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Muslim Scouts. Wahhabiten und WAMY unterwandern das Weltpfadfindertum

September 9, 2009

الإتحاد الدولي للكشافة المسلمين

al-Ittiḥād ad-Dawlī al-Kaššāfa al-Muslimīn

The International Union of Muslim Scouts

Das WSIS Kampala 2009 boykottieren!

Boykottaufruf betreffend das Dritte World Scout Inter-religious Symposium (WSIS). Verfasst von Cees van der Duin

Ugandas um 1890 gegründete Hauptstadt Kampala hat heute 1,4 Millionen Einwohner, das Handels- und Dienstleistungszentrum des ostfrikanischen Binnenstaates liegt nahe am Viktoriasee. Kampalas Name leitet sich von den zehn so genannten Antilopenhügeln (kasozi k’empala) her, die das Relief der äquatornahen, ganzjährig durch ein mildes Klima begünstigten und das Umland der auf 1100-1200 Metern Meereshöhe liegenden Metropole prägen. In Uganda leben 10 % Muslime beziehungsweise 10 % mehr oder weniger muslimisch sozialisierte Menschen. Die Obrigkeit der Umma, der muslimischen Weltgemeinschaft, beginnt sich um diese Seelen rührend zu kümmern.

Auf der deutschsprachigen Seite der international tätigen, türkisch-radikalislamischen Bewegung Milli Görüş (hierzulande: IGMG) berichtet uns Ömer Faruk Yıldız am 27. Januar 2009 von der wohltätigen „Opfertierkampagne“ sprich Islamisierungskampagne der IGMG aus Ugandas Hauptstadt Kampala, wo er die Zentralmoschee (New National Mosque, aufgrund ihrer Lage in der Altstadt genannt Old Kampala Mosque) besucht. Der einschüchternd mächtige Sakralbau auf dem Mengo Hill, die größte Moschee südlich der Sahara, wird nach dem libyschen „Führer der Völker, Brother Leader“ auch Gaddafi-Moschee genannt, schließlich hat der libysche Diktator den Bau bezahlt. Der Leiterin des Goethe-Instituts sowie dem deutschen Konsulat überreichte der türkischstämmige deutsche Freund des Gedankenguts von Necmettin Erbakan jeweils einen Koran.

Neben dem ugandischen Baumeister Allahs und Sponsor der für die genannte Moschee jährlich in Höhe von 200.000 US-Dollar anfallenden Kosten für Unterhalt und Reparatur Muammar al-Gaddafi und neben der deutschen, vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Milli Görüş sorgen sich also weitere gottesfürchtige Kreise um das Seelenheil der ostafrikanischen Muslime. So traf sich im Jahre 2008 die Organisation of the Islamic Conference (OIC) im milden, grünen Kampala, jene OIC, welche die allgemeinen Menschenrechte ablehnt (Kairo 1990) und, völlig im Einklang mit Koran und Hadithen, halbierte Rechte für die Frauen und Nichtmuslime fordert.

OIC, Milli Görüş, al-Gaddafi, bei der Islamisierung (heiligen Kolonialisierung) Afrikas scheint es also einiges Gerangel der politreligiösen saudi-arabischen, türkischen und libyschen Goldgräber zu geben, letztlich aber wird man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner namens Scharia und Kalifat einigen können. Ebenso wie in Europa Tariq Ramadan und Mustafa Cerić den absoluten Schariavorbehalt sprich die Rechtsspaltung „legalistisch“ (demokratieüberwindend) durchsetzen wollen, bringt die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ die Eliten um al-Gaddafi und Milli Görüş keineswegs in einen Gewissenskonflikt.

Ugandas einstiger Gewaltherrschschaft unter Idi Amin fielen 250.000 bis 500.000 Menschen zum Opfer, dem Diktator selbst gelang 1979 die Flucht über Libyen in den Irak, sein Exil (und seinen Tod am 16. August 2003) fand der Massenmörder im saudi-arabischen Dschidda (Jeddah). Der Flughafen der 35 Kilometer von Kampala entfernten ehemaligen Hauptstadt Entebbe war 1976 Ort einer mit Hilfe Idi Amins durch überwiegend palästinensische Terroristen ausgeübten Entführung eines Flugzeuges der Air France. Die Maschine sollte von Tel Aviv nach Paris fliegen, wurde von der an Bord gelangten Gruppe von Terroristen gekapert und gewaltsam wenig zufällig ins „revolutionäre“ Libyen umgeleitet, wo sie auftanken durfte. Ziel der Geiselnahme war es, inhaftierte PLO-Aktivisten in Deutschland, Frankreich, Israel und der Schweiz zu befreien, ein Erpressungsversuch, der durch die Armee Israels (Operation Entebbe, später auch Operation Jonathan genannt) am 4. Juli 1976 glücklich durchkreuzt werden konnte. Unter den getöteten Entführern befanden sich zwei deutsche Linksterroristen der Revolutionären Zellen, darunter eine Studentin der Pädagogik.

Die 1907 gegründete, weltweit konzipierte Pfadfinderbewegung (Scouting, arabisch al-kashafa, al-kaššāfa) ist in über 200 Staaten der Erde aktiv und fasst weltweit 38 Millionen Kinder und Jugendliche zusammen. Nichtkonfessionelle und konfessionelle Verbände arbeiten hierbei im Sinne der Jugenderziehung durch Gruppenerlebnis und Naturerlebnis. Zu den ehrenwerten ethischen Zielen des Scouting gehören Selbstvervollkommnung, Mitgefühl, Nächstenliebe, Gemeinwesenarbeit, Religionsfreundlichkeit und religiöse Toleranz sowie Völkerverständigung und Weltfrieden. Pfadfindertum ist mit einem säkularen Islam problemlos kompatibel. Scouting geht jedoch nicht mit der Scharia und dem schariatischen Fiqh (das islamische Recht) zusammen, in dem Menschenklassen verschiedener (Minder-)Wertigkeit geschaffen werden und die Frau einer geheiligten Entwürdigung und Entrechtung unterliegt. Das Weltpfadfinderbüro sieht das seit Jahrzehnten und schweigt, vielleicht hofft man ja auf eine Islamreform.

WSIS 2009

Vom 21. bis zum 25. Oktober tagt das 3RD WORLD SCOUT INTER-RELIGIOUS SYMPOSIUM im zehn Kilometer außerhalb von Kampala liegenden Speke Resorts, Munyonyo. Organisator ist das World Scout Inter-religious Forum (WSIF), nach eigener Aussage ein informelles Netzwerk religiöser Gruppen/Organisationen der Pfadfinderbewegung.

Gemeinschaftlicher ausgerichtet wird das interreligiöse pfadfinderische Treffens in Uganda von der religionspolitisch im Scharia-Islam eingekerkerten International Union of Muslim Scouts und der demokratiefähigen, traditionsreichen, im Jahre 1915 gegründeten Uganda Scouts Association. Die IUMS hat ihren Sitz in Idi Amins Todesort Dschidda, im frauenentrechtenden und gottgefällig hinrichtenden Saudi-Arabien. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre wurden in Saudi-Arabien mehr als zweitausend Menschen hingerichtet, ungefähr tausend von ihnen waren ausländische Gastarbeiter, die das barbarische klassisch-islamische Blutgeld (diya) nicht bezahlen können. Von diesen „Hütern der Heiligen Stätten“ (Mekka und Medina), Anklagepunkt als todeswürdiges Verbrechen sind neben Mord und Drogenschmuggel auch Hochverrat, Ehebruch, Hexerei und Gotteslästerung, lässt man sich als Muslim Scout ungern oder auch gerne sein Zeltlager finanzieren. Gut Pfad.

Als gesetzesislamische geistliche Autorität steht der IUMS Dr. Abdullah Omar Naseef nahe oder vielmehr vor, religionspolitischer Führer der Muslim World League (MWL). Dr. Abdullah Omar Naseef hat gegen das Gedankengut der Ideologen der Muslimbruderschaft wie Abu l-A’la al-Mawdudi, Sayyid Qutb und Said Ramadan offenkundig nichts einzuwenden und war 1988 Gründer des nach US-amerikanischer Auffassung als Terrororganisation einzustufenden Rabita Trust.

Die International Union of Muslim Scouts (IUMS) entstand vor 28 Jahren. Aus der wahhabitisch-saudischen Gastfreundschaft in Tayef heraus fassten die versammelten Majestäten, Exzellenzen, Herrschaften und Präsidenten der islamischen Staaten den Entschluss, dass mehr für das leibliche, „wertebezogene“ und „spirituelle“ Wohl der Jugend getan werden müsse.

„Werte“ sind dabei selbstverständlich die sexualmagischen und antiaufklärerischen Werte der totalitären islamischen Pflichtenlehre (Scharia), „Spiritualität“ steht im Einklang mit der repressiven hanbalitischen Rechtsschule. Im Folgejahr antwortete die Qatar Scout Association (Doha 1982) mit der Ausrichtung eines schariatisch-scoutistischen Kongresses (1st Islamic Conference & Jamboree).

Die Doppelpackung politislamisch-pfadfinderisch ist bis heute beibehalten worden und widerspiegelt sich auch 2009 im zusammenaddierten, ungleichen Pärchen IUMS plus Uganda Scouts Association. Der die islamische Radikalisierung und die ethnoreligiöse Segregation wünschende Politislam betreibt die Nutzbarmachung des sportiv, kreativ und sozial gemeinten Pfadfindertums.

Wiederum ein Jahr darauf, im September 1983 wurde die zweite Doppeltitelveranstaltung des auch von Dhimmi-Seite zunehmend schariakonform veränderten Scoutismus veranstaltet. Das Treffen titelte als Islamic Conference and Jamboree, Gastgeber war die nordafrikanische islamisch-sozialistische Theokratie Libyen. Zeitgleich fand im Unrechtsstaat des Auftraggebers eines 259 Tote fordernden Terroranschlags (Sprengung eines Flugzeugs über dem schottischen Lockerbie am 21.12.1988), des amtierenden Präsidenten der Afrikanischen Union (African Union, Union africaine) Muammar al-Gaddafi das fünfzehnte Arabische Pfadfinder-Welttreffen, das 15th Arab Scout Jamboree statt.

Bemerkenswerterweise beschloss das Arab Scout Committee im Jahre 1984, Islamic Scout Jamboree und Arab Scout Jamboree voneinander zu trennen.

Im Jahr des deutschen Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung 1989 erfolgte in dieser Tradition die Ausrufung der International Union Of Muslim Scouts (IUMS) auf dem gemeinsamen Treffen auf Gruppenleiterebene namens 3rd International Muslim Scouts Conference & 5th Islamic Scout Jamboree.

August 1992: Pakistan lädt zur Sechsten Islamischen Pfadfinderkonferenz (6th Islamic Scout Conference). Im 2009 heute leider revolutionär-radikalislamisch unterwanderten, korrupten Polizeistaat Pakistan (Bewohner zu 96 % Muslime, meist streng hanafitische Barelwis oder ultraorthodoxe Deobandis) sind Nichtmuslime wie etwa Christen, Hindus, Parsen und Kalasha seit Jahrhunderten Menschen zweiter Klasse, die man bestehlen und belästigen darf.

Sozusagen pakistanisch-volksislamisch unterliegen gerade die pakistanischen Christen seit Jahrzehnten eher unvorhersehbaren, sozusagen anfallsweise initiierten Pogromen, sie werden, deutsche Zeitungen schreiben darüber zumeist nicht, nach lautstark geäußerten, wenig glaubwürdigen Vorwürfen (den Propheten beleidigt, den Koran geschändet) angegriffen, vergewaltigt oder ermordet, ihre Häuser werden niedergebrannt. Der labile Staat Pakistan könnte vor einer Islamischen Revolution nach iranischem Modell stehen, er hat die militärpolitische Kontrolle über gewisse Stammesgebiete wie das Swat-Tal verloren. Der Staat des Islamisten, Generals, Putschisten und langjährigen Regierungschefs Zia-ul-Haq (1977) ist seit der erfolgreichen Spionage eines in einer muslimischen Mittelschichtfamilie in Indien geborenen Muslims im Besitz von Nuklearwaffen. Aufgrund schlampiger Sicherheitsvorkehrungen gelang es dem Ingenieur Dr. Abdul Qadeer Khan, im niederländischen Atomforschungszentrum von Almelo im Laufe der Jahre 1972-1976 in den Besitz von Bauplänen für Zentrifugen für Urananreicherung zu kommen. Allahs pakistanischer Statthalter Zia-ul-Haq nannte die erstrebenswerte Gesellschaftsordnung Islamische Ordnung (nizam islami), führte die Scharia vollumfänglich ein und ließ Dieben folgerichtig die Hand abhacken, unter den Islamisten aller Welt wurde Pakistan so das Referenzmodell für einen „gerechten“ (islamischen) Staatsentwurf.

Auf der 33 Konferenz der höchsten Funktionäre der Weltpfadfinderverbände (weiblich WAGGGS und männlich WOSM), 33rd World Scout Conference, stellte sich die IUMS öffentlich vor beziehungsweise erklärte ihre künftige Anwesenheit bei allen Veranstaltungen und wurde Stunden später, Pfadfinder sind höflich und fremdenfreundlich, offiziell anerkannt. Das geschah im thailändischen Bangkok des Jahres 1993. In Thailand leben 5 % Muslime und ist der Buddhismus (Theravada) de facto Staatsreligion, lediglich im äußersten Süden (Provinzen Yala, Pattani, Narathiwat) stellen sie 30 % der über 15jährigen Bevölkerung, wo in den letzten Jahren leider dschihadistische Milizen grausame Morde an Nichtmuslimen begangen haben.

Das marokkanische Casablanca war im Juli 1994 Ort der 7th Islamic Summit Conference, dort wurde man inhaltlich: „Integrate spiritual with scouting understanding in all Muslim scout activities and programs and make them have strong believe in God.“ Während der grandiose Optimist und pragmatische, etwas pantheistische Weltbürger und Sportsgeist Lord Baden-Powell ganz selbstverständlich religiös empfand und niemandem auf der Welt sein Gottesbild wegnehmen wollte, wird hier von einer „Integration des Spirituellen mit dem Pfadfinderischen“ gesprochen. Scouting war also nicht „spirituell“ genug.

Fundamentalismuskritikern ist so etwas ganz ungefähr aus gewissen kleinen, christlich-fundamentalistisch geprägten pfadfinderischen Organisationen bekannt. Mit „strong believe in God“ aber könnte die Islamische Revolution gemeint sein und müssen wir eine auffällig angestrengte Umschreibung (kitman, Lügen durch Auslassung) der Worte Hisba, Fiqh und Scharia vermuten. Der muslimische Pfadfinder, auch der französische oder britische, soll also künftig der politreligiösen Gehorsamspflicht unterliegen, und was darunter zu verstehen ist, sagen ihm die saudischen Wahhabiten beziehungsweise wissen ja vielleicht auch die weltweit agitierenden Brüder der al-ichwan al-muslimun, der Muslimbruderschaft, von denen sich die IUMS selbstverständlich ebenso wenig distanziert wie von Yusuf al-Qaradawi.

Vorangestellt war der Satz „Select and train scout leaders according to clear understanding of Islamic teachings and scouting requirements for youth“. Die nicht schariakonformen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sollen also ausgesiebt werden, das ganzheitlich-kreative (sportlich-musisch-soziale) Programm der seit 1907 typischen Scout-Jugendarbeit ist demgegenüber dezidiert nachrangig.

Wird denn nicht überall da, wo von Religionsfreiheit, Schutz von Nichtmuslimen, Säkularisierungsprozessen und (fundamentalismuskritischer; islamkritischer) Pressefreiheit gar nicht erst die Rede ist, die Formel „Peace to cover the hole world and scouting work for better world under the umbrella of One World One Law and One Promise“ ein wenig zum Ruf nach dem Kalifat? Ist „Peace“ denn dann nicht vorzugsweise Islamic Peace und „One Law“ etwas anderes als das Sharia-Law?

Mädchen islamverbandlich einsperren, Frauen bändigen: „Provide union coverage to the formation of Muslim girls guide under umbrella of IUMS.“ Weib, der (pfadfinderische) Kalif ist erstens männlich und weiß zweitens, wo es lang geht. Schluss mit dem pfadfinderischen Lotterleben.

Ein müdes „Encourages cooperation between Muslim and non-Muslim scout“ setzt die berüchtigte Islamsensibilität voraus sprich den Verzicht an jeder Kritik des Nichtmuslimen am orthodoxen beziehungsweise politischen Islam. Zusammenarbeit mit islamkompatiblen Nichtpfadfindern, „cooperation with non-scout organizations of similar nature“ hingegen wird, tolerant herrschend, akzeptiert.

Zu dem seinerzeit Sünder öffentlich auspeitschenden oder hinrichtenden König Fahad Ibn Abdul-Aziz († 2005) bekennt sich die International Union Of Muslim Scouts (IUMS), die eigentlich, man kann das überlesen, die islamisch-spirituelle das bedeutet repressiv-religionspolitische Führung über alle muslimischen Pfadfinder weltweit („representing Muslim Scouts all over the world“) beansprucht, was bereits heute das Pfadfindertum in Frankreich und Großbritannien und in nicht ferner Zukunft auch die Jugendarbeit vieler Staaten Europas meinen wird.

2009 bedeutet die Unterstützung der IUMS ein Befördern des politreligiösen Ansinnens der FEMYSO (Forum of European Muslim Youth and Student Organisations), deren erster Präsident Ibrahim el-Zayat hieß. Die deutschen Jugendverbände der FEMYSO sind die Jugendabteilung der Milli Görüş (IGMG) und die 1994 im Haus des Islam (HDI) in Lützelbach, Odenwald, durch Mohammed Siddiq Borgfeldt mitgegründete Muslimische Jugend in Deutschland (MJD). Die im Juni 1996 von WAMY (World Assembly of Muslim Youth, Dachverband von 450 Organisationen, Vertretungen in 35 Staaten) und FIOE (Federation of Islamic Organisations in Europe, das ist ungefähr die Muslimbruderschaft Europas) gemeinschaftlich gegründete FEMYSO kann für freiheitlich-demokratische und damit auch für pfadfinderische Jugendverbände kein Kooperationspartner sein. Die Namensähnlichkeit des im englischen Wikipedia unter Europäischer Fatwa-Rat (ECFR) Nummer 25 genannten „Sheikh Muhammed Siddique (Germany)“ mit dem gerade genannten MJD-Mitgründer, dem Odenwälder Herrn Muhammad Siddiq (Wolfgang Borgfeldt) aus Lützelbach ist bemerkenswert, zumal Wikipedia deutsch unter MJD ausführt: „MJD-Gründer Muhammad Siddiq ist Mitglied des ECFR, dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist“. Ob Scheich oder Nichtscheich, die treue FEMYSO möchte ihr Leben offiziell nach den Weisungen des Fatwa-Rates (ECFR) ausrichten.

Zu ihrer politreligiösen Einbindung bekennt die IUMS: „Active member of World Assembly of Muslim Youth“.

Ob das selbstbewusste Weltweite islamische Pfadfindertum („To motivate and promote Islamic Scouting on global basis“) etwas anderes als eine weltweite Islamisierung wünscht? Die Gefahr der globalen muslimischen Gegengesellschaft sollten WAGGGS und WOSM beachten, die Unvereinbarkeit von Scharia und Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte (AEMR) müssen Pfadfinderinnen und Pfadfinder endlich hörbar betonen, um sich nicht länger mitschuldig zu machen, den religiösen Nichtmuslimen, säkularen Muslimen und Ex-Muslimen in islamisch geprägten Ländern und längst auch in Europa die mühselig errungene Freiheit zu rauben.

Die Kooperation mit der IUMS gefährdet die Glaubwürdigkeit der Weltpfadfinderbewegung als eine mit der kulturellen Moderne und der freiheitlichen Demokratie kompatible Form der Jugenderziehung und Jugendbildung. Nicht zuletzt geht es um universelle, gleichheitsfeministisch gedachten Frauenrechte, denn die hier erwähnte Traditionslinie der IUMS, ihre offenkundige Loyalität zur Wahhabiyya, zur Muslimbruderschaft, zu Muammar al-Gaddafi (Libya 1983) und zu womöglich ja auch zum in Katar lebenden, unter Sunniten hoch angesehenen Yusuf al-Qaradawi („Qatar took the initiate and held the first Muslim Scout Conference, Doha 1982″) tritt das zivilisatorische Streben der einen Menschheit nach der Gleichberechtigung der Frau mit Füßen.

Auch ist davon auszugehen, dass die politreligiösen Funktionäre der in die WAMY eingebundenen IUMS glühende Israelhasser sind. Als veritabler deutscher Zweig der radikalislamischen Muslimbruderschaft kann die Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD, vgl. Islamisches Zentrum München) gelten, der einstige IGD-Vorsitzende Ibrahim el-Zayat ist in der WAMY führend aktiv (Vertreter für Westeuropa). An alle, die in der Pfadfinderarbeit Verantwortung tragen, sei die Frage gerichtet, ob folgendes denn etwa die Ethik des gut hundertjährigen Scouting ist, was WAMY zum Thema Kindererziehung predigt: „Lehrt unsere Kinder zu lieben, dass Rache an den Juden und den Unterdrückern genommen wird und lehrt sie, dass unsere Jugend Palästina und Al-Quds [Jerusalem] befreien wird, wenn sie zum Islam zurückkehren und den Jihad um der Liebe Allahs wegen ausüben.“

Das Blog für Pfadfinderische Islamkritik „Eifelginster“ beobachtet die Re-Fundamentalisierung der muslimisch geprägten Individuen, Großfamilien und Staaten mit großer Sorge und richtet an die europäischen und eben auch deutschen Pfadfinderverbände die dringende Bitte, am interreligiösen Treffen 3RD WORLD SCOUT INTER-RELIGIOUS SYMPOSIUM, 21 -25 OCTOBER 2009, SPEKE RESORT MUNYONYO, KAMPALA – UGANDA nicht teilzunehmen. Den in den pfadfinderischen Verbänden organisierten Kindern und Jugendlichen sei die offene islamismuskritische und schariakritische Diskussion, Meinungsbildung und innerverbandliche Meinungsvertretung empfohlen.

Statt die gesetzesislamischen, durchweg faschistoiden bis faschistischen Staatskonzepte und Menschenbilder, statt die Islamvorstellungen der Wahhabiten und Muslimbrüder weiterhin zu bagatellisieren oder zu beschweigen, sollten Europas in WAGGGS bzw. WOSM organisierte Jugendverbände die Zusammenarbeit mit denjenigen muslimischen, außereuopäisch-christlichen sowie israelischen Strömungen vertiefen, die sich auf Pressefreiheit, Wissenschaftlichkeit, Säkularität und universelle Menschenrechte hinzu bewegen.

Das Pfadfindertum des Nahen Ostens hat eine reiche Geschichte. Während die erste türkische Pfadfindergruppe an der Istanbuler Imperial Galatasaray High School und noch im Osmanischen Reich durch den englisch-türkischen Lehrer Ahmet Robinson ins Leben gerufen wurde, der auch die türkischen Worte für „Pfadfinder, Pfadfinderei“ (Izci, Izcilik) prägte, standen die armenischen Pfadfindergruppen bereits vor dem antiarmenischen Völkermord (1915-1917) zumeist der 1918 in Istanbul von Shavarsh Khrissian und Hovhannes Hintlian gegründeten, patriotisch-sportiven Homenetmen-Bewegung (HoMenEtMen) nahe.

Im Bereich der Weltsprache des Arabischen war es vermutlich der Hochschullehrer Mamduh Haqqi aus dem nordsyrischen Aleppo (arab. Halab, 15-20 % der Einwohner sind Christen verschiedener Bekentnisse), der im Jahre 1929 als Erster das Buch »Scouting for Boys« als »al-Kashafa« ins Arabische übersetzte. Im Vorjahr hatte Hassan al-Banna in Ägypten die dezidiert antimoderne, radikalislamische Muslimbruderschaft gegründet, nachmaligen Wurzelgrund etlicher Terrorgruppen. Es wäre schön, wenn der Geist des »Scouting for Boys« (… and Girls) zur Demokratisierung des nahen Ostens und Afrikas beitragen kann, und ganz anders als Kulturrassist Hassan al-Banna hat Pädagoge Mamduh Haqqi seinen Beitrag für die Jugenderziehung des arabischen Sprachraumes geleistet. Die israelische Pfadfinderbewegung der für alle Kinder und Jugendlichen, auch für christliche und muslimische, offen stehenden, durchweg koedukative Hit’ahdut HaTzofim VeHaTzofot BeYisrael kurz: „Tzofim“ entstand 1919 und feiert dieses Jahr stolz ihr neunzigjähriges Jubiläum. Seit Jahren aber feuern radikalislamisch orientierte Palästinenser Kassam-Raketen aus dem Gaza-Streifen aufs israelische Sderot ab. Welchen Umgang mit dem das Weltpfadfindertum offensichtlich gezielt und menschenrechtswidrig beeinflussenden politischen Islam sind Europas und gerade auch Deutschlands Pfadfinderverbände denn unseren jüdischen Pfadfinderverbänden etwa der USA, Kanadas, Frankreichs und Israels schuldig, damit das 1907 gestiftete Ideal von der weltweiten Bruderschaft auch in Zukunft glaubhaft erfüllt werden kann?

Was für ein Islambild hat und wünscht die offizielle Pfadfinderbewegung sieben Jahrzehnte nach dem erscheinen des pfadfinderischen Handbuches »Scouting for Boys / al-Kashafa«, wenn ihr im Jahre 2009 auf dem interreligiösen Treffen in Kampala sogar wahhabitisch finanzierte und Muammar al-Gaddafi wie auch der Muslimbruderschaft kaum verhohlen nahe stehende Gruppen als annehmbare Dialogpartner gelten? Es gibt unter muslimisch sozialisierten Menschen weit mehr an Weltbürgertum und gutem Geschmack als lediglich die ewiggestrigen Rufer nach der frauenfeindlichen islamischen Orthodoxie oder die Parteigänger der die Pressefreiheit, Religionsfreiheit und Menschenrechte verhindernden islamistischen Politreligion.

Zivilcouragierte muslimische Frauen und Männer gibt es schließlich auch, und gerade für diese, die allgemeinen Menschenrechte verlangenden und damit auf die weitgehende Trennung von Religion und Politik angewiesenen Menschen haben WOSM und WAGGGS einzustehen, nicht für die Architekten der Gegenmoderne und Gottesherrschaft.

Cees van der Duin, 09. September 2009

zum Weiterlesen:

Lagerfeuer und Köpfen für Allah, Scouting & Hadd-Strafen. Al-kashafa al-arabiyya. Königlich Saudi-Arabische Botschaft in Tokio, Japan

http://www.saudiembassy.or.jp/Ar/EmbNews/Kashafa.htm

Lake Victoria, Pfadfinderfunktionäre und Polit-Islam. Homepage des luxuriösen Tagungszentrums Speke Resort, Munyonyo, Kampala, Uganda

http://www.spekeresort.com/

Gaddafi-Moschee, Kampala

http://www.world66.com/africa/uganda/kampala/lib/gallery/showimage?pic=africa/uganda/kampala/new_national_mosqu

http://www.zeast.com/blogs/ac/2007/07/friday-prayers-in-kampala.html

Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), 18.-20. Juni 2008, Kampala / Uganda

http://www.oic-oci.org/35cfm/english/index.html

Ugandas Präsifent Yoweri Kaguta Museveni eröffnet mit Muammar el-Gaddafi die größte Moschee südlich der Sahara

http://allafrica.com/stories/200803200007.html

OIC bei OIC. Member States, et al.: Albanien, Surinam, Uganda

http://www.oic-oci.org/member_states.asp

Kairoer Erklärung … der Menschenrechte … im Islam!

http://www.soziales.fh-dortmund.de/Berger/Forschung/islam/Kairoer%20Erkl%C3%A4rung%20der%20OIC.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

Dschihadismus in Thailand. VORSICHT, die Ergebnisse der Internet-Bildsuche unter „thailand jihad“ sind ERST AB 16 JAHREN GEEIGNET

http://www.longwarjournal.org/cgi-bin/mt-search.cgi?tag=Thailand&blog_id=7

http://littlegreenfootballs.com/article/26895_Zombie-_The_Thailand_Jihad

Operation Entebbe

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Entebbe

Einladung zum WSIS 2009, bei Weltpfadfinderverband (WAGGGS / WOSM)

http://www.scout.org/en/information_events/events/wsis/3rd_wsis

Einladung zum WSIS 2009, bei: Internationale Konferenz des Katholischen Pfadfindertums (IKKP) / International Catholic Conferenz of Scouting (ICCS) / Conférence Internationale Catholique du Scoutisme (CICS)

http://www.cics.org/html/download/circular_letter/Circulair_Letter__Apr09_ENG.pdf

IUMS, bei WSIS

http://www.wsis2009.org/scouting_iums.php

Dr. Abdullah Omar Naseef

http://www.historycommons.org/entity.jsp?entity=abdullah_omar_naseef_1

Rabita Trust

http://www.satp.org/satporgtp/countries/pakistan/terroristoutfits/Rabita_Trust.htm

WAMY

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

http://www.discoverthenetworks.org/groupProfile.asp?grpid=6425

http://www.geocities.com/johnathanrgalt/FBI_was_frustrated.html

militantislammonitor.org/article/id/2050

http://article.nationalreview.com/?q=ODgwMGNkNzM0MTNiMWMyZGM3ZWJlYTYxYzczNGNhMmU= </

http://de.wikipedia.org/wiki/World_Assembly_of_Muslim_Youth

Ibrahim el-Zayat

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E01016036B44C421C90293F71616657F0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

FEMYSO

http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_of_European_Muslim_Youth_and_Student_Organizations

Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Gemeinschaft_in_Deutschland

Pfadfinderfunktionäre flirten mit dem Polit-Islam, Baden-Powell wäre womöglich stocksauer. Das 1923 gegründete Internationale Pfadfinderzentrum im Schweizer Kandersteg, Weltzentrum des WOSM, lädt zum WSIS Uganda 2009

http://www.scout.org/en/information_events/events/wsis/3rd_wsis

Anmeldung bei den tunesischen Pfadfindern, Scouts Tunisiens (al-Kachāfa at-Tūnisiyya) der Teilnehmerbetrag ist nach Jeddah (Dschidda) zur IUMS zu überweisen. Bitte ausfüllen: 12. Experience in working with Scouting and Spiritual Development, 13. Have you participated in an inter-religious dialogue before? If yes, briefly explain your experience

Applications to be sent to: Mr. Hussain Sahal, Deputy General Secretary, International Union of Muslim Scouts (IUMS), P.O. Box 9141 Jeddah 21413, Kingdom of Saudi Arabia. (Deadline for the application to reach us: 20th July 2009)

http://www.scouts.org.tn/pages/Registration-3rd-WSIS-En.pdf

The Hebrew Scout Movement, Israel (Hebrew)

http://www.zofim.org.il/

Friends of Israel Scouts. Tzofim

http://www.chetz-vkeshet.org.il/

Catholic Scouts Association in Israel (CSAII)

http://www.csaii.org/en/

Gaza, Hamas, Kindererziehung. Bei: Spirit of Entebbe

http://spiritofentebbe.wordpress.com/2009/09/03/gaza-stimmen-fur-den-frieden/