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Frankfurts Hidschabistas und Teherans Mädchen von der Revolutionsstraße

April 8, 2019

Das Prinzip Hidschab und die unterworfene Lage der Frau im islamischen Recht. Anmerkungen zur Frankfurter Ausstellung Contemporary Muslim Fashions. Offener Brief an Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, und Linda Kagerbauer, im Frauenreferat der Stadt Frankfurt Referentin für Mädchenpolitik und Kultur. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy.

Sharia goes Fashion

Zu einer Freiheit, ein Kopftuch oder vielmehr den der Frau islamisch vorgeschriebenen Schleier (Hidschab) tragen zu dürfen, würde gehören, ihn jederzeit ablegen zu können. Insofern ist der Hidschab nicht einfach dem Bereich der Mode zuzurechnen, die in der kulturellen Moderne eine individuelle Entscheidung ermöglicht, nach der sich ein Individuum heute dezent und morgen extravagant oder gar provokant kleiden kann. Eine Frau kann eine andere Kleidung anziehen als ihre Mutter oder Schwester. Der Hidschab aber bekundet und bewirbt ein Mädchen- und Frauenbild und eine weibliche, dem Mann unterworfene Lebenswirklichkeit, welche in die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte und in den an seiner Abschaffung nicht interessierten freiheitlichen Rechtsstaat nicht integriert werden kann.

Im bekennenden islamischen Religionsunterricht (IRU) lernt ein jedes Kind, dass Mädchen ab der Geschlechtsreife „ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken“ müssen, „dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien.“ Der Kopf gelte dabei als bedeckt, „wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien“, das ist islamischer Mainstream (DITIB / Diyanet bei Bundesverfassungsgericht Beschluss vom 27.01.2015, siehe unten).

Gemäß dieser Logik garantiert nur der Schleier Ehre, Anstand und Keuschheit. Die Bedeckung diskriminiert, mobbt jede Unverschleierte, mit jedem Hidschab im Straßenzug oder Klassenzimmer steigt der Druck auf Unverschleierte. Wer als Mädchen oder Frau öffentlich Haar zeigt oder den Körperumriss preisgibt, gilt in schariagehorsamen Kreisen als unanständig und unrein (nadschis), als Schlampe.

„Willst Du aussehen wie eine Deutsche?“ Oder: „Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?“ Und: „Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.“ (Rita Breuer (Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen), EMMA vom 01.09.2009.)

Ein Frauenreferat sollte niemals auch nur den Eindruck erwecken, ein solch misogynes Mädchen- und Frauenbild zu propagieren oder zu bestärken, sondern alle Mädchen und Frauen zu einem emanzipierten, selbstbestimmten Lebens- und Kleidungsstil ermutigen. Sozialpädagoginnen oder Pädagoginnen haben die Aufgabe, jedem Mädchen die Chance auf eine selbstgeschriebene Biographie zu eröffnen. Text und Bildfolge des in der Frankfurter Ausstellung gezeigten Soundtrack von Mona Haydar („Wrap my hijab“) transportieren und propagieren jedoch das Gegenteil, nämlich dass weltweit mit massivem Druck für die Einhaltung der Gebote der islamischen Kleidung geworben wird. Ist das im Sinne des Frankfurter Frauenreferats?

Wer sich mit der amerikanisch-syrischen Künstlerin genauer befasst, bemerkt, dass es in ihren Songs jeder Frau nahelegt wird, sich züchtig (modest) zu kleiden. Ein Video von ihr (Dog – „Make sure you watch til the end to see what I’m talking about“) warnt sogar jede Frau davor, zu viel Haut zu zeigen, um nicht vergewaltigt zu werden. Die Epoche, in der es hieß, dass die Trägerin eines Minirocks selbst schuld ist an ihrem Missbrauch, sollte ein für allemal der Vergangenheit angehören. Die islamische Theologie unterstellt jedem Jungen und Mann einen allzeit lüsternen, Frauen begaffenden Blick und die latente Bereitschaft zu sexualisierter Gewalt, weshalb sich auch jeder Mann durch die weibliche islamische Kleidung beleidigt fühlen darf.

Nach dem Glaubensgrundsatz der Fitra, der Geschöpflichkeit, dem naturhaften Ausgerichtetsein auf den islamischen Gott Allah, ist die Frau anders nackt als der Mann. Während der Schambereich, arabisch Aura, des Mannes ausschließlich Geschlechtsteile, Bauchnabel und Knie umfasst, hat die Muslima im öffentlichen Raum ihren gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände mit Textilien abzudecken. Sein Haupthaar ist Ehrenhaar, ihres hingegen Schamhaar. Der Familie einer unbotmäßig bekleideten Frau droht Ehrverlust, die Brüder haben auf ihre Schwester nicht ordentlich aufgepasst.

Abu Dawud (4104) überliefert einen Hadith von Aischa, der berichtet, wie Asma einmal zum Propheten kam und sie trug eine etwas durchsichtige Kleidung. Da wandte er seinen Blick ab und sprach: „Oh Asma, wenn die Frau ihre Reife erreicht hat (d. h. wenn sie ihre erste Menstruation bekommen hat), dann darf sie von ihrem Körper nur dieses und dieses zeigen (und er zeigte auf Gesicht und Hände).

Vater, Bruder und später der Ehemann haben die Funktion des Sittenwächters über die Frau. Beispielsweise kann die Braut ohne Wali (männlicher Vormund, hier Heiratsvormund) nicht heiraten. Generell ist der Mahram der männliche Aufpasser. Unterstützt durch die Männer der Großfamilie, die genau kontrollieren, mit wem die weibliche Verwandtschaft sich trifft, ob das Mädchen oder die Frau sich außerhalb des Hauses sittsam genug verhält, sie bestimmen, ob sie das Haus verlassen darf. Ein freies, selbstbestimmtes Leben ist so nicht erreichbar. Die Praxis der Kontrolle kann zeitlich fast lückenlos sein und räumlich so weit reichen, dass „Mädchen mit ihrem jeweiligen Freund in bis zu sechzig Kilometer entfernten Städten von den „Lohberger Jungs“ gesichtet worden sind“ (zitiert aus Lamya Kaddor, Muslimisch-weiblich-deutsch!). Und da schwärmt Max Hollein vom „stolzen und hoch eleganten Ausdruck neuen islamischen Selbstbewusstseins“ (Welt am 15.12.2017).

Während Deutschland vor einem halben Jahr die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts, den 12. November 1918 feierte, ein Recht, das die Frauen eben gerade nicht in Gottgehorsame und Pflichtschludrige unterteilt, versuchen Modemacher heute, uns die im Islam einzig gestattete weibliche Entscheidung zwischen Hidschab Eins und Hidschab Zwei als Wahlfreiheit zu verkaufen und fordert das gespaltene Publikum, bestehend aus Deutschlands Yuppies und schariatreuen Hidschabistas, dass doch auch hierzulande endlich jede Frau anziehen können soll, was sie will. Dass in der Frankfurter Ausstellung von Max Hollein und Matthias Wagner K einige Exponate dem Bedeckungsgebot noch nicht entsprechen, tut wenig zur Sache, denn jeder islamgehorsame Besucher von Contemporary Muslim Fashions wird das fallweise fehlende Kopftuch als haram bewerten und das vorhandene als halal.

Auch der in der Ausstellung hier und da sichtbare Schmuck, selbst das Prinzip des Schmückenden ist islamisch nicht korrekt, strahlend bunte Farben oder edle Stoffe sind für einen Hidschab nicht erlaubt.

Die acht Kriterien der islamisch gültigen Bedeckung (Hidschab) des weiblichen Körpers.

Der korrekte Hidschab

• muss den gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände bedecken

• darf selbst kein Schmuck (zīna) sein

• muss blickdicht (ṣafīq) sein und darf nichts durchschimmern lassen

• muss wallend (faḍfāḍ) sein und darf nicht eng anliegen

• darf nicht parfümiert sein

• darf nicht der Kleidung des Mannes ähneln

• darf nicht der Kleidung ungläubiger Frauen ähneln

• darf keine Kleidung sein, mit der man nach Berühmtheit strebt

Bei Muslim in Hadith 885 spenden die Frauen ihren gesamten Schmuck („und ihre Ohrringe und Ringe“), nachdem sie erfahren haben: „Gebt Almosen, denn ihr seid der Großteil des Brennstoffs der Hölle … weil ihr euch zuviel beschwert und undankbar euren Ehemännern gegenüber seid“ … („Mir wurde die Hölle gezeigt und ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind … aufgrund ihrer Undankbarkeit (Kufr: hier Undankbarkeit; sonst Unglaube) ihren Gefährten (Ehemännern) gegenüber“, Sahih Buchari Buch 2, Hadith 28). Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym durch die Nebengassen huschen:

„Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte“ (Imam al-Ghazali).

“If the woman performs the five daily prayers, fasts the month of Ramadan, maintains her chastity and obeys her husband, she will enter the Paradise of her Lord.” (Hadith)

Durchsetzung der Herrschaft Allahs auf Erden: Die Hisba

Spätestens seit 1979, seit der islamischen Revolution im Iran kann auch in Europa jedermann wissen, dass eine islamische politische Bewegung versucht, nicht nur den Schleier durchzusetzen, sondern eine ganze Lebensordnung und Gesellschaftsordnung, einen Islamic way of life. Treibende Kraft ist die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, deren Organisationen nicht zufällig für das weibliche „Freiheitsrecht“ kämpfen, 24/7 den Hidschab zu tragen.

Wie ein erhobener Zeigefinger propagiert der Hidschab, dass ein Angehöriger der Umma, der islamischen Weltgemeinschaft, zur Einhaltung der jeden Lebensbereich regulierenden islamischen Gesetzlichkeit verpflichtet ist. Insbesondere die durch den Schleier überdeutlich als Muslima markierte Frau wird, nicht nur in Pakistan oder im Nahen Osten, sondern längst weltweit, durch weibliche wie vor allem männliche Muslime öffentlich auf ihr jederzeitiges Wohlverhalten hin kontrolliert, weshalb der Schleier sie gerade nicht vom Gruppendruck befreit, sondern dem Prinzip Sittenwächter ausliefert. Als Mädchen oder Frau bist du naturhaft Wankelmütige und Glaubensschwache sehr gefährdet, Sünde zu begehen oder uns Männer zur Sünde zu verführen (Fitna, Versuchung; Zwist, Zwietracht), darum musst du dich verschleiern, darum müssen wir dich überwachen (vgl. islamqa.info 6991 publication : 20-12-1999).

1990 beschlossen die Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam und definierten die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten, was einen bewussten Gegenentwurf zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948 darstellt und unter anderem mit einer rechtlichen Diskriminierung aller Frauen einhergeht. Auch für diesen Angriff auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht der Hidschab, der eben nicht einfach kreative Mode ist.

Zentrale Strukturprinzipien einer derartigen „gottgegebenen“ Ordnung der Geschlechter sind die Komplementarität der Rollen von Mann und Frau, eine möglichst weitgehende soziale Trennung der Geschlechter und der Ausschluss der Frauen aus dem öffentlichen als ‚männlich’ definierten Raum. (Renate Kreile (2007). Der Kampf um die Frauen. Politik, Islam und Gender im Vorderen Orient.)

Sobald sie aber den Hidschab anlegt, der für die Trägerin keine Option je nach Laune oder Tagesform ist, mithin keine frei gewählte Mode, sondern ein „bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität“ (DİTİB / Diyanet), ist ihr bei schlimmer Strafe spätestens im Jenseits noch das geringste unislamische Verhalten verboten. Händchenhalten mit einem Nichtmahram etwa ist für eine Verschleierte nicht gestattet, sich in einen Nichtmuslim verlieben und diesen heiraten gemäß Scharia unzulässig.

Hidschab bedeutet: Ich bin keinesfalls lesbisch, und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel.

Bis auf Gesicht und Hände ist der gesamte Leib der Frau gemäß dem Islam Aura, Schamzone, das ist islamischer Konsens (Idschma). Hadith bei al-Tirmidhi: „Die Frau ist eine Aura, wenn sie ausgeht, kommt ihr der Teufel entgegen.“ In der in den Hidschab eingewebten Weltanschauung rücken weiblicher Körper und Iblis, Teufel im Islam, ganz dicht zusammen.

Hadith. „Mir wurde die Hölle gezeigt und … ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind“, al-Buchari 1052.

Hazrat Ali reported the Prophet saying: „Women have ten (‚awrat). When she gets married, the husband covers one, and when she dies the grave covers the ten.“ And according to the following Hadith, women not only have ten ‚awrat, but the woman herself is perceived as ‚awrah: „The woman is ‚awrah. When she goes outside (the house), the devil welcomes her.“

Zur Konsequenz islamischer Kleidungs- und Verhaltensnormen gehört die islamkonforme Umgestaltung letztlich der Gesamtheit von Recht und Justiz („Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungläubigen“, Koran 5:44). Heutzutage geht es weltweit zuerst darum, auch als Lehrerin oder Richterin den Schleier tragen zu dürfen, danach um das Integrieren des islamischen Ehe- und Familienrechts, von der neunjährigen Braut bis zur Polygynie. Seit den Verträgen von Sèvres (1920) und Lausanne (1929) gilt in Griechenland die Scharia, der Mufti von Komotini beispielsweise nimmt Mädchen in Augenschein und entscheidet, ob sie alt genug sind, um zu heiraten, die Braut kann dann auch mal elf Jahre alt sein. Vor zwei Jahren hat sich der Bundestag veranlasst gesehen, zur Bekämpfung von Kinderehen das Ehemündigkeitsalter im deutschen Recht ausnahmslos auf 18 Jahre festzulegen.

the two other muftis are even less circumspect, marrying girls and boys respectively from the age of 12 upward, as allowed under Islamic law.

By Catherine Boitard (Young Muslim teens marrying in Greece with no objections) – Agence France-Presse

Überall auf der Welt, wo das Personenstandsrecht der Scharia entspricht, verliert die Frau im Falle einer Scheidung das Sorgerecht über ihre Kinder, welche Besitz des Mannes und seines Stammes bleiben.

Islamrevolutionäre Gegenkultur

In besonders strengen islamischen Milieus gelten Kleidung und gesamte Lebensweise der Nichtmuslime als sittlich geringeren Wertes und dürfen nicht nachgeahmt werden (Hadith: „Wer sie imitiert, ist einer von ihnen“). Aus der in den Hidschab gleichsam eingewebten Weltanschauung folgt, dass Bekanntenkreis, Nachbarschaft und Stadtviertel über kurz oder lang nach Kräften umzugestalten sind, hin zu der im Islam einzigen sittlich zu nennenden Lebensweise und gemäß der „einzigen Religion, die bei Allah angenommen wird“ (Koran 3:85 Übersetzung Bubenheim & Elyas: „Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören“).

Mit Toleranz hat eine derartige, den Hidschab verharmlosende Ausstellung wenig zu tun. Ausstellungen wie Contemporary Muslim Fashions tragen vielmehr dazu bei, die zu verhindernde Aufspaltung der Bürger in Nichtmuslime und Muslime voranzutreiben, während sich Max Hollein freut:

„Es sind Entwürfe, die nicht nur als Zeichen sowohl der Modernität als auch der Kulturverbundenheit interpretiert, sondern von vielen Menschen auch verstanden werden als weitreichende Manifeste, nämlich als Ausdrucksform einer positiven, zeitgenössischen und modernen Haltung gegenüber der eigenen islamischen Kultur“.

Durch mehr und mehr schariakonforme Frauenbekleidung, „modest fashion“ bedeutet keusche, gehorsame und unterwürfige Mode, steigt der oft bereits heute auf jeder Tochter eines muslimischen Vaters lastende Druck, sich ebenfalls islamisch zu bekleiden und sich im islamischen Sinne ehrbar und züchtig zu verhalten. „Schützt die Kinder vor diesem Tuch!“ titelte Cigdem Toprak auf ZEIT ONLINE (17.04.2018). Viel stehe schließlich auf dem Spiel, sagt jeder Anhänger einer wortwörtlichen Lesart von Sure und Hadith, denn wer zu Lebzeiten das Kopftuch und die dazugehörige islamische Lebensweise schuldhaft verweigert, landet hochwahrscheinlich in Dschahannam, in der Hölle.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10

Selbst Religionsfreiheit hat verfassungsimmanente Grenzen. Ein Verzicht auf Grundrechte ist an strenge Voraussetzungen gebunden. Grundrechte dienen nicht nur der selbstbestimmten Freiheitsentfaltung, sondern haben eine objektive Funktion, begründen eine objektive Werteordnung, die nicht zur Disposition des einzelnen oder eines Kollektivs gestellt ist. Vorrang und Einheit der Verfassung sind Rechtsstaatsprinzipien (Art. 20 Abs. 3 GG), die für die Bundesrepublik konstitutiv sind. Zudem schützt die Ewigkeitsgarantie gemäß Art. 79 Abs. 3 GG die Grundrechte der Staatsbürger. Unsere Verfassung, das GG ist eben kein Warenhauskatalog, aus dem man nur die Artikel aussucht, die gefallen.

Deshalb ist beispielsweise für jedermann ein Verzicht auf Würde (Art. 1 GG) oder Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 3 GG) verfassungswidrig (s. Übung zur Vorlesung im Öffentlichen Recht: Grundrechte und Verfassungsprozessrecht. Wiss. Mitarbeiterin Christina Schmidt-Holtmann, Universität Trier). Die Umsetzung des Fatwa „Insbesondere der Ehefrau obliegt es ihm zu gehorchen und seinen Anordnungen Folge zu leisten und dass sie das Haus nicht ohne seine Erlaubnis verlässt“ (bei al-Munajjid 125374) ist von den Bedingungen eines Grundrechtsverzichts nicht umfasst.

Ein Frauenreferat sollte nicht für modest fashions, für unterwürfige, keusche Mode werben, sondern über das gegenmoderne und frauenfeindliche Prinzip Hidschab aufklären und alle Mädchen und Frauen der Stadt Frankfurt zu einem im Sinne der universellen Menschenrechte und des deutschen Grundgesetzes selbstbestimmten Leben ermutigen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit. Jede Frau, jeder Mann, jedes Kind hat das Recht, seine Herkunftskultur zu kritisieren oder sogar abzulehnen. Ein äquidistantes Reden über modest fashions oder muslim fashions vernachlässigt das Recht jedes Individuums auf wirkliche Wahlfreiheit und unterschlägt die Einschüchterung und Angst durch Community und religiöse Autoritäten.

Klar und eindrucksvoll beschreibt Seyran Ateş (auf Twitter am 25. März 2019) das Problem mit der züchtigen Mode und dem Hidschab auf dem Laufsteg oder im Museum: „Man kann Kopftücher anmalen, kann sie modisch designen, kann sie gekonnt in Szene setzen, kann sie aus den innovativsten Stoffen schneidern. Nur eines kann man nicht: Die Unterdrückung, für die sie stehen, wegzaubern.“

Gabi Schmidt und Edward von Roy

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Keine Werbung für den Hidschab

April 2, 2019

(In Frankfurt am Main im Museum Angewandte Kunst wird übermorgen, am 4. April 2019, die weltweit erste umfassende Museumsausstellung eröffnet, die sich „der zeitgenössischen muslimischen Mode“ widmet. Diese Bagatellisierung und sogar Bewerbung des frauenfeindlichen Hidschab und, mit dem Tuch stets einhergehend, des reaktionären Menschenbildes und totalitären Gesellschaftsmodells nach Koran und Sunna wurde an den deYoung Fine Arts Museums in San Francisco inhaltlich erarbeitet und von Max Hollein initiiert. Der Hype um den Hidschab verhöhnt das Streben zahlloser Frauen nach Gleichberechtigung, wie es etwa ab 2014 in der Online-Bewegung My Stealthy Freedom sichtbar geworden ist und, seit 2017, in den mutigen Auftritten der iranischen Mädchen der Revolutionsstraße (Girls of Enghelab Street), die es wagen, trotz Schleierzwang das Tuch abzunehmen. Das Museum Angewandte Kunst soll nur die erste europäische Station sein. Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) protestiert mit einem offenen Brief.)

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Protestschreiben an die Organisatoren von „Contemporary Muslim Fashions“

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der im Frankfurter „Museum Angewandte Kunst“ geplanten Ausstellung Contemporary Muslim Fashions (04. April bis 15. September) sollen islamische Schleier wie Hidschab, Kopftücher, Burkas und Niqabs ausgestellt und der öffentlichen Meinung als Modetrends muslimischer Frauen präsentiert werden.

Sie sind die Organisatoren dieser „Modenschau“. Es ist kaum vorstellbar, dass Sie nicht wissen, dass Sie damit den Finger auf eine große Wunde der Geschichte der Menschheit gerichtet haben und dass Sie uns – Millionen Frauen, die Opfer dieser „Mode“ geworden sind – verspotten. Wir möchten daher ausdrücklich erklären, dass die islamische Verschleierung kein normales Kleidungsstück ist. Und wir möchten für alle, die an der Wahrheit interessiert sind, diese Frage nochmals näher betrachten.

Wenn man vom Schleier als einem göttlichen Gebot und einem wichtigen Teil des Islam spricht, steht dahinter die Philosophie, dass der islamische Gott zu den Männern auf der Erde spricht. Frauen werden dabei zu Segnungen für den Mann deklassiert, die jeweils einem Mann dienen und sich vor den lüsternen Blicken anderer Männer schützen müssen. Solange sie im Elternhaus leben, müssen sie dem Willen von Vater oder Bruder gehorchen. In der Ehe haben sie sich ihrem Ehemann zu unterwerfen.

Der islamische Gott hat erklärt, dass Frauen von der Geschlechtsreife bis zum Tod ihre Haare nicht öffentlich zeigen sollen. Sie sollen körperverleugnende, blickdichte Kleidung tragen und ihrem Körper und ihren Gefühlen fremd sein. Diese Haltung des Islam ist nicht nur eine theologische Theorie, sondern wurde im Laufe der islamischen Geschichte mit Nachdruck eingefordert und ausgeführt. Deshalb werden Millionen von Frauen in sogenannten islamischen Ländern tagtäglich Opfer von Patriarchat und Frauenfeindlichkeit. Und das Leben von uns Frauen unter diesen Bedingungen war und ist voller Schmerz, Erniedrigung und Gewalt. Wir können Ihnen Hunderte von Artikeln und Lebensgeschichten zusenden, die davon erzählen.

Wichtiger als Tradition, Geschichte und Kultur ist jedoch der Einfluss der islamischen Bewegung, die vor etwa vierzig Jahren im Iran die Macht ergriffen hat. Seitdem wird die Verschleierung in vielen islamisch geprägten Ländern durch Agenten der islamischen Sittenpolizei und Repressionsorgane den Frauen aufgezwungen. Länder wohlgemerkt, die auch vor Auspeitschungen und Hinrichtungen nicht halt machen.

Die Verschleierung ist das Banner einer frauenfeindlichen Ideologie, welche im Iran und Afghanistan, im Sudan und in Somalia mittels Gefängnis und Folter aufgezwungen wird. Auch in Europa bzw. in den westlichen Ländern zwingt diese Bewegung mit Hilfe von Moscheen und islamischen Organisationen, die häufig mit islamischen Regimes verbunden sind, sogar Kindern den Schleier auf. Die Verteidiger und Aktivisten dieser Bewegung sind überall präsent und reden davon, dass es in Europa „Religionsfreiheit“ geben sollte. Sie etablieren den Mythos, dass Frauen und fünfjährige Kinder frei entscheiden würden, den Schleier zu tragen.

Leider hat sich ein Teil der Feministinnen und Multikulturalisten an die Seite dieser islamischen Bewegung gestellt und bezeichnet den Schleier als ein normales Kleidungsstück unter vielen. Sie schweigen zu den Schmerzen und dem Leid von Millionen Frauen, die in Geschichte und Gegenwart Opfer dieser schrecklichen islamischen Frauenfeindlichkeit waren und sind. Und sie verkaufen dies der Öffentlichkeit auch noch als Freiheit der Wahl der Kleidung oder als das Recht der Frauen auf Ausübung ihrer Religion!

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn zeitgenössische Kunst und zeitgenössische Kleidermode auch nur von einem Hauch des Humanismus berührt sind, müssten sie den Kampf, ja den Krieg der Frauen im Iran, in Afghanistan, Saudi-Arabien usw. widerspiegeln, den sie gegen diese „Kleidermode“ führen. Es ist ein Kampf um Menschenwürde und für die Freiheit des Atmens.

All jene, die Mode aus dem Leid von Frauen und den Symbolen ihrer Versklavung kreieren, sollten sich dafür schämen. Es ist vollkommen inakzeptabel, im 21. Jahrhundert ein Tuch zu verteidigen und zu beschönigen, aus dem Blut trieft. Ein Tuch, das Symbol der Frauenverachtung ist. Ein Tuch, in dessen Gewebe unzählige schmerzvolle Geschichten vom fehlenden Recht auf Scheidung, von Ehrenmorden und Säureattacken auf nicht verhüllte Frauen eingewoben sind.

Wir fordern die Annulierung dieser Modenschau. Keine Schau auf Kosten der Wunden, die durch die Religion und durch die islamische Bewegung unserem Körper und unserer Psyche zugefügt worden sind. Annulieren Sie diese Schau, die unsere Schmerzen verhöhnt.

(Original bei: Zentralrat der Ex-Muslime (2019))

https://exmuslime.com/protest-gegen-contemporary-muslim-fashions/

_ttps://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816/2075580399158178/?type=3&theater

Verfassungsgericht kippt Kopftuchverbot für Lehrerinnen

März 14, 2015

حجاب‎

ḥiǧāb

„O Asma, when woman attains her puberty it is not proper that any part of her body should be seen except this.“ And he pointed to his face and hands. (Sunan Abu Dawood 31:30)

Weibliche Bedeckung nach Koran und Sunna

Lediglich um ein Tuch auf dem Kopf geht es nicht

Das im März 2015 bekannt gewordene Kopftuchurteil des Bundesverfassungerichts gefährdet den Rechtsstaat und untergräbt die freiheitliche Demokratie. Von Edward von Roy.

Manch einem unserer Verfassungsrichter scheint es nicht schnell genug zu gehen mit dem Weg Deutschlands ins Kalifat. Nur mit einiger Mühe konnten im Laufe der vergangenen zehn Jahre, zugegebenermaßen mehr oder weniger gut gemachte, Verbotsgesetze zum Lehrerinnenkopftuch geschaffen werden, die bislang in jedem zweiten Bundesland gelten und den Schleier der Pädagogin dem Klassenzimmer fernhalten. Muslima rein, Kopftuch raus, damit soll es nun vorbei sein.

Nur das Verbot des Schleiers bietet allen muslimischen oder nichtmuslimischen sowie weiblichen oder männlichen Schülern Schutz vor islamischem Fundamentalismus und schariabasiertem Mobbing. Nur die Möglichkeit, in einem Bundesland ein allgemeines Kopftuchverbot im Schuldienst zu erlassen, hätte den weiblichen oder männlichen Lehrern und Schulleitern Rechtssicherheit und Verlässlichkeit bieten können.

Verkehrte Welt: Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen

(Rita Breuer, Islamwissenschaftlerin, in: EMMA, 01.09.2009)

http://www.emma.de/artikel/verkehrte-welt-mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen-264094

Das Bundesverfassungsgericht hat ein landesweites und grundsätzliches („pauschales“) Kopftuchverbot für Lehrerinnen an staatlichen Schulen für grundgesetzwidrig erklärt. Generell unterliegen Schulangelegenheiten nach wie vor der Hoheit des jeweiligen Bundeslandes, nun aber kann der Einzelfall der Störung oder eben Nichtstörung des Schulfriedens geprüft werden. Wer sich als Schüler oder Elternteil jetzt noch trauen sollte, vor Schulleiter und Gericht zu bekunden, sich durch die schariakonforme Bekleidung seiner Lehrerin in der negativen Religionsfreiheit eingeschränkt zu fühlen, dürfte es nicht einfach haben. Karlsruhe jedenfalls hat 2015 den Hidschab in Deutschlands staatliche Schulen gedrückt, ohne sich dafür zu interessieren jedenfalls ohne der Bevölkerung zu sagen, was das System Kopftuch ist, ein kohärentes System der Seelenrettung und irdischen Herrschaft, der Verhaltensdressur, Sexualisierung, Körperpolitik und Frauenfeindlichkeit – das auf Allah ausgerichtete Islamische System. Mit Maududi können wir Verschleierung und Genderapartheid als System Hidschab oder System Parda (the system of purdah) nennen.

Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass ein pauschales Verbot religiöser Bekundungen in öffentlichen Schulen durch das äußere Erscheinungsbild von Pädagoginnen und Pädagogen mit deren Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) nicht vereinbar ist. § 57 Abs. 4 Satz 1 und Satz 2 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes sind daher verfassungskonform dahingehend einzuschränken, dass von einer äußeren religiösen Bekundung nicht nur eine abstrakte, sondern eine hinreichend konkrete Gefahr der Beeinträchtigung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität ausgehen muss, um ein Verbot zu rechtfertigen.

(1 BvR 471/10, 1 BvR 1181/10 Beschluss vom 27. Januar 2015)

Karlsruhe verlagert den frommen Streit (Dschihad) um die Bedeckung des weiblichen Körpers in Schulhof und Lehrerzimmer und rückt die letzten verbliebenen, sich in Schülerschaft, Elternschaft, im Lehrerkollegium oder unter den Schulsozialarbeitern und Mitarbeitern des Offenen Ganztags (OGaTa) befindlichen konsequenten („pauschalen“) Gegner von islamischer Gesetzlichkeit (Scharia) und islamisch einzig akzeptabler Frauenkleidung (Hidschab) in die Nähe von Verfassungsfeinden. Das BVerfG hätte vielmehr jene schützen müssen, die ernsthaft (eben „pauschal“) auf dem Vorrang des aufgeklärten Denkens und der allgemeinen Menschenrechte vor dem himmlischem Befehl und koranbasierten Wohlverhalten bestehen, nicht die beiden um ihren irdischen islamischen Status und jenseitigen Platz im Paradies bekümmerten Klägerinnen für die Schleierpflicht.

Das höchste deutsche Gericht schweigt zur bleibenden Grundrechtswidrigkeit und Menschenrechtswidrigkeit der auf Erden zu errichtenden Herrschaft Allahs (al-Ḥākimiyya li-Llah, the sovereignty of God). Die beiden Klägerinnen treten als Individuen auf, deren Grundrechte im Falle eines im Schulbetrieb geltenden rücksichtslosen Kopftuchverbots gefährdet seien. Im erst einmal erstarkten Schariasystem (niẓām islāmī) selbst ist für Individualität allerdings gar kein Platz. Im Islam ist das Kopftuch, richtiger: ist der Hidschab auch keine Frage der individuellen Handlungsautonomie, sondern von öffentlich bewiesener Treue oder eben sichtbarem Verrat an Allahs Befehl. Statt Deutschlands Kinder und Jugendliche wenigstens ein paar Stunden am Tag vor dem totalitären Islamischen Recht (Scharia) zu schützen, stärkt das auf zwei Individuen eingehende höchste deutsche Gericht die in der Religion von Koran und Sunna theologisch vorgegebene Überwindung der persönlichen Autonomie und die Verhinderung des Individuellen. So also dünnt die kulturelle Moderne aus und gewinnt das Kalifat an Kontur.

Monotheism in authority (ḥākimiyya) means that authority belongs to God as a fixed right, and He is the Only Ruler over the individuals constituting the society, as the Glorious Qurʾān says: ﴾…﴿ “Sovereignty belongs only to Allāh.

(Portal AhlulBayt)

http://www.ahl-ul-bayt.org/en.php/page,336Book1472P37.html

Maududi [Islām kā niẓām-i ḥayāt] Islam Ka Nizam Hayat, dt.: Als Muslim leben

http://de.scribd.com/doc/3271205/Als-Muslim-Leben-Abul-A-la-Maududi

Parda, anglis. Schreibweise Purdah. Die körperliche Abschottung innerhalb eines Gebäudes geschieht durch eigene Bereiche für Frauen (in größeren Gebäuden, Harem = verbotener Bezirk), Vorhänge und Ähnliches. Das Leben einer Frau in Parda beschränkt ihre persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interaktionen mit der Außenwelt (Seklusion). Während der Taliban-Herrschaft galten in Afghanistan strenge Parda-Vorschriften. Die Praxis wird in den meisten Regionen Arabiens und des indischen Subkontinents islamisch begründet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Parda

This is not the first time Taslima Nasrin has attacked on the purdah system in Muslim community. … Maulana Khalid Rasheed Firangi, a Sunni leader, said „See this is a baseless statement. In Islam wearing purda is a duty, in Quran it has been said so.“

http://www.merinews.com/mobile/article/India/2014/11/06/author-taslima-nasrin-calls-burqa-and-hijab-vulgar-faces-harsh-criticism-from-muslim-community/15901802

Purdah was criticised from within its community, for example in the 1905 story entitled The Sultana’s Dream, by Bengali feminist Rokeya Sakhawat Hussain. Bhimrao Ambedkar, a social reformer and the chief architect of the Constitution of India, imputed many evils existing among the Muslims of British India to the system of purdah in his 1946 book Pakistan, or The Partition of India, saying that women lack „mental nourishment“ by being isolated and that purdah harms the sexual morals of society as a whole.

http://www.wikigender.org/index.php/Purdah

Maududi: Purdah And The Status of Woman In Islam (The word Purdah is used as a title for the set of injunctions which constitute the most important part of the Islamic system of community life.)

http://www.khilafahbooks.com/purdah-and-the-status-of-woman-in-islam-by-syed-abul-a-la-maududi/

Maududi: Purdah And The Status of Woman In Islam. Chapter titles and sub-topics include: Status of woman in different ages (Greece, Rome, Europe), Western concepts of morality, Tragic consequences (Industrial revolution, capitalist selfishness, Moral bankruptcy), Sexual delinquency among American children (venereal diseases, divorce), the Oriental `Occidentals‘, Laws of Nature (control of sexual urge), Social system of Islam (Prohibited relations- muharramat, adultery, Restrictions for woman, Nudity, Evil look, Haya), Punishment for Fornication (injunctions for clothing and covering of nakedness (boundaries of Satar for males and women; Prohibition of touching or having privacy with women; Mahram relatives); Commandments of Purdah (restraining the eyes, covering the face-veiling); Divine laws for the movements of women (permission to leave the house, permission to visit the mosque, participation in battle [women can use weapons to defend themselves while adding their men-folk who are in battle against some enemy]).

http://www.amazon.com/Purdah-Status-Woman-Islam-Maududi/dp/1567442005

http://de.wikipedia.org/wiki/Sayyid_Abul_Ala_Maududi

Wie leider so viele hierzulande, sprechen auch die Hüter der deutschen Verfassung immer noch über ein Stück Stoff, redet Karlsruhe vom Kopftuch (engl. veil, scarf), als ob es lediglich um Kopf oder Haare der Muslima gehen würde. Sicherlich darf nach der Scharia nicht zuletzt auch das Haupthaar der Frau nur dem Ehemann und engsten Verwandtenkreis (Mahram-Verwandte) sichtbar sein, aber was soll das Reden vom Kopf, wenn es darum geht, Busen und Gesäß der Gottesfürchtigen so zu verhüllen, dass nicht nur die Haut abgedeckt ist, sondern dass sich durch den Stoff hindurch keine feminine Rundung abzeichnet, die Männer im Islam schließlich unverzüglich zur Sünde verführen kann? Wenn es darum geht, dass sich Frauen und Männer überhaupt nicht ohne guten (islamischen) Grund gemeinsam in einem Raum aufhalten dürfen? Auch Kehle und Nacken sind vor dem lüsternen Blick männlicher Kollegen und wohl auch männlicher Schüler verborgen zu halten, wie man in Karlsruhe durchaus mitbekommen hat: „durch eine rosafarbene handelsübliche Baskenmütze mit Strickbund und einen gleichfarbigen Rollkragenpullover als Halsabdeckung“, so schreibt das BVerfG über eine der Klägerinnen. Die Rollkragen- und Baskenmützenträgerin geht auch im Hochsommer nicht mit nackten Waden oder Unterarmen zur Arbeit und trägt auch keine Stöckelschuhe, dazu aber sieht jedenfalls sagt Karlsruhe nichts.

Sicherlich soll die Pädagogin nicht bauchfrei unterrichten, doch ihr Schleier ideologisiert und sexualisiert den Körper der Frau in einer Weise, vor der das Bundesverfassungsgericht die Mädchen und Jungen hätte schützen müssen. Hidschab bedeutet: ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allahgott ein Gräuel. Lehrerinnenkopftuch bedeutet: ich habe einen Aufpasser und Besitzer, den Wali, meinen Vater, Bruder oder Ehemann. Islamische Kleidung einer Lehrerin bedeutet: ich rufe dazu auf, die Kleidung und Lebensweise der Nichtmuslime zu verachten.

Nach Koran und Sunna ist die Frau als unmündig zu bewerten und unmündig zu halten, ohne Wali kann sie noch nicht einmal heiraten. Vielleicht ohne es zu wissen, hat Karlsruhe 2015 nicht nur über das umstrittene Tuch auf dem Kopf, sondern auch über die zur islamischen Lebens- und Gesellschaftsordnung gehörenden Schariaprinzipien von Fitra (fiṭra, Ausgerichtetsein aller Kreatur auf Allah hin), Aura (ʿawra, in der Öffentlichkeit zu verhüllender Schambereich, bei der Frau wesentlich umfangreicher als beim Mann), maḥram und walī geurteilt.

Mahram-Verwandte sind Verwandte des jeweils anderen Geschlechts, die einem so nahe stehen, dass man diese (auch theoretisch) nicht heiraten dürfte, sowie der Ehepartner, mit dem man bereits ohnehin verheiratet ist. Der Begriff kommt von dem arabischen ḥarām (Verbot bzw. geschützter Bereich).

(Eslam)

http://www.eslam.de/begriffe/m/mahram-verwandte.htm

WALI (GUARDIAN) IN ISLAM

A wali (guardian) is a very important and vital aspect in a marriage. It determines whether or not a certain marriage contract (akad nikah) that has been performed is valid. … Wali is one of the wedding pillars that need to be properly identified and carried out according to the correct order.

(publiziert bei: Regierung von Malaysia)

http://www.islam.gov.my/sites/default/files/wali_in_islam.pdf

In der Religion von Koran und Sunna, in dem nach himmlischem Wollen weltweit geltenden und durch die Korangehorsamen (die Muslime) weltweit im Paragraphenwerk zu installierenden Islam, gibt es kein Kopftuch, sondern den Hidschab (ḥiǧāb). Dieser hat den Leib der Frau blickdicht und jede Körperform verbergend zu verhüllen bis auf Hände und Gesicht. Mohammed selbst (Sunan Abī Dāwūd 31:30) verkündete Allahs Befehl zum Bedecken des Körpers der Frau:

O Asma, when a woman reaches the age of menstruation, it does not suit her that she displays her parts of body except this and this,‘ and he pointed to his face and hands. … The Prophet turned his head aside and said, “Only this and this should be visible,” while pointing to his face and hands.

(The American Muslim Teenager’s Handbook, Seite 110)

https://books.google.de/books?id=MLbEAwAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Der Prophet (…) hat gesagt: „Wenn ein Mädchen die Pubertät erreicht, soll sie ihren Körper verhüllen, bis auf ihre Hände und ihr Gesicht. …

Imam Reza (…) wurde gefragt, welchen Sinn der Hijab hätte und er sagte: „Die Haare einer Frau führen zur sexueller Erregung. Dadurch fühlt sich der Mann ihr gegenüber hingezogen und diese Entwicklung kann zu Verdorbenheit (zwischen Mann und Frau) führen. Der Mann wird zum Verbotenem (haram) verleitet.“ (Ilul ash-Sharaih, vol. 2, p. 287, Section 364)

Imam Jafar as-Sadiq (…) wurde gefragt, was zu tun sei, wenn eine Frau auf einer Reise stirbt und kein Mahram-Mann in ihrer Gegend ist, um die Todeswaschung vorzunehmen. Der Imam antwortete: „Diese Männer sollen nur ihr Gesicht und ihre Hände waschen. Das reicht aus. Es ist nicht notwendig ihren gesamten Körper zu waschen. Daher darf ein Mann auch das Gesicht und die Hände einer lebenden Frau sehen.“ (Wasa’il, vol.17, p.135.)

(auf der Seite al-Shia)

http://www.al-shia.de/hijab/ahadith.htm

Wer als Frau den Hidschab schuldhaft verweigert, im Karlsruher Beschluss findet das keine Erwähnung, weltweit aber durchaus in manch einer Fatwa oder Freitagspredigt, kommt nicht in den Himmel und ist auf Erden als sittlich geringwertig zu verachten, als unkeusche Schlampe.

Das Leben im Diesseits ist nichts als eine Durchgangsstation zum eigentlichen Dasein im Jenseits. Dort teilt sich die Menschheit in zwei voneinander absolut geschiedene Gruppen, die Bewohner des Höllenfeuers und des Paradiesgartens. Wer dieses islamische Wissen auf Erden nicht öffentlich kontrollierbar bekundet, als Frau selbstverständlich mit dem Schleier verkürzt genannt und genäht Kopftuch, gehört ganz offensichtlich zur Partei Satans.

To Ash’ari and Ghazali, life on Earth is a provisional „station“ imposed by God as a test; the aim of life is, in fact, the hereafter …

Hezbollah … The members are taught that humans form two groups: the partisans of Allah (Muslims) and the followers of Satan (infidels) who should be suppressed so that Allah’s rule will extend to the whole planet. … woman’s lock showing from under her veil (chador); the bare leg of an adolescent boy; women and men mixing in public places (cinemas, cafes, restaurants); the Israeli occupation of Palestine; and so on. The struggle against Satan is a full-time job

(Fereydoun Hoveyda, 2002, Seite 47 und 94)

https://books.google.de/books?id=UOCkuvtS_8sC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Die an unseren Universitäten installierten Studiengänge für Islamische Theologie ehren und lehren den im Jahre 1111 d. Z. verstorbenen Imam al-Ghazali (Abū Ḥāmid al-Ġazālī). Das Verfassungsgericht des Bundes indessen ist für Heilssicherung und Seelenrettung weder errichtet worden noch zuständig. Der als demokratieverträglich gehandelte Imam al-Ghazali mahnt die rechte Seinsweise an, zu der die korrekte Kleidung von Mädchen und Junge, Frau und Mann ebenso gehört wie die Apartheid von Männern und Frauen, die totale Geschlechtertrennung:

Moralisch gute Gesinnung zielt darauf, jede schlechte Angewohnheit zu entfernen, wie das islamische Gesetz der Scharia gründlich aufzeigt. … Gute Gesinnung lässt einen die schlechte Gewohnheit so verabscheuen wie Schmutz.

Solange die Ausübung der islamischen Pflichten mit Kummer oder Widerwillen verknüpft bleibt, zeigt sich ein Charaktermangel, der den Weg zum Glück verhindert.

Die Frauenfrage war dem vor 900 Jahren verstorbene Imam Politikum allerersten Ranges und Herzenssache, wie wir im Al-iḥyāʾ ʿulūm ad-dīn (Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) erfahren:

Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen, muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen.

Wer das jetzt nur lustig findet, weiß immer noch nicht, was Islamisches Recht (gottgegeben als Scharia, menschlich umzusetzen als Fiqh) und weltweite Ehrenmorde miteinander zu tun haben.

Unattraktiv, hässlich muss sich die Tugendhafte geben, wie der sunnitische Supertheologe feststellt, anonym wie ein Zombie hat die Muslima durch die Nebengassen unserer Stadt huschen:

Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte.

Das ist kein legendärer Islamismus, das ist in NRW Inhalt der Lehrerausbildung und damit für Schüler potentiell versetzungsrelevant.

Leider lernen und lehren Deutschlands amtierende und angehende Lehrerinnen und Lehrer für den Islamischen Religionsunterricht al-Ghazali ohne die pädagogisch und freiheitlich demokratisch gebotene Außenansicht.

Osnabrück 900 Jahre al-Ġazālī im Spiegel der islamischen Wissenschaften

al-Ġazālī and Anscombe’s Tahafut: Making Use of the Imam in a European Context

Timothy Winter (Cambridge)

Panel: Islam und Wissenschaft im Dialog

Moderation: Prof. Dr. Rauf Ceylan (Osnabrück)

al-Ġazālī als Mittler zwischen den Wissenschaften

Dr. Silvia Horsch (Berlin)

Gruppe A: Jurisprudenz und Rechtsdenken

Moderation: Prof. Dr. Bülent Ucar (Osnabrück)

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/

Ein an Imam al-Ghazali orientierter, sprich ein Allahs Befehl (Koran) und Mohammeds Anweisung (Sunna) strikt folgender Religionsunterricht wird die Kinder und Jugendlichen der freiheitlich demokratischen Grundordnung mehr und mehr entfremden, was auch kein Islamismus ist den es gar nicht gibt, sondern authentische Religion, echter alter Islam.

Selbst der türkische Staatsislam von DIYANET (Diyanet İşleri Başkanlığı, Präsidium für Religionsangelegenheiten) hierzulande DİTİB propagierte die schariagemäß dämonische Frauenrolle, wie vor sieben Jahren bekannt wurde:

Es handelt sich um einen Leitfaden für das gute und vorbildliche Leben der muslimischen Frau. Flirten, so heißt es da, sei nicht mehr und nicht weniger als Ehebruch. Der Kontakt mit fremden Männern müsse generell vermieden werden. Der Gebrauch von Parfüm außerhalb des eigenen Hauses sei Sünde. “Frauen müssen vorsichtiger sein, sie senden besondere Reize aus”, so der Text weiter.

(aus: Daniel Steinvorth: Wenn Frauen besondere Reize aussenden. DER SPIEGEL, 01.06.2008)

http://www.spiegel.de/politik/ausland/islam-in-der-tuerkei-wenn-frauen-besondere-reize-aussenden-a-556473.html

Der getragene oder verweigerte Hidschab entscheidet über Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits. Mit dem neuen Kopftuchurteil hat das höchste deutsche Gericht eine Entscheidung getroffen, welche sehr dazu geeignet ist, die freiheitliche Demokratie zu erodieren und den Rechtsstaat allmählich überflüssig zu machen.

Jedes nicht jenseitszentrierte und schariakonforme, sondern rein menschengemachte Gesetz lästert Allah und führt mit ziemlicher Sicherheit in die Hölle: „Wer nicht nach dem waltet, was Allah [als Offenbarung] herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen“ (Koran 5:44). Seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich die Verfassung zu schützen, durchaus auch vor der weltweit aktiven Bewegung für Schariagesetz und Kalifat, ist Karlsruhe nicht nachgekommen.

Allah also ruled that those rulers who do not rule by what Allah sent down are unbelievers, wrongdoers, and rebellious. He says: „And he who does not rule by what Allah sent down, it is they who are the disbelievers.“ (5:44)

And He says: „And he who does not rule by what Allah sent down, it is they who are the wrongdoers.“ (5:45)

And He says: „And he who does not rule by what Allah sent down, it is they who are the rebellious.“ (5:47)

http://www.qsep.com/modules.php?name=aqtawhid&file=article&sid=14

Das Bundesverfassungsgericht nimmt also die Klage der beiden Frauen entgegen und redet nicht über die im Koran verbürgte Höllenstrafe, sondern über ein Tuch auf dem Kopf. Nur Kopftuchtragen reicht aber nicht aus, um als Muslima gelten zu können, der Islam ist ein Komplettprogramm (Totalitarismus) und umfasst alle Bereiche des Lebens.

Allah says: „O you who believe! uphold Islam in its entity (as a whole).“ (2:208)

And Allah condemned the Jews saying: „Do you, then, believe in part of the Book and disbelieve in part?“ (2:85)

http://www.qsep.com/modules.php?name=aqtawhid&file=article&sid=14

Der islamische Geistliche steht zum säkularen Richter durchaus in Konkurrenz. Im eigenen Interesse hätte sich Karlsruhe einmal dafür interessieren sollen, was eine Rechtsreligion ist. Der globalen Schariafront, von der man nicht sagen kann, dass sie ihre Religion falsch verstanden hätte, geht es darum, die demokratische Rechtsordnung Paragraph für Paragraph durch eine theozentrische zu ersetzen. Nicht das Volk, Allah ist Souverän.

Die Richter in Karlsruhe haben ausreichend Zeit gehabt, sich darüber zu informieren, was göttlicher Schariabefehl, menschliche Schariapflicht und Herrschaft Allahs bedeuten. Sie hätten die in Muslime und Nichtmuslime keinesfalls aufzuteilende Bevölkerung vor Scharia und Kalifat warnen und Deutschlands Schüler, das sind Mädchen und Jungen, vor der von Lehrerinnen oder Lehrern getragenen, hohen Gruppenzwang erzeugenden islamischen Kleidung schützen müssen.

Ein Tuch auf dem Kopf wäre vielleicht gar kein pädagogisches und politisches Problem. Ein Kleidungsstück jedoch, das nach der eigentlich bei Todesstrafe nicht zu verlassenden Lebensweise von Geschlechterapartheid, Zweitfrau und Kindbraut, dem halbiertem Erbe für die Tochter, nach der Genitalbeschneidung für jeden Sohn sowie, mindestens unter Schafiiten, auch für jede Tochter ruft, ist im Schulgebäude nicht zuzulassen – weder bei Lehrerinnen noch bei Schülerinnen.

Nur kurz zur islamischen Genitalbeschneidung (Genitalverstümmelung). Die Verfassungsbeschwerde liegt dem Hohen Gericht seit dem 27. Dezember 2013 vor, der grundgesetzwidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum begrüßenswerten Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben, aber genauer formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (ḫitān al-ināṯ anglis. khitan al-inath, indones. sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Karl-Peter Ringel / Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden. Ringel und Meyer wollen den 1631d BGB, Juristentagsgutachterin Hörnle will den 226a StGB gleichberechtigt umgestalten („geschlechtsneutral formulieren“) und es ist zu befürchten, dass die 2015 den folgenreichen Hidschab ins Schulgebäude winkende Richterschaft aus Karlsruhe sich auch dem Wunsch nach der religiösen FGM nicht entgegenstellen wird. Soviel nur für heute zur Genitalverstümmelung nach Koran und Sunna.

Man fragt sich, wie die Verfassungsrichter die Begriffe der Menschenwürde und der Gleichberechtigung von Mann und Frau eigentlich interpretieren, wo der Schleier doch der Religion und Gesellschaftsform der Herabwürdigung der Frauen und Nichtmuslime entstammt und, um ins Paradies zu kommen, überall auf der Welt eine entsprechende politische Ordnung errichten will, in der die Frau ein unmündiges, treuhänderisch zu verwaltendes Gut ihres Vaters, Bruders oder Ehemannes ist. Ein Staat, der die islamgemäße Theologisierung der Politik nicht abstoppt, wird sich in eine Islamische Diktatur verwandeln, wie Saudi-Arabien, Pakistan, der Sudan oder der Iran es leider bereits sind.

Fassen wir zusammen. Beim sogenannten Kopftuch der Lehrerin geht es den streng islamisch Motivierten um den Kampf für Geschlechtertrennung, halbierte Frauenrechte, um halbes Erbe der Tochter und halbe weibliche Aussagekraft vor Gericht, um das schafiitische Gebot der Mädchenbeschneidung (FGM) und das gesamtislamische Verbot für die Muslima, einen Nichtmuslim zu heiraten. Es geht um die Konzepte Wali (Heirat nur mit männlicher Erlaubnis) bzw. Wali mudschbir (islamische Verheiratung der Jungfrau auch gegen deren Willen) sowie Mahram (Ausgangs- und Reiseverbot ohne männlichen Begleiter). Es geht um ein lebenslanges Eingesperrtsein im Käfig der Schariapflichten, denn nach Hadith und Idschma‘ zieht der Abfall vom Islam, die Islamapostasie (ridda, irtidād), die Todesstrafe nach sich. In Afghanistan, im Iran, in Jemen, Katar, Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia sowie im Sudan kann die Apostasie von der angeblich einzig wahren Religion mit der Hinrichtung bestraft werden.

Das alle Lebensbereiche reglementierende System der Moral, nicht zuletzt der Sexualmoral, des Wohlverhaltens, der Sozialbeziehungen, der Herrschaft und des Besitzes ist mit dem Schleier verkettet, richtet sich auf Allah aus und erwartet dessen zwischen Himmel und Hölle entscheidendes Urteil am Tag der Auferstehung. Ein vollständiges, jenseitszentriertes Rechtssystem (Fiqh) hängt am Hidschab, der die anderen Muslime wie ein erhobener Zeigefinger ermahnt und dazu aufruft, alle von Menschen ersonnenen Verhaltensweisen und Paragraphen sehr bald durch die himmlischen Vorgaben zu ersetzen und die Gesellschaft Schritt für Schritt in eine islamgemäße umzubauen. Warum auch immer die Karlsruher Richter es uns nicht sagen können oder wollen, ob in Tunesien, in der Türkei oder in Deutschland, beim Schleier zumal der staatlich angestellten Lehrerin geht es um die Weichenstellung zwischen Außenansicht und Literalismus, freiheitlicher Demokratie und islamischem Totalitarismus, funktionierendem Rechtsstaat und Allahkratie.

Lediglich um ein Tuch auf dem Kopf geht es nicht.

Edward von Roy

Q u e l l e

Bundesverfassungsgericht

Pressemitteilung Nr. 14/2015 vom 13. März 2015

Ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen ist mit der Verfassung nicht vereinbar

Beschluss vom 27. Januar 2015

1 BvR 471/10, 1 BvR 1181/10

http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/bvg15-014.html

Die Feinde der Demokratie

März 18, 2011

برقع

burquʿ

Burka

Prinzip Burka

Von Gabi Schmidt

Vollverschleierung erhöht das Unfallrisiko

In Mönchengladbach gibt es keinen Sandsturm, vor dem man sich schützen muss. Die vergitterten Sehfenster oder engen Augenschlitze begrenzen das Gesichtsfeld und verhindern eine ausreichende Übersicht. Bodenunebenheiten werden zur Stolperfalle, das selbstständige Überqueren von Straßen ist lebensgefährlich.

Burka macht krank

Gesundheitsrisiken durch Lichtmangel: Vitamin D wird hauptsächlich über das Sonnenlicht gebildet und kann nicht ausreichend durch ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln wie Fisch, Milch und Getreide ausgeglichen werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel sind kein vollwertiger Ersatz(1).

Ein geringer Vitamin-D-Spiegel führt zu ernsthaften Krankheiten und vielerlei vermeidbaren Beschwerden wie schlechter Immunabwehr, psychischer Instabilität bis zu Depressionen(2). Die Patientinnen leiden unter schmerzhafter Knochenerweichung (Osteomalazie(3)) und Brüchigkeit der Knochen (Osteoporose(4)), besonders an Schenkelhalsfrakturen in sehr frühem Alter. Forscher kennen seit langem die Bedeutung von Vitamin D für den Kalziumstoffwechsel(5), Studien belegen die Bedeutung des ‚Sonnenscheinhormons‘ in der Krebsprophylaxe.

Das extrem eingeschränkte Sehfeld dieser religiös begründeten Frauengewänder bewirkt eine künstliche Sinnesbehinderung, welche die Augen überanstrengt und daher nicht ohne Folgen für Körperhaltung, Muskeltonus und Psyche der Trägerinnen bleibt. Burkaträgerinnen und Niqabis klagen häufig über Kopfschmerzen.

Burka gefährdet die Gesundheit der Kinder vollverschleierter Mütter

Stillen komplett verschleierte Mütter ihre Babys, weist ihre Muttermilch in Europa einen signifikanten Vitamin-D-Mangel auf, der bei den Säuglingen Rachitis Vorschub leistet(6). Da vollverschleierte Frauen das Haus nur aus wichtigem Anlass verlassen (dürfen), kommen deren Kleinkinder kaum an die frische Luft und Sonne. Babys in Kinderwagen sowie Mädchen und Jungen, die zwar älter, aber entwicklungsgemäß noch sehr auf die Anleitung ihrer Mütter angewiesen sind und sich ihrer Führung anvertrauen, sind einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt, wenn sie gemeinsam Straßen überqueren, weil das Blickfeld der vollverschleierten Muslima durch die Burka eingeschränkt ist.

Die Burka dient dazu, die Bevölkerung unserer Stadt in gegensätzliche Gesellschaftsschichten verschiedener Wertigkeit zu spalten

Unterschieden wird nach orthodoxer Lehrmeinung zwischen Geschlecht, Religionszugehörigkeit und korrektem Lebenswandel (aus islamischer Sicht). Ein fairer, respektvoller Umgang der Gruppen miteinander ist nach Scharia bzw. Koran und Sunna nicht erlaubt, vielmehr müssen Mitbürger entsprechend der mehrstufig abwertenden, religiös begründeten Wertehierarchie (Dhimma(7), Harbi(8)) diskriminiert und ausgegrenzt werden (Hisba(9), al-wala‘-wa-l-barā’a(10)).

Die Salafisten maßen sich an, als einzige im Besitz der unverfälschten islamischen Wahrheit zu sein. Jeden, der ihrem Weg nicht folgen und sich von ihren orthodoxen Predigern nicht ins Paradies einladen lassen will, erklären sie für ungläubig. Glaubensgeschwister, die sich nicht wie sie selbst vom Vorbild der ehrenwerten Vorfahren (as-salaf aṣ-ṣāliḥ) rechtleiten lassen, seien wie Atheisten und Gotteslästerer des Teufels, überheblich, dämonisch und verachtenswert. Wer als Muslim die Sitten und Bräuche solcher Sünder, der Christen oder Juden nachahmt oder einen dieser Feinde Allahs gar zum Freund habe, werde Gottes Strafe nicht entgehen und auf ewig in der Hölle braten(11). Niemals können Andersgläubige oder Atheisten dem Höllenfeuer entgehen.

Solche Verhaltensregeln verstoßen klar gegen die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frau und Mann und missachten den ebenfalls in der Verfassung garantierten Schutz vor Benachteiligung und Diskriminierung (Art. 3 GG). Die Burka ist das Bekenntnis zur Scharia und islamischen Staatsordnung (Kalifat), beides ist mit der säkularen, kulturell modernen Gesellschaft, freiheitlicher Demokratie und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nicht vereinbar. Auch deshalb sollte man die Burka verbieten.

Frauen- und Männerbild der Burka

Nach islamischem Moralverständnis reicht der intime Körperbereich, der durch Kleidung unbedingt bedeckt werden soll, beim Mann einschließlich vom Nabel bis zum Knie, während die Frau die Waffe der Verleitung (iġrā) besitzt und ihr ganzer Körper Schamzone ist(12). Frauen sind nach salafistisch-koranischer Sicht prinzipiell die Ursache für Unglauben, Zwietracht, Intrige und Zerwürfnis in Familie und Umma (islamische Weltgemeinschaft). Ihnen fehle es an Religion, Vernunft und Anstand(13). Sie gelten als moralisch und religiös verunsichert und leicht beeinflussbar, sichere Beute für den Teufel, der sie dazu anstiftet, Männern den Kopf zu verdrehen, sie zu verführen und vom rechten Weg abzubringen.

Der aus dem Libanon stammende promovierte Philosoph, Islamwissenschaftler und Publizist Dr. Ralph Ghadban schreibt in einem Aufsatz, der auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung eingestellt ist, zum Frauenbild, das den Verschleierungsgeboten in Koran und Sunna als Motivation zu Grunde liegt, wie folgt: „Die Frau ist eine ‚aurah(14), wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“ Der Prophet soll gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‚aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‚aurah.“

Jeder rechtschaffene Muslim muss deshalb, solange er nicht in einem besonderen Verhältnis der Verwandtschaft oder Schwägerschaft steht, den Kontakt mit den Glaubensschwestern auf das Nötigste beschränken. Dieses Gebot betrifft natürlich vor allem die Nähe zu unverschleierten Musliminnen, die als verlottert und lasterhaft gelten. Noch einige Stufen tiefer stehen weibliche Ungläubige, die grundsätzlich als liederliche Schlampen verachtet und als sexuelles Freiwild betrachtet werden dürfen(15), (16).

Die Burka erklärt jede Frau, die verschleierte und die nicht verschleierte, zum freilaufenden moralischen und sexuellen Sicherheitsrisiko. Jeder noch so unbedarfte Blickkontakt, das Händeschütteln bei der Begrüßung eines Freundes oder Smalltalk mit dem Nachbarn ist ihr verboten. Männer hingegen können nach dieser patriarchalisch islamischen Weltsicht niemals unanständig, liederlich oder sündhaft handeln, sondern sind im Zweifelsfall hilflos triebfixierte, willensschwache Opfer weiblicher Bezauberung und Verführungskunst. Nach dieser Logik ist der Mann unschuldig, die Frau hingegen muss für seine lüsternen Blicke bestraft werden. Ihr ganzer Körper ist mit Stoff zu bedecken, damit männliche Muslime nicht die Kontrolle über sich verlieren und vergewaltigend über sie und andere nicht korrekt verschleierte Mädchen und Frauen herfallen. Hält sich eine Frau nicht an die Kleidungsregeln, ist sie selber schuld, wenn sie sexuell missbraucht wird(17).

Nach kulturell moderner (aufklärungshumanistischer(18) und wissenschaftlicher) Auffassung wird die Frau damit nicht nur sexualisiert und diabolisiert, sie wird gleich zum zweiten Mal Opfer eines patriarchalischen Welt- und Menschenbildes, indem nicht der Mann für sein triebhaft-übergriffiges, frauenfeindliches Verhalten bestraft wird, sondern die Frau.

Fazit: Die Burka entwürdigt die Frau und reduziert sie auf ihre biologisch-sexuelle Funktion.

Die Bedeutung des Gesichts in der sozialen Interaktion

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches auf zwischenmenschliche Beziehungen hin angelegt. Ohne miteinander zu reden, ohne kollegiale und freundschaftliche Beziehungen zu pflegen, würden Männer wie Frauen allmählich seelisch und geistig verkümmern, manche würden krank. Vier der fünf Grundbedürfnisse nach Abraham Maslow (* 1908), nämlich Sicherheit, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe, das Streben nach Wertschätzung und Geltung sowie das Bemühen um Selbstverwirklichung sind ohne Zutun oder Mitwirkung anderer nicht möglich. Wäre man nur in der Lage, Hunger, Durst, Schlaf und ähnliche lebensnotwendige Körperfunktionen zu erhalten, wäre das Leben ein Dahinvegetieren, das Dasein hätte keine Lebensqualität.

Der Schlüssel, um Zugang zu Mitmenschen zu bekommen, ist Begegnung und Gespräch, das sich zu 7 % aus verbalen Informationen (was wird mit welchen Worten gesagt), zu 38 % aus vokalen Impressionen (wie klingt die Stimme, Lautstärke, Betonung, Stimmlage) und zu 55 % aus nonverbalen Botschaften (Gestik, Mimik, Körperhaltung) zusammensetzt (Albert Mehrabian(19)).

Die Burka verdrängt Musliminnen aus dem öffentlichen Raum

Sobald Menschen einander begegnen, treten sie miteinander in Verbindung, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Selbst wenn wir schweigend aneinander vorbei gehen, tauschen wir Botschaften aus, die miteinander korrespondieren. Der Körper und vor allem das Gesicht sind uns dabei wesentliche Brücken. Unser Gesicht, wie auch das unserer Gesprächspartner, ist wie ein aufgeschlagenes Buch, in dem über persönliche Befindlichkeiten gelesen werden kann. Aus den so gewonnenen Eindrücken lässt sich erschließen, was die Person gerade denkt und fühlt. Da nonverbales Verhalten zumindest bezüglich der Grundemotionen (Robert Plutchik, * 1927) zum großen Teil angeboren ist, fällt es Menschen mit gesundem Sehvermögen leicht, den Sinn dieser wortlosen Botschaften zu deuten. Schon Babys beherrschen diese ‚Sprache‘, bevor sie reden können. Malt man auf ein Blatt Papier einen Kreis mit weit aufgerissenen ‚Augen‘ und ‚gefletschten Zähnen‘, werden sie Angst bekommen und anfangen zu weinen.

Das Gesicht eines Menschen ist ein sehr wichtiger Anhaltspunkt, um eine Person wiederzuerkennen. Burka und Niqab behindern den Kontakt, auch innerhalb der Gruppe der vermeintlich Rechtgläubigen, weil Niqabis, die ihren Glaubensschwestern ungeplant auf der Straße begegnen, einander allenfalls am Klang der Stimme identifizieren können. Selbst die eigenen Kinder und der Ehemann, die der traditionell / salafistisch gekleideten Muslima spontan in der Stadt begegnen würden, könnten in der ganzkörperverschleierten Figur nicht die Mutter und die Partnerin erkennen und würden unbeteiligt vorbeigehen, wie an einer Fremden, wenn die Niqabi sie nicht anspricht und dann an der Stimme erkannt wird.

Der Stoff vor dem Mund dämpft die Stimme, strengt beim Sprechen an, die Aussprache der Worte ist nicht mehr klar und deutlich vernehmbar und erschwert die Verständigung. Unverschleierte oder Kopftuch tragende Gesprächspartnerinnen von vollverschleierten Frauen, mit Männern, die nicht Mahram(20) sind, dürfen die gottesfürchtigen Fundamentalistinnen erst gar nicht reden, werden sich des Eindrucks nicht erwehren können, mit einem übergestülpten Stoffsack mit Augenschlitzen oder Gitterfenster zu sprechen. Bei Burkas wäre durch das Sichtgitter nicht einmal mehr die Augenfarbe erkennbar.

Burkamusliminnen wirken sehr auf sich selbst bezogen, abweisend und unnahbar, sie signalisieren schon von weitem: “Sprich mich bloß nicht an, ich will keinen Kontakt”. Das gilt bewusst oder unbewusst auch für Burkaträgerinnen untereinander. Kein Wunder also, wenn das aufgeschlossene, der Welt und den Menschen zugewandte kopftuchtragende oder unverschleierte Umfeld sich zurückzieht. Mit der islamischen Gesichtsbedeckung bekleidete Frauen werden so systematisch daran gehindert, spontan Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen. Die Gesichtsmimik, eine wichtige zwischenmenschliche Brücke, ohne die es uns schwerfällt das Gegenüber anzusprechen, ist nicht mehr sichtbar.

Diese Mädchen und Frauen sind daher wie gesichtslos, haben keine Einzigartigkeit, keine Ausstrahlung, können kein Profil zeigen und daher auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie haben ihr Gesicht verloren, dieses sprachliche Gleichnis ist eine weltweit verstandene Chiffre für ’seine Würde verlieren‘. Die Frauen können auch kein ‚Gesicht zeigen gegen Rechts‘, für ein weltoffenes Europa. Diese Totalverschleierten erinnern an die dämonische und gruselige Hauptfigur in der TV-Serie Belfegor, die in den sechziger Jahren ausgestrahlt wurde. Kleinen Kindern scheint es ähnlich zu gehen, sie fürchten sich vor diesen dunklen, gespenstischen Frauen. Deshalb dürfen in einer Mönchengladbach-Eickener Grundschule Niqabis und Burkaträgerinnen ihre Kinder nicht im Ganzkörperschleier zur Schule bringen.

Der ’sittsame‘ Ganzkörperschleier soll offensichtlich Musliminnen außerhalb des Hauses den Mund verbieten, potentiellen Gesprächspartnern soll die Lust vergehen, diese Frauen anzusprechen oder gar ein vertrauliches Gespräch mit ihnen zu führen. Frauen- und Menschenrechtler sehen in der nonverbalen Botschaft des Gesichtsschleiers eine Ablehnung ihrer Werte, ihrer Lebensweise, manche fühlen sich beleidigt, provoziert oder angegriffen.

Fazit: Die Burkaträgerin muss sich fühlen wie eine Gefangene in Isolationshaft, in einer aus Stoff genähten Einzelzelle zum Mitnehmen. Während Männer sinnbildlich ihre Nase in jede Angelegenheit stecken können, haben vollverschleierte Frauen oder Niqabis diese Möglichkeit nicht. Frauen werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt und ins Haus verbannt, an den Herd und zu den Kindern. Der öffentliche Raum im orthodoxen Islam ist männlich, der weibliche Hoheits- und Einflussbereich ist das für den Ehemann und seine Sippe gepflegte, gemütliche Heim und die Erziehung möglichst vieler gottgefälliger Kinder, Jungen sind besonders willkommen.

Die Frau ist Besitz des Mannes, sie hat ihm zu gehorchen, wie sie Allah gehorchen soll. Die erste mit einer Burka bekleidete Frau, die mir an einer Bushaltestelle begegnete, ist mir als mit wehenden Tüchern vor sich her stolperndes schwarzes Gespenst in Erinnerung geblieben, das sich noch nicht an die Kleidung gewöhnt hatte, mit dem fußlangen Saum ihres Gewandes kämpfend, angestrengt auf den Boden schauend, ihrem Ehemann hinterher zu eilen versuchte und in klarem Deutsch laut rief: „Nicht so schnell, nicht so schnell. Warte, ich komm nicht mit.“ Der bärtige, mit Kaftan und Pluderhose sowie Gebetskappe bekleidete Göttergatte indes setzte seinen Weg ungerührt fort, ohne sich umzusehen, anzuhalten oder seine souverän weit ausholenden Schritte zu verlangsamen.

Burkamobbing

Die Burkamuslima verbirgt ihre Figur von Kopf bis Fuß unter langen weiten Stoffbahnen, um nicht als anstößig angesehen zu werden und über jeden Verdacht erhaben zu sein, sie wolle Muslime auf sündige Gedanken bringen oder gar zum Ehebruch verführen. So hoffen die korrekt verschleierten Musliminnen den für Frauen aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit als Mangelwesen(21) schwer zu erreichenden Platz im Paradies(22) doch noch zugewiesen zu bekommen.

Eine Muslimin, die in der Umma (islamische Weltgemeinschaft) im Prinzip kein hohes Ansehen genießt, sondern eher als treuhänderisches Gut des Ehemannes gilt(23), (Allah hat dem Ehemann wahrhaftig das Recht zuerkannt, von der heiligen Wertsache namens Eheweib Behaglichkeit, Erholung, Friedlichkeit und Nutzen zu beziehen), wird als vollverschleierte, gottesfürchtige Frömmlerin ein wenig aufgewertet. Sie ist Avantgardistin, Trendsetterin, kann sich als die Erhabene und moralisch Überlegene fühlen, die auf unverschleierte oder weniger streng verhüllte Glaubensschwestern und Ungläubige verächtlich herabsehen sehen darf, die Konkurrentinnen korangetreu belehren, mobben und verachten darf und dafür obendrein auch noch mit Hasanat, himmlischen Pluspunkten belohnt wird.

Burka und Tugendterror

Mit jeder weiteren Burka im Straßenzug wächst der Einfluss der salafistischen Burkalobby. In der Nachbarschaft solcher Fundamentalisten sehen sich säkulare und nicht praktizierende muslimische Familien einem starken Druck ausgesetzt, wenigstens wenn sie das Haus verlassen, ihre Garderobe und das Verhalten in der Öffentlichkeit immer stärker an Koran und Sunna zu orientieren.

In Stadtteilen mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil könnte man den Eindruck gewinnen, dass ein pseudoreligiöses Wettrüsten um die gottesfürchtigste Verschleierung ausgebrochen ist. Besonders Mütter und, wenn auch in etwas geringerem Maße, die übrigen weiblichen Verwandten, die traditionell fast ausschließlich für die Erziehung und Pflege von Sitten und Brauchtum Verantwortung tragen, sehen sich dazu gezwungen, ihre Töchter sehr früh an das „Schamtuch“ zu gewöhnen, um sie vor Verachtung, Ausgrenzung und der Hölle zu schützen sowie um selbst sowohl Allahs Strafgericht als auch der irdischen sozialen Ausgrenzung zu entgehen. Viele Musliminnen kennen die Pflicht aller Gläubigen, von Jedem das Gute einzufordern und Verbotenes möglichst nicht zuzulassen. Um diesem Auftrag sozialer Kontrolle nachzukommen, ist ein fast lückenloses Netz der Überwachung aufgebaut worden, das verhindern soll, dass die angeblich zur Lasterhaftigkeit neigenden Frauen durch verwerfliches oder gar sündiges Verhalten die Familienehre beschmutzen.

Dem islamischen Frauenbild und Rollenverständnis entsprechend, gilt es als Schande und Strafe Gottes, wenn es dem Clan nicht gelingt, vor allem die weiblichen Familienmitglieder möglichst jung zu verheiraten, damit die fetischisierte Jungfräulichkeit möglichst sichergestellt ist. Die Mädchen haben aber nur dann auf dem Heiratsmarkt eine Chance, wenn sie aus einer angesehenen Familie stammen, ein keusches und frommes Leben führen und sich züchtig kleiden. Nur dann bringen sie ihrer Familie einen hohen Brautpreis ein. Die Vorstellungen und Wünsche der angehenden Bräute sind dabei nicht von Interesse. Die Burka gehört zum Milieu der Zwangsverheiratungen und arrangierten Ehen, sie ist häufig der Stoff für den Alptraum einer Ehehölle(24).

Die Burka ist kein Freiheitsrecht!

Die Frau hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Verlässt sie ihr Haus, dann nur für wichtige Erledigungen, selbstverständlich hat sie schnellstmöglich zurückzukehren. Geht sie doch aus, muss sie sich unter der Burka verstecken. Sie ist für die Außenwelt nicht existent. Sicherlich behält sie ihre Identität, da sie aber nicht wiedererkannt werden kann, verliert sie an Persönlichkeit, an Ausstrahlung, an Individualität. Wer sich tatsächlich hinter dem Ganzkörperschleier verbirgt, weiß keiner. Wahrscheinlich steckt in dem ‚Gefängnis to go‘ eine Frau, sicher sein kann man sich aber nicht. Die Fundamentalistin hat nach islamisch-salafistischer Glaubenslehre vor allem außerhalb des Hauses kein Recht, eine Persönlichkeit mit charakteristischen Gesichtszügen zu sein. Der Vater, Bruder oder Ehemann bestimmt daher, ob und wie lange die volljährige Tochter bzw. Schwester oder Ehefrau das Haus verlässt. Der männliche Beschützer und Kontrolleur begleitet sie zum Arzt. Möchte sie zum Fitnesscenter, muss ein eigener Trainingsbereich für Frauen angeboten werden, der Gatte entscheidet, ob sie außerhalb des Hauses einer Berufstätigkeit nachgehen darf(25), (26), (27).

Rechtsgelehrte mit hoher Autorität verfassen Lehrbücher, organisieren oft gut besuchte Vorträge um zu missionieren, besonders gerne nutzen die mittlerweile technisch versierten Prediger und Produzenten moderne Medien wie das Internet, Videoclips oder Diskussionsforen, um ‚ins Paradies‘, zur ‚Wahren Religion‘ oder ins ‚Boot der Rettung‘ einzuladen. In Seminaren und Veröffentlichungen wird nicht nur das Schlagen von Frauen als letztes Mittel gebilligt, sondern körperliche Züchtigung als eine Art Heilkur verharmlost. „Die Medizin oder Behandlung einer jeden Unpässlichkeit kann manchmal sehr bitter sein. Aber eine kranke Person wird das Medikament freudig einnehmen und die Bitterkeit der Medizin ertragen, um von seiner Krankheit geheilt zu werden.“ (Frauen im Schutz des Islam, 96). Referenten und Autoren wie Abd ar-Rahman asch-Schiha, behaupten sogar, einige Frauen würden diese Misshandlung gutheißen. „Das Schlagen der Ehefrau sei nach der islamischen Lehre „nur auf die Form einer (medizinischen) Behandlung eingeschränkt und begrenzt.“ (ebd., 97). Der Autor hält Körperverletzung „zu Erziehungszwecken“ (ebd., 98)(28) für gerechtfertigt. Falls sich die Muslimas doch irgendwann wider Erwarten dazu entschließen sollten, Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten, geben Lektüren und sonstiges Informationsmaterial frei Haus Tipps, wie zu vermeiden ist, dass die Schläge Spuren hinterlassen, gleich dazu(29). Hier sind große Zweifel angebracht, daran, dass Frauen sich selbst freiwillig so demütigen (lassen).

Selbst wenn Musliminnen noch so sehr darauf bestehen, aus freien Stücken zu handeln, kann man diese Art der Freiwilligkeit doch kaum mit dem Recht auf die Freiheit der persönlichen Entfaltung gleichsetzen. Es handelt sich bei der fundamentalistischen Bekleidungsvorschrift zur Gesichts- bzw. Ganzkörperverhüllung um ein kollektives, religiös verbrämtes, patriarchalisches Gebot, dem jede Muslima ‚freiwillig‘ zu folgen hat. Fühlt sie sich gegängelt, outet sie sich als glaubensschwach. Entzieht sie sich gar dem hohen Konformitätsdruck, gilt sie in ihrem sozialen Umfeld, das wir uns als erzkonservativ-islamisch praktizierend vorzustellen haben, als widerspenstiges, unmoralisches und verführerisches Teufelsweib und muss als verachtenswerte Unreine, die ewig qualvoll in der Hölle brennen wird, stigmatisiert und gemieden werden. Jeder, der den Kontakt zu dieser ‚Sünderin‘ aufrechterhält, verliert den Schutz des Stammes, gefährdet das eigene Seelenheil und das seiner Familienmitglieder gleich mit. Eine Frau, die sich nicht an Allahs Wort hält, entehrt die männlichen Clanmitglieder (Frauen haben keine eigene Ehre, sie sind die Ehre der Männer). Die ebenfalls von diesem hohen Assimilationsdruck getriebenen maskulinen Verwandten sind gehalten, unbotmäßige weibliche Angehörige zu diskriminieren, seelisch und körperlich zu misshandeln und, wenn die Ehre nicht anders reinzuwaschen ist, auch zu ermorden, um nicht zum Gespött der Community zu werden(30). Bedenkt man das Bedrohungsszenario von körperlicher Gewalt und vormodernen Ehrbegriffen, sollte man von einer Art Stockholmsyndrom sprechen: Musliminnen und Nichtmusliminnen und in etwas abgemilderter Form auch Nichtmuslime sind Geiseln eines Unterdrückungssystems namens Scharia.

Taslima Nasreen(31) beschrieb am 22. Januar 2007 in einem Online-Magazin einen Artikel mit der Überschrift Let’s Think Again About The Burqa sehr treffend das „purdah system“ und die Stellung der Frau(32). Lesenswert ist auch der Artikel in der TIME von Yasmin Alibhai-Brown, einer geachteten Journalistin aus Uganda, zum ‚Recht‘ die Burka, den Niqab zu ‚wählen‘, ‚Nothing to Hide'(33).

Art. 2 GG garantiert zwar das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, das jedoch wichtige Einschränkungen vor allem zum Schutz der freiheitlichen Demokratie und der Rechte anderer und des Einzelnen vorsieht. Auch wenn Drogen- und Alkoholabhängige behaupten, freiwillig zu trinken und Suchmittel einzunehmen, hindern wir sie letztendlich durch eine Therapie oder eine Zwangseinweisung daran, sich selbst zu zerstören und ihr soziales Umfeld zu gefährden. Wenn jemand sich umbringen möchte, weil er keinen Sinn mehr im Weiterleben sieht, halten wir ihn davon ab, sich zu töten. Die im Grundgesetz garantierte Gleichberechtigung ist in den Ideen von Humanismus und Aufklärung verwurzelt und Wesenskern der Menschenwürde, die unantastbar ist. Der Staat ist verpflichtet, sie (bedarfsweise gewaltsam) zu schützen (Artikel 3 GG), er „fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“, er hat die Burkaträgerin vor der Diskriminierung und Herabwürdigung zu schützen, die mit dem System Purdah (Parda, persisch für Burka) verbunden ist. Ein Burkaverbot im öffentlichen Raum (und damit auch in staatlichen Einrichtungen und im ÖPNV) ist keinesfalls verfassungswidrig, der Staat ist vielmehr gehalten, mit einem entsprechenden Gesetz Grundrechtsträgerinnen zu schützen.

Die im Grundgesetz propagierte demokratische Persönlichkeit sieht den Menschen durchaus als mit Naturrechten ausgestattetes, selbstbestimmtes und freies Individuum. Genauso wichtig ist jedoch seine Bereitschaft zur sozialen Einbindung wie auch zur wertschätzenden, gleichberechtigt- zwischenmenschlichen Interaktion mit allen Mitgliedern der Solidargemeinschaft, die ihn als Teilhabenden willkommen heißt, ihn achtet und schützt und mit ihm kooperiert, während er die Allgemeinheit unterstützt, ohne sofort von dieser Mithilfe profitieren zu wollen. Diese Annahme wird durch die bereits erwähnte Bedürfnispyramide nach Maslow bestätigt. Wenn in Europa „Die aktive Einbeziehung von Einwanderern in das gesellschaftliche und vor allem das Vereinsleben … ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu ihrer Integration(34)“ ist und auch in der Bundesrepublik die zur ‚Chefsache(35)‘ erklärte Integration die beständigen Voraussetzungen schaffen will, dass chancengleiche Teilhabe aller Bewohner zur Realität wird, muss man den Zuwanderern durchaus zumuten, unsere Sprache zu lernen, das Grundgesetz und die daraus abgeleiteten Werte als Fundament unserer gemeinsamen Gesellschaftsordnung zu akzeptieren sowie diese als Orientierungsrichtlinie und Handlungsrahmen für die Lebensgestaltung zu übernehmen. Das Letztgenannte gilt auch für ursprungsdeutsche Konvertiten zum Islam.

Die Soziologen Evelyn Ersanilli und Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sehen einen klaren Zusammenhang zwischen Erfolgen in der Integrationspolitik und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Partizipationsrechten und Integrationspflichten(36). Diese Erkenntnis stützen die Forscher auf eine Studie, für die insgesamt 1000 türkischstämmige Einwohner, die in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich geboren oder vor 1976 eingewandert sind, befragt wurden(37). Wissenschaftler wie Ralph Ghadban, Hartmut Krauss und Bassam Tibi und Autorinnen wie Güner Balci und Alice Schwarzer werden bestätigen, dass diese Untersuchungsergebnisse auf andere muslimische Zuwanderergruppen übertragbar sind. Wir brauchen eine Abkehr vom kostspieligen und gescheiterten Multikulti-Kuschelkurs hin zu einer Neuorientierung zum Prinzip Fördern und Fordern. Dieser Ansicht ist auch der Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky(38).

Teure Projekte wie Stadtteilmütter, Integrationslotsen und Sprachkurse mit Kinderbetreuung verfehlen ihr Ziel, wenn sich ultraorthodoxe Muslime weiterhin im muslimisch dominierten Kiez einigeln, sich in die undurchdringlichen Wagenburgen der Parallelgemeinschaften zurückziehen und ihr ‚Freiheitsrecht‘ einfordern, sich durch die Vollverschleierung vor unislamischen Einflüssen abzuschotten und sich damit bewusst selbst auszuschließen. Die freiwillige Bereitschaft, sich beispielsweise aus dem Programmheft der Familienbildungsstätten eine interessante, preisgünstige Veranstaltung herauszusuchen, sich dafür anzumelden und daran teilzunehmen, ist im extrem fundamentalistischen Milieu der Burka- und Niqabträgerinnen nicht anzutreffen. Gleiches gilt auch für das Engagement in koedukativen Sportvereinen, Selbsthilfeinitiativen, bei Nachbarschaftstreffen, Kreativkursen, Musikveranstaltungen und Filmvorführungen. Da aus der dogmatischen Sicht von Salafisten Allahs Gebote sowie die Empfehlungen und Verhaltensweisen des Propheten und seiner Gefährten wortgetreu im Alltag umgesetzt werden müssen, wird die berufliche Integration von korrekt komplettverhüllten Muslimas boykottiert sowie die gemeinsame Freizeitgestaltung mit ‚Ungläubigen‘ gezielt sabotiert. Das überschreitet den Handlungsrahmen der vom Grundgesetz geschützten Religionsfreiheit und Freiheit der persönlichen Entfaltung.

Der Platz der Frau ist nach den Rollenvorstellungen des Zeitalters der Glückseligkeit (Age of Happyness(39)), das die ebenso elitären wie repressiven Wahhabiten und Salafisten nicht nur durch ihre Kleidung wieder erwecken, im Haus am Herd, ihr Lebenslauf sieht die kinderlose Single-Karrierefrau nicht vor. Niemand aus dieser Gruppe wagt es aus der Reihe zu tanzen(40). Aus sozialpädagogischer Erfahrung wissen wir, dass auch den minderjährigen Töchtern und jungen erwachsenen Frauen in diesen radikal orthodoxen Familien der Zugang zu sozialen Kontakten wie Klassenfahrten, Rockkonzerten oder Geburtstagspartys als haram verwehrt bleibt, statt dessen reglementiert die Überwachung durch ältere Brüder und sonstige meist männliche Verwandte das Leben(41). Keine Salafistin oder Wahhabitin wird sich dem Vorwurf aussetzen wollen, der eigenen Tochter den ‚geraden Weg‘ (Istiqama(42)) ins Paradies vorzuenthalten und damit nicht nur das eigene, sondern auch das Seelenheil des Mädchens zu gefährden. Deshalb wird man das Kind rechtzeitig durch das Kopftuch an das Verschleierungsgebot gewöhnen: „From an early age, daughters should be taught that hijab is an ordinance from Allah to protect their chastity. When a girl reaches puberty she is obliged to do all the obligatory duties and to avoid all haram things. One of the obligatory duties is wearing hijab“, wie man um Yusuf al-Qaradawi allen muslimischen Eltern zur Frage “Can Muslim Parents Force Hijab on Daughters(43)?” klarstellt. Das Erreichen der Pubertät kann bei Südländerinnen, zumal wenn sie übergewichtig sind, schon mal mit neun oder zehn Jahren sein. Das Kopftuchgebot diskreditiert daher nach fundamentalistischer Denkweise bereits kleine Mädchen als Verführerinnen, wertet sie ab zum bloßen Sexualobjekt.

Einem nicht linientreuen bzw. unislamisch freisinnigen Erziehungsstil folgen durch die Verpflichtung des muslimischen Umfelds zur Hisba(44) verlässlich Sanktionen im Diesseits. Weil den Gläubigen alles verboten ist, was zu einer Sünde verleiten könnte und die Gefahr zu sündigen für Muslimas wesensgemäß besonders groß ist (Mangel an Religion, Moral und Verstand), bemüht man sich um strenges Wohlverhalten (Orthopraxie), zumal die erniedrigenden Strafen von der dreifach abgestuften, koranisch legitimierten Sanktionierung durch den Ehemann (Prügelvers, 4:34), sein ihn bevorzugendes Scheidungsrecht(45), Mobbing, die Verstoßung aus dem Familienverband, die Definition als Unreine und Sünderin, die im Höllenfeuer ewig brennen muss, und, damit verbunden, der Ausschluss aus der Gemeinde schwer zu ertragen sind. Das ‚System Purdah(46)‘ fördert daher die Segregation und verwehrt vor allem Mädchen und Frauen das Recht auf Selbstbestimmung und soziale Anerkennung außerhalb des Clans und seiner frühmittelalterlichen Regeln.

Die Hidschabpflicht(47) ist somit keinesfalls Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung und Emanzipation von der Bevormundung der gesellschaftlichen Leitkultur oder äußerlich sichtbares Kennzeichen eines individuellen Weges der religiösen Selbstverwirklichung und daher kein „Freiheitsrecht“(48). Zur Freiheit die Burka anzulegen würde immer auch die Freiheit gehören, ohne Furcht darauf verzichten zu können.

In Zusammenarbeit mit den Bürgern (Wächteramt) muss der Staat dem elterlichen religiösen Erziehungsrecht Grenzen setzen, damit auch die nächste Generation das Grundgesetz bejaht und mitträgt und damit die säkulare Demokratie sich nicht selbst abschafft. Die Aussage von Carlo Schmid gilt auch in Bezug auf religiös begründete Geschlechtertrennung und Frauenentwürdigung:

„Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muß man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

(1) Gesundheit, Ernährung.

http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/Nahrungsergaenzungsmittel-Natuerlich-ist-oft-besser-1602850-2602850/

(2) Winterdepression

http://www.portalgesund.de/winterdepression.php

(3) Osteomalazie

http://de.wikipedia.org/wiki/Osteomalazie

(4) Osteoporose Vitamin-D-Mangel

http://www.iofbonehealth.org/download/osteofound/filemanager/health_professionals/pdf/Vitamin-D-reports/Vitamin_D-MEast_Africa.pdf

(5) Vitamin D und Kalziumstoffwechsel

http://www7.nationalacademies.org/germanbeyonddiscovery/VitaminD_7.html

(6) „Irlands Klima hat ein nicht so intensives Sonnenlicht, wie das jener Länder, aus denen die Burka- Trägerinnen kommen“, so Dr. Miriam Casey von der Osteoporose- Abteilung des St.- James- Krankenhauses in der „Sunday Times“. Vor allem im Winter reicht dann – vorallem in Städten – das Ausmaß der UV- B-Strahlung nicht mehr, um eine ausreichende Vitamin-D-Produktion sicherzustellen.

Die Folgen: Viele Burka- Trägerinnen, die aus sonnenverwöhnteren Ländern in mittel- oder nordeuropäische Regionen eingewandert sind, entwickeln einen Vitamin- D-Mangel, der sich häufig in einer sogenannten Mineralisationsstörung des Knochens manifestiert. Diese führt in manchen Fällen sogar dazu, dass Beckenknochen während des Geburtsvorganges brechen.

Für die Babys dieser Frauen besteht zudem ein erhöhtes Risiko in den ersten Lebenswochen Krämpfe zu bekommen. Außerdem treten bei diesen Kindern häufig Probleme wie Wachstumsverzögerungen und Muskelschwäche auf.

http://www.krone.at/Nachrichten/Burka_erhoeht_das_Risiko_von_Knochenbruechen-Zu_wenig_Sonne-Story-127358

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,901061016-1543877,00.html

Ich habe in Aegypten auch schon Kinder gesehen, die mir sehr rachitisch aussahen – klar, bin keiner Aerztin und kann das nicht diagnostizieren, aber ein seltsam verbogener Brustkorb und krumme Beine. Die Mutter trug Niqab und ging so gut wie nie raus, und wenn dann am Abend, wenn der Mann dabei war. Die Wohnung war sehr dunkel und hatte keinen Balkon, d.h. die Kinder kamen so gut wie nie ans Sonnenlicht.

http://www.muslima-aktiv.de/forum/viewtopic.php?f=4&t=7991

(7) Dhimma (ḏimma)

http://de.wikipedia.org/wiki/Dhimma

(8) Harbi (Ḥarbī)

http://de.wikipedia.org/wiki/%E1%B8%A4arb%C4%AB

(9) Hisba (ḥisba)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

(10) al-wala wa`l-bara`a (al-walāʾ wal-barāʾa)

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wal%C4%81%27_wa-l-bar%C4%81%27a

Der saudische Großmufti Abd al-Aziz ibn Baz vertrat dazu eine andere Meinung. Per se sei freundschaftlicher Umgang mit Nicht-Muslimen verboten. Er werde nur dadurch zulässig, wenn er entweder den Zweck verfolge, die entsprechenden Personen zum Islam zu bekehren, dem Gastrecht zu entsprechen oder wenn der Umgang mit ihnen dem muslimischen Gemeinwesen diene. Freundschaftlicher Umgang ohne einen solchen speziellen Grund sei für Muslime mit Andersgläubigen unzulässig. Dem salafistischen Gelehrten Salih al-Fauzan zufolge sei es unmöglich, mit Andersgläubigen freundschaftliche Beziehungen zu führen, da man als Muslim verpflichtet sei, Andersgläubige zu hassen. Es wäre rechtlich zulässig, von ihnen Geschenke anzunehmen, nicht jedoch, sie zu einem festlichen Anlass zu beglückwünschen.

Islam-qa.com Rechtsgutachten Nr. 59879 über die Unzulässigkeit des Umgangs von Muslimen mit Nichtmuslimen. Scheich Muhammad Salih al-Munajjid:

http://www.islam-qa.com/en/ref/59879

(11) Mehr Frauen in der Hölle als Männer. It was narrated from the Prophet that women will form the majority of the people of Hell. It was narrated from ‘Imraan ibn Husayn that the Prophet said: „I looked into Paradise and I saw that the majority of its people were the poor. And I looked into Hell and I saw that the majority of its people are women.“ (Narrated by al-Bukhaari, 3241; Muslim, 2737)

http://www.islamicboard.com/miscellaneous/134269949-why-there-more-women-hell-than-men.html

(12) Ghadban zum Begriff der ‚Aura (ʿawra) im Islam: „Es kann Mangel an Sehfähigkeit (daher a’war, Einäugige) oder Schwachpunkt in der Verteidigungslinie im Krieg oder Mangel an Schutz des eigenen Hauses oder der Privatsphäre heißen. Das Wort bedeutet auch die Schamgegend am Körper, die aus den Geschlechtsteilen besteht.“

http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=IYRYVB

Das englische Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: »Etymologically, the term Awrah derives from the root ‘a-w-r which means „defectiveness“, „imperfection“, „blemish“ or „weakness“ – however the most common English translation is „nakedness“.«

http://en.wikipedia.org/wiki/Awrah

(13) Nach Buchârî soll der Prophet gesagt haben, den Frauen fehle es an Vernunft und an Religion. Die Frauen fragten nach dem Grund. Er antwortete: „Ist die Zeugenaussage der Frau nicht halb so viel Wert wie die des Mannes? Das kommt von ihrem Mangel an Vernunft. Muss sie nicht während der Menstruation aufhören zu fasten und zu beten? Das kommt von ihrem Mangel an Religion.“

http://www.bpb.de/themen/IYRYVB,6,0,Das_Kopftuch_in_Koran_und_Sunna.html

JEDDAH DAWA CENTER. Then they asked: “What is our lack of mind and religion, O, Messenger of God?” He said: “Is not the testimony of woman half that of a man?” They said: “Yes.” He said: “That is the lack in her mind.” He added: “Does not she abstain from praying and fasting when she has her period?” They said: “yes.” He concluded: “That is their lack of religion.” It is obvious from the Answer of the prophet that the lack of woman’s mind is in the matter of testimony, which needs control and affirmation. Man is more affirmative and controlling in this respect than woman.

http://worldreminder.net/QAABOUTISLAM/Thefirstgroup/PARTTWO/Chapter7FamilyandWomenAffairs.aspx

Die Aufgabe der Frau ist es, zu heiraten und Kinder zu gebären. … Frauen haben einen Mangel an geistigen Fähigkeiten: „The specific task of women in this society is to marry and bear children. They will be discouraged from entering legislative, judicial, or whatever careers which may require decision-making, as women lack the intellectual ability and discerning judgment required for these careers.“

Die Frau ist ihrer Menstruation unterworfen, weshalb die Kapazität ihres Verstandes gemindert ist: A Yemeni cleric recently explained in a television broadcast what it is that makes women inferior and unable, say, to serve as good witnesses: „Women are subject to menstruation, when their endurance and mental capacity for concentration are diminished. When a woman witnesses a killing or an accident, she becomes frightened, moves away, and sometimes even faints, and she cannot even watch the incident.“

http://www.thereligionofpeace.com/Quran/010-women-worth-less.htm

(14) Das Kopftuch in Koran und Sunna (Ghadban)

http://www.bpb.de/themen/IYRYVB,0,Das_Kopftuch_in_Koran_und_Sunna.html

(15) Scheich Tadsch ad-Din al-Hilali (Tāǧ ad-Dīn al-Hilālī)

http://de.wikipedia.org/wiki/Taj_El-Din_Hilaly

(16) This polarity, in which the unveiled are regarded as licentious loose women, has continued in Muslim traditions, leading to harassment and violence against unveiled women, in both traditional Muslim and Western cultures.

http://www.dhushara.com/book/sakina/fatwah/purdah.htm

Unverschleierte Frauen ermuntern zur Vergewaltigung, unveiled women invite rape. Debate between Egyptian author, Muna Hilmi, and lawyer Nabih Al-Wahsh. Dream2 TV, Egypt aired this debate on February 2, 2005.

http://wn.com/women%27s_rights_in_islam_unveiled_women_invite_rape

Nabih Al-Wahsh: Die Frage nach der Jungfräulichkeit sollten wir sehr ernst nehmen. … Haben Sie jemals davon gehört, dass eine sittsame und gottesfürchtige Frau vergewaltigt worden wäre? Die Frauen, die vergewaltigt werden, sind diejenigen, die sich aufgedonnert, sich in Schale geschmissen haben. In my opinion, taking the issue of virginity lightly will open the door to moral corruption. If we aren’t strict on the issue of virginity we won’t be able to keep tabs on what happens. The incidence of rape cases has reached a frightening level. Have you ever read about a modest and devout woman who was raped? Those who get raped are those who adorn themselves.

http://www.liveleak.com/view?i=f1a_1178025162

The lawyer, Nabih El-Wahsh, claimed that El-Saadawi insulted Islam and questioned one of its main pillars in an interview with an independent weekly, Al-Midan, in early March. She was quoted as saying that pilgrimage to Mecca and kissing the black stone were „vestige of pagan practices“, and repeated her opposition to Islamic inheritance laws which give men double that left to women.

El-Saadawi insists she was misquoted by the newspaper, and that her words were taken out of context. However, the lawyer made use of the second article of the Egyptian Constitution which states that Islamic law, or Shari’a, is the main source of legislation in Egypt, and filed what is known as a hisba case against El-Saadawi. Hisba signifies a case filed by an individual on behalf of society when the plaintiff feels that great harm has been done to religion.

A number of Islamist lawyers made a specialisation of filing hisba cases against Egyptian intellectuals and writers in the early 1990s

http://weekly.ahram.org.eg/2001/539/eg7.htm

(17) Scheich Taj al-Din Hamid al-Hilali, der höchste muslimische Geistliche in Australien, bezeichnete am 25.10.2006 unverschleierte Frauen als nacktes Fleisch: „Wenn ihr rohes Fleisch auspackt und offen auslegt, und die Katzen kommen und fressen es – wessen Fehler ist das?“, fragte der Prediger seine Zuhörer – und antwortete sich gleich selbst: „Das unbedeckte Fleisch ist das Problem.“ Solange Frauen in ihrem Zimmer bleiben und den Schleier tragen, argumentierte al-Hilali weiter, seien sie keinen Gefahren ausgesetzt. Wer sich aber schminke und verführerisch mit den Hüften schwinge, fordere den Appetit geradezu heraus.

Addressing 500 worshippers on the topic of adultery, Sheik al-Hilali added: „If you take out uncovered meat and place it outside on the street, or in the garden or in the park, or in the backyard without a cover, and the cats come and eat it..whose fault is it – the cats or the uncovered meat?

„The uncovered meat is the problem.“

He went on: „If she was in her room, in her home, in her hijab (veil), no problem would have occurred.“

http://www.dailymail.co.uk/news/article-412697/Outrage-Muslim-cleric-likens-women-uncovered-meat.html

http://www.islamreview.com/articles/WOMEN_ARE_RESPONSIBLE.shtml

(18) Humanismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus

(19) Albert Mehrabian ist Professor für Psychologie an der University of California )Los Angeles) und forscht zur Bedeutung non-verbaler Elemente in der menschlichen Kommunikation.

http://www.soft-skills.com/sozialkompetenz/nonverbalesensibilitaet/mehrabian/55387regel.php

(20) Mahram-Karte im System der Verwandtschaft. Mahrams-Chart.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/2/2f/Mahrams_Chart.png

(21) Ralph Ghadban (Das Kopftuch in Koran und Sunna) zitiert Bukhari:

…Diese andere Beschaffenheit der Frau stellt einen Mangel in ihrer Natur dar, der von einem hadîth erläutert wird. Nach Buchârî soll der Prophet gesagt haben, den Frauen fehle es an Vernunft und an Religion. Die Frauen fragten nach dem Grund. Er antwortete: „Ist die Zeugenaussage der Frau nicht halb so viel Wert wie die des Mannes? Das kommt von ihrem Mangel an Vernunft. Muss sie nicht während der Menstruation aufhören zu fasten und zu beten? Das kommt von ihrem Mangel an Religion.“

(22) al-Buchari: Warum werden in der Hölle mehr Frauen als Männer sein? Bei al-Buchari als Hadith Nummer 1052

http://arrayyana.wordpress.com/2010/11/16/warum-werden-in-der-holle-mehr-frauen-als-manner-sein/

al-Bukhāri, Hadith 1052 u. v. a. m. Ein heutiger Hadithleser und Schariafreund findet: “Mann und Frau sind eben nicht gleich. I’ve read this Hadeeth when I started researching Islam a year ago, and I found it to be the strongest evidence that men and women are not equal.”

http://www.answering-islam.org/Women/in-hell.html

(23) Amana, dem Schariastaat nutzbar zu machendes, treuhänderisches Gut, dem Mann etwa die Ehefrau

Normally, the rule of Amaanat is that the Ameen (Trustee) is under compulsory obligation to maintain and guard the Amaanat. He is not permitted to derive any personal benefit or use from or with the Amaanat. However, Allah Ta’ala in His infinite mercy has bestowed to the husband the right to derive comfort, rest, peace and benefit from the Sacred Trust we call The Wife.

http://darulislam.info/index.php?name=News&file=article&sid=150&theme=Printer

Both husband and wife are the makhlooq (creation) of Allah Ta’ala. In His infinite wisdom, Allah Ta’ala has assigned different rights, duties and obligations to the variety of specimens of His makhlooq. Allah Ta’ala has assigned the wife to the care of the husband. She is His makhlooq whom He has placed in the custody of the husband. Allah Ta’ala has awarded custody of the wife to the husband by way of Amaanat (Sacred Trust), not by way of mielkiyyat (ownership). As such, the wife in the custody of her husband and under his jurisdiction is a Sacred Trust. She is the sole property of Allah Ta’ala—and of no one else.

http://darulislam.info/Article150.htm

“Husband and wife are viewed together, as a team, instead of as two separate individuals.” weiß man im: Blissfull Marriage: A Practical Islamic Guide, das Dr. Ekram Beshir und Mohamed R. Beshir schrieben.

http://www.amana-publications.com/amana_old/latest_releases.shtml

(24) Tanzt nicht aus der Reihe! In England greift die Ehrengewalt um sich. Junge Muslimas werden verkauft und zwangsverheiratet, junge Männer als Arbeitssklaven missbraucht. Von den Behörden kommt kaum Hilfe: Dort arbeiten viele gleichgesinnte Einwanderer.

Der neunzehnjährigen Latifa gelang die Flucht. Aber den Preis dafür zahlt nun ihre kleine Schwester: „Ich sollte den Sohn meiner Tante heiraten. Aber weil ich weggerannt bin, gaben sie ihm stattdessen meine Schwester. Jetzt ist sie in Pakistan. Sie ist 16 und sie ist schwanger.“ …

Der Bericht des „Center for Social Cohesion“ ist auch ein erschütterndes Buch über eine westliche Gesellschaft, die darauf verzichtet, ihre Werte und Freiheiten gegenüber sehr fremden Einwanderern durchzusetzen. Britische Musliminnen und Zwangsbräute aus der islamischen Welt zahlen dafür den Preis. Brandon und Hafez berichten von einem landesweiten „informellen Netzwerk, das Frauen aufspürt und bestraft“. Geflüchtete Frauen können nicht mehr Taxi fahren, denn das Taxigewerbe ist in England fest in pakistanischer Hand.

Weil in Behörden längst viele Einwanderer arbeiten, werden geflohene Opfer über Versicherungs- oder Mobiltelefonnummern ausfindig gemacht und an ihre Familien verraten. Übersetzer in Sozialämtern oder auf Polizeiwachen lügen und spielen Gewalttaten herunter. Sozialarbeiter haben Angst, mit ihren Schützlingen zur Polizei zu gehen: „Wir müssen vorsichtig sein mit den Polizisten, besonders den asiatischen, weil manche von ihnen Täter sind.“

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E493BDC9D2FFB4DC98202538949AFA1D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

James Brandon and Salam Hafez, Centre for Social Cohesion:

CRIMES OF THE COMMUNITY: Honour-based violence in the UK.

http://www.civitas.org.uk/pdf/CrimesOfTheCommunity.pdf

(25) Fatwa über die Frage, ob Muslimas eigenständig die eheliche Wohnung verlassen dürfen.

Der Ehemann muss dazu die Erlaubnis erteilen. Der Ehemann darf beschließen, dass seine Ehefrau zu Hause bleibt. Er muss sie jedoch finanzieren und gut behandeln. Allah hat den Muslimas befohlen, zu Hause zu bleiben (Sure 33,33). Die Frau darf ihre Wohnung nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes verlassen. Falls sie sich ohne notwendigen Grund dem widersetzt, gilt sie als „widerspenstig“ [ein Fachterminus des islamischen Eherechts, der besagt, dass die Frau ihre Pflicht zum Gehorsam nicht erfüllt und damit ihr Recht auf Unterhalt prinzipiell verloren hat] … . Die (muslimischen) Rechtsgelehrten sind sich einig, dass eine Frau ihre Wohnung verlassen darf, wenn ihr Ehemann ihr dies gestattet. Wenn sie dies jedoch ohne Genehmigung tut, gilt sie als „widerspenstig“.“

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M5a15acee5f7.0.html

(26) Geschlechterrollen Afghanistan

http://www.whywar.at/geschlechterrollen_afghanistan

(27) Mahram-Verwandte

http://www.eslam.de/begriffe/m/mahram-verwandte.htm

Ohne Mahram darf die Frau das Haus nur ein paar Schritte verlassen und auch nur mit einem Hidschab bedeckt:

Fatwa Question or Essay Title: Can a woman leave her house without being accompanied by a guardian from her family? Fatwa Response or Body of Essay: She can go to nearby places without a mahram (guardian, see glossary) while observing hijab and provided there is no fear of fitnah (evil/mischief). But for a journey, she should be accompanied by mahram.

http://www.islamopediaonline.org/fatwa/can-woman-leave-her-house-without-being-accompanied-guardian-her-family

Der Ehefrau ist das außerhäusliche Arbeiten oder das Verlassen des Hauses verboten, wenn ihr Ehemann das so sagt:

It is not permissible for a wife to go out to work except with the permission of her husband as Allaah put the right of the husband on his wife not to go out of his home except with his permission and if she goes out without his permission and consent, then she is rebellious and disobedient as stated by the jurists

http://www.islamweb.net/emainpage/index.php?page=showfatwa&Option=FatwaId&Id=130373

Islamweb is a site designed to enrich the viewers‘ knowledge and appreciation of Islam. Its aim is to provide the viewing community substantial knowledge about Islam, particularly the non-Muslim who may need clarification of common distortions of the media and misrepresentations of ill-informed followers.

The purpose of this site is to increase the awareness of Muslims and non-Muslims alike about the mission of Islam to warn mankind of God’s punishment and to give the good news of their salvation in Islam. Islam is a revealed religion and a way of life that addresses all aspects of the human condition.

http://www.islamweb.net/emainpage/index.php?page=aboutus

(28) Indiziertes Buch liegt an Informationsständen und bei Vorträgen in Baden-Württemberg aus

Verfassungsschutz Baden-Württemberg: „Das Buch „Frauen im Schutz des Islam“ von Abd ar-Rahman Asch-Schiha. … Als Resümee des Kapitels über das Schlagen der Frauen zitiert der Autor Anni Besant, die 1932 (!) zwischen islamischen Gesetzen und westlichen Gesetzen einen Vergleich angestellt hat und in ihrem Buch schrieb, dass die islamischen Gesetze die fairste und gerechteste Gesetzgebung seien. Das islamische Recht übertreffe die westlichen Gesetzeswerke in Bezug auf Besitz, Erbe und Scheidungsrecht der Frau. Es lässt tief blicken, dass Asch-Schiha auf einen subjektiven Vergleich aus dem Jahr 1932 zurückgreift und davor zurückschreckt, die Rechte der Frauen im Islam mit den derzeit existierenden Gesetzen im Westen zu vergleichen. Insgesamt gesehen wird deutlich, dass er versucht, Vorgaben des Korans mit Hilfe von Zitaten von Menschen aus dem Westen zu rechtfertigen und die islamische Lehre als den westlichen Gesetzen überlegen darzustellen.“

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=201:meldung&Itemid=327

(29) Polizei stellt frauenfeindliche Bücher sicher.

Das Schlagen von Frauen sei als „Züchtigung“ gerechtfertigt, sofern keine Knochen gebrochen oder blaue Flecke auf dem Körper hinterlassen werden. Bei dem Buch handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines in Saudi-Arabien erschienenen Werkes mit dem Titel „Frauen im Schutz des Islam“. Beschreibungen im Kapitel „Schlagen der Frau“ werden von der Bundesprüfstelle als Diskriminierung sowie als Anreiz zur Gewalttätigkeit eingestuft, sagte ein Polizeisprecher in Stuttgart. Das Buch, das auch auf diversen islamischen Internetseiten zu finden ist, wurde bereits am 15. Januar 2009 als jugendgefährdend indiziert. … Wenn dies ebenfalls nichts bewirke, käme „die nächste Stufe der Züchtigung“: „Schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen.“ Diese Behandlung habe sich für „kontrollierende oder führende Frauen“ als ebenso wirksam erwiesen wie bei unterwürfigen Frauen: „Diese Frauen genießen es, geschlagen zu werden.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5921859/Polizei-stellt-frauenfeindliche-Islam-Buecher-sicher.html

(30) Namus (nāmūs)

http://de.wikipedia.org/wiki/Namus

(31) Taslima Nasreen (bengalisch Tasalimā Nāsarin, Farsi: Taslīma Nasrīn)

http://taslimanasrin.com/

(32) Let’s Think Again About The Burqa. Das „purdah system“.

http://www.outlookindia.com/article.aspx?233670

(33) Yasmin Alibhai-Brown, Journalistin aus Uganda, zum ‚Recht‘ die Burka, den Niqab zu ‚wählen‘. ‚Nothing to Hide‘.

Erst wenige Briten haben den Prozess durchschaut: Erst das Kopftuch, dann der Schleier, dann der Gesichtsschleier: „Few Britons have realized that the hijab – now more widespread than ever – is, for Islamicist puritans, the first step on a path leading to the burqa, where even the eyes are gauzed over. I have interviewed young women who say they feel so wanton wearing only a headscarf that they will adopt the niqab. Now even 6-year-olds are put into hijabs.“

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1543877,00.html

(34) EU-Gesetzgebung. Vorschläge für wirksame Maßnahmen zur Eingliederung von Drittstaatsangehörigen.

http://europa.eu/legislation_summaries/other/c10611_de.htm

(35) Integration ist Chefsache. Maria Böhmer. „Der Grüne Cem Özdemir schrieb in einem Beitrag für SPIEGEL ONLINE, es habe noch keine Integrationsbeauftragte gegeben, die so wenig Zugang zu türkischstämmigen Migranten habe. Böhmer erinnere ihn an die strenge Haushälterin Rottenmeier, die in den Romanen von Johanna Spyri die „Heidi“ piesackte. Die SPD-Politikerin Lale Akgün sagt zu SPIEGEL ONLINE, sie spüre bei Böhmer kein emotionales Bekenntnis zum Thema Integration.“, aus: Anna Reimann: Ruhig, kompetent, nichtssagend, in: DER SPIEGEL, 29.02.2008

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,535931,00.html

(36) Comparing integration. Host culture adoption and ethnic retention among Turkish immigrants and their descendents in France, Germany and the Netherlands

http://www.fsw.vu.nl/en/Images/4abstract_english_tcm31-140234.pdf

(37) Evelyn Ersanilli und Ruud Koopmans, März 2009:

Ethnic Retention and Host Culture Adoption among Turkish Immigrants in Germany, France and the Netherlands: A Controlled Comparison

http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/iv09-701.pdf

(38) “Multikulti ist gescheitert”, sagt der Bürgermeister von Berlin- Neukölln Heinz Buschkowsky am 05.03.2006 im Interview mit der taz:

“Das Kernproblem ist die soziale und ethnische Segregation. … Das Abstimmen mit dem Möbelwagen muss aufhören. In 10 bis 15 Jahren wird die migrantische Bevölkerung in Neukölln über eine Dreiviertelmehrheit verfügen. Wenn wir heute nicht umsteuern, werden bestimmte Gebiete Elendsquartiere sein, schlimmstenfalls sogar „No-go-Areas“. Das können wir doch nicht hinnehmen. Auch im multiethnischen Neukölln müssen die Menschen nach dem gleichen Wertekanon miteinander leben. … Ich halte es mit der Devise: Je mehr Werte ein junger Mensch von dieser Gesellschaft in sich aufnimmt – egal wo die Wiege der Großeltern stand -, desto weniger wird er anfällig sein für falsche Werte von Parallelgesellschaften, sei es der religiöse Fanatismus, die organisierte Kriminalität oder überkommene Riten und Bräuche.”

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/03/06/a0261

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Buschkowsky

(39) Vor dem Unheil bewahrt nichts als die Politik nach dem Medina-Modell (622-855 n. Chr.). Zum diesem Zeitalter der Glückseligkeit (ʿAsr as-Saʿāda) denkt die Organisation Ba’Alawi, Kuala Lumpur:

A society based on the Prophet’s example gains peace and tranquility with breezes blowing through it from the Age of Happiness (asr al-sa’adah). They taste the authentic joy of closeness to Allah in their worship.

http://www.baalawi-kl.com/v1/images/the%20prophet%20of%20mercy%20-%20final%20chapter.pdf

(40) Tanzt nicht aus der Reihe! In England greift die Ehrengewalt um sich. Junge Muslimas werden verkauft und zwangsverheiratet (siehe Fußnote 24)

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E493BDC9D2FFB4DC98202538949AFA1D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Murders in the name of so-called honour, known to many as “honour killings”

Was zu einem so genannten Ehrenmord führen kann. Examples of behaviour that could lead to murder:

In Kleidung, Verhalten oder Werthaltung „westlich“ werden. Becoming “western” (clothes, behaviour, attitude)

Sich der elterlichen Autorität widersetzen. Defying parental authority

Einen Freund / eine Freundin haben. The existence of a boyfriend/girlfriend

Die aufgezwungene Ehe verweigern. Rejecting a forced marriage

Das Religionskollektiv überschreitende Beziehungen pflegen. Inter-faith relationships

Als Frau vorehelichen Sex haben / voreheliche Intimität pflegen. Women having sex/relationships before marriage

Den Ehegatten verlassen wollen. Wanting to leave a spouse

Den Ehegatten verlassen. Leaving a spouse

Die Scheidung einreichen oder sich trennen wollen. Seeking a divorce

Zärtlichkeiten im öffentlichen Raum. Intimacy in a public place

(Vermeintliche) üble Nachrede; „Geschwätz“. Gossip

http://www.westsussex.gov.uk/living/being_safe_and_secure/personal_safety/domestic_violence/honour_based_violence.aspx

(41) In »Muslimisch, weiblich, deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam« (C. H. Beck, München 2010) berichtet Lamya Kaddor kommentarlos zum System der Duisburger Mädchenüberwachung: „Tatsächlich ist es so, dass sich fast alle Jungen im Stadtteil verpflichtet haben, „auf die Lohberger Mädchen aufzupassen“. Dass geht so weit, dass Mädchen mit ihrem jeweiligen Freund in bis zu sechzig Kilometer entfernten Städten von den „Lohberger Jungs“ gesichtet worden sind. Doch es bleibt nicht immer beim bloßen Sichten. Der Freund des Mädchens wird häufig mit körperlicher Gewalt daran „erinnert“, sich von dem Mädchen fernzuhalten. Das Mädchen selbst bekommt es mit dem älteren Bruder oder seinem Vater zu tun. … Sie [die Mädchen] erzählen mir, dass es mittlerweile eine Art Bande gibt, zu der alle „Lohberger Jungs“ gehören, um sie mit ihren Freunden zu erwischen, egal wo. Einige erzählen, wie sie von Ali gesehen worden seien und anschließend großen Ärger bekommen hätten. Selbst die Väter der Mädchen rufen das Bandenoberhaupt an, damit es auf ihre Töchter aufpasst.“

http://www.amazon.de/Muslimisch-weiblich-deutsch-einem-zeitgem%C3%A4%C3%9Fen/dp/3406591604

(42) Istiqama (istiqāma), Straightforwardness. Fethullah Gülen zur von Allah gewirkten Geradheit des Lebensweges. Verfehlen der Standards der Scharia ist natürlich „krumme Tour“.

http://www.fgulen.cc/gulens-works/156-key-concepts-in-the-practice-of-sufism-1/877-istiqama-straightforwardness.html

Istiqama, gottgegebene “Geradheit” irdischen Verhaltens. In der Spur bleiben, spuren. Fethullah Gülen sagt „Wohlverhalten“:

http://islamaufdeutsch.de/deutsch_islam/Achlaq/Sufismus_tasawwuf_mystik/Istiqama_Wohlverhalten_gulen.htm

Istiqama (istiqāma).

http://www.sunniforum.com/forum/showthread.php?34110-Istiqama&daysprune=-1

»Die istiqama bedeutet, das man sich an den Weg des Islam hält. Umar ibn al-Khattab (radiyallahu ´anhu) sagte: „Istiqama“ bedeutet, daß du korrekt die Gebote und Verbote des Islam einzuhalten versuchst und nicht versuchst, den Geboten und Verboten wie ein Fuchs aus dem Weg zu gehen.“«

http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Ahadith_%C3%BCber_ALLAH

(43) My question is: Do Muslim parents have the right to force their daughter to wear hijab if she refuses to wear it?

Answer, 12.01.2004, Group of Muftis, Islam-online:

Muslim parents should bring up their children according to the teachings of Islam. Parents have to make their children get used to doing the obligatory duties and avoiding haram (unlawful) things before puberty, so that it will not be too hard for them to adhere to Islamic rules after they reach puberty. The Prophet (peace and blessings be upon him) said: “Train your children to pray when they are seven years old, and smack them if they do not do so when they are ten, and separate them in their beds” (Reported by Abu Dawud).

From an early age, daughters should be taught that hijab is an ordinance from Allah to protect their chastity. When a girl reaches puberty she is obliged to do all the obligatory duties and to avoid all haram things. One of the obligatory duties is wearing hijab.

http://www.infad.usim.edu.my/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=8813

Here, you are not allowed to obey your mother in taking off the Hijab, but you are also religiously required to remain kind and dutiful to her as Paradise lies under her feet. … Responding to the question, Dr. Muzammil Siddiqi, former president of the Islamic Soceity of North America, states the following:

As a Muslimah, you should remind your mother politely that you are following the command of Allah by sticking to wearing the Hijab. You should tell her that you would like to obey her in all matters, but not in the matters that are against the rules of Allah.

Do not use your Hijab to rebel against your mother and to create more problems between you and her. You should rather be more loving, obedient and kind towards your mother, without taking off your Hijab in public.

http://58.26.99.53/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=9511

Can Parents Force their Daughters to Wear Hijaab?

Frage: Meine Freundin wird von ihren Eltern zum Tragen des Schleiers gezwungen, verhalten sich die Eltern richtig?

Her parents tell her she is a bad person and well, there is no choice for her. She has to wear it and they demand that of her. She is very depressed and I really want to know if her parents are correct in insisting her to wear hijab. I read the questions on the site, but this is about forced hijab.

Antwort: Ermutige sie, die Belohnung im Jenseits wiegt schwerer als die Beschwerlichkeit des Kopftuchtragens auf Erden.

I would suggest that you should very sincerely advise your friend to comply with her parents‘ desires, even if in doing so, she feels some discomfort. Don’t forget to give her the assurance that if she tries her best to comply with her parents‘ desires, she would be infinitely rewarded for her excellent behavior during the life of this world as well as during the hereafter. The reward would indeed be much more than a mere recompense of the discomfort she feels.

http://www.understanding-islam.com/q-and-a/social-issues/can-parents-force-their-daughters-to-wear-hijaab-5560

(44) Hisba (ḥisba)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

(45) Der Islâm hat die erwachsene, muslimische Frau zum Tragen des Kopftuches verpflichtet. Diese Sache ist umso wichtiger, sobald sie der Ehemann ebenfalls dazu aufruft.

http://www.islamweb.net/grn/index.php?page=showfatwa&FatwaId=122626

(46) Parda (anglisiert purdah)

http://muslim-canada.org/purdah.pdf

(47) Hidschab (ḥiǧāb) ist Pflicht

http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab

(48) Hidschabfreunde irren, die Burka ist kein „Freiheitsrecht“. ENFAL hingegen schwärmt von der textil bekundeten kulturellen Apartheid: Die Kleidung der muslimischen Frau.

„Unter der ʿAura der Frau versteht man den Teil ihres Körpers, den sie vor einem genau definierten Personenkreis zu bedecken hat. … Die Beweise zur Verpflichtung des Tragens von Dschilbab und Chimar in der Öffentlichkeit sind eindeutig. Es gibt keine Entschuldigung dafür, diese Kleidung nicht zu tragen. Selbst wenn die Frau ihre ʿAura durch das Tragen einer Hose oder eines wadenlangen Rocks und undurchsichtiger Socken bedeckt, ist sie sündhaft, wenn sie ohne libās šarʿī (libaas shar’ee), d.h. ohne Ǧilbāb (jilbaab) und Ḫimār (khimaar), ihr Haus verläßt.“

http://www.enfal.de/libas.htm

Libās šarʿī: Ǧilbāb, Ḫimār.

Islamic dress (libas shar’i or ziyy Islami) revived during the mid-1960s in the Islamic world … Jilbab is mentioned in Sura 33:59 … With regard to women, the Qur’an mentions two clothing items: khimar and jilbab.

http://angelasancartier.net/djellaba

Dschilbab (ǧilbāb)

http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Dschilbab

Chimar (ḫimār)

http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Chimar

ESSENCE OF BLACK. Yemeni khimar.

http://www.essenceofblack.com/yemeni_khimar.htm

Islamic Wedding Jilbab

http://2.bp.blogspot.com/_Oc0XvpuwWzo/TF5MUzg2fjI/AAAAAAAAB4M/6OJ6cEYZmE8/s1600/islamic-wedding+jilbab.jpg

Islamic Movements in Lebanon. Fathi Yakan (Jabhat al-‚Amal al-Islami, The Islamic Action Front), am 09.09.2008. Seite119:

“We basically rely on institutions away from ostentatious appearances such as letting one’s beard grow, or wearing the jilbab (gown). We also do not content ourselves with sermonizing alone. Our conception of Islam covers all areas of life that is why we have sports, education, and social institutions. For Islam is not just a ritual or worship in the mosque. We must carry its principles into the society and translate our religion and creed on the ground.”

http://library.fes.de/pdf-files/bueros/beirut/06882.pdf

Die Frau darf nichts an „männlicher“ Kleidung tragen. Unisex als Kleidungsstil ist islamisch streng verboten:

Difference from Men’s Clothing‎

The clothing of a Muslim woman must not resemble the clothing of men. The following two hadith explain ‎this.

Seit den Tagen der rechtgeleiteten Vorfahren diene Islamische Kleidung dazu, sich optisch, emotional und kulturell bzw. kulturpolitisch von den Ungläubigen abzugrenzen, was ein grundsätzlicher Wesenszug der Scharia sei:

Difference from the Clothing of Unbelievers ‎

Her clothing must not resemble the clothing of the unbelievers. This is a general ruling of the ‘Sharia’h which ‎encompasses not only dress but also such things as manners, customs, religious practices and festivities, transactions, ‎etc. Indeed, dissimilarity with unbelievers is a precedent that was established by the first generation of Islam (Islamic Society of Central Virginia (ISCV), Charlottesville).

http://www.charlottesvillemasjid.org/News/View.aspx?Articleid=8

The three-floor building is the project of Islamic Society of Central Virginia (ISCV) and will feature a prayer area, multi-purpose room and classrooms for Islamic education. As construction inside continues, concern brews outside the bricks.

“We are so focused on kinetic activity of violence that we lost focus that the enemy’s self-stated focus of main effort is a pre-violent information warfare,” said Michael Del Rosso, a Senior Fellow at the Center for Security Policy.

Del Rosso’s concern stems from the deed of the properties; both the new building on Pine Street and the current headquarters are in the name of NAIT, the North American Islamic Trust. According to Wikipedia, NAIT is a Saudi-backed organization based in Plainfield, Indiana, that owns Islamic properties and promotes Islamic endowments in North America. NAIT and the Islamic Society of North America (ISNA), a Muslim umbrella group also in Plainfield, are both affiliates of the local Islamic society.

“They’re both unindicted co-conspirators in the largest terrorism financing case in United States history,” Del Rosso explained.

In 2007, both NAIT and ISNA we named co-conspirators in the Holy Land Foundation terrorist trial. Federal prosecutors allege the groups conspired to help fund Hamas and other Islamic terror organizations. Prosecutors also argued NAIT is or was a member of the United States Muslim Brotherhood.

http://www.newsplex.com/home/headlines/Controversy_Surrounds_Local_Muslim_Cultural_Center_117765674.html

We can say that according to the majority opinion of the scholars, the garment called „jilbab“ is any garment that meets the following criteria:

• this garment is an outergarment; an extra layer; something worn over the normal clothing

• if the khimar is not worn, this garment must cover from the top of the head on down, but if the khimar is worn, this garment only needs to cover from the shoulders on down

• similarly, if socks are not worn, this garment must cover down to the ground, but if socks are worn so that the feet are completely covered, this garment only needs to cover down to the ankles

• this garment must be made of fabric that is thick and opaque so that it does not show what is beneath it, and it must be loose so that it does not reveal the contours of what is beneath it

These scholars are agreed that the jilbab is to be worn outdoors and in open public places like the market, the masjid, etc. It does not need to be worn indoors, such as in the house or a building where access is controlled. This is because the jilbab serves the purposes of asserting the Islamic identity of a sister, and of protecting her from harassment, which are concerns only outdoors and in public.

http://www.muslim-marriage-guide.com/jilbab.html

Kopftücher schützen vor Regen – auch vor der Hölle?

Juli 6, 2009

جهنم

ǧahannam,

die islamisch aktivierte Unterwelt

Die Drohung mit der Hölle ist Psychoterror

Fāṭima ech-Cherīf (الشريف فاطمة) betont das Recht der Muslima, ihren Leib auch in Europa mit einem blickdichten Tuch völlig zu bedecken, wie es auch die Frauen der ṣaḥāba, der Gefährten Mohammeds getan hätten. Was für ein Fanatismus oder Masochismus, dürfen scharfe Islamkritiker sagen, was für eine soziale Selbstauslöschung und rituelle Verhöhnung aller das postulierte Wohlverhalten Verweigernden, müssen wir Sozialpädagogen ergänzen, denn der menschliche Brennstoff für die koranisch verbürgte Hölle sind folglich nicht nur die Nichtmuslime, sondern auch alle Muslimas mit öffentlich sichtbarem, nacktem Haar. Auch zu gestörtem Körperbild, Sinnesbehinderung, Selbstausgrenzung, andressierter Angst vor dem Satan und dem Transportieren einer politischen Werbetafel radikalen Inhalts (Werbung für das Kalifat) können wir nicht schweigen. Ob unsere Minister, ähnlich wie bei Zigaretten, sagen lassen sollten: „Der Gebrauch von Ganzkörperschleiern gefährdet Ihre und unsere Gesundheit?“

Geht aufgelegtes Kopftuch und knapp vermiedenes Höllenfeuer überhaupt nur im gelieferten Doppelpack? Frau Cherīf jedenfalls wirbt für beides, den rettenden Ganzkörperschleier und die gruselige Höhle oder wie das heißt, fürchtet den Allahgott nebst Iblisteufel und verteidigt den hiǧab einschließlich Gesichtsschleier gegen die lesenswerte Analyse des niqāb der muslimisch-säkularen Kopftuchkritikerin Ümmühan Karagözlü (Niqab, islamischer Gesichtsschleier: Der Frau das Gesicht verbieten; hier Text Nr. 060).

Eine Antwort von Jacques Auvergne

1.

Salam Alaikum an alle,

die Sahaba- Frauen, also nicht nur die Frauen des Propheten, sall Allahu aleihi wa sallem, trugen alle diesen Kleidung! Wenn man diese Art von “Bericht” schreibt, sollte man schon genau nach der Sunna gehen. Die Kleidung dient zum Schutz der Frauen vor Blicken und Erniedrigung aller Art.

2. Bismillah

Salam Alaikum wa rahmatu Allah wa baraktuh,

diese Frauen, haben sich den “Gesichtsschleier” selbst angefertigt. Hier ein Hadith: Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr berichtete:

“ALLAH möge sich den ersten Frauen unter den Auswanderen erbarmen, da sie – als Allah … und dass sie ihre Tücher über ihre Kleidungsausschnitte ziehen … offenbarte – Teile von ihren Unterröcken abgeschnitten, diese über den Kopf geworfen und ihre Gesichter damit bedeckt hatten.“

*** Al-Quran;Sura 24:31***

Es gibt natürlich noch weitere zuverlässige Überlieferungen und Aussagen des Propheten Allahs Segen und Friede auf ihm.

Hier mal was allgemeines:

Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, hielt uns eine ermahnende Ansprache, von der die Herzen mit Furcht erfüllt wurden und die Augen Tränen vergossen. So sagte wir: „Oh Gesandter Allahs, dies ist wie eine Abschiedspredigt, rate und darum.“ Er sagte:

„Ich rate euch zur Gottesfurcht Allah gegenüber, dem Mächtigen und Erhabenen, und zum Hören und Gehorchen, selbst wenn ein Knechte über euch zum Befehlshaber eingesetzt ist. Wer von euch (lange) am Leben ist, der wir viel Meinungsverschiedenheiten sehen. So haltet euch an meine Sunna und an die Sunna der rechtgeleiteten, rechtschaffenen Nachfolger. Beißt mit den Zähnen darauf. Hütet euch vor neuen Dingen (in Glaubensfragen);

denn jede neue Sache ist eine Neuerung,

und jede Neuerung ein Irregehen,

und jedes Irregehen führt ins Höllenfeuer.“

* Überliefert von Abu Nagih Al-Irbad Ibn Sariya, Allahs Wohlgefallen auf ihm, bei Abu Dawwud und At-Tirmidyy*

Das sollte sich ein Jeder mal „durch den Kopf gehen lassen“, egal ob („geborener“) Muslim oder Nichtmuslim.

Und alles Lob gebührt Allah subhana wa ta ala, dem Herrn der Welten

3.

Salam Alaikum wr wb,

was ich sagen möchte: Das, was wir heute als Kopftuch kennen, entspricht nicht dem Hijab, der Bedeckung einer Muslima. Die Bedeckung geht von Kopf bis Fuß mit dem Erreichen der Pubertät …

Die Frauen, die lange Kleidung tragen und sich so bedecken, wie es wohl so manchen Menschen stört, erfüllen lediglich ihre Pflicht, an Allah swt. Dafür sollte man sie nicht verachten, betiteln oder in irgendeine Kategorie einstufen. – In Gegenteil, ihnen gebührt Respekt und Anerkennung.

Die Menschen damals haben Islam gelebt. Es wurde nicht hin und her gestritten über irgendein Thema. Sie haben Islam mit Herz, Leib und Seele gelebt und “weitergegeben”. Dafür verdienen sie unsere Anerkennung. Heute gibt es leider viele Gruppen und Sekten im Islam (wie uns Allah swt. im Quran offenbart hatte). Genau das ist diese “Neuerung” und diese Spaltung der Muslime.

Genau das gleich verfolgt auch “die weltweite Politik” – jeder weiß wohl, was gemeint ist.
Es werden Muslime gegen Muslime aufgehetzt und auch gegen ihre eigene Religion aufgehetzt – siehe Beispiel Iran: nur sehr wenige haben den Islam von Herzen kennen und lieben gelernt. Ihnen wurde von Staatsmächten etwas vorgeschrieben und eingetrichtert, um es für ihre politische Zwecke auszunutzen. Leider sehen das viele nicht.

Auf jeden Fall befinden wir uns weltweit mittlerweile im Krieg und es werden immer mehr Länder besetzt und unsicher gemacht. Das sollte jetzt langsam jeder gemerkt haben, was da “gespielt wird”… Die großen Verdiener sind die Rüstungsindustrie und danach die Pharmaindustrie, logisch …

Es ist unglaublich, von wegen Menschenrechte, Demokratie usw. Denkt mal nach. Warum sich über einen Niqab streiten. Fragt doch als allererstes mal eine GLÄUBIGE MUSLIMA, warum sie persönlich ihr Gesicht bedeckt hält – ich kenne KEINE EINZIGE, DIE DAZU VON IHREM MANN ODER DER FAMILIE GEZWUNGEN WURDE. ODER IRGENDETWAS ANDERS, WAS HÄUFIG GENANNT WURDE … UND MIR SIND DADURCH AUCH KEINERLEI NACHTEILE ENTSTANDEN. IM GEGENTEIL: ICH BIN STOLZ DARAUF, ALHAMDULILLAH.

In welcher Gesellschaft leben wir alle denn???!!!- Wie war das – ”Die Würde des Menschen ist unantastbar.”…

Aha- wo denn, wo ist das Mitspracherecht in dieser Zeit?!? Wo ist der Schutz der Frau????????????

Auch in meiner Gegend, gibt es einen “offiziellen Straßenstrich”. WIE KANN DIE POLITIK DAS ZULASSEN??? Wie können Frauen (die im Heimatland nicht haben ODER allein stehende, die nicht mehr zurechtkommen) durch diese Verharmlosungen, dazu ermutigt werden sich zu prostituieren!?? Was ist das bitteschön für eine Welt in der Mord, Prostitution, Hass, Pornografie, Spiel, Krieg, Selbstsucht zur Normalität geworden ist.

Und, denkt ihr Allah sieht das alles nicht??? ER hat eine Frist gesetzt bis zum jüngsten Tag (den gibts ja wohl nicht nur im Islam, stimmts). Und vor allem: ES GIBT NUR EINEN GOTT!!! Eschhadu an la ha illAllah wa eschhadu enna Muhammedan Rasul ALLAH.

Und bitte nicht sagen: “Die können dahin gehn, wo sie herkommen, das gehört doch hier alles nicht her …” usw. – das ist Quatsch, DENN EINE RELIGION WIRD OFFENBART, UM ORDNUNGSGEMÄSS WERTERGEGEBEN ZU WERDEN:) Eines Tages, seid ihr und dafür vielleicht dankbar, insha ALLAH.

Wir alle haben doch echt besseres zu tun und sollen uns um die eigene Rechtleitung kümmern. Oder glaubt ihr wir leben “nur so zum Spaß”, und werden nicht dafür zur Rechenschaft gezogen?!?

Der Islam ist die als letztes offenbarte Religion und die VOLLKOMMENSTE. Stellt euch vor, vor über 1400 Jahren wurden Dinge im Quran offenbart, die teilweise heute noch weiter nachgeforscht und erforscht werden, somit also auch wissenschaftlich bestätigt werden…( von wegen Islam wäre rückständig!!!)

Man kann also auch sagen, dass die Menschheit zur Offenbarungszeit auch schon viel verständiger und weiterentwickelt war. Dazu kann man gern die verschiedenen Glaubensbücher vergleichen- man erkennt sofort die EINZIGARTIGKEIT UND REINHEIT des Quran. Wobei natürlich Thora und Bibel auch von Gott sind, jedoch verfälscht wurden an vielen Stellen.

Möge Allah subhan wa ta ala uns alle rechtleiten und vergeben und uns vor dem Höllenfeuer bewahren. Amin.

Und alles Lob gebührt Allah swt, dem Herrn der Welten

Sehr geehrte Frau Fatima Cherif,

vielen Dank für Ihren engagierten Beitrag. Sicherlich ist mit ḥiǧāb (الحجاب) nicht lediglich ein kleines Tüchlein auf dem weiblichen Kopf gemeint, wobei überzeugte Kopftuchgegner jeder Religion oder Ex-Religion gegen jedes noch so kleine Tuch auf dem Kopf eingestellt sind. An-niqāb (Gesichtsschleier) ist aber schon sehr streng, selbst für das heutige, gelegentlich ‘antiamerikanisch oder antiwestlich politisierte’ islamische Verhältnis bzw. Brauchtum zwischen Marokko und Malaysia. Wenn Sie also den niqāb (نِقاب) verteidigen, dann wird man sagen können, dass Sie Ihrem Leben eine strenge moralische Selbstverpflichtung zu geben und diese äußerst gewissenhaft einzuhalten bereit sind. Weltweit gibt es dieses religiöse Tun einer Art von Askese, welche bekennend wertorientiert ist sprich das Lobenswerte und das Tadelnswerte finden und hörbar benennt, die ziemlich ‘elitär’ weit über dem Durchschnitt liegen will oder auch liegt und die von den einen als fanatisch, von den anderen als vorbildlich und von dritter Seite als übermäßig streng bezeichnet wird. Einen echten idealistischen Menschen wird es (in gewissen Grenzen, hoffentlich) nicht bekümmern, was die anderen über ihn sagen.

Soviel zum elitären religiösen Ehrgeiz der Idealisten, der das Risiko der Vereinsamung in sich trägt und die womöglich auch aus islamischer Sicht fehlerhafte Ideologie, alle, die sich dem durch Scheich Sowieso definierten Wohlverhalten nennenswert verweigern, müssten dereinst in den Flammen der Hölle braten beziehungsweise hätten keinen Zugang zur dschanna (جنّة), zur ewigen Glückseligkeit des grünenden, von Bächen durchflossenen lieblichen Paradieses.

Der niqāb oder auch nur der gesichtsfreie, körperverhüllende hidschāb / pardā (pardaa, englisch geschrieben purdah; Iran) möge, leider doktrinär, „freiwillig“ getragen werden, in Saudi-Arabien und im Iran regelt das die Verfassung sprich tragen die Frauen Uniform wie beim Militär und nicht länger zivile Kleidung. Die Bejahung sogar des Gesichtsschleiers jedoch ist eine Haltung, die, je nach Auffassung, verbissen-verspannt, gottgefällig-tugendhaft oder allzu selbstkritisch ist. Ich neige der dritten Meinung zu und wage zu sagen, dass, wer sich, gerade als Frau, in Bezug auf den islamischen Kleidungskodex hier weit über den Durchschnitt exponiert, allzu hart mit sich selbst ins Gericht geht. Das nichtstaatliche, nichtsäkulare Richten aber ist eine Arbeit, die wir Menschen getrost einer höheren Instanz überlassen können – und müssen, denn totaler fiqh (فقه) funktioniert in der kulturellen Moderne nicht beziehungsweise zerstört eben diese kulturelle Moderne. Wir freiheitlichen Demokraten haben also das für jeden Menschen geltende allgemeine Menschenrecht und das bundesdeutsche Grundrecht und Bürgerrecht vor dem islamischen Recht (Buchtitel von Said Ramadan) zu schützen.

Zudem ahne ich hinter dem geheiligten Befehl des Frauenhaarverhüllens uralte, sexualmagische, irgendwann in der Ausdeutung rein männerbündisch gewordene Mythen, wie wir sie noch bei den Aborigines, Papuas und Ostafrikanern vorfinden, geheiligte Mythen zum Frauenleib, Dogmen, die ich Skeptiker nicht für naturhaft (islam-ideologisch fiṭra, Weise des Erschaffenseins, فطرة) halte.

Ja, ich zweifle sogar die Legitimität – auch die religiöse Legitimität – des zum integralen Bestandteil der Scharia gewordenen Islam-offiziellen Deutungsrahmens der Begriffe fiṭra und nadschis (Befrachtung mit Ekel, نجس) an. Nun mag mir jeder entgegnen, ich wäre auch kein Muslim, doch in der Tat hätte derzeit selbst ein Muslim in Teheran, Kairo oder Kabul irdische Schwierigkeiten, öffentlich zum Islam ja zu sagen und zur Scharia nein. Denn da gibt es einen barbarischen Konformitätsdruck, den ich schon wieder nicht für menschenfreundlich-religiös halte sondern für patriarchalisch und herrschaftskulturell. Hier stellt sich nebenbei die Frage, ob etwas beziehungsweise was alles am orthodoxen Islam und was am Islamismus menschenfeindlich ist, aber das gehört nicht hierher.

Uns heute Lebenden steht es nicht zu, die Menschen vergangener Jahrtausende pauschal zu kritisieren, das wäre hochnäsig, verriete also mehr über den Sprechenden selbst. Die Menschen anderer Zeiten haben, Sie deuteten es bereits an, vermutlich mindestens genau so geglaubt, gelitten und gelacht wie wir, waren vermutlich ebenso idealistisch oder korrupt wie Hunderte unter uns Heutigen, waren arglos oder heimtückisch, aufrichtig oder verlogen, alles in der Psyche des Einzelnen in gemischten Anteilen oder auch einmal in relativer Reinform. Dummer als wir waren sie nicht.

Der Gesichtsschleier. Neben der Wetter-bezogenen Funktion (Sonne, extreme Lufttrockenheit, Staub, Sturm) gab es also die sexualmagische und herrschaftskulturelle, die Keuschheits-bezogene Rolle seiner Formwerdung.

In der Wüste tragen sie den Gesichtsschleier … die Männer der Tuareg.

Ḥiǧāb und niqāb der muslimischen Frau also, wissenschaftlich. Fünf Gesichtsschleier-Aspekte tun sich auf. Erstens: Es hat ihn gegeben. Zweitens: Es gibt ihn immer noch. Und drittens wirbt Frau F. Cherif für die Bedeckung des ganzen weiblichen Körpers (der Muslima), gerne auch des Gesichts. Viertens empfindet Herr J. Auvergne den Gesichtsschleier als ein Ärgernis. Last but not least, fünftens, sofern es die höchste Intelligenz oder Schöpfergottheit gibt, weiß sie um die Punkte eins bis vier und hat, hoffen wir es, mit allen Beteiligten Erbarmen. Das war jetzt etwas Wissenschaft, und die hat den Zweifel an Gott sozusagen professionell zu kultivieren.

Wissenschaft sagt nicht: Dieser und jener Satz im heiligen Buch ist wahr, sondern: Es gibt ein Buch, das vielleicht so und so alt ist (Archäologie, Altertumswissenschaft, Orientwissenschaft, Islamwissenschaft), es gibt heute soundsoviel Prozent Menschen, die vermutlich allen Ernstes diesen und jenen Satz glauben möchten (Statistik, Soziologie), warum aber tun sie das eigentlich (Psychologie, Kriminologie, Altersforschung, Jugendforschung), sollen wir überhaupt und wenn ja wie sollen wir diese Ziele vermitteln (Pädagogik, Didaktik).

Eines hat mir besonders gut gefallen, nämlich dass Sie gegen den Straßenstrich eingestellt sind, gegen öffentliche Prostitution und vielleicht sogar gegen käufliche Sexualität (”Männer kaufen sich keine Liebe, sondern Macht”) im Allgemeinen. Auch gegen Hass und Krieg sollten alle Menschen arbeiten, Recht haben Sie. Man mag es unter Progressiven ’solidarisch‘ nennen, bei den Konservativen ‚werteorientiert‘ oder bei den Liberalen ‚aufklärungshumanistisch‘, hier sollten wir »citoyennes et citoyens«, wir Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, alle zusammenarbeiten. Was für ein Irrsinn, geht einem jeden auf, der über die getöteten Zivilisten oder Soldaten im Europa, Asien oder Afrika seit 1871 oder 1914 nachdenkt: Das Leben, die körperliche Unversehrtheit für jede Frau und jeden Mann, jedes Mädchen und jeden Jungen auf diesem Planeten zu sichern, das muss oberste Priorität haben, denn relativ banale Gründe (Détails der Mode, Sitte, Kleidungsfragen) zum Zerstreiten wird es auf Erden immer geben. Im Islam gibt es kein Recht auf körperliche Unversehrtheit und kein Recht auf Leben – auch dafür stehen der ḥiǧāb und steht das Kopftuch, für dhimma und Kalifat.

Dschahannam, Höllenfeuer (جهنم) sollten Sie allerdings metaphorisch zu verstehen lernen, ein Mensch – Sie, ich – macht anderen oder sich selbst das Leben zur Hölle, das ist ‚Hölle‘. Eine vor Hass oder abgrundtiefem Schmerz verzerrte Seele eines Lebenden, das ist es, was viele Religionen mit ‚(wie) von einem bösen Geist, (gleichsam) vom Teufel besessen‘ meinen, ein kraftvolles und Jahrtausende altes sprachliches und ein ganz und gar angemessenes Bild, aber eben ein Bild. Es ist relative oder absolute Heilwerdung (seelische Gesundung) stets und jedem möglich und es ist beachtenswert, dass wir in jeder Religionslehre seelisch verzerrte und seelisch heile oder geheilte Menschen vorfinden, seelisch Erkrankende wie seelisch Genesende. Eine arrogante (antisoziale, mobbende) Religion billigt dem ‚Ungläubigen“ kein irdisches Heilsein und kein jenseitiges Heil zu, vorsorglich werden Gotteslästerer da schon mal rituell beseitigt. Ein sehr islamisches Problem.

Im genannten Sinne der Märchenerzählerei, Symbolarbeit oder Mythenforschung hat das Dämonische, Christen nennen es das ‚Böse‘, klassische Chinesen hätten von ‚gestörter Harmonie‘ gesprochen, durchaus auch heute seine soziale Bedeutung. Teufelchen oder Dämonen ‚gibt‘ es im Mythos schließlich eigentlich überall, selbst, aus der älteren Bön-Religion oder dem Hinduismus herrührend, im tibetischen Buddhismus.

Im Übrigen dient der Teufel (Satan; Diábolos; iblīs) dazu, auf verwerfliche Weise Kinder einzuschüchtern oder dient Erwachsenen beispielsweise für gewisse exorzistische Rituale. So singt ein altes deutsches Volkslied: „So treiben wir den Winter aus, durch unsre Stadt zum Tor hinaus / mit sein Betrug und Listen / den rechten Antichristen“, so ist auf der Pilgerfahrt Ḥaǧǧ in Mina bei Makkah das Ritual des ramy al-ǧamarāt bedeutsam, welches den Teufel hoch emotional ‚tötet‘, hasserfüllt steinigt. Den hat man natürlich bereits vorher im Kopf herum getragen, den eingebildeten, jeden Menschen, im besonderen Maße aber die vom Islam als relativ unmündig definierte Frau umlauernden Teufel.

Nur das gemeinsam geteilte, personifizierte Bild (das Symbol) des Teufels ermöglicht die Gemeinschaft stiftende Handlung (das Ritual) des Exorzismus. Zu den Risiken und Nebenwirkungen der tolerierten Teufelsaustreibung gehören Barbareien wie europäische Hexenverbrennung oder mordender Dschihadismus. Jede Religion ist auf ein Gefüge von Symbolen angewiesen, kann jedoch spätestens seit Sigmund Freud (1856-1939) für die sozialen Folgen ihrer Religionspädagogik allerdings die Gottheit oder das heilige Buch nicht länger glaubwürdig verantwortlich machen.

Interreligiöse Teufelskunde, ethnologischer Vergleich der Personifikation des ‚Bösen‘, das wäre ein eigenes Thema, wobei sofort der Streit entstünde zwischen den atheistischen oder säkularen Duldern der Erkenntnisse der Psychoanalyse und den bildungsverweigernden Wortgläubigen. Wobei hier Muslime traditionell und leider vielfach bis heute gerne allzu vorsichtig sprich textnah im seelischen und geistigen Mittelalter verharren (Angst vor bid’a, Neuerung), während den mehrheitlich hedonistischen Christen seit 1968 so ziemlich alles egal geworden ist und jetzt der radikale Egoismus oder die entgrenzte Toleranz angebetet wird. Heutige (linke) Raffgier tarnt sich gerne mit der Maske der (multikulturellen) Toleranz, wer gemeinsame Spielregeln vernebelt, kann unerkannt tyrannisch herrschen.

Diese ganz strenge Wortgläubigkeit, unter der Minderheit der so genannten fundamentalistischen Christen etwa das: ‚Die Welt ist in sechs Tagen geschaffen worden‘ (sechs Tage, nicht acht, nicht drei, nicht 6 Milliarden Jahre, nein sechs Tage, ’so steht es geschrieben‘), dieses Wortwörtlichnehmen, das werden Sie ahnen, ’schmeckt‘ mir nicht, ist nicht meine Wellenlänge, obschon mir Religion ganz wichtig ist und ich mir meinen Teil der Deutung des Religiösen der Menschheitsgeschichte nicht von so genannten Experten entziehen lassen möchte.

Ein aufklärungshumanistischer Weltbürger begreift alle religiösen und religionskritischen Traditionen und Strukturen der Erde als Teil des gemeinsam zu verantwortenden kulturellen Erbes der ungeteilten Menschheit und verteidigt das Recht auf Religionsfreiheit einschließlich Islamapostasie und Schariaverweigerung. Niqabis schweigen hier auffallend, was nachweisbar nicht nur an dem Stoff vor dem Mund liegen kann, wenn auch die weibliche Stimme im öffentlichen Raum das Tuch allenfalls gedämpft durchdringen kann, was die klugen Frommen mit dem xy-Chromosom natürlich mit einkalkuliert haben. Frauenfreie Politik, patriarchalisches Geld, machistische Öffentlichkeit. Und die menschliche Stimme wird zur männlichen Stimme!

Prinzi niqāb: Und das menschliche Gesicht zum männlichen Gesicht! Lernbereite Musliminnen und Muslime sollten den entmenschenden Gesichtsschleier (türkisch peçe) zurückweisen und dem Museum für die Geschichte der arabischen Halbinsel überlassen. Nun ja, 2009 verhüllt (islamologisch: bedeckt) Fāṭima ech-Cherīf ihr Gesicht bis zu den Füßen.

Sehr geehrte Frau Cherīf, es beeindruckt mich immer, wenn Glauben in einer ganz eigenartigen, ‚unerhörten‘ persönlichen Sprache ’sprachfähig’ wird, in diesem Sinne müssten – werden – Zwillingsgeschwister je verschiedene Perspektive auf die Welt und auf das Göttliche haben und damit eine je eigene religiöse Sprache, vielleicht nicht mit elf und sicherlich erst eingeschränkt mit fünfzehn Lebensjahren, doch mit zwanzig oder vierzig Jahren ein paar Sätze pro Jahr zum religiösen Erfahren und Wachsen zu sagen, das müsste jeder Frau und jedem Mann möglich sein, ob muslimisch oder nichtmuslimisch sozialisiert oder geprägt.

Schreiben Sie, sehr geehrte Frau Fāṭima Cherīf, diese wenigen Sätze, islamische Argumente und Bekenntnisse, die es, sozusagen, noch nie gegeben hat. Der einzige Gott weiß es natürlich anders und kennt und spürt bereits jetzt das raue Muster im Innern eines morgen von mir aufgeschlagenen, uralten Steines ebenso wie er heute und uranfänglich die feinsten Krümmungen und Windungen im Inneren einer von Ihnen im Spätherbst 2009 geöffneten leckeren Wallnuss kennt und sieht.

Finden Sie monotheistische (tauḥīd) Worte, wenige pro Jahr genügen, die für Menschenohren ‚unerhört‘ sind. Das Wort unerhört hat ganz angemessen gleich mehrere Schichten an Bedeutungen: Anstößig, Schlafmützen aufweckend, revolutionär, unvernommen, unausgesprochen.

Völlig neues zu denken aber ist Kreativität, Kunst. Einerseits sind Künstler immer mehr oder weniger pantheistisch, andererseits, so sagt es Joseph Beuys, ist jeder Mensch Künstler. Der pantheistische Poet Hermann Hesse nannte diese Haltung des unerhörten, ganz persönlichen Weges ‚Eigensinn‘.

Finden Sie Zugang zu Ihrer ur-eigenen, ganz eigenwilligen Religiosität, die ohne weiteres eine islamische sein mag.

Doch seien Sie beim Beschreiten des unendlichen (und des uns Menschen aufgetragenen, spüren wahrhaft Gläubige) Weges in das religiöse Eigensinnige auf der Hut. Denn auch das gilt seit Jahrtausenden, dass wir uns, sofern wir auch nur ungefähr durchschnittlich anständig leben, weniger vor dem Zorn der Gottheit fürchten müssen als vor den irdischen wölfischen Machthabern, die sich öffentlichkeitswirksam in den Schafspelz der Religion hüllen.

Und lassen Sie, das ist meine Bitte, die Ganzkörperbedeckung nicht zur textilen Siebentagewoche gleichsam festwachsen wie der Schildkröte ihr Panzer oder der Schnecke ihr Haus angewachsen ist, wir sind nackt geboren und auch das hat seinen Sinn: Erleben Sie sich und die natürliche Umwelt (Parkspaziergang, besser Waldwanderung) sowie die soziale Umwelt (ein Getränk genießen mitten in einem belebten Gartencafé) dann und wann ganz bewusst auch einmal ohne den Hidschab. Vielleicht ist eine der Erkenntnisse oder gar Weisheiten von menschlicher Kleidung (denn völlig nackt läuft ja wohl niemand durch die Innenstädte aller Welt) ja dieses Zyklische, der stete Wechsel: Wir müssen unsere Möglichkeiten immer wieder und immer bewusster ausweiten und vertiefen, das schließt ein, als nachteilig erkanntes nicht zu wiederholen.

Über fromme oder unfromme Zusatzbekleidung, akzeptable oder provokante Entkleidung, gegenmoderne oder karnevalistische Verkleidung, das wird hier wieder klar, über Kleidung lohnt es sich nachzudenken.

Mit freundlichen Grüßen

Jacques Auvergne

Bismillahir Ar Rahmanir Ar Rahim

Salam Alaikum, und guten Tag sehr geehrter Herr Auvergne,

danke für ihren umfassenden Beitrag. Das war wohl ein “wissenschaftlich”-theologischer und zugleich selbstgefälliger Betrag. Aber vielen Dank dafür auf jeden Fall für ihr Bemühen.
Wir finden es schön, dass sie sich damit intensiv auseinandersetzten.

Was auch immer das Ziel davon ist. Allahu alim. Möge ER sie rechtleiten und ihnen vergeben. Amin.

Es ist schwierig, sich immer exakt, auf dien Aussage des Gegenübers zu beziehen.
Leider musste ich feststellen, dass einem schnell Dinge angedichtet werden, bzw. das eigentliche Thema häufig verfehlt wird.

Also, wollen wir hier mal ganz ehrlich sein:

All diese Seiten und Beiträge dieser Art (damit meine ich keinesfalls den ihrigen), dienen dazu die Muslime zu unterdrücken und falsche Dinge zu verbreiten.

Es war so und es wir immer, bis zum jüngsten Tag so sein, dass es Menschen gibt, welche sich gegen GOTT stellen und alles bestreiten und widerlegen.

Der wahrhaftige und ehrliche Mensche wird geliebt und gehasst.
IN DER HEUTIGEN ZEIT UND GESELLSCHAFT ZÄHLT DIE WAHRHEIT NICHT.
JEDER IST MIT SICH BESCHÄFTIGT UND VERSUCHT “DAS LEBEN ZU GENIEßEN”.
BEVOR IRGENDJEMAND SAGT “das machen die Muslime ja auch”: AUCH MUSLIME MÜSSEN IHRE RELIGION LERNEN UND VERBESSERN,
SO IST ES NUN MAL. MIT IHNEN MUSS MAN GEDULDIG SEIN.

WIE GESAGT, JEDER MENSCH TRÄGT FÜR SICH SELBST DIE VOLLE VERANTWORTUNG.

MODERNEN ISLAM GIBT ES NATÜRLICH NICHT. ES GIBT NUR EINEN WEG.
DEN WERDEN WIR BIS ZUM JÜNGSTEN TAG GEHEN. UND ZWAR FRIEDLICH.
DENN ISLAM HEISST FRIEDEN UND FREIDEN MACHEN.

JEDER MENSCH KOMMT ALS MUSLIM ZUR WELT, DANACH WIRD ER VON SEINER UMGEBUNG GEFORMT UND ZU DEM GEMACHT, “was die anderen wollen” AUSSER ER HAT RECHTSCHAFFENDE ELTERN. ODER, UND DAS IST DAS WICHTIGSTE: ER WIRD VON ALLAH SUBHANA WA TA ALA RECHTGELEITET.

DARUM SOLLTE JEDER BITTEN UND WENN ER DIE UNENDLICH RECHTLEITUNG HAT DANKBAR DAFÜR SEIN!!!

ABER EINES JETZT HIER NOCHMAL GANZ KLAR:

WIR WERDEN, IMMER DIE WAHRHEIT SPRECHEN, AN WELCHEM ORT AUCH IMMER!

WIR WERDEN NICHT ZULASSEN, DASS WEITERHIN EIN FALSCHES “Islambild” VERBREITET WIRD.

WIR WERDEN UNDEREN HIJAB NICHT ABLEGEN, UM JEMAND ANDEREM ALS ALLAH SOMIT ZU GEFALLEN.

FÜR UNS ZÄHLT WAS ALLAH SWT. UND SEIN GESANDTER s.a.s. SAGEN,
ALSO KEINE THEOLOGISCHEN AUSLEGUNGEN”

UNSERE LEBEN HAT NICHT DAMIT ZU TUN IN WELCHER ZEIT UND AN WELCHEM ORT WIR LEBEN.

WIR ERFÜLLEN UNSERE PFLICHT AN ALLAH SWT.

WIR GEHEN GENAUSO SPAZIEREN, EINKAUFEN UND ALLES ANDERE,
Ja, WIR KÖNNTEN “UNTER DEM SCHLEIER” AUCH IN EINEM CAFE
ESSEN UND TRINKEN.

DAS TUN WIR AUCH DRAUßEN …

NUR IST EIN CAFE NICH UNSER ERSTER ANLAUFPUNKT, DA SICH DORT MEISTENS MÄNNER UND FRAUEN MISCHEN – DAS KOMMT NATÜRLICH NICHT IN FRAGE. UNSERE MÄNNER SIND KEINE MACHOS!

WIR HEIRATEN GOTTESFÜRCHTIGE MÄNNER.

SIE LIEBEN UNS. UND JEDER GLÄUBIGE MANN WEISS EINE RECHTSCHAFFENDE FRAU ZU SCHÄTZEN. DAS IST EIN GROSSES GESCHENK.

WENN MÄNNER SICH AUF DER STRASSE ODER ANDEREN PLÄTZEN MIT DER SCHÖNHEIT IHRER FRAU PRÄSENTIEREN, IST DAS MACHOHAFT.
SO BEKOMMEN DIESE NÄMLICH IHRE BESTÄTIGUNG UND WERTEN IHR
SELBSTBEWUSSTSEIN AUF. DAS IST LOGISCH UND LEICHT NACHZUVOLLZIEHEN.

SCHÜTZEN TUN WIR UNS SELBST, UND DAS OHNE DAS EINE HEIRAT
NOTWENDIG WAR ODER IST.

VIELE SCHWESTERN TRAGEN SCHON LANGE IHREN NIQAB
SIE LEBEN TEILWEISE OHNE MANN, SIND ALSO NOCH NICHT VERHEIRATET.

DAS WOLLT ICH “MAL SO NEBENBEI ERWÄHNT HABEN” 🙂
DIESES THEMA SIND WIR ALLE LEID.

MÖGE ALLAH ALLE RECHTLEITEN UND IHNEN IHRE BELEIDIGUNGEN UND MUTMAßUNGEN GEGEN SEINE RELIGION VERGEBEN. AMIN.

KEINE MUSLIMA KOMMT MIT HIJAB ZUR WELT.

ALLES GESCHIEHT DURCH ALLAHS RECHTLEITUNG.

HIERBEI SPIELT ES KEINE ROLLE, OB ES SICH UM EINEN “GEBORENEN MUSLIM” ODER “KONVERTIERTEN MUSLIM” (ALSO ZUM ISLAM ZURÜCKGEKEHRTEN MUSLIM) HANDELT …

JEDER MENSCH AUF ERDEN, IST EINZIG UND ALLEIN FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH.

WIR TRAGEN DEN HIJAB NICHT FÜR UNSERE MÄNNER ODER FAMILIEN.

AN ERSTER STELLE STEHT ALLAH UNS SOLLTE DIE FAMILE ODER DER EHEMANN ETWAS ÄUSSERN ODER VERLAGEN, WAS DEN WORTEN ALLAHS, DES ALLMÄCHTIGEN WIDERSPRICHT, SO MÜSSEN WIR
NICHT AUF DIESE PERSON(EN) HÖREN.

GANZ KLAR.

WASALAM!!!

ALLES LOB GEBÜHT ALLAH, DEM HERRN DER WELTEN

Resolution gegen Kinderhidjab und Kopftuch im öffentlichen Dienst

Mai 10, 2009

09.05.2009

Resolution

gegen den Kinderhidschab und das Frauenkopftuch im öffentlichen Dienst”

Für engagierte Frauen- und Menschenrechtler ist jede Form islamischer Verschleierung von Mädchen und Frauen Teil einer totalitären, politreligiösen Bewegung und weder mit den universellen Menschenrechten noch mit freiheitlich demokratischen Verfassungen kompatibel. Eine weltweite Fundamentalisierung veranlasst mehr und mehr muslimische Eltern ihre Töchter an das „Schamtuch“ (Feridun Zaimoğlu) zu gewöhnen. Helfen Überredungskunst oder pädagogische Tricks nicht, droht man mit der Hölle und mit Prügel.

Selbst moderat gebundene, mit der übrigen Kleidung geschmackvoll abgestimmte Tücher sind daher kein selbst gewähltes Modeaccessoire. Der Druck auf die Mütter durch Sippe, soziales Umfeld und politische wie religiöse Autoritäten die schariakonforme Bedeckung notfalls mit Gewalt durchzusetzen, ist ungeheuer groß. Multikulturalisten, die das Kopftuch als individuellen Weg der religiösen Emanzipation muslimischer Frauen missdeuten, erschweren säkular denkenden muslimischen Familien die Argumentation.

Die schon von weitem erkennbare Verschleierung propagiert und tradiert ein islamisch orthodoxes Menschenbild, das Mädchen und Frauen ebenso verachtet wie es Männer als willensschwache, triebhafte Wesen herabwürdigt. Die islamische Bedeckung spaltet in antagonistische Kollektive, denen ein fairer, respektvoller Umgang miteinander verboten ist: Frauen / Männer, MuslimInnen / NichtmuslimInnen, verschleierte Muslimas / Frauen mit offenen Haaren.

Das „Schamtuch“ fördert daher schon bei Kleinstkindern das Gefühl von Fremdheit und erlebter Segregation. Integration kann so nicht gelingen. Falsch verstandene, entgrenzte Toleranz und Dialogbereitschaft um jeden Preis hat den Einfluss der islamistischen Organisationen gestärkt. Auch daher hat die Anzahl der verschleierten Mädchen und Frauen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Viele Grundschülerinnen verlassen das Haus nicht mehr ohne Kopftuch, selbst in Kindergärten sieht man neuerdings Drei- und Vierjährige mit Hidjab. Das Kopftuchgebot diskriminiert bereits diese kleinen Mädchen als Verführerinnen.

Nicht nur der Europaabgeordneten Renate Sommer und der Frauenrechtlerin Mina Ahadi gilt der Kinderhidjab als Kindesmisshandlung und Kinderrechtsverletzung. Geschlechter-Apartheid sowie die grundsätzlich damit einhergehenden, vormodernen Denk-, Verhaltens- und Erziehungsmuster verstoßen gegen das Recht junger Menschen auf eine gleichgestellte und gewaltfreie Erziehung.

Sie behindern eine altersgerechte und selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung. Chancengleiche Partizipation an der (Er )Lebenswelt Gleichaltriger unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft, Religionszugehörigkeit oder sonstiger Weltanschauung ist strenggläubig sozialisierten Musliminnen bereits in jungen Jahren nicht möglich.

Die Unterzeichner fordern daher ein bundesweites Verbot des Kinderkopftuchs für Mädchen bis vierzehn Jahren in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus setzen wir uns für das Verschleierungsverbot im öffentlichen Dienst ein. Die Beschäftigten in Institutionen der Verwaltung, der Justiz sowie des Erziehungs- und Bildungswesens sind Repräsentanten und Funktionsträger des säkularen, freiheitlich demokratischen Rechtsstaates. Sie haben den Anspruch auf und die Verpflichtung zur neutralen Kleidung während ihrer Dienstzeit, ohne die eine wertschätzende und bürgerorientierte Zusammenarbeit kaum möglich ist.

Wir halten ein grundsätzliches Kopftuchverbot in Gerichtsgebäuden, Schulen (französisches Modell) und Kindergärten für unumgänglich. Bei Gerichtsverhandlungen muss zum Schutz der Zeugen und Angeklagten garantiert sein, dass selbst jede unterschwellige Beeinflussung von Plädoyer und Urteil durch politreligiöse Symbole im Saal ausgeschlossen ist. Nur gänzlich kopftuchfreie Schulen und Kindergärten gewährleisten, dass Mädchen und Jungen unabhängig von kultureller Herkunft, Religion und sonstiger Weltanschauung einen Freiraum nutzen und genießen können, in dem sie vor orthodoxer religiöser Indoktrination verschont sind.

Die Unterzeichner sind:

Zentralrat der Ex-Muslime

http://www.ex-muslime.de

Hartmut Krauss, Sozialwissenschaftler, HINTERGRUND-Verlag Osnabrück

http://www.hintergrund-verlag.de

Children First Now (Kinderrechtsorganisation)

http://www.childrenfirstnow.com

Equal Rights Now (Organisation für gleiche Rechte der Frauen)

http://www.equal-rights-now.com

I.so.L.De Lern- und Sprachförderung – i.so.l.de@gmx.de

Wir laden alle freiheitsliebenden Menschen und Organisationen ein, diese Resolution mitzuzeichnen unter http://www.petitiononline.com/s3q4a2b5/petition.html

Männerblicke, Frauenkörper

März 22, 2008

نِقاب

Niqab-Forum aktuell:

Das Gesicht wahren heißt Würde bewahren.

Von Ümmühan Karagözlü

Ümmühan Karagözlü antwortet am 22. März 2008 auf Noras Kommentar vom 17. Januar 2008 zum Thema Niqab (islamischer Gesichtsschleier)

Inhalt

01. Einfluss der Modebranche auf Frauenbilder und Männerrollen

02. Patriarchalische Machtstrukturen

03. Männerbilder, Erziehungsstile und Lebenskonzepte der kulturellen Moderne und des traditionellen Islams im Vergleich

04. Koran und Sunna

05. Sunna der Jungenerziehung

06. Sunna der Mädchenerziehung

07. Männerwelt und Frauensphäre

08. Auswirkungen der Geschlechterrollen

09. Die Bedeutung des Gesichtes in der sozialen Interaktion

10. Das Prinzip Niqab

11. Redensarten mit Körperbezug

12. Für Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen zu konvertieren oder einen Moslem zu heiraten

13. Rechtliches

14. Kollektivismus gegen Individualismus

Liebe Nora,

01. Einfluss der Modebranche auf Frauenbilder und Männerrollen

hier die angekündigte Antwort auf deinen ausführlichen Kommentar auf der Seite von Jacques Auvergne. Es freut mich, dass es offensichtlich einige wichtige Gesichtspunkte gibt, in denen wir wenigstens teilweise übereinstimmen. So entnehme ich deiner sicherlich rhetorisch gemeinten Frage nach den Machern der Mode, dass auch du den männlichen Einfluss in der Modebranche für unverhältnismäßig groß hältst. Wenn ich überlege, welche ModeschöpferInnen ich namentlich kenne, fallen auch mir tatsächlich wesentlich mehr männliche Namen ein, die dem elitären Kreis der Top-DesignerInnen zuzurechnen sind. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass mindestens ebenso viele Frauen ihr fachliches Können in diesem Berufsfeld unter Beweis stellen wie Männer, wenn auch in anderen Funktionen.

Die größte Anzahl werden die Berufsanfängerinnen stellen. Dürfen zukünftige Designerinnen ihre Ausbildung bei einem berühmten Modehaus beginnen, bringen sie sicherlich wie ihre Kollegen außergewöhnliches Talent, großes Interesse am Beruf und handwerkliche Geschicklichkeit mit, doch fehlen noch theoretisches Wissen, Übung, der eine oder andere handwerkliche Kniff oder Trick, sozusagen der letzte Schliff, um sowohl das manuelle Können der meisterlichen internationalen Konkurrenz zu erlangen als auch einen Modestil zu entwickeln, an dem KundInnen die ’Handschrift’ der DesignerIn wiedererkennen. Die Neulinge in der Modewelt werden sich daher glücklich schätzen, von der beruflichen Erfahrung und dem fachlichen Können ihrer LehrmeisterInnen zu profitieren.

Nachdem mit Beendigung der Lehre handwerkliche Fertigkeiten vervollkommnet und theoretische Fachkenntnisse gefestigt und ergänzt wurden, gehen die beiden Geschlechter jedoch sehr unterschiedliche berufliche Wege. Während die meisten männlichen Mitstreiter sich tatsächlich ihren Wunschtraum erfüllen und sich mit ihrem eigenen Modelabel selbständig machen, verlässt kaum eine Designerin, die nicht das Berufsfeld nach der Ausbildung wechseln möchte, das Unternehmen, bei dem sie ihren Beruf von der Pike auf gelernt hat. Vielmehr stellen die Berufsanfängerinnen Kreativität, manuelles Können, Sachverstand und branchenspezifische Kenntnisse weiterhin in den Dienst des bekannten Modehauses, das nicht selten wiederum unter männlicher Leitung steht.

Diese Designerinnen wirken mit ihren Entwürfen als Trendsetterinnen auf den Modestil der künftigen Saison ein und beeinflussen damit, was en Vogue Ist. Anstatt jedoch wie ihre Kollegen mit der Gründung ihres eigenen Unternehmens die attraktive Chance wahrzunehmen, sowohl mit Know-How, Phantasie und Kreativität ihren ganz persönlichen Modestil zu verwirklichen als auch sich unternehmerischen Herausforderungen zu stellen und Führungsaufgaben zu übernehmen, verzichten sie auf möglichen eigenen Ruhm und eventuelle Spitzenverdienste und tragen statt dessen dazu bei, mit Spürsinn für den Zeitgeist und den Geschmack der modebewussten KundInnen die Spitzenposition der Modefirma für die sie arbeiten zu erhalten und auszubauen. Trotz ihrer herausragenden Leistungen verdienen sie dabei nur einen Bruchteil des Geldes, das die international anerkannten ModeschöpferInnen für die medienwirksame Präsentation der Ideen ihrer MitarbeiterInnen erhalten. Dennoch ziehen die Berufseinsteigerinnen es anscheinend vor, im besser gesicherten Angestelltenverhältnis ihrem kreativen Beruf nachzugehen.

Wie die prozentuale Verteilung der Geschlechter in der Führungselite der beiden großen Teilbereiche der Branche Haute Couture und Prête-à-porter deutlich spiegelt[1], ist der Weg in die Selbstständigkeit für avantgardistische Designerinnen in der Modebranche offensichtlich wesentlich steiniger als für ihre Mitbewerber. Mehr als zwei Drittel der international anerkannten ModeschöpferInnen sind Männer, in der Herrenmode fällt das Zahlenverhältnis für die Frauen noch ungünstiger aus. Wie Recherchen ergaben, ist ein Grund für diese erklärungsbedürftige Zurückhaltung und Bescheidenheit des weiblichen Geschlechtes das hohe unternehmerische Risiko, das mit einer Selbstständigkeit auf einem dem sprunghaft wechselnden Zeitgeschmack so sehr unterworfenen und deshalb schwer einzuschätzenden, von Preisverfall und Firmenkonkursen immer wieder erschütterten Markt verbunden ist. Da diese komplexen brancheninternen Bedingungen jedoch sicherlich für beide Geschlechter gleichermaßen gelten, muss es eine andere genderspezifische Ursache geben, die Berufseinsteigerinnen davon abhält, ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Nach zeitaufwändiger, intensiver Suche im Internet ergab sich, dass ein wesentlicher Grund für die männliche Dominanz im exklusiven Kreis der SpitzenverdienerInnen der Modebranche die zumindest Jahrzehnte lang allgemein übliche Praxis gewesen ist, mit der Banken bei der Vergabe von Existenzgründungskrediten grundsätzlich das so genannte ‘starke Geschlecht‘ bevorzugt haben. Die für die Leitung eines erfolgreichen Unternehmens unverzichtbaren Eigenschaften und Kompetenzen wie Fachkenntnis, Branchenkenntnis, Organisationstalent, Nervenstärke, Autorität, Zuverlässigkeit und Durchsetzungsvermögen sowie sehr gute Kenntnisse im Bereich Management und Marketing wurden von den zuständigen (meist männlichen) EntscheidungsträgerInnen bis in die jüngste Vergangenheit hinein für typisch männliche Eigenschaften gehalten, die Frauen nicht zugetraut wurden. Ein weiteres genauso unsinniges wie altbekanntes Argument, Antragstellerinnen zu benachteiligen und von einer Kreditzusage abzusehen, war die mögliche Mutterschaft und anschließend oft übliche Familienphase junger Frauen.

Wie alle Jungunternehmerinnen waren somit die angehenden Modedesignerinnen schon beim Start ihrer beruflichen Laufbahn stark benachteiligt. Diese offensichtliche, rechtswidrige Diskriminierung von weiblichen Berufsanfängerinnen und Existenzgründerinnen wurde von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten aufgegriffen und thematisiert[2]. Auf deren Protest hin wurden Frauenförderprogramme eingerichtet, Frauenquoten eingeführt, Vergaberichtlinien angepasst, die Babypause für den Vater bzw. die Aufteilung der Elternzeit auf beide Partner ermöglicht und beworben sowie das Betreuungsangebot für Kleinkinder unter drei Jahren ausgebaut. Maßnahmen die, wenn sie konsequent umgesetzt werden, dazu beitragen werden, die Startbedingungen für couragierte Unternehmerinnen nicht nur in der Modebranche in naher Zukunft anzugleichen.

Vielleicht werden Frauen nun die berufliche Selbstständigkeit als große Chance sehen können, Führungsaufgaben auf lukrativer Leitungsebene zu übernehmen, dabei zu einem besonders hohen Prozentsatz auf ihre individuellen, kreativen Fähigkeiten und persönlichen Erkenntnisse zurückgreifen und vertrauen zu dürfen und ihre Kompetenz unter Beweis stellen zu können, den ökonomischen Herausforderungen des Marktes Paroli zu bieten können. Alles in Allem ein für Frauen und Männer gleichermaßen anspruchsvoller, interessanter und abwechslungsreicher Aufgabenbereich, der für Designerinnen genauso niederschwellig zugängig sein sollte wie für ihre Kollegen.

Um dieses lohnenswerte Ziel der Geschlechtergerechtigkeit nicht nur in allen Berufszweigen sondern auch im Alltag umzusetzen, bieten manche Hochschulen in den Fachbereichen Gesellschafts- und Kulturwissenschaften sowie Kunst, Gestaltung und Design gestufte Studiengänge an, die Ergebnisse der Genderforschung integrieren[3]. Ebenfalls lesenswert sind die Bücher der Gleichheitsfeministin Alice Schwarzer.

Wenn Mode wegen der zumindest bisher ungleich verteilten Startchancen am Markt zu fast 70 % von Designern entworfen wurde, kann es eigentlich doch niemanden wirklich erstaunen, dass die Damen- und Herrenmode wesentlich durch den männlichen Blick auf beide Geschlechter geprägt wird. Der hohe Anteil der für renommierte Modehäuser arbeitenden Top-Designerinnen, Männer wird man in diesen abhängigen Arbeitsverhältnissen ohne hohe Verdienstmöglichkeiten eher nicht finden, konnte an dieser einseitigen Ausrichtung nichts ändern, da die Mitarbeiterinnen um ihren Arbeitsplatz zu sichern loyal die Vorgaben der meist wiederum männlichen Geschäftsführung bezüglich Stilrichtung und Linienführung in ihren Entwürfen einhalten müssen. Am ehesten wäre eine aus ausschließlich weiblicher Perspektive entworfene Mode noch von Freiberuflerinnen umzusetzen, doch ist die kleine Gruppe der Jungunternehmerinnen wegen der eindeutig männlich dominierten Konkurrenz einem so hohen Anpassungsdruck ausgesetzt, dass kaum die Möglichkeit besteht, individuelle, weibliche Wege zu gehen.

Gerade die Freiberuflerinnen können auf die oftmals tatsächlich sexistisch-frauenfeindlichen Looks, gemeint ist im wesentlichen in der Öffentlichkeit getragene Kleidung, die im Gegensatz zur Männermode, die den Körper weitgehend bedeckt, an Dékolleté, Bauch, Rücken und Beinen der Trägerin viel nackte Haut zeigt, nicht verzichten, weil diese freizügige Kleidung anscheinend auch den Geschmack der KundInnen trifft, genauso gern getragen wie auch betrachtet und gekauft wird sowie den benötigten Umsatz sichert. Davon müssen die Designerinnen jedenfalls ausgehen, weil nur wenige KonsumentInnen ihren Unmut äußern oder sich mit ihrer Forderung nach weniger sexualisierter Frauenkleidung an die Öffentlichkeit wenden, um so einen Veränderungsdruck auf die verantwortlichen ModemacherInnen auszuüben. Im Gegenteil, die Verkaufsstatistiken beweisen, dass sich sogar bauchfreie, freizügige Alltagskleidung für kleine Mädchen gut verkauft.

Sicher lässt sich auch mit Herrenkleidung in der Modebranche Geld verdienen, denn ein modisches Outfit gewinnt auch für Männer zumindest im Berufsleben an Bedeutung (Dienstleistungsgewerbe), die Kleidung von ’Modemuffeln’ ist auch irgendwann verschlissen oder die Figur hat sich geändert und ein großer Teil der bisherigen Garderobe passt nicht mehr. Weder eine nennenswerte Anzahl der ’Herren der Schöpfung’ noch ihre Partnerinnen werden sich an die Nähmaschine setzen und Hemden und Hosen selber nähen. Trotzdem scheint dieser Teilbereich für freiberufliche Designerinnen tabu zu sein, da die Herrenmode noch fester in ’männlicher Hand’ ist als der Teilbereich der modischen Kleidung für Frauen. Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Wenn der Männerblick auf die Frau richtungweisend für den Kleidungsstil der modebewussten KäuferIn ist, warum soll dann die weibliche Sicht auf den Mann nicht prägend für den Stil und die Linienführung der Männermode sein? Frauen sind für den Chick von Männern doch nicht blind und wie Umfragen von namhaften Marketingunternehmen feststellten, wird Herrenmode auch hauptsächlich von Frauen ausgesucht und gekauft[4].

Ganz offensichtlich liegt der Grund für die geringe Teilhabe nicht in der ’weiblichen Fehlsichtigkeit’ für Männer begründet, sondern darin, dass beide Geschlechter die Deutungshoheit darüber, wie erfolgreiche, attraktive Menschen in der Freizeit und im Berufsleben auszusehen haben den ‘Herren der Schöpfung’ überlassen. Das gilt für den beruflichen und privaten Alltag der KonsumentInnen im Allgemeinen, aber gerade auch für Berufsfelder, die sich mit der äußeren Erscheinung meinungsbildend befassen (Werbung, Film-, Kosmetik- und Modebranche). Die männliche Sichtweise wird jedoch solange in allen den genannten Bereichen dominieren, wie Frauen nicht hinsehen dürfen, wenn es sich um das andere Geschlecht handelt und nur „mit Männeraugen“ sehen (dürfen), wenn es um das eigene Geschlecht geht.

Wegen dieses anerzogenen Wegsehens bei der äußerlichen Erscheinung des anderen Geschlechts würden Frauen womöglich nicht einmal bemerken, wenn ihr Verehrer sich für sie besonders ’in Schale schmeißt’. Männer wirken eben nicht durch ihre Kleidung auf Frauen[5]. Das Outfit des Begleiters gewinnt erst dann an Bedeutung, wenn das Paar gemeinsam aus dem Haus geht. Da wird das männliche Outfit plötzlich schlagartig wichtig – jedoch nur, damit der ’Marktwert’ der weiblichen Begleitung steigt. Schließlich hat es eine tolle Frau ja nicht nötig, sich mit irgendeinem ’dahergelaufenen Modemuffel’ ’abzugeben’.

02. Patriarchalische Machtstrukturen

Ganz anders beim so genannten schwachen Geschlecht. Da ist körperbetonte Mode, die im Sommer oft viel nackte Haut zeigt und durch raffiniert in Szene gesetzte körperliche Reize die attraktive Figur der Trägerin unterstreicht und so die Aufmerksamkeit der Männer auf sich zieht, in der Freizeit, bei gesellschaftlichen Anlässen, wie auch im Beruf ein absolutes Muss, um nicht als Außenseiterin ausgeschlossen und gemieden zu werden. Kleidung, auch Dienstkleidung wird von vielen als Mittel zur Kommunikation gesehen. So bestimmt selbst die Polizeiuniform, der Priesterornat und der Sportdress Gesprächsstil und -inhalt. Sicherlich dient die Garderobe zur Selbstdarstellung, sie verkörpert soziale Rollen und beeinflusst unser Fremdbild (Kleider machen Leute). Damenkleidung wird von DesignerInnen und KonsumentInnen jedoch auch als ein Mittel gesehen, anziehend auf Männer zu wirken und Konkurrentinnen auszustechen. Während Verkaufsargumente für Herrenmode in jeder Jahreszeit vor allem ihre Bequemlichkeit, Bewegungsfreiheit und Strapazierfähigkeit sowie der Preis sind. Männermode versinnbildlicht mann-männlichen Konsens, Frauenkleidung weib-weibliches Konkurrieren.

Das patriarchale Prinzip des weiblichen „geflissentlichen Übersehens“ jeder, eben auch der unvorteilhaften Körperlichkeit beim Mann, des permanenten Kontrollierens der eigenen äußerlichen Erscheinung, des Überwachens mit Argusaugen und des Ausbootens aller Mitfrauen ist das mehr oder weniger bewusste Betriebsgeheimnis sämtlicher nicht matristischer Gesellschaften. Jacques Auvergne meinte einmal sehr treffend: „Das Patriarchat bauen die Frauen, die Männer sind auch dazu zu faul.“

Männer dürfen in der Öffentlichkeit attraktiven Frauen hinterher sehen und für das Umfeld deutlich vernehmbar über schöne Frauen mehr oder weniger wertschätzend fachsimpeln, wahrscheinlich ohne das sich irgendjemand, egal ob männlich oder weiblich, deshalb gestört fühlt oder daran Kritik übt. Das eigene Geschlecht lassen sie in der Regel mit Kritik in Ruhe, da sie meist Möglichkeiten finden, ihr „Jagdrevier“ friedlich untereinander aufzuteilen.

Typisch für zur Norm erhobene, traditionalisierte Rollenerwartung von männlichem Verhalten eben, werden „Kenner“ sagen. Wenn etwa zwei Freunden eine hübsche Frau begegnet, müssen sie das kommentieren, sie sind sonst keine ’echten Kerle’. Es wird jedoch zumindest höchstes Erstaunen, wenn nicht gar Missfallen hervorrufen, sollte es eine Frau wagen, in Hörweite anderer Personen eine Freundin auf die gute oder weniger ansprechende Figur eines Passanten aufmerksam zu machen. Mit Sicherheit wird ihr mit deutlichen Worten oder wenigstens nonverbal von BeobachterInnen signalisiert werden, dass dies in der Öffentlichkeit nicht passend sei und auch im privaten Bereich eher nicht üblich.

Die von Männern wie Frauen bisher weitgehend geduldete, wenn nicht sogar von weiblicher Seite selbstschädigend kooperativ unterstützte Amtsanmaßung der alleinigen Deutungshoheit über normgerechtes Rollenverhalten und Idealbilder von Frausein und Mannsein im öffentlichen wie privaten Raum führt zu einer Manipulation der öffentlichen Meinung. Folge ist ein männlich geprägter Alltag, der viele Handlungsspielräume verringert. Die von Männern gestützte frau-frauliche Konkurrenzorientierung und die oft übliche Stutenbissigkeit, mit der sich viele Frauen durch Geschlechtsgenossinnen unter Druck setzen lassen aber auch selber sich und anderen Mitfrauen das Leben durch ständigen Kleinkrieg erschweren[6], behindert außerdem die konstruktive Zusammenarbeit von weiblichen Teams und solidarisches Verhalten unter Frauen. Auf diese Weise entsteht ein hoher Konformitätsdruck unter den Frauen, der beispielsweise einen individuellen Kleidungsstil sehr einschränkt, zur ungesunden Ernährung verleitet und die Lebensqualität von wenigstens 50% der Bevölkerung in Beruf und Freizeit beeinträchtigt, denn auch einige Männer würden gerne anders leben.

Ein Musterbeispiel für krankmachenden Anpassungsdruck ist der augenblickliche Trend zum knabenhaften, vorpubertär-androgynen Frauenkörper, der Models in die Alkohol- und Drogensucht, Teenager in die Magersucht treibt. Modeschöpferinnen, Kolleginnen und Klassenklassenkameradinnen sahen lange zu und unternahmen nichts. Endlich wurde die lebensbedrohende Gefährlichkeit dieses Schlankheitswahns erkannt, es regt sich Widerstand. Bei der Madrider Modewoche, von Pasarela Cibeles im September 2006 wurde etwa durch einen Erlass der Bezirksregierung von Madrid Models mit einem BMI unter 18 der Auftritt untersagt[7], es gibt die ersten Selbsthilfegruppen für Essgestörte, in den Schulen wird über die verschiedenen Formen der Magersucht informiert.

Immer noch gilt das Motto, ’Wer sich nicht anpasst, wird ausgeschlossen’, und AußenseiterIn will keineR sein. Sogar bei Bewerbungsgesprächen wird von der persönlichen Erscheinung auf die berufliche Kompetenz geschlossen. Bewerberinnen, die sich nicht vorteilhaft und modisch kleiden und / oder älter als das Gros der MitbewerberInnen wirken oder dem aktuellen Frauenbild aus anderen Gründen nicht entsprechen, traut man beispielsweise die für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit notwendige Kompetenz und Flexibilität nicht zu. Für Frauen mit weiblicher Figur (Kleidergröße 42, die heute oft der früheren Damengröße 40 zu entsprechen scheint) ist die Auswahl an modischen Textilien in Boutiquen, Mode- und Versandhäusern stark eingeschränkt. Wenn die Kundinnen nach langer Suche endlich ein passendes Kleidungsstück gefunden haben, bezahlen sie für ihren nonkonformen, selbstbestimmten Lebensstil und ihre gesunde Ernährungsweise einen überteuerten Preis, eine Art ’Strafzoll’, da Kleidungsutensilien dieser Größe in geringerer Stückzahl produziert werden und angeblich kostenintensiver in der Herstellung sind. Wer sich im Straßenbild einmal umsieht, wird jedoch feststellen, dass Modehäuser dringend umdenken sollten, wenn sie Mode für ihre Kundinnen entwerfen wollen und nicht gegen sie.

Entsprechend groß ist der soziale und ökonomische Druck auf wirklich übergewichtige Frauen (BMI>30), besonders wenn sie kleiner als 1,60 m sind. Sie sind gut beraten, ihre Garderobe selbst zu schneidern, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, frustrierende Odysseen durch Fußgängerzonen zurückzulegen, um dann mit einem total überteuerten Kleidungsutensil nach Hause zu kommen, dass eigentlich nicht gefällt, dass aber wenigstens einigermaßen passt. Online-Shopping verbessert die Erfolgschancen nicht und erspart noch nicht einmal die Wege, da die Kleidungsstücke nicht anprobiert werden konnten und öfter mehrmals hin- und her geschickt werden müssen, weil sie nicht passen.

An diesen Beispielen wird deutlich, dass es offensichtlich auch in demokratischen Gesellschaften der kulturellen Moderne Überreste von traditionellem Rollenverständnis und patriarchalischem Verhalten gibt, die sich im Bereich der Selbstdarstellung (impression management, die hohe Kunst des Eindruckschindens) besonders leicht nachweisen lassen. Sollen tatsächlich vorhandene Handlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und sogar erweitert werden, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu partnerschaftlichem, friedlichem Miteinander beider Geschlechter aber auch der Frauen untereinander führen würde,. dann kann dieses geschlechtergerechte Idealbild demokratischer Gesellschaften nur erreicht werden, wenn Frauen wie auch Männer sich emanzipieren, indem sie umdenken und traditionelle Rollenklischees, veraltete Verhaltensmuster, überholte Einstellungen und festgefahrene Denkprozesse aufgeben.

Gerade die Branchen, die sich als Trendsetter mit dem äußeren Erscheinungsbild der Geschlechter beschäftigen (Werbung, Film-, Kosmetik- und Modebranche) tragen wegen ihrer prägenden Einflussnahme auf den Zeitgeist und das idealtypische Aussehen von Frauen und Männern tragen eine hohe Verantwortung, da ihre Entwürfe von Männlichkeit und Weiblichkeit den privaten wie auch beruflichen Alltag beider Geschlechter mitgestalten. Sie haben es in der Hand eine Neubewertung und Umorientierung alter patriarchaler Denkmuster einzuleiten und zu bewerben. Tatsächlich riskieren einige Firmen bereits neue Wege (Dove)[8]. Grundlage und Rüstzeug für den einzuleitenden Umdenkungsprozess und die neuen Bewertungskriterien liefern geschlechtssensible Mädchen- bzw. Jungenarbeit, gemischt- und getrenntgeschlechtliche Diskussionsforen, intergenerative, gleichheitsfeministische[9] Bildungbausteine, Selbsterfahrungsseminare, gemischt- und getrenntgeschlechtliche Qualitätszirkel in den Berufsfachausschüssen und Bildungseinrichtungen, Genderstudies, sowie Bücher der Gleichheitsfeministin Alice Schwarzer.

Wie du siehst, liebe Nora, ist auch die BRD noch ein weites Stück von dieser Idealvorstellung eines gendergerechten demokratischen Rechtsstaates entfernt. Doch frei nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, arbeiten die BefürworterInnen der kulturellen Moderne aktiv daran, eine humane Umwelt zu gestalten, die, auf dem Fundament der FdGO basierend, individuelle Lebenskonzepte zulässt und schützt, so lange diese nicht die Freiräume anderer Mitmenschen einschränken. Auch einige der Kommentatorinnen zum ’Thema: Burka und Tschador verbieten’ auf dem Blog Sägefisch berufen sich auf Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit und fordern diese ein, würden jedoch vorziehen, diese Rechtsansprüche à la carte (Arzu Toker) zu nutzen. Nur haben Grundrechte universelle Gültigkeit, sie gelten für jede und jeden, unabhängig von Geschlecht und Ansehen der Person. Demokratie und BürgerInnenrechte wie an der Käsetheke, nach dem Motto „Wie viel Demokratie darf’s denn bitte sein?“ gibt es nicht (Jacques Auvergne).

Hier scheiden sich die Geister von RepräsentantInnen eines aufgeklärten, moderaten Islams[10] von fundamentalistischen MuslimInnen, die ihr Welt- und Menschenbild aus den, wie sie glauben, nicht interpretierbaren islamischen Quellen Koran, Sunna, (Hadithen) und Scharia entlehnen oder sich gar wie die SalafistInnen an Werten der kulturellen Vormoderne orientieren. Wenn die folgenden Zeilen für dich, Nora, wie auch für einige andere Schwestern eine Zumutung sein mögen, es wäre schade, wenn ihr hier nicht weiter lesen würdet.

03. Menschenbilder, Erziehungsstile und Lebenskonzepte der kulturellen Moderne und des traditionellen Islams im Vergleich

Wir DemokratInnen, gleich welcher Religion oder Weltanschauung, bejahen die Grundannahmen des Humanismus und der Aufklärung, die vor allem davon ausgehen, dass Frauen wie Männer gleichberechtigte, gleichgestellte Lebewesen sind. Beide haben im Grunde einen guten Charakter. Kognitive Fähigkeiten sind gleich gut ausgeprägt und nicht von der Geschlechtszugehörigkeit abhängig. Anders als in der kulturellen Vormoderne, wo beispielsweise der Sohn Generation für Generation der gleichen Tätigkeit nachging wie der Vater und Frauen an die Rolle der Hausfrau und Mutter gebunden waren, haben wir BürgerInnen heute Dank unseres freien Willens die Möglichkeit uns zwischen mehreren Alternativen zu entscheiden. Wir streben danach, unser Leben selbst zu bestimmen und zu gestalten. Hindernisse die sich dabei in den Weg stellen, sehen wir als anregende Herausforderung, um als handelndes Subjekt, allein oder im Team, Strategien zu entwickeln, diese Barrieren aktiv abzubauen.

Schritt für Schritt, die individuelle Entwicklungsstufe berücksichtigend, leiten wir humanistisch orientierten, freiheitsliebenden BürgerInnen Kinder und Jugendliche dazu an, selbstständig zu denken, sich ihre eigene Meinung zu bilden, neugierig Fragen zu stellen, Gehörtes zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen sowie Wissenstransfer von bereits Erlerntem durchzuführen, um als kleine ’ForscherInnen’ und ’ErfinderInnen’ ihre Umwelt zu entdecken und zu erobern. Wir ermutigen schon Mädchen und Jungen im Grundschulalter dazu, ohne Angst zu sagen, was sie denken, wir laden Jugendliche ein, sich bei Diskussionen interessanter Themen zu beteiligen, zunächst nur zuzuhören, dann mutig ihren Standpunkt darzustellen und zu vertreten. Sie lernen, mit Kritik an der eigenen Person konstruktiv umzugehen, aber auch bei noch so hitzigen Diskussionen Sachargumente von Persönlichem zu trennen.

Altersgerecht vermitteln wir Eltern und an der Erziehung beteiligte (ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialrbeiterInnen) beiden Geschlechtern den Umgang mit Werkzeugen und Haushaltsgeräten, um Mädchen wie auch Jungen in die Lage zu versetzen, erste Hausarbeiten verantwortungsvoll zu übernehmen und kleinere Reparaturen durchzuführen. So gibt man den männlichen Helfern durchaus ein Spültuch in die Hand während man jungen Radfahrerinnen das sachgerechte Flicken eines Fahrradschlauches und den geschickten Umgang mit Hammer und Nagel zutraut. Selbstverständlich dürfen der große Bruder und der Vater die kleine Schwester bzw. Tochter auch mal wickeln und füttern und manchmal grillt auch die Tochter mit ihrer Mutter die Steaks beim Sommerfest. Kulturtechniken wie das Lesen, Schreiben, Sprachkompetenz, der sichere, Missbrauch ausschließende, geübte Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln wie dem Internet, Email, und Diskussionsforen befähigen lernwillige, wissbegierige SchülerInnen und Erwachsene beider Geschlechter sich mitzuteilen und sich zu informieren.

Beim Spielen mit Bauklötzen lernen schon die Kleinkinder, kreativ ihre Umwelt zu gestalten, aktiv eine „Welt“ nach ihren Vorstellungen zu bauen. Sollte sich für sie herausstellen, dass einige Bauteile den Anforderungen der ’KonstrukteurInnen’ nicht entsprechen, zerstören sie diese, um sie verbessert wieder aufzubauen. So erkennen schon Kleinkinder physikalischen Grundregeln wie Statik und Hebelgesetze und lernen spielend sie zu nutzen. Auch manche Mädchen haben an dieser Beschäftigung viel Freude. Buntstifte beflügeln die Phantasie, bringen die Welt nahe. Beim Malen kopieren Kinder zunächst die Natur, um später bildnerisch auszuprobieren, wie man sie ästhetisch und visionär verändern kann. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend beispielsweise beim Konstruieren mit Technikbaukästen umgesetzt. Oft genug habe ich beobachten können, dass ’Baumeisterinnen’ hier mit Phantasie und Können genauso zu anschaulichen Ergebnissen kommen wie ihre Freunde. Das Spielen mit Puppen ermöglicht Rollen und Verhaltensmuster auszuprobieren. Besonders spannend, authentisch und realitätsbezogen wird dieses Austesten, wenn Jungen mitspielen.

In der Schule lernen Schulkinder, dass wissenschaftliche Thesen so lange Gültigkeit haben, bis sie durch neue Erkenntnisse erweitert oder sogar falsifiziert werden. Anderenfalls würden wir heute noch an den ’physiologischen Schwachsinn des Weibes’ glauben. Die Bibel lernen SchülerInnen im aufgeklärten Religionsunterricht als eines von vielen der durch Menschenhand verfassten Regelwerke kennen, nach dem nicht nur ChristInnen sich orientieren können und dass in seinem geschichtlichen Zusammenhang gesehen und erklärt werden kann. Das kritische Hinterfragen religiöser Texte und das Diskutieren über Glaubeninhalte zeugt von lebhaftem Interesse und Beiträge von Erwachsenen sind durchaus erwünscht. Andersgläubige und AtheistInnen werden eingeladen, sich bei Bibelabenden und Vorträgen zu beteiligen, wer religiöse Inhalte oder Würdenträger in einer Satire persifliert oder karikiert, muss sich weder vor Lynchjustiz noch vor strafrechtlichen Konsequenzen fürchten. Da laizitäre Gesellschaften Aufgaben- und Einflussbereiche des Staates und der Kirche trennen, muss niemand als BürgermeisterIn zurücktreten, weil sie oder er sich kritisch zum Inhalt der Sonntagspredigt geäußert hat oder als KatholikIn sonntags nicht zur Messe geht. Austritt aus einer Kirche oder Übertritt zu einer anderen Weltanschauung ist aus Gründen der Religionsfreiheit ohne persönliche Einschränkungen, berufliche Nachteile oder gar Gefahren für Leib und Leben möglich. Frauen werden in Europa nicht mehr als Hexe verbrannt oder gesteinigt, weil sie angeblich vom Teufel benutzt wurden, um durch ’schwarze Magie’ Menschen, Tiere und Ernte zu vernichten.

All diese zum Experimentieren einladenden Handlungsspielräume, individuellen Gestaltungsoptionen, selbstbestimmten Denk- und Verhaltensmuster, der gleichberechtigte, barrierefreie Zugang zu allen öffentlichen und privaten Bereichen sowie Chancengleichheit in Bildung und Beruf begünstigen eine optimale, den eigenen Fähigkeiten und Begabungen entsprechende Selbstverwirklichung, eine qualitativ hochwertige Lebensführung und Zufriedenheit sowie eine emanzipierte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wenn diese Idealvorstellungen auch noch nicht erreicht sind, so sind wir reife, demokratische Persönlichkeiten der Überzeugung, als weitgehend freies, eigenständig handelndes und individuell denkendes Subjekt Lösungswege zu entwickeln, die diesen angestrebten Zielvorstellungen zumindest sehr nahe kommen. Wir gestalten unsere Umwelt und wissen zu schätzen, dass wir unsere Lebensbedingungen allein oder im Team zu einem wesentlichen Teil selbst beeinflussen und verändern können. Wir nutzen unsere körperlichen, mentalen und geistigen Kräfte, um als Fachmänner und Spezialistinnen in eigener Sache uns und unseren Kindern schon zu Lebzeiten ein zufrieden stellendes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

04. Koran und Sunna

Während die Mehrzahl der BundesbürgerInnen ihren Alltag auf dem Fundament des Grundgesetzes und anderen abgeleiteten laizitären Regelwerken sehr individuell und weitgehend selbstbestimmt gestaltet, ist der Tagesablauf für Muslime vor allem jedoch für Musliminnen den strengen religiösen Regeln des Korans und der Scharia unterworfen. Für die meisten AnhängerInnen dieser Weltreligion sind diese Regelwerke von Allah den Menschen gesandt und als Gottes Offenbarung ewig und vollkommen. Textstellen können daher nicht im historischen Zusammenhang gesehen und verstanden werden, sie sind angeblich eindeutig und unveränderbar, sie zu kritisieren ist Gotteslästerung, die nach Scharia-Recht schwer bestraft wird. Besondere Berücksichtigung im muslimischen Alltag finden auch Überlieferungen aus dem Leben des Propheten und seiner Gefährten, im Wesentlichen Sammlungen von Aussagen, Taten, Ratschlägen und Verboten des Gesandten Allahs und seines Umfeldes, die je nach Quellenlage (Isnâd, Kette der Überlieferungen) mit unterschiedlicher Verbindlichkeit Verhaltensweisen verbieten, ablehnen oder empfehlen.

Leben MusliminInnen korangetreu und nach diesen Richtlinien, schließen die strengen Regeln viele Handlungsfreiheiten, die von den Menschen in einer säkularen, demokratisch-humanistischen Gesellschaft jederzeit genutzt werden können insbesondere für Frauen aus. Wer beispielsweise vom Islam zu einer anderen Religion wechseln möchte, ist abtrünniger Apostat und muss um sein Leben fürchten, da Glaubensabfall als todeswürdiges Hadd-Verbrechen gilt. Ebenso wird niemand es wagen, die Freitagspredigt kritisch zu hinterfragen. Der Koran und die Scharia sind für traditionell denkende MuslimInnen über jede menschliche Kritik erhaben, Prediger und Gelehrte sind Autoritäten, die den Willen Allahs in für Jede und Jeden verständliche Worte fassen. Anders als die meisten Mitglieder der Gemeinde, die ihre eher bescheidene Fachkenntnis ausschließlich auf die religiöse Erziehung im Clan und die Koranschule stützen, haben diese Islamgelehrten eine gründliche religiöse Ausbildung durchlaufen und gelten als Experten von hoher Glaubwürdigkeit, die man allein deshalb schon nicht anzuzweifeln wagt, weil man befürchtet, dass die Kritik Allah missfallen und damit das persönliche Seelenheil gefährden könnte.

05. Sunna der Jungenerziehung

Während in weitgehend laizitären, humanistisch-demokratisch geprägten Gesellschaften der berufliche wie auch private Alltag für beide Geschlechter wenigstens im Idealfall qualitativ und quantitativ gleiche Handlungsmöglichkeiten bereithält, ist im Islam Freizügigkeit und Handlungsvielfalt grundsätzlich an die Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht gebunden. Jungen werden von Geburt an eindeutig bevorzugt, ihnen werden vor allem in der Kindheit nur selten Grenzen gesetzt. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn sich der Lausbub daneben benommen hat. Meist springt Annääh dann in die Bresche, und bügelt die unangenehmen Folgen für ihren Sohn aus.

Greift der kleine Bruder beispielsweise, nachdem er schon mehrere Stücke Schokolade gegessen hat, schnell in dem Moment nach der letzten Ecke, als seine Schwester auch von der Süßigkeit probieren will, weist Annääh das Mädchen an, großzügig und rücksichtsvoll zu sein, sie sei doch die Ältere und Vernünftigere. Gibt es wegen schlechter Leistungen Probleme in der Schule, mutiert die zurückhaltende, scheue Muslima zur Löwenmutter und greift zur Strategie des Dschihad im Lehrerzimmer[11]. Bei grobem Fehlverhalten ist ihre Phantasie und Diplomatie gefragt, um Entschuldigungsgründe für die groben Lausbubenstreiche und respektlosen Unverschämtheiten zu erfinden und die wütenden Geschädigten zu beschwichtigen.

Vor allem die Mütter und weiblichen Verwandten sind es, die durch ihr rollengerechtes, unterwürfiges Vorleben weiblicher Handlungs- und Reaktionsmuster einerseits und die nach Sunna, Koran und Scharia ausgerichteten ungleichen Erziehungsmethoden für Mädchen und Jungen andererseits diese extreme Genderapartheit und vormodernen Rollenkonzepte zu übermitteln und traditionsgemäß unreflektiert an die nächste Generation weiterzugeben und zu festigen haben. Sollte diese gottergebene, weitgehend auf den Erhalt und die Verewigung religiöser und kultureller Traditionen bedachte Lebensweise nicht durchbrochen werden, werden die erwachsenen Kinder die Lebens- und Alltagskonzepte ihrer Eltern voraussichtlich genauso unkritisch für die neu gegründete Familie übernehmen und ihrerseits an den Nachwuchs weitergeben.

Nie habe ich in streng muslimischen Familien Bausteine, Legosteine, Puppen, Buntstifte oder Märchenbücher gesehen. Die Eltern wollen ihre Kinder vor westlichem Einfluss bewahren, Spielen mit gleichaltrigen ’Ungläubigen’, das Feiern von Kindergeburtstagen, Theaterbesuche, sind daher verbotene Freizeitaktivitäten, Kunst- Schwimm- Sport- und Aufklärungsunterricht ist für viele SchülerInnen wegen ihrer Weltanschauung verpönt. Rechtsgelehrte wie Mohammad Rassoul ermutigen verunsicherte Erziehungsberechtigte, ihre Kinder abzugrenzen und in Parallelgesellschaften aufwachsen zu lassen.

Spätestens mit 10 Jahren werden die Jungen, von den männlichen Angehörigen dem wachsenden Verstand angemessen, Schritt für Schritt an die korangetreue Lebensweise herangeführt. Während die Regeln des heiligen Buches der Muslime und die Empfehlungen der Sunna mit Strenge vermittelt und durchgesetzt werden, Ungehorsam wird durchaus mit körperlicher Züchtigung bestraft, messen die Erziehungsberechtigen der Wertehierarchie der Mehrheitsgesellschaft sowie den Regeln des Zusammenlebens in der kulturellen Moderne offensichtlich wenig Bedeutung zu, einige lehnen diese sogar ab. Nach einer Untersuchung des Innenministeriums der BRD zu Integration und Integrationsbarrieren von Muslimen in Deutschland (18.12.2007)[12] stimmte beispielsweise jeder vierte gläubige Befragte zu, sogar körperliche Gewalt gegen ’Ungläubige’ anzuwenden, wenn es der Umma diene. Grund für diese demokratiefeindlichen Haltungen und islamistischen Denk- und Handlungsmuster seien vor allem ’die einseitige Ausrichtung auf nicht-deutsche, demokratiefeindlich ausgerichtete Medien (Fernsehsender, Videos, Zeitungen) sowie der ebenso einseitige Rückzug in ethnisch‑religiös geschlossene Milieus’, der wie ich meine durch die Erziehungsberechtigen und Miterziehenden gefördert und verstärkt wird[13] indem sie z.B. den Kontakt zu andersgläubigen Nachbarn einschränken, wenn nicht gar verbieten. Auch die Hetze radikaler Prediger und Koranschulen. So wurde ein mit langem, schwarzen Mantel, Hut und Schläfenlocken traditionell gekleideter Russlanddeutscher von einer Gruppe 8-10 jähriger Muslime als „Scheiß Jude“ beschimpft. An ihrer Grundschule haben die Kinder sicherlich nicht gelernt, wie gläubige Juden zu erkennen sind und wie man sie diskriminiert.

Folgen dieses Erziehungsstils des ’Laissez Faire’ bei Jungen sind Frustration und Gewalt sobald die verwöhnten Muttersöhnchen mit Regeln des Schul- oder Gemeinwesens der kulturellen Moderne konflikthaft konfrontiert werden und wegen ihres rücksichtslosen in den Tag Hineinlebens auffällig werden. Männliche Heranwachsende mit muslimischem Migrationshintergrund tragen vor allem wegen der Unvereinbarkeit ihrer lange Zeit ungebremst ausgelebten Allmachtsphantasien und der Verachtung der Lebensweise der ’Ungläubigen’ mit ihren von der Mehrheit akzeptierten Regeln der demokratischen Moderne ein hohes Risiko, in säkularen Gesellschaften straffällig zu werden.

In der ’Zeit des unruhigen Blutes’ dürfen Muslime jedoch heterosexuelle Erfahrungen mit weiblichen Andersgläubigen sammeln ohne eine feste Beziehung oder gar Ehe anzustreben. Pflichtgemäß müssen sie diese Frauen wegen ihres ’unwürdigen, gottlosen Lebensstils und der großzügigen Sexualmoral besonders verachten. Mit einem Mann zu schlafen, ohne mit ihm verheiratet zu sein, ein solches ’Lotterleben’ ist für Frauen nach islamischen Regeln eine Schande, auch in der Familie des jungen Mannes missbilligt man diese freizügige Lebensweise und hält solche Mädchen für Schlampen. Sollte sich der Sohn trotzdem in eine solche zügellose Modernistin verlieben, niemals würden die Eltern sie als Schwiegertochter akzeptieren und alles daran setzen, eine solche Ehe zu verhindern. Wenn männliche muslimische Heranwachsende es mit der Treue nicht so genau nehmen und mehrere Freundinnen gleichzeitig haben, sieht man ihnen das in der Familie und in der Community großzügig nach, sie sind halt ’junge Heißsporne’, heimlich wird man sogar die ‚tollen Hechte’ bewundern. Außerdem hatte ja auch der Prophet mehrere Frauen. Für eine Muslima wäre ein derartiger ’Männerverschleiß’ jedoch undenkbar, mit einem Mann aus sexueller Lust zu schlafen ist für diese Frauen höchst kompromittierend, die Familie würde einen solchen Lebenswandel, der Schande über die ganze Sippe bringen würde, nicht akzeptieren.

Selbst wenn eine Horde muslimischer Jugendlicher eine sommerlich leicht bekleidete ’Ungläubige’ vergewaltigt, bringen die Täter keine Schande über die Angehörigen, weil ein solches Verhalten nach den Richtlinien der Sunna[14] regelgerecht ist, die Verbrecher in den traditionellen Milieus der Parallelgesellschaften sogar aufwertet. Selbst wenn der Moslem vergewaltigt, ist nach den Denkmustern der muslimischen FundamentalistInnen grundsätzlich die Frau schuld, schließlich kann es nach islamischem Verständnis gar nicht anders sein, als dass sie ihn verführt hat und das ’arme männliche Opfer’ nur ihrer raffinierten Verführungstaktik und wirkungsvoll in Szene gesetzten Reizen erlegen ist. Muslimische Ehemänner, die ihre Frauen und Kinder verprügeln, verletzen ebenfalls nicht die falsch verstandene Ehre ihrer Familie. Gemeinsam bei einer chronisch kranken alten Dame einzubrechen, sie bestialisch zu quälen und sie zu bestehlen[15] ist für islamistisch denkende Clans ebenfalls ein dummer Jungenstreich, wenigstens solange es sich bei der gedemütigten Frau um eine Dhimmi handelt. Nach dem brutalen Überfall (Juli 2007) der Kinderbande in Mönchengladbach-Speick haben weder die albanischen Eltern der Haupttäter noch ein Hodscha oder Imam diese menschenverachtende, respektlose Untat verurteilt. Das StGB der BRD gibt den jungen Migranten offensichtlich keine Handlungsorientierung, der Clan missbilligt lediglich das sich Erwischen lassen.

Solange Muslime die Regeln und Verhaltensempfehlungen von Koran, Sunna und Scharia hoch achten und die Hierarchie des Clans respektieren, sind sie sich in für sie bedrohlichen Situationen der Solidarität und Unterstützung der Sippe sicher. Sollte wegen der aus der stammesüblichen Missachtung der demokratischen Regeln und Wertehierarchien der christlich-humanistischen Mehrheitsgesellschaft resultierenden Respektlosigkeit und des größenwahnsinnigen Hochrisikoverhaltens (verbotene Autorennen, Straftaten als gefährliche Mutproben, Schlägereien, Sachbeschädigung) Ärger ins Haus stehen, Annääh läuft zur Hochform auf und bringt alles wieder ins Lot, auch die übrigen Familienmitglieder verharmlosen nachsichtig grobe Rüpeleien als dumme Bübereien.

Doch hat diese Solidarität des Clans einen Pferdefuß: Sollte der Familienrat beschließen, dass auf Grund eines Verstoßes gegen die Maßgaben von Sunna, Koran und Scharia die falsch verstandene Familienehre wieder rein gewaschen werden muss, gibt es für den potentiellen Mörder kaum einen Ausweg sich dem innerfamiliären Auftragsmord zu entziehen. Ayhan Sürücü musste seine Schwester Hatun Aynur umbringen, wenn er sich nicht selbst in Lebensgefahr begeben wollte. Mit seinen Gewissensbissen, die sicherlich auch im Milieu des Tötens aus falsch verstandener Ehre den Täter quälen, muss der inhaftierte Schwesternmörder nun lange Jahre in einer beengten Zelle hinter Gittern leben. Ich glaube nicht, dass die vom Vater nach der Tat geschenkte goldene Uhr und der ihm von seinem älteren Bruder wegen der Untat entgegengebrachte ’Respekt’ darüber hinwegtrösten können.

Während beim ’Dschihad im Klassenzimmer’ und bei den ’diplomatischen Verhandlungen mit den aufgebrachten Geschädigten’, die unter dem ungezügelten Draufgängertum und der sadistischen Respektlosigkeit der Söhne zu leiden hatten, die Mütter gut genug sind, ihre Söhne zu verteidigen und ’über den grünen Klee’ zu loben, um sie ins ’rechte Licht’ zu rücken und für ihre verwöhnten Bengel die ’heißen Kastanien’ aus dem Feuer zu holen, ist jedoch der Vater als Familienoberhaupt zuständig, wenn der Jugendliche oder Heranwachsende bei einer Straftat erwischt wurde und von der Polizei abzuholen ist oder Elterngespräche geführt werden sollen. Seine Ehefrau ist auf dieser Hierarchieebene nicht mehr vertretungsberechtigt. Doch statt mit der Polizei gemeinsam nach Lösungskonzepten zu suchen, beispielsweise das Jugendamt hinzuzuziehen, scheitert zunächst das Gespräch an den tatsächlichen oder angeblichen schlechten Kenntnissen der deutschen Sprache des Vaters. Doch auch ein eilig herbeigerufener Dolmetscher wird den Klienten voraussichtlich nicht überzeugen können, sein Recht auf Unterstützung in schwierigen Erziehungssituationen in Anspruch zu nehmen, da es aus väterlicher Sicht doch gar keine Probleme gebe. Der Junge sei nicht wirklich schlecht, er werde ihm gründlich ins Gewissen reden. Zuhause geschieht dann … nichts. Es folgt die nächste Straftat. Das oben beschriebene Prozedere wiederholt sich nicht selten ein paar Mal, die später im dann fälligen Jugendgerichtsverfahren als Erziehungsmaßnahme auferlegten Sozialstunden werden in der Regel nicht abgeleistet, was wegen Überlastung der Jugendgerichtshelfer nicht sofort geahndet wird. Und prompt beginnt der Teufelskreislauf von vorne. Unter den gleichaltrigen Kumpels gelten die dickfelligsten Ignoranten als Helden. Nicht nur die Schwerfälligkeit und Langatmigkeit der Justizbehörden sondern vor allem das stillschweigende Dulden der Straftaten seitens der Community verleitet manche der fehlgeleiteten jungen Straftäter dazu zu glauben, einen Freibrief zu haben, ihre kriminellen Allmachtsphantasien jahrelang auszuleben.

06. Sunna der Mädchenerziehung

Ganz anders sieht die Erziehung bei den frommen Töchtern aus. Muslimischen Mädchen und Frauen sind von klein auf viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens wegen der vor allem in Koran und Sunna genannten patriarchalen Verhaltensregeln, Denkmuster und Einstellungen nicht zugängig, beziehungsweise strengen Vorschriften unterworfen. So dürfen Frauen und Männer nicht gemeinsam beten. Schülerinnen sollen nicht an mehrtägigen, gemischten Klassenfahrten teilnehmen. Oft werden sie vom Sexualkundeunterricht befreit. Für die regelgerechte Abmeldung vom Schwimm- und Sportunterricht können sich Eltern bereits Form vollendete Vordrucke aus dem Internet herunterladen. Wenn eine Schule auf einer Teilnahme am Schwimm- und Sportunterricht besteht, müssen die Schülerinnen unpraktische Kleidung tragen, die Beine und Arme, zwar züchtig verhüllen, den Anforderungen an die Beweglichkeit jedoch nicht gerecht wird. Auch sollen die Haare trotz der unfallträchtigen Befestigungstecknadeln selbst beim Handballtraining unter Kopftüchern versteckt werden, damit der Haarschopf nicht die Aufmerksamkeit eines Lehrers oder Mitschülers auf sich zieht.

Männer und Frauen geben sich zur Begrüßung nicht die Hand, da selbst der harmlose kurzfristige Hautkontakt sexuelle Begierden beim männlichen Gegenüber wecken könnte. Muslimas ist es in der Öffentlichkeit verboten, ohne sehr triftigen Grund einen Mann anzusprechen, entsprechend werden es Männer vermeiden, mit ihnen zu reden. Es gibt Rechtsauffassungen, die sogar den Tagesgruß erotisieren. Im Gegensatz zu ihren heranwachsenden Brüdern, die hingehen dürfen, wohin sie wollen und sich treffen mit wem sie wollen, überwachen Familien ihre Töchter, verbieten ihnen den Besuch von KlassenkameradInnen, selbst wenn diese Glaubensschwestern sind, das draußen Herumtollen und Spielen wird eingeschränkt, ein spontaner Stadtbummel, Spaziergang, Ausflug ist Jugendlichen nicht mehr möglich, Kinobesuche sind verboten. Es sind meist die weiblichen Angehörigen, die bereits die Mädchen im Grundschulalter an das Tragen eines Kopftuches gewöhnen wollen. Immer mehr islamische Familien gestalten ihren Alltag genau nach den traditionellen, in der Sunnah und im Koran mit verschiedener Verbindlichkeit empfohlenen Verhaltensmustern und Regeln. Nach Einbruch der Dunkelheit, das kann im Winter in unserer Klimazone schon gegen 16.30 sein, hat daher eine anständige Frau nichts mehr auf der Straße verloren, es sei denn sie ist verschleiert und in Begleitung eines Mahrams. Die Jungfräulichkeit der unverheirateten Frauen, die einen wesentlichen Teil der falsch verstandenen Ehre der ganzen Sippe symbolisiert, muss unbedingt geschützt werden, da ist fast jedes Mittel recht. Fest davon überzeugt, wie allen Frauen auch ihren Töchtern allein auf Grund ihres angeblich verführerischen und teuflischen Weiblich-Seins misstrauen zu müssen, versucht der Clan durch strenge Kontrolle und das Bestehen auf akribisch einzuhaltende Vorschriften ’Schande’ von der Familie fernzuhalten.

Die an den Aussagen von Koran und Sunna orientierten, streng einzuhaltenden Verhaltensregeln bauen bei den Mädchen und Frauen einen hohen Konformitätsdruck auf, der sich nicht selten in Verhaltensauffälligkeiten wie Ritzen und Essstörungen[16] manifestiert. Spätestens mit Einsetzen der ersten Regel, bei Südländerinnen im Schnitt mit zehn Jahren, unterstützt die Tochter die Mutter bei der Hausarbeit und kümmert sich um die Betreuung jüngerer Geschwister. Mit der Einführung der Ganztagsschule haben die Teenager dann nicht selten einen fünfzehn Stunden Tag, wenn sie nach der Rückkehr von der Schule gleich mit der Erledigung der ihnen übertragenen Hausarbeiten beginnen und beispielsweise die jüngeren Geschwister hüten. Für Hobbies oder Pflegen von Freundschaften bleibt kaum Zeit. Die Brüder hingegen werden nie zur Mitarbeit herangezogen, müssen je nach Alter nur zum Koranunterricht, sollen regelmäßig beten und Freitags in die Moschee gehen, ansonsten genießen sie die reichliche Freizeit nach Lust und Laune.

Schul- und Berufsausbildung ist bei den Mädchen, wenn überhaupt, nur bis zur Hochzeit wichtig, Muslimas heiraten traditionsgemäß sehr früh und ’arrangiert’[17], die Wahrscheinlichkeit, dass die junge Braut ’unberührt’, das heißt sexuell absolut unerfahren in die Ehe geht, ist dann besonders groß und die Verantwortung für den Schutz kann endlich an den Bräutigam und dessen Familie abgegeben werden. Es ist üblich, dass der Vater des künftigen Bräutigams an die männlichen Verwandten der Braut einen zuvor ausgehandelten Brautpreis auszahlt[18]. Sind die jungen Mädchen mit der Wahl des ausgesuchten zukünftigen Ehemannes nicht einverstanden, wird keine ’gute’ Tochter es wagen, diese für die Zukunft so folgenschwere, womöglich lebenslang bindende Entscheidung anzweifeln oder den Ehekandidaten gar brüsk ablehnen, würde sie doch die Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und gute Absicht der Eltern und Schwiegereltern oder sonstiger nahe stehender ’EheanbahnerInnen’ und nicht zuletzt die Weisheit Allahs in Frage stellen. Lehnen sich doch hin und wieder einige Mädchen auf und weigern sich, den potentiellen Ehemann zu akzeptieren, drohen ihnen die Mütter mit Selbstmord[19] und setzen so die Töchter unter unvorstellbaren psychischen Druck, den einige nicht aushalten[20]. Der in allen traditionell-koranisch ausgerichteten Familien stark reglementierte Tagesablauf der weiblichen Familienmitglieder, das den Mädchen und Frauen ständig entgegengebrachte Misstrauen, die permanente Kontrolle jedes ihrer Schritte in der Öffentlichkeit bestärken den Eindruck, dass Mädchen, Frauen und sogar die eigene Schwester und Mutter als minderwertige, defizitäre Geschöpfe einzustufen sind, die wegen der Bedrohung der falsch verstandenen Ehre der Sippe allzeit zu überwachen sind.

07. Männerwelt und Frauensphäre

Grundlage für die islamische Variante der Genderspaltung ist das vormoderne patriarchale Menschenbild im Islam. Zwar sind nach weit verbreiteter Auffassung der religiösen Gelehrten Männer und Frauen vor Allah gleich und beide können bei entsprechendem Wohlverhalten ins Paradies kommen, doch sei der Weg dorthin für Frauen wegen angeblicher, angeborener, natürlicher Unterschiede in der weiblichen Biologie und Wesensart erheblich steiler und beschwerlicher als für Männer. So könne die Frau zwar eine Seele haben, was sie zum menschlichen Wesen mache, doch bringe ihre Natur ihr angeborene Nachteile, die sich im Alltag auswirken würden. Frauen seien daher z.B. nach verbreiteter Rechtsauffassung der islamischen Gelehrten während ihrer Menstruation unrein, dürfen in dieser Zeit weder beten noch fasten und müssen diese religiösen Pflichten nachholen[21]. Auch fehle es Mädchen und Frauen an Einsicht und Vernunft. Deshalb müsse die Aussage einer Zeugin vor einem Scharia-Gericht durch eine zweite Zeugin bestätigt werden, um die Beweiskraft der Aussage eines Mannes aufzuwiegen. Weibliche Staatsoberhäupter wie Angela Merkel, Ministerinnen wie Ursula von der Leyen und die Präsidentschaftskandidatin der Weltmacht USA, Hillary Clinton, mögen mir verzeihen, aber wenn man den überlieferten Aussagen des Propheten glaubt, könnten Frauen auf Grund dieses Mangels an Verstand niemals die Staatsgeschäfte so kompetent ausführen, wie es nötig wäre, um sozialen Frieden zu schaffen sowie Wohlstand und Lebensqualität für die Bevölkerung zu ermöglichen und zu vermehren. Wahrscheinlich ist die Diskrepanz zwischen der korangemäßen Frauenrolle, der angebliche Mangel an Einsicht und Vernunft auch ein Grund, warum Lehrerinnen von muslimischen Schülern so wenig akzeptiert, respektiert und oft beleidigt werden[22]. Wer jedoch hier lernen arbeiten und leben will, wird die von der Mehrheit getragenen Absprachen, Vereinbarungen, Regeln und Gesetze akzeptieren und befolgen mussen (Tibi) und bereit sein, einen wesentlichen Teil sich den muss bereit sein,

Auf Grund der Verschiedenheit der Wesensart von Mann und Frau und deren komplett unterschiedlichen Lebenswelten könne es nach den überlieferten Hadithen des Propheten und seiner Begleiter, Suren des Korans und der Kernaussage der Scharia keine universellen Menschenrechte geben. Ayatollah Murtada al-Mutahiri schreibt z.B. sinngemäß, dass ’die Welt und die natürliche Beschaffenheit von Frau und Mann unterschiedlich sei. Daraus ergebe sich zwangsläufig, dass viele Rechte, Pflichten und Strafen nicht einheitlich seien’. Daher steht eine vergewaltigte Muslima vor einem schier unlösbaren Problem. Einerseits ist sie verpflichtet, das Verbrechen anzuzeigen, um einem Mord wegen Verletzung der falsch verstandenen Familienehre zu entgehen, andererseits muss sie entweder ein Geständnis des Täters vorweisen oder 4 männliche Zeugen erbringen, die ihre Aussage bestätigten. Gelingt ihr das nicht, was sehr wahrscheinlich ist, drohen ihr eine Gegenklage und 80 Peitschenhiebe wegen angeblicher Verleumdung. Durch die physischen und psychischen Folgen der Untat gedemütigt und traumatisiert, wird sie wieder Opfer[23], diesmal durch die strukturelle Gewalt der Scharia-Gerichte.

Nachgewiesen werden müssen die verallgemeinernden, diskreditierenden Behauptungen über die weibliche Wesensart nicht, noch weniger dürfen sie angezweifelt oder kritisiert werden, denn die Koransuren wurden nach muslimischer Lehre von Allah den Menschen offenbart, fassen seinen Willen in Worte und sind über jeden Zweifel erhaben. Wer den Wahrheitsgehalt der Gottesbotschaft in Frage stellt oder Gottes Wort kritisiert, stellt nach islamischem Verständnis das Allwissen und die Weisheit des Schöpfers der Welt in Frage und begeht Blasphemie, ein todeswürdiges Hadd-Verbrechen. Auch die überlieferten Aussagen und Ratschläge des Propheten und seiner Gefährten in den Hadithen sind für ’Rechtgläubige’ verlässliche Orientierungshilfen, mit unterschiedlichem Verbindlichkeitsgrad. Resultierend aus dem Verbot des kritischen Hinterfragens religiöser Inhalte wird das Reflektieren von Sachverhalten in allen Themenbereichen verneint und MuslimInnen schon im Kleinkindalter systematisch abgewöhnt. Lernen heißt auch wertschätzen, lieben und mitfühlen und bedroht somit das Dogma des unantastbaren Tawhid (der Einheitlichkeit Gottes im Himmel, ebenso: der Totalität der Umma, der islamischen Weltgemeinschaft auf Erden) mit der Gefahr von Schirk und Bid’a, (Beigesellung und Neuerung). Du sollst eben keine Götter neben Allah haben.

Das Funktionieren von Maschinen und Geräten wird einfach hingenommen, der Gebrauch nachgeahmt, Inhalte und Informationen der technisierten Moderne werden stumpfsinnig akzeptiert und umgesetzt. Nach Gründen zu fragen oder Erklärungen zu suchen ist einfach nicht vorgesehen. Einer meiner Schüler, etwa acht Jahre alt fragte seine Mutter: „Annääähh, warum steigt man vorn in den Bus ein?“ Die Mutter über diese Frage höchst erstaunt wie man eine solche Frage überhaupt stellen kann: „Natürlich weil das so auf dem Schild steht.“

„Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt bleibt dumm. Viele tausend Sachen gibt es auf der Welt zu seh`n, manchmal muss man fragen, um sie zu versteh’n“, hieß es im Intro der Sesamstraße. Bei meiner beruflichen Tätigkeit in der Lern- und Sprachförderung hatte ich oft den Eindruck, dass Fragepronomen im Wortschatz von Kindern und Jugendlichen mit muslimischem Sozialisationshintergrund nicht existieren. Die Arbeit mit diesen SchülerInnen ist in den ersten Wochen oft zeit- und energieaufwändig, weil sie Lerninhalte einfach hinnehmen, unwichtig ob sie verstanden worden sind, uninteressant ob der Lerninhalt plausibel erscheint. Viele lernen den Unterrichtsstoff einfach auswendig, um ihn anschließend zu rezitieren. Diese ’Lerntechnik’ ist jedoch spätestens in den weiterführenden Schulen nicht mehr erfolgreich.

Um die bestehenden patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen nachhaltig zu sichern, gaben sich die islamischen Gelehrten nicht damit zufrieden, die Hälfte der Menschheit als minderwertig, defizitär und dumm zu stigmatisieren. Sie diffamierten Mädchen und Frauen auch als sozial zersetzende, Unfrieden stiftende Verführerinnen, die, wenn sie einem Mann begegnen, nichts anderes im Sinn haben könnten, als ihn vom gottgefälligen Weg abzubringen und zu betören, selbst wenn die Ehefrau neben ihm steht. Allein ihr doppeltes x‑Chromosom mache Mädchen und Frauen zu einer ständigen Gefahr für jeden Mann, ihre teuflische Macht bewirke, dass ihr bloßes Erscheinen ausreiche, dass Männer nicht mehr Herr ihrer Sinne und ihres Willens seien. Sie stifte schon dadurch Unruhe (al Fitna), dass Nicht-Mahrams ihr Gesicht und ihre Haare sehen. In der Nähe von weiblichen Personen sei der Mann so schwach, als hätte sie zehn Aurah[24]. Erst im Grab sei die Männerwelt vor ihrer sexuellen Ausstrahlung und Verführungskunst (Aurah) sicher, das soziale Umfeld, andere Frauen eingeschlossen, bliebe dann endlich von ihrem spaltenden, verletzenden und zerstörerischen Einfluss verschont[25]. Um zu verhindern, dass Männer als völlig wehrlose, jämmerliche Opfer weiblicher Attraktivität und zu keinem klaren Gedanken mehr fähig sind, somit auch für wichtige Aufgaben im Stamm, z. B. die Bekämpfung feindlicher Angreifer, nicht mehr zur Verfügung stehen, empfahl der Gesandte Allahs, dass Muslimas zusätzlich zu ihrer Haarpracht das Antlitz verschleiern sollen, wenn es hübsch ist. Diese Ansicht teilen einige Islam-Gelehrte und religiöse Vorbilder heute noch.

Muslimische Rechts- und Religionsexperten dämonisieren und pornografisieren die Frau von Geburt an. Nach dieser Rechtsauffassung erregen bereits weibliche Neugeborene die männliche Lust, weshalb der Unterleib des Kindes abgedeckt werden soll, wenn ein Mann beim Wickeln zufällig das Zimmer betritt. Wer jetzt glaubt, so winzige weibliche Wesen können höchstens den Beschützerinstinkt im Mann wecken, jedoch niemals seine sexuelle Begierde, der kennt den Islam nicht. Selbst diesen hilflosen Winzlingen unterstellt Koran, Sunna und Scharia nur aus Aurah und Fitna zu bestehen. Das damalige Oberhaupt des schiitischen Islams, Ayatollah Khomeini, schreibt: „Es ist dem Mann erlaubt, sich mit einem Baby sexuell zu vergnügen. Er sollte es jedoch nicht penetrieren. Falls er es dennoch tut, und das Kind einen Schaden erleidet, soll er für seinen lebenslangen Unterhalt aufkommen. Allerdings wird das Mädchen nicht unter seine vier (möglichen) Frauen fallen[26]. Der Mann darf sich somit nicht nur an wehrlosen, weiblichen Babys vergehen, er genießt auch das von Allah garantierte Recht, ’unbeschädigte Ware’ zu ehelichen.

Nach diesen schon weibliche Neugeborene pornographisierenden Vorstellungen darf der stolze Vater niemals seine kleine Tochter anziehen, sie baden oder knuddeln, nur flüchtiger Hautkontakt ist erlaubt. Schon kleine Mädchen seien auf Grund dieser angeborenen, verderblichen und teuflischen sexuellen Ausstrahlung in Gefahr, Männern den Verstand so zu vernebeln, dass sie Opfer der nicht mehr zu beherrschenden Triebhaftigkeit des Mannes werden. Erziehungsziel im Islam ist es daher, in Mädchen und Frauen allgegenwärtiges Beschämtsein wegen ihrer erotischen Anziehungskraft zu erwecken, was jeden noch so zarten Ansatz von bejahender, individueller Weiblichkeit und selbstbestimmter Sexualität im Keim erstickt. Durch ständige Ermahnungen, soziale Kontrolle und Genderapartheit bestärkt, werden in jeder Muslima, von Geburt an permanent Schuldgefühle und Gewissensbisse wegen ihrer Attraktivität geschürt, die dazu beitragen, die übergriffige und gewalttätige Lust der Männer als Gottes gerechte Strafe zu umzudeuten und schicksalsergeben als unabwendbar hinzunehmen. PsychologInnen werden wissen, welchen Schaden ein nicht hinterfragbares und nicht kritisierbares Verinnerlichen solcher Frauenbilder, Glaubens- und Lebensphilosophien Generation für Generation bei Kindern und Erwachsenen stiftet.

Wenn Muslime fremdgehen oder sogar vergewaltigen, ist immer die sexuelle Anziehungskraft der Frau schuld. Ihrer teuflischen, erotischen Ausstrahlung könne kein Mann widerstehen. (siehe Fußnote 22) Bezogen auf den Umgang mit dem anderen Geschlecht beanspruchen die sich sonst immer als stark und unbesiegbar aufspielenden Helden gerne die Opferrolle. Obwohl dieses Verhaltensmuster das so genannte starke Geschlecht zunächst als schwach, wehrlos und manipulierbar etikettiert, stabilisiert diese von diesen Machos sonst verhöhnte Rolle der Ohnmacht die Herrschaft der Männer über die Frauen. Diese scheinbare Erniedrigung nämlich erstellt, durch die generelle Verteufelung des Weiblichen immer wieder entschuldbar, jedem Gläubigen auf unbegrenzte Zeit einen Freibrief, seinen sexuellen Appetit nach Lust und Laune ungehemmt zu stillen. Die Wirkung der magischen Verführungskünste jeder Frau darf bei Bedarf sogar gemäß Sunna verzehnfacht werden, um als besonders wehrlos zu erscheinen und jeden leisen Verdacht von Verantwortlichkeit und Schuldhaftigkeit weit von sich zu weisen. Ganz im Einklang mit Koran, Scharia und Sunna werden sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung in der Ehe und sadistische Gruppenvergewaltigungen von der religiösen Gemeinschaft biologisiert und sakralisiert. Die zersetzenden und spaltenden Folgen für die betroffenen Familien werden verschwiegen und die traumatisierenden Auswirkungen auf das tatsächliche, nämlich weibliche Opfer geleugnet. Die zügellose, nicht zu beherrschende Triebhaftigkeit des Mannes und die angebliche Unfrieden und Verwirrung stiftende Boshaftigkeit und prinzipiell sexuell erregende Nähe jeder Frau werden als den Geschlechtern angeborene Wesensmerkmale tradiert und sozialisiert. Belästigung, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung sind nach diesem islamischen Erklärungsmuster der Lauf der Dinge, sind Kismet der Frau. Sanktioniert wird männliche sexualisierte Gewalt so gut wie nie, allenfalls am weiblichen Opfer, da es einer noch so couragierten Klägerin kaum gelingen wird, ein Geständnis des Täters / der Täter oder die nach Scharia notwendigen vier männlichen Zeugen beizubringen.

Dem sexuell missbrauchten, gedemütigten Opfer wird ein weiteres Mal Unrecht zugefügt, wenn ihm die eigene Großfamilie die Alleinschuld am sexuellen Übergriff und der ’besudelten Familienehre’ zuschiebt. Es wurde offensichtlich, dass die Sippe ihrer wichtigsten Aufgabe, nämlich die Frauen des Clans zu schützen, nicht erfolgreich nachkommen konnte. Derartig bloßgestellt, verliert die weit verzweigte patriarchale Großfamilie, der ganze Stamm, an Ansehen und Einfluss, sie gerät in Verdacht, glaubensabtrünnig zu sein. Die Nachbarn brechen in Folge den sozialen und ökonomischen Kontakt ab, niemand würde solche Familien einladen, besuchen, oder Nachbarschaftshilfe leisten. Keiner würde solchen Ladenbesitzern Ware abkaufen, mit einem Mitglied des Clans zusammenarbeiten oder seinerseits Handel treiben. Schnell wäre die wirtschaftliche Existenz vernichtet, die körperliche Gesundheit gefährdet. Die betroffene Sippe wird daher versuchen, sich zu rehabilitieren. Ist das Vergewaltigungsopfer noch unverheiratet, wird es beispielsweise mit dem Täter oder mit einem wenig angesehenen, wesentlich älteren Mann zwangsverheiratet. Leider kommt es aber auch in Deutschland immer wieder vor, die missbrauchte Frau aus falsch verstandener Ehre zu töten. Das ist die ’Sühne’ mit der das unschuldige Opfer annähernd das Ansehen ihrer Sippe wiederherstellen herstellen kann. Nur so kann der massive wirtschaftliche Schaden, als ’beschädigte Ware’ senkt die missbrauchte Tochter ihren Brautpreis und den ihrer Schwestern, in Grenzen gehalten werden[27].

Auch Ali, der Schwiegersohn des Propheten soll gesagt haben, dass die Frau durch und durch böse sei, gerade auch weil man nicht auf sie verzichten kann. In einem Hadith, heißt es, dass die Frau teuflisch, verführerisch und schlecht sei, deshalb seien die Frauen auch in der Hölle in der Überzahl. Die Frau sei eine Aurah, und wenn sie das Haus verlasse, käme ihr der Teufel entgegen. Zu ihrem eigenen Besten müsse ihr der Ausgang verboten werden, sie sei Gott am Nächsten, wenn sie im Haus versteckt bleibt. Gläubige, traditionell denkende Muslimas akzeptieren diese jede individuelle Entfaltung verhindernden, gewissermaßen mit dem doppelten x-Chromosom verschmolzenen Wesenszüge als gottgegeben und unabänderlich und sollten doch Zweifel aufkommen, dann gilt: „Allah ist weise, Allah weiß es besser“. Kritik an frauenfeindlichen Fatwas, dass steht der Unfrieden und Verwirrung stiftenden, jede Gemeinschaft spaltenden, dem Teufel nahe stehenden und wenig einsichtsfähigen Frau schlecht. Nicht nur dass man Kritikerinnen sofort unterstellen würde, Fitna zu verbreiten und Schwestern und Brüder im Glauben vom rechten Weg abzulenken, sie würden sich auch selbst gefährden, weil sie die Autorität der Gelehrten der Rechtsschulen untergraben. Über den Islam können FundamentalistInnen und TraditionalistInnen eben nicht diskutieren, denn für sie heißt Islam Unterwerfung. Sie haben nach ihrer Auffassung die Genderspaltung im öffentlichen wie privaten Raum zu akzeptieren und nehmen es auch widerspruchslos hin, wenn ihr Ehemann sie angeblich zu ihrem Schutz und zu Ihrem Besten ins Haus verbannt. Dort, auf die ehelichen und häuslichen Pflichten sowie die Kindererziehung reduziert, fällt einem schnell die Decke auf den Kopf, zumal wenn man in der kulturellen Moderne sozialisiert wurde. Da chattet man auch schon mal gerne im Internet, selbstverständlich nur in muslimischen Frauenforen.

08. Auswirkungen der Genderrollen

Während Männer in patriarchalen Gesellschaften Seilschaften bilden, die zusammenhalten und miteinander durch dick und dünn gehen, misstrauen sich Frauen. Dieses Verhaltensmuster ist zwar auf der ganzen Welt verbreitet, trifft jedoch in besonderem Maße für die Anhängerinnen der kulturellen Vormoderne unter den Muslimas zu, weil sie verinnerlicht haben, dass die angeblich angeborene moralische Verwerflichkeit und erotische Ausstrahlung, eben Aurah und Fitna, untrennbar mit dem Weiblichsein verbunden seien. Ein anderes weibliches Persönlichkeitsprofil kann für sie gar nicht existieren, das wäre nämlich Kritik an der ’Schönheit’ des Islam und sehr ungesund. So beobachtet die Mutter argwöhnisch den Kontakt der Tochter zu Männern, selbst die unbefangene Nähe des Kindes zum eigenen Vater kontrolliert die Mutter eifersüchtig, die Schwester sorgt dafür, dass die anderen Schwestern nicht heimlich mit Ihrem Ehemann kokettieren, die Freundin überwacht misstrauisch die beste Freundin. Frauen fürchten in jeder Frau die Nebenbuhlerin und bilden deshalb meist nur lose Zweckgemeinschaften, die sich zudem nicht selten durch zermürbenden Kleinkrieg untereinander das Leben erschweren. Sogar die religiöse, islamkonforme Kleidung missbrauchen manche, um sich gegenseitig im Wettbewerb ’wer ist die frommste unter uns’ aus dem Feld zu schlagen.

Konvertitinnen, die in der säkularen Moderne aufgewachsen sind, hatten, verglichen mit praktizierenden Muslimas, vor ihrem Glaubenswechsel sicherlich einen sehr freizügigen Lebensstil (sexistische Kleidung, flirten, Sex vor der Ehe, Alkohol trinken). Zwar wussten sie zu dieser Zeit nicht, dass sie, legt man die Regeln von Koran und Sunna zu Grunde, ein moralisch verwerfliches Leben geführt hatten, doch werden sie ihre frühere Lebensweise bereuen und sich nun besonders viel Mühe geben, nicht länger den Zorn Allahs herauszufordern und ein gottgefälliges Leben führen. Vielleicht gibt es deshalb unter den übergetretenen Schwestern so viele Niqabi-Fans, die diese sittenstrenge islamische Kleidung bevorzugen, um mehr ’Hassanat’ (paradiesische Pluspunkte) zu sammeln und auch nach außen zu demonstrieren, dass sie nun besonders religiös und gottesfürchtig leben und weder der Familie des Mannes Schande bereiten, noch ihren Ehemann erzürnen wollen.

In vielen europäischen Ländern ist es Sitte, sich mit Handschlag zu begrüßen, man wünscht sich einen guten Morgen oder einen schönen Tag. Selbst diese höflichen Begrüßungsrituale werden von muslimischen FundamentalistInnen erotisch aufgeladen und ziemen sich für praktizierende Muslimas daher angeblich nicht. Konservative muslimische Frauen beten isoliert von den Männern, feiern hohe Familienfeste nach Geschlechtern getrennt, sitzen nie im gemischten Freundeskreis gemeinsam bei einer Tasse Tee. Indes lassen selbst traditionell denkende, nach Sunna und Koran lebende Muslime keine Gelegenheit aus, mit unverschleierten Frauen zu flirten, sie in ein Café zum Tee einzuladen und sie mit lästigen Fragen zu behelligen, manche junge Burschen stellen hübschen, modernen Mädchen in unverschämter Weise nach, veranstalten regelrechte Treibjagden, in denen sie in Gruppen ihre in Panik geratenden Opfer vor sich her jagen. Unter all den lästigen „Verehrern“ sind durchaus auch verheiratete Familienväter, die sich als praktizierende Muslime bezeichnen würden. Kein Hodscha oder Imam wird sie für dieses Nachstellen ermahnen, anders als bei Frauen, denen neben dem Tadel Vergewaltigung und Höllenfeuer droht wenn sich so verhalten würden.

In einem Hadith heißt es, dass freie Christinnen und Jüdinnen ähnlich wie die Sklavinnen ihr Haar und ihr Gesicht nicht zu verhüllen brauchten und daher jederzeit als sexuell verfügbar anzusehen seien[28]. Daraus ergibt sich für Muslime der Freibrief, ihre sexuellen Wünsche jeder Zeit durch außereheliche Beziehungen mit diesen ’Kuffâr’ zu stillen. Sollte unter den Objekten der Begierde eine unverschleierte Muslima sein, kann man behaupten, sie habe sich unkeusch und aufreizend gekleidet. Einige KritikerInnen des Islams leiten aus dieser Textstelle sogar den sakralen Auftrag ab, Ungläubige zu schwängern und damit die Umma zu vergrößern[29]. Außerdem dürfen nach dem Koran Muslime mit bis zu vier Ehefrauen intim in ehelicher Gemeinschaft leben. Wenn er seine neue Favoritin dann ins Haus holt, muss seine erste Ehefrau sie als Familienmitglied und neue Partnerin des Ehemannes akzeptieren, und mit ihrer Nebenbuhlerin das Haus und den Mann teilen. Diese Entwürdigung hat die Ehepartnerin eventuell dreimal widerspruchslos zu ertragen, während sie selbst nicht einmal ohne Erlaubnis das Haus verlassen darf, um keine Gelegenheit zu haben fremde Männer zu sehen und anzuflirten. Obwohl Polygamie in europäischen Ländern verboten ist und Vielehen strengen Regeln unterworfen sind (z.B. gleichberechtigter Anspruch auf Versorgung) und daher auch in muslimischen Ländern eher selten sind (Armut), gibt es Familien in Deutschland, in denen Frauen so leben müssen[30]. Es würde mich nicht wundern, wenn Salafistinnen, die schließlich ihren Alltag streng nach den Überlieferungen Mohameds ausrichten wollen, diese männerfreundliche, Frauen entwürdigende und verletzende Form des Zusammenlebens verteidigen.

Legt man das im Koran und den Hadithen dargestellte Männerbild zu Grunde, müssten in Europa lebende Niqabis, gerade als Neomuslimas, die in säkularen Familien aufgewachsen sind, rasend vor Eifersucht sein und kochen vor Wut, sobald ihr Ehemann das Haus verlässt. Sie kennen die freizügige Lebensweise in der säkularen, aufgeklärten Moderne aus eigenem Erleben und haben nach dem islamischen Männerbild schließlich davon auszugehen, dass ihr Gatte, der anders als sie selbst, alleine hingehen und sich aufhalten darf wo er will und sich trifft mit wem er will, den Reizen weniger oder gar unverschleierter Frauen ’hilflos ausgeliefert’ ist und ihnen nicht widerstehen kann. Auch wenn der Mann ’nur’ mit einer ’Ungläubigen’ fremdgegangen ist, ist es menschlich, dass seine betrogene Ehefrau bitter enttäuscht ist, sich gedemütigt und entwürdigt fühlt, besonders wenn er diesen Treuebruch als sein Recht der sexuellen Herrschaft verteidigt und auch zukünftig einfordert, was korangemäß wäre. Der Niqab der Ehefrau wird den Ehebrecher nicht daran hindern, außerehelichen Sex zu haben, wenn er Lust darauf hat. Vor dieser schmerzhaften Erfahrung kann auch die Ganzkörperverschleierung nicht schützen. Der Niqab wird nicht verhindern, dass benachteiligende, frauenfeindliche religiöse oder traditionelle Regeln, Einstellungen und Konnotationen wie körperliche Züchtigung, Entrechtung, Demütigung, Entmenschlichung, Biologisierung, Dämonisierung, sexuelle Untreue des Ehemannes, Veruntreuung der in die Ehe gebrachten finanziellen Ressourcen, finanzielle Abhängigkeit, Freiheitsberaubung, aufgezwungene Mutterschaft, Vergewaltigung in der Ehe stattfinden und notfalls gewaltsam durchgesetzt werden. Zu diesen Diskriminierungen gehört auch die für Männer wesentlich leichter durchzuführende islamische Scheidung, bei der sich der Ehemann dreimal lossagt, neuerdings gerne auch per SMS[31].

Auch ihre Töchter unterliegen dem körperfeindlichen Frauenbild des traditionellen Islam, dem Jungfräulichkeitskult, der Zwangsuntersuchung auf intakte Jungfräulichkeit, der ständigen Kontrolle, sie haben nicht die Chance, eine ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen entsprechende Ausbildung wahrzunehmen und werden früh zwangsverheiratet. Anders als ihre Mütter, die das Grundrecht der Religionsfreiheit nutzen durften, um zum Islam zu konvertieren, können sie sich nie von dieser Religion lossagen, ohne der Apostasie beschuldigt zu werden und vogelfrei zu sein. Die Frau im traditionellen Islam gilt als sexuelles Objekt, dass der Mann ’benutzen’ kann wie und wann er will. Egal ob es eine unverschleierte Dhimmi ist oder seine eigene Ehefrau, die in der Öffentlichkeit und in der Nähe von Nicht‑Mahrams Niqab trägt. Die nur den Sehschlitz freilassende Verschleierung gibt der Frau nicht etwa Würde, sondern sie ist das unmissverständliche, äußerliche, für jede und jeden erkennbare Zeichen, dass die Trägerin sich unterwirft, Allah, dem Islam, dem Menschenbild in Koran, Scharia und Sunna. Dieses Kleidungsstück gibt ihr nicht das Recht auf eine würdevolle Behandlung. Gesichtslose Niqabis werden von Muslimen wegen ihrer frommen Kleidung nicht etwa besonders geschätzt. Ihre streng verhüllende Kleidung versinnbildlicht allenfalls den hohen Status des Mannes und seiner Ehre. Männer schützen nicht ihre Frau und deren Gesundheit, sondern ihre Zoontjesfabriek[32], ihren Ruf als Mahram und Ehemann sowie ihre Stellung in der Hierarchie des Stammes.

09. Die Bedeutung des Gesichtes und des Körpers in der sozialen Interaktion

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches auf zwischenmenschliche Beziehungen hin angelegt. Ohne soziale Interaktion wären Männer wie Frauen nicht überlebensfähig, beide Geschlechter würden allmählich seelisch und geistig verarmen. Vier der fünf Grundbedürfnisse nach Maslow[33], nämlich Sicherheit, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe, das Streben nach Wertschätzung und Geltung sowie das Bemühen um Selbstverwirklichung sind ohne Zutun oder Mitwirkung anderer nicht möglich. Wäre man nur in der Lage Hunger, Durst, Schlaf und ähnliche Lebensgrundlagen zu befriedigen, wäre das Leben ein Dahinvegetieren, das Dasein hätte keine Lebensqualität. Daher werden Menschen sich bemühen, Kontakt zum sozialen Umfeld aufzunehmen und zu halten. Der Schlüssel, um Zugang zu Mitmenschen zu erhalten, ist Kommunikation, die sich zu 7 % aus verbalen Informationen (was wird mit welchen Worten gesagt), zu 38 % aus vokalen Eindrücken (wie klingt die Stimme, Lautstärke, Betonung, Stimmlage) und zu 55 % aus nonverbalen Botschaften (Gestik, Mimik, Körperhaltung) zusammensetzt. Sobald Menschen einander begegnen, treten sie miteinander in Kommunikation, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Selbst wenn wir schweigend aneinander vorbei gehen, tauschen wir Botschaften aus, die miteinander korrespondieren. Der Körper und vor allem das Gesicht sind uns dabei wesentliche Brücken. Unser Gesicht, wie auch das unserer Gesprächspartner, ist ein aufgeschlagenes Buch, in dem über persönliche Befindlichkeiten gelesen werden kann, aus dem man Rückschlüsse darauf ziehen kann, was die Person denkt und fühlt.

Selbst unsere Sprache reflektiert die Bedeutung nonverbaler Signale in jahrhundertealten Redensarten. Menschen „stehen sich nahe“, wenn sie sich sympathisch sind, sie sind „ein Herz und eine Seele“. Das Auspusten der Luft mit vollen Backen zeigt uns dagegen an, dass die GesprächspartnerIn unsere Worte ablehnt. Auch Stirnrunzeln signalisiert mindestens Skepsis bezüglich des Gehörten, schüttelt die GesprächsteilnehmerIn gleichzeitig den Kopf, gibt sie / er zu erkennen, dass ihr / ihm der Inhalt des Gesagten sogar ‚gegen den Strich’ geht (Pferde werden auch gegen die Wuchsrichtung des Fells gestriegelt), d.h. überhaupt nicht gefällt. Da nonverbales Verhalten zumindest bei den Grundemotionen nach Plutchik[34] zum großen Teil angeboren ist, fällt es Menschen mit gesundem Sehvermögen leicht, die Bedeutung dieser wortlosen Botschaften zu entschlüsseln, schon Babys beherrschen diese ’Sprache’ bevor sie reden können. Malt man auf ein Blatt Papier einen Kreis mit weit aufgerissenen ’Augen’ und ’gefletschten Zähnen’ werden sie Angst bekommen und anfangen zu weinen. Das Gesicht eines Menschen ist ein sehr wichtiger Anhaltspunkt eine Person wiederzuerkennen. Passanten, die Niqabis begegnen, müssen sich fühlen wie Prosopagnosie-PatientInnen[35], wie zum Wiedererkennen von Gesichtern Unfähige. Ganzkörperverschleierte Frauen sind gesichtslos, sie haben kein Profil, sie haben keine Einzigartigkeit, können kein Profil zeigen, daher auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Gerissen kalkulierte Worte können den Inhalt der tatsächlichen Information einer Botschaft ’schönen’, „verschleiern“ oder gar verfälschen, körpersprachliche Signale wie Gesichtmimik und Körperhaltung sind dagegen spontane und oft unbewusste Umsetzungen des momentan Gedachten und Gefühlten in nonverbale Kommunikation. Sie wirkt daher authentisch, unverfälscht und ehrlich. Zwar kann man lernen, seine Körpersprache zu beherrschen und zu steuern, doch wird auch ein langwieriges, regelmäßiges Training nicht verhindern, dass nach einiger Zeit unbewusste, daher nicht beeinflussbare innerpsychische Befindlichkeiten und Emotionen an die Oberfläche drängen und verraten, was wir wirklich denken, sagen und fühlen. Der populistische Politiker und Medienmogul Berlusconi beschränkte Fernsehauftritte zu Beginn seiner Karriere immer auf höchstens 20 Sekunden und war mit dieser Strategie sehr erfolgreich, da es ihm für die bewusst kurze Dauer gelang, Gestik, Mimik und Körperhaltung zu beherrschen und die Botschaft zu vermitteln, welche die Wähler verinnerlichen sollten. Besonders glaubwürdig sind Menschen für uns dann, wenn verbale, vokale und nonverbale Botschaften über einen Mindestzeitraum hinaus kongruent sind.

10. Das Prinzip Niqab

Eine Niqabi kann durch den Gesichtsschleier keinen spontanen Kontakt zu anderen Menschen aufbauen. Gesichtsmimik, wie wir wissen eine wichtige zwischenmenschliche Kommunikationsbrücke[36], ist nicht mehr sichtbar. Ganzkörperverschleierte Frauen sind daher gesichtslos, sie haben kein Profil, sie haben keine Einzigartigkeit, sind ’Dutzendware’. Niqabis können auch kein Profil zeigen, daher auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie haben ihr Gesicht verloren, dieses sprachliche Gleichnis ist eine weltweit verstandene Chiffre für ’seine Würde verlieren’. Sie können auch kein Gesicht gegen Rechts zeigen und für ein weltoffenes Deutschland. Das extrem eingeschränkte Gesichtsfeld dieses islamischen Frauengewandes bewirkt zudem eine künstliche Sinnesbehinderung, die sich negativ auf das Sehen auswirkt und daher nicht ohne Folgen für Körperhaltung, Muskeltonus, Psyche der Trägerinnen bleiben wird. Der Stoff vor dem Mund dämpft die Stimme, strengt beim Sprechen an und erschwert die Verständigung. Unverschleierte oder Kopftuch tragende GesprächspartnerInnen von voll verschleierten Frauen werden sich des Eindrucks nicht erwehren können, mit einem übergestülpten Stoffsack mit Augenschlitzen zu sprechen, bei Burkas wäre durch die Sichtgitter nicht einmal mehr die Augenfarbe erkennbar. Während Männer sinnbildlich ihre Nase in jede Angelegenheit stecken können, haben muslimische Frauen mit Gesichtsschleier diese Möglichkeit nicht. Öffentliche Kommunikation wird im traditionalistischen Islam zur männlichen Kommunikation.

Doch mit diesen exkludierenden Auswirkungen nicht genug: Dieses traditionelle Gewand raubt der Trägerin ihre weiblichen damit auch menschlichen Züge, ihrem Gesicht fehlen die Grundelemente bis auf die Augen, manchmal sind auch die, ähnlich wie bei der Burka, hinter einem diesmal durchscheinenden, opaken Stofffenster verborgen. Punkt, Punkt, Komma Strich, fertig ist das Angesicht, so lernen es schon Kleinkinder. Grundemotionen wie Freude, Trauer, Angst, Ekel, Hass sind authentische, untrennbar mit dem Menschsein verbundene Dimensionen von Befindlichkeit und Stimmungslage, die sich in Mimik, Körperhaltung und Körpersprache den Mitmenschen sichtbar mitteilen und ihrerseits Reaktionen des Umfelds auslösen[37]. Schon wenige Wochen alte Säuglinge suchen die menschliche Nähe und brauchen den Kontakt zu anderen Menschen, um sich gesund entwickeln und wohl fühlen zu können. Im Alter von 6-8 Wochen bereits erkennen sie die Grundelemente von Gesichtern und nutzen das so genannte ’soziale Lächeln’ als Kommunikationsbrücke zu Frauen und Männern in ihrer Umgebung. Wenn sich ein Augenpaar nähert, das den Säugling aus dem meist schwarzen Stoff ansieht, bereitet ihm das zunächst Angst. Er fängt an zu weinen, weil er dem Blick aus den Sehschlitzen keine Grundstimmung entnehmen und daher nicht einschätzen kann, ob ihm Gefahr droht. Erst wenn die Stimme aus dem Stoff sanft, warm und freundlich klingt, beruhigt er sich wieder.

Hörbehinderte, die durch den verdeckten Mund weder Stimmlage, Klangfarbe, Lautstärke des Gesagten wahrnehmen können, noch die Worte von den Lippen ablesen können und daher nicht entschlüsseln können, was das Gegenüber sagt oder ob es überhaupt spricht, könnten sich mit Niqabis nur verständigen, wenn beide die Gebärdensprache beherrschen (und anwenden). Für den gehandicapten Menschen wie für die extrem verschleierte Muslima eine völlig unnötige Kommunikationsbarriere, die beiden verdeutlichen sollte, wie absurd und diskriminierend der Gesichtsschleier Verständigung verhindert. Erwachsene brauchen den Gedanken- und Informationsaustausch im Gespräch innerhalb und außerhalb ihrer (Ursprungs)-Familie, um nicht seelisch und geistig zu verkümmern. Derartige ’sittsame’ Kleidung soll offensichtlich Frauen in der Öffentlichkeit den Mund verbieten, den potentiellen GesprächspartnerInnen soll die Lust vergehen, diese Frauen anzusprechen oder gar ein Gespräch mit ihnen zu führen. Der Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit erschwert den Kontakt, selbst untereinander, weil Niqabis, die ihren Glaubensschwestern auf der Straße begegnen, einander allenfalls am Klang der Stimme wiedererkennen können. Selbst die eigenen Kinder und der eigene Ehemann, die der traditionell-salafistisch gekleideten Muslima spontan in der Stadt begegnen würden, könnten in der ganzkörperverschleierten Figur nicht die Mutter und die Partnerin erkennen und würden unbeteiligt vorbeigehen, wie an einer Fremden, wenn die Niqabi sie nicht anspricht und dann an der Stimme erkannt wird. Hoffentlich ist dann niemand erkältet und heiser bzw. hört wegen dieser Infektion der möglicherweise durch ein Kopftuch verdeckten Ohren schlecht. Würdevolle Frauen und respektvollen Umgang stelle ich mir anders vor.

Wir versuchen in den Gesichtern von Menschen zu ’lesen’, um unser Verhalten diesen Informationen anzupassen. Diese über Jahrtausende weitergegebene Verhaltensweise ist offensichtlich überlebenswichtig und erleichtert unseren Alltag enorm. Sie hilft uns beispielsweise eine Gefahrensituation zu erkennen und einzuschätzen, um im Notfall blitzschnell einer Schädigung durch einen Angreifer auszuweichen, der uns wütend ’die Zähne zeigt’ und anfaucht oder dem Stirnrunzeln eines interessierten Käufers zu entnehmen, dass er unschlüssig ist oder die genannten Argumente anzweifelt. Geschulte Verkäufer werden daher nachfragen, welche Informationen er noch braucht, was unklar ist. Immer wieder wird es vorkommen, dass PassantInnen sich in einer Stadt nicht auskennen und nach dem Weg fragen oder irgendeine andere wichtige Information brauchen. Benötigt man die Hilfe von Fremden, wird man sich nach jemandem umsehen, die oder der vertrauenswürdig erscheint und mit ihrem / seinem offenen Gesicht Hilfsbereitschaft und Interesse an seinen Mitmenschen signalisiert. Gesichtsschleier jeder Art verstecken jedoch Gefühlsregung oder Mimik der Trägerin, sie verunsichern das Gegenüber und vermitteln den Eindruck, die Niqabi habe etwas zu ’verschleiern’. Der Stoff vor Mund und Nase erzeugt bei vielen Nichtverschleierten Angst und Misstrauen. Andere sehen in der nonverbalen Botschaft des Gesichtsschleiers eine Beleidigung ihres Menschenbildes und ihrer Lebensweise. Analog zur Aura-Fitna-Ideologie, die durch den Gesichtsschleier symbolisiert und umgesetzt wird, entmenschlicht der Niqab jede Trägerin zur wandelnden Vagina, zur Söhnchenfabrik auf Ausgang, alle unverschleierten Frauen werden zum nuttigen Sexualobjekt und Freiwild, Männer zu triebgesteuerten Tieren.

Zu einem für alle Seiten interessanten und bereichernden Gespräch ist es notwendig, einander ins Gesicht sehen zu können. Wertschätzende, gleichberechtigte Kommunikation ist wie bereits erwähnt wesentlich auf Gesichtsmimik angewiesen, die nur dann von allen GesprächspartnerInnen empathisch gespiegelt und beantwortet kann, wenn man sie sieht. Wichtige Gespräche führen wir deshalb von Angesicht zu Angesicht, mit Freunden unterhalten wir uns, wechselseitig Blickkontakt aufnehmend, in vertrauter Runde, auch bei sehr persönlichen Gesprächen sehen wir einander ins Gesicht, um Reaktionen auf das Gesagte zu entnehmen. Wir glauben jemandem an der Nasenspitze anzusehen ob sie / er lügt, unsere Wortwahl und die Intonation unserer Stimme passen wir dem Gesichtsausdruck unserer GesprächspartnerInnen an, um sie nicht zu verletzen oder um festzustellen, ob wir verstanden worden sind. Ein Niqab verhüllt das Gesichtsoval bis auf den Sehschlitz oder das engmaschige Sichtgitter blickdicht und nimmt der Trägerin Einzigartigkeit und Persönlichkeit. „Gesichter“ unterscheiden sich nur noch durch die Form, Farbe und Länge des Schleiers, sie erstarren zur ausdruckslosen, leblosen Maske, während selbst Totenmasken einen würdigen, individuellen Gesichtsausdruck haben.

Niqab-Trägerinnen wirken sehr auf sich selbst bezogen, abweisend sowie unnahbar und signalisieren schon von weitem: „Sprich mich bloß nicht an, ich will keinen Kontakt“ (das gilt, liebe Nora, auch für Niqabis untereinander). Kein Wunder also, wenn das aufgeschlossene, der Welt und den Menschen zugewandte kopftuchtragende oder unverschleierte Umfeld sich zurückzieht. Sicherlich werden die total verschleierten Frauen sich dadurch isoliert fühlen, doch war es nicht ihre Absicht sich abzugrenzen? Die Männer mögen euch vorgaukeln, der Niqab grenze Rechtgläubige vom anderen Geschlecht ab und sei zu eurem Schutz. In Wahrheit jedoch wollen sie euch von der Außenwelt abschotten, selbst als Gefangene auf Ausgang sperren sie euch in ein Gefängnis aus Stoff. Selbstverständlich könnt ihr den Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit als ’Würdigung eures Frauseins’ deuten, doch ist das Ansehen (Würde, Respekt, Geltung) ohne an‑sehen überhaupt möglich? Jeweils mit Tschador und Niqab oder Burka verhüllt, können Muslimas allenfalls die Augen der anderen Schwestern sehen, während Kopftuch tragende oder unverschleierte Frauen sich ansehend wieder erkennen und auch ihre Umgebung ganzheitlich wahrnehmen können, ohne durch großflächige stoffene Abdeckungen an den Sinnenorganen Haut, Nase, Ohren, Mund eingeschränkt, behindert zu sein.

Während das weitgehend verdeckte Gesichtsoval bei einer Ganzkörperverschleierung keine Gemütsregung erahnen lässt, können vollverschleierte Frauen in den Gesichtern der unverschleierten oder Kopftuch tragenden GesprächsteilnehmerInnen lesen wie in einem offenen Buch. Bei vielen Menschen deren Gesicht nicht bedeckt ist, entsteht dabei ein Unbehagen, ein Eindruck der Ungleichheit, ein Gefühl des schutzlosen ausgeliefert Seins, der Unterlegenheit. Ein konstruktives Gespräch auf Augenhöhe ist in einer solchen Gesprächsatmosphäre kaum denkbar. Nach altbewährter demokratischer Sitte sollten daher fundamentalistisch-traditionell gekleidete Muslimas sich der unverschleierten Mehrheit anpassen und bei offiziellen Gesprächsgelegenheiten wie KlientInnengesprächen beim Rechtsanwalt, als Patientin in der Arztsprechstunde oder in Dienstzimmern der kommunalen Verwaltung, an anderem beispielsweise nachbarschaftlichem Gedanken- und Informationsaustausch besteht ja wohl auf Seiten der Niqabis kein Interesse, wenigstens für diese begrenzte Zeit den Niqab ablegen.

Ähnlich denkt Jack Straw, der ehemalige britische Außenminister. In einem Artikel einer Zeitung, die in seinem Wahlkreis erscheint, äußerte er sich zum Thema Burka und Niqab und berichtete, dass er bei einer seiner regelmäßigen Bürgersprechstunden in seinem Wahlbezirk Blackburn, einer Stadt mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil (19,4 % bei einem Landesdurchschnitt von 3,0 %) auf eine vollverschleierte Muslima traf, die das Beratungsgespräch mit den Worten einleitete: „Schön Sie einmal von Angesicht zu Angesicht zu sehen.“ Er habe sich darauf hin nur gedacht: „Schön wär’s“. Seither bittet der jetzige Fraktionsvorsitzende der Labour Partei, seine vollverschleierten Klientinnen den Niqab während des Beratungsgesprächs abzunehmen. Meist kämen die Frauen seiner höflichen Bitte nach und wären oft sogar erleichtert[38]. Der Politiker gibt offen zu, sich unbehaglich und irritiert zu fühlen, wenn er einer Ratsuchenden bei einem Beratungsgespräch nicht ins Gesicht sehen kann und daher die Reaktionen auf seine Ratschläge allenfalls dem Klang der (durch den Stoff des Schleiers gedämpften) Stimme entnehmen muss, die er, weil er sie nicht kennt, dementsprechend schlecht einzuschätzen und zu entschlüsseln vermag.

11. Redensarten mit Körperbezug

Körper schafft Sprache und Körperbewusstsein. Menschen sagen, eine Sache habe „Hand und Fuß“, sie bieten jemandem „die Stirn“, sprechen einander „von Angesicht zu Angesicht“. Auch Sinn ist ohne Sinneserfahrung nicht „sinnvoll“ möglich, so erlebt jede und jeder von uns auch mal gerne, wie Wind in den Haaren spielt, wie die Sonne die Haut wärmt, wie Meereswasser den Leib kühlt. Das sind uralte, ur-menschliche Naturerlebnisse, die auch in der kulturellen Moderne Selbsterfahrung und Selbstwahrnehmung sinnlich begleiten. Niqabträgerinnen sind diese elementaren Körpererfahrungen und Sinneseindrücke verwehrt, sie können beispielsweise nicht die würzige Waldluft atmen, der Sehschlitz ihres Gewandes schränkt das Blickfeld so ein, dass der unebene, mit Wurzeln durchzogene Waldboden zur gefährlichen Stolperfalle würde. Ein körperliches Selbsterleben etwa durch das Ertasten des verschiedenartigen Waldbodens (lehmig, matschig, steinig, mit Kiefernnadeln übersät, uneben, nachgiebig, federnd, sandig, laubbedeckt) mit den Füßen wird verhindert, ein differenziertes Körperbild kann so nicht entstehen, Selbstbewusstsein wird sich so nicht entwickeln können. Die Ganzkörperverschleierung lässt kaum einen Sonnenstrahl an die Haut und gefährdet die Gesundheit durch den Lichtmangel unserer Breitengrade. Die Muttermilch stillender Mütter mit Niqab weist in Europa einen signifikanten Vitamin D Mangel auf, der bei den Säuglingen Rachitis Vorschub leistet[39], bei den Frauen selbst begünstigt dieser Vitaminmangel, der nicht ausreichend durch Fisch, Milch und Getreide ausgeglichen werden kann, schon in jungen Jahren Osteoporose.

Man sagt, jemand nimmt etwas „auf die leichte Schulter“ oder trägt eine Verantwortung für ein Unternehmen auf seinen oder hoffentlich auch mal: Auf ihren „Schultern“. Überall auf der Welt haben Mädchen und Frauen Schultern, nur eben da nicht, wo ein weiter fußlanger Tschador mit oder ohne Khimar / Hijab die Haare einschließlich Haaransatz verdeckt und die Körperkonturen verschwimmen lässt. Als meist unifarbene, dunkle oder rabenschwarze, gesichtslose Mumien verhüllt bis auf den Sehschlitz, gehen Frauen durch die Straßen, verkleidet wie ein Schlossgespenst, oder wie seiner Zeit der Herr der Unterwelt, der gruselige Belfegor einer alten Fernsehserie. Durch die Frauen- und Körperfeindlichkeit des Islams davon überzeugt, ständig von der eigenen ’Unreinheit’ durch die Monatsblutung bedroht zu sein, glauben die Fundamentalistinnen sich verpflichtet, durch das bodenlange Gewand, das kaum einen Zentimeter des Körpers unbedeckt lässt, das männliche Umfeld vor Besudelung und Teufelsnähe[40] zu bewahren. Würde man ihnen eine Glocke in die Hand geben, sähen sie aus wie Leprakranke im Mittelalter, die, in lange Gewänder gehüllt, mit der Glocke läutend und laut „unrein“, „unrein“ rufend die Menschen warnen mussten, wenn sie durch die Straßen gingen. Tschador mit Niqab dienen jedoch auch als ’Schutzkleidung’, um die TrägerIn vor dem Schmutz der unverschleierten Frauen abzuschirmen. Die Ohren zugedeckt, das Blickfeld bis auf einen Spalt eingeschränkt, wie sollen Frauen mit einem solchen Stoffverband „ganz Ohr“ sein oder „alles im Blick“[41] haben? Keine Frau kann jemandem so vermummt „die kalte Schulter“ zeigen.

Der Niqab ist keine Privatangelegenheit, er ist hochpolitisch und antidemokratisch, weil er Qualitätsstandards der Aufklärung, der Demokratie und des Feminismus attackiert und ironisiert, in der Verfassung garantierte Rechtsansprüche nach eigenem Gutdünken legalistisch missbraucht bzw. verwirft und Toleranz für diese Geisteshaltung einfordert. DemokratInnen dürfen nicht zulassen, dass Frauen sich ihres Frauseins, ihrer Schönheit und Weiblichkeit zu schämen haben. Wenn das offene Haar und die Schönheit der Frauen Begehrlichkeiten bei den Männern weckt, wäre es besser, den Männern fesselnde Handschellen anzulegen als den Frauen Kopftuch und Burka oder Tschador mit Niqab. (so sinngemäß Ralph Giordano anlässlich einer Podiumsdiskussion). Es kann nicht sein, dass salafistische FundamentalistInnen sich anmaßen, bestimmen zu dürfen, wer „Gesicht zeigen“ darf. Wir müssen verhindern, dass mittels muslimischer Kleidung islamistisch-salafistisches Umweltverändern beginnt, unsere Freiräume und Kommunikation untereinander einzuschränken.

12. Für Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen zu konvertieren oder einen Moslem zu heiraten

Die meisten dieser Konvertitinnen treten zum Islam über, weil sie einen muslimischen Partner heiraten wollen. Besonders wenn diese Frauen in nicht islamischen Ländern aufgewachsen sind und in einem säkularen demokratischen Land sozialisiert wurden, sollten sie sich vorher im Internet[42] und bei neutralen Beratungsstellen[43] über mögliche Konsequenzen des Glaubenswechsels für die Beziehung zur Ursprungsfamilie, z.B. zu den eigenen Eltern informieren. Selbsthilfegruppen sind eine gute Möglichkeit Informationen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen. Sollten Kinder aus früheren Beziehungen im Haushalt oder bei anderen Erziehungsberechtigten leben, ist eine wichtige Frage, welche Veränderungen sich für diese Jungen und vor allem Mädchen ergeben werden. Wie werden Schule / SchulkameradInnen der Kinder reagieren und wie akzeptiert die Familie die eigenen FreundInnen, KollegInnen, NachbarInnen, Bekannten, wenn sie von dem Vorhaben zu konvertieren erfahren? Wird die Familie des Mannes die neue Frau akzeptieren?

Sicherlich haben Verliebte andere Interessen, doch gerade damit dieses Hochgefühl starke Wurzeln bekommt und dauerhaft wachsen kann, wäre es nicht nur um künftige Missverständnisse und Streitigkeiten zu vermeiden wichtig, sich in der fremden Religion auszukennen. Einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensgestaltung im Alltag haben Koran und Hadithen, die zur Sunna zusammengefasst wurden. Auch die Scharia ist eine wichtige Orientierungshilfe für MuslimInnen, fast alle islamischen Länder nutzten beispielsweise dieses theokratische Regelwerk als Quelle für Gesetzgebung und Rechtsprechung in Fragen des Ehe- und Familienrechts, wenn die Maßgaben und Vorschriften auch unterschiedlich stark einfließen (Türkei < Iran) und spezielle regionale Ausprägungen aufweisen (z.B. Rechtsschulen). Es wäre außerdem von Vorteil, über den Alltag, die Bräuche und Gewohnheiten und die Rechtspraxis im Heimatland des zukünftigen Partners informiert zu sein, wenn der künftige Bräutigam aus dem nicht europäischen Ausland stammt[44]. Gerade weil die Konversion endgültig und unwiderruflich ist und kinderlose Ehen für MuslimInnen sehr ungewöhnlich sind, sogar als schändlich zu gelten haben, sollten neben den Rechten und Pflichten der zukünftigen Ehefrau nicht zuletzt Regelungen bezüglich des Kindeswohls der aus der Ehe hervorgehenden Kinder und Folgen für deren Nachkommen bekannt und mit dem neuen Partner abgesprochen sein. Belange und Rechtsansprüche mit betroffener Dritter, wie Kinder aus einer früheren Beziehung, deren geschiedene oder getrennt lebende Väter einschließlich deren eventuellen neuen PartnerInnen und den Großeltern väterlicherseits sind abzuklären.

Der künftigen Mutter sollte klar sein, dass Kinder von Muslimen Generation für Generation ausnahmslos muslimisch sind und nach den Regeln des Islams erzogen werden müssen, die im Wesentlichen auf Scharia, Koran und Sunna beruhen. Obwohl die Jungen und Mädchen nicht gefragt werden müssen und durch die Übertrittsentscheidung der Mutter von dieser Weltreligion einfach vereinnahmt werden, können sie auch später als Erwachsene nach der bisherigen Auffassung nicht austreten. Sie gelten wie alle, die den Islam verlassen wollen als Apostaten (Abtrünnige), die wo immer auf der Welt sie sich aufhalten, getötet werden können. MuslimInnen ist es auch nicht erlaubt, Andersgläubige zu heiraten Sollte sich die Tochter doch in einen Hindu oder Christen verlieben, ist dieser gezwungen zu konvertieren. Wo bleibt da die viel gepriesene Freiheit im Glauben? Was wird aus dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit?

13. Wissenswertes

Frauen, die einen Moslem heiraten wollen, sollten daher folgende Punkte überdenken:

Obwohl ausländische Ehepartner einer Deutschen ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten, wenn sie im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sind und zwei Jahre mit der PartnerIn in ehelicher Lebensgemeinschaft gelebt haben (keine Abschiebung mehr möglich), sollten Frauen trotzdem auf einer standesamtlichen Trauung bestehen, weil die alleinige Imam-Ehe[45] in der BRD nicht anerkannt und auch nicht rechtsgültig ist. Genauso wichtig wie bei allen Eheschließungen ist es, in jedem Falle einen notariellen Ehevertrag abzuschließen, um beispielsweise Erziehungsfragen bezüglich der aus der Ehe hervorgehenden und eventuell in die Ehe eingebrachten Kinder (Besuchsrecht, wenn diese beispielsweise bei ihrem Vater leben) einvernehmlich zu regeln. Sollte die Ehe eines Tages scheitern, wäre es besser, neben dem eigenen Unterhalt auch das Sorgerecht, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die gesetzliche Vertretung und das Besuchsrecht aller eigenen minderjährigen Kinder, auch denen aus einer vorhergehenden Beziehung, schriftlich fixiert zu wissen. Eigene Urkunden und Pässe sowie die der Kinder niemals aus der Hand geben und an einem sicheren Ort aufbewahren, gerade auch bei Besuchen im Ausland.

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass besonders in den extrem fundamentalistisch-salafistischen Kreisen, die den Niqab favorisieren, der gesamte Alltag künftig akribisch nach den Vorgaben von Koran, Sunna und Scharia gestaltet werden wird, was wiederum Auswirkungen auf die Konvertitin, das gesamte Umfeld der Ursprungsfamilie der Frau und ihren bisherigen Freundeskreis haben wird. So bestimmt der künftige Partner als Familienoberhaupt wer als Besucher erwünscht ist, zu welchen Gelegenheiten die künftige Ehefrau das Haus verlassen darf, er kann sogar vorschreiben, dass seine Partnerin den Kontakt zu ihren Verwandten auf das unbedingt notwendige zu reduzieren hat, wenn diese islamkritisch eingestellt sind.

Nachbarn, Bekannte und Freunde werden langsam versickern, weil sie den Menschen, den sie gut zu kennen geglaubt haben nicht mehr wieder erkennen und die Veränderung der Lebenseinstellung weder gutheißen noch verstehen. Wenn Kontakte zu früheren Arbeitskolleginnen eventuell geduldet werden, diese Verbindungen werden sowieso nicht von Dauer sein und bald einschlafen, wird kein Kollege und nicht Mahram die Frau mehr ansprechen dürfen. Die Ehefrau und Mutter selbst wird bald ihre frühere Berufstätigkeit aufgeben müssen, immer seltener die Wohnung verlassen dürfen und ihrerseits kaum Freundschaften pflegen können. Sicherlich wird es in salafistischen Familien gerne gesehen werden, wenn sie in der Öffentlichkeit, falls sie dann doch aus dem Haus gehen muss, nur noch mit Tschador und Niqab verhüllt in Erscheinung tritt.

Ähnliche Einschränkungen der freien persönlichen Entfaltung und anderer Kinderrechte / Menschenrechte gibt es für die Kinder in der Familie. Grundlage für diese obligatorischen Verhaltensregeln sind das Menschenbild und das Prinzip der Geschlechtertrennung aus Koran, Sunna und Scharia, von denen sich viele Regeln und Verhaltensweisen für Mädchen und Jungen ableiten lassen. Der Jungfräulichkeitskult, Kopftuchgebot, Zwangsverheiratung[46] von Mädchen und Jungen sowie Zwangbeschneidung von Jungen,[47] in manchen Kulturen leider auch Genitalverstümmelung[48] von Mädchen gehören zu solchen .massiv gegen das Selbstbestimmungsrecht verstoßende Traditionen

Zur Jungenbeschneidung: Der im Islam weltweit immer noch als obligatorisch geltenden Vorhautbeschneidung wird sich kaum ein Moslem entziehen können. Mit etwa 5-10 Jahren wird der in ihre Persönlichkeitsrechte, vor allem das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das der sexuellen Selbstbestimmung. massiv verletzende Eingriff durchgeführt. Ungeachtet medizinisch- psychologischer Erkenntnisse wird ein vorislamisches, jahrtausendealtes Initiationsritual aus dem afropazifischen Raum in unsere westeuropäischen Stadtkerne transportiert, wo sie allenfalls für die jüdische Bevölkerungsminderheit üblich war (Brit Milah). Dieses Ritual (Sünnet) einer vormodernen Körpermutilation wird nicht selten auch den männlichen Halbgeschwistern aufgedrängt, zumal wenn sie in Haushalt leben.

Zur Mädchenbeschneidung: Das Wissen über dieses Ritual ist immer noch lückenhaft und tabuisiert. Durch Jahrtausende hindurch tradiert und durch das Vorliegen islamisch-geistlicher Rechtfertigung als ehrenhaft (Malikiten, Hanbaliten) oder sogar verpflichtend (Schafiiten) begrüßt, ist dieser unmenschliche Kult nur schwer auszurotten. Immer wieder entdeckt man neue Risikogebiete (Irakisch Kurdistan, Burma, Malaysia, Indonesien und Indien), wo diese grausame, oft tödliche Verstümmelung im Geheimen durchgeführt wurde und wird, ohne dass die Weltöffentlichkeit bisher davon wusste. In Malaysia, Indunesien und Indien war dieser verbrecherische Brauch völlig unbekannt, bis sich die ’Religion des Friedens’ in Südostasien verbreitete. Auch in Europa werden Mädchen entweder von Beschneiderinnen illegal verstümmelt oder der Clan findet medizinisches Personal, das bereit ist, wegen der drohenden Gefängnisstrafe selbstverständlich gegen ein hohes Honorar, die Verstümmelung gesetzeswidrig durchzuführen[49]. Misstrauen ist immer dann angebracht, wenn die Tochter mit dem Vater oder einer sonstigen Verwandten Urlaub in der Heimat verbringen soll[50].

Als 1999 durch InformatInnen bekannt wurde,

dass ein ägyptischer Frauenarzt in Berlin für 610 €

FGM heimlich als medizinische Dienstleistung

anbot, riskierte ein Kameramann der Fernsehredaktion

des ARD Magazins “Report Mainz“ als Interessent getarnt,

das subversive Gespräch mit versteckter Kamera aufzunehmen.

Ein nach der Ausstrahlung des Beitrags eingeleitetes

Ermittlungsverfahren musste eingestellt werden,

da keine Patientinnenkartei auffindbar war.

Leider wird mit dem weltweiten Trend zur Islamisierung und Rückbesinnung auf alte Rituale und Traditionen vermehrt damit zu rechnen sein, dass diese grausame Verstümmelungspraxis eine Renaissance erlebt und sich neue „Risikogebiete“ erobert.

Während die Konvertitin sich frei für diese Lebensform entscheiden konnte und bewusst in Kauf genommen hat, auf ein selbstbestimmtes, weitgehend individuelles Leben zu verzichten, stehen den Kindern und Kindeskindern wenigstens zur Zeit keine vergleichbaren Handlungsspielräume offen. Solange der Austritt aus dem Islam nicht ohne Nachteile und Einschränkungen oder gar Lebensgefahr möglich ist, kann der Übertritt zum Islam eigentlich keine persönliche Gewissensentscheidung sein. Diese Entscheidung beeinflusst nicht nur den künftigen Lebensstil der Konvertitin selbst extrem, gerade wenn sie sich der salafistischen Glaubensrichtung verbunden fühlt, sondern zwängt auch die eventuell im Haushalt lebenden Töchter und Söhne in ein starres, vor allem für die zehn- bis siebzehnjährigen weiblichen Familienmitglieder stark reglementiertes Lebenskonzept, das keine AbweichlerInnen duldet. Manchen bisher haltlosen Jugendlichen mag dieses enge Korsett an Handlungsmöglichkeiten die lang vermisste Orientierung bieten und in einer unübersichtlich erscheinenden Umwelt willkommene Leitlinie sein. Andere jedoch fühlen sich in ihren bisherigen Freiräumen und Gestaltungsoptionen jedoch massiv eingeschränkt, haben aber keine Möglichkeit, innerhalb der Familie einen auf ihre Bedürfnisse, Träume und Entwicklungschancen ausgerichteten individuellen Lebensstil auszuhandeln.

Manche weibliche Teenager werden die nach dem vormodernen Frauen- und Männerbild ausgerichtete Genderapartheit nicht verstehen und akzeptieren können und gegen die schmerzlichen Einschränkungen opponieren, da Ausgehverbot, Kontakteinschränkungen, Kleidervorschriften, Kopftuch in der Öffentlichkeit, die Mutter außerhalb des Hauses nur noch im Tschador und Niqab zu sehen, Schminkverbot, die ständige Kontrolle durch den ’Stiefvater’ und dessen männliche Verwandte sowie die aufgedrängte Konversion ihre bisherige Erziehung und Sozialisation ad absurdum führen und daher nicht zu ertragen sind. Besonders wenn etwa gleichaltrige Brüder in der Familie leben, für die sich durch die Bevorzugung des männlichen Geschlechts außer der Gebetspflicht, dem Fasten und gelegentlichen Moscheebesuchen nur wenig an der bisherigen Lebensführung ändert, werden die Töchter andauernd daran erinnert, ein angeblich verteufeltes Mängelwesen zu sein, dass sich seiner Aurah zu schämen hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass vor allem einige Mädchen allen Mut zusammennehmen, um ihre leiblichen Väter oder sonstige Verwandte zu bewegen, mit der Ex-Partnerin zu besprechen, sie auf Dauer aufzunehmen. Ist dies nicht möglich, bleibt den Teenagern noch der Gang zu Polizei oder Jugendamt, der Anruf beim Jugendtelefon oder die Kontaktaufnahme zu einer Kriseneinrichtung[51]. Kommt es zu einem Verfahren vor dem Familiengericht, muss die Mutter sich darauf einstellen, das Sorgerecht für ihre Kinder aus erster Ehe an deren leiblichen Vater abgeben zu müssen. Selbst wenn Kinder aus erster Ehe nur im Rahmen des Besuchsrechts bzw. Umgangsrecht die Mutter regelmäßig besuchen, wird die Umstellung auf die neuen Lebensgewohnheiten und strengen Regeln schwer fallen und vielleicht das sicherlich sowieso schon belastete Verhältnis trüben.

14. Kollektivismus gegen Individualismus

Ob es der Neomuslima wenigstens gelingen kann, eine tragfähige Mutter-Kind Beziehung zu den sicherlich bald nach der Heirat geboren werdenden Töchtern und Söhnen aus der jetzigen Ehe aufzubauen, die gegenseitig jede und jeden gleichermaßen als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Stärken, Schwächen, Interessen und Wünschen akzeptiert und wertschätzt, ist fraglich, da die Erziehungsziele im Islam die kollektivistische Umma und deren Vorteil in den Vordergrund stellt. Während die Jungen vor allem ein nützliches und kampfstarkes Mitglied des weltweiten Kollektivs werden sollen, haben die Mädchen nur die Aufgabe für die Reproduktion des Weltislams zu sorgen. Das weitgehend selbstbestimmte, gleichberechtigte, demokratische Individuum mit eigenen Interessen, Wünschen und Träumen ist im derzeitigen Islam nicht gefragt.

Oft wird unterschätzt, dass gerade bei der Heirat mit einem Partner aus dem orientalisch-islamischen Kulturkreis auch die Familie des künftigen Bräutigams mitgeheiratet wird. Sollten Kinder aus einer früheren Beziehung im Haushalt leben, wird der Druck zum ’wahren Glauben zu finden’ immens sein. Neben der Mutter und dem ’Stiefvater’ werden auch die Frauen aus dem Clan des Ehemannes besonders argwöhnisch darauf achten, dass die Kinder aus der bestehenden Ehe streng nach den Regeln des Korans, der Sunna und der Scharia erzogen werden und in einer Umgebung aufwachsen, die einen islamisch-traditionellen Lebensstil nicht in Frage stellt oder gar gefährdet. Möglicherweise wird man einer Konvertitin die notwendige Festigkeit im Glauben und das erforderliche Wissen nicht zutrauen und, gerade wenn kein Kontakt zum leiblichen Vater besteht, dafür Sorge tragen, dass die „Stiefkinder“ in der traditionell muslimischen Verwandtschaft aufwachsen. Kleine Kinder werden sich kaum dagegen wehren können, aus der Kernfamilie herausgenommen zu werden. Auch der konvertierten Mutter werden die Hände gebunden sein, ist sie doch davon überzeugt, dass nur eine kompetente religiöse Unterweisung den Weg ins Paradies ebnet. Um nicht als Zweiflerin ihren hart erkämpften Platz in der Hierarchie des Clans zu verlieren und vor allem als gute Mutter und gehorsame Muslima nicht in den Verdacht zu geraten, das Seelenheil ihrer Kinder zu gefährden, muss sie dem Fortzug zustimmen. Auch die weiblichen muslimischen Verwandten werden sicher sein, mit dieser Maßnahme ihre traditionelle und religiöse Rolle zu erfüllen und dazu beigetragen zu haben, sich ihren Platz im Paradies zu sichern. respektieren und zu akzeptieren. Immer wieder wird es in der Familie zu Konflikten kommen, weil die früher gewohnte freizügige Lebensweise von der neuen Kernfamilie der Mutter nun als gotteslästerlich abgelehnt werden muss. Die Speisevorschriften sind da die harmlosesten Reibungspunkte.

Auch eine islamische Ehe kann scheitern, wie wir wissen erleichtert die männerfreundliche Scharia den Ehemännern die Trennung, meist trifft dieses Scheidungsvorhaben die betroffene Partnerin völlig unvorbereitet. Gerade wenn der Ex-Ehemann aus dem nichteuropäischen Ausland stammt und in seiner Heimat Verwandte leben, besteht die Gefahr[52] einer Kindesentführung in sein Herkunftsland. Seine Großfamilie, die wie er Kinder als ihr Eigentum ansieht[53], wird ihn ’motivieren’, die korangetreue Erziehung seiner Kinder nicht in den Händen einer Konvertitin zu belassen. Sie werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und schauspielerischem Einsatz dafür Sorge tragen, dass „ihr Fleisch und Blut“ nicht in einer Gesellschaft von ’Ungläubigen’ aufwachsen muss. Den geschiedenen Vater werden sie eindringlich an seine Pflichten als guten Muslim erinnern und androhen, ihn zur Verantwortung zu ziehen, wenn aus den Kindern, speziell den Söhnen, nicht rechtschaffene Glaubensbrüder werden. Der muslimische Vater wird nicht widersprechen können, um nicht sein Gesicht zu verlieren, als abtrünnig und undankbar zu gelten und seinen Platz im Paradies nicht zu gefährden. Die Väter kämpfen mit Hilfe der Großfamilie unter Umständen gnadenlos um ihre Kinder, notfalls mit illegalen Mitteln, weil sie sonst ihr ’Gesicht verlieren’, den Platz im Paradies gefährden. Kein muslimisches Land, in dem die Scharia für juristische Fragen zum Familienrecht herangezogen wird, und das sind die meisten, gibt die Kinder ohne Schwierigkeiten heraus. Zuständige Dienststellen wie Jugendämter, Familiengerichte, Polizei, Bundesanwaltschaft und Bundesgrenzschutz können im Ausland oft nicht tätig werden, weil einschlägige Abkommen von vielen Staaten nicht unterzeichnet wurden.

Wenn zur Zeit der Eheschließung die Heirat nicht standesamtlich registriert wurde, kann die Frau nicht einmal nachweisen, mit dem Kindesentführer verheiratet gewesen zu sein, denn die Imam-Ehe ist auch in den meisten islamischen Ländern nicht anerkannt bzw. muss nachgewiesen werden, was kaum gelingen wird. Ohne den notariellen Ehevertrag, in dem die schriftlichen Absprachen bezüglich des Kindeswohls (Sorgerechts, Besuchsrecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, gesetzliche Vertretung) unwiderlegbar beglaubigt wurden, tendiert die Chance der Mutter die Kinder wiederzusehen oder gar zurückzuholen gegen Null[54]. Das hat mehrere Gründe: Die Umsetzung der Scharia ist landesspezifisch gefärbt. Stammestraditionen, Regierungserlasse und die unterschiedlichen Rechtsschulen beeinflussen die Handhabung des undemokratischen Gesetzes. Für Ausländerinnen sind die ministeriell und administrativ zulässigen familienrechtlichen Regelungen nicht transparent, selbst der gleiche Richter kann ähnlich gelagerte Fälle unterschiedlich entscheiden. Solange Kinderrechte nicht im Grundgesetz explizit integriert sind, wird es auch den involvierten deutschen Dienststellen weiterhin nicht möglich sein, anhand der Handynummer den Kindesentführer ausfindig zu machen, wie der Chemnitzer Fall zeigt.

Mich wundert, dass in Deutschland und Europa zu dem Thema Kindeswohl und Weltanschauungsfragen noch keine aussagekräftigen Untersuchenergebnisse vorliegen. Dringend erforderlich wäre meiner Meinung nach die an den universellen Menschenrechten orientierte, fundamentalismuskritische, interkulturelle Schulung aller Fachkräfte in (sozial)pädagogischen Berufen und eine flächendeckende kommunale Selbstverpflichtung, kostenlose Partnerschaftsberatung gerade für binationale und bikulturelle Paare anzubieten.

Liebe Nora, wie wir sehen ist der Niqab nicht nur ein Stück Stoff.

Ümmühan Karagözlü


[6]IGFM: Martha Bibi leiht Baumaterial und wird zum Dank wegen Gotteslästerung verhaftet. Eine benachbarte Geschäftsführerin, der Frau Bibi bei einem Small-Talk erzählt hat, dass sie sehr ungehalten sei, weil die geborgten Werkzeuge nach Wochen noch nicht zurückgegeben wurden, zeigte die fünffache Mutter bei den Behörden an, weil sie angeblich den Propheten beleidigt habe. Nun ist die Christin wegen Blasphemie angeklagt, ihr droht die Todesstrafe. Ferner auch:

Meine beste Feindin

[14] Die freien Christinnen und Jüdinnen durften wie die Sklavinnen ihren Kopf und ihr Gesicht nicht verhüllen, der Muslim darf ihren Anblick genießen (Bereich der sexuellen Herrschaft). Die Muslimin ist beschützt, daher der Begriff muhassanat. Die anderen Frauen sind Freiwild.

http://www.ad.nl/buitenland/article1210611.ece

[17] http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2003/08/11/a0107

http://www.d-a-s-h.org/dossier/13/03_arrangement.html

http://www.hannover.de/data/download/z/dokuzwangsheirat.pdf außerdem:

TERRES DES FEMMES e.V. (Hg.) (2002): Unterrichtsmappe zum Thema Zwangsheirat: »Wer entscheidet wen du heiratest…?« Tübingen

TERRES DES Femmes e.V. (Hg) (2002) : Zwangsheirat. Lebenslänglich für die Ehre. Schriftenreihe NEIN zu Gewalt gegen Frauen. Menschenrechte für die Frau. Tübingen und

http://www.amnesty.at/vaw/cont/laender/tuerkei/tuerkei_ausmass.htm

[18]http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/unicef/2900468-Tuerkei-Auf-in-die-Schule-Maedchen,articleset=2903764,f=mba3.html Die Soziologin Necla Kelek schildert in ihrem Buch die verkaufte Braut die Geschichte der jungen Türkinnen, die für den Brautpreis Deutschland als Importbräute in die ferne Bundesrepublik ’verheiratet’ wurden

[22] http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCtli-Schule#_note-6 siehe auch

http://wdrblog.de/schulblog/2006/04/hauptschulen_in_nrw_in_zahlen.html rechnet man die SchülerInnen

mit Zuwanderungsgeschichte die mittlerweile einen deutschen Pass haben, jedoch nicht in der Statistik

erfasst wurden hinzu, erhöht sich der prozentuale Anteil sicherlich,

http://www.berlin.de/lb/intmig/presse/archiv/20060426.1000.43851.html zumal spätestens seit 2006 mit

hohem Aufwand für die Einbürgerung geworben wird.

[23] http://www.igfm.de/?id=461#2384 , Grenzvergehen (hadd-Vergehen), Abs.2.

[24] „[…] die Frau selbst ist eine ‚aurah, weil man sich für sie schämt, wenn sie sich zeigt: genau wie man sich schämt, wenn die ‚aurah zum Schein kommt. Und die ‚aurah ist das Geschlechtsteil und alles, wofür man sich schämt, wenn es sichtbar wird.“ Al-Manawî schreibt in seiner Erläuterung desselben: Die Frau ist eine ‚aurah „bedeutet, dass ihre Erscheinung und Entblößung vor den Männern verwerflich ist.“

[25] Nach einem Hadith soll der Prophet gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‚aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‚aurah.“

[26] (Ayatollah Khomeini, Tahrir-ul-Vaseela IV, ins deutsche Hans-Peter Raddatz: Allahs Frauen).

[40] Hadith: wenn ein Mann eine Frau trifft, dann ist der Teufel der Dritte

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