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Iman Attia und die entgrenzte Schuldkultur der deutschen Linken

August 17, 2009

الثقافة

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Die Dosis macht das Gift

Eine Berliner Dozentin der Alice-Salomon-Hochschule leuchtet uns heim und hat ein neues Buch geschrieben. Jacques Auvergne las das abgründig tolerante Werk

Gerade eben habe ich das neue Buch von Frau Prof. Dr. Iman Attia durchgelesen, »Die westliche Kultur und ihr Anderes. Zur Rekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus«. Sehr geehrte gottesfürchtige Frau Dr. Attia: Wissen Sie, was Scharia bedeutet?

Nach Islamischem Recht (Islampraxis; Allah als Souverän wird von elitären sakralen Richtern irdisch vertreten) beziehungsweise nach der Scharia (aš-šarīʿa; kulturrassistische Islamtheorie) ist der walī muǧbir (wali mudschbir, bei Islamisator Mathias Rohe zawaǧ al-ǧabr bzw. wilāyat al-iǧbār) oder nötigende Heiratsvormund das seine kontrolliert jungfräuliche Tochter in die erste Ehe bedarfsweise zwingende Familienoberhaupt. Wie Sie wissen und Ihren Studentinnen und Studenten jeden Tag mit Bedauern erzählen, beträgt das islamische Heiratsalter neun Jahre. Das ist doch schon einmal ein ganz wichtiges Stück Scharia, weg mit dem säkularen Standesbeamten.

Soll ich als Ihr Zuhörer und Sozialpädagoge für derlei trauten Familiensinn jetzt Toleranz aufbringen, sehr geehrte Frau Dr. Attia? Der Rechtsschule der Schafiiten ist die tetas / menetas beziehungsweise arabisch khafdh genannte „Islamic FGM“, die islamische Variante der ḫitān al-ināṯ (chitan al-inath, weibliche Genitalverstümmelung) verpflichtend vorgeschrieben. Demgegenüber heißt die MGM, die sexualmagische Jungenbeschneidung, in Indonesien tetakan / supitan. Beschnittene Frauen in Yogyakarta 43,5 %, Männer 87,5 %, beschnittene Frauen in Madura 94,7 %, Männer 98 %. Allahgott scheint das indonesische Genital mit Blut reinigen und initiieren zu wollen. FGM wie MGM benennt man auch in Indonesien mit dem arabischen Wort khitan (1).

Dem Mädchen wird bei diesem religiösen Handeln genitales Gewebe amputiert. Im indonesischen Java wird diese von Allāh gutgeheißene Operation von der wohltätigen und angesehenen Assalaam-Foundation organisiert und völlig öffentlich in Schulgebäuden, islamischen Sozialzentren oder Koranschulen durchgeführt (2).

Wie uns der Volksmund belehrt, hat das dabei auf, an, über oder in der Klitoris islamrechtlich einwandfrei herausgeschnittene Körpergewebe die Größe von einem Viertel eines Reiskorns oder aber diejenige eines Hahnenkammes. Jetzt gibt es allerdings in der Natur, sehr geehrte Frau Dr. Attia, zwar sehr kleine Reiskörner, aber auch sehr große Hahnenkämme. Das unbeschnittene Mädchen gilt den Schafiiten islamrechtlich als besudelt (). Warum kämpfen Sie nicht gegen die schafiitische FGM und, als gebürtige Ägypterin, nicht auch gegen die Klitoridektomie, wie sie viele fromme Scheichs an der Kairoer al-Azhar seit Generationen fordern und wie sie in jeder Straße Kairos seit Jahrhunderten praktiziert wird?

Das Ministerium für Frauen, Familie und Soziales des Staates Malaysia KPWKM (3) erzählt Deutschlands

Orientfreunden Konkretes zu den beiden wichtigsten sexualpolitischen Treibriemen des Kalifats islamische Eheschließung (imām-nikāḥ) und Schlafzimmerkalifat (Koran: Die Ehefrau als „Saatfeld“). Denn Scharia ist was, konkret?

Scharia ist walī muǧbir:

1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Heirat erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits.

Sei es das iranische Blutgeld der diyye (diyya) oder die Steinigung des islamofaschistischen Herrn Revolutionsfühers Chomeini, für die toleranten Schariafreunde unter den Dozenten der Alice-Salomon-Hochschule ist das offensichtlich alles Kultur. Ein neuer persönlicher Rekord beim Bergsteigen im aufregenden Gebirge des Kulturrelativismus ist 2009 denn auch von einer Berliner Professorin für Diversity Studies errungen worden. Vom erklommenen Gipfel der Erkenntnis der Vielfalt (diversity, Kalifat) brachte Iman Attia eine aus mittelalterlicher islamischer Sicht fromme, uns Nichtmuslime oder säkulare Muslime zur Wertschätzung der kulturrassistischen Scharia aufrufende Schrift herab: »Die westliche Kultur und ihr Anderes. Zur Rekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus«.

Attias mutmaßlicher spiritueller Vice-Vorgesetzter heißt Mustafa Cerić, ist amtierender Großmufti und wirkt als rechte Hand des im arabischen Katar lebenden Scheichs Yūsuf al-Qaraḍāwī vom bosnischen Sarajevo aus für den Europäischen Fatwa-Rat (ECFR). Großmufti Cerić stellt klar (4)

Daher ist dieser islamische Bund, diese Scharia, ewig, nicht verhandelbar und unendlich.

Der Schatten Allahs in Sarajevo fordert die Errichtung eines europäischen Imamats sprich Kalifats. Natürlich nur für die Muslime. Alles ganz spirituell und seelsorgerlich. Im Blatt European View (Ausgabe 6, 41-48) kommt das Wort Scharia 19 (neunzehn) mal vor, indes Schariaverharmloser Yassin Musharbash am 14. Mai 2008 zu titeln sich erdreistete: „Als der Obermufti einmal Scharia sagte“.

Von der angeblich so numinosen und spirituellen Scharia hat sich Musharbash keineswegs distanziert. In dem in Englisch veröffentlichten Text heißt des CDU-nahen europäischen Zentrums für Europäische Studien (Center for European Studies, CES), laut WELT war gar von einer baldigen Umbenennung der CES „Helmut-Kohl-Stiftung“ die Rede, heißt es:

In the shari’ah as their Weltanschauung (sic!) Muslims have their covenant with God, a covenant that is the same in content if not in form as the previous covenant contained in the Old Testament of Moses and the New Testament of Jesus.

Gelegentlich dreht der Großmufti die schariatische der beiden Seiten der gesetzesreligiösen Medaille Islam flink vom Auge des Betrachters weg, der nun fiqh liest, was der mit dem Eugen-Biser-Preis mystisch beschworene Mustafa Cerić korrekt als „angewandtes islamisches Recht“ übersetzt. Das Recht könne man an die Moderne der Europäischen Union und auch der Bundesrepublik anpassen, das sei kein Problem. Die Scharia sei vielmehr eine ebenso harmlose wie zeitlose spirituelle Grundlage.

Die ebenfalls CDU-nahe und als Kopftuchverteidigerin bekannt gewordene Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) tut es der größeren Schwester CES gleich und verharmlost Scharia und orthodox-islamische Frauendiskriminierung nach Kräften. Man scheint daran interessiert zu sein, die Türkei als der Europäischen Union beitrittsfähig darzustellen. Das Wort Scharia kritisch zu betrachten könnte angesichts der kaum zu verbergenden radikalislamischen Ausrichtung der türkischen Regierungspartei AKP außenpolitisch der deutschen Industrie Hoffnung auf Pfründe zunichte machen und würde innenpolitisch deutschen Wählern mit türkischen Wurzeln die Lust an der islamfreundlich-wertkonservativen CDU vergällen.

Auch die Dhimmis scheinen die Logik des Beutemachens und der Pfründevergabe zu beherrschen. Nutzbarmachung statt Menschenrechte, Herr von Wilamowitz-Moellendorf?

Den sprichwörtlichen Vogel einer antidemokratischen Bereitschaft zur Schariatisierung der nordrhein-westfälischen CDU dürfte allerdings der 1975 im türkischen Nevşehir (Zentralanatolien) geborene KAS-Stipendiat Bülent Arslan abgeschossen haben, der sich im Oktober 2007 eine türkisch-muslimische parallele Polizeitruppe wünschte (5).

Das innerhalb der CDU angesiedelte Deutsch-türkische Forum (DTF), dem der in Viersen wohnhafte Arslan angehört, wünscht sich 150 bis 200 betende Muslim-Bürger in Uniform. Der Polizist, dein Schariafreund und Helfer? Der Vorschlag des niederheinischen Diplom-Volkswirts mag manchem Islamkritiker wie der Ausstieg aus der Säkularität und der Einstieg in die Dhimmitude erscheinen (6).

Muṭawwiʿūn nennen sich jene islamischen Religionspolizisten, wie sie etwa in Usbekistan, Ägypten, im Sudan, in den Palästinensischen Gebieten, in Saudi-Arabien, im Iran, in Malaysia (wo auch Nichtmuslime die schariatischen Anordnungen befolgen müssen), seit 2005 in Pakistan und demnächst wohl in Afghanistan die islamische Moral teilweise gewaltsam durchsetzen. Die Arbeit der geheiligten Büttel in Polizeiuniform erfolgt nach Maßgabe des Aufrufes der ḥisba, dem Befehl Allahgottes an die „Gläubigen“, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten. Die Islamische Religionspolizei hat mit das also Ziel, die von Mustafa Cerić beschworene, „ewige, nicht verhandelbare und unendliche“ Scharia durchzusetzen. Ist die Vision des Bülent Arslan etwas anderes als eine Vorstufe der muṭawwiʿūn?

Dass letztlich jeder Bereich des menschlichen Lebens vom Islamischen Recht (Sakraljurisprudenz geheiligter Kasuistik, von einer klerusähnlichen Elite in Stellvertretung für den Allah-Gott gesprochen) ebenso total und totalitär geregelt wird wie es von der nicht kodifizierten Scharia (aus Fundamentalistensicht nicht von Menschen gemacht, sondern von Allahgott geschaffen) brutal und angsterregend gesteuert wird und dass Polygamie, walī muǧbir (islamischer Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwangsverheiraten) und elfjährige schwangere italienische, griechische oder deutsche muslimische Ehebräute mit der in New York verkündeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (10. Dezember 1948) und dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23. Mai 1949) frontal kollidieren, verheimlich uns der charmante Mufti mit dem weißen Turban.

Die Scharia ermuntert jeden Muslim intensiv zum Aufbau von verbindlich tätigen Scharia-Gerichten, welche nachfolgend islamrechtliche sprich schariakonforme Gerichtsurteile aussprechen werden, bei denen eine Frau gegenüber einem Mann halbiertes Erbe (Koran 4:11) erhält und ihre Aussage nur halb so viel wert ist wie die eines Mannes (Koran 2:282).

Nach Paret : Koran Sure 2, Vers 282: … Und nehmt zwei Männer von euch zu Zeugen! Wenn es nicht zwei Männer sein können, dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein, solche, die euch als Zeugen genehm sind, – (zwei Frauen) damit (für den Fall), daß die eine von ihnen sich irrt, die eine (die sich nicht irrt) die andere (die sich irrt, an den wahren Sachverhalt) erinnere

Qur’an 2:282 – (Court testimony) „And call to witness, from among your men, two witnesses. And if two men be not found then a man and two women.“

Jedes sichtbare Kopftuch, zumal das Kopftuch einer Lehrerin, Rechtsanwältin oder Schöffin, ist auch eine Erinnerung an diesen angeblich ehrenwerten und verdienstvollen Auftrag, eine Islamische Staatlichkeit, „Islamische Gesellschaft“ aufzubauen, in der, das interessiert den multikulturellen Juristen Herrn Mathias Rohe ja vielleicht, nicht das Volk der oberste Souverän ist, sondern die imaginierte Gottheit Allāh. Für streng gläubige Muslime hat die Demokratie (Necmettin Erbakan: batil düzen, nichtige Weltordnung) keinen sittlichen Wert und muss allenfalls Substitut, besser allerdings Provisorium für die „gerechte Lebens- und Staatsform“ (adil düzen) sein.

Leider schließt sich Mathias Rohe („Das Islamische Recht“, 2009) diesem auch von Prof. Attia betriebenen Verharmlosen des gestuft entrechtenden Islamischen Rechts an. Das Rechtsgutachtergremium Ägyptens, die Herren sollten doch etwas vom Islam verstehen, sagt uns, warum die Frau vor einem „gerechten, zivilisierten, kultivierten“ Gericht, der Gerechtigkeits- und Kulturbegriff der

Iman Attia, „von Natur aus“ nicht dieselbe Stimme haben kann wie ein Mann. Fatwa Nummer 19723, erschienen am 18.07.2004.

Keine Religion oder ein von Menschen entworfenes Gesetz verleiht Männern und Frauen dieselben Rechte, weil diese unterschiedlich geschaffen sind.

2. In [juristischen] Fällen, die sich auf Familienangelegenheiten beziehen, ist die Mehrheit [der muslimischen Schriftgelehrten] der Meinung, dass das Zeugnis einer Frau ungültig ist. Es ist notwendig, dass mindestens zwei Männer Zeugnis ablegen müssen.

4. Bei Strafsachen und in Fällen, in denen ein Hinrichtungsurteil ausgesprochen werden kann, ist das Zeugnis einer Frau ungültig. Das ist Konsens unter muslimischen Schriftgelehrten.

Der Erlanger Fachmann für Rechtsvergleich erforscht professionell Hunderte von frauenfeindlichen und kulturrassistischen Schariagerichts-Urteilen und vermag unbeirrbar von den Schönheiten des Islam zu träumen Mathias Rohe kennt den real existierenden islamisierten Teil der Welt aus drei Jahrzehnten frohgemuten Reisens und organisiert in Deutschland interreligiöse Gespräche im Rahmen der „Christlich-Islamischen Gesellschaft“ (CIG e. V.). Am für Juristen sicherlich unheimlich spannenden und wie nebenbei auch noch lukrativen Tüfteln von vertrackten Problemen binationaler Ehen (muslimischer Vater entführt Kind einer Nichtmuslima) oder sonstigen Verträgen (muss Deutschland einem Ex-Muslim Personenschutz bezahlen) zwischen Theokratie und Rechtsstaat ist der Professor also nachweislich aufgeregt interessiert. Vielleicht würde der gebildete Jurist noch als Augenzeuge bei einer iranischen Steinigung mit dem anwesenden Ayatollah über den säkular-islamischen Rechtsvergleich fachsimpeln.

Deutschland hat kein christliches Grundgesetz oder keine christliche Straßenverkehrsordnung, sondern Grundrechte und auf sie bezogene Gesetze und Verordnungen, deren Rechtssicherheit Atheisten, Ex-Muslime und Karnevalisten ebenso schützen wie muslimisch Empfindende und die dabei Männer und Frauen ganz bewusst gleichstellen. Findet es der 49jährige Erlanger Rohe denn völlig akzeptabel, seine eigene Tochter als walī muǧbir in Malaysia zu verheiraten, sie als indonesischer Schafiit genital verstümmeln zu lassen oder sein gegen Brautpreis eingekauftes Eheweib mit einem feierlichen dreifachen ṭalaq zu verstoßen? Herr-lich erhebend, dieser Islam – da ist der Mann noch ein Mann!?

Wir dürfen einem Menschen, der einerseits öffentlich die auf Koran und Hadithen gründende, kulturrassistische Scharia sowie ihre durch männliche „kleine himmlische Richter“ dargebotenen Richtersprüche des „Islamischen case-law“ (fiqh) verharmlost und der andererseits Mitbegründer und seit Oktober 2001 sogar Vorsitzender einer „Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) e. V“ ist sicherlich fragen, ob er die Rechtsspaltung will.

Rohe weiß genau, dass Scharia und fiqh den in Deutschland nach 1945 glücklicherweise Staatlichkeit gewordenen, jedem Menschen ebenso verpflichtenden wie zugänglichen Rechtsstaat angreifen werden. Warum billigt der Jurist ein islamisches Sonderrecht für die „europäische Nation der Muslime“, die Außerkraftsetzung der für alle Bürgerinnen und Bürger, auch für weibliche oder für irgendwie muslimisierte Bürgerinnen und Bürger geltenden Rechtsordnung? Der Mann ist leider auch noch Berater der Bundesregierung, ausgerechnet für den Verfassungsschutz, da bleibt uns nur, zu hoffen, dass man dort den erwiesenen Kenner Islamischen Rechts und Schariafreund Rohe gelegentlich hinsichtlich seiner ethischen Verfassungstreue in Frage stellt. Sollen sich freiheitliche Demokraten sich, nur um als ausreichend religionsfreundlich dazustehen, mit rechtskulturellen Spezialitäten von Abrahams Sohnesopfer, Kannibalismus, Moorleiche, Galgenberg, Hexenprozess, rheinischem Scheiterhaufen oder mit der im Innenhof des Teheraner Evin-Gefängnisses ausgeübten Steinigung wertschätzend befassen?

Durch die deutsche Soziologie wabern nicht erst seit Iman Attia mehrere demokratiegefährdende Gespenster, die ihre Namen alle paar Jahre wechseln und sich seit 2005 etwa „Pluralisierung von Wertschätzung“, „egalitäre Differenz“ und „komplexe Gleichheit“ nennen (aus: Wilhelm Heitmeyer, Peter Imbusch (Hg.): Integrationspotentiale einer modernen Gesellschaft), etwas früher hießen die Geister noch „kultursensibles Arbeiten“, Differentialismus oder Kulturrelativismus, noch früher ließen sich die Dämonen der Wertebeliebigkeit (sprich Willkür) anrufen mit den Namen Toleranz oder Kalifat. Wissenschaft ist mit diesen Begriffen erfolgreich „exkludiert“, ausgeschlossen, von universellen Menschenrechten oder der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist bezeichnenderweise auch nicht mehr die Rede.

Die etwas vormoderne Jurisprudenz des auch von der Scharia geforderten Blutgeldes kannte das nördliche Mitteleuropa dabei durchaus, Wergeld oder Weregild, polnisch główszczyzna hieß einst genau das, was das aktuelle Strafrecht der göttlichen Diktatur Iran diyye (arab. diyya) nennt (7). Im „ehrenwerten“ orthodoxen Islam haben Menschen eben nicht lediglich einen unterschiedlichen sittlichen, sondern auch unterschiedlichen finanziellen Wert. Andere Sprachen nennen das Frühe germanische Stammesrecht „Early germanic Law“ oder, sehr bezeichnend, „Droit des royaumes barbares“.

Auf Steuerzahlerkosten untersucht Rohe die arabische Variante der an Sexualmagie und Vergeltung orientierten rechtlichen und geheiligten Barbarei. Das Islamische Recht, so Rohes völlig passender Buchtitel zum fiqh, ist jedoch ein Fossil, oder auch leider ein Relikt kultureller Vormoderne. Dabei wäre das genaue Untersuchen der „Errungenschaften“ kultureller Vormoderne ja völlig in Ordnung. Gar nicht in Ordnung ist das von Mathias Rohe betriebene Verherrlichen oder Verharmlosen jenes Teils der Rechtsgeschichte dieses Planeten, der den leider bis heute menschenfressenden Dinosaurier namens fiqh oder auch schlicht al-islām eingrenzt. Denn durchaus anders als im iranischen Teheran (Tehrān, 7,8 Mio. Einwohner) oder saudi-arabischen Riad (ar-Riyāḍ, 6 Mio. Einwohner) sprechen sich Europas Bürgermeister, Polizisten, Psychologen, Lehrer und vor allem Richter bereits seit mehreren Jahren nicht länger mit dem Bodenpersonal gewisser Gottheiten ab.

„… und das ist auch gut so!“ (Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin).

Rohes Buchtitel aus dem Jahre 2009 ist nicht neu, ein »Das Islamische Recht« hat es vor achtundvierzig Jahren bereits gegeben, der Autor hieß Said Ramadan (8).

Saʿīd Ramaḍān war Vater vom Genfer Steinigungsfreund Hānī und vom mit Einreiseverbot in die USA belegten Schariafreund Ṭāriq, ägyptischer Muslimbruder, Europarepräsentant eben dieser verlässlich gegendemokratischen und terrornahen Muslimbruderschaft (al-iḫwān al-muslimūn), Sekretär, Vertrauter, Schwiegersohn und geistiger Erbe von Hassan al-Banna (Buchtitel: „Return of the Pharao“), dem Gründer der Muslimbruderschaft. Ob unsere seit Jahren über den Islam schreibende Quasselstrippe Iman Attia den Namen Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā denn noch nie vernommen hat, der als ein völlig in sich ruhender, politisch aktiver und glaubensbewegte Muslim sprach:

Es liegt in der Natur des Islams, zu herrschen und nicht beherrscht zu werden, seine Gesetze allen Nationen aufzuzwingen und seine Macht über den gesamten Planenten auszuweiten.

Na hoppla, das macht man doch nicht. Ganz im Sinne dieses Verständnisses von „Globalisierung“ verwendet die terroristische Hamas (Ḥamās) als der palästinensische Zweig der Muslimbruderschaft die von al-Bannā zur differenzierten Erkenntnis des Begriffes umma zielgerichtet gegenaufklärerisch entwickelten Begriffe „mittleres Maß“, „Nation“ und „Volk“. Die islamistische Dreidimensionalität der umma:

Wasatiyya, „mittleres Maß“, bedeutet wörtlich Mittigkeit oder Mitte. Die anderen (laut Koran sittlich minderwertigen) Religionen sind aus diesem Blickwinkel exzentrisch und, sofern sie hörbar werden, extremistisch. Wasatiyya ist der harmonische Frieden … einer faschistischen Theokratie.

Wataniyya, mit „Dienstbereitschaft an Heimatland und Nation“ oder kurz mit „Nationalgefühl“ übersetzbar findet sich in der Charta der Ḥamās, Artikel 12, gemeint ist theokratischer Faschismus. Der Gaza-Streifen hat seit der Entmachtung der Fatah sehr viel Kassam-Raketen, Burkas, Gesichtsschleier und wataniyya.

Qawmiyya, „Dienen am Volk“ ist Hilfe und Dienst für die eigenen Leute. Wenn in Europa also ein mutmaßlicher oder erklärter Freund der radikalislamischen Muslimbrüder Begriffe wie „der mittlere Weg, das mittlere Maß“ (wasatiyya), „Nation“ (wataniyya) oder „Volk (qawmiyya) verwendet, sollte man als freiheitlicher Demokrat sprich Islamskeptiker und Schariaverhinderer sein gebotenes Misstrauen nicht einen Augenblick lang aufgeben.

Doktrin und Sprache der al-iḫwān al-muslimūn, der Muslimbrüder, geben fein systematisiert wünschenswerte und ablehnenswerte Einstellungen zum Begriff Volk oder Nation wieder, hier zu zwei „guten“ (theozentrischen, theokratischen) Haltungen der „Heimatliebe“, des Nationalbewusstseins:

Wataniyat al-hurriya wa ‚l ‚izza: Der Wunsch nach der Arbeit an der Wiederherstellung der Ehre und Unabhängigkeit des eigenen Landes ist ein Wunsch, wie ihn der Koran und das Selbstverständnis der iḫwān (Muslimbruderschaft) vorgibt.

Wataniyat al-fath: Der Wunsch nach Herrschaft und Weltherrschaft, wie er seine Grundlage im Islam hat, welcher seine Eroberer zum besten System von Kolonisation und Beherrschung führte, so, wie es der Koran anzeigte.

Volkstümlichkeit auf gut islamistisch:

Qawmiyat al-najd: Der Stolz der jungen Generation, an der Ehre der Ahnen teilhaftig zu sein und der Wunsch, es ihnen gleich zu tun ist ein lobenswertes Lebensgefühl, das uns der Prophet Mohammed nahegelegt hat.

Qawmiyat al-tanzim: Die Verwirklichung der gemeinsamen Ziele von Freiheit und Wohlfahrt, erreicht durch Arbeit und Anstrengung jeder einzelnen Gruppe ist ein [islamrechtlich] zulässiges Ansinnen.

Bei diesem im Folgenden genannten (jahiliyah-) Volksbegriff aber endet die auf Dialogforen, Kirchentagen, Islamkonferenzen sowie Vorlesungen an der Berliner Alice-Salomon-Hochschule so arg strapazierte islamische Toleranz, denn es gibt für sehr radikale Muslime nur zwei Gesellschaftsformen, die islamische und die dschahilitische:

Qawmiyat al-jahiliyah: Der Versuch, überwunden geglaubte, vorislamische [islamfeindliche] Formen von Brauchtum zu reetablieren und den Islam durch einen übertriebenen Nationalismus und Rassismus zu ersetzen.

So viel zur Sprache der Muslimbruderschaft, zitiert aus Richard P. Mitchell: The Society of the Muslim Brothers (9). Übersetzung durch den Autor.

Dschahiliyya (al-ǧāhiliyya) ist im Islam die „Zeit der Unwissenheit“ und bezeichnet mit unfrommem oder auch frommem muslimischem Hass die Epoche vor Mohammed und die unerleuchteten altarabischen Polytheisten. Sayyid Quṭb frischt den Begriff nur geringfügig auf, um, ganz im Einklang mit der Doktrin von Koran, Dhimma und Kalifat und ganz im Nachklang an Ibn Taymiyya (1263 – 1328) die Nichtmuslime oder die nichtmuslimische (seit al-Maudūdī und Quṭb also auch: die demokratische) Lebensweise und

Gesellschaftsform verächtlich zu machen und als hassenswert und zerstörenswert zu bezeichnen. Das alte Ägypten mit seinen Göttinnen und Göttern, seinem Bilder- und Pharaonenkult war aus radikalislamischer Sicht Heidentum, Unwissenheit, ǧāhiliyya. Und der Pharao muss natürlich weg.

Wie erwähnt nannte sich ein frommes literarisches Werk des Gründers der Muslimbruderschaft Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā »Die Rückkehr des Pharao« (Return of the Pharao). Herr Chalid al-Islambuli hatte seinen Lehrer verstanden. Und der Mann wurde religiös konkret.

Ḫālid al-Islambūlī hätte es 1981 sicherlich ganz ausführlich formulieren können, damit auch der Gengenbacher Wolfgang Schäuble es versteht:

„In Ägypten herrscht keine vollumfänglich installierte Scharia, vielmehr droht die Gleichberechtigung der Frau. Das nennen wir Aktivisten der Gruppe al-Jihad und Freunde des Gelehrten Aiman az-Zawāhirī einen unislamischen Zustand. Verpflichtende Aufgabe (ḥisba) eines jeden Muslimen ist es, die widernatürliche, teuflische ǧāhiliyya zu beseitigen und der gerechten Seinsweise Geltung zu verschaffen, also dem Islam. Mein Mord hat Ägyptens drohenden Sturz in die frevlerische säkulare Demokratie verhindern helfen. Wissen Sie, genau betrachtet war Präsident Muhammad Anwar as-Sādāt ein Heide, ein Götzendiener. Damit war es nach der Scharia entweder gestattet oder auch geboten (Flexibilität der Scharia), ihn zu beseitigen.“

Warum so kompliziert, mag Ḫālid al-Islambūlī gedacht haben, der Kenner von Koran, ibn Taymiyya und Sayyid Quṭb. Er bringt die Sache theologisch brillant auf den rhetorischen Punkt:

Ich habe Pharao getötet!

Ungeachtet ägyptischer Proteste durfte in der iranischen Hauptstadt zwanzig Jahre lang eine Straße nach el-Islambouli heißen, in mehreren wichtigen Städten wurden ebenfalls Khaled-el-Islambouli-Straßen eingeweiht. Allahs geheiligten Faschisten ließen den Sadat-Mörder im gesamten Īrān trotz offizieller ägyptischer Proteste öffentlich als „Helden“ und „Märtyrer“ preisen. Wünschen wir 2009 den Iranerinnen und Iranern ein möglichst bald zugängliches Leben in Gesundheit, Sicherheit und Freiheit.

Freiheitliche Demokratie funktioniert nicht ohne die höfliche Verbannung der Götter ins Private (Säkularität, kulturelle Moderne) sowie, des Göttlichen ins juristisch (Würde), ökonomisch (soziale Marktwirtschaft, Parlamentarismus) und staatlich „Unverfügbare“ (nach Raddatz). Das wäre Religionsfreiheit, immer auch die negative. Ein Blasphemieparagraph oder Anklagen wegen Gotteslästerung entfallen damit.

Saʿīd Ramaḍān war Gründer einer leider bis heute bestehenden Kette von kulturrassistischen »Islamischen Zentren« (etwa: Islamisches Zentrum München: Planung 1960, Eröffnung 1973 unter Ghaleb Himmat, späterer Leiter Mahdi Akef, heute dabei: Ahmad von Denffer). Saʿīd Ramaḍān studierte zeitweilig in Köln, wo er 1959 bei Professor Dr. Gerhard Kegel promovierte, lebte kurz London und lange in Genf und plante lebenslang sehr ernsthaft und diszipliniert die Islamisierung Europas. Ein vom Schweizer Geheimdienst 2001 im dortigen Domizil des Herrn Youssef Moustafa Nada gefundenes Script war mit der Jahreszahl 1982 und dem Titel »Das Projekt« versehen und ist eine vielleicht ja völlig phantastische Planung der Islamisierung der Westlichen Staaten, als Autor können wir Saʿīd Ramaḍān vermuten, der 1962 an der Gründung der Islamischen Weltliga mitwirkte. Namen, die man sich merken sollte: Himmat, Nada, Ghaleb, Ramadan, Erbakan, el-Zayat.

GRÜNEN-Politiker Winfried Kretschmann wiederholt am 14.07.2009 gegenüber der Frankfurter Rundschau allen Ernstes seine drei Jahre alte Forderung nach der „Entpolitisierung des Kopftuchs“, die entsprechende magische Arbeit freilich, wer entpolitisiert eigentlich die bayerische Lederhose, den japanischen Kimono oder meinen Besenschrank, haben die „Guten“ (Islamfreunde) unter den Nichtmuslimen zu leisten, doch ganz offensichtlich, um so etwas wie europäische Schuld zu entsühnen. Die diskriminierende geheiligte Scharia wird von Kretschmann nicht kritisiert.

Bei den Kopftuchträgerinnen jedenfalls kann ich ganz klar feststellen, dass das Kopftuch entpolitisiert ist. Ich hatte unlängst eine Veranstaltung mit gut hundert jungen Kopftuchträgerinnen. Es ist ganz eindeutig, dass diese jungen Frauen das aus religiösen Gründen tragen, aus Gründen ihrer eigenen Identität. Und dass es mit einem politischen oder extremistischen Islam für diese Frauen nichts zu tun hat.

Sehr geehrter Herr Kretschmann, Islam ist Sexualpolitik, weil es aus orthodoxer (Koran und Hadithen, al-Azhar) oder islamistischer (al-Maudūdī, Quṭb) keine Trennung von Islamreligion und Islamstaat geben darf (al-islām dīn wa dawla, der Islam ist Glaube und Staat). Und dass „das Private“ politisch ist, haben Sie in Ihrer studentisch revolutionären Jugend mitgebrüllt, wenn auch ohne übermäßig viel nachzudenken.

In der Tat gibt es für die Muslima eine islamrechtlich korrekte Möglichkeit, kein Kopftuch zu tragen, wie der unter allen Sunniten grundsätzlich akzeptierte wenn nicht verehrte hochrangige Rechtsgelehrte Yūsuf al-Qaraḍāwī aus Qaṭar uns belehrt, nämlich bei der Ausführung eines Selbstmordattentates (10). Sonst hat die Frau sich lebenslang völlig freiwillig unter ihrem ḥiǧāb zu verhüllen, um den ziemlich politisch denkenden Gott Allāh nicht zu erzürnen.

Die Frau im Islam ist dem Ehemann, von dem Befolgen eventueller Aufforderungen zu Verstößen gegen Koran und Scharia abgesehen, den völligen Gehorsam pflichtig. Finden Sie es völlig in Ordnung, im Auftrag der Gottheit die gehorsamspflichtige Ehefrau im Falle ihrer Auflehnung oder auch nur Widerspenstigkeit zu verprügeln (Koran 4:34), wie es Ghalal al-Khateeb am 24. Dezember 2008 im ägyptischen Fernsehen verkündete (11)?

Koran 4:34. Die Männer haben Vollmacht und Verantwortung gegenüber den Frauen, weil Gott die einen vor den anderen bevorzugt hat [ausgezeichnet hat] und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) ausgeben. Die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben und bewahren das, was geheimgehalten werden soll, da Gott es geheimhält. Ermahnt diejenigen, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet [oder: Deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet], und entfernt euch von ihnen in den Schlafgemächern [oder: Trennt sie im Ehebett] und [wenn auch das nichts hilft] schlagt sie. Wenn sie euch gehorchen, dann wendet nichts Weiteres gegen sie an. Gott ist erhaben und groß.

Die Frauen also: „… und schlagt sie“! Das ist Islam. Für den bedarfsweise islamisch frauenprügelnden Islam steht das islamische Kopftuch.

Sehr geehrter Herr Kretschmann, halten Sie es etwa für freiheitlich demokratisch, wenn der Ehemann nach Islamischem Recht (geheiligtes Fallrecht des fiqh, praktizierte Theologie) beziehungsweise nach der Scharia (totaler irdischer Geltungsanspruch der Islampolitik) das Aufenthaltsbestimmungsrecht über alle „seine“ Kinder hat, wenn er die Mutter oder eine seiner bis zu drei Nebenfrauen (Koran 4:3, Konkubinen nicht mitgerechnet), jederzeit verstoßen kann? Das ist das politische Kopftuch, seit 1.400 Jahren. Ein verweigerter oder auch nur unfreiwillig getragener ḥiǧāb führt nach islamischer Doktrin die Angreiferin an Allahs Lebensordnung schnurstracks in die Flammen der ǧahannam, der qualvollen Hölle, aus der es, wie Koran und Hadithe versichern, kein Entrinnen gibt. Die unbotmäßige Frau gefährdet zudem das Seelenheil von Kindern und Familie. Andererseits bewertet der orthodoxen Islam das Weib ohnehin als wesensgemäß wankelmütig, geistlos und führungsbedürftig. Die grundsätzliche Unmündigkeit der Frau wird auch darin deutlich, dass sie im Rahmen der islamischen Eheschließung nicht ihr eigener walī (Heiratsvormund) sein darf, das heißt noch nicht einmal selbst heiraten kann, denn ohne walī keine Hochzeit.

Sehr geehrte Frau Attia, ist Ihnen als der Autorin von »Die westliche Kultur und ihr Anderes. Zur Rekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus« denn die Gefahr nicht einsichtig, dass die einzelne Frau oder das einzelne Mädchen den Weg aus dem Kerker der sich womöglich an al-Maudūdī oder al-Qaraḍāwī theokratisch radikalisierenden Großfamilie oder aus der parallelen, dem islamischen Wohlverhalten unterworfenen, vielleicht durch Banden von selbsternannten bärtigen Tugendwächtern aus dem salafistischen Milieu oder durch die „simple“ kriminell aktive Banden beherrschten Kontrollgesellschaft hin zu Erziehungsberatungsstelle, Polizeistation oder Frauenhaus nicht mehr finden wird und eventuell noch nicht einmal zur Schule?

Warum schreiben Sie, Frau Attia, kein Wort über 15- oder 16jährige türkischstämmige deutsche Schülerinnen, die nach den Sommerferien in der Türkei verschwunden bleiben oder aber in den Schulferien einen elterlicherseits ausgewählten Import-Ehemann geheiratet haben? Kaum ein muslimisch sozialisierter europäischer Mann wagt es, hörbar gegen šarīʿa-Islam und fiqh-Islam zu reden. Sie helfen kräftig dabei mit, den Druck auf Islamkritiker beziehungsweise Ex-Muslime zu erhöhen, indem Sie den politischen (orthodoxen) Islam im Rahmen Ihrer so genannten Kolonialismus- und Eurozentrismuskritik verharmlosen.

Als Islambeschwichtigerin und Professorin für Diversity Studies werden Sie dem Herrschaftsanspruch der Islamfunktionäre und zugleich dem masochistischen Bedürfnis eines Absolution erflehenden nichtmuslimischen „deutschen“ Publikums verhängnisvoll gerecht und wissen um diesen Zusammenhang recht genau. Ihr vermeintlicher Antiimperialismus ist in Wirklichkeit anti-säkular und pro-schariatisch, Ihre Lösung auf die „Frauenfrage“ in der (Berliner) Zuwanderungsgesellschaft bietet muslimisch sozialisierten Mädchen und jungen Frauen nichts anderes an als die Unterwerfung unter das Frauenbild der Scharia, als die „freiwillige“ Akzeptanz einer der das Selbstvertrauen untergrabenden Unreinheit, entwürdigenden Unmündigkeit und permanenten Kontrolle. Sie wissen, dass der Islam die rechtliche Geringerstellung der Frau fordert und fordern für diese diskriminierende Islampolitik unsere Wertschätzung und Toleranz.

Leicht erklärlich, dass Sie als eine für die Scharia werbende Professorin jenen Menschen wie Alice Schwarzer oder Necla Kelek, denen es an der Gleichberechtigung von Mann und Frau gelegen ist, dem Lager der Eurozentriker und „antimuslimischen Kulturrassisten“ zuordnen. Im Namen der Toleranz gegenüber der „fremden Kultur“ lassen Sie die von uns zu verhindernde Spaltung der deutschen Bevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive bereitwillig zu, die, wären sie noch stärker voneinander entkoppelt, auf unterschiedliche Weise die Nähe oder eben Ferne zum Menschenbild von Verfassung und Grundgesetz „kultivieren“ würden. Alles Kultur oder was?

Daraus, dass es Ihnen – wie Mathias Rohe von der CIG – letztlich um nur eine einzige dieser ethnoreligiös konstruierten Klassen geht, nämlich den Politik werdenden Islam, machen Sie kein Geheimnis. Unter dem einem priesterlichen Ritual gleichkommenden Anbieten von Entsühnung von mittelalterlicher (Kreuzzüge) und kolonialzeitlicher Schuld bieten Sie den europäischen Gut- und Bessermenschen das gnostisch-entrückte Zertrümmern von Schuldgefühlen und Schuldkulturen an und machen gleichsam den Weg in das Paradies (Christen) auf Erden (Atheisten) frei, den zu beschreiten keinen anderen Aufwand erfordere als dem nach Ihrer (völlig unbegründeten, hier gilt Religionsfreiheit) Deutung marginalisierten und diskriminierten, wesensgemäß seit Mohammeds Zeiten angeblich schuldlos gebliebenen Islam mehr politischen Einfluss zu erschleichen.

Ganz offensichtlich wollen Sie, Frau Dr. Attia, aus der bundesdeutschen Rechtssicherheit der für alle geltenden Bürgerpflichten und Freiheitsrechte islamisch befreite Zonen abspalten, in denen (zunächst) Ehe und Familienleben nach der „ewigen, nicht verhandelbaren und unendlichen“ (Cerić) Scharia zu gestalten sind. Dafür verlangen Sie als an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin lehrende Wissenschaftlerin unsere unbegrenzte Toleranz. Das Nachdenken, wie es denn um die Lage von Christen, Juden, Bahá`í oder auch ganz einfach nur von Frauen in Pakistan oder Ihrer elterlichen Heimat Ägypten steht, soll unsere Toleranzfähigkeit gefälligst nicht belasten.

Wer das Kopftuch kritisiert, ist für Dr. Iman Attia ein Kulturrassist. Zum erwünschten Wohlverhalten unserer Fachfrau für Toleranz gehört es, dass die säkularen Muslime, Ex-Muslime und sonstigen Nichtmuslime von der Erlaubnis begeistert sind, dass der fromme Ehemann seine Frau zum Kopftuchtragen notfalls auch mit Prügel zwingen kann (12). Der Islam ermögliche und erfordere schließlich unsere totale Toleranz. In der islambegeisterten Fachwelt möge man vom Attia-Effekt sprechen.

Uns deutschen citoyens & citoyennes fehle Rechtleitung in der Finsternis, unser Fuß drohe in das verderbliche Straucheln jeder Islamskepsis zu geraten. Attias schriftgewordene Leuchte, bei transcript für nur € 21,80 zu haben, erhellt dem säkular Angekränkelten Noch-nicht-Muslim den Pfad durch die sumpfigen Niederungen intoleranten staatsbürgerlichen Denkens:

»Die westliche Kultur und ihr Anderes. Zur Rekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus«.

Jacques Auvergne

(1) FGM / MGM, Yogyakarta, Madura

http://222.124.24.96/~zudha/file/BUKU%20-%20Genital%20Cutting.pdf

(2) Islamic FGM. Assalaam-Foundation

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/01/20/046/

(3) Malaysia. Wali Mujbir (guardian)

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(4) Ceric: The challenge of a single Muslim authority in Europe (Englisches Original, nach shari gesucht ergibt nicht “einen“ Musharbash), sondern 19 Treffer

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(5) Bülent Arslan hat Phantasie und will die ethnoreligiös segregierte, dabei selbstredend muslamische (schariakonforme) Polizeieinheit

http://www.welt.de/politik/article1256866/Muslimische_Polizisten_sollen_in_Moschee_beten.html

(6) Islamsensible Polizei an Rhein und Ruhr, eine Vorstufe der muṭawwiʿūn, der Religionspolizei?

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2007/11/15/024/

(7) Early Germanic law. Droit des royaumes barbares

http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Stammesrechte

(8) Said Ramadan: Islamic Law. Deutsch: Das Islamische Recht (1961), besprochen von Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

(9) Mitchell: The Society of the Muslim Brothers

http://quod.lib.umich.edu/cgi/t/text/text-idx?c=acls;idno=heb00919

Mitchell: The Society of the Muslim Brothers

http://books.google.de/books?id=ltVtj3Kh7IIC&pg=PA265&lpg=PA265&dq=al-banna+nature+islam+conquer&source=bl&ots=RxROAX8apT&sig=-BWRvyFWMJzpl6quGODF89pRd34&hl=de&ei=XT6HStioA4OYnQOF0vDQBA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3#v=onepage&q=wasat&f=false

Mitchell:

http://books.google.de/books?id=ltVtj3Kh7IIC&pg=PA83&lpg=PA83&dq=The+Society+of+the+Muslim+Brothers&source=bl&ots=RxROAY98rK&sig=E2TwuTAaEPOxCllMAt2_-bIkF-g&hl=de&ei=mGiHSuvoGY6CnQP1mKXVBA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4#v=onepage&q=&f=false

(10) Scheich Karadawi: Musliminnen müssen KEIN Kopftuch tragen – wenn sie sich in die Luft sprengen!

http://blog.zeit.de/joerglau/2007/06/03/scheich-karadawi-musliminnen-mussen-kein-kopftuch-tragen-wenn-sie-sich-in-die-luft-sprengen_536

(11) Fatwa zur Züchtigung der Ehefrauen. Bei Widerspenstigkeit ist Züchtigung ein erlaubtes Mittel zur Zurechtweisung. Vom Rechtsgutachter und ägyptisch-muslimischen Geistlichen Galal al-Khateeb

http://www.islaminstitut.de/Nachrichtenanzeige.55+M57fc208101b.0.html

(12) Zur Verschleierung zwingen? Na klar! Fatwa: Das Familienoberhaupt darf sein Eheweib unter das Kopftuch prügeln

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M56be5750836.0.html

Iman Attia. Sweet little lies

August 9, 2009

Frau Attia und der radikale Konstruktivismus

Das Ergebnis zählt, nicht die Wahrheit

Wie tolerant ist die deutsche Soziale Arbeit mittlerweile gegenüber dem politischen Islam? Die international renommierte Berliner Alice-Salomon-Hochschule lässt Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Iman Attia höchst schariaverträgliche “Eurozentrismus- und Rassismuskritik“ betreiben. Für eine uns Schuldbeladenen im Falle und im Maße unserer Zustimmung Absolution erteilende Attia ist Islamkritik gleichbedeutend mit antimuslimischem Kulturrassismus. Von Jacques Auvergne

Blessed is he who has found his work; let him ask no other blessedness. Thomas Carlyle

Alice Salomon (1872-1948) war Sozialdemokratin und Mitstreiterin in der frühen deutschen Frauenbewegung. International genießt Salomon bis heute Anerkennung für ihre Verdienste als Wegbereiterin einer wissenschaftlich ausgerichteten Sozialen Arbeit. Ihre jüdische Abstammung sowie ihre pazifistische und christlich-humanistische Haltung brachten sie in Konflikt mit den Nationalsozialisten. Nach Verhören durch die GeStaPo musste die Forscherin und Schulgründerin 1938 in die USA auswandern.

Zwei Berufsschulen und eine Hochschule tragen den Namen der Pionierin Sozialer Arbeit, wobei die in Berlin-Schöneberg gelegene Hochschule von der Wissenschaftlerin selbst gegründet und zwischen 1908 und 1925 geleitet wurde. 2008 konnte dieses wegweisende Beispiel an sozialarbeiterischer Hochschulkultur sein 100jähriges Jubiläum begehen. Die Schulgründung wurde unter das sozialstaatlich gemeinte Motto des schottischen Essayisten und Historikers Thomas Carlyle: »Gesegnet, wer seine Arbeit gefunden« gestellt. Eine mutige säkulare, sozialdemokratische und frauenrechtliche Haltung und Perspektive wird Salomon mit diesem Motto des schottischen Kenners der deutschen Literatur verbunden haben, eine geheiligte Entmündigung der Frau und eine politische Duldung abgeschotteter Wohnbezirke für ethnoreligiöse Kollektive abgestufter islamischer Unreinheit gewiss nicht.

Freiheitliche Demokraten werden eine jede Ideologie, die Kollektive herabzuwürdigen oder gar zu entrechten bestrebt ist, ablehnen. Ein gründlich erforschtes Beispiel kulturrassistischer Diskriminierung ist der Antisemitismus. Ebenso müsste ein Weltbürger sicherlich den Antiarabismus zurückweisen, der sich nicht „nur“ gegen muslimische Araber richtet, sondern ebenso christliche, jüdische und ex-muslimische Araber demütigen oder entrechten möchte. Doch sollten wir dem Versuch entgegentreten, jede Islamkritik als „antimuslimischen Kulturrassismus“ zu etikettieren, auch wenn dieses Ansinnen im Namen der Wissenschaft daherkommt und von der universitären Freiheit der Lehre gedeckt ist. Eine Ausrichtung an der Maßgabe der Nachhaltigkeit scheint dabei allerdings demokratisch unverzichtbar zu sein, und gerade auch eine Universität, die für ein Weltbild der geheiligten Diskriminierung Toleranz einfordert, wird sich, ist Islam erst einmal Staat geworden, einen anderen Lehrplan schaffen müssen. Kurrikulare Islambeschönigung kann keinen nachhaltigen Bestand haben, denn eine Toleranz jenseits von Herablassung oder Willkür für „die Anderen“ ist zwischen Indonesien, Pakistan und Ägypten nicht vorgesehen. Iman Attia wirbt dafür, dass wir alle mehr Toleranz für „die Anderen“ aufbringen, gemeint sind bezeichnenderweise nicht die Taoisten oder Ex-Muslime, sondern die „die Muslime“.

Von Ex-Muslimen spricht Prof. Attia nie, vielleicht weiß die Berliner Wissenschaftlerin ja nicht, dass es auch in der deutschen Hauptstadt etliche muslimisch sozialisierte Menschen gibt, die nicht islamisch leben möchten? Auch die Unterscheidung zwischen einer theokratisch muslimischen Haltung zu treffen, wie sie etwa der vielverehrte Hassprediger und Vorsitzende des European Council for Fatwa and Research (ECFR) Yūsuf al-Qaraḍāwī oder der radikalislamische Schariafunktionär Ṭāriq Ramaḍān auf der einen Seite und andererseits einer demokratieverträglichen, säkularen islamischen Haltung, wie sie Irshad Manji, Fatima Mernissi, Muhammad Sven Kalisch, Necla Kelek oder Bassam Tibi vertreten, hält die Berliner Dozentin an der Alice-Salomon-Hochschule für unwichtig. Dafür breitet sich Attia im Sommer 2009 auf immerhin sechs Seiten in der Zeitschrift »nah & fern« über einen angeblich in Deutschland grassierenden antimuslimischen Kulturrassismus aus.

Einem Teil der bundesdeutschen Bevölkerung, so suggeriert die Autorin von »Ausschluss, Fürsorge und Exotismus. Kulturrassismus im Umgang mit Islam und „Muslimen“« werde der Zugang zu den allgemeinen Menschenrechten und deutschen Grundrechten systematisch verbaut. Welche Grundrechte das nun sind, erfahren wir leider nicht.

Kulturrassismus würde auf Entrechtung eines Bevölkerungsteils zielen. Wenn Frau Attia die für jede Staatsbürgerin und jeden Staatsbürger geltenden Freiheitsrechte schützen will, sind wir auf ihrer Seite. Dass sich seit 622 nach Christus die Bewohnerschaft der dār al-islām als zur Herrschaft über die „Ungläubigen“ berufene kulturelle Rasse, Kaste oder Klasse berufen sah und dass es im zwanzigsten Jahrhundert neben Stalinismus, Nationalsozialismus und Maoismus wohl keine andere um weltweite Einflussnahme mit Aussicht auf Erfolg ringende kulturrassistische Doktrin gegeben hat als den Scharia-Islam verschweigt uns die Fachfrau für Diversity Studies. Ob sich Frau Attia für die Lage der Islamreformer oder der Christen in Afghanistan oder Somalia interessiert, das wäre doch allemal ein Thema für „Diversity“? Ist die über Jahrhunderte islamrechtlich (fiqh, Praxis des Islam) und schariatisch (islamische Theorie) betriebene Spaltung (ḏimma) der Bevölkerung in höherwertige Muslime, geringerwertige Dhimmis (Christen, Juden) sowie rechtlose Polytheisten und Islamapostaten denn etwa nicht als Referenzmodell an Kulturrassismus zu bezeichnen?

Der Gelehrte Abū Ǧaʿfar aṭ-Ṭabarī († 923), doch gewiss fern von jedem Verdacht der eurozentrischen Perspektive, kann uns über das multikulturelle soziale Miteinander im echten alten Islam berichten. Der Abbasidenkalif Ǧaʿfar al-Mutawakkil († 861) hat für seine differenziert privilegierten (differenziert diskriminierten) Staatsbürger folgende Sozialpädagogik und Integrationspolitik ersonnen:

Die aus islamischer Sicht ekelhaft besudelten Nichtmuslime mussten Umhänge (ṭaylasān) in der Farbe Honiggelb tragen und hatten ihr angestammtes Erkennungszeichen als Unterworfene, den Gürtel (zunnār) weiterhin sichtbar, das heißt über der Kleidung zu tragen. Kalif al-Mutawakkil ließ die Gräber der „unreinen“ Christen dem Erdboden gleichmachen, damit man sie besser von den Gräbern der „wahrhaft Gläubigen“ (Muslime) unterscheiden kann. Echt islamisch war der Neubau von Kirchen ab sofort verboten. Der abbasidische Kalif gab den Befehl, an die Türen der Christenhäuser sehr kulturpädagogisch schwarze Teufelsköpfe zu malen, und da sage noch einer, der Islam hätte ein Bilderverbot. Christliche Kultfeiern hatten in aller Unauffälligkeit abzulaufen. Das wird berufenen oder selbsternannten Moralhütern den Freibrief zum Spitzeln und Denunzieren gegeben haben. Ihre religiösen Symbole wie zum Beispiel Kreuze durften die Christen nicht länger öffentlich zeigen. Vom Staatsdienst waren die Nichtmuslime in aller Fürsorglichkeit ausgenommen, damit allerdings kulturalisiert und exotisiert, sollte ich mich jetzt bei Dozentin Attia beschweren? Ein Muslim durfte dem Kind eines Dhimmis keinen Unterricht erteilen, die Kinder der Dhimmis durften keine muslimischen Schulen besuchen. Heute ist das anders, Attia unterrichtet uns alle.

Soweit zur energieaufwändig beschworenen „islamischen Toleranz“, in Wirklichkeit erkennen wir den orthodoxen Islam als Apartheidsstaat. Nun zu Iman Attias Text.

Die Betonung einer ’deutschen Leitkultur’ ist nicht – wie häufig erklärt wird – bestrebt, Konflikte zwischen Einheimischen und Eingewanderten zu vermeiden.

Alle Gewalt geht vom Volke aus. Es geht um die Durchsetzung der Rechtsordnung. Warum soll es da nicht schon mal zu Konflikten kommen, etwa mit einheimischen oder zugewanderten Verfassungsfeinden?

[Die Betonung einer ’deutschen Leitkultur’ … ] Vielmehr zielt sie darauf, die eigene Lebensweise als richtig … zu sehen.

Na klar, die parlamentarische Demokratie ist richtig, der Gottesstaat ist falsch. Oberster Souverän ist das Volk, nicht die Gottheit. Das halten wir für richtig und unverhandelbar.

Das heißt, bestimmte kulturelle Merkmale werden als ihrem Wesen nach zum ’Orient’ bzw. Islam gehörig definiert, … Frauenverachtung, Stagnation, Gewalttätigkeit, Missachtung individueller Bedürfnisse …

Im Scharia-Islam gibt es Frauenverachtung, Stagnation, Gewalttätigkeit, Missachtung individueller Bedürfnisse. Sehr geehrte Frau Attiar, das möchten sie doch wohl nicht in Abrede stellen? Verteidigen Sie etwa die Scharia?

Kritik am islamischen Kopftuch

Und? Sphinx Attia schweigt. Die geheimnisvolle Dozentin verrät uns keine Silbe darüber, ob sie selbst den patriarchalischen ḥiǧāb als Besitzmarkierung, als Warnung vor dem inkarnierten dämonischen Sexuellen auf Ausgang sowie als Aufruf zum Verachten aller Unverschleierten als frauenfreundlich oder als frauenfeindlich bewertet. Dann werden wir wohl unsere Meinung zum Kopftuch sagen müssen: Gemeinsam mit der einschüchternden Erziehung zur Angst vor der Hölle gehören auch (die ohne Höllenpädagogik überflüssigen Leibesbedeckungen) ḥiǧāb und niqāb auf den Müllhaufen der Weltgeschichte.

Die ’westliche’ Moderne

Moderne ist nicht westlich oder südlich oder nördlich. Aufklärungshumanismus, Menschenrechte und Wissenschaftlichkeit sind universell oder sind überhaupt nicht. Also muss es heißen: Die kulturelle Moderne, ohne Anführungszeichen.

Wieder schweigt Attia, hier zu der Frage, ob sie selbst die kulturelle Moderne kennt, gutheißt beziehungsweise einfordert. Ich sollte sie einmal fragen.

Kopftücher … hatten zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Kontexten jeweils unterschiedliche Bedeutungen.

Sicherlich, je anders desto verschieden.

Frau Attia, welche „Bedeutung“ hat denn das Kopftuch im Islam?

[Kopftücher … ] Auch zur Markierung religiöser oder kultureller Zugehörigkeit konnten sie sehr unterschiedlich eingesetzt werden.

Der Rocker hat in der Tat ein anderes Kopftuch als die russische Marktfrau, das mag ja so sein. Wir reden hier aber (auf Ihren sechs Zeitschriftenseiten) über den Islam und die angeblich ins Kraut schießende Islamfeindlichkeit der angeblichen deutschen Kulturrassisten.

Also auf zum Betrachten des islamischen Kopftuchs, wollen wir doch einmal überprüfen, ob sich der ranghöchste Scheich des Europäischen Fatwa-Rates ECFR Yūsuf al-Qaraḍāwī (Katar) im Verhältnis zu Scheich Nizam al-Yaqubi (Bahrain) und beide wiederum zur Geistlichkeit in Saudi-Arabien, zum Gaza-Streifen, zur Provinz Banda Aceh (Indonesien) oder zum Koordinierungsrat der Muslime (KRM, Deutschland) „sehr unterschiedlich“ (Attia) zum Thema Kopftuch darstellen oder gar nicht so „sehr unterschiedlich“.

Yūsuf al-Qaraḍāwī hält auf seiner Seite islamonline.net den ḥiǧāb für jede muslimische Frau für verpflichtend: „Die Frau muss ihren Leib mit dem ḥiǧāb bis auf Hände, Gesicht und Füße vollständig bedecken, in einigen Rechtsschulen auch die Füße. … Muslimische Frauen haben ihren Ehemännern zu gehorchen und den ḥiǧāb zu tragen. … Die Muslima muss den ḥiǧāb tragen, Gott der Allmächtige hat ihr dieses Handeln so angeordnet. Wenn ihr Ehemann sie auffordert, dieses zu tun, ist das [lediglich wie] eine Art von Bestätigung dieser [von Gott gegebenen] Verpflichtung (1).“

Das ist doch einmal eine klare Botschaft.

Wenn Šaiḫ Niẓām al-Yaʿqūbī derselbe fromme Mann ist, den die Seite islamicfinancenews.wordpress neben Mufti Muhammad Taqi Usmani als einen bedeutenden Experten für Islamic Finance (Scharia-Banking) nennt, lehrt er seit 1976 tafsīr (Koranexegese), ḥadīṯ (sunna-Überlieferung, das alleinig heilsgarantierende und deswegen genauestens zu kopierende Handeln des Propheten) und fiqh (Sakraljurisprudenz islamkonformer Rechtssprechung, Schariapolitik) in Bahrain (2). Der Herr müsste doch ein wenig Ahnung vom Islam haben, sehr geehrte Frau Dr. Attia?

Šaiḫ Niẓām al-Yaʿqūbī spricht zu uns: „Ganz wichtig ist, dass das Tragen der islamischen Verschleierung des ḥiǧāb eine [von Allāh der Frau] auferlegte Pflicht ist, jede Muslima muss den Schleier tragen (3).“

In Saudi-Arabien ist das Kopftuch de facto in der islamisch-theokratischen Grundordnung staatlich vorgeschrieben, Artikel 1, 23 und 45. Art. 1 lautet: Verfassung ist der Koran und die Sunna …, Art. 23 sagt: Der Staat soll den islamischen Glauben schützen, die Scharia anwenden, das Gute ermutigen und das Übel entmutigen und soll seiner Pflicht zur daʿwa (islamischen Mission) gerecht werden. Art. 45 meint: Koran und Sunna sollen die Quellen der Fatwas sein …

Im November 2006 wurde im Gaza-Streifen eine unverschleierte Frau mit Säure angegriffen (4). Palästinensischen Studentinnen in Gaza ist befohlen worden, den öffentlichen Raum nicht länger mit attraktiver Kleidung zu betreten und Kopftuch zu tragen.

Die indonesische Provinz Aceh hat die Scharia nahezu vollumfänglich eingeführt. Das Scharia-Ergänzungsgesetz Qanun Nr. 11/2002 verlangt, dass die Frau ihre islamische „aura“ bedeckt, sprich Dschilbab (ǧilbāb, Ganzkörperschleier) trägt (5). Eine Scharia-Polizei organisiert das Aufspüren von Unverschleierten oder anderweitig unkeusch Gekleideten, den ertappten Mädchen droht die öffentliche Auspeitschung, denn der Ganzkörperschleier (ǧilbāb; ḥiǧāb) ist Gesetz. Wie bei der derzeitigen Talibanisierung Pakistans (Stichwort Swat-Tal) herrscht in Aceh, im Gaza Streifen und seit drei Jahrzehnten im Gottesstaat Iran der totale Islam. Für Frau Iman Attia ist das auch 2009 immer noch kein Problem, vielmehr ein Anlass, Europa des antimuslimischen Rassismus anzuklagen.

Deutschland. Die als extremistisch eingestufte Bewegung Milli Görüş vergibt Stipendien an Studentinnen aus der Türkei, damit diese in Deutschland mit Kopftuch studieren können (6). An den staatlichen Schulen in der Türkei ist das Kopftuch für Schülerinnen und Studentinnen seit Jahrzehnten verboten.

Der Scheich aus Katar, der Scheich aus Bahrain, der Alltag in Saudi-Arabien, die Kopftuchpolitik im Gaza-Streifen, die Scharia im indonesischen Aceh und die an Necmettin Erbakan orientierte deutsche Milli Görüş, alle deuten das Kopftuch ganz und gar nicht „sehr unterschiedlich“.

Auch der in Europa beliebte Bauchtanz ist eine europäische Erfindung, die in den ’Orient’ projiziert und exportiert wurde.

Zum Ersten: Aber bitte, warum soll der Nahe Osten von Europa denn nichts lernen, notfalls auch mal ein wenig Kitsch, Sport oder Unterhaltung?

Zweitens: Ist auch das nicht nett, wenn etwas Eigenes, Arabisches, in einem anderen Teil der Erde weiter entwickelt, verändert, neu gestaltet wird, und das verwandelte Kulturgut in den arabischen Kulturraum zurück gelangt? Warum dieses merkwürdige Streben nach „authentischer Reinheit“? Dschazira (al-ǧazīra) bedeutet die Insel, auch ein Fernsehsender heißt so. Ǧazīra, „Insel“ bezeichnet auch die Arabische Halbinsel. Jetzt sei mir ein Sprachspiel erlaubt, mit dem Ziel, die Jahrhunderte alte arabische (zumal die islamische) Entwicklungsverweigerung als die Mentalität eines ängstlichen Höhlenmenschen oder okkulten Inselbewohners zu deuten. Der orthodoxe Muslim (Tunesier, Marokkaner, Türke) ist leider meistens ein mentaler Inselbewohner! Sinngemäß gilt solches sicherlich für jeden seelischen Fundamentalisten, ob Nationalsozialist, Scientologe oder Zeuge Jehovas: Man lässt nichts Fremdes auf seine „Insel“, man „kennt“ seine Feinde (Scharia ist Feindbildbedürftigkeit), man hat das Lernen eingestellt und muss nur noch Sorge tragen, dass die Kinder dem Sexualkundeunterricht, der Evolutionslehre und der Jugendfreizeit mit Nichtmuslimen fern bleiben sowie den durch die Familie ausgewählten Ehepartner akzeptieren. Im Nahen Osten herrschen seelische und konkrete Brutalität vor, Despotie und Totalitarismus, was die dortige gegenwärtige Unfähigkeit zum Einstieg in die kulturelle Moderne erklärt. Im parallelgesellschaftlichen Europa wird ganz entsprechend dem Medina-Konzept jeder einzelne an der Scharia ausgerichtete Straßenzug „Insel“ (Mikro-Kalifat) werden.

Zum Dritten ist der Bauchtanz genuin orientalisch, sein arabischer Name ist raqs sharqi (raqṣ šarqī, wörtlich bedeutet das: Tanz des Ostens), in einigen seiner zugegebenermaßen oberflächlich neuzeitlich beeinflussten Varianten wird der in seinen Wurzeln sehr alte Tanz raqṣ baladī (Ländlicher Tanz) benannt, als dessen Vorläufer der sehr alte raqṣ shaʿabi gilt (7). Für ethnologisch und tänzerisch ungebildete Europäerinnen und Europäer wie die Berlinerin Iman Attia bieten die Seiten Khaled Seif (8) und Casbah Dance Experience (9) Information, lesenswert sind die Bemerkungen der Tanzlehrer zum hohen Alter der tradierten Tänze (vgl. Raks al Shemadan, Kerzenleuchtertanz) sowie zum Thema (islamische) Isolation der Frauen und Variantenreichtum der Tanzsstile beispielsweise innerhalb des Raks al-Nasha’al / Saudi Women’s Dance. Bei dem letztgenannten Tanz dürfen die Frauen ihr geöffnetes Haar, damit herzhaft gegen den Tugendterror der Scharia verstoßend, sinnlich offen und selbstbewusst weiblich schwingen lassen (9). Khaled Seif („nichts für kurze Haare“, wir ergänzen: Nichts für keusche Kopftücher) spricht hier von Khaleegy/Saudi-Arabischer Tanz (8).

Fundamentalismuskritiker mögen sich angesichts tanzender Araberinnen an die (beim Erhalt der inhaltlich sehr voreiligen Nachricht vom Tode eines gewissen frauenfeindlichen Feldherrn) vor Freude tanzenden Frauen von Ḥaḍramawt (Hadramaut) erinnern (10). In jedem Falle sollte das ewig junge frauliche Tanzen des alten Orients, ob jüdisch, iranisch, christlich, jesidisch, altarabisch, muslimisch oder ex-muslimisch, nicht in Vergessenheit geraten, nur weil eine in Berlin lehrende Erziehungswissenschaftlerin den Bauchtanz dem europäischen Kolonialismus und Kulturrassismus zuzuordnen beliebt, womit Attia indirekt der radikalislamischen Sexualpolitik einen Freifahrtsschein ausstellt.

Da das ’fremde Andere’ jedoch eine Konstruktion ist, kann daran zwar einiges gelernt werden, jedoch nicht über ’den Anderen’, sondern über sich selbst.

Ewig werden wir blind bleiben für den wahren Orient, so Attia sinngemäß. Der „radikale Konstruktivismus“ treibt seit Längerem in der Sozialwissenschaft und Sozialen Arbeit seine betörenden Blüten „differenzierten“ (die Diskriminierung der Scharia tolerierenden) Weltbetrachtens.

Europäer, so lässt sich aus Attias Thesen folgern, können den Orient beziehungsweise den Islam nicht verstehen und möchten doch bitte künftig auf ein weiteres Bewerten des Islamischen Rechts verzichten. Oder zum Islam konvertieren, sich dabei jedoch den irgendwie kulturrassistischen muslimischen Säkularen wie Bassam Tibi oder Necla Kelek fernhalten.

Wir haben, so die multikulturelle Attia-Sozialpädagogik, die Implementierung der Scharia ins indonesische Gesetz als „kulturelle Besonderheit“ zu akzeptieren. Mit der „antirassistischen“ und „kultursensiblen“ Pädagogin Attia solidarisch mitgedacht ist es dann völlig in Ordnung, wenn Frauen in Banda Aceh wegen Verstoßes gegen den „dress code“ verhaftet, verurteilt und öffentlich ein bisschen ausgepeitscht werden (11). Hoch die internationale Frauensolidarität, solange diese nur schariakonform ist. Der erkennbar verzweifelte Hasni Baril Siregar von der Universiy of Northern Sumatera hat ja vielleicht die berechtigte Angst, von seinen Mitmuslimen totgeschlagen zu werden, zappelt gewissermaßen an Allahs Fliegenfänger und kritisiert den Islam natürlich nicht („kein Zwang im Glauben“), sondern beschwert sich ein wenig über die Weise der Anwendung der Scharia (12). Der in einer werdenden Religionsdiktatur lebende und schreibende Siregar riskiert womöglich viel. Zeitgleich schreibt eine deutsche Professorin sechs Seiten in der politisch korrekten (islamfreundlichen) Zeitschrift »nah & fern« über nichts anderes als den Islam nebst Islamophobie, ohne sich für die Pressefreiheit in Banda Aceh oder Teheran einzusetzen. Die in Pakistan oder Somalia lebenden Frauen, namentlich die Schariagegnerinnen unter ihnen, sind Dr. Attia unwichtig. Warum denn auch, Attia lebt in Berlin. Intelligenz ist, wenn man sich anpasst. Islamkritik in Dschidda oder Kairo ist eben unfunktional, pass dich doch an, doofer Dhimmi.

Was die Staaten kultureller Moderne (universelle Menschenrechte namentlich Gleichberechtigung von Mann und Frau, Pressefreiheit, Parlamentarismus, Religionskritik) weder importieren müssen noch parallelgesellschaftlich dulden sollten ist die Scharia. Der Schweizer Anthropologe Professor Christian Giordano sieht das freilich anders und will den Rechtspluralismus, die Einführung von ethnoreligiös segregierten Rechtssprechungen im Familienrecht und den Aufbau von Scharia-Gerichten (13). Sami Aldeeb will keine Rechtsspaltung und tritt dem postmodernen Schariafreund Giordano mit plausiblen Argumenten entgegen (14).

Wie wirkt das Phänomen Attia?

Attias der SPD, den GRÜNEN und dem schariafreundlichen evangelischen Kirchentagsmilieu nahestehendes Publikum vermag masochistisch Lustgewinn aus derartigen Vorschlägen „europäischer“ oder „deutscher“ Selbstanklage zu beziehen. Das ist weniger plausiblen Argumenten geschuldet, solche oder gar Anzeichen irgendeiner Islamkenntnis finden sich bei Attia keine, sondern magische Handlung. Analog zum göttlichen Aufruf „Mache dich auf und werde Licht!“ (Jes. 2,5; 60,1) senkt sich Reinigung in den universitären Hörsaal. Attias Zuhörerschaft heiligt sich unter Absolvierung eines Bußsakramentes und darf sich vor Ergriffenheit schluchzend zu den Gerechten dieses irdischen Jammertals zählen: Die „Anderen“ unter den Deutschen sind also Rassisten oder Kulturrassisten, man selbst gehört zu den guten Menschen (Gutmenschen) und klopft im Geiste den Kannibalen oder Ayatollahs „aller Länder“ partnerschaftlich auf die Schulter.

Schändliche Sünden wie Korankritik oder Schariagegnerschaft sind zum Erklimmen dieser Stufe der seelischen Befreiung allerdings vernehmbar zu bekennen. Die rührige Attia hat die heilsbringenden Schablonen gleich vorgeformt: Wir nichtmuslimischen oder säkular-muslimischen Europäer haben trotz Ausbildung und Weiterbildung schlicht kein Wissen über die Welt namentlich ihre islamisch geprägten Gefilde, und bei aller noch so intensiv betriebenen Lektüre des al-Buḫārī († 870) al-Ġazālī, († 1111) oder des Zeitgenossen al-Qaraḍāwī verstehen schlicht nichts vom Islam! Also wollen wir wollen nie wieder den Orient und Islam betrachten, weil jedes Betrachten von Europa aus ein Verzerren und damit kulturrassistischer Missbrauch des von Allāh gebastelten Universums ist.

Erfolgsorientierten Karrieristen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ist es allerdings durchaus erlaubt, unbequeme, politisch inkorrekte Wahrheiten zu verschweigen und Appeasement zu betreiben, ja sogar zu lügen (15). Kulturrelativisten und Gutmenschen sollen nie wieder den Orient und Islam mit aufgeklärtem Blick betrachten dürfen, weil jedes Betrachten von Europa aus ein Verzerren und damit kulturrassistischer Missbrauch des von Allāh gebastelten Universums ist. So lauschen vor allem autochthone Multikultianhänger devot und vom restaurierten Vorwurf des Rassismus zerknirscht weiterhin den ’sweet little lies‘ der ergebnisorientierten Rechtleiterin Iman Attia, um in masochistischem Selbsthass und islamophilem Selbstekel jedem autonomen Denken, Empfinden und Reden zu entsagen, sobald der Islam und die Muslime thematisiert werden.

O Iman, nie wieder ein Wort der Islamkritik, das geloben wir Ihnen! In Gedanken, Worten und Werken über Muslime nur noch Gutes! O Retterin Iman, erteilen Sie uns sündigen Europäern die Absolution!

Und Frau Dr. Attia wendet sich mir milde zu und reinigt mich von meiner Schuld der Schariakritik und erlöst mich von der Last meiner kolonialzeitlichen Schandtaten.

Eine Erziehungswissenschaftlerin reinigt Deutschlands Herzen und Seelen. Frau Attia als Putzmittel.

Jacques Auvergne

Quellen

(1) Scheich Yusuf al-Qaradawi: Allah fordert den Hidschab

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503547698

(2) Sheikh Nizam Yaquby has contributed important original research on many aspects of modern Islamic finance, and is considered one of the world’s leading experts in the field. Since 1976, he has taught tafsir, hadith and fiqh in Bahrain

http://islamicfinancenews.wordpress.com/shariah-specialists-in-islamic-finance/

(3) Sheikh Nizam Ya`qubi. Will den Hidschab. Na so was!

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503543730

(4) Gaza: „Militante Islamisten haben im Gazastreifen eine Frau, die kein Kopftuch trug, mit Säure attackiert. Studentinnen seien außerdem aufgefordert worden, Kopftücher zu tragen und keine attraktiv machende Kleidung mehr zu tragen“

http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/gazastreifen_aid_120239.html

(5) Indonesiens Scharia-Polizei.

“Some of them bent in shame and others, including one without jilbab, expressed their indifference to an angered Raja, who pointed at the youths and criticized their tight jeans and shirts. Although they wore scarves and covered their aurat or certain body parts, they were still considered in breach of Qanun (bylaw) No. 11/2002 on Muslim women’s dress code“

http://www.markedmanner.com/2007/11/indonesia-sharia-police-wear-hijab-or.html

(6) Milli Görüs baut Netz an deutschen Unis aus. Der politische Islam in der Türkei und sein Lockmittel Kopftuchstipendium

http://www.zeit.de/news/artikel/2006/12/29/86277.xml

(7) Raqs sharqi, raqs baladi

http://www.raqssharqi-hamburg.de/raqss.htm

(8) Orientalischer Tanz, Khaled Seif

http://www.khaledseif.ch/de/OrTanzFolk.php

(9) Orientalischer Tanz. Casbah Dance Experience

http://www.casbahdance.com/REPERTOIRE1.htm

(10) Hadramut / Hadramaut. »Mohammeds Rache. Eine Polemik zur Erinnerung an die Frauen von Hadramut«, Arzu Toker

http://www.freitag.de/2002/03/02031802.php

(11) Islamischer Faschismus, Islamofaschismus: Die Scharia in Banda Aceh

“Muslim women’s breach of the dress code bylaw has been dominant since Islamic syariah was applied in Banda Aceh.

As reported by the head of the Sharia and Family Welfare Office in Banda Aceh, M Natsir Ilyasselama, during the period of January to September this year, 982 such cases were listed, followed by 313 cases of khalwat (obscenity), 133 cases of Friday solat non-performance and nine cases of maisir (alcoholism).

With the application of Islamic bylaws now being increasingly inspired by magdhoh as well as ghoiru magdhoh duties (indirect communication with God), there is a fear the practice of religious duties to become closer to God, may just be degraded.”

http://www.bt.com.bn/en/analysis/2007/12/02/the_jilbab_to_wear_by_choice_or_by_law

(12) Seit 2001 gibt es Rechtspluralismus in Indonesien

Islamic Law in a National Legal System: A Study on the Implementation of Shari’ah in Aceh, Indonesia. Hasnil Basri Siregar, University of North Sumatera.

The implementation of shari’ah (Islamic law) in the province of Aceh in Indonesia was the consequence of a national policy of legal pluralism, effected in 2001 when the national government decided to give a special status and wide autonomy to this region.

http://www.bepress.com/asjcl/vol3/iss1/art4/

(13) Schweiz: Professor Christian Giordano fordert Rechtspluralismus

„Christian Giordano ist Professor für Sozialanthropologie an der Uni Freiburg und Verfechter eines «Rechtspluralismus». In der Zeitschrift «Tangram» plädiert er für eine teilweise Einführung der Scharia in der Schweiz. Insbesondere im Bereich des Zivil- und Familienrechts sowie in Finanzbelangen soll «kulturellen Eigenheiten Rechnung» getragen werden. Und mithin islamisches Recht gelten – sofern dieses der Verfassung nicht widerspreche.

Gegenüber der «NZZ am Sonntag» hat der 63-Jährige seine Vorstellungen nun präzisiert und erweitert. So sollen Scharia-Gerichte auch bei Körperverletzung zur Anwendung kommen, findet Giordano. Hingegen sei er unschlüssig, ob man das islamische Recht für die Vielehe ebenfalls in Anspruch nehmen könnte.“

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

„Unterstützung bei seinen Plänen erhält Giordano vom Präsidenten der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, Farhad Afshar. Der aus Iran stammende Soziologe sagt, im islamischen Raum sei es seit Jahrhunderten gebräuchlich, dass Muslime, Christen und Juden unterschiedlichem Recht unterstünden. «Die staatliche Ordnung bricht also nicht zusammen, wenn unterschiedliche Rechtssysteme parallel bestehen», sagt Afshar. Auf lange Frist werde die Schweiz an Sonderrechten und -gerichten für gewisse Bevölkerungsgruppen ohnehin nicht vorbeikommen, ist Afshar überzeugt. Er ist deshalb für die baldige Übernahme des Scharia-Rechts «mit gewissen Anpassungen an die Schweiz».“

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

“Je nach Herkunft, Ethnie oder Religion soll künftig anderes Recht gelten und von anderen Gerichten beurteilt werden“

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/scharia-gerichte_fuer_die_schweiz_1.1606772.html

(14) Professor Christian Giordano will die Scharia, Sami Aldeeb, Rechts- und Islam-Experte hält den Vorschlag für realitätsfremd und nicht praktikabel:

Man integriert sich nicht, indem man ein Recht einfordert, das teilweise gegen UN-Menschenrechtsnormen und die Schweizer Verfassung verstösst. Wir haben vor 1874 Erfahrung mit dem Pluralismus gemacht und unsere Lektion gelernt. Leider vergisst man das zu oft. Ein Rechtspluralismus würde die Gesellschaft vielmehr „desintegrieren“.

http://bazonline.ch/schweiz/standard/Niemand-zwingt-einen-Moslem-Roeschti-zu-essen/story/30264419

(15) Ägypterin Attia findet, dass ein paar Lügen täglich besonders sozialverträglich sind und preist die orientalische Kultur des kitman und der taqiyya, der Mehrfachmoral und der “sozialen“ Verlogenheit. SWR: Die Lüge im Alltag

http://209.85.135.132/search?q=cache:QMeMJ8MzrfwJ:www.swr.de/-/id%3D1644340/property%3Ddownload/20vi8p/index.rtf+die-l%C3%BCge-im-alltag+attia&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de