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Ist FGM nun evangelisch?

Juni 14, 2017

ختان الإناث

ḫitān al-ināṯ

sunat perempuan

FGM nach Koran und Sunna

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

An den Polizeipräsidenten in Berlin

14.06.2017

Postalisch in Kopie an:

Staatsanwaltschaft Berlin

Herrn Prof. Dr. Dr. Andreas Barner als Mitglied des Präsidiumsvorstandes 2013 – 2019 des DEKT

Frau Dr. Ellen Ueberschär, Amtierende Generalsekretärin während der Veranstaltung

Frau Senatorin Dilek Kolat, Land Berlin, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Strafanzeige wegen Billigung bzw. Bewerbung der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) und wegen Aufruf an Ärzte zur Durchführung der FGM gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au, Theologin, Frauenfeld (TG), Schweiz

Ergänzung zu der von mir mitgezeichneten Strafanzeige vom 31.05.2017 gegen die Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017, Frau Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann

Die Theologin rief am 27. Mai 2017 während der Podiumsdiskussion (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) zumindest Gynäkologen öffentlich auf, weibliche Genitalverstümmelung der WHO Klassifikation FGM Typ II [untergliedert in IIa, IIb u. IIc] bzw. Typ IV zu akzeptieren und auf Elternwunsch durchzuführen.

Aus der Au äußerte sinngemäß: Wenn eine Muslima einen Frauenarzt mit dem Wunsch aufsuche, die Schamlippen ihrer Tochter aus religiöser Tradition beschneiden zu lassen, könne der Arzt diesen medizinisch nicht erforderlichen Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung durchführen. Er schütze damit das Kind, weil er verhindere, dass die Mutter, wenn er die Mutilation ablehne, das Mädchen eventuell zu einem Scharlatan bringt, der dann die Gesundheit „der jungen Frau“ von in der Regel vier bis elf Jahren durch mangelhaftes humanmedizinisches und pharmazeutisches Wissen und chirurgisches Unvermögen schwer schädigt, mögliche Komplikationen nicht erkennt, nicht fachgerecht behandelt oder gar den Tod der minderjährigen Patientin zu verantworten hat.

Da sich „junge Frauen“ wohl kaum von ihren Müttern zum Gynäkologen begleiten lassen, ist davon auszugehen, dass die Kirchentagspräsidentin nicht Siebzehnjährige kurz vor dem achtzehnten Geburtstag oder junge Volljährige gemeint hat. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass andere Fachärzte und Krankenhäuser in Trägerschaft der evangelischen Kirchen oder Nichtmediziner wie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Juristen oder Sozialpädagogen / Sozialarbeiter und sonstige Dritte sich darin bestärkt und bestätigt fühlen, Verstümmelungen / Verletzungen an den äußeren Genitalien in medikalisierter Form an nicht einwilligungsfähigen, weiblichen Kleinkindern und Schülerinnen der Primar- und Sekundarstufe für ein legitimes, humanistisches Handeln oder einen Akt der Nächstenliebe und Christenpflicht zu halten.

Wenn solche Eingriffe auch ohne jeglichen therapeutischen Nutzen sind, die kleinen Mädchen vor unnötigen seelischen Qualen, Schmerzen, gesundheitlichen Nachteilen oder gar vor dem Tod zu bewahren, wäre dann für manchen Grund genug, rechtliche und berufliche Verpflichtungen sowie ethische Grundsätze außer Acht zu lassen. Mediziner könnten sich motiviert fühlen, die Mutilation / Beschneidung durchzuführen, Rechtsanwälte, „Muslimrechte“ zu verteidigen, Sozialpädagogen oder Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, sich für „muslimische Elternrechte“ einzusetzen. Ob Frauenärzte, Hebammen, Therapeuten oder sonstige Entscheidungsträger oder Beratende, man wird entsprechend kultursensibel handeln, beispielsweise in Gutachten für familiengerichtliche Verfahren auf die nichteuropäische Herkunft bzw. muslimische Sozialisation der sorgeberechtigten Patienten / Klienten verweisen und Schamlippenbeschneidungen aufgrund der religiösen oder kulturellen Andersartigkeit als glaubensgeleitet, kulturadäquat und kindeswohlfördernd bewerten und deshalb befürworten. Schließlich gäbe es bei Begegnung und Interaktion mit Muslimen bezüglich der Menschenrechte nicht nur schwarz oder weiß.

Aus der Au plappert nicht einfach unkontrolliert drauflos, sondern weiß genau um Inhalt und Bedeutung ihrer Worte. Als in der Redekunst geschulte, kirchenpolitisch wie gesellschaftlich einflussreiche Theologin wirkt sie mit ihren Äußerungen bewusst final auf Ärzte und Dritte mit dem Ziel ein, in ihnen den Entschluss zu den erwähnten Straftaten hervorzurufen. Die erfolgreiche Karrierefrau mit mehrfacher Leitungsverantwortung studierte Philosophie und Rhetorik in Tübingen, in Basel habilitierte sie über das theologische Menschenbild und seine Herausforderung durch die Neurowissenschaften. Sie ist als Dozentin an der Theologischen Fakultät der Universität Basel und seit 2015 als Titularprofessorin für Systematische Theologie an der gleichen Universität tätig, arbeitet außerdem als Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung der Universität Zürich sowie als Dozentin für Medizinethik der Universität Fribourg. Aus der Au wurde 2013 in den Vorstand des Deutschen Evangelischen Kirchentags gewählt und hat 2017, im 500. Reformationsjahr, den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag als Präsidentin geleitet.

Die Aussagen der Schweizerin sind daher weder als politische Unmutsäußerung oder Provokation noch als bloßes Befürworten einer Straftat oder entsprechende Meinungsäußerung zu bewerten. Als Dozentin und erfahrene Referentin hatte sie bei der öffentlichen Veranstaltung anlässlich des mit hochkarätigen Gästen aus Politik und Gesellschaft besetzten Deutschen Evangelischen Kirchentags, bei der ausgerechnet über die Grenzen der Toleranz einer offenen Gesellschaft diskutiert wurde, ihre Worte gewiss gezielt gewählt.

Zu den geladenen gesellschaftspolitisch und theologisch wichtigsten Prominenten des 36. Evangelischen Kirchentags zählt sicherlich der aus Ägypten angereiste Großscheich al-Azhar, Ahmad Mohammad al-Tayyeb, Nachfolger des 2010 verstorbenen Muhammad Sayyid Tantawi. Als solcher ist er gleichzeitig Imam der al-Azhar-Moschee und hat kraft seines Amtes automatisch den protokollarischen Rang eines Ministerpräsidenten. Der Islamgelehrte ist einer der ranghöchsten Würdenträger des gesamten, alle vier Rechtsschulen umfassenden sunnitischen Islam und wird weltweit von vielen Sunniten als höchste geistliche Autorität anerkannt.

Ägypten gehört zu den Ländern mit FGM Prävalenz, die Verstümmelungen werden zu 77 % von medizinischem Personal durchgeführt. Meist handelt es sich um FGM Formen des Typs Ib und II nach der WHO Kategorie, ca. 9 % der Opfer wurden einer Mutilation des Typs III unterzogen [African Journal of Urology, 03.09.2013, S. 145-149]. Für die in dem Land am Nil stark verbreitete schafiitische Rechtsschule ist FGM als verpflichtend [wadschib] anzusehen, alle anderen halten sie für ehrbar [makruma] oder empfohlen [sunna]. Al-Tayyeb schwieg bislang beredt zu dieser Frauenrechtsverletzung. Auch als Mohamed Kandil [Kandeel], namhafter Gynäkologe der staatlichen Universität von Minufiyya, pünktlich zur öffentlichen Debatte über MGM in Deutschland [2012] die Schädlichkeit von Beschneidungen des FGM Typs Ib und IV bestritt und die weltweite Legalisierung wegen der oft schwerwiegenden Folgen von Hinterhofbeschneidungen einforderte, verurteilte der Großimam die Befürwortung solcher die körperliche Unversehrtheit zerstörenden Eingriffe nicht.

Die erwähnten Diskussionsbeiträge der Schweizer Theologin sind auch deshalb brisant, weil bereits jetzt eine gute Zusammenarbeit der Kairoer Al-Azhar mit dem von dem islamischen Religionspädagogen Mouhanad Khorchide geleiteten Zentrum für Islamische Studien [ZIT] an der Wilhelms Universität Münster besteht, wo muslimische Geistliche und Lehrer für den bekennenden islamischen Religionsunterricht ausbildet. Solche Kooperationen sollen künftig auch auf andere deutsche HochschuIen, die islamische Theologie anbieten, ausgedehnt werden.

Aus der Au fiel mit ihren Diskussionsbeiträgen nicht nur Aktivisten, internationalen Organisationen sowie Regierungen, die sich weltweit für die Abschaffung und Ächtung jeder Form der Mädchenverstümmelung nach WHO Kategorie einsetzen, in den Rücken. Statt die offene Gesellschaft zu verteidigen, griff sie deren Fundament, die freiheitlich demokratische Rechts- und Werteordnung an und nahm billigend in Kauf, dass durch ihre Einlassungen Dritte unteilbare, universelle und unveräußerliche Grund- und Menschenrechte verletzen [Art. 1 Abs. 1, Satz 1 GG; Art 2 Abs. 2 GG u. Art. 3 Abs. 1 u. 3 GG], Körperverletzungen begehen, strafrechtlich relevante Entscheidungen treffen, falsch beraten oder dem Familiengericht beschneidungsfreundliche Stellungnahmen vorlegen. Hier liegt kein rechtfertigender Notstand vor, da mildere Mittel genutzt werden können, um Leib- und Leben minderjähriger Mädchen zu schützen [vergl. § 34 StGB]. Vorrang der Verfassung und Einheit des Rechts stehen in der BRD nicht zur Disposition.

Es ist zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat. Das einer Aufforderung wesenseigene Element einer offenen und gezielten Einflussnahme auf die Willensentschließung Dritter könnte ebenso vorgelegen haben wie ein strafbewehrter Eventualvorsatz, der nach herrschender [deutscher] Auffassung besteht, wenn der Täter den Taterfolg als Folge seines Handelns ernsthaft für möglich hält und ihn zugleich billigend [im Rechtssinne] in Kauf nimmt. Um ein solches Verhalten handelt es sich dann, wenn er sich mit diesem abfindet [Auffassung des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung – Billigungstheorie, s. Lederriemenfall]. In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2007 der Eventualvorsatz im Strafgesetzbuch definiert, seine Strafbarkeit ist ausdrücklich festgehalten: „Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt.“

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Mitzeichnend

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

E-Mail vom 13.06.2017 20:06 Uhr

WG: Kirchentag: Christina Aus der Au empfiehlt Ärzten FGM durchzuführen

Lieber Edward,

hier meldet sich Angelika von der EMMA. Kurze Frage: Warst du dabei, als Aus der Au das über Genitalverstümmelung gesagt hat? War das eine öffentliche Veranstaltung? Gibt es eine Video-Aufzeichnung, z.B. auf youtube? Kurz und gut: Lässt es sich belegen, dass sie es gesagt hat? Das wäre wichtig für eine Berichterstattung.

Mit lieben Grüßen

Angelika Mallmann

EMMA Redaktion

https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/28/schmidt-salomon-kritisiert-auftritt-al-tayyebs/

https://schariagegner.wordpress.com/2017/05/31/werbung-fuer-fgm-auf-dem-kirchentag/

Angelika Mallmann

EMMA Redaktion

Köln

Geschäftsführerin: Alice Schwarzer Köln

14.06.2017 18:45 Uhr

AW: WG: Kirchentag: Christina Aus der Au empfielt Ärzten FGM durchzuführen

Guten Morgen liebe EMMA, seid ihr auch schon aufgewacht?

Liebe Angelika, alle Informationen, die Deutschlands bekannteste feministische Zeitschrift für einen Artikel benötigt, stehen längst im Netz.

Dr. Armin Pfahl-Traughber, Politikwissenschaftler und Soziologe, Brühl; Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, gbs-Vorstandssprecher, Trier. Moderation: Constanze Abratzky, Moderatorin Phoenix, Berlin

Gastgeber: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg

Rotes Rathaus, Festsaal, Rathausstr. 15, 10178 Berlin-Mitte

Samstag, 27. Mai 14:30 – 16:00

Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz?

https://www.facebook.com/events/1866478703635343/

Diese Ansprechpartner und Quellen reichen euch sicherlich zum Tätigwerden im Kampf gegen jede Form von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM, WHO-Klassifikation FGM Typ I, II, III, IV und Untertypen).

WHO | Classification of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/overview/en/

In freudiger Erwartung eures Berichts

mit gleichheitsfeministischen Grüßen

Gabi und Edward

Edward von Roy

Mönchengladbach

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Staatsanwaltschaft Berlin

10548 Berlin

Postalisch in Kopie an den Polizeipräsidenten in Berlin

20.06.2017

252 Js 2892/17

§ 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien

Strafanzeige vom 31.05.2017 von Edward von Roy gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann in Bezug auf § 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien, mitgezeichnet von Gabi Schmidt, Mönchengladbach

Ergänzung der genannten Strafanzeige (gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au in Bezug auf § 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien) vom 14.06.2017 durch Gabi Schmidt, Mönchengladbach, von Edward von Roy mitgezeichnet

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau S.,

in der Strafanzeige vom 31.05.2017 schrieb Edward von Roy:

Es ist zu prüfen, ob Kirchentagspräsidentin Aus der Au vorbereitende Handlungen durchgeführt hat im Sinne von § 226a Verstümmelung weiblicher Genitalien ((1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.(2) In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.).

Ebenso zu prüfen, ob Dr. Aus der Au Ärzte dazu ermuntert hat, beispielsweise um Schlimmeres („Kurpfuscher“, s. Quelle) zu verhindern, auf Wunsch einer muslimischen Mutter eine FGM durchzuführen.

Am 14.06.2017 ergänzte Gabi Schmidt:

Die Theologin rief am 27. Mai 2017 während der Podiumsdiskussion (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) zumindest Gynäkologen öffentlich auf, weibliche Genitalverstümmelung der WHO Klassifikation FGM Typ II [untergliedert in IIa, IIb u. IIc] bzw. Typ IV zu akzeptieren und auf Elternwunsch durchzuführen.

Aus der Au äußerte sinngemäß: Wenn eine Muslima einen Frauenarzt mit dem Wunsch aufsuche, die Schamlippen ihrer Tochter aus religiöser Tradition beschneiden zu lassen, könne der Arzt diesen medizinisch nicht erforderlichen Eingriff gegen seine eigentliche Überzeugung durchführen. Er schütze damit das Kind, weil er verhindere, dass die Mutter, wenn er die Mutilation ablehne, das Mädchen eventuell zu einem Scharlatan bringt, der dann die Gesundheit „der jungen Frau“ von in der Regel vier bis elf Jahren durch mangelhaftes humanmedizinisches und pharmazeutisches Wissen und chirurgisches Unvermögen schwer schädigt, mögliche Komplikationen nicht erkennt, nicht fachgerecht behandelt oder gar den Tod der minderjährigen Patientin zu verantworten hat. […]

Es ist zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat. Das einer Aufforderung wesenseigene Element einer offenen und gezielten Einflussnahme auf die Willensentschließung Dritter könnte ebenso vorgelegen haben wie ein strafbewehrter Eventualvorsatz, der nach herrschender [deutscher] Auffassung besteht, wenn der Täter den Taterfolg als Folge seines Handelns ernsthaft für möglich hält und ihn zugleich billigend [im Rechtssinne] in Kauf nimmt. Um ein solches Verhalten handelt es sich dann, wenn er sich mit diesem abfindet [Auffassung des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung – Billigungstheorie, s. Lederriemenfall]. In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2007 der Eventualvorsatz im Strafgesetzbuch definiert, seine Strafbarkeit ist ausdrücklich festgehalten: „Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt.“

§ 252 StGB Räuberischer Diebstahl – von Ihnen genannt im Schreiben vom 14. Juni 2017 – ist nicht einschlägig, weil die Schweizer Theologin und diesjährige deutsche evangelische Kirchentagspräsidentin am 27. Mai 2017 in Berlin auf der Podiumsdiskussion zum Thema „Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz“ anlässlich ihrer Aufforderung an Gynäkologen in Deutschland, die Schamlippen von muslimischen Mädchen zu beschneiden, den Frauenärzten gegenüber weder Gewalt angewendet noch diesen Ärzten mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben gedroht hat. Auch ist Prof. Dr. Christina Aus der Au Heymann am 27. Mai 2017 weder auf frischer Tat bei einem Diebstahl betroffen gewesen noch hat sie sich anschließend darum bemüht, sich im Besitz eines gestohlenen Gutes zu erhalten.

Vielmehr bleibt zu prüfen, ob Aus der Au gemäß § 111 StGB zu einer Straftat entweder nach § 224 Abs. 1 u. 2, § 225 Abs. 1 Punkt 3 i. V. m. § 225 Abs. 3, § 226 oder 226a StGB aufgerufen hat.

Bitte teilen Sie aufgrund des anderen Tatvorwurfs meiner Kollegin und mir ein anderes Aktenzeichen zu.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

__

Verharmlosung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) und ggf. die Aufforderung an Ärzte, FGM medikalisiert durchzuführen

Die Staatsanwalt Berlin leitet keine strafrechtlichen Ermittlungen ein („da in dem genannten Verhalten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist“), u. a. weil die Äußerungen von der Beschuldigten, medikalisierte FGM zuzulassen, „generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik“ seien. Auch sei in den Außerungen der Kirchentagspräsidentin ein „hinreichend bestimmter appellativer Charakter“ nicht festzustellen.

.

„Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit …“

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Staatsanwaltschaft Berlin
Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
31.07.2017

Herrn Edward von Roy
Strafanzeige vom 31.05.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

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Staatsanwaltschaft Berlin
Geschäftszeichen 252 Js 2892/17
31.07.2017

Frau Gabi Schmidt
Strafanzeige vom 14.06.2017 gegen Prof. Dr. Christina Aus der Au
Vorwurf: Verstümmelung weiblicher Genitalien

.

[Ab hier sind beide Schreiben bis auf ein Wort textgleich]

[Anrede],

den von Ihnen zur Anzeige gebrachten Sachverhalt habe ich geprüft, jedoch von der Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen abgesehen.

Nach den §§ 152 Abs. 2, 160 Abs. 1 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft nur dann zu einer Aufnahme von Ermittlungen berechtigt, wenn konkrete Anhaltspunkte für die Begehung einer Straftat vorliegen. Derartige Anhaltspunkte lassen sich Ihrem Vorbringen jedoch nicht entnehmen.

Die Äußerungen der Beschuldigten auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin am 27.05.2017, in denen sie ausgeführt haben soll, ein Arzt könne gegen seine eigentlichen Überzeugungen eine Beschneidung der weiblichen Genitalien vornehmen, um „Kurpfuscher“ zu vermeiden, stellt kein Verhalten dar, dass nach rechtserheblichen Maßstäben geeignet ist, um den Verdacht einer verfolgbaren Straftat zu begründen.

Insbesondere erfüllen die Äußerungen der Beschuldigten nicht den Straftatbestand der §§ 223 ff., 226a i.V.m. 111 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB), da in dem genannten Verhalten der Beschuldigten keine Aufforderung zu einer Straftat zu sehen ist.

Unter einer Aufforderung wird vielmehr eine über eine bloße Befürwortung hinausgehende Erklärung verstanden, nach der von einem anderen eine strafrechtlich relevante Handlung durch Tun oder Unterlassen verlangt wird. Die Äußerung des Betroffenen/Täters* muss dabei erkennbar darauf abzielen, ihre Adressaten unmittelbar zur Begehung bestimmter rechtswidriger Straftaten zu motivieren. Die Aufforderung als bestimmter Anreiz, eine konkrete Straftat zu begehen, muss dabei insbesondere von der grundsätzlich straffreien Befürwortung oder Meinungsäußerung abgegrenzt werden. Vor allem mit Blick auf die seit der Abschaffung des § 88a StGB straffreie Befürwortung von Straftaten ist für die Annahme einer Aufforderung im Sinne des § 111 Abs. 1 StGB ein der Anstiftung vergleichbares Maß an konkreter Einwirkung auf andere notwendig.

Wendet man diesen insbesondere an Art. 5 Abs. 1 S. 1 GG zu messenden Maßstab auf die Äußerungen von der Beschuldigten an, sind diese als generelle Erwägungen zu medizinischer Ethik einer breiten Auslegung zugänglich. Zu Gunsten der Beschuldigten kann den Äußerungen kein hinreichend bestimmter appellativer Charakter entnommen werden. Vielmehr kann im Lichte der konstitutiven Bedeutung der Meinungsfreiheit die Äußerung auch dahingehend verstanden werden, dass insbesondere die straf- und standesrechtlichen Verbotsvorschriften gegenüber dem Rechtsgüterschutz der Beschnittenen überdacht werden sollten. Derartige rechtspolitische Äußerungen sind – wenngleich nur schwer mit der freiheitlich-demokratischen Grundausrichtung des auf repressiven Rechtsschutz angelegten Rechtsgüterschutzes des deutschen Strafrechts vereinbar – grundsätzlich straffrei. Den Straftatbestand der §§ 111 Abs. 1, 226a StGB erfüllen sie im Ergebnis nicht.

[Grußformel]

[Unterschrift]
[(…) Staatsanwalt]

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[*Schreiben 1: des Betroffenen; Schreiben 2: des Täters]

Alice Schwarzer und die Scharia mit Zuckerguss

Januar 25, 2014

آليس شفارتسر

Alice Schwarzer

Der freundliche Islam der Frau Schwarzer

Alice Schwarzers jüngste Islamaufhübschung Arabischer Winter und die Folgen für Deutschland verdient gepfefferte Zwischenrufe, meint Jacques Auvergne.

Die Welt steht in Flammen. Und wir reden über das Kopftuch – das 84 Prozent aller Musliminnen in Deutschland nicht tragen. Alice Schwarzer.

Der gute Islam und die schlimme Flammenwelt, Schmerz und Schrecken allüberall, wie können wir Islamophoben da nur über den Schleierzwang sprechen!? Und überhaupt, so viele Kopftücher sind es doch gar nicht.

Heute Abend werde ich mal wieder in einer Talkshow über den Islamismus …

… den es gar nicht gibt …

diskutieren, genauer: über die weltweiten Proteste der aufgehetzten Massen …

genau, die koranlesenden Frommen toben, kollektiv spüren sie den herannahenden Yaum al-Qiyāma, Tag der Auferstehung.

und deren Auswirkungen auf Deutschland und den ganzen Westen.

Dass in die tunesische Verfassung die von den Muslimbrüdern geforderte Komplementarität der Geschlechter nicht integriert wird, ist keine Forderung der EMMA-Herausgeberin.

Sagenhaft. In Köln und umgeben von einer aufgehetzten Welt protestierender Massen thront die ein bisschen religionskundige Schwarzer im Zentrum des Orkans und wird sich gleich im TV-Sendestudio der Diskussion hingeben.

O deutscher Westmensch, dein Land liegt im Nichtmorgenland, im tiefsten Okzident. Fernes Gegenüber ist der leuchtende Osten, die fromme Unschuld Islamischer Welt. Der dortigen Morgenländerin gebührt von Natur aus das Kopftuch, jedenfalls wenn sie nicht gerade im Alice-Schwarzer-Abendland als Lehrerin arbeitet.

Ganz im Ernst, wer zu den Fragen der Menschenrechte bzw. der Integration immer noch von Westen und Osten redet und damit Allahs Erdkunde anwendet, die Geometrie der Scharia von Dār al-Islām und Dār al-Ḥarb, will jedenfalls wird auch in Europa die Rechtsspaltung herbeiführen.

Ich habe über das Thema viel geschrieben, seit ich 1979 in Iran war und gesehen habe, was da abging.

Ausdruck unethisch, bitte zu Massenmord nicht sagen da geht was ab.

Achja, Iran 1979, hatte das nicht irgendwas mit Islam zu tun?

Seither habe ich häufig mit Menschen zu tun, Deutschen wie Türken oder anderen Muslimstämmigen,

Und ich dachte schon, mein türkeistämmiger Nachbar sei seit Jahren eingebürgert und damit Deutscher.

Ureinwohnerin Alice und die eingewanderte Spezies der Muslimstämmigen, und endlich wird Umma wieder zum Stamm! O weh, sind die ethnisch deutschen Islamkonvertiten denn nicht richtig muslimstämmig? Nun, wenn wir Köln islamisch als werdenden Raum der Gerechtigkeit betrachten, als werdendes Medina, ist Pierre Vogel keiner der Muhāǧirūn, Auswanderer, sondern einer der Anṣār, Helfer.

Wieder im Ernst, kein Ex-Muslim wird sich wertgeschätzt fühlen, wenn Frau Schwarzer ihn mit „Hallo Muslimstämmiger“ anspricht.

Rächen wir uns. Alice die Christenstämmige.

die sich aktiv engagieren für eine wirkliche Integration

Integration in AEMR und Grundgesetz oder Integration in die vom bosnischen ECFR-Scheich ersehnte Rechtsverschiedenheit?

Opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law, Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegen¬heiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann. Mustafa Cerić.

Schwarzers leider ungenannt gebliebenen und angeblich für eine „wirkliche Integration“ kämpfenden „Muslimstämmigen“ distanzieren sich, wie die islamfreundliche EMMA-Herausgeberin selber, karrierebewusst mit keiner Silbe vom griechischen Scharia-Familienrecht, mit dem der Mufti von Gümülcine (Κομοτηνή, Komotiní) Cemali Meço (Τζεμαλί Μέτσο) zehn oder elf Jahre alte Mädchen legal verheiratet (Uta Keseling: Das verheiratete Kind, DIE WELT am 25.02.2005) die schwanger nach Düsseldorf einreisen wollen (Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby, EXPRESS am 12.06.2008).

Auch die leider nach wie vor die weltweit meisten „muslimischen“ oder viele „jüdische“ Jungen psychisch, gesundheitlich und sexuell schädigende Zirkumzision, die als Kinderfilm (Tahsins Beschneidungsfest) nur einen Tag nach Schwarzers hier betrachtetem Brief, nämlich am 19. Januar 2014 im Kinderfernsehprogramm KiKA (ARD und ZDF) verharmlost wurde, wird von den märchenhaften Gewährsmännern für einen freundlichen Islam ebenso verteidigt wie von Alice Schwarzer selbst, die, von medizinischen Erkenntnissen unbelastet geblieben, im Juli 2012 schrieb:

„Diese MedizinerInnen und GesundheitspolitikerInnen sind für die Beschneidung, ganz und gar unabhängig von religiösen oder kulturellen Einstellungen. Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt.“

Das ist schlicht Unsinn, die weltweiten Mediziner sind überwiegend gegen die Jungenbeschneidung und halten die Zirkumzision von Männern, vom amerikanischen Verband AAP oder von dem vor allem israelischen Personal der durch Inon Schenker geführten und in Afrika aktiven Beschneidungslobby Operation Abraham abgesehen, auch als Mittel der HPV- oder HIV-Prävention für ungeeignet.

Kölns Richter und uns Intaktivisten rückt Schwarzer in die Nähe von Modegecken und Spinnern:

„Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness. Auch ich bin, wie Terre des Femmes, der Auffassung, dass religiöse Argumente kein Grund sein dürfen für die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes. Und die Beschneidung ist zweifellos eine solche Verletzung. Aber: Sie ist eine sehr, sehr geringe – und es sprechen für mich vor allem hygienische Gründe dafür, unabhängig von Religion und Kultur.“

Alice Schwarzer hat (auch) in Bezug auf die MGM (male genital mutilation) vor 35 Jahren einfach aufgehört zu denken bzw. beschlossen, im postmodernen Frauenrechtsdiskurs sprich Islamisierungsbetrieb oben zu schwimmen, 1977 schrieb die EMMA:

„Die Beschneidung der Klitoris ist nicht zu verwechseln mit dem, was „Beschneidung des Penis“ genannt wird. Bei der Beschneidung von Männern wird lediglich ein Teil der Vorhaut gelöst, aber das Organ wird weder entfernt noch verstümmelt (eine Sitte, die ursprünglich hygienische Gründe hatte, weil sich unter der Penisvorhaut Bakterien sammeln).“

Die Vorhaut ist selbst ein Organ, die meisten Rezeptoren liegen in ihr (gefurchtes Band, frenulares Delta) und nicht in der Eichel, die, von der amputierten Vorhaut ungeschützt, zu verhornen beginnt und damit immer unempfindlicher wird mit nicht selten schlimmen Folgen für Sexualität und Beziehung, von den oft gravierenden Komplikationen jeder Beschneidung abgesehen, die von Beschädigung der Eichel oder Harnröhre über den Verlust des Penis bis zum Tod reichen können und das im ostafrikanischen Initiations-Lager im Busch ebenso wie im US-amerikanischen Krankenhaus.

Männliche Beschneidung ist Verstümmelung und ihre Entstehung vor Jahrtausenden war ein magisches Geschehen, die Initiation in den zauberkräftigen Männerbund (Bruno Bettelheim vermutet den Neid der Jäger auf die Gebärkraft der Frau) bzw. folgte, glaubensgehorsam und viel später, dem einem Auserwählten (Propheten) hörbar gewordenen Befehl des Himmelsgottes – und blieb gerade kein profaner Zweck wie Gesundheit oder Hygiene es gewesen wären.

Sicherlich war es nützlich im Sinne der Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte sprich der Zurückdrängung der Scharia, als deutsche Frauenzeitschrift 1977 die Klitorisamputation bekannt zu machen. Doch wagt es die EMMA bis heute nicht zuzugeben, dass die islamische Rechtsschule etwa Indonesiens und Malaysias aber auch Kurdistans sowie von Teilen der Bevölkerung Ägyptens, der schafiitische Fiqh, die Beschneidung der Klitoris (arabisch al-baẓr) fordert. Auch wenn das der hippe amerikanische Sufi-Scheich Nuh Ha Mim Keller, der seinen alten Vornamen geheim hält und 1977 als 23-Jähriger an der Kairoer al-Azhar zum Islam übergetreten ist, ohne rot zu werden abstreitet: „removing the prepuce (Ar. Bazr) of the clitoris (n: not the clitoris itself, as some mistakenly assert.“

Die (christlich geprägte) Seite Answering Islam erkennt:

The Arabic word bazr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself (cf. the entry in the Arabic-English Dictionary). The deceptive translation by Nuh Hah Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

Alice Schwarzer hat ihren die Jungenbeschneidung begrüßenden und das Kölner Landgerichtsurteil zurückweisenden („dieses so ganz und gar realitätsferne und überflüssige Urteil zur Beschneidung von Jungen“) Aufsatz inzwischen von ihrer Homepage genommen, doch im Sommer 2012 wollte die selektiv kinderfeindlich argumentierende angebliche Feministin Jungen genital verstümmelt wissen und Mädchen nicht, möglicherweise weil sie sich für die medizinischen Erkenntnisse der vergangenen 20 bis 40 Jahre – auch zum Thema Geschlechtskrankheiten – einfach nicht interessiert hat.

Dass die mit dem Bundesverdienstkreuz geschmückte Journalistin (1996 am Bande, 2005 Erster Klasse) Mädchen wirklich vor der FGM schützen will, ist leider nicht ganz richtig. Denn von der schafiitischen FGM, welche die fromme Stiftung Assalaam Foundation in Bandung (Java, Indonesien) durchführt und die von der Mehrheit der Gelehrten dieser islamischen Rechtsschule (maḏhab) als religiös verpflichtend bewertet wird, distanziert sich Alice Schwarzer bis heute mit keiner Silbe.

Sara Corbett berichtet (A Cutting Tradition, THE NEW YORK TIMES 20.01.2008) und Alice Schwarzer hat es nicht überlesen, welche Wohltaten die islamische Beschneidung kleiner Mädchen auch der späteren Frau bringt:

“One, it will stabilize her libido,” he said through an interpreter. “Two, it will make a woman look more beautiful in the eyes of her husband. And three, it will balance her psychology.” Lukman Hakim.

Endlich zurück zu Schwarzers drei Verteidigern des Glaubens, die schlimmes Leid erfahren müssen:

– und die immer verzweifelter werden. So wie der in einem Moscheeverein aktive Deutsch-Türke, der für Integration zuständige Gewerkschafter oder der über Migration forschende Wissenschaftler. Die drei …

Radikale haben den Islam gleichsam gekapert, und den drei hereingewanderten waschechten Morgenländern sinkt der Mut, sie werden „immer verzweifelter“.

Die drei heiligen Könige sind wohl nicht gemeint, deren Kronen das Kölner Stadtsiegel schmücken. Mythische Figuren jedenfalls sind es, Alice hat sie berührt und auch der EMMA-Leser darf kontaktmagisch erschauern, drei Herren die, jede Wette, wie Frau Schwarzer den Islamismus schrecklich finden und den Islam einfach prima.

Die eine schwere Bürde menschlichen Leids in die Talkshow bringende Schwarzer macht weiter:

… hätten viel zu sagen in Talkshows. Aber keiner von ihnen ist bereit, ins Fernsehen zu gehen. Sie reden, wie fast alle, nur hinter vorgehaltener Hand, aber nicht öffentlich. Die Menschen haben Angst.

Angst wohl weniger vor echtem Terror. Der ist hierzulande – noch? – nicht angekommen.

In Bangladesch schon, wo die islamkritischen Blogger allerdings mehr riskieren als unser den Feminismus monopolisierender Talkshow-Gast.

Angst, stigmatisiert zu werden: als „islamfeindlich“, „fremdenfeindlich“, „rassistisch“. Das sind die geistigen Waffen,

– das ist frommes Mobbing –

mit denen die agitierenden Islamisten hierzulande kämpfen.

Hachgottchen, „agitierend“. Die Fleißigen organisieren Gelder, lesen Koran, schüchtern Gegner ein, missionieren zum Islam, fordern Gehorsam. Die leben ihren Dīn (Today, I have completed your religion; Koran 5:3), das ist ihr authentisch islamisches Wohlverhalten und Gesellschaftsmodell, ohne dessen engagierte Umsetzung der Teufel (Iblīs; ʿAzāzil) leichtes Spiel hat.

Damit bedrohen sie nicht nur kritische Deutsche, sondern schüchtern auch die nicht fundamentalistische Mehrheit ihrer eigenen Community ein.

Nicht doch, die laden uns ein, mitzukommen in die Ǧanna, ins Paradies.

Und wieder bleiben für Alice Schwarzer, sozusagen geradezu schicksalshaft, die „Deutschen“ von der Umma („Community“) abgetrennt, ausgegrenzt.

Denn diese Islamisten können keineswegs im Namen der Mehrheit der MuslimInnen in Deutschland bzw. Europa sprechen.

Aber das müssen sie doch gar nicht! Denn erstens haben sie den theologischen Gehalt der Suren und Hadithe ganz auf ihrer Seite. Und zweitens ist das wie bei den Indianern, wo auch nicht jeder ein Häuptling sein kann.

Sie sind das Sprachrohr von Organisationen, die von islamistischen Ländern munitioniert werden: ideologisch und oft auch finanziell.

Naja, Saudi-Arabien sponsort die Muslimbrüder, ist aber kein „islamistisches Land“, sondern ein echt islamisches Land. Auch die Mullahs im Iran kennen ihre Religion und – nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem.

Die Lebensrealität der Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis in unserem Land sieht anders aus.

Ach, meinen Sie jetzt Prügel, Überwachung, Zwangsverheiratung oder eher den Ehrenmord? Warum überhaupt benötigt Köln verschiedene Kulturkreise, einen nichtmuslimischen „Kulturkreis“ und einen „muslimischen?“

Das zeigen nicht nur unsere eigenen Lebenserfahrungen und unsere muslimstämmigen FreundInnen,

Was musste ich da hören, die Schariapflichtigen haben gestern nicht fünfmal gebetet und die eine da trägt immer noch keinen Hidschab (ḥiǧāb), keinen Schleier?

das belegt auch eine Studie des Innenministeriums aus dem Jahr 2009. Danach leben heute in Deutschland vier Millionen MuslimInnen, Gläubige wie Ungläubige.

Deutschlands berühmteste Feministin teilt die Menschen in zwei Sorten ein. Ungläubige vorgetreten – Gläubige bitte hier entlang.

Nur ein Drittel bezeichnet sich als „stark gläubig“

Die nehmen den Islam ernst und die menschengemachten Gesetze nicht so ernst. Schwarzer tut beinahe so, als seien zwei Drittel der Betrachteten überzeugte Ex-Muslime oder bewusste säkulare freiheitliche Demokraten.

– und nur jede zweite stark gläubige Frau trägt „manchmal“ oder „immer“ das Kopftuch.

Kopftuch gibt es nicht, was vorgeschrieben ist, die Bedeckung des Unmoral und Sünde heranziehenden weiblichen Leibes bis auf Hände und Gesicht, heißt arabisch der Hidschab und auf Persisch oder Urdu die Parda.

Von den anderen ganz zu schweigen.

Von den Frevlern oder Heuchlern (munāfiqūn, sg. munāfiq).

84 Prozent aller Musliminnen in Deutschland tragen also kein Kopftuch. Das Kopftuch ist im 21. Jahrhundert kein religiöses Zeichen, sondern ein politisches Signal.

Antrag abgelehnt. Der Hidschab ist reine islamische Religion. Alice Schwarzer leugnet die im Islam jeder Muslima auferlegte Schleierpflicht und arbeitet damit, Hand in Hand mit Bischöfen und Islamkonferenzteilnehmern, an jener Volksverdummung, zwischen Mohammed und Maududi bestünde kein Zusammenhang und der Islam sei eine iKfR, eine „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering 2008, Horst Köhler 2010).

Tja, gewusst wie, nur so bleibt man Talkshow-Gast, die Ex-Muslime stehen draußen im Regen und auch den anderen Fakten bringenden Islamkritikern wird wütend das Mikrofon entrissen.

Schwarzer wird ein bisschen albern:

Heute Abend in der Talkshow wird dennoch wieder die obligatorische Konvertitin mit in der Runde sitzen. Sie wird wie üblich eine begeisterte Kopftuchträgerin sein und sich bitter beklagen, dass ich ihr das Tragen ihres „Kopftüchleins“ verbieten wolle. Diese Kopftuchträgerinnen sind übrigens in der Regel keineswegs Privatpersonen,

Das Kalifat hat die autonom handelnde Privatperson überwunden und die Frau ist der, selbstredend männlich verwalteten, amāna (Wertsache oder treuhänderisches Gut im Schariagesetz; the concept of trusteeship; trust) zuzurechnen, ihr Vater oder Ehemann ist dementsprechend ihr amīn (trustee, Sachwalter) und wird, etwa in Heiratsangelegenheiten, ihr Walī genannt (ihr Vormund; bei einer Jungfrau Walī muǧbir, der seine Tochter in die Ehe zwingen darf).

sondern quasi immer bestens geschulte Propagandistinnen aus islamistischen Organisationen.

Es gibt keinen Islam im Plural. Seit Mohammed ist das so. Es gibt nur eine einzige islamische Bewegung.

Die deutschen Juden waren und bleiben immer auch Deutsche, es sind auch Rassisten wie Adolf Hitler gewesen, die eine Spaltung der Bevölkerung in Deutsche und Juden erst vorgenommen haben.

Den Bürger durch den Religionsangehörigen zu ersetzen wäre der Rückfall in die kulturelle Vormoderne. Wir Bürgerrechtler können die das lautstarke in den Raum Stellen der Kategorie einer Ethnie oder Religionsgruppe allenfalls akzeptieren, um Ungleichbehandlung (Diskriminierung) erkennbar zu machen und für jeden Menschen Gleichberechtigung einzufordern und durchzusetzen, ein Verherrlichen von Weißen und Schwarzen oder Muslimen und Deutschen darf einer Journalistin auch versehentlich nicht passieren.

Gedankenlos bis desinteressiert nennt die EMMA-Herausgeberin im Folgenden staatliche Bildungseinrichtungen „weltliche“ Schulen (dieses Konzept bzw. diese Wortwahl gab es im Kaiserreich sowie in der Weimarer Republik), was himmlische Schulen oder jedenfalls einen Jenseitsglauben eigentlich voraussetzt, und teilt von der Mädchenschar die Menschensorte der „kleinen Musliminnen“ ab, die Schwarzer, strukturell ist das rassistisch, nicht zu den irgendwie befreundeten „deutschen“ Kindern rechnet:

Was für ein Unsinn, zu behaupten, ich wolle irgendeiner Frau das Kopftuchtragen verbieten! Sowas verbietet man nicht, darüber kann man höchstens reden. Aber ich erlaube mir darauf aufmerksam zu machen, was dieses Kopftuch heute bedeutet. In wie vielen Ländern das Kopftuch bzw. der Ganzkörperschleier ein Totentuch für Frauen ist – und warum wir in weltlichen Schulen auf keinen Fall gestatten sollten, dass Lehrerinnen ein Kopftuch tragen! Damit die kleinen Musliminnen in der Schule Mädchen wie alle anderen sein können, sich frei bewegen wie ihre deutschen Freundinnen und am eigenen Leib erleben, wie so ein Leben ohne Kopftuch sein kann. Und grundsätzlicher: Weil Religion Privatsache ist und der Staat …

Der Islamstaat? Nein, sie meint den deutschen. Doch auch der Islam ist nach seinem Verständnis beides, einzige Heilssicherung und einzig sittlich zu nennender Staat.

… nicht mit ihr flaggen sollte.

Während wir mit steigendem Grauen sehen, wie aufgehetzte Fanatiker,

Kein Fanatismus, sondern Gottesfurcht. Die wollen in den Himmel kommen.

denen jeder Vorwand

aber nein, die Muslimbrüder sind aufrichtig und wollen die Herrschaft Allahs errichten

recht ist, im Namen des Glaubens

den sie richtig verstanden haben

brandschatzen und morden – Fanatiker, die übrigens zunächst vom Westen unterstützt und funktionalisiert wurden, um mal wieder irgendwelche unliebsamen Staatschefs zum Teufel zu jagen

Ausdruck ungenügend, bitte den Teufel zwischen den Koranseiten belassen. Jemanden zu vertreiben oder auch ihn umzubringen verdient keine Beschönigung und erst Recht keinen Jargon der Landsknechte, Landser oder Dschihadisten.

– währenddessen bekommen wir hierzulande die Auswirkungen des Siegeszuges der Islamisten sehr direkt zu spüren. Sein erstes Opfer ist die Mehrheit der nicht fundamentalistischen MuslimInnen!

Sarkastisch gesprochen: Diese phobische Mehrheit wird ihre Religion im errichteten Kalifat endlich ernst nehmen müssen.

Im Ernst, die Schariatisierung Europas haben wir zu verhindern, die Schariagesetze müssen aber auch in Teheran oder Kairo weg. Die angebliche Feministin Alice Schwarzer ist bewusst zu feige, das Wort Scharia auch nur auszusprechen.

Viele islamische Organisationen in Deutschland sind von Islamisten gegründet oder unterwandert – also von Fanatikern,

Das ist unverschämt, nein: von Koran und Hadith lesenden Idealisten. Von menschenfeindlichen Idealisten, das mag ja sein, aber von echt islamischen Idealisten, die Deutschland nach Sure und Hadith neu bauen wollen.

die den Glauben für ihre Ideologie missbrauchen

Alice Schwarzer hat vom Islam immer noch keine Ahnung.

– und werden darum vom Verfassungsschutz beobachtet,

Einstweilen eine völlig falsche Kausalität, denn, von den unerträglich süßlich islamverharmlosenden Vorworten der meisten Verfassungsschutzberichte einmal abgesehen ist in den Verfassungschutzberichten das schariabasierte Umgestaltungsprogramm der einzelnen Gruppen meist recht gut getroffen: Fernziel ist Lebensweise und Staatsführung nach Koran und Sunna und der Weg dahin ist die Beseitigung aller nicht von Allah stammenden Verordnungen und Paragraphen, denn im Islam gibt es keine Volkssouveränität und ist nur Allah der Regent.

wie Milli Görüs oder die Salafisten

Die Salafi wollen den von allen Verunreinigungen befreiten Glauben und Alltag, wollen reinsten Islam.

Bisher nicht in Verdacht stand die Ditib

Ahh, Frau Schwarzer wacht auf? Seit zwanzig Jahren von den kalifatsbewegten Maududi-, Qutb-, Erbakan- und Gülen-Anhängern unterwandert, die jetzt allesamt ganz oben im türkischen Realislam (Staatsislam) angekommen sind.

Warum auch. Sie war und ist der verlängerte Arm der Türkei, also eine staatliche Organisation,

Wie Medina zwischen 622 und 855 d. Z. ist und bleibt der echte Islam kein Geschwätz, sondern „eine staatliche Organisation“.

die die Interessen der Türkei in Deutschland vertritt

Eher schon die Interessen Allahs auf Erden.

Es wird kitschig:

Ich selber habe mit Verantwortlichen der Ditib Köln noch 2003 Schulter an Schulter gegen den Irakkrieg demonstriert. Und wir haben uns nicht nur menschlich, sondern auch politisch bestens verstanden!

Was zu befürchten war, Alice und der Kölner Schariagelehrte.

Reih dich ein in die Imam-Dhimmi-Einheitsfront.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Seit Erdogan in der Türkei an der Macht ist, betreibt er – zunächst verdeckt, inzwischen offen – die Islamisierung des bisher weltlichen Staates.

Richtig, der Koran wird Staatsprogramm – wie damals für al-Ghazali oder ibn Taimiyya oder ibn Hanbal oder Mohammed.

Der Siegeszug der Fundamentalisten in Nordafrika und Ägypten gibt ihm Rückenwind.

Der Koran ist auch nach dem 3. März 1924 Fundament geblieben, ja.

Man hätte es wissen können. Denn bereits 1998 hatte Erdogan, damals noch Bürgermeister von Istanbul, zustimmend das Dichterwort zitiert: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Er wurde für diese Hetzrede

Aber nein, das ist spirituell, dschihadspirituell. Mohammed bleibt der ultimative Militärseelsorger.

zum „heiligen Krieg“ zu einer 10-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt und kam angeblich geläuterter wieder raus.

2003 wurde Erdogan zum Ministerpräsidenten der Türkei gewählt und 2008 erklärte er frank und frei auf einer Deutschlandreise: „Niemand kann von Ihnen (den Türken) erwarten, dass Sie sich einer Assimilation unterwerfen. Denn Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Die Zeichen stehen also nicht auf Integration, sondern auf Sturm.

Knapp daneben, nicht auf Sturm sondern auf Islam stehen die Zeichen. Schriftgläubiger Islam ist Abschottung, die Lebensweise der Gottlosen darf nicht imitiert werden.

Ganzheitlich (totalitär) gelebter, ernst genommener Islam ist die Segregation oder Apartheid, und nur der Kulturrassismus von Dhimma und Frauenwegsperren rettet die Seele vor der Hölle. Die Juden, die männlichen Unbeschnittenen und die Frauen sind juristisch eine Stufe herabzudrücken, damit sie zu den Ṣaġirūn (saghiroon) gehören, den Erniedrigten.

Schwarzer kann Fremdwort:

Laut Brockhaus bedeutet Assimilation „Angleichung, Anpassung“.

Islamisch völlig unmöglich, das Kalifat soll sich der Dschahiliyya anähneln, Allah soll sich dem Iblis assimilieren?

Dass man sich in einem fremden Land anpasst, dürfte doch selbstverständlich sein – deswegen muss man sein Eigenes ja keineswegs verleugnen.

Und wenn das Eigene, sehr geehrte Frau Schwarzer, die verpflichtende schafiitische männliche und weibliche Genitalverstümmelung ist? Oder die Steinigung? Oder die Zwangsverheiratung der Tochter durch den Wali mudschbir?

Ich selber habe zehn Jahre in Frankreich gelebt und mich – meist mit Freude, manchmal mit Wehmut – den Franzosen „angepasst“, aber bin doch für meine französischen FreundInnen immer irgendwie „l’allemande“ geblieben. Trotz meiner totalen Integration. Hätte ich Kinder gehabt in Frankreich, wären die allerdings eher Franzosen geworden, mit einer deutschen Mutter.

In den vergangenen Monaten konnte selbst das zum Wegsehen bereite Ausland nicht mehr über die rasante Entdemokratisierung und Islamisierung der Türkei hinwegsehen.

So sieht konsequente Schriftgläubigkeit aus. Islam in Sicht.

Dennoch gilt ausgerechnet – vielmehr: folgerichtig! – die Türkei als „Modell“ für die Staaten, in denen mit kräftiger Unterstützung einer naiven Opposition und des unverantwortlichen Westens die „Tyrannen“ verjagt wurden und nun die Islamisten zur Macht greifen.

In den 904 Moscheen, die in Deutschland von der Ditib betrieben werden, hat sich das Personal und das Klima in den letzten Jahren um 180 Grad gedreht. Aus einst integrationsfreudigen Vereinen sind integrationsfeindliche geworden. Die vielgerühmte Großmoschee Marxloh in Duisburg ist ein trauriges Beispiel dafür.

Brisante islamrevolutionäre Fakten enthält Schwarzer dem Leser vor, Namen zu nennen oder auf den Hitler-Verehrer „Başbuğ“ (Führer) Alparslan Türkeş hinzuweisen, jenen geistigen Vater der rassistischen MHP und der Bewegung der Grauen Wölfe, für den 2010 in der Marxloher Merkez-Moschee eine Totenfeier veranstaltet wurde, traut sich die Gottkönigin des deutschen Feminismus schon gar nicht.

Die über Veruntreuungsvorwürfe gestolperte einstige NRW-Staatssekretärin Zülfiye Kaykin (SPD) wird sich am 21. März 2014 vor einem Amtsgericht in Duisburg verantworten müssen, es geht um den Vorwurfe Beihilfe zum Betrug sowie Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. 2009 soll Kaykin einen Hausmeister in der Begegnungsstätte der Marxloher Moschee schwarz beschäftigt haben, als sie die Geschäftsführerin war.

Und die noch im Bau befindliche Großmoschee in Köln scheint den gleichen Weg zu gehen: Aus Stätten der Begegnung werden Festungen.

Hat Mohammed in seiner ersten Moschee mit den Heiden Skat oder postmoderne sozialpädagogische Sprüche geklopft nach dem Motto Ich bin ok – du bist ok?

Oder etwa gar Kasernen im Sinne von Erdogan?

Moschee ist Kaserne oder jedenfalls Kasernenkapelle. Der Islam ist schließlich nichts für Memmen.

Und der Westen?

Der Westen von Ali Schariati bzw. Chomeini, der Westen von Hamidullah bzw. Davutoğlu oder der Westen von Vater Said Ramadan bzw. Sohn Tariq?

“Westen” (ġarb, al-maġrib) steht unter Islamaktivisten für das Merkwürdige, die Fremde oder das Exil ebenso wie für Abweichung vom Schariagesetz und Verrat an der sozialen Ordnung als der Seinsweise des “Ostens” (šarq, al-mašriq), der gesunden (islamischen) Lebensweise.

Der hat aus seinen Fehlern 33 Jahre nach dem vom Westen eingefädelten Einzug Khomeinis in Iran nichts gelernt.

Den Islam hat der schiitische Imam Ruhollah schon selber studiert und das nicht gerade in Berkeley oder an der Sorbonne.

Eine geradezu manichäische Geographie wird unter Schariabewegten ebenso geglaubt wie von den angeblich antiimperialistischen (wiewohl mehr oder weniger versehentlich an Allahs Imperium arbeitenden) Dhimmis bzw. Harbis. Der Orient an sich muss einfach sündenfrei sein, das Unheil kommt aus dem Westen.

Immer noch werden in unseren Ländern die Islamisten im Namen einer falschen Toleranz nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert.

Namen wären schön – das traut sich die EMMA-Gründerin nicht.

Und in dem vom Westen „befreiten“ Irak und Afghanistan sind Hunderttausende von Toten zu beklagen und herrschen jetzt die Taliban mit ihren unerbittlichen Brüdern.

Immer diese Amerikaner, sind „Hunderttausende von Toten“ jetzt an Chewing Gum gestorben oder an Coca Cola?

Und jetzt Frau Schwarzer, mehr bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU) für die Taliban?

In Tunesien, Ägypten und Libyen wurden autoritäre Staatschefs verjagt und Islamisten an die Macht gebracht. Syrien wird folgen – und dann kippt der ganze Nahe Osten.

Das als Katastrophe nicht nur für die Region, sondern für die ganze Welt zu bezeichnen, ist milde ausgedrückt.

Wieso, ich denke der Islam ist kein Problem? Achja, dieser Islamismus. Dann eben als Abhilfe al-Islām huwa al-ḥall, der Islam ist die Lösung.

Der Westen wird es noch bitter bereuen. Aber zu spät, wie immer.

Schwarzer selbstgefällig, auch wie immer.

Und die ersten Opfer der selbstgerechten Fanatiker werden wie immer MuslimInnen sein.

Zur Stunde sind im Iran auch die Atheisten und die Bahai inhaftiert und werden in Pakistan oder im Irak vor allem auch Christen ermordet.

Wann eigentlich hört Alice damit auf, in der frauenpolitischen bzw. politischen Debatte zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu unterscheiden und fordert endlich die gleichen Rechte für jeden Menschen – also auch das Recht für den Sohn eines Torah oder Koran lesenden Vaters auf ein intaktes Genital? Schwarzer will die rituelle Jungenbeschneidung, das ist Deutschlands offizieller „Feminismus“.

Ich werde mir darum heute Abend in der Talkshow erlauben, nicht über das entzückende, freiwillige Kopftuch der Konvertitin zu plaudern, sondern über Politik zu reden.

Wie Politiker Mohammed also, der allerdings kein Atheist war?

Und Moment mal, warum redet unser aller Emanzipatorin in der Talkshow nicht endlich einmal offen über die frauenfeindlichen Hadithe und das islamische Heiratsalter mit seinen neunjährigen Ehefrauen, über die den Schafiiten verpflichtende und den Hanbaliten als ehrbar geltende religiöse Pflicht der FGM, über den spätestens seit Imam al-Ghazali und Imam al-Dschauzi unentrinnbaren islamischen Schleierzwang? Sondern „über Politik“?

Und was für desaströse Folgen die für Menschen haben kann.

Allerdings kann sie das, vor allem wenn sie ihre Befehle aus dem Jenseits erhalten hat und uns vor dem Höllenfeuer retten möchte.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

Arabischer Winter und die Folgen für Deutschland

Von Alice Schwarzer am 18. September 2012

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/arabischer-winter-und-die-folgen-fuer-deutschland-154430

Alice Schwarzer wird nicht müde, die interreligiöse und selbst Atheisten umfassende Glaubensgemeinschaft des BIGI (Böser Islamismus guter Islam) zu stärken, doch der indo-pakistanische Abul A’la Maududi (Jamaat-e-Islami) sowie die Muslimbrüder Hassan al-Banna (Gründer der MB, gestorben 1949, Großvater von Tariq Ramadan) und Sayyid Qutb (Cheftheologe, hingerichtet 1966) dachten ausgesprochen koranbasiert und waren keine „Islamisten“ sondern Muslime, es sei denn man möchte Mohammed einen Islamisten nennen (was Unsinn ist).

Vier Zitate aus dem im Januar 2013 verfassten, larmoyanten und selbstherrlichen Wie oft soll sich das wiederholen?, mit dem (siehe oben: die den Glauben für ihre Ideologie missbrauchen) schon wieder ein die Religion hinterlistig verfälschender „Islamismus“ von einem menschenfreundlichen und insbesondere auch frauenfreundlichen Islam unterschieden wird:

Der harte Kern dieser Islamisten sind die 1928 in Ägypten gegründeten Muslimbrüder. Sie sind die Ur-Keimzelle des politisierten Islam.

Als ob der Prophet ein stiller Asket gewesen wäre! Wenn einer den Islam politisiert hat, dann Mohammed – die einzige bei Allah angenommene Religion verweigert ja gerade jede Trennung von Heilssicherung und Staatslenkung.

Die Muslimbrüder wollen die mit Gesetz Nr. 431 vom 3. März 1924 untergegangene Herrschaft des Himmels wieder errichten, dessen bis zum Tag der Auferstehung gültiges Referenzmodell der medinensische Stadtstaat zwischen 622 und 855 d. Z. bleibt, sie sind, wie jeder Teil der letztlich und seit Mohammeds Zeiten einheitlich zu denkenden Islamischen Bewegung, eine Kalifatsbewegung.

Den – wie Tauhid und Umma unteilbaren – islamischen Din mit dem kulturell modern gedachten, ein autonomes Individuum fördernden jedenfalls duldenden Begriff Religion wiederzugeben ist verfehlt, der Din ist öffentlich kontrollierbarer Schariagehorsam und ein rein koranbasiertes Verwaltungshandeln.

Doch Muslimbrüder brauchen keine demokratische Legitimation. Die Basis der von ihnen diktierten Verfassung ist die Scharia. Und wie die jeweils zu interpretieren ist, bestimmen von nun an nicht mehr Juristen, sondern Islamgelehrte.

Unsinn, nicht der Murschid al-‚Amm (der höchste Führer der Ikhwan Muslimun oder Muslim Brotherhood) diktiert den Verfassungsentwurf, Allah diktiert. Schwarzer kann nicht behaupten, dass die Muslimbrüder eine andere Scharia im Interpretations-Programm hätten als die Jamaat-e-Islami in Pakistan bzw. Bangladesch oder die von Deutschlands Politikern und Kirchenmenschen mit angeknipster Empörung sogenannten Wahhabiten, die in Wirklichkeit koranfromme Hanbaliten sind.

Im Übrigen hat die EMMA-Herausgeberin vom Islam einfach keine Ahnung, denn in einer jeden Rechtsreligion IST der Richter ja gerade der Religionsgelehrte. Selbst der Madschlis ist nicht als diesseitig denkendes Parlament misszuverstehen, sondern dient der Abwehr der Dschinnen und dem Erhalt des seit den Tagen Mohammeds zwischen Allahgott und der Umma gestifteten Bündnisses.

Islam braucht kein Recht, Islam ist Recht.

Ägypten fällt. Und das hat schon jetzt fatale Auswirkungen für die gesamte Region, ja die ganze Welt.

Und fällt und fällt, ja wohin fällt es denn, das Schwarzersche Ägyptenland? Gar nichts hat Deutschlands ranghöchste Feministin gegen die Scharia in der Verfassung Ägyptens getan, in der seit dem Referendum vom 09.09.1971 festgestellt wird, Artikel Zwei:

Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist Amtssprache und die Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung. Islam is the religion of the State and Arabic its official language. Islamic law (Sharia) is the principal source of legislation.

Der Staat Israel ist umzingelt und bedrohter denn je zuvor.

Wie meinen Sie das? Diese Worte könnte ein sich auf den Besitz von ganz Jerusalem freuender HAMAS-Aktivist genau so sagen.

Der gute Islam der Frau Schwarzer und der böse Islamismus – in der Tat: Wie oft soll sich das wiederholen?

aus: Wie oft soll sich das wiederholen?

Alice Schwarzer am 03.01.2013

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/wie-oft-soll-sich-das-wiederholen-154436

THE CONSTITUTION OF THE ARAB REPUBLIC OF EGYPT, 1971

We, the people of Egypt, out of determination, confidence and faith in all national and international responsibilities, and in acknowledgment of God’s right and His Heavenly Messages, and in the right of the country and nation, as well as of the principle and responsibility of mankind, and in the name of the Almighty and His assistance, declare on the 11th of September, 1971 that we accept and grant to ourselves this Constitution, affirming our determination to defend and protect it, and asserting our respect for it in letter and spirit.

http://www.constitutionnet.org/files/Egypt%20Constitution.pdf

Duties of Muslims in the West

http://thejourneytoislam.wordpress.com/2010/12/12/duties-of-muslims-in-the-west/

Duties of Muslims Living in the West

Question of Fatwa (…) Could you please give me a detailed response concerning the duties of Muslims who live in the West? Your earliest response will be very much appreciated. (…)

Name of Mufti: Sheikh Yusuf Al-Qaradawi

The Duty to Keep One’s Muslim Identity:

This can be achieved by sticking to Islamic commands, trying to understand the tenets of faith, showing keenness on performing daily prayers in the masjid, cooperating with fellow Muslim brothers on that which is good and righteous, and seeking religious knowledge from reliable scholars regarding new problematic issues.

The Duty Towards One’s Family:

Although every Muslim is obliged to take care of his family, such an obligation is stressed in the West because when the Muslim lacks the watchful eye, this rings alarm for family disintegration that may ensue, in addition to children lacking the proper Islamic care.

In more than one occasion, I told brothers and sisters living in the west that if they find it extremely difficult to bring up their children Islamically, they should go back to their countries of origin, as staying in the west in this case will cause an irreparable harm to the whole family. It will be of no avail to amass worldly riches and neglect religious ordinances.

http://www.quranforall.org/fatawaa/duties.htm

Muslims in the West ought to be sincere callers to their religion. They should keep in mind that calling others to Islam is not restricted to scholars and Sheikhs, but it goes so far as to encompass every committed Muslim.”

Yusuf al-Qaradawi

Yūsuf al-Qaraḍāwī

(In his 2006 summary of the duties of Muslims in the West)

http://www2.tau.ac.il/internetfiles/yedion/syllabus/06/2012/0631/0631246301_ILS_019_04_416-457_Shavit_off_syl.pdf

Opening the way for Muslim law

The universal Weltanschauung of Dr. Cerić. Von Jacques Auvergne

Am 24. Februar 2006 weilte der bosnische Reisu-l-ulema, wörtlich Führer der Gelehrten, türkisch Başmüftüsü, in der Moschee der kroatischen Hauptstadt Zagreb, als er die »Deklaracija Evropskih Muslimana« (Declaration of European Muslims) bekannt gab. Cerić ist Šayḫ (Scheich) im ECFR-Netzwerk des in Qaṭar wohnhaften ranghöchsten Predigers der Muslimbruderschaft, Yūsuf al-Qaraḍāwī. Jacques Auvergne kommentiert den von ihm übersetzten und gekürzten englischen und französischen Text der Erklärung der Europäischen Muslime.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/12/21/159/

Gesetze fallen im Islam vom Himmel wie Regentropfen und wer auf Erden andere Paragraphen erlässt wird in Ewigkeit brennen.

And whosoever does not judge by what Allah has revealed, such are the Kafirun (i.e. disbelievers – of a lesser degree as they do not act on Allah’s Laws).

Koran 5:44 in der Übertragung von Muhsin Khan

And whoever does not judge according to what Allah has sent down, then those are they (who are) the disbelievers.

Koran 5:44 Übertragung Dr. Ghali

Sura Al-Maida, letzter Teil von Ayah 44: „Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Kafirun (Ungläubigen).“

http://www.islamfatwa.de/qur-an,-sunnah-offenbarungsschriften/69-tafsir/883-al-maida-44-wer-nicht-nach-dem-waltet-was-allah-herabgesandt-hat

http://www.islamfatwa.de/manhaj/111-herrscher/1537-wer-nicht-nach-dem-waltet-was-allah-herabgesandt-hat

Im Sinne eines eingehaltenen Prinzips der Gewaltenteilung ist der Madschlis kein Parlament, auch wenn die ewige und unteilbare Scharia in vielen islamisch geprägten Staaten einstweilen nur einen ungefähren Vorbehalt einfordert, welcher sich allerdings schleichend oder ruckartig vervollkommnen muss, um das Heil der Muslime nicht zu gefährden. Der Madschlis arbeitet innerhalb der von Koran und Sunna gesetzten Grenzen

http://fr.wikipedia.org/wiki/Majlis

http://en.wikipedia.org/wiki/Majlis

Madschlis asch-Schura

http://en.wikipedia.org/wiki/Majlis-ash-Shura

Schura. Politik um Himmels Willen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schura_%28Islam%29

Koran 16:90

und Er verbietet Schamlosigkeit, Ungerechtigkeit und Aufruhr

Yusuf Ali:

and He forbids all shameful deeds, and injustice and rebellion

Shakir:

and He forbids indecency and evil and rebellion

Arberry:

and he forbids indecency, dishonour, and insolence

http://corpus.quran.com/translation.jsp?chapter=16&verse=90

Was für ein Skandal, der Paragraph ist noch nicht ganz halal. Weil damit Schamlosigkeit, Ungerechtigkeit und Aufruhr (Koran 16:90) legal geschehen können, muss ein wirklich funktionierendes neues Gesetz her und dazu sehen das Excellenzcluster und die Regierungsberater nur eine Möglichkeit: Rechtsoptimierung mit dem Buch der Bücher.

http://english.ahram.org.eg/Media/News/2012/3/3/2012-634663795785401005-540.jpg

http://media.npr.org/assets/img/2010/09/10/quran3-85445cdbc982aa4079b6e46ad1e1eefaacbf7934-s6-c30.jpg

Entscheidend ist Engagement. Tu wat!

Rechtssicherung, islamjuristischer Nachwuchs.

http://img.rt.com/files/news/pakistan-minister-bounty-filmmaker-763/film-protest-september-us-made.si.jpg

http://4.bp.blogspot.com/-7BQ3C53U6fE/T9bGHTqmBEI/AAAAAAAABj0/hblL_cnC_Is/s1600/Islamic%2BJihad%2BChild%2BAbuse%2B9.jpg