Posts Tagged ‘Internationales Komitee gegen Todesstrafe’

Hinrichtungswelle im Iran: Medien müssen endlich faktennah informieren

November 15, 2013

کمیته بین المللی علیه اعدام

Komiteh beynolmelali aleyhe edam

International Committee Against Execution (ICAE)

Offener Brief an die deutschen Medien

14. November 2013

Mit Ihrem Schweigen unterstützen Sie weitere Hinrichtungen im Iran

Haben Sie davon gehört, dass seit Präsident Rohanis Machtübernahme im Iran bis heute 321 Menschen hingerichtet worden sind? Haben Sie davon gehört, dass das Islamische Regime am 26. Oktober 18 politische Gefangene an einem Tag hingerichtet hat?

Haben Sie davon gehört, dass es in den iranischen Gefängnissen Massenhinrichtungen gibt sowie überhaupt sehr schlechte Bedingungen für die Gefangenen, beispielsweise keine medizinische Versorgung, was bereits mehrere Gefangene das Leben gekostet hat?

Und haben Sie von der riesengroßen Protestbewegung gehört, die seit zwei Wochen im Iran, im kurdischen Teil des Irak, in der Türkei und ebenso in den europäischen Ländern wie auch in Kanada die Massen auf die Straße gebracht hat?

Ja, es ist Tatsache: weltweit sind Tausende auf die Straße gegangen und haben Nein gesagt zu den Hinrichtungen im Iran und haben gegen die europäischen Regierungen und die EU protestiert und dabei auch das Schweigen der Medien kritisiert. Allein in Deutschland waren Menschen in Berlin und Köln mehrmals auf der Straße und haben demonstriert, um auf die Lage im Iran aufmerksam zu machen. Aber auch im Iran selbst gab es Demonstrationen, beispielsweise in den Städten Marivan und Saqqez.

Das Internationale Komitee gegen Todesstrafe verurteilt das Schweigen der europäischen Medien auf das Schärfste und ebenso den Kurs der Desinformation, der die Arbeit der deutschen und europäischen Medien seit Monaten prägt, nämlich: Rohani ist gemäßigt und im Iran ist alles ok.

Präsident Rohani versucht, dem Iranischen Regime zu helfen und unternimmt deshalb alles, um das System vor Isolation und vor Sanktionen zu bewahren – und nur darum geht es ihm. Der Weltöffentlichkeit gegenüber spricht er mit sanfter Stimme, aber die Menschen im Iran erleben jeden Tag den wahren Rohani, der ein Teil des brutalen Regimes mit seinen unmenschlichen Hinrichtungen ist.

Wir wiederholen daher unsere Forderung an die Medien: Brechen Sie das Schweigen, informieren Sie die Menschen, sagen Sie etwas.

Mina Ahadi

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe (ICAE)

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Iran: 26 sunnitische Gefangene im Todestrakt der Gefängnisse der Stadt Karadsch

Oktober 2, 2013

Iran: Lasst nicht zu, dass sie uns umbringen

“Dies ist mein letzter Hilferuf an dich. Die Gefängniswächter stehen schon hinter der Türe. Sie sind gekommen, um uns mitzunehmen. Sei die Stimme unserer unterdrückten Stimme! Lass nicht zu, dass sie uns umbringen.” Das waren die Worte, die Mina Ahadi von einem Gefangenen aus dem Todestrakt des Gefängnisses Radschai Schahr hörte, das auch Gohardascht genannt wird und in der Stadt Karadsch liegt. Sie hörte noch, wie die Wachen den Zellentrakt stürmten. Dann brach das Gespräch abrupt ab.

Mohammad Mardani von der Gefängnisverwaltung im Radschai Schahr informierte die Abteilung, in der die zur Hinrichtung verurteilten sunnitischen Gefangenen am 29. September eingesperrt waren, um bekannt zu geben, dass ein Richter ihre Verlegung in Einzelzellen angeordnet hatte. Mardani verlas die Namen von zwanzig Gefangenen. Sechs andere Gefangene waren erst kürzlich in das ebenfalls in Karadsch befindliche Ghezel-Hesar-Gefängnis verlegt worden. Mardani drohte den Gefangenen, dass, wenn sie nicht auf friedliche Weise mitgingen, sie gewaltsam weggebracht werden würden und zwar mit gebrochenen Gliedmaßen.

Mina sprach gerade mit den Gefangenen, die auf ihre Hinrichtung warteten, und hörte, wie die Gefängniswärter hereinstürmen, um die Gefangenen mitzunehmen. Sie konnte hören, wie die Gefangenen aus dem Tumult schrien: “Wir werden nicht gehen, wir werden nicht gehen.” Einer von ihnen sagte ihr: “Falls wir von der Außenwelt komplett abgeschnitten werden, dann berichte du der Weltöffentlichkeit, dass wir gewaltsam zum Galgen gebracht werden. Bitte: Sei die Stimme unserer unterdrückten Stimme! Lass nicht zu, dass sie uns umbringen!”

Von den 117 sunnitischen Gefangenen dieser Abteilung waren zwanzig im Todestrakt. Sie wurden entweder zur Einzelhaft oder ins Gefängnis Ghezel Hesar gebracht. Das Regime scheint vor zu haben, die 26 gemeinsam hinzurichten.

Unsere Quellen berichten, dass, während die Familien der Opfer noch mit dem Oberstaatsanwalt zusammengekommen waren, die brutalen Gefängniswärter die Gruppe der zwanzig schon wegschleppte, um sie hinzurichten.

Das Internationale Komitee gegen Todesstrafe appelliert an jeden Menschen, energisch gegen den Plan des Islamischen Regimes des Iran Protest einzulegen, nach dem die sechsundzwanzig Gefangenen hingerichtet werden sollen. Wir müssen jetzt auf ihren Aufruf reagieren.

UPDATE: Neueste Nachrichten deuten darauf hin, dass, als Ergebnis des zweitägigen Protests und Sitzstreiks der Familien der Häftlinge, das Regime vorläufig nachgegeben und die Hinrichtungen auf nächsten Monat verschoben hat. Unsere Bemühungen müssen wir jedoch fortsetzen, bis alle Todesurteile aufgehoben worden sind.

In den letzten Monaten und ganz besonders seit dem Amtsantritt von Hassan Rohani ist die Zahl der Hinrichtungen angestiegen. 218 Menschen sind seit Juli hingerichtet worden. 22 Menschen wurden erhängt, während Rohani gerade in New York als politisch “gemäßigt” bejubelt wurde. Aus Sicht der Menschen im Iran kann das Regime keinesfalls moderat genannt werden. Das Regime und seine Vertreter sind die Henker des Volkes, die jetzt ebenso gestoppt werden müssen wie alle Hinrichtungen.

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

29. September 2013

Mina Ahadi

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

The International Committee Against Execution, ICAE

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Dieser Aufruf auf dem Blog von Mina Ahadi

http://minaahadi-iran.blogspot.de/2013/10/iran-dont-letthem-murder-us-this-is-my.html

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Internationales Komitee gegen Steinigung

The International Committee against Stoning, ICAS

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Zentralrat der Ex-Muslime, ZdE

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Iran: Don’t let them murder us

“This is my last appeal to you: The prison guards are right behind the door. They have come to take us. Be the voice of our suppressed voice! Don’t let them murder us.” These were the last words Mina Ahadi heard from a prisoner on death row in Rajai Shahr prison. She heard the guards raid the ward and the call was disconnected abruptly.

Mohammad Mardani, Rajai Shahr prison’s warden, called on the ward where the Sunni prisoners sentenced to execution were held on 29 September to let them know a judge had ordered their transfer to solitary cells. Mardani read out the names of twenty prisoners. Six other prisoners had previously been transferred to Ghezel Hesar prison. Mardani also threatened the prisoners that should they not go peacefully, they would be taken forcibly and with broken limbs.

Mina talked to the prisoners awaiting their execution and heard he prison guards about to bust in to take the prisoners. She could hear the prisoners shouting in the midst of a commotion: “we won’t go; we won’t go.” One of them told her: “if we are completely cut off from the outside world, let everyone know that we were forcibly taken to the gallows. Please be the voice of our suppressed voice! Don’t let them murder us!”

Of the 117 Sunni prisoners held in this ward, twenty were on death row. They were taken either to solitary confinement or to Ghezel Hesar prison. The regime apparently intends to execute the 26 together.

Our sources report that whilst the victim’s families were meeting with the Prosecutor General, the violent prison guards were dragging the group of twenty away to execute them.

The International Committee Against Execution appeals to one and all to vehemently protest the Islamic regime of Iran’s plan to execute these twenty-six prisoners. We must respond to their appeal.

Update: The latest reports indicate that as a result of two-days of protest and sit-in by the families of the prisoners, the regime has backed down for now and postponed the executions until next month. But the struggle must continue until all the death sentences have been revoked.

In the past months and particularly since Hassan Rouhani took office, executions have been stepped up. 218 people have been executed since July; 22 people were hung whilst Rouhani was being hailed as a “moderate” in New York. From the perspective of the people of Iran, the regime cannot be moderate. It and its representatives are the people’s executioners and must all be stopped as must all executions.

International Committee Against Execution

29 September 2013

Mina Ahadi

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The International Committee Against Execution, ICAE

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Earlier published on Mina Ahadi’s blog:

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Council of Ex-Muslims Germany – Zentralrat der Ex-Muslime

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Rohanis Hinrichtungsseile sind auch lila

Juli 22, 2013

Hinter der Maske des Gemäßigten lauert die tödliche Repression des islamischen Regimes

Die Farbe des Wahlprogramms von Rohani war lila. Doch nach der Wahl wurden seit Mitte Juni bis heute 103 Personen im Iran hingerichtet. Deshalb sagen die Menschen dort: Alles ist wie vorher. Nur die Farbe ist lila …

Die taktische Inszenierung von Rohani als „gemäßigt“ diente und dient nicht zuletzt der Irreführung und Einschläferung der westlichen Öffentlichkeit, um den politischen Druck, der auf der islamischen Regierung lastet, abzubauen. Und tatsächlich gehen die deutsche Regierung, Barack Obama und Catherine Ashton, die „Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik“, auf diese Inszenierung ein, loben den „gemäßigten Präsidenten“ und wecken Hoffnungen auf konstruktive Verhandlungen. Im Iran, so die desorientierende Botschaft, wende sich jetzt alles zum Besseren.

Doch im Iran ist keine positive Wende in Sicht, und es gibt dort auch keinen „gemäßigten Präsidenten“, sondern einen Präsidenten, der für das islamische Regime eine spezielle Rolle spielt. Seine Aufgabe ist es, eine Fassade der Sanftmut aufzubauen, um dem totalitären Regime Luft und Zeit zu verschaffen. Tatsächlich besteht der Unterschied zwischen Ahmadinejad und Rohani nur darin, dass der Erstgenannte laut und deutlich die Vernichtung Israels und die Notwendigkeit der Frauenunterdrückung und Geschlechtertrennung propagiert, während Rohani – wie zuvor schon Khatami – dasselbe vertritt, aber mit sanfter Stimme, geschminkter Rhetorik und mit lachendem Gesicht.

Die Wirkung der falschen Bilder vom „gemäßigten Präsidenten“ und vom Iran „auf gutem Weg“ ist verheerend. Obwohl im Iran innerhalb von 30 Tagen über hundert Hinrichtungen stattfanden, schweigen die westlichen Medien, die Bundesregierung und die etablierten Parteien, die nun ganz auf ihren populistischen Wahlkampf mit vielen halbseidenen Themen eingestellt sind.

Im Iran bin ich als Person bekannt, die sich für die Todeskandidaten des islamischen Regimes einsetzt. Deshalb bekomme ich jeden Tag aus den dortigen Gefängnissen Anrufe und höre jeden Tag die Stimmen von Inhaftierten, die morgen oder übermorgen hingerichtet werden sollen. Und dabei werde ich oft von diesen Menschen gefragt, was sagt die Weltöffentlichkeit zu unserem Schicksal und was gedenkt sie dagegen zu tun? Ich muss leider antworten, dass Frau Merkel gar nichts sagt und sich derzeit im Einklang mit Barack Obama und einigen Politikern anschickt, Rohani schönzufärben und zu hofieren und dabei die brutale Repression der islamischen Regierung gänzlich ignoriert.

Das Verhalten des Westens gegenüber der islamischen Regierung basiert auf zwei grundlegenden Interessen: Erstens spielen hier die Gespräche über das Atomprogramm der islamischen Regierung eine zentrale Rolle. In diesem Kontext gibt man sich – aktuell bestärkt durch das Trugbild vom „gemäßigten Präsidenten“ – immer noch der Illusion hin, man könne die Regierung im Iran durch die Schaffung eines „guten Gesprächsklimas“ von ihrem Plan abbringen, die Regierung mit der Atomwaffe auszustatten. Zweitens geht es vielen westlichen Unternehmen darum, wieder ungehindert Geschäftsbeziehungen mit dem Iran einzugehen. Auch hier erweist sich die Legende vom moderaten Präsidenten Rohani als probates Hilfsmittel. Nicht die Menschenrechte, sondern ökonomische und politische Interessen bestimmen die Iranpolitik des Westens.

Gemeinsam mit anderen oppositionellen iranischen Organisationen haben wir vom 22. Juli bis zum 5. August zu zweiwöchigen internationalen Widerstandsaktionen gegen die Hinrichtungswelle im Iran aufgerufen. Wir rufen alle Menschen und insbesondere fortschrittliche Organisationen dazu auf, sich an unseren Aktionen zu beteiligen und uns zu unterstützen. Denn:

Die Todesstrafe ist staatlicher Mord und muss abgeschafft werden.

Verurteilen wir gemeinsam das barbarische islamfaschistische Regime im Iran.

Die Herrscher des islamischen Regimes haben Angst vor Widerstand und revolutionären Aktivitäten. Aus diesem Grund forcieren sie den Hinrichtungsterror.

Wir dürfen diesem barbarischen Massenmord nicht länger tatenlos zusehen, sondern müssen endlich etwas dagegen tun!

Mina Ahadi

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

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Dieser Aufruf auf dem Blog von Mina Ahadi

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Internationales Komitee gegen Steinigung

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Appell der Familien von 26 zum Tode verurteilten politischen Aktivisten an Ban Ki-moon

Juli 18, 2013

Bittgesuch der Familien der 26 zum Tode verurteilten politischen Häftlinge!

An Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Eure Exzellenz, sehr geehrter Herr Ban Ki-moon,

hiermit erhalten Sie einen schmerzreichen Brief jener 26 Familien, deren Kinder seit langer Zeit Exil, Gefängnis oder die aufgezwungene Ferne zu Haus und Heimat erleiden mussten, denen die ihnen zustehenden Rechte vorenthalten worden sind und denen lange Zeiten der Isolationshaft auferlegt worden sind. Entweder ist ihnen erst gar kein Rechtsanwalt zu ihrer Verteidigung gestellt worden oder ihre Rechtsanwälte haben keine Redeerlaubnis bekommen oder gegen die Inhaftierten ist die willkürliche und erfahrungsgemäß meist ausweglose Anklage der “Moharebeh” (Krieg gegen Allah oder Seinen Statthalter bzw. Staat) erhoben worden, für Letztgenannte es nach der Scharia vier Arten der Bestrafung gibt: Hinrichtung, Abtrennen von Hand und Fuß gegenüberliegender Körperseite, Exil oder Gefängnis. Vielen dieser Gefangenen ist gleichzeitig Haftstrafe, Hinrichtung und Exil auferlegt worden. Einige von ihnen sind durch Kugeln verletzt worden oder haben Teile ihres Körpers verloren.

Die Namen der 26 Inhaftierten lauten:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (dessen Bruder, Bahram Ahmadi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Verhaftung jünger als 18 Jahre alt war), Mohammad Yavar Rahimi (dessen Bruder, Asqar Rahimi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi und Loqman Amini.

Die Genannten verbüßen ihre Gefängnisstrafe im als Radschai Schahr bekannten Gohardascht sowie im Qezel Hesar. Beide Gefängnisse befinden sich in der Stadt Karadsch. Obwohl ihre alt gewordenen Mütter nicht zu Besuchen kommen können, verlagern die Behörden die Inhaftierten nicht in ihre Heimatstädte. Erst vor wenigen Tagen besuchte die 67-jährige Mutter eines dieser Häftlinge ihre Söhne Shahram und Bahram Ahmadi und musste erleben, dass ihr nicht mitgeteilt worden war, dass die Behörden ihren Sohn Bahram bereits am 27. Dezember 2012 umgebracht und beerdigt hatten. Als ihr die Justizvollzugsbeamten im Besucherzimmer mitteilten, dass nur Shahram da sei und dass sie Bahram ein halbes Jahr eher hingerichtet hätten, brach sie zusammen und muss seit nun zwölf Tagen in intensivmedizinischer Versorgung verbringen, während die Ärzte sagen, dass sie aufgrund des erhaltenen Schocks ihr Gedächtnis verloren haben könnte. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem Schmerz und Leid der 26 Familien. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir mehrere Briefe an Präsident Ahmadinedschad sowie an Staatsführer Chamene’i geschrieben haben, die aber ohne Ergebnis geblieben sind.

Wir bitten Sie darum, Briefe an die Iranischen Behörden zu schreiben, insbesondere an den künftigen Präsidenten Rohani, der versprochen hat, die politischen Gefangenen freizulassen, und alle Verantwortlichen auf diese Weise dazu aufzufordern, die Todesstrafe gegen diese 26 Menschen fallen zu lassen und sie so bald wie möglich freizulassen, damit sie zu ihren Familien zurückkehren können.

Mit freundlichen Grüßen

Die Familien der 26 Gefangenen, denen die Todesstrafe droht

15. Juli 2013

Ebenfalls veröffentlich beim Internationalen Komitee gegen Hinrichtung (ICAE) am 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

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Plea of the Families of 26 Activists Who Have Been Sentenced to Death!

To Ban Ki-moon, Secretary General of the United Nations

Secretary General of the United Nations,

Receive the painful letter of these families whose children have been in exile, jail, and away from family and home, have been deprived of their legal rights, and have been in solitary confinement for long periods of time. They either have not had a defense attorney, or their attorneys have not had the permission to speak, or they have faced baseless charges of “moharebeh” (war against God or state), for which there are 4 kinds of punishments: execution, cutting hand and leg in opposite directions, exile, and prison. These prisoners are given jail terms, execution sentences, and exile at the same time. Some of these prisoners have been wounded by bullets and have lost some parts of their body.

The names of these 26 people are as follows:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (whose brother, Bahram Ahmadi, has been executed 27.12.2012, while he was under 18 at the time of arrest), Mohammad Yavar Rahimi (whose brother, Asqar Rahimi, was executed 27.12.2012), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi, and Loqman Amini.

These people are serving their jail terms in Rajai Shahr and Qezel Hesar prisons, and because their elderly mothers are not able to go for visits, the authorities will not even transfer them to their own cities. A few days ago, when a 67-year-old mother of one of these prisoners went to visit Shahram and Bahram Ahmadi, she had no news that her son Bahram was executed on 27 December 2012, and had been buried by the authorities. When officers of the visiting room said only Shahram was there and that they had executed Bahram 6 months ago, she got a stroke and for the last 12 days has been under intensive care, and doctors have said that she might lose her memory because of the shock she has received. This is a small fraction of pain and suffering of the families of these prisoners. We need to mention that we have written a few letters to Mr. Ahmadinejad and the leader of Iran, but gotten no results.

We ask you to write letters to the Iranian authorities, especially to the new president who has promised to free political prisoners, and ask them to cancel the death sentence of these prisoners and free them as soon as possible, so that they can come back to their families.

Sincerely

Families of 26 Prisoners Facing Execution

15 July 2013

Also published by the International Committee against Execution, ICAE 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

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Solidarität macht stark

Juli 17, 2013

Unsere Solidarität mit Mina Ahadi!

Das ist so seit Gründung des Zentralrats der Ex-Muslime im Jahr 2007 und das bleibt so: Wenn Mina Ahadi gedroht wird, wird jedem Irankritiker und Islamkritiker gedroht. Seit Jahren steht Frau Ahadi im erfolgreichen Kampf gegen iranische Hinrichtungen und gegen die Steinigung in der ersten Reihe.

Insbesondere der Fall der zum Tode durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi Ashtiani hat dazu beigetragen, dass die Weltöffentlichkeit auf den Iran schaut, aber ebenso, dass die Rufmordkampagnen gegen Mina Ahadi an Intensität zugenommen haben.

Wenn Frau Ahadi jetzt mundtot und unglaubwürdig gemacht werden soll, dann geht das jeden Menschenrechtsaktivisten oder Religionskritiker etwas an, der die kulturelle Moderne und die Meinungsfreiheit verteidigt und für den die allgemeinen Menschenrechte irgendwann und möglichst schon bald auch in Tunesien, Ägypten, Pakistan oder im Iran gelten müssen.

Menschenrechte sind universell und auch in Europa ein unverhandelbares und unteilbares Gut, das dem interreligösen oder interkulturellen Dialog nicht geopfert werden darf. Wir erkennen die aktuellen und weltweit spürbaren Drohungen gegen Islamkritiker auch im Kontext des erstarkenden Fundamentalismus in Tunis, Kairo oder Istanbul und als Teil der Gesamtstrategie einer globalen Islamischen Bewegung.

Als Bürgerrechts- und Menschenrechtsaktivisten haben wir denen zur Seite stehen, denen das Wort verboten wird oder die aus dem öffentlichen Diskurs ausgegrenzt werden sollen.

Wir verurteilen die Drohungen, die seit April 2000, seit der in Berlin veranstalteten Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung immer wieder gegen eine mutige und gründlich arbeitende Kritikerin der Menschenrechtssituation im Gottesstaat Iran erhoben und die auch im Sommer 2013 für die Betroffene spürbar geworden sind.

Gabi Schmidt

Edward von Roy

Aufruf an alle Humanisten

Juli 14, 2013

An alle mitfühlenden und solidarisch denkenden Menschen weltweit!

Von Mina Ahadi am 11. Juli 2013. Erstveröffentlicht in englischer Sprache auf der Seite Rowzane sowie bei Maryam Namazie. Dem Originaltext vorausgehende, unautorisierte Übersetzung ins Deutsche und Hinzufügung der Quellen von Edward von Roy.

Dieses Foto zeigt ein hübsches junges Paar, Ali Mahin Torabi und seine Ehefrau, die von der Türkei aus einen sicheren Ort auf der Welt suchen, zu dem sie ziehen können.[1]

Ali war im Iran zum Tode verurteilt worden. Im Jahr 2001, er war damals erst 16 Jahre alt, fragte er einen Mitschüler, warum er denn so spät dran wäre. Die Stimmung unter den Schülern war an diesem Tag wohl bereits angespannt, es kam zu Wortgefecht und Rauferei, andere Schüler mischten sich handgreiflich ein. Der Mitschüler wurde durch einen Messerstich schwer verletzt, für den Ali verantwortlich gemacht und angeklagt wurde. Aus dem Gefängnis rief er mich an und sagte mit kindlicher Stimme: Liebe Mina, sagen Sie den Leuten in Deutschland, dass sie verhindern müssen, dass Ali hinerichtet wird. Alle Menschen, die zum Tode verurteilt sind, haben die starke Hoffnung und Erwartung, dass ihnen jeder hilft, der jetzt davon weiß. Und wirklich, als dieser Fall erst im Iran in den Medien publik gemacht worden war und als danach sogar ein weltweiter, heftiger Protest gegen die geplante Hinrichtung begann, reichte diese gemeinsame Anstrengung aus, um Alis Leben zu retten.

Dieses Bild zeigt Zaniar (oder Zanyar) Moradi, der in einem der schlimmsten iranischen Gefängnisse überleben muss, im Gohardascht genannt Radschai Schahr in der Stadt Karadsch.[2]

Er und sein Cousin Loghman (oder Loqman) Moradi sind für die – angebliche! – Ermordung des Sohns des Freitagspredigers von Marivan angeklagt worden, des Klerikers Shirzadi. Zaniar war zum Zeitpunkt der Verhaftung erst 17 Jahre alt. Der ungeklärte Mord geschah im Juli 2009. Marivan liegt ganz im Westen des Iran, unmittelbar an der Grenze zum Irak und in einem von kurdischer Bevölkerung geprägten Gebiet. Im Dezember 2010 verurteilte Zweigstelle 15 des Teheraner Revolutionsgerichts die beiden Cousins aufgrund der iranischen Straftatbestände „Feindschaft gegen Gott“ (enmity against god, moharebeh ba khoda) und „Verderbenstiften auf Erden“ (corruption on earth, efsad-e fel-arz) zum Tod durch Erhängen. Unter der Folter gestand er.

Zaniar Moradi erlitt durch die Folter schwere Rückenverletzungen, aufgrund derer er nicht mehr gehen kann. Die Behörden verweigerten ihm den Arztbesuch. Die Gefängniswärter sagten ihm, dass er doch sowieso bald hingerichtet werden würde und dass es deshalb nicht mehr von Nutzen sei, ihn noch zu einem Arzt zu lassen. In einem Interview mit italienischen Reportern, das live vom Gefängnis aus übertragen wurde, sagte er: Lasst nicht zu, dass sie mich umbringen, ohne dass meine Wünsche erfüllt sind – ich will leben. Jeder in Italien, der das anhörte und anschaute, war tief berührt und weinte. Ein italienischer Reporter schrieb: Die Geschichte Italiens ist in zwei Teile gespalten, einen Teil bevor Zaniars Stimme gehört wurde und einen Teil danach.

Zaniar ist einer von vielen Hundert politischen Gefangenen, die im Gohardascht-Gefängnis eingesperrt und zum Tode verurteilt sind. Mittlerweile sind es ungefähr 1400 Gefangene, die im berüchtigten Radschai Schahr auf die Todesstrafe warten, vielfach aufgrund der – echten oder angeblichen – Vergehen Drogenbesitz oder Mord. Nach unseren neuesten Informationen vom sechsten Juli haben die Behörden und Verantwortlichen alle 1400 Häftlinge darauf hingewiesen, dass sie in den nächsten sechs Monaten hingerichtet werden sollen.

Dieses Bild zeigt den zwanzigjährigen Ibrahim Arnavaz, der am letzten Samstag hingerichtet wurde, am siebten Juli 2013.[3]

Er war Sportler und hatte nach seiner Verhaftung mehrfach seine Unschuld beteuert. Unglücklicherweise erfuhren wir erst nach der Hinrichtung von diesem Fall. Ibrahim Arnavaz war einer der 98 Menschen, die im Iran innerhalb der letzten zwanzig Tage hingerichtet worden sind. Heute möchte ich jedem verdeutlichen, dass er, indem er diese Informationen verbreitet und unsere Protestkampagne unterstützt, wirklich mehreren Menschen das Leben retten kann.

Das Internationale Komitee gegen Todesstrafe verurteilt die Welle der Hinrichtungen, die seit der Präsidentschaftswahl Rohanis den Iran überschwemmt. Wir appellieren an Sie, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu tun, um das Morden zu beenden.

Es vergeht kein einziger Tag, ohne dass mich die Verurteilten aus dem Gefängnis anrufen und um Hilfe bitten, damit sie nicht umgebracht werden. Jeder Mensch auf der Welt kann von seinem Ort aus etwas tun, um ihnen zu helfen. Wir rufen alle Menschen dazu auf, mit uns gegen die Todesstrafe und gegen die verantwortlichen iranischen Behörden zu protestieren.

Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

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Q u e l l e n

[1] This is a picture of a nice young couple. This is Ali Mahin Torabi and his wife, in Turkey who are looking for a safe place to move to. (hier bei: Rowzane)

http://rowzane.com/html/%D9%85%D9%86%D8%AA%D8%AE%D8%A8-%D8%B3%D8%B1%D8%AF%D8%A8%DB%8C%D8%B1/%D9%85%D9%87%D9%85%D8%AA%D8%B1%DB%8C%D9%86-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%AF/762-mina-ahadi-to-all-caring-people-around-the-world.html

Ali Mahin Torabi (ein Bild von: Guardian, hier bei: GulfNews)

http://gulfnews.com/polopoly_fs/1.1005068!/image/2869401713.jpg_gen/derivatives/box_475/2869401713.jpg

I was in custody for 28 days and during that time, I endured all kinds of torture and beatings. They beat me so hard that finally I confessed to something I had not done.

aus: Iranian talks about seven years on death row

in: Guardian News & Media Ltd, 07.04.2012 (ein Artikel von Saeed Kamali Dehghan, Erstveröffentlichung s. u.)

http://gulfnews.com/news/region/iran/iranian-talks-about-seven-years-on-death-row-1.1005009

Iranian who spent seven years on death row tells of ordeal. Von Saeed Kamali Dehghan, Guardian 27.03.2012

http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/27/iranian-death-row-tells-ordeal

[2] als kurdischer politischer Gefangener im Todestrakt des Gefängnisses Radschai-e Schahr: Zanyar Moradi (hier bei: International Campaign for Human Rights in Iran)

http://www.iranhumanrights.org/wp-content/uploads/zanyar_moradi1.jpg

rechts: Zanyar Moradi, links im Bild sehen wir seinen Cousin Loghman Moradi (hier beim Blog: Persian2English)

http://persian2english.com/wp-content/uploads/2012/03/zL.jpg

rechts: Zanyar Moradi, links im Bild sehen wir seinen Cousin Loghman Moradi (hier beim Blog: Persian2English)

22.10.2011 – The death sentences against Loghman Moradi and Zaniar Moradi, two members of Iran’s Kurdish minority have been upheld by the Supreme Court. They could now be executed at any time.

Zaniar (or Zanyar) Moradi and Loghman (or Loqman) Moradi were sentenced to public hanging on 22 December 2010 by Branch 15 of the Tehran Revolutionary Court. They have been convicted of “enmity against God” (moharebeh) [Anm.: der Täter ist ein mohareb, a warrior against God] and [spreading] “corruption on earth” [Anm.: efsad-e fel-arz; der Täter ist ein Mofsed-e fel-Arz] for allegedly murdering the son of a senior cleric in Marivan, Kordestan province, north-eastern Iran, on 4 July 2009. They have also been convicted of participating in armed activities with Komala, a Kurdish opposition group. The trial reportedly lasted 20 minutes but the two men appealed the sentences.

A 12 October 2011report stated that the Supreme Court had upheld the verdicts. According to information, Loghman and Zaniar Moradi have been verbally notified of the Supreme Court’s decision. Amnesty International is investigating reports suggesting that Zaniar Moradi was 17 at the time of his arrest.

Zaniar Moradi and Loghman Moradi were arrested respectively on 1 August 2009 and 17 October 2009 in Marivan. They were held by the Ministry of Intelligence for the first nine months of their detention, when no charges of murder were brought against them. They were moved several times between detention facilities and, at or around the beginning of December 2010, were finally transferred to Section 4 of Raja’i Shahr Prison in Karaj, northwest of Tehran.

Loghman and Zaniar Moradi then wrote a letter in which they stated that during their interrogation session by the Ministry of Intelligence they were forced to “confess” to the allegations of murder after being tortured for a period of 25 days and threatened with rape. Both men were denied access to adequate medical treatment.

Gefunden bei: Mesopotamische Gesellschaft, Mezopotamian Development Society

http://www.mesop.de/2011/10/23/so-where-is-the-protest-of-the-german-left-party-who-smiles-with-the-mullahs-amnesty-international-iranian-kurds-at-risk-of-imminent-execution/

HRANA News Agency – Zaniyar Moradi, the political prisoner who is sentenced to death was transferred to hospital due to medical treatments related to his diseases but without completing the process he has been moved back to quarantine of Rajaie Shahr prison in Karaj.

According to a report by Human Rights Activists News Agency (HRANA), Zaniyar Moradi the political prisoner in ward 12 of Rajaie Shahr prison was transferred to Sina hospital to get treatments for hernia and issues related to knee and his back.

He has transferred back to prison on Saturday at 11:30 right after the hernia surgery, however, the doctors emphasized he needs to be under medical supervision because of the surgery and continuation of medical treatment related to his knee and back.

One of the prisoners in Rajaie Shahr prison said to HRANA correspondent that “Zaniyar has been beaten when he returned to prison by a warder whose name is Daftari and because he has been beaten severely one of his stitches torn. Then Zaniyar has been transferred to quarantine ward of Rajaie Shahr prison which is one of the dirtiest wards of this prison and there is no news about Zaniyar till now.”

“The warder who was beating Zaniyar and formed dossier for Zaniyar to send him to confinement cell, tried one more time to beat Zaniyar in Summer 2010 but the other prisoners mediated and did not let him to do it”, he continued.

The political prisoners of ward 12 believe that the warder revenged Zaniyar.

Zaniyar Moradi is accused of killing Memari and Hajeer Ibrahimi, the sons of Marivan Friday’s prayer Imam by collaboration of his cousin Loghman Moradi.

They have refused all charges several times before.

Quelle: Human Rights Activists News Agency (HRANA)

https://hra-news.org/en/zaniyar-moradi-was-transferred-to-confinement-in-quarantine-ward

auf Italienisch, ebenfalls bei HRANA

E’ stato operato d’ernia, ma subito dopo, nella giornata di sabato scorso, è stato riportato in carcere, benché i medici avessero sottolineato che il decorso post-operatorio dovesse svolgersi sotto controllo medico e che le terapie al ginocchio e alla schiena dovessero continuare. … Zanyar Moradi è condannato a morte per l’accusa di avere ucciso, in collaborazione con suo cugino Loghman Moradi (anch’egli condannato a morte), Memari e Hajeer Ibrahimi, i figli dell’Imam della preghiera del venerdì di Marivan (città della provincia del Kurdistan iraniano). Sia Zanyar che Loghman Moradi hanno più volte respinto tutte le accuse.

http://www.iranhr.it/sospese-le-cure-ospedaliere-a-prigioniero-politico-condannato-a-morte-e-ritornato-in-carcere/

Mamousta Mostafa Shirzadi, der Freitagsimam und Vater des in Marivan Ermordeten Saadi. Julias Blog übersetzt dazu:

Die Angehörigen von Loghman und Zanyar erklärten gegenüber Rooz, dass die Geständnisse konstruiert und unter Gewaltanwendung erzwungen worden seien.

Zanyar und Logman Moradi bestätigten dies in einem im Gefängnis verfassten Schreiben. Ihre Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden, die Verhörbeamten hätten ihnen mit “sexueller Vergewaltigung” gedroht, erklärten sie. …

Zanyars Vater Eghbal Moradi sagte dazu gegenüber Rooz: “Unsere einzige Hoffnung ist, dass der Freitagsprediger dem Druck der staatlichen Sicherheitsorgane nicht nachgibt. Mamousta Shirzadi weiß besser als jeder andere, wie sein Sohn umgebracht wurde. Wir glauben, dass er hier in ein politisches Spiel geraten ist. Er weiß, dass Zanyar und Loghman unschuldig sind, und ich hoffe, dass er sich daran erinnert.”

http://englishtogerman.wordpress.com/2012/02/08/todesurteile-gegen-zanyar-und-loqman-moradi-der-freitagsprediger-konnte-sie-retten/

Der Vater von Zanyar Moradi, Eghbal Moradi berichtet dem Iran Human Rights Documentation Center (IHRDC)

I am Eghbal Moradi. At the moment I reside in Iraqi Kurdistan. I have been working with Kurdish political parties for 33 years. I am also the father of Zanyar Moradi, who is currently a political prisoner sentenced to death in Iran. In the past I was one of the officials of the Komala movement. … I heard the news of Zanyar’s arrest 10 to 15 days after I was attacked by a terrorist group affiliated with the Islamic Republic within the borders of Iraq. I was wounded severely by the attack. The government of the Islamic Republic itself tried to assassinate me with the help of terrorist groups it had in Iraqi Kurdistan. Since they were not successful in their attack, I knew that they would somehow hurt my family in order to retaliate out of fear that I would take some action against the terrorists they had sent to kill me. Unfortunately, Zanyar was with my parents in Iran at the time, and 10 to 15 days after I was wounded Zanyar was arrested by the Intelligence Ministry Office in Sanandaj. … I was arrested in Sanandaj, where I was a student at the time. After I had been in prison for 5 or 6 years without being charged, Khomeini announced a public amnesty and fortunately I was one of those amnestied, otherwise I would have been executed. There were about 13 or 14 of us and we were all from Marivan. … I was in captivity for 5 or 6 years in Orumiyeh, Sanandaj, Marivan, and Tabriz. Eghbal Moradi, December 21, 2011

http://www.iranhrdc.org/english/publications/witness-testimony/1000000115-witness-statement-of-eghbal-moradi.html#.UeN4SKxc06A

Der Oberste Gerichtshof hat die gegen Loghman Moradi und Zaniar Moradi verhängten Todesurteile bestätigt. Den beiden iranischen Kurden droht nun jederzeit die Hinrichtung.

Loghman Moradi und Zaniar Moradi waren am 22. Dezember 2010 in einem Berichten zufolge 20-minütigen Prozess von der 15. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Das Gericht hatte die beiden Kurden der „Feindschaft zu Gott“ (moharebeh) und der „Verdorbenheit auf Erden“ schuldig gesprochen, weil sie am 4. Juli 2009 in Marivan, einer Stadt in der im Nordosten des Landes gelegenen Provinz Kurdistan, den Sohn eines hohen Geistlichen ermordet haben sollen. Darüber hinaus hatte das Gericht die beiden Männer für schuldig befunden, in bewaffnete Aktivitäten der kurdischen Oppositionsgruppe Komala verwickelt gewesen zu sein. Loghman Moradi und Zaniar Moradi legten Rechtsmittel ein, die jedoch laut einer Meldung vom 12. Oktober 2011 vom Obersten Gerichtshof abgewiesen wurden. Es hieß, die beiden Männer seien mündlich über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs informiert worden. Amnesty International geht derzeit Berichten nach, denen zufolge Zaniar Moradi zum Zeitpunkt seiner Festnahme erst 17 Jahre alt gewesen sein soll.

Zaniar Moradi und Loghman Moradi waren am 1. August beziehungsweise 17. Oktober 2009 in Marivan festgenommen und anschließend neun Monate lang vom Geheimdienstministerium in Haft gehalten worden. Während dieser neun Monate ist keine Anklage wegen Mordes gegen sie erhoben worden. Beide Männer wurden mehrfach in verschiedene Hafteinrichtungen verlegt, bevor man sie schließlich etwa Anfang Dezember 2010 in Trakt 4 des in Karaj nordwestlich von Teheran gelegenen Gefängnisses Raja’i Shahr einwies. Von dort schrieben sie einen Brief, in dem sie ausführten, während ihrer Vernehmung durch Angehörige des Geheimdienstministeriums zu dem „Geständnis“ gezwungen worden zu sein, den Sohn des Geistlichen ermordet zu haben. Zuvor, so Zaniar Moradi und Loghman Moradi, in ihrem Schreiben, seien sie 25 Tage lang gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht worden. Keiner der beiden Männer wurde angemessen medizinisch versorgt.

amnesty international, 19. Oktober 2011

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-307-2011/iranischen-kurden-droht-hinrichtung

Die Mutter von Zanyar Moradi bittet das Regime, ihren Sohn nicht hinzurichten. Kurdisch mit persischen Untertiteln. Mother of Zanyar Moradi asks that the regime in Iran not execute her son. Kurdish w Farsi subs

http://www.youtube.com/watch?v=5wLct7j1cSI&feature=player_embedded

Auch MISSION FREE IRAN setzt sich für die Freilassung von Zanyar & Loghman Moradi ein

http://missionfreeiran.org/2013/01/09/tweetstorm-to-stop-the-execution-of-zanyar-loghman-moradi/

http://missionfreeiran.org//?s=Moradi

[3] der Athlet Ibrahim Arnavaz, hingerichtet am 7. Juli 2013 in der nordiranischen Stadt Rascht (Resht), Provinz Gilān (hier als Foto gefunden auf: facebook)

https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn1/p480x480/933901_10151442287492132_980872307_n.jpg

Athlet Ibrahim Arnavaz (hier als Foto bei: Maryam Namazie)

http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/files/2013/07/ebrahim-11.jpg

(hier bei: Freedom Messenger – Ghasedane Azadi)

https://fbcdn-sphotos-a-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/p480x480/999815_10151468459102271_76816158_n.jpg

To all caring people around the world!

This is a picture of a nice young couple. This is Ali Mahin Torabi and his wife, in Turkey who are looking for a safe place to move to.[1]

Ali had been sentenced to death. In 2001 when he was 15 years old he asked a fellow student at his school why he was late. As they started to fight, Ali’s fellow student got stabbed by a knife and Ali was convicted for it. He called me from prison and said with a childish voice: Dear Mina, tell the people of Germany that they have to prevent Ali from getting executed. People who are sentenced to death penalty have an expectation that everyone who knows about the case shall help them. Since this was broadcasted in Iran and across the world a massive protest began and thanks to that Ali is still alive.

This is a picture of Zaniar Moradi who is in one of Iran’s worst prisons, The Rajaie Shahr in Karaj.[2]

He and Loghman Moradi were arrested in charge of murder of a religious leader’s son (Marivan). He confessed during the torture. He got a serious back injury from the torture and now he can’t walk. The authorities denied him hospitalization. The prison guardians told him that he will be executed anyway so it was no use for him to go to the doctors. In an interview with Italian reporters which was broadcasted live from prison he said: Don’t let me get killed without my wishes getting fulfilled, I want to live. Everyone who saw this in Italy where very touched and cried. A reporter in Italy wrote: The history in Italy got divided into two parts, one before they heard Zaniar’s voice and one after.

Zaniar is one of many political prisoners who are sentenced to death in The Rajaie Shahr. Meanwhile there are approximately 1400 prisoners in the same prison who are convicted to death, possession of drugs and murder. According to recent news from the sixth of July, that we received, the authorities have warned all 1400 prisoners that they will be executed within six months.

This is a picture of Ibrahim Arnavaz who was 20 years old and got executed last Saturday the seventh of July 2013.[3]

He was an athlete and at several times he said that he was innocent. Unfortunately we got aware of this case after the execution. He was one of the 98 persons who have been executed the last 20 days in Iran. Hereby I want everyone to realize that when you spread information, help and protest you can save several lives.

The International Committee Against Execution condemns the massive wave of executions after Rohani’s presidential election and we are urging you to do whatever you can to prevent the killing.

There is not one single day that the convicts don’t call me from prison and ask for help so they don’t get killed. What can we do to help them? We are asking all human beings to protest against death penalty and the authorities.

Mina Ahadi

2013-07-11

Mina Ahadi

The International Committee Against Execution, ICAE

The International Committee Against Stoning, ICAS

0049 (0) 1775692413

minnaahadi@gmail.com

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Neue Hinrichtungswelle im Iran: Offener Brief an das Europäische Parlament

Juli 6, 2013

Offener Brief an den Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz und die Iran-Delegation

5. Juli 2013 • In Kopie an die Weltöffentlichkeit

Erst seit zwanzig Tagen, seit der iranischen Präsidentschaftswahl 2013, ist Hassan Rohani der designierte Präsident der Islamischen Regierung. Am 3. August wird er Mahmud Ahmadinedschad ablösen. In dieser kurzen Zeit hat das neue Regime mehr als 50 Menschen hingerichtet: ein Arbeiteraktivist wurde im Rajai-Shahr-Gefängnis von Gohardasht (bei Karadsch) ermordet, im Gefängnis von Täbris sind zwei Personen zur Steinigung verurteilt worden, das Regime hat sechs Männer zur Amputation der rechten Hand verurteilt und ein Mann sollte geblendet werden, weil im Iran das Gesetz gilt: Auge um Auge …

Meine Damen und Herren,

das Islamische Regime hat den Iran mit einer neuen Welle von Mord und Hinrichtung überschwemmt, öffentliche Hinrichtungen durchgeführt und manche davon sogar live im Fernsehen gezeigt. Erst in der vorigen Woche hat das Justizministerium von einem eignen Fernsehprogramm gesprochen, das diese Barbareien allen Menschen zeigen solle. Der Zweck dieser Brutalisierung liegt darin, die Menschen im Iran zum Schweigen zu bringen und ein Klima der Angst aufzubauen, damit die Bevölkerung keine Revolution plant.

Ich schreibe diesen Brief im Namen des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe sowie des Internationalen Komitees gegen Steinigung, zweier Organisationen, die sich solidarisch an die Seite von Hunderten iranischen Gefangenen und der Menschen in den Todeszellen stellen.

Nur in den ersten vierzehn Tagen nach der Wahl Rohanis hat sich das Islamische Regime still verhalten, doch dann, vor einer Woche, begann die Brutalität mit aller Heftigkeit.

Am Dienstag, dem 18. Juni wurde Majid Afzali, 36 Jahre alt, im Gefängnis Rajai Shahr hingerichtet. Am selben Tag erhielten wir die Nachricht, dass dort insgesamt vier Personen hätten hingerichtet werden sollen, den drei anderen wurde durch die Familien der Opfer verziehen, was nach der Scharia die Todessstrafe aussetzt.

Am Donnerstag, dem 20. Juni wurden in Shahr-e Kord vier Menschen durch Erhängen hingerichtet, darunter mit Golafrooz Fayouj eine Frau. Auch hat das Regime einen jungen Mann auf der Straße hingerichtet, an einem Baukran.

Massenhinrichtung in zwei Gefängnissen am 2. und 3. Juli

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche hat das Regime 25 Menschen in den Gefängnissen Rajai Shahr und Ghezel Hesar (beide Stadt Karadsch) hingerichtet. Die Angehörigen sind darüber nicht vorab informiert worden und auch die 25 Opfer haben nicht gewusst, dass sie in wenigen Stunden hingerichtet werden würden.

Diese Woche hat das Islamische Regime in Karadsch zwei junge Menschen im Alter von 20 und 24 Jahren in aller Öffentlichkeit hingerichtet und gestern, also am Donnerstag den 4. Juli, sechs Personen in Bam (Provinz Kerman).

Bei jeder öffentlichen Hinrichtung ist ein Geistlicher oder eine zuständige Person von der Justiz oder von einem hohen Gericht dabei, um eine Rede zu halten: Wir vom Islamischen Regime haben alles unter Kontrolle, und wer gegen uns ist und gegen Gott, dem wird es so ergehen wie diesem hier und …

Am Dienstag dem 2. Juli hat mich jemand aus dem Gefängnis von Täbris angerufen und gesagt: Hier im Gefängnis wird über Zahrah und Ali Saee gesprochen, Cousine und Cousin. Beide sind verheiratet, doch angeblich haben sie außerehelichen Sex miteinander gehabt und das Regime hat beide zum Tod durch Steinigung verurteilt. Sadegh Laridschani (Sadeq Larijani) als der iranische Chef der Justiz hat das Todesurteil selbst unterschrieben. Mit jeder Unterschrift von Laridschani wurden Hunderte im Iran ermordet und alle im Täbris-Gefängnis haben Angst, dass beide gesteinigt werden. Im selben Gefängnis ist Sakineh Mohammadi Ashtiani eingesperrt.

Aus Angst vor einer weiteren Welle weltweiten Protests gegen die Steinigung im Iran war das Islamische Regime bis jetzt nicht mutig genug, so etwas zu tun. Doch mit der neuen Regierung – wenig nachvollziehbar nennt man Rohani einen islamischen Reformer, er sei moderat, ein Reform-Mollah – könnten die Steinigungen jetzt zurückkehren.

Das Islamische Regime hat auch insgeheim viele Morde begangen. In diesen Tagen haben wir vom Tod oder von der Ermordung Afshin Osanloos gehört. Der seit 2010 inhaftierte und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilte Gewerkschaftler starb im Rajai Shahr, angeblich an einem Herzinfarkt. Tatsächlich fühlte sich der ausgebildete Busfahrer nicht gut und begab sich ins Gefängniskrankenhaus – und nach wenigen Stunden war er tot. Das ist der dritte derartige Todesfall oder Mord im Rajai Shahr, verständlicherweise haben die Gefangenen jetzt Angst davor, in die Krankenabteilung zu gehen. In Trakt 209 des berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnisses war Afshin Osanloo bereits vorher gefoltert worden.

Die Tageszeitung Shargh berichtete vorgestern, dass die Machthaber die Strafe an einem zum Zeitpunkt der Tat erst acht Jahre alten Jungen jetzt vollstrecken wollen. Das iranische Strafgesetz erlaubt die Todesstrafe an Kindern, die aber erst bei Volljährigkeit ausgeführt werden darf. Seit gestern konnten wir mit mehreren Menschen im Iran reden und fanden die Nachricht bestätigt: Seit einem Jahrzehnt sitzt ein damals im Alter von 14 Lebensjahren inhaftierter junger Mensch im Gefängnis. Der Gefangene wird nächste Woche 24 Jahre alt und einen Tag nach seinem Geburtstag soll er öffentlich hingerichtet werden. Mehrere Kinderrechtsorganisationen und Künstler möchten ihn retten.[1]

Sehr geehrter Herr Schulz, sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie und alle Ihre Mitarbeiter dazu auffordern, Ihre Stimme gegen diese Hinrichtungswelle zu erheben, sich eindeutig gegen diesen Tsunami der Todesstrafen zu positionieren und etwas zu unternehmen.

Wir fordern den sofortigen und energischen Widerstand gegen diese Morde und Hinrichtungen. Die Europäische Union muss mehr als bisher gegen das Islamische Regime tun und darf nicht ignorieren, was im Iran seit zwei Wochen geschieht. Das ist auch der Wunsch von Tausenden von Gefangenen im Iran: Machen Sie etwas, sagen Sie was …

Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

Internationales Komitee gegen Steinigung

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Q u e l l e

[1] Die iranische Tageszeitung Shargh (auf Persisch)

http://sharghdaily.ir/?News_Id=14431

Freiheit für alle politischen Gefangenen im Iran

Februar 12, 2012

زندانی سیاسی

zendāniyān-e siyāsi

political prisoners

Politische Gefangene

Bekanntmachung Nr. 1

(Unautorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Edward von Roy; der Originaltext findet sich weiter unten)

Im Gohardasht genannten Vorort Radschai Schahr der iranischen Großstadt Karadsch ist ein Gefängnis, das seit 1979 für besonders grausame Haftbedingungen, für Folter, Hinrichtungen, Morde und Selbstmorde bekannt ist. Häftlingen aus dem Rajai Shahr Prison ist es gelungen, einen Brief an die britische Rockband Pink Floyd zu verfassen: „Schreiben Sie ein Lied für die freiheitsliebenden Menschen im Iran! Wir hoffen auf den Tag, an dem auch wir Die Freiheit ist gekommen rufen können … With glasses high we raise a cry, for freedom has arrived“ (aus: David Gilmour: A Great Day For Freedom, Pink Floyd 1994).

Weltweite Kampagne für die Freilassung der Politischen Gefangenen

Dieser Aufruf greift das Anliegen von politischen Gefangenen der verschiedensten politischen Lager auf, die mit Mina Ahadi den direkten Kontakt aufnahmen, um international ein Bewusstsein für die Lage dieser Gefangenen zu schaffen und ihre Freilassung zu fordern, ungeachtet ihrer ideologischen Grundhaltungen und Zielsetzungen. Im Iran sind hunderte von politischen Gefangenen bekannt; zur Zeit liegen uns die Namen von sechshundert von ihnen vor. Unter ihnen sind Arbeiterführer, regimekritische Studenten, Blogger, Rechtsanwälte, politische Aktivisten und junge Menschen, die in der Folge der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen (2009-2010) verhaftet und eingesperrt worden sind, an denen Millionen von Protestierern teilnahmen. Einigen von diesen Gefangenen droht die Todesstrafe. Heute erwarten alle diese Häftlinge von uns, dass wir uns gemeinsam und staatenübergreifend darum bemühen, ihre Freilassung zu erreichen. Die Inhaftierten meinen, dass es dabei am besten ist, wenn sich alle Institutionen und Organisationen gegen die Todesstrafe und für die Befreiung politischer Gefangener zusammenschließen, um die Weltöffentlichkeit auf die schreckliche Lage der politischen Gefangenen im Iran hinzuweisen und eine konzertierte Aktion durchzuführen, damit sie alle freigelassen werden.

Offiziell startete diese Kampagne mit einem Brief aus dem Gefängnis heraus, der an Pink Floyd gerichtet ist:

Lieber Roger!

In der Geschichte hat es immer jene gegeben, die Mauern um alle freien und stolzen Menschen bauen wollten, die nichts anderes im Sinne hatten als Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. Die Ziegelsteine dieser Mauer sind Egozentrik, Tyrannei und Ausbeutung. Ich möchte dir über Schmerzen und Todesangst berichten, über ein Gefängnis, das sich letztlich über die gesamte Länge und Breite des Iran erstreckt und das seine Bevölkerung mit den Ketten von Faschismus und Tyrannei fesselt. Ein Volk, dem das Recht zu leben und zu wählen ebenso verweigert wird wie individuelle und soziale Freiheiten und das Recht auf ein Streben nach Glück. Während ich dir diese Zeilen schreibe, umgeben mich überall hohe und kalte Mauern.

Lieber Roger!

Mehr als je zuvor braucht die iranische Demokratiebewegung die Unterstützung von freien und kreativen Menschen sowie von ethisch denkenden Künstlern wie dir. Ich bitte dich, einen anerkannten und maßgeblichen Künstler auf den internationalen Bühnen, ein Lied über die Männer und Frauen im Iran zu schreiben, die für die Sache der Freiheit aufgestanden sind, nicht nur, um ihnen Mut zu machen, sondern ebenso, um bei allen Menschen Bewusstsein und Erkenntnis für die schwierigen und bitteren Umstände zu erzeugen, denen diese Individuen standhalten müssen. Dieser Brief ist durch die Zeilen deines Albums „The Wall“ angeregt worden, dessen Verse und Melodien zu meiner Jugend gehörten. Die Musik war mir immer ein Freund. Ich habe dich immer bewundert und dich und Pink Floyd sehr in Ehren gehalten. Wir hoffen auf den Tag, an dem die Mauern zusammenbrechen und die Ketten der Dummheit und Tyrannei auseinandergerissen werden. Wir hoffen auf den Tag, an dem „wir mit erhobenen Gläsern lautstark auf die Ankunft der Freiheit anstoßen werden.“

Herzliche Grüße

aus dem Radschai Schahr Gefängnis, Karadsch

Soweit der Text der ersten Mitteilung der Kampagne für die Freilassung der politischen Gefangenen aus dem Radschai-Schahr-Gefängnis in Karadsch. Die Audioversion dieser Botschaft in Englisch und Persisch ist Pink Floyd zugegangen.

Sie ist eine der Mitteilungen der in den Kerkern der Islamischen Republik eingesperrten Häftlinge an die Weltöffentlichkeit.

Wir geben den Aufbau einer weltweiten Kampagne zur Befreiung der politischen Gefangenen und gegen Hinrichtungen bekannt. Allen Menschen wollen wir die Botschaften der politischen Gefangenen und der zum Tode Verurteilten zu Gehör bringen, um eine Zeit des Protests und Widerstands gegen Folter, Justizmorde und die Erniedrigung von politischen Gefangenen zu initiieren und um den Gefangenen durch unsere Aktionen und Botschaften einer internationalen Solidarität zu versichern.

Gegenwärtig ist die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ja durchaus auf den Iran fokussiert, denn ökonomische Sanktionen und Kriegsdrohungen haben begonnen, sich über den Köpfen der Menschen aufzutürmen. Jetzt muss der Welt klar gemacht werden, dass der zweckmäßige Weg des Protests gegen die Brutalität und Barbarei der Islamischen Republik im Aufbau eines politischen Boykotts gegen dieses Regime besteht, in der Schließung aller Botschaften und sonstigen Auslandsvertretungen und in der Verteidigung des legitimen Rechts des Iranischen Volkes, für die Freilassung der politischen Gefangenen und zur Überwindung dieses brutalen Systems einzutreten.

Wir rufen alle Menschen dazu auf, insbesondere alle Organisationen, die für die Freiheit von politischen Gefangenen und gegen die Todesstrafe kämpfen, eine kohärente und kompakte unabhängige Front für die Freilassung dieser Gefangenen aufzubauen, dafür, jede Hinrichtung zu verhindern sowie dafür, der ganzen Welt endlich die Stimmen und Proteste der politischen Gefangenen hörbar werden zu lassen.

Internationale Kampagne für die Freilassung der politischen Gefangenen

7. Februar 2012

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee Against Execution (ICAE)

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee Against Stoning (ICAS)

http://stopstonningnow.com/wpress/

Mina Ahadi

E-Mail: minaahadi@aol.com

Telefon: 0049 (0) 1775692413

Q u e l l e n

Den Aufruf aus dem Radschai-Schahr-Gefängnis an die Musiker von Pink Floyd kann man auch auf der Seite Rowzane finden.

http://rowzane.com/fa/annonce-archiev/65-zendanisiasi/9038-1390-11-22-10-39-10.html

Das im Vorort Gohardasht befindliche Gefängnis (Zendan Gohardasht), nach dem amtlichen Namen des Vororts bekannt als Radschai-Schahr-Gefängnis (Rajai Shahr prison), gehört zum Stadtgebiet der 20 km westlich von Teheran gelegenen Großstadt Karadsch (Karaj)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a1/2072.GohardashtPrison.Karaj.jpg

Irans barbarische Haftbedingungen haben System. Folter im „Rajai Shahr“.

http://www.youtube.com/watch?v=wYXlBJZtjEo

http://www.youtube.com/watch?v=DyNQ3liGiUI

The Ward 1 that houses solitary confinements is known as “dog house” because of harsh conditions and barbaric tortures deployed there. The prisoners are subjected to humiliation, insults and various physical tortures such as hunger and rape and are facing gradual death in the appalling living conditions. Every year a dozen of them commit suicide.

http://mvlturner.wordpress.com/tag/death-of-six-revolutionary-guard-commanders/

Brief eines politischen Gefangenen und Menschenrechtsaktivisten an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Aus dem Rajai-Shahr-Gefängnis von Behrouz Javid Tehrani, 18.04.2010.

Prisoners in solitary confinement hall 2 of ward 1 are beaten with batons (sometimes electrical), sticks, and cable wire, which often causes the prisoners to urinate on themselves. Last year, a young man died after being beaten by a baton. … Our ward is managed by Hassan Akharian, a drug addict who treats the prisoners violently. If any prisoner objects to his unreasonable behaviour, they are automatically sent to solitary confinement hall 2. He has taken away the camera in one of the rooms so he can turn the space into a torture chamber. Ali Hajkazem is the corrupt head of Rajai Shahr prison who allows the guards to commit the crimes. In 2005, I identified more than ten cases of the sale of death row prisoner body parts without permission from the prisoners. … The prison also lacks space and the prisoners go through mental breakdowns as a result. In Rajai Shahr prison, only four of the twenty four halls have beds. The prisoners in the other halls do not even have enough space to sleep; an obvious example of torture. In hall 1 and 3 of ward 1, mental prisoners are mixed with other prisoners, which results in abuse among prisoners.

Behrouz Javid Tehrani, political prisoner and human rights activist.

Rajai Shahr Prison, Hall 1, Ward 1, Gohardasht, Karaj, Iran

April 18, 2010

Translated by: St Journalist and persian2english.com

http://www.astreetjournalist.com/2010/04/21/political-prisoners-of-gohardasht-called-for-united-nations-secretary-general-to-visit-this-prison/

According to a report by Human Rights Activists for Democracy in Iran, Ali Ajami who is a leftist activist had gone to the prison hospital for medical care. While there, the Assistant Warden Khadem severely beat and battered Ali Ajami.

Once Ali Ajami returned to his prison cell in Ward 4, Hall 12, other prisoners having seen his bruises and injuries protested by demanding a public apology from the Assistant Warden Khadem. The prisoners also refused to accept their daily food rations.

The current assistant warden in Rajai-Shahr Prison is one of the known interrogators and torturers in this prison.

http://www.en-hrana.org/index.php?option=com_content&view=article&id=398:imprisoned-student-ali-ajami-beaten-and-battered&catid=11:students&Itemid=14

Pink Floyd

http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Floyd

The Wall entstand 1979 – im Jahr der Islamischen Revolution

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Wall#Trivia

Blurred Vision – Another Brick In The Wall (Hey Ayatollah, Leave Those Kids Alone!)

http://www.youtube.com/watch?v=IvvB8WCW7cE&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=OIP38eq-ywc

Blurred Vision sind die Brüder Soheil und Sepehr Osloobi aus Toronto, Kanada

„Our music must stand on its‘ own. If we had to categorize it, we would like it to be considered World Music. We are not trying to imitate anyone,“ Soheil explains.

http://www.iranian.com/Music/BlurredVision/index.html

http://viewfromdamavand.com/wp-content/uploads/2010/08/Blurred-Vision.jpg

The Division Bell ist das 14. und letzte Studioalbum der britischen Rockband

On the day the wall came down

They threw the locks onto the ground

And with glasses high we raised a cry for freedom had arrived

http://www.songmeanings.net/songs/view/2903/

http://www.lyricsdomain.com/16/pink_floyd/on_the_day_the_wall_came_down.html

Am Tag an dem die Mauer fiel

Stürzten mit ihr die Blockaden nieder

Und mit erhobenen Gläsern stießen wir lautstark auf die Ankunft der Freiheit an

http://www.songtexte.com/uebersetzung/pink-floyd/a-great-day-for-freedom-deutsch-7bd6ba0c.html

Announcement n. 1.

Letter from Rajai Shahr Prison, Karaj, to Pink Floyd.

Write a song for the freedom-loving people of Iran! In hopes of a day when „with glasses high we raise a cry, for freedom has arrived“.

Worldwide Campaign to Free Political Prisoners.

This letter was written following the request of political prisoners of diverse political tendencies, who contacted Mina Ahadi directly, to raise international awareness regarding the situation of political prisoners and to promote the release of all of them, irrespective of their ideological stances and aims. There are hundreds of known political prisoners in Iran. We currently know the names of six hundred of them. They include labour leaders, dissident students, bloggers, lawyers, political activists and young people arrested and imprisoned following the demonstrations of 2009-10, in which millions of protesters participated. Some of these prisoners are threatened with implementation of their death sentences. Today, these detainees expect us all to unite in a concentrated, international effort to ensure their release. The prisoners believe that it is better if all institutions and organisations against the death penalty and in favour of releasing political prisoners join together to raise international awareness of Iranian political prisoners‘ dire situation and to initiate a concerted effort to obtain freedom for all of them.

This campaign has officially begun with a letter to Pink Floyd from within the prison:

Dear Roger!

Throughout history, there have always been those wishing to build walls against free, proud people who wanted only liberty, justice and peace. The bricks in this wall are selfishness, tyranny and exploitation. I want to write to you about pain and terror, about a prison encompassing the length and breadth of Iran which has its people shackled by fascism and tyranny. A people who are denied the right to live and the right to vote, who are denied individual and social liberties, who are denied the right to the pursuit of happiness. As I write this letter to you, I am surrounded by high, cold walls.

Dear Roger!

More than ever before, the Iranian movement for freedom and democracy needs the support of free and creative people and principled artists like yourself. I am requesting you, as a renowned and influential artist on the world stage, to compose a song about the men and women of Iran who have risen in the cause of liberty, not only to hearten them but also to awaken people’s conscience through awareness of the difficult and harsh conditions which these individuals endure. This text of mine is inspired by your album „The Wall“, whose lyrics and tunes were a part of my youth. The music was always my friend. I always admired you and had great respect for you and for Pink Floyd. We hope for a day when the walls will come tumbling down and the chains of ignorance and tyranny will be torn asunder. We hope for a day when „with glasses high we raise a cry, for freedom has arrived“.

With best wishes to you,

From Rajai Shahr Prison, Karaj.

This was the first announcement by the Campaign to Free Political Prisoners from Rajai Shahr Prison in Karaj. The audio version of this message, in English and Persian, has been delivered to Pink Floyd.

This is one of the messages which the prisoners incarcerated in the Islamic Republic’s dungeons have transmitted to the world through the Campaign.

We announce the formation of a worldwide campaign for the release of political prisoners and against execution. We shall try to convey to the ears of the world the messages of political prisoners and individuals condemned to death, to initiate a period of protest and resistance against torture, judicial murder, and the humiliation of political prisoners, and to make the prisoners aware of these activities and messages of international solidarity.

The attention currently focused on Iran, economic sanctions, and the threat of war loom over the people. It must be made clear to the world that the way to protest the crimes and savagery of the Islamic regime is to institute a political boycott of that regime, to close its embassies, and to defend the Iranian people’s legitimate struggle for the release of political prisoners and for the overthrow of this brutal system.

We call upon all people, and particularly all organisations which fight for the freedom of political prisoners and struggle against the death penalty, to form a united and compact independent front to defend the freedom of political prisoners, to strive against executions, and to convey the voices and protests of political prisoners to the ears of the world.

The International Campaign to Free Political Prisoners

7 February 2012.

Neues aus dem Täbris-Gefängnis

Juli 9, 2011

Internationales Komitee gegen Steinigung

Presseerklärung 6

8. Juli 2011

Aktualisiert: Zum Steinigungsurteil gegen Sakineh Mohammadi Ashtiani und zur Verurteilung ihres Rechtsanwalts Houtan Kian

Nach jüngsten Informationen, die dem Internationalen Komitee gegen Steinigung zugegangen sind, befindet sich Sakineh Mohammadi Ashtiani immer noch im Zentralgefängnis der Stadt Täbris.

Frau Ashtiani und ihrer Familie, vor allem ihrem Sohn Sajjad Ghaderzadeh ist es nicht erlaubt, Kontakt zur internationalen Medienwelt aufzunehmen. Nachdem Sajjad und dessen Rechtsanwalt, Houtan Kian, verhaftet worden waren, übte die Islamische Republik Iran erheblichen Druck auf die beiden Gefangenen aus und ließ über die staatlichen Fernsehnachrichten eine Sendung ausstrahlen, in der Ashtiani gezwungen war, ihre (angebliche) Beteiligung am Tod ihres Ehemannes zu „gestehen“. Dabei wurde Frau Ashtiani und ihrem Sohn gegenüber der Eindruck erweckt, dass sie nach dem Veröffentlichen des Fernsehberichts freigelassen werden würden. Das war nicht der Fall, und Ashtiani ist nach wie vor im Gefängnis; ihre Situation und Zukunft bleibt ungewiss.

Dem Internationalen Komitee gegen Steinigung sind Berichte aus dem Gefängnis zugegangen, wonach Ashtiani aufgrund der gegen sie ausgeübten Repressalien versucht hat, Selbstmord zu begehen. Im Vormonat sagte Mousa Khalil Elahi, der Staatsanwalt von Täbris, dass Sakineh regelmäßigen Besuch ihrer Familienangehörigen erhalten würde, gesund und wohlauf sei und dass ihr Fall nach wie vor im Rahmen des üblichen Dienstweges bearbeitet würde. Er fügte hinzu, dass anderslautende diesbezügliche Berichte, wie sie etwa das Internationale Komitee gegen Steinigung verbreite, unwahr wären. Fakt ist, dass Sakineh Mohammadi Ashtiani eine Geisel der Islamischen Republik Iran ist. Die Behörden haben verkündet, dass sie eine Revision des Falles nicht durchführen wollen.

Offensichtlich setzt das Regime darauf, dass die Proteste bald nachlassen werden, damit es darangehen kann, Ashtiani ihrer „gerechten Bestrafung“ zuzuführen. Damit hängt die drohende Gefahr der Todesstrafe durch Steinigung immer noch über ihrem Haupt. Des Weiteren ist uns bekannt geworden, dass Ashtianis Anwalt Houtan Kian zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden ist. Nach Berichten hat Houtan 20 Kilogramm an Gewicht verloren, Folge der erlittenen üblen Misshandlung und Folter. Sein Gesundheitszustand ist nicht optimal, er ist Diabetiker und leidet an hohem Blutdruck.

Hieß es anfangs noch, dass Houtan Kian zu elf Jahren Haft verurteilt werden würde, so wurde bald bekannt gegeben, dass er aufgrund von angeblich vorhandenen zwei Personalausweisen sowie angeblichen linksgerichteten Aktivitäten mit der Todesstrafe zu rechnen hätte. Nachdem der Rechtsanwalt aus dem Gefängnis heraus einen Brief schickte, der seine Lage darstellte, und er die Öffentlichkeit um Unterstützung bat, kam es zu breiten internationalen Protesten gegen seine Verurteilung, sodass das Gericht in Täbris ihn nach neuesten Berichten zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt habe.

Das Internationale Komitee gegen Steinigung erneuert seinen Aufruf an die Menschen in aller Welt, gegen diese ungerechtfertigten und ungerechten Entscheidungen zu protestieren und eine Beendung der Steinigungspraxis zu sowie die sofortige Freilassung von Sakineh, Houtan Kian und allen anderen Gefangenen zu verlangen, denen die Steinigung oder eine andere Form der Todesstrafe droht. Steinigung ist eine absolute Barbarei und muss sofort und überall verboten werden.

Mina Ahadi, die Sprecherin des Internationalen Komitees gegen Steinigung, stellt fest:

‚Steinigung ist ein Verbrechen und ein terroristischer Akt gegen Frauen. Wir klagen die Islamische Republik Iran für ihre begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.‘

Heute ist Sakineh zur Symbolfigur gegen Steinigung geworden und zum Symbol des Protests gegen das Islamische Regime des Iran. Am 11. Juli, dem Internationalen Tag gegen Steinigung, werden wir weltweit auf die barbarische Steinigungspraxis aufmerksam machen.

Die Kampagne zur Rettung von Sakineh Mohammadi Ashtiani hat die Weltöffentlichkeit gegen das herrschende brutale Islamische Regime des Iran eingenommen. Laut und unmissverständlich hat sich der Geist des Zivilisierten und Humanen Gehör verschafft. Genug ist genug! Wir werden nie mehr zulassen, welche Ausrede seitens der Mächtigen auch immer gebraucht werden wird, dass ein Mensch irgendwo auf der Welt gesteinigt wird.

Kein einziger: Not one more!

Kontakt:

Mina Ahadi

Internationales Komitee gegen Todesstrafe /
Internationales Komitee gegen Steinigung

E-Mail: minaahadi@aol.com

Telefon: 0049 (0) 1775692413

http://notonemoreexecution.org

http://stopstonningnow.com/wpress/

Quellen:

Aktualisierte Termine, Statements und Aktionen zum 11. Juli:

http://stopstonningnow.com/wpress/4344

Mehr zum 11. Juli:

EQUAL RIGHTS NOW: July 11: International Day Against Stoning

http://equalrightsnow-iran.com/stoning.html

11. Juli 2011 – Internationaler Tag gegen Steinigung

https://schariagegner.wordpress.com/2011/07/05/internationaler-tag-gegen-steinigung/

Eine Petition zur Freilassung von Rechtsanwalt Houtan Kian kann hier mitgezeichnet werden: Wir, die Unterzeichnenden, appellieren an die Verantwortlichen aller internationalen Organisationen, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen (UN) und aller Menschenrechtsorganisationen, von der Iranischen Regierung zu verlangen, Houtan Kian, seine Mutter sowie Sakineh Ashtiani bedingungslos frei zu lassen,

»We, the undersigned, call on the Heads of International Governments, the EU, UN and Human Rights Organizations to demand the Iranian regime immediately release Houtan Kian and his mother, as well as Sakineh Ashtiani, without charge.«

http://www.gopetition.com/petition/43372/sign.html

Foto: Houtan Kian (rechts), auf: LA RÈGLE DU JEU (RDJ). Im Bild links: Sakineh Ashtianis Sohn, Sajjad Ghaderzadeh.

http://laregledujeu.org/files/2010/10/Sajjad-Houtan-Kian.jpg

Foto: Houtan Kian (rechts), auf: STOP STONING NOW (links: Sakinehs Sohn Sajjad).

http://stopstonningnow.com/wpress/wp-content/uploads/2010/09/SajjadFinal.jpg

Foto: Sakineh Mohammadi Ashtiani

http://images.smh.com.au/2010/12/10/2090446/Sakineh-420×0.jpg

http://www.nypost.com/rw/nypost/2010/12/09/news/photos_stories/Sakineh_Mohammadi_Ashtiani–300×300.jpg

Aus dem Englischen ins Deutsche von Cees van der Duin, nach: International Committee against Stoning: An Update on Iran Stoning Case Sakineh Mohammadi Ashtiani and her Lawyer Houtan Kian, bei: IRAN Solidarity

http://iransolidarity.blogspot.com/2011/07/update-on-sakineh-ashtiani-and-her.html

Shahla Jahed

November 30, 2010

شهلا جاهد

Shahla Jahed

30.11.2010

Schlimme Neuigkeiten aus dem Evin-Gefängnis

Die iranischstämmige Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi nimmt heute die wichtige und schwere Aufgabe auf sich, uns etwas zur vielleicht unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung an Shahla Jahed zu berichten

Vor wenigen Minuten hat mich Shahla Jahed aus dem Teheraner Evin-Gefängnis angerufen, die sich bei den vielen Menschen in aller Welt bedankt, die versucht haben, ihr Leben zu retten, die aber jetzt ihr Todesurteil entgegen nehmen musste (das Papier ist ihr überreicht worden), was bedeutet, dass sie vielleicht morgen hingerichtet werden wird.

Ich appelliere an alle Menschen auf der Welt und an alle Parteien und Organisationen sowie an alle Regierungen, in diesen Stunden äußerster Ungewissheit alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen und jedes Mittel auszuschöpfen, um diesen Mord zu verhindern.

Vielleicht bleibt uns nur wenig Hoffnung, das Leben von Shahla Jahid zu retten, doch es ist durchaus möglich und es bleibt unsere moralische Pflicht, die geplante Tat nicht umsetzen zu lassen.

Shahla hat nicht nur angerufen, um sich zu verabschieden. Diese ihre neueste Botschaft ist vielmehr ein Aufruf an uns alle, ihr Leben zu retten.

Mina Ahadi

Mina Ahadi 0177/ 569 24 13 minaahadi@aol.com

International Committee Against Execution

http://notonemoreexecution.org

International Committee Against Stoning

http://de.stopstonningnow.com/

Aktualisiert: Laut FOCUS ist Shahla Jahed heute in den frühen Morgenstunden hingerichtet worden. Einmal mehr hat das barbarische Regime des Iran seine Menschenverachtung unter Beweis gestellt. Der unbewiesene Tatvorwurf lautete, die Ehefrau eines bekannten Fußballspielers der iranischen Nationalmannschaft ermordet zu haben. Shahla war dessen Nebenfrau auf Zeit nach schiitischem Recht gewesen, im Iran kann der Mann bis zu vier legale Ehefrauen haben und eine unbegrenzte Anzahl von Konkubinen (die so genannte schiitische Stundenehe).