt ein um die Sicherung seines Seelenheils bemühter Kommentator:

wie es bei einer Studium-Teilnahme außerhalb von 81 km und ohne Mahram bzw. ohne dessen Zustimmung ausschaut, kann ich nichts sagen. Du darfst aber nicht die Zustimmung des Mahram vergessen, welches gewiss einen großen Einfluss darauf hat, ob es dann letztendlich halaal oder haraam ist.

Ebenfalls bei Green Palace im Angebot hat man das Der deutsche Mufti, Autor ist Muhammad Rassoul genannt Abū-r-Riḍāʾ (1997). In Das ‚Deutsche Kalifat‘ (1993) hatte uns Rassoul seine Visionen über eine islamgerecht transformierte Bundesrepublik vorgelegt:

Die vorliegende historische Bestandsaufnahme und sogleich Studie über das Kalifatsystem im islamischen Recht ist eine rein kritische und wissenschaftliche Untersuchung. Ob diese Schrift eines Tages die Geburt eines „deutschen Kalifats“ im Herzen Europas erleben wird, ist eine Angelegenheit des Verborgenen, das allein im Wissen Allāhs, unseres Erhabenen Schöpfers liegt. …

Das islamische Recht wiederspiegelt in allen seinen Bereichen die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit für die schutzbedürftigen Staatsbürger. …

Der Untergang aller weltlichen Systeme ist garantiert. …

Die Staatsbildung. Der Islam verpflichtet die Muslime zur Errichtung eines Staates, der auf den Grundsätzen des Islam fußt. …

Während also z. B. die Demokratie und andere Systeme auf menschlichem und damit fehlerhaftem Gedankengut basieren, ist die Grundlage des islamischen Staatswesens von göttlicher und damit fehlerfreier Art. …

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der oberste Souverän des islamischen Staates Allāh ist. Denn Er hat den Qurān offenbart, welcher als »Rahmengesetzgebung« im islamischen Staat zu gelten hat und dem die Gläubigen zu folgen haben.[8]

Basari Islam Shop verkauft das Buch des Revivalisten und Urgemeindlers (des „Salafisten“) Rassoul bereitwillig. Dass sich der Kölner Autor vom Traum des Deutschlandkalifats verabschiedet hat ist nicht bekannt.

Die Muslimische Jugend in Deutschland ist dem Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO) angeschlossen, dessen Mitgründer sie 1996 war. Das FEMYSO ist der Muslimbruderschaft zuzurechnen; Bundesverfassungsschutzbericht 2011:

Das FEMYSO ist eine Nebenorganisation der FIOE. …

In dem 1989 gegründeten europäischen Dachverband „Federation of Islamic Organizations in Europe“ (FIOE – „Föderation Islamischer Organisationen in Europa“) mit Sitz in Brüssel (Belgien) sind zahlreiche MB-nahe Verbände vertreten. Die europäischen Einrichtungen haben zumeist keine offen erkennbaren organisatorischen Verbindungen zur MB; offiziell werden diese auch dementiert.[9]

Bacem Dziri ist Sprecher im Rat der Muslime in Bonn (RMB, Adenauerallee 13), der vielleicht etwas übertrieben selbstbewusst beansprucht, die Mehrheit der Muslime der Stadt zu vertreten. Am 24.01.2012 lud der RMB Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen in die Al-Muhsinin-Moschee im Stadtteil Beuel und forderte von der Stadt, doch endlich „eine Fachkraft einzustellen, die aus öffentlichen Mitteln mitfinanziert wird“ und die im Sinne des RMB und vielleicht ja auch im Sinne der segregierenden Scharia „Betreuung“ und „Vernetzung“ der so genannten Bonner Muslime bewirken soll.[10]

In der Vergangenheit fiel der RMB durch Yahya Martin Heising auf. Der Schulbeauftragte des RMB trat 1996 zum Islam über und ist seit 2005 Rechtsanwalt. Im RMB leitet er die „Kommission für Erziehung und Schule“; daneben verantwortet er das Projekt Muslime an deutschen Schulen (ebenfalls Adenauerallee 13). Seit Jahren sucht Heising öffentlich nach einem muslimischen Jungen, den er erfolgreich vom Schwimmunterricht abmelden will:

Wir suchen einen mindestens 14-jährigen Jungen, vorzugsweise hanifitischer Bauart, der vom Schwimmunterricht befreit werden möchte und im Verlauf seiner Schullaufbahn mit mindestens einem weiteren Jahr Schwimmunterricht zu rechnen hat.

Abmeldung der schließlich zu irgendwie muslimisierenden Kinder vom Schulschwimmen ist dem Rechtsanwalt Herzenssache. Heising und der Rat der Muslime in Bonn bieten finanzschwachen aber gottesfürchtigen Eltern an, für die bei Beratung und Prozess entstehenden Kosten nötigenfalls aufzukommen:

Ob ihr einen Antrag stellt, einen Widerspruch einlegt oder Klage erhebt, hängt immer davon ab, in welchem Stadium ihr euch gerade befindet. Das System ist ganz einfach. Wir bewegen uns von unten nach oben, und zwar anhand eines Beispiels. Fatima ist 13 Jahre alt. Sie möchte vom Schwimmunterricht befreit werden. Ihre Mutter geht zu dem Klassenlehrer und teilt diesem mündlich mit, dass die Tochter zukünftig nicht mehr am Schwimmunterricht teilnehmen möchte. Der Lehrer teilt ihr mit, dass ihn das nicht interessiere. Wir seien hier ja in Deutschland. Fatima solle sich anpassen. Was ist hier nun in rechtlicher Hinsicht geschehen? …

Menschen mit nur geringem Einkommen haben die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen. Die Kosten des Verfahrens trägt im Falle der Abweisung der Klage dann die Staatskasse. In all den Fällen, welche für die Gemeinschaft der Muslime von erheblicher Bedeutung sind, und in denen wir keine Prozesskostenhilfe bekommen, wünschen wir aber, dass die Betroffenen trotzdem klagen. Allah (t) versorgt uns. Die Organisation Muslime an deutschen Schulen übernimmt in diesen Fällen die Kosten des Rechtsstreites.[11]

Den Jahreswechsel 2010 / 2011 durften die Missionare von Die wahre Religion um Schariaprediger Ibrahim Abou-Nagie nach vielen Protesten dann doch nicht in der RMB-nahen Al-Muhsinin-Moschee verbringen, aus Rücksicht vor der Sorge der Bonner Bürger, wie Bacem Dziri dem General-Anzeiger mitteilte.[12]

Vom 6. bis zum 8. August 2010 war Die wahre Religion allerdings noch Gast der Al-Muhsinin-Moschee gewesen, wie uns zwei YouTube-Kurzfilme zeigen; in Film eins bis Minute 0:52 im Bild: Ibrahim Abou-Nagie.[13]

Cefli Ademi mischte sich 2012 in die Beschneidungsdebatte ein: „Die Knabenbeschneidung – ein Jahrtausende alter und zugleich moderner Brauch“, über den beschneidungskritischen Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Holm Putzke meint er abfällig: „Eine Kulturkampfrhetorik, die kelek´sche Züge aufweist“.Cefli Ademi habe, so die Islamische Zeitung, an der Universität Bielefeld Jura studiert und habe an der Bucerius Law School in Hamburg in Verfassungs- und Strafprozessrecht promoviert. Seit August 2011 sei der Volljurist „stellvertretender Leiter des Fachbereichs Recht der Stadt Gütersloh“, die städtische Homepage nennt seinen Namen nicht. Cefli Ademi sei Lehrbeauftragter an der Uni Münster (WWU) zu: „Einführung in die islamische Jurisprudenz“, die WWU führt ihn, mit Doktortitel, allerdings unter „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie; Postdocs: Barmherzigkeit“. Das Westfalenblatt bezeichnet Ademi als dem „Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld“ zugehörig, auf der Seite des FDP-Politikers Heiner Kamp wird Ademi in einem Atemzug mit „Ahmadd El-Mahgary vom Islamischen Zentrum“ erwähnt: „Das Islamische Zentrum befindet sich in der August-Bebel-Straße“. Auf der dortigen Bücherliste Aqida und Fiqh- Literatur findet sich Handbuch der muslimischen Frau (Muhammad Ahmad Rassoul), Handbuch Islam (Reidegeld), Das Buch der Ehe [d. i. der Kitāb Ādābi n-Nikāh des mittelalterlichen Gelehrten al-Ġazālī) sowie Tauhid – Der Eingottglaube im Islam, was vom radikalen Hassprediger Abu Ameena Bilal Philips verfasst wurde.[14]

Die Murabitun-Bewegung um Abdalqadir as-Sufi (Ian Dallas) baut am Projekt Gold-Dinar und Silber-Dirham als einer finanztechnischen Gegenmoderne und betreibt im spanischen Granada ein Siedlungsprojekt einer Art von Neo-Andalus oder auch Euro-Kalifat. In der personell und inhaltlich den Murabitun verbundenen Islamischen Zeitung (Andreas Abu Bakr Rieger, Weimar) schwieg Ademi im Frühjahr 2012 in zwei langen Interviews zur nach Koran und Sunna unumgänglichen Frauenfeindlichkeit und Brutalität jeder juristisch angewendeten, angeblich von Allah geschaffenen und dem menschlichen Verstehen bleibend enthobenen Scharia – damit auch: jedes menschenmöglichen Fiqh – und zu ihrer jenseitszentrierten, auf ewigen Verbleib in Himmel oder Hölle gerichteten Totalität. Stattdessen empfahl er das schariaverharmlosende Buch Das Islamische Recht, in dem Mathias Rohe das Publikum mit den irgendwie nicht ganz falschen Aussagen: „Auch islamisches Recht ist Recht. … Streben nach Gerechtigkeit ist Leitmotiv aller Rechtsordnungen“ verstummen lässt.

Das in der BRD angebliche geltende Elternrecht auf Amputation von kindlichem Penisgewebe verteidigt der selbstbestimmte Ademi: „Trotz der fehlenden Vorhaut bleibt es nämlich jedem unbenommen, die Religion zu wechseln. Schließlich wird nicht die Selbstbestimmungsfreiheit auf Dauer entfernt, sondern die Penisvorhaut.“ Den Umstand, dass Apostaten im Realislam seit fast 1.400 Jahren nicht selten ermordet werden, übergeht der Beschneidungsfreund großzügig.[15]

Soviel zu den Referenten.

Die Universität Heidelberg sollte sich von dem angeblich die Seele vor der Hölle bewahrenden, tatsächlich aber Frauen und Nichtmuslime diskriminierenden schariabasierten Familienrecht und Erbrecht distanzieren und beispielsweise klarstellen, dass die authentisch islamische Praxis des halbierten Erbes für die muslimische Tochter im Vergleich zu ihrem Bruder oder das Verbot für einen Nichtmuslim oder Islamapostaten, von einem Muslim überhaupt etwas zu erben (Koran 4:11; Buchari),[16] kein Grundsatz ist, den es ins deutsche Erbrecht zu „integrieren“ gilt.

Im „multikulturellen“ griechischen Familienrecht ist die Scharia zugelassen (legal). Cemali Meço ist der Mufti von Komotiní. Meço verheiratet Mädchen der türkischen ethnischen Minderheit nach Koran und Sunna, von denen einige kurze Zeit später schwanger in Düsseldorf auftauchen und die manchmal erst elf Jahre alt sind. Der höchste Theologe Saudi-Arabiens, Scheich Abd al-Aziz Al asch-Scheich, kennt seine Religion und stellt fest, dass im Islam zehnjährige Mädchen verheiratet werden können:

Eine gute Erziehung wird das Mädchen befähigen, ihren Pflichten als Ehefrau nachzukommen, a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife … Wir sollten wissen, dass das Islamische Recht den Frauen keine Ungerechtigkeit gebracht hat, we should know that Islamic law has not brought injustice to women.[17]

AEMR und Grundgesetz vertragen sich nicht mit Zwang zum Schleier (ḥiǧāb), mit Zweit- bis Viertfrau, Frauenverstoßung (ṭalāq) oder Kindbraut. Die Scharia kann, wie wir gesehen haben, in die kulturelle Moderne noch nicht einmal im Familienrecht integriert werden. Fundamental anders als das auf Heilssicherung verzichtende Grundgesetz dienen die ihrer Doktrin nach außerirdische Scharia wie der menschengemachte Fiqh in erster Linie nicht dem vernünftigen menschlichen Zusammenleben, sondern dem zu erlangenden Wohlgefallen Allahs und der ewigen Rückkehr zum Schöpfergott. Im säkularen Rechtsstaat darf und muss „das Islamische Recht“, man vergleiche die Buchtitel bei Said Ramadan 1961 und Mathias Rohe 2009, illegal bleiben.

Das Religionsverständnis von Hassan al-Banna, Abul A’la Maududi oder Yusuf al-Qaradawi zu bewerben oder zu verharmlosen und die wesensgemäß ungleichbehandelnde (diskriminierende) Scharia legalisieren zu wollen ist einer dem Aufklärungshumanismus und dem wissenschaftlichen Denken verpflichteten Universität unwürdig.

Wir fordern Sie daher auf, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu unternehmen, um die geplanten Auftritte von Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi zu unterbinden, die offensichtlich Frauenbild und Rechtsverständnis von al-Banna, Maududi und al-Qaradawi teilen und damit nicht zur Integration, sondern zur Geschlechterapartheid und städtischen Segregation beitragen und zum Ausstieg aus dem für alle Bürger geltenden und Mann und Frau gleichbehandelnden Recht.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

[1] Großmufti von Bosnien und Herzegowina und Scheich im von Yusuf al-Qaradawi geführten European Council for Fatwa and Research, Mustafa Cerić: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

http://www.rijaset.ba/english/index.php/offices/9-documents/134-declaration-of-european-muslims

[2] Muslimische Studierendengruppe (MSG) in den Räumen der Heidelberger Universität: III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt

http://msg-heidelberg.de/wordpress/?p=858

http://msg-heidelberg.de/wordpress/http://www.msg-heidelberg.de/wordpress/wp-content/uploads//Flyer_IWO_2012-page-0011.jpg

Di, 27.11. Der Prophet Muhammad – Ein Segen für die Menschheit?

Nadir Moubarrid Neue Uni HS 1, 18.30 Uhr

Warum wird der Prophet Muhammad von vielen geliebt und von anderen gehasst? Warum haben Muslime eine so starke Beziehung zu ihrem Propheten? Und warum reagieren sie so empfindlich, wenn er verunglimpft wird?

Mo, 03.12. Al-Andalus – Geschichte einer muslimischeuropäischen Tradition

Bacem Dziri, MA Neue Uni HS 4, 18.30 Uhr

800 Jahre wirkten Muslime in Europa auf der iberischen Halbinsel und brachten eine einzigartige Kultur hervor. Die Geschichte dieses Islams ist jedoch relativ unbekannt. Dabei bietet ein Rückblick etliche Antworten auf Fragen der Gegenwart.

Fr, 07.12. Muslime im säkularen Rechtsstaat

Dr. Cefli Ademi Neue Uni HS 4, 18.30 Uhr

Steht der Islam grundsätzlich im Gegensatz zu den Zielen des säkularen demokratischen Rechtsstaats? Oder sind es die Menschen aus unterschiedlichem sozialen und historischen Kontext, die ein solches Bild vermitteln?

http://www.fsk.uni-heidelberg.de/nachrichten/archive/2012/november/article/islamwochen-der-msg.html?tx_ttnews[day]=21&cHash=b8adc30041b89ddda4fc32ab2a8ece1c

[3] Nadir Moubarrid, vorgestellt bei Ummah-Muslimische Jugend Schweiz

http://www.u-day.ch/de/referenten/79-nadir-moubarrid.html

[4] Said Ramadan: Das Islamische Recht: Theorie und Praxis

(The Islamic right. Theory and practice)

http://www.amana-buch.de/Das-Islamische-Recht-Theorie-und-Praxis

Der Geburtsname des in Berlin geborenen Scheich Muhammad Siddiq lautete Wolfgang Borgfeldt. Als Vollwaise wuchs er bei streng protestantischen Großeltern auf. Anfang der sechziger Jahre schloss er sich muslimischen Studenten in seiner Heimatstadt an. … Mit nur zwanzig Jahren unternahm er eine Pilgerfahrt nach Mekka. Nach seiner Rückkehr aus Saudi-Arabien engagierte er sich bei der internationalen ‘United Muslim Students Organisation’ und dem Islamischen Zentrum in Genf, das Said Ramadan leitete. … Nach langen Reisen durch die Arabische Welt, einem längeren Studienaufenthalt im Sudan und in Medina zog der deutsche Muslim nach Aachen. Hier arbeitete er nahezu zehn Jahre am Islamischen Zentrum. … Gemeinsam mit seinem Glaubensbruder Ahmad von Denffer verfolgte Muhammad Siddiq einen großen Plan: die Schaffung einer Gemeinschaft deutscher Muslime, die den Islam in die Bundesrepublik tragen sollte.

aus: Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen

Seite 218-219

http://books.google.de/books?id=NqU0gQCROpQC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Heidelberger Islamwoche 2011, Referent war u. a. Rüstü Aslandur, ein früher Spitzenfunktionär („Amir“) der MJD

http://de-de.facebook.com/photo.php?fbid=282907111753873&set=o.215216868504697&type=3&theater

Die MJD ist Mitglied des Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sie 1996 mitgegründet hat.

MJD: Lokalkreis-Handbuch

http://www.lokalkreis-handbuch.de/Inhalt/5.0.Inhalt.html

http://www.lokalkreis-handbuch.de/download/5.7.1.muslim_sein.pdf

Nicht jede Art von Singen ist erlaubt. Das erlaubte Lied sollte mit den islamischen Lehren und der Ethik übereinstimmen. Somit sind Lieder, die Tyrannen oder korrupte Herrscher loben, nicht im Einklang mit islamischen Lehren. Vielmehr ist der Islam gegen Unheilstifter und deren Verbündete und jenen, denen ihre Verbrechen gleichgültig sind. … Das Singen sollte nicht von Dingen begleitet sein, die verboten sind, wie zum Beispiel Alkohol, Nacktheit, das Mischen von Frauen und Männern wie es üblich ist in Kneipen und Diskotheken, etc.

aus: Homepage der MJD: Singen & Musik: Die islamische Sichtweise

http://www.lokalkreis-handbuch.de/Inhalt/5.9.5.Singen_und_Musik.html

[5] Verfassungsschutz Niedersachsen

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12252&article_id=54179&_psmand=30

[6] Verfassungsschutzbericht Hessen 2010

http://starweb.hessen.de/cache/hessen/vsbericht201

[7] Kamelfatwa, bemüht heilssichernd kommentiert

http://ahlu-sunnah.de/foren/archive/index.php/t-4317.html?s=e4167ed915859b9542dd38c69504df4d

[8] Muhammad Ahmad Rassoul: Das ‚Deutsche Kalifat‘

http://www.basari.de/islamische-buecher/islam-allgemein/das-deutsche-kalifat.html

Rassoul: Der deutsche Mufti

http://www.amana-buch.de/Der-deutsche-Mufti

[9] Bundesverfassungsschutzbericht 2011 zu Muslimbruderschaft (MB) und Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD)

Die IGD verfolgt eine an der MB-Ideologie ausgerichtete Strategie, die darauf abzielt, im gesellschaftlichen Umfeld Deutschlands mittel- bis langfristig eine auch intellektuell-ideologisch führende und im Sinne islamistischer Zielvorstellungen relevante Einflussgröße zu werden. Dies beinhaltet eine entsprechende Schulung und Unterweisung der Mitglieder, um weitere geeignete Mitarbeiter für die Organisation zu rekrutieren und auszubilden. Die Organisation strebt zielgerichtet und beharrlich die Schaffung von gesellschaftlichen Freiräumen an, in denen säkulare gesellschaftliche Konventionen und westlich geprägte pluralistische Normen nicht gelten. Stattdessen sollen die von der Organisation postulierten islamistischen Wertvorstellungen Anwendung finden.

http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2011_vorabfassung.pdf

[10] Pressemitteilung des Rats der Muslime in Bonn, 26.01.2012

http://muslimrat-bonn.de/index.php?id=9&tx_ttnews[tt_news]=32&tx_ttnews[backPid]=41&cHash=8188a3a7da

[11] Die Kosten des Verfahrens trägt im Falle der Abweisung der Klage dann die Staatskasse. In all den Fällen, welche für die Gemeinschaft der Muslime von erheblicher Bedeutung sind, und in denen wir keine Prozesskostenhilfe bekommen, wünschen wir aber, dass die Betroffenen trotzdem klagen. Allah (t) versorgt uns. Die Organisation Muslime an deutschen Schulen übernimmt in diesen Fällen die Kosten des Rechtsstreites. … Ein Erfolg hängt oft davon ab, dass wir konsequent den Islam praktizieren. Oft wird gerade Schülerinnen, welche aus Gründen der Bekleidung nicht am Unterricht teilnehmen wollen, unterstellt, dass es ihnen gar nicht um die Kleidung ginge, sondern dass sie aus irgendwelchen anderen Gründen nicht am Sportunterricht teilnehmen wollen. Ähnlich verhält es sich bei Klassenfahrten. Für uns ist in diesen Fällen wichtig, dass die betreffenden Schüler oder Schülerinnen den Islam konsequent umsetzen. Ein Mädchen, welches mit enger Jeans und Kopftuch in die Schule kommt, wird sich nur schwerer auf Gründe der Schamhaftigkeit berufen können, als ein Mädchen, welches mit weiter Kleidung in die Schule geht. Eure Glaubwürdigkeit als Muslime ist ohnehin von zentraler Bedeutung bei den die Schule betreffenden Belangen. …

Wir suchen einen mindestens 14-jährigen Jungen, vorzugsweise hanifitischer Bauart, der vom Schwimmunterricht befreit werden möchte und im Verlauf seiner Schullaufbahn mit mindestens einem weiteren Jahr Schwimmunterricht zu rechnen hat. …

Ein zentrales Thema ist auch die Befreiung von Mädchen von der Teilnahme an Klassenfahrten. Eine Befreiung aus religiösen Gründen ist nicht möglich. Eine Ausnahme wird aber dann gemacht, wenn aufgrund der religiösen Haltung und der daraus erwachsenden Lebensumstände eine psychische Belastung des betroffenen Mädchens entsteht, die so groß ist, dass hier ein im medizinischen Sinne verstandenes körperliches Unbehagen entsteht. Das bedeutet, wenn Fatima nachts nicht schlafen kann, insgesamt unruhig und niedergeschlagen ist, weil sie noch nie von den Eltern getrennt war, nicht weiß, wie sie bei der Klassenfahrt ihre Gebetswaschung machen soll, nicht weiß, wie sie sich ernähren soll, sie Angst hat zur Außenseiterin zu werden, weil sie vieles nicht mitmachen kann, und deshalb unter Angstzuständen leidet, dann kann sie unter Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Attestes von der Klassenfahrt befreit werden. Wir halten es für eine gelungene Lösung, sofern sich das Ziel der Klassenfahrt irgendwo in der Nähe des Elternhauses befindet, dass die Eltern ihre Kinder morgens bringen und abends abholen.

Yahya Martin Heising, Muslime an deutschen Schulen

http://www.muslimeandeutschenschulen.de/recht_schwimmunterricht.php

[12] Die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Prediger der muslimisch-salafistischen Gruppe „Die wahre Religion“ (DWR) werden nun doch nicht zu Silvester und Neujahr in der Beueler Al-Mushinin-Moschee bei einem Islam-Seminar predigen.

Das teilte am Montag der Sprecher des Bonner Rats der Muslime, Bacem Dziri, mit. Die Moschee habe nicht nur die Vertreter von DWR ausgeladen, sondern bis auf Weiteres sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Man tue dies aus Rücksicht vor der Sorge der Bürger.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Hassprediger-sind-ausgeladen-article33138.html

[13] DWR Seminarbeginn Bonn Beuel Muhsinin Moschee, bis Minute 0:52 im Bild: Ibrahim Abou-Nagie

http://www.youtube.com/watch?v=b52jj9DBajU

TRAILER – Seminar in Bonn 3 Tage Islam mit dem (www.DieWahreReligion.de) Team

http://www.DieWahreReligion.de präsentiert Abu Dujana, Abu Ubayda, Sheikh Al Araby, Abullatif, Sheikh Mohammad, Abu Abdullah, Ibrahim Abu Nagie

Thema: Und haltet alle fest am Seil Allahs …

am Freitag 06.08.10 bis zum 08.08.10, AL-MUHSININ MOSCHEE, SCHWARZER WEG 41, 53227 BONN

http://www.youtube.com/watch?v=hr1NUBiYoAA

[14] „Die Knabenbeschneidung – ein Jahrtausende alter und zugleich moderner Brauch … Eine Kulturkampfrhetorik, die kelek´sche Züge aufweist.“

aus: Kulturalisierung des Strafrechts

bei: ZMD 04.07.2012

http://islam.de/20640

IZB – Islamisches Zentrum Bielefeld Ausleihebibliothek: Aqida und Fiqh- Literatur

http://www.islambielefeld.de/izbib/Buecherliste_ZamZam_Juli2009.pdf

Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD)… Islamisches Zentrum Nürnberg – Ahmad El-Mahgary

http://www.helmut-zenz.de/hzisla12.html

[15] Es gibt gute Gründe manche islamrechtliche Werke aus nichtmuslimischer Feder sogar als Primärliteratur anzuerkennen, so beispielsweise Mathias Rohes „Islamisches Recht – Geschichte und Gegenwart“. Auch Thomas Bauers Wirken, dessen beeindruckend aufschlussreichen Aufsatz über die „Normative Ambiguitätstoleranz im Islam“ ich kürzlich las, sollte hier nicht unerwähnt bleiben.

aus: Was ist das islamische Recht? (1) Interview mit dem Juristen Cefli Ademi zu den islamischen Grundlagen

in: Islamische Zeitung 26.04.2012

http://www.islamische-zeitung.de/?id=15731

Was ist das islamische Recht? (2)

in: Islamische Zeitung 30.05.2012

http://www.islamische-zeitung.de/?id=15800

[16] „Allah commands you regarding your children. For the male a share equivalent to that of two females. “ [Quran 4:11]

The Prophet (SAWS) said, „A Muslim cannot be the heir of a disbeliever, nor can a disbeliever be the heir of a Muslim.“ (Sahih al-Bukhari)

http://www.islam101.com/sociology/inheritance.htm

[17] Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. … An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

aus: Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

in: Express 12.06.2008

http://www.express.de/duesseldorf/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby,2858,705568.html

Es soll Liebe gewesen sein, sagen alle, die dazu geführt habe, daß im vergangenen Sommer der 22jährige Levent Metin* die damals elfjährige Nuray aus der armen nordgriechischen Provinz Thrakien heiratete und mit nach Düsseldorf brachte, wo er heute lebt. … Wie Nuray. Doch deren Reise endete nach vier Monaten, weil ihr Ehemann sich und seine damals elfjährige Ehefrau vergangenen August ordentlich anmelden wollte, wie es sich für EU-Ausländer in Deutschland gehört. Doch das Amt entdeckte entsetzt das junge Alter der Braut und verständigte Jugendfürsorge und Staatsanwaltschaft. … Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali, hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. … Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.“

aus: Uta Keseling: Das verheiratete Kind

in: Die Welt 25.02.2005

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

Al Sheikh’s comments come at a time when Saudi human rights groups have been pushing the government to put an end to marriages involving the very young and to define a minimum age for marriage. …

Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

The mufti said a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife and that those who say women should not marry before the age of 25 are following a ‚bad path‘.

‚Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,‘ said Al Sheikh, according to the Al-Hayat newspaper.

aus: It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

in: Daily Mail UPDATED: 00:55 GMT, 15 January 2009

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

Al Sheikh’s comments come at a time when Saudi human rights groups have been pushing the government to put an end to marriages involving the very young and to define a minimum age for marriage. …

Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

The mufti said a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife and that those who say women should not marry before the age of 25 are following a ‚bad path‘.

‚Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,‘ said Al Sheikh, according to the Al-Hayat newspaper.

aus: It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

in: Daily Mail 15.01.2009

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Borgfeldt an der Uni Heidelberg

November 26, 2012

الشيخ محمد صديق – ألمانيا

aš-Šayḫ Muḥammad Ṣiddīq (Almāniyā)

Für Deutschland im ECFR: Wolfgang Borgfeldt

Montag, den 26. November 2012

Stoppen Sie islamistischen Auftritt an der Uni

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Bernhard Eitel,

unter dem Titel III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt veranstaltet die Muslimische Studierendengruppe (MSG) eine Vortragsreihe zum Islam, die bis zum 12. Dezember 2012 andauern wird, heute Abend beginnt und in den Räumen der Universität durchgeführt werden soll.

http://msg-heidelberg.de/wordpress/?p=867

Am 20. November 2012 meinte Wolfgang Erichson, Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste der Stadt Heidelberg zu den diesjährigen Heidelberger Islamwochen erfreut und ohne auf das Menschenbild von Scheich Yusuf al-Qaradawi einzugehen:

“Daher werden auch hoch-aktuelle und brisante Themen wie Scharia, Karikaturenstreit, Koranverbrennungen etc. Bestandteil der Diskussionsveranstaltungen sein. Das Ziel der Veranstaltung, den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern, Vorurteile über den Islam abzubauen und gemeinsame Zukunftsperspektiven in Deutschland zu diskutieren, wird von mir ausdrücklich unterstützt.”

http://msg-heidelberg.de/wordpress/?p=871

Es ist ein Skandal, dass heute Abend ein Vetreter eines gegenmodernen Religionsbegriffs und reaktionären Gesellschaftsmodells wie Muhammad Siddiq Borgfeldt geb. als Wolfgang Borgfeldt in den Räumlichkeiten der Universität Heidelberg (Neue Uni HS 13) sprechen kann, der dem islamrevolutionären Cheftheologen der Muslimbruderschaft Scheich Yusuf al-Qaradawi offensichtlich theologisch, freundschaftlich und, über den Europäischen Rat für Fatwa und Forschung / European Council for Fatwa and Research (ECFR), auch organisatorisch aufs Engste verbunden ist.

“MJD Gründer Muhammad Siddiq ist Mitglied des ECFR, dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Jugend_in_Deutschland

Ich bitte Sie, die folgenden zwei Quellen des Verfassungsschutzes Baden-Württemberg über al-Qaradawi zur Kenntnis zu nehmen:

“Den Verlautbarungen des Rates ist zu entnehmen, dass die Entwicklung eines Islam europäischer Prägung und einer Islam-Auslegung, die sich an demokratischen Werten und dem westlichen Verständnis von Menschenrechten und Selbstbestimmung orientiert, verhindern werden soll. …

Al-QARADAWI befürwortet Selbstmordattentate zumindest in Palästina [Al-Qaradawi hat 2004 jedoch auch die Tötung von amerikanischen Soldaten im Irak für erlaubt erklärt.]. Die gesamte israelische Gesellschaft einschließlich Frauen und Kindern sei eine militärische Gesellschaft, daher gebe es in Israel keine Zivilisten, die man von Attentaten verschonen müsse. …

Homosexualität bezeichnet al-QARADAWI als „schamlose Abartigkeit”, die zu bestrafen sei. Entweder mit 100 Peitschenhieben oder mit der Hinrichtung:

„Die islamischen Rechtsgelehrten haben über die Strafe für dieses abscheuliche Tun verschiedene Meinungen. Sollte es die gleiche Strafe wie für Hurerei sein, oder sollten beide, der aktive und der passive Teil getötet werden? Zwar scheinen solche Strafen grausam, doch sie wurden empfohlen, um die Reinheit der islamischen Gesellschaft zu erhalten und sie von abartigen Elementen rein zu halten.” [Al-Qaradawi, Dr. Jusuf: Erlaubtes und Verbotenes im Islam, München 1989, S. 147.]

Al-QARADAWI befürwortet die Todesstrafe auch für Mord, Ehebruch und Apostasie [Al-Qaradawi, Dr. Jusuf: Erlaubtes und Verbotenes im Islam, München 1989, S.276/277.].

Al-QARADAWI ist sowohl schiiten- als auch judenfeindlich eingestellt. Wenn er auch in Ausnahmefällen mit orthodoxen Juden, die den Zionismus ablehnen, zusammenarbeitet, bezeichnet er den Holocaust als Strafe Gottes, die Juden als „Feinde der Menschheit” und lehnt den Dialog mit ihnen generell ab. …

Die Selbstbestimmung des Menschen und die demokratischen Grundsätze geraten seiner Auffassung nach offenbar in Widerspruch mit den von ihm als absolut erachteten Normen des islamischen Rechts.”

Quelle:

Verfassungsschutz Baden-Württemberg

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1055:042011-reihe-fuehrungs-und-identifikationsfiguren-extremistischer-organisationenq&catid=139:die-ideologie&Itemid=44

“QARADAWI ist der Vorsitzende des Europäischen Fatwa-Rats (ECFR) und eine der herausragenden Persönlichkeiten der international agierenden “Muslimbruderschaft”. Seit vier Jahrzehnten lebt der Ägypter in Katar, ist dort unter anderem Dekan der von ihm gegründeten Scharia-Fakultät …

QARADAWI werden von seinen Gegnern in Großbritannien vier Punkte vorgeworfen. Der erste Kritikpunkt ist, dass er sich für die Tötung bzw. körperliche Züchtigung von Homosexuellen ausspricht. …

Die Forderung des Delegiertenrats der britischen Juden (Board of Deputies of British Jews) an den Innenminister, die Einreise QARADAWIs zu verbieten, ist in QARADAWIs eindeutiger Haltung zur Tötung von israelischen Zivilisten begründet. QARADAWI befürwortet die “Selbstmordattentate” in Israel, wobei er nach dem 11. September 2001 jedoch betonte, dass er solche Attentate außerhalb Palästinas ablehne:

“Es ist erlaubt, deine Seele in Gefahr zu bringen und den Pfad des Feindes zu kreuzen und getötet zu werden, wenn diese Tat der Gefährdung den Feind in Mitleidenschaft zieht, auch wenn es nur Furcht in ihren Herzen ist, sie entmutigt und sie dazu bringt, Muslime zu fürchten.”

(…)

QARADAWI, der vom “elektronischen Djihad” spricht, hat als Vorsitzender des Fatwa-Gremiums von “IslamOnline” auch folgendes Fatwa mitzuverantworten: Auf die Frage, ob Vergewaltigungsopfer nach islamischem Recht bestraft werden sollten, wurde die Antwort gegeben, dass das Vergewaltigungsopfer bestraft werden solle, wenn die Frau “unzüchtig” gekleidet gewesen sei.”

Quelle:

Verfassungsschutz Baden-Württemberg

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=800:082004-heftige-reaktionen-auf-qaradawis-ansichten-als-meinungsfuehrer-europaeischer-muslime-&catid=139:die-ideologie&Itemid=44

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Bernhard Eitel,

wer den Islam so lehrt wie Theologe al-Qaradawi, der arbeitet bewusst gegen die Standards der säkularen freiheitlichen Demokratie und der am 10. Dezember 1948 festgestellten universellen Menschenrechte (AEMR), ein Gedankengut, das, ohne Außenansicht und hörbare Distanzierung, nicht unter Freiheit der Lehre fällt und auch von einer muslimischen Studentengemeinde bzw. deren Gastredner auf dem Universitätsgelände nicht vertreten werden kann.

Ich fordere Sie auf, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu unternehmen, um den für heute Abend 18:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Universität Heidelberg, Neue Uni, HS 13 vorgesehenen Auftritt von Herrn Muhammad Siddiq Borgfeldt geb. Wolfgang Borgfeldt zu unterbinden, der offensichtlich Schariabegriff und Islamverständnis von ECFR-Scheich Yusuf al-Qaradawi teilt und damit nicht zur Integration, sondern zur Segregation beiträgt.

Der unmittelbar anschließend für 20:00 vorgesehene Redner Jasmin Pacic, der heute Abend zum Thema Leben mit der Scharia referieren soll, wird bei DIdI (Deutscher Informationsdienst über den Islam, Postfach in Heidelberg) als Fachmann für das Scharia-Strafrecht beworben:

“Zweite Auflage des Buches “Islamisches Strafrecht” von Jasmin Pacic veröffentlicht”

http://www.didi-info.de/index.php?option=com_content&view=article&id=82:zweite-auflage-des-buches-qislamisches-strafrechtq-von-jasmin-pacic-veroeffentlicht

Texte von DIdI (Samir Mourad) werden bei Way to Allah beworben

http://www.way-to-allah.com/e-books/Koran.html

Im Mai 2011 schreibt DIdI zum Institut Européen des Sciences Humaines (IESH), der im burgundischen Château-Chinon angesiedelten Scharialehrstätte des europäischen Teils der Muslimbruderschaft:

“Scheich Feisal Maulawi war wesentlicher Mitbegründer bzw. Hauptbegründer der islamischen Fakultät in Château-Chinon / Frankreich.”

ttp://www.didi-info.de/index.php?option=com_content&view=section&layout=blog&id=2&Itemid=31

Herr Jasmin Pacic scheint das Islamverständnis von al-Qaradawi und Borgfeldt zu teilen und sollte deshalb einstweilen ebenfalls nicht in einem Uni-Gebäude über das Islamische Recht (Scharia) sprechen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Stellungnahme des Zentralrats der Ex-Muslime über den Islamvertrag des Stadtstaates Hamburg

November 20, 2012

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

18.11.2012

Der Hamburger „Staatsvertrag“ mit islamischen Gemeinschaften ist eine vorsätzliche Verletzung der Freiheitsrechte

Der Abschluss eines „Staatsvertrags des Stadtstaates Hamburg mit den islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften“ wird offiziell in großem Stil bejubelt und als wesentlicher Schritt in Richtung auf Anerkennung und Integration der „Muslime“ in Deutschland gefeiert. Tatsächlich aber ist er ein kontraproduktiver Schritt genau in die falsche Richtung. Der Vertrag dient nicht der Integration der „muslimischen“ Bürger, sondern fördert den Einfluss der Islamisten in Deutschland.

Die Freie und Hansestadt Hamburg schließt leider aus dem falschen Ausgangspunkt heraus einen Vertrag mit den islamischen Vereinen und Verbänden ab, so wie es auch Wolfgang Schäuble als Innenminister bei der Gründung der Islam-Konferenz im Jahr 2006 getan hatte. Es wurde nämlich behauptet, dass die islamischen Religionsgemeinschaften die angeblich 100.000 muslimischen Einwohner in Hamburg vertreten. Es wurde nie darüber aufgeklärt, wie diese Statistik ermittelt wurde, ganz zu schweigen von der rechtlichen Vertretung dieser Menschen durch die islamischen Verbände und Vereine mit denen der Vertrag abgeschlossen wurde.

Das bedeutet, dass die Hansestadt Hamburg beim Abschluss dieses Vertrags die Meinung der Menschen, die angeblich den erwähnten 100.000 angehören, missachtet und mit großer Unverschämtheit ignoriert hat. Die Mehrheit von diesen „100.000“ Menschen hat diese Religionsgemeinschaften als Vertreter weder gewählt noch akzeptiert. Zuletzt soll erwähnt sein, dass viele Ex-Muslime in dieser Statistik pauschal als Muslime gezählt werden.

Der Vertrag bekräftigt und schafft noch mehr rechtsfreie Räume für die islamischen Verbände und Vereine und deren Anhänger, um sich in der Gesellschaft zu präsentieren, zu verbreiten und sich noch mehr auf der politische Ebene zu bewegen.

Um es zu verdeutlichen, wie großzügig und in welchem Ausmaß der Hamburger Staat sich auf Kosten der Einwohner in Hamburg bei diesem Vertrag ins Zeug gelegt hat, hier einige Punkte aus dem Vertrag[1]:

• Islamunterricht in den staatlichen Schulen als reguläre Unterrichtstunden und islamische Hochschulausbildung. Förderung der Islamlehrkräfte.

• Religiöse/r Betreuer/in in öffentlichen Einrichtungen wie in Krankenhäusern, Heimen und ähnlichen Institutionen zur Ermöglichung von religiösen Veranstaltungen und Gottesdiensten

• Der Staat garantiert, dass in allen Rundfunkprogrammen auf die „sittlichen und religiösen“ Meinungen der Muslime geachtet wird.

Ebenso wird sich der Staat Hamburg dafür einsetzen, dass eine „angemessene“ Teilnahme der islamischen Vertreter an den Aufsichtsgremien sowie Ausschüssen von NDR-Rundfunk, ZDF-Fernsehrat und DLR-Hörfunkrat realisiert wird.

• Anerkennung der islamischen Feiertage als offizielle Feiertage für alle Muslime (Schüler, Lehrer, Mitarbeiter der öffentlichen Einrichtungen usw.)

• Ständige Vertretung eines islamischen Beauftragten bei Senat und Bürgerschaft.

• Religiöse Speisevorschriften sowie kostenfreie Räumlichkeiten in den öffentlichen Einrichtungen.

• Im Vertrag wird zwar die Anerkennung der Gleichberechtigung der Geschlechter genennt, doch wird unmittelbar danach eingeschränkt, dass Frauen und Mädchen nicht wegen ihrer Bekleidung in ihrer Berufsausübung eingeschränkt werden dürfen. Das heißt, muslimische Frauen und Mädchen dürfen in Zukunft sogar mit Schleier, Niqab oder Burka (gesamte Körperbedeckung) in Schulen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen tätig sein.

• Nicht zu letzt sind die islamischen Gemeinschaften frei, Moscheen und Einrichtungen mit Minaretten und allem, was dazu gehört zu bauen.

Die Medien versuchen krampfhaft, den Inhalt des Vertrags nicht ans Licht zu bringen und stellen nur die Anerkennung der offiziellen islamischen Feiertage in den Mittelpunkt. Doch die oben aufgelisteten Auszüge, die nur einen Teil vom Umfang des Vertrags darstellen, sind aussagekräftig genug, um jeden über die schlimmen Konsequenzen einer Umsetzung dieses Vertrags zu überzeugen.

Dieser Vertrag ist eine rote Karte nicht nur für den Hamburger Staat, sondern auch für die Bundesrepublik Deutschland. Er ist ein Beweis für die Verachtung der Bürgerinnen und Bürger in Hamburg, für die zunehmende Entfernung Deutschlands zu einem säkularen Staatswesen und für die Hinwendung zu rückschrittlich-religiösen gesellschaftlichen Verhältnissen.

Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) verurteilt den Abschluss dieses Vertrags auf das Schärfste und wird sich für die Bewahrung einer der wichtigsten Errungenschaften der zivilisierten Gesellschaft, das heißt für die Trennung von Religion und Staat einsetzen.

Der ZdE fordert gleiche Rechte für alle Menschen ungeachtet von Glaube, Nationalität, Geschlecht oder Herkunft. Denn nur in so einer Gesellschaft können die Menschen ihre Freiheit genießen, ein gesundes Leben miteinander führen und Respekt vor ihren Mitmenschen haben.

Deutschland benötigt mehr Säkularität und einen stärkeren Schutz individueller Grundrechte und weniger Einfluss religiöser Herrschaftskultur und islamischer Weltanschauung auf seine Gesellschafts- und Lebensordnung.

Zentralrat der Ex-Muslime – Deutschland

exmuslime@googlemail.com

http://www.ex-muslime.de/

————————–

[1] Vertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, dem DITIB-Landesverband Hamburg, SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg und dem Verband der Islamischen Kulturzentren

http://www.hamburg.de/contentblob/3551370/data/download-muslim-verbaende.pdf

Hamburger „Staatsvertrag“

November 17, 2012

[Hamburger „Staatsvertrag“ mit den an der gegenmodernen Scharia orientierten Islamischen Verbänden. Eine aufklärungshumanistische und menschenrechtliche Kommentierung wird an dieser Stelle und in Kürze erfolgen]

Vertrag

zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg,

dem DITIB-Landesverband Hamburg,

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg und

dem Verband der Islamischen Kulturzentren

Die Freie und Hansestadt Hamburg, vertreten durch den Senat,

und

der DITIB-Landesverband Hamburg e.V., vertreten durch seinen Vorstand,

SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V., vertreten durch seinen Vorstand, und

der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V., vertreten durch seinen Vorstand (im Folgenden als islamische Religionsgemeinschaften bezeichnet),

schließen

– in dem Bewusstsein, dass die Bürgerinnen und Bürger islamischen Glaubens einen bedeutenden Teil der Bevölkerung der Freien und Hansestadt Hamburg bilden und der Islam als ihr gelebter Glaube zu einem festen Bestandteil des religiösen Lebens geworden ist,

– in dem Wunsch, die Freiheit der Religionsausübung der Bürgerinnen und Bürger islamischen Glaubens als Teil einer pluralen und weltoffenen Gesellschaft zu bestätigen und zu bekräftigen,

– in der Überzeugung, dass Religion einen wertvollen Beitrag als Mittlerin zwischen unterschiedlichen Kulturen und Traditionen zu leisten vermag,

– in dem Wunsch, die Beteiligung der islamischen Religionsgemeinschaften am religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt anzuerkennen und zu unterstützen,

– mit dem Ziel, die Beziehungen zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und den islamischen Religionsgemeinschaften partnerschaftlich weiterzuentwickeln, den folgenden Vertrag:

Artikel 1

Glaubensfreiheit und Rechtsstellung

(1) Die Freie und Hansestadt Hamburg gewährleistet der Freiheit, den islamischen Glauben zu bekennen und auszuüben, den Schutz durch Verfassung und Gesetz. Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass die Achtung des religiösen Bekenntnisses untrennbar mit der Achtung und Toleranz gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen und abweichenden Anschauungen und Handhabungen der eigenen Religion verbunden ist.

(2) Die islamischen Religionsgemeinschaften ordnen und verwalten ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Die Vertragsparteien bekennen sich zum Grundsatz der Neutralität des Staates gegenüber Religionen und Weltanschauungen und zur vollständigen Geltung und Achtung der staatlichen Gesetze. Sie werden hierfür entschieden eintreten, auf entgegenstehende Äußerungen verzichten sowie sich gegen widersprechende Anschauungen wenden.

Artikel 2

Gemeinsame Wertegrundlagen

(1) Die Freie und Hansestadt Hamburg und die islamischen Religionsgemeinschaften bekennen sich zu den gemeinsamen Wertegrundlagen der grundgesetzlichen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere zur Unantastbarkeit der Menschenwürde, der Geltung der Grundrechte, der Völkerverständigung und der Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen sowie der freiheitlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen Verfassung des Gemeinwesens. Sie sind sich einig in der Ächtung von Gewalt und Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Glauben oder religiöser oder politischer Anschauungen und werden gemeinsam dagegen eintreten.

(2) Die Freie und Hansestadt Hamburg und die islamischen Religionsgemeinschaften bekennen sich insbesondere zur Gleichberechtigung der Geschlechter und zur vollständigen und gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Mädchen am gesellschaftlichen und politischen sowie am schulischen und beruflichen Leben. Sie setzen sich für die Verwirklichung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Mädchen ungeachtet ihrer religiösen Überzeugungen an Bildung, Erwerbstätigkeit und gesellschaftlichem Leben ein und wenden sich entschieden gegen jede Art von Diskriminierung.

Protokollerklärung zu Artikel 2 Absatz 2

Die Vertragsparteien teilen die Überzeugung, dass Frauen und Mädchen die Teilhaberechte weder aus religiösen Gründen von Dritten bestritten noch wegen eines ihrer eigenen religiösen Überzeugung entsprechenden Verhaltens vorenthalten werden dürfen. Dies schließt das Recht muslimischer Frauen und Mädchen ein, nicht wegen einer ihrer religiösen Überzeugung entsprechenden Bekleidung in ihrer Berufsausübung ungerechtfertigt beschränkt zu werden.

Artikel 3

Islamische Feiertage

Folgende islamische Feiertage sind kirchliche Feiertage im Sinne des Hamburger Feiertagsgesetzes mit den Rechten aus § 3 des Feiertagsgesetzes für islamische Religionsangehörige:

1. Opferfest (Id-ul-Adha bzw. Kurban Bayrami) – Einer der zwei Tage ab zehnten Dhul-Hiddscha

2. Ramadanfest (Id-ul-Fitr bzw. Ramazan Bayrami) – Einer der zwei Tage ab ersten Schawwal

3 Aschura – Ein Tag am zehnten Muharram

Die Daten der Feiertage beziehen sich auf den islamischen Mondkalender und werden von den islamischen Religionsgemeinschaften jeweils vorher bestimmt und bekannt gegeben.

Protokollerklärung zu Artikel 3

Die islamischen Religionsgemeinschaften und die Freie und Hansestadt Hamburg sind sich darüber einig, dass die ganztägigen Ausgestaltungen des Ramadan-Festes und des Opferfestes für die muslimischen Gemeinden gleichbedeutend sind mit gottesdienstlichen Handlungen. Der gottesdienstliche Charakter äußert sich nicht nur im morgendlichen Ritualgebet, sondern umfasst den gesamten Tag, der in weiten Teilen ritualisierte Abläufe enthält. Diese Feiertage werden deshalb als Gottesdienst im Sinne des § 3 Hamburger Feiertagsgesetz verstanden.

Artikel 4

Bildungswesen

(1) Die islamischen Religionsgemeinschaften haben nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften das Recht, Bildungs- und Kultureinrichtungen zu unterhalten. Die Vertragsparteien werden sich im Rahmen ihrer finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Möglichkeiten gemeinsam dafür einsetzen, das Wirken dieser Einrichtungen auch über die Mitgliedschaft der islamischen Religionsgemeinschaften hinaus verstärkt in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

(2) Unbeschadet des Rechts auf Unterhaltung eigener Bildungseinrichtungen bekennen sich die islamischen Religionsgemeinschaften zum staatlichen Schulwesen, der allgemeinen Schulpflicht und der umfassenden Teilnahme am Unterricht staatlicher Schulen.

Artikel 5

Hochschulausbildung

Die Freie und Hansestadt Hamburg fördert eine Ausbildungsstätte für islamische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Hamburg.

Protokollerklärung zu Artikel 5

Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass die Förderung einer Ausbildungsstätte für islamische Theologie und Religionspädagogik in ihrem Schwerpunkt zunächst auf die Gewinnung in Deutschland ausgebildeter schulischer Lehrkräfte für den Religionsunterricht zielen soll. Sie teilen die Überzeugung, dass das Aufgreifen der Glaubensvorstellungen praktizierender Muslime eine wesentliche Voraussetzung für die wünschenswerte Akzeptanz des Unterrichts bei den muslimischen Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern sein wird.

Die Freie und Hansestadt Hamburg wird sich deshalb unter Beachtung der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre dafür einsetzen, dass

– die islamischen Religionsgemeinschaften vor der Berufung einer Hochschullehrerin oder eines Hochschullehrers die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten,

– ihnen Gelegenheit gegeben wird, sich zu Lehrinhalten zu äußern, soweit sie schwerwiegende Abweichungen von den islamischen Glaubensgrundsätzen geltend machen, und

– sie in die Erarbeitung von Grundsätzen für eine Akkreditierung von Studiengängen und Formulierung von Prüfungsanforderungen einbezogen werden.

Die islamischen Religionsgemeinschaften erklären, dass sie Stellungnahmen einheitlich abgeben werden. Stellungnahmen, die nicht einheitlich abgegeben werden, lösen keine Verpflichtungen der Freien und Hansestadt Hamburg im Sinne des vorstehenden Absatzes aus.

Artikel 6

Religionsunterricht

(1) Die Vertragsparteien sind sich einig in der Anerkennung der Bedeutung, des Wertes und der Chancen des an den staatlichen Schulen der Freien und Hansestadt Hamburg erteilten Religionsunterrichts in gemischtkonfessionellen Klassenverbänden und Lerngruppen.

Sie streben deshalb im Rahmen von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes eine Weiterentwicklung an, deren Ziel es ist, eine Verantwortungsstruktur für die Inhalte des Religionsunterrichts im Rahmen von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes zu schaffen, die sowohl alle Religionsgemeinschaften im verfassungsrechtlichen Sinne gleichberechtigt am Religionsunterricht beteiligt, als auch einen gemeinsamen Unterricht von Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit ermöglicht, um so die bestehende dialogische Form des Religionsunterrichtes zu erhalten. Das Nähere wird gesondert geregelt.

(2) Ungeachtet des Absatzes 1 anerkennt die Freie und Hansestadt Hamburg das Recht der islamischen Religionsgemeinschaften, bei Vorliegen aller gesetzlichen Voraussetzungen die Erteilung eines besonderen islamischen Religionsunterrichts nach Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes verlangen zu können.

Protokollerklärung zu Artikel 6 Absatz 1

Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre Schulpraxis, Didaktik und Rahmenpläne, Lehrerbildung und -zulassung sowie der institutionelle Rahmen für den Religionsunterricht nach Maßgabe von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes weiterentwickelt werden sollen. Dies soll durch eine Arbeitsgruppe erfolgen, die aus Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Behörde sowie aus Vertreterinnen und Vertretern solcher Religionsgemeinschaften besteht, die beabsichtigen, die Inhalte eines Religionsunterrichts in gemischtkonfessionellen Klassenverbänden und Lerngruppen in Hamburg zu verantworten. Die Arbeitsgruppe legt ihre Ergebnisse den jeweiligen Entscheidungsgremien zum Beschluss vor. Die Beteiligten beachten die ihnen durch Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes zugewiesenen Funktionen.

Artikel 7

Religiöse Betreuung in besonderen Einrichtungen

(1) In öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Heimen, aber auch Justizvollzugsanstalten oder Polizeiausbildungsstätten gewährleistet die Freie und Hansestadt Hamburg den islamischen Religionsgemeinschaften das Recht zur religiösen Betreuung. Sie sind zu Gottesdiensten und religiösen Veranstaltungen, insbesondere zu den islamischen Festtagen, berechtigt. Soweit sich Einrichtungen nicht in staatlicher Trägerschaft befinden, wird die Freie und Hansestadt Hamburg im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Gewährleistung der religiösen Betreuung hinwirken.

(2) Der Zutritt zu einer Justiz- oder Polizeieinrichtung setzt das Einverständnis der zuständigen Behörde zur Person der Betreuerin oder des Betreuers voraus; das Einverständnis kann nur aus wichtigem Grund versagt oder widerrufen werden. Der Zutritt zu sonstigen öffentlichen Einrichtungen erfolgt im Benehmen mit dem Träger. Näheres soll durch Vereinbarung mit den öffentlichen, freien oder privaten Trägern der Einrichtungen unter Berücksichtigung des Absatzes 1 geregelt werden.

(3) Die Freie und Hansestadt Hamburg wird darauf hinwirken, dass in den öffentlichen Einrichtungen eine Ernährung angeboten wird, die religiöse Speisevorschriften im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten einhält.

Protokollerklärung zu Artikel 7

Zu Absatz 1

Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass die Gewährleistung des Zugangs der islamischen Religionsgemeinschaften zu öffentlichen Einrichtungen sich nur auf solche Personen bezieht, die die Gemeinschaften vorab benennen. Die für die religiöse Betreuung erforderlichen Räumlichkeiten werden im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Den zur religiösen Betreuung eingesetzten Personen soll die Möglichkeit gegeben werden, bei der Beschaffung religiöser Literatur beratend mitzuwirken.

Zu Absatz 3

Zu der den islamischen Speisevorschriften entsprechenden Ernährung gehört die Möglichkeit, während des Ramadan ein nächtliches Essen zu sich zu nehmen. Für die Gefangenen des geschlossenen Vollzugs muss dies im jeweiligen Haftraum stattfinden.

Artikel 8

Rundfunkwesen

(1) Die Freie und Hansestadt Hamburg wird sich bei künftigen Verhandlungen über Änderungen der rundfunk- und medienrechtlichen Staatsverträge dafür einsetzen, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die privaten Rundfunkveranstalter den islamischen Religionsgemeinschaften angemessene Sendezeiten zum Zwecke der Verkündungen und Seelsorge sowie für sonstige religiöse Sendungen gewähren.

(2) Sie wird unter Wahrung der verfassungsrechtlich garantierten Staatsferne des Rundfunks darauf bedacht sein, dass in allen Rundfunkprogrammen die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung einschließlich der muslimischen Bevölkerung geachtet werden.

(3) Die Freie und Hansestadt Hamburg wird sich bei künftigen Verhandlungen über die Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge (im Rahmen der Diskussion über die Neubesetzung der Aufsichtsgremien) dafür einsetzen, dass die islamischen Religionsgemeinschaften in den Aufsichtsgremien (NDR-Rundfunkrat, ZDF-Fernsehrat, DLR-Hörfunkrat und den entsprechenden Ausschüssen) angemessen vertreten sind.

Artikel 9

Gewährleistung der Vermögensrechte; Errichtung und Betrieb von Moscheen, Versammlungsräumen, Bildungseinrichtungen und sonstigen Gemeindeeinrichtungen

(1) Die Freie und Hansestadt Hamburg gewährleistet den islamischen Religionsgemeinschaften das Eigentum und andere Rechte an ihrem Vermögen gemäß Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 138 Absatz 2 der Weimarer Reichsverfassung.

(2) Die Freie und Hansestadt Hamburg gewährleistet islamischen Religionsgemeinschaften das Recht, im Rahmen der geltenden Gesetze Moscheen, Gebets- und Versammlungsräume sowie Bildungseinrichtungen und sonstige Gemeindeeinrichtungen zu errichten und ihrer Bestimmung entsprechend zu betreiben. Dies schließt die Gewährleistung des Rechts ein, Moscheegebäude der islamischen religiösen Tradition entsprechend, insbesondere mit Kuppeln und Minaretten, auszustatten.

(3) Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass Errichtung und Betrieb von Moscheen, Gebets- und Versammlungsräumen sowie Bildungseinrichtungen und sonstigen Gemeindeeinrichtungen der islamischen Religionsgemeinschaften zur Förderung eines gedeihlichen Miteinanders der muslimischen und der nicht-muslimischen Bevölkerung von akzeptanzfördernden Maßnahmen begleitet werden sollen. Deshalb

1. werden die Vertragsparteien Bedacht darauf nehmen, dass sich Moscheegebäude unbeschadet des Rechts der islamischen Religionsgemeinschaften, sie der islamischen religiösen Tradition entsprechend auszustatten, in ihre jeweilige Umgebung einfügen,

2. wird sich die Freie und Hansestadt Hamburg im Rahmen des geltenden Rechts und unter Beachtung der staatlichen Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität in der Bevölkerung für die Akzeptanz des Errichtens und Betreibens von Moscheen, Gebetsund Versammlungsräumen sowie Bildungseinrichtungen und sonstigen Gemeindeeinrichtungen einsetzen,

3. werden die islamischen Religionsgemeinschaften bei Errichtung und Betrieb von Moscheen, Gebets- und Versammlungsräumen sowie Bildungseinrichtungen und sonstigen Gemeindeeinrichtungen die Ziele von Transparenz und Öffnung verfolgen.

(4) Die Freie und Hansestadt Hamburg wird den Bedarf der islamischen Religionsgemeinschaften an Grundstücken bzw. grundstücksgleichen Rechten, insbesondere bei Erschließung neuer Stadtteile und Aufsiedlung neuer Gebiete, nach Maßgabe des geltenden Rechts berücksichtigen. Macht die Freie und Hansestadt Hamburg einen dringenden öffentlichen Bedarf an Grundstücken oder grundstücksgleichen Rechten der islamischen Religionsgemeinschaften, ihrer Einrichtungen oder Gemeinden geltend, werden die islamischen Religionsgemeinschaften darauf hinwirken, dass die Freie und Hansestadt Hamburg Grundstücke oder grundstücksgleiche Rechte, soweit sie nicht für religiöse Zwecke benötigt werden, zu angemessenen Bedingungen erwerben kann.

(5) Im Rahmen der allgemeinen Gesetze wird die Freie und Hansestadt Hamburg bei der Anwendung enteignungsrechtlicher Vorschriften auf die Belange der islamischen Religionsgemeinschaften Rücksicht nehmen und im Falle eines Eingriffs bei der Beschaffung gleichwertiger Ersatzgrundstücke Hilfe leisten. Bei der Stellung von Ersatzgrundstücken gelten die für die Enteignung maßgeblichen Grundsätze.

Protokollerklärung zu Artikel 9

Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass die Regelungen dieses Artikels die Rechte der islamischen Religionsgemeinschaften an ihrem Eigentum und sonstigem Vermögen nicht beschränken. Dies gilt insbesondere für das Recht, Immobilien, welche sie in Eigentum oder gemietet haben, im Rahmen der geltenden Gesetze für religiöse, soziale, Bildungs-, kulturelle, sportliche und gewerbliche Zwecke zu nutzen oder zu vermieten. Die Vertragsparteien stimmen ebenfalls darin überein, dass die Gewährleistungen des Absatzes 4, wonach die Freie und Hansestadt Hamburg den Bedarf der islamischen Religionsgemeinschaften an Grundstücken bzw. grundstücksgleichen Rechten berücksichtigen wird, nicht die Rechte der islamischen Religionsgemeinschaften auf gewerbliche Einrichtungen und Betätigungen einschließen.

Artikel 10

Bestattungswesen

(1) Die Freie und Hansestadt Hamburg gewährleistet das Recht, auf staatlichen Friedhöfen Bestattungen nach den islamischen religiösen Vorschriften vorzunehmen. Sie stellt hierfür dem Bedarf entsprechende Flächen zur Verfügung.

(2) Die islamischen Religionsgemeinschaften haben auf staatlichen Friedhöfen das Recht zu Gottesdiensten und Bestattungsandachten. Auf den Ablauf anderer Bestattungen ist Rücksicht zu nehmen.

(3) Die gesetzlichen Vorschriften über die Möglichkeiten nichtstaatlicher Friedhofsträgerschaft bleiben unberührt.

Protokollerklärung zu Artikel 10

Zu Absatz 1

Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass die Gewährleistung des Rechts, auf staatlichen Friedhöfen Bestattungen nach den islamischen religiösen Vorschriften vorzunehmen, insbesondere das Recht auf sarglose Bestattungen umfasst. Die dauerhafte Totenruhe wird auf den islamischen Gräberfeldern, auch nach Neuvergabe von Grabstätten, dadurch gewährleistet, dass die Gebeine bereits Bestatteter in der Grabstätte verbleiben. Um die Durchführung islamischer Bestattungen auch in Fällen behördlich veranlasster Bestattungen zu ermöglichen, werden die zuständigen Behörden der Freie und Hansestadt Hamburg und die islamischen Religionsgemeinschaften Verfahren der wechselseitigen Information über Fälle vereinbaren, die die Notwendigkeit einer islamischen Bestattung nahe legen.

Zu Absatz 3

Die Freie und Hansestadt Hamburg anerkennt das Recht aller Religionsgemeinschaften, nach Maßgabe der geltenden Vorschriften eigene Friedhöfe zu unterhalten. Sie sieht sich jedoch gegenwärtig nicht in der Lage, von dem Erfordernis, dass es sich bei dem Friedhofsträger um eine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft handeln muss, abzusehen. Ungeachtet dessen ist sie bereit, über die Frage der Friedhofsträgerschaft unter Berücksichtigung von Fortentwicklungen sowohl der Bedarfssituation als auch der strukturellen Leistungsfähigkeit potentieller Friedhofsträger mit den islamischen Religionsgemeinschaften mittelfristig in erneute Verhandlungen zu treten.

Artikel 11

Zusammenwirken

(1) Die Vertragsparteien werden bedarfsabhängig Gespräche zur Intensivierung ihrer Beziehungen führen. Sie werden sich außerdem vor der Regelung von Angelegenheiten, die die beiderseitigen Interessen berühren, miteinander ins Benehmen setzen und zur Besprechung solcher Angelegenheiten zur Verfügung stehen. Dies gilt auch für Gesetzesvorhaben des Senats, die Belange der islamischen Religionsgemeinschaften unmittelbar berühren.

(2) Zur ständigen Vertretung ihrer Anliegen gegenüber der Freien und Hansestadt Hamburg und zur gegenseitigen Information bestellen die islamischen Religionsgemeinschaften eine Beauftragte oder einen Beauftragten bei Senat und Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.

Artikel 12

Freundschaftsklausel

Die Vertragsparteien werden in Zukunft auftretende Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder Anwendung einer Bestimmung dieses Vertrages soweit möglich einvernehmlich klären.

Artikel 13

Schlussbestimmungen

(1) Dieser Vertrag tritt mit der Zustimmung der Bürgerschaft in Kraft.

(2) Die Vertragsparteien werden auf die umfassende Verbreitung und Kenntnis der Vereinbarungen dieses Vertrages bei ihren Organen und Mitgliedern sowie in der Öffentlichkeit hinwirken. Sie stehen einander zur Erläuterung von Verhaltensweisen und Äußerungen ihrer Organe und Mitglieder zur Verfügung, die Inhalte dieser Vereinbarung berühren. Auf begründetes Verlangen einer Vertragspartei stehen sie auch für öffentliche Erklärungen zur Verfügung.

(3) Die Vertragsparteien werden nach Ablauf von zehn Jahren Gespräche mit dem Ziel aufnehmen, im Lichte der gewonnenen Erfahrungen über diesen Vertrag und die Notwendigkeit von Änderungen und Ergänzungen zu verhandeln.

Protokollerklärung zu Artikel 13 Absatz 3

Die islamischen Religionsgemeinschaften streben im Rahmen ihrer weiteren organisatorischen Entwicklung die Erlangung der Rechte von Körperschaften des öffentlichen Rechts nach Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 5 Satz 2 der Weimarer Reichsverfassung an. Die Vertragsparteien stimmen darin überein, dass diesbezügliche Fortentwicklungen auch die Neuordnung der wechselseitigen Beziehungen erforderlich machen werden.

http://www.hamburg.de/contentblob/3551370/data/download-muslim-verbaende.pdf


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