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Der türkische Schariati

Februar 10, 2011

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, http://www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, http://www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html

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Die Religion der Demokratie

Oktober 13, 2010

طواغيت

طاغوت

ṭawāġīt, ṭāġūt (1)

Die Götzen und der Götze

»Democracy … a Religion«

Vom salafistisch motivierten autodidaktischen Studenten zum Vordenker der gottgewollten und heilsbringenden Kriegsführung. Jacques Auvergne betrachtet den Text »Ad-Dīmuqrāṭīya Dīn. Die Religion der Demokratie« des Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī, dem hier sein Gedicht »Dear Brother, who dwells in these prisons« vorangestellt wird.

Nāblus, das biblische Sichem oder Shechem, liegt unterhalb des heiligen Berges der Samaritaner, dem Garizim oder arabisch Ǧabal Ǧarizīm. Die heutige Stadt hat 100.000 Einwohner und befindet sich in den Palästinensischen Autonomiegebieten (2).

In Nāblus wurde im Jahre 1959 ein Theoretiker der glaubensbewegten Kriegsführung geboren, der uns drei oder vier Jahrzehnte später als der jordanisch-palästinensische, sehr konsequent islamische sprich terroristische Verfasser Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī bekannt werden sollte (3). Sein ursprünglicher Name ist ʿIṣām Muḥammad Ṭāhir al-Barqāwī, wir verwenden im Folgenden den Predigernamen al-Maqdisī.

Noch in seiner Kindheit wanderten seine Eltern mit ihm nach Kuwait aus. Sie gestatteten ihm das gewünschte religiöse Studium an der Universität von Medina nicht, sondern schickten ihn ins nordirakische Mosul, um Maschinenbau zu erlernen. Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī musste sich die Schariawissenschaft folglich autodidaktisch beibringen, was ihm offensichtlich gelang.

Intensiv forschte er zu den von ihm zeitlebens hoch verehrten, demokratiegefährdend bleibenden islamischen Autoritäten Ibn Taimiyya (Taqīyu d-Dīn Aḥmad bin Taimīya‎ al-Ḥarrānī, 1263–1328) und Ibn Qayyim al-Dschauziya (Ibn Qaiyim al-Ǧauziya, 1292-1350). Der fromme Kulturrassist al-Ǧauziya verfasste das »Aḥkām ahl aḏ-ḏimma« zur Rechtsproblematik der im Diesseits und Jenseits als minderwertig einzustufenden monotheistischen Schutzbefohlenen (Halbsklaven). Ferner war es die bis heute Köpfe abhackende Doktrin der hanbalitischen Wahhabiten, zu sich der al-Maqdisī hingezogen fühlte. Bereits 1985 hatte den in Nāblus Geborenen eine Reise ins pakistanische Peschawar geführt, die ihn in Bezug auf die dschihadistische Theorie sehr inspiriert habe. Gewissermaßen eine Bildungsreise, um für immer aus dem wissenschaftlichen Lernen auszusteigen.

Zu allem Ende ist al-Maqdisī zusätzlich durch die von Ǧuhaymān al-ʿUtaibī (4) geführte Bewegung »Die Ḥisba praktizierende Salafi-Gemeinschaft, al-Ǧamāʿa as-Salafīya al-Muḥtasiba« beeinflusst worden, die im November 1979 die Große Moschee und die Kaaba in Mekka zu Allahgottes Verherrlichung eroberte und wochenlang besetzt hielt (5). Ǧuhaymān al-ʿUtaibī, der am 09.01.1980 hingerichtet wurde, hatte Vorlesungen bei Scheich bin Bāz (1910-1999) gehört, dessen Gedankengut jene zeitgenössischen deutschen Konvertitinnen aufsaugen, die ihr Gesicht mit einem niqāb „bedecken“ und die den sektenartigen salafistischen Kontaktnetzen um Pierre Vogel und Nicholas Blancho nicht weit entfernt stehen, wobei die Frauen durch die fiebrigen Männerbündler digital in „Schwester-Foren“ und real ins Haus gesperrt bleiben und nur selten in Begleitung von „Herrchen“ mit Burka für mehr „Religionsfreiheit“ demonstrieren dürfen, einem ausgeführten Hund nicht unähnlich.

Mit dem gerade gefallenen Begriff der ḥisba sollten wir Pädagogen und Sozialpädagogen auf aller Welt uns schleunigst befassen, wenn uns an kulturrassismusfreien Räumen und Zeiten von Bildungskultur und lebenslangem Lernen gelegen sein sollte, an gründlicher Arbeit.

Für seine drei Werke »Democracy … a Religion (6). Die Religion der Demokratie«, »This is our Aqidah« und »Religion of Abraham. Die Religion Abrahams. Millat Ibrāhīm«, 1985) genießt al-Maqdisī in besonders gewaltaffinen muslimischen Kreisen bis heute größte Anerkennung. Sein in der Manier der Salafisten selbst gewählter Name bezieht sich auf den Jerusalemer Tempelberg, der im Arabischen Bayt al-Maqdis bzw. Bayt al-Muqaddas heißt, wörtlich Haus der Heiligkeit (zu q-d-s, heilig, vgl. Jerusalem als al-Quds pers. Ghods; Variante al-Quds aš-Šarīf, osmanisch Kuds-i Şerîf, zu šarīf, edel, vornehm). In den zur irdischen Herrschaft berechtigten Stand der Krieger Allahs erhoben, wählt Muhamed Seyfudin ÇiFTÇi den Namen »Abū Anas« und gibt von Braunschweig aus den Scheich für ein salafistisches Deutschland ab, der einstige Berufsfeuerwehrmann Sven Lau mutiert zu »Abū Ādam« und lässt sich einen Bart wachsen, während der griechischstämmige Rheinländer Efstathios Tsiounis den Kriegspfad ebenso bärtig und als Abu Alia betritt, was wie eine Ehrerbietung für Alija Izetbegović klingt (7), den Verfasser von »Islamska deklaracija. Die Islamische Deklaration« (1970). Exkurs nach Bosnien und in den Iran.

»Der Islam zwischen Ost und West« (1980) hieß ein weiterer Text von Schariafreund Izetbegović, ein Titel, den wir als schamlose Anspielung an den iranischen Wegbereiter der Islamischen Revolution Ali Schariati verstehen dürfen, der den Islam als Weltanschauung oder Philosophie der „Mittigkeit“ („vaseteh“, al-wasaṭīya) darstellt. Die islamkonforme Sozial- und Wirtschaftspolitik überwinde die schrillen Missklänge von Kapitalismus und Kommunismus. Angesichts des seit Titos Gesetz zur Arbeiterselbstverwaltung einen „Dritten Weg“ beanspruchenden Jugoslawiens bietet derlei „religiöse Versöhnlichkeit“ vielleicht auch in Zukunft Anlass zur Sorge. Den politischen Allahkult nannte Schariati »Maktab-e Vaseteh-e Islam«, oder, nach dem mathematischen Zentralwert, »The Median School Of Islam« (siehe Sägefisch Text Nummer 171 und 172). Weder planwirtschaftlich noch kapitalistisch ausgerichtet, weder dem sozialistischen Religionsersatz verpflichtet noch der Dogmatik einer christlichen Kirche: Der schariatreue Mensch fühle und handle seiner Natur gemäß und bewirke sozialen Frieden und Harmonie. Der Islamkritiker aber wird so zu einem den Wohlklang der „Mitte“ bedrohenden Extremisten, religiös begründete Gewalt gegen Islamkritiker befreit lediglich von „Ungerechtigkeit“ – genau da steht Europa inzwischen, zumal Deutschland.

Noch zu Bosnien. In besagter Deklaration heißt es in einer Fußnote: „Jahiliya: the godless period of darkness prior to Islam“ und im dazugehörigen, alles andere als frühmittelalterlich gemeinten Text: „Der mühsame Einsatz auf dem erfolgreichen Weg zu ungeahnten Zielen hat nicht erst heute begonnen … wenn es auch bisher überwiegend außergewöhnliche Einzelne oder couragierte kleine Gruppen sind, die dem ungeheuren Gegendruck der Dschahiliyya standhalten. The struggle towards new goals did not begin today. … Still, this is mainly the personal sacrifice of exceptional individuals or courageous minor groups in collision with the mighty forces of the Jahiliya.“ Alija Izetbegović vertritt die von Sayyid Quṭb geprägte Konzeption der Dämonie der Ǧāhilīya, der heidnischen Barbarei – Salafismus und Dschihadismus in reinster Form. Zur Schariarepublik Pakistan fällt dem über die Frage des Handabhackens verschwommen herumdrucksenden Bosnier nichts anderes ein als: „Pakistan is our greatest hope.“ und fragt nur, wie repressiv und total („how rigidly“) die Scharia im Strafrecht und Familienrecht implementiert werden soll, das Islamische Recht selbst steht für den Jugoslawen nicht zur Diskussion. Dass Bosniens amtierender Großmufti Mustafa Cerić der Muslimbruderschaft nahe steht und die Scharia durchsetzen will („Opening the way for the Muslim law“), wird uns hier als Fortsetzung des allahkratischen Weges Bosniens erkennbar, den der nachmalige bosnische Präsident Alija Izetbegović, wenn auch zaghaft, eingeschlagen hat. Soweit zu Bosnien.

Zurück zu Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī.

In Afghanistan traf der Salafist in den späten Neunziger Jahren den jordanischen Führer der al-Qaida im Irak, Aḥmad Faḍīl an-Nazāl al-Ḫalāila, der weltweit als Abū Muṣʿab az-Zarqāwī (1966-2006, benannt nach seinem Geburtsort, der jordanischen Industriestadt az-Zarqāʾ, 400.000 Einwohner) bekannt geworden ist (8). Im salafistischen Dschihadtheoretiker al-Maqdisī fand az-Zarqāwī, der am 07.06.2006 von amerikanischen Streitkräften im Irak getötet wurde, für mehrere Jahre seinen spiritueller Meister, bis die beiden sich über schariarechtliche Fragen (sprich taktisch-militärpolitische Fragen wie: Dürfen Schiiten ermordet werden?) entzweiten. Bereits ab 1992 riefen al-Maqdisī und az-Zarqāwī in Jordanien den Terroristenbund At-Tawhid ins Leben. At-tauḥīd, Einsgottglaube, wörtlich „Einsheit“, meint die Einzigartigkeit Allahgottes und die Einheitlichkeit der umma.

Heute berufen sich gewaltbereite beziehungsweise terroristische aktive salafistische Milieus auf al-Maqdisī, den das Combating Terrorism Center der United States Military Academy (USMA, ansässig in Westpoint, New York) für den einflussreichsten zeitgenössischen dschihadistischen Theoretiker hält.

Innerhalb der letzten eineinhalb Jahrzehnte ist der Denker des Dschihad mindestens drei Mal inhaftiert gewesen. 1995 zu fünfzehn Jahren verurteilt, kam al-Maqdisī doch 2000 frei, wurde aber bald wieder unter Terrorismusverdacht eingesperrt. Wenn man im Umfeld des Vereins Einladung zum Paradies / Islamschule (EZP, Braunschweig, Hannover, Mönchengladbach, Bonn, um Muhamed Seyfudin Çiftçi und Pierre Vogel) Demokratie ausdrücklich für eine „falsche Religion“ hält (9), dürfte, von al-Maudūdī und Quṭb abgesehen, das Gedankengut von Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī eine Rolle spielen.

Noch als Häftling in Zelle Nummer 63 des jordanischen »General Intelligence Prison Facility« betrieb Muḥammad al-Maqdisī vor sechzehn Jahren Gefängnisseelsorge, wie sich einem zum islamisch begründeten Krieg aufrufenden Kurzfilm entnehmen lässt, den »ismaelAbdulrahman« am 15.11.2008 auf YouTube einstellt, ein Video, das hoffentlich auch von Deutschlands so genannten Muslimen als Aufruf zum Hass auf die kulturelle Moderne und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verstanden und inhaltlich zurückgewiesen wird.

Die zum Opferfest ʿĪdu l-Aḍḥā (20. Mai 1994) niedergeschriebenen Worte des Gedichtes lauten (10), ein wenig abgeändert und gekürzt:

Wenn es Allah gefällt, entströmt den Gefängnissen Parfüm

Mein lieber Bruder, du, der du in den Gefängnissen verweilst, zu dir schreibe ich in Schmerz und Trauer, so bleibe standhaft, mit Allahs Willen, welche Mühsal könnte dich noch ergreifen?

Hüte dich, mein Bruder, vor der Korruption der Gedanken, sei eingedenk des Versprechens Allahs! Hunderttausende der Wahrhaftigen, auf Zeit inhaftiert, im Gefängnis verweilend? Stärke dich durch das Gedenken an Allāh Subḥānahu wa Taʿāla, den Allmächtigen. Übe dich im Auswendiglernen des Buches der Offenbarung, das für dein Herz wie ein geborgtes Bollwerk sei und deiner Seele Versorgung und Hilfe.

Diese Härten, sie finden ein baldiges Ende, selbst wenn sie dich nun beschimpfen, quälen und foltern und dich zusammenschlagen – doch du unterwirfst dich nicht – ihnen nicht. Du bist nicht der erste, gefoltert und gequält für eine Religion, eine gewaltige, gottgesegnete Inspiration, und du bist auch nicht allein auf diesem Wege: Sieh, all die Karawanen, all diese Jahre, ein ʿĪd-Fest.vergangen, ein Sohn geboren. Dann die Monate in Gefangenschaft, die verzehrte Zeit, sei nicht bekümmert, rechtschaffener Bruder: Leben und all deine Kinder – bedeutungslos geworden um das Wohlgefallen deines Herrn, des Allmächtigen, des Edelmütigen.

Die Gefängnisse sind nun voller Duft, die Bitterkeit ist zur Süße geworden, entweder ein Sieg über die Menschheit oder zu Allāh in die Ewigkeit.

Gewiss: Ich nehme Vergeltung, doch einzig um Allahs Willen und seines Dīn. Sie haben uns von unserem Entschluss nicht abbringen können, weder unsere Hingabe noch unseren Eifer verringert.

Und so werden die Gefängnisse keine Minderung, vielmehr eine Stärkung unserer Gewissheit sein, die Fesseln keine Minderung, sondern eine Stärkung unserer Geduld. Weder Qualen noch Foltern gegen unsere Brüder, auch nicht die Tötung der Prediger, hunderter von ihnen, ungeschwächt, all das bewirkt nichts anderes als die Erhebung der Flaggen unseres Glaubens, deutlich manifestierend den Tauḥīd der Wahrheit des Dīn.

Wir werden eure Samen bewässern mit unserem Tauḥīd durch das Durchtrennen unserer Adern, durch die Opferung unseres Blutes. Wir werden euch erhöhen mit unserem Banner des Islām. Weder werden wir je vom Wege der Wahrheit abkommen, noch jemals vom Wege der Konfrontation abirren.

Wir verbleiben auf diesem Wege, achtlos der Wunden. Nimmer werden wir vom Ǧihād abkommen, weiter den Ṭawāġīt entgegen und, nimmer in Furcht, den Heiden entgegen tretend. Ein Leben um den Sieg zu erringen für den Dīn, die großartige Religion.

Auf dem Wege der Märtyrer: Ein Teil von ihnen erfüllt und ein anderer noch auf dem Wege dorthin, wir auf ihrem Wege, unablässig, marschierend, mit Hilfe Allahs, zu Hilfe und Beistand der Religion. Welch ein Weg ist dies, der Weg der Unerschrockenen. Das sind die Meilensteine des gewaltigen Dīn.

So, wer sehnt sich wahrlich, die Gärten zu betreten, und wer begehrt, von himmlischen Jungfrauen umarmt zu werden? Ja, die Pflichten auf diesem Wege erfordern gewiss die Zahlung einer teuren Mitgift, eines Heiratsguts.

ʿĪdu l-Aḍḥā (islamisches Opferfest, 20.05.1994)

Soweit zur Gefängnislyrik des Muḥammad al-Maqdisī, zu dem ein Anonymus namens »kuhface« deutscher und vermutlich auch albanischer Sprache, sein YouTube-Konto ist mittlerweile gesperrt worden, leider kein Ruf nach der universellen Geltung der Menschenrechte, sondern folgende islamisch glaubensbewegte Verwünschung einfällt:

»allah uakbar, möge allah ihnen reichlichen lohn geben und möge allah die feinde des islam in die höchste stufe der höllenfeuer geben, möge allah ihre gesundheit in krankheit verwandeln, die verfluchten affen und schweine, man muss die alle abschlachten.«

Mit der junge Muslime wie »kuhface« womöglich fehlleitenden, von al-Maqdisī betriebenen Online-Bibliothek http://www.tawhed.ws darf der geistige Vater des zeitgenössischen Dschihadismus sein gegenmodernes bis terroristisches Gedankengut auf Arabisch und Englisch weltweit verbreiten.

Nun zum Text, den ein gewisser Abū ʿIzzudīn (Hommage an Scheich ʿIzz ad-Dīn al-Qassām, nach dem eine schariafaschistische Brigade und eine das Kalifat herbeibombende Rakete benannt sind?) ins Deutsche übersetzt hat, auf die Übersetzung ins Englische zurückgreifend, die ein gewisser Abū Muḥammad al-Malikī (wohl nach dem saudischen Scheich Muḥammad ʿAlawī al-Malikī, 1944-2004, genannt) anfertigte (11). Da Salafisten sich mit »Abū« beginnende Übernamen oder vielmehr Kriegsnamen geben, gilt die Faustregel: Ein »Abū« kommt selten allein.

»Ad-Dīmuqrāṭīya Dīn. Die Religion der Demokratie«

BismiAllāh ar-Rahmān ar-Rahīm Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Dies ist eine Auswahl von Schriften, die ich schon vor dem Beginn der polytheistisch, legislativ-parlamentarischen Wahlen geschrieben habe – in einer Zeit, als die Menschen sich von der Demokratie faszinieren ließen.

Und sie vermischten die Falschheit mit der Wahrheit.

Manchmal nennen sie Demokratie eine Freiheit oder einen Rat. Manchmal bringen sie Argumente hervor, die die Demokratie als gültiges Konzept erscheinen lassen und sie benutzen die Geschichte des Urteils von Yūsuf (‚as) mit dem König als Beispiel. An anderen Stellen benutzen sie das Urteil des Negus (Naǧāšī) als Beispiel – einfach um ihren eigenen Interessen und Motiven zu nutzen und ihre eigenen Agenden zu realisieren. Sie verzerren die Wahrheit mit Falschheit, vermischen das Licht mit der Dunkelheit und den Polytheismus der Demokratie mit dem Monotheismus des Ìslām. Aber wir haben, mit der Hilfe Allāhs, all diesen Irrtümern geantwortet und gezeigt, dass die Demokratie eine Religion ist. Aber sie ist nicht die Religion Allāhs.

Sie ist nicht die Religion des Monotheismus. Und ihre Parlamentsräte sind nichts als Orte des Polytheismus und Zufluchtsorte der heidnischen Überzeugungen. All dies muss vermieden werden um den Monotheismus, welcher Allāhs Recht über Seinen Diener ist, zu erreichen. Wir müssen jene, die der Demokratie folgen, zerstören und wir müssen ihre Anhänger als Feinde betrachten – sie hassen und einen großen Ǧihād gegen sie ausführen.

Demokratie ist ein offensichtlicher Polytheismus und daher ein klarer Unglaube, wovon Allāh uns in Seinem Buch gewarnt hat. Und Sein Gesandter (š-Allāh-‚aws) griff solche Ṭāghūt (falsche Götter (´āliha)) während seines ganzen Lebens an.

Abu Saiid ist Co-Autor vom dschihadistischen »Ansar ul Haqq Media Blog. Artikel und Nachrichten aus islamischer Perspektive«, wo man zu http://diewahrereligion.de/ („Derjenige, der vom Propheten (Frieden und Segen auf ihm) gehört hat und den Islam nicht annimmt, der bleibt für alle Ewigkeit in der Hölle. Das besagt ein Hadith.“) verlinkt und erkennbar auch als „Ansarulhaqq Media Team“ über die Seite http://www.ansarulhaqq.com/ arbeitet.

Abu Saiid empfiehlt am 04.08.2010 das Werk des dschihadistischen Theoretikers Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī (12). Zur terrornahen, Aiman aẓ-Ẓawāhirī bewerbenden Seite »Ansar alJihad Network. http://www.ansar.com« http://ansar1.info/ („Osama bin Ladin – May Allah protect him“) wird von Burkafreund Abu Saiid ebenfalls verlinkt.

Scheich al-Maqdisī:

Man sollte wissen, dass Allāh der Schöpfer und der Urheber aller Dinge und aller Wesen ist. Die wichtigste Sache, die Allāh dem Sohn ´Ādams – vor dem Gebet, der Abgabe der Zakā (Almosen) oder irgendeiner anderen Handlung der Anbetung – zur Erlernung und Ausführung auferlegt hat, ist der Glaube an die Einheit Allāhs und die Ablehnung des Glaubens an irgendeine andere (falsche) Gottheit (ìlah). Dies ist der Grund, dass Allāh die Geschöpfe erschaffen hat, die Propheten entsandte, die Bücher offenbarte und den Ǧihād und die Šahāda (Martyrium) befahl. Dies ist der Grund, dass es Feindschaft zwischen den Anhängern von ar-Raḥmān und denen des Šayṭān gibt. Und dies ist der Grund, dass der ìslāmische Staat und das System der rechtgeleiteten Khilāfa gegründet wird. Allāh (‚awj) sagte:

Und Ich habe die Ǧinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).

[adh-Dhāriyyāt:56]

Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte): „Dient Allāh und meidet den Ṭāghūt.“ …

[an-Nahl:36]

Dieser Glaube, dass es keinen in Wahrheit der Anbetung Würdigen (ìlah) außer Allāh gibt, ist ein Grundelement des Ìslām. Kein Ruf (da’wa), keine Anstrengung (ǧihād), kein Gebet (ṣalā), kein Fasten (ṣawm) keine Almosenabgabe (zakā) und keine Pilgerfahrt (haǧǧ) wird (von Allāh) ohne dessen angenommen. Niemand kann vom Feuer der Hölle errettet werden, ohne daran zu glauben, denn dies ist der einzige Haltegriff, den Allāh Seinen Anhängern garantiert hat, dass dieser in das Paradies führen wird. Kein anderer Haltegriff wird für den Schutz vor dem Feuer ausreichend sein.

Der Ṭāghūt, gegen den man den Unglauben (kufr) ausführen und die Anbetung und Dienerschaft (‚ibāda) vermeiden muss, beinhaltet nicht nur Steine, Götzen, Bäume oder Gräber, die durch Niederwerfung (suǧūd) oder durch Bittgebet (du’ā`) angebetet werden. Tatsächlich umfasst er (der Ṭāghūt) viel mehr als dies. Er umfasst jedes angebetete Wesen oder Ding (ma’būd) -außer Allāh dem Erhabenen-, das die Anbetung und Dienerschaft (‚ibāda) (an sich), gleich welcher Art auch immer, nicht ableugnet und verweigert (munkar).

Wenn ein Geschöpf sich gegen die eigene Seele versündigt, dann überschreitet es die Grenzen, die durch Allāh gesetzt wurden. Und dies beinhaltet die Anbetung falscher Gottheiten (ṭawāghīt) neben Allāh. Die Handlung der Anbetung umfasst Niederwerfung, Verbeugung, Bittgebet, zu schwören und (ein Tier als Opfergabe) zu schlachten.

Gehorsamkeit in der Gesetzgebung ist auch eine Art der Anbetung.

Seine wahren Ziele zu verbergen ist etwas, was wir Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī nun wirklich nicht vorwerfen können. Unser Blick kann sich daher für einige Augenblicke auf die mutmaßlich in einem Prozess der Radikalisierung befindlichen europäischen muslimischen Leser richten oder auf eine fehlende Personengruppe, auf die Frauen.

Militaristen und andere, fast durchweg homophobe, Erhöher des Maskulinen kommen gern etwas keusch daher, religiös ergriffen nahezu asexuell, allerdings nur, um die Frauen ihres Jagdgrundes umso nachhaltiger dämonisieren und deklassieren zu können. Auch al-Maqdisī lebt in diesem Sinne ganz männerbündisch und erachtet in seiner schriftgewordenen Verherrlichung der Demokratieresistenz das Weib für keinerlei Aufmerksamkeit würdig (in seinem »Min Thamrāt al-Jihād. From the fruits of Jihād« lautet ein Kapitel allerdings »Behandelt die Frauen höflich. Act Gently With the Women« (13)). Lediglich in der letzten Zeile des Gefängnisgedichtes gibt es ja ein symbolisches Gleichsetzen des Selbstmordattentats bzw. des Ermordetwerdens für die Sache Allahs mit einer Hochzeitsfeier („Mitgift, Heiratsgut“) und ersetzt die Bombenexplosion oder jedenfalls der Eingang ins Märtyrertum den perfekten sexuellen Höhepunkt.

Mit der schlimmste Götzendienst, da unterscheiden sich Muslimbrüder, Salafisten und Millî-Görüş-Bewegte nicht voneinander, ist die irdische Gleichberechtigung von Mann und Frau. Damit also die einzig sittlich zu nennende Seinsweise, die islamische, ein Zeichen gegen den Glaubensverlust setzt, wird, wie Abu Saiid am 29.07.2010 impliziert, von Aiman aẓ-Ẓawāhirī (al-Qaida) zum Bedecken des weiblichen Gesichts aufgerufen. Der salafistische deutschsprachige Blogger unterstützt also den Aufruf des Top-Terroristen zum Tragen des Ganzkörperschleiers, wir dürfen uns einen strengen ḥiǧāb, also eine Art iranischen Tschador denken, jedenfalls sagt aẓ-Ẓawāhirī nicht explizit Burka bzw. niqāb (Gesichtsschleier).

Abu Saiid kann sich allerdings auf den Parteigründer der pakistanischen Jamaat-e-Islami (JI), Abu l-Aʿlā al-Maudūdī („Es ist für die Frauen angeordnet, sich in der Öffentlichkeit das Gesicht zu verschleiern“, zitiert nach »Kopftuch oder Niqab?«, bei: http://diewahrereligion.de/ – vgl. b. Ibn Farooq (14)) ebenso berufen wie auf ʿAbd al-ʿAzīz bin Bāz (1910-1999), der als einer der höchstrangigen saudischen Kleriker Handschuhe und Gesichtsschleier als Teil des verpflichtenden ḥiǧāb bewertete. Islamterrorfreund Abu Saiid fährt fort:

„Diesen Aufruf, kann man nur unterstützen. Es geht hier nicht um den Niqaab, sondern um die systematische Ausrottung des Islams in Europa. Es hat begonnen mit dem Kopftuchverbot auf Schulen in manchen Ländern, dann das Minarettbauverbot, jetzt das Niqaabverbot auf der Straße! Und bald kommt das Kopftuchverbot in der Öffentlichkeit. Man kann nur an unsere Schwestern, die den Niqaab nicht tragen, appellieren, ein Zeichen zu setzen. Denn in Kürze sind eure Hijabs auch dran. Hier geht es nicht darum, ob Niqaab Pflicht oder Sunnah ist, sondern darum, dass der Islam von eurer Seite her angegriffen wird, deswegen verteidigt euren Diin indem ihr beginnt den Niqaab zu tragen. Wenn die Kuffar sehen, dass durch ihre Verbote mehr Frauen den Niqaab tragen, dann werden sie vor Wut zerbersten und ihre Methoden überdenken (15).“

Scheich al-Maqdisī:

Allāh (swt) sagte über die Christen:

Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen neben Allāh …

[at-Tawba:31]

Obwohl sie sich vor ihren Priestern nicht niederwarfen oder verbeugten, folgten sie ihnen und stimmten ihnen in ihrem Verbot des Erlaubten (ḥalāl) und der Erlaubnis des Verbotenen (ḥarām) zu. Daher erachtete Allāh (swt) dies in der Hinsicht, dass sie sie (ihre Priester) zu Herren (àrbāb) neben Allāh genommen haben, denn die Gehorsamkeit in der Gesetzgebung (tašrī‘) ist eine Form der Anbetung (‚ibāda) und darf für niemanden ausgeführt werden außer für Allāh, da Allāh der Einzige ist, der die Gesetzgebung verordnen kann.

Dementsprechend ist jeder, der die Ausführung einer anderen Gesetzgebung als der Allāhs ersucht, tatsächlich ein Polytheist (mušrik).

Daher beinhaltet das Wort „Ṭāghūt“ jeden, der sich selbst zum Gesetzgeber neben Allāh macht. Ob Herrscher oder Beherrschte, ein Vertreter im Parlament (die gesetzgebende Autorität) oder die Personen, die ihn wählen, sie alle übertreten die Grenzen. Der Mensch wurde erschaffen um ein Diener Allāhs zu sein und Allāh hat ihm anbefohlen, Seine (Allāhs) Gesetzgebung anzuerkennen. Aber der Mensch wies dies zurück und übertrat die Grenzen. Er wollte sich mit Allāh gleichstellen und an der Gesetzgebung teilhaben, was niemandem außer Allāh zusteht. Wenn irgendjemand die Grenzen überschreitet und dies (Gesetzgebung) ausführt, so macht er sich selbst zum Gesetzgeber und er nimmt somit die Rolle eines Ṭāghūt ein. Sein Ìslām und sein Monotheismus (tawḥīd) wird nicht angenommen, außer und bis er dem, was er getan hat, den Unglauben (kufr) entgegenbringt, es verwirft und sich von dessen Dienern und Unterstützern lossagt. Allāh, der Erhabene, sagte:

… Sie wollen (nun) eine rechtswirksame Entscheidung beim Ṭāghūt suchen, wo ihnen doch befohlen worden ist, den Unglauben an ihn zu begehen (yakfurū) …

[an-Nisā‘:60]

Dürfen wir einen Kult der abgestuften Deklassierung als Religion oder Theologie bezeichnen – oder müssen wir es, zumal der großkirchliche Klerus mit dem Umfeld der Muslimbrüder kooperiert? Wie auch immer, Nordrhein-Westfalens oberstem Verfassungsrichter Michael Bertrams ist zuzustimmen, dass die Scharia mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist (16).

Mit ṭāġūt Götze, haben wir einen zentralen religiösen Begriff der zum Morden gewillten Verehrer der frommen Altvorderen (Dschihad-Salafismus) vor uns. Dieser Widersacher Allahs, Mehrzahl ṭawāġīt, Götzen, spielt in der islamischen Theologie des salafistischen Attentäters Mohammed Bouyeri eine bedeutende Rolle, wie wir dem »Drohbrief an Ayaan Hirsi Ali« (Übersetzung ins Deutsche und Kommentierung von Cees van der Duin, Sägefisch 067) entnehmen können, wo es heißt:

»Dit is een open brief aan een ongelovig fundamentalist, Ayaan Hirshi Ali, van de Thaghoet partij VVD. Dieses ist ein offener Brief an eine ungläubige Fundamentalistin, Frau Ayaan Hirshi Ali von der Partei der Sünde, der Abirrung und der Verworfenheit namens VVD.«

Cees van der Duin betont eher das Prinzip des aus gegenmoderner (politisch-islamischer) Sicht Widerwärtigen: „T(h)aghoet oder Taaghoet, nichtfigürlicher Götze, ist auch für niederländische Wahhabiten und Salafisten unter Berufung auf den Koran (4:76) die militärpolitische Parteinahme gegen Allah und für den Satan. Sure 4 Aya (Vers) 76 bezeichne mit Thaghoet (Taaghoet) die widergöttliche Ideologie der Gegner der Kämpfer Allahs und damit die satanische Lehrmeinung der Kämpfer gegen den Islam. Beim Gründer der islamisch-göttlichen Diktatur Ayatollah Chomeini wie auch beim radikalislamischen Kölner Kalifen Cemaleddin Kaplan spielt der ṭāġūt-Begriff eine zentrale Rolle und meint etwa die ‘Götzen’ der Meinungsfreiheit oder des Parlamentarismus.“

Ṭāġūt jedoch ragt, wie al-Maqdisī nahelegt, weit über die quṭbsche Ǧāhilīya (jahiliyyah), die vorzivilisatorische Ebene der dämonischen Barbarei, hinaus, und erscheint nicht lediglich als Prinzip, sondern als Personifikation, ja sogar als (anzugreifende) Person. Mit al-Maqdisī dürfen wir den ṭāġūt also nicht lediglich als widergöttliche Sphäre einschätzen, sondern können den „Götzen“, mit dem magischen und faschistischen Weltverständnis der Salafisten, als handelnden Teufel erkennen, ihn entweder mit dem kosmischen Gegenspieler Allahs identifizieren, dem höchsten Teufel, Iblīs, oder mit »al-Masīḥ ad-Daǧǧāl, the false Messiah«, dem Kriegsfürsten der Finsternis im Endkampf, bei dem das Licht (Allāh) siegen wird.

Folgerichtig betont der terroristische Geistliche das Menschengestaltige des ṭāġūt:

Muǧāhid (r-Allāh-‚a) sagte: „Der Ṭāghūt … ist ein Satan in der Gestalt eines Menschen, dem sich die Menschen zur Urteilsfindung zuwenden und sie folgen ihm (darin).“

Und Šaykh al-Ìslām Ibn Taymiyya (rh-Allāh-ta’āla) sagte: „… Aus diesem Grund ist jener, der (etwas) richtet, ohne sich dabei auf das heilige Buch (d.h. Qur´ān) zu beziehen, ein Ṭāghūt.“

[Maǧmū‘ al-Fatāwa, Kapitel 28, Seite 201]

Einige der neben Allāh (swt) angebeteten (ma’būda) Ṭāghūt der heutigen Zeit, welchen jeder Monotheist (muwaḥid) den Unglauben (kufr) entgegenbringen muss, genauso wie (er) jedem seiner Anhänger (den Kufr entgegenbringen muss), um an dem festesten Haltegriff festzuhalten und (damit) vom Höllenfeuer errettet zu sein, sind die vergänglichen menschengemachten falschen Götter (al-ìlaha az-zāìfa) und Götzen der so genannten Legislativen bzw. gesetzgebenden Körperschaften.

Unsere Minister und Parlamentarier sind aus Sicht eines Salafi echte heidnische Götter. Bei ansteigender Intransparenz (Korruption) mag mein Bürgermeister in den Augen der nach Macht rangelnden oder ohnmächtig gelähmten Menschen meiner Stadt allerdings eine Verähnlichung mit einer Gottheit durchmachen.

Wir können mit einer (im Anstieg befindlichen) Kultur des Nepotismus und der Hinterzimmerabsprachen dem Gesellschaftsverständnis der Salafisten also durchaus entgegenkommen. Und wirklich: Im Namen des „Dialogs mit dem Islam“ und des „friedlichen Zusammenlebens der Religionen“ beginnen Dhimmis und muslimische Herrenrasse, dasselbe Lebensgefühl und Gottesbild zu teilen.

Zu begleiten ist eine derartige Entchristlichung und Entdemokratisierung allerdings mit einer Verähnlichung von Jesus und Allahgott bzw. Jahwe und Allahgott. In einer katholischen rheinischen Gemeinde wird zu diesem Zwecke das Gemeindevolk aufgefordert, per Stimmzettel ein kleines, im Seitenaltar befindliches neugotisches und etwas kitschiges Christus-Fresko durch ein abstraktes Symbol zu ersetzen oder weiß zu verputzen, um, so der örtliche Kleriker im Umfragebogen wörtlich, dem Gottesbild der Juden und Muslime eher zu entsprechen.

Allāh, der Erhabene, sagte:

Oder haben sie Allāh beigesellte Gottheiten, die ihnen Glaubensvorschriften machen, die Allāh nicht erlaubt hat? Wenn nicht Allāhs Wort bereits ergangen wäre, dass ihnen bis zum Jüngsten Tag Aufschub gewährt wird, wäre zwischen ihnen (schon) entschieden worden.

[aš-Šūra:21]

Daher sind die Gesetzgeber zu Göttern und Herren (àrbāb) für jeden einzelnen geworden, der ihnen Gehorsam leistet, ihnen folgt oder ihnen in diesem Unglauben und Polytheismus zustimmt. Genau wie Allāh dies über die Christen sagte, als sie ihren Priestern und Mönchen folgten. Die Anhänger der heutigen Demokratien sind schlimmer, unmoralischer und unreiner als jene Priester und Mönche. Dies, weil die Priester nicht beanspruchten, das was sie sagten, zum Gesetz oder zum allgemeingültigen Rechtssystem zu erheben. Und sie bildeten (hierzu) weder Verfassungen oder Bücher, noch bestraften sie jene, die das was sie (die Priester) sagten, nicht annahmen oder ausführten. Auch benutzten sie nicht Allāhs Buch, um daraus Beweise für ihren Ṭāghūt zu liefern.

Wenn man dazu kommt, dies zu verstehen, dann sollte man wissen, dass der größte Schritt des Festhaltens am festesten Haltegriff und der größte Schritt des Unglaubens (kufr) gegenüber diesen menschengemachten Ṭāghūt das Höchstmaß des Ìslām ist. Damit meine ich al-Ǧihād.

Den Ǧihād gegen den Ṭāghūt, seine Anhänger und Helfer um zu versuchen, dieses menschengemachte System zu zerstören und zu versuchen, die Menschen dazu zu bringen, sich von der Anbetung (an dieses System) abzuwenden und zur Anbetung an Allāh allein zurückzukehren. Es muss eine Bekanntmachung und einen offenen Ruf zur Wahrheit geben, genau wie die Propheten es taten. Und wir müssen dies auf dieselbe Art und auf demselben Weg ausführen. Ein Weg, den Allāh (swt) uns klar aufzeigte, indem Er uns anbefahl, Ìbrāhīms Religion und seinen Ruf (da’wa) als Beispiel zu nehmen.

Artikel 51 der Verfassung Kuwaits sagt: „Die legislative Autorität wird durch den Prinzen und die parlamentarische Versammlung gemäß der Verfassung ausgeführt.“, Artikel 25 der jordanischen Verfassung legt fest: „Die legislative Autorität steht unter dem Amt des Königs und der parlamentarischen Versammlung.“ Und Artikel 86 der ägyptischen Verfassung bestimmt: „Das Parlament ist dazu bestimmt, die Verantwortung der legislativen Autorität zu tragen.“

Allāh sagt:

Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham (Ìbrāhīm) und denen mit ihm, als sie zu ihrem Volk sagten: „Wir haben nichts mit euch noch mit dem zu schaffen was ihr statt Allāh anbetet. Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Hass entstanden; (solange,) bis ihr an Allāh glaubt und an Ihn allein“ …

[al-Mumtahana:4]

Damit ist die Bedeutung dieser Aussage zweifellos und klar. Man ziehe in Betracht, wie Allāh mit der Feindschaft vor dem Hass begann. Feindschaft ist wichtiger, denn der Mensch kann die Ṭāghūt-Anhänger hassen, aber könnte sie dabei nicht als Feinde ansehen. Doch erfüllt ein Mensch nicht seine Pflicht, bis er sie hasst und sie als Feinde ansieht. Man betrachte auch, wie Allāh ihre Missbilligung gegenüber den Polytheisten erwähnte, noch vor der Missbilligung dessen, was sie anbeteten, denn das erste ist wichtiger als das zweite. Viele Menschen zeigen Missbilligung gegenüber Götzen (al-àšnām), Ṭawāghīt, Verfassungen, Gesetzen und verwerfen Religionen und die Falschheit, aber sie verweigern es, eine (genauso) hohe Missbilligung gegenüber ihren Dienern oder Unterstützern aufzuzeigen.

Deshalb erfüllt solch ein Mensch nicht seine Pflicht und das was ihm auferlegt wurde. Wenn er den polytheistischen Dienern des Ṭāghūt seine Missbilligung entgegnet, dann bedeutet dies, dass er seine Missbilligung auch ihren geltungslosen Religionen entgegen bringt, was immer es auch ist, das sie anbeten.

Wenn jemand dem Ṭāghūt in dieser Welt nicht aus dem Weg geht (ihn meidet; sich vor ihm in Acht nimmt) indem er es verweigert, ihm zu dienen und ihn anzubeten, der wird einer von den Verlierern des Jenseits sein. Nichts von der Religion (dīn) wird ihm (dann) nützen oder von Vorteil sein. Und er wird es bereuen, an einem Zeitpunkt, an dem der Kummer ihm nicht von Nutzen sein wird. Dann wird es den Wunsch geben, ins Diesseits zurückzukehren und erneut zu leben.

Aber es wird zu spät sein, es wird kein zurück mehr ins Diesseits geben. Wenn du daher, oh Diener Allāhs, die Sicherheit und die Hoffnung auf des Herrn (Rabb) Gnade erreichen möchtest, welche Er den frommen Gottesfürchtigen gab, dann musst du alle Arten des Ṭāghūt verwerfen. Verwerfe und verleugne sie jetzt! Jetzt! Niemand wird sie im Jenseits verwerfen können, wenn er sie nicht im Diesseits verwirft. Aber für jeden, der ihre Religion der Falschheit unterstützt und ihnen (den Dienern des Ṭāghūt und somit dem Ṭāghūt selbst) folgt, so wird es einen Rufer im Jenseits geben, der rufen wird: „Jeder, der etwas anbetete (‚ibāda), wird dem folgen. Jeder, der die Sonne anbetete (‚ibāda entgegenbrachte), wird ihr folgen; jeder, der den Mond anbetete, wird ihm folgen; jeder, der den Ṭāghūt (welcher Art auch immer) anbetete, wird ihm folgen.“

Was religiöses Wohlverhalten ist, definiert dein Imam, Scheich oder Mufti, und wenn du dich nicht islamisch korrekt verhältst, musst du in der Hölle brennen. Den Missetäter – die Feministin, den Demokraten – musst du noch heftiger hassen als sein islamwidriges Ideal, doch deinen berechtigten Hass musst du als praktizierender Muslim ihn gleichwohl spüren lassen.

Was mag es für die Atmosphäre in Schulhof oder Vorstadtstraße bedeuten, wenn ein Teil der dortigen Muslime sich für das Menschenbild des jordanisch-palästinensischen Hasspredigers begeistert? Der Aufbau von spontanen oder offiziellen Kadern von Religionspolizisten wird wohl unvermeidlich sein, und dass diese „Bärtigen“ Gewalt anwenden, um die islamische Ordnung durchzusetzen, mussten erst vor drei Wochen sich unislamisch verhaltende Besucher einer Istanbuler Galerie schmerzhaft erfahren: „Sie haben uns angegriffen, weil wir auf der Straße etwas getrunken haben. Sie haben Allahu Akbar (Gott ist groß) gerufen … Wenn die Galerien nicht sofort die Rolläden heruntergelassen hätten, wäre es eine Art Lynchen geworden (17).“

Fortgesetztes salafistisches Mobbing wird zu segregierten Stadtvierteln führen, ein Prozess der Entflechtung und Abkopplung, der der Abmeldung eines „muslimischen“ Mädchens vom Schwimmunterricht oder mit einem zweiten Kühlschrank im Kindergarten „für die muslimischen Kinder“ beginnen mag.

Dann sagte Allāh, der Erhabene:

An jenem Tage werden sie alle Teilhaber an der Strafe sein. So verfahren Wir mit den Schuldigen, denn als zu ihnen gesprochen wurde: „Es ist kein der Anbetung Würdiger (ìlah) außer Allāh“, da verhielten sie sich hochmütig.

[aš-Šāffāt:33-35]

Sei vorsichtig, oh Diener Allāhs! Weise das Wort des Monotheismus nicht ab und verwerfe es nicht. Zerstöre nicht das, was in diesem Wort impliziert ist und sei immer stolz auf das rechtschaffene Wort. Dieses ist die Einheit Allāhs. Zerstöre nicht die Anhängerschaft an die Wahrheit und bestehe nicht auf die Unterstützung des Ṭāghūt, denn du wirst (sonst) am Tage des Gerichts mit den Leuten der Vernichtung sein und ihr Ende teilen (d.h. in Ǧahannam eingehen).

Du solltest wissen, dass Allāh (swt) diesen reinen Dīn des Ìslām erschaffen hat und diesen für Seine monotheistischen Diener (muwaḥidīn) erwählt hat. Daher, wer immer diesem folgt, dessen Taten werden akzeptiert sein und wer immer irgendeiner anderen der Religionen (àdyān) folgt, dessen Taten werden abgelehnt und er wird einer der Verlierer sein. Er, der Erhabene, sagt:

Und Abraham (Ìbrāhīm) befahl es seinen Söhnen an und ebenso Jakob (Ya’qūb): „Meine Söhne, Allāh hat für euch die Religion auserwählt, deshalb sterbt nicht anders als (Allāh) ergeben (muslimūn) zu sein.“

[al-Baqara:132]

Und Er, der Erhabene, sagte:

Wahrlich, die Religion bei Allāh ist der Ìslām.

[´Āli-‚Imrān:19]

Und Er sagte:

Und wer eine andere Religion als den Ìslām begehrt: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.

[´Āli-‚Imrān:85]

Sei vorsichtig, um das Wort der „Religion“ nicht nur auf das Christentum oder das Judentum usw. zu begrenzen, denn du könntest den anderen hinfälligen Religionen folgen und dadurch in die Irre gehen. Es beinhaltet jede (Art von) Religion, jede Methode, jedes richterliche System und jedes Gesetz, welchem die Geschöpfe folgen und sich diesem unterwerfen. All diese falschen Religionen müssen verlassen und verworfen werden. Wir müssen Unglauben (kufr) gegenüber ihnen begehen, ihre Helfer und Unterstützer ablehnen und (dürfen) uns nur für den monotheistischen Dīn einsetzen, dem Dīn des Ìslām. Der Allmächtige ordnete uns an, dies all den Ungläubigen mit ihren verschiedenen Religionen zu sagen:

Sprich: „O ihr Ungläubigen! Ich diene nicht dem, dem ihr dient und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient und ihr werdet nicht Diener Dessen sein, Dem ich diene. Ihr habt eure Religion und ich habe meine Religion.“

[al-Kāfirūn]

Daher ist jede religiöse Gemeinschaft [ganz] innerhalb der ungläubigen Gemeinschaften, welche diesen [auch nur] zustimmt, mit diesen Vereinbarungen schließt oder sich (mit ihnen) in einem System versammelt, das dem Ìslām widerspricht – [denn] so ist jene [Islamverleugnung auch] zu ihrer Religion geworden. Es kann Kommunismus, Sozialismus, Säkularismus und andere solcher neuen Methoden und Prinzipien beinhalten, welche Menschen durch ihre eigenen Gedanken erfanden, die dann damit, als ihre [gewählte] eigene Religion, zufrieden waren.

Eine dieser Religionen (àdyān) ist die Demokratie. Es ist eine Religion (dīn), die der Religion Allāhs widerspricht. Nachfolgend werden einige zusammengefasste Punkte aufgeführt, welche die Falschheiten dieser erfundenen neuen Religion, von welcher viele Menschen – einschließlich jener, die behaupten der Ìslām sei ihre Religion – fasziniert sind, verdeutlichen. Sie wissen, dass Demokratie eine andere Religion als die der wahren monotheistischen Religion des Ìslām ist. Und sie wissen, dass sie einer der Irrwege ist, auf welchen zum Höllenfeuer gerufen wird.

Es ist eine Illusion einer Gruppe von Leuten, die sich Muslime nennen, jedoch nicht das verlassen, das dem Ìslām widerspricht. Sie sprechen sich selbst dem Ìslām zu, aber handeln zur selben Zeit entgegen diesem und rühmen sich gar damit.

Sie haben nicht die Religion der Demokratie verlassen, so wie an-Naǧāšī die Religion des Christentums verlassen hat, nein. Sie waren fasziniert von ihrer Belobigung und von den Beweisen, die sie den Menschen erbrachten und sie riefen die Menschen dazu auf, in diese unwahre Religion einzutreten. Sie machten sich selbst zu Göttern, welche Gesetze für den Menschen erlassen, wozu Allāh keine Befugnis erteilt hat. Sie vereinigen sich auch mit jedem, der mit ihnen in ihrer Religion übereinstimmt, wie die Repräsentanten der Parlamente oder ihren Ministerien. Sie schließen sich ihnen an in ihrer ungläubigen Gesetzgebung, welche gemäß den Texten der Verfassung beschlossen wird. Sie folgen dem und hassen jeden, der es angreift oder Einwand dagegen erhebt.

Wo befindet ihr euch nun? Verbleibt ihr weiterhin in eurem Schlummer und eurem alten Irrtum? Steckt ihr den Kopf in den Sand? Seht ihr nicht die Ähnlichkeiten um euch herum? Da haben wir Algerien, da Kuwait, da Ägypten usw. Seid ihr euch immer noch nicht sicher, dass dies das Spiel der Ungläubigen ist? Ein geschlossenes, krummes polytheistisches Schauspiel. Seid ihr euch immer noch nicht sicher, dass die Parlamentsräte Spielereien unter der Verfügungsgewalt des Ṭāghūt sind? Er eröffnet und beendet sie, wie er will und wie er wünscht. Kein Gesetz kann erlassen werden, ohne vorherige Zustimmung des Ṭāghūt.

Wenn ihr einer der Atheisten seid, dann hoffen wir, dass ihr diese Gemeinschaft und Beteiligung genießt. Teilt mit ihnen euren Unglauben und Polytheismus, wenn ihr es wollt. Aber ihr müsst wissen, dass diese Beteiligung nicht an den Begrenzungen der diesseitigen Welt endet! Sie wird fortbestehen, wie Allāh (‚awj) in Surat an-Nisā` sagte, nachdem Er vor solchen Versammlungen warnte und befahl, solchen Leuten aus dem Weg zu gehen und nicht mit ihnen zu sitzen, denn jeder der mit ihnen sitzt, einer von ihnen sein wird, wie Allāh uns davor warte:

32 Artikel 34, Teil 2 der jordanischen Verfassung sagt: „Der König ruft den Parlamentsrat zur Versammlung und eröffnet, verschiebt und löst ihn auf gemäß der Verfassung“, Teil 3 sagt: „Der König hat die Autorität, den Parlamentsrat aufzulösen“.

33 Artikel 79 der kuwaitischen Verfassung besagt: „Kein Gesetz wird verabschiedet ohne die vorherige Genehmigung des Parlamentsrates und der Zustimmung des Prinzen“ Und Artikel 93 Teil 1 der jordanischen Verfassung sagt: „Jedes Programm, das durch den parlamentarischen Rat bestimmt wurde, muss zu König entsandt werden, um die Zustimmung zu erhalten“ und in Teil 3 steht: „Wenn der König das Gesetz nicht legitimiert, kann er dies dieses widerrufen (bis zu sechs Monaten nach deren Erlassung)“. In Jordanien bestehen vor der Zustimmung des Königs die Zustimmung und die Einverständnis des Senats, dessen Mitglieder vom König ernannt werden. Und selbst bei all diesen Umständen.

… Wahrlich, Allāh wird die Heuchler und die Ungläubigen allesamt in Ǧahannam versammeln.

[an-Nisā`:140]

Oh Menschen, hütet euch vor dem Ṭāghūt und seinen Versammlungen, verlasst sie und bringt ihnen den Unglauben entgegen, solange sie bestehen wie sie sind.

Dies ist das offenkundige Recht, das zweifellose und klare Licht, doch die meisten Menschen wissen nicht …

Verwerft sie, verlasst sie, verlasst ihre Anhänger und ihren Polytheismus bevor es zu spät ist, bevor der Tag kommt an dem dies die größte Angelegenheit sein wird. Ihr werdet wünschen und hoffen, aber danach ist es zu spät und an dem Tag (des Gerichts) gibt es keine Rücksichtnahme auf den Kummer und die Wehklagen.

Meidet sie jetzt und sagt ihnen – wenn ihr der Religion Ìbrāhīms folgt und dem Weg der Propheten – das, was wir zum Abschluss dieser Darlegung anbringen:

Oh, ihr Sklaven des irdischen Gesetzes und des irdischen Urteils.

Oh, ihr Leute des Dīn der Demokratie.

Wir sagen uns los von euch und eurem Dīn.

Wir entgegnen euch mit Unglauben, euch und eurer polytheistischen Gesetzgebung und euren heidnischen Parlamenten.

Und die Feindschaft und der Hass bestehen zwischen uns und euch. Bis ihr glaubt, an Allāh allein!

Soweit zu »Die Religion der Demokratie«.

Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī sagt uns, was Islam aus seiner Sicht ist: Geheiligte und heilssichernde Ungleichbehandlung, Islam als ein Faschismus, der jeden Gegner töten will und töten wird. In das etwas verkrampft beschworene Bild vom Islam als einer „im Kern friedlichen Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) will dieser authentische Islam nun allerdings gar nicht passen. Die immer wieder pauschal erhobene Forderung, „den Islam gleichzustellen“ oder „den Islam zu integrieren“ haben freiheitliche Demokraten im Namen der Rechtseinheitlichkeit und der schützenswerten allgemeinen Menschenrechte zurückzuweisen.

Das Gerede vom abendländischen Kulturkreis bzw. morgenländischen Kulturkreis dient dazu, die Menschen zwischen Casablanca und Jakarta, nicht zuletzt die Ex-Muslime, Atheisten, Christen oder Feministinnen unter ihnen, von den Standards des Aufklärungshumanismus auf Dauer auszuschließen oder beschönigt eine künftige innereuropäische Rechtsspaltung. Es gibt aber nur eine Wissenschaft, eine Naturbetrachtung und eine Erziehungswissenschaft, es gibt keine unislamische Physik und islamische Physik, keine Christensoziologie und Muslimsoziologie. Pädagogische Erkenntnis ist universell. Rechtstaatlichkeit ist kein Kulturkreis, Wissenschaft auch nicht. Und es gibt nur eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Mit ihrem im Oktober 2010 geäußerten: ‚Es gilt bei uns das Grundgesetz, und nicht die Scharia‘ hat Angela Merkel, wiewohl nicht unschuldig am bisherigen Ausbleiben einer öffentlichen Diskussion über das grundrechtswidrige islamische Recht, darauf hingewiesen, dass die Verfassung auch religiös begründet nicht außer Kraft zu setzen ist. Doch wird es zur Sicherung der freiheitlichen Demokratie nicht ausreichen, dass eine Bundeskanzlerin das vielleicht nur halb verstandene Wort Scharia ausspricht.

Herrschaftskulturelle Abendlandbeschwörer und spätstalinistische bis friedensbewegte Multikulturalisten bedrohen Pressefreiheit und Religionsfreiheit gleichermaßen, der gelegentlich von der CSU verteidigte, abschaffenswerte „Gotteslästerungsparagraph“ 166 StGB wird sich bei ansteigender Geltung des Islamischen Rechts zur Sklavenkette der Dhimmis und Harbis verwandeln.

Multikulturelle, sprich von Selbsthass oder Antietatismus getragene Jahrzehnte lang haben wir den Diskurs über die »citoyenneté« vernachlässigt (18). Franzosen oder Deutsche sind Bürger, keine Christenbürger und Moslembürger. Die Religion oder Nichtreligion meiner Nachbarn oder Eltern darf meinen selbst geschriebenen Lebenslauf subkulturell bis begeisternd beeinflussen, aber nicht zerstören. Aus einer kulturell modernen Sicht, die für den Einzelnen ja gar nicht atheistisch sein muss, können nur citoyen und citoyenne überhaupt eine Gewissens- und Bekenntnisfreiheit erringen, der Mensch im Gottesstaat hingegen ist zwangsweise „religiös“, eine persönliche Spiritualität kann nicht reifen. Im Iran oder in Saudi-Arabien gibt es keine Religionsfreiheit, das aber sagt Frau Merkel seltsamerweise nicht.

Was wollen wir? Durch klerikale Eliten geführte Religionsvölker oder Rechtseinheitlichkeit? In religiös definierte Ghettos verbarrikadierte innerstädtische Glaubensnationen oder die offene Gesellschaft und die weltbürgerlich und nachmagisch verstandene Idee von Bildung? Wollen wir die „pädagogisch“ erweckte Höllenangst oder die aufklärungshumanistisch arbeitende Schule? Erforschung von Tatsachen oder nachwissenschaftliche Lobbyarbeit?

Jacques Auvergne

(1) ṭawāġīt, ṭāġūt. Die Suchbegriffe führen, arabisch geschrieben, zu antidemokratisch-islamischen (salafistischen) Videoclips und von da aus in einen demokratiehassenden Kosmos von Kurzfilmen.

http://www.youtube.com/watch?v=KhBdvL-gD3c

ABU DUJANA spricht über das halbiert-solidarische (orthodox islamische) Konzept »al-walāʾ wal-barāʾa«, Muslimūnsolidarität bei Kuffārhass, das vom anonymen MuwahidMedia angemessen übersetzt als “Loyalität und Lossagung für Allah”.

http://www.youtube.com/watch?v=taNFeQjBCq8&feature=related

Ganz im Stil von al-Maqdisī sagt sich ABU HUDHAIFA Rami Nazaar AbdAllâh Abu Suwairy, Komandeur bei den Qassām-Brigaden, von Volkssouveränität und Parlamentarismus los. Eine konsequent salafistische (dschihadistische) Propaganda vom Al-Ansar Media Battailon.

http://www.youtube.com/watch?v=Afn7yyT30k0&feature=related

Wala und Bara. Ältere Einträge aus dieser Kategorie. Posted by tawhidwataqwa.

http://tawhidwataqwa.wordpress.com/category/wala-und-bara/

(2) Nablus (Sichem), Foto, Wikipedia gestiftet von Uwe am 13.07.2005

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/66/NablusPanorama2.jpg

(3) Bild: al-Maqdisī. Bei: amnesty international (ai)

http://2009.amnesty.ch/de/aktuell/news/2006/systematische-folter-von-mutmasslichen-terroristen/image1_1column

Jordanien foltert. ai: »Systematische Folter von mutmaßlichen „Terroristen“« Bilduntertitel: „Obwohl seine Unschuld anerkannt wurde, wird Scheich Abu Muhammad Maqdisi weiterhin festgehalten“

http://2009.amnesty.ch/de/aktuell/news/2006/systematische-folter-von-mutmasslichen-terroristen/

Bild. Bei: The Jamestown Foundation

http://www.jamestown.org/typo3temp/pics/a662bdbc50.jpg

aus: Murad Batal al-Shishani: »Jihad Ideologue Abu Muhammad al-Maqdisi Challenges Jordan’s Neo-Zarqawists«, in: The Jamestown Foundation (zuerst in: Terrorism Monitor Volume: 7 Issue: 20 July 9, 2009)

http://www.jamestown.org/single/?no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=35245

(4) Juhayman al-Otaibi – Executed 9 January 1980

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Juhayman_al-Otaibi.jpg

Juhayman’s Officers

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Officers_Juhayman_al-Otaibi-1.jpg

(5) »Rejectionist Islamism in Saudi Arabia: The Story of Juhayman al-‘Utaybi Revisited«, von: Thomas Hegghammer and Stéphane Lacroix. (“This article will appear in a revised form, subsequent to editorial input by Cambridge University, in International Journal of Middle East Studies (vol. 39, no. 1, 2007, pp. 103-122), published by Cambridge University Press”)

http://moyen-orient.sciences-po.fr/revue_en_ligne/articles_pour_revue_en_ligne/17042007%20Hegghammer%20%20Lacroix%20-%20Juhayman%20-%20Website%20version.pdf

(6) »DEMOCRACY: A RELIGION«, Abu Muhammad ‚Aasim al-Maqdisi, ins Englische von Abu Muhammad al-Maleki, überarbeitet von Abu Sayf Muwahhid. Ein Abu kommt selten allein, ziemlich viele Abus heute.

http://www.scribd.com/doc/18993155/Democracy-a-Religion-Abu-Muhammad-alMaqdisi

Mister al-Maqdisi goes online: »Minbar of Tawhid and Jihad. PULPIT OF MONOTHEISM AND JIHAD«. Dort finden sich alle möglichen Schriften des Cheftheoretikers der Muslimbruderschaft Sayyid Quṭb (*1906, † 1966) ebenso wie der Text »Praktische Schritte zur Befreiung Palästinas« von einem gewissen Osama bin Laden. Rechtleitung für Berlins Regierende fehlt nicht im revolutionären Programm, ein Abu Talha der Deutsche ist Verfasser von »Das Rettungspaket für Deutschland«. Dann kann ja nichts mehr schief gehen, alle weiteren Fragen zu Wirtschaft-, Bildungs- und Familienpolitik beantworten mir der Kalif und der Allahgott.

http://www.tawhed.net/c.php?i=18

Der Befehlshaber der „Al-Qaida für den islamischen Maghreb“ (AQIM), Abu Musab Abdul Wadud, bat den in Jordanien ansässigen dschihadistischen Kleriker Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī darum, in allen Schariaangelegenheiten (islamische Dogmatik und islamische Jurisprudenz) Auskünfte zu erteilen. The Emir of Al-Qaeda in the Islamic Maghreb (AQIM), Abu Mus’ab ‚Abd Al-Wadoud, has asked the Jordan-based jihadist cleric Abu Muhammad Al-Maqdisi to rule on shari’a matters for the organization. Bei: MEMRI

http://www.thememriblog.org/blog_personal/en/20235.htm

YouTube, radikale Maqdisi-Filmchen auf jugoslawisch

http://www.youtube.com/watch?v=UB5oubv3BE4&feature=related

(7) Alija Izetbegović, Verfasser der »Islamska deklaracija. Die Islamische Deklaration« (1970). Darin heißt es in einer Fußnote: „Jahiliya: the godless. Period of darkness prior to Islam“ und im dazugehörigen, alles andere als frühmittelalterlich gemeinten Text: „The struggle towards new goals did not begin today. … Still, this is mainly the personal sacrifice of exceptional individuals or courageous minor groups in collision with the mighty forces of the Jahiliya.“ Salafismus und Dschihadismus in reinster Form. Die „Deklaration“ steht bei Infidel The American.

http://infideltheamerican.files.wordpress.com/2010/02/islamic-declaration.pdf

(8) »Profile: Abu Musab az-Zarqawi«, BBC, 10.11.2005

http://news.bbc.co.uk/2/hi/3483089.stm

(9) Demokratie wird von nahöstlichen Dschihad-Salafisten wie al-Maqdisī ebenso als „falsche Religion“ bezeichnet wie von Deutschlands Mainstream-Salafisten aus dem Umfeld von Pierre Vogel.

»dpa. Der bekannte Salafist Mohammed Ciftci wolle seinen Verein „Einladung zum Paradies“ und seine in Braunschweig angesiedelte Islamschule nach Mönchengladbach verlagern … Der niedersächsische Verfassungsschutz habe immer wieder auf die Gefahren dieses Zentrums hingewiesen … Verfassungsschützer von Bund und Ländern betonen stets, Ziel des dort gelehrten Salafismus sei ein rigider „Gottesstaat“, wie er in der Frühzeit des Islam herrschte. Demokratie gelte für Salafisten dagegen als „falsche Religion“.« Aus: Hannoversche Allgemeine vom 03.08.2010, Titel: »Umstrittene Islamschule in Braunschweig plant Umzug nach NRW«.

http://www.haz.de/layout/set/gallery/layout/set/gallery/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Umstrittene-Islamschule-in-Braunschweig-plant-Umzug-nach-NRW

(10) »Gedicht von Muhammad al-Maqdisi«, Kurzfilm, am 15.11.2008 bei YouTube gepostet von ismaelAbdulrahman

http://www.youtube.com/watch?v=17G0Z3zHwHs

For the Pleasure of My Lord, The Prisons come Perfumed

Dear Brother, who dwells in these prisons To you I write with distresses, If to Allah you hold fast Then what harm will a misfortune of time do to you? Beware dear Brother, of making your corrupting your thoughts Regarding the Promise of the Deity, Mighty and Strong, Verily, He has promised the Believers with Salvation As He saved Yunus from the dark depths of the belly of the Fish,

Dear Brother, before you, passed the ancient ones These prisons are but like those prisons, Did not Yusuf dwelled in them for a phase And Musa, the tyrants threatened him with it, And such was the Messenger of the Generous Deity To imprison him, the pagans plotted, So my Lord saved him through his Hijrah In the company of that trustworthy friend,

And in their footsteps, the Believers traversed Like Ahmad, that firm Imam, And likewise Ibn Taymiyyah was blessed with it In the fortress of Sham, as a prisoner he dwelled, Hundreds of thousands of the True Faithful Dwelled for a time in these prisons, Be not weak, dear Brother, nor lose hope When your time comes, nor submit,

Strengthen yourself by remembering the Deity, Most Supreme And hasten in memorizing the Manifest Book, That is for your heart a secure stronghold And this is for your spirit an assisting provision, These are hardships, soon they will all cease And remaining from it will be various fruits and benefits,

So if they intimidate you, and they threaten you Never weaken, or soften to them, And even if they insult you, and they torture you And if they beat you, submit not, You are not the first to be tortured For a Mighty Religion and a Manifest Legislation, Nor are you alone on this Path For there are countless caravans throughout the years,

And if an ‘Eid passes by, and a son is born And months rotate, while you are imprisoned, Do not grieve O Brother of the Righteous Ones Of departing from family and losing children, And if they forbid you from their visits And likewise their letters never appear, So if this is for a Lord and Religion Then where is the patience, where is the certainty!?

And where are your past speeches Regarding the (weight of the) Millah of that Trustworthy Messenger?! That Intimate Friend went willingly To slaughter his son, a clear trial, On a magnificent, noble day like today Without any anxiety, he put him down upon his forehead, So my Lord saved him through His Good Will And ransomed him with a fat sheep,

But you, your sons are in a carefree life And diversion and amusement, and a secured home, Yet you have not been asked to slaughter them Rather, merely for patience of a temporary separation, For verily, they are in the care of a Merciful Lord And you are in solitude with Him and Faith,

For the Pleasure of a Lord and assisting a Religion Life and all children become insignificant, For the Pleasure of a Lord, Mighty and Generous The prisons come perfumed, and the bitter come sweet …

Written by Shaykh Abū Muhammad Al-Maqdisī

General Intelligence Prison Facility, Jordan – Cell No. 63

‘Eid Al-Adh’hā 1414 H

http://www.ummah.com/forum/showthread.php?150852-The-Perfumed-Prisons-Poem-By-Skeykh-Abu-Muhammad-Al-Maqdisi

(11) »Ad-Dīmuqrāṭīya Dīn. Die Religion der Demokratie«, von: Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī, ins Deutsche von: Abū ʿIzzudīn, bei Verwendung der Übersetzung ins Englische von: Abū Muḥammad al-Malikī.

http://ansarulhaqq.com/buecher/Aqaaid%28Glaubensfundamente%29/ad-dimuqratiyya-din_al-maqdisi.pdf

(12) Auf »Ansar ul Haqq Media Blog. Artikel und Nachrichten aus islamischer Perspektive«, empfiehlt (die Spezies Abu rottet sich im Plural zusammen, bereits bei EZP & Co. gibt`s viele Abus) ein gewisser »Abu Saiid« am 04.08.2010 das Werk des dschihadistischen Theoretikers Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī. Abu Saiid betreibt den sich zur Salafiyya und zur al-Qaida bekennenden Blog gemeinsam mit Umm Kulthuum und Umm Habiiba.

http://ansarulhaqq.wordpress.com/2010/08/04/bucherempfehlungen-die-religion-der-demokratie/

Dort verweist man auf die organisatorisch verwandte und namensgleiche Seite ansarulhaqq.com, auf der die terroristisch denkende Werbeschrift als pdf-Datei bevorratet wird

http://ansarulhaqq.com/buecher/Aqaaid%28Glaubensfundamente%29/ad-dimuqratiyya-din_al-maqdisi.pdf

Zur offen terroristischen, Aiman aẓ-Ẓawāhirī nahe stehenden Seite »Ansar alJihad Network. http://www.ansar.com« http://ansar1.info/ („Osama bin Ladin – May Allah protect him“) wird durch Abu Saiid und sein Team bzw. seinen Blog »Ansar ul Haqq Media« schamlos verlinkt.

http://ansar1.info/

(13) Der Terrorprediger und die Frauen. Shaykh Abu Muhammad al-Maqdisī: Über die Früchte des Dschihad. From the fruits of Jihād. Kapitel acht: Behandelt die Frauen höflich. Act Gently With the Women.

http://www.myiwc.com/forums/showthread.php?t=5504

Ob »Min Thamrāt al-Jihād. From the fruits of Jihād« im Deutschen rezipiert wird, von uns islamkritischen Freunden der freiheitlichen Demokratie einmal abgesehen? Leider ja, beim salafistischen Blog »Tawhid wa Taqwa« (Einsgottglaube und Gottesfucht), der von „AbdulMuhaymen“ betrieben wird und die antisemitische Hetzschrift »Die Protokolle der Weisen von Zion« zum Download anbietet, heißt es: „Der Jordanier Abu Muhammed al-Makdisi ist derzeit einer der einflussreichsten Ideologen Dschihadiyya. Sein Denken beeinflusst weltweit die Dschihad-Bewegung. Er der Chefideologe der Dschihadiyya. Sein berühmtester Schüler ist Landsmann Abu Musab al-Sarkawi, dessen Anhänger heute im Irak mit Selbstmordattentaten den Kampf gegen die amerikanischen Truppen anführen. … Zusammen mit al-Sarkawi gründete al-Makdisi in Jordanien in den neunziger Jahren eine Organisation, die dem heiligen Krieg verpflichtet ist.“

http://tawhidwataqwa.files.wordpress.com/2010/03/interview-mit-abu-muhammad-al-makdisi.pdf

Um jeden Demokratieanwender als Apostaten bezeichnen zu können, müssen sich die Gottesfurchtverbreiter und Dschihadisten von »Tawhid wa Taqwa« theologisch vom Kölner Missionar Abu Hamza (Pierre Vogel) distanzieren: „Der Sinn und das Ziel, dieses Blogs ist es, zum Islam aufzurufen, den Islam zu erklären. Dabei sei betont, es geht uns um den richtigen Islam, den geraden Weg, zu dem alle Gesandten (as) aufgerufen haben. … Uns geht es, um es einmal anders auszudrücken um das ‘Zurück zu den Wurzeln’. … Abu Humazah, der Lügner aus Köln, behauptet, es gäbe Ijma darüber, dass diejenigen, die nach etwas anderem richten, als nach dem, was Allah (swt) herabgesandt hat keinen grossen Kufr, sondern „nur“ kleinen Kufr begehen und somit nicht aus der Millah ausgetreten wären. Wie wir schon des Öfteren berichtet haben, nimmt es Abu Humazah Vogel mit der Wahrheit nicht immer so ganz genau, aber mit dieser Behauptung hat er, die Jäger würden sagen, „Bock geschossen“. Komischerweise aber merkt niemand, dass Vogel lügt.“

http://tawhidwataqwa.wordpress.com/uber-diese-seite/

http://tawhidwataqwa.wordpress.com/2010/08/04/maida-544-und-ijma/

Blogger „AbdulMuhaymen“ verbreitet in werbender, sprich in geistig terroristischer Manier die Schriften von zwei Radikalen: al-Maqdisī ebenso wie Sayyid Quṭb. Ein hoffentlich klein bleibendes Mischfeld aus al-Maqdisī und Quṭb gibt es also auch im deutschen Sprachraum.

http://www.youtube.com/user/AbdulMuhaymen#p/u/2/ziMaku1se34

»Zeichen auf dem Weg. Maʿālim fi ṭ-Ṭarīq«, von Sayyid Quṭb. Übersetzung ins Deutsche und islamkritische Kommentierung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/09/13/200/

(14) In »The Niqaab in light of the Holy Quran and Sahih Hadith and in the Opinions of the great scholars« belegt Ibn Farooq, dass auch der Gründer der Kalifatspartei (“revivalist party”) Jamaat-e-Islami (JI), Abū l-Aʿlā l-Maudūdī, für den Gesichtsschleier kämpfte

„In verse 59 the third step for social reform was taken. All the Muslim women were commanded that they should come out well covered with the outer garments and covering their faces whenever they came out of their houses for a genuine need.“ (From Tafseer of Quran by Maoulana Abul A’la Maududi in tafseer of ayah # 59 of Surah Al-Ahzaab)

Shaikh Abul A’la Maududi (Who was the founder of „Jamat-ul-Islami“ also a known and respect scholar of the Hanafi madhab) “A person who considers carefully the wordings of the Quranic verses, their well-known and genreally accepted meaning and the practice during the time of the Holy Prophet (Sallallaahu Álayhi Wasallam) cannot dare deny the fact that the islamic Shari’ah enjoins on the woman to hide her face from the other people and this has been the practice of the Muslim women ever since the time of the Holy Prophet (Sallallaahu Álayhi Wasallam) himself” (In the book „Purda“ by Shaikh Abul A’la Maududi P# 199 )

http://ibnfarooq.tripod.com/niqaab.htm

Wer sich in deutscher Sprache für al-Maudūdī als einen Gesichtsschleierfreund interessiert? Allah goes Jyväskylä, angeblich jedenfalls. »Niqab von Ibn Farooq«, bei: an-niqab.de Copyright by AmatulAziz, Adresse: A. Zahdi, Lehtorannantie 22 A Ort: FI-40520 JKL, Suomi – Finnland

http://an-niqab.de/sunna-pflicht/pflicht/35-ibn-farooq

Individuen verlieren im Islam Struktur und Kontur, weibliche jedenfalls. Die Frage, wer oder was Amatul Aziz ist, führt zu Allahgottistdergrößte.

http://www.allahuakbar.de.ms/

Meine Religion ist der Islam. Gebürtig bin ich Deutsche und habe keine muslimischen Vorfahren. Wie das geht? Ich konvertierte zum Islam, alhamdulillah (alles Lob gebührt Gott). Diese Entscheidung, die sich bald als die beste und sinnvollste meines Lebens herausstellte, traf ich vor ca. 4 Jahren.

Was sagen meine Eltern dazu? Ernst genommen wurde ich als >MuslimaKopftuchJilbab< geworden, denn im Quran wird den gläubigen Frauen ein Übergewand, dass den ganzen Körper bedeckt befohlen – mit einem Kopftuch ist es nicht getan.

Die Hölle. Das Heim der Ungläubigen. Der Platz, an dem die Ungläubigen bis in alle Ewigkeit bleiben werden, wurde erschaffen, um dem menschlichen Körper sowie der Seele Schmerzen zuzufügen. Die Gerechtigkeit Allahs sieht ihre Bestrafung vor, da die Ungläubigen schuldig sind. Oder wäre es Ihrer Meinung nach gerecht, dass grausame Menschen, die schlimme Taten begangen haben, genauso wie die Gläubigen, die sich um Gutes im Diesseits bemüht haben, belohnt werden? Das wäre nicht gerecht. Und Allah ist der gerechteste Richter über alle Dinge, und Er wird keinen Menschen zu Unrecht bestrafen.

http://allahuakbar.oyla14.de/cgi-bin/hpm_homepage.cgi

Was haben Erbse, Banane, Auster und Praline gemeinsam? Den Hidschab! »The orange keeps itself within its shiny orange Hijab to protect its delicious fruit. Otherwise it loses its taste too. So are the banana, the coconut and the pomegranate. Each one has an elegant and unique Hijab, which protects it from disease and destruction. The jewel of the sea, the pearl, has been given a very tough and rugged Hijab – oyster shell. It protects it from sea animals and keeps it sparkling and shining inside.«

http://www.councilofulama.co.za/index.php?option=com_content&view=article&id=392:the-elegant-hijab&catid=44:social&Itemid=61

The Council of Ulama Eastern Cape (CUEC) or Lajnatul Ulama was formed at the end of 1999 with the aim of co-ordinating the activities of the various Ulama in the Eastern Cape. The founding members included Moulana Junaid Adam, the current Ameer, and Moulana Is’haaq Ackerdien. CUEC Offices, 1 Bell Road, Parkside, Port Elizabeth, Eastern Cape, South Africa.

http://www.councilofulama.co.za/index.php?option=com_content&view=article&id=50&Itemid=53

Amir des CUEC. Name: Junaid Adam, Born: 1961 in Durban. Moulana [Junaid Adam] completed most of his primary and secondary schooling at Orient Islamic School, Durban. On the advice of Moulana Yunus Patel, Moulana furthered his Islamic education at Darul Uoom Newcastle in 1977. He completed the secondary Islamic course in 1979. The teachers he studied under were the late Moulana Cassim Sema rahimahullah and Moulana Mansurul Haq of Pakistan. The Darul Uloom then introduced the complete Alim course and he completed it in 1983. Moulana [Junaid Adam] was in the first batch of Ulama who qualified from Darul Uloom Newcastle. His teachers were Moulana Mumtazul Haq of Pakistan, Moulana Yunus Osman, Moulana Mahmood Akram, Mufti Abdul Qadir Hoosein (now of CII), Moulana Sulaiman Goga and Moulana Munir Soofie. »ISLAMIC FOCUS«

http://www.islamicfocus.co.za/index.php?option=com_content&task=view&id=222&Itemid=34

Vize-Amir des CUEC. Name: Ishaaq Ackerdien, Born: 1958 in South End, Port Elizabeth. Moulana Ishaaq did schooled at Bethelsdorp High. His early Islamic education was under his father, Hajee Hashim Ackerdien (cousin of late Sheikh Jameel rahimahumallah) who had a maktab in Gelvandale. Other early teachers were Imams Piney, Muhammad, Yaseen and Yusuf of Uitenhage. His grandmother also played a part in his early education. On completing schooling, Moulana went in 1976 for the 3-year Aalim course at Newcastle Darul Uloom.

http://islamicfocus.blogspot.com/2007/11/moulana-ishaaq-ackerdien.html

(15) Aiman aẓ-Ẓawāhirī fordert im Sommer 2010 den weiblichen Schleier, um die europäischen Muslime von den universellen Menschenrechten zu segregieren und die Rechtsspaltung zu erzwingen. Aus der österreichischen Hauptstadt schreibt dieStandard: „Die in Europa lebenden Musliminnen sollen sich gegen mögliche Verschleierungsverbote zur Wehr setzen, empfiehlt Al-Kaida-Vize Ajman al-Sawahri. Durch das Tragen des Schleiers würden die Frauen zu „Heiligen Kriegerinnen“ im Kampf gegen den säkularen Kreuzzug des Westens, sagte der zweite Mann an der Spitze des Terrornetzwerks in einer am Mittwoch im Internet aufgetauchten Audio-Botschaft.“

http://diestandard.at/1277339122131/Al-Kaida-Europas-Musliminnen-als-Heilige-Kriegerinnen

Salafist Abu Saiid beliebt, den Aufruf der Nummer 2 von al-Qaida, den antieuropäischen Dschihad des Schleiertragens, als dringende Empfehlung zum Gesichtsbedecken zu interpretieren. Ganz Unrecht hat Abu Saiid nicht, den der unter Reaktionären beliebte saudische Scheich bin Bāz (1910-1999) forderte die Bedeckung von Hand und Gesicht:

http://ansarulhaqq.wordpress.com/2010/07/29/al-qaida-ruft-muslimas-zum-niqaab-auf/

(16). pro Christliches Medienmagazin: »Richter: Scharia nicht gesetzeskonform«

»Der Islam und das islamische Recht, die Scharia, seien dagegen in manchen Teilen nicht mit den Grundwerten der deutschen Verfassung vereinbar, so Bertrams weiter: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann.“Dies widerspreche sowohl dem Gleichheitsgebot als auch der Menschenwürde, dem höchsten Wert des Grundgesetzes. „Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“, so der Verfassungsrichter laut einer Mitteilung der Evangelischen Kirche Westfalen. Wenn eine muslimische Frau darauf beharre, ein Kopftuch zu tragen, schließe dies ihre Eignung für den Beruf der Lehrerin an einer staatlichen Schule aus.«

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(17) »Mit Steinen und Knüppeln bewaffnete Angreifer haben in Istanbul Besucher von Kunstgalerien verletzt. Fünf Gäste, darunter auch ein Deutscher, seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilten die Galerien mit. Sie verurteilten den Angriff als „organisierten Überfall“. Der Streit hatte sich offenbar entzündet, weil öffentlich Alkohol getrunken wurde. Anwohner erklärten, Mitglieder einer islamischen Gruppe seien für den Angriff verantwortlich. Sieben Verdächtige wurden festgenommen. Bei der „geplanten Attacke“ hätten die Angreifer auch Pfefferspray eingesetzt, sagte der Kurator Nazim Dikbas auf einer Pressekonferenz. Der Umtrunk war der Beginn einer Kunstveranstaltung, bei der im gesamten Viertel Beyoglu mehrere Galerien geöffnet hatten. Die meisten der Hunderten von Gästen flüchteten sich vor den Angreifern in Kunstgalerien, bis die Polizei kam … Eine lokale Internetseite hatte kürzlich „wachsende Sittenlosigkeit“ kritisiert im Hinblick auf immer mehr Cafés und Restaurants, die in dem auch von vielen Ausländern besuchten Viertel Alkohol ausschenken. Der Galeriebesitzer Dikbas warnte, dass Angriffe wie am Dienstagabend zunähmen und „das soziale und kulturelle Leben der Stadt gefährden“ könnten. Anwohner reagierten empört. „Das waren die Religiösen von der Bruderschaft. Sie leben hier im Viertel“, sagte ein Verkäufer in einem Geschäft nahe der Galerie. Eine Kundin in einem Lebensmittelgeschäft sagte: „Das waren die Bärtigen. Ich lebe hier seit 60 Jahren. Das Viertel hat sich sehr verändert.“«

Aus: »Wütende Anwohner gehen auf Galeriebesucher los«, DER SPIEGEL, 22.09.2010

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,719026,00.html

(18) Religionsvölker oder Rechtseinheitlichkeit, Glaubensnationen oder säkulare Nation?

VIE PUBLIQUE. Au cœur du débat public. Direction de l’information légale et administrative, 26 rue Desaix, 75015 Paris

http://www.vie-publique.fr/

»Quel est le statut juridique d’un citoyen ?«

liberté de pensée, d’opinion et d’expression, liberté de religion, de liberté de circulation, liberté de réunion, d’association ou de manifestation

http://www.vie-publique.fr/decouverte-institutions/citoyen/citoyennete/definition/definir/quel-est-statut-juridique-citoyen.html

»Quels rôles un citoyen peut-il jouer dans la société ?«

http://www.vie-publique.fr/decouverte-institutions/citoyen/citoyennete/definition/definir/quels-roles-citoyen-peut-il-jouer-societe.html

»Quelles sont les valeurs attachées à la citoyenneté ?«

La civilité. Le civisme. La solidarité.

http://www.vie-publique.fr/decouverte-institutions/citoyen/citoyennete/definition/definir/quelles-sont-valeurs-attachees-citoyennete.html