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Islamischer Faschismus? Zu der These von Hamed Abdel-Samad

Februar 20, 2015

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“

Der Totalitarismus auch der heutigen, in ihren besonders fundamentalistischen oder gewalttätigen Ausformungen durch unsere Politiker und Journalisten hastig „Islamismus“ genannten Religion von Koran und Sunna reicht sehr weit zurück, sie: „ist bereits im Ur-Islam angelegt. Die Grundzüge des Faschismus scheinen überall durch; in der Organisationsstruktur ebenso wie in der Religion, die stets über dem Menschen steht“ (Verlag Droemer Knaur zum Der islamische Faschismus des deutsch-ägyptischen Soziologen und Autoren Hamed Abdel-Samad (2014)). Rede der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) Mina Ahadi am 20.02.2015 in Frankfurt.

Am 27. Oktober 2012 war ich drei Tage lang in Den Haag. Dort in den Niederlanden fand ein Tribunal gegen die Brutalität der islamischen Regierung des Iran statt.

Das Iran Tribunal war eine internationale symbolische Gerichtsverhandlung, die von einigen Überlebenden der iranischen Gefängnisse und auch von Angehörigen der Hingerichteten aufgestellt wurde. Im Den Haager Friedenspalast (dem Gebäude des Internationalen Gerichtshofs und der Haager Akademie für Völkerrecht) arbeiteten wir für drei Tage als richtiges Gericht mit namhaften Richtern und Anwälten und haben dort gegen das Islamische Regime Anklage erhoben.

Insbesondere ging es um die Massenhinrichtungen in den Achtziger Jahren, bei denen viele Tausend Menschen umgebracht wurden. Ich war dort gemeinsam mit Frau Maleke Mostafa Soltani, deren Bruder 1979 in meiner Wohnung mit meinem Mann und noch fünf weiteren Personen festgenommen worden war. Alle fünf wurden Anfang 1980 hingerichtet. Maleke hat in Den Haag nicht nur über einen Bruder, sondern über sechs Brüder gesprochen, die das Islamische Regime ebenfalls alle hingerichtet hat. Sie war eine der Anklägerinnen und hat auch über meinen Mann gesprochen.

https://www.youtube.com/watch?v=fQUDDbWnlnE

http://www.irantribunal.com/index.php

http://en.wikipedia.org/wiki/Iran_Tribunal

Seit 36 Jahren kritisiere ich das islamische Regime und kämpfe gegen Steinigungen und sonstige Hinrichtungen. Sie ahnen sicherlich, dass ich mich Tag für Tag mit diesen Tragödien beschäftige, aber was ich dort an diesen drei Tagen gehört habe, war auch für mich zu viel.

Ich habe dort noch mehr über die islamische Diktatur gelernt. Wir alle im Gebäude, mehr als 150 Personen, haben geweint und mussten gelegentlich aus dem Saal laufen, um irgendwo in einem Winkel laut herauszuschreien, was im Iran mit den Gefangenen geschehen war. Die dargestellten Tatsachen waren pure Brutalität.

Dr. Shokoufeh Sakhi, die acht Jahre Gefängnis überlebte, davon achteinhalb Monate in Einzelhaft, berichtete über den dreimonatigen Aufenthalt in Einzelzellen, die wie Särge waren, so eng und so dunkel. Damit sollte erreicht werden, dass die inhaftierten Frauen und Mädchen sich besinnen und nicht länger ungläubig sind, sondern den Islam annehmen. Sie hat von Frauen gesprochen, die mental zerbrochen sind und jetzt in der Psychiatrie leben müssen.

http://www.gresham.ac.uk/professors-and-speakers/shokoufeh-sakhi

Den Faschismus können wir als antidemokratische, menschenrechtswidrige und patriarchalische Bewegung verstehen, die, sofern nicht abgestoppt, einen totalitären Staat errichtet, der auf dem Führerprinzip basiert. Die Phase der Eroberung der Macht ist dabei ein Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens: jeder Pluralismus in Verwaltung und Gesellschaft und jeder Individualismus wird ausgelöscht, er wird „gleichgeschaltet“, so nannten es die Nazis. Alle Lebensbereiche werden zentral kontrolliert, es gibt kein Privatleben und auch keine Meinungs- und Informationsfreiheit, denn die Presse wird zensiert. Es gibt erlaubte und verbotene Kunst, Bücherverbrennungen, Arbeitsverbote für dissidente Schriftsteller. Die Untertanen müssen sich einordnen und gehorchen, wer sich beispielsweise Anordnungen widersetzt oder gar die Führung kritisiert, wird terrorisiert, verhaftet und verhört, eingesperrt oder gleich umgebracht. Manche werden gefoltert, denn der Staat will weitere politische Gegner und deren Pläne in Erfahrung bringen. Oft sind die durch die Aussage des Folteropfers Belasteten unschuldig.

Auch Hitlers Nationalsozialismus mit seiner hierarchischen Machtstruktur, seiner offen rechtsextremistischen, rassistischen, speziell antisemitischen Ideologie war ein Teil der damals in mehreren Staaten Europas herrschenden faschistischen Weltanschauung.

Im deutschen Faschismus prägte einerseits die Begeisterung der Masse für den Führer und seine Ideologie den Alltag, andererseits musste jeder Systemgegner oder auch nur Nonkonformist in permanenter Unsicherheit leben und Bespitzelung, Verrat und Verhaftung fürchten.

Wenn Sie mich als Frau aus einem sogenanten islamischen Land fragen, ob Islam und Faschismus Ähnlichkeit haben? Ich sage: der Islamismus des 20. und 21. Jahrhunderts ist eine de facto faschistische Bewegung, die mit Brutalität und Hass gegen Menschen versucht, sich durchzusetzen. Ich kann hundert Beispiele nennen, die ich selbst erlebt oder mitbekommen habe, auch meine Erlebnisse in Den Haag sind dafür ein Beweis.

Wir reden beim Islam über eine politisch-religiöse Bewegung, die ein sehr ähnliches Ziel hat wie der Faschismus, die sich derselben brutalen Mittel bedient und deren Machtanspruch und Unterdrückungsinstrumente sich in vielen Staaten der Erde zeigen: im Iran und in Afghanistan, im Sudan und in Nigeria, neuerdings im Irak und in Syrien sowie an vielen anderen Orten auf der Welt. Selbst Nordamerika und Europa sind nicht verschont worden, die blutige Spur der letzten 14 Jahre reicht von Nine Eleven bis Charlie Hebdo und ganz aktuell Kopenhagen.

Wir reden über den auf der Scharia basierenden radikalen Islam und wir alle haben die dunkle Seite, die mörderische Seite dieser Bewegung gesehen, die faschistische Seite: Geschlechterapartheid, Mord, Terror, Hinrichtung, Erniedrigung und so weiter. Ebenso wie der Faschismus ist nach seiner Machtergreifung auch der Islam totalitär.

Eine Trennung von Staat und Weltanschauung bzw. Staat und Recht gibt es weder im Faschismus noch im Islam.

Kommen wir zu Hamed Abdel-Samads Buch und seinen Thesen. Meine Auffassung ist diese:

Der Islam als eine Religion ist, nicht anders als andere Staat und Gesellschaft beherrschende Religionen, reaktionär sowie frauen- und menschenfeindlich und tatsächlich faschistisch.

Das Christentum hat im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, genau wie es die Islamradikalen heute tun, sehr viel Elend und Brutalität verbreitet. Zur Inquisition, zur Christianisierung der Ureinwohner Südamerikas und zu Westeuropas Hexenverfolgung lassen sich Entsprechungen sowohl im Faschismus als auch im Islam finden.

Wie wir einerseits am heutigen iranischen Regime, einer theokratischen Diktatur, und andererseits an den afghanischen Taliban, der somalischen al-Shabaab und Nigerias Boko Haram sehen können sowie an der islamischen Diktatur von Saudi-Arabien und der Terrormiliz Islamischer Staat, sind der schiitische und der sunnitische Islam letztlich gleich brutal.

Mit viel Mühe ist es den Denkern der Aufklärung und ihren Anhängern gelungen, die einem Raubtier gleichende Kirchenherrschaft zu bändigen und das Christentum sozusagen in einen Käfig zu sperren, doch mit dem Islam hat die Menschheit das noch nicht geschafft. Die islamische Religion und politische Bewegung vergießt Blut, quält die Menschen und verletzt die allgemeinen Menschenrechte.

Ich denke, dass es als politisches Statement nur konsequent ist, den Islam mit dem Faschmus zu vergleichen. Das kann dazu beitragen, dass die Menschen die inhumane Seite von Religionen und eben auch vom Islam nicht länger ausblenden. Ich muss betonen: Heutzutage wird Faschismus richtigerweise von Milionen von Menschen als sehr negativ bewertet, aber in Bezug auf die Religion ist das noch nicht so. Allzu bereitwillig rollt man den Vertretern des Islam den roten Teppich aus.

Es gibt die Deutsche Islamkonferenz, islamischen Religionsunterricht, Staatsverträge sogar mit den Vertretern des iranischen Mullahsystems, zu jeder erdenklichen politischen Frage reicht man Herrn Mazyek oder Herrn Kızılkaya das Mikrophon. Überall haben die Vertreter der Religionsgemeinschaften Mitspracherecht: im Deutschen Ethikrat, in den Rundfunkräten, in manchen Ausschüssen der Parlamente und im Schulwesen.

Die Diktatur des islamischen Wohlverhaltens ist in unsere Städte eingesickert. Inzwischen gibt es in Europa offizielle und inoffizielle Schariagerichte, immer mehr Mädchen und Frauen tragen den Hidschab. In den muslimisch dominierten Schulklassen ist unter den Schülerinnen nicht das Problem, ob man sich verschleiert, sondern wie tief man sich verschleiert. Die Erlaubnis zur Jungenbeschneidung wurde 2012 durch das Parlament gepeitscht und inzwischen gibt es mit Tatjana Hörnle und Karl-Peter Ringel sogar eine Bewegung zur deutschen Legalisierung der Mädchenbeschneidung. Imame, Religionslehrer und große Brüder sorgen dafür, dass sich die Mädchen von den Ungläubigen und ihren Verhaltensweisen fernhalten. Auch der islamische Antisemitismus ist uns in den Attentaten von Paris und Kopenhagen vorgeführt worden.

Deutsche Islamfunktionäre versuchen, uns Islamkritiker mit dem § 166 des Strafgesetzbuches zum Schweigen zu bringen, dieser sogenannte Gotteslästerungsparagraph muss endlich weg!

Wenn das Parlament 2012 auf Druck religiöser Verbände ein Gesetz schafft, das ein blutiges Ritual erlaubt, das gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eines Kindes verstößt, dann ist das grundrechtswidrig.

Claudia Roth schüttelt im Iran die Hände der Vertreter des Islamischen Regimes, auch wenn sie genau weiß, dass Mullahs, Muslimbrüder und IS viel Gewalt verursacht haben – das ist für sie offensichtlich alles nicht so schlimm, denn der Iran ist für sie ein islamisches Land und Brutalität ist für sie wohl auch ein Stück Kultur! Frau Roth ist ehrenamtliches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Schirmherrin des Behandlungszentrums für Folteropfer.

Andererseits hinkt der Vergleich von Islam und Faschismus insofern, als dass die Religion auch dazu dient, den Menschen nach dem Tod vor dem ewigen Höllenfeuer zu retten, während der Faschismus Macht und Diktatur nur im Diesseits will und dem glühenden Faschisten gesellschaftliche Vorteile bietet. Der Islam verspricht Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits, an dieser Stelle unterscheidet er sich vom Faschismus, der Auferstehung und Himmelreich einfach nicht im Programm hat.

Während der Faschismus seine Ziele und Methoden offen und unmissverständlich bekanntgibt, kommt der Islam, jedenfalls überall, wo er die Regierungspolitik noch nicht alleine bestimmen kann, zuerst harmlos seelsorgerlich daher. Aus taktischen Gründen gibt er sein totalitäres Lebenskonzept und Gesellschaftsmodell den Ungläubigen nicht bekannt.

Religionen erklären ihre gehorsamen Glaubensanhänger als gut und alle Andersdenkenden oder Andersgläubigen sind schlecht und dürfen als Kafir, das heißt als Ungläubiger, einfach getötet werden. Dafür erhält man mit dem Platz im Paradies seine Belohnung – was für eine gegenaufklärerische Weltanschauung.

Religion ist also etwas anderes als Faschismus. Angeblich sei die Religion nur eine organisierte Spiritualität oder eine Sache zwischen dem einzelnen Menschen und dem vermeintlichen Schöpfer. In Wirklichkeit aber will der vom Himmel redende Klerus die ausgesprochen weltliche Machtergreifung. Der Kampf gegen die Religion ist daher komplizierter und schwerer zu führen als der Kampf gegen den Faschismus. Wie alle streng religiösen Menschen haben viele Muslime Angst vor der Höllenstrafe, was ein wissenschaftlich denkender, aufgeklärter Mensch vielleicht nur schwer nachvollziehen kann. Weder materieller Wohlstand oder gesellschaftlicher Status noch die allgemeinen Menschenrechte können einem wirklich streng Religiösen das Paradies ersetzen.

Gerade der Islam mit seinen halbierten Frauenrechten oder vielmehr institutionalisierten Frauenrechtsverletzungen hat das Leben und die Rechte von Millionen und Millionen von Frauen auch im 20. und 21. Jahrhundert brutal unterdrückt.

Und das ist nur ein Teil jener aktuellen Probleme, welche Multikulturalisten und Gutmenschen in Europa als Kultur und fremde, angeblich unbedingt schützenswerte Mentalität oder Identität darzustellen versuchen. Nein. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn sie mich fragen: der radikale Islam ist noch schlimmer als der Faschismus.

Der radikale Islam ist seit 1400 Jahren inhuman und erniedrigt jeden Andersdenkenden und insbesondere alle Frauen.

Alle Religionen haben sehr viel dazu beigetragen, die Menschen in Unwissenheit, Unmündigkeit und Barbarei zu halten.

Mina Ahadi

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Deutsch-ägyptischer Autor Hamed Abdel Samad entführt

November 25, 2013

حامد عبد الصمد‎

Ḥāmid ʿAbd aṣ-Ṣamad

Hamed Abdel-Samad

UPDATE 26.11.2013 · Hamed Abdel-Samad ist wieder frei. Zwei Tage nach seiner Entführung befindet er sich in der Obhut des deutschen Botschafters in Kairo.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/entfuehrter-islamkritiker-abdel-samad-wieder-frei-12682464.html

Islamkritischer Publizist von Kidnappern verschleppt

Der deutsch-ägyptische Politologe, Historiker und Autor Hamed Abdel-Samad wurde am 24. November 2013 in Kairo entführt.

Der Berliner Geschichtsstudent und Blogger Sören Brandes lancierte eine PETITION bei Change, in der die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert wird.

http://www.change.org/de/Petitionen/deutsche-bundesregierung-%C3%A4gyptische-regierung-tun-sie-alles-um-hamed-abdel-samad-zu-befreien

Petent Sören Brandes, ein Blog-Mitautor auf Unsere Zeit:

„Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass der deutsch-ägyptische Publizist und säkulare Aktivist Hamed Abdel-Samad gestern, am 24. November 2013, in Kairo entführt wurde … Nähere Hintergründe zu seiner Entführung sind noch nicht bekannt, doch gibt es Anlass zu größter Sorge. … Gegen Abdel-Samad wurden schon mehrfach Morddrohungen und Fatwas ausgesprochen …“

http://unserezeitblog.blogspot.de/

Sören Brandes auf Twitter

https://twitter.com/Soeren_Brandes

Ein Freund Abdel-Samads, der Jurastudent, Menschenrechtsaktivist und Publizist (u.a. bei Der Freitag) Walid Malik, bestätigte bereits am 24. November die Entführung auf Twitter:

++EIL++Betätige die Meldung ägyptischer Medien:Hamed Abdel Samad wurde entführt.Wünsche meinem Freund alles Gute!!

https://twitter.com/WalidVanMalik/status/404788719640928256/photo/1

Bruder von Hamed Abd al-Samad: „Ich schließe nicht aus, dass mein Bruder von militanten Islamisten entführt wurde“

Mahmoud Abd al-Samad, der Bruder des Schriftstellers und Publizisten Hamed Abd al-Samad, hat erklärt, dass sein Bruder gestern Nachmittag entführt worden ist, genauer gesagt um 16.15 Uhr. Er enthüllte in einer exklusiven Erklärung für Youm7, dass das Innenministerium seinem Bruder eigens einen Leibwächter zugewiesen hatte, nachdem die deutsche Botschaft aufgrund mehrer Morddrohungen durch militante Islamisten danach verlangt hatte. Sein Bruder habe einen besonderen Termin [wörtl.: Aufgabe, Auftrag, H.B.] gehabt, weshalb ihn keine Leibwächter eskortiert hätten. Jedoch habe er einen der Leibwächter, einen Offizier, angerufen und diesem mitgeteilt, dass ihm ein schwarzes Auto folge, seit er sein Hotel im Zentrum Kairos verlassen habe. Dieses Auto habe ihn verfolgt, bis er sein Ziel, den „Azhar Park“ in der Salah Salem-Straße, erreichte. […] Um 16.15 habe sich die Spur von Hamed vollständig verloren und auf dem Handy sei er nicht mehr erreichbar gewesen.

Der Bruder von Abd al-Samad hat erklärt, dass er, als er von dem Vorfall erfahren habe, die Deutsche Botschaft kontaktiert habe, da sein Bruder die deutsche Staatsbürgerschaft besitze und dort als Universitätsdozent arbeite. Er schließe nicht aus, dass sein Bruder von militanten Islamisten entführt worden ist, da es mehrere Aufrufe zur Ermordung seines Bruders gebe und dieser auch zahlreiche Morddrohungen erhalten habe, insbesondere nach der Kampagne Abu Ishaqs gegen ihn. […]

Youm7, ins Deutsche von Hannes Bode (Jungle World)

zu finden auf dem Blog Ruhrbarone

http://www.ruhrbarone.de/deutsch-aegyptischer-autor-hamed-abdel-samad-entfuehrt/

Auf Arabisch bei youm7 (der arabische Titel lautet: Publizist Hamid Abdel-Samad von Unbekannten entführt)

http://www.youm7.com//News.asp?NewsID=1362022#.UpN9dieFeeb

Wo ist Abdel-Samad?

Fest steht: Seit seiner deutlichen Kritik am politischen Islam galt Abdel-Samad in Ägypten als „vogelfrei“. Bekannte ägyptische Salafisten-Prediger hatten im Juni eine Fatwa ausgesprochen – einen Aufruf zum Mord: „Abdel-Samad hat den Islam beschmutzt, für ihn ist der Islam eine schlechte Religion. Das Urteil ist, ihn zu töten, selbst wenn er bereut, weil er den Propheten Mohammed verunglimpft hat. Er muss getötet werden und Reue wird nicht akzeptiert“, sagte Assem Abdel-Maguid, Vorsitzender Partei der Gamaa al Islamiyya.

Abdel-Samad ließ sich von den Drohungen nicht beeindrucken. Im Interview erklärte er noch vor wenigen Wochen: „Ich werde natürlich vorsichtiger sein müssen, wo ich auftrete, welche Vorträge ich annehme, aber ich werde nach wie vor schreiben und sagen was ich denke: Ein Leben ohne Freiheit macht für mich keinen Sinn.“

Von Anna Osius, ARD-Hörfunkstudio Kairo

Tagesschau Stand: 26.11.2013 00:11 Uhr

http://www.tagesschau.de/ausland/samad106.html

Islamkritiker vermutlich entführt

Von Julia Gerlach

Für große Aufregung sorgte ein Vortrag, den er im Frühjahr bei einer Konferenz der Bewegung der „Säkularen“ hielt. Dort vertrat er die These, dass der islamische Fanatismus nicht erst mit dem Aufkommen der islamischen Bewegungen im vergangenen Jahrhundert begonnen habe, sondern dass die Saat für Intoleranz und Unterdrückung bereits bei der Gründung des Islams durch den Propheten gelegt wurde. Mehrere radikale Islamisten riefen daraufhin zur Verfolgung des Schriftstellers auf. Er wurde als Feind des Islams bezeichnet – dies kommt in radikal-islamischen Kreisen einem Aufruf zum Mord gleich.

„Womöglich haben sie diese Drohung jetzt in die Tat umgesetzt“, befürchtet der Bruder des Schriftstellers. Im Frühjahr war dieser zunächst untergetaucht. Erst vor wenigen Tagen sei er nun nach Kairo zurückgekehrt, um die Familie zu besuchen, so Mahmud Abdel-Samad. …

Wegen der Drohungen vonseiten der Islamisten stehe Abdel-Hamad unter Personenschutz. Allerdings habe er den Leibwächter nicht zu dem Treffen mitnehmen wollen. Gegen 15.45 Uhr habe sein Bruder ihn aber angerufen und berichtet, dass er von einer schwarzen Limousine verfolgt werde. Kurz darauf riss der Kontakt ab. Abdel-Samads Telefon ist seitdem ausgeschaltet.

in: Frankfurter Rundschau 25.11.2013

http://www.fr-online.de/politik/hamed-abdel-samad-islamkritiker-vermutlich-entfuehrt,1472596,25134232.html

Deutscher Publizist in Ägypten verschwunden

Von Matthias Kamann

Hamed Abdel-Samad kritisierte den Islam und bereiste mit Henryk M. Broder Deutschland. In Ägypten gab es Morddrohungen gegen ihn. Nun teilt sein Bruder mit, dass Abdel-Samad in Kairo verschwunden ist. Von Matthias Kamann

in: DIE WELT 25.11.2013

http://www.welt.de/politik/ausland/article122228476/Deutscher-Publizist-in-Aegypten-verschwunden.html

Ägypten: Islamkritiker Abdel-Samad offenbar in Kairo entführt

Von Ulrike Putz und Hannah Pilarczyk

Der deutsch-ägyptische Schriftsteller Hamed Abdel-Samad soll in Kairo entführt worden sein. Er habe ohne seinen Leibwächter das Hotel verlassen, berichtet eine ägyptische Zeitung. Hassprediger hatten zuvor zum Mord an dem Islamkritiker aufgerufen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-islamkritiker-abdel-samad-offenbar-in-kairo-entfuehrt-a-935438.html

Bundesregierung fordert Aufklärung über Schicksal von Abdel-Samad

in: FAZ 25.11.2013

25.11.2013 • Der deutsch-ägyptische Publizist Hamad Abdel-Samad ist in Kairo verschollen. Die ägyptische Polizei geht von einer Entführung aus. Abdel-Samad hatte Morddrohungen erhalten.

http://www.faz.net/aktuell/politik/publizist-verschwunden-bundesregierung-fordert-aufklaerung-ueber-schicksal-von-abdel-samad-12679944.html