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Westerwelle und die Scharia

Dezember 2, 2012

Was soll das?

Ein Zwischenruf von Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle, an die deutsche Bevölkerung und, als deutscher Außenminister, die internationale Gemeinschaft gerichtet erklären Sie: „Wir verfolgen die Entwicklung in Ägypten mit wachsender Sorge, weil der Verfassungsprozess derzeit Gefahr läuft, die Gesellschaft zu spalten statt zu einen“.

Vom nach islamischer Auffassung von Allah geschaffenen Recht der Scharia, die in der ägyptischen Verfassung seit Jahrzehnten die Grundlage für eine diskriminierende Rechtspraxis und Gesellschaftsordnung bildet, haben Sie sich noch nie grundsätzlich distanziert.

Präsident Mursi will mehr Scharia in der Verfassung und mehr schariabasierte Paragraphen im künftigen ägyptischen Gesetz, so arbeiten die Muslimbrüder auf der ganzen Welt und über muslimbrudernahe Scheiche wie Mustafa Cerić (Sarajevo) oder die Organisationen FIOE, ECFR, FEMYSO, IGD oder Islamisches Zentrum München auch in Europa und Deutschland. Das ist der Islam, der jetzt in der Bundesrepublik Deutschland den bekennenden Religionsunterricht mitgestalten darf, das ist der Islam, der jetzt an den Theologischen Fakultäten deutscher Hochschulen installiert wird.

Die Revivalisten der Islamischen Bewegung greifen die universellen Menschenrechte im Namen der Religion an. Dabei haben sie den Islam keineswegs falsch verstanden. Das Ziel dieser Reaktionäre und Fundamentalisten ist es, die freie Presse und freie Wissenschaft zu zerstören. Was wir heute in Ägypten erleben ist nicht „Islamismus“, sondern Islam.

Warum empören Sie sich jetzt über Mursi? In der BRD sind es nur vier Personen gewesen, die der weltweit agierenden Islamischen Bewegung den Weg frei gemacht haben: Annette Schavan in der Hochschulpolitik, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Justizwesen, Volker Beck in der Presse und Guido Westerwelle in der deutschen Außenpolitik. Als Außenminister, Jurist und Liberaldemokrat hätten Sie sich der Islamisierung Ägyptens vernehmbar in den Weg stellen müssen, die sich schließlich nicht erst seit dem so genannten arabischen Frühling abzeichnet.

Dass Sie jetzt von Ägyptens Machthabern eine „pluralistisch angelegte Verfassung“ fordern, vernebelt die Bedeutung der Scharia für die freie Welt, die AEMR und das deutsche Grundgesetz, denn die Geschlechterapartheid und die Segmentierung der Gesellschaft im Sinne des Islamischen Systems (Nizam Islami, Kalifat) könnte Tariq al-Bishri (radikalislamischer Verfassungsrechtler) oder Ahmed al-Tayyeb (Al-Azhar Document for Basic Freedoms) ja auch als „pluralistisch angelegte Verfassung“ bezeichnen.

Im Islam ist es, um Ihre Formulierung aufzugreifen, Aufgabe Allahs, die Gesellschaft „zu einen.“ Die höchst irdische Herabwürdigung aller Frauen, Atheisten und Homosexuellen wird die Folge jeder Islamisierung sein, ob in Kairo oder Berlin.

Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

Dunkel das Land

Juli 12, 2010

الديمقراطية

ad-dīmuqrāṭīya

Demokratie

Freiheitlich-demokratischer Protestsong aus Anlass der unsere mühselig errungene Rechtseinheitlichkeit und unsere verteidigenswerten Grundrechte gefährdenden Kölner Tagung »Islamische Studien« des Wissenschaftsrates (WR), an der Islamversteherin Annette Schavan, Schariafreund Mathias Rohe und Allahs Sexualpädagogin Rabeya Müller dafür werben, das kulturrassistische und frauenfeindliche Menschenbild und das erpresserisch heilsrettende Weltbild der Scharia künftig als religionspädagogische Glaubenswahrheit an Deutschlands Universitäten lehren zu lassen.

Dunkel das Land

Dunkel das Land, es entschwindet Demokratie,

Recht löst sich auf, und im Anstieg die Hierarchie.

Unser Europa wirft … Staatsbürgerlichkeit …

fort! Und die Scharia, die weiß: Der Sieg ist nicht weit!

Noch kaum erkannt, ein Faschismus schreitet zur Tat,

als “Religion” … Allahs Recht zerspaltet den Staat.

Statt Feminismus: Deklassierung der Frau!

Bischöfe jubeln, Pastoren geben sich schlau.

Wer gibt Befehl? Qaradawis ECFR!

Dein Paradies, das verwehrt ein irdischer Herr.

Allahs Rassismus schafft die Segregation:

“Ach, diese Moderne … na, die zerlegen wir schon!”

Dunkel das Land, es entschwindet Demokratie,

Recht löst sich auf, und im Anstieg die Hierarchie.

Unser Europa wirft … Staatsbürgerlichkeit …

fort! Und die Scharia, die weiß: Der Sieg ist nicht weit!

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Wochenlang stand Irans radikalislamischer und für massenhaftes Morden mitverantwortlicher Ex-Präsident Chatami ebenso auf der Gästeliste des in Köln ansässigen Wissenschaftsrates (WR) wie der die alltägliche ägyptische Diskriminierung aller Atheisten, Christen, Bahá’i, Homosexuellen und Frauen billigende Religionsminister Zakzouk.

Beide faschistoiden gottesfürchtigen Herren einzuladen ist ein Skandal, für den wir Bildungsministerin Schavan und die WR-Manager in den nächsten Jahren immer wieder zur Rede stellen müssen. Die gegenmoderne Scharia, Bosniens Großmufti will sie vollumfänglich implementiert wissen, gefährdet die Demokratie und gehört nicht an eine Universität, es sei denn im Mittelalterseminar beziehungsweise in der Vorlesung Politischer Extremismus.

Der auf eine Rechtsspaltung hin arbeitende Bosnier Mustafa Cerić, einst Schariadozent im islamischen Apartheidsstaat Malaysia, wird, leider, ab morgen auf der Tagung des Wissenschaftsrates auftreten dürfen. Mustafa Cerić ist Scheich beim radikal korantreuen Antidemokraten und Antisemiten Yusuf al-Qaradawi und islamischer Politfunktionär (Scheich) in dessen Netzwerk European Council for Fatwa and Research (ECFR). Wir widmen dieses Lied Ministerin Schavan, wir schenken es ihr, das ist jetzt ihr Song, vielleicht ihr erster.

Presseerklärung. Gegen „Islamische Studien in Deutschland“

Juli 8, 2010

Presseerklärung

Der Zentralrat der Ex-Muslime, der Osnabrücker Hintergrund-Verlag, das Internationale Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe und der gemeinnützige Verein für Sprach- und Lernförderung I.so.L.De protestieren gegen den Aufbau von theologisch orientierten „Islamischen Studien“ an deutschen Hochschulen. Bekenntnisorientierte, auf der Scharia basierende Ausbildungszentren an zwei oder drei staatlichen Hochschulstandorten zu etablieren, halten die Unterzeichner für verfassungswidrig. Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen. Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.

Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung wären Grundvoraussetzungen, auf denen auch ein freiwilliger Islamischer Religionsunterricht (IRU) fußen müsste. Wie wenig die islamische Theologie bereit ist Wissenschaftsvorbehalt, historisch kritische Methode und Außenansicht zu respektieren und zuzulassen, zeigt der Umgang mit dem religionswissenschaftlichen Ansatz von Sven Kalisch. Der Münsteraner Jurist und Privatdozent war Inhaber des ersten Lehrstuhls für die Ausbildung islamischer Religionslehrer.

Das „religionsbezogene“ (Wissenschaftsrat) islamische Recht, das Körperstrafen wie Handabhacken, Fußabhacken und Peitschenhiebe für gottgewollte und gerechte Strafen hält und im Namen Allahs Todesstrafen verhängt und ausführt, sogar steinigt, ist, wie der Großmufti von Bosnien Herzegowina selbst zugibt, integraler Bestandteil der ewigen, unveränderlichen Scharia. Die vier oben genannten Organisationen protestieren gegen offizielle Gespräche mit hochrangigen Vertretern von menschenverachtenden theokratischen Diktaturen wie dem Iran.

Parteigänger der Scharia wie Bosniens Großmufti Mustafa Ceric, Irans Ex-Präsident Mohammad Chatami oder Ägyptens Religionsminister und Präsident des Obersten Islamischen Rates, Mahmoud Zakzouk, als Diskussionspartner bei Tagungen willkommen zu heißen, um mit ihnen über die vom Wissenschaftsrat (WR) empfohlenen Leitlinien zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen zu diskutieren, ist nicht hinzunehmen.

Mina Ahadi, Zentralrat der Ex-Muslime, Internationales Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe

Hartmut Krauss, Sozialwissenschaftler, Hintergrund Verlag

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin, und Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge, I.so.L.De Verein für Sprach- und Lernförderung

Kontakt:

Mina Ahadi, minaahadi@aol.com

Gabi Schmidt, i.so.l.de@gmx.de

Ergänzender Hinweis: Anlässlich der Tagung des Wissenschaftsrates am 13. und 14. Juli 2010 im Kölner MediaPark protestieren Menschenrechtsaktivisten zwischen 12:00 und 19:00 Uhr, Maybachstraße Ecke Am Kümpchenshof gegen den Aufbau von „religionsbezogenen Wissenschaften“ beziehungsweise „Islamischen Studien“ an Deutschlands Universitäten.