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Kinder an die Macht?

Juli 5, 2019

موافقة مستنيرة

הסכמה מדעת

informed consent

consentement éclairé

Patientenaufklärung und Patienteneinwilligung

Die Pressemappe

Zweckmäßigerweise differenzierten WHO, UNICEF und UNFPA 1997 gerade nicht zwischen Kleinmädchenbeschneidung und Großmädchenbeschneidung oder zwischen, man verzeihe uns die Wortschöpfung, FFGM, forced female genital mutilation, und VFGM, voluntary FGM. Vor 22 Jahren definierte man als weibliche Genitalverstümmelung, als FGM: „Alle Verfahren, die die teilweise oder vollständige Entfernung der weiblichen äußeren Genitalien oder deren Verletzung zum Ziel haben, sei es aus kulturellen oder anderen nichttherapeutischen Gründen“, „Female genital mutilation comprises all procedures involving partial or total removal of the external female genitalia or other injury to the female genital organs for non-medical reasons“. Jungen verdienen nicht weniger Schutz als Mädchen und wir rechnen zu Mädchen oder Junge auch den weiblichen bzw. männlichen Jugendlichen, den Vierzehn- bis Siebzehnjährigen.

Ebensowenig unterschieden WHO, UNICEF und UNFPA zwischen weiblicher Frühbeschneidung oder Spätbeschneidung, EFGM, early female genital mutilation, und LFGM, late FGM. Eine intaktivistische Bankrotterklärung und eine Komplizenschaft beim Angriff auf das männliche Genital ist es, 2019 in jeweils einem offenen Brief (Lettre ouverte aux autorités religieuses musulmanes, Lettre ouverte aux autorités religieuses juives) Frankreichs geistliche Autoritäten um weniger Frühzirkumzisionen und mehr Spätzirkumzisionen zu bitten.

Der seit 2013 seine Homepage betreibende, 2011 durch Nicolas Maubert gegründete Verein Droit au Corps (DaC), wörtlich „Recht auf Körper“, will die weltweiten nichttherapeutischen Zirkumzisionen nicht etwa abschaffen, sondern mit einem auf Mitgefühl basierenden Dialog aller Beteiligten begleiten. Schließlich stehe in der Ethik des Vereins die Verminderung (tierischen und) menschlichen Leidens an erster Stelle (whose ethics give priority to the alleviation of suffering). Ohne Not und ohne rot zu werden argumentiert DaC 2019 nur noch gegen die Kleinjungenbeschneidung und Beschneidung männlicher Säuglinge, denn allenfalls bzw. nur die zwölfjährigen und jüngeren Jungen hält DaC für nicht einwilligungsfähig.

Die Großjungenbeschneidung etwa an einem Dreizehnjährigen, solange sie, unser aus Gründen der Anschaulichkeit geprägter weiterer Neologismus, nur ja keine FMGM ist, sondern eine VMGM, eine voluntary male genital mutilation, findet Droit au Corps pauschal prima.

DaC, 2015 vertreten durch Guy Sinden und Nicolas Maubert, redet zwar von mutilation, Verstümmelung, vermeidet aber gezielt den Begriff genital mutilation, den man durch sexual mutilation ersetzt wissen will, sexuelle Verstümmelung. Der Begriff genital sei zu sehr an die traditionelle Sichtweise auf die menschliche Fortpflanzung gebunden. Die Klitoris zu verstümmeln beispielsweise sei sexuell verstümmelnd, nicht aber genital verstümmelnd zu nennen, denn schließlich kann sich die Frau noch fortpflanzen („par exemple le clitoris est un organe sexuel mais pas génital puisqu’il n’est pas nécessaire à la reproduction“, DaC wird interviewt durch das antizionistische und radikalislamische ProMosaik d. i. Milena Rampoldi promosaik.blogspot.com/2016/03/droit-au-corps-une-association-pour.html (2016)).

Ein Angriff auf die Terminologie FGM. Anatomisch sind und bleiben Klitoris wie Penisvorhaut genital, Teil des menschlichen Geschlechtsorgans. Sprachlich ist Sexualorgan ein Synonym zu Geschlechtsorgan.

Noch die geringst invasive Form von FGM muss in jedem Staat verboten bleiben oder werden. Auch um die WHO-Kategorie zur FGM (der FGM-Typen I, II, III, IV) nicht anzutasten, ist Wert auf die korrekte Terminologie zu legen, auf den Begriff FGM.

War der in Volgelsheim (Frankreich) wohnhafte Guy Sinden 2015 und 2016 noch Mitvorsitzender (co-président) von Droit au Corps, ist er laut linkedin nun Président de l’association, Vereinsvorsitzender. Gemäß Wikipedia (Controverses sur la circoncision) hatte Guy Sinden 2009 beschneidung-von-jungen.de gegründet, drei Jahre später das heute ebenfalls gemeinsam mit Edwin Manfred Reichhart (Graz, Österreich) betriebene Beschneidungsforum.

Der Islam praktiziert die Mädchenbeschneidung, welche wir FGM nennen, female genital mutilation. Den in Bezug auf den religiösen Beschneidungszwang zwischen Mädchen und Jungen nicht unterscheidenden sunnitischen Schafiiten und den schiitischen Bohra, Dawoodi Bohra und anderen, ist die FGM islamisch verpflichtend (wadschib, fard). Die drei anderen sunnitischen Rechtsschule loben und ehren den Chitan al-inath und wenn bald auch muslimische Jungen, ob auf Elternwunsch oder, leider ganz im Sinne von Droit au Corps, auf Kindeswunsch mit 13 Jahren beschnitten werden dürfen, dann kann der Staat die Mädchen nicht ungleich behandeln: „ebenso wie es für die Beschneidung von Mädchen gilt“ (Droit au Corps).

Wir sind der Auffassung, dass ein Mädchen oder Junge, dass eine Person unter achtzehn Jahren, völlig altersgemäß die lebenslangen schädlichen Folgen der FGM oder MGM nicht abschätzen kann und daher in die eigene Genitalverstümmelung nicht einwilligungsfähig ist. Bei nicht wenigen völlig gesunden Jungen hat sich auch mit 14 oder 15 Jahren die natürliche Verklebung von Vorhaut und Eichel noch nicht gänzlich gelöst.

Selbst etliche 16 oder 17 Jahre alten Jungen (wie Mädchen) sind sexuell unerfahren, eine informierte Entscheidung (informed consent) über Verbleib oder Verlust des sensorisch wichtigsten Teils des Penis ist ihnen ebenso wenig möglich wie einem Mädchen, dass, bei noch so sorgsamer und geduldiger Mediation, zum Schluss endlich wählen soll, ob es die Klitoris behalten oder amputieren lassen möchte.

Mit einem Beratungsschein wird in Deutschland bestätigt, dass die Schwangere eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch genommen hat. Eine beispielsweise diesem Vorbild des Beratungsscheines folgende Beratungsregelung bezüglich einer an einem Minderjährigen (Mensch unter 18 Jahre) geplanten FGM bzw. MGM braucht Frankreich nicht, sondern Erwachsene, die sich dafür stark machen, dass jedermann seinen achtzehnten Geburtstag mit einem intakten Genital erreicht.

Einverständliche sexuelle Handlungen zwischen Volljährigen und Minderjährigen sind nicht möglich. Wenn heute jemand, auch ein angeblicher oder echter Intaktivist (Beschneidungsgegner), seltsam laut von der genitalen Autonomie eines Kindes redet, sollten wir sofort auch an den Päderastie-Vorkämpfer Fred Karst denken. Dieser trat 1983 in die Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz (AL) ein, die später in der Partei der GRÜNEN aufging und setzte sich, auch in seiner Haftzeit, für entsprechende deutsche Gesetzesänderungen ein, um straffreien Sex mit Kindern zu ermöglichen. 1992 gründete der wiederholt wegen Missbrauchs an Jungen verurteilte Fred Karst die AG Jung und Alt, eine Untergruppe im Schwulenbereich der AL. Päderasten gelang es in jenen Jahren vielfach, sich als ausgegrenzte und verfolgte Minderheit darzustellen und den Sex mit Kindern als kindgerecht und dem Kindeswohl dienlich zu propagieren.

Anders als Droit au Corps es offensichtlich annimmt, sind Kindheit und Kind – Kind ist Mensch unter achtzehn Jahren – keine willkürlichen Konstrukte einer schlimme Jahrtausende währenden, junge Menschen unterdrückenden Herrschaft der Alten, sondern biologische und psychische Realität.

Das gebotene intaktivistische Nein zu den sogenannten Beschneidungen (Genitalverstümmelungen) an Menschen unter 18 Jahren ist aufs Engste verzahnt mit jedem erfolgreichen Kampf gegen Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderehen. Ein 13 oder 15 Jahre altes Mädchen kann heute und hierzulande zum Glück eben nicht sagen: „Schule ist gar nichts für mich, lasst mich endlich auf den Strich gehen“. Eine muslimische Elfjährige oder Neunjährige darf, anders als einst Aischa und Mohammed, in Deutschland zweckmäßigerweise nicht heiraten – und in Komotiní, Griechenland, bei Mufti Meço Cemali (Μέτσο Τζεμαλή) leider doch.

Man stelle sich vor, dass ein geschäftstüchtiger oder auch altruistischer Erwachsener öffentlich jedem jungen Menschen zwischen 13 und 17 Jahren anbietet, sich im Rahmen eines längeren betreuten Verfahrens der Entscheidungsfindung für oder gegen eine Amputation eines kindlichen Ohres oder Fingers zu entscheiden – der Kundenwunsch und hier zusätzlich Kindeswunsch sei schließlich zu respektieren. Der Herr oder die Dame würde, hoffentlich, rasch und auf längere Zeit in einem Gefängnis wohnen. Und warum sollten wir als Gegner jeder HGM (human genital mutilation, das ist FGM oder MGM) hier Vulva oder Penis anders bewerten als jedes andere Körperteil, nur weil bekanntlich mehrere Religionen oder Traditionen ihren Nachwuchs am Genital versehren?

Es wäre die Bankrotterklärung jedes Intaktivismus, beispielsweise ein 13 oder 15 Jahre altes Mädchen staatlich betreut bzw. gesetzeskonform und durch einen Mediator angeleitet entscheiden zu lassen, ob sie den Rest ihres Lebens mit oder ohne Klitoris leben möchte. Die globale Bewegung der Intaktivisten kämpft für das unversehrte Geschlechtsteil, nicht für die Beschneidung auf Kindeswunsch. Dass die arbeitslos gewordene Mädchenbeschneiderin oder das schafiitische Elternhaus erst einmal schlimm leiden, braucht Intaktivisten nicht zu Tränen rühren.

Man stelle sich vor, der erfolgreiche Kampf gegen die amerikanische Sklaverei wäre dialogisch geführt worden, ganz auf Augenhöhe mit Sklaven, Sklavenbesitzern und Sklavenhändlern. Und im Rahmen einer vollendet äquidistanten, Leid minimierenden Gesamtlösung wäre man zum Kompromiss gelangt: „Sechs Tage Sklaverei, sonntags hat der Sklave frei“, oder: „Peitschenhiebe geht nicht mehr, sanfte Schläge bitte sehr“. Oder man hätte den Weg des einzelnen Menschen in sein lebenslanges Sklavendasein professionell moderiert und rücksichtsvoll betreut, selbstverständlich anfänglich bei mehreren Möglichkeiten der Rücknahme der Entscheidung für ein Leben in Ketten. Ist denn das Leid des um seinen Sklavenbesitz trauernden Plantagenbesitzers bei einer alle Seiten respektierenden Gesamtentscheidung denn etwa nicht gleichwertig zu berücksichtigen? Genug des Sarkasmus.

Nein, im erfolgreichen Kampf gegen Leibeigenschaft ist kein Kompromiss auszuhandeln zwischen Grundbesitzern und Leibeigenen, auch ein gerüttelt Maß an Frustration ist dem ehemaligen Sklavenbesitzer zuzumuten. Im gebotenen Kampf für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe sind keine seltenen Ausnahmen zuzulassen, auch nicht nach dem Motto „Wo aber selbst der reuige Täter nach professioneller Mediation seine Hinrichtung religiös bzw. kulturell für angemessen hält“.

Damit zum Thema.

Dem am 05.05.2019 publizierten, inhaltlich seltsam mageren AUFRUF Zur Einleitung einer öffentlichen Debatte zu den Bedingungen für die Zustimmung zur Beschneidung (APPEL Pour ouvrir un débat public sur les conditions du consentement à la circoncision | APPEAL To open a public debate on the conditions for consent to circumcision) liegt eine sogenannte Pressemappe (Dossier de presse | Press kit) mit gleichem Datum bei. Bemerkenswert angestrengt („Avertissement“, „Warning“) betonen die Verantwortlichen, dass die Unterschriften unter dem Appell wenig bis nichts mit dem in der Pressemappe (Dossier) Niedergeschriebenen zu tun haben und dass auch der Verein selbst keine einheitliche Meinung zum Thema Einwilligungsfähigkeit zur medizinisch unbegründeten Beschneidung jedes dreizehnjährigen männlichen Kindes habe.

Insgesamt jedoch verwirft die informierend sowie ausgewogen im Pro-Kontra-Stil daherkommende Pressemappe die Altersgrenze 18 Jahre, sinngemäß als willkürlich gewählt, bürokratisch, altbacken, seelenlos, kinderunterdrückend und als dem intaktivistischen Anliegen schadend. Diejenige der 13 Jahre hingegen wird in leuchtenden Farben dargestellt, als leidminimierend, kultursensibel, religionsverträglich sowie jungenfreundlich und männerfreundlich. Dass das Geschlechtsorgan, bei entsprechender Meinungsfindung, anschließend irreversibel beschädigt ist, ficht die postmodernen Leidminimierer nicht an. Selbst schuld, Junge, du hättest dich ja gegen die Amputation an deinem Penis entscheiden können, dazu schließlich haben wir den AOMF-Mediator herangezogen und so viel Zeit investiert.

Tatsächlich ist eine Vereinigung frankophoner Mediatoren offizieller Empfänger des Appells, die Association des Ombudsmans et Médiateurs Francophones (AOMF).

Eine Beratungsregelung und Beratungslösung für ihre Vorhaut noch besitzende Jungen zwischen 13 und 17 Jahren wird gefordert, im weltweiten, angeblich schlimm verfahrenen Streit um die Zirkumzision sei nur damit ein global Glück schenkender Kompromiss endlich zum Greifen nahe (Un consensus mondial à portée de main autour de l’âge du consentement à la circoncision. A global consensus within reach on the age of consent to circumcision).

Die Kategorie Kind und deren rechtliche Folgen seien endlich in Frage zu stellen, Minderjährige sollen nicht länger durch Erwachsene unterdrückt werden. Auf Kindeswunsch soll der empfindlichste Teil des Penis amputiert werden dürfen. Andererseits denke nicht der gesamte Verein DaC („Recht auf Körper“) so. Eine Unterschrift auf dem Dossier de presse / Press kit der französischen Kinderbefreier und Körperrechtler sucht man vergebens.

Bei kurzem Zitieren aus dem französischen bzw. englischen Original übersetzen wir aus der Pressemappe einige intaktivistisch besonders problematische Aussagen ins Deutsche und kommentieren diese.

05.05.2019 – 5. Mai 2019

APPEL Pour ouvrir un débat public sur les conditions du consentement à la circoncision : Dossier de presse

Appeal to open a public debate on the conditions for consent to circumcision : Press kit

Und dass hier niemand etwas Falsches denkt! Warnung wie vor Starkstrom: „Achtung, Warnung. Diese ergänzende bzw. zusätzliche Dokumentation bindet die Unterzeichner des Aufrufs nicht.“

Avertissement : cette documentation complémentaire à l’Appel n’engage en rien les signataires de l’Appel.

Warning : this additional documentation does not in any way engage the signatories of the Appeal.

Hastig versichert DaC, wie gesagt, dass noch nicht einmal seine eigenen Mitglieder allesamt pauschal hinter den „lediglich als Hinweis zu verstehenden“ (frz.) oder „nur der Information dienenden“ (engl.), aber auch „zukunftsorientierten“ (frz.) und „vorausschauenden“ (engl.) Thesen und Argumentationen der Pressemappe stehen.

Les éléments contenus dans ce dossier sont donnés à titre indicatif : très avant-gardistes

The elements contained in this dossier are given for information only : they are forward-thinking

Sommaire | Summary

1 – Circoncision et souffrances : de l’ignorance au déni | Circumcision and suffering : from ignorance to denial

2 – La culture américaine de la circoncision des nouveau-nés à la conquête du monde entire | The American culture of circumcision of newborns taking over the whole world

3 – En France : des réfugiés de l’intérieur | In France : internal refugees

4 – De « la liberté de religion » à « la liberté de contraindre » | From “freedom of religion” to “freedom to coerce”

5 – Un consensus mondial à portée de main autour de l’âge du consentement à la circoncision | A global consensus within reach on the age of consent to circumcision

Suchen wir den Ausweg aus menschlichem Leiden, umarmen wir uns, ob Henker oder Todeskandidat jedenfalls ob Junge oder Beschneider. Vom schönen Volgelsheim aus den Weg zum Weltfrieden beschreiten, und ab sofort nie wieder Streit zwischen Beschneidungsbefürwortern und Beschneidungsgegnern.

„5. Ein globaler Kompromiss in der Frage nach dem rechten Alter informierten Einwilligens in eine Zirkumzision ist zum Greifen nahe.“

Débat public | Public debate

Du G7 au monde entier

Déconstruire l’idéologie de reproduction et éveiller les consciences à ce conflit de priorité avec l’allègement de la souffrance : tel est l’enjeu principal du présent dossier de presse.

Verlässliche – einklagbare – gleiche Rechte jedes Bürgers waren gestern, Leidminderung ist alles?

un point d’équilibre susceptible d’alléger un maximum de souffrances

a balance point that can alleviate the maximum amount of suffering

Gründliches Denken erübrigt sich, online ein Beschwören von Balance, Gleichgewicht ist doch wohl ausreichend ausgewogen. Und bist du etwa gegen Verringerung menschlichen Leides? Geht doch.

Exkurs zum dialogischen Prinzip und zur berüchtigten Augenhöhe. Morgen finden Antifaschist und Hitlerverehrer bzw. Afrikaner und weißer Rassist ihren balance point … dessen fraglos mittlere Position allerdings von Zeit zu Zeit neubestimmt werden muss, weil sich der eine nicht veränden wollte bzw. konnte und der Neonazi wieder etwas radikaler geworden ist. Wo beim institutionalisierten Schmerzbekunden und Tränenvergießen jedermann nicht nur das gleiche Mitspracherecht hat, sondern auch gleich wirksame Folgen seines Wehklagens beanspruchen kann, kommt selbst der Streiter für eine Allahkratie, für ein Kalifat seinem Ziel durch geduldigen Dialog unweigerlich näher und näher. Endlich sichere Jobs für Mediatoren. Soweit zum Dialog.

Erschreckend, dass den Aktivisten gegen FGM und MGM das Wegbereiten für freiwilliges gemeinschaftliches Körperverletzen an zur Selbstverstümmelung bereiten Minderjährigen als optimale Leidminderung verkauft wird.

„Letztlich sollte für DaC, dessen Ethik der Verminderung des Leidens Vorrang einräumt, die durch die Wahl dieser oder jener Altersgrenze ersparte Gesamtmenge an Leid das Entscheidungskriterium sein.“

Pour Droit au Corps, dont l’éthique donne la priorité à l’allègement de la souffrance, c’est en définitive la quantité globale de souffrance épargnée par le choix de tel ou tel âge qui devrait être le critère de décision.

For Droit au Corps, whose ethics give priority to the alleviation of suffering, it is ultimately the overall amount of suffering saved by the choice of this or that age that should be the criterion for the decision.

13 ans 13 years old

Les faits The facts

Es folgen an den sprichwörtlichen Haaren herbeigezogene Alibis dafür, dass 13 Jahre sowohl kulturkreisegläubig bzw. kulturkreissensibel als auch juristisch das geeignete Alter sei. Auf die angeblich hinreichenden heterosexuellen Erfahrungen des einen und anderen männlichen Dreizehnjährigen, die laut DaC einen Vorhautverzicht möglich bis sinnvoll werden lassen können, gehen wir noch ein.

Santé : il existe des études reconnues par l’Organisation Mondiale de la Santé, selon lesquelles la circoncision réduirait le risque d’infection par le VIH de la femme vers l’homme en cas de pénétration vaginale. Bien que controversées, ces études rendent discutable d’interdire cette option à des individus en âge d’avoir de telles relations (qu’un nombre non négligeable de jeunes explorent à partir de 13 ans selon les statistiques disponibles).

Health : There are studies recognized by the World Health Organization that suggest that circumcision reduces the risk of HIV infection from woman to man in the case of vaginal penetration. Although controversial, these studies make it questionable to prohibit this option for individuals at an age to have such relationships (which a significant number of young people explore from the age of 13 according to available statistics).

Législation : à partir de 13 ans, un jeune est jugé suffisamment responsable de ses actes pour être mis en prison (en France).

Legislation : from the age of 13, a young person is considered sufficiently responsible for his or her actions to be put in prison (in France).

Arguments

À 13 ans on n’a pas suffisamment de connaissances et d’expérience sur la sexualité pour être en mesure de prendre la décision de se faire circoncire de manière « éclairée ».

At 13 years of age, one does not have enough knowledge and experience about sexuality to be able to make the decision to be circumcised in an “informed” way.

Die Mädchen, so stellt DaC fest, dürfen vielerorts auf der Welt ohne Wissen der Eltern abtreiben oder sich einer CEGF (Chirurgie esthétique génitale chez la femme) unterziehen, einer genitalen Schönheitsoperation, obwohl sie noch minderjährig sind, noch nicht 18 Jahre alt. Da muss sich der Junge doch endlich genital verstümmeln lassen dürfen, so argumentieren unsere körperbefreienden Kinderrechtler.

Das Recht auf straffreie Abtreibung muss Mädchen offen stehen, wir sind aber dagegen, dass ein Unter-18-Jähriger eine Schönheits-OP, eine Tätowierung oder ein Piercing wählen kann und erst recht nicht in eine Sterilisation einwilligen, auch nicht nach einer „Bedenkzeit von mehreren Monaten“ (un délai de réflexion de plusieurs mois, a reflection period of several months).

Si des mineures peuvent légalement recourir à l’avortement, c’est bien que la société les considère en capacité d’un consentement libre et éclairé, quel que soit leur âge, alors qu’il s’agit d’une décision également irréversible qui engage l’intime sexuel. C’est aux pouvoirs publics de mettre en place un processus institutionnel de consentement qui garantisse du mieux possible qu’il soit « éclairé » : information dans le cadre des cours d’éducation sexuelle tout au long de la scolarité, information spécifique en préalable au passage à l’acte, par exemple sur le modèle du processus de consentement à la stérilisation à visée contraceptive, qui inclut un délai de réflexion de plusieurs mois, etc.

If minors can legally resort to abortion, it is because society considers them in a position to give free and informed consent, regardless of their age, when it is also an irreversible decision that involves one’s very sexuality. It is up to the public authorities to set up an institutional consent process that guarantees as best as possible that it is “informed”: information in sex education courses throughout schooling, specific information prior to the act, for example, on the model of the consent process for contraceptive sterilization, which includes a reflection period of several months, etc.

À 13 ans un jeune risque de ne pas avoir la « liberté » de résister à la pression de son groupe d’appartenance.

At 13 years of age, a young person may not have the “freedom” to resist pressure from the group he belongs to.

Frankreichs Politiker sollen durchsetzen: Beschneidung nur mit Beratungsschein. Das staatlich gebilligte Beratungsverfahren (un processus institutionnel de consentement, an institutional consent process) müsse zeitnah her, so suggeriert die Pressemappe. Der Junge schließlich habe erst dann die besten Chancen, alles Mögliche mit seinem Penis zu machen, wenn er zu seiner Beschneidung einmal so richtig herzhaft und bewusst Nein sagen kann. Wollen die kinderbefreienden Körperrechtler nicht auch die französischen Mädchen Nein oder eben Ja sagen lassen zum Klitorisverlust?

Ob Mädchen oder Junge, eine französische Befragungspflicht bzw. Beratungspflicht darf nicht sein, denn ein Kind, gar in mindestens gelegentlicher Anwesenheit von einem Mediziner, Kinderrechtler, Juristen, Psychologen oder Sozialarbeiter – und sicherlich in gelegentlicher Anwesenheit eines Elternteils und auch mal eines Klerikers – geradezu inquisitorisch („Bist du denn nicht fromm genug, willst du es besser wissen als der die Beschneidung fordernde Schöpfer?“, „Mein Kind, misstraust du uns Eltern, liebst du uns nicht mehr?“) nach einer allerdings möglichen zeitnahen Amputation am Geschlechtsteil zu befragen, wäre ausgeübte sexualisierte Gewalt gegen eben dieses Kind.

Hier ginge es zusätzlich um institutionalisierten und mehrfachen (mehrere Verhandlungstage bzw. Sitzungen) Kindesmissbrauch. Auch der Stand der sexuellen Erfahrungen eines Jungen sowie die aktuelle Entwicklung des Penis eines 15 oder gar 13 Jahre alten Jungen, etwa eine noch bestehende teilweise Verklebung von Glans und Präputium betreffend, haben, um keinen Akt sexualisierter Gewalt gegen den Jungen zu begehen, durch Erwachsene nicht ohne triftigen Grund angesprochen zu werden, ein durch Großfamilie, Klassenzimmer oder Straßenzug wabernder Beschneidungswunsch ist kein solcher.

Exkurs auf die östliche Rheinseite. Den Vorschlag, Jungen nach einem Beschneidungswunsch zu befragen, gab es auch in Deutschland.

Gislinde Nauy, Dana Kühnau, Mariana Pinzón Becht, Walter Otte und Victor Schiering forderten am 28.06.2014 allen Ernstes; man ersetze auch einmal, wie es das Grundgesetz gar nicht anders zulässt, Junge durch Mädchen:

„Bereits einsichts- und einwilligungsfähige Jungen müssen umfassend über die Operationsrisiken und die zu erwartenden Auswirkungen auf ihr späteres Sexualempfinden aufgeklärt werden und im Zweifelsfall ein Vetorecht gegenüber dem Eingriff besitzen. Diese Aufklärung muss nach verbrieften Standards durch ärztliches Personal durchgeführt und dokumentiert werden, sowie auch die Eltern umfassen. Ebenso sorgfältig muss jede Jungengenitalbeschneidung mitsamt allen ggf. eintretenden Operationskomplikationen anonymisiert dokumentiert werden um eine belastbare Datenbasis für die weitere Evaluation zu bekommen.“ (Säkulare GRÜNE: Hintergrundpapier zur „Jungengenitalbeschneidung“)

Zurück nach Frankreich.

Je nach familiärem Hintergrund hätte die in der Pressemappe angedachte Serie der im Beratungsschein, im amtlichen, einstweiligen und einzelfallbezogenen Beschneidungsverbot oder eben in der amtlichen französischen Beschneidungserlaubnis gipfelnden Beratungsgespräche auf Arabisch, Türkisch, Urdu oder Somali geführt zu werden. Sicherlich wäre dazu die Hinzuziehung eines Dolmetschers möglich und nötig, eine weitere Person also bekäme Intimes mit.

Ce qui est sûr, c’est qu’un jeune a plus de chance de faire ce qu’il veut de son pénis s’il a la possibilité légale de dire « non » à une circoncision, par comparaison à la situation de référence actuelle où il subit l’ablation de son prépuce même s’il est contre ou qu’il est trop jeune pour être en capacité d’exprimer son désaccord. C’est aux pouvoirs publics de mettre en place un processus institutionnel de consentement qui garantisse du mieux possible qu’il soit « libre » : recueil confidentiel du consentement, délai de rétractation et sécurisation de cette option, possibilité comme pour le risque de mariage forcé de pouvoir échapper à la pression familiale, etc.

What is certain is that a young person is more likely to do what he wants with his penis if he has the legal possibility of saying “no” to a circumcision, compared to the current situation where he undergoes the removal of his foreskin even if he is against it or too young to be able to express his disagreement. It is up to the public authorities to set up an institutional consent process that guarantees as best as possible that it is “free”: the confidential obtaining of consent, a withdrawal period and safeguarding of this option, the possibility, as with the risk of forced marriage, to be able to escape family pressure, etc.

Beschneidung gehört ins Kinderzimmer, findet Droit au Corps, sich eine Portion Genitalgewebe amputieren zu lassen ist Kindersache, Bildung ist der Schlüssel und das Wissen liegt auf der Straße. Der Junge braucht sein späteres eigenes, erwachsenes sexuelles Erleben (und die Erlebnisse und Rückmeldungen seines Sexualpartners, Anm.) nicht erst abzuwarten, schließlich gibt es Internet.

Quant à l’objection des détracteurs d’un âge du consentement dès 13 ans […] compte tenu des connaissance qu’un jeune peut facilement obtenir de nos jours, ne serait-ce que par Internet

As for the objection of those who oppose an age of consent as early as 13 years of age […] Indeed, given the knowledge that a young person can easily obtain nowadays, if only through the Internet

Minderjährige würden in Kontakt mit diversen Migrantenströmen stehen. Unerhörte Kulturbrücken würden der jungen Generation damit offenstehen, Zugänge zu anderen Lebensweisen. Dass sich weltweit Kulturen mischen, so DaC, sei unausweichlich und habe den Vorteil, dass es schon bald keine internationalen Konflikte in Sachen Zirkumzision geben werde.

(Jedes ausgiebige Sinnieren über kulturelle Vermischung setzt ein durch den Grübler begangenes Aufspalten der Menschheit in Kulturkreise voraus, eine ihm bewusste oder unbewusste Mehrkulturentheorie oder Kulturkreisetheorie. Wem der freiheitlich-demokratische Bürgerrechtsbegriff oder die AEMR Priorität ist, benötigt das nicht.)

Jeder 13 Jahre alte oder ältere Junge sei, glaubt DaC, in der Lage, zu einem durch sein Umfeld an ihn herangetragenen Beschneidungswunsch Nein zu sagen. Einen überstarken Gruppenzwang zum Beschnittensein, der auf Dreizehnjährigen lastet, verweisen die französischen Kulturkreistheoretiker ins Reich der Fabel. Jedermann hingegen kann am südafrikanischen Beispiel sehen, dass auch 15 und 16 Jahre alte Jungen zum Beschneidungsritual nicht Nein sagen können.

Die fünfzehn- oder sechzehnjährigen Xhosa sind nicht in der Lage, sich dem Ehre herstellenden Ritual zu entziehen, jährlich sterben einige. Denn wer in diesem Volk männlich geboren und nicht beschnitten ist, gilt nie als Mann und kann vom väterlichen Besitz nichts erben, die Ehe bleibt ihm unzugänglich. In jeder Beschneidungskultur ist der Unbeschnittene rechtlich und sozial ausgelöscht. „Ndiyindoda!“ hatte der jugendliche Xhosa Nelson Mandela zu rufen: I’m a man! Wer gegen FGM arbeitet, sollte vom Mau Mau Aufstand wissen und auch ein noch so antikolonial fühlendes Mädchen nicht rufen lassen: „Ngaitana – I will circumcize myself“, auch wenn nur die ggf. kindliche Wunsch-FGM hundertprozentige genitale Selbstbestimmung ist, genital autonomy.

Gerade auch bedingt durch die Auswirkungen von Internet und interkultureller Kommunikation hält DaC in Sachen Zukunft der Religionen allerlei, auch einen Niedergang der Religionen innerhalb von ein oder zwei Generationen für möglich. Das zuletzt genannte, ziemlich sinnfreie Zitat im größeren Kontext und unübersetzt:

Quant à l’objection des détracteurs d’un âge du consentement dès 13 ans, selon laquelle les religions pourraient exercer une pression sur des jeunes de cet âge en vue d’obtenir leur circoncision, elle n’est pas plausible. En effet, compte tenu des connaissance qu’un jeune peut facilement obtenir de nos jours, ne serait-ce que par Internet, et alors qu’à cet âge les questions de sexualité sont devenues très sensibles, le risque serait un déclin rapide de ces religions, en 1 ou 2 générations. D’autant que, de nos jours, les jeunes qui n’auraient pas dans leur pays une information suffisante sur les conséquences de la circoncision sont probablement en contact, de près ou de loin, avec des flux de migrants qui ont de longue date mis en place des passerelles de communication avec les « cousins » de la même génération. Ces passerelles internationales conduiront nécessairement à un brassage des cultures qui mettront la communauté mondiale à l’abri de conflits frontaliers sur le thème de la circoncision.

As for the objection of those who oppose an age of consent as early as 13 years of age, according to which religions could exert pressure on young people of that age to be circumcised, it is implausible. Indeed, given the knowledge that a young person can easily obtain nowadays, if only through the Internet, and with sexuality issues becoming very sensitive at this age, the risk would be a rapid decline of these religions within 1 or 2 generations. Especially since, nowadays, young people who do not have sufficient information in their country on the consequences of circumcision are probably in at least some degree of contact with migrants who have long established communication bridges with “cousins” of the same generation. These international gateways will necessarily lead to a mixing of cultures that will protect the world community from border conflicts over circumcision.

18 ans 18 years old

Les faits The facts

Yves Bonnardel, für Droit au Corps hoffentlich nicht eine Art Sektenguru, ist ein französischer Egalitarist, Libertärer und Antispeziezist. Der im Alter von 13 Jahren zum Vegetarismus Konvertierte setzt sich seit einem Vierteljahrhundert für den Schutz der Fische und gegen Fischerei ein (« La pêche, une vraie boucherie », Les Cahiers antispécistes n°3,‎ avril 1992). Vor vier Jahren schrieb er Die Erwachsenenherrschaft (La Domination adulte).

So, wie im 20. Jahrhundert die Herrschaft der Männer über die Frauen endlich zerbröckelte, möge nun, geht es nach Recht Auf Körper, die Dominanz der Erwachsenen über die Minderjährigen angegriffen werden, nennen wir sie jetzt einmal die Gerokratie. Werkzeug dieser Kinderfeinde, dieser Gerokraten sei die Schwelle achtzehn Jahre, diese gelte es endlich einzureißen.

Wer so denkt und zufällig auch Intaktivist ist, dürfte sicherlich zu denen zählen, die eine Altersschwelle informierter Zustimmung von beispielsweise zwölf oder 14 Jahren fordern (vgl. Walter Otte am 15.11.2012, zu lesen auf gbs-berlin.de: „Durch die Festlegung eines Mindestalters von 14 Jahren ist sichergestellt, dass ein Junge schon eine eigene Vorstellung davon hat, welche Bedeutung eine vorhandene Vorhaut auch für die Sexualität hat. Er wird hierüber mit Gleichaltrigen, mit Schulkameraden, mit Sexualkundelehrern usw. reden.“).

La majorité civile correspond à un âge qui varie arbitrairement dans le temps et selon les pays : souvent 18 ans de nos jours […]. La majorité juridique est un seuil qui a permis de longue date d’établir la domination des plus âgés sur les plus jeunes, en privant les jeunes des droits fondamentaux du fait de cette mise en « minorité », comme c’était largement le cas des femmes avant le 20ème siècle, une étape très récente où la domination masculine a commencé à s’effriter sérieusement. Le meilleur ouvrage récent sur le sujet est sans aucun doute La Domination adulte, l’oppression des mineurs de Yves Bonnardel, de 2015.

The civil majority corresponds to an age that varies arbitrarily over time and by country : often 18 nowadays […]. The legal majority is a threshold that has long established the domination of the oldest over the youngest, depriving young people of fundamental rights as a result of this “minority” status, as was largely the case for women before the 20th century, a very recent stage in which male domination began seriously to crumble. The best recent book on the subject is undoubtedly La Domination adulte, l’oppression des mineurs by Yves Bonnardel, from 2015.

Ageism, altersklassenbezogene Menschenfeindlichkeit sei schließlich genau so schlimm wie Rassismus. Beide würden der am 10.12.1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) erhobenen Forderung nach Gleichheit aller Menschen widersprechen. Die vor gut sieben Jahrzehnten in Paris verkündete AEMR kann sich nicht dagegen wehren, heute durch Parteigänger der freiwilligen Jungenbeschneidung gelobt und verwendet zu werden.

Selbst die in einigen Staaten erlaubte assistierte Sterbehilfe wird durch Droit au Corps nutzbar gemacht. Wer, etwa als schwer krebskranker Minderjähriger, sein Leben aktiv beenden darf, der dürfe sich doch wohl auch einen Teil des Körpers amputieren lassen.

Der durch eine schlimme Krankheit nahende Tod eines Minderjährigen ist mit dem Beschneidungswunsch eines Gleichaltrigen nicht auf eine Stufe zu stellen.

Cette discrimination qualifiable « d’âgisme » est, comme le « racisme », contraire au principe d’égalité de la Déclaration Universelle des Droits de l’Homme de 1948. Bien qu’en 2000 la Charte des droits fondamentaux de l’Union européenne explicite cette interdiction de toute discrimination fondée sur l’âge (chap.III, « Égalité », art. 21), la collectivité y reste sourde : « Est interdite, toute discrimination fondée notamment sur le sexe, la race, la couleur, les origines ethniques ou sociales, les caractéristiques génétiques, la langue, la religion ou les convictions, les opinions politiques ou toute autre opinion, l’appartenance à une minorité nationale, la fortune, la naissance, un handicap, l’âge ou l’orientation sexuelle. » Cette discrimination permet notamment d’exclure les plus jeunes du processus de décision de la collectivité lorsqu’il est fondé sur le scrutin, comme les femmes jusqu’en 1971 en Suisse. Exemple très significatif du conflit entre idéologie de reproduction et allègement de la souffrance, la plupart des pays qui ont légalisé l’assistance au suicide ont eu le réflexe immédiat d’en priver les « mineurs » : ce n’est qu’au bout de quelques années que les mêmes pays comprennent que cette discrimination face à la souffrance est intenable et y mettent fin (mineurs agonisant d’un cancer, etc).

This discrimination, which can be described as “ageism”, is, like “racism”, contrary to the principle of equality of the 1948 Universal Declaration of Human Rights. Although in 2000 the Charter of Fundamental Rights of the European Union made explicit the prohibition of any discrimination on the grounds of age (Chapter III, “Equality”, Article 21), the community remains deaf to it : “Any discrimination based on any ground such as sex, race, colour, ethnic or social origin, genetic characteristics, language, religion or beliefs, political or any other opinion, membership of a national minority, property, birth, disability, age or sexual orientation is prohibited.” This discrimination makes it possible, in particular, to exclude the youngest children from the community’s decision-making process when it is based on elections, as did women until 1971 in Switzerland. A very significant example of the conflict between the ideology of reproduction and the alleviation of suffering, most countries that have legalized assisted suicide have had the immediate reflex of depriving “minors” of the right ; it is only after a few years that the same countries have understood that this discrimination in the face of suffering is untenable and put an end to it (minors suffering from cancer, etc).

Das Glück ist zum Greifen nahe. Fällt erst das gerokratische Alterskonzept, endet die Entrechtung einer ganzen Menschengruppe, der Kinder. Der gesamten Kategorie Kind sei jetzt der Kampf anzusagen. Erzreaktionär und empörend kinderunterdrückend sei beispielsweise das die unmenschlich starre Altersgrenze 18 Jahre zementierende Übereinkommen über die Rechte des Kindes (CRC, UNCRC), insbesondere dessen Artikel 1 Geltung für das Kind; Begriffsbestimmung. Kind ist dort grundsätzlich: „jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat“.

« La minorité juridique » est un concept qui a permis de fabriquer culturellement 2 classes strictement cloisonnées par la barrière de l’âge et aux rôles fondés sur des scripts sociaux sans rapport avec la réalité biologique du développement humain : les « enfants » et les « adultes ». Le concept juridique de « l‘enfant », qui permet d’asseoir cette domination, a été conforté dès le titre de la Convention internationale des droits de « l’enfant » (CIDE) de 1989 : « Article premier – Au sens de la présente Convention, un enfant s’entend de tout être humain âgé de moins de dix-huit ans, sauf si la majorité est atteinte plus tôt en vertu de la législation qui lui est applicable. » Voici quelques marqueurs historiques de cette domination des adultes sur les enfants, une domination qui participe à la normalisation de cette violence d’un individu sur un autre qu’est la circoncision […]

“The legal minority” is a concept that has made it possible to culturally create two classes that are strictly compartmentalized by an age barrier, with roles based on social scripts unrelated to the biological reality of human development : “children” and “adults”. The legal concept of the “child”, which makes it possible to establish this domination, has been reinforced since the title of the 1989 International Convention on the Rights of the Child (CRC): “Article 1 – For the purposes of this Convention, a child means every human being below the age of eighteen years, unless majority is attained earlier under the legislation applicable to it.” Here are some historical markers of this domination of adults over children, a domination that contributes to the normalization of this violence by one individual to another that is circumcision (…)

Wir hingegen freuen uns über die Aussage der CRC: „Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat“, wittern jedoch ein Einfallstor beispielsweise für die Kinderehe noch im dortigen selben Satz: „soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht früher eintritt“. Denn sobald auf das Mädchen die Scharia anzuwenden ist, ist sie mit neun Jahren erwachsen (neun Mondjahre, also achteinhalb) sprich heiratsfähig, und der islamisch korrekte eheliche Geschlechtsverkehr ist dann kein Kindesmissbrauch mehr.

Es folgen Zitate aus Hammurabi, Bibel (Exodus) und dem konfuzianischen China, um eine Jahrtausende alte gruselige Herrschaft der Alten über die Kinder anzuprangern und um heute als Recht Auf Körper eine maximales Glück bringende Kinderbefreiung zu legitimieren, die dem Dreizenhjährigen die Freiheit stiften soll, in seine Zirkumzision sprich Genitalverstümmelung einzuwilligen. Ein Mädchen müsste für DaC eigentlich das gleiche Recht haben, sprich in einem längeren, politisch gewollten Aushandlungsprozess ihre FGM Typ Ib durchsetzen dürfen … Antrag abgelehnt.

En vertu du principe d’égalité, le « kiddism » a pour objectif de mettre fin à ce seuil discriminatoire de l’âge, qui donne un pouvoir des uns (les adultes) sur les autres (les enfants), comme le droit de mutiler sexuellement les garçons, alors que tout le monde jugerait inacceptable qu’un adulte pratique une circoncision sur un autre adulte non consentant. Le débat sur la circoncision ne doit surtout pas être l’occasion d’amplifier la portée de cette « minorité juridique » mais au contraire une opportunité de la dénoncer. Le « kiddism » est la prochaine grande étape de libération d’environ 50 % de l’humanité (les plus jeunes), après l’étape du « féminisme » qui a mis fin à la très ancienne « minorité juridique » des femmes, soit environ 1/4 de l’humanité si l’on en exclut les « mineures » toujours pas libérées.

According to the principle of equality, the objective of “kiddism” is to put an end to this discriminatory threshold of age, which gives power to some (adults) over others (children), such as the right to sexually mutilate boys, when everyone would consider it unacceptable for an adult to circumcise another non-consenting adult. The debate on circumcision should not be an opportunity to amplify the scope of this “legal minority” but on the contrary an opportunity to denounce it. “Kiddism” is the next major step towards the liberation of about 50% of humanity (the youngest), after the stage of “feminism” which put an end to the ancient “legal minority” of women, or about 1/4 of humanity if we exclude the “minors” who are still not liberated.

Kiddism ist für Droit au Corps so etwas wie Zwangsverkindlichung durch kinderfeindliche Erwachsene, ein Einsperren des ganz oder teilweise rechtlos gehaltenen jungen Menschen in die Kategorie Kind. Den englischen Doppelsinn, kidding heißt auch scherzen (You’ve gotta be kidding! Du machst wohl Witze!), nimmt DaC gerne in Kauf, wenn er mithilft, die schlimme Kategorie Kind abzuschaffen und das Kind politisch und rechtlich zu befreien … zu befreien zum Nichtverstümmeln oder Selbstverstümmeln durch Zirkumzision.

Note : Ce néologisme kiddism est formulé en anglais, langue dans laquelle le mot “kid” a un double sens, le sens d’enfant et le sens de blaguer. Ce deuxième sens est important, il s’agit d’inviter le lecteur à questionner le concept d’enfant, à le considérer non pas comme une catégorie « naturelle » mais comme une construction sociale, comme un « genre » c’est-à-dire comme une assignation sociale à un certain type de rôle, de même que la binarité socialement construite des genres féminin/masculin a longtemps obligé à mutiler sexuellement les enfants intersexués pour les faire entrer de force dans l’une de ces 2 seules catégories sociales et juridiques. Ce double sens prend très au sérieux l’enjeu de l’émancipation des plus jeunes, tout en « blaguant » le concept d’enfant afin de prévenir d’emblée qu’on ne se laissera pas prendre à son piège naturalisateur, à l’artificielle construction des genres âgistes enfant / adulte.

Note : The neologism “kiddism” is formulated in English, a language in which the word “kid” has a double meaning, child or joking. This second meaning is important, as it invites the reader to question the concept of the child, to consider it not as a “natural” category but as a social construction, as a “gender”, that is, as a social assignment to a certain type of role, just as the female/male genders of a socially constructed binarity have long forced the sexual mutilation of intersex children to force them into one of these two social and legal categories. This double meaning takes very seriously the issue of the emancipation of the youngest, while “joking” about the concept of the child in order to prevent from the outset that we will not be caught in the naturalizing trap, in the artificial construction of the ageist child / adult genres.

Arguments

18 ans est un âge totalement arbitraire en ce qui concerne la circoncision, simple application du référentiel juridique contemporain, un référentiel qui change au gré des siècles indépendamment de la biologie des corps. C’est un âge qui ne tient aucun compte de la place tenue par la circoncision dans toutes les sociétés qui la pratiquent, qu’elle soit motivée par des raisons de santé, des raisons de tradition culturelle ou un intérêt personnel. Le blocage sur un tel âge met fin à toute possibilité d’un dialogue visant à trouver le juste équilibre entre les parties, qui allègerait un maximum de souffrances dans le monde. Revendiquer l’interdiction d’une circoncision dépourvue de raison médicale aurait immanquablement pour conséquence un raidissement identitaire de la part des populations pour qui il s’agit d’une tradition qui soude la communauté, alors qu’un consensus serait si facile à mettre en mouvement en mettant tout le monde autour d’une table. Veut-on davantage de souffrances concrètes au nom de grands principes abstraits, instables et contestables ?

18 years is a totally arbitrary age for circumcision, a simple application of contemporary legal reference, a reference that changes over the centuries regardless of human anatomy. It is an age that ignores the place of circumcision in all societies that practice it, whether motivated by health reasons, cultural tradition or personal interest. Insistence on this age puts an end to any possibility of a dialogue aimed at finding the right balance between the parties, which would alleviate as much suffering as possible in the world. To demand the prohibition of circumcision without a medical reason would inevitably result in a strengthening of identity on the part of the populations for whom it is a tradition that binds the community, whereas a consensus would be so easy to set in motion by putting everyone around a table. Do we want more concrete suffering in the name of grand, abstract, unstable and questionable principles ?

« On ne gouverne pas à coups de lois et de décrets. La loi doit se borner à codifier et à entériner les coutumes et les mœurs. La coutume résulte des nécessités sociales, industrielles et économiques. La jurisprudence les fixe. La loi la sanctionne », Gustave Le Bon

“We don’t govern by laws and decrees. The law must be limited to codifying and ratifying customs and morals. Custom results from social, industrial and economic needs. Jurisprudence defines them. The law validates it.” Gustave Le Bon

„Gustave Le Bon (* 7. Mai 1841 in Nogent-le-Rotrou; † 13. Dezember 1931 in Paris) war ein französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe, Soziologe und Erfinder. Er gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie, einem Teilgebiet der Sozialpsychologie. Sein bekanntestes Werk ist das 1895 veröffentlichte Buch Psychologie der Massen. Le Bons Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß. Einige seiner Werke sind rassenideologisch und frauenfeindlich. Seine massenpsychologischen Schriften sollten in Verbindung mit diesen Werken interpretiert werden. Diese Werke – wie beispielsweise das 1922 auf Deutsch erschienene Buch Psychologische Grundgesetze in der Völkerentwicklung – schreiben das Voranschreiten einer so genannten zivilisierten Kultur einer dünnen Schicht von (in erster Linie männlichen) Individuen zu, die aus der Masse der europäischen Rasse hervorstechen. Sie werden bis heute von der Sozialpsychologie diskutiert.“ Wikipedia.

Dass heutige menschliche Gesetze nicht vom Himmel fallen, stimmt ebenso, wie dass dem menschlichen Handeln und selbst dem noch so klaren menschlichen Denken Sphären oder Schichten an Emotion, Erinnerung, Halbbewusstem und Unbewusstem zugrundeliegen und vorausgehen. 1 + 1 = 2 ist korrekt, aber ggf. nicht vernünftig, denn Vernunft ist immer auch Herz, Empathie. Die Frage der Nationalsozialisten „Was kosten uns Behinderte?“ war ein Angriff auch auf die menschliche Vernunft.

Der durch Droit au Corps herangezogene und gelobte Gustave Le Bon aber verzichtet im betrachteten Zitat gleich ganz darauf, die Welt durch Vernunft und vernunftbasierte Gesetze sicher und wohnlich zu machen, sondern sieht als doppelte Urquelle des ironisch betrachteten Rechts das allgemein Gewöhnliche bzw. das Brauchtum sowie die Moral (welche Moral auch immer?). Der Gewohnheit, dem Brauch aber lägen gesellschaftliche, industrielle und wirtschaftliche Bedarfe und Notwendigkeiten zugrunde. „Durch Erlassen von Gesetzen und Verordnungen lässt sich nicht regieren.“ Man behalte im Blick: Recht Auf Körper (DaC) benutzt den schrägen, eine angeblich existierende Mehrzahl an menschlichen Rassen bzw. Kulturen ordnende und hierarchisierende Denker, Le Bon lebte von 1841 bis 1931, heute und im Namen von Leidminderung und Fortschritt, um die mühsam errungene 18-Jahres-Altersgrenze einzureißen und um die Zirkumzision auf Minderjährigenwunsch durchzusetzen.

„Die G7 („Gruppe der Sieben“) setzt sich aus Frankreich, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Japan, Italien und Kanada zusammen. Die Staats- und Regierungschefs dieser Länder kommen jährlich zu einem Gipfeltreffen zusammen. Frankreich übernimmt 2019 den Vorsitz der Gruppe und macht die Bekämpfung von Ungleichheiten zum zentralen Thema seiner Präsidentschaft. Frankreich veranstaltet mehrere Ministertreffen sowie den G7-Gipfel, zu dem die Staats- und Regierungschefs der sieben Länder vom 24. bis zum 26. August 2019 in Biarritz zusammenkommen werden.“ (diplomatie.gouv.fr)

Wie zum Weltfrauentag 2019 durch die DGCS, Direction générale de la cohésion sociale bekanntgegeben wurde, erarbeitet Frankreichs Staatssekretärin für die Gleichstellung der Geschlechter Marlène Schiappa einen großen Anti-FGM-Plan (« plan excision »), der zu Beginn des Sommers 2019 fertiggestellt und auch Teil der « priorités de la présidence française du G7 » sein soll. Droit au Corps begrüßt das, verlangt aber den zusätzlichen Blick auf die Jungenbeschneidung: „Wir fordern, dass das Thema der [männlichen] Beschneidung Teil der „Prioritäten der französischen G7-Präsidentschaft“ wird, [nicht anders als es der Fall ist bei der FGM, der weiblichen Genitalverstümmelung], wobei auch die intersexuellen Verstümmelungen nicht außer Acht gelassen werden dürfen.“

Du G7 au monde entier

Beim Namedropping darf der durch seine Arbeit zum Gehorsam gegenüber Autoritäten bekannt gewordene Stanley Milgram nicht fehlen, posthum tierrechtsbewegt abgemischt. Ebenfalls mit dem Kampf gegen Tierquälerei wird der Kampf nicht gegen Mädchenleid und für Mädchenrechte, sondern gegen Jungenleid und für Jungenrechte verquirlt (ernsthafte Kinderrechtler allerdings kämpfen gegen HGM, unterscheiden sozusagen nicht zwischen FGM und MGM). Gleichzeitig soll, darum geht es Droit au Corps, der 13 Jahre alte Junge in seine GM einwilligen dürfen, nur das sei positiv, progressiv.

[…] Pour les personnes qui défendent cette pratique, ce déni des souffrances reste le dernier rempart lorsque la panoplie des arguments fallacieux a été épuisée. Pour cette raison, les souffrances liées à la circoncision font l’objet de la même invisibilisation institutionnelle qui commence à être dénoncée dans le cas des souffrances animales liées à leur production intensive. Une confrontation directe risquerait de remettre en cause les traditions qui génèrent des souffrances, que ces traditions touchent au sexe ou à l’alimentation. Stanley Milgram en a fait la démonstration avec ses expériences de « souffrance à distance » : plus l’individu sera mis au contact direct de la souffrance, moins il acceptera de se soumettre à l’autorité des traditions. Pour l’heure, force est de constater que la cause animale a pris une bonne longueur d’avance sur les défenseurs des garçons quant à la sensibilisation de l’opinion publique.

Il est temps qu’une vaste Alliance des forces « progressistes », c’est-à-dire qui donnent la priorité à l’allègement de la souffrance, soit en capacité de faire front au « conservatisme », qui donne la priorité à la reproduction. Et ce, pour toutes les formes de souffrance sociale engendrées par l’idéologie de reproduction, les mutilations sexuelles n’en étant qu’un révélateur particulièrement puissant, logées en son coeur depuis la préhistoire.

Ein Durchklick von Alliance des forces « progressistes » ist angelegt zu den anonymen Fischfreunden und Ein-bisschen-Intaktivisten der Algosphere Alliance for the alleviation of suffering.

Dort bei Algosphere Alliance (algosphere.org) findet sich neben etwas Bekenntnis gegen Beschneidung und gegen Fischfang vor allem die Weltanschauung des Leidverminderns, die derjenigen der Pressemappe sehr ähnlich ist, was kein Zufall sein dürfte: „Our proposition is to organize the alleviation of suffering, steadily and sustainably. (…) Attending to one’s own suffering is a starting point for alleviating suffering in the world. The alliance values prevention and personal autonomy.“ (Unter algosphere.org/?page_id=925 im Netz.)

Warum nur brüllt Droit au Corps derart laut nach der jedem Dreizehnjährigen einzuräumenden Wahlfreiheit einer genitalen Selbstverstümmelung? Seriöse Intaktivisten haben nicht lediglich gegen die nicht einvernehmliche Genitalverstümmelung an Minderjährigen, („non-consensual ritual circumcision (…) this kind of breach of children’s sexuality“) zu kämpfen, sondern, das Wort intactivism sagt es doch, die Intaktheit des Geschlechtsorgans vor jedem Verstümmelungswunsch zu sichern, unabhängig davon, ob ein Elternteil die GM (FGM oder MGM) will oder das zur Selbstverstümmelung verführte, das fehlgeleitete Kind. Ob sich deutsche wie französische beschnittene Männer etwas vormachen dahingehend, dass sie zu ihrer Beschneidung Nein gesagt hätten, wären sie doch nur erst gründlich informiert und dann geduldig befragt worden? Eine Illusion, sie hätten vermutlich nicht Nein gesagt und jetzt ebenfalls ein teilzerstörtes Genital.

Wie auch immer, mit diesem, durch Droit au Corps in der betrachteten, dem Appell digital beigefügten Pressemappe dargestellten: „in greifbarer Nähe liegenden globalen Konsens über das Alter der Zustimmung zur Beschneidung“ (A global consensus within reach on the age of consent to circumcision) erklärt man sich bereit, den männlichen Körper, potentiell sogar massenhaft, lebenslang zu beschädigen. Damit schadet man auch dem intaktivistischen Anliegen als dem Kampf gegen FGM oder MGM.

Die verhängnisvollen rechtlichen Folgen im Hinblick auf Kindesmissbrauch und Kinderehen sind genau im Blick zu behalten, sobald jemand anfängt, von der genitalen Autonomie (genital autonomy) eines Minderjährigen zu reden. Wer sich durch einen Erwachsenen den sensitiv wichtigsten Anteil des Genitals amputieren lassen darf, die Penisvorhaut entspricht sensorisch der Klitoris, dem wird man den Sex mit Erwachsenen oder das Heiraten eines Erwachsenen vermutlich nicht untersagen können – Droit au Corps denkt an Dreizehnjährige mit der faulen Ausrede, ein „nicht zu vernachlässigender Teil“ dieser Kinder hätte doch ohnehin schon heterosexuellen Sex (pénétration vaginale … un nombre non négligeable de jeunes explorent à partir de 13 ans selon les statistiques disponibles … vaginal penetration … a significant number of young people explore from the age of 13 according to available statistics). Körper wie Psyche jedes Dreizehnjährigen oder auch Fünfzehnjährigen jedoch sind noch lange nicht erwachsen, Kindheit bzw. Kind ist keine abstrakte Konstruktion verständnisloser oder Kinder unterdrückender Erwachsener. Nichtheterosexuelle Sexualkontakte des Kindes hat DaC dabei aus dem Blickfeld geschoben.

Wer Aushandlungsprozesse ritueller Beschneidungen plant oder für wünschenswert hält, macht sich zum Komplizen der schweren Menschenrechtsverltzung jeder Genitalverstümmelung. DaC sollte seine die genitale Unversehrtheit Minderjähriger aufs Spiel setzenden Pläne unverzüglich beenden und insbesondere von einer Minderjährige (Menschen unter 18 Jahre) betreffenden Beratungslösung Abstand nehmen. Die betrachtete Pressemappe ist zurückzuziehen und zu überarbeiten nach dem intaktivistischen sinngemäßen Grundsatz: „Ob Mädchen oder Junge, keine Beschneidung unter 18 Jahren“.

Open letter to Muslim religious leaders, Open letter to Jewish religious leaders, DaC bittet, wie wir gesehen haben, in zwei offenen Briefen die französischen Geistlichen um weniger EMGM, early male genital mutilation, und mehr LMGM, late MGM, statt wie geboten kompromisslos auf der Unversehrtheit des Genitals zu bestehen. Was für die religiösen Autoritäten bedeuten würde, in die Lehrbücher für etwa den Islamischen Religionsunterricht endlich den sinngemäßen Satz einzubauen: „Junge oder schafiitisches Mädchen, du musst dich nicht beschneiden lassen, niemals im Leben. Du giltst jeder Moscheegemeinde als vollwertig und bist dort auch unbeschnitten gleich herzlich willkommen“, weltweit sind andere Schulbücher durch Schulbehörden als Lehrmittel nicht zuzulassen.

Da war doch noch was? Achja, neben der schlimmen Pressemappe liegt seit acht Wochen der inhaltlich so seltsam magere „AUFRUF Zur Einleitung einer öffentlichen Debatte zu den Bedingungen für die Zustimmung zur Beschneidung“. Aber gewiss, gerne reden wir mit, die Bedingungen (conditions) sind: erst 18 Jahre alt werden.

Mädchen und Jungen unter achtzehn Jahren sind konsequent vor jeder unnötigen Operation zu schützen. Eine andere öffentliche Debatte sowie deren, durch Droit au Corps ohne Not in Kauf genommenen, lebenslang den Körper schädigenden Folgen sind sowohl mit einem vernunftgeleiteten menschlichen Handeln als auch mit ärztlicher Ethik unvereinbar. Eine öffentliche Debatte über einvernehmliches Verstümmeln braucht der weltweite Intaktivismus nicht, auch nicht bei noch so vielfacher Beteuerung, einen leite nichts als der Grundsatz der Leidminderung.

„[A] balance point that can alleviate the maximum amount of suffering“, „For Droit au Corps, whose ethics give priority to the alleviation of suffering“ – erschreckend und ärgerlich, dass den weltweiten Intaktivisten ein geplantes gemeinschaftliches Körperverletzen an zur Selbstverstümmelung bereiten Minderjährigen ausgerechnet als konsequent praktiziertes Mitgefühl, als stärkstmögliche Minderung menschlichen Leides verkauft wird.

Der Intaktivismus hat die sogenannten Beschneidungen an Mädchen oder Jungen, wir haben von Genitalverstümmelungen zu reden, als schwere Menschenrechtsverletzung erkannt.

Eine Menschenrechtsverletzung wird nicht akzeptabler dadurch, dass sie erst ab einem bestimmten Alter durchgeführt wird oder in aller Einvernehmlichkeit.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

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FBI ermittelt: Islamische FGM im Großraum Detroit, Michigan?

April 16, 2017

Stoppt selbst die geringst invasive FGM

Die WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalberstümmelung (FGM) muss erhalten bleiben: Nein zu den Versuchen der Straffreistellung der Islamic FGM (Chitan al-inath, indones.: sunat perempuan), etwa der sogenannten milden Sunna, überall auf der Welt. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy.

Ob als Prof. Karl-Peter Ringel mit Ass. Jur. Kathrin Meyer (§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung (2014))[1] oder ob als Gutachterin zum 70. djt Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages Hannover 2014 Bd. I: Gutachten Teil C: Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft)[2], in immer neuen Wellen branden die Versuche der Aufweichung der WHO-Klassifikation[3] zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) heran, die Versuche der Straffreistellung der irgendwie geringer invasiven Formen der Mädchenbeschneidung.

Hier haben Sozialpädagogen und Sozialarbeiter unzweideutig Stellung zu beziehen: Die Genitalbeschneidung muss global verboten bleiben bzw. werden, einerlei, ob der junge Mensch ein Mädchen ist oder ein Junge. Denn völlig altersentsprechend ist auch ein 12, vierzehn oder 16 Jahre alter junger Mensch nicht in der Lage, die Folgen der FGM oder MGM auf Gesundheit, Sexualität oder Partnerschaft abzuschätzen. Unabhängig davon kann auch eine Infektion nach einem Skalpellschnitt oder Nadelstich, kann auch die sogenannte milde Sunna zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen. Deshalb: Keine Beschneidung unter achtzehn.[4]

Überall auf der Welt muss die Mädchenbeschneidung verboten werden und illegal bleiben und muss ein Zuwiderhandeln geahndet und bestraft werden, auch im amerikanischen Land der begrenzten Unmöglichkeiten.

In den Vereinigten Staaten haben sich im Vorjahr (2016) Dr. Kavita Shah Arora, beruflich tätig im Fachbereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe am MetroHealth Medical Center in Cleveland, Ohio, und Dr. Allan Joel Jacobs, Professor für Fortpflanzungsmedizin an der Stony Brook Universität, im US-Bundesstaat New York, engagiert für das klitze- klitze-, klitzekleine Beschneiden des Geschlechtsorgans US-amerikanischer Mädchen ins Zeug gelegt (Female genital alteration: a compromise solution). Sie empfehlen eine Sichtweise und einen neuen Begriff: Statt, wie es die WHO-Klassifikation festlegt, rituelle weibliche Genitalbeschneidungen, auch die geringer invasiven, ausnahmslos als Verstümmelung (female genital mutilation, FGM) zu bezeichnen, sollen wir von Umgestaltung oder Veränderung sprechen, englisch alteration (female genital alteration, FGA).

Nicht die kinderfeindliche Praxis verbieten, sondern das störende Vokabular erneuern: Vom Verstümmeln zum Verändern. De minimis („um Kleinigkeiten“) behandelt das Rechtsprinzip, Bagatellen nicht den Tatbestand einer Norm erfüllen zu lassen, damit keiner gegen sie klagen kann. Leitsätze sind De minimis non curat lex („Das Recht kümmert sich nicht um Kleinigkeiten“) und De minimis non curat praetor („Der Strafrichter kümmert sich nicht um Kleinigkeiten“). Uns in Deutschland erinnert das an gewisse „rein symbolische Bagatellverletzungen“, die der Trierer Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Mark Alexander Zöller offensichtlich straffrei gestellt wissen will (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik? In: Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherhausgeberin: Tatjana Hörnle).

„Zudem ist mit Blick auf die Wortwahl des Gesetzgebers erkennbar, dass es sich um negative Veränderungen von einigem Gewicht handeln muss. Damit scheiden rein symbolische Bagatellverletzungen, kosmetisch motivierte Eingriffe wie „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich oder dem Modebewusstsein entspringende Intimpiercings aus dem objektiven Tatbestand des § 226a StGB aus.″ (Mark A. Zöller, Seite 733)

Den beiden amerikanischen Legalisierern der Sunna-Mädchenbeschneidung Dr. Kavita Shah Arora und Dr. Allan Jacobs gehe es nicht etwa darum, am kindlichen Genital für eine religiös gebotene bzw. kulturadäquate klitzekleine Verstümmelung (genital mutilation, FGM) zu sorgen. Vielmehr soll eine elterlich gewünschte De-minimis-Veränderung (genital alteration, FGA) am Geschlechtsorgan des weiblichen Kindes möglich sein. Gravierende Formen von FGM pardon FGA, so legt es der Aufsatz (Female genital alteration: a compromise solution) nahe, solle der Rechtsstaat nach wie vor verhindern. Als Gesetzgeber, Arzt oder überhaupt als US-Bürger müsse man hingegen Verständnis dafür haben, dass „kulturelle und religiöse Verpflichtungen“ (cultural and religious obligations) nun einmal zu erfüllen seien.

Um den kulturellen Überzeugungen gerecht zu werden und gleichzeitig die körperliche Gesundheit der Mädchen zu schützen, schlagen wir eine Kompromisslösung vor, in der liberale Staaten diese De-minimis-FGA, in Anerkennung der Erfüllung kultureller und religiöser Verpflichtungen, rechtlich zulassen, hingegen jene Formen der FGA ächten, die gefährlich sind, weil sie signifikante sexuelle oder reproduktive Dysfunktionen verursachen. […]

liberale Regierungen sollten diese De-minimis-Verfahren ermöglichen, die schließlich nicht mehr Auswirkungen haben als andere kulturell akzeptierte Verfahren, wie sie bei Minderjährigen als ästhetische Verbesserung durchgeführt werden. Schließlich werden wir argumentieren, dass die Etikettierung dieser De-minimis-Verfahren als „Verstümmelung“ kulturell unsensibel ist, diskriminierend für die Frauen und dass sie keine Menschenrechtsverletzung darstellen. Dazu bieten wir eine abgestufte Argumentation und eine Kompromisslösung an […]

viele muslimische Gelehrte klassifizieren FGA als „Sunna“ oder Praxis, wie sie vom Propheten Muhammad begründet wurde. […]

wir alle müssen endlich eine nuanciertere Position einnehmen […]

Die [in den mädchenbeschneidenden Milieus] hier und da vorzufindende Kultur des Schweigens ist zurückzuführen auf ein Misstrauen gegenüber den globalen Anti-FGA-Kampagnen, die als „sensationsgierig, ethnozentrisch, rassistisch, kulturell unsensibel und unzulässig vereinfachend“ wahrgenommen werden.[5]

Michigan 2017, offensichtlich erstmals in der Geschichte der USA befasst sich der Strafprozess um die hauptberufliche Notärztin und klandestine Ritualbeschneiderin Dr. Jumana F. Nagarwala (United States of America v. JUMANA NAGARWALA) mit dem bestehenden Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung 18 USC 116 (female genital mutilation).[6]

Mindestens schafiitisch (Fiqh nach Imam asch-Schafii), möglicherweise auch hanbalitisch schreibt der sunnitische Islam die weibliche Genitalverstümmelung als zwingende religiöse Pflicht vor (wāǧib (واجب), wadschib, anglisiert wajib; Synonym: farḍ (فرض), zu: farīḍa, Religionspflicht).[7] Die islamische Mädchenbeschneidung heißt Chitan al-inath, ḫitān al-ināṯ (ختان الإناث) oder Chatna (ختنة) ḫatna, indonesisch und malaiisch: sunat perempuan bzw. sunat pada wanita, ferner sagt man ḫifāḍ bzw. ḫafḍ, wörtl. Einsenken oder Herabtiefen, oder auch: ḫitān al-banāt, wörtlich Beschneidung der Töchter oder der Mädchen ((البنات), Tochter ist bint (بنت). Doch gibt Islamic FGM auch bei manchen Schiiten, beispielsweise bei der eher kleinen Strömung der siebener-schiitischen Dawudi Bohra (anglis. Dawoodi Bohra), das sind etwa eine Million Menschen hauptsächlich in der westlichen indischen Provinz Gujarat und der pakistanischen Stadt Karatschi, ferner in Nairobi und Mombasa, Kenia, auf Bali in Indonesien sowie in Australien und den USA.[8] Zum Vergleich: in Indonesien leben 260 Millionen Menschen, davon 225 Millionen überwiegend vom Fiqh nach Imam asch-Schafii geprägte Muslime. Auch die Kurden, soweit sunnitisch, folgen der schafiitischen Madhhab und entsprechend kennt Kurdistan die islamisch begründete weibliche Genitalverstümmelung. Und während nur die Schafiiten gleichsam zwischen Jungen und Mädchen nicht unterscheiden und männliche wie weibliche Beschneidung zur religiösen Pflicht erklären,[9] so befürworten alle vier sunnitischen Rechtsschulen die Beschneidung von Frauen; den Malikiten gilt die FGM als Prophetentradition (Sunna) und damit als empfehlenswert, für die Hanafiten wie auch für manche Hanbaliten ist sie edel, ehrenwert (makruma; honourable action, meritorious, noble deed).[10]

Die 44-jährige Dr. Jumana Nagarwala, eine US-amerikanische Muslima und Angehörige der schiitischen Strömung der Dawudi Bohra, arbeitet als Notärztin am Henry Ford Hospital, Detroit, Bundesstaat Michigan, USA. Nicht an ihrem Arbeitsplatz, sondern an einer Klinik im benachbarten Livonia (Michigan), so der strafrechtliche Vorwurf, soll sie die Geschlechtsorgane zweier etwa sieben Jahre alter Mädchen aus rituellen Gründen verletzt haben. Was genau im Februar dieses Jahres die Medizinerin aus Northville, Michigan, den beiden Siebenjährigen aus dem US-Staat Minnesota am Geschlechtsteil eingestochen, eingeschnitten oder abgeschnitten hat, ist Gegenstand der Ermittlungen, es könnte sich unter anderem auch um eine FGM Typ II handeln,[11] das bedeutet Schamlippen(teil)amputation, sowie eine Verletzung der Klitorisvorhaut. Bei Inzision (Einscheiden) der Klitorisvorhaut wäre das eine FGM Typ IV, bei Amputation von Gewebe eine FGM Typ Ia. Einige Beschneider, auch Beschneiderinnen, sollen in der Lage sein, derartig geschickt und damit ohne spätere Narbenbildung zu arbeiten, dass man die FGM Typ Ib Amputation oder Teilamputation der Klitoris nicht auf den ersten Blick erkennen kann.[12]

Man mache sich nichts vor, die FGM, auch die islamische, zielt nicht auf irgendein relativ wenig beschädigendes Pieksen oder Hauteinritzen, sondern ist der Angriff auf das Zentrum der sexuellen Lust, die Klitoris, arabisch baẓr (بظر). Man falle daher nicht auf den Nebelwurf der globalen Bewegung für immer mehr Schariagesetze herein, die sich auf den amerikanischen Sufischeich Nuh Ha Mim Keller beruft. In seiner kommentierten Übersetzung des Hauptwerks des schafiitischen Rechts (Reliance of the Traveller) gab Keller baẓr falsch wieder mit Klitorisvorhaut: „nicht die Klitoris, wie gelegentlich fälschlich angenommen wird“ (not the clitoris itself, as some mistakenly assert). Nach Keller also ziele Allahs Rede (Koran) und Mohammeds Befehl (Sunna) lediglich auf die (Teil)Ampution der Klitorisvorhaut und lasse die Klitoris in jedem Fall unangetastet. Der einen Beschneidungsbefehl (FGM) von Imam asch-Schafii (schafiitischer Fiqh) und Imam ibn Hanbal (hanbalitisch) begeistert weiterreichende sowie die gesundheitlichen Vorteile und die himmlische Weisheit der Mädchenbeschneidung nach FGM Typ Ib bewerbende Assif Hussein (Female Circumcision – The Hidden Truth) behauptet ebenfalls, dass die Scharia den unbedingten Schutz der Kitzlers gewährleisten.[13] Die Scheiche und Muftis denken gar nicht daran, eine FGM Typ Ib als Verstoß gegen die Scharia zu definieren. Eine Ausnahme ist der hanafitische Scheich Faraz Rabbani, ein Schüler von Nuh Ha Mm Keller.[14]

Die autoritativen islamischen Texte geben das Wort Klitorisvorhaut nicht her, baẓr ist und bleibt die Klitoris. Bis heute hat uns der amerikanische Sufischeich und Übersetzer des schafiitischen Rechtskompendiums Das Vertrauen des Reisenden und Rüstzeug des Anbetenden, Autor Shihabuddin Abu al-Abbas Ahmad ibn an-Naqib al-Misri (1302–1367; ʿUmdat as-Sālik wa ʿUddat al-Nāsik, engl.: Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper) kein arabisches Wort für Klitorisvorhaut nennen können.

Die Herrschaften Nagarwala (2017), Arora und Jacobs (2016), Hörnle (Herbst 2014) sowie Ringel und Meyer (Frühjahr 2014) wissen nicht oder verschweigen, dass es auch islamrechtlich nicht beim Wegschneiden der Klitorisvorhaut bleiben wird, sondern dass, wie schon in vorislamischer Zeit, selbstverständlich das weibliche Zentrum der Lust amputiert oder teilamputiert werden kann, die arabisch baẓr (Mehrzahl buẓūr) zu nennende Klitoris. Eines Tages begegnete Mohammed der zum Islam konvertierten muqaṭṭiʿatu l-buẓūr (amputatrice di clitoridi, coupeuse de clitoris, cutter of clitorises), der Frauenbeschneiderin Umm ʿAṭiyya. Die Gottgehorsame befragte den Propheten nach der religiösen Rechtmäßigkeit ihrer täglichen Arbeit und Allahs Sprecher stellte fest:

أشمِّي ولا تنهَكي

ašimmī wa-lā tanhakī

[Cut] slightly and do not overdo it

[Schneide] leicht und übertreibe nicht

Oder Mohammed verkündete den Willen des Himmels so:

اختفضن ولا تنهكن

iḫtafiḍna wa-lā tanhikna

Cut [slightly] without exaggeration

Schneide [leicht] und ohne Übertreibung

Seither ist das dem kleinen Mädchen zu amputierende Quantum und Volumen an Genitalgewebe, vielfältig und flexibel, als Viertel eines Reiskorns, als Guavensamen, Bohne, Blattspitze, Nadelkopf (the size of a nail clipping, a quarter-grain of rice, a guava seed, a bean, the tip of a leaf, or the head of a needle) definiert worden oder als Hahnenkamm (the crest of a rooster), wobei überirdisch verschwommen bleibt, ob die sogenannte Bohne oder dergleichen jetzt aus der Schamlippe, aus der Klitorisvorhaut oder aber aus der Klitoris herausgeschnitten werden muss und schon eher gesichert ist, dass jede somalische, kurdische oder indonesische Beschneiderin von Zeit zu Zeit sehr üppige Bohnen sowie ausgesprochen fleischige Hahnenkämme zwischen ihren Fingerspitzen dreht.

Fassen wir die bisherigen Ereignisse aus Detroit bzw. Livonia zusammen: Ob Dr. Jumana F. Nagarwala, die Notärztin und Muslima aus der schiitischen (Tayyibi-Ismailiten) Strömung der Dawudi Bohra, eine islamische weibliche Beschneidung sprich weibliche Genitalverstümmelung (Chatna, Chitan al-inath, in Indonesien und Malaysia: sunat perempuan, sunat pada wanita) FGM Typ IV (Einstechen oder Einschneiden usw.) oder FGM Typ Ia (Klitorisvorhaut(teil)amputation) oder eine Genitalverstümmelung aus dem Bereich FGM Typ II (Schamlippen(teil)amputation) durchgeführt hat, wird ermittelt.

Werden wir nun grundsätzlicher. Ob der junge Mensch weiblich ist oder männlich: Erst der Erwachsene, der Mensch ab 18 Jahre, kann die Folgen einer rituellen Genitaloperation abschätzen. Minderjährige, 17 Jahre alt und jünger, sind deshalb vor jeder HGM, das ist FGM oder MGM, zu bewahren.

Schluss mit dem Verhandeln um die rechte Altersgrenze des Einwilligens (age of consent), Schluss mit dem Gerede von der genitalen Selbstbestimmung des Kindes oder Jugendlichen. Ob Mädchen oder Junge: keine Beschneidung unter achtzehn!

Drei Themenkreise überlagern, verzahnen sich. Ob wir über religiöse Genitalbeschneidungen, über Päderastie oder über das Ehe- bzw. Personenstandsrecht reden bzw. diesbezüglich Gesetze schaffen, „genital autonomy“ ist auf das Engste verbunden mit dem – sehr islamischen – Anspruch beispielsweise auf Verheiratung des neunjährigen Mädchens.[15]

Deshalb sollten sich Intaktivisten und andere Kinderschützer zur Altersgrenze 18 Jahre bekennen, unterhalb von der es 1. keine Einvernehmlichkeit sexueller Handlungen mit Erwachsenen, 2. keine Ehemündigkeit und 3., ob als Mädchen oder Junge, keinen eigenen Beschneidungswunsch geben darf; die entsprechenden Gesetze sind auf den Weg zu bringen.

Denn ernsthaft gemeinter Intaktivismus, bittesehr, der Name sagt es doch, bedeutet: Unversehrtheit des Körpers, insbesondere des Geschlechtsorgans, und integriert in keiner Weise das rituelle Genitalverstümmeln, weder auf Elternwunsch noch auf Kindeswunsch.

Gabi Schmidt und Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Zu Prof. Karl-Peter Ringel mit Ass. Jur. Kathrin Meyer (§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung (2014))

Zwei Wegbereiter deutscher Mädchenbescheidung | Von Edward von Roy

https://schariagegner.wordpress.com/2014/09/14/prof-dr-ringel-empfiehlt-dem-gesetzgeber-die-fgm-typ-ia-und-iv-milde-sunna/

[2] Zur Gutachterin auf dem 70. djt Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages Hannover 2014 Bd. I: Gutachten Teil C: Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft)

Entgegnung auf die Richtigstellung der Tatjana Hörnle | Von Edward von Roy und Gabi Schmidt am 16.09.2014.

https://schariagegner.wordpress.com/2014/09/17/kommentar-zu-tatjana-hoernles-richtigstellung-zum-artikel-im-berliner-kurier/

[3] WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM)

Female genital mutilation : a joint WHO/UNICEF/UNFPA statement

Les Mutilations sexuelles féminines : déclaration commune OMS/UNICEF/FNUAP

http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/41903/1/9241561866.pdf

WHO | Eliminating female genital mutilation

Eliminating female genital mutilation: an interagency statement – OHCHR, UNAIDS, UNDP, UNECA, UNESCO, UNFPA, UNHCR, UNICEF, UNIFEM, WHO.

http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/43839/1/9789241596442_eng.pdf

Mehr als 200 Millionen von FGM betroffene Mädchen und Frauen. Die endlich nach oben korrigierten Zahlen nach Einbeziehung von Indonesien (schafiitische Rechtsschule des sunnitischen Islam).

200 million girls and women living with FGM: UNICEF | Daily Mail Online 05.02.2016

The new global figure on FGM includes nearly 70 million more girls and women than the last estimate for 2014, largely due to new data provided by Indonesia and population growth in some countries.

http://www.dailymail.co.uk/wires/afp/article-3432762/200-million-girls-women-living-FGM-UNICEF.html

05.02.2016 – NEW YORK, 5 February 2016 – At least 200 million girls and women […]

https://www.unicef.org/media/media_90033.html

[4] Europa 25 Jahre nach dem First International Symposium on Circumcision. Genital Intactness statt Beschneidung auf Kinderwunsch

Vortragsskript von Edward von Roy

Köln 14. Februar 2014

https://schariagegner.wordpress.com/2014/02/14/keine-beschneidung-unter-achtzehn/

[5] Female genital alteration: a compromise solution

Kavita Shah Arora, Allan J Jacobs

To accommodate cultural beliefs while protecting the physical health of girls, we propose a compromise solution in which liberal states would legally permit de minimis FGA in recognition of its fulfilment of cultural and religious obligations, but would proscribe those forms of FGA that are dangerous or that produce significant sexual or reproductive dysfunction. […]

liberal governments should tolerate de minimis procedures with no more effect than other accepted procedures performed on minors for aesthetic enhancement. Finally, we will argue that labelling these de minimis procedures as ‘mutilation’ is culturally insensitive and discriminatory towards women, and that they do not constitute a human rights violation. In doing so, we offer a tiered argument and compromise solution […]

many Muslim scholars classify FGA as ‘Sunnah’ or practice established by the prophet Muhammad. […]

we must adopt a more nuanced position […]

his local culture of silence is due to a distrust of the global eradication campaigns as being ‘sensationalized, ethnocentric, racist, culturally insensitive and simplistic’.

http://jme.bmj.com/content/42/3/148

Arora und Jacobs Ruth bedanken sich für Unterstützung durch Ruth Macklin und Arianne Shahvisi:

Particularly, we wish to acknowledge Professor Macklin’s view that sanctioning de minimis FGA would constitute a harm reduction strategy that cannot reasonably be considered a human rights violation. We also recognise that Professor Shahvisi’s hypothesis of a ritual vulvar nick in a clean environment and performed by a trained provider as ethically appropriate indeed is within the scope of our category 1 procedures.

Harm reduction and female genital alteration: a response to the commentaries. By Kavita Shah Arora, Allan Joel Jacobs.

http://jme.bmj.com/content/42/3/164

Cutting slack and cutting corners: an ethical and pragmatic response to Arora and Jacobs’ ‘Female genital alteration: a compromise solution’

Sanctioning a form of FGA that seeks to minimise if not eliminate harm to infants, adolescents and adult women, and at the same time show respect for cultural traditions appears to make good sense. In arguing for a de minimis procedure, the authors contend that any harm would be equivalent to that of male circumcision, a practice that is permitted by countries that have made FGA illegal. They are correct in saying that in a de minimis form, FGA could not reasonably be considered a human rights violation.

Not all cultural traditions deserve respect | By: Ruth Macklin

http://jme.bmj.com/content/42/3/155

Cutting slack and cutting corners: an ethical and pragmatic response to Arora and Jacobs’ ‘Female genital alteration: a compromise solution’ | By: Arianne Shahvisi

http://jme.bmj.com/content/early/2016/02/19/medethics-2015-103206?sid=da36f4ac-a294-400f-9088-a450e78ca416&utm_source=TrendMD&utm_medium=cpc&utm_campaign=J_Med_Ethics_TrendMD-0

Beim Reden über das Einwilligen (consent) sollte die an der Brighton & Sussex Medical School zu den Themen Bioethik, Theorie des Feminismus und FGM forschende kurdischstämmige Britin Dr. Arianne Shahvisi das Mindestalter 18 Jahre fordern, um das Genital des weiblichen oder männlichen Minderjährigen kompromisslos vor jeder rituellen Operation zu schützen.

According to Arianne Shahvisi of the University of Sussex ethics department in Britain: „One must not cause irreversible changes to the body of another person without their consent.“

http://www.dailymail.co.uk/wires/afp/article-3459336/Doctors-urge-compromise-female-genital-cutting.html

„Rites of passage are important to all of us, but one must not cause irreversible changes to the body of another person without their consent.“

(Dr Arianne Shahvisi, at the University of Sussex.)

http://www.dailymail.co.uk/health/article-3459178/FGM-akin-male-circumcision-breast-implants-designer-vagina-ops-Gynecologists-argue-genital-nicks-don-t-harm-girls-legalized.html

Kavita Shah Arora and Allan J Jacobs in their paper have compared FGM, which is considered a violation of child rights by UNICEF, with male circumcision. Jacobs is the director of gynecologic oncology at Coney Island Hospital and teaches bioethics at Stony Brook University, Stony Brook, New York. Arora is an assistant professor of reproductive biology and bioethics at Case Western Reserve University.

“In liberal societies that accept male circumcision, room for discussion surrounding the acceptability of FGA exists,” the paper, published in the Journal of Medical Ethics by British Medical Journal, says.

The authors say that a small surgical nick or a minimalistic procedure that alters the appearance of a girl’s genitalia should be allowed as a compromise to the issue of FGM.

Less severe forms of genital alteration should be tolerated, say American doctors | By: Priyanka Vora | Hindustan Times 24.02.2016

http://www.hindustantimes.com/mumbai/less-severe-forms-of-genital-alteration-should-be-tolerated-say-american-doctors/story-emb8VSj0CrFelAufo8IEvI.html

[6] Michigan 2017, Strafprozess: United States of America v. JUMANA NAGARWALA, zum bestehenden US-amerikanischen Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung gemäß 18 USC § 116 (female genital mutilation).

Detroit Emergency Room Doctor Arrested and Charged with Performing Female Genital Mutilation

https://www.justice.gov/opa/pr/detroit-emergency-room-doctor-arrested-and-charged-performing-female-genital-mutilation

Criminal Complaint

https://www.justice.gov/opa/press-release/file/957381/download

Detroit — A Detroit emergency room physician was charged Wednesday with mutilating the genitalia of two 7-year-old girls in what is believed to be the first case of its kind brought under federal law.

Jumana Nagarwala of Northville was charged with female genital mutilation […]

Detroit physician charged with mutilating girls’ genitalia | By Robert Snell | The Detroit News 13./14.04.2017

http://www.detroitnews.com/story/news/local/detroit-city/2017/04/13/doctor-charged-genital-mutilation/100416734/

Michigan Doctor Is Accused of Genital Cutting of 2 Girls | By Jacey Fortinapril | The New York Times 13.04.2017

[…] Dr. Nagarwala, who practices emergency medicine at the Henry Ford Hospital in Detroit […] The World Health Organization estimates that worldwide, more than 200 million girls and women alive today have undergone some form of genital cutting. […]

[ 200 Millionen wurde die – endlich korrekte – Zahl mit Berücksichtigung der FGM in Indonesien und Malaysia, nämlich unter Einbeziehung der schafiitischen, der sunnitisch-islamischen Chitan al-inath / sunat perempuan (FGM). ]

A Detroit doctor accused of performing genital mutilations on two seven-year-old Minnesota girls has been charged.

Cops say Dr. Jumana Nagarwala, 44, was identified by the two girls as the person who performed the barbaric procedures on them at a suburban clinic in February.

Their mothers took them to Nagarwala for the procedures, the FBI said. […]

FBI agents have also identified other children who may have suffered at the doctor’s hands between 2005 and 2007.

The accused remains in jail awaiting a hearing Monday.

Meanwhile, Muslim leaders in Minneapolis are outraged over a man patrolling a Somali neighbourhood enforcing the Islamic civil code.

Abdullah Rashid has been telling residents not to drink, use drugs or interact with the opposite sex, according to his interpretation of Sharia law, the Star Tribune reported Thursday.

Detroit doc allegedly mutilated girls‘ genitals | By Brad Hunter | Toronto Sun 13.04.2017

http://www.torontosun.com/2017/04/13/detroit-doc-allegedly-mutilated-girls-genitals

Der FGM-Fall mit Ritualbeschneiderin Nagarwala: mindestens auch eine FGM Typ II

[…] Jumana Nagarwala, 44, was also charged with „transportation with intent to engage in criminal sexual activity“ — a reference to FGM — and making false statements to a federal officer.

The criminal complaint says federal agents documented that two girls were transported by two women across state lines to a medical clinic in Livonia, Mich. Documents show Nagarwala is not employed at this clinic nor is there any record of her billings there.

The children were told it was a „’special‘ girls trip,“ according to court documents. The first victim told federal agents that she underwent a procedure „to get the germs out“ of her, and she identified Nagarwala in a photograph as the doctor who performed the operation. A medical examination performed under a search warrant found that her „labia minora has been altered or removed, and her clitoral hood is also abnormal in appearance.“ […]

The New York Times reports that she has been placed on administrative leave from Detroit’s Henry Ford Hospital, according to David Olejarz, a spokesman for the Henry Ford Health System.

Michigan Doctor Charged With Performing Female Genital Mutilation On Girls | By Merrit Kennedy | The Two-Way (NPR, ehemals National Public Radio) 14.04.2017

http://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/04/14/523917425/michigan-doctor-charged-with-performing-female-genital-mutilation-on-girls

Livonia doctor charged with female genital mutilation of children

http://www.fox2detroit.com/news/local-news/248511465-story

Nagarwala, a U.S. citizen who also speaks Gujarati, a language spoken in western India

https://scallywagandvagabond.com/2017/04/dr-jumana-nagarwala-charged-female-genital-mutilation-young-girls/

Gujarati Muslims

Many of these early merchants were Ismaili Shia, both Mustaali and Nizari. They laid the foundation of the Bohra and Khoja communities.

https://en.wikipedia.org/wiki/Gujarati_Muslims

Dr Nagarwala, who belongs to the Dawoodi Bohra community,

https://scroll.in/latest/834623/us-doctor-of-indian-origin-arrested-for-allegedly-performing-female-genital-cutting-on-minors

[7] Genitalverstümmelung an Frauen ist auch im größten muslimischen Staat der Erde eine Alltäglichkeit. Zur islamischen FGM Indonesiens. Von Jacques Auvergne (2007).

https://schariagegner.wordpress.com/2008/01/20/indonesien-genitalverstuemmelung-an-muslimischen-maedchen/

Die Al-Azhar und das weibliche Genital. Von Jacques Auvergne (2009).

[…] Den Bürgern Europas gegenüber streiten muslimische Geistliche und streiten vor allem nichtmuslimische xenophile Islamfreunde gerne ab, dass FGM (female genital mutilation, Frauenbeschneidung) irgend etwas mit dem Islam zu tun habe. Auszüge aus einer Fernsehdebatte zum Thema der weiblichen Beschneidung in Ägypten.

Ausgestrahlt wurde das Interview über den kuwaitischen Fernsehsender Al-Rai TV am 28. März 2006. Quelle MEMRI-TV, deutsch von Jacques Auvergne, 9. Juni 2008, es unterhalten sich Dr. Muhammad Wahdan, Dozent an der Kairoer Al-Azhar-„Universität“ und die Dozentin für Islamisches Religiöses Recht Dr. Malika Zarrar.

Zarrar ist grundsätzliche Gegnerin jeder Form von Frauenbeschneidung. Der Islam-Experte von der so genannten Universität Al-Azhar, die immerhin als die höchste Autorität des sunnitischen Islam gilt, hat eine „differenziertere“ Meinung: Wahdan will die FGM, Wahdan will die Teilamputation der Klitoris für alle Mädchen, die sie benötigen, nicht aber für die, die sie nicht benötigen.

https://schariagegner.wordpress.com/2008/06/09/islam-und-fgm/

Kein Islam ohne FGM. Von Jacques Auvergne (2016).

[…] In diesen Wochen plant Ägypten eine Strafverschärfung in Bezug auf diesen Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, wörtl. Beschneidung der Töchter; Tochter ist bint), in Bezug auf die weibliche Genitalverstümmelung. Der Staat würde die FGM dann, statt lediglich als Vergehen, als ein Verbrechen bewerten. Soweit so vernünftig. Nebenbei: Beschneidung, v. a. Jungenbeschneidung, ist chitan, ḫitān (ختان)‎‎, oder chatna, ḫatna (ختنة)‎‎, die Intaktheit des männlichen Genitals ist nicht weniger zu schützen als die weibliche. Wir meinen den wissenschaftlichen Begriff von körperlicher Unversehrtheit, aus islamischer Sicht freilich macht erst der Chitan das Geschlechtsorgan intakt. Ohne MGM bzw. FGM kein Kindeswohl, das ist die Maßgabe von Schöpfungsordnung (Scharia) und islamischer Normativität bzw. Gesetzlichkeit (auch Scharia).

Dann im Parlament der kleine Eklat. Der ägyptische Abgeordnete und Arzt Dr. Ahmad al-Tahawi (أحمد الطحاوى) ist Mitglied im parlamentarischen Gesundheitsausschuss. Sich auf seine ärztliche Qualifikation berufend, nennt al-Tahawi die Mädchenbeschneidung, und sei es für seine eigenen Töchter, islamisch geboten und medizinisch erforderlich („religiös und medizinisch“,دينياً و طبياً). Unfair, unbillig, ungerecht zu handeln sprich zuviel Genitalgewebe wegzuschneiden sei gewiss falsch, das Mädchen unbeschnitten zu lassen sei aber auch falsch. Aber ja doch, wo es gelte, sich zwischen Religion und Wissenschaft zu entscheiden, bevorzuge man den Glauben: „Wir folgen den Männern der Religion.“

https://schariagegner.wordpress.com/2016/07/30/das-maerchen-vom-verbot-der-fgm/

[8] Dawoodi Bohra (داؤدی بوہرہ)

The main language of the community is „Lisan ud-Dawat“, a dialect of Gujarati with inclusions from Arabic, Urdu and other languages.

https://en.wikipedia.org/wiki/Dawoodi_Bohra

https://de.wikipedia.org/wiki/Dawudi_Bohras

FGM bei den Dawudi Bohra

Female circumcision anger aired in India | The community’s insistence on “Khatna” (the excision of the clitoris) also sets it apart from others on the subcontinent | AFP 23.04.2012

https://www.dawn.com/news/712748/female-circumcision-anger-aired-in-india-fm

Australia’s first female genital mutilation trial: how a bright young girl convinced a jury | By Bridie Jabour | The Guardian 13.11.2015

https://www.theguardian.com/society/2015/nov/13/female-genital-mutilation-trial-young-girl-convinced-jury-australia

Three sentenced to 15 months in landmark female genital mutilation trial | By Michael Safi | The Guardian 18.03.2016

https://www.theguardian.com/society/2016/mar/18/three-sentenced-to-15-months-in-landmark-female-genital-mutilation-trial

[9] „Circumcision is obligatory upon men and women according to us.“ (Die Beschneidung bei Männern und Frauen ist unserer Auffassung nach verbindlich vorgeschrieben.)

http://www.ezw-berlin.de/html/15_2592.php

Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfiʿī madhhab. […]

Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfiʿī

Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

[ Shafii Fiqh – siehe aber: „Rulings from your site regarding female circumcision appear to have been taken down.“ ]

http://www.shafiifiqh.com/what-is-the-ruling-on-circumcision-for-women/

The official position of the Shafi’i School is that it is obligatory for a woman. […]

Answered by: Shaykh Yaqub Abdurrahman

http://www.shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=173

[10] Islam Question and Answer, General Supervisor: Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjid. Fatwa.

60314: Circumcision of girls and some doctors’ criticism thereof

[…] Circumcision is one of the Sunnahs of the fitrah, and it is for both males and females, except that is it obligatory for males and Sunnah and good in the case of women. End quote […]

In the fatwa of Shaykh ‘Atiyah Saqar – the former heard of the Fatwa Committee in al-Azhar – it says:

The calls which urge the banning of female circumcision are call that go against Islam, because there is no clear text in the Qur’an or Sunna and there is no opinion of the fuqaha’ that says that female circumcision is haraam. Female circumcision is either obligatory or recommended. […]

https://islamqa.info/en/60314

45528: Medical benefits of female circumcision

https://islamqa.info/en/45528

The official position of the Shafi’i School is that it is obligatory for a woman. There is also a weaker opinion that Imam Nawawi [an-Nawawī, 1233 bis 1277] relates in Rauda [Kitāb ar-Rauḍa] 10/180 that it is recommended. This is the opinion maintained by other scholars who considered that it is recommended or simply a noble deed, like Imam Abu Hanifa and Imam Malik.

by: Shaykh Yaqub Abdurrahman

http://www.shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=173

To mutilate in the name of Jehovah or Allah: legitimization of male and female circumcision.

Sami A. ALDEEB ABU-SAHLIEH. Med Law. 1994;13(7-8):575-622, July 1994.

Female circumcison is practised in Sudan, Somalia, Egypt and a few other Arab and Muslim countries. It has triggered a passionate public debate in the West. This debate has found somewhat of an echo in the Arab and Muslim world, but some Muslim religious circles such as Al-Azhar (Egypt), the most important Islamic centre in the world, try to justify it on the basis of sunna (that is, to conform with the tradition of the prophet Mohammed).

http://www.cirp.org/library/cultural/aldeeb1/

No distinction between male and female circumcision

Sami A. ALDEEB ABU-SAHLIEH. Med Ethics. 1995 Oct;21(5):311.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1376781/

(Fatwa)

Islam Question and Answer

General Supervisor: Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjid

45528: Medical benefits of female circumcision

(Question)

Could you explain me what is the medical benefit of girl’s circumcision?

(Answer)

[…] Female circumcision has not been prescribed for no reason, rather there is wisdom behind it and it brings many benefits.

Mentioning some of these benefits, Dr. Haamid al-Ghawaabi says:

The secretions of the labia minora accumulate in uncircumcised women and turn rancid, so they develop an unpleasant odour which may lead to infections of the vagina or urethra. I have seen many cases of sickness caused by the lack of circumcision.

Circumcision reduces excessive sensitivity of the clitoris which may cause it to increase in size to 3 centimeters when aroused, which is very annoying to the husband, especially at the time of intercourse.

Another benefit of circumcision is that it prevents stimulation of the clitoris which makes it grow large in such a manner that it causes pain.

Circumcision prevents spasms of the clitoris which are a kind of inflammation.

Circumcision reduces excessive sexual desire.

[…]

The female gynaecologist Sitt al-Banaat Khaalid says in an article entitled Khitaan al-Banaat Ru’yah Sihhiyyah (Female circumcision from a health point of view):

For us in the Muslim world female circumcision is, above all else, obedience to Islam, which means acting in accordance with the fitrah and following the Sunnah which encourages it. We all know the dimensions of Islam, and that everything in it must be good in all aspects, including health aspects. If the benefits are not apparent now, they will become known in the future, as has happened with regard to male circumcision – the world now knows its benefits and it has become widespread among all nations despite the opposition of some groups.

Then she mentioned some of the health benefits of female circumcision and said:

It takes away excessive libido from women

It prevents unpleasant odours which result from foul secretions beneath the prepuce.

It reduces the incidence of urinary tract infections

It reduces the incidence of infections of the reproductive system.

In the book on Traditions that affect the health of women and children, which was published by the World Health Organization in 1979 it says:

With regard to the type of female circumcision which involves removal of the prepuce of the clitoris, which is similar to male circumcision, no harmful health effects have been noted.

And Allaah knows best.

https://islamqa.info/en/45528

I’m against the complete removal of the clitoris. I’m totally against this, because it is forbidden and does not please Allah.

Clip No. 1090 Egyptian Experts on Islamic Religious Law Debate Female Circumcision | MEMRI The Middle East Media Research Institute | 27.03.2006

https://www.memri.org/tv/egyptian-experts-islamic-religious-law-debate-female-circumcision/transcript

Clip No. 1090

Egyptian Experts on Islamic Religious Law Debate Female Circumcision

27.03.2006

Following are excerpts from a debate on female circumcision in Egypt. Al-Azhar University lecturer Dr. Muhammad Wahdan and lecturer on Islamic religious law Dr. Malika Zarrar participated in the debate, which aired on the Kuwaiti Al-Rai TV on March 28, 2006.

https://www.memri.org/tv/egyptian-experts-islamic-religious-law-debate-female-circumcision

The issue of female circumcision is very contentious. Note first that the above translation of the Manual of Shafi’i jurisprudence (fiqh) provided by Nuh Ha Mim Keller is not correct, since what the Arabic actually says is:

„Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male, but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called KhifaaD).“

http://answering-islam.org/Index/C/circumcision.html

[11] FGM-Fall und Ritualbeschneiderin Nagarwala: Offensichtlich mindestens auch eine FGM Typ II.

A medical examination performed under a search warrant found that her „labia minora has been altered or removed, and her clitoral hood is also abnormal in appearance.“

http://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/04/14/523917425/michigan-doctor-charged-with-performing-female-genital-mutilation-on-girls

According to court documents, when the girl arrived, her labia minora, the flaps on either side of the vaginal opening, was removed. Her clitoral hood was also damaged, according to the criminal complaint.

Michigan doctor accused of performing genital mutilation on young girls is denied bail | By Caroline Modarressy-Tehrani | VICE News 17.04.2017

https://news.vice.com/story/michigan-doctor-jumana-nagarwala-accused-of-performing-genital-mutilation-on-young-girls-denied-bail

[12] Islamisch-innovativ ist … FGM Typ I narbenfrei.

The injury had healed with no obvious scarring to either. The crown prosecutor later explained to the court this was because KM had perfected a technique that left no scarring.

Australia’s first female genital mutilation trial: how a bright young girl convinced a jury | By Bridie Jabour | The Guardian 13.11.2015

https://www.theguardian.com/society/2015/nov/13/female-genital-mutilation-trial-young-girl-convinced-jury-australia

Both girls were aged seven at the time of the FGM, which was classed as either type one or type four, involving the cutting or partial removal of their clitorises without leaving a scar.

By: Michael Safi | The Guardian 18.03.2016

https://www.theguardian.com/society/2016/mar/18/three-sentenced-to-15-months-in-landmark-female-genital-mutilation-trial

[13] Asiff Hussain

Female Circumcision – The Hidden Truth · How Misogynists and Feminists are feeding upon each other to denigrate an Islamic practice that brings untold benefits to women

http://asiffhussein.com/2015/04/02/female-circumcision-the-hidden-truth/

http://sailanmuslim.com/news/female-circumcision-the-hidden-truth-by-asiff-hussein/

Asiff Hussein […] serves as Head of Outreach of the Centre for Islamic Studies (CIS) […] He also served as Editor-in-Chief of Islamic Finance Today, a magazine exclusively dedicated to the promotion of ethical interest-free banking and finance from 2006-2016. He presently serves as Editor-in-Chief of Wahed Invest Islamic Finance Blog. […] He is an Alumnus of the International Visitor Leadership Programme organised by the US State Department, having participated in an IVLP Programme on Religion and Social Justice in America on a tour that covered Washington, Huntsville, Birmingham, Santa Fe and San Francisco from June 28th to July 16th 2010.

http://asiffhussein.com/about-asiff-hussein/

Asiff Hussain wurde in Südostasien bereits 2006 gelesen …

https://dkmfahutan.wordpress.com/2006/09/12/khitan-wanita/

… sowie 2015 in Sri Lanka.

http://www.anvermanatunga.net/english/female-circumcision-the-hidden-truth-by-asiff-hussein/

sunna circumcision involving minor cutting of the clitoris

http://www.religioustolerance.org/fem_cirm.htm

[14] Der hanafitische Scheich Faraz Rabbani ist Schüler u. a. von Nuh Ha Mim Keller.

Anyways, Shaykh Faraz is someone who has studied under Shaykh Nuh (I’m not sure if you’ve heard of Sunnipath??). This is an answer from Sunnipath.

https://muslihoon.wordpress.com/2006/08/18/a-startling-and-uncomfortable-discovery-in-islamic-shariah/

Shaykh Faraz Rabbani […] is a student of Shaykh Nuh Keller and teaches Hanafi fiqh and other subjects in Amman.

http://islamqa.org/hanafi/qibla-hanafi/42880

[15] The answer to your question may be found in the ahaadeeth of Sahih al-Bukhari and the commentary of al-Hafiz al-‘Asqallani, which are quoted below:

‘A’isha (…) said: „The Prophet (…) married me when I was six years old. Then we came to Madina and stayed in Bani al-Harith ibn Khazraj. I fell ill and my hair started to fall out (due to the illness; then it grew back thick again). My mother Umm Ruman came to me whilst I was on a swing and my friends were with me. She shouted for me and I came to her, not knowing what she wanted. She took me by the hand and led me to the door of the house. I was out of breath and we waited until I had calmed down, then she took some water and wiped my face and head, then took me inside. There were some women of the Ansar in the house, and they said: “ ‘Ala al-khayri wa’l-baraka wa ‘ala khayri ta’ir (blessings, best wishes, etc).“ My mother handed me over to them and they tidied me up, then suddenly the Messenger of Allah (…) was there. It was mid-morning, and they handed me over to him. At that time I was nine years old.“ (Reported by al-Bukhari, 3605).

‘Urwah said: „Khadija died three years before the Prophet (…) migrated to Madina. He stayed alone for two years or thereabouts, then he married ‘A’isha when she was six years old, and consummated the marriage when she was nine years old.“ (Reported by al-Bukhari, 3607)

The phrase „he married ‘A’isha“ means that the marriage contract was drawn up; the marriage was consummated later on, when she was nine.

Muslim reports from al-Zuhri, from ‘Urwah, that ‘A’isha said that she was taken to him when she was nine years old, and she took her toys with her.

https://islamqa.info/en/1493

(Muhammad and Aisha Revisited) An Examination of Muhammad’s Marriage to a Prepubescent Girl And Its Moral Implications | By Sam Shamoun | Answering Islam

http://www.answering-islam.org/Shamoun/prepubescent.htm

Nuray wirkt glücklich.

Die deutschen Besucher forderten die Eltern auf, ein eigens angefertigtes Schriftstück zu unterschreiben: „Wir haben verstanden, daß Nuray in Deutschland willkommen ist, wenn sie 14 Jahre alt ist“, heißt es darin. „Wir wurden darüber belehrt, daß sexuelle Kontakte zwischen dem 22jährigen Levent Metin und unserer zwölfjährigen Tochter nach deutschem Recht streng verboten sind und mit Gefängnis bestraft werden.“ Das gelte auch für sexuelle Kontakte in Griechenland, steht da. Dahinter hat jemand handschriftlich gekritzelt: „und überall auf der Welt“.

Überall auf der Welt, nur nicht in Thrakien, wo etwa ein Drittel der 338 000 Menschen Muslime sind. Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali [Μέτσο Τζεμαλί, Faziletli Gümülcine Müftüsü Hafız Cemali Meço Efendi], hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. Er ist vom griechischen Staat bestellt, sein Amtsgebäude im Zentrum der Stadt ist zugleich Standesamt und Friedensgericht […]

Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.“

Das verheiratete Kind | Von Uta Keseling | WELT (Welt/N24) 25.02.2005

https://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

[ Düsseldorf: Bereits im Jahre 2006 ] tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde [ s.: Nikah ] an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. […]

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz [das islamische Familienrecht und überhaupt das Islamische Recht, die zeitlose Scharia] erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. [vgl.: Genital Autonomy, oder: bei Keseling: „Es war Liebe“, sagt Nurays Mutter, und auch Nuray, die zwölfjährige Braut in Kopftuch und Blümchenrock, sagt: „Ja, es war Liebe“ und versucht, dabei nicht allzu stolz auszusehen.] Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

„Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund. „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“

Düsseldorf – Unglaublicher Fall: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby | Von Barbara Kirchner | EXPRESS 11.06.2008

http://www.express.de/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby-22167452

An den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

20.08.2016

Eherecht Pet 4-18-07-4030-036062

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

Begründung

Islamisches Recht ist Scharia. […]

https://schariagegner.wordpress.com/2016/08/20/petition-gegen-kinderehen/

Mit Terre des Femmes politisch korrekt gegen Genitalverstümmelung

Dezember 4, 2014

ختان الإناث

ḫitān al-ināṯ

sunat perempuan, khitan wanita

FGM nach Koran und Sunna

Genital autonom oder genital intakt

Zur deutsch-indonesischen Achse der Bewegung für die Straffreistellung einer europäischen männlichen und weiblichen Genitalbeschneidung. Von Jacques Auvergne

56 % Mädchenbeschneidung ohne Elternwissen, die armen Kinder und Eltern und diese schlimmen Krankenhäuser, möchten Sie unsere Petition denn nicht unterzeichnen? Eine 2014 zum Thema jahrhundertealte islamische FGM bzw. indonesische FGM sowie künftig legale oder vielleicht gerade noch abzuwehrende deutsche FGM (Hörnle und Deutscher Juristentag über § 226a StGB; Ringel und Meyer über § 1631d BGB) schlampig arbeitende Seite verbreitet das Schauermärchen: „Und 2010 wurde bei der Befragung von 160 Krankenhäusern festgestellt, dass 34% FGM anbieten und 56% davon dies auch ohne Einwilligung der Eltern durchführen“. Was ist dran an der Saga?

Nichts. Gar nichts. Indonesien beschneidet freilich trotzdem 1. Tag für Tag 2. islamisch korrekt begründet 3. immer mehr Mädchen 4. immer invasiver. Der durch TdF komplett falsch wiedergegebene YARSI-Vorsitzende Prof. Dr. Uddin ist in der Tat einen Blick wert. Seine YARSI ist der radikalislamischen Federation of Islamic Medical Associations (FIMA) angeschlossen (siehe unten), deren Vorstand (Executive Committee, ExCo) sich halbjährlich im saudi-arabischen Mekka trifft, welche die himmlischen Scharianormen im weltweiten Medizinrecht implementiert und die selbstverständlich nicht gegen, sondern für die Gegenwart und Zukunft der islamischen Mädchenbeschneidung sprich Genitalverstümmelung arbeitet.

Ohne die Erlaubnis der Eltern beschneiden keine 56 % der indonesischen Kliniken oder indonesischen untersuchten Kliniken oder der indonesischen mädchenbeschneidenden Kliniken innerhalb der untersuchten Kliniken die Mädchen, TERRE DES FEMMES kann zwar zu FGM weder lesen noch zitieren, dafür kann TdF Fehlalarm, Fehlinformation und uns für diese Minderleistung ganz engagiert um Geldspenden bitten. Die Deutschland 2014 real drohende Legalisierung der weiblichen Genitalverstümmelung mindestens von FGM Typ Ia und Typ IV wird durch Deutschlands größte Frauenrechtsbewegung immer noch nicht ernsthaft angeprangert, die mit FGM Typ Ib vielleicht sogar Typ II zu vergleichende Jungenbeschneidung wird verharmlost und, wie ja vielleicht demnächst die FGM, ins Wahlrecht des vierzehnjährigen jungen Menschen gestellt.

Rückblick. Auch Terre des Femmes (Stellungnahme von TERRE DES FEMMES e.V. Menschenrechte für die Frau zur gesetzlichen Regelung zur Beschneidung männlicher Kinder -Eckpunkte einer Regelung-) wollte am 30.09.2012 die Genitalverstümmelung auf Kinderwunsch:

Männlichen Kindern darf das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung nicht abgesprochen werden. Sie sollen, wenn sie alt genug sind, selbst entscheiden dürfen, ob sie beschnitten werden möchten oder nicht. Das Recht der Eltern auf Religionsausübung wird durch ein Verbot der männlichen Beschneidung nicht beeinträchtigt, wenn sie auf die Entscheidung des Sohnes warten müssen.

http://frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/TDF-Stellungnahme_zur_gesetzlichen_Regelung_zur_Beschneidung_maennlicher_Kinder.pdf

Wenn TdF Gleichberechtigung wirklich wollte, müsste sie das soeben Geforderte konsequent ergänzen:

Weiblichen Kindern darf das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung nicht abgesprochen werden. Sie sollen, wenn sie alt genug sind, selbst entscheiden dürfen, ob sie beschnitten werden möchten oder nicht. Das Recht der Eltern auf Religionsausübung wird durch ein Verbot der weiblichen Beschneidung nicht beeinträchtigt, wenn sie auf die Entscheidung der Tochter warten müssen.

Der Jugendliche, schlimmer: das Kind sollte sich das Geschlechtsorgan freiwillig rituell verstümmeln lassen dürfen, dafür also trat 2012 auch TdF an. Derlei genitalverstümmelnde Autonomie gilt es weltweit zu verhindern, zumal das Mädchen im Islam mit neun Mondjahren, also achteinhalbjährig, erwachsen, mündig, beispielsweise heiratsfähig und in der religiösen Ehe geschwängert werden darf. Wer die Nulltoleranzgrenze der HGM, das ist die human genital mutilation, also FGM und MGM, wirklich will, fordert unzweideutig: Keine Beschneidung unter achtzehn.

Deutschland 2014. Zu befürchten ist, dass die FGM Typ milde Sunna bald erlaubt sein wird, 70. Deutscher Juristentag, Beschlüsse der Abteilung Strafrecht:

7. d.

§ 1631d BGB begegnet keinen grundlegenden verfassungsrechtlichen Bedenken.

angenommen 40:32:19

8.

Dem Gesetzgeber ist zu empfehlen, § 226a StGB geschlechtsneutral zu formulieren, so dass auch die Genitalverstümmelung bei männlichen Personen, welche in der Intensität über die traditionelle Beschneidung hinausgeht, erfasst wird.

angenommen 54:23:14

http://www.djt.de/nachrichtenarchiv/meldungen/artikel/beschluss-der-abteilung-strafrecht/

Nun zu Terre des Femmes.

Falschmeldung 1: „Und 2010 wurde bei der Befragung von 160 Krankenhäusern festgestellt, dass 34% FGM anbieten und 56% davon dies auch ohne Einwilligung der Eltern durchführen“, ein Gruselmärchen Made in Germany.

Weiter behauptet TdF:

Entgegen der Empfehlung des Gesundheitsministeriums und des MUI, „nur“ einen Schnitt in die Klitoris zu machen, wird gerade in den Krankenhäusern meist Gewebe entfernt und oft die Klitoris verletzt.

Bei Asia News liest man hingegen, was der MUI (zur Zeit, die Klitorisamputation behält sich der schafiitische Islam vor und muss es 2014 nicht offen sagen) wirklich fordert: „cutting out parts that cover the clitoris“, also Herausschneiden der teilweisen oder gesamten Klitorisvorhaut, eine FGM Typ Ia, von einem Schnitt in die Klitoris ist nicht die Rede (real wie realislamisch kommt er freilich vor und findet weltweit leider viel häufiger ohnehin eine FGM Typ Ib statt, aber noch nicht durch den MUI angeordnet).

Terre des Femmes:

Die Regierung Indonesiens schützt derzeit die Mädchen nicht, sondern opfert sie der frauenfeindlichen, reaktionären und selbstgerechten Politik einer (zum Teil religiös-fundamentalistischen) Minderheit und den selbst geschürten Irrtümern und Mythen rund um „Vorteile“ und „Nutzen“ weiblicher Genitalverstümmelung.

aber nein, weder der Majelis Ulama Indonesia (MUI) noch die Nahdlatul Ulama (NU) sind „Minderheit“, sondern echter alter Islam. Etwas anderes zu sagen ist so, als würde man im weltweiten Katholischen Machtbereich den Vatikan eine fundamentalistische Minderheit nennen. Die Beschneidung aller Jungen und Mädchen gilt Schafiiten islamrechtlich (islamisch) nicht lediglich als empfohlen (mandūb, mustaḥabb) oder, wie 2008 in MUI-Fatwa Nomor 9A in frommer Verstellung (Taqiyya) angedeutet, als ehrbar (makruma), sondern als verpflichtend (wāǧib, farḍ). Damit unterliegen die Gelehrten des Indonesian Ulema Council gerade keinem Irrtum in Bezug auf den Vorteil oder Nutzen der sunat perempuan und auch die gottesfürchtigen Indonesier wollen in den Himmel kommen, dem Höllenfeuer zu entgehen ist und die ewige Nähe zu Allah zu erreichen für sie der größte denkbare Nutzen. Der Fiqh der Schafiiten fordert die Beschneidung der Jungen und Mädchen noch nicht einmal mehrheitlich, sondern beinahe hundertprozentig, geradezu unisono. Die Minderheitenmeinung unter den schafiitischen ‚Ulama, FGM sei nicht islamisch verpflichtend sondern empfohlen bzw. ehrbar, ist derartig marginal, dass sie auf lange Sicht wenn nicht auf immer politisch bedeutungslos bleiben wird.

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/173-weibliche-genitalverstuemmelung/1415-hintergrundinformationen-zur-petition-genitalverstuemmelung-in-indonesien-schutz-statt-verharmlosung

The Indonesian Council of Ulema (MUI) is in favour of female circumcision (and men) that, although it can not be considered mandatory, it is still „morally recommended.“ …

Vorsicht Falle, die ‚Ulama verstecken ihre Ansicht, dass das Mädchen selbstverständlich beschnitten werden muss beispielsweise hinter dem islamisch korrekten Argument, die Mädchenbeschneidung (FGM) sei zwar kein Teil der Mu’amalat oder zwischenmenschlichen Pflichten, sondern Teil der ‚Ibadat (the acts of worship), der gottesdienstlichen Pflichten oder Pflichten Allah gegenüber. Insbesondere wird mit morally recommended bzw. on moral grounds auf den aḫlāq (akhlaq, Code of Conduct for an Islamic Way of Life) angespielt, was ebenso islamische Morallehre meint wie schlicht das menschliche Dasein als Geschöpf. Allah ist al-Ḫāliq, der Schöpfer, alles außer ihm ist Ḫalq, seine Schöpfung. Über den Achlaq sprich die schariafromme Moral und den Charakter bewusster Seinsweise islamischer Geschöpflichkeit ist augenzwinkernd oder mit der Rute drohend festgestellt worden: Gerade durch das Veredeln ihres Achlaq erfüllen Muslime ihre gottesdienstlichen Pflichten ‚Ibadat (By improving their akhlaq, the muslims improve their ‚Ibada). Ansonsten umfasst aḫlāq zunächst das Wissen von der fiṭra, dem natürlichem Ausgerichtetsein auf Allah hin. MGM wie FGM ist auch der indonesischen MUI Teil der Fitra.

Amin Ma’ruf, pointed out that it is an „advisable [Sunnah Mu’akkada, not obligatory but highly recommended] practice on moral grounds“, at the same time, he rejects any attempt to declare this practice illegal or contrary to the principles. It comes under the sphere of „human rights,“ said the Islamist leader, and is „guaranteed by the Constitution.“

„Female circumcision – said Amin – is commonly practiced by cutting out parts that cover the clitoris“ and, at the same time, he invites believers to refrain from „excessive circumcision“ that ends up becoming a real mutilation genital. He recalled that the MUI can not make this practice „mandatory“ [die Taqiyya bitte genau lesen: nicht MUI kann das Frauenbeschneiden als wadschib (religiös verpflichtend) erklären, nur Allah kann das], but „strongly rejects“ the possible cancellation of this „tradition“ which is performed in a „ritualistic ceremony“ and also applies to men.

von: Mathias Hariyadi (Indonesian Ulema in favour of female circumcision: a „human right“), AsiaNews 24.01.2013

http://www.asianews.it/news-en/Indonesian-Ulema-in-favour-of-female-circumcision:-a-human-right-26948.html

‚Ilm al-Achlaq, das Wissen und die Ethik von der Geschöpflichkeit. Man beachte die hohe Bedeutung der Fitra.

The level of human perfection is determined by discipline and effort. Man stands between two extremes, the lowest is below beasts and the highest surpasses even the angels. The movement between these extremes is discussed by ‚ilm al-akhlaq or the science of ethics.

Traditional Muslim philosophers believed that without ethics and purification (tazkiya), mastery over other sciences is not only devoid of value, but would obstruct insight. That is why it has been said that, `knowledge is the thickest of veils‘, which prevents man from seeing reality (haqiqa).

By improving their akhlaq, the muslims improve their ‚ibada.

http://en.wikipedia.org/wiki/Akhlaq

Für Schriftgläubige ist die Penisvorhaut eines Erwachsenen gar kein religiös zulässiges bzw. islamrechtlich legales (ḥalāl) Körperteil, da kann bei allem Amputieren gar nichts verstümmelt werden, für nahezu jeden Gelehrten der Schafiiten und ungefähr jeden zweiten ʿĀlim (Sg. V. ʿUlamāʾ) der Hanbaliyya gilt das zusätzlich für die Klitorisvorhaut oder inschallah eben die Klitoris. Nichts mit FGM und mutilasi, einfach khitan sagen oder sunan.

Fitra (fiṭra)

http://en.wikipedia.org/wiki/Fitra

Falschmeldung 2 (Hintergrundinformationen zum 6. Februar: „Internationaler Tag Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“) behauptet unbeirrt über Indonesiens von Dr. Uddin untersuchten Krankenhäuser: „56% davon dies auch ohne Einwilligung der Eltern“. Die Religion hingegen, so legt man uns nahe, sei im Kampf gegen die sunat perempuan (Islamic FGM) hoch willkommen, das mädchenbeschneidende Volk gewissermaßen noch nicht islamisch genug:

Obwohl viele AktivistInnen, islamische Gruppen und Nichtregierungsorganisationen sich für ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung einsetzen und dies sowohl mit den Menschenrechten und gesundheitlichen Aspekten als auch mit dem Koran begründen, wird dieser Brauch von der Bevölkerung beibehalten.

Welche indonesischen islamischen Gruppen sich auf den Koran berufen und gegen die Frauenbeschneidung nach Koran und Sunna kämpfen verschweigt uns TdF einstweilen. Das ist bedauerlich, ein paar Gruppen- und Personennamen derartiger schariatreuer Schariagegner hätten wir gerne heute schon besprochen.

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/173-weibliche-genitalverstuemmelung

Falschmeldung 3

„56% davon … ohne Einwilligung der Eltern“

http://archiv.frauenseiten.bremen.de/fastmedia/36/FGM%20Indonesien-Verteiler.pdf

Falschmeldung 4 („Contact: Katharina Kunze“) verbreitet man sogar auf Englisch

The findings in the recent study (Uddin, 2010) shows that 34% of the questioned hospitals offer FGM and 56% of these even perform it without the parents’ consent right after birth.

http://tbinternet.ohchr.org/Treaties/CRC/Shared%20Documents/IDN/INT_CRC_NGO_IDN_16628_E.pdf

FGM in Indonesien, Stichwort Uddin (2010) und 56 %. Hier einmal scheint Jurnalis wirklich der Vorname von Professor Uddin zu sein, ansonsten bedeutet jurnalis Journalist.

http://www.jurnalperempuan.org/uploads/1/2/2/0/12201443/7215435_orig.jpg

Was war 2009 wirklich festgestellt worden?

Jumalis Uddin sagte 2010 nicht anderes, als dass von den 18 Prozent der indonesischen Kliniken, die FGM anbieten, 56 % Prozent diese lediglich symbolisch (simbolik) durchführen, also ohne Gewebe vom Genital zu entfernen, während die verbleibenden 44 % eingestehen, Teile des weiblichen Genitals zu amputieren.

A 2003 study conducted by the Population Council in Jakarta with the support from the Ministry for Women’s Empowerment concluded that “extensive medicalization of [female circumcision] has already occurred in some parts of the country and is underway in others”.25

This conclusion was supported by a 2009 Indonesia-wide survey on female genital mutilation, published by the Institute of Population and Gender Studies, Yarsi University, Jakarta, which found that “medicalization” of female genital mutilation “continues to this day without showing any tendency of a downward trend”.26

The 2009 study, which examined the practice of female genital mutilation by health institutions (general hospitals, women and children’s hospitals, and maternity clinics) and health professional organizations, found that 18 per cent performed female genital mutilation.27 The study found that, of the health institutions that perform “female circumcision”, 56 per cent said that the procedure was “symbolic” and did not remove any part of the genitalia and the remaining 44 per cent admitted to removing parts of the female genitalia.28

25 Population Council, Female Circumcision in Indonesia: Extent, Implications and Possible Interventions to Uphold Women’s Health Rights, Jakarta, September 2003, p39.

26 Uddin, Prof Dr. Jurnalis et al, Female Circumcision: A Social, Cultural, Health and Religious Perspective, Institute of Population and Gender Studies, Yarsi University, Jakarta (Jakarta: Yarsi University Press, 2010), (Uddin et al, 2010), p162.

27 Uddin et al, 2010, Supra No28, pp3-4.

28 Uddin et al, 2010, Supra No28, pp8-10.

Quelle: Amnesty International (Oktober 2013), pp 11-12

INDONESIA SUBMISSION TO THE UNITED NATIONS COMMITTEE ON ECONOMIC, SOCIAL AND CULTURAL RIGHTS

52nd Pre-sessional working group

02.-06.12.2013

http://www.refworld.org/pdfid/52d3c0624.pdf

tindakan sunat perempuan [die weibliche Beschneidung, FGM] dengan melakukan pemotongan genital sebesar 44% [in 44 % wird FGM ausgeführt] dan sisanya [und die verbleibenden] 56% hanya dilakukan secara simbolik [56 % nur symbolisch] yaitu dengan mengusap klitoris dengan betadin atau kassa (Uddin, 2010).

http://de.scribd.com/doc/237640955/jurnal-089661884085

http://de.scribd.com/doc/190013935/Proposal-KTI-2012-New

Wozu Uddin sonst so forscht? Die Erschaffung des ersten Menschen im Spannungsfeld von Korantext und Bioanthropologie, Penciptaan manusia pertama ditinjau dari teks al quran dan bioantropologi

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/nlmcatalog/100938861

Uddin zu Abtreibung und Islam, aborsi dan Islam. Nach 120 Tagen (vier Monate) bewohnt die Seele (ar-rūḥ) die befruchtete Eizelle und ist folglich Abtreibung aus Sicht des himmlischen Gesetzes (Scharia) in Übereinstimmung mit den ‚Ulama der großen Rechtsschulen (in Südostasien vielleicht verständlicherweise ohne Nordafrikas Malikiten dafür mit Zaiditen) ḥarām (illegal).

Abtreibung aus islamischer Perspektive, Abortion from the Islamic viewpoint

Uddin, Jurnalis

Vol 10, No 1 (2002): Jurnal Kedokteran Yarsi

http://journal.lib.unair.ac.id/index.php/Yrs/search/authors/view?firstName=Jumalis&middleName=&lastName=Uddin&affiliation=&country=

Noch etwas Islamisches zum Thema Abtreibung:

In Islam, the most common Shariah ruling is that the Ruh enters the embryo 120 [days] (4 months) after conception. Thus, some scholars permit abortion before this time period, ONLY in the case of zina. However, some scholars, still do NOT permit it.

These do:

http://www.islamqa.com/en/ref/13331

http://www.islam-qa.com/en/ref/12475

These don’t:

[Letzte zitierte Quelle] However, some scholars, such as those on Sunnipath do not consider it permissible to abort even before the Ruh enters. They consider it a sin still, but less of a sin than after 120 days.

http://qa.sunnipath.com/issue_view.asp?HD=1&ID=270&CATE=87

Gefunden bei ummah.com

http://www.ummah.com/forum/showthread.php?184900-how-is-abortion-haraam

Lob auf die Free-Gaza-Flotille sprich Hass auf Israel gehört unter Indonesiens Schariamedizinern leider zum guten Ton – mittendrin der bei Terre des Femmes zum Thema Islamic FGM unnötigerweise bizarr falsch zitierte glaubensbewegte YARSI-Präsident Professor Jurnalis Uddin. YARSI hat einen Sitz im Rat (Consortium) der weltweit vernetzten jenseitszentrierten Professionellen aus dem Medizinbetrieb von FIMA. Den Menschen in Sumatra hat Allah hat ein mahnendes Erdbeben gesendet, FIMA finanziert den von YARSI organisierten Wiederaufbau. Unter Koranrezitationen denkt der Autor an das aus seiner Sicht offensichtlich zeitnah zu islamisierende Jerusalem und die auch indonesischen Blockadebrecher der Free-Gaza-Kampagne.

Following our participation in IHC and CIMCO seminars in Samarinda- Kalimantan in the far east of Indonesia on June 4-6, 2010, we followed arrangements made by Prof. Jurnalis Uddin, President of YARSI, to attend the ground breaking of the FIMA supported relief project in the earthquake destroyed village Lambeh, district of Pariaman in Sumatra in the far west of Indonesia.

Prof. Jurnalis has been in direct contact with the villagers in the aftermath of the earthquake, and he dispatched the chief architect of YARSI, together with construction workers to the village and started the initial steps.

The villagers were so eager and persistent to receive FIMA delegation, and this was clearly transmitted to us by Prof. Jurnalis Uddin …

From the airport, a YARSI car took us in the 2 hour drive to the village, where we were touched by the warm reception of the villagers. Most men, women and children formed a large reception in their local traditional dresses, singing religious songs accompanied by drums of local traditions … all amidst the destruction left by the earthquake.

The ceremony included Qur’an recitation, religious songs and speeches by local representatives of villagers. Prof. Jurnalis Uddin and myself made short speeches at the site of the construction project. Then we toured the construction area, and participated in the ceremonial placement of stone and cement in the ground breaking.

The villagers invited us to lunch prepared by many of them in their homes. The group lunch was served on the ground of the area of the earthquake destroyed Masjid.

I was personally touched by this group of villagers, in a remote, poor, destroyed district of Sumatra, when they chanted while I alluded to Al-Aqsa Mosque, and the Gaza plight at the time when several Indonesians were injured when the Freedom Flotilla was attacked barbareously in international waters near Cyprus. This proved that our peoples, in cities, villages, jungles and deserts are eternally tied up as one Ummah.

http://fimaweb.net/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=177:visit-of-fima-executive-director-to-indonesia&catid=37:fima-news&Itemid=196

Profis aus dem Medizinbetrieb aktiv für das Weltkalifat, die Panislamisten von FIMA (Federation of Islamic Medical Associations, Saudi-Arabien, USA, Libanon, Jemen, Pakistan, Indonesien usw.)

[2002] FIMA is currently approaching its 20th anniversary. When we look back at the minutes of the first FIMA Council meeting held in Florida-USA in December of 1982 … Over the years, Muslim medical professionals under FIMA banner, were capable of making history in overcoming and bypassing boundaries and divisions of politics, ethnicity and geography, and to step forward as brothers in Islam, descendants of one great Islamic civilization and culture. …

The CONSORTIUM is now in its second year of function. The first Consortium Exec. Committee is composed of leaders of the following three medical colleges:

❑ The college of Medical Sciences – University of Science & Technology – Yemen.

❑ The Islamic International Medical College – Pakistan.

Yarsi University School of Medicine – Indonesia.

The Committee held its semiannual meeting in Makkah 9-10 December 2001 (23-24 Ramadan 1422 H). Main topics discussed: Progress of Islamic medical curriculum, formation of subcommittees, exchange of faculty names and CVS, & other topics.

A brochure about the Consortium was approved & will be published soon.

Several Islamic medical schools in other Islamic countries are actively contacted for cooperation. …

Schariabasierte Zusammenarbeit zur Islamisierung des Medizinbetriebs. Collaborating Organizations

● Mercy, Malaysia

● IMAM, Malaysia

● IMASA, South Africa

● MER-C, Indonesia

● Doctors World Wide, UK

● IMANA, USA

● Nour International Relief Aid [Santa Monica, Kalifornien, USA]

● Wheels for Humanity, USA

● Al-Khidmat Foundation [Pakistan]

● Al-Hajri Trust, Pakistan

● Pakistan Muslim Aid

● IMAKSA, Saudi Arabia

● Lajant-ul-Dawah-Tul Islamia [evtl. die oft Islamic Call Committee genannte Lajnat Al-Da’wa al Islamia, Kuwait? Das wäre der Qaida nah.]

● IMARY, Yeman

● Life for Relief and Development [Southfield, Michigan, USA; ferner in Afghanistan, Jordanien, Ghana, Haiti usw.]

● Human Relief Foundation [islamisch, von Bradford aus in Amman, Bagdad, Mossul, Islamabad, Khartum, London, Paris]

http://fimaweb.net/main/aboutfima/files_fimavision/fima%20englishbk.pdf

[Pakistan 2004] Discussion on Contemporary Medical Issues & Islam. It was held at PIMA [Pakistan Islamic Medical Association] Convention 2004. Speakers were Dr Anees Ahmed and Prof Aly A. Mishal [damals FIMA-Präsident, vgl. o. als der Autor des Vorworts zu Ausgabe 1 von FIMA VISION].

http://www.dailymotion.com/video/x28t3ww_contemporary-medical-issues-islam_school

Auch 2014 trafen sich die Mächtigen der FIMA in Mekka, gegenwärtiger Präsident ist Tanveer Zubairi. Amtsvorgänger Aly Mishal berichtete über die werdende Enzyklopädie für den Fiqh der Medizin, Encyclopedia of Islamic Medical Jurisprudence. Delegierte berichten aus dem Bundesstaat Bauchi (Nigeria) über fraglos wichtige augenärztliche Operationen. In Bauchi allerdings hat man die Scharia längst ins Strafrecht implementiert, zwanzig im Januar 2014 einem echten oder angeblichen Homosexuellen verabreichte Peitschenhiebe stehen ganz im Einklang mit der körperlichen Unversehrtheit im Islam. Der Zwanzigjährige soll seine Taten vor sieben Jahren begangen haben, also etwa im Alter von 13 Jahren. Auch das ebenfalls bei FIMA erwähnte nigerianische Kaduna wird seit der Jahrtausendwende durch das islamische Recht bestimmt, dem alle Gebiete mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung unterliegen.

http://fimaweb.net/documents/2014%2003%20fima%20newsletter%20mar-apr%202014.pdf

Bauchi Sharia court carries out first punishment under Nigeria’s new anti-gay laws

NIGERIAN WATCH 18.01.2014

http://www.nigerianwatch.com/news/3659-bauchi-sharia-court-carries-out-first-punishment-under-nigerias-new-anti-gay-laws

Amtierender Vizepräsident von FIMA ist Prof. Dr. İhsan Kahraman, der Vorsitzende der Tugendbewegung Grüner Halbmond türkisch kurz Yeşilay, Turkish Green Crescent Society, gegründet 1920 als Hilâl-i Ahdar und seit 1934 als Wohlfahrtsorganisation staatlich anerkannt.

THE GREEN CRESCENT’S GOALS

The main goal of the Green Crescent is to fight against addictions that destruct the mental and physical health of youth and community such as drug, smoking, alcohol, gambling, prostitution, internet, screen addiction and all kind of addictions in a moral and cultural development atmosphere in our country. Therefore, the goal is to protect the society and increase the public’s attention to minimize the consumption of alcohol, drugs, cigarettes and all kind of fatal habits by partnering with governmental, non-governmental, national and international organizations.

http://www.environmental-expert.com/companies/turkish-green-crescent-society-49096

Der Grüne Halbmond im patriotischen Kampf gegen Drogen und Händchenhalten. Unmoral droht Stadt und Provinz Mardin, wie ein Yeşilay-Funktionär warnt. Studenten sind gekommen und der ganze türkische Südosten erzittert vor ihren schlimmen Unkeuschheiten, Jungen und Mädchen halten sich an der Hand oder, das Ende der Türkei ist nahe, nehmen sich in den Arm.

University students bring immorality to southeastern city, Green Crescent official says …

“Girls and boys began to hang around hand in hand, arm in arm and in a close embrace and make love immodestly in front of people in terms of freedom and civilization.”

“Immodest scenes among youths in Ankara, Istanbul and İzmir have begun to be seen frequently in Mardin too,” the official said.

HÜRRİYET 30.10.2012

http://www.hurriyetdailynews.com/university-students-bring-immorality-to-southeastern-city-green-crescent-official-says.aspx?pageID=238&nid=33576

Der Chef des Grünen Halbmonds kommt bei den Schariafreunden und Panislamisten von FIMA zu Wort.

http://fimaweb.net/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=347:brief-on-green-crescent&catid=38:general-news&Itemid=212

Genug für heute zu den deutsch-indonesischen Anstrengungen für eine im Erfolgsfall rasch EU-weite Erlaubnis der islamischen FGM. Vielleicht werden wir Freunde von Wissenschaft und allgemeinen Menschenrechten diesen Sieg der muslimischen Dogmatiker und nichtmuslimischen Kulturrelativisten gerade noch verhindern können.

Mit einem 2015 fortgesetzten Leugnen der hohen körperlichen Schädigung jeder Jungenbeschneidung (MGM) sowie dem Beschwichtigen der theologisch nicht reformierbaren, felsenfesten Verankerung der Mädchenbeschneidung (FGM) im sunnitischen Islam im Allgemeinen und im schafiitischen islamischen Recht im Besonderen, wie Indonesiens Kalyanamitra und Deutschlands Terre des Femmes es in den letzten Monaten betrieben haben, kann das nicht gelingen und wird Europa neben der MGM auch die FGM bekommen.

Jacques Auvergne

Worldwide Day of Genital Autonomy

April 19, 2013

Worldwide Day of Genital Autonomy

Demonstration für genitale Selbstbestimmung in Köln

KÖLN. (hpd/gbs) Am 7. Mai jährt sich erstmalig das Urteil des Landgerichts Köln, das die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Jungen als Körperverletzung und damit als strafbare Handlung wertete. Anlässlich dieses Jahrestags organisiert der Fachverband Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. mit Unterstützung neun weiterer Organisationen (u. a. der AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung) am 7. Mai 2013 eine Kundgebung am Landgericht Köln, auf der das Recht aller Kinder weltweit auf genitale Selbstbestimmung unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion gefordert wird.

Dass eine zentrale Kundgebung gegen die Körperverletzung und für die Selbstbestimmung von Kindern bitter nötig ist, zeigt das am 12. Dezember letzten Jahres im Bundestag verabschiedete Gesetz zur Legitimierung der Vorhautbeschneidung bei Jungen. In dem Paragraphen „Beschneidung des männlichen Kindes“ (§ 1631d BGB) wurde die Zirkumzision aus jeglichem Grund für legal erklärt und unterliegt seitdem der Personensorge, d. h. im Regelfall entscheiden die Eltern, ob das Kind beschnitten wird oder nicht. Im Gesetzestext unberücksichtigt blieben die alarmierenden Zahl an bekannt gewordenen Komplikationen bei „Beschneidungen“, die Ablehnung aller europäischer Kinderarztverbände von „Beschneidungen“ ohne strenge medizinische Indikation sowie der Protest zahlreicher Menschenrechtsgruppen. U.a. startete der „AK Kinderrechte“ der Giordano-Bruno-Stiftung im Vorfeld der neuen Gesetzgebung die Kampagne „Mein Körper gehört mir“ – Zwangsbeschneidung ist Unrecht, auch bei Jungen“ und stellte auf der Website http://www.pro-kinderrechte.de umfangreiche Informationen zum Thema zur Verfügung.

Mit der Demonstration möchten die Initiatoren all jenen eine Plattform bieten, die Körperverletzung als Teil der Erziehung strikt ablehnen und für den Schutz aller Kinder weltweit vor jeglicher Verletzung ihrer körperlichen und sexuellen Integrität eintreten.

In dem Forderungskatalog heißt es unter anderem, dass der Paragraph „Beschneidung des männlichen Kindes“ (§ 1631d BGB) sofort zurückgenommen werden muss.

Darüber hinaus soll ein zweijähriger Runder Tisch zum Thema „Beschneidungen“ an Jungen eingerichtet werden, welcher ausgewogen mit Medizinern, Juristen, Religionsvertretern, Menschen- und Kinderrechtsorganisationen, Vertretern von Opferverbänden und Psychologen besetzt ist, um alle Standpunkte gleichberechtigt abdecken zu können.

Die Demonstration startet um 11:00 Uhr mit einer zentralen Kundgebung am Landgericht Köln (Luxemburger Straße 101, 50939 Köln). Die Abschlusskundgebung findet um 13:00 am Roncalliplatz (Nähe Dom) statt.

http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Attachment&attachmentID=285&h=bd8c75b892b2f72c05954b07bd3b0c275972dbcc&s=305b58d48b0a00212e6d551451177bf543166c39

http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Attachment&attachmentID=286&h=b7e68684c1649f1e6ebafe4d13bece7c25a34521&s=305b58d48b0a00212e6d551451177bf543166c39

http://hpd.de/veranstaltungen?action=cal&id=655&tab=cal_single

MOGiS

http://www.genitale-selbstbestimmung.de/

WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY

Demonstration – KÖLN – 7.5.13

Liebe Freundinnen und Freunde,

nun geht es endlich richtig los mit der Planung für den ersten Jahrestag des “Kölner Urteils”!

In Köln wird zu dem Anlaß eine Demonstration stattfinden, für die Rechte aller Kinder weltweit auf genitale Selbstbestimmung egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft oder Religion.

Am 7. Mai um 11 Uhr wird es losgehen am Kölner Landgericht, dort, wo unser Einsatz für die Kinderrechte diesen großartigen Impuls erfuhr – und der auch für viele von uns persönlich eine entscheidende Hilfe war, endlich den Mut aufzubringen, zu sich selbst und den eigenen Verletzungen durch Zwangsbeschneidung zu stehen.

Im Anhang findet Ihr Aufruf und Flyer.

Den Aufruf unterstützen:

Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.

DAKJ – Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (alle kinder- und jugendärztlichen Verbände in Deutschland)

TERRE DES FEMMES

IBKA – Internationaler Verband der Konfessionslosen und Atheisten

AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung

TABU e.V.

pro familia Nordrhein-Westfalen

Zentralrat der Ex-Muslime

(I)NTACT e.V.

http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=2215

7. MAI

WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY

An diesem Tag jährt sich das „Kölner Urteil“ zum ersten Mal. Dieses hat Jungen erstmalig das Recht auf genitale Selbstbestimmung zugesprochen.

Aus diesem Anlass fordern wir:

• Schutz aller Kinder weltweit vor jeglicher Verletzung ihrer körperlichen und sexuellen Integrität!

• die sofortige Rücknahme des § 1631d (Legalisierung von „Beschneidungen“ an Jungen aus jeglichem Grund) und Einrichtung eines zweijährigen „Runden Tisches“, welcher ausgewogen mit Medizinern, Juristen, Psychologen, Religionsvertretern, Vertretern von Menschen- und Kinderrechtsorganisationen sowie Opferverbänden besetzt sein muss, um alle Standpunkte gleichberechtigt abdecken zu können

• währenddessen eine straffreie Übergangslösung unter verpflichtenden Auflagen (Anwesenheit eines Arztes, ausnahmslos ausreichende Anästhesie, Dokumentation aller Eingriffe und Evaluierung)

• Bereitstellung von Geldern für umfassende wissenschaftliche Studien zu Folgen von weiblicher und männlicher Genitalverstümmelung

Das Kölner Urteil

Am 7. Mai 2012 bewertete das Kölner Landgericht eine medizinisch nicht indizierte „Beschneidung“ an einem nicht einwilligungsfähigen Jungen als eine Straftat.

Erstmals stellte somit ein deutsches Gericht klar: auch Jungen haben ein Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung, gegen das eine sogenannte „Beschneidung“ – also die Amputation der Vorhaut, die durchschnittlich 50 % der gesamten Penishaut ausmacht – klar verstößt.

Somit waren Kinder unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion vor jeglicher Form genitaler Verstümmelungen geschützt.

Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit galt ausnahmslos.

Kindern steht gesetzlich in Deutschland das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zu – warum sollte dieses Recht vor ihren Genitalien haltmachen?

Der Bundestag hat am 12. Dezember 2012 anders entschieden:

„Beschneidungen“ an Jungen wurden aus jeglichem Grunde für legal erklärt. Sie sind seitdem Teil der sogenannten Personensorge – Körperverletzung als Teil der Erziehung!?

Sind weibliche und männliche Genitalverstümmelung vergleichbar?

Mädchen sind in Deutschland gegen jegliche Form von Genitalverstümmelung geschützt: gegen die Arten, die Vorhautamputationen an Eingriffstiefe und Folgen deutlich übersteigen, sowie auch gegen die Formen, die nach medizinisch objektiven Kriterien bewertet vergleichbar wenn nicht gar weniger gravierend sind (d.h. mit ähnlich viel bzw. sogar keinem Gewebeverlust verbunden sind).

Weltweit sind Mädchen und Jungen von der Verletzung ihrer sexuellen Selbstbestimmung bedroht. Nie sind es die Kinder selbst, die um die operative „Korrektur“ ihrer Geschlechtsorgane bitten – immer sind es Erwachsene, die ihre Kinder diesen zum Teil unter qualvollen Bedingungen stattfindenden Eingriffen aussetzen.

Es geht nicht darum, Eltern zu kriminalisieren – niemand spricht ihnen ab, ihre Kinder zu lieben.

Es geht nicht darum, Religion und Tradition als solche zu bekämpfen – sondern darum, dass diese sich modernen medizinischen und ethischen Erkenntnissen nicht verschließen dürfen.

Es geht um Aufklärung über die Folgen von Genitalverstümmelungen und somit um das Ziel, die Kreisläufe von Gewalterfahrungen und deren Weitergabe zu unterbrechen.

Menschenrechte sind unteilbar und dürfen niemals relativiert werden!

Seit dem Beschluss des Bundestages von § 1631d am 12.12. 2012 ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit in Deutschland eine Frage des Geschlechtes:

Jungen sind im Gegensatz zu Mädchen nicht gegen operative Verstümmelungen ihrer Geschlechtsorgane geschützt.

Das Gesetz sieht weder eine zwingende Betäubung vor, noch ist in dem Gesetz von verschiedenen Eingriffs tiefen die Rede.

Bei Jungen unter sechs Monaten darf auch ein Nichtarzt den Eingriff vornehmen – bei älteren Jungen reicht dem Gesetzgeber die bloße Absicht der Eltern, die „Beschneidung“ nach den Regeln der ärztlichen Kunst vornehmen zu lassen.

Der Gesetzestext ist unklar formuliert. Dies dient offensichtlich dem Ziel, es den Betroffenen später schwer bis unmöglich zu machen, den Klageweg zu beschreiten.

Alle Rechte sind den Eltern zugesprochen. Die Folgen haben allein die betroffenen Jungen zu tragen – lebenslang

Aus dem Gesetzgebungsverfahren wurden negativ betroffene Männer konsequent ausgegrenzt. Es blieben im Gesetzestext unberücksichtigt:

• es droht eine Aufweichung des Verbotes weiblicher Genitalverstümmelung (Gleichbehandlungsgrundsatz der Geschlechter im Grundgesetz)

• die alarmierende Zahl an bekannt gewordenen Komplikationen

bei „Beschneidungen“

• die Ablehnung von „Beschneidungen“ ohne strenge medizinische Indikation durch alle europäischen Kinderarztverbände

• wissenschaftliche Studien, die der angeblichen Harmlosigkeit von „Beschneidungen“ klar widersprechen

• die zunehmende Zahl von Männern, die über ihre bisweilen traumatischen Erlebnisse im Zusammenhang mit ihrer „Beschneidung“ und deren Folgen für ihre Sexualität berichten

Hass und Fremdenfeindlichkeit: keine Chance!

Wir begrüßen jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland und empfinden dieses als Bereicherung unseres Zusammenlebens.

Wir verwahren uns dagegen, dass unser Einsatz für die Rechte aller Kinder auf genitale Selbstbestimmung von einigen wenigen genutzt wird, um ihren Hass auf religiöse Minderheiten auszuleben.

Wir fordern in diesem Zusammenhang auch alle heute Protestierenden auf, sich deutlich von Pauschalisierungen und Menschenhass zu distanzieren und immer wieder deutlich zu machen, dass es nur um das Wohl, die körperliche Unversehrtheit und das Recht des Kindes auf Selbstbestimmung gehen kann.

Zu dieser Veranstaltung rufen auf:

Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.

IBKA – Internationaler Verband der Konfessionslosen und Atheisten

Zentralrat der Ex-Muslime

AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung

Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) – alle kinder- und jugendärztlichen Verbände in Deutschland

TERRE DES FEMMES e.V.

TABU e.V.

Beschneidungsforum.de

(I)NTACT e.V.

pro familia Nordrhein-Westfalen

http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Attachment&attachmentID=285&h=bd8c75b892b2f72c05954b07bd3b0c275972dbcc