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Hanafis Traum vom Kalifat

Juni 30, 2010

اليسارية

al-yasārīya

La gauche (en politique)

Left-wing politics

Politische Linke

Ein linker Islam?

Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‚linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

Der am 13.02.1935 in Kairo geborene und mit fünf Geschwistern in einem bildungsnahen und sehr musikalischen Haushalt aufgewachsene Ḥasan Ḥanafī (Vorname anglisiert und auch bei der Orient-Tagung als Hassan, Nachname nahöstlich auch Hanfi), der Vater spielte meisterhaft Posaune, Sohn Ḥasan übte als Jugendlicher das Violinenspiel, war als Student aktives Mitglied der Muslimbruderschaft und unterstützte die Geldsammlungen für die Familien der inhaftierten Muslimbrüder, wie Caryle Murphy in »Passion for Islam. Shaping the Modern Middle East: The Egyptian Experience« (2002) auf Seite 220 berichtet: „[he] was an active member of the organization while attending Cairo University“ (1).

Ḥasan Ḥanafī, der am 05.-06.04.2008 mit Islamverherrlichern wie Tariq Ramadan im Four Seasons Hotel (2), Organisator war die Georgetown University zu Doha in Qatar (3), über Innovation im Islam sprechen darf (4), muss doch einfach vielen, vielen Menschen auf der Welt als bedeutender ägyptischer Philosoph, arabischer Philologe, intellektueller Muslim, linker gottesfürchtiger Politiktheoretiker und gesellschaftsbezogener Islamdeuter gelten, denn in nahezu jedem arabischen Denkerclub scheint der Ägypter im Vorstand zu sitzen. So etwas kann doch wohl nicht grundlos geschehen: Generalsekretär der Ägyptischen Gesellschaft für Philologie seit 1976, Vizepräsident der Arabischen Gesellschaft für Philosophie seit 1983, Vorsitzender der philosophischen Fakultät an der Kairoer Universität seit 1988 und Vizepräsident der Arabisch-Philosophischen Gesellschaft seit 2001.

Der Denker gibt sich als den ewig Missverstandenen, den zwischen allen Stühlen sitzenden und den für sein ungeheuer eigenwilliges Theoriebilden geradezu ein Martyrium der Anfeindungen auf sich nehmenden Menschen. Beim genaueren Hinsehen bleibt in Hanafis Linksislam beziehungsweise Religionspolitik allerdings kaum noch etwas Eigenes übrig, eher schon die vollumfängliche Scharia. Sollte sich die arbeitsteilig agierende Muslimbruderschaft, auch in Ägypten längst so etwas wie ein Staat im Staate, frei nach dem von den europäischen Linken abgeschauten Motto vom Marsch durch die Institutionen, einen linksintellektuellen Philosophieprofessor zugelegt haben, um das offizielle transatlantische wie vor das allem links-oppositionelle Denken Ägyptens zu zähmen sprich politisch zu kontrollieren? Auch ohne wirklich völlig autonome – im Islam leider nach wie vor sehr gefährliche – Positionen wie diejenigen von Taslima Nasreen oder Faraǧ Fauda einzunehmen, hätte Ḥanafī mehr Zivilcourage beweisen müssen, um im weltweiten Vergleich als Philosoph gelten zu können oder auch nur als freiheitlicher Weltbürger. Europa scheint seinen so genannten Islamrepräsentanten ganz gerne einen Bonus zu erteilen, der die „edlen Wilden“ mit der Lizenz auf ein Vernachlässigen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ausstattet und den Freibrief auf nachwissenschaftliche Faktenferne und kunstsinnige Flunkerei. Dass Ḥasan Ḥanafī der Muslimbruderschaft nahe stand, weiß Alain Navarro bei Middle East Online:

„Hanafi, who received his doctorate from the Sorbonne and has taught in Europe and the United States, was close to the fundamentalist Muslim Brotherhood in his youth. After passing through a phase of leftist leanings, he became one of the leading thinkers in the contemporary movement that posits a revolutionary political activism rooted in study of the Muslim scriptures. Rarely do other thinkers publicly side with him … (5)”

Wie wir gleich von Ḥasan Ḥanafī selbst hören werden, bekennt er sich vier bis fünf Jahrzehnte später immer noch zu den angeblich sozial und humanistisch motivierten Ur-Muslimbrüdern. Sein treuer koranzentriert-linksintellektueller Weggefährte beim Versuch, das Kalifat als gelebte Sozialdemokratie fehlzuetikettieren, heißt ‎Ǧamāl al-Bannā (ägyptisch Gamāl al-Bannā) dessen älterer Bruder 1928 vereinsgründend tätig wurde.

Navarro weiter, ich bin ihm ins Wort gefallen:

„Rarely do other thinkers publicly side with him, but one of them is Gamal al-Banna, a Muslim reformist and, ironically, younger brother of Muslim Brotherhood founder Hassan al-Banna.“

1966 erlangte Ḥanafī an der Pariser Sorbonne einen Doktorgrad, als Gastprofessor arbeitete er 1969 in Toulouse und 1970 in Louvain, zwischen 1971 und 1975 hatte er eine amerikanische Gastprofessur an der Temple University in Philadelphia inne (http://www.temple.edu/). Die folgenden zwei Jahre erlebte ihn die sudanesische Hauptstadt (University of Khartoum, 1976-1977). Das Jahr der ihre Barbarei bis heute behauptenden iranischen Revolution verbrachte der Ägypter an der University of Kuwait (1979), um drei Jahre später nach Marokko zu übersiedeln (University of Fes, 1982-1984) und vier Jahre in Japan (University of Tokyo, 1984-1985, wissenschaftlicher Berater an der United Nations University in Tokyo 1985-1987) anzuschließen. Erst im Jahre 1988 kehrte er an die Kairoer Universität zurück (6).

Der Name der Stadt Toulouse (440.000 Einwohner, davon 97.000 Studenten der drei dortigen Universitäten) ist gerade gefallen. Sollte das etwas mit dem Islam zu tun haben, dass ein Ḥasan Ḥanafī heute wie vor vierzig Jahren in Toulouse doch wahrscheinlich ganz offiziell reden dürfte (7), ein bis Mitte September 2006 dort erfolgreich lehrender, sehr gründlicher Philosophieprofessor namens Robert Redeker aber nicht (8)?

Hanafis Ziel bleibt seit der erlebten „antiimperialistischen“ (prokalifatischen) Protestkultur, seit den strukturhassenden und folgerichtig multikulturverliebten Siebziger Jahren, die magische Fusion von Scharia und Sozialismus, seinen phantastischen Weg nennt er den linken Islam. Zwar lebt bis heute kein Kairoer Straßenzug linksislamisch und auch kein abgelegenes Oasendorf, doch für Einladungen in Europas entgrenzt xenophile Rathäuser und Hörsäle reicht es allemal.

Hassan Hanafis Unterschrift auf »A Common Word Between Us and You« trägt die Nummer 47, die Reihenfolge ist alphabetisch bedingt, Bosniens Scharia-Spitzenpolitiker Mustafa Cerić findet sich daher unter 23, Nummer 51 ist der demokratieverdrossene Kalifatsfreund und deutsche Ex-Botschafter Murad Wildfried Hofmann und Platz 129 einem gewissen al-Tweijiri von der OIC-nahen ISESCO (Islamic Educational, Scientific and Cultural Organization) vorbehalten (9).

Begeistert von der Islamischen Revolution im Iran editierte und kommentierte Hasan Hanafi zwei Bücher Chomeinis (10), verlor aber sehr bald die Lust am Realkalifat, um sich der bürgerrechtlichen und gewaltfreien islamischen Staatstheorie zuzuwenden, die es allerdings seit 1.400 Jahren noch nirgendwo gegeben hat. Hanafi bevorzugt die literarische Steinigung des „edlen“ Koran, die praktizierten Steinigungen des Iran sind schließlich gar nichts für einen linken Feingeist. Gegen die im Namen Allahs und nach Maßgabe der Scharia verhängte saudi-arabische oder iranische Todesstrafe ging der ägyptische Salonrebell allerdings keineswegs jemals auf die Straße.

Pst, Hassan Hanafi betritt die Bühne:

Die islamische Linke ist kein Monopol der Muslime, sondern allen Menschen zugänglich. … Was ist z. B. in Polen geschehen? Marxismus auf der Oberfläche und Katholizismus im Innern

Die fundamentalistisch-religiös und völkisch aufgefasste Menschheit hat eine Binnenstruktur, die Erde gliedert sich in einander wesensfremde, eigenwillig-urtümliche Regionen, die ihrem angestammten Kult verhaftet bleiben müssen. Die katholische Seinsweise sei quasi genetisch verankerte Stammesreligion der löblich urigen Polen, und den so ganz anders gearteten, fraglos nicht minder urigen Arabern steht das Lebensgefühl der Scharia nun einmal als Geburtsrecht zu.

Die Nationen Europas werden ermuntert, sich ihren Religionen zuzuwenden, zum Islam zu konvertieren ist dabei ja nicht unbedingt nötig. Auch die türkische kollektive Seele sei mit Islam getränkt:

Oder wie es sich auch in der Türkei ereignet hat: Der Islam im Innern, Säkularisierung auf der Oberfläche.

Demokratie wird zum Provisorium, zum Tapetenmuster der Saison. Das wildromantische Religiöse stehe der Identität einer Nation näher als der säkulare Rechtsstaat, von universellen Menschenrechten oder gar von der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist gar nicht erst die Rede, hier geht es schließlich um Höheres. Die Künstlichkeit des Parlamentarismus sei allenfalls als Verpackung der naturhafteren Gesellungsweise tauglich.

Der irgendwie ehrenwerte Anspruch der internationalen politischen Linken harmoniere bestens mit Koran und Kalifat.

Vielleicht ist das, was wir seit zwei Jahren in Osteuropa beobachten, von Polen bis in die Sowjetunion, eine Bestätigung dafür, dass soziale Veränderungen in einer Gesellschaft sich nur durch Kontinuität vollziehen können.

Trickserei, der Gewinner des Bürgerkriegs oder gar der Diktator wird immer behaupten können, im Einklang mit der geschichtlichen Entwicklung zu stehen, Adolf Hitler nannte das die Vorsehung. Ḥasan Ḥanafī mogelt uns hier die Software eines radikalen Differenzialismus in die Debatte und weiß, dass er die Europäer, zumal die Deutschen und da wieder ganz besonders die linken Deutschen, herrlich erpressen kann, indem er für ein islamisches Sonderrecht „Toleranz“ fordert.

Die russische Revolution von 1917 musste in dieser Logik ein Fehlschlag bleiben, da sie das historische Erbe des Christentums nicht anzutreten bereit war.

Evolution statt Revolution, das klingt entwicklungsfreundlich, sanftmütig, sozialdemokratisch. Die kultivierte Scharia wird zur permanenten Revolte, der europäische linke Hunger nach rebellischem Getue müsste mit Hanafis rotem Islam doch eigentlich zufriedenzustellen sein.

Das europäische Muster, das in der Renaissance entstanden ist, besagt: Ich kann nicht vorwärts schreiten, ohne den Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen. Dieses Modell, das Europa seit der Renaissance präsentiert, beinhaltet, dass ich kein säkularer Wissenschaftler sein kann, wenn ich nicht mit der Kirche, mit Aristoteles und Ptolemäus breche. Dieses Modell … entspricht vielleicht nur der europäischen Erfahrung.

Man möge als afrikanischer oder asiatischer Physiker oder Soziologe doch bitte am Stammesreligiösen kleben bleiben, besser freilich am Islam.

die unabhängigen Wissenschaftler, Denker und Schriftsteller der Renaissance entdeckten, dass die überlieferte Tradition nicht mit der Vernunft, der Wissenschaft und der Natur übereinstimmt … [und] haben … es vorgezogen, sich von der Vergangenheit abzuwenden und sich der Natur als offenes Buch zuzuwenden.

Hanafi missbraucht die reale Renaissance für die Zwecke seiner daʿa, seiner islamischen Mission. Einerseits waren die Denkverbote der Katholischen Kirche zwischen 1300 (Erdkugel, Heliozentrik) und 1900 (Darwin, Freud) für die sich entwickelnde Geographie, Biologie und Physik sicherlich zu eng (und sind es heute wieder, indem beziehungsweise insoweit der Islam der kirchlichen Basis – längst in beiden Großkirchen – dogmatisch-faktenfern und bereits einigermaßen repressiv als friedliche und frauenfreundliche Weltanschauung verkauft wird).

Andererseits war ja gerade der zunehmend „distanzierte“, nüchterne Blick der Wissenschaft geeignet, die menschliche Vor- und Frühgeschichte sowie mittelalterliche Entwicklung ebenso sorgfältig zu betrachten wie er zu einer immer genaueren Gesellschaftskritik fähig wurde, was im islamisch geprägten Teil der Menschheit im letzten Jahrtausend nicht stattfinden konnte. Hanafi verweigert die Analyse im Namen der Pflege des kulturellen Erbes. Von einer universellen Wissenschaft zu sprechen, schreckt er aus politischem Kalkül zurück, Hanafi will die religiös gefärbte Weltbetrachtung. Islampädagogik statt Erziehungswissenschaft, Fiqh-Evolution und Schariareform statt globaler Viktimologie und Kriminologie.

Ohne es durchschauen zu können, hätten sich die Europäer, ihr angeblich ganz und gar verachtenswertes Mittelalter überwindend, radikal (und bald tendenziell atheistisch) humanisieren müssen, das Fünfzehnte Jahrhundert hätte die Fesseln und Kerkermauern weggewischt und den Europäer zwar autonom, aber seelisch heimatlos gemacht. Die Nichteuropäer würden diese seelisch kranke Wurzellosigkeit des Okzidents spüren, ihr jüngerer islamischer Fundamentalismus, die Salafiyya, sei die gesunde Reaktion auf diese ihnen durch den „Weißen Mann“ mit kolonialer Gewalt übergestülpte Geschichtslosigkeit und Gottlosigkeit.

Diese Erfahrung [der Renaissance] verbreitete sich in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das Ergebnis ist das, was wir heute erleben: Eine heftige Reaktion gegen die Säkularisierung und die Moderne in Gestalt der Bewegungen, die wir im Islam heute salafiyya (Rückkehr zur Zeit des Propheten und seiner Gefährten) nennen. Die islamische Linke ist sich dessen bewußt und versucht, so weit wie möglich nach vorn zu schreiten und zugleich zu garantieren, daß dieser Fortschritt nicht auf einmal und plötzlich geschieht. Sie verfährt vielmehr nach der Devise: ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Somit kehren wir [Muslime, zumal wir linken Muslime] immer wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Dem edlen Wilden namens Chomeini oder Gaddafi sind dekadente Kulturfolgen wie Pressefreiheit oder volle Frauenrechte schließlich nicht zuzumuten. Die masochistisch beglückten weiblichen und männlichen Gesichter der „linken“ deutschen Gutmenschen, die dem Mahner aus dem geheimnisvollen Orient zwei Jahre nach dem Mauerfall lauschen durften, mag man sich kaum vorstellen. Niemand wird dem roten Schariafreund widersprochen haben. Vorwärts, Genossen …

Mit dem Hüpfen jedenfalls Rechnen klappt`s noch nicht so doll, Hanafi landet aus unerleuchteter Sicht einen Schritt hinter dem Ausgangspunkt, aber egal, solange nur die Seelenmitte reines Allahbewusstsein ist. Eine islamische Elite soll dafür sorgen, dass sich die muslimische Basis nicht zu rasch auf die allgemeinen Menschenrechte zu bewegt, bei derartiger Hektik würde die geschichtsbewusste arabische Seele schließlich noch nicht mitkommen. Menschenrechte ja, vielleicht, morgen, sagen wir vorläufig: islamische Menschenrechte. Die Ayatollahs und Großmuftis können jederzeit behaupten: Nur ruhig, wir verändern uns ja, das dauert aber noch ein wenig.

Kulturrassismus und Emanzipation verwirbeln ineinander, die auf Ungleichbehandlung beruhende Scharia bekommt das Etikett der Entwicklungsdynamik. Deutschlands Sozialdemokraten glauben das ganz gerne, um sich gut zu fühlen, so fremdenfreundlich.

Die islamische Linke … versucht, eine Revolution in Gang zu setzen, gesellschaftliche Veränderungen zu initiieren, … und dabei sicherzustellen, daß die Revolution nicht im Keim erstickt wird, wie es bei allen Revolutionen der Fall war.

Revolutionsführer Hanafi kennt das rechte Maß und zügelt den ungestümen Elan der jungen Krieger. Jede Revolution der Menschheit ist gescheitert, jede, sagt Hanafi, der zum Segen der Menschheit die gelingende Revolution will, die erste der Menschheit, die einzig mögliche.

Dabei ist der Name nicht wichtig. Ich habe mir häufig überlegt, ob der Begriff „islamische Linke“ passend sei. Aber ich fand keinen besseren Ausdruck dafür.

Ich … ich … Namen sind nicht wichtig, der gottesfürchtige Revolutionstheoretiker Hanafi ist wichtig, und Allahgott natürlich.

Manchmal sage ich auch die „islamische“ oder die „zeitgenössische Revolution“, auch der „kämpferische Islam“, der „revolutionäre Islam“, bzw. „der politische Islam“. … Schließlich wollte ich zu Gamal ad-Din al-Afghani, dem Begründer der modernen, revolutionären Reformbewegung zurückkehren, die zum Projekt eines Islam gegen den Kolonialismus von außen und die Despotie im Innern geworden ist.

Aber es gibt keine zufrieden stellende Bezeichnung. Insofern ist der Name nicht wichtig, obwohl er viel Protest hervorruft.

Der Unschuldsengel provoziert, meint es aber gar nicht so.

Manchmal, wenn ich mit den Menschen aus dem Volk, auf den Dörfern, zusammen bin, also aufs Land gehe,

Et in Arcadia ego. Die lärmende Stadt verlassen, zurück zu den bäuerlichen Ursprüngen, da wo die Menschen noch ohne Heimtücke sind, echt und anständig.

Mit der im Dialogbetrieb mittlerweile häufigen, beim Realislam zwischen al-Maududi und Erbakan schlicht als faktenwidrig erkennbaren Behauptung, es gebe mehrere Islams (oder sagt man Islame?), reist der schariatreue und sozialistische Theoretiker auf den abgelegensten ägyptischen Bauernhof, um einem Melonen- und Hühnerzüchter die Frage zu stellen, welcher Islam denn dem Volk am besten dienen kann und wie dieser Islam denn heißen soll. Die Botschaft kam nicht nur aus dem Dorf oder aus dem Dorfkern, nein, von einem unverbildeten, archaischen, gleichwohl empfindsamem Geist „aus den Tiefen des ägyptischen Dorfes“, gleichsam aus der Zeit des Hanifen Abraham also:

Ein Bauer aus den Tiefen des ägyptischen Dorfes stand einmal auf und antwortete: „Professor, warum nennen Sie ihn nicht die islamische Linke?“ … Das war ein Bauer, der weder lesen noch schreiben konnte.

Hanafi gibt sich ohne Absicht. Fern habe ihm der Gedanke gelegen, der durchtriebene Schöpfer einer Vermarktungsstrategie namens Linksislam zu sein oder ein Kunstprodukt entworfen zu haben, um die unkontrollierbare ägyptische Linke der nach Beate Sträter oder Sabine Schiffer „antikolonialistisch und befreiungstheologisch“ geprägten Muslimbruderschaft an die gegenmoderne islamische Bewegung anzuschließen.

Einem unverfälschten Naturburschen also kam die Eingebung. Ja, der „linke Islam“ ist urig, maskulin und unverfälscht wie ein wettergegerbter Kameltreiber, die „islamische Linke“ ist keine Kopfgeburt, sondern etwas Kerngesundes. Internationale Standards brauchen unsere Bauern nicht, vor siebzig oder achtzig Jahren hätte man zwischen Rhein und Elbe gesagt: unsere arischen Bauern.

Reaktionären Kitsch aus der Blut-und-Boden-Ecke gibt es offensichtlich auch am Nil und auf islamisch.

die Bezeichnung „islamische Linke“ [ist] bei den Institutionen und Parteien nicht beliebt …, bei der Bevölkerung Ausdruck ihrer unterdrückten Wünsche.

Ein Hauch von den Erkenntnissen eines Sigmund Freud scheint hier wirksam zu sein. Wir können endlich werden, was wir halb bewusst und wer wir insgeheim bereits seit langem sind. Großer Hassan Hanafi, sei für uns authentisch. Führe uns zurück zum Ägyptisch-Eigentlichen, zur naturgemäßen Lebensweise, zum (wie zufällig völlig schariakonformen) Menschsein.

Zurück zur Natur, zurück zum Islam:

Die Massen der arabisch-islamischen Welt wenden sich von der Säkularisierung ab, die nur die Intellektuellen verstehen.

Dabei ist man, die eingebaute „Mittigkeit“ der wasaṭīya erlaubt es, vollendet moderat, versteht aber auch die Radikalen sehr, denn als koranbasierter Herrenmensch hat man Herz, ohne politisch gegen die den Unverständigen grausam erscheinenden Todesstrafen des ḥadd oder das Talionsrecht des qiṣāṣ sein zu müssen:

Sie wenden sich aber auch von den fundamentalistischen Bewegungen ab, die nur die nachvollziehen können, die in den Gefängnissen gefoltert worden sind.

Die islamische Linke … [ist] etwas, das in sich beide Legitimitäten vereinigt, die der Vergangenheit und die der Gegenwart, des Glaubens und der Revolution, des Jetzt und des Gestern … wenn dies nicht gelingt, dann haben wir die feindlichen Brüder vor uns, den blutigen Kampf zwischen Säkularisten und Fundamentalisten.

Hanafi könnte sich selbst beauftragt haben oder von der Muslimbruderschaft beauftragt worden sein, die ägyptische Linke handzahm und bei Laune zu halten und sie für die nach pakistanischem oder iranischem Vorbild zu gestaltende Transformation Ägyptens in eine Art von Islamischer Republik mit vollumfänglich implementierter Scharia nutzbar zu machen.

Einerlei, wie kommunistisch oder atheistisch der Säkulare denkt und wie allahkratisch und gewaltbereit der Dschihadist, Hanafi bringt die beiden Partner an den Verhandlungstisch und macht ihnen das schlechte Gewissen, bei einem Kooperationsabbruch den jeweiligen „Bruder“ frevlerisch zu misshandeln. Die Säkularen oder Sozialdemokraten dürfen also eine Truppe der gesamten islamischen Armee stellen und mögen sich mit dem Aufbau einer kleinen Fraktion in der nachrevolutionären Schura zufrieden geben.

Al-Afghani und sein Projekt gehören zur islamischen Linken – der Islam in der Konfrontation mit dem Kolonialismus von außen und der Despotie im Innern.

Besonders überzeugend ist das nicht, nicht nur Säkulare halten den jenseitszentrierten al-Afghani in erster Linie für einen Reaktionär. Die evangelische Bonner Pfarrerin Dr. Beate Sträter, einst als Islambeauftragte zuständig für die König-Fahd-Akademie, verglich die Muslimbruderschaft in ihrer Dissertation mit dem linken Ansatz der südamerikanischen Befreiungstheologen und betonte die angebliche Nähe zwischen Sayyid Quṭb und Leonardo Boff. Dieses Muster noch etwas weiter überdehnend lässt sich ein Antiimp Chomeini als vorbildlicher Marxist erkennen.

Mit der kulturrassistischen Scharia hat Hanafi kein Problem.

Muhammad Abduh versuchte zu zeigen, dass die Revolution lange Zeit braucht; daß sie eine Revolution der Erziehung und Bildung, der Sprache ist; sie muß eine Reform der Moscheen und der Gerichte umfassen, vor allem der al-Azhar. Die Revolution kann nicht als Putsch stattfinden.

Eine richtige Revolution ohne richtigen Putsch? Hier müsste eigentlich der dümmste Revoluzzer merken, dass er für eine neue Herrschaft eingespannt wird.

Nun dürften freiheitliche Demokraten sicherlich grundsätzlich ebenso gegen einen jeden bewaffneten Umsturz eingestellt sein, doch will Hanafi unblutig und mit links-nationaler Begeisterung ein islamofaschistisches Regime errichten. Hanafi will Allahs Gesetz verstaatlichen, möchte angeblich gegen den traditionalistischen Klerus (im Iran geschah die Revolution mit dem schiitischen Hochklerus) vorgehen, aber die Azhar selbst soll natürlich bestehen bleiben.

Von allem etwas: sozialdemokratische islamische Revolution, aber bitte ohne echte Revolution, pädagogisch gezähmte Dauerrevolte, aber keine universellen Menschenrechte, verstaatlichte Geschichtsverklärung, aber modernste Technologie. Ein roter Muslim stehe Polygamie und neunjähriger Ehefrau ebenso aufgeschlossen gegenüber wie der korangemäß halbierten Erbschaft für die Schwester gegenüber ihrem Bruder. Auch gegen das Kopftuch soll ein Aktivist des Linksislam offensichtlich nicht andenken.

Nach der kemalistischen Revolution in der Türkei fürchtete sich Rashid Rida, Abduhs Schüler, vor der Revolution der Säkularisten. Er wich ab vom Konzept der Revolution und kehrte zum Konzept der salafiyya zurück … Hassan al-Banna versuchte, in den 40er Jahren erneut zum aktiven politischen Islam zurückzukehren. Aber der Konflikt zwischen den Muslimbrüdern und der Revolution (von 1952) trieb die Muslimbrüder in die Gefängnisse. Aus den Leiden der Folter trat ein rachedürstiger, zorniger Islam hervor … vielleicht weiß dieser Islam … gar nicht, was er genau will. Vielleicht ist die Gottesherrschaft, hakimiyya, nur eine negative Reaktion auf alle säkularen Richtungen.

Vielleicht sind die massenhaften Morde, die Feldherr Mohammed angeordnet hat, nichts als eine Reaktion auf die gottvergessene Lebensweise der Araber und, natürlich, der Juden.

Die Außenwelt sei schuld am Dschihadismus. Zum Anspruch der irgendwie zerstörerischen Herrschaft Allahs orakelt Hanafi:

Aber wenn man nachfragt: Was bedeutet „Gottesherrschaft? wäre er unfähig, eine Antwort zu geben. Es ist ein destruktives Element, mit dem alle Herrschaftsformen zerschlagen werden sollen, die der islamistischen Bewegung Leid zugefügt haben.

Die Muslimbrüder hätten sich hängen lassen und kein Konzept von Staatsführung zustande gekriegt. Für derartig desorganisiert sollte man die Muslimbruderschaft, welcher Ex-Muslimbruder oder Noch-Muslimbruder Hassan Hanafi trefflich zuarbeitet, nicht halten.

Das gleiche Straucheln ereignete sich in der liberalen Strömung. Wenn wir einen Blick werfen auf das, was Tahtawi in seinem Buch „manahig al-albab al-misriya fi mabahig al-adab al`asriya“ geschrieben hat, und es mit dem vergleichen, was die neue Wafd-Partei von sich gibt, die ja den ägyptischen Liberalismus repräsentiert, dann finden wir, daß das Nationalgefühl bei Tahtawi den Islam und die Moderne umfaßt als Grundlage des liberalen Staates, der Gewaltenteilung, der Prinzipien der französischen Revolution, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.

Um zu verhindern, dass die liberalen Ägypter in der kulturellen Moderne ankommen, wirft Hanafi ihnen vor, ihre eigenen Werte und Standards inzwischen verraten zu haben. Dass Allahs Gesetz nicht die Gleichheit heiligt, sondern die Ungleichbehandlung jeder Frau und jedes Nichtmuslimen, vernebelt der Ägypter. Dem europäischen Publikum streut er den Sand in die Augen, beides ginge zusammen, Bürgergesellschaft und angewendetes Islamisches Recht, eine koranbasierte Pädagogik oder korantreue Soziologie und die Forderungen des späten Achtzehnten Jahrhunderts. Hanafi lügt uns ins Gesicht, er weiß genau, dass mit der Scharia die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte nicht zu machen ist, doch soll der fremdenfreundliche linke Gutmensch gefälligst der Tatsache „tolerant“ gegenüberstehen, dass in Europas segregierten Straßenzügen die Menschenrechte und Bürgerrechte der Scharia nachgeordnet werden, was natürlich, vorerst lediglich im Personenstandsrecht (Vielweiberei) und überhaupt im Familienrecht (Aufenthaltsbestimmungsrecht über das Kind liegt beim Vater und dessen Sippe) die Rechtsspaltung bedeutet. Die AEMR könne sich im so ganz „anderen“ Afrika und Asien keine Gültigkeit anmaßen, wer das fordere, sei ein Eurozentrist und damit ein Rassist.

Der Verdacht drängt sich auf, dass die radikalislamische Bewegung sich zu Propagandazwecken eines Professors bedient, um die islamimmanente Deklassierung der Frau politisch weltweit durchzusetzen und die Europäer darauf einzustimmen, die universellen Menschenrechte als für den Orient nicht anwendbar zu betrachten. Ganz erfolglos ist Hanafi nicht gewesen, wenn halbwegs informierte und ziemlich einflussreiche Menschen wie Pöttering oder Horst Köhler dem deutschen Souverän, immerhin noch das deutsche Volk, ungefragt verkündigen, der Islam sei eine „im Kern friedliche Religion“. Der ehemalige Bundespräsident Köhler ist von Hasan Hanafi begeistert („einer der bekanntesten islamischen Philosophen unserer Zeit. Seit vielen Jahren prägt er sowohl die Debatten innerhalb der islamischen wie auch jene mit der westlichen Welt. Er setzt sich für ein islamisches Modernekonzept ein und … war Berater des InterActionCouncils, dem u.a. Helmut Schmidt und Hans Küng angehören“) ließ ihn am 20.10.2009 in Schloss Bellevue reden (11).

Ägyptens Liberale drohen aus der Reihe zu tanzen und für den politischen Islam nicht länger als Truppenbestandteil einsetzbar zu sein, weshalb Hanafi zum angeblich tragischen Verlust der kulturellen Wurzeln bei den prominenten Anhängern des ägyptischen Liberalismus klagt:

Schon bei Lutfi as-Sayyid tritt diese Verbindung ein wenig in den Hintergrund. Er isoliert sich vom kulturellen Erbe des Islam und wendet sich der Antike zu.

Das geht doch nicht, der Lutfi as-Sayyid kann uns hier doch nicht aus der Reihe tanzen. Die schöne Schlachtordnung ist im Eimer.

Antike ist ganz schlecht, dass ist schließlich Dschahiliyya. Aristoteles und Platon darf der zu muslimisierende Ägypter schließlich nur mit einer druckfrischen Fatwa lesen.

Bei Taha Hussein ist es noch stärker

Es. Das Grauen.

Bei Taha Hussein ist es noch stärker, wenn er in seinem Buch „Die Zukunft der Kultur in Ägypten“ aufzeigt, daß die eigene Zivilisation Teil der westlichen Zivilisation des Mittelmeeres ist, weit entfernt von Iran, Indien und Japan.

Das ist ganz schlimm, weit entfernt von Ayatollah Chomeini.

Hanafi will die islamische Abschottung gegenüber allen weltbürgerlichen Standards und sagt ungefähr: Diese gefährlich verunreinigte mittelmeerische Kultur könnte schließlich das Römische Recht beinhalten, das wenigstens den Männern ungeteilte staatsbürgerliche Rechte gewährt, damit wäre die edle Dhimmitüde nicht umzusetzen. Der Grieche Plethon war doch wohl unzweifelhaft ebenso mittelmeerisch wie Manuel II Paläologos oder der Ägypter Farag Fauda. Nein, dieses Mittelmeer ist jugendgefährdend, sogar die Barbareien namens Renaissance, Aufklärung, Demokratie, Psychoanalyse und Totalitarismuskritik sickerten ans Mittelmeer.

Die neue Wafd-Partei … scheut sich nicht, mit dem Kapitalismus zusammenzuarbeiten gegen den Nationalstaat, den Sozialismus und die wichtigsten Errungenschaften der ägyptischen Revolution.

Diese Verräter, wo Allahgott und Mohammed doch die Nation verherrlichen, wo das Kalifat doch das weltweit einzige jemals vollumfänglich erfüllte sozialistische Staatsprogramm darstellt und wo „die wichtigsten Errungenschaften der ägyptischen Revolution“ doch im Scharia-Familienrecht und im wieder entdeckten islamischen Bewusstsein der ägyptischen „Gesamtbevölkerung“ bestehen, zu der auch die Kopten gehören, die man im Alltag freilich ein wenig diskriminieren darf.

In was für Zeiten müssen wir leben, vor dieser Gottvergessenheit und Vaterlandslosigkeit schreckt nicht einmal die irgendwie westlich angekränkelte Wissenschaft zurück:

Wenn wir die dritte Strömung betrachten, die wissenschaftliche Strömung, von Shibli Shemayel, Farah Antun und Nicola Haddad, … dann finden wir das gleiche Phänomen, Die erste Generation machte einen guten Anfang; … bis wir vor einer Art Zusammenfügung von Wissenschaft und Glauben stehen wie bei Mustafa Mahmud. Man weiß nicht, ob das Wissenschaft oder Glauben ist, Übernahme aus den westlichen Wissenschaften, umhüllt vom Glauben der Muslime. Wir sind dann weder Wissenschaftler noch Gläubige.

Der ägyptisch-muslimische Endverbraucher soll es jetzt ein wenig mit der Angst zu tun kriegen: Wenn „wir“ internationale wissenschaftliche Standards verteidigen, sind wir vielleicht bereits unmoralische Apostaten. Der Ausweg sei die „islamische Wissenschaft“ und das permanente öffentliche Bekenntnis jedes „Wissenschaftlers“, ein gottesfürchtiger Muslim zu sein.

Und Hasan, der weise Denker aus dem Lande der Pyramiden, warnt den Schüler:

Mein kleiner Ägypter, misstraue dem Sumpf des Rationalen! Wage dich nicht zu weit vor in die Abgründigkeit des wissenschaftlichen Denkens!

Angesichts dieser Erscheinung haben wir auch hier gut angefangen und schließlich verloren.

Wir Vermessenen, unser Tun war nicht ausreichend koranbasiert.

Die islamische Linke hat versucht, eine neue Runde einzuläuten, der arabischen Renaissance neues Leben einzuhauchen, der Reformbewegung und dem Liberalismus Leben einzuhauchen

Einen Augenblick bitte, wenn hier einer haucht, dann doch wohl Allahgott. Ach so, Hanafi haucht für die Gottheit.

Den Sozialismus hat er auch gleich gerettet, das ist enorm.

Kulturheros Ḥasan Ḥanafī beschert uns Ägyptern eine Zukunft der Wissenschaftlichkeit, des Nationalstolzes, des Sozialismus und des Liberalismus, und das alles mit dem einen, dem einzigen Programm der Wäsche und Hirnwäsche, dem Schariaprogramm. Aber ach, al-fitna dräut allerorten:

der blutige Konflikt zwischen den verfeindeten Brüdern, zwischen Säkularismus und Fundamentalismus. Die Gemeinde (umma) ist in zwei Parteien gespalten

Gespaltenheit ist etwas Schreckliches, denn wer nicht der Hizb Allah angehört, muss doch wohl ein Parteigänger der Hizb Shaytan sein, die seit einigen Jahrzehnten bereits Ägyptens Sozialismus, Liberalismus und Wissenschaft unterwandert.

Die Massen wissen nicht, worin sich beide einig sind und worin sie sich unterscheiden.

Die Masse ist doof und bedarf der täglichen Rechtleitung durch Islamphilosophen und koranlesende Wissenschafts- und Vaterlandsfreunde wie Hassan Hanafi.

Die islamische Linke … ist eine historische Strömung. Vergleichbare Strömungen finden wir in der islamischen Revolution im Iran. Wir erleben eine Stärkung der islamistischen Bewegung in Ägypten, im Sudan, in den Maghrebländern Marokko, Tunesien und Algerien, in Jordanien, im Libanon und im Irak. Aber auch im Ausland, in Paris und London … unter den Muslimen dort … Alle meinen, vielleicht nur als undeutliches psychisches Gefühl, daß der Islam vielleicht der Rettungsanker sein könnte. Auch in der Türkei erleben wir ähnliches.

Das den Staat reinigende islamische Fieber steige weltweit. Koranbasierte Ekstase hebt an, der Orgasmus der keuschen politreligiösen Verschmelzung ist nahe: Lasst uns alle gemeinsam ein großes Kalifat bilden. Und Allah helfe der Millî-Görüş-Bewegung bei der Re-Islamisierung des vom Virus der Verwestlichung erkrankten Kleinasiens.

Durch gewisse Umstände, vielleicht waren es die Kreuzzüge, verlor die islamische Zivilisation mit Beginn des 5.Jh [islamischer Zeitrechnung, also etwa ab 1025 nach Christus] und der Zerschlagung der rationalen Wissenschaften, der Hinwendung zur Ash`ariyya und zum Sufitum ihr Vermögen, Neues hervorzubringen. … [Mit Blick auf das islamische] 6./7.Jh [etwa auf die Zeit zwischen und 1200 und 1225 n. Chr.] … stellt sich die Frage, warum die arabische Zivilisation zusammengebrochen ist

Dieses authentisch islamische Selbstbewusstsein ist einfach unschlagbar: Neuneinhalb Jahrunderte lang den fränkischen Kreuzrittern die Schuld daran geben, das weltweite Schlusslicht der Kreativität und Forschung zu verkörpern. Hanafi ruft zur Rache auf, islamische Wissenschaft und islamische Technik sollen in naher Zukunft, einem machtzentrierten, zyklischen und geheiligt sadistischen Geschichtsverständnis verhaftet, dazu dienen, die Nichtmuslime zu beherrschen.

Die als Waise aufgewachsenen oder die verstoßenen und nicht wieder aufgenommenen muslimischen Kairoer Frauen „ohne einen Namen“, die nicht selten in die Bettelei sprich Prostitution gedrängt werden, sind dem Islamdenker, dem die „linken“ Angehörigen der Postmoderne zwischen Tokyo und Osnabrück applaudieren, völlig gleichgültig. Dass am Nil die Bahá’í die „Wahl“ haben, in ihren ägyptischen Ausweispapieren im Feld Religionszugehörigkeit ihr Kreuz bei muslimisch, christlich oder jüdisch zu machen, bereitet Allahs akademischem Sozialisten keine schlaflosen Nächte, denn schließlich ist der Islam jetzt auch links.

Der Islam, der im Koran angelegte Herrschaftskult, in welchem Gläubigkeit mit Gehorsam identisch ist und die Frau emotional und juristisch herabgesetzt werden muss, erweist sich Nichtmuslimen, Ex-Muslimen oder muslimischen Säkularen gegenüber leider nach wie vor als zur Begegnung auf Augenhöhe unfähig. Muslimbruder Hanafi will das Kalifat und die Scharia und hätte von den Europäern, Nordamerikanern und Japanern bereits vor Jahren als eine Gefahr für ihre freiheitliche Lebensweise erkannt werden müssen.

Auf jeden Fall muß man konstatieren, daß die islamische Linke ein einheimisches Phänomen ist

Frei von Fremdverunreinigung.

Die islamische Linke … ist verpflichtet der Sanusiyya-Bewegung und ʿUmar al-Mukhtar in Libyen, der Mahdiyya im Sudan, der algerischen Revolution und dem Bund der algerischen Ulemas, auch Bashir al-Ibrahimi und der Revolution des Rif in Marokko, den Muslimbrüdern in Ägypten und in der restlichen islamischen Welt.

Weltweite islamische Linke = weltweite Muslimbruderschaft?

Die islamische Linke ist an drei Fronten tätig, die gleichsam wie ein gleichschenkliges Dreieck angeordnet sind. Jede Front dient der anderen, wie eine Armee, die an drei Fronten zugleich aktiv ist. Jede Front bereichert die andere.

Auf Kosten der Nichtmuslime und der säkularen Muslime, versteht sich.

Die erste Front ist das historische Erbe. … die Wirklichkeit zwingt mich, bei dem zu beginnen, was die Menschen in Bewegung setzt. Der Rationalismus, die Menschenrechte sind es im Westen

Ja, Westler, seien wir gemeinsam bewegt, solange wir nur unterschiedlich bewegt sind! Euch verzücke die AEMR, uns die Scharia!

Das kulturelle Erbe ist nichts Versteinertes, es ist veränderlich und erneuert sich ständig.

Die Flexibilität der Scharia ist die Kontinuität der Ungleichbehandlung der Frauen und Nichtmuslime auch bei politischem Gegenwind.

Zu den wichtigsten Elementen der Koranwissenschaft gehören asbab an-nuzul, die Ursachen der Offenbarung. Was bedeutet asbab an-nuzul? Wir sind Philosophen. Die Ursache der Offenbarung bedeutet, daß die Wirklichkeit Priorität vor dem Denken hat.

Wie wahr, und wie an der Ampel: Für Vertreter des organisierten Islam hat die Schariawirklichkeit die Vorfahrt gegenüber der Tatsache. Die Tatsache hat im Straßenverkehr der Globalisierung rot, besser ist das, die Scharia grün.

Hanafi behauptet natürlich, Koran und Scharia würden der Authentizität und Spontaneität gerecht werden und das wissenschaftliche Denken, wir kennen das aus der Debatte um das deutsche Lehrerinnenkopftuch, sei zu wenig „flexibel“, zu wenig auf den „Einzelfall“ bezogen.

Ein Ereignis findet in der Gesellschaft statt.

Allah denkt eben sehr sozial und ist darüber hinaus auf menschliches Personal angewiesen, um zu Erhöhen und zu Erniedrigen.

Dann kommt die Offenbarung und legt eine von vielen möglichen Lösungen nahe. In der Regel ist es die Lösung ʿUmars, d.h. am Anfang steht das soziale Geschehen.

Der Sturz der deutschen Sozialarbeit in die (paradoxerweise unduldsam proislamistische) Beliebigkeit führte über das Protest-Camp in Gorleben und Hasselbach und über das Urschreiseminar bis hin zur Klientenzentriertheit: „Was fühlst du? Leben ganz im hier und jetzt. Einerseits, andererseits. Nett, das wir drüber gesprochen haben.“ So ausgebildet lässt sich freilich für jeden Arbeitgeber „konfliktfrei“ tätig werden, demnächst auch für Moscheeverein oder Muslimbruderschaft. Woodstock goes Caliphate.

Bei der Frage nach den Ursachen der Offenbarung brauche ich keinen Marxismus. Die Grundlage der Offenbarung ist die gesellschaftliche Wirklichkeit.

Hierzulande reitet insbesondere Schariafreund Mathias Rohe auf den Europa irgendwie mit Glück beschenkenden asbab an-nuzul, auf dem Begriff des Offenbarungsanlasses herum.

Nehmen wir die Wissenschaft von der Biographie des Propheten (sira). Warum muss ich mich auf die Person des Propheten konzentrieren?

Genau, Mohammedforschung ohne Mohammed, Islam ohne Allah, alles ganz spontan und sozialpädagogisch. Schließlich geht es um uns alle und gebärdet sich Ḥasan Ḥanafī als Gemeinwesenarbeiter.

Achtung, der pure Forscher bricht in Hanafi durch:

Ich wende mich nun den reinen Wissenschaften zu

Das kann ja heiter werden.

Warum sind Offenbarung, Vernunft und Natur auseinandergefallen? … Wir erachten die Offenbarung als gegen die Vernunft und die Natur gerichtet.

Das Kalifat wird diese Splitter wieder zusammenschmieden, dann werden Präsident und Bürgermeister in ihrer Dienstzeit endlich wieder die Wahrheit verkünden und dann werden die Aussagen der Universitätsgelehrten endlich wieder unser aller Seelenheil sichern.

Ich hatte ja erwähnt, daß die islamische Linke an drei Fronten gleichzeitig aktiv ist. Die erste ist die des kulturellen Erbes. Die zweite ist die des abendländisch-westlichen Erbes. … Die ehemalige Sowjetunion ist Teil der westlichen Zivilisation und Kultur. … Auf jeden Fall ist für die arabische Welt der Westen die Herausforderung. Er ist der Andere schlechthin.

Hanafis Kulturrassismus wird geopolitisch, der Orient als angestammter Raum der Seelenrettung, der Westen als der Weltregion gewordene Satan.

Die islamische Linke versucht, die Frage als einen Diskurs zwischen dem Ich und dem Anderen zu formulieren. Das Ich ist das kulturelle Erbe, das noch lebendig ist, das Andere ist das westliche Erbe.

Der Torrero erblickt den Stier. Wisse, Koranschüler, wo der Feind steht.

Deutschland kennt derlei seelische Geometrie aus der Zeit um 1930 als die Definition des „Entarteten“ etwa in der Kunst oder als das Wort, welches der von der kulturellen Moderne universeller Menschenrechte tief verunsicherten teutonischen Seele Orientierung bietet: „Die Juden sind unser Unglück“.

Jede Zivilisation ist lokal.

Menschlichkeit darf nach Ḥasan Ḥanafī eben nie global sein, Muslimbruder Ḥanafī ruft dazu auf, den Gedanken der weltweiten Zivilisation mit allem Einsatz zu boykottieren.

Ein europäischer, nichtmuslimsucher Kulturrelativist hat hier keine „Probleme“ und kann seine Haltung dem Islam gegenüber als „tolerant“, „friedenserhaltend“ und „funktional“ verstehen.

Wie ein Professor es um die Jahrtausendwende seinen Studenten, angehenden Sozialpädagogen und Sozialarbeitern, sagte: „Individuelle Intelligenz ist das Funktionale, das an wechselnde Bedingungen Angepasste, sei intelligent bedeutet also: passe dich an!“ Der Doktor der Psychologie, über Religion verlor er nie ein schlechtes Wort, hätte uns ja vielleicht auch in den Jahren 1932 bis 1934 zu einer auf „Funktionalität“ basierenden Intelligenz geraten und fraglos zu denen gehört, die „auf der sicheren Seite“ stehen.

Wer von sich behauptet, seine Zivilisation sei international, der beherrscht lediglich die Medien. … Es ist an der Zeit, subjektiv und wissenschaftlich zu werden, und den Westen in einen Forschungsgegenstand zu verwandeln. … Wie ist die Struktur des Westens? Wie denkt er? … Was wird aus dem Westen? … Das ist die zweite Front, an der wir tätig sind.

Wie der im Jahre 1111 verstorbene al-Ghazali es tat: Das fremde Denken studieren – um es zu zerstören.

zur dritten Front. … die direkte Theoriebildung über der Wirklichkeit. … Es handelt sich um die Fähigkeit, einen Text zu schaffen und nicht nur Texte zu lesen oder zu interpretieren.

Hanafis Textgewebe analysieren wir gerade und stellen fest, dass er den männlichen Muslimen ein Kettenhemd der Verweigerung der Menschenrechte und insbesondere der Frauenrechte geflochten hat, allen Muslimen eine Sklavenkette und Fußfessel geschmiedet, welche gerade auch den „zu muslimisierenden“ Kindern und Jugendlichen ein freies Umherlaufen auf dem Planeten und ein Einfordern von allgemeinen Menschenrechten verhindern soll.

Die Wirklichkeit, die mich umgibt, stellt sieben Herausforderungen an mich.

Erstens die Befreiung der Heimat. Palästina ist besetzt

Ḥasan Ḥanafī sagt: Israel ist zu zerstören.

Die zweite Herausforderung an uns ist die Freiheit des Bürgers. … Wie schaffe ich [in den Gefängnissen] die Folter … ab? … “La ilaha illal-lah“. … Das ist die Formulierung von Sayyid Qutb in seinem Buch “al-`adala al-islamiyya“ (Islamische Gerechtigkeit). „Keinen Gott“ bedeutet, ich tilge aus meinem Bewußtsein alle falschen Götter. „Außer Gott“ heißt, … Gott ist die Freiheit. Mit … „Es gibt keinen Gott außer Gott“ sage ich, Er, der Herr dieses Hauses, möge zurückkehren.

Von der Demokratie zur Allahkratie. Nicht das Volk, Allah ist der Souverän.

Die dritte Frage ist die soziale Gerechtigkeit.

Der vollumfänglichen Scharia.

Die vierte Herausforderung ist die Wiederherstellung der Einheit angesichts der Zersplitterung. Wir bilden eine Nation, all diese Grenzen sind künstlich gezogen.

Der arabische Raum als Großislamisches Reich.

Die fünfte Herausforderung ist die Wahrung der Identität gegen die Verwestlichung. Schauen Sie sich Kairo oder jede andere Stadt bei uns an. Ist das noch eine arabisch-islamische Stadt? … Ich verteidige die Sache der Identität mit Muhammad Iqbal.

Kampf gegen McDonald`s, Coca Cola & Mickey Mouse.

Statt dessen: Halal Food, Mecca Cola, Nahool und Farfur.

Die sechste Herausforderung ist die Entwicklung. Wir sind immer noch von anderen abhängig bei den Nahrungsmitteln, der Kleidung und den Waffen

Den Rest der Welt wirkungsvoller erpressen können. Die europäische politische Linke mag dieses uns an das Autarkiekonzept der frühen NSDAP erinnernde Ideal als „Entkolonialisierung“ zu feiern.

Die siebte und letzte Herausforderung ist die Mobilisierung der Massen. Wie kann ich die Menschen für das nationale Projekt der islamischen Linken gewinnen? Die islamische Linke drückt die Gefühle der Menschen aus für ihre Mission in der Geschichte und für die Sicherheit, die sie anstreben.

Das geht nun mal nicht ohne einen Führerkult. Alle im gleichen Takt marschieren lassen, den Abweichler in die Marschformation zurück zwingen.

Die säkulare Muslima Ümmühan Karagözlü attestierte: Du bist nichts, die umma ist alles.

trotzdem hat die islamische Linke ein Arbeitskonzept entwickelt: Pluralität auf der Ebene der Theorie, Einheit von Programm und den gemeinsamen nationalen Zielen.

Der Muslimbruder.

Die islamische Linke kann das Denken nicht vereinheitlichen. Sie erkennt die Pluralität an.

Diversity … innerhalb der von der Scharia vorgegebenen Grenzen.

Getrennt marschieren, vereint schlagen: Die vier politischen Strömungen Ägyptens müssen unter der Fahne des Islam vereinigt werden.

Es gibt die islamistische Bewegung, … die liberale Strömung, … die marxistische Bewegung, … [und die] arabisch-nationalistische oder nasseristische Bewegung. … Ich erlaube den Pluralismus auf der Grundlage der Einigkeit über diese sieben Herausforderungen.

Alles andere Denken ist unzulässig, Israelsolidarität etwa ist verbotenes Denken und darf vernichtet werden.

Ḥasan Ḥanafī macht seinen auf die Errichtung eines nahöstlichen Großkalifats zielenden Vorschlag nach einem arbeitsteiligen Vorgehen an einem Beispiel erklärlich, an Punkt Eins des Sieben-Punkte-Programms, der Zerstörung Israels:

Wer Palästina im Namen des Islam befreien will, wie Hamas das tut, ist willkommen. Wer Palästina im Namen des Liberalismus und der Freiheit des palästinensischen Volkes befreien will, ist ebenfalls willkommen. Wer Palästina im Namen der arabischen Nation befreien will, ist ebenfalls willkommen. Wer Palästina im Namen des internationalen Proletariats und der Rechte der arabischen Arbeiter … befreien will, ist ebenfalls willkommen.

Ich will, daß die islamische Linke auf den Schultern eines jeden getragen wird, wenn sie jemals regieren sollte, da sie eine Lösung für die Krise des Menschen und der Herrschaft ist.

Die Islamische Republik ist für alle da, jeder ist zum Tragen des Gemeinwesens berechtigt.

Und verpflichtet.

Jacques Auvergne

(1) Caryle Murphy: »Passion for Islam. Shaping the Modern Middle East: The Egyptian Experience« (2002). Student und Muslimbruder Ḥasan Ḥanafī half bei Geldsammlungen für die Familien der inhaftierten Muslimbrüder, “[he] was an active member of the organization while attenmding Cairo University”

http://books.google.com/books?id=Rjj48T4zrb8C&pg=PA220#v=onepage&q&f=false

(2) Four Seasons Hotel, Doha, Qatar

http://www.fourseasons.com/doha/

Ballsaal al-Mirqab

http://www.fourseasons.com/doha/weddings/function_rooms_and_settings/al_mirqab_ballroom/#image-doha-hotel-DOH_110

(3) Georgetown University, Qatar. CIRS – The Center for International and Regional Studies, Georgetown University School of Foreign Service in Qatar, P.O.Box 23689, LAS Building, Education City, Qatar Foundation, Doha, State of Qatar

http://cirs.georgetown.edu/52945.html

(4) Georgetown University, Qatar. Innovation in Islam Conference Launched: Two day -long conference discusses civic, political, and cultural life in Islamic society. The Center for International and Regional Studies at the Georgetown University School of Foreign Service in Qatar (SFS-Qatar) opened its annual academic conference entitled “Innovation in Islam.”

http://sfs.georgetown.edu/qatar/49805.html

(5) Alain Navarro, aus Kairo, bei »Middle East Online« am 02.10.2006. Der junge Ḥasan Ḥanafī war Muslimbruder. »Egypt professor compares Koran to supermarket. Hanafi’s remarks about Islam’s holy book spark fierce demands from his fellow Muslims he retract them«

„Hanafi, who received his doctorate from the Sorbonne and has taught in Europe and the United States, was close to the fundamentalist Muslim Brotherhood in his youth. After passing through a phase of leftist leanings, he became one of the leading thinkers in the contemporary movement that posits a revolutionary political activism rooted in study of the Muslim scriptures. Rarely do other thinkers publicly side with him, but one of them is Gamal al-Banna, a Muslim reformist and, ironically, younger brother of Muslim Brotherhood founder Hassan al-Banna.“

http://www.middle-east-online.com/english/?id=17686

(6) Hasan Hanafi. Hassan, anglisiert; nahöstlich auch Hanfi. Biographie

http://www.answers.com/topic/hassan-hanafi

(7) Zwar nicht Toulouse, aber dafür gleich in Japan (2007)

http://www.youtube.com/watch?v=OlAyzz001RQ

09.04.2007, Hassan Hanafi: »From Fundamentalism to Post-Fundamentalism«, oder auch nicht inshallah!

http://www.youtube.com/watch?v=ryGYoGBQDyw&NR=1

02.-04.10.2009, »Edmonton, Alberta, USA. Cultures in Conflict or Dialogue? Alternative Models«, da wird Polygamie, Tschador und Dhimmitude zur Alternativkultur.

http://www.youtube.com/watch?v=JecGImVX0Ls&feature=related

Gesetze, Wissenschaft, Erfindungen, steht alles auch im Koran. Von den Griechen, Chinesen und Indern hat das alte Kalifat nichts übernehmen müssen. Auch Abraham war Muslim. Und eure Renaissance habt ihr sowieso von uns Arabern. »1001 Inventions: Muslim Heritage in our World«

http://www.1001inventions.com/

Allen Fortschritt verdankt die Menschheit dem Islam. Königliche Volksverblödung mit großzügiger Billigung der Foundation for Science Technology and Civilisation (FSTC, Präsident ist Salim al-Hassani). Die Seite »Muslim Heritage« zitiert einen Islamschmeichler namens Prince Charles: “If there is much misunderstanding in the West about the nature of Islam, there is also much ignorance about the debt our own culture and civilisation owe to the Islamic world”und stellt die die auf die europäische Renaissance bezogene und nur rhetorisch zu verstehende Frage: “Did modern Civilisation really rise from nothing?”

http://www.muslimheritage.com/about/default.cfm

(8) Robert Redeker bei: SPIEGEL-online vom 29.07.2007, »Leben mit der Fatwa«, gekürzt und deutsch von Philipp Reuter. „Ein islamkritischer Artikel reichte aus, um zum Todes-Kandidaten zu werden: Der Philosoph Robert Redeker nahm im „Figaro“ kein Blatt vor den Mund – und musste abtauchen. Dem Magazin „Gazette“ erzählte er die Geschichte seiner Verfolgung.“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,496745,00.html

Zu Robert Redeker, bei Gudrun Eussner. Texte zu Robert Redeker finden sich von hier aus.

http://www.eussner.net/artikel_2007-06-28_17-41-09.html

Robert Redeker: »Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre?«, der für ein freiheitlich bleibendes Europa und Nordamerika unverzichtbare und zentrale Text erschien am 19.09.2006 in »Le Figaro«. Aus der Homepage von Robert Redeker.

http://www.redeker.fr/crbst_82.html

(9) »A Common Word Between Us and You«

http://www.acommonword.com/index.php?lang=en&page=signatories

(10) Anke von Kügelgen: »Averroes und die arabische Moderne: Ansätze zu einer Neubegründung des Rationalismus im Islam«, bei: Brill, Leiden New York Köln 1994, Seite 207: „Die iranische Revolution begrüßte Ḥanafī zunächst emphatisch mit der Edition zweier Schriften Khomeinis, äußerte aber auch hierin schon Kritik an der … antiwestlichen Haltung und wandte sich … bald wieder von Khomeini ab.“ Hanafis Denken etwa zu den Begriffen „Erbe“ und „Vaterland“ wird auf den Seiten 206 – 237ausgezeichnet dargestellt.

http://books.google.de/books?id=MOmaDq8HKCgC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

(11) Horst Köhler nennt den Islam eine „im Kern friedliche Religion“ und ist von Hasan Hanafi begeistert: „einer der bekanntesten islamischen Philosophen unserer Zeit. Seit vielen Jahren prägt er sowohl die Debatten innerhalb der islamischen wie auch jene mit der westlichen Welt. Er setzt sich für ein islamisches Modernekonzept ein und … war Berater des InterActionCouncils, dem u.a. Helmut Schmidt und Hans Küng angehören.“ Der einstige Bundespräsident ließ den ehemaligen aktiven Muslimbruder und heutigen großen Bewunderer der Muslimbrüder am 20.10.2009 in Schloss Bellevue auf der Podiumsdiskussion »Zukunft der Moderne« reden

http://www.bundespraesident.de/Journalistenservice/Pressemitteilungen-,11107.658077/Podiumsdiskussion-Zukunft-der-.htm?global.back=/Journalistenservice/-%2C11107%2C6/Pressemitteilungen.htm%3Flink%3Dbpr_liste

Die Xenophobie des Ali Schariati

Juni 16, 2010

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at-taṭābuq

Kongruenz

Das Nichtislamische verstoßen

Jacques Auvergne betrachtet die in Abadan gehaltene Rede Ali Schariatis: »Exploitation und Raffinierung der kulturellen Quellen«

Dem Betreiben von Konrad Adenauer dürfte es zu verdanken gewesen sein, das neue Verwaltungszentrum der vom barbarischen Faschismus befreiten drei westlichen Besatzungszonen, der Bundesrepublik Deutschland, in den Süden der Kölner Bucht zu legen. Nachfolgend siedelten sich die ausländischen Vertretungen im rheinischen Bonn an: China, Sowjetunion, USA, und, in der Godesberger Allee 133-137 (Presse- und Kulturabteilung), die Botschaft des ab 1979 alle Frauen unter den Ganzkörperschleier prügelnden iranischen Gottesstaates. Auf der besonders gesicherten dritten Etage dieses Hauses haben sich nach Informationen der The Federation of American Scientists (FAS) in sechs Büros und mit einem Radiosender ausgerüstet 20 Nachrichtendienstler Tag und Nacht darum bemüht, in der Bundesrepublik Militär- und Wirtschaftsspionage zu betreiben und die 100.000 deutschen Exil-Iraner zu überwachen (1).

Im Oktober des Jahres 1980 übersetzte die zwielichtige Botschaft der seit achtzehn Monaten für Allahgott folternden und mordenden Islamischen Republik die Rede »Exploitation und Raffinierung der kulturellen Quellen«, die der 1977 verstorbene Ali Schariati (ʿAlī Šarīʿīatī) vor Studenten der Stadt Abadan (Ābādān) gehalten hatte.

Abadan liegt im Tiefland unweit des südirakischen Basra (Baṣra) am Schatt al-Arab (Šaṭṭ al-ʿArab), dem Zusammenfluss von Tigris und Euphrat gelegenen) und ist ein Zentrum der Ölförderung. Im Ersten Golfkrieg (Iran–Iraq War), der 1980 begann und bis 1988 andauerte und vermutlich etwa 500.000 Tote forderte, davon etwa 60 % Iraner, wurde Abadan teilweise zerstört. Sechzig Prozent der Einwohner des inzwischen 400.000 Einwohner zählenden Abadan, das eine der größten Erdöl-Raffinierien der Welt beherbergt, sind in Clan-Strukturen lebende iranisch-schiitische Araber, daneben gibt es heute ethnische Südwestiraner von den Völkern der Bachtiaren und Luren, die erst um 1990 angesiedelt wurden. Kurz vor dem koranbasierten Umsturz von 1979 wurde Abadan von einem Terroranschlag heimgesucht, als dessen Auftraggeber der Islamist und bekennende Haupttäter Hossein Takbalizadeh die Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit verantwortlich macht: Im brennenden Kino Cinema Rex, das den 1979 entstandenen, tragisch-sozialkritischen Kriminalfilm Gavaznha („Hirsche“) von Masoud Kimiai zeigte, starben am 19.08.1978 mindestens 430 und bis zu 600 Menschen, im gesamten Iran wurden an diesem Tag Brandanschläge verübt, achtundzwanzig Orten.

Der Titel spielt auf den Vortragsort an und ruft zu, Stolz auf die iranische und vor allem islamische Geschichte und Identität auf, eine Erbschaft und Verpflichtung, die angeblich jeden Studenten wesensgemäß von einem französischen oder russischen, US-amerikanischen oder chinesischen Studenten unterscheide. Die Juwelen des Islam gelte es gewissermaßen bergmännisch zu heben und das koranbasierte iranische geschichtliche Erbe zum Aufbau einer neuen Zivilisation zwischen zwei bedrohlichen Imperien, zwischen Kommunismus und Kapitalismus zu verfeinern. Das traditionsreiche iranische Judentum und der iranische Zoroastrismus sind dem Redner keine Silbe wert. Schariatis Variante der Vaseteh- oder wasaṭīya-Konzeption („Mittigkeit“; Koran 2:143 As an umma, a nation justly balanced) wurde in jenen Jahren als „Na Sharghī, Na Gharbī! Neither East, Nor West!“ vernehmbar, ein Appell, den Großayatollah und Revolutionsführer Ruhollah Chomeini nur wenige Jahre später mit einer gewissen Veränderung oder Ergänzung als revolutionären Sprechchor verbreiten ließ: „Na Gharbī, na Sharghī, Dschomhūrī-ye Eslāmī!“, und damit klar machen ließ, was für einen vernunftbegabten Menschen künftiglich das mittlere Maß und was von nun an unser aller politische Ausgewogenheit ist: „Weder West noch Ost – Islamische Republik!“

Die Botschaft der Islamischen Republik Iran lobte denn vor drei Jahrzehnten (1980) auch – posthum – den beliebten und begabten Redner und verwendete ihn, wohl nicht ganz zweckentfremdet, als Einweiser in die sich auf Mohammeds medinensische Staatsgründung berufende Allahkratie: „In den Jahren vor der Islamischen Revolution Irans war Ali Schariati bemüht, der jungen iranischen Generation ein neues kulturelles Bewusstsein zu vermitteln. Er hatte erkannt, dass ohne dieses Bewusstsein ein Aufbegehren gegen den von innen und außen erzwungenen Modernismus nicht möglich ist. … Er forderte daher die Rückbesinnung auf die echten kulturellen Werte und lehnte jede unreflektierte Übernahme der zur Entfremdung führenden Ersatzkultur ab (Seite 5).“

Bis heute sind Europas politisch ambitionierte Koranleser zwischen Necmettin Erbakan, Tariq Ramadan, Mustafa Cerić und Pierre Vogel darauf angewiesen, die universellen Menschenrechte, nicht zuletzt die Gleichberechtigung von Mann und Frau, als „modernistisch“ zu klassifizieren, als widernatürlich und gotteslästerlich oder jedenfalls als dringend multikulturell zu ergänzen, allein die Legalisierung der ewigen Scharia, zunächst zumindest im Familienrecht, bewahre die Muslime davor, sich zu „entfremden“. Unentbehrlich zu diesem System heilssichernden Wohlverhaltens, hier sind sich Schiiten und Sunniten einig, sei die Verhüllung des weiblichen Leibes mit, funktional bewertet, allzu großzügig geschnittenem Stoff, mit einem Schleier, dessen Minimalvariante das so genannte Kopftuch darstellt, das auch Lehrerinnen im staatlichen Schuldienst nicht vorenthalten sein darf.

Schariati:

7. Verehrte Zuhörer, meine Damen und Herren, Kommilitonen! … Eine Nation, eine Gesellschaft verfügt sowohl über wirtschaftliche Quellen und Bodenschätze als auch über kulturelle und geistige Quellen, sie sich im Laufe der Geschichte angehäuft haben.

Durchaus in der Manier eines Nationalisten verherrlicht Muslim Schariati in der von schiitischen Arabern bewohnten Stadt das der Gottheit wohlgefällige Eigene und setzt das dämonisch Fremde herab, iranische Geschichtstümelei mit dem koranisch vorgegebenen Hass auf alles Nichtislamische verschmelzend. Der Redner fordert die heilige Abwendung von einem Zustand der ökonomischen und spirituellen Unwürdigkeit:

8. Ein Volk kann … aus Rückständigkeit und Dekadenz in einen Zustand der geistigen und sozialen Kreativität und Aufbautätigkeit übergeleitet werden.

Weltbürgerlichkeit habe man genügend bewiesen. Vom inhumanen Europa könne man ohnehin nichts Nützliches lernen:

8. In den letzten Jahrzehnten hat die neue, gebildete Generation Asiens und Afrikas die philosophischen, kulturellen und geistigen Schulen Europas unmittelbar kennengelernt. … Phrasen, die uns nichts angehen, die mit unserem Schicksal, mit unseren Sorgen und Problemen nichts zu tun haben. Der Orientale leidet unter Hunger, der Abendländer unter Übersättigung.

Schariati holt die Antikapitalisten und Kolonialismuskritiker in Orient und Okzident ab. Zugleich initiiert er die Bereitschaft, die Welt in kulturrelativistischer Weise zu denken, es gebe eine Mehrzahl von Weltregionen, deren Standards nicht aufeinander zu übertragen seien. Was unter den radikalen Konstruktivisten der europäischen Sozialen Arbeit von heute und bei den Multikulturalisten des halbernst gemeinten deutschen Integrationsbetriebs auf Zustimmung stoßen dürfte, denn endlich hat man mit Ali Schariati die Erlaubnis, diese nervenden Standards der AEMR und die frauenrechtlichen Forderungen einer Alice Schwarzer nicht auf die irgendwie so geheimnisvoll andersartige Spezies übertragen zu müssen, auf die von „Alterität“ und „Differenz“ gekennzeichneten und damit nahezu außerirdisch anmutenden Muslime, auf die mehr oder weniger freiwillig im Einklang mit Sunna und Scharia lebenden Einwanderer in Köln-Ehrenfeld oder Duisburg-Marxloh.

Man kann den edlen, aufregend männlichen Wilden so lassen, wie er ist, auf Wunsch polygam, der Ehefrau das Ausgehen verbietend und der Tochter das Heiraten eines Nichtmuslimen oder das Zusammenleben mit einer Frau oder ein Leben als Ledige, und so preist man als Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning die „Virginität“, den Jungfernhäutchenkult, und die arrangierte Ehe. Wenn man als Sozialdezernent oder Sozialpädagoge erst allüberall im Bildungsbereich und Arbeitsleben das Kopftuch zulässt und die spirituelle Burka gleich mit, wird die Integration schon gelingen, so schlimm ist die Implementierung der Scharia ins Rechtssystem ja auch wieder nicht, wie uns Rowan Williams, Mathias Rohe, Christian Giordano und Mustafa Cerić erläutern, und überhaupt bleibe der Islam eine „im Kern friedliche Religion“, wie die Herren Pöttering und Köhler versichern. Zurück zu Schariati.

Beides sei verkümmert und müsse geschichtsbewusst und koranbasiert neu organisiert werden, Ökonomie und Kultur des Iran, unabhängige Nutzung der Bodenschätze und religionszentriertes Geistesleben, sonst drohe eine Fortsetzung der Abhängigkeit und eine Zukunft als wirtschaftlich ausgebeutete und auch seelisch versklavte Kolonie der US-Amerikaner und der Europäer:

12. Wenn eine Gesellschaft nicht fähig ist, ihre materiellen Ressourcen in ihren Dienst zu stellen, finden sich andere Gesellschaften, die diese Fähigkeit besitzen und davon Gebrauch machen. … Der aufgeklärte Europäer, der den Orient besser kennt als wir Orientalen, benutzt unsere kulturellen und geistigen Quellen und schafft neue philosophische Schulen und Ideen.

Schariati fährt mit seiner sanften Volksverhetzung fort: Europa sei der ewige Feind des Orients, das Territorium der Widersacher der schariatreuen Humanität, Irans Zukunft liege im politischen Anti-Okzidentalismus:

13. Der Gegner, der ein Volk um seine Unabhängigkeit und nationale Identität bringt, lehrt es am besten, wie es sie wieder zurückerlangt. Daher ist es notwendig, zu ergründen, wie wir durch den Westen von unseren kulturellen und geistigen Quellen abgeschnitten wurden.

Von der eigenen Makellosigkeit und Unschuld überzeugt zu sein, ist ein Ausdruck orthodox-muslimischen Selbstbewusstseins und enthemmter Lernverweigerung. Ein sehr islamisches Denken offensichtlich, mit dem Finger auf das Gegenüber zu zeigen und zu sagen: „Der da hat angefangen!“ So wird das nichts mit dem Ankommen in der kulturellen Moderne.

Die Internationale der Antiokzidentalisten hingegen sei human, da sie islamisierungsfreundlich ist und auf volle Frauenrechte und Pressefreiheit verzichtet:

14. Hätten wir lieber statt Bert BRECHT Katib YASIN gelesen, anstelle von Jean Paul SARTRE Omar MOULUD oder Omar EZGAN kennengelernt, statt Albert CAMUS Frantz FANON gelesen, um uns kennenzulernen.

Der algerische Schriftsteller Yacine KATEB (1929-1989) ist gemeint, der unter dem Künstlernamen »Kateb Yacine« schrieb, ein moralischer Anwalt für die Minderheitenrechte der Berber, der sich ab 1947 zum Kommunismus bekannte. Der Aktivist mischte Lokalpatriotismus oder auch Xenophobie mit Atheismus und Islamresistenz: „L‘ Algérie arabo-islamique est une Algérie contre-nature.“ Kateb Yacine arbeitete kürzere Zeit als Dockarbeiter und dann als Journalist, lebte vorübergehend in Paris, lernte 1954 Bertolt Brecht kennen, hielt sich zeitweilig in Kairo auf und nahm eine Einladung in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) an. Der Religionskritiker und Kopftuchgegner trat für die Gleichberechtigung der Frau ein, Schariafreund Schariati muss ihn also missverstanden haben, und setzte sich für das Tamazight, die Berbersprache ein. Sohn Amazigh Kateb singt heute bei der französischen Musikergruppe »Gnawa Diffusion«, die er 1992 in Grenoble gründete (2).

Frantz Fanon (1925-1961) war ein auf Martinique geborener Psychologe, Politiker und Autor. Der Ideologe der Entkolonialisierung und Unterstützer des 1954 gegründeten algerischen, nach der gewonnenen Unabhängigkeit Sozialismus mit Islambegeisterung verschmelzenden »Front de Libération Nationale« (FLN, Ǧabhat al-Taḥrīr al-Waţanī), der Nationalen Befreiungsfront, wird in radikalislamischen Kreisen ebenso wie bei Europas linksradikalen Proislamisten mit Begeisterung zitiert. Bei ahlu-sunna.com etwa verbreitet ein gewisser Mohammed Isa ein Wort von Frantz Fanon: „Das Problem ist klar: die Fremden müssen verschwinden. Bilden wir eine gemeinsame Front gegen den Unterdrücker und verstärken wir diese Front durch den bewaffneten Kampf“ und betreibt auch gleich dschihadistische Nachrüstung mit Malcolm X: „Wenn du nicht bereit bist, dafür zu sterben, dann streiche das Wort »Freiheit« aus deinem Vokabular (3).“

Mit billigem Rechtspopulismus ruft Schariati zum Verwerfen des „Westlichen“ auf, zum Boykott von einem populären amerikanischen Erfrischungsgetränk und zur Hinwendung zum Iranisch-Nationalen, das sich bei Schariati bekanntlich aus der Quelle namens Religion oder vielmehr Allah speist. Der Feind sei im eigenen Volk zu finden, als der gemeine Gewalt anwendende, prowestliche Dekadente:

22. Wir haben nicht einmal mehr die Fähigkeit, unsere Getränke auszusuchen. Welcher [Iraner] hat schon den Mut zu sagen: Mir schmeckt kein Coca Cola? Was geht dich das an, was hast du denn schon zu bestimmen, dass dir kein Cola schmeckt, sondern Buttermilch? Schämst du dich denn nicht, so etwas zu behaupten, auch wenn du dein Leben lang Buttermilch getrunken hast?

Das mag ja in humorigem Stil vorgetragen worden sein und von den Studenten der Stadt des Erdöls Abadan mit Erheiterung aufgefasst, doch lässt sich denken, wie sehr ein nationalistisch-iranischer und zunehmend streng an der Scharia orientierter Konformismus das Klima auf dem Universitätsgelände bestimmt haben mag: Jeder Student erhält aus der Hand Ali Schariatis den Freibrief, den Sympathisanten des amerikanischen oder europäischen Lebensstils als Landesverräter zu brandmarken und die Forderung nach vollen Rechten für Atheisten und Frauen für einen fortgesetzten Versuch der Zerstörung der islamisch-iranischen Kultur und Erhabenheit.

Dabei gibt sich Schariati keinesfalls als Theoretiker, sondern inszeniert sich den jungen Menschen als orthopraktisches Vorbild an gereinigter, „entwestlichter“ Gesinnung, fordert die konsequente orientalisch-islamische Lebensweise, ohne dass wir wissen, ob der Redner zur Stunde europäische Straßenschuhe oder arabische Sandalen trug. Mit der unfreiwillig albernen, verbissenen Logik eines xenophoben Trägers von Trachtenjankerl und Lederhose berichtet Schariati aus dem fernen Europa:

23. Als ich in der Schweiz einen Freund aufsuchte, sah ich, dass er ein Paar orientalischer Schuhe an die Wand seines Zimmers gehängt hatte. „Was ist das?“ fragte ich ihn. „Rückbesinnung auf mich selbst,“ erwiderte er. „Das ist keine Rückbesinnung, wie du glaubst. Wenn du dich wirklich auf dein Iranertum besinnen willst, musst du wissen, dass der Iraner seine Schuhe nicht an die Wand hängt, sondern vor die Tür stellt, um sie anzuziehen. Wenn du dieses orientalische Schuhwerk angezogen [hättest] und damit auf die Straßen von Genf gegangen wärest, hätte ich verstanden, wie ernst du es meinst.“

Traditionsbewusstsein oder die ernste Suche nach dem Authentischen könnte uns ebenso anrühren wie fröhlich-geradlinige Heimatliebe, doch bemüht sich Schariati nicht, etwaigen schamanisch-animistisch inspirierten oder mutterrechtlich organisierten Stämmen der islamisch beherrschten Erdteile auf die Spur zu kommen oder auch der Lebensweise und Ethik der diskriminierten orientalischen Christen seiner Gegenwart, sondern verteufelt das Vaterlandsvergessene beziehungsweise Uniranische an sich, und, an dieser Stelle des Vortrags noch etwas wenig hörbar, dämonisiert er ebenso alle Unislamische oder gar Islamfeindliche.

24. Die kolonialistische Soziologie Europas hat es richtig verstanden: Um dem Orient die Identität zu nehmen, ihn ohne Mühe auszuplündern, irrezuführen und zu regieren, musste man ihn von seiner Geschichte trennen; sobald er die Identität verliert, läuft er mit Stolz und Opferbereitschaft dem Westen nach.

In den Grenzen der immerhin bereits 1948 verfassten Menschenrechte lässt sich eine antikolonialistisch motivierte innere Bewegtheit der Menschen im damaligen Iran sicherlich gut nachvollziehen (und vielleicht auch bei den Ägyptern zur Zeit des Baus des Suez-Kanals, einem Milieu, dem Ḥasan al-Bannā entstammte bzw. das er nutzen konnte, der Gründer der Muslimbruderschaft). Schariati vernebelt hier Menschenrechte und koloniale Ausbeutung ganz bewusst, um jeden Atheisten und jede Frauenrechtlerin als einen Agenten der Ausbeuter darzustellen. Damit lädt er die Schuld auf sich, der Islamischen Revolution den Weg bereitet zu haben. Den Totalitarismus von Sunna und Scharia, die Willkür und der geheiligte Sadismus der Islamischen Sakraljurisprudenz des Fiqh kannte Schariati gut genug, er hat hier ganz bewusst zur Menschenrechtswidrigkeit der Scharia geschwiegen, stattdessen mit grandiosem Gestus Coca-Cola verworfen.

Cola-Gegner Schariati wurde erhört. Im Jahre 2002, in welchem Saudi-Arabien zum Cola-Boykott aufrief, erfand der in Frankreich wohnhafte Tawfik Mathlouthi die proislamistische, antijüdische und propalästinensiche Variante des Cola-Trinkens, Mecca-Cola. Mecca-Cola, deren Unternehmenssitz mittlerweile in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) ansässig ist, sponsorte das im Oktober 2003 in Malaysia abgehaltene Gipfeltreffen der Organisation of the Islamic Conference (OIC), ihre trinkbare antiwestliche Gesinnung war dabei offizielles Getränk jener Organisation, deren Kairoer Menschenrechtserklärung von 1980 alle Gesetze unter den Vorbehalt der Scharia stellte (4).

Nun wird Schariati fromm und erweist sich zwar als Muslim, aber ebenso, die aus seiner Sicht moralisch angekränkelten Europäer betreffend, als ein Führer der etwas minderwertigen Dhimmis zur ehrlichen christlichen Gottesfurcht, stammt doch alle Humanität von Allahgott und war Martin Luther, ohne es zu wissen, durch Mohammed inspiriert:

26. Die Islamisierung des Christentums während der Kreuzzüge hat den Protestantismus hervorgebracht. Ein Teil des Christentums wurde zu einer protestierenden und kritisierenden, einer profanen, auf dem materiellen und sozialen Leben beruhenden Religion. Das Christentum, das während der tausendjährigen Periode des Mittelalters den Stillstand bewirkte, wurde zu einem Faktor der Bewegung und des Aufbaus in Europa. Die Behauptung, die Absage an die Religion in der Renaissance habe die moderne Zivilisation hervorgebracht, ist falsch. … Es war der Protestantismus, der die neue Zivilisation hervorbrachte.

Das Fünfzehnte und Sechzehnte Jahrhundert sei also beinahe die gesamteuropäische Herrschaft Allahs gewesen, nur zum Islam hätten die Abendländer noch übertreten müssen. Dann wäre das Paradies auf Europas Erden zum Greifen nahe gewesen, denn:

26, 27. In der Renaissance gab es keinen Materialismus und Atheismus. Die führenden Köpfe und Persönlichkeiten der Renaissance waren alle religiös. … Die Bewegung der Renaissance kam nicht zustande, um eine Absage an die Religion zu erteilen. Damals kam man noch nicht auf die Idee, wie Hitler die Geschichte erst ab heute zu erschaffen.

Wie Hitler, ja, und wie Mohammed, der Zerstörer der altorientalischen Kultur und der altarabischen Erinnerungsfähigkeit.

Mao, Hitler und Mohammed stehen für den totalitären Kunstmythos, der, einer Explosion einer Atombombe gleich, Geschichtlichkeit, Zweifel und Zwischentöne auslöscht zu einem ewig wiederholten Jetzt. Widersacher dürfen für das bewahrte oder gesteigerte Allgemeinwohl getötet werden. Soziales Wohlverhalten mit allgegenwärtigen Geheimdiensten und gewalttätigen Sittenwächtern durchgesetzt, jeder Mensch ausgelöschten Eigenwillens, jedes Ex-Individuum hat sich in Orthopraxie zu üben. Dissidentenmord wird bei Mohammed, Hitler und Mao zum „schönen, wohltätigen“ Handeln und hebt die glaubensbewegte „Harmonie“. Man stimme gefälligst mit ein in das Gejubel der Eintracht.

Harmonierhetorik pur: Derweil in China jährlich etwa 8.000 Menschen hingerichtet werden (5) und während die Volksrepublik die Militärdiktatur des kleinen Nachbarlandes Myanmar kalkuliert (Burma hat demnächst einen Tiefwasserhafen, das an Wäldern arme China braucht den Rohstoff Holz (6)) billigt, lautet eine Aufschrift am Pekinger Tor des Himmlischen Friedens, an dem Mao Zedong am 01.20.1949 die Volksrepublik China ausrief „Lang lebe die Einheit der Völker der Welt.“

Schariati fordert eine Islamische Restauration, Renaissance oder Revolte, einen Islamischen Protestantismus. Es gelte, analog zu den Europäern zu handeln, historisierend-orientalisch und anti-europäisch, parallel zu ihnen, nationaliranisch und radikalislamisch, dabei aber nicht auf ihre Lügen hereinzufallen, mit denen sie ihr aggressives Christianisierungsbestreben im falschen Namen von Demokratie oder Menschenrecht tarnen:

27. Was bedeutet Renaissance? Renaissance ist die Rückkehr zu den alten griechischen Quellen, die im Mittelalter unerkannt blieben. Sie bedeutet keinen Abfall vom Christentum, sondern die Umsetzung des christlichen Empfindens, der christlichen Kultur von einem Zustande der Schwäche, des Stillstands, in einen Zustand der kritischen, konstruktiven, intellektuellen und beweglichen Zielsetzung, das heißt, in den Protestantismus. Diese Entscheidung der europäischen Intellektuellen im 15. Jahrhundert und in den beiden darauffolgenden Jahrhunderten bewirkte die große westliche Zivilisation von heute; nämlich die Entscheidung, auf die westlichen kulturellen Quellen der alten Griechen und Römer sowie auf die großen Quellen der christlichen Glaubenslehre zurückzugreifen. … Das haben sie getan, und erreicht, was sie wollten. Warum erzählen sie uns das Gegenteil? Sie hätten sich von der Religion losgesagt …

So gesehen – radikalislamisch – wird jede Demokratisierung eines außereuropäischen Landes zur Christianisierung und wird das weltweite Umsetzen von allgemeinen Menschenrechten, also auch von Frauenrechten, zu einem Akt der Versklavung der Muslime durch die europäischen und nordamerikanischen Kolonialherren. Nicht viel anders argumentieren Murad Wilfried Hofmann, Recep Tayyip Erdoğan und Pierre Vogel, und allen dreien kann man leider nicht nachsagen, die Scharia falsch verstanden zu haben.

Die Scharia will die Erniedrigung der Frau, das sklavenähnliche Leben der Juden und Christen und den Mord an jedem bekennenden Islamapostaten. Einen anderen Islam gibt es seit 1.400 Jahren leider nur in der von Barbara John, Ursula Boos-Nünning, Armin Laschet oder Mathias Rohe inszenierten Als-ob-Wirklichkeit der wenige Stunden währenden Akustik der Integrationsdebatten oder auf den Bühnen der beispielsweise um den katholischen Theologen Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie Miehl kirchlich organisierten (finanzierten) rituellen Islambeschwichtigung: Den „im Kern friedlichen“ Dialog-Islam.

Die Scharia ist nicht modernisierbar, die diesbezüglichen Projekte von Abdullahi Ahmed an-Na’im in den USA und Mathias Rohe in Deutschland gefährden die Demokratie und arbeiten auf die zu vermeidende Rechtsspaltung hin. Wir wollen das einheitliche Recht, keine islamrechtlich befreiten Zonen mit Vielweiberei und dem nur maskulinen Aufenthaltsbestimmungsrecht über das Kind. Schariati:

29. Was müssen wir nun tun? Wir müssen die Kontinuität der Kultur wiederherstellen.

So ungefähr sagt es in Deutschland auch die NPD.

Von Menschenrechten spricht Schariati gar nicht erst, er will sich durch das beängstigende Weltall am alleinig rettenden Strick, der bekanntlich mit einem Ende an der mohammedschen Vergangenheit festgeknotet ist, in die Zukunft zu Allahgott entlang führen lassen. Der so genannte Denker möchte vom Medinastaat ins Paradies hangeln wie einst der Theseus am Ariadnefaden durchs grausige Labyrinth krauchte.

Doch noch sei der echte, wahre Islam verschüttet, ein Schulfach Islamischer Religionsunterricht sei in das derzeitige Schulsystem, das Teil des antimuslimischen und prowestlichen Systems ist, Adorno: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, gar nicht integrierbar, wie Schariati ob seiner frechen Unorthodoxie etwas in Hektik geratend befindet:

29. Unter diesen Umständen gibt es nur einen einzigen Weg, nämlich sie [die Religion] aus dem Programm zu streichen. Man sollte die Religionskunde aus dem Programm streichen, damit die Absolventen überhaupt nicht wissen, was Islam ist. Sie sollen nichts darüber gehört haben. Nur so können sie später den wahren Islam kennenlernen und verstehen.

Der nach Ali Schariati makellose Ur-Islam ist vorläufig individuell zu verherrlichen. Spontanverherrlichung, sozusagen. Millionenfach.

Schuld an der derzeitigen Wahrnehmungsstörung der Muslime zu ihrer orientalischen Geschichte und Kultur sowie vor allem zum Islam ist der „Westen“:

31. Die Abendländer haben leider unsere Geschichte im Gegensatz zu der Geschichte der Afrikaner nicht verleugnet, sondern gesagt, ihr habt eine, aber in dieser Form. Wir haben sie uns angesehen und uns davor geekelt.

Die Scharia ist für aufgeklärte Menschen ekelhaft, nicht so für Herrn Schariati.

31. Wir flüchteten vor dem Bild, das von uns gezeichnet wurde, und nahmen Zuflucht bei der europäischen Kultur

Unsinn, der so genannte islamische Teil der Welt braucht Pressefreiheit, keinen Wiener Walzer, Frauenrechte und Religionsfreiheit statt Currywurst.

Dieses „Bild in den Köpfen“ der Menschen über den Islam sei schrecklich verzerrt. Dem Anschein und der Tatsache ist als frommer Muslim eben niemals zu trauen. Eine Art von Bildersturm muss her:

31. Unser Ausweg besteht darin, dieses Bild zu zerstören und … unsere großen kulturellen Quellen bewusst … zu erforschen und zu bearbeiten – aber nicht so, wie es der Westen für uns getan hat, wovor man sich ekeln muss.

Die neunjährige Ehefrau und die Steinigung der Ehebrecherin ist für Ali Schariati völlig in Ordnung, sich vor dem per Imam-Ehe legalisierten Sex mit einem kleinen Mädchen oder vor dem Anblick der das gesamtmuslimische Seelenheil rettenden zerschmissenen Frau zu ekeln ist für den revolutionären Feingeist hingegen gar nicht in Ordnung.

31. So wie wir in der Wirtschaft die Rohstoffe in Energie umwandeln und große Industrie- und Produktionsstätten aufbauen, Bewegungen entfesseln, so müssen wir auch im Denken, in der geistigen Tätigkeit, in der Bildung unserer Persönlichkeit und kulturellen Unabhängigkeit handeln.

Der fromme Antikommunist und Antikapitalist sagt ungefähr: Iraner, macht euch bereit für Allahs irdische Herrschaft. Wie wir heute wissen, hat das iranische Volk dem angeblichen Modernisierer des Islam erfolgreich gelauscht.

Jacques Auvergne

(1) The Federation of American Scientists (FAS). „One example of the coordinated efforts of Iranian intelligence is found in Iran’s diplomatic mission in Bonn at Godesberger Allee 133-137, which is the headquarters of the Iranian intelligence services in Europe. Some 20 staff members work for the Ministry of Intelligence and Security, and representatives from other agencies also use the embassy’s specially secured third floor, where six offices and a radio room are reserved for the agents. From the six-story building in the government district the services monitor the 100,000 Iranians living in Germany, harass undesirable opposition members, and attempt to procure technology in Germany for the production of nuclear, chemical, and biological weapons. In the German language area alone, there are as many as 100 firms allegedly under Iranian influence for the procurement of such sensitive technology. Other bases of operations include the consulates in Frankfurt and Hamburg, and the „Imam-Ali Mosque“ in Hamburg, said to be the largest Muslim religious center outside the Islamic world.“

http://www.fas.org/irp/world/iran/jcso.htm

(2) »Gnawa Diffusion«

Gnawa ist die Musik der im 16. Jahrhundert schariakonform verschleppten und verkauften dunkelhäutigen Sklaven (Ghnaoua), die später regional eine veritable Sufi-Tariqa darstellten und ihre sehr afrikanisch gebliebene Musikkultur oberflächlich islamisierten

http://mon.algerie.voila.net/images/Actu07_Gnawa.jpg

»World Music Central. Your Gateway to the World of Music« stellt die Band »Gnawa Diffusion« vor:

“France has had a long tradition of producing bands specialized in „musical fusion“. Listening to the rich musical cross-over in the work of Gnawa Diffusion, it appears that this term might very well have been invented to define the innovative new sound of Amezigh Kateb’s band. The members of Gnawa Diffusion, who are based in Grenoble in the South East of France, come from a rich mix of musical and cultural backgrounds. Fusing their individual influences into a collective sound, Gnawa Diffusion have woven elements of rap, ragga, jazz, reggae and rai into a vibrant musical patchwork.”

http://worldmusiccentral.org/artists/artist_page.php?id=4790

(3) »Islam nach Quran und Sunnah und dem Verständnis der as-Salih« lässt im Chat über »Die Wiederbelebung des Islam« Frantz Fanon verwenden.

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/23131-Wiederbelebung-des-Islam

Über Administrator Tariq erfahren wir: „Geschlecht: Männlich, Religion: Islam, Glaubensrichtung: Ahlu Sunnah, Herkunft: Deutschland/Marokko.“

http://www.ahlu-sunnah.com/members/2548-Tariq

Das englische Wikipedia nennt Fanon unter Black nationalism (Nationalisme noir)

http://en.wikipedia.org/wiki/Black_nationalism#Frantz_Fanon

Nationalisme noir

http://fr.wikipedia.org/wiki/Nationalisme_noir_aux_%C3%89tats-Unis

(4) Mecca-Cola, propalästinensich. Ne buvez plus idiot, buvez engagé – Trinken Sie nicht mehr dumm, trinken Sie engagiert!

http://en.wikipedia.org/wiki/Mecca-Cola

Allahgott und der Cola-Feind Schariati können zufrieden sein, seit 1979, seit der Islamischen Revolution, trinkt Teheran Zam Zam Cola

http://en.wikipedia.org/wiki/Zam_Zam_Cola

Seit 2005 gibt es Qibla-Cola

http://en.wikipedia.org/wiki/Qibla_Cola

(5) China und die harmonisierende Todesstrafe. Bei Wiki, Quelle siehe unten (HRIC), findet sich der Hinweis: „Liu Renwen, ein Professor am internationalen Rechtsinstitut der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften äußerte, dass in China ca. 8.000 Menschen pro Jahr hingerichtet würden. Damit würden in China etwa 20 Mal so viele Todesstrafen verhängt wie in allen anderen Ländern der Welt zusammen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_der_Volksrepublik_China#Todesstrafe

In THE MYSTERY OF CHINA’S
DEATH PENALTY FIGURES berichtet Wang Guangze: “China executes an estimated 8,000 people each year, nearly 20 times the number of people executed in all other countries combined.”, veröffentlicht bei: HRIC, Human Rights In China

http://hrichina.org/public/PDFs/CRF.2.2007/CRF-2007-2_Mystery.pdf

HRIC, Human Rights In China

http://hrichina.org/public/index

(6) Warum China ein möglichst undemokratisches Burma braucht. Über den geplanten Tiefwasserhafen berichtet die in Düsseldorf erscheinende Wirtschaftswoche in ihrer Online-Ausgabe wiwo.de vom 08.10.2007.

In »Der hässliche Verbündete« weiß Matthias Kamp:

„Vor allem die großen Rohstoffvorkommen Myanmars haben Pekings Begehrlichkeiten geweckt. Allein die nachgewiesenen Gasvorkommen von 540 Milliarden Kubikmetern sind mit die größten in Asien. Dazu kommen Nickel, Kupfer, Erdöl und das so dringend für den chinesischen Bauboom benötigte Holz. … Kyauk Phyu, etwa 600 Kilometer westlich von Rangun, soll einen Tiefwasserhafen bekommen, über den Öl und Gas aus Afrika und dem Nahen Osten dann nach China fließen werden. Der teure und zeitaufwendige Seeweg über die Straße von Malakka wäre dann für Chinas Importe und Exporte überflüssig.“

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/der-haessliche-verbuendete-228762/