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Todesfatwa gegen exiliranischen Rapper

Mai 12, 2012

شاهین نجفی

Šāhīn Naǧafī

Shahin Najafi

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

Presseerklärung vom 10.05.2012

Die deutsche Regierung muss Shahin Najafi, den von Mord bedrohten iranischen Rapper, schützen!

Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) verurteilt auf das Schärfste die Morddrohungen gegen den iranischen Rapper Shahin Najafi.

Shahin Najafi ist ein iranischer Rapper, der aus dem Iran geflüchtet ist und zurzeit in Deutschland lebt.

Er hat vor einigen Tagen ein Lied[1] gesungen, das dem islamischen Regime im Iran derart missfällt, dass eine von der islamischen Regierung abhängige Internetseite namens Shia-Online[2] ihn zur Todesstrafe verurteilte und für seine Ermordung 100,000 $ anbietet. Diese Webseite folgt treulich den Vorgaben von Ayatollah Safi-Golpayegani, der neulich solche „Taten“ verurteilte und die Menschen, die sich so etwas wie Shahin wagen, ‚Mortad‘[3] (der, der Islam verlassen hat) sind. Die Strafe für ‚Mortad‘ im Islam ist Todesstrafe und jeder Muslim darf ihn ermorden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Aytollahs der islamischen Regierung Irans zu einem weltweiten Mordaufruf gegen ihre Gegner und gegen Islam-Kritiker aufrufen. Das erste Mal wurde 1989 über Salman Rushdie durch Ayatollah Chomeini, den Führer der islamischen Regierung, eine Fatwa verhängt.

Das beweist wieder, dass die islamische Regierung Irans ein diktatorisches Regime ist und keine Toleranz gegenüber Oppositionellen, ob im oder außerhalb Irans hat und gegen sie sofort die Todesstrafe verhängt. Dieser Mordaufruf und ein solches Verhalten darf durch keinen freiheitsliebenden Menschen geduldet werden.

Der ZdE verlangt von der deutschen Regierung, diesen Aufruf und das islamische Regime im Iran öffentlich zu verurteilen! Der ZdE ist der Meinung, dass die EU schärfstens gegen den Mordaufruf und gegen Ayatollah Safi-Golpayegani protestieren muss.

Wir rufen alle säkularen Organisationen und freiheitsliebenden Menschen auf, die Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunst zu verteidigen, diesen Mordaufruf zu verurteilen, und sich mit Shahin Najafi solidarisch zu erklären!

Zentralrat der Ex-Muslime

Postfach 801152

51011 Köln

E-Mail: exmuslime@googlemail.com

Bankverbindung: Postbank Dortmund BLZ: 440 100 46 Kontonummer: 995 756 463

IBAN: DE12 4401 0046 0995 7564 63 BIC: PBNKDEFF

Homepage:

http://www.ex-muslime.de/

[1] Link zu Shahin Najafis Lied. Shahin Najafi & Majid Kazemi – „Ay Naghi!“ with English text

http://www.youtube.com/watch?v=4rDXhjIN030

Hier nach der englischen Übersetzung von Azadeh Azad:

„Naqi, ich schwöre dir … bei den Schariagesetzen im Operationssaal für Nasenkorrekturen … bei der Ehre der zwielichtigen Hintermänner … Wie war noch mal der Name der Führer der Grünen Revolution? … Hey Naqi, jetzt, wo der Verborgene Imam schläft, rufen wir dich an, hey Naqi … erstehe auf!“ Naqi, I swear to you … On Sharia law course in the nose operation room … On the honour of dubious shady men … So what was the name of the Green Movement’s leader? … Hey Naqi, now that Hidden Mahdi is asleep, we call for you, hey Naqi … Resurrect!

http://www.iranian.com/main/blog/azadeh-azad/shahin-najafis-naqi-translation-its-lyrics

Eine weitere Übersetzung bringt uns Lover of Iran (10.05.2012) mit nützlichen Erklärungen

Naghi, I swear on your sense of humor … On the teaching of jurisprudence in the room where nose jobs are given … Naghi, I swear on love and Viagra / On raised legs and chakras / On sangak bread and chicken and meat and fish / On silicon chests and striped virginity … O Naghi, now that the Hidden Imam is asleep, we call upon you, O Naghi / Appear!“

http://www.iranian.com/main/blog/lover-iran/shahin-najafis-naghi-translation-and-discussion

„Ai Naqī!“, Text auf Persisch

http://imamnaghi.wordpress.com/2012/05/09/%D8%B4%D8%A7%D9%87%DB%8C%D9%86-%D9%86%D8%AC%D9%81%DB%8C-%D8%A2%DB%8C-%D8%A7%D9%85%D8%A7%D9%85-%D9%86%D9%82%DB%8C/

ʿAlī al-Hādī, auch bekannt als ʿAlī an-Naqī (* 828 in Medina; † 868 in Samarra im heutigen Irak) war der zehnte der Zwölf Imame und somit Nachkomme des Propheten Mohammed.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ali_al-Hadi

Großayatollah Lotfollah Safi-Golpayegani (Loṭfallāh Ṣāfī-Golpāyegān‎ī)

bei eslam: „Er gehörte zu den Gelehrten, die sich für die Islamische Revolution eingesetzt haben. Nach der Gründung der Islamischen Republik Iran gehörte er acht Jahre lang der Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] an, bevor er sich aus Altersgründen zurückgezogen hat. Er hat mehr als 25 Bücher geschrieben und gilt als treuer Unterstützer von Imam Chamene’i.“

http://www.eslam.de/begriffe/s/safi-golpayegani.htm

Shahin Najafi. Offizielle Website des Künstlers

http://www.shahinnajafimusic.com/

[2] Shia-Online [dort offensichtlich inzwischen herausgenommen]

http://shia-online.ir/article.asp?id=22927

hpd 11.05.2012. Der Mullah hält den Song “Naghi” für Blasphemie und sprach daher ein Todesurteil gegen Najafi aus. Es soll ein Kopfgeld von 100.000 US-Dollar ausgesetzt worden sein.

F.N. „Shahin Najafi floh 2005 aus dem Iran nach Deutschland. Auch im Exil ist er einer der wichtigsten und einflussreichsten Musiker für die junge Generation geblieben. Seine CDs werden in Iran illegal verbreitet, seine Lieder aus dem Internet heruntergeladen. Die Texte sind poetisch und politisch. Er setzt sich seit langem mit dem im Iran alles beherrschenden Islam kritisch auseinander.

Konzerte, die er in Deutschland gibt, sind meist ausverkauft und werden von erstaunlich textsicheren Fans begeistert gefeiert. Er gilt als einer der Begründer der iranischen Hip-Hop-Szene – und diese Art Musik ist den Herrschenden nicht geheuer und wurde daher kurzerhand verboten, die Konzerte oft genug von der Polizei aufgelöst. Bereits vor seiner Flucht ins Exil war Najafi deshalb gezwungen, im Untergrund aufzutreten.“

http://hpd.de/node/13370

Ayatollah Safi Golpayegani, a Shi’ite cleric based in the holy Iranian city of Qom, has issued a death sentence against rap artist Shahin Najafi for apostasy, the Persian-language Al Arabiya website reported on Wednesday. The sentence was issued after Najafi released a controversial song called “Naqi.”

aus: The Salman Rushdie of music? Iran calls for killing of ‘apostate’ rap artist

in: Al ARABIYA NEWS 09.05.2012

http://english.alarabiya.net/articles/2012/05/09/213157.html

[3] Apostasie im Islam (al-irtidād, ar-ridda‎)

Sabatina James: „In den Hadithen in ‚Sahih al-Buchari‘ steht: ‚Man badala dinahu faqtalahu‘, das bedeutet: ‚Wer immer seine Religion ändert, den tötet‘. Das sind die Worte des Propheten Muhammad und jeder gläubige Muslim muss seinen Worten folgen.“ …

Unter den muslimischen Gelehrten herrscht Konsens. Der Hadith „Wer seine Religion wechselt, den tötet“ bedeutet, dass man uneinsichtige Konvertiten mit dem Tode bestrafen kann. Für muslimische Reformer, die die Menschenrechte stärken wollen, ist der Hadith eine Last. Der Wortlaut des Propheten ist unmissverständlich und lässt keinen Spielraum. …

Doch auch wenn ein Imam tolerant auftritt, wenn ein Konvertit bei ihm vorspricht – zunächst ist da die eigene Familie, der er sich stellen muss. Theologie nicht als akademische Erörterung. Theologie als brutale, soziale Realität.

aus: Thilo Guschas: Über die Grenze (dradio 14.06.2008)

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/800747/

Echter oder vermeintlicher Aufruf zur Apostasie per Internet könnte für den mutmaßlichen Krieger gegen Allah (mohāreb bā Khoda, a warrior against God) oder Verderbenstifter auf Erden (mofsed-e fel-arz, a corrupt on the earth) im Iran demnächst die Todesstrafe zur Folge haben. Im Gottesstaat Iran ist moharebeh die Tat des Angreifers gegen den Islam, efsad-e fel-arz (corruption on earth) das Verderben bewirkende Handeln.

Tehran: A law that could see the death penalty imposed for cyber crimes is set to be debated in Iran’s parliament, reports said on Wednesday.

Under the draft bill, those found guilty of promoting corruption, prostitution and apostasy on the internet may face the death penalty. The bill aims to „toughen punishment for harming mental security in society,“ Iran’s ISNA news agency said. …

Setting up weblogs and sites which promote any of the crimes listed in the bill are punishable by death.

According to the bill, those convicted of these crimes „should be punished as ‚mohareb‘ (enemy of God) and ‚corrupt on the earth‘.“

aus: Iran considering death penalty for web-related crimes

in: gulfnews 03.06.2008

http://gulfnews.com/news/region/iran/iran-considering-death-penalty-for-web-related-crimes-1.116338

Since 1979, a hundred thousand men, women and children have been executed in the name of Allah. I have lived through years of assassination of infidels, apostates and opponents of the Islamic republic inside and outside Iran. Years of suppression of women and brutal treatment of those women who resisted the misery of mandatory Hijab and the rule of sexual apartheid. I, along with thousands of non – believers and political prisoners, was tortured by order of the representative of Allah and Sharia; tortured, while the verses of the Koran about non-believers were played in the torture chambers. The voice reading the Koran was mixed with our cries of pain from lashes and other brutal forms of torture.

Non-believers – atheists under Islam do not have „the right to life „. They are to be killed.

And I am delighted to say that hopes continue coming from Iran where the society has changed dramatically and deeply since 1979. The movement for secularism and atheism, for modern ideas and culture, for individual freedom, for women’s freedom and civil liberties is widespread. Contempt for religion and the backward ruling culture is deep. Women and the youth are the champions of this battle; a battle that threatens the foundation of the Islamic system. Any change in Iran will not only affect the lives of people living in Iran, but will have a significant impact on the region and worldwide.

Therefore, we must fight the battle for Enlightenment in Iran and elsewhere in the Middle East.

Azam Kamguian

http://www.iheu.org/node/1540

Bukhari (52:260) – „…The Prophet said, ‚If somebody (a Muslim) discards his religion, kill him.‘ “ Note that there is no distinction as to how that Muslim came to be a Muslim.

Bukhari (84:57) – [In the words of] „Allah’s Apostle, ‚Whoever changed his Islamic religion, then kill him.'“

Bukhari (89:271) – A man who embraces Islam, then reverts to Judaism is to be killed according to „the verdict of Allah and his apostle.“

Reliance of the Traveller (Islamic Law) o8.1 – „When a person who has reached puberty and is sane voluntarily apostatizes from Islam, he deserves to be killed.“ (o8.4 affirms that there is no penalty for killing an apostate).

The contemporary (i.e., 1991) Al-Azhar (Cairo) Islamic Research Academy endorsed manual of Islamic Law, Umdat al-Salik (pp. 595-96) states: „Leaving Islam is the ugliest form of unbelief (kufr) and the worst…. When a person who has reached puberty and is sane voluntarily apostasizes from Islam, he deserves to be killed. In such a case, it is obligatory…to ask him to repent and return to Islam. If he does it is accepted from him, but if he refuses, he is immediately killed.“

The equivalent, gravely negative implications of the OIC’s Sharia-based Cairo Declaration are most apparent in its transparent rejection of freedom of conscience in Article 10, which proclaims: „Islam is the religion of unspoiled nature. It is prohibited to exercise any form of compulsion on man or to exploit his poverty or ignorance in order to convert him to another religion, or to atheism.“

http://www.thereligionofpeace.com/Quran/012-apostasy.htm

If a Muslim apostatizes and meets the conditions of apostasy – i.e., he is of sound mind, an adult and does that of his own free will – then his blood may be shed with impunity [Straffreiheit; d. h. jeder Muslim kann ihn islamjuristisch problemlos töten, muss das aber vielleicht nicht machen]. He is to be executed by the Muslim ruler or by his deputy – such as the qaadi or judge, and he is not to not be washed (after death, in preparation for burial), the funeral prayer is not to be offered for him and he is not to be buried with the Muslims.

The evidence that the apostate is to be executed is the words of the Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him): “Whoever changes his religion, execute him.” (Narrated by al-Bukhaari, 2794). What is meant by religion here is Islam (i.e., whoever changes from Islam to another religion). …

Thus it will be clear to you that execution of the apostate is something that is commanded by Allaah

aus der Fatwa von Scheich Munajjid zum Thema, wie mit dem Apostaten (arab. murtadd, pers. mortad) zu verfahren ist. Ob Golpayegani oder Munajjid, schiitische wie sunnitische Theologen billigen die Ermordung des Abtrünnigen.

http://www.islam-qa.com/en/ref/20327/apostate

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Entenhausen-Fan Patrick Bahners

Oktober 26, 2010

الخلافة

al-Ḫilāfa

Caliphate

Kalifat

Multikultur pro Kalifat

Was Multikulturalist Patrick Bahners mit »Fanatismus der Aufklärung. Zur Kritik der Islamkritik«, abgedruckt in: Blätter für deutsche und internationale Politik (Ausgabe 9/2010, Seite 105-118), zum Thema Islam schreibt, verdient Kritik, meint Jacques Auvergne.

Wir kürzen Bahners Text nur ein wenig und lassen den Verteidiger des Glaubens (Foto (1)) gleich loslegen:

Ayaan Hirsi Ali hat vor vier Jahren im Interview mit einer deutschen Zeitung erklärt: Es „steht für mich fest, dass der Islam mit der liberalen Gesellschaft, wie sie sich im Gefolge der Aufklärung herausgebildet hat, nicht vereinbar ist.“ Dasselbe Bekenntnis, in kaum anderen Worten, findet sich im Schlusskapitel des jüngsten Buchs von Necla Kelek, „Himmelsreise – Mein Streit mit den Wächtern des Islam“: „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass der Islam, so wie er sich in seinem politischen Kern heute darstellt und repräsentiert, nicht in eine demokratische Gesellschaft zu integrieren ist. Der politische Islam stellt sich in seinem ganzen Wesen als ein Gegenentwurf zur aufgeklärten Zivilgesellschaft dar.“

Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek überzeugen uns mit ihrer Einschätzung von Sunna und Scharia, weil ein orthopraktischer und jenseitszentrierter Kult, der seiner quasigenetisch (y-chromosomal) definierten Anhängerschar je nach Bedarf mit Verlockung, Einschüchterung, Prügel oder Mord verdeutlicht, dass ein Verlassen des Islam ebenso in die Hölle führt wie ein schuldhaft versäumtes Gebet, von uns nicht als liberal bezeichnet werden kann.

Patrick Bahners hingegen scheint am Mehrstufenrecht der mohammedschen Medinarepublik bzw. des osmanischen Millet-Systems ebenso Gefallen zu finden wie an Geschlechterapartheid und Schleierpflicht Marke Ruhollah Chomeini oder Yusuf al-Qaradawi:

Dass der Gegner unserer aufgeklärten und zivilen Gesellschaft näher bestimmt wird als der politische Islam, bedeutet bei Necla Kelek keine Einschränkung gegenüber Ayaan Hirsi Ali, die den Islam als solchen für unvereinbar mit der liberalen Gesellschaft als dem Ergebnis der Aufklärung hält. Das Politische ist nach Erkenntnis von Kelek eben der Kern, das ganze Wesen des Islam, mit dem es die Welt seit 1400 Jahren zu tun hat.

Einer kluger Slogan der alten Achtundsechziger lautete: Das Private ist politisch. Für Patrick Bahners ist die von Mohammed angeordnete Vertreibung und Ermordung der Juden in Medina offensichtlich ebenso „unpolitisch“ wie die als Zug nach Chaibar bekannte älteste Dhimma und Islamexpansion.

Menschenrechtsfeindliche Unsitten in muslimischen Migrantenmilieus, von tödlicher Selbstjustiz gegen die sexuelle Selbstbestimmung bis zu alltäglichen Routinen der Misshandlung von Frauen und der Herabsetzung von Andersgläubigen, kann Necla Kelek daher politisch deuten, als zeitgenössische Gestalten eines Herrschaftssystems der ungleichen Rechte.

Das kann die Sozialwissenschaftlerin Kelek tatsächlich, und so schwierig ist das ja gar nicht, denn nur der Mann darf nach Allahs Geboten bis zu vier Ehefrauen erhalten, der Frau jedoch stehen weder vier Ehemänner zu noch ein Leben als Single, Lesbe oder Kopftuchverweigerin.

Für Patrick Bahners mag es Gleichbehandlung sein, wenn die Aussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel gilt wie eine männliche, die Schwester nur halb so viel erbt wie ihr Bruder. Hat der 1967 geborene Journalist schlicht keine Ahnung vom Islam?

Während selbst der Mann laut Koran für Geschlechtsverkehr mit Nichtehepartnerinnen oder Nichtsklavinnen hundert Peitschenhiebe erhält oder, sofern vier Zeugen auftreten, öffentlich gesteinigt werden soll, ist das öffentliche Steinigen oder anderweitige Töten der unzulässigen Sex kultivierenden Muslima ein aus islamischer Sicht berechtigtes Herstellen von „Gerechtigkeit“. Warum aber verteidigt der zwischen 1989 und 1993 als Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitende Bahners heutzutage die geheiligte islamische Deklassierung der Frau?

Ist der in Paderborn geborene Bahners zum Islam konvertiert und daher aus paradiesischer Gottesfurcht bzw. höchst diesseitiger Bedrohungslage gehalten, die Herabsetzung der Frau nach Sunna und Scharia zu beschönigen? Oder ist Bahners, der sein Abitur am Bonner Beethoven-Gymnasium erlangte, ein von Hass auf jede verlässliche Struktur getriebener Linksradikaler nach dem Muster der Sabine Schiffer oder aber ein Egozentriker, der weltweite Gewaltsituationen zum persönlichen Vorteil umarbeitet, etwa nach dem Grundsatz „eure Armut kotzt mich an“ bzw. nach dem klientenzentrierten Ansatz der auf den Hund gekommenen Sozialarbeit: „Ich bin ok, du bist ok, gut, dass wir darüber geredet haben“?

Es ist die Überzeugung der Islamkritik, dass freie Bürger Toleranz für den Islam, gleichgültig in welcher seiner historisch und sozial wirkmächtigen Spielarten, unter keinen Umständen riskieren dürfen. In Deutschland hat Ralph Giordano diese Überzeugung mit äußerster Schärfe ausgesprochen, in dem offenen Brief, in dem er im August 2007 im Streit um den Kölner Moscheebau dem Dialogbeauftragten des Bauherrn, der Ditib, der deutschen Repräsentanz des türkischen Staatsislam, den Dialog verweigerte. Giordano stellte die „Schicksalsfrage“: Ist der Islam „überhaupt vereinbar mit Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, mit Aufklärung und kritischer Methode“? Als Zeugen für seine Antwort rief Giordano, ohne die Namen zu nennen, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek auf: „Es sind Muslime selbst, die dieser Frage am skeptischsten gegenüberstehen, ja, sie offen verneinen und, unter Gefährdung einer Fatwa, die eigene Religion haftbar machen als die wahre Ursache für die Schwierigkeiten, die der Islam bei seinen Anpassungsversuchen an die Moderne hat.“

Giordano forderte die Ditib auf, „die Befindlichkeit der Mehrheitsgesellschaft und ihre Furcht vor einer schleichenden Islamisierung angesichts immer neuer, wie Pilze aus dem Boden schießender Moscheen in Deutschland sehr ernst“ zu nehmen. Ernstnehmen der Moscheenfurcht der Mehrheitsgesellschaft hätte nach Giordano bedeutet: „Üben Sie den Rückzug!“ Dieser Rückzug, der Verzicht auf das Bauvorhaben in Köln-Ehrenfeld, hätte aber auch nicht erfüllt, was der Schriftsteller im Namen der Mehrheitsgesellschaft von der muslimischen Minderheit verlangte. Zur Vermeidung jeglichen Missverständnisses setzte Giordano hinzu: „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!“

Ralph Giordano ist zuzustimmen: So lange Scharia und Fiqh nicht überwunden sind, das heißt abgelegt sind, so lange ist der Islam als wissenschaftsfeindliche, jenseitszentrierte, sexualmagische und die Menschheit in Klassen unterschiedlichen sittlichen und finanziellen Wertes spaltende Weltanschauung eine Bedrohung für die kulturelle Moderne und nicht in einen Rechtsstaat integrierbar.

Dieselbe Aussage, freundlicher gewendet, steht auch in Ayaan Hirsi Alis Zeitungsinterview von 2006: „Der Islam, nicht die Muslime sind das Problem.“

Ausgezeichnet: Muslim rein, Scharia raus. Hirsi Ali weiß, wovon sie spricht, anders als Bahners, dem die Worte Hidschab und Scharia in dem hier betrachteten Text »Fanatismus der Aufklärung« bis jetzt nicht über die Lippen gegangen sind.

Allein die Wahl des Titels »Fanatismus der Aufklärung« ist unserer Empörung wert: Soll hier, wo Verteidiger der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wie Ralph Giordano und Necla Kelek angegriffen werden, einer »Lässigkeit der Barbarei« das Wort geredet sein? Fordert Bahners, der bei den von ihm Kritisierten offensichtlich so etwas wie wütende Wissenschaftlichkeit oder verkrampfte weltbürgerliche Gesinnung ausmacht, statt unseres Einsatzes für die AEMR die Toleranz für die »Gemütlichkeit des Gottesstaates«?

Necla Kelek hat mehr im Sinn als eine Wiederbelebung des Kanzelparagraphen im Strafgesetzbuch, der von 1871 bis 1953 Geistliche mit Haftstrafen bedrohte, die „Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung“ machten. Nicht erst an dem, was in einer Moschee gepredigt wird, erkennt man, ob in ihr der politische Islam herrscht. Schon die übliche Sitzordnung, die Trennung nach Geschlechtern, zementiert das System der Macht. Daher erklärt Necla Kelek: „Solange die Moscheen nicht das gleichberechtigte Miteinander pflegen, sondern hinter dem hijab, dem Schleier, archaische und patriarchalische Strukturen befördern, solange es nicht Orte sind, an denen Männer und Frauen gleiche Rechte haben und gleich behandelt werden, sind solche Häuser demokratie- und integrationsfeindlich.“ Das müsste dann allerdings auch für die Synagogen mit Ausnahme der liberalen gelten und erst recht für katholische Kirchen, an deren Altären keine Priesterinnen das Messopfer feiern dürfen.

Weshalb wir ja auch Staatsbürger sind und keine Christenbürger oder Moslembürger. Patrick Bahners spielt ein wenig den Religionskritiker, ohne vor der drohenden Rechtsspaltung im Familienrecht zu warnen.

Dass für Nordamerika und Europa nach dem schlechten Vorbild von Pakistan, Indien und Bangladesch und mit einer Übernahme oder Neuentwicklung der schariaverträglichen »Two-Nation Theory« der Zerfall der offenen Gesellschaft in mehrere Religionsvölker oder Glaubensnationen auf dem Spiel steht, sieht Bahners nicht oder es lässt ihn ebenso ungerührt wie den Schweizer Sozialanthropologen Christian Giordano, der sich für den „Rechtspluralismus“ ausspricht und gegen das für alle geltende, einheitliche und gleich behandelnde Recht.

Kopftücher nur in der Moschee: Diese Reform wäre kein Signal der Trennung von bürgerlicher und religiöser Sphäre, sondern würde den Schleier nur fester binden, der den Patriarchalismus, dem in der Moschee gehuldigt wird, schützt.

Im Namen der Multikulturalität will Bahners das Lehrerinnenkopftuch und vielleicht auch die Burka im öffentlichen Raum dulden.

Der Hidschab ist ein Dressurinstrument auf islamisch korrektes Verhalten, die Frau bekennt sich als dem Männerrecht unterworfen. Wie ein mahnend erhobener Zeigefinger verkündet das islamische Kopftuch: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre Allahgott und mir ein Gräuel. Der Schleier ruft zum Aufbau der rechtsparallelen Ordnung auf, zum Akzeptieren der Inhalte von Koransure und Fatwa. Muslimische Frauen sind damit als Menschen zweiter Klasse kenntlich gemacht, Nichtmuslime als Halbsklaven.

Mit dem Verweis auf die Scharia wird die Unvereinbarkeitsthese inhaltlich gefüllt. Kelek warnt davor, beim Begriff der Scharia „allzu schnell“ an „Steinigungen und Peitschenhiebe“ zu denken. Das Ausmalen dieser Greuelbilder könnte die Illusion nähren, die Scharia sei durch humanitäre Strafrechtsreformen zu entschärfen. Eine Ächtung grausamer Strafen ließe „das eigentliche Grundprinzip der Scharia“ intakt, „die religiöse Normsetzung“.

Als „Beleg“ zitiert unser, ein der ekstatischen Albernheit zugeneigter bekennender Donaldist (Forscher zu Donald Duck aus Entenhausen), den zeitweiligen proschariatischen Regierungsberater und rechtspluralistisch orientierten Gerichtsgutachter im ersten Berliner Urteilsverfahren zum Schulischen Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium), Mathias Rohe, dessen 2009 erschienenes »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« den Fortbestand der säkularen (freiheitlichen) Demokratie aufs Spiel setzt:

Der Erlanger Zivilrechtler Mathias Rohe definiert die Scharia als „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam.“ Er will damit ausdrücken, dass die Scharia kein Normensystem nach Art einer Kodifikation ist, wie der Journalist Josef Joffe voraussetzte, als er unlängst verkündete, die Debatte um die Islamkritik erledige sich, sobald man frage, ob man der Scharia den Vorzug geben wolle oder dem BGB.

Rohe und Bahners übersehen oder verschweigen, dass der schariabezogene Gehorsamsverweigerer auf lange Zeit oder ewig in den höllischen Flammen brät. Unser Recht dient aber gar nicht der Seelenrettung.

Der Erzbischof von Canterbury hat Hass und Spott auf sich gezogen, weil er darüber nachzudenken anregte, ob das englische gemeine Recht der Scharia für geeignete Materien den förmlichen Status eines wahlweise verfügbaren alternativen Rechtsweges einräumen könnte.

Rowan Williams und Patrick Bahners wollen die religiös begründete Rechtsverschiedenheit. Antrag abgelehnt.

Necla Kelek findet nun aber gerade in der Scharia-Definition von Matthias Rohe die Denkungsart bezeichnet, von der kein Weg zur rechtsstaatlichen Gesinnung führe. Die Scharia koppelt „rechtliche Regelung“ an „religiöse Verpflichtung“.

Kelek erkennt klar, dass es bei einer im Personenstandsrecht geduldeten Scharia mehrstufigen Feminismus gibt, Menschenrecht im Plural.

Die Forderung von Mustafa Cerić: „opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ ist das Angebot auf einen religiös begründeten Staatsstreich. Der dem Netzwerk des Yusuf al-Qaradawi angehörende bosnische Großmufti ist ein glaubensbewegter Putschist.

Sie proklamiert also ein Rechtsetzungsmonopol des demokratischen Gesetzgebers und ist in der Verteidigung dieses Monopols noch radikaler und konsequenter als Ralph Giordano.

Das islamische Recht stammt nicht von Menschen. Hierzulande ist das Volk der Souverän, nicht die Gottheit.

Herr Bahners, auch für den Fall, dass Sie ein an Paradies und Hölle glaubender Muslim sind, möchten wir Sie dringend bitten, auf ihre die Demokratie in die (parallelgesellschaftliche) Allahkratie transformierende Werbung für eine Rechtsspaltung zu verzichten. Anders als in Saudi-Arabien oder im Iran besteht in Europa unbeschränkte Bekenntnis-, Glaubens- und Gewissensfreiheit – und das soll auch so bleiben.

Die Religionsausübung ist nach Artikel 4 GG eingeschränkt, damit frommes Menschenopfer für den hungrigen Gott Huitzilopochtli und religiös begründeter Kannibalismus nicht praktikabel werden.

In der kulturellen Moderne hat die korankonforme Dressur, die auf den Vater oder Ehemann einer so genannten Muslima eingewirkt haben mag, den Lebensweg der Frau eben nicht vorzuzeichnen. Journalist Bahners duldet die grundsätzliche Abkopplung der Biographie des zu „muslimisierenden“ Individuums vom nichtmuslimischen „way of life“. Segregierte Straßenzüge und Stadtviertel werden die Folge sein.

Den Beschwörungen einer christlichen Leitkultur kommt eine Islamkritik scheinbar entgegen, die die Muslime belehrt, sie hätten sich den hiesigen Sitten und Normen anzupassen, und die sich dabei als islamische Selbstkritik nach christlichem Vorbild gibt, als Avantgarde einer muslimischen Reformation.

Unsinn, die BRD ist nicht als Christenrepublik gedacht worden, und Calvins Todesurteil gegen Servet ist möglicherweise etwas ebenso Abendländisches wie die Durchführung eines Hexenprozesses.

Gründliche Islamkritiker verteidigen die universellen Menschenrechte und das auf ihnen beruhende deutsche Grundgesetz, nicht die Identitäten und Kollektivrechte von Okzident bzw. Christenheit.

Wie hat man sich diese Reformation vorzustellen, wenn sie nicht bloß eine Vision sein soll wie die „Himmelsreise“ von Necla Keleks jüngstem Buchtitel, die Reise Mohammeds nach Jerusalem, sondern jener historische Vorgang, auf den die islamische Welt in der Vorstellung der Islamkritik wartet, ein Vorgang in Raum und Zeit?

Sehr geehrter Herr Bahners: Was Ayatollah Chomeini 1979 leistete, war ohne Zweifel „ein Vorgang in Raum und Zeit“, das ist aber nun gar nicht die „Vorstellung der Islamkritik“, jedenfalls keine ersehnte.

Der Westen im Besitz der Wahrheit

Die Islamkritik hat keinen Anlass, Szenarien einer humanistischen Erneuerung des Islam im Bündnis mit solchen Kräften der weltlichen Klugheit zu entwerfen, wie sie zu den entscheidenden Trägern der Reformation Luthers und Calvins gehörten. Die Überzeugungskraft der aufgeklärten Gesellschaft, glaubt man, muss sich nur zur Wirkung bringen. Die Islamkritik ist die ins Apokalyptische gesteigerte Neuauflage der Magnettheorie des Kalten Krieges.

Menschenrechte sind nicht westlich und nicht östlich, sondern sie sind entweder allgemein oder sie sind gar nicht.

Den Kosmos in Dar al-Islam und Dar al-Harb zu spalten, das ist die erneuerte Zweipoligkeit. Der Islam will den Krieg gegen die kulturelle Moderne und die Gleichberechtigung der Frau, sein Friedensangebot, die Rechtsverschiedenheit und Frauendeklassierung, sollten wir nicht annehmen.

Jacques Auvergne

(1) Allahs Hofberichterstatter in Farbe. Patrick Bahners.

http://www.wiko-berlin.de/typo3temp/pics/9c8e65943b.jpg

http://www.faz.net/m/%7B355CE995-DFF9-45F5-B0A2-8B330F354C6E%7DPicture.JPG

Will Europa das Kalifat?

Juli 3, 2008

إمامة

imamah,

islamisches Imamat.

Imamat ist die politische Herrschaft der

islamischen Geistlichkeit bei aufgezwungener

„Muslimisierung“ auch der säkularen Muslime.

Imamat ist seit 1979 im Iran kulturell wirksam

Herr Cerić fordert das

europäische Imamat

Jacques Auvergne

3. Juli 2008

In der Doktrin der Schiiten, der Schia bezeichnet imamah, Imamat die religiöse, spirituelle und (!) politische Führung der umma, der Gemeinschaft der Gläubigen (1). Man beachte das „und“, es steht dem Muslim nämlich nicht zu, lediglich Religionsführerschaft bis zur Abwahl, persönliche geistliche Lebenshilfe oder vorübergehendes politisches Kanzleramt zu wählen, nein, das Imamat der Schiiten ist die monopolistische Deutungsmacht des Klerus in Bezug auf jeden organisierten Islam des Territoriums, die Kontrolle jeder Behörde und Stadtverwaltung und ist das von dir lebenslang zu erbringende moralische Ausrichten an der Kaste der höchsten Imame. Eine eventuell vorhandene gesonderte weltliche Administration ist dem Rat der Imame untergeordnet: Imamat ist die totale staatspolitische Steuerung des Territoriums. Imamat ist politisch angewendeter Islam, realisierter Islam, Kalifat.

Für Schiiten, so das englische Wikipedia, sind die Imame die wahren Kalifen oder rechtmäßigen Nachfolger des Propheten Mohammed, für Zwölferschiiten und Ismailiten sind darüber hinaus die höchsten Imame mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, frei von Fehlerhaftigkeit und Sünde, sprich: Sind zauberkräftig, unfehlbar und moralisch rein. Sunnitische Muslime kennen diese Verehrung des Imamats, die seit 1979 von Teherans Ayatollahs nutzbar gemacht wird, in dieser Weise nicht, jedoch hat der Begriff Kalif auch für Sunniten viel zu sagen.

Kalif ist die deutsche Form des arabischen Wortes خَلِيفَة Khalīfah und bedeutet wörtlich Nachfolger oder Repräsentant. Der Kalif ist das Staatsoberhaupt aller Muslime der umma, der vom juristischen Rahmen der gottgeschaffenen Scharia umfangenen Gemeinschaft aller Muslime (2). Die Scharia ist für folgsame Muslime Allahs ewiges, unveränderliches Religionsgesetz, gebunden an die einzelnen islamischen Rechtsschulen ebenso wie an die zeitlos gültige Rechtleitung von Koran und Hadithen. Wie im einzelnen „die“ Scharia in einem islamisierten Territorium der Erde zur Anwendung kommt, sprich wie denn Scharia in die Urteile der Rechtssprechung oder die Paragrafen einer staatlichen Ordnung gefasst werden soll ist von Gott Allah offensichtlich nicht eindeutig geregelt worden.

Insofern könnte die Scharia als flexibel und erneuerungsfähig bezeichnet werden, was für uns Demokraten jedoch einem verhängnisvollen Trugschluss gleichkäme, denn die institutionalisierte Herabwürdigung der Frau, die geheiligte Verachtung der Christen und vor allem der Juden, Atheisten und Apostaten, die Etablierung des Kalifats als der idealen islamischen Gesellschaft sowie die weltweite Ausbreitung des Herrschaftsbereichs des Islam, diese jedem Muslim auferlegten Pflichten schaffen einen immerwährenden Konflikt zu den universellen Menschenrechten, etwa zu deren gleichheitsfeministischem Anspruch.

Was einem Trugschluss gleichkäme – und wohl auch: Gleichkommen soll. Muslime jedenfalls haben den Freibrief und Auftrag, Nichtmuslime in dieser Angelegenheit mit Taqiyya, geheiligter Lüge, nur im Notfall zulässig, oder vielmehr mit ايهام Îhâm zu täuschen, der heiligen Lüge für den Normalfall. Von dieser rhetorischen Gepflogenheit im Umgang mit Nichtmuslimen, die einem Nebelschleier gleich die Methodik der دعوة da’wa, der islamischen Mission sowie tagespolitisch besonders kontroverse und dabei islamrelevante Themen zu umgeben pflegt, von dieser heiligen Lüge namens Îhâm machen nicht nur Deutschlands islamverbandliche Vertreter verlässlich regen Gebrauch. Auch der Großmufti von Bosnien und Herzegowina, Mustafa Cerić, gibt sich bedarfsweise als Menschenfreund oder Frauenversteher wenn es nur der guten Sache dient, sprich der Ausbreitung der islamischen Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse in Europa.

Wir ahnen mit leichtem Grauen die mehr als ein Jahrtausend alte Unversöhnlichkeit des institutionalisierten Islam, der nicht einen Millimeter zur Veränderung bereit ist und noch jede andere, nichtislamische Lebensweise planmäßig und in Allahs Auftrag erodiert und unterdrückt hat wenn er sie nicht vernichtet hat. Das aber halten die zarten Nerven der politischen Elite des heutigen Europas nicht gerne aus weshalb man bevorzugt, den Islam für reformfähig zu halten und die islamischen Geistlichen für unser Vertrauen verdienend. Europas Ex-Muslime warnen uns vergeblich, diesen Zerstörern jeder Geschlechtergerechtigkeit und Meinungsfreiheit auch nur ein Wort zu glauben.

Volksvertreter Schäuble führt seine Gespräche mit den frauenfeindlichen und zum Apostatenmord aufrufenden Anhängern der Theokratie weiter. Warum eigentlich? Ein Demokrat hat mit einem Faschisten, Rassisten oder eben Theokraten eigentlich keine Kompromisse einzugehen. Offensichtlich hofft man, den Islam demokratisch zähmen zu können. Optimismus ist sicherlich eine gute Sache. Menschen können, will mir scheinen, nicht nur blind vor Hass oder Liebe sein sondern auch blind vor Optimismus.

Hören wir auf Mustafa Cerić, den obersten orthodox-islamischen Führer und für das muslimische Fußvolk Südosteuropas damit wohl auch bereits den höchsten politreligiösen Führer Bosniens. Dieser Großmufti von Bosnien und Herzegowina also tut Europas Rechtgläubigen und Dhimmis kund:

It is not enough that Europe recognises the presence of Islam on its territory. Muslims deserve more than that. They deserve that their presence be legalised in the sense of creating a political and economic climate in which European Muslims can represent themselves through the institutions that should have both governmental support and public acceptance.

Es reicht nicht aus, dass Europa die Anwesenheit des Islam auf seinem Territorium anerkennt. Muslime verdienen mehr als das. Ein Leben in Würde muss für Europas Muslime bedeuten, legalisiert zu werden in dem Sinne, dass Europa ein politisches und ökonomisches Klima schafft, in dem sie sich durch ihre Institutionen umfassendes Recht auf Teilhabe und Mitsprache schaffen können, Institutionen, die sowohl die Unterstützung der Regierungen genießen als auch die öffentliche wertschätzende Anerkennung.

Cerić erweckt in den Nichtmuslimen Schuldgefühle für angeblich verübte ausgrenzende Gewalt und in den Muslimen heilige Wut in Bezug auf ein ihnen ebenso angeblich ständig widerfahrenes Unrecht. Ziemlich dreist stellt der Großmufti die sensiblen europäischen Muslime der herzlosen Demokratien Europas als gedemütigt, ja fast als illegal dar. Die erwähnten Institutionen kosten („Unterstützung“) sicherlich auch Geld, wahrscheinlich darf die EU da finanziell mit angemessener Dschizya einspringen. Und einerlei was diese islamischen Behörden leisten werden, sie verdienen deine und meine Anerkennung. An einem Übermaß an Schüchternheit leidet Herr Cerić jedenfalls nicht.

Cerić durfte diese Worte im Dezember 2007 in der europäisch-wertkonservativen und CDU-nahen European View abdrucken, eine Rede, die den Titel „The challenge of a single Muslim authority in Europe“ trägt. Ein Titel, der jeden Fundamentalismuskritiker alarmieren müsste, denn das wörtliche „Die Herausforderung einer einzigen Muslimischen Behörde/Autorität in Europa“ ließe sich in Kenntnis des politischen Islam treffender durch „Die Herausforderung, eine einzige, anerkannte muslimische Hierarchie für ganz Europa zu etablieren“ wiedergeben. Für jeden Islamkenner wird damit klar: Der Mann will das Kalifat (was denn sonst, er ist Muslim).

Aber: Eine CDU-nahe Zeitung druckt diese Worte ab, wahrscheinlich in völliger Unkenntnis des orthodoxen Islam, der immer auch eine Staatsgründung ist und der die Muslime seines Territoriums – alle Muslime, auch die, die die Schnauze voll haben von der Theokratie – in psychische Abhängigkeit bringen will und halten will. Und bringen wird und halten wird, verhindert die säkulare Demokratie dieses nicht. Einen anderen Islam, man mag das bedauern, gibt es noch nicht. Europa muss die Muslime vor „ihrem“ politischen Islam schützen, sie selbst sind dazu aus seelischer Abhängigkeit und mangelndem islampolitischen Einfluss nicht in der Lage, von den wenigen dezidiert säkularen Muslimen einmal abgesehen, die man allerdings an einer Hand abzählen kann.

Yassin Musharbash beliebte, die in European View abgedruckte Rede des Großmuftis zu verteidigen. Am Begriff und Anspruch der Scharia kaute Musharbash scheinbar kenntnislos jedenfalls lustlos herum, wobei er die islamisch unverzichtbare Existenz der hadd-Vergehen und ihrer koranisch angemessenen Folgen (Steinigung, Handabhacken) zwar nicht völlig leugnete, sie jedoch benutzte, um uns Demokraten irgendwie zu beschuldigen (4). Als Redakteur von SPIEGEL-online scheint er mit der Aufforderung Allahs, jeden Islam-Apostaten zu töten, keine großen Schwierigkeiten zu haben. Der Mann ist wirklich toleranter als ich. Oder aber: Der 1975 geborene Sohn einer Deutschen und eines Jordaniers betreibt kunstsinnig ايهام Îhâm, notfallfreie Lüge (3). Fromme Flunkerei.

Die meisten Muslime vernebeln mir als Nichtmuslim jeden interreligiösen Dialog oder auch nur jedes ernsthafte Gespräch über Religion oder Islam innerhalb von Minuten mit Îhâm und schrecken beispielsweise nicht davor zurück, sich in einem Satz mehrfach zu widersprechen, schmierig zu grinsen, bewusste Auslassungen vorzunehmen (die in Allahs Scharia enthaltene Todesstrafe für Apostasie, die auch in Europa und Deutschland angestrebte Rechtsspaltung für edle Muslime beziehungsweise unwürdige Dhimmis, die Reife für den Geschlechtsverkehr eines islamischen Mädchens mit neun Jahren, die Wertschätzung islamischer Geistlicher für die islamische Frauenbeschneidung) oder mich fraglos wider besseres Wissen der Demokratiefeindlichkeit namentlich des Angriffs auf die Religionsfreiheit zu beschuldigen. Ich weiß nicht, ob Muslime derlei aus Unfähigkeit zu Selbstkritik tun, aus Angst vor Allahs Höllenstrafe beziehungsweise Sorge vor sozialer Exklusion oder aus einer fast rassistisch zu nennenden Verachtung für mich als sittlich geringer wertigen Menschen sprich Nichtmuslim. Ich bilanziere lediglich, dass es einen wie auch immer gearteten Dialog nicht gibt. Und ich habe den Verdacht und zugleich die Hoffnung, dass selbst Dr. Schäuble allmählich erkennt, dass er seine Islamkonferenz besser gar nicht erst gestartet hätte.

Cerić, der Großmufti aus Sarajevo weiter:

First, Muslims have to understand Europe as a house of peace, not a house of war. Second, Muslims have to be clear that their minimum claim is to be free from social interference in their cultural life and that their maximum claim is for social recognition because of their positive contribution to the common good of European society as a whole. And thirdly, Muslims have to establish a single Muslim authority that can speak for both Islam as a world religion and Muslims as good citizens of Europe.

Erstens müssen Muslime verstehen lernen, dass Europa ein Haus des Friedens ist, kein Haus des Krieges. Zweitens muss ihre Minimalforderung sein, ohne störende soziale Einmischung ihre islamische Kultur leben zu können und ihre Maximalforderung, aufgrund ihres heilsamen gesamtgesellschaftlichen Beitrags für die Europäische Gesellschaft anerkannt zu werden. Drittens müssen Muslime eine einzige islamische Autorität etablieren, die sowohl für den Islam als Weltreligion sprechen kann als auch für die Muslime Europas als gute Staatsbürger.

Cerić verwendet einen tausend Jahre alten Binärcode, die Dualität aus der Dar al-Islam und der Dar al-Harb. Hier sei kein Haus des Krieges: Rührend aufmerksam, denn als Harbi dürfte mich jeder Muslim, islamrechtlich einwandfrei, totschlagen. Augenzwinkernd verkündet er mit dem Begriff „Haus des Friedens“ jedem Islamkundigen, Europa sei bereits dem Islamischen Staatsschatz zuzuzählen, islamisiertes Territorium. Die multikulturellen Deppen indes speist er mit demselben, doppelgesichtigen Satz ab mit einem sinngemäßen, „Euer Großmufti will Frieden!“ Bemerkenswert ist seine Forderung, „ohne Einmischung und Störung“ leben zu dürfen. Wir müssen ihm widersprechen: Nein, die Demokratien werden die übliche Gewalt in der islamischen Familie, die Prügelstrafen als Mittel der Kindererziehung und Koranschulpädagogik, die islamisch weltweit wohlwollend geduldete Frauenbeschneidung und die antisemitischen Sprüche in Moschee und Koranschule nicht dulden vielmehr durchaus stören. Und es ist ja wohl ein Witz, dass ein europäisches Imamat notwendig sein soll um den andernfalls allzu sprachlosen Muslimen eine staatsbürgerliche Stimme zu verleihen. Problem allerdings: Die staatsbürgerlich schafblöden Muslime Europas setzen sich gegen Cerić wahrhaftig nicht zur Wehr.

Der Großmufti, so ist zu befürchten, wird seine Vision einer islamischen Schreckensherrschaft recht ungehindert verwirklichen können. Die europäischen Moscheegemeinden, die einem Theokraten und Ironisierer der Demokratie wie Herrn Mustafa Cerić zu widersprechen in der Lage und willens sind, lassen sich an einer Hand abzählen. Da muss sich rasch etwas ändern. Ist es die Angst vor der Höllenstrafe, die nahezu jeden deutschen Muslim daran hindert, den Großmufti von Sarajevo als Gefahr für die Demokratie zu benennen? Oder ist es der antrainierte Hass auf die Kuffar?

Mustafa Cerić war Gründungsmitglied des europäischen Fatwa-Rates (European Council for Fatwas and Research, ECFR). Das ECFR möchte nach eigener Aussage ein Scharia-Recht formulieren, welches auf die kulturelle Moderne zugeschnitten ist. Mit dem Vorsitzenden Yusuf al-Qaradawi und der Beteiligung aus deutschem und niederländischem Sprachraum durch die vom Verfassungsschutz beobachtete Milli Görüş (IGMG) dürfen wir also in den nächsten Monaten und Jahren auf eine fleißige Fatwaproduktion gespannt sein.

Yusuf al-Qaradawi billigt Selbstmordattentate, hält Homosexuelle („100 Peitschenhiebe“, auch mal: „die Todesstrafe“) für abartig und islamrechtlich bestrafenswert, hält das Frauenkopftuch für verpflichtend („nur Gesicht und Hände sollen sichtbar sein“) und fordert eine Dominanz der Scharia im Allgemeinen und seiner Fatwas im Besonderen über jedes säkulare Recht. Der Ehemann darf, so al-Qaradawi, seine Frau schlagen („leicht, mit den Händen“), sollte diese sich gegen ihn auflehnen.

Vorsitzender des deutschen Kooperationspartners IGMG ist Osman Döring genannt Yavuz Çelik Karahan, der immerhin den Mord an drei christlichen Mitarbeitern in Malatya im April 2007 als „barbarischen Akt“ verurteilte. Den gefesselten Opfern eines religiösen Verlages waren die Kehlen durchschnitten worden wie auszublutendem Schlachtvieh. Einer der Vorgängerorganisationen der IGMG aber meinte 1986 in Bezug auf die ungläubigen europäischen Ureinwohner: „Der Europäer ist ein Atheist und Götzenanbeter, ein Wucherer, Kapitalist, Sozialist, Zionist, Kommunist und Imperialist, ständig brünstig und besoffen, ehebrecherisch und materialistisch. Er hat sich dem Teufel verschrieben. (5)“ Vielleicht sucht die IGMG ja noch ihre Identität.

Für uns Islamskeptiker ist dieses Zitat von 1986 sicherlich geradezu ein Leckerbissen. Als Sozialpädagoge frage ich mich allerdings, ob auch heute im demokratiehassenden Geist Erbakans Kinder und Jugendliche indoktriniert werden und, gegebenenfalls, wie denn diese radikalislamisch Indoktrinierten wieder zu entnazifizieren, pardon, zu resozialisieren sind. Lassen Sie uns hoffen, dass den anständigeren Muslimen Bosniens, Österreichs und der Bundesrepublik Deutschlands die Demokratie stets attraktiver erscheinen wird als das Kalifat oder Imamat.

Das Gottesgesetz der Scharia, wie sehr man es auch polieren und vergolden mag, wird mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der körperlichen Unversehrtheit, der religiösen und der an sie gebundenen sexuellen Selbstbestimmung sowie mit der Meinungsfreiheit stets kollidieren. Im Sinne dieses von Musharbash so gerne bagatellisierten Gottesgesetzes werden die Herren al-Qaradawi, Cerić und Döring (genannt Karahan) nun auch für Europa Fatwa um Fatwa produzieren. Von der kulturellen Moderne allerdings wird in ihrem Arbeitsbereich womöglich nicht viel übrig bleiben. Die der Erbakan-Doktrin von der gerechten Ordnung („adil düzen“) und der nichtigen Ordnung („batil düzen“) verpflichtete und an einer verstärkten Nichtintegration, Segregation und Gegengesellschaft der türkischstämmigen Muslime in Deutschland interessierte Organisation Milli Görüş wird das antidemokratische, das theokratische Gedankengut von al-Qaradawi und Cerić begierig aufsaugen.

Ein sadistischer Kriegsgott könnte mit seinem bosnischen Vertreter in Sarajevo eigentlich ganz zufrieden sein. Und die militanten und mysogynen Muslime werden sich einen kriegerischen, frauenfeindlichen Gott schaffen, um ihre fiebrige Seele, auf Kosten der Ex-Muslime, Dhimmis und demokratischen säkularen Muslime, im Gleichgewicht zu halten. Hadithe hin, Fatwas her. Wie auf Erden so im Himmel.

Ein aufmerksamer Zeitgenosse (6) prägte unlängst das Gleichnis des Kabelbinders (7), welches das zersetzende islamische Umweltverändern, die ätzende islamische Grenzfläche zur Dar al-Harb sehr treffend zeichnet. Der Kabelbinder, jene elastische Plastikschlinge mit schräger Rasterzahnung und stabilem, kantigem Kopf nämlich bewegt sich … immer nur in eine Richtung. Demokraten empört, dialogbereit. Islam bewegt sich nicht. Demokraten sauer, kompromissbereit. Umma bewegungslos. Demokraten machen ein Zugeständnis. Islam steht still. Demokraten wieder nervös … und so fort.

Das Bild vom Kabelbinder beschreibt den derzeitigen, von Ausnahmen abgesehen zum Scheitern verurteilten demokratisch-islamischen Dialog. Der Kabelbinder der Scharia bewegt sich nur in eine Richtung. Die Schlinge der Multikulturalität und der Dialogforen zieht sich zu.

Seit mehr als tausend Jahren: Islam verändert Nichtislam. Stillstand auf der einen Seite, Nachgeben auf der anderen. Da’wa trifft Dialog, Schäuble den KRM (8). Das von Herrn Cerić gepriesene Europa-Imamat begegnet der säkularen Gesprächsbereitschaft. Wir schuldzerknirschten Europäer sind ganz auf Toleranz und windigen Veränderungsprozess getrimmt, indes die Schergen der politischen Scharia vor Sadismus und frommer Lernverweigerung nur so glänzen. „Es geht immer nur in eine Richtung weiter“. Die meisten Kabelbinder lassen sich nur durch Zerstörung öffnen.

Tolerant bis naiv also redet man von „kultureller Vielfalt am Arbeitsplatz“ (9) oder „ethnischer Ökonomie“ (10). Die Europäische Union hat 2008 zum „Jahr des interkulturellen Dialogs“ ernannt (11).

Der Islam strebt nach totaler Herrschaft und damit gerade auch nach militärischer und politischer Dominanz. Der klassische und der derzeitige Islam können daher die Demokratie nicht wollen. Ein anderer Islam, etwa ein sich einer weltbürgerlichen Rationalität und damit Wissenschaftlichkeit freiwillig unterordnender Ijtihad-Islam oder ein sich auf Seelsorge beschränkender und auf jede politische Herrschaft bewusst verzichtender Sufi-Islam, der allerdings Menschen- und Frauenrechte erst einmal entdecken müsste, ein anderer als der politische Islam hat sich bislang als unerwünscht oder nicht überlebensfähig erwiesen. Säkulare Muslime wie Irshad Manji und Bassam Tibi versuchen, einem noch sehr utopischen, künftigen Islam eine solche Verträglichkeit mit der kulturellen Moderne, damit beispielsweise eine Demokratiefähigkeit, zugänglich zu machen. Mögen sie Erfolg haben.

Der politische Islam aber umschließt alle Kulturen seiner Umgebung. Wie ein Kabelbinder.

Jacques Auvergne

Quellen:

1

http://en.wikipedia.org/wiki/Imamah_(Shi%27a_doctrine)

2

http://en.wikipedia.org/wiki/Caliph

3

Iham, Fromme Flunkerei, bei Wikipedia unter: Taqiyya, dort: Diskussion

http://static.wikipedia.org/new/wikipedia/de/articles/t/a/q/Diskussion~Taqiyya_7096.html#Iham

4

Yassin Musharbash am 14 Mai 2008, SPIEGEL-online

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,553231,00.html

5

Islamische Gemeinschaft Milli Görüş

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Gemeinschaft_Milli_G%C3%B6r%C3%BC%C5%9F

6

„Hier in Deutschland läutet man mit solchem “Entgegenkommen” den Beginn einer gesellschaftlichen Veränderung ein: Die Gutmenschen denken, sie machen was Humanes, wenn sie sooo auf die türkischen Bürger zugehen.

Die türkischen Bürger werden aber stehen bleiben. Die Gutmenschen werden sich wieder auf sie zubewegen. Dieser Zyklus ergibt langfristig einen islamischen deutschen Gottesstaat. Diese Gutmenschen erkennen nicht, dass sie bestehende Werte einfach wegwerfen.

Der Islam und das Türkische werden immer mehr Einzug in den deutschen Alltag halten. Das Deutsche wird aber nicht Einzug in den türkischen Alltag der hier lebenden Türken halten. Es ist wie bei einem Kabelbinder: Es geht immer nur in eine Richtung weiter.“

Politically Incorrect, #37 RadikalDemokrat (15. Jun 2008 19:49)

http://www.pi-news.net/2008/06/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-jetzt-auf-tuerkisch/

7

Kabelbinder. Bei: Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Kabelbinder

8

http://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierungsrat_der_Muslime

9

„Kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz“

http://www.vielfalt-als-chance.de/index.php?id=235

10

„Ethnische Ökonomie“

http://www.schader-stiftung.de/wohn_wandel/499.php

11

EU ernennt 2008 zum Jahr des interkulturellen Dialogs

http://www.interculturaldialogue2008.eu/333.html?L=1

Manifest der Zwölf

Oktober 17, 2007

Manifest der Zwölf:

Manifest

der Zwölf

Gemeinsam gegen den

neuen Totalitarismus

1. März 2006

Nachdem die Menschheit Faschismus, Nazismus und Stalinismus glücklich überwunden hat, sieht sie sich nun einer neuen globalen Bedrohung des gleichen totalitären Typus gegenüber, dem Islamismus.

Wir als Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle rufen zum Widerstand gegen diesen religiösen Totalitarismus auf und zum Kampf für Freiheit, Chancengleichheit und säkulare Werte für jeden und überall.

Die jüngsten Ereignisse, die sich in den Monaten nach der Veröffentlichung der so genannten dänischen Mohammed-Karikaturen zutrugen, sie haben uns Bedeutsamkeit und Notwendigkeit des Kampfes für jene universellen Werte wieder einmal deutlich gemacht.

Dieser Kampf wird nicht mit Waffengewalt entschieden werden können, sondern auf geistig‑kultureller Ebene gewonnen oder verloren. Wir erleben in diesen Jahren weder den viel beschworenen ’Zusammenprall der Kulturen’ noch einen etwaigen Gegensatz zwischen ’Orient und Okzident’. Vielmehr erleben wir einen weltweiten Kampf zwischen Rechtsstaat und Gottesstaat: zwischen Demokratie und Theokratie.

Wie alle Totalitarismen, so wird auch der Islamismus von Ängsten und Frustrationen genährt. Dabei stützen sich die Hassprediger gekonnt auf eben diese Emotionen, um ihre halbmilitärischen Gefolgschaften zu ordnen, welchen kaum verhohlen die Zielrichtung vorgegeben wird, die mancherorts bereits errungene Freiheit zu vernichten und die Ungleichheit zu erzwingen. Und wir sagen es laut und deutlich: nichts, nicht einmal die Verzweiflung rechtfertigt die Wahl von Obskurantismus, Totalitarismus und Hass.

Islamismus ist eine reaktionäre Weltanschauung, die Gleichheit, Freiheit und Säkularität tötet, wo immer sie den Ton angeben darf. Ihr Erfolg würde zu einer Gesellschaft der prinzipiellen Ungleichheit und der brutalen Ausbeutung führen, zu einer Gesellschaft, in der die Frauen durch die Männer unterdrückt werden und die Nicht‑Islamisten durch die Islamisten. Um das zu verhindern, kommt es darauf an, unterdrückten oder diskriminierten Menschen weltweit den Weg zu ihren universellen Rechten zugänglich zu machen.

Wir weisen einen jeglichen Kulturrelativismus zurück, der gerne darin besteht, es hinzunehmen, dass Männern oder Frauen aus der muslimischen Kultur im Namen einer ’Rücksichtnahme auf Kulturen und Traditionen’ ihr persönliches Recht auf Gleichheit, auf Freiheit und auf echte Religionsfreiheit vorenthalten wird.

Wir weigern uns, unseren kritischen Geist aus der modischen Sorge heraus zu verleugnen, der so genannten Islamophobie bezichtigt zu werden. Islamophobie, jenes fragwürdige Konzept, das die Kritik des Islams als rückständiges Glaubensgebäude mit der Ausgrenzung seiner gläubigen Individuen bewusst zu verwechseln trachtet.

Wir setzen uns vernehmlich für die weltweite Zugänglichkeit des Rechts auf Meinungsfreiheit ein, damit der Geist kritischen Denkens auf allen Kontinenten wehen kann, um bald jeden Missbrauch und alle Dogmen als solche erkennbar und benennbar zu machen.

Wir richten diesen Aufruf an die Demokraten aller Länder, auf dass das angebrochene Jahrhundert ein Zeitalter der Aufklärung sein möge und keine Epoche des Obskurantismus.

Mittwoch, den 1. März 2006

Erstunterzeichnende:

Ayaan Hirsi Ali

Chahla Chafiq

Caroline Fourest

Bernard-Henri Lévy

Irshad Manji

Mehdi Mozaffari

Maryam Namazie

Taslima Nasreen

Salman Rushdie

Antoine Sfeir

Philippe Val

Ibn Warraq

dt. v. gruppe pik, 17.10.2007