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Offener Brief aus dem Radschai Schahr

April 24, 2016

Am Mittwoch, den 13. April 2016 ist eine Kommission von 250 Personen aus Italien in den Iran gereist. An diesem Tag wurden in der Nähe von Karadsch neun politische Gefangene im Gefängnis von Gohardascht hingerichtet, im sogenannten Radschai Schahr (Gohardasht Prison also known as “Rajai Shahr”, Karaj, Iran). Dies war jedoch für die Teilnehmer der italienischen Delegation, deren Reise zum Ziel hatte, die Handelsbeziehungen zum iranischen Regime wiederherzustellen, offensichtlich bedeutungslos.

Den folgenden offenen Brief von politischen Gefangenen aus dem Radschai Shahr sowie aus dem Evin-Gefängnis bei Teheran an den italienischen Regierungschef Matteo Renzi haben wir durch das Internationale Komitee gegen Todesstrafe (International Committee Against Execution, ICAE) erhalten und geben ihn hiermit gerne weiter.

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Gohardasht (Rajai-Shahr), April 13, 2016

Sehr geehrter Herr Präsident des Ministerrats Matteo Renzi,

die meisten von uns sind Gefangene. Bereits vor Ihrer Reise haben wir Sie gewarnt und bezwecken damit keine politische Propaganda, sondern stellen fest, dass Menschen wie Sie die Humanität nicht wertschätzen. Die Folge des Besuchs wird unsere Hinrichtung sein. Es sind wir, es sind unsere Familien und Jugendlichen, die Ihrer Haltung und Politik zum Opfer fallen.

Sehr geehrter Herr Premierminister Renzi, heute wurde für Sie ein roter Teppich ausgerollt, der rot ist von unserem Blut. Haben Sie es gesehen? Haben Sie die zitternden Körper unserer Mitgefangenen am Galgen gesehen? Haben Sie die langen Schlangen der Familien der Häftlinge an den Gefängnismauern gesehen, die darauf warten, die Leichen ihrer Kinder oder sonstigen Angehörigen entgegenzunehmen? Haben Sie den bitteren Klang des Weinens der Familienangehörigen und des Wimmerns der Kinder gehört, die auf den Krankenwagen warteten, der mit den toten Körpern ihrer Lieben beladen ist?

Natürlich … selbstverständlich haben Sie von alldem nichts mitbekommen. Genau jene, die Sie haben warten lassen, die Handelsverträge zu unterschreiben, sind es, die unsere Verwandten oder Freunde auf die Hinrichtung ihrer Kinder warten lassen. Genau jene, die ihre großen Poster und Fotos dazu verwenden, die Galgen abzudecken.

Sie hingegen sollen wissen, dass die Hinrichtungen mit Ihrem Besuch verstärkt zunehmen werden, nachdem sie durch internationalen Druck eine Zeit lang abgenommen hatten. Durch Ihre Iranreise haben Sie dem Regime die politische Rechtfertigung und den Freibrief für solche Verbrechen erteilt. Sie ermächtigen die Regierung des Iran zu weiteren Hinrichtungen.

Wir, die Inhaftierten im Gefängnis von Gohardascht, im berüchtigten Radschai Schahr, verfassen hiermit einen Beschwerdebrief, den wir an die Bevölkerung, die politischen Parteien und alle Menschenrechtsorganisationen Italiens senden – eine Beschwerde über Ihre Iranreise, die allen humanitären und universell menschenrechtlichen Grundsätzen zuwiderläuft.

Abschließend zu Ihrer Information die Namen einiger Häftlinge, die heute zu Ihrem Willkommen geopfert wurden. Die Namen anderer Insassen dieses Gefängnisses (Radschai Schahr) fügen wir ebenfalls an, die sich in der Reihe der Todeskandidaten befinden, denn ganz ohne die stillschweigende Billigung seitens politischer Verantwortungsträger wie Sie es sind könnte das Regime seine Gefangenen nicht so leicht hinrichten. Bitte entschuldigen Sie unsere harsche Kritik und Direktheit, doch die bedrohten Menschenleben und die bevorstehenden staatlichen Verbrechen lassen uns keinen Raum für diplomatische Höflichkeit.

Hier wie angekündigt die Namen einiger der Menschen, die heute hingerichtet worden sind: Ebad Mohammadi, Hoseyn Moinfar, Hamzeh Dolat Abadi, Mehdi Haqshenas, …

Die Namen der 44 Gefangenen, denen die Hinrichtung droht:

1 Nima Esmailian
2 Afshin Hashemi
3 Vali Shirhavar
4 Ebad Mohammadi
5 Ahmad Qasemi
6 Mohammad Zarei
7 Amir Khalilpur
8 Reza Purabbasian
9 Akbar Birami
10 Hoseyn Hasani
11 Akbar Dehqani
12 Mohammad Azizi
13 Fariborz Jalali
14 Mohammad Khedmati
15 Isa Ebrahimi
16 Baqer Basiri
17 Fatollah Bakhtiari
18 Alireza Qarbali
19 Said Eskandari
20 Esrafil Mohammadi
21 Faramarz Fakhrai
22 Barat-Ali Rahimi
23 Hoseyn Moinifar
24 Azad Ardokhani
25 Ali Kavandi
26 Alireza Afshar
27 Javad Seyfi
28 Khaled Mohammadian
29 Mahmood Khanmohammadi
30 Hamid Bashirkhani
31 Qorban-Ali Heydari
32 Jabar Mollahashemi
33 Saidi Babakhanian
34 Morteza Shafeqati
35 Mehrdad Saebi
36 Asan Kandi
37 Sohrab Sanami
38 Kazem Khadam Rezaeian
39 Mohsen Kazemi
40 Faraman Salehi
41 Hamzeh Dolatabadi
42 Mehdi Haqshenas
43 Koorosh Chakeri
44 Hoseyn Sadeq Kasmai

Unterzeichnet:

Abolqasem Fuladvand
Khaled Hardani
Farhang Poormansoori
Rasool Hardani
Reza Akbari Monfared
Pirooz Mansoori
Shahram Poormansoori
Shahin Zoqitabar
Hasan Sadeqi
Said Masoori
Saleh Kohandel
Ali Moezzi
Alireza Golipoor
Masood Arabchoobdar
Amir Dorbani Qazian
Said Shirzad
Farid Azmoodeh
Behzad Tarahomi
Iraj Hatami
… und andere, deren Namen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht worden sind.

Weitergeleitet an:
UN-Menschenrechtsrat und den UN-Sonderberichterstatter
Europaparlament
Europäische Union
Liberaldemokratische Partei Italiens
Fünf-Sterne-Bewegung
Progressive Partei Italiens
Sozialdemokratische Partei Italiens
Radicali Italiani (linksliberal)
Arbeiterpartei Italiens
Kommunistische Partei Italiens
Nuovo Centro Destra (mitte-rechts)
„Hands Off Cain“ (gegen Todesstrafe und Folter)

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Weiterführende Informationen

Nur vier Tage später, am 16. April 2016 traf Federica Mogherini, seit dem 1. November 2014 Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, in Teheran mit Mohammed Dschawad Sarif (Javad Zarif) zusammen, dem amtierenden Außenminister des Islamischen Gottesstaates Iran. Einst hatte Mogherini ihr Studium der Politikwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom mit einer Arbeit über das Verhältnis zwischen Religion und Politik im Islam abgeschlossen.

Erst am 16. Januar 2016 hatten die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die USA fatalerweise alle Nuklearsanktionen gegen den Iran aufgehoben, nachdem die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEO (engl. IAEA) versichert hatte, dass der Iran die relevanten Bedingungen des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) erfüllt habe.

Joint statement by the High Representative/Vice-President of the European Union, Federica Mogherini and the Minister of Foreign Affairs of the Islamic Republic of Iran, Javad Zarif

Brussels, 16 April 2016

On 16 April 2016, the EU High Representative and Vice-President of the European Commission (HRVP) Federica Mogherini met Iranian Foreign Minister Mohammad Javad Zarif in Tehran. […]

• Developing cooperative relations in areas of mutual interest to benefit the economic development, human rights, prosperity and well-being of the people of Iran and the EU;

• Promoting regional peace, security and stability as well as peaceful settlement of regional conflicts through dialogue and engagement. […]

Human Rights

The two sides expressed their determination to enhance and promote human rights. In this context, they intend to engage in a human rights dialogue. To this end, they would welcome the exchange of visits of delegations. […]

(STATEMENT/16/1441)

http://europa.eu/rapid/press-release_STATEMENT-16-1441_en.htm

Brief an Uno-Sicherheitsrat: Iran soll gegen Atomabkommen verstoßen haben

In dem Schreiben heißt es, dass die getesteten Raketen „grundsätzlich Atomsprengköpfe transportieren könnten“. Dies verstoße gegen eine Resolution des Sicherheitsrates. Das Abkommen soll der islamischen Republik die Nutzung der Atomkraft für zivile Zwecke ermöglichen, den Weg zur Atombombe jedoch verbauen. […]

(DER SPIEGEL, 30.03.2016.)

http://www.spiegel.de/politik/ausland/brief-an-uno-iran-soll-gegen-atomabkommen-verstossen-haben-a-1084575.html

Appell der Familie von Khaled Hardani an Ban Ki-moon

Juli 18, 2013

So hört doch unsere Stimme der Unschuld

Appell der Familie Khaled Hardanis an Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Eure Exzellenz,

einen hochachtungsvollen Gruß von einer Familie, dessen einziger Erwerbstätiger seit vierzehn Jahren Kerker, Misshandlung und Folter erleidet und der zur Stunde in der Stadt Karadsch unrechtmäßig im Gefängnis von Gohardascht eingesperrt ist, im sogenannten Radschai Schahr. Im Laufe dieser leidvollen Jahre hat er jede Hoffnung aufgegeben. Seine Zukunft ist ungewiss und er lebt mit der Ahnung vom Tod der ihm Tag für Tag droht sowie mit der Wirklichkeit häufiger Folter und körperlicher Misshandlung. Zahlreiche falsche Anschuldigungen sind gegen ihn erhoben worden, sodass er heute keine Möglichkeit mehr hat für seine Rechte selbst einzutreten. Die Geheimpolizei hat ihn mehrmals schwer misshandelt. In diesen langen Jahren durfte er das Gefängnis auch nicht für einen einzigen Tag verlassen – noch nicht einmal zum Begräbnis seiner Mutter durfte er anreisen, nachdem sie aus Schmerz um die Trennung zu ihrem Sohn verstarb.

Die Anklage, die durch einen Vertreter der Teheraner Staatsanwaltschaft gegen ihn erhoben wurde, lautete Gefährdung der allgemeinen Sicherheit an Bord eines Flugzeugs. Daraus und aufgrund der herrschenden Rechtslosigkeit konnten eigenmächtig handelnde Polizeibeamte die Todesstrafe basteln, nachdem er es auch noch ablehnte, an erfahrungsgemäß unfair inszenierten Fernsehinterviews teilzunehmen. Obwohl sein Rechtsanwalt diese Verurteilung als politisch bewertete und eine Sonderverhandlung zur Neubewertung des Falls aufgrund von Inkompatibilität mit dem islamischen Rechtsdenken verlangte, ganz in Übereinstimmung mit Artikel Acht des Gesetzes über Aufbau und Funktion der Allgemeinen und Revolutionären Gerichte, gelang es den gleichen Akteuren um den Jahreswechsel von 2004 auf 2005 rechtswidrig, den Beschuldigten mit der Durchführung der bevorstehenden Hinrichtung zu konfrontieren. Nur dem starken, von Menschenrechtsorganisationen und der breiten Bevölkerung erhobenen Protest ist es zu verdanken, dass Ayatollah Schahrudi, damals Vorsitzender der Justiz, die Aussetzung der Hinrichtung anordnete.

Doch der Einfluss und die Macht jener treulosen Polizeikräfte auf gerichtliche Angelegenheiten blieb derartig groß, dass es ihnen gelang, ungeachtet des Einspruchs des Chefs der Justiz und des Obersten Staatsanwalts zwar nicht auf der Todesstrafe zu bestehen aber doch die grausame lebenslängliche Haftstrafe durchzusetzen. Dies geschah trotz der Tatsache, dass der Vertreter der Staatsanwaltschaft schon beim Erlassen der formalen Anklage festgestellt hatte – und so ist es als Mitschnitt auf einem Tonträger gespeichert worden, der nach wie vor im Gerichtsarchiv existiert –, dass der Angeklagte gemäß Abschnitt 5 des nur einen Artikel umfassenden Luftfahrt-Sabotage-Gesetzes freigelassen werden solle. Desungeachtet haben es diese gesetzlosen und mitleidlosen Beamten in ihrer beratungsresistenten Rechthaberei hinbekommen, dass dem höflichen und warmherzigen Vater sein ihm zustehendes Recht auf Freiheit verweigert wurde.

Eure Exzellenz, angesichts des unermesslich großen Schmerzes, den Khaled und seine Familie während dieser vierzehn Jahre erdulden mussten bitten wir Sie inständig, unter Nutzung der Ihnen verfügbaren Möglichkeiten als ein Anwalt der Leidenden, die bedingungslose Freilassung von Khaled Hardani zu verlangen sowie die Führung der Islamischen Republik Iran dazu aufzufordern, all dieser Gesetzlosigkeit und Willkür ein Ende zu bereiten, auf dass die Pein einer notleidenden Familie gemildert werde und damit dem sittlichen und gesetzlichen Mandat der Vereinten Nationen entsprochen wird.

Mit den aufrichtigsten und erkenntlichsten Grüßen

Khaled Hardanis Familie

15. Juli 2013

Ebenfalls veröffentlich beim Internationalen Komitee gegen Hinrichtung (ICAE) am 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Hear the voice of our innocence

Khaled Hardani’s family’s appeal to Ban Ki-moon, Secretary General of the United Nations

Your Excellency,

Respectful greetings from a family whose only breadwinner endured more than 14 years of incarceration, maltreatment and torture and is now being held illegally in Rajai Shahr Prison. Throughout these painful years he has lost hope. His future is uncertain and he lives with the daily threat of death and the frequent reality of torture and physical mistreatment. Numerous false accusations were made against him, so that he now has no way to defend his legal rights. He has been severely mistreated several times by the secret police. During these long years he has not had a single day’s leave, not even to attend his mother’s funeral after she died of grief because of being parted from him.

The charge laid against him by a representative of the Tehran prosecution office was of endangering public safety aboard an aircraft. Because of prevailing lawlessness, arbitrary police officers engineered his death sentence after he had refused to take part in staged television interviews. Although his lawyer deemed this judgement political and requested an extraordinary review on grounds of incompatibility with Islamic jurisprudence, in conformity with article 8 of the Law Establishing the General and Revolutionary Courts, following an illegal order by the same organisations he was summoned for implementation of his death sentence in late 2004 – early 2005. Due to strong protests from human-rights organisations and from the people at large, Ayatollah Shahroudi, then head of the Judiciary, issued a stay of execution.

Such was the influence and power of these arbitrary and lawless police forces in judicial matters that despite the protests of the head of the Judiciary and the chief prosecutor, although they retreated from insisting on the death penalty, they nevertheless managed to have him cruelly sentenced to life in prison. This is despite the fact that in issuing the formal charges, the representative of the prosecution office had stated – and this was recorded on a tape which exists in the Judiciary’s archives – that according to section 5 of the one-article Aviation Sabotage Law, the defendant should go free. Instead, the stubborn insistence of these lawless and callous officers meant that this kind and compassionate father was denied his legal right to freedom.

Your Excellency, in view of the torments that Khaled and his family have been enduring these fourteen years, we urgently implore you, in your capacity as a defender of those who suffer, to demand the unconditional release of Khaled Hardani, and to request that the leaders of the Islamic Republic of Iran put an end to all this lawlessness and arbitrary behaviour, so as to relieve a needy family of their anguish and fulfil the moral and legal mandate of the United Nations.

With warmest and most grateful salutations,

The family of Khaled Hardani

15 July 2013

Also published by the International Committee against Execution, ICAE 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Aufruf an alle Humanisten

Juli 14, 2013

An alle mitfühlenden und solidarisch denkenden Menschen weltweit!

Von Mina Ahadi am 11. Juli 2013. Erstveröffentlicht in englischer Sprache auf der Seite Rowzane sowie bei Maryam Namazie. Dem Originaltext vorausgehende, unautorisierte Übersetzung ins Deutsche und Hinzufügung der Quellen von Edward von Roy.

Dieses Foto zeigt ein hübsches junges Paar, Ali Mahin Torabi und seine Ehefrau, die von der Türkei aus einen sicheren Ort auf der Welt suchen, zu dem sie ziehen können.[1]

Ali war im Iran zum Tode verurteilt worden. Im Jahr 2001, er war damals erst 16 Jahre alt, fragte er einen Mitschüler, warum er denn so spät dran wäre. Die Stimmung unter den Schülern war an diesem Tag wohl bereits angespannt, es kam zu Wortgefecht und Rauferei, andere Schüler mischten sich handgreiflich ein. Der Mitschüler wurde durch einen Messerstich schwer verletzt, für den Ali verantwortlich gemacht und angeklagt wurde. Aus dem Gefängnis rief er mich an und sagte mit kindlicher Stimme: Liebe Mina, sagen Sie den Leuten in Deutschland, dass sie verhindern müssen, dass Ali hinerichtet wird. Alle Menschen, die zum Tode verurteilt sind, haben die starke Hoffnung und Erwartung, dass ihnen jeder hilft, der jetzt davon weiß. Und wirklich, als dieser Fall erst im Iran in den Medien publik gemacht worden war und als danach sogar ein weltweiter, heftiger Protest gegen die geplante Hinrichtung begann, reichte diese gemeinsame Anstrengung aus, um Alis Leben zu retten.

Dieses Bild zeigt Zaniar (oder Zanyar) Moradi, der in einem der schlimmsten iranischen Gefängnisse überleben muss, im Gohardascht genannt Radschai Schahr in der Stadt Karadsch.[2]

Er und sein Cousin Loghman (oder Loqman) Moradi sind für die – angebliche! – Ermordung des Sohns des Freitagspredigers von Marivan angeklagt worden, des Klerikers Shirzadi. Zaniar war zum Zeitpunkt der Verhaftung erst 17 Jahre alt. Der ungeklärte Mord geschah im Juli 2009. Marivan liegt ganz im Westen des Iran, unmittelbar an der Grenze zum Irak und in einem von kurdischer Bevölkerung geprägten Gebiet. Im Dezember 2010 verurteilte Zweigstelle 15 des Teheraner Revolutionsgerichts die beiden Cousins aufgrund der iranischen Straftatbestände „Feindschaft gegen Gott“ (enmity against god, moharebeh ba khoda) und „Verderbenstiften auf Erden“ (corruption on earth, efsad-e fel-arz) zum Tod durch Erhängen. Unter der Folter gestand er.

Zaniar Moradi erlitt durch die Folter schwere Rückenverletzungen, aufgrund derer er nicht mehr gehen kann. Die Behörden verweigerten ihm den Arztbesuch. Die Gefängniswärter sagten ihm, dass er doch sowieso bald hingerichtet werden würde und dass es deshalb nicht mehr von Nutzen sei, ihn noch zu einem Arzt zu lassen. In einem Interview mit italienischen Reportern, das live vom Gefängnis aus übertragen wurde, sagte er: Lasst nicht zu, dass sie mich umbringen, ohne dass meine Wünsche erfüllt sind – ich will leben. Jeder in Italien, der das anhörte und anschaute, war tief berührt und weinte. Ein italienischer Reporter schrieb: Die Geschichte Italiens ist in zwei Teile gespalten, einen Teil bevor Zaniars Stimme gehört wurde und einen Teil danach.

Zaniar ist einer von vielen Hundert politischen Gefangenen, die im Gohardascht-Gefängnis eingesperrt und zum Tode verurteilt sind. Mittlerweile sind es ungefähr 1400 Gefangene, die im berüchtigten Radschai Schahr auf die Todesstrafe warten, vielfach aufgrund der – echten oder angeblichen – Vergehen Drogenbesitz oder Mord. Nach unseren neuesten Informationen vom sechsten Juli haben die Behörden und Verantwortlichen alle 1400 Häftlinge darauf hingewiesen, dass sie in den nächsten sechs Monaten hingerichtet werden sollen.

Dieses Bild zeigt den zwanzigjährigen Ibrahim Arnavaz, der am letzten Samstag hingerichtet wurde, am siebten Juli 2013.[3]

Er war Sportler und hatte nach seiner Verhaftung mehrfach seine Unschuld beteuert. Unglücklicherweise erfuhren wir erst nach der Hinrichtung von diesem Fall. Ibrahim Arnavaz war einer der 98 Menschen, die im Iran innerhalb der letzten zwanzig Tage hingerichtet worden sind. Heute möchte ich jedem verdeutlichen, dass er, indem er diese Informationen verbreitet und unsere Protestkampagne unterstützt, wirklich mehreren Menschen das Leben retten kann.

Das Internationale Komitee gegen Todesstrafe verurteilt die Welle der Hinrichtungen, die seit der Präsidentschaftswahl Rohanis den Iran überschwemmt. Wir appellieren an Sie, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu tun, um das Morden zu beenden.

Es vergeht kein einziger Tag, ohne dass mich die Verurteilten aus dem Gefängnis anrufen und um Hilfe bitten, damit sie nicht umgebracht werden. Jeder Mensch auf der Welt kann von seinem Ort aus etwas tun, um ihnen zu helfen. Wir rufen alle Menschen dazu auf, mit uns gegen die Todesstrafe und gegen die verantwortlichen iranischen Behörden zu protestieren.

Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

Internationales Komitee gegen Steinigung

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

http://stopstonningnow.com/wpress/

http://notonemoreexecution.org/

http://ex-muslime.de/

Q u e l l e n

[1] This is a picture of a nice young couple. This is Ali Mahin Torabi and his wife, in Turkey who are looking for a safe place to move to. (hier bei: Rowzane)

http://rowzane.com/html/%D9%85%D9%86%D8%AA%D8%AE%D8%A8-%D8%B3%D8%B1%D8%AF%D8%A8%DB%8C%D8%B1/%D9%85%D9%87%D9%85%D8%AA%D8%B1%DB%8C%D9%86-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%AF/762-mina-ahadi-to-all-caring-people-around-the-world.html

Ali Mahin Torabi (ein Bild von: Guardian, hier bei: GulfNews)

http://gulfnews.com/polopoly_fs/1.1005068!/image/2869401713.jpg_gen/derivatives/box_475/2869401713.jpg

I was in custody for 28 days and during that time, I endured all kinds of torture and beatings. They beat me so hard that finally I confessed to something I had not done.

aus: Iranian talks about seven years on death row

in: Guardian News & Media Ltd, 07.04.2012 (ein Artikel von Saeed Kamali Dehghan, Erstveröffentlichung s. u.)

http://gulfnews.com/news/region/iran/iranian-talks-about-seven-years-on-death-row-1.1005009

Iranian who spent seven years on death row tells of ordeal. Von Saeed Kamali Dehghan, Guardian 27.03.2012

http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/27/iranian-death-row-tells-ordeal

[2] als kurdischer politischer Gefangener im Todestrakt des Gefängnisses Radschai-e Schahr: Zanyar Moradi (hier bei: International Campaign for Human Rights in Iran)

http://www.iranhumanrights.org/wp-content/uploads/zanyar_moradi1.jpg

rechts: Zanyar Moradi, links im Bild sehen wir seinen Cousin Loghman Moradi (hier beim Blog: Persian2English)

http://persian2english.com/wp-content/uploads/2012/03/zL.jpg

rechts: Zanyar Moradi, links im Bild sehen wir seinen Cousin Loghman Moradi (hier beim Blog: Persian2English)

22.10.2011 – The death sentences against Loghman Moradi and Zaniar Moradi, two members of Iran’s Kurdish minority have been upheld by the Supreme Court. They could now be executed at any time.

Zaniar (or Zanyar) Moradi and Loghman (or Loqman) Moradi were sentenced to public hanging on 22 December 2010 by Branch 15 of the Tehran Revolutionary Court. They have been convicted of “enmity against God” (moharebeh) [Anm.: der Täter ist ein mohareb, a warrior against God] and [spreading] “corruption on earth” [Anm.: efsad-e fel-arz; der Täter ist ein Mofsed-e fel-Arz] for allegedly murdering the son of a senior cleric in Marivan, Kordestan province, north-eastern Iran, on 4 July 2009. They have also been convicted of participating in armed activities with Komala, a Kurdish opposition group. The trial reportedly lasted 20 minutes but the two men appealed the sentences.

A 12 October 2011report stated that the Supreme Court had upheld the verdicts. According to information, Loghman and Zaniar Moradi have been verbally notified of the Supreme Court’s decision. Amnesty International is investigating reports suggesting that Zaniar Moradi was 17 at the time of his arrest.

Zaniar Moradi and Loghman Moradi were arrested respectively on 1 August 2009 and 17 October 2009 in Marivan. They were held by the Ministry of Intelligence for the first nine months of their detention, when no charges of murder were brought against them. They were moved several times between detention facilities and, at or around the beginning of December 2010, were finally transferred to Section 4 of Raja’i Shahr Prison in Karaj, northwest of Tehran.

Loghman and Zaniar Moradi then wrote a letter in which they stated that during their interrogation session by the Ministry of Intelligence they were forced to “confess” to the allegations of murder after being tortured for a period of 25 days and threatened with rape. Both men were denied access to adequate medical treatment.

Gefunden bei: Mesopotamische Gesellschaft, Mezopotamian Development Society

http://www.mesop.de/2011/10/23/so-where-is-the-protest-of-the-german-left-party-who-smiles-with-the-mullahs-amnesty-international-iranian-kurds-at-risk-of-imminent-execution/

HRANA News Agency – Zaniyar Moradi, the political prisoner who is sentenced to death was transferred to hospital due to medical treatments related to his diseases but without completing the process he has been moved back to quarantine of Rajaie Shahr prison in Karaj.

According to a report by Human Rights Activists News Agency (HRANA), Zaniyar Moradi the political prisoner in ward 12 of Rajaie Shahr prison was transferred to Sina hospital to get treatments for hernia and issues related to knee and his back.

He has transferred back to prison on Saturday at 11:30 right after the hernia surgery, however, the doctors emphasized he needs to be under medical supervision because of the surgery and continuation of medical treatment related to his knee and back.

One of the prisoners in Rajaie Shahr prison said to HRANA correspondent that “Zaniyar has been beaten when he returned to prison by a warder whose name is Daftari and because he has been beaten severely one of his stitches torn. Then Zaniyar has been transferred to quarantine ward of Rajaie Shahr prison which is one of the dirtiest wards of this prison and there is no news about Zaniyar till now.”

“The warder who was beating Zaniyar and formed dossier for Zaniyar to send him to confinement cell, tried one more time to beat Zaniyar in Summer 2010 but the other prisoners mediated and did not let him to do it”, he continued.

The political prisoners of ward 12 believe that the warder revenged Zaniyar.

Zaniyar Moradi is accused of killing Memari and Hajeer Ibrahimi, the sons of Marivan Friday’s prayer Imam by collaboration of his cousin Loghman Moradi.

They have refused all charges several times before.

Quelle: Human Rights Activists News Agency (HRANA)

https://hra-news.org/en/zaniyar-moradi-was-transferred-to-confinement-in-quarantine-ward

auf Italienisch, ebenfalls bei HRANA

E’ stato operato d’ernia, ma subito dopo, nella giornata di sabato scorso, è stato riportato in carcere, benché i medici avessero sottolineato che il decorso post-operatorio dovesse svolgersi sotto controllo medico e che le terapie al ginocchio e alla schiena dovessero continuare. … Zanyar Moradi è condannato a morte per l’accusa di avere ucciso, in collaborazione con suo cugino Loghman Moradi (anch’egli condannato a morte), Memari e Hajeer Ibrahimi, i figli dell’Imam della preghiera del venerdì di Marivan (città della provincia del Kurdistan iraniano). Sia Zanyar che Loghman Moradi hanno più volte respinto tutte le accuse.

http://www.iranhr.it/sospese-le-cure-ospedaliere-a-prigioniero-politico-condannato-a-morte-e-ritornato-in-carcere/

Mamousta Mostafa Shirzadi, der Freitagsimam und Vater des in Marivan Ermordeten Saadi. Julias Blog übersetzt dazu:

Die Angehörigen von Loghman und Zanyar erklärten gegenüber Rooz, dass die Geständnisse konstruiert und unter Gewaltanwendung erzwungen worden seien.

Zanyar und Logman Moradi bestätigten dies in einem im Gefängnis verfassten Schreiben. Ihre Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden, die Verhörbeamten hätten ihnen mit “sexueller Vergewaltigung” gedroht, erklärten sie. …

Zanyars Vater Eghbal Moradi sagte dazu gegenüber Rooz: “Unsere einzige Hoffnung ist, dass der Freitagsprediger dem Druck der staatlichen Sicherheitsorgane nicht nachgibt. Mamousta Shirzadi weiß besser als jeder andere, wie sein Sohn umgebracht wurde. Wir glauben, dass er hier in ein politisches Spiel geraten ist. Er weiß, dass Zanyar und Loghman unschuldig sind, und ich hoffe, dass er sich daran erinnert.”

http://englishtogerman.wordpress.com/2012/02/08/todesurteile-gegen-zanyar-und-loqman-moradi-der-freitagsprediger-konnte-sie-retten/

Der Vater von Zanyar Moradi, Eghbal Moradi berichtet dem Iran Human Rights Documentation Center (IHRDC)

I am Eghbal Moradi. At the moment I reside in Iraqi Kurdistan. I have been working with Kurdish political parties for 33 years. I am also the father of Zanyar Moradi, who is currently a political prisoner sentenced to death in Iran. In the past I was one of the officials of the Komala movement. … I heard the news of Zanyar’s arrest 10 to 15 days after I was attacked by a terrorist group affiliated with the Islamic Republic within the borders of Iraq. I was wounded severely by the attack. The government of the Islamic Republic itself tried to assassinate me with the help of terrorist groups it had in Iraqi Kurdistan. Since they were not successful in their attack, I knew that they would somehow hurt my family in order to retaliate out of fear that I would take some action against the terrorists they had sent to kill me. Unfortunately, Zanyar was with my parents in Iran at the time, and 10 to 15 days after I was wounded Zanyar was arrested by the Intelligence Ministry Office in Sanandaj. … I was arrested in Sanandaj, where I was a student at the time. After I had been in prison for 5 or 6 years without being charged, Khomeini announced a public amnesty and fortunately I was one of those amnestied, otherwise I would have been executed. There were about 13 or 14 of us and we were all from Marivan. … I was in captivity for 5 or 6 years in Orumiyeh, Sanandaj, Marivan, and Tabriz. Eghbal Moradi, December 21, 2011

http://www.iranhrdc.org/english/publications/witness-testimony/1000000115-witness-statement-of-eghbal-moradi.html#.UeN4SKxc06A

Der Oberste Gerichtshof hat die gegen Loghman Moradi und Zaniar Moradi verhängten Todesurteile bestätigt. Den beiden iranischen Kurden droht nun jederzeit die Hinrichtung.

Loghman Moradi und Zaniar Moradi waren am 22. Dezember 2010 in einem Berichten zufolge 20-minütigen Prozess von der 15. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Das Gericht hatte die beiden Kurden der „Feindschaft zu Gott“ (moharebeh) und der „Verdorbenheit auf Erden“ schuldig gesprochen, weil sie am 4. Juli 2009 in Marivan, einer Stadt in der im Nordosten des Landes gelegenen Provinz Kurdistan, den Sohn eines hohen Geistlichen ermordet haben sollen. Darüber hinaus hatte das Gericht die beiden Männer für schuldig befunden, in bewaffnete Aktivitäten der kurdischen Oppositionsgruppe Komala verwickelt gewesen zu sein. Loghman Moradi und Zaniar Moradi legten Rechtsmittel ein, die jedoch laut einer Meldung vom 12. Oktober 2011 vom Obersten Gerichtshof abgewiesen wurden. Es hieß, die beiden Männer seien mündlich über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs informiert worden. Amnesty International geht derzeit Berichten nach, denen zufolge Zaniar Moradi zum Zeitpunkt seiner Festnahme erst 17 Jahre alt gewesen sein soll.

Zaniar Moradi und Loghman Moradi waren am 1. August beziehungsweise 17. Oktober 2009 in Marivan festgenommen und anschließend neun Monate lang vom Geheimdienstministerium in Haft gehalten worden. Während dieser neun Monate ist keine Anklage wegen Mordes gegen sie erhoben worden. Beide Männer wurden mehrfach in verschiedene Hafteinrichtungen verlegt, bevor man sie schließlich etwa Anfang Dezember 2010 in Trakt 4 des in Karaj nordwestlich von Teheran gelegenen Gefängnisses Raja’i Shahr einwies. Von dort schrieben sie einen Brief, in dem sie ausführten, während ihrer Vernehmung durch Angehörige des Geheimdienstministeriums zu dem „Geständnis“ gezwungen worden zu sein, den Sohn des Geistlichen ermordet zu haben. Zuvor, so Zaniar Moradi und Loghman Moradi, in ihrem Schreiben, seien sie 25 Tage lang gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht worden. Keiner der beiden Männer wurde angemessen medizinisch versorgt.

amnesty international, 19. Oktober 2011

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-307-2011/iranischen-kurden-droht-hinrichtung

Die Mutter von Zanyar Moradi bittet das Regime, ihren Sohn nicht hinzurichten. Kurdisch mit persischen Untertiteln. Mother of Zanyar Moradi asks that the regime in Iran not execute her son. Kurdish w Farsi subs

http://www.youtube.com/watch?v=5wLct7j1cSI&feature=player_embedded

Auch MISSION FREE IRAN setzt sich für die Freilassung von Zanyar & Loghman Moradi ein

http://missionfreeiran.org/2013/01/09/tweetstorm-to-stop-the-execution-of-zanyar-loghman-moradi/

http://missionfreeiran.org//?s=Moradi

[3] der Athlet Ibrahim Arnavaz, hingerichtet am 7. Juli 2013 in der nordiranischen Stadt Rascht (Resht), Provinz Gilān (hier als Foto gefunden auf: facebook)

https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn1/p480x480/933901_10151442287492132_980872307_n.jpg

Athlet Ibrahim Arnavaz (hier als Foto bei: Maryam Namazie)

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/files/2013/07/ebrahim-11.jpg

(hier bei: Freedom Messenger – Ghasedane Azadi)

https://fbcdn-sphotos-a-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/p480x480/999815_10151468459102271_76816158_n.jpg

To all caring people around the world!

This is a picture of a nice young couple. This is Ali Mahin Torabi and his wife, in Turkey who are looking for a safe place to move to.[1]

Ali had been sentenced to death. In 2001 when he was 15 years old he asked a fellow student at his school why he was late. As they started to fight, Ali’s fellow student got stabbed by a knife and Ali was convicted for it. He called me from prison and said with a childish voice: Dear Mina, tell the people of Germany that they have to prevent Ali from getting executed. People who are sentenced to death penalty have an expectation that everyone who knows about the case shall help them. Since this was broadcasted in Iran and across the world a massive protest began and thanks to that Ali is still alive.

This is a picture of Zaniar Moradi who is in one of Iran’s worst prisons, The Rajaie Shahr in Karaj.[2]

He and Loghman Moradi were arrested in charge of murder of a religious leader’s son (Marivan). He confessed during the torture. He got a serious back injury from the torture and now he can’t walk. The authorities denied him hospitalization. The prison guardians told him that he will be executed anyway so it was no use for him to go to the doctors. In an interview with Italian reporters which was broadcasted live from prison he said: Don’t let me get killed without my wishes getting fulfilled, I want to live. Everyone who saw this in Italy where very touched and cried. A reporter in Italy wrote: The history in Italy got divided into two parts, one before they heard Zaniar’s voice and one after.

Zaniar is one of many political prisoners who are sentenced to death in The Rajaie Shahr. Meanwhile there are approximately 1400 prisoners in the same prison who are convicted to death, possession of drugs and murder. According to recent news from the sixth of July, that we received, the authorities have warned all 1400 prisoners that they will be executed within six months.

This is a picture of Ibrahim Arnavaz who was 20 years old and got executed last Saturday the seventh of July 2013.[3]

He was an athlete and at several times he said that he was innocent. Unfortunately we got aware of this case after the execution. He was one of the 98 persons who have been executed the last 20 days in Iran. Hereby I want everyone to realize that when you spread information, help and protest you can save several lives.

The International Committee Against Execution condemns the massive wave of executions after Rohani’s presidential election and we are urging you to do whatever you can to prevent the killing.

There is not one single day that the convicts don’t call me from prison and ask for help so they don’t get killed. What can we do to help them? We are asking all human beings to protest against death penalty and the authorities.

Mina Ahadi

2013-07-11

Mina Ahadi

The International Committee Against Execution, ICAE

The International Committee Against Stoning, ICAS

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

http://stopstonningnow.com/wpress/

http://notonemoreexecution.org/

http://ex-muslime.de/

Freiheitslied für die politischen Gefangenen im Iran

Februar 19, 2012

زندان

zendān

prison

Gefängnis

To blaze the way

Den Weg bahnen

Dieses Lied ist den politischen Häftlingen in der staatsterroristischen Islamischen Republik Iran gewidmet, insbesondere denen, die im Rahmen der legitimen Proteste nach den Präsidentschaftswahlen (2009) inhaftiert worden sind. Wir denken an Gefängnisse wie das von Täbris, wo Sakineh Mohammadi Ashtiani eingesperrt ist, Teheran (z.B. das Evin Prison) oder Karadsch (Gohardasht Prison genannt Rajai Shahr Prison) und an all jene mutigen Menschen, die zwar nicht mehr oder noch nicht eingesperrt sind, denen aber die schariarechtlich einwandfreie Verhaftung jederzeit droht. In der Hoffnung auf einen säkularen Iran, der allen Menschen und ihren allgemeinen Menschenrechten (10.12.1948) gerecht wird. Gesungen auf die weltbekannte Melodie der Moorsoldaten (KZ Börgermoor, Surwold bei Papenburg / Emsland 27.08.1933) von Rudi Goguel (1908-1976), Text: Cees van der Duin (Köln am Free Expression Day 11.02.2012).

Während wir geknechtet kauern

ziehen Vögel durch das Licht,

queren die Gefängnismauern,

kennen unser Elend nicht.

Sie können uns nicht hindern,

Freiheit bricht sich Bahn

im Iran.

Turbanträger, Polizisten

haben uns in ihrer Hand.

Schreiben sie auch Todeslisten,

uns gehört das ganze Land.

Sie können uns nicht hindern,

Freiheit bricht sich Bahn

im Iran.

Mögen sie uns treten, schlagen,

spucken sie uns ins Gesicht,

wir Iraner können sagen:

euch gehört die Zukunft nicht.

Sie können uns nicht hindern,

Freiheit bricht sich Bahn

im Iran.

Niemand kann Iran betrügen

diesen gilt es, ungeschwächt

in die Menschheit einzufügen,

ins globale Menschenrecht.

Sie können uns nicht hindern,

Freiheit bricht sich Bahn

im Iran.

Weichen werden Angst und Sorgen

und der Terror dieser Zeit,

nächstes Jahr, vielleicht schon morgen,

ja, die Freiheit ist nicht weit.

Sie können uns nicht hindern,

Freiheit bricht sich Bahn

im Iran.