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Verpasste Chance. Beschwerde an NDR-Rundfunkrat

November 14, 2016

Edward von Roy

NDR Rundfunkrat

Hamburg

14.11.2016

Formelle Eingabe gemäß § 13 NDR-Staatsvertrag

Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?

Anne Will am 06.11.2016 21:45 Uhr

Verharmlosung des Islamischen Rechts (Scharia)

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß § 13 NDR-Staatsvertrag lege ich förmliche Programmbeschwerde ein. Die konkrete Verletzung von Programmgrundsätzen betrifft die Sendung von Anne Will vom 06. November 2016 21:45 Uhr: Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?

Über die Radikalisierung, bis hinein in den islamischen Terrorismus, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen und über Wege der Verhinderung einer Radikalisierung diskutierten Wolfgang Bosbach, Sascha Mané, Nora Illi, Mohamed Taha Sabri und Ahmad Mansour.

Gegenstand der Sendung war damit die schariatreue, die islamische Radikalisierung von Jugendlichen bzw. war die äußerst radikale, die terroristische Varietät von Islam (am Beispiel Islamischer Staat (IS)) und deren leider faszinierende Wirkung auf junge Menschen einerseits und andererseits die etwas verzweifelte deutsche Suche nach erfolgreichen Strategien von Prävention und Resozialisation bzw. Deradikalisierung radikalislamisch („islamistisch“) verführter junger Menschen. Der häufig herangezogene Begriff Islamismus führt in die Irre, es geht um die Religion Islam, die jungen Islamradikalen wollen in den Himmel kommen, deshalb ihr Kampf gegen den irdischen Kufr, Unglauben, und die dazugehörigen Kuffār, Ungläubigen.

In was hinein jedoch resozialisiert, deradikalisiert werden sollte, nämlich, und um nichts anderes kann es in der Bundesrepublik Deutschland gehen, hinein ins Grundgesetz und in die allgemeinen oder universellen Menschenrechte (AEMR, Paris am 10. Dezember 1948), wurde selbst in einer vollen Stunde (60:14 min) beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) nicht angesprochen. Die AEMR als Grundlage des Grundgesetzes für die BRD (GG, 23. Mai 1949) wurde bei Anne Will nicht verteidigt.

Gerade hier zeigt sich die Unausgewogenheit der Sendung. Eine Stimme nämlich hat gefehlt, die den Mut aufgebracht hätte, die Unverhandelbarkeit universeller Menschenrechte mit dem aus der wortgetreuen Anwendung von Sure und Hadith (KRM: „Koran und Sunna“) zwangsläufig resultierenden islamischen Totalitarismus und seiner Frauenentwürdigung zu kontrastieren, auf einem Vorrang von Individualrechten vor Gruppenrechten zu bestehen und unzweideutig zu warnen vor einer deutschen Rechtsspaltung bzw. Rechtsveränderung auch bereits im Familienrecht oder Eherecht (die Muslima darf keinen Nichtmuslim heiraten; Polygynie; neun bis 15 Jahre alte Kindbraut) oder im Erbrecht (der Ex-Muslim verliert jeden Erbanspruch; laut Koran nur das halbe Erbe für die Tochter gegenüber ihrem Bruder). Was die an einer schleichenden Abschaffung des Grundgesetzes nicht interessierte BRD hierzu voraussetzen darf und muss, kann im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht verschwiegen werden.

Um die Ferne oder auch Nähe des in der NDR-Sendung angeprangerten radikalen Islam im Verhältnis zum gemäßigten Islam zu bestimmen, hätte der theologische und organisatorische Mainstream der Religion von Koran und Sunna zur Sprache kommen müssen. Das geschah nicht. Es hätte ja auch ergeben, dass der literalistisch verstandene Islam alle Lebensbereiche ordnen sprich einen religiösen Totalitarismus errichten will und dabei den muslimischen (sofern schariagehorsamen) Mann privilegiert, jeden Nichtmuslim und jede Frau hingegen entrechtet und entwürdigt.

In bester Eintracht wird dieser Mainstream, um beim sunnitischen Islam zu bleiben, mit Billigung und offensichtlicher Sympathie auch seitens der im KRM zusammengeschlossenen deutschen Islamverbände weltweit, von der Kairoer al-Azhar bis zum Darul Uloom Deoband gelehrt und in Europa beispielsweise durch die Organisationen FIOE (Federation of Islamic Organizations in Europe – Föderation Islamischer Organisationen in Europa) und ECFR (European Council of Fatwa and Research – Europäischer Rat für Fatwa und Forschung) vertreten. FIOE wie ECFR sind der Muslimbruderschaft zuzurechnen.

Anders als das deutsche Gerede von der „Vielfalt des Islams“ (Reinhard Kirste; Kai Hafez; bpb; EZIRE; Schura Bremen) nahelegen könnte, vertreten al-Azhar, Deoband, Muslimbrüder und die Islamdiktatur Saudi-Arabien auch nicht verschiedene Islamse oder sagt man Islame oder verschiedene Scharias oder Scharien, sondern die eine Rede Allahs (Koran), die eine Schöpfungsordnung und Gesetzlichkeit (Scharia), den einen Islam und führen die eine Umma (muslimische Weltgemeinde). Nichts und niemand darf „Koran und Sunna“ widersprechen, Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM), Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007: „Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.“

FIOE

Vorsitzender der FIOE ist Chakib ben Makhlouf, der Ahmed al-Rawi ablöste. Generalsekretär ist Emad Al-Banani; Vorstandsmitglied für „Relations“ ist Ibrahim El-Zayat. Im Februar 2002 wurde Ibrahim El-Zayat Präsident der IGD (Islamische Gemeinschaft in Deutschland), dem deutschen Zweig der globalen Muslimbruderschaft, und wurde 2006 für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. El-Zayat sitzt auch im Vorstand der von ihm 1995 mitgegründeten Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler/Innen e. V. (GMSG) in Köln. Verheiratet ist der europäische Islamfunktionär mit Sabiha El-Zayat-Erbakan, seine Frau ist die Schwester des IGMG-Funktionärs Mehmet Sabri Erbakan. Damit ist eine geradezu dynastische Verbindung der Clans El-Zayat und Erbakan gegeben, die dem Lebenswerk von Necmettin Erbakan treu sein dürfte, über den der NRW-Verfassungsschutz schreibt: „Die auf seinem Verständnis des Islam fußenden ideologischen Vorstellungen einer „Gerechten Ordnung“ und die „Vision von Millî Görüş„, die eindeutig extremistisch sind, werden von seinen Anhängern in der Türkei und in Europa nach wie vor weiter verfolgt.“ Einer unbedingt zu errichtenden ADİL DÜZEN, (eingedeutscht Adil Düzen, zu arab. ʿādil), nämlich der „gerechten“ sprich islamischen Lebensordnung stellte der türkische Islamtheoretiker und Stifter der pantürkischen und radikalislamischen Bewegung für Schariagesetzlichkeit Millî Görüş die Bâtıl Düzen (Batil Düzen) gegenüber, die nichtige, die bei Allah verworfene Seinsweise (bāṭil), schariarechtlich null und nichtig, islamisch grundfalsch).

ECFR

Gründungsmitglied und seither Vorsitzender des ECFR ist der Cheftheologe der Muslimbruderschaft Yusuf al-Qaradawi. Der baden-württembergische Verfassungsschutz charakterisierte den ECFR im Frühjahr 2011 so:

„Der ECFR sieht sich als Repräsentant der islamischen Welt und vor allem der muslimischen Minderheiten im Westen. Den Verlautbarungen des Rates ist zu entnehmen, dass die Entwicklung eines Islam europäischer Prägung und einer Islam-Auslegung, die sich an demokratischen Werten und dem westlichen Verständnis von Menschenrechten und Selbstbestimmung orientiert, verhindert werden soll.“

(Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg: Yusuf al-QARADAWI: Einer der einflussreichsten sunnitischen Islamgelehrten. Reihe „Führungs- und Identifikationsfiguren extremistischer Organisationen“, 4|2011.)

Hinsicht verhinderter Bürgerrechte und verhinderter Pressefreiheit sowie mit Blick auf gesellschaftlichen Totalitarismus und systematische, über kurz oder lang juristisch durchzusetzende Frauenfeindlichkeit unterscheidet sich auch der schiitische Islam, betrachten wir das Regime der Teheraner Mullahs (Zwölferschia), vom sunnitischen Islam nicht.

All das jedoch unterblieb am 6. November 2016, man kannte jedenfalls kritisierte ECFR und FIOE nicht und sprach noch nicht einmal über die gegebene AEMR-Widrigkeit und Grundrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts (gottgegeben als die Scharia; von den Menschen anzuwenden als der Fiqh). Was geboten wurde, war eine Sendung über den (radikalen) Islam ohne Information zum Islam, man schlich um das Thema Islamische Normativität (Schariagesetz) bzw. Islam herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei.

Dieses Ausweichen vor dem Thema widerspricht dem Programmauftrag des Norddeutschen Rundfunks. Im NDR-Staatsvertrag heißt es in § 5 Programmauftrag (1) unter anderem:

„Der NDR hat den Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilnehmerinnen einen objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sein Programm hat der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung zu dienen.“

Sofern er nicht, und das sind die wenigsten, blind oder sehbehindert ist, hinterlässt Visuelles beim Menschen besonders starke und bleibende Eindrücke. Ein Eindruck über einen Menschen, vielleicht der symbolische Ausdruck des Humanen schlechthin ist die menschliche Gestalt und hier insbesondere das menschliche Gesicht. Im Islam ist der dämonisierte Körper der als wankelmütig und glaubensschwach geltenden sowie zeitlebens eines männlichen Vormunds (walī, das ist: Vater; großer Bruder; Heiratsvormund; Ehemann) bedürftigen Frau mit dem Hidschab abzudecken – mindestens! – bis auf Hände und Gesicht.

Wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange erstarrt, so durfte der NDR-Zuschauer auf ein Ex-Gesicht oder Vielleicht-Gesicht starren, durfte er über das durch schwarze Textilien ausgelöschte Antlitz der zu Anne Will eingeladenen Nora Illi meditieren – sechzig Minuten lang. Dass eine kulturell moderne Gesellschaft diese Körperpolitik und Ideologisierung des weiblichen Gesichts und Körpers im öffentlichen Raum, erst recht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, untersagen sollte, ist das eine.

Das andere, und hier liegt das eigentliche, nicht hinnehmbare Versagen des NDR, ist das Versäumnis, als Sender auf die Menschenverachtung und Grundrechtswidrigkeit nicht lediglich des Niqab, sondern jedes Hidschab hinzuweisen. Mindestens einer solchen Ansicht zur islamischen Bedeckung (Hidschab, verkürzt genannt und genäht Kopftuch) hätte der NDR eine Stimme geben müssen, statt zur besten Sendezeit lediglich eine Stunde lang ein sprechendes schwarzes Gespenst im Studio in Erscheinung treten zu lassen.

Bereits die schlicht islamische (und nicht etwa die wahhabitische, salafistische, islamistische u. dgl.) Vorschrift, dass jedes Mädchen ab neun Jahren und jede Frau ihren gesamten Körper bis auf Hände und Gesicht mit Stoff blickdicht und alle Rundungen und Konturen verbergend bedecken muss, ist totalitär sowie frauenfeindlich und zusätzlich kinderfeindlich – und diskriminiert im Übrigen auch jeden Mann, der angesichts einer frei herumlaufenden unbedeckten Frau in den Zustand eines willenlosen Triebtäters falle. Der türkische Staatsislam, Diyanet deutscher Arm DITIB, fordert diesen Hidschab als „nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam […] bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität“. Hier bereits liegt die Unverträglichkeit zu unseren Freiheitsrechten, nicht erst in der strengen Auslegung von Hidschab bzw. islamischer weiblicher Kleidung, nicht erst im Gesichtsschleier (Niqab).

Der Hidschab ist kein Freiheitsrecht. Zur Freiheit einen Hidschab zu tragen, würde immer auch die Freiheit gehören, ihn jederzeit wieder ablegen zu können, das aber lässt die Scharia nicht zu. Der Hidschab ist islamische Pflicht (alle vier sunnitischen Rechtsschulen ebenso wie die Zwölferscha), wer als Frau den Schleier verweigert, gilt im Islam als sittenlos und ist zu verachten. Zur islamischen weiblichen Kleidung gibt das Bundesverfassungsgericht weiter:

Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10

„9. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.“

Diese Verpflichtung für jede Muslima, zur Bewahrung des Gnadenstandes mit Allah – beim Bestreben, nach dem Tod zu ihm ins Paradies und eben nicht in die Hölle zu kommen – zeitlebens beinahe den gesamten Körper (DITIB: „mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen“) abdecken zu müssen, ist das im freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat untragbare frauenrechtliche und überhaupt menschenrechtliche Problem, nicht erst Frau Illis Niqab (Gesichtsschleier).

Warum nur verpasste der NDR am 06.11.2016 (Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?) die Möglichkeit, etwas zum reaktionären und totalitären Charakter jeder islamischen weiblichen Kleidung zu sagen, zu einer Doktrin, die jede Verweigerin des Hidschab ihren schariatreuen Mitmenschen als Brennstoff fürs Höllenfeuer im Jenseits und als Schlampe im Diesseits erscheinen lassen muss? Nicht das schwarze Tuch auf Mund und Nase, die Pflicht zum islamischen Wohlverhalten und Gesetzesgehorsam, die Scharia ist das Problem.

Denn auch dieses hätte der NDR in einer Sendung mit Islambezug sagen müssen: Der Mensch im Islam darf sich keine Gesetze geben, Allah ist Gesetzgeber, ist Souverän, über kurz oder lang ist jeder von Menschenhand geschaffene Paragraph durch einen schariakonformen zu ersetzen. Wohin geht Deutschland: Volkssouveränität oder Herrschaft Allahs? Ob die NDR-Gäste Nora Illi und Mohamed Taha Sabri AEMR und GG den Vorzug geben und auf Durchsetzung der Allahkratie verzichten kann in diesem Schreiben dahingestellt bleiben, NDR-Moderatorin Anne Will jedoch muss die freiheitliche Demokratie vernehmbar verteidigen und dazu das islamische System bzw. die islamische Herrschaft, Maududi sprach vom Nizam (niẓām islāmī), Sayyid Qutb von der Hakimiyya (ḥākimiyyat Allāh), unzweideutig zurückweisen. Da gibt es nichts zu verhandeln.

Aus dem bisher Gesagten folgt schließlich, dass der NDR in einer Sendung mit Islambezug den Gegenentwurf zur AEMR, die 1990 bekundete gegenmoderne und totalitäre CDHRI (Cairo Declaration on Human Rights in Islam – Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam) dem Publikum erläutern muss, diese aber nicht sechzig Minuten lang äquidistant diskutieren lassen darf, sondern unzweideutig zurückzuweisen hat. Anne Will sollte das zeitnah tun.

Nähme der NDR seinen Informationsauftrag ernst, würde er, etwa bei Anne Will, über die Nichtmuslime und Frauen diskriminierenden sowie die Meinungsfreiheit verhindernden Schariavorbehalte in den Staatsverfassungen von Ländern wie Pakistan oder Ägypten berichten lassen und nicht lediglich Gäste einladen, die, wie Nora Illi, Mohamed Taha Sabri und Ahmad Mansour, ganz dem Motto zu folgen scheinen: Böser Islamismus – guter Islam.

Vermeidbar wird der Erfolg von „Salafismus-Prävention“ oder „Islamismusprävention“ ausgesprochen begrenzt bleiben, solange gerade auch die deutschen Medien nicht faktentreu über Scharia und Fiqh berichten, anders gesagt solange das Monopol auf faktennahe Berichterstattung zum Islam überwiegend bei den Islamradikalen selber liegt.

Nicht nebenbei: Wir sollten froh sein, dass wir Grundrechte haben und nicht nur eine, in letzter Zeit beunruhigend oft beschworene, Wertegemeinschaft oder Werteordnung. Rechte sind einklagbar, Werte nicht. Es geht um Bürgerrechte, es heißt Civil Rights Movement, Bürgerrechtsbewegung und nicht Bürgerwerte-Bewegung.

Die sehr islamische Parallelkultur oder vielmehr islamische Gegengesellschaft von Geschlechterapartheid, Tugendterror, Tochtertausch und sonstiger Frauenunterdrückung lässt sich ebenso mit wie ohne bewaffneten Kampf errichten. Nicht nur die Milieus von Burka, Pantoffeln und langen Bärten, das Islamische Recht, das Menschenbild und der Wohlverhaltenszwang der – vom iranischen Religionsführer (rahbar) Ali Chamene’i ebenso wie von Kairos al-Azhar bis hinein in die Deutsche Islamkonferenz vertretenen – Scharia ist das Problem.

Um die allgemeinen Menschenrechte (AEMR) und dabei nicht zuletzt die Gleichberechtigung der Nichtmuslime und der Frauen zu verteidigen, muss der NDR das Problem Scharia und Fiqh beim Namen nennen und eben nicht, frei nach Angela Merkel, gemäß dem Motto handeln: Wir schaffen das … zu ignorieren.

Um islamisch radikalisierte junge Menschen möglichst erfolgreich vom zum Töten bereiten Aufbruch Fī sabīli Llāh (auf dem Wege Allahs, für die Sache Allahs) abzuhalten, gilt es, das Faszinosum Kalifat, das Faszinosum Dschihad einzugrenzen. Solange Funk und Presse die Menschenrechtswidrigkeit (AEMR-Widrigkeit) und Grundrechtswidrigkeit jeder islamischen Seinsweise und Gesellschaftsordnung (Nizam; Hakimiyya; Adil Düzen) mit dem Schleier des Schweigens bedecken, können – in einem vermeidbaren Ausmaß – jungen Menschen Hasspredigten als beglückende Wahrheit erscheinen und Glaubenskämpfer als Märtyrer.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

mitzeichnend

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Norddeutscher Rundfunk zur Jungenbeschneidung

März 11, 2015

Beschnittene Sensitivität

Abrechnungsbetrug bei Beschneidungen titelt NDR Info am 15.01.2015 und lässt Arne Meyer berichten, wie zahlreiche Arztpraxen Zirkumzisionen bei den Kassen falsch abgerechnet haben und insbesondere ihrer Dokumentationspflicht nicht oder nicht ausreichend nachgekommen sind. Leider versäumt Meyer, die Anatomie des amputierten Körperteils und die grundsätzliche Schädigung jeder Jungenbeschneidung zu beschreiben, was zwei Sozialpädagogen veranlasst, sich im Kommentarbereich (Nummer 177 bis 180) Gehör zu verschaffen. Von Edward von Roy und Gabi Schmidt am 11.03.2015.

Die Vorhaut, nicht die Eichel, ist der für leichte Berührung empfindlichste Teil des intakten männlichen Geschlechtsorgans (Sorrells, Snyder, Reiss, Ede, Milos, Wilcox, Van Howe: Fine-touch pressure thresholds in the adult penis).

Die Vorhaut ist sensibler als die menschlichen Lippen oder Fingerspitzen. Aufgrund ihrer sexuellen Empfindsamkeit spielt das Präputium eine bedeutende Rolle im Sexualleben unbeschnittener Männer und belastet ihre Amputation Sexualität, Sexualpartner und Partnerschaft (Frisch, Lindholm, Grønbæk: Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark).

Zu den durchweg nachteiligen Auswirkungen jeder medizinisch nicht indizierten männlichen Beschneidung gehört eine lebenslange starke Schädigung der sexuellen Sensitivität, denn die über 73 Meter Nervenfasern und 20.000 überwiegend spezialisierten Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen und Merkel-Zellen) werden bei der Zirkumzision, die wir endlich männliche Genitalverstümmelung (MGM) nennen sollten, amputiert. Diese spezialisierten Nervenendigungen aber dienen dazu, auch leichteste Berührungen sowie Feinheiten von Temperatur, Geschwindigkeit bzw. Vibration oder Textur zu detektieren.

Im Vergleich dazu befinden sich auf der Glans penis (Eichel) nur rund 4.000 überwiegend unspezialisierte freie Nervenenden, sogenannte Nozizeptoren, die Schmerzreize aufnehmen und weiterleiten können. Die schmale Zone der Eichel zwischen Corona glandis (Eichelrand) und Sulcus coronarius (Penisfurche), die von Natur aus doch (wenige) Lustrezeptoren enthält, keratinisiert (verhornt) im Laufe der Jahre, was beschnittene Männer als großen Verlust an (restlicher) sexueller Lebensqualität beschreiben und mit Schutzmaßnahmen (vor mechanischer Reibung im Alltag) bzw. Restoring (Versuch der Wiederherstellung der Vorhaut) nur begrenzt ausgleichen können, das Internet ist voll von solchen verzweifelten Berichten.

Kinderrechtlich bzw. überhaupt menschenrechtlich trauriges Fazit. Durch die Beschneidung werden dem Jungen oder Mann ein Großteil der Nervenendigungen des Penis insgesamt und darüber hinaus fast alle der besonders empfindlichen niedrigschwelligen spezialisierten Nervenendigungen irreversibel entfernt (amputiert). Die empfindlichsten Regionen des unbeschnittenen Penis also sind durch die Beschneidung entfernt (amputiert) worden.

Anatomisch kundige und zugleich mutige Mitbürger vergleichen die männliche Beschneidung (MGM) im Hinblick auf die lebenslange sensitive Zerstörung mit einer FGM Typ Ib (teilweise oder gänzliche Amputation der Klitoris). Daher Schluss mit der Bagatellisierung der Zirkumzision, wie sie etwa durch Fokussierung auf das Nebenthema operative Komplikationen geschieht. Schluss auch mit dem Aushandeln von Altersgrenzen der Einwilligungsfähigkeit (genital autonomy), denn völlig altersgemäß kann auch der männliche Jugendliche die lebenslangen Beschneidungsfolgen für Sexualität und Partnerschaft nicht einschätzen und ist damit schlicht nicht einwilligungsfähig. Der Junge braucht anatomisch faktenbasierte Beratung und bis zum Alter von 18 Jahren ein unversehrtes Geschlechtsorgan (genital intactness).

Leider erleben wir zur Jungenbeschneidung eine veritable Pressezensur und auch im Bundestag kamen 2012 die – allen damaligen Entscheidungsträgern vorliegenden! – anatomisch korrekten Fakten zu Präputium und Zirkumzision nicht zur Sprache (wurden im Plenarsaal nicht hörbar, stehen nicht im Bundestagsprotokoll).

Der verfassungswidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum richtigen Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben und eindeutiger formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (khitan al-inath, sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Karl-Peter Ringel / Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden.

Fassen wir uns kurz. Ob Junge oder Mädchen, Mann oder Frau:

Keine Beschneidung unter achtzehn.

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

Abrechnungsbetrug bei Beschneidungen. Arne Meyer, NDR Info.

http://www.ndr.de/nachrichten/Abrechnungsbetrug-bei-Beschneidungen,rueckzahlungen100.html

Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. Sorrells ML, Snyder JL, Reiss MD, Eden C, Milos MF, Wilcox N, Van Howe RS.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17378847

Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark. Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk.

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

The Development of Retractile Foreskin in the Child and Adolescent. A guidance for healthcare providers from Doctors Opposing Circumcision.

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/info/retraction.html

Universal Declaration on Circumcision, Excision, and Incision. Submitted to the General Assembly, The First International Symposium on Circumcision, March 1-3, 1989, Anaheim, California by James W. Prescott, Ph.D. which was passed unanimously. The substance of the above resolution was also passed unanimously at the 1988 Annual Meeting of the The Humanist Fellowship of San Diego.

http://montagunocircpetition.org/univ_declaration.pg

THE ASHLEY MONTAGU RESOLUTION TO END THE GENITAL MUTILATION OF CHILDREN WORLDWIDE. A Petition To The World Court, the Hague. James W. Prescott, Ph. D. Adopted by the Fourth International Symposium on Sexual Mutilations, University of Lausanne, Lausanne, Switzerland, August 9-11, 1996.

http://montagunocircpetition.org/montagu_resolution.pg

§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung. Karl-Peter Ringel, M.D. / Ph.D., Ass. jur. Kathrin Meyer. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Interdisziplinäres Zentrum Medizin-Ethik-Recht (MER), Halle (Saale) 2014.

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Hannover 2014 Band I: Gutachten / Teil C: Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft. Tatjana Hörnle.

http://www.beck-shop.de/Deutscher-Juristentag-djt-Verhandlungen-70-Deutschen-Juristentages-Hannover-2014-Band-I-Gutachten-Teil-C-Kultur-Religion-Strafre/productview.aspx?product=13174204

Arne Meyer, NDR Info

https://www.ndr.de/info/wir_ueber_uns/meyer502.html

Sapere audete, Feministinnen, wagt es weise zu sein

März 1, 2015

Offener Brief an EMMA. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy am 26.02.2015

In der Ausgabe März / April 2015, die am 26.02.2015 erschienen ist, titelt Deutschlands bekannteste feministische Zeitschrift:

Wir wollen einen aufgeklärten, modernen Islam

„Wir“, das können Leser gleich auf den Fotos auf dem Cover erkennen, ist eine Gruppe von 19 teilweise prominenten Frauen und Männern mit einem „muslimischen Hintergrund“ (EMMA), die als Künstler, Schauspieler, Politiker oder Wissenschaftler tätig sind, fast ausschließlich schon als Kinder mit ihren Eltern eingewandert sind und denen zwei Fragen gestellt wurden:

EMMA macht eine Umfrage bei etwa einem Dutzend fortschrittlicher Frauen und Männer in Deutschland aus dem muslimischen Kulturkreis. Wir wollen damit dazu beitragen, dass der „Dialog“ zwischen Politik und MuslimInnen nicht länger auf muslimische Organisationen beschränkt bleibt, in denen nur Minderheiten organisiert sind, sondern dass dieser Dialog auch mit der Mehrheit der demokratischen MuslimInnen geführt wird. Dafür steht eine Stimme wie die Ihre.

Wir würden uns darum sehr freuen, wenn Sie uns bis spätestens 26. Januar (gerne früher) auf die zwei folgenden Fragen antworten:

1. Kanzlerin Merkel hat erklärt: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Stimmen Sie dem zu?

2. Welche Rolle sollten MuslimInnen in Deutschland bei dem Schulterschluss von DemokratInnen aller Provenienzen gegen den Islamismus in Deutschland und die Terrorismusgefahr jetzt spielen?

Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass Ihre Antworten auf gesamt ca. 1.200 Zeichen (also 20 Zeilen à 60 Anschläge) begrenzt sein müssen. Außerdem benötigen wir ein, zwei rechtefreie Fotos. Und: Lassen Sie uns bitte baldmöglichst wissen, ob Sie an unserer Umfrage teilnehmen – was wir hoffen!

Mit freundlichen Grüßen

EMMA Redaktion

Aus den Antworten auf die beiden verkürzenden und manipulierenden Fragen (welchen Islam meint die Kanzlerin, ist der „Schulterschluss“ von Demokraten denn wirklich von jedem der Interviewpartner gewollt? Niemand wird es wagen, den Schulterschluss mit „DemokratInnen“ abzulehnen) scheint die Redaktion erschließen zu können, dass die Befragten erstens den Islam für reformierbar halten und eine solche kulturell modern ausgelegte Interpretation organisierbar ist und zweitens einen solchen aufgeklärten Islam befürworten und gesellschaftlich anerkannt sehen wollen.

Ein derartig dezidiertes Statement können wir jedoch keiner einzigen Stellungnahme entnehmen. Wir könnten uns deshalb vorstellen, dass sich beispielsweise Shahin Najafi nach Veröffentlichung seiner Ansichten überrumpelt fühlt und, konkret auf die Titelthese angesprochen, nicht zugestimmt hätte. Die Headline suggeriert bei allen Befragten jedoch einen anderen Eindruck. Gegen den verfolgten und 2005 aus dem Iran nach Deutschland geflüchteten Rapper wurde 2012 eine Todesfatwa ausgesprochen. Najafi weiß aus eigener Erfahrung, dass die Schöpfungs-, Rechts- und Lebensordnung Allahs kritiklose Unterwerfung fordert, keine Aufklärung und Reform zulässt und jeden Andersdenkenden unterdrückt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Shahin_Najafi

EMMA, die sich selbst politisches Magazin für Menschen nennt, Chefredakteurin seit Gründung 1977 ist immer noch Alice Schwarzer, gliedert sich, bekräftigt durch das Editorial von Deutschlands Oberfeministin Alice, mit dieser Titelstory wieder einmal profillos in die Reihe der Islamverklärer ein, welche die Bürger für dumm verkaufen und ihnen weismachen möchten, es gäbe den guten Islam und den bösen Islamismus und man dürfe die vielen individuellen Möglichkeiten den Islam zu leben, auf gar keinen Fall verallgemeinern. Bereits das anschließende zweiseitige Interview mit Necla Kelek widerspricht dieser Intention allerdings diametral und auch der Bericht über Raif Badawi im selben Heft stellt eine ganz andere Realität dar.

Die EMMA-Islamreform, wohl wenig zufällig kurz vor dem Internationalen Frauentag angesetzt, kann nicht funktionieren, denn die Welt-, Gesellschafts- und Wohlverhaltensordnung Allahs fordert die kritiklose Unterwerfung einer jeden Muslima, eines jeden Muslims, ihres oder seines gesamten Tagesablaufs sowie des gesamten Denkens, Redens und Handelns und bedroht alle Andersdenkenden mit irdischem Strafgericht und ewigen Höllenqualen. Dem saudi-arabischen Blogger Badawi brachte die veröffentlichte Ansicht, dass Muslime, Juden und Christen gleiche Rechte haben sowie die Kritik an der Macht des Klerus zunächst die Todesstrafe ein, die auf insgesamt 1000 Peitschenhiebe abgemildert wurde, was jedoch im Prinzip ebenso tödlich sein kann, wenn diese Körperstrafe tatsächlich vollzogen wird. Überlebt er, addieren sich noch zehn Jahre Gefängnis und 200.000 € Geldstrafe hinzu.

Auch hier in Deutschland, im ausdünnenden freiheitlich demokratischen Rechtsstaat, werden Islamkritiker diffamiert und durch Islamverbände sowie Angehörige der politischen und gesellschaftlichen Eliten und deren Anhänger diskreditiert, von der Karriereleiter gedrängt und zum Schweigen gebracht. Diese Erfahrung hat beispielsweise Soziologin und Autorin Necla Kelek, Teilnehmerin der ersten Runde der vom damaligen Innenminister Schäuble initiierten unsäglichen Deutschen Islamkonferenz, seit etwa zehn Jahren immer wieder machen müssen.

Islamkonferenz: Sie wollen ein anderes Deutschland

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/islamkonferenz-sie-wollen-ein-anderes-deutschland-1512019.html

Necla Kelek: Ein Verstoß gegen die Menschenwürde!

http://www.emma.de/artikel/necla-kelek-ein-verstoss-gegen-die-menschenwuerde-264110

Man darf darauf gespannt sein, wie die Mainstream-Presse und die Republik auf Keleks Aussage: „Der Islam, so wie er sich heute darstellt, kann nicht Teil einer freiheitlichen Gesellschaft sein!“, reagiert.

Der an seiner Morallehre und Rechtsordnung (Scharia) sowie Jurisprudenz (Fiqh) festhaltende Islam ist also weder in seiner Theorie bzw. Theologie reformierbar, noch erkennt er die allgemeinen Menschenrechte an. Es ist die moralische Bankrotterklärung einer mit frauenrechtspolitischem Anspruch gegründeten Zeitschrift, wenn dieser grundgesetzwidrige authentische Islam verharmlost und verkitscht wird, weil es das Staatsziel der Gleichberechtigung von Mann und Frau untergräbt.

EMMA wurde 1977 gegründet, zwei Jahre vor der Islamischen Revolution, die aus dem Iran eine die ganze Bevölkerung und vor allem die Frauen unterdrückende religiöse Diktatur machte. Fast 40 Jahre lang haben Alice Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen es versäumt, den Islam und die Scharia zu kritisieren oder auch nur gründlich darzustellen. Mittlerweile macht man es die EMMA-Redaktion wie viele unserer Politiker, schon 2011 unterschied Alice Schwarzer als Mercator-Professorin zwischen einem guten Islam und einem bösen Islamismus:

„Für mich ist auch der Islam nicht gleichzusetzen mit dem Islamismus, ganz im Gegenteil. … EMMA [hat] nicht aufgehört, über die Gefahr des Islamismus zu berichten und vor den Folgen zu warnen. … ihr wahres Motiv ist nicht der Glaube, es ist die Macht.“

https://www.uni-due.de/imperia/md/content/dokumente/mercatorprofessur/mp_2010_schwarzer.pdf

Das ist nicht richtig. Man kann den Machtanspruch der religiösen Bewegung von Islamaktivisten wie Hasan al-Banna oder Sayyid Qutb in Ägypten, Maududi in Pakistan oder Chomeini im Iran nicht reformieren, ohne die theokratische Weltanschauung des Islam anzugreifen. Der Islam ist eine dezidiert antisäkulare, menschenrechtswidrige und frauenfeindliche Ideologie und Lebenspraxis, die eben keine Trennung zwischen Privatleben, Politik und Seelenrettung duldet. Die demokratiefeindliche islamische Bewegung will die Herrschaft der männlichen Muslime über die Nichtmuslime und über alle Frauen in die Zukunft führen. Eine misogyne Gottesherrschaft kann in einer menschenfreundlichen Welt aber keinen Platz haben. Offensichtlich ist Alice Schwarzer dem Vernunftargument der Soziologin Dr. Kelek: „Der Islamismus ist eine Zuspitzung des Islam, aber nicht von ihm getrennt“, nachzulesen auf Seite 27 in der aktuellen EMMA, nicht zugänglich.

Mittlerweile ist es jedoch selbst in Ländern wie der Türkei oder Tunesien risikoreich, öffentlich etwas gegen den Islam zu sagen und in Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia oder im Iran droht nicht den Islamismuskritikern, sondern den Islamkritikern die Todesstrafe. Wenn wir jetzt auch in Deutschland anfangen, nur den Islamismus als problematisch, den Islam hingegen als frauenfreundlich bzw. menschenfreundlich sowie grundgesetz- und demokratietauglich schönzulügen, dann machen wir uns ohne Not auch zum Handlanger der Schariagelehrten und Islamfunktionäre, die bei sich jede Kritik an der Religion kriminalisieren und schwer bestrafen, die mit dem Koran in der Hand die Kunst, die Karikatur und die Pressefreiheit unterdrücken und die uns ihre Regeln aufzwingen wollen.

Aiman Mazyek beispielsweise kritisiert nur die „missbräuchlich“ eingesetzte islamische Gewalt, schließt er die Feldzüge des Propheten und die alltäglichen saudi-arabischen oder iranischen Hinrichtungen dabei aus? Auch zu den Verhaftungen islamkritischer Blogger in Bangladesch schweigt der ZMD-Vorsitzende:

„Wir stehen heute an der Seite der Opfer, wir möchten unsere Stimme erheben“, so Mazyek. „Und wir wollen nicht schweigen, wenn Gewalt stattfindet – im Namen unserer Religion missbräuchlich eingesetzt.“

http://www.wdr2.de/aktuell/aktionstagmuslime100.html

Diese Spitzenfunktionäre bemühen sich, den Islam als gerecht, frauenfreundlich, kulturell modern und als mit den Menschenrechten vereinbar schönzureden. Wie würden sie auf folgende Schreckensnachricht aus dem Iran reagieren, dass ein dreißigjähriger Mann, Soheil Arabi, verheiratet und Vater eines fünfjährigen Kindes, der 2013 verhaftet wurde und bereits seit fast einem Jahr im Gefängnis sitzt, nun wegen der selben Tat gleichzeitig von zwei verschiedenen Gerichten verurteilt wurde, einmal wegen des Bloggens einiger islamkritischer Texte, das brachte ihm drei Jahre Gefängnis ein, in einem anderen Gericht in Teheran verhängte Richter Khorasani gegen ihn wegen Lästerung des Propheten Mohammed die Todesstrafe. Was würden die Herren Mazyek, Alboğa, Pürlü oder Kızılkaya sagen, wenn sie um eine Stellungnahme zum Fall Arabi gebeten würden? … Islamkritiker drohen umgebracht zu werden, weil sich gottesfürchtige Mitmenschen beleidigt fühlen.

(aus dem offenen Brief eines Mitglieds des Zentralrats der Ex-Muslime an den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland, 04.09.2014)

https://de-de.facebook.com/mina.ahadi.50/posts/10203957315484672

Bekir Alboğa [DITIB] sagt: „Alle, die an diesem Tisch sitzen, verteidigen die Presse- und die Meinungsfreiheit. Wir wollen aber auch respektiert werden. Auf Provokationen müsste man verzichten. Wir lieben unseren Propheten.“ Eine Diskussion über die Position der Verbände zu den Karikaturen halte er derzeit nicht für „förderlich“.

Quelle: Jannis Brühl („Wir haben uns sehr stark gefühlt. Bis Mittwoch.“), Süddeutsche, 09.01.2015

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-muslime-und-der-anschlag-auf-charlie-hebdo-wir-haben-uns-sehr-stark-gefuehlt-bis-mittwoch-1.2297369

Murat Gümüş, stellvertretender Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş [IGMG], schränkt noch weiter ein. Für ihn ist eine karikaturistische, teilweise beschimpfende Darstellung des Propheten inakzeptabel.

Quelle: Matthias von Hein (Muslime setzen Zeichen gegen Terror), Deutsche Welle, 09.01.2015

http://www.dw.de/muslime-setzen-zeichen-gegen-terror/a-18182489

Und noch an einer zweiten Stelle irrt sich die EMMA-Gründerin, der Zwang zum Schleier (Hidschab) ist nicht erst 36, sondern mehr als tausend Jahre alt:

„Erst seit dem Sieg des iranischen Gottesstaates im Jahr 1979 ist das Kopftuch das Symbol und die Flagge der Islamisten, des politisierten Islam“

Soweit Alice Schwarzer.

In Band Zwölf der Wiederbelebung der Wissenschaften des Glaubens, Das Buch der Ehe, stellt Imam al-Ghazali fest:

Gott hat nämlich die Frau in die Hand des Mannes gegeben. … Denn dem Mann kommt es zu, Führer zu sein und nicht geführt zu werden. Die Natur der Frau ist wie deine eigene böse Natur … gegenwärtig ist es einer ehrbaren Frau erlaubt, mit Einwilligung ihres Mannes auszugehen, sicherer aber ist es, wenn sie zuhause bleibt. Auch soll sie nicht ohne wichtigen Grund ausgehen … Liegt aber die Widersetzlichkeit auf seiten der Frau, dann gilt: “Die Männer sind gesetzt über die Frauen” (Sure 4, 34). Der Mann soll in diesem Fall die Frau strafen und mit Gewalt zum Gehorsam zurückbringen. … Alles, was hierüber zu sagen ist, ist in dem Satz enthalten, dass die Heirat eine Art Sklaverei ist und dass die Frau die Sklavin des Mannes ist. Deshalb hat sie ihm unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen, in dem was er von ihr und in bezug auf sie selbst verlangt, vorausgesetzt, dass es nichts Sündhaftes ist. … Der Hochgebenedeite sagte ferner: “Die Frau steht dann Gott am nächsten, wenn sie im Innern ihres Hauses weilt”

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Ghaz%C4%81l%C4%AB

Die Frau muss den Hidschab und eigentlich sogar den Niqab tragen, wie der im Jahr 1111 d. Z. verstorbene al-Ghazali offenbar voraussetzt, denn nicht nur am Gesicht, sondern auch an der Stimme darf die Allah und ihrem Ehemann Gehorsame nicht erkannt werden. Öffentlich zu sprechen muss die Muslima in jedem Fall vermeiden. Eigene Übersetzung aus dem auch Frau Schwarzer vertrauten Französischen:

Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen, muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen. … Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte. … Sie muss darum besorgt sein, die sexuellen Bedürfnisse ihres Ehemannes in jedem Augenblick zufriedenzustellen.

Elle doit rester au foyer et filer la laine. Elle ne doit pas sortir trop souvent. Elle doit être ignorante, ne doit pas être sociable avec ses voisins et ne doit leur rendre visite que si c’est absolument nécessaire. Elle doit prendre soin de son mari et doit lui témoigner du respect, en sa présence comme en son absence. Elle doit essayer de le satisfaire en toutes choses. Elle ne doit pas essayer de le tromper, ni de lui extorquer de l’argent. Elle ne doit pas quitter sa maison sans la permission de son mari … Elle devra revêtir de vieux vêtements et emprunter des rues désertes. Elle devra éviter les marchés publics et s’assurer que nul ne puisse identifier sa voix et la reconnaître. Elle ne doit pas adresser la parole à un ami de son mari, même si elle a besoin de son assistance. … Elle aura toujours souci de pouvoir satisfaire à tout moment les besoins sexuels de son époux.

aus: Revivification des sciences de la religion, cité par Ghassan Ascha, Du statut inférieur de la femme en Islam, l’Harmattan, Paris 1987, p. 41.

http://www.denistouret.fr/textes/al_Ghazali_Algazel.html

Der Doppelstandort der Universitäten Münster/Osnabrück ist neben Tübingen, Frankfurt/Gießen und Erlangen/Nürnberg eines von bundesweit vier Zentren der islamischen hochschulischen Ausbildung, die seit 2012 vom Bundesbildungsministerium finanziell gefördert werden. Die Universität zu Osnabrück feierte im Oktober 2011 den frauenfeindlichen mittelalterlichen Islamgelehrten:

900 Jahre al-Ġazālī im Spiegel der islamischen Wissenschaften – Perspektiven für eine Islamische Theologie in Deutschland.

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/

Nein Frau Schwarzer, der Islam war von Anfang an gerade keine private, sondern eine politisierte Religion, eine Trennung zwischen der versprochenen Rettung vor dem Höllenfeuer und der irdischen Herrschaft Mohammeds bestand ja gerade nicht.

Statt für die Unverhandelbarkeit und weltweite Gültigkeit der allgemeinen Menschenrechte (AEMR) einzutreten, bezeichnet sich Alice Schwarzer als: „Mensch aus dem christlichen Kulturkreis“. Unsere Menschenrechte sind aber nicht in einem sogenannten Kulturkreis gültig, sondern universell. Für freiheitliche oder moderne Menschen sollte es selbstverständlich sein, die Menschen nicht in Kulturen oder Kulturkreise einzuteilen, was stets die Rechtsspaltung nach sich zieht.

Auch über die Islamkonferenz hat Deutschlands Regierung mit den Eliten fundamentalistischer Organisationen zusammengearbeitet. Die Bewegung für immer mehr Schariatheorie und Schariagehorsam hat auch in Deutschland schon viel Einfluss und Macht. Umso wichtiger wäre es, Pseudoaufklärer wie Aygül Özkan, Lamya Kaddor oder Mouhanad Khorchide zu enttarnen.

Zu Özkan:

Im Juli 2010 wurden Pläne Özkans für eine „Mediencharta für Niedersachsen“ bekannt. In dieser sollten sich Journalisten verpflichten zu einer „kultursensiblen“ Sprache. Özkan wollte die „kultursensible“ Pressezensur:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zensurvorwurf-in-niedersachsen-ministerin-oezkan-will-medien-auf-kurs-bringen-a-708168.html

Nach Einschätzung des Arbeitsrechtlers Otto Ernst Kempen habe Aygül Özkan 2008 „Arbeitsverhältnisse am Rande der Legalität“ geschaffen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-ministerin-tnt-betriebsrat-droht-oezkan-mit-rechtlichen-schritten-a-693789.html

Zu Kaddor:

Lamya Kaddor: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“.

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

Fünf Schüler des Projekts „Islamkunde in deutscher Sprache“ zogen als Freiwillige für den Dschihad nach Syrien, was Lamya Kaddor bedingt als persönliche Niederlage empfand.

http://www.zeit.de/politik/2013-05/extremismus-dschihad-syrien-schueler-lamya-kaddor

David Harnasch (Blind und taub in der Kulturzeit) betrachtet den Bericht über Lamya Kaddors Religionsunterricht. „Eine derart krasse Ton-Bild-Schere wie in der Montagsfolge habe ich noch nie gesehen.“

https://www.youtube.com/watch?v=mwWXelF_uOY

Zu Khorchide. Die islamkritische Studentengruppe FREE MINDS bezeichnete Khorchides Wirkungsstätte, der dort am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) die künftigen Lehrer für den bekennenden Islamunterricht ausbildet, als Zentrum für märchenhafte Schönfärberei:

Free Minds Münster ist eine Gruppe von emanzipierten Studentinnen mit muslimischem Hintergrund. Sie verfolgen seit Jahren die von oben beschlossene Politik im Umgang mit dem Islam mit großer Sorge und vertreten eine ganz klare Position:

»Der Islam ist nicht mehr als eine Religion. Obendrein eine, die sehr viele Probleme macht. Vor allem für Mädchen und Frauen bedeutet er Unterdrückung und Unterordnung. Die Universität Münster unterbindet jede Form der Islamkritik. Und versucht sie in die Ecke des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit zu stellen. Sie will nicht verstehen, dass es Opfer gibt, die diese Religion am laufenden Band produziert. Wer gegen jegliche Diskriminierung und Ausgrenzung ist, sich für Menschen- und Freiheitsrechte stark macht, darf diese Opfer nicht verschweigen. Während muslimische Gläubige, immer mehr Gebetsräume im öffentlichen Raum der Uni beantragen und genehmigt bekommen, werden die Aufklärungsarbeiten von Free Minds mit aller Entschiedenheit von den Verantwortlichen der Uni Münster ausgegrenzt und stigmatisiert.«

• Im Sommersemester 2010 wurde ein von Free Minds initiiertes Proseminar zum Thema Selbstbestimmungsrecht und Emanzipation von Mädchen und Frauen im Islam willkürlich aus dem Vorlesungsverzeichnis der Universität gestrichen.

• Während der Protestaktion von Free Minds am 30.10.2012 im Rahmen der Eröffnungsfeier des Zentrums für Islamische Theologie hat die Uni Rektorin nochmals den Ausgrenzungswillen deutlich gemacht und gezeigt, dass die Aufklärungsarbeiten von Free Minds in der Uni Münster unerwünscht sind und nicht geduldet werden.

• Professor Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, hat Free Minds ein fragwürdiges Gesprächsangebot unterbreitet, ohne auf die zentralen Kritikpunkte von Free Minds inhaltlich einzugehen.

• Der Sprecher der Universität, Norbert Robers, diffamierte Free Minds als “selbst ernannte Freigeister” in der Universitätszeitung (Ausgabe vom November 2012) und auch er weigerte sich inhaltlich auf die Kritikpunkte und Aufklärungsarbeiten einzugehen.

Während der jahrelangen und offenen Ausgrenzung und Stigmatisierung von Free Minds durch die Universitätsleitung betonen die betroffenen Frauen und Sympathisanten:

»Islamkritik darf kein Tabuthema sein. Vor allem sollte eine Hochschule nicht unfair gegenüber betroffenen Frauen reagieren, die mit dem islamischen Glauben gebrochen haben, nun verfolgt werden und daher ein anonymes Leben führen müssen. Sie auszugrenzen und zu stigmatisieren, ist kein gutes Zeichen. Dem organisierten Islam in der Universität einen gänzlich kritikfreien Raum zu gewähren, ist besorgniserregend.«

Wer steckt hinter Free Minds?

Free Minds ist eine Initiative von muslimischen und nichtmuslimischen Frauen und Männern, die eine direkte Berührung zum gelebten Islam (gehabt) haben und wissen, welche Gefahren, Repressionen und Einschränkungen auf MuslimInnEn im Namen des Islams ausgeübt werden. Geleitet von universalen Prinzipien der Aufklärung, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte wünschen sich die InitiatorInnEn die Öffnung und Demokratisierung von geschlossenen, muslimischen Kreisen, in denen Menschen sowohl körperlich als auch seelisch gefangen sind.

Was sind die Ziele der Initiative Free Minds?

Die Initiative Free Minds möchte herrschende Tabus, die aus geschlossenen muslimischen Kreisen bekannt sind, brechen und sich zum Beispiel gegen den Polit-Islam – d.h. den machtpolitischen und wirtschaftlichen Missbrauch des Islam – einsetzen. Wichtigstes Ziel ist die geistige, körperliche und seelische Befreiung des einzelnen von Zwängen und Einschränkungen, die im Namen des Islam ausgeübt werden. Es geht nicht darum, die existierende gesellschaftliche und politische Diskriminierung von einzelnen MuslimInnen zu forcieren, sondern den geschlossenen Kreis zu öffnen, die herrschenden Regeln transparent zu machen und im inneren Geschehen undemokratische Tendenzen – selbstverständlich auf aufklärerischer und emanzipatorischer Art und Weise – aufzuheben. Letztlich möchte Free Minds auch emanzipierte, freiheits- und demokratieliebende Personen zu einem regen Erfahrungsaustausch und gemeinsamer und demokratischer Meinungsbildung zusammenbringen. Kritische Reflexion, eigene Meinung, Theorienbildung und -überprüfung, Äußerung von Wünschen, Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung werden ausdrücklich erwünscht. Niemand kann einem anderen Menschen seinen Glauben aufzwingen oder absprechen!

http://www.cileli.de/2013/01/mit-herz-und-verstand-free-minds/

Noch zu Khorchide.

Während es der deutschen Presse kaum einmal gelingt, frauenrechtlich und allgemein menschenrechtlich relevante Fakten über den Islam zu publizieren, kooperiert der als modern gelobte Professor Khorchide, heute ebenfalls von EMMA interviewt, mit der Kairoer al-Azhar. Dort, an der für sunnitische Muslime aller Welt eigentlich bedeutendsten Lehrstätte, unterrichtet man die ewige Scharia und denkt gar nicht an Reform.

http://www.uni-muenster.de/ZIT/Aktuelles/2012/aktuelles_2012_al_azhar.html

Die Azhar

http://de.wikipedia.org/wiki/Azhar_(%C3%84gypten)

Selbst die Universität Paderborn hat keine Berührungsängste, mit den Mullahs von Ghom (Qom) im Iran zusammenzuarbeiten. Diese legitimieren die grausame Diktatur des jetzigen iranischen Regimes religiös.

http://www2.uni-paderborn.de/mitteilung/132772/

Die Menschen spüren es doch längst auch hierzulande: die global agitierende Bewegung für eine Lebensführung und Gesellschaftsform nach Koran und Sunna bekämpft die universellen Menschenrechte und ist eine Gefahr für die freiheitliche Demokratie. Wir protestieren insbesondere gegen die Einschüchterung, Terrorisierung und Frauenrechtsverletzung der islamischen Radikalen.

Eine Reform des Islam ist nicht möglich, denn welche Koranverse (Suren) die anderen aufheben (abrogieren) ist beschlossene Sache, welche islamische Überlieferung (Hadith) als verbindlich anzuerkennen ist, wurde ebenfalls vor Jahrhunderten festgelegt und die privat wie politisch maßgeblichen Koraninterpretationen (Tafsir) sind auch längst geschrieben.

Auch mit Qiyas (korankompatibler Analogieschluss), Idschma (schariakonformer Konsenus) oder Idschtihad (sogenannte freie Islamauslegung in den von Allah gesetzten Grenzen) wird man nie bei der Gleichberechtigung von Muslim und Nichtmuslim oder Mann und Frau ankommen.

Deutschland hätte eine Debatte über die totalitäre Scharia und überhaupt eine Islamdebatte gebraucht. Doch die, obwohl beispielsweise 2012 auf dem sogenannten Dialog über Deutschlands Zukunft gefordert, wurde von Bundeskanzlerin Merkel („Ich teile Ihre These nicht“) eilig abgewürgt.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wie-merkel-mit-den-buergern-diskutiert-a-842305.html

Auch die Diskussion über die Jungenbeschneidung hatte Merkel 2012 mit dem Reden von der „Komikernation“ erfolgreich verhindert.

Nicht nur die Beschneidung der Jungen, sondern auch der Mädchen ist im Islam erwünscht oder sogar verpflichtend, etwa den Muftis und Scheichen in Indonesien und Malaysia. Die Legalisierung bestimmter Formen der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) ist leider in die Nähe gerückt, zum Deutschen Juristentag Hannover 2014 hat Gutachterin Tatjana Hörnle darüber nachgedacht und Alice Schwarzer oder die EMMA sagen zur islamischen FGM gar nichts, sondern loben den angeblich barmherzigen oder jedenfalls erneuerbaren Islam. Wenn im Januar 2015 die amtierende Bundeskanzlerin den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff mit: „der Islam gehört zu Deutschland“ zitiert, gehört dann, sehr geehrte Frau Dr. Merkel, auch die Mädchenbeschneidung zu Deutschland?

Dr. Tatjana Hörnle: Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Hannover 2014 Band I: Gutachten / Teil C: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft

http://www.beck-shop.de/fachbuch/inhaltsverzeichnis/Deutscher-Juristentag-djt-Kultur-Religion-Strafrecht-Neue-Herausforderungen-Gesellschaft-9783406662331_1806201406153194_ihv.pdf

Mark A. Zöller: „rein symbolische Bagatellverletzungen“

https://books.google.de/books?id=TSPoBQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Sobald man hier vom humanen Islam redet, liefern wir die Menschen an anderen Orten oder in unseren fundamentalistisch geprägten Familien und Straßenzügen der Doktrin der Scharia aus. Statt, wie eigentlich angebracht, als Feministin gegen die islamischen Verhaltensvorschriften zu protestieren, möchte man den Koran besser verstehen?! Wir haben es doch nun global vielfach erlebt, sobald jemand etwas gegen die Scharia sagt, bekommt er Morddrohungen oder wird gleich umgebracht. Was also soll das heutige Gerede der EMMA von der Islamreform? Merkel ist Kanzlerin für alle Bürger und nicht dazu gewählt worden, zu beschließen, ob eine Religion zu Deutschland gehört.

Auch die leider üblich gewordene Einschüchterung, nicht zwischen Menschen (Muslime) und Ideologie (Islam) unterscheiden zu dürfen, muss uns unbeeindruckt lassen. Doch hätte Merkel im Januar 2015 nur die Menschen willkommen heißen und vor falschen Verdächtigungen schützen dürfen, nicht die Glaubenslehre. Zu sagen: „Als Bundeskanzlerin nehme ich die Muslime dagegen in Schutz, und das tun wir in diesem Hause alle“, steht ihr zu, doch die namentlich nicht genannten, aber offensichtlich sehr mächtigen islamischen Himmelswächter geradezu anzuflehen, den in erheblichem Maße auch zur Gewalt aufrufenden Islam zu verbessern („Ich halte eine Klärung dieser Fragen durch die Geistlichkeit des Islams für wichtig. Und ich halte sie für dringlich“), ist nicht ihre Amtsaufgabe.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article136421455/Die-Scharia-steht-nicht-ueber-dem-Grundgesetz.html

Was wir dagegen brauchen, ist Aufklärung über den Islam und faktenbasierte, wissenschaftliche Diskussion zum Islam. Eben keinen Dialog, der definitionsgemäß immer auf einen Kompromiss hinausläuft. Als Sozialarbeiter und Sozialpädagogen aus der Integrationsarbeit haben wir gar keine Lust, das Grundgesetz einzuschränken, um dem Islam und der Scharia Platz zu schaffen. Kein weiterer, nun einmal feministisch inspirierter Bürgerdialog, keine neue Verharmlosungskampagne. Es reicht.

Statt uns den Islam schönzumalen, lese man als EMMA-Redakteurin bei Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Gabi Schmidt und Edward von Roy

Rückblick auf den Diskussionsabend über die Kinderbeschneidung

März 7, 2014

Gegen Verstümmelung nicht einwilligungsfähiger

und nicht urteilsfähiger Kinder unter achtzehn Jahren

Köln 2014

Zum 14.02.2014 hatten der Zentralrat der Ex-Muslime und das Aktionsbündnis Eltern gegen Kinderbeschneidung ins Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln geladen, um über die Entwicklungen im Kampf gegen die Verstümmelung von Jungen zu berichten, einen schädigenden, grausamen Brauch, gegen den sich nicht nur in Deutschland und Europa sondern weltweit, auch in den islamisch geprägten Ländern und in Israel Widerstand organisiert.

Mina Ahadi eröffnete den Abend indem sie die Initiative Eltern gegen Kinderbeschneidung vorstellte. Sie stellte klar, dass Eltern ihrem Kind nicht schaden und nicht weh tun wollen, sondern es beschneiden, weil sie davon überzeugt sind ihm Gutes zu tun. Sie glauben den Ärzten, die behaupten, dass die Beschneidung gegen AIDS, Krebs und andere Krankheiten helfen würde, in Wirklichkeit ist die vorbeugende Wirkung der Genitalverstümmelung bei Jungen widerlegt. Tatsächlich ist die Operation jedoch ein gutes Geschäft und wird deshalb von Medizinern und Wissenschaftlern empfohlen.

Deutlich kritisierte die Referentin die Befürworter und Propagandisten des grausamen Brauchs unter den Kulturrelativisten, die sich Hand in Hand mit den christlichen Kirchen, orthodoxen jüdischen und islamischen Organisationen für die Religionsfreiheit der Eltern und deren Recht auf religiöse Erziehung oder gar für die Wahlfreiheit der in diesem Punkt keinesfalls einsichts- und urteilsfähigen älteren minderjährigen Jungen unter achtzehn Jahren einsetzen. So haben beispielsweise jüdische Funktionäre und Geistliche eine Anhörung im Europarat initiiert, um die Jungenbeschneidung auf dem ganzen Kontinent ausdrücklich zu legalisieren.

In den USA besteht große Nachfrage an Vorhäuten seitens einer Reihe von privatwirtschaftlichen Unternehmen, und das Marketing um die Vorhäute von Kindern und Säuglingen ist zu einem einträglichen Wirtschaftszweig erwachsen mit einem jährlichen Umsatz in mehrstelliger Millionen-Höhe. So nutzen Pharmazie- und Kosmetikunternehmen die menschliche Vorhaut von Kindern als Forschungsmaterial. Unternehmen wie Tissue Sciences, Organogenesis und BioSurface Technology nutzen die Kindervorhaut als Rohmaterial für eine Art atmungsfähige Bandage.

Hodges, „Short History of the Institutionalization of Involuntary Sexual Mutilation in the United States,“ in G. C. Denniston and M. F. Milos, eds., Sexual Mutilations: A Human Tragedy (New York: Plenum Press, 1997), 35.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#Industrielle_Bedeutung_der_Zirkumzision

WASHINGTON (Reuters) – A new product made of human skin cells won FDA approval for use in treating certain kinds of wounds Tuesday [May 26, 1998].

The product, called Apligraf, is made of human skin cells mixed with collagen from cattle. It is made by Canton, Massachusetts-based Organogenesis.

http://umlingo.wozaonline.co.za/Foreskin+importance

Gewebe aus der Biofabrik gibt es mit dem Hautersatz Apligraf des Pharmakonzerns Novartis. … bei der Beschneidung amerikanischer Jungen

http://www.netdoktor.de/Magazin/Gewebe-aus-der-Biofabrik-2457.html

Gabi Schmidt versicherte zu Beginn ihres Vortrags ebenfalls, dass es ihr keinesfalls darum ginge Mütter und Väter zu verurteilen, die aus religiösen oder traditionellen Gründen ihre Kinder beschneiden lassen haben. Da nun aber deutlich geworden sei, wie schädlich und grausam dieses Ritual ist, muss das Brauchtum der männlichen Genitalverstümmelung abgeschafft werden.

Die Sozialpädagogin, die in einem gemeinnützigen Verein für Lern- und Sprachförderung arbeitet, wies auf die Verfassungsklage gegen das im Dezember 2012 vom Bundestag verabschiedete Beschneidungsgesetz § 1631d BGB hin, der auch deshalb grund- und menschenrechtswidrig ist, weil die Mädchenbeschneidung zwar gesetzlich verboten ist, die Eltern aber in die Verstümmelung ihres Sohnes einwilligen können.

Die Referentin wies darauf hin, dass diese Regelung dazu missbraucht werden könnte, eine mildere, medikalisierte Beschneidung von Mädchen doch zu erlauben. Sie betonte, dass auch die von Ärzten und in Krankenhäusern durchgeführte Mutilation von weiblichen und männlichen Genitalien eine Menschenrechtsverletzung und traumatisierende, mit vielen Komplikationen und unerwarteten Spätfolgen einhergehende Operation ist, die es weltweit zu verbieten gilt. Zum Beispiel verbluten Neugeborene aufgrund ihrer geringen Blutmenge und der praktischen saugfähigen Windeln sehr schnell und oft unbemerkt.

Besonderen Wert legte Frau Schmidt darauf, dass aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen nachzuweisen ist, dass beide Verstümmelungen, ob von Nichtmedizinern oder Ärzten durchgeführt, juristisch und von den lebensbedrohlichen und gesundheitsschädigenden Auswirkungen her durchaus miteinander vergleichbar sind. Sie plädierte daher dafür, den Begriff HGM, Human Genital Mutilation einzuführen.

Ich wusste, dass ich früher oder später beschnitten werden musste, aber trotzdem war ich überrascht und bedauerte den drohenden Verlust meiner Vorhaut, mit der ich vor meinen Freunden angegeben hatte. Ich fühlte mich anders, und auf dieses Privileg wollte ich nicht verzichten. Aber ich musste beschnitten werden. Es gab keinen Ausweg.

„K“ hatte immer Probleme beim Sex. Er konnte mit keiner Frau richtig schlafen. Der Sexualakt verwandelte sich für ihn stets in ein Höllenszenario. Immer, wenn er es wieder versuchte, ist er gescheitert. Er ist noch später beschnitten worden als ich, erst mit 13 Jahren. Zwei Jahre musste er nachbehandelt werden. Ein Stück der Vorhaut ist zurückgeblieben. Er musste erneut beschnitten werden, zweimal. Danach war die Wunde entzündet. Er litt auch beim Urinieren, ein Brennen hat ihn sein Leben lang begleitet. Es ist diese Angst, die wie ein Graveur seine Marke hinterließ, in seiner verstümmelten Seele.

Und es ist diese Angst, die bei ihm zu einer Art Kastration geführt hat. Dabei sprach „K“ nie von sich selbst. Er sprach natürlich im Namen von vielen beschnittenen Männern. Viele, die spät beschnitten worden sind, leiden unter dem gleichen Gefühl. Sie fühlen sich wie kastriert, weil sie mit eigenen Augen sehen mussten, wie man ihre männliche Zone verletzt, ja verstümmelt. Es ist ein nicht zu überwindendes Trauma bei vielen, über das sie nicht offen reden wollen/können/dürfen/sollen.

So diktiert es ihnen auf jeden Fall die herrschende Doppelmoral der Religion, seien sie Muslims, seien sie Juden. Deshalb reden sie weder über dieses Erlebnis noch über Sexualität. Früher musste man vier Frauen heiraten, um zu beweisen, dass man ein richtiger Mann ist. Heute entdeckte man die Waffe als Ersatz für seine kastrierte Sexualität. Gewalt und Sexualität gehören zusammen.

Najem Wali am 03.07.2012 in der taz

http://www.taz.de/!96617/

Edward von Roy berichtet, dass die Beschneidung der Genitalien des Jungen – ähnlich wie die vergleichbar zerstörerische Mädchenbeschneidung – in vielen Teilen der Welt eine sehr alte Überlieferung ist, von Afrika bis Südostasien. Vor vielen Jahrhunderten ist die verpflichtende Amputation der Penisvorhaut vom Judentum aufgenommen und später als islamische Pflicht angesehen worden. Zuletzt sickerte das uralte Verstümmelungsritual als angeblich gesundheitsförderliche Idee in den medizinischen Betrieb der englisch geprägten Länder ein, vor allem in die USA, verbreitete sich von dort bis nach Südkorea und wird inzwischen, wenig wissenschaftlich, als Anti-Aids-Kampagne mehreren afrikanischen Staaten empfohlen.

Längst kennt die Wissenschaft die gesundheitlich schädliche Wirkung der Beschneidung und die gegebene Irrelevanz im Hinblick auf HIV. Nicht abgeschnittene Vorhäute schützen vor AIDS, sondern Kondome und geändertes Sexualverhalten. Immer mehr Mütter und Väter entscheiden sich gegen die von der Tradition oder Religion geforderte Beschneidung. Es bleibt eine Menschheitsaufgabe, die Beschneidung der Jungen möglichst bald genau so erfolgreich abzuschaffen wie die Mädchenbeschneidung.

Aufklärungshumanisten wenden sich gegen jede medizinisch unnötige Operation. Das Jahr 2014 ist für Intaktivisten, die Anhänger der weltweiten Bewegung gegen die Beschneidung, ein stolzes Jubiläum, denn am 3. März jährt sich zum 25. Mal der erste Kongress der Beschneidungsgegner, das First Symposium of Circumcision. Die damals in Anaheim California entstandene Deklaration hat an ihrer Aktualität nichts verloren und wird inzwischen auch in Skandinavien immer mehr respektiert. Durch die Überzeugungsarbeit von Organisationen wie NOCIRC, Intact America, Doctors Opposing Circumcision oder ICGI ist es inzwischen in vielen US-amerikanischen Bundesstaaten gelungen, die Quote der beschnittenen männlichen Kinder stark abzusenken. Dieser Trend in Richtung Gesundheit aller Kinder hält an, ein ermutigendes Signal auch für Europa.

Leider werden immer noch 55 % der US-amerikanischen männlichen Säuglinge beschnitten, das sind pro Jahr 1,2 Millionen, von denen statistisch 117 Kinder sterben. Beim südafrikanischen Volk der Xhosa verbluten jährlich mehrere Dutzend Jungen im Alter von 15 oder 16 Jahren, eine Tatsache, so Edward von Roy, die auch den Europäern eine Warnung sein sollte, dass aufgrund des hohen Gruppenzwanges und der Verachtung aller Unbeschnittenen (als angeblich feige, unmännlich, schwul, gottlos oder ehrlos) auch hiesige Jugendliche aus traditionell beschneidenden Familien nicht in der Lage sein würden, zum Ritual Nein zu sagen. Der Staat muss deshalb der Beschneidung Minderjähriger, ob Mädchen oder Jungen, eine Grenze setzen, und zwar eine Null-Toleranz-Grenze.

Der Sozialarbeiter betont, dass ein höfliches Gerede von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gar nichts wert ist, wenn diese auf Kosten der genitalen Unversehrtheit (genital intactness) der Minderjährigen stattfinden darf. Der elfjährige Tahsin aus dem türkischen Keşan (KiKA 2014) hat zur Sünnet sicherlich gar nicht Nein sagen können, freute sich aber auf sein Beschneidungsfest und wollte, um endlich ein richtiger Mann zu werden, seine Vorhaut möglichst bald verlieren und genau das ist die genitale Selbstbestimmung, die in die kulturelle Moderne nicht integriert werden kann. Das Alter der Informierten Zustimmung (age of consent) wird in der wegweisenden Deklaration von Anaheim 1989 sinnvollerweise als das Erwachsensein (adulthood) angegeben, weshalb der Referent seinen Vortrag mit dem Appell beendet: Keine Beschneidung unter achtzehn.

Epidemic Methicillin-Resistant Staphylococcus Aureus:

Dramatically Increased Risk for Circumcised Newborn Boys

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/DOC/mrsa.html

Answers to Your Questions about Circumcision and MRSA

http://www.nocirc.org/publish/12-AnswersMRSA.pdf