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Fundamentalisten profitieren vom Demokratieabbau

September 1, 2010

شيخ أبو أنس

Šayḫ Abū Anas

Staatsbürger Çiftçi

Çiftçi als Indikator. Demokratieschwund zwischen wertebeliebiger Postmoderne und salafistischer Gegenmoderne.

Das von der Wirtschaftskrise gebeutelte Nordrhein-Westfalen wendet sich in Arbeitsleben, Stadtverwaltung, Schulbetrieb und Bürgeridentität, wohlig eingeklemmt zwischen Hedonismus und Fundamentalismus, verstärkt dem Personenkult und der im Hinterzimmer getroffenen Vereinbarung zu. In den Raum der abnehmenden Bildung, des kulturell Amorphen und der steigenden Militanz der politischen Rechts- und Linksradikalen wandert, aus dem niedersächsischen Braunschweig herankommend, die am prophetischen und medinensischen Vorbild ausgerichtete, antirationale Islamschule des Muhamed Seyfudin ÇİFTÇİ ein. Der Niedersachse nennt sich Scheich Abu Anas und organisiert ein wahhabitisch-salafistisches Fernstudium. Hier eine Auswahl der vielen kurzen Beiträge von Karsten Hilchenbach aus Wachtendonk, die er zwischen dem 16. und 30. August 2010 im Kommentarbereich der Rheinischen Post einbrachte. Man lese diese Ideen wie eine Sammlung von nachdenklichen Gedankensplittern, Aphorismen.

Grundgesetz statt Scharia

Der örtliche VIKZ-Imam Adnan Özden distanziert sich verschwommen von der Islamschule, bekennt sich aber zum Kopftuch und zur Geschlechtertrennung im Sportunterricht, handelt also nach Maßgabe der gegenmodernen Scharia.

Die klassisch islamische Position, dass ein Muslim nur kurzfristig in einem ’nichtislamischen‘ Gebiet leben darf (Ausnahme: Mission oder Kampf) streitet Özden ab.

Yūsuf al-Qaradāwī billigt Selbstmordanschläge islamisch, was Özden weiß, der einen gewaltfernen und gerechten Islam behauptende VIKZ-Imam hat den Scheich al-Qaradāwī damit eigentlich soeben als Ex-Muslim eingestuft.

Özden kann auf Kosten von Pierre Vogel glänzen, der VIKZ profitiert als ‚Feuerlöscher‘ von den Salafisten (‚Brandstifter‘).

‚Al-Islām huwa al-ḥall‘, der Islam ist die Lösung – das Motto der MB könnte auch dasjenige von VIKZ oder Adnan Özden sein (sinngemäß “Mehr Kopftuch, mehr Geschlechtertrennung im Sportunterricht!“).

Geistig-seelisches Mittelalter geht offensichtlich auch ohne langen Bart. Blonde Haare und blaue Augen (Rheinische Post, wie peinlich) immunisieren nicht automatisch vor reaktionären Weltbildern.

Scharia ist nicht von Artikel 4 GG gedeckt

Als Mönchengladbacher Bürger und als säkularer Staatsbürger (privat durchaus religiös empfindend) distanziere ich mich von Adnan Özden, der die zu Dhimma und Kalifat bestens passende Haltung an den Tag legt, die Spezies Nichtmuslime von der Sorte der Muslime zu unterscheiden.

Bosniens Großmufti Mustafa Cerić (European Council for Fatwa and Research (ECFR)) will die Rechtsverschiedenheit im Personenstands- und Familienrecht und fordert: “opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.“ Der VIKZ (fiel verschiedentlich durch illegale Schülerwohnheime auf) hat auch hier zum ECFR völlig deckungsgleiche Positionen.

Ein Leben nach der beispielsweise Scharia ist nicht von Artikel 4 GG gedeckt – und Adnan Özden hat mit dem saudi-arabischen Heiratsalter und mit der Polygamie (Polygynie, Vielweiberei) keine Probleme. Wie die Fethullah-Gülen-Bewegung (Necla Kelek: “Sekte mit Konzernstruktur“ (2)) betreibt der an Süleymân Hilmi Tunahan und an der Scharia orientierte VIKZ eine Islamisierungspolitik der Täuschung und verzichtet auf mittelalterlich wirkende Gewänder, langen Bart (nur an Kinn und Backenknochen ellenlang, denn gekürzter Schnurrbart ist Allahs Befehl) und auf den allzu auffälligen Hidschab (ḥiǧāb), den Hidschabersatz bzw. Hidschabvorläufer ‚Kopftuch‘ allerdings will der VIKZ dann doch als Seelen rettend durchsetzen.

Der Hidschab ist natürlich gesamtislamische Vorschrift – und Adnan Özden, in dessen Moschee leider Integrationskurse stattfinden dürfen, schweigt zur sexualmagisch begründeten und frauenfeindlichen Schleierpflicht.

Unsere Rheinische Post freut sich an diesem Montagmorgen über irgendwie integrationsbegünstigende blonde Haare und blaue Augen, was mich an eine zwölf Jahre dauernde, menschenrechtsfreie deutsche Epoche erinnert. Mönchengladbacher sind Ex-Muslime oder säkulare Muslime oder Atheisten oder jüdisch bzw. christlich empfindende Staatsbürger – das geht auch schwarzhaarig und schwarzäugig.

Mönchengladbacher lassen sich nicht in ‚Muslime‘ und ‚Nichtmuslime‘ spalten, an einen Engel glaube ich privat oder glaube ich nicht (auch privat). JA zur einen und weltweiten kulturellen Moderne, JA zum Staatsbürger jeder Herkunft, Religion und Hautfarbe, NEIN zum ‚Muslimstaatsbürger‘, NEIN zur Scharia.

Ex-Muslime in Mönchengladbach unerwünscht?

Unser Oberbürgermeister Norbert Bude distanziert sich nicht von der Scharia und empfängt keine Ex-Muslime, damit die örtlichen Pastoren, Pfarrer und Imame nicht sauer werden. Und Adnan Özden lächelt weise.

Zweitfrau, halbes Erbe für die Tochter, Steinigung?

“Als Hodscha muss ich immer schauen, dass die Regeln des Koran auch eingehalten werden“ (Özden).

Sehr geehrter Herr Özden, in Deutschland gilt das Grundgesetz. Auch in Mönchengladbach.

Nie sollten wir vergessen: Muslime sind keine Spezies, keine Sorte Mensch. Und, sehr geehrter Herr Norbert Bude: Wann laden Sie endlich eine Delegation von Ex-Muslimen ganz offiziell ins Rathaus ein?

Ohne Säkularität keine Freiheit

In Deutschland gilt das Grundgesetz, nicht das islamische Gottesgesetz von Scharia-Theorie und Fiqh-Praxis.

Eine Rechtsspaltung in islamisch befreite Zonen ist nicht hinzunehmen.

One Law For All.

Islamisches Familienrecht bedroht die Verfassung

Wir dürfen die Aufspaltung der Bevölkerung in die Sorte der ‚Muslime‘ und die Sorte der ‚Nichtmuslime‘ auf keinen Fall zulassen – hier leben Staatsbürger und Stadtbewohner, keine Angehörigen eines religiös definierten Kollektivs.

Sehr geehrter Herr Çiftçi: in Deutschland, ihrem Geburtsland, sind auch Frauenrechte Menschenrechte, und zwar keine halbierten. In Saudi-Arabien oder im Iran mag das ja anders sein.

Was tut der tolerante Reinhold Schiffers (SPD, GEW) für die deutschen Ex-Muslime?

Mönchengladbach = Trennung von Staat und Religion

Hier gilt die Religionsfreiheit.

Özden sinngemäß: “Christenbürger nach links treten, Muslimbürger nach rechts, und dann bitte in den Dialog treten“. Adnan Özden macht uns damit das freundlich-mittelalterliche Angebot, die Stadtbevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive einzuteilen, um ‚Koexistenz‘ zu üben.

Meine Religiosität ist meine Privatsache.

Der VIKZ-Imam bekennt sich zur Kopftuchpflicht und zum Apostasieverbot. Zur Zweitfrau schweigt der Imam. Adnan Özden will das Leben nach der Scharia.

Es muss stadtpolitisch und arbeitsrechtlich, staatsbürgerschaftsbezogen oder familienrechtlich schlicht unabhängig sein, ob einer aus dem Islam austritt oder in den Islam eintritt.

Ohne die Trennung von Staat und Religion gibt es keine freiheitliche Demokratie.

Der politische Islam

Der politische Islam ist eine riesige Sekte, die mit ihren Teil-Bewegungen (Jamaat-e-Islami (JI); Muslimbruderschaft; Millî Görüş; Salafiyya) alle so genannten Muslime kontrolliert und sie auch in Europa einem separaten Personenstands- und Familienrecht einverleiben möchte (Rechtsspaltung).

Wir Menschen in Mönchengladbach, die muslimisch sozialisierten Bürger unter uns sind hier selbstverständlich eingeschlossen, müssen darauf achten, dass der (nicht zuletzt kirchlich) elitär und intransparent betriebene ‚Dialog mit dem Islam‘ nicht die kulturelle Apartheid schafft bzw. gar vertieft.

Die Zersplitterung der offenen Gesellschaft in eine segmentierte Gesellschaft mit ethnoreligiös, zumal orthodox-islamisch definierten Milieus bzw. Gegengesellschaften gilt es zu vermeiden.

Hier leben Staatsbürger, keine Muslimstaatsbürger oder Christenstaatsbürger, und der zum Allahglauben konvertierte Missionar Pierre Vogel genannt Abu Hamza hat weder die ‚Rasse‘ gewechselt noch den Ausstieg aus dem Grundgesetz vollzogen (…). Einen Bart hat der Prediger sich allerdings wachsen lassen – naja, das ist Geschmackssache.

Sehr geehrter Herr Çiftçi Abu Anas, sehr gehrter Herr Lau Abu Adam: Religionsfreiheit bedeutet, dass die Scharia in Deutschland illegal ist. In Saudi-Arabien oder im Iran gilt das islamische Recht, dort gibt es keine Religionsfreiheit (und auch keine Pressefreiheit).

Frauendeklassierung ist von Art. 4 GG nicht gedeckt.

Auch Pierre Vogel hält bei ‚Rot‘ an der Kreuzung und fährt bei ‚Grün‘

Rituale und Traditionen hier, Grundgesetz da

Dass die dem doktrinären Atheismus nahe stehende extreme Linke im imaginierten Raum religiösen Nebels Orientierungsschwierigkeiten hat, verwundert wenig.

Dass die Mönchengladbacher DIE LINKE das religiös begründete Verprügeln der Ehefrau für von Artikel 4 GG abgedeckt hält, ist allerdings ein Skandal.

Die so genannten heiligen Texte der einen Menschheit sind geschrieben und stehen bei mir im Bücherschrank, mit dem Rotstift brauchen wir da nicht korrigierend einzugreifen.

Der Qurʾān (7. und 8. Jh. n. Chr.) hat hierzulande ebenso wenig Verfassungsrang wie die altgriechische Iliás (um 700 v. Chr.) oder der indische Rig-Veda (1750-1200 v. Chr). Das Grundgesetz gilt damit auch für die mittelalterbegeisterten Herren Mohamed Çiftçi, Sven Lau und Pierre Vogel. Viele Mönchengladbacher möchten nicht im Mittelalter leben.

Sehr geehrte Sabine Cremer, sehr geehrter Torben Schultz, von Ihnen als den Sprechern der örtlichen DIE LINKE erhoffe ich, dass Sie sich von der Frauendeklassierung des orthodoxen Islam, von der Geschlechterapartheid und vom islamischen Verhüllungsgebot (Hidschab), vom reaktionären Gesellschaftsmodell der Scharia sowie vom anti-individualistischen, antiemanzipatorischen und schlicht totalitären Milieu der Salafisten um Pierre Vogel und Mohamed Çiftçi distanzieren.

Es mag nun für Sie unumgänglich sein, sich und uns gegenüber einzugestehen, vom Islam keine Ahnung zu haben.

Oder aber Sie bekennen sich zur Polygynie, zum Prinzip Kindbraut, zur Frauenverstoßung (ṭalāq) und zum halben Erbe der Frau, zur halben weiblichen Stimme vor Gericht und begründen uns derlei kulturellen Rassismus als marxistisch bzw. sozialistisch.

Will die Mönchengladbacher DIE LINKE ein Staatswesen nach dem Vorbild Saudi-Arabiens? Dann käme Ihre Partei für mich als Wähler leider nicht in Frage …

Spirituell in Eicken und die rein theoretische Apostatentötung

Die LINKE könnte ja mal eine Delegation zu den weltweit vorhandenen und leider sehr bedrohten EX-MUSLIMEN schicken, doch sie traut sich noch nicht einmal, für unsere säkularen Muslime wie Bassam Tibi oder Necla Kelek zu werben.

Vorwärts, Genossen! Auf ins ‚kultursensible‘ Kalifat.

Torben Schultz und die Scharia

Die LINKE sieht sich nicht in der Lage, sich von der ihrem Anspruch nach ‚ewigen und unverhandelbaren‘ (al-Maudūdī, Saiyid Quṭb, Ayatollah Chomeini, Tariq Ramadan, Mustafa Cerić) SCHARIA zu distanzieren.

Torben Schultz muss zur frauenfeindlichen Doktrin der Scharia hörbar auf Distanz gehen.

Der Hidschab (ḥiǧāb), die Ganzkörperverschleierung, ist nach Yūsuf al Qaradāwī verpflichtend, und dieser Scheich ist immerhin die höchste derzeitige Autorität in und um die Muslimbruderschaft. Wo bleibt der Protest der LINKEN gegen die ‚vor den Höllenflammen bewahrende‘ Verschleierung des weiblichen Körpers?

Ist die Burka jetzt progressiv?

Çiftçi hält es für unabdingbar, dass die Frau sich völlig ‚bedeckt‘, das heißt verschleiert: auch Gesicht und Hände müssen unter einem Tuch vor fremden männlichen Blicken verborgen werden.

Ist die Burka für Torben Schultz praktizierte niederrheinische Religionsfreiheit?

Çiftçi und Pierre Vogel machen nur ihren Job.

Das stimmt, Steinigung und Apostatentötung sind gelebte islamische Religiosität, authentischer Islam.

Der vollumfängliche Islam ist von Artikel 4 GG nicht gedeckt, denn Islam ist ein komplettes Staats-, Wirtschafts- und Rechtssystem. Wir haben aber bereits einen Staat.

In Deutschland gibt es bereits eine Rechtsordnung – an der Einführung einer zweiten sehe ich kein Bedarf.

Beten kann jeder privat, die Scharia muss belanglos (illegal) bleiben.

Wir sind das Volk

Geschichte ist ein offener Prozess, die Grundfrage ist stets: ‚In welcher Gesellschaft wollen wir leben?‘

Die Gesellschaft soll auch in 50 Jahren ‚offen‘ sein, nicht segmentiert in Ghettos und segregiert in Religionsvölker.

#Autor: Dazu folgendes: / Datum: 20.08.10 14:54

Sie schrieben an den klugen Kommentator namens RP-Online: ‚RP-Online – übertreiben Sie bitte nicht‘ und verwiesen auf die Verfassungsschutzberichte. Wieso sollen wir warten, bis im jeweiligen Folgejahr eine nützliche Behörde ein Druckerzeugnis erstellt hat?

Wir haben, verbreiten und sammeln Informationen über die Herren Çiftçi, Vogel und Lau. Die Verfassungsschutzberichte kennen und lesen wir.

Mündige Bürger fertigen die Dossiers, Artikel und Redebeiträge über Salafismus im Besonderen und Islamismus im

Allgemeinen selbst an. Und in Eicken leben zivilcouragierte Menschen jeder Religion, Nichtreligion und Ex-Religion, die vom barbarischen Islamischen Recht von der totalitären Scharia, vom traditionsreichen saudi-arabischen Frauenprügeln und von der ‚vor der Höllenflamme‘ bewahrenden Ganzkörperverschleierung die Schnauze voll haben.

Niemand in Mönchengladbach hat etwas dagegen, dass sein Nachbar nach Mekka zur Haddsch fährt oder an einen Engel glaubt oder ein Gebet spricht. Noch kann in dieser Stadt jeder ohne Gefahr für Gesundheit und Leben jüdisch oder atheistisch sein, zum buddhistischen Meditiationskurs gehen oder zur alevitischen Cem, denn noch ist das Volk der Souverän, nicht Allah(s Stellvertreter).

Mit oder ohne Bart und Kittel: Der Braunschweiger Herr Çiftçi darf hier im Rheinland als Staatsbürger spazierengehen und einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen, als faschistoider ‚Polit-Scheich‘, der junge so genannte Muslime von der freiheitlichen Demokratie entfremden möchte und Frauen unter den Schleier (Hidschab, Burka) zwingt, ist er uns nicht willkommen.

Wir erkennen: Kalifatsfreunde hassen und bekämpfen das ‚Fremde‘, Islamisten sind hochgradig xenophob! Den Nazis gar nicht so unähnlich.

Im säkularen Sinne: Einen gesegneten Ramadan allerseits:

Ramaḍān karīm, Ramaḍān mubārak.

Könnte Nebenwirkungen haben: Eickener Erklärung.

Eickener Erklärung, Vertrag von Hudaibiya? Ich male mir Problematisches aus:

“Eickener Erklärung: Burka und Niqab sind nach Auffassung der örtlichen DİTİB- und VIKZ-Imame doch sehr übertrieben, aber wer künftig noch gegen das Kopftuch argumentiert, ist ein Eickener Rassist.“

“Eickener Erklärung: Kalifat muss aus religiösen Gründen schließlich nicht unbedingt sein, aber Scharia im Familienrecht ist von der Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz gedeckt.“

Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Schiffers (SPD), sehr geehrte Frau Integrationsratsvorsitzende Yüksel (SPD), das Grundgesetz gilt selbst am linken mittleren Niederrhein. Auch in Mönchengladbach-Eicken.

Steinigung und Steinigung ist für Herrn Çiftçi Zweierlei

@PolierteLupe

Çiftçi ist nicht gegen sunnitische fliegende Steine, nur gegen schiitische fliegende Steine. Teherans Henker im Evin-Gefängnis verstehen ihr Handwerk, müssen aber noch heute zur hanbalitischen Rechtsschule konvertieren, damit ihr klärendes Tun von der Gottheit angenommen wird. Die sausende saudische Säbelklinge ist Glaubensbewegtheit und Gotteslob.

Steinigung ist … Steinzeit!

Haben unsere Islambeschwichtiger und Schariafreunde Norbert Bude oder Reinhold Schiffers sich eigentlich gegen die stündlich drohende Steinigung an Sakineh Mohammadi Ashtiani ausgesprochen?

Oder sind kultursensible Sozialdemokraten der Meinung, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) für die so ganz ‚andersartige‘ Spezies der Muslime keine Geltung besitzt, sondern ihre weltweite Einforderung eine westliche Kolonialisierung darstellt und eine ‚Ungerechtigkeit‘ gegenüber dem Islam?

Religionsfreiheit deckt Rechtsverschiedenheit keineswegs

Wenn die Parteigänger der Scharia von ‚Ungerechtigkeit‘ und ‚Diskriminierung‘ jammern, geht es doch gar nicht um die grundgesetzlich garantierte Freiheit des Bekenntnisses, sondern um ein neues, gesondertes koranbasiertes Recht.

Wir müssen den Rechtsstaat mit dem für alle geltenden säkularen Grundgesetz gegen das ungleich behandelnde (diskriminierende) islamische Gesetz verteidigen – allenfalls dafür brauchen wir eine “Eickener Erklärung“.

Die Islamisten wollen nach der mittelalterlichen Scharia leben dürfen, für ‚ihre inneren Angelegenheiten‘ Fiqh-Gerichtshöfe installieren, alle Frauen unter Schleier oder Burka zwingend, fallweise polygam, ihre Töchter ‚arrangiert‘ austauschend und die Imam-Ehen allenfalls nach Maßgabe des Talaq (Verstoßung) trennend. Die ersten Schariagerichtshöfe haben in Europa die Arbeit aufgenommen, etwa in der 34 Francis Road, Leyton, London, United Kingdom, wo das Islamic Sharia Council (ISC) ansässig ist (3).

Islam ist ein komplettes Rechtssystem – und Herr Çiftçi ist in Saudi-Arabien zum islamischen Richter und islamischen Rechtsbeistand ausgebildet worden.

Auch weil Nationalisten den Rechtsstaat selbst überwinden wollen, können uns bei der Verteidigung der freiheitlichen Demokratie und der Gleichberechtigung von Mann und Frau rechtsradikale Parteien wie NPD und auch PRO also keine Hilfe sein, sondern werden, bewusst oder versehentlich, dem Werk der Islamisten zuarbeiten, wie Edward von Roy in »Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert« einleuchtend darstellt (4).

Wer diesen Text von Edward von Roy kennt, weiß noch genauer, wie gut die Mönchengladbacher im August 2010 daran taten, die angeblich gegen die Islamschule protestierenden Gefolgschaften von NPD und Pro NRW vom Eickener Markt zu pfeifen oder kundig lächelnd aus dem Stadtviertel zu winken.

Das Grundgesetz gilt … auch in Mönchengladbach

Eine “Eickener Erklärung“, in der Presse war die Rede davon, hat keine andere Aufgabe, als klar zu machen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland auch im wunderlichen Mönchengladbach gelten, die Erklärung könnte darüber hinaus betonen, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau niemals außer Kraft gesetzt werden kann, auch nicht im Namen der ‚Religionsfreiheit‘.

Bürgerversammlung Mehrzweckhalle, Freitag, 20:00 Uhr

#23.08.10 00:29

Danke, das hört sich sehr zweckmäßig an. Ja, es ist angebracht, den erklärtermaßen undemokratisch verfassten EZP-Mitgliedern an diesem Abend einmal keine Bühne für ihre ‚Himmels-Mission‘ zu bieten, die Herrschaften haben genug Gelegenheit in ganz Deutschland und darüber hinaus gehabt (bis auf Pierre Vogel, der durfte im Dezember 2009 nicht in die Schweiz einreisen).

Wir Staatsbürger, darunter selbstverständlich auch säkulare Muslime, wollen Pressefreiheit statt Prügelstrafe und Demokratie statt Kalifat. Nein zur Polygamie. Ja zum möglichen Glaubenswechsel, ja zu den leider längst weltweit bedrohten Ex-Muslimen.

Wir wollen in 100 Jahren keine Welt mit ganzkörperverschleierten Frauen, deren Gesicht “aus religiösen Gründen“ nur vom Ehemann erblickt werden darf. Töchtern den Schleier (Hidschab) aufzuzwingen, fällt nicht unter die grundgesetzlich garantierte ungestörte Religionsausübung.

Auch die eigenen Kinder ‚arrangiert‘ zu verheiraten ist nicht von der Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses nach Artikel 4 GG gedeckt, Mönchengladbachs Integrationsratsvorsitzende Gülistan Yüksel sieht das allerdings anders und verteidigt öffentlich und in den Räumen der Hochschule Niederrhein das „Recht“ der Mönchengladbacher (türkisch-muslimischen) Eltern, ihre Kinder jetzt und künftig arrangiert zu verheiraten. Auch langjährig betriebene so genannte Integrationsarbeit ist eben keine Garantie dafür, geistig-seelisch in der kulturellen Moderne angekommen zu sein.

Religion ist Privatsache, denn hierzulande ist nicht Allah der Souverän, sondern das Volk.

In einer freiheitlichen Demokratie (auch in Mönchengladbach …) wird die Bevölkerung eben NICHT in “Muslime“ und so genannte Nichtmuslime aufgespalten. Wir erkennen die Lobbyisten der Apartheid der Religionsvölker und weisen jede religiös begründete Segregation zurück, auch wenn sie sich mit dem Schafspelz namens ‚Dialog mit dem Islam‘ oder ‚Koexistenz‘ maskiert.

Das Grundgesetz bewahren – Keine Rechtsverschiedenheit – One Law For All (das alleine wäre eine passende ‚Eickener Erklärung‘, sonst brauchen wir keine, denn es gilt das Grundgesetz).

Die Scharia ist nach Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider also ein Missbrauch des Islam?

Scharia diskriminiert. Scharia ist insofern Politik. Und vollumfänglich gelebter Islam ist auch Politik.

Worin unterscheidet sich die Scharia der DİTİB von derjenigen eines Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Necmettin Erbakan oder Yūsuf al-Qaradāwī?

Ein Integrationsminister soll nicht abteilen, sondern integrieren

“Die Regierung werde versuchen, diejenigen, die ihre Religion wahrnehmen wollen, ABZUTEILEN von denen, die ihre Religion missbrauchen wollen.“, sprach der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einteilen, abteilen, segregieren? Was für eine Apartheid soll das sein, wie überprüft, wie durchgesetzt? Wie wäre es mit Integration für alle – unter das für alle geltende Grundgesetz?

Sehr geehrter Herr Schneider: Sind Sie der Ansicht, dass al-Maudūdī, Erbakan und al-Qaradāwī den Islam missbrauchten?

Säkulare Bürger halten Dialog für elitär und postmodern

Bassam Tibi ermutigt uns, den Citoyen und die Citoyenne im so genannten Migranten zu sehen, nicht anders als im Menschen ohne Einwanderungsgeschichte.

Salafismus ist eher kein religiöses Problem, sondern ein politisches. Auch Çiftçi, Vogel und Lau sind so genannte Muslime, und wenn der Minister pauschal ‚den‘ Muslimen die volle Religionspraxis erlaubt, (“Sie haben ein Anrecht darauf, ihre Religion auszuleben“), können wir den den EZP-Leuten nicht verbieten, in ihrem Sinne religiös zu leben und die Frauen Tschador und Burka tragen zu lassen.

Hierzulande leben Staatsbürger, keine Religionsangehörigen. Der viel gepriesene und elitäre ‚Dialog‘ zwischen den “Religionen“ vernebelt die leider wachsenden Klüfte zwischen den postmodernen Glaubensvölkern. ‚Mehr Brücken bauen‘ kann eben auch heißen: Mehr Abschottung vernebeln.

Pierre Vogel und Sven Lau haben nicht die so genannte Rasse gewechselt, das gilt auch für die leider weltweit gefährdeten Ex-Muslime. All diese Genannten sind Staatsbürger geblieben und teilen unser aller Grundgesetz in allen Rechten und Pflichten.

Ich begrüße Herrn Çiftçi von Mitbürger zu Mitbürger, denn einer ‚Kaste‘ oder Spezies gehört der gebürtige Braunschweiger aus meiner Sicht schließlich gar nicht an. Gewand und Bart, Marke altarabisch – das ist seine Privatsache (die Frage nach Arbeitssicherheit auf der Baustelle oder politreligiöser Propaganda im professionellen erzieherischen Bereich bleibt unberührt).

Religionsfreiheit bedeutet: Im Rechtsstaat sind Muslime keine ‚Sorte Mensch‘.

Allahzentrisch, jenseitszentriert

#DAZU_FOLGENDES, 24.08.10 02:41

“Hier die Ditib dämonisierend ins Spiel zu bringen, ist allerschlechtester Stil.“

Unser Minister war gestern bei der DİTİB, er also war es, der den genannten Verband ins Spiel brachte, Sie aber verwenden bei ihrer pauschalen Islamverteidigung den Begriff dämonisieren (verteufeln; Sie sagen: “dämonisieren(d)“).

Aufgeklärte Menschen glauben nicht an einen Dämon, und die Säkularen machen ihren fallweise imaginierten Dämon nicht allgemein verbindlich, nicht politisch. Ich glaube an keinen Teufel und möchte auch insofern das von mir Abgelehnte grundsätzlich nie ‚verteufeln‘.

Den durch diverse Religionen geisternden Teufel haben Sie in die Diskussion auf RP-online hereingebracht. Im orthodoxen Islam wird der Teufel als Iblīs oder ʿAzāzil imaginiert.

Wir betrachten die Gegenstände unserer Untersuchung und verwenden Sprache, um uns mitzuteilen. Die DİTİB also.

Wird in der Mönchengladbacher DİTİB-Moschee die koranisch verbürgte Hölle lediglich für ein Gleichnis gehalten? Lehrt Diyanet-Präsident Ali Bardakoglu, dass dem bewussten Verweigerer der schariatischen Pflichten keine Strafe in der Dschahannam, der Hölle droht? Beides würde mich freuen, vielleicht können Sie uns jetzt DAZU FOLGENDES mitteilen …

Gelehriger kalām nur innerhalb der von Gott gesetzten Grenzen

#24.08.10 13:07

Danke für den Hinweis auf die theologische Dimension und ihre Abgrenzung von doktrinärer politischer Propaganda.

Es wäre wichtig, die Rhetorik und Didaktik der Schariawissenschaft nicht mit dem im heutigen Deutsch verwendeten ‚Theologie, theologisch‘ zu etikettieren. Die klerikale Ausbildung der beiden Großkirchen hat sich, wenn auch erst seit wenigen Jahrzehnten, mit den Erkenntnissen der Rechtswissenschaft, Naturwissenschaft, Psychoanalyse und modernen Pädagogik ausgesöhnt.

Es gibt kirchenseitig einen (etwas mühsamen, mag sein) Wissenschaftsvorbehalt, der erst in diesen Jahren durch die Komplizenschaft zur voraufklärerischen Politreligion des Islam ins Schwimmen gerät. Die Hölle ist im staatlichen christlichen Religionsunterricht kein Lehrstoff mehr, der den Schülern überwältigend und versetzungsrelevant ‚angeboten‘ wird.

Kalām, dem muslimischen Endverbraucher ohnehin unzugänglich, kann nur in den Grenzen des islamischen göttlichen Gesetzes stattfinden (5). ‚Islamische Theologie‘, sofern es sie jemals gegeben hat, hat die Aufgabe, die koranische Wahrheit gegen die Zumutungen der Wissenschaft und der universellen Menschenrechte zu verteidigen – rhetorisch und didaktisch. Der Islam steckt ‚theologisch‘ irgendwo zwischen Steinzeit, Savonarola und Calvin und ist in einer freiheitlichen Demokratie nicht als staatsseitig mitgetragener curricularer Lehrstoff geeignet.

Vielleicht wird es in hundert Jahren eine islamische Theologie geben, die mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kompatibel ist. DİTİB, VIKZ, KRM, ZMD und OIC haben und wollen eine solche Theologie nicht, säkulare Muslime wie Bassam Tibi und Necla Kelek können sich theologisch von diesen Himmelswächtern nicht vertreten fühlen.

Regina Mönch schreibt in ihrer Buchrezension (»Aufklärung heißt das Programm«, 31.03.2010 (6)) über die von Necla Kelek erforschten islambedingten Integrationsbarrieren: »Necla Kelek beschreibt die Bedeutung der Scharia für diese Lebenswelt und stellt die Frage, ob es einen Islam ohne Scharia geben kann. Sie sagt ja, doch wäre dies nur möglich, wenn es gelänge, die Muslime „von der Idee der aufgeklärten Bürgergesellschaft zu überzeugen, davon, ob Freiheit und Verantwortung auch ihnen attraktiver erscheinen als die kollektiven Zwänge einer religiösen Weltanschauung“.«

Der Islam ist nicht ’schulreif‘.

Lesetipp: Necla Kelek: Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam, 2010 (7).

Das Schweigen der Frau Kaykin und die Grauen Wölfe

Zülfiye Kaykin hatte ihren Arbeitsvertrag bei der Duisburger Merkez-Moschee zwar bereits gekündigt, war aber noch im Dienst, als am 11. April in ihrem Gotteshaus eine Trauerfeier für den 1997 verstorbenen türkischen rechtsradikalen Politiker Alparslan Türkeş stattfand, den Gründer der rassistischen und gewalttätigen Partei der Grauen Wölfe (MHP).

Die MHP-nahe ATF (Türkische Föderation in Deutschland) warb im Ruhrgebiet für diese rassistische und nationalistische Veranstaltung auf Plakatwänden, die Erlaubnis kam von der türkischen DİTİB-Obrigkeit, der Diyanet. Und wer war am deutschen Ort für Öffentlichkeitsarbeit zuständig? Die angestrengt in der Presse als ‚moderne Muslima‘ hoch gelobte Zülfiye Kaykin.

Stefan Laurin: “Wir wollten von Zülfiye Kaykin wissen, warum sie die Vorgänge um die Grauen Wölfe nicht öffentlich gemacht hat … Wir haben sie gefragt, warum sie nicht gegen die Rechtsradikalen in der Moschee protestiert hat, wie man es von einer Schattenministerin der Sozialdemokratie erwarten könnte. Wir erhielten von Zülfiye Kaykin keine Erklärung. … Hier ging es nicht um eine “Verbindung” zu rechtsradikalen Organisationen, sondern darum, wann man schweigt, und wann man spricht – als Sozialdemokratin (8).“

Shariah means apartheid, freedom is: One Law For All

#schwarzweiß, 24.08.10 22:56

Islamische Apartheid ist das richtige Stichwort, die Abschottung durch ein bewusst provokantes und die Grenzen des Rechtsstaats bewusst ein wenig verletzendes Sonderverhalten mit dem Ziel seiner juristischen Durchsetzung ist ein hoch politisches Thema. Sich islamisch korrekt verhalten (Orthopraxie) sind gleichsam die Kettfäden, über denen das Islamische Gesellschaftssystem (Herrschaft Allahs, al-ḥakimīya li-llāh (9)) gewebt wird.

Ich hoffe, der Minister wird Ihnen antworten.

Guntram Schneiders vermeidet erfolgreich, das Wort “Scharia“ auszusprechen. Entweder kalkulierend (karrieresichernd) oder weil der gelernte Werkzeugmacher aus Gütersloh-Isselhorst vom Islam einfach keine Ahnung hat.

Kein DİTİB-Imam wird öffentlich billigen, dass eine ‚muslimische‘ Tochter einen Nichtmuslim heiratet oder die Kinder nicht zum schier unhinterfragbaren islamischen Wohlverhalten erzieht.

Verehrungswürdigkeit (ʿubudīya) darf jedwedem Nichtislamischen und darf dem säkularen Staat nicht – niemals! – gebühren, das wäre Schirk (širk), Götzendienst, sondern nur Allah und dem zu Allah führenden Islamstaat (Allahkratie) und dessen Institutionen.

Die auf koranische Seelenrettung angelegten, ‚jenseitszentrierten‘ Institutionen heißen islamkonformes Schura-Parlament (šūrā (10)), sittenpolitischer Fatwa-Rat, gesprochenes Familien- und Eherecht am schariatreuen Fiqh-Gericht.

Kein VIKZ- oder DİTİB-Imam sagt, Sheikh Muhammed Seyfudin Çiftçi, der bei ultrakonservativen Wahhabitenscheichs in Saudi-Arabien gelernt hat, habe den Islam falsch verstanden.

Man merke: Solange Scharia und Fiqh nicht außer Kraft gesetzt sind, solange hat von zwei Gläubigen der Radikalere immer ‚Recht‘. Wir haben uns also für die Minderheit der säkularen Muslime stark zu machen, das sind diejenigen, die Bassam Tibi und Necla Kelek kennen und verteidigen. Diese gibt es auch in Mönchengladbach, auch einige Ex-Muslime leben hier schließlich ganz gern und sind aus dem Iran, aus Pakistan, Somalia oder aus Saudi-Arabien hierher geflohen – WEIL wir hier Religionsfreiheit haben, was ja auch heißen kann: ‚Negative Religionsfreiheit‘ (“Lass mich mit deiner Religion in Ruhe“).

Zur Salafīya (siehe Muhammed Çiftçi, Pierre Vogel) und zur Ḥakimīya li-Llāh (zum Kalifat) schreibt Franz Kogelmann:

“Die systematischste und nachhaltigste Ausformulierung der Ideologie der Muslimbruderschaft blieb dem Ägypter Sayyid Qutb [Saiyid Quṭb] (1906-1966) vorbehalten … In Anlehnung an den indisch-pakistanischen Denker und Politiker Abu-l-Ala al-Maududi [Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī] popularisierte er in seinen Schriften eine Reihe von Begriffen, die unbedingte Merkmale einer islamischen Gesellschaft seien. So sei die einzig legitime Herrschaft durch die “Herrschaftsform Gottes“ (al-hakimiyya li-llah) gegeben …“, aus: Franz Kogelmann: Vom Antikolonialismus zum globalen Dschihad (11)

Salafismus. Salafistisches Gelehrtennetzwerk. Islamschule.

Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode, Drucksache 16/2395. Antwort auf eine Große Anfrage – Drucksache 16/1642 – Wortlaut der Großen Anfrage der Fraktionen der CDU und der FDP vom 15.09.2009.

Salafismus ist eine besonders radikale Form des Islamismus, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die gesellschaftspolitischen Zustände einzuführen, die im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der arabischen Halbinsel geherrscht haben.

In Braunschweig hat sich ein zentraler Knotenpunkt des deutschsprachigen salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes herausgebildet. Hier hat der Verein Einladung zum Paradies e. V., ehemals Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig (IBKZ), seit 2006 seinen Sitz. Dieser relativ mitgliederschwache Verein ist mit einer Moschee sowie der wichtigsten Fortbildungsstätte des salafistischen Islamismus in der Bundesrepublik Deutschland verbunden. Diese sogenannte Islamschule, gegründet 2007, ermöglicht ihren Studenten ein vierjähriges Islam-Studium nach den Lehrplänen der Universität Medina (Saudi-Arabien). …

Aktivisten des salafistischen Gelehrtennetzwerkes aus Niedersachsen streben die Gründung eines Dachverbandes an, unter dem sich freie salafistisch ausgerichtete Moscheen und Vereine zusammen finden sollen. Perspektivisch wird offenbar auch eine Ausweitung dieser Struktur auch auf europäischer Ebene in Erwägung gezogen. Derzeit ist der Verein „Einladung zum Paradies e. V.“ in Braunschweig das Zentrum für die salafistische Missionierungsbewegung in Deutschland mit umfangreichen Verbindungen zu weiteren Zentren und Moscheen (mindestens 15 Moscheen) in mindestens 6 Bundesländern. Eine herausragende Stellung nehmen in diesem Zusammenhang die Prediger Muhamed Seyfudin Çiftçi aus Braunschweig, Pierre Vogel (Bonn), Sven Lau (Mönchengladbach) und Efstathios Tsiounis (Mönchengladbach) ein. Neben dem bereits angesprochenen Braunschweiger Islamstudium werden im salafistischen Bildungsnetzwerk diverse Vortragsreihen und Seminare insbesondere zu islamischen Themen angeboten (12).

Niedersächsischer Landtag − 16. Wahlperiode Drucksache 16/2395.

Aktuell verzeichnet die Islamschule ca. 200 Online-Studenten sowie ca. 10 vor Ort Studierende bei stark steigender Tendenz. Die Finanzierung der Schule erfolgt über Zahlungen der Studenten.

Eine eng mit dem Leiter der Islamschule in Braunschweig zusammenarbeitende Moschee existiert in Hannover – der Deutschsprachige Islamkreis Hannover -, darüber hinaus weitere in anderen Bundesländern. Zu den Freitagsgebeten im Deutschsprachigen Islamkreis erscheinen regelmäßig etwa 150 Personen. …

Dem Bereich des salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes zuzurechnen ist die deutschsprachige Zeitschrift „Zamzam“, die von einem der Islamschule Braunschweig nahestehenden Moscheeverein in Mönchengladbach herausgegeben wird (13).

Salafistische Veranstaltungen in Braunschweig und Hannover

[Vorbemerkung: ABU ALIA ist unser Mönchengladbacher Mitbürger, der griechischstämmige Islamaktivist Efstathios Tsiounis]

Verfassungsschutz Niedersachen:

Am 9. November fand im Islamischen Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig e.V. (IBKZ) unter dem Titel “Wir vermissen Dich“ eine Veranstaltung statt … Vor ca. 70 Personen ermahnte der Referent ABU ALIA [d. i. Efstathios Tsiounis, Mönchengladbach], ein griechischstämmiger Konvertit, die Anwesenden zu mehr Zusammenhalt … ABU ALIA forderte ferner die Zuhörer auf, sich für die Schließung von Diskotheken einzusetzen. Wenn alle sich zum Islam bekennen würden und der Islam überall präsent wäre, dann würden sich “schlimme“ Orte wie Diskotheken und Gaststätten von alleine reduzieren. Er bekräftigte seine enge Beziehung zu Muhamed CIFTCI [ÇİFTÇİ], dem Vorsitzenden des Moscheevereins …

Eine analoge Veranstaltung fand am Vortage im Deutschsprachigen Islamkreis e.V. in der Kornstraße 25 in Hannover statt. …

Seit einigen Jahren bildet sich in Deutschland eine in engem Kontakt mit islamischen Kernländern stehende religiöse Lehr- und Bildungsinfrastruktur heraus, die unter salafistischen Vorzeichen steht. Der Salafismus ist eine politisierte Islamauffassung, die dem saudi-arabischen Wahhabismus nahe steht und die “frommen Altvorderen“ (as-salaf as-salih; der Prophet Muhammad und seine zeitgenössischen Anhänger) als verbindliches Vorbild für alle Zeiten postuliert. Zu den Kernpunkten des Salafismus gehört die Reinigung der Religion von “unislamischen“ Elementen (tasfiyya) und die Erziehung der Muslime zu einem islamgemäßen Leben (tarbiyya). …

Eine besondere Rolle kommt dabei den überregionalen Grundlagenseminaren Lerne-den-Islam zu. Diese Veranstaltungen fördern das Bewusstsein eines realen und größeren Zusammenhangs und bewirken so die Stärkung salafistischer Identität. In regelmäßigen Abständen fanden diese deutschsprachigen Seminare in Moscheen in Berlin und Bonn statt und werden mittlerweile auch in Köln, Erfurt und Frankfurt durchgeführt. Seminare mit marokkanischer, bosnischer oder türkischer Zielgruppe gab es in Kassel, Stuttgart bzw. Bremen. Dabei kann die Besucherzahl der überwiegend jungen Teilnehmer durchaus in den dreistelligen Bereich gehen.

Neben Schulungsmaßnahmen vor Ort besteht ein Trend in der Virtualisierung der Fortbildung über das Internet. Dabei spielt die Telefonieplattform Paltalk eine zentrale Rolle, da hier prominente Angehörige des deutschsprachigen salafistischen Gelehrtennetzwerkes wie der Leipziger Hassan DABBAGH als Online-Imame auftreten. Doch auch Lifeübertragungen über das Internet, Videos, Exzerpte von Seminaren oder Fernuniversitäten ermöglichen die Schulung vor dem Bildschirm (14).

Auf ins Kalifat:

Salafismus ist kein deutsches, sondern ein weltweites islamisches Radikalisierungsproblem, hier ein Beispiel aus Südostasien, Indonesien (die indonesisch-staatskonforme Herangehensweise und Intention des Buches hat einige Schwierigkeiten, das menschenrechtswidrig-urislamische Element der „aus dem arabischen Raum herausdrängenden extremen Strömungen“ zu leugnen).

Congruent with the emergence and spread of various Salafi foundations in the mid-80ies, Salafi madrasas have appeared in various Indonesian provinces, with names associated with the slogans or doctrines popular among the Salafis, which revolve around the call for the revival of the Sunna. They believe that Muslim society must first be Islamised through a gradual evolutionary process that includes tarbiya (education) and tasfiyya (purification) before the implementation of the sharia can be realised (15).

Pressemitteilung demokratisch entstanden? Wer schrieb sie?

Warum trägt die Pressemitteilung und Einladung keine Unterschrift – das ist kein guter Stil, drei oder vier Namen wären nett gewesen, schließlich ist das Schreiben nicht vom Himmel gefallen (anders als der Koran…). Sollte der ‚Bezirksvorsteher-Nord‘ daran mitgewirkt haben, der zur Scharia schweigende Reinhold Schiffers?

Der Text hat inhaltliche Mängel, die ein wirksames Arbeiten der in Gründung befindlichen Bürgerinitiative verhindern werden, wenn nicht gemeinsam und transparent gegengesteuert wird:

Ja, der Salafismus bedroht unsere freiheitliche Demokratie. Die Aufteilung der Stadtbevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive (dhimma, Dhimmitude) sollten wir aber bleiben lassen. Wer sagt:

“Wir wollen Nachbarn, die als Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hinduisten oder welcher Religionszugehörigkeit auch immer ein Zusammenleben in Respekt und Frieden suchen.“, …

… der hat nicht dir die Ex-Muslime ‚vergessen‘, sondern zeigt uns sein fehlendes Bewusstsein für Säkularität. Segmentierte Städte nach nahöstlichem Vorbild, (Vorsicht, Sie verlassen das armenische Viertel – Willkommen im schiitischen Sektor) sind ebenso wenig erstrebenswert wie eine schariakonforme Rechtsspaltung im Familienrecht / Personenstandsrecht.

Nur ein säkularer Staat ist ein freiheitlicher Staat. Religion muss Privatsache sein, das gilt auch für den Islam. Mönchengladbacher sind Staatsbürger, keine Religionsangehörigen. One Law For All.

Auch bei der Wortwahl “ein Zusammenleben in Respekt und Frieden suchen“ fehlt das Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte völlig. Kultursensiblen “Respekt und Frieden“ gibt es schließlich auch im kulturrassistischen Islamstaat (Kalifat).

“Frieden“ plus Burka bzw. Lehrerinnenkopftuch?

“Respekt“ und halbiertes Erbe für die Frau?

Wir kennen den von Stadtverwaltungen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden betriebenen ‚Dialog mit dem Islam‘ seit Jahren. “Respekt“ heißt: Angst haben, “Frieden“ heißt: Es ist verboten, negativ über den Islam zu sprechen. Warum steht das Wort Scharia nicht in der Pressemitteilung, warum fehlt die Kritik am Hidschab?

Wir haben die Gleichberechtigung von Mann und Frau durchzusetzen – mögen das die Schariafreunde nun als “respektlos“ und “unfriedlich“ bezeichnen oder nicht.

Im Übrigen ist die Presseerklärung der Eickener Bürgerbewegung ausgezeichnet, man findet sie leider nicht in der Rheinischen Post, sondern, in einer Art Langfassung, auf der fast stets sehr lesenswerten Seite: Die Achse des Guten (24.08.2010) unter dem Titel: “Willkommen in Mönchengladbach (16)!“

Das Treffen der Eickener Bürger und Unterstützer am 27.August 2010 war ein guter Anfang.

Der in der Rheinischen Post zitierten Manuela Buhse möchte ich allerdings als Anwesender am gestrigen Abend widersprechen:

“Jeder soll seine Religion ausüben können, ganz gleich ob er katholisch, muslimisch, orthodox oder hinduistisch ist“, das ist in der Bundesrepublik einfach nicht Realität, denn hier gilt das Grundgesetz, und das verbietet beispielsweise spirituelle Steinigungen, religiöse Polygamie und aufgezwungene echtislamische Burkas.

Auch Buhses “Wir leben hier mit vielen Nationen und Religionen friedlich zusammen“ ist irreführend, denn hier leben Individuen, keine Angehörigen ethnoreligiöser Kollektive.

In Deutschland, auch Mönchengladbach geht hier keinen Sonderweg, leben Staatsbürger, keine dialogbetreibenden Religionsvölker.

Die – nichtsignierte – “Eickener Erklärung“, als Handzettelchen im Saal ausgeteilt und in Langversion bei ‚Die Achse des Guten‘, ist diesbezüglich nachzubessern und kann so unmöglich stehen bleiben, will die Bürgerinitiative künftig gründlich und die Demokratie erhaltend arbeiten.

Volkssouveränität statt Sakraljurisprudenz, Demokratie statt Theokratie

#Burggeist / Datum: 30.08.10 02:11

Ihr Pazifismus in (gewissen, begrenzten) Ehren.

Gewalt ist, soweit vorhanden, von Ihnen zu realisieren, zu lokalisieren und öffentlich zu machen (Telefon 110, kostenfrei).

Entscheidend ist, dass der Polizist die Pistole trägt und nicht der Bankräuber.

Die höchst salafistische (oder: islamisch relevante) Frage ist ferner, ob Sie hier in der freiheitlichen Demokratie der altehrwürdigen Religion des Kannibalismus anhängen dürfen, ich meine praktizierend. Der große Gott Huitzilopochtli hatte Hunger und war zum Verzehr von frisch geopferten Menschen berechtigt, jedenfalls glaubte das eine gewisse Zeit und Kultur, die wir hierzulande nicht integrieren sollten (auch nicht im Namen der ‚Multikulturalität‘).

Der Souverän, das ist das Volk, jeder Einzelne, und nicht der Mann mehr und die Frau weniger.

Wir erinnern uns:

“Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“

In einer Allahkratie geht alle Gewalt von Allah aus und wird von den irdischen Stellvertretern vermittels Peitsche, Säbel, Galgenschlinge und Steinigung inszeniert. Das ist zwar glaubensbezogen und kultursensibel, aber außerdemokratisch und vormodern (bzw. postmodern). Der Ehemann ist nach der ewigen Scharia zur Gewaltausübung seiner Ehefrau gegenüber berechtigt und als so genannter Wali mudschbir oder Nötigender Heiratsvormund auch seiner Tochter gegenüber, die er auch ohne ihre Einwilligung in die erste Ehe zwingen darf.

Hierzulande darf eben keine Frau mit Gewalt unter den Schleier gezwungen werden, anders als ab 1979 im “paradiesischen“ Iran.

Das Grundgesetz gilt … auch für Gottesfürchtige

#Autor: deutschermuslim | 30.08.10 04:33

Du sollst vor uns auch gar keine Angst haben, sondern dich mit uns gemeinsam zu unserem Grundgesetz bekennen. One Law For All (und das Schariagesetz ist hier nicht gemeint).

Oder soll deiner Meinung nach in der idealen Gesellschaftsordnung die Frau nur die Hälfte erben und ihre Aussage vor Gericht nur halb so viel wert sein wie diejenige eines Mannes, hm?

Grundgesetz statt Gottesbefehl

#deutschermuslim

One Law For All, das ist eben Religionsfreiheit, anders als in Bahrain, Indien, Malaysia oder Ägypten, wo für jedes Religionsvolk ein anderes Familienrecht gilt und die Kinder stets dem Vater ‚gehören‘, der das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder behält und die Ehefrau (Ayaan Hirsi Ali nennt sie: zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik) ohne weiteres verstoßen kann.

Du hast Recht, dass nach orthodoxer islamischer Auffassung (reaktualisiert z. B. von Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Saiyid Quṭb, Ayatollah Chomeini oder Necmettin Erbakan) ein Muslim letztlich keine Gesetze befolgen darf, die nicht von Allah stammen, um nicht in der Hölle zu brennen. Du fühlst dich dem Islam zugehörig, das ist hier ohne weiteres möglich. Und du bleibst an der Ampel bei “rot“ stehen und gehst bei “grün“, genau so, wie es der Atheist, Zeuge Jehovas oder Buddhaverehrer macht, denn für dich gilt kein auf der ewigen Scharia basierendes Sonderrecht, sondern die profane Straßenverkehrsordnung. Das ist: One Law For All.

Unsere Gesetze sind einzuhalten – auch von den gottesfürchtigen Damen und Herren der Bewegung der Salafīya.

Die Scharia behandelt ungleich = sie diskriminiert. Der Koran, versteht man ihn, wie Muhamed Seyfudin Çiftçi oder Pierre Vogel es tun, als Gesetzbuch, schafft eine Gesellschaftsform der Ungleichbehandlung (aller Nichtmuslime und Frauen), erzeugt Menschenklassen verschiedenen sittlichen und islamrechtlich-juristischen Wertes. Einen Apartheidsstaat der Abschottung einer selbst gewählten Fremdheit (Muslime in der Minderheit) beziehungsweise eine islamisch dominierte Klassengesellschaft (Muslime in der Mehrheit).

Politischer Islam ist die Deklassierung der Frau – emotional wie juristisch.

#deutschermuslim

Du solltest den Wert der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948) erkennen, auf denen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 1949) aufgebaut ist. Das ist kulturelle Moderne, das ist Religionsfreiheit – in Dschidda oder Teheran gibt es keine Religionsfreiheit, dort herrscht das ungleich behandelnde Islamische Gesetz.

Du solltest säkulare Muslime kennen lernen, lies doch mal ein Buch von Bassam Tibi oder Necla Kelek. Dein Gottesbild ist zu eng und zu altmodisch, solange du meinst, dass nicht ein von Menschen gemachtes Gesetz, sondern nur das göttliche Gesetz die Seele vor den Flammen der Hölle retten kann.

Warum forderst du, dass die gottesfürchtige Frau sich unter einem Schleier verbirgt, während du selbst nackte Unterarme und Waden zeigen darfst und deine Haare im Wind wehen lassen darfst, nur weil du männlich bist? Warum soll für eine Frau eine andere Vorschrift gelten als für einen Mann?

Karsten Hilchenbach (Wachtendonk)

(1) Cerić: f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; (g) the protection of European Muslims from Islamophobia …, aus der »Declaration Of European Muslims« (»Deklaracija Evropskih Muslimana«) vom 24.02.2006. Bei der schariapolitischen Zentrale »Rijaset«, Bosnien und Herzegowina.

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

»Declaration Of European Muslims«, bei: Regierung von Malaysia.

http://www.idfr.gov.my/en/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=144

Institute Of Diplomacy and Foreign Relations Malaysia (IDFR), “Helping Malaysia Reach Out To The World”. Ministry of Foreign Affairs, Malaysia.

http://www.idfr.gov.my/

Ausführliche Betrachtung der »Declaration Of European Muslims« / »Déclaration des Musulmans d’Europe«. Von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/12/21/159/

(2) Die elitäre islamistische und türkisch-nationalistische Fethullah-Gülen-Bewegung wird von Necla Kelek passgenau als „Sekte mit Konzernstruktur“ charakterisiert. In »Die Anhänger des Fethullah Gülen«, DER SPIEGEL, 21.07.2008, stellt Kelek fest: »Gülen ist dabei, ein weltweites Netz muslimischer Intelligenz heranzubilden, das einem machtbewussten islamischen Chauvinismus huldigt. … Gülen macht nur eines anders als die fatalistisch an die Vorsehung Glaubenden: Er fordert seine Anhänger auf, sich die Welt der Ungläubigen aktiv anzueignen, um sie im Namen des Islams beherrschen zu können. Es geht ihm darum, die gottgewollte und natürliche Herrschaft des Islams über die Welt zu erlangen, weil „sich alles dem Menschen fügen wird, solange dieser sich Allah fügt“. Gülens Gefolgsleute sind die intellektuellen Vordenker der AKP.«

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E1A3BE707300D46218D4EC4B380DD7A10~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed

Gülen-Sekte. humanistischer pressedienst (hpd), 07.06.2010 – „Fethullah Gülen, dessen Anhänger sich in der nach ihm benannten Bewegung zusammenfinden, ist ein Islamist und türkischer Nationalist. Die Universität Bochum scheint dennoch keine Probleme damit zu haben, eine Propagandaveranstaltung seiner moslemischen Fans und nichtmoslemischen Unterstützer in ihren Räumen zuzulassen.“

hpd: „Der Imagepflege islamischer Fundamentalisten, verpackt als interkulturelle Verständigung, dient eine „Gülen-Konferenz“, die am 7. und 8. Juni 2010 an der Ruhr-Universität Bochum stattfindet. „Die Gülen-Bewegung im Kontext Europas. Ein Blick auf Nordrhein-Westfalen“ lautet der Titel der Tagung, zu der Organisationen mit den illustren Namen „Interkultureller Dialog e.V.“, „interkulturelles Dialogzentrum e.V.“ und „Rumiforum am Rhein“ aufrufen. … Gülens Unterwanderungsstrategie zeigt Erfolge. Unter anderem verfügt seine Anhängerschaft über Einfluss in der türkischen Regierungspartei AKP, besetzt Schlüsselpositionen im Innen- und im Bildungsministerium und umfasst einen Großteil der Angehörigen der Polizei wie der Lehrerschaft. Bündnispolitisch kann Gülen ohnehin auf einschlägige Erfahrungen zurückgreifen. Die faschistischen „Grauen Wölfe“ unterstützte er ideologisch und mit Spenden, aus seinen Sympathien für die von diesen abgespaltene islamfaschistisch-nationalistische „Große Einheitspartei“ (BBP), die mutmaßlich hinter der Ermordung des armenischen Journalisten Hrant Dink im Januar 2007 in Istanbul steckt, macht er keinen Hehl.“

http://hpd.de/node/9661

(3) Scharia-Gerichtshof, paralleles Recht am Islamic Sharia Council (ISC). „The Islamic Shari’a Council is an authoritative body, consisting of a panel of scholars, representing many established institutions in the UK … The scholars representing these centres represent all major schools of thought among the Sunnis. The Council is also widely accepted by the UK Muslim community and this is shown by the sheer volume of enquiries related to marital problems which it receives from the general UK public: additionally, a significant number of solicitors who were able only to secure civil divorces for their clients have found recourse with the Council regarding also securing Islamic divorces for their respective clients.“.

Islamic Sharia Council (ISC)

http://www.islamic-sharia.org/

ISC 4th Annual Seminar 2008. Sunday 20th July 2008, saw the fourth annual seminar of the Islamic Shari’a Council focusing on „shari’a ‘a way of life'“.

http://www.islamic-sharia.org/seminar-2008.html

(4) Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://eifelginster.wordpress.com/2010/02/06/161/

(5) Theologischer Diskurs im Islam ist möglich … innerhalb der Grenzen der Scharia. Al-kalām.

http://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFIlm_al-kal%C4%81m

http://www.eslam.de/begriffe/k/kalam.htm

(6) Regina Mönch: „In ihrem neuen Buch untersucht die Soziologin in drei großen Kapiteln islamische Wirkungsmacht: als Glaube, als politische Religion und Ideologie sowie als Lebenspflicht für vierundzwanzig Tagesstunden. Weil der Islam bis heute mit seiner strengen Regulierung des Alltagsverhaltens eine strikte Unterwerfung verlangt und sich gerade darin von allen religiösen Erscheinungen in Europa unterscheidet, ist besonders dieses dritte Kapitel ein Schlüssel zum Verständnis der Parallelwelt, in der viele Muslime auch hier verharren.“, aus: »Aufklärung heißt das Programm«, Buchrezension zu Necla Kelek 2010 (Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam).

http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E80894C60732F44C19B943701F45627E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(7) Necla Kelek: »Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam«, bei: Kiepenheuer und Witsch (KiWi), Köln 2010.

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462041972

Necla Kelek: »Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462040425

Necla Kelek: »Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462036862

Necla Kelek: »Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462034691

(8) Stefan Laurin: »Krafts Schattenminiserin schweigt zu Grauen Wölfen in Deutschlands Muster-Moschee« – „Wir wollten von Zülfiye Kaykin wissen, warum sie die Vorgänge um die Grauen Wölfe nicht öffentlich gemacht hat, da ihre Verschwiegenheitserklärung sich nicht auf den Moschee-Verein bezieht. Wir haben sie gefragt, warum sie nicht gegen die Rechtsradikalen in der Moschee protestiert hat, wie man es von einer Schattenministerin der Sozialdemokratie erwarten könnte. Wir erhielten von Zülfiye Kaykin keine Erklärung.“

http://www.ruhrbarone.de/krafts-schattenministerin-schweigt-zu-grauen-wolfen-in-deutschlands-muster-moschee/

(9) »Herrschaft Allahs«, al-hakimīyya li-llah.

»What Is Tawheed Al-Haakimiyyah?« Scheich Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir aka Abu Basir al-Tartusi spricht aus dem verderbten London: And the Hadeeth, which is authentic (Saheeh) from the Prophet , that he said: „Verily, Allaah is the Hakam (ruler or judge) and to Him is the Hukm (judgment).“

http://www.en.altartosi.com/haakimiyyah.htm

Q&A, Questions and Answers.

http://www.en.altartosi.com/Questions.htm

Sheikh Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir aka Abu Basir al-Tartusi, is a Syrian Islamist living in London. He has been described as „primary Salafi opinion-makers guiding the jihadi movement.“

http://en.wikipedia.org/wiki/Abd-al_Mun%27em_Mustafa_Halima_Abu_Basir

Abu Basir al-Tartusi (Scheich Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir) bietet Europa spirituelle Nahrung, nach der gewisse Szenen in Deutschland begierig sind, und so übersetzt Inshallah72 den Londoner Islamistenscheich akribisch aus dem Englischen: »Islam nach Quran und Sunnah und dem Verständnis der Salaf as-Salih«. Was ist Tauhid al-Hakimiyyah?

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26924-Tawhid-al-Hakimiya

(10) Prinzip Schura (šūrā). Sadek Jawad Sulaiman: »THE SHURA PRINCIPLE IN ISLAM«, Sadek Jawad Sulaiman

Schura ist ein Recht des Volkes im Kalifat. Alle Bürger dürfen ihre Meinung zu Gehör bringen, aber das Recht auf Schura steht nur den Muslimen zu, aus: The System of Islam (Nidham ul Islam), Taqiuddin an-Nabahani, Hizb ut-Tahrir. “Shura is one of the rights of the people upon the Khaleefah“ (62). “Article 105 All citizens, Muslim or not, may express their views, but shura is a right for the Muslims only (142).

http://www.hizb-ut-tahrir.org/PDF/EN/en_books_pdf/system_of_islam.pdf

(11) Aus: Franz Kogelmann: »Vom Antikolonialismus zum globalen Dschihad«

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-638/_nr-17/_p-1/i.html

(12) Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode, Drucksache 16/2395. Antwort auf eine Große Anfrage – Drucksache 16/1642 – Wortlaut der Großen Anfrage der Fraktionen der CDU und der FDP vom 15.09.2009.

„Salafismus ist eine besonders radikale Form des Islamismus, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die gesellschaftspolitischen Zustände einzuführen, die im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der arabischen Halbinsel geherrscht haben.“

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:gEwB8PF9NbIJ:www.cdu-fraktion-niedersachsen.de/download/100046001/100429%2BMI%2BExtremismus%2Bin%2BNds%2B-%2BAntwort%2Bauf%2BGro%C3%9Fe%2BAnfrage.pdf+Varrentrappstr.+21+ciftci&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de

(13) Niedersächsischer Landtag − 16. Wahlperiode Drucksache 16/2395.

„Aktuell verzeichnet die Islamschule ca. 200 Online-Studenten sowie ca. 10 vor Ort Studierende bei stark steigender Tendenz. … Dem Bereich des salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes zuzurechnen ist die deutschsprachige Zeitschrift „Zamzam“, die von einem der Islamschule Braunschweig nahestehenden Moscheeverein in Mönchengladbach herausgegeben wird.“

http://www.heiner-schoenecke.de/Political/Neues%20aus%20Hannover/10-04-20%20Anfrage%20und%20Antwort%20Extremismus%20%281%29.pdf

(14) Verfassungsschutz Niedersachen:

„Seit einigen Jahren bildet sich in Deutschland eine in engem Kontakt mit islamischen Kernländern stehende religiöse Lehr- und Bildungsinfrastruktur heraus, die unter salafistischen Vorzeichen steht. … Dabei spielt die Telefonieplattform Paltalk eine zentrale Rolle, da hier prominente Angehörige des deutschsprachigen salafistischen Gelehrtennetzwerkes wie der Leipziger Hassan DABBAGH als Online-Imame auftreten. Doch auch Lifeübertragungen über das Internet, Videos, Exzerpte von Seminaren oder Fernuniversitäten ermöglichen die Schulung vor dem Bildschirm.“

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=12260&article_id=54278&_psmand=30

(15) The book Ilusi Negara Islam: Ekspansi Gerakan Islam Transnasional di Indonesia, (The Illusion of an Islamic State: the Expansion of Transnational Islamic Movements in Indonesia) … is edited by former president Abdurrahman Wahid (Gus Dur), published by PT Desantara Utama Media with funding and/or support from the LibForAll Foundation in the USA, the Wahid Institute, Gerakan Bhinneka Tunggal Ika, and The Maarif Institute.

http://www.indonesiamatters.com/5453/ilusi-negara-islam/

Indonesien. Gewalttätige Proteste gegen die Ahmadiyya zwischen realer gegenmoderner Untergrundströmung bzw. Sekte und unbegründeten Verdächtigungen des Typus Hexenjagd.

http://www.indonesiamatters.com/9494/garut-ahmadiyah/

(16) Die Achse Des Guten titelt: »Willkommen in Mönchengladbach!« und veröffentlicht die anonyme »Pressemitteilung und Einladung zum Treffen Eickener Bürger und Unterstützer am 27.August 2010«

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0017640

Hanafis Traum vom Kalifat

Juni 30, 2010

اليسارية

al-yasārīya

La gauche (en politique)

Left-wing politics

Politische Linke

Ein linker Islam?

Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‚linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

Der am 13.02.1935 in Kairo geborene und mit fünf Geschwistern in einem bildungsnahen und sehr musikalischen Haushalt aufgewachsene Ḥasan Ḥanafī (Vorname anglisiert und auch bei der Orient-Tagung als Hassan, Nachname nahöstlich auch Hanfi), der Vater spielte meisterhaft Posaune, Sohn Ḥasan übte als Jugendlicher das Violinenspiel, war als Student aktives Mitglied der Muslimbruderschaft und unterstützte die Geldsammlungen für die Familien der inhaftierten Muslimbrüder, wie Caryle Murphy in »Passion for Islam. Shaping the Modern Middle East: The Egyptian Experience« (2002) auf Seite 220 berichtet: „[he] was an active member of the organization while attending Cairo University“ (1).

Ḥasan Ḥanafī, der am 05.-06.04.2008 mit Islamverherrlichern wie Tariq Ramadan im Four Seasons Hotel (2), Organisator war die Georgetown University zu Doha in Qatar (3), über Innovation im Islam sprechen darf (4), muss doch einfach vielen, vielen Menschen auf der Welt als bedeutender ägyptischer Philosoph, arabischer Philologe, intellektueller Muslim, linker gottesfürchtiger Politiktheoretiker und gesellschaftsbezogener Islamdeuter gelten, denn in nahezu jedem arabischen Denkerclub scheint der Ägypter im Vorstand zu sitzen. So etwas kann doch wohl nicht grundlos geschehen: Generalsekretär der Ägyptischen Gesellschaft für Philologie seit 1976, Vizepräsident der Arabischen Gesellschaft für Philosophie seit 1983, Vorsitzender der philosophischen Fakultät an der Kairoer Universität seit 1988 und Vizepräsident der Arabisch-Philosophischen Gesellschaft seit 2001.

Der Denker gibt sich als den ewig Missverstandenen, den zwischen allen Stühlen sitzenden und den für sein ungeheuer eigenwilliges Theoriebilden geradezu ein Martyrium der Anfeindungen auf sich nehmenden Menschen. Beim genaueren Hinsehen bleibt in Hanafis Linksislam beziehungsweise Religionspolitik allerdings kaum noch etwas Eigenes übrig, eher schon die vollumfängliche Scharia. Sollte sich die arbeitsteilig agierende Muslimbruderschaft, auch in Ägypten längst so etwas wie ein Staat im Staate, frei nach dem von den europäischen Linken abgeschauten Motto vom Marsch durch die Institutionen, einen linksintellektuellen Philosophieprofessor zugelegt haben, um das offizielle transatlantische wie vor das allem links-oppositionelle Denken Ägyptens zu zähmen sprich politisch zu kontrollieren? Auch ohne wirklich völlig autonome – im Islam leider nach wie vor sehr gefährliche – Positionen wie diejenigen von Taslima Nasreen oder Faraǧ Fauda einzunehmen, hätte Ḥanafī mehr Zivilcourage beweisen müssen, um im weltweiten Vergleich als Philosoph gelten zu können oder auch nur als freiheitlicher Weltbürger. Europa scheint seinen so genannten Islamrepräsentanten ganz gerne einen Bonus zu erteilen, der die „edlen Wilden“ mit der Lizenz auf ein Vernachlässigen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ausstattet und den Freibrief auf nachwissenschaftliche Faktenferne und kunstsinnige Flunkerei. Dass Ḥasan Ḥanafī der Muslimbruderschaft nahe stand, weiß Alain Navarro bei Middle East Online:

„Hanafi, who received his doctorate from the Sorbonne and has taught in Europe and the United States, was close to the fundamentalist Muslim Brotherhood in his youth. After passing through a phase of leftist leanings, he became one of the leading thinkers in the contemporary movement that posits a revolutionary political activism rooted in study of the Muslim scriptures. Rarely do other thinkers publicly side with him … (5)”

Wie wir gleich von Ḥasan Ḥanafī selbst hören werden, bekennt er sich vier bis fünf Jahrzehnte später immer noch zu den angeblich sozial und humanistisch motivierten Ur-Muslimbrüdern. Sein treuer koranzentriert-linksintellektueller Weggefährte beim Versuch, das Kalifat als gelebte Sozialdemokratie fehlzuetikettieren, heißt ‎Ǧamāl al-Bannā (ägyptisch Gamāl al-Bannā) dessen älterer Bruder 1928 vereinsgründend tätig wurde.

Navarro weiter, ich bin ihm ins Wort gefallen:

„Rarely do other thinkers publicly side with him, but one of them is Gamal al-Banna, a Muslim reformist and, ironically, younger brother of Muslim Brotherhood founder Hassan al-Banna.“

1966 erlangte Ḥanafī an der Pariser Sorbonne einen Doktorgrad, als Gastprofessor arbeitete er 1969 in Toulouse und 1970 in Louvain, zwischen 1971 und 1975 hatte er eine amerikanische Gastprofessur an der Temple University in Philadelphia inne (http://www.temple.edu/). Die folgenden zwei Jahre erlebte ihn die sudanesische Hauptstadt (University of Khartoum, 1976-1977). Das Jahr der ihre Barbarei bis heute behauptenden iranischen Revolution verbrachte der Ägypter an der University of Kuwait (1979), um drei Jahre später nach Marokko zu übersiedeln (University of Fes, 1982-1984) und vier Jahre in Japan (University of Tokyo, 1984-1985, wissenschaftlicher Berater an der United Nations University in Tokyo 1985-1987) anzuschließen. Erst im Jahre 1988 kehrte er an die Kairoer Universität zurück (6).

Der Name der Stadt Toulouse (440.000 Einwohner, davon 97.000 Studenten der drei dortigen Universitäten) ist gerade gefallen. Sollte das etwas mit dem Islam zu tun haben, dass ein Ḥasan Ḥanafī heute wie vor vierzig Jahren in Toulouse doch wahrscheinlich ganz offiziell reden dürfte (7), ein bis Mitte September 2006 dort erfolgreich lehrender, sehr gründlicher Philosophieprofessor namens Robert Redeker aber nicht (8)?

Hanafis Ziel bleibt seit der erlebten „antiimperialistischen“ (prokalifatischen) Protestkultur, seit den strukturhassenden und folgerichtig multikulturverliebten Siebziger Jahren, die magische Fusion von Scharia und Sozialismus, seinen phantastischen Weg nennt er den linken Islam. Zwar lebt bis heute kein Kairoer Straßenzug linksislamisch und auch kein abgelegenes Oasendorf, doch für Einladungen in Europas entgrenzt xenophile Rathäuser und Hörsäle reicht es allemal.

Hassan Hanafis Unterschrift auf »A Common Word Between Us and You« trägt die Nummer 47, die Reihenfolge ist alphabetisch bedingt, Bosniens Scharia-Spitzenpolitiker Mustafa Cerić findet sich daher unter 23, Nummer 51 ist der demokratieverdrossene Kalifatsfreund und deutsche Ex-Botschafter Murad Wildfried Hofmann und Platz 129 einem gewissen al-Tweijiri von der OIC-nahen ISESCO (Islamic Educational, Scientific and Cultural Organization) vorbehalten (9).

Begeistert von der Islamischen Revolution im Iran editierte und kommentierte Hasan Hanafi zwei Bücher Chomeinis (10), verlor aber sehr bald die Lust am Realkalifat, um sich der bürgerrechtlichen und gewaltfreien islamischen Staatstheorie zuzuwenden, die es allerdings seit 1.400 Jahren noch nirgendwo gegeben hat. Hanafi bevorzugt die literarische Steinigung des „edlen“ Koran, die praktizierten Steinigungen des Iran sind schließlich gar nichts für einen linken Feingeist. Gegen die im Namen Allahs und nach Maßgabe der Scharia verhängte saudi-arabische oder iranische Todesstrafe ging der ägyptische Salonrebell allerdings keineswegs jemals auf die Straße.

Pst, Hassan Hanafi betritt die Bühne:

Die islamische Linke ist kein Monopol der Muslime, sondern allen Menschen zugänglich. … Was ist z. B. in Polen geschehen? Marxismus auf der Oberfläche und Katholizismus im Innern

Die fundamentalistisch-religiös und völkisch aufgefasste Menschheit hat eine Binnenstruktur, die Erde gliedert sich in einander wesensfremde, eigenwillig-urtümliche Regionen, die ihrem angestammten Kult verhaftet bleiben müssen. Die katholische Seinsweise sei quasi genetisch verankerte Stammesreligion der löblich urigen Polen, und den so ganz anders gearteten, fraglos nicht minder urigen Arabern steht das Lebensgefühl der Scharia nun einmal als Geburtsrecht zu.

Die Nationen Europas werden ermuntert, sich ihren Religionen zuzuwenden, zum Islam zu konvertieren ist dabei ja nicht unbedingt nötig. Auch die türkische kollektive Seele sei mit Islam getränkt:

Oder wie es sich auch in der Türkei ereignet hat: Der Islam im Innern, Säkularisierung auf der Oberfläche.

Demokratie wird zum Provisorium, zum Tapetenmuster der Saison. Das wildromantische Religiöse stehe der Identität einer Nation näher als der säkulare Rechtsstaat, von universellen Menschenrechten oder gar von der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist gar nicht erst die Rede, hier geht es schließlich um Höheres. Die Künstlichkeit des Parlamentarismus sei allenfalls als Verpackung der naturhafteren Gesellungsweise tauglich.

Der irgendwie ehrenwerte Anspruch der internationalen politischen Linken harmoniere bestens mit Koran und Kalifat.

Vielleicht ist das, was wir seit zwei Jahren in Osteuropa beobachten, von Polen bis in die Sowjetunion, eine Bestätigung dafür, dass soziale Veränderungen in einer Gesellschaft sich nur durch Kontinuität vollziehen können.

Trickserei, der Gewinner des Bürgerkriegs oder gar der Diktator wird immer behaupten können, im Einklang mit der geschichtlichen Entwicklung zu stehen, Adolf Hitler nannte das die Vorsehung. Ḥasan Ḥanafī mogelt uns hier die Software eines radikalen Differenzialismus in die Debatte und weiß, dass er die Europäer, zumal die Deutschen und da wieder ganz besonders die linken Deutschen, herrlich erpressen kann, indem er für ein islamisches Sonderrecht „Toleranz“ fordert.

Die russische Revolution von 1917 musste in dieser Logik ein Fehlschlag bleiben, da sie das historische Erbe des Christentums nicht anzutreten bereit war.

Evolution statt Revolution, das klingt entwicklungsfreundlich, sanftmütig, sozialdemokratisch. Die kultivierte Scharia wird zur permanenten Revolte, der europäische linke Hunger nach rebellischem Getue müsste mit Hanafis rotem Islam doch eigentlich zufriedenzustellen sein.

Das europäische Muster, das in der Renaissance entstanden ist, besagt: Ich kann nicht vorwärts schreiten, ohne den Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen. Dieses Modell, das Europa seit der Renaissance präsentiert, beinhaltet, dass ich kein säkularer Wissenschaftler sein kann, wenn ich nicht mit der Kirche, mit Aristoteles und Ptolemäus breche. Dieses Modell … entspricht vielleicht nur der europäischen Erfahrung.

Man möge als afrikanischer oder asiatischer Physiker oder Soziologe doch bitte am Stammesreligiösen kleben bleiben, besser freilich am Islam.

die unabhängigen Wissenschaftler, Denker und Schriftsteller der Renaissance entdeckten, dass die überlieferte Tradition nicht mit der Vernunft, der Wissenschaft und der Natur übereinstimmt … [und] haben … es vorgezogen, sich von der Vergangenheit abzuwenden und sich der Natur als offenes Buch zuzuwenden.

Hanafi missbraucht die reale Renaissance für die Zwecke seiner daʿa, seiner islamischen Mission. Einerseits waren die Denkverbote der Katholischen Kirche zwischen 1300 (Erdkugel, Heliozentrik) und 1900 (Darwin, Freud) für die sich entwickelnde Geographie, Biologie und Physik sicherlich zu eng (und sind es heute wieder, indem beziehungsweise insoweit der Islam der kirchlichen Basis – längst in beiden Großkirchen – dogmatisch-faktenfern und bereits einigermaßen repressiv als friedliche und frauenfreundliche Weltanschauung verkauft wird).

Andererseits war ja gerade der zunehmend „distanzierte“, nüchterne Blick der Wissenschaft geeignet, die menschliche Vor- und Frühgeschichte sowie mittelalterliche Entwicklung ebenso sorgfältig zu betrachten wie er zu einer immer genaueren Gesellschaftskritik fähig wurde, was im islamisch geprägten Teil der Menschheit im letzten Jahrtausend nicht stattfinden konnte. Hanafi verweigert die Analyse im Namen der Pflege des kulturellen Erbes. Von einer universellen Wissenschaft zu sprechen, schreckt er aus politischem Kalkül zurück, Hanafi will die religiös gefärbte Weltbetrachtung. Islampädagogik statt Erziehungswissenschaft, Fiqh-Evolution und Schariareform statt globaler Viktimologie und Kriminologie.

Ohne es durchschauen zu können, hätten sich die Europäer, ihr angeblich ganz und gar verachtenswertes Mittelalter überwindend, radikal (und bald tendenziell atheistisch) humanisieren müssen, das Fünfzehnte Jahrhundert hätte die Fesseln und Kerkermauern weggewischt und den Europäer zwar autonom, aber seelisch heimatlos gemacht. Die Nichteuropäer würden diese seelisch kranke Wurzellosigkeit des Okzidents spüren, ihr jüngerer islamischer Fundamentalismus, die Salafiyya, sei die gesunde Reaktion auf diese ihnen durch den „Weißen Mann“ mit kolonialer Gewalt übergestülpte Geschichtslosigkeit und Gottlosigkeit.

Diese Erfahrung [der Renaissance] verbreitete sich in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das Ergebnis ist das, was wir heute erleben: Eine heftige Reaktion gegen die Säkularisierung und die Moderne in Gestalt der Bewegungen, die wir im Islam heute salafiyya (Rückkehr zur Zeit des Propheten und seiner Gefährten) nennen. Die islamische Linke ist sich dessen bewußt und versucht, so weit wie möglich nach vorn zu schreiten und zugleich zu garantieren, daß dieser Fortschritt nicht auf einmal und plötzlich geschieht. Sie verfährt vielmehr nach der Devise: ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Somit kehren wir [Muslime, zumal wir linken Muslime] immer wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Dem edlen Wilden namens Chomeini oder Gaddafi sind dekadente Kulturfolgen wie Pressefreiheit oder volle Frauenrechte schließlich nicht zuzumuten. Die masochistisch beglückten weiblichen und männlichen Gesichter der „linken“ deutschen Gutmenschen, die dem Mahner aus dem geheimnisvollen Orient zwei Jahre nach dem Mauerfall lauschen durften, mag man sich kaum vorstellen. Niemand wird dem roten Schariafreund widersprochen haben. Vorwärts, Genossen …

Mit dem Hüpfen jedenfalls Rechnen klappt`s noch nicht so doll, Hanafi landet aus unerleuchteter Sicht einen Schritt hinter dem Ausgangspunkt, aber egal, solange nur die Seelenmitte reines Allahbewusstsein ist. Eine islamische Elite soll dafür sorgen, dass sich die muslimische Basis nicht zu rasch auf die allgemeinen Menschenrechte zu bewegt, bei derartiger Hektik würde die geschichtsbewusste arabische Seele schließlich noch nicht mitkommen. Menschenrechte ja, vielleicht, morgen, sagen wir vorläufig: islamische Menschenrechte. Die Ayatollahs und Großmuftis können jederzeit behaupten: Nur ruhig, wir verändern uns ja, das dauert aber noch ein wenig.

Kulturrassismus und Emanzipation verwirbeln ineinander, die auf Ungleichbehandlung beruhende Scharia bekommt das Etikett der Entwicklungsdynamik. Deutschlands Sozialdemokraten glauben das ganz gerne, um sich gut zu fühlen, so fremdenfreundlich.

Die islamische Linke … versucht, eine Revolution in Gang zu setzen, gesellschaftliche Veränderungen zu initiieren, … und dabei sicherzustellen, daß die Revolution nicht im Keim erstickt wird, wie es bei allen Revolutionen der Fall war.

Revolutionsführer Hanafi kennt das rechte Maß und zügelt den ungestümen Elan der jungen Krieger. Jede Revolution der Menschheit ist gescheitert, jede, sagt Hanafi, der zum Segen der Menschheit die gelingende Revolution will, die erste der Menschheit, die einzig mögliche.

Dabei ist der Name nicht wichtig. Ich habe mir häufig überlegt, ob der Begriff „islamische Linke“ passend sei. Aber ich fand keinen besseren Ausdruck dafür.

Ich … ich … Namen sind nicht wichtig, der gottesfürchtige Revolutionstheoretiker Hanafi ist wichtig, und Allahgott natürlich.

Manchmal sage ich auch die „islamische“ oder die „zeitgenössische Revolution“, auch der „kämpferische Islam“, der „revolutionäre Islam“, bzw. „der politische Islam“. … Schließlich wollte ich zu Gamal ad-Din al-Afghani, dem Begründer der modernen, revolutionären Reformbewegung zurückkehren, die zum Projekt eines Islam gegen den Kolonialismus von außen und die Despotie im Innern geworden ist.

Aber es gibt keine zufrieden stellende Bezeichnung. Insofern ist der Name nicht wichtig, obwohl er viel Protest hervorruft.

Der Unschuldsengel provoziert, meint es aber gar nicht so.

Manchmal, wenn ich mit den Menschen aus dem Volk, auf den Dörfern, zusammen bin, also aufs Land gehe,

Et in Arcadia ego. Die lärmende Stadt verlassen, zurück zu den bäuerlichen Ursprüngen, da wo die Menschen noch ohne Heimtücke sind, echt und anständig.

Mit der im Dialogbetrieb mittlerweile häufigen, beim Realislam zwischen al-Maududi und Erbakan schlicht als faktenwidrig erkennbaren Behauptung, es gebe mehrere Islams (oder sagt man Islame?), reist der schariatreue und sozialistische Theoretiker auf den abgelegensten ägyptischen Bauernhof, um einem Melonen- und Hühnerzüchter die Frage zu stellen, welcher Islam denn dem Volk am besten dienen kann und wie dieser Islam denn heißen soll. Die Botschaft kam nicht nur aus dem Dorf oder aus dem Dorfkern, nein, von einem unverbildeten, archaischen, gleichwohl empfindsamem Geist „aus den Tiefen des ägyptischen Dorfes“, gleichsam aus der Zeit des Hanifen Abraham also:

Ein Bauer aus den Tiefen des ägyptischen Dorfes stand einmal auf und antwortete: „Professor, warum nennen Sie ihn nicht die islamische Linke?“ … Das war ein Bauer, der weder lesen noch schreiben konnte.

Hanafi gibt sich ohne Absicht. Fern habe ihm der Gedanke gelegen, der durchtriebene Schöpfer einer Vermarktungsstrategie namens Linksislam zu sein oder ein Kunstprodukt entworfen zu haben, um die unkontrollierbare ägyptische Linke der nach Beate Sträter oder Sabine Schiffer „antikolonialistisch und befreiungstheologisch“ geprägten Muslimbruderschaft an die gegenmoderne islamische Bewegung anzuschließen.

Einem unverfälschten Naturburschen also kam die Eingebung. Ja, der „linke Islam“ ist urig, maskulin und unverfälscht wie ein wettergegerbter Kameltreiber, die „islamische Linke“ ist keine Kopfgeburt, sondern etwas Kerngesundes. Internationale Standards brauchen unsere Bauern nicht, vor siebzig oder achtzig Jahren hätte man zwischen Rhein und Elbe gesagt: unsere arischen Bauern.

Reaktionären Kitsch aus der Blut-und-Boden-Ecke gibt es offensichtlich auch am Nil und auf islamisch.

die Bezeichnung „islamische Linke“ [ist] bei den Institutionen und Parteien nicht beliebt …, bei der Bevölkerung Ausdruck ihrer unterdrückten Wünsche.

Ein Hauch von den Erkenntnissen eines Sigmund Freud scheint hier wirksam zu sein. Wir können endlich werden, was wir halb bewusst und wer wir insgeheim bereits seit langem sind. Großer Hassan Hanafi, sei für uns authentisch. Führe uns zurück zum Ägyptisch-Eigentlichen, zur naturgemäßen Lebensweise, zum (wie zufällig völlig schariakonformen) Menschsein.

Zurück zur Natur, zurück zum Islam:

Die Massen der arabisch-islamischen Welt wenden sich von der Säkularisierung ab, die nur die Intellektuellen verstehen.

Dabei ist man, die eingebaute „Mittigkeit“ der wasaṭīya erlaubt es, vollendet moderat, versteht aber auch die Radikalen sehr, denn als koranbasierter Herrenmensch hat man Herz, ohne politisch gegen die den Unverständigen grausam erscheinenden Todesstrafen des ḥadd oder das Talionsrecht des qiṣāṣ sein zu müssen:

Sie wenden sich aber auch von den fundamentalistischen Bewegungen ab, die nur die nachvollziehen können, die in den Gefängnissen gefoltert worden sind.

Die islamische Linke … [ist] etwas, das in sich beide Legitimitäten vereinigt, die der Vergangenheit und die der Gegenwart, des Glaubens und der Revolution, des Jetzt und des Gestern … wenn dies nicht gelingt, dann haben wir die feindlichen Brüder vor uns, den blutigen Kampf zwischen Säkularisten und Fundamentalisten.

Hanafi könnte sich selbst beauftragt haben oder von der Muslimbruderschaft beauftragt worden sein, die ägyptische Linke handzahm und bei Laune zu halten und sie für die nach pakistanischem oder iranischem Vorbild zu gestaltende Transformation Ägyptens in eine Art von Islamischer Republik mit vollumfänglich implementierter Scharia nutzbar zu machen.

Einerlei, wie kommunistisch oder atheistisch der Säkulare denkt und wie allahkratisch und gewaltbereit der Dschihadist, Hanafi bringt die beiden Partner an den Verhandlungstisch und macht ihnen das schlechte Gewissen, bei einem Kooperationsabbruch den jeweiligen „Bruder“ frevlerisch zu misshandeln. Die Säkularen oder Sozialdemokraten dürfen also eine Truppe der gesamten islamischen Armee stellen und mögen sich mit dem Aufbau einer kleinen Fraktion in der nachrevolutionären Schura zufrieden geben.

Al-Afghani und sein Projekt gehören zur islamischen Linken – der Islam in der Konfrontation mit dem Kolonialismus von außen und der Despotie im Innern.

Besonders überzeugend ist das nicht, nicht nur Säkulare halten den jenseitszentrierten al-Afghani in erster Linie für einen Reaktionär. Die evangelische Bonner Pfarrerin Dr. Beate Sträter, einst als Islambeauftragte zuständig für die König-Fahd-Akademie, verglich die Muslimbruderschaft in ihrer Dissertation mit dem linken Ansatz der südamerikanischen Befreiungstheologen und betonte die angebliche Nähe zwischen Sayyid Quṭb und Leonardo Boff. Dieses Muster noch etwas weiter überdehnend lässt sich ein Antiimp Chomeini als vorbildlicher Marxist erkennen.

Mit der kulturrassistischen Scharia hat Hanafi kein Problem.

Muhammad Abduh versuchte zu zeigen, dass die Revolution lange Zeit braucht; daß sie eine Revolution der Erziehung und Bildung, der Sprache ist; sie muß eine Reform der Moscheen und der Gerichte umfassen, vor allem der al-Azhar. Die Revolution kann nicht als Putsch stattfinden.

Eine richtige Revolution ohne richtigen Putsch? Hier müsste eigentlich der dümmste Revoluzzer merken, dass er für eine neue Herrschaft eingespannt wird.

Nun dürften freiheitliche Demokraten sicherlich grundsätzlich ebenso gegen einen jeden bewaffneten Umsturz eingestellt sein, doch will Hanafi unblutig und mit links-nationaler Begeisterung ein islamofaschistisches Regime errichten. Hanafi will Allahs Gesetz verstaatlichen, möchte angeblich gegen den traditionalistischen Klerus (im Iran geschah die Revolution mit dem schiitischen Hochklerus) vorgehen, aber die Azhar selbst soll natürlich bestehen bleiben.

Von allem etwas: sozialdemokratische islamische Revolution, aber bitte ohne echte Revolution, pädagogisch gezähmte Dauerrevolte, aber keine universellen Menschenrechte, verstaatlichte Geschichtsverklärung, aber modernste Technologie. Ein roter Muslim stehe Polygamie und neunjähriger Ehefrau ebenso aufgeschlossen gegenüber wie der korangemäß halbierten Erbschaft für die Schwester gegenüber ihrem Bruder. Auch gegen das Kopftuch soll ein Aktivist des Linksislam offensichtlich nicht andenken.

Nach der kemalistischen Revolution in der Türkei fürchtete sich Rashid Rida, Abduhs Schüler, vor der Revolution der Säkularisten. Er wich ab vom Konzept der Revolution und kehrte zum Konzept der salafiyya zurück … Hassan al-Banna versuchte, in den 40er Jahren erneut zum aktiven politischen Islam zurückzukehren. Aber der Konflikt zwischen den Muslimbrüdern und der Revolution (von 1952) trieb die Muslimbrüder in die Gefängnisse. Aus den Leiden der Folter trat ein rachedürstiger, zorniger Islam hervor … vielleicht weiß dieser Islam … gar nicht, was er genau will. Vielleicht ist die Gottesherrschaft, hakimiyya, nur eine negative Reaktion auf alle säkularen Richtungen.

Vielleicht sind die massenhaften Morde, die Feldherr Mohammed angeordnet hat, nichts als eine Reaktion auf die gottvergessene Lebensweise der Araber und, natürlich, der Juden.

Die Außenwelt sei schuld am Dschihadismus. Zum Anspruch der irgendwie zerstörerischen Herrschaft Allahs orakelt Hanafi:

Aber wenn man nachfragt: Was bedeutet „Gottesherrschaft? wäre er unfähig, eine Antwort zu geben. Es ist ein destruktives Element, mit dem alle Herrschaftsformen zerschlagen werden sollen, die der islamistischen Bewegung Leid zugefügt haben.

Die Muslimbrüder hätten sich hängen lassen und kein Konzept von Staatsführung zustande gekriegt. Für derartig desorganisiert sollte man die Muslimbruderschaft, welcher Ex-Muslimbruder oder Noch-Muslimbruder Hassan Hanafi trefflich zuarbeitet, nicht halten.

Das gleiche Straucheln ereignete sich in der liberalen Strömung. Wenn wir einen Blick werfen auf das, was Tahtawi in seinem Buch „manahig al-albab al-misriya fi mabahig al-adab al`asriya“ geschrieben hat, und es mit dem vergleichen, was die neue Wafd-Partei von sich gibt, die ja den ägyptischen Liberalismus repräsentiert, dann finden wir, daß das Nationalgefühl bei Tahtawi den Islam und die Moderne umfaßt als Grundlage des liberalen Staates, der Gewaltenteilung, der Prinzipien der französischen Revolution, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.

Um zu verhindern, dass die liberalen Ägypter in der kulturellen Moderne ankommen, wirft Hanafi ihnen vor, ihre eigenen Werte und Standards inzwischen verraten zu haben. Dass Allahs Gesetz nicht die Gleichheit heiligt, sondern die Ungleichbehandlung jeder Frau und jedes Nichtmuslimen, vernebelt der Ägypter. Dem europäischen Publikum streut er den Sand in die Augen, beides ginge zusammen, Bürgergesellschaft und angewendetes Islamisches Recht, eine koranbasierte Pädagogik oder korantreue Soziologie und die Forderungen des späten Achtzehnten Jahrhunderts. Hanafi lügt uns ins Gesicht, er weiß genau, dass mit der Scharia die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte nicht zu machen ist, doch soll der fremdenfreundliche linke Gutmensch gefälligst der Tatsache „tolerant“ gegenüberstehen, dass in Europas segregierten Straßenzügen die Menschenrechte und Bürgerrechte der Scharia nachgeordnet werden, was natürlich, vorerst lediglich im Personenstandsrecht (Vielweiberei) und überhaupt im Familienrecht (Aufenthaltsbestimmungsrecht über das Kind liegt beim Vater und dessen Sippe) die Rechtsspaltung bedeutet. Die AEMR könne sich im so ganz „anderen“ Afrika und Asien keine Gültigkeit anmaßen, wer das fordere, sei ein Eurozentrist und damit ein Rassist.

Der Verdacht drängt sich auf, dass die radikalislamische Bewegung sich zu Propagandazwecken eines Professors bedient, um die islamimmanente Deklassierung der Frau politisch weltweit durchzusetzen und die Europäer darauf einzustimmen, die universellen Menschenrechte als für den Orient nicht anwendbar zu betrachten. Ganz erfolglos ist Hanafi nicht gewesen, wenn halbwegs informierte und ziemlich einflussreiche Menschen wie Pöttering oder Horst Köhler dem deutschen Souverän, immerhin noch das deutsche Volk, ungefragt verkündigen, der Islam sei eine „im Kern friedliche Religion“. Der ehemalige Bundespräsident Köhler ist von Hasan Hanafi begeistert („einer der bekanntesten islamischen Philosophen unserer Zeit. Seit vielen Jahren prägt er sowohl die Debatten innerhalb der islamischen wie auch jene mit der westlichen Welt. Er setzt sich für ein islamisches Modernekonzept ein und … war Berater des InterActionCouncils, dem u.a. Helmut Schmidt und Hans Küng angehören“) ließ ihn am 20.10.2009 in Schloss Bellevue reden (11).

Ägyptens Liberale drohen aus der Reihe zu tanzen und für den politischen Islam nicht länger als Truppenbestandteil einsetzbar zu sein, weshalb Hanafi zum angeblich tragischen Verlust der kulturellen Wurzeln bei den prominenten Anhängern des ägyptischen Liberalismus klagt:

Schon bei Lutfi as-Sayyid tritt diese Verbindung ein wenig in den Hintergrund. Er isoliert sich vom kulturellen Erbe des Islam und wendet sich der Antike zu.

Das geht doch nicht, der Lutfi as-Sayyid kann uns hier doch nicht aus der Reihe tanzen. Die schöne Schlachtordnung ist im Eimer.

Antike ist ganz schlecht, dass ist schließlich Dschahiliyya. Aristoteles und Platon darf der zu muslimisierende Ägypter schließlich nur mit einer druckfrischen Fatwa lesen.

Bei Taha Hussein ist es noch stärker

Es. Das Grauen.

Bei Taha Hussein ist es noch stärker, wenn er in seinem Buch „Die Zukunft der Kultur in Ägypten“ aufzeigt, daß die eigene Zivilisation Teil der westlichen Zivilisation des Mittelmeeres ist, weit entfernt von Iran, Indien und Japan.

Das ist ganz schlimm, weit entfernt von Ayatollah Chomeini.

Hanafi will die islamische Abschottung gegenüber allen weltbürgerlichen Standards und sagt ungefähr: Diese gefährlich verunreinigte mittelmeerische Kultur könnte schließlich das Römische Recht beinhalten, das wenigstens den Männern ungeteilte staatsbürgerliche Rechte gewährt, damit wäre die edle Dhimmitüde nicht umzusetzen. Der Grieche Plethon war doch wohl unzweifelhaft ebenso mittelmeerisch wie Manuel II Paläologos oder der Ägypter Farag Fauda. Nein, dieses Mittelmeer ist jugendgefährdend, sogar die Barbareien namens Renaissance, Aufklärung, Demokratie, Psychoanalyse und Totalitarismuskritik sickerten ans Mittelmeer.

Die neue Wafd-Partei … scheut sich nicht, mit dem Kapitalismus zusammenzuarbeiten gegen den Nationalstaat, den Sozialismus und die wichtigsten Errungenschaften der ägyptischen Revolution.

Diese Verräter, wo Allahgott und Mohammed doch die Nation verherrlichen, wo das Kalifat doch das weltweit einzige jemals vollumfänglich erfüllte sozialistische Staatsprogramm darstellt und wo „die wichtigsten Errungenschaften der ägyptischen Revolution“ doch im Scharia-Familienrecht und im wieder entdeckten islamischen Bewusstsein der ägyptischen „Gesamtbevölkerung“ bestehen, zu der auch die Kopten gehören, die man im Alltag freilich ein wenig diskriminieren darf.

In was für Zeiten müssen wir leben, vor dieser Gottvergessenheit und Vaterlandslosigkeit schreckt nicht einmal die irgendwie westlich angekränkelte Wissenschaft zurück:

Wenn wir die dritte Strömung betrachten, die wissenschaftliche Strömung, von Shibli Shemayel, Farah Antun und Nicola Haddad, … dann finden wir das gleiche Phänomen, Die erste Generation machte einen guten Anfang; … bis wir vor einer Art Zusammenfügung von Wissenschaft und Glauben stehen wie bei Mustafa Mahmud. Man weiß nicht, ob das Wissenschaft oder Glauben ist, Übernahme aus den westlichen Wissenschaften, umhüllt vom Glauben der Muslime. Wir sind dann weder Wissenschaftler noch Gläubige.

Der ägyptisch-muslimische Endverbraucher soll es jetzt ein wenig mit der Angst zu tun kriegen: Wenn „wir“ internationale wissenschaftliche Standards verteidigen, sind wir vielleicht bereits unmoralische Apostaten. Der Ausweg sei die „islamische Wissenschaft“ und das permanente öffentliche Bekenntnis jedes „Wissenschaftlers“, ein gottesfürchtiger Muslim zu sein.

Und Hasan, der weise Denker aus dem Lande der Pyramiden, warnt den Schüler:

Mein kleiner Ägypter, misstraue dem Sumpf des Rationalen! Wage dich nicht zu weit vor in die Abgründigkeit des wissenschaftlichen Denkens!

Angesichts dieser Erscheinung haben wir auch hier gut angefangen und schließlich verloren.

Wir Vermessenen, unser Tun war nicht ausreichend koranbasiert.

Die islamische Linke hat versucht, eine neue Runde einzuläuten, der arabischen Renaissance neues Leben einzuhauchen, der Reformbewegung und dem Liberalismus Leben einzuhauchen

Einen Augenblick bitte, wenn hier einer haucht, dann doch wohl Allahgott. Ach so, Hanafi haucht für die Gottheit.

Den Sozialismus hat er auch gleich gerettet, das ist enorm.

Kulturheros Ḥasan Ḥanafī beschert uns Ägyptern eine Zukunft der Wissenschaftlichkeit, des Nationalstolzes, des Sozialismus und des Liberalismus, und das alles mit dem einen, dem einzigen Programm der Wäsche und Hirnwäsche, dem Schariaprogramm. Aber ach, al-fitna dräut allerorten:

der blutige Konflikt zwischen den verfeindeten Brüdern, zwischen Säkularismus und Fundamentalismus. Die Gemeinde (umma) ist in zwei Parteien gespalten

Gespaltenheit ist etwas Schreckliches, denn wer nicht der Hizb Allah angehört, muss doch wohl ein Parteigänger der Hizb Shaytan sein, die seit einigen Jahrzehnten bereits Ägyptens Sozialismus, Liberalismus und Wissenschaft unterwandert.

Die Massen wissen nicht, worin sich beide einig sind und worin sie sich unterscheiden.

Die Masse ist doof und bedarf der täglichen Rechtleitung durch Islamphilosophen und koranlesende Wissenschafts- und Vaterlandsfreunde wie Hassan Hanafi.

Die islamische Linke … ist eine historische Strömung. Vergleichbare Strömungen finden wir in der islamischen Revolution im Iran. Wir erleben eine Stärkung der islamistischen Bewegung in Ägypten, im Sudan, in den Maghrebländern Marokko, Tunesien und Algerien, in Jordanien, im Libanon und im Irak. Aber auch im Ausland, in Paris und London … unter den Muslimen dort … Alle meinen, vielleicht nur als undeutliches psychisches Gefühl, daß der Islam vielleicht der Rettungsanker sein könnte. Auch in der Türkei erleben wir ähnliches.

Das den Staat reinigende islamische Fieber steige weltweit. Koranbasierte Ekstase hebt an, der Orgasmus der keuschen politreligiösen Verschmelzung ist nahe: Lasst uns alle gemeinsam ein großes Kalifat bilden. Und Allah helfe der Millî-Görüş-Bewegung bei der Re-Islamisierung des vom Virus der Verwestlichung erkrankten Kleinasiens.

Durch gewisse Umstände, vielleicht waren es die Kreuzzüge, verlor die islamische Zivilisation mit Beginn des 5.Jh [islamischer Zeitrechnung, also etwa ab 1025 nach Christus] und der Zerschlagung der rationalen Wissenschaften, der Hinwendung zur Ash`ariyya und zum Sufitum ihr Vermögen, Neues hervorzubringen. … [Mit Blick auf das islamische] 6./7.Jh [etwa auf die Zeit zwischen und 1200 und 1225 n. Chr.] … stellt sich die Frage, warum die arabische Zivilisation zusammengebrochen ist

Dieses authentisch islamische Selbstbewusstsein ist einfach unschlagbar: Neuneinhalb Jahrunderte lang den fränkischen Kreuzrittern die Schuld daran geben, das weltweite Schlusslicht der Kreativität und Forschung zu verkörpern. Hanafi ruft zur Rache auf, islamische Wissenschaft und islamische Technik sollen in naher Zukunft, einem machtzentrierten, zyklischen und geheiligt sadistischen Geschichtsverständnis verhaftet, dazu dienen, die Nichtmuslime zu beherrschen.

Die als Waise aufgewachsenen oder die verstoßenen und nicht wieder aufgenommenen muslimischen Kairoer Frauen „ohne einen Namen“, die nicht selten in die Bettelei sprich Prostitution gedrängt werden, sind dem Islamdenker, dem die „linken“ Angehörigen der Postmoderne zwischen Tokyo und Osnabrück applaudieren, völlig gleichgültig. Dass am Nil die Bahá’í die „Wahl“ haben, in ihren ägyptischen Ausweispapieren im Feld Religionszugehörigkeit ihr Kreuz bei muslimisch, christlich oder jüdisch zu machen, bereitet Allahs akademischem Sozialisten keine schlaflosen Nächte, denn schließlich ist der Islam jetzt auch links.

Der Islam, der im Koran angelegte Herrschaftskult, in welchem Gläubigkeit mit Gehorsam identisch ist und die Frau emotional und juristisch herabgesetzt werden muss, erweist sich Nichtmuslimen, Ex-Muslimen oder muslimischen Säkularen gegenüber leider nach wie vor als zur Begegnung auf Augenhöhe unfähig. Muslimbruder Hanafi will das Kalifat und die Scharia und hätte von den Europäern, Nordamerikanern und Japanern bereits vor Jahren als eine Gefahr für ihre freiheitliche Lebensweise erkannt werden müssen.

Auf jeden Fall muß man konstatieren, daß die islamische Linke ein einheimisches Phänomen ist

Frei von Fremdverunreinigung.

Die islamische Linke … ist verpflichtet der Sanusiyya-Bewegung und ʿUmar al-Mukhtar in Libyen, der Mahdiyya im Sudan, der algerischen Revolution und dem Bund der algerischen Ulemas, auch Bashir al-Ibrahimi und der Revolution des Rif in Marokko, den Muslimbrüdern in Ägypten und in der restlichen islamischen Welt.

Weltweite islamische Linke = weltweite Muslimbruderschaft?

Die islamische Linke ist an drei Fronten tätig, die gleichsam wie ein gleichschenkliges Dreieck angeordnet sind. Jede Front dient der anderen, wie eine Armee, die an drei Fronten zugleich aktiv ist. Jede Front bereichert die andere.

Auf Kosten der Nichtmuslime und der säkularen Muslime, versteht sich.

Die erste Front ist das historische Erbe. … die Wirklichkeit zwingt mich, bei dem zu beginnen, was die Menschen in Bewegung setzt. Der Rationalismus, die Menschenrechte sind es im Westen

Ja, Westler, seien wir gemeinsam bewegt, solange wir nur unterschiedlich bewegt sind! Euch verzücke die AEMR, uns die Scharia!

Das kulturelle Erbe ist nichts Versteinertes, es ist veränderlich und erneuert sich ständig.

Die Flexibilität der Scharia ist die Kontinuität der Ungleichbehandlung der Frauen und Nichtmuslime auch bei politischem Gegenwind.

Zu den wichtigsten Elementen der Koranwissenschaft gehören asbab an-nuzul, die Ursachen der Offenbarung. Was bedeutet asbab an-nuzul? Wir sind Philosophen. Die Ursache der Offenbarung bedeutet, daß die Wirklichkeit Priorität vor dem Denken hat.

Wie wahr, und wie an der Ampel: Für Vertreter des organisierten Islam hat die Schariawirklichkeit die Vorfahrt gegenüber der Tatsache. Die Tatsache hat im Straßenverkehr der Globalisierung rot, besser ist das, die Scharia grün.

Hanafi behauptet natürlich, Koran und Scharia würden der Authentizität und Spontaneität gerecht werden und das wissenschaftliche Denken, wir kennen das aus der Debatte um das deutsche Lehrerinnenkopftuch, sei zu wenig „flexibel“, zu wenig auf den „Einzelfall“ bezogen.

Ein Ereignis findet in der Gesellschaft statt.

Allah denkt eben sehr sozial und ist darüber hinaus auf menschliches Personal angewiesen, um zu Erhöhen und zu Erniedrigen.

Dann kommt die Offenbarung und legt eine von vielen möglichen Lösungen nahe. In der Regel ist es die Lösung ʿUmars, d.h. am Anfang steht das soziale Geschehen.

Der Sturz der deutschen Sozialarbeit in die (paradoxerweise unduldsam proislamistische) Beliebigkeit führte über das Protest-Camp in Gorleben und Hasselbach und über das Urschreiseminar bis hin zur Klientenzentriertheit: „Was fühlst du? Leben ganz im hier und jetzt. Einerseits, andererseits. Nett, das wir drüber gesprochen haben.“ So ausgebildet lässt sich freilich für jeden Arbeitgeber „konfliktfrei“ tätig werden, demnächst auch für Moscheeverein oder Muslimbruderschaft. Woodstock goes Caliphate.

Bei der Frage nach den Ursachen der Offenbarung brauche ich keinen Marxismus. Die Grundlage der Offenbarung ist die gesellschaftliche Wirklichkeit.

Hierzulande reitet insbesondere Schariafreund Mathias Rohe auf den Europa irgendwie mit Glück beschenkenden asbab an-nuzul, auf dem Begriff des Offenbarungsanlasses herum.

Nehmen wir die Wissenschaft von der Biographie des Propheten (sira). Warum muss ich mich auf die Person des Propheten konzentrieren?

Genau, Mohammedforschung ohne Mohammed, Islam ohne Allah, alles ganz spontan und sozialpädagogisch. Schließlich geht es um uns alle und gebärdet sich Ḥasan Ḥanafī als Gemeinwesenarbeiter.

Achtung, der pure Forscher bricht in Hanafi durch:

Ich wende mich nun den reinen Wissenschaften zu

Das kann ja heiter werden.

Warum sind Offenbarung, Vernunft und Natur auseinandergefallen? … Wir erachten die Offenbarung als gegen die Vernunft und die Natur gerichtet.

Das Kalifat wird diese Splitter wieder zusammenschmieden, dann werden Präsident und Bürgermeister in ihrer Dienstzeit endlich wieder die Wahrheit verkünden und dann werden die Aussagen der Universitätsgelehrten endlich wieder unser aller Seelenheil sichern.

Ich hatte ja erwähnt, daß die islamische Linke an drei Fronten gleichzeitig aktiv ist. Die erste ist die des kulturellen Erbes. Die zweite ist die des abendländisch-westlichen Erbes. … Die ehemalige Sowjetunion ist Teil der westlichen Zivilisation und Kultur. … Auf jeden Fall ist für die arabische Welt der Westen die Herausforderung. Er ist der Andere schlechthin.

Hanafis Kulturrassismus wird geopolitisch, der Orient als angestammter Raum der Seelenrettung, der Westen als der Weltregion gewordene Satan.

Die islamische Linke versucht, die Frage als einen Diskurs zwischen dem Ich und dem Anderen zu formulieren. Das Ich ist das kulturelle Erbe, das noch lebendig ist, das Andere ist das westliche Erbe.

Der Torrero erblickt den Stier. Wisse, Koranschüler, wo der Feind steht.

Deutschland kennt derlei seelische Geometrie aus der Zeit um 1930 als die Definition des „Entarteten“ etwa in der Kunst oder als das Wort, welches der von der kulturellen Moderne universeller Menschenrechte tief verunsicherten teutonischen Seele Orientierung bietet: „Die Juden sind unser Unglück“.

Jede Zivilisation ist lokal.

Menschlichkeit darf nach Ḥasan Ḥanafī eben nie global sein, Muslimbruder Ḥanafī ruft dazu auf, den Gedanken der weltweiten Zivilisation mit allem Einsatz zu boykottieren.

Ein europäischer, nichtmuslimsucher Kulturrelativist hat hier keine „Probleme“ und kann seine Haltung dem Islam gegenüber als „tolerant“, „friedenserhaltend“ und „funktional“ verstehen.

Wie ein Professor es um die Jahrtausendwende seinen Studenten, angehenden Sozialpädagogen und Sozialarbeitern, sagte: „Individuelle Intelligenz ist das Funktionale, das an wechselnde Bedingungen Angepasste, sei intelligent bedeutet also: passe dich an!“ Der Doktor der Psychologie, über Religion verlor er nie ein schlechtes Wort, hätte uns ja vielleicht auch in den Jahren 1932 bis 1934 zu einer auf „Funktionalität“ basierenden Intelligenz geraten und fraglos zu denen gehört, die „auf der sicheren Seite“ stehen.

Wer von sich behauptet, seine Zivilisation sei international, der beherrscht lediglich die Medien. … Es ist an der Zeit, subjektiv und wissenschaftlich zu werden, und den Westen in einen Forschungsgegenstand zu verwandeln. … Wie ist die Struktur des Westens? Wie denkt er? … Was wird aus dem Westen? … Das ist die zweite Front, an der wir tätig sind.

Wie der im Jahre 1111 verstorbene al-Ghazali es tat: Das fremde Denken studieren – um es zu zerstören.

zur dritten Front. … die direkte Theoriebildung über der Wirklichkeit. … Es handelt sich um die Fähigkeit, einen Text zu schaffen und nicht nur Texte zu lesen oder zu interpretieren.

Hanafis Textgewebe analysieren wir gerade und stellen fest, dass er den männlichen Muslimen ein Kettenhemd der Verweigerung der Menschenrechte und insbesondere der Frauenrechte geflochten hat, allen Muslimen eine Sklavenkette und Fußfessel geschmiedet, welche gerade auch den „zu muslimisierenden“ Kindern und Jugendlichen ein freies Umherlaufen auf dem Planeten und ein Einfordern von allgemeinen Menschenrechten verhindern soll.

Die Wirklichkeit, die mich umgibt, stellt sieben Herausforderungen an mich.

Erstens die Befreiung der Heimat. Palästina ist besetzt

Ḥasan Ḥanafī sagt: Israel ist zu zerstören.

Die zweite Herausforderung an uns ist die Freiheit des Bürgers. … Wie schaffe ich [in den Gefängnissen] die Folter … ab? … “La ilaha illal-lah“. … Das ist die Formulierung von Sayyid Qutb in seinem Buch “al-`adala al-islamiyya“ (Islamische Gerechtigkeit). „Keinen Gott“ bedeutet, ich tilge aus meinem Bewußtsein alle falschen Götter. „Außer Gott“ heißt, … Gott ist die Freiheit. Mit … „Es gibt keinen Gott außer Gott“ sage ich, Er, der Herr dieses Hauses, möge zurückkehren.

Von der Demokratie zur Allahkratie. Nicht das Volk, Allah ist der Souverän.

Die dritte Frage ist die soziale Gerechtigkeit.

Der vollumfänglichen Scharia.

Die vierte Herausforderung ist die Wiederherstellung der Einheit angesichts der Zersplitterung. Wir bilden eine Nation, all diese Grenzen sind künstlich gezogen.

Der arabische Raum als Großislamisches Reich.

Die fünfte Herausforderung ist die Wahrung der Identität gegen die Verwestlichung. Schauen Sie sich Kairo oder jede andere Stadt bei uns an. Ist das noch eine arabisch-islamische Stadt? … Ich verteidige die Sache der Identität mit Muhammad Iqbal.

Kampf gegen McDonald`s, Coca Cola & Mickey Mouse.

Statt dessen: Halal Food, Mecca Cola, Nahool und Farfur.

Die sechste Herausforderung ist die Entwicklung. Wir sind immer noch von anderen abhängig bei den Nahrungsmitteln, der Kleidung und den Waffen

Den Rest der Welt wirkungsvoller erpressen können. Die europäische politische Linke mag dieses uns an das Autarkiekonzept der frühen NSDAP erinnernde Ideal als „Entkolonialisierung“ zu feiern.

Die siebte und letzte Herausforderung ist die Mobilisierung der Massen. Wie kann ich die Menschen für das nationale Projekt der islamischen Linken gewinnen? Die islamische Linke drückt die Gefühle der Menschen aus für ihre Mission in der Geschichte und für die Sicherheit, die sie anstreben.

Das geht nun mal nicht ohne einen Führerkult. Alle im gleichen Takt marschieren lassen, den Abweichler in die Marschformation zurück zwingen.

Die säkulare Muslima Ümmühan Karagözlü attestierte: Du bist nichts, die umma ist alles.

trotzdem hat die islamische Linke ein Arbeitskonzept entwickelt: Pluralität auf der Ebene der Theorie, Einheit von Programm und den gemeinsamen nationalen Zielen.

Der Muslimbruder.

Die islamische Linke kann das Denken nicht vereinheitlichen. Sie erkennt die Pluralität an.

Diversity … innerhalb der von der Scharia vorgegebenen Grenzen.

Getrennt marschieren, vereint schlagen: Die vier politischen Strömungen Ägyptens müssen unter der Fahne des Islam vereinigt werden.

Es gibt die islamistische Bewegung, … die liberale Strömung, … die marxistische Bewegung, … [und die] arabisch-nationalistische oder nasseristische Bewegung. … Ich erlaube den Pluralismus auf der Grundlage der Einigkeit über diese sieben Herausforderungen.

Alles andere Denken ist unzulässig, Israelsolidarität etwa ist verbotenes Denken und darf vernichtet werden.

Ḥasan Ḥanafī macht seinen auf die Errichtung eines nahöstlichen Großkalifats zielenden Vorschlag nach einem arbeitsteiligen Vorgehen an einem Beispiel erklärlich, an Punkt Eins des Sieben-Punkte-Programms, der Zerstörung Israels:

Wer Palästina im Namen des Islam befreien will, wie Hamas das tut, ist willkommen. Wer Palästina im Namen des Liberalismus und der Freiheit des palästinensischen Volkes befreien will, ist ebenfalls willkommen. Wer Palästina im Namen der arabischen Nation befreien will, ist ebenfalls willkommen. Wer Palästina im Namen des internationalen Proletariats und der Rechte der arabischen Arbeiter … befreien will, ist ebenfalls willkommen.

Ich will, daß die islamische Linke auf den Schultern eines jeden getragen wird, wenn sie jemals regieren sollte, da sie eine Lösung für die Krise des Menschen und der Herrschaft ist.

Die Islamische Republik ist für alle da, jeder ist zum Tragen des Gemeinwesens berechtigt.

Und verpflichtet.

Jacques Auvergne

(1) Caryle Murphy: »Passion for Islam. Shaping the Modern Middle East: The Egyptian Experience« (2002). Student und Muslimbruder Ḥasan Ḥanafī half bei Geldsammlungen für die Familien der inhaftierten Muslimbrüder, “[he] was an active member of the organization while attenmding Cairo University”

http://books.google.com/books?id=Rjj48T4zrb8C&pg=PA220#v=onepage&q&f=false

(2) Four Seasons Hotel, Doha, Qatar

http://www.fourseasons.com/doha/

Ballsaal al-Mirqab

http://www.fourseasons.com/doha/weddings/function_rooms_and_settings/al_mirqab_ballroom/#image-doha-hotel-DOH_110

(3) Georgetown University, Qatar. CIRS – The Center for International and Regional Studies, Georgetown University School of Foreign Service in Qatar, P.O.Box 23689, LAS Building, Education City, Qatar Foundation, Doha, State of Qatar

http://cirs.georgetown.edu/52945.html

(4) Georgetown University, Qatar. Innovation in Islam Conference Launched: Two day -long conference discusses civic, political, and cultural life in Islamic society. The Center for International and Regional Studies at the Georgetown University School of Foreign Service in Qatar (SFS-Qatar) opened its annual academic conference entitled “Innovation in Islam.”

http://sfs.georgetown.edu/qatar/49805.html

(5) Alain Navarro, aus Kairo, bei »Middle East Online« am 02.10.2006. Der junge Ḥasan Ḥanafī war Muslimbruder. »Egypt professor compares Koran to supermarket. Hanafi’s remarks about Islam’s holy book spark fierce demands from his fellow Muslims he retract them«

„Hanafi, who received his doctorate from the Sorbonne and has taught in Europe and the United States, was close to the fundamentalist Muslim Brotherhood in his youth. After passing through a phase of leftist leanings, he became one of the leading thinkers in the contemporary movement that posits a revolutionary political activism rooted in study of the Muslim scriptures. Rarely do other thinkers publicly side with him, but one of them is Gamal al-Banna, a Muslim reformist and, ironically, younger brother of Muslim Brotherhood founder Hassan al-Banna.“

http://www.middle-east-online.com/english/?id=17686

(6) Hasan Hanafi. Hassan, anglisiert; nahöstlich auch Hanfi. Biographie

http://www.answers.com/topic/hassan-hanafi

(7) Zwar nicht Toulouse, aber dafür gleich in Japan (2007)

http://www.youtube.com/watch?v=OlAyzz001RQ

09.04.2007, Hassan Hanafi: »From Fundamentalism to Post-Fundamentalism«, oder auch nicht inshallah!

http://www.youtube.com/watch?v=ryGYoGBQDyw&NR=1

02.-04.10.2009, »Edmonton, Alberta, USA. Cultures in Conflict or Dialogue? Alternative Models«, da wird Polygamie, Tschador und Dhimmitude zur Alternativkultur.

http://www.youtube.com/watch?v=JecGImVX0Ls&feature=related

Gesetze, Wissenschaft, Erfindungen, steht alles auch im Koran. Von den Griechen, Chinesen und Indern hat das alte Kalifat nichts übernehmen müssen. Auch Abraham war Muslim. Und eure Renaissance habt ihr sowieso von uns Arabern. »1001 Inventions: Muslim Heritage in our World«

http://www.1001inventions.com/

Allen Fortschritt verdankt die Menschheit dem Islam. Königliche Volksverblödung mit großzügiger Billigung der Foundation for Science Technology and Civilisation (FSTC, Präsident ist Salim al-Hassani). Die Seite »Muslim Heritage« zitiert einen Islamschmeichler namens Prince Charles: “If there is much misunderstanding in the West about the nature of Islam, there is also much ignorance about the debt our own culture and civilisation owe to the Islamic world”und stellt die die auf die europäische Renaissance bezogene und nur rhetorisch zu verstehende Frage: “Did modern Civilisation really rise from nothing?”

http://www.muslimheritage.com/about/default.cfm

(8) Robert Redeker bei: SPIEGEL-online vom 29.07.2007, »Leben mit der Fatwa«, gekürzt und deutsch von Philipp Reuter. „Ein islamkritischer Artikel reichte aus, um zum Todes-Kandidaten zu werden: Der Philosoph Robert Redeker nahm im „Figaro“ kein Blatt vor den Mund – und musste abtauchen. Dem Magazin „Gazette“ erzählte er die Geschichte seiner Verfolgung.“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,496745,00.html

Zu Robert Redeker, bei Gudrun Eussner. Texte zu Robert Redeker finden sich von hier aus.

http://www.eussner.net/artikel_2007-06-28_17-41-09.html

Robert Redeker: »Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre?«, der für ein freiheitlich bleibendes Europa und Nordamerika unverzichtbare und zentrale Text erschien am 19.09.2006 in »Le Figaro«. Aus der Homepage von Robert Redeker.

http://www.redeker.fr/crbst_82.html

(9) »A Common Word Between Us and You«

http://www.acommonword.com/index.php?lang=en&page=signatories

(10) Anke von Kügelgen: »Averroes und die arabische Moderne: Ansätze zu einer Neubegründung des Rationalismus im Islam«, bei: Brill, Leiden New York Köln 1994, Seite 207: „Die iranische Revolution begrüßte Ḥanafī zunächst emphatisch mit der Edition zweier Schriften Khomeinis, äußerte aber auch hierin schon Kritik an der … antiwestlichen Haltung und wandte sich … bald wieder von Khomeini ab.“ Hanafis Denken etwa zu den Begriffen „Erbe“ und „Vaterland“ wird auf den Seiten 206 – 237ausgezeichnet dargestellt.

http://books.google.de/books?id=MOmaDq8HKCgC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

(11) Horst Köhler nennt den Islam eine „im Kern friedliche Religion“ und ist von Hasan Hanafi begeistert: „einer der bekanntesten islamischen Philosophen unserer Zeit. Seit vielen Jahren prägt er sowohl die Debatten innerhalb der islamischen wie auch jene mit der westlichen Welt. Er setzt sich für ein islamisches Modernekonzept ein und … war Berater des InterActionCouncils, dem u.a. Helmut Schmidt und Hans Küng angehören.“ Der einstige Bundespräsident ließ den ehemaligen aktiven Muslimbruder und heutigen großen Bewunderer der Muslimbrüder am 20.10.2009 in Schloss Bellevue auf der Podiumsdiskussion »Zukunft der Moderne« reden

http://www.bundespraesident.de/Journalistenservice/Pressemitteilungen-,11107.658077/Podiumsdiskussion-Zukunft-der-.htm?global.back=/Journalistenservice/-%2C11107%2C6/Pressemitteilungen.htm%3Flink%3Dbpr_liste

Demo am Tag der Deutschen Einheit in Berlin

September 29, 2009

ديمقراطية

dīmuqrāṭīya

Demokratie

Eine hervorragende und für unsere freiheitliche Lebensweise ausgesprochen dienliche Idee kommt von der grundsätzlich unterstützenswerten BPE / Bürgerbewegung Pax Europa:

Hiermit laden wir Sie herzlich zu folgender Veranstaltung von der Bürgerbewegung Pax Europa e. V. (BPE) ein:

»Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung«

Wann: Samstag, den 3. Oktober 2009, 14:00

Wo: Berlin, Breitscheidplatz (Gedächtniskirche)

Bitte kommen Sie und bringen Sie Ihre Verwandten und Freunde mit nach Berlin zu dieser Kundgebung Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung. Alle Freunde, Mitglieder, Sympathisanten und freiheitsliebenden Menschen sind dazu eingeladen, sich an dieser Veranstaltung zu beteiligen und mit uns gemeinsam gegen Totalitarismus, Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus, Unterdrückung und Scharia zu demonstrieren und so unseren Willen zum Erhalt unserer Freiheit und unseres demokratischen Rechtsstaates zu bekunden!“ (BPE)

Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung

Mitten in Europa fürchten Islam – Aussteiger um ihr Leben. Muslimische Frauen und Kinder werden durch Ehemänner und Verwandte brutal unterdrückt. Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Genitalverstümmelungen und körperliche Gewalt sind noch immer an der Tagesordnung. Moslemische Gegengesellschaften werden durch überdimensionierte Moscheebauten und Zwangsverschleierung gefördert. Der Druck, der seitens der meist aus dem Ausland gesteuerten islamistischen Verbände sowie ihrer Funktionäre und Helfer auf die zugewanderte und die einheimische Bevölkerung ausgeübt wird, nimmt stetig zu und behindert die erfolgreiche und dauerhafte Integration dieser Menschen von Generation zu Generation zunehmend. Immigranten, die den Zwängen der menschenverachtenden Scharia in ihren Heimatländern entkommen sind, werden mitten in Europa wieder von ihr eingeholt durch geduldete Schariagerichte und sogar eine Amtsrichterin, die es für richtig erachtet, dass Frauen sich von ihren Männern schlagen lassen müssen, falls sie Muslime sind. Während die Unterstützung islamistischer Organisationen, wie der HAMAS, mit „Juden ins Gas“-Rufen auf Demonstrationen straffrei bleibt, wird allein das Zeigen einer israelischen Fahne an gleicher Stätte hierzulande neuerdings wieder mit Geldstrafe bedacht.

Die BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA e.V. setzt ein Zeichen dagegen. Wir laden alle freiheitsliebende Demokraten ein, sich an der Kundgebung: „Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung“ am 3. Oktober in Berlin zu beteiligen:

Breitscheidplatz (Gedächtniskirche) ab 14 Uhr.

Wir werden dort gemeinsam unseren Willen zum Erhalt unserer Freiheit und unseres demokratischen Rechtsstaates dadurch bekunden, dass wir gegen Totalitarismus, Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus, Unterdrückung und Scharia gemeinsam demonstrieren.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Plakate, Fahnen und sonstige Werbung für alle politischen Parteien sind untersagt.

Fremdenfeindliche und antisemitische Propaganda wird nicht gestattet.

Plakate, die dem Ziel der Kundgebung entsprechen, sind ausdrücklich erwünscht.

Es gibt Hinweise darauf, dass rechte und linke Extremisten, Sympathisanten des iranischen Gewaltherrschers und Holocaustleugners Ahmadinedschad, unsere Veranstaltung stören und behindern möchten. Dass die Erben der Mauermörderpartei zusammen mit nationalistischen Antisemiten Unfreiheit und Diktatur befürworten und sich so zu Steigbügelhaltern der Islamisierung machen, macht uns traurig, verwundert aber insgesamt nicht. Vor fast achtzig Jahren war es der gleiche Typus des „unfreien Menschen“, der in vorauseilendem Gehorsam die braunen Hemden der SA überstreifte, um mit der „neuen Zeit“ zu gehen.

Aber gerade die Bürger der ehemals geteilten Stadt Berlin wissen genau, was heißt, mit Unfreiheit, Totalitarismus und staatlicher Willkür zu leben. Alle freiheitsliebende Menschen, die hier auf dem Breitscheidplatz zusammenkommen werden um ein Zeichen zu setzen, werden später stolz sein und sagen können: „Ich war damals dabei!“ und im Gedenken an J.F.Kennedy: „Ich bin auch ein Berliner!“

Deshalb: Kommen Sie bitte zahlreich! Setzen Sie ein Zeichen für die Freiheit! Gegen Unterdrückung! Für unsere Zukunft!

Conny A. Meier

BPE- Bundesgeschäftsführer

update: 25. September 2009: Der bekannte Publizist und Religionswissenschaftler Robert Spencer aus den USA hat seine Teilnahme als Hauptredner der Veranstaltung zugesagt.

Nachtrag und wichtiger Hinweis:

Uns erreichen besorgte Anrufe und Mails, die uns auf die Gefahrenlage hinweisen, weil nun auch Islamisten von Milli Görüş bzw. von Milli Görüş nahe stehenden Organisationen die Gegendemonstration unterstützen.

Die Kundgebung wird selbstverständlich in enger Abstimmung mit erfahrenden staatlichen Sicherheitskräften vorbereitet und auch durchgeführt.

Nicht nur aus den Gesprächen sind wir davon überzeugt, dass die Berliner Polizei alles tun wird, damit es nicht zu Auseinandersetzungen mit Teilnehmern der Gegenveranstaltung kommt.

In diesem Zusammenhang weisen wir nochmals deutlich darauf hin, dass uns an einer friedlichen Kundgebung mit einer sachlich vorgetragenen Kritik an der totalitären, ideologischen Zielsetzungen der Politik-Religion Islam sehr gelegen ist.

Diejenigen, denen es auf den spirituellen und friedlichen Aspekt dieser Religion ankommt, haben die Gelegenheit mit uns gemeinsam gegen Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen einzutreten.

Wir fordern alle Extremisten auf, unsere Kundgebung nicht für Ihre Zwecke zu missbrauchen und dieser fernzubleiben. Wir weisen auf unser Hausrecht hin.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Quellen:

http://www.buergerbewegung-pax-europa.de/

http://bpeinfo.wordpress.com/