Posts Tagged ‘Islamischer Staat (IS)’

Stoppt die Schariapolizei – überall

Dezember 11, 2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

11.12.2015 • Eine Stellungnahme von Mina Ahadi, der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

In diesen Tagen berichtet die Presse: Das Landgericht Wuppertal lehnt die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab, das Tragen von Signalwesten mit der Aufschrift Shariah Police sei nicht strafbar. Wegen eines Verstoßes gegen das Uniformverbot hatte die Staatsanwaltschaft mehrere Islamaktivisten angeklagt.

Im Spätsommer 2014 hatten diese Agitatoren, die für eine Lebensweise öffentlich werben, die strikt dem totalitären islamischen Gesetz folgt, neonfarbene Westen mit der Aufschrift Schariapolizei getragen, als sie nachts durch Wuppertal patrouillierten und versucht hatten, mit gelben Verbotshinweisen eine Scharia-kontrollierte Zone zu errichten. Offenbar hatten sie Passanten angesprochen, um sie vom Besuch von Spielhallen und Discotheken sowie vom Alkoholtrinken abzuhalten. Das islamische Recht erlaubt weder Alkohol noch sonstige Drogen, auch Glücksspiel, Konzerte und freizügige Kleidung sind haram. Bereits nach wenigen Tagen hatte das Land Nordrhein-Westfalen das Tragen solcher Westen untersagt.

Die 2011 und 2013 in London sowie 2014 in Bonn-Bad Godesberg verwendeten englischsprachigen Aufkleber wurden auch in Wuppertal eingesetzt: You are entering a Shariah Controlled Zone. Sie betreten eine schariagesetzlich überwachte Zone. Mit fünf Verbotszeichen erklären die Klebeetiketten unter anderem Glücksspiel, alkoholische Getränke, Drogen und Zigaretten, aufreizende Kleidung sowie Musik und Konzerte in dem islamisch regulierten Stadtviertel für unzulässig. Auch in der französischen Hauptstadt ist Musik haram, das war ein Grund für den Angriff auf den 150 Jahre alten Konzertsaal Bataclan.

Der Versuch der Außerkraftsetzung von Gewaltenteilung und staatlichem Gewaltmonopol ist nicht nur Provokation und schon gar kein alberner Dummejungenstreich. Von den Taliban über Al-Shabaab und Boko Haram bis hin zum sogenannten Islamischen Staat ersetzen die global bestens vernetzten Schariamilizen die Volkssouveränität durch die Herrschaft Allahs, menschengemachte Gesetze durch die Scharia, die Demokratie durch das Kalifat. Ob die anfänglich kleine Gruppe oder die später offiziell gewordene Behörde dann Mutawwa oder Hisba heißt, die Islamische Religionspolizei setzt eine schariakonforme Lebensweise und Staatlichkeit durch, die allen Frauen wie allen Nichtmuslimen keine gleichen Rechte gewährt. Ehebruch, Homosexualität, Islamkritik oder Austritt aus dem Islam wird mit dem Tod bestraft.

Ein Uniformverbot lässt das Landgericht Wuppertal nur bei einem Zeichen organisierter Gewalt zu, außerdem müsse vom Tragen eine suggestiv-militante Wirkung ausgehen. Dass die Durchsetzung der Scharia organisierte Gewalt ist sieht das LG nicht. Die Beschuldigten hätten handelsübliche Warnwesten getragen, von denen keinerlei einschüchternde oder bedrohende Wirkung ausgegangen sei. Was empfinden Menschen, die zu uns in ein vermeintlich freies und sicheres Land geflüchtet sind und die hier in Deutschland einer Gruppe von jungen Männern begegnen, deren Kleidung mit der Aufschrift Schariapolizei beschriftet ist? Aus Syrien, dem Irak oder dem nördlichen Nigeria kennen sie die Hisba-Polizei, die brutale Gewalt dienstlich anwenden darf.

Nach einer islamischen Machtergreifung kennt die zum Gesetz gewordene Scharia keine Diskussion auf Augenhöhe und auch kein freiheitlich arbeitendes Gericht, sondern die Herrschaft der gottesfürchtigen Männer und den Schariagehorsam aller Menschen, insbesondere aller Frauen und Nichtmuslime. Sittenwächter, die ein korrektes islamisches Verhalten fordern, so meint das Wuppertaler Landgericht offensichtlich, dürfen bereits heute durch Deutschlands Innenstädte patrouillieren und niemand habe sich unter Druck gesetzt oder auch nur unbehaglich zu fühlen. Das ist die wirklichkeitsfernste Entscheidung die getroffen werden kann.

Wir als Ex-Muslime, wir als Menschen, die in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft leben und weiter leben möchten, haben gegen den Versuch der Etablierung einer deutschen Hisba-Polizei protestiert und auch Demonstrationen organisiert.

Denn die Schariapolizei:

ist ein Kommando, das in Europas Straßen Freiheit und Lebensqualität einschränkt,

setzt durch Mission und Einschüchterung islamisches Recht durch,

greift, zunächst verbal, hier in Deutschland und Europa Frauen an, die nicht islamisch bekleidet sind, zuerst Frauen aus sogenannten islamischen Ländern oder Frauen, die so aussehen als stammten sie daher, dann alle Frauen,

strebt eine Lebensordnung an, die derjenigen des Islamischen Staats (IS) vergleichbar ist. Wer IS erfolgreich bekämpfen will, muss hierzulande jeden Versuch der Errichtung einer Islamischen Religionspolizei verhindern.

Haben wir vergessen, dass in Antwerpen und Brüssel die radikale Gruppe Shariah4Belgium versuchte, das Wohlverhalten und Gesetz der Scharia ganzen Straßenzügen aufzuzwingen? Es ist kein Zufall, dass die Terroristen ihre Anschläge auf Paris 2015 von der Hauptstadt Belgiens aus vorbereitet hatten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir reden nicht über orange Westen, sondern über Gruppen, die Deutschland in ein Kalifat oder eine andere Schariadiktatur umwandeln wollen. Wer heute als Politiker die Aktivitäten von Hisba-Miliz oder Schariapolizei nicht ernst nimmt, wer sie nur als frechen Streich bewertet oder als alberne Kinderei bagatellisiert, arbeitet ebenso mit am politischen Erfolg des weltweiten radikalen Islam wie am Wahlerfolg von Xenophoben und Rassisten, die morgen von der Angst vor dem Islam profitieren werden.

Der ZdE ist der Meinung, dass die deutsche Politik diese Probleme nicht wie geboten ernst nimmt. Dieses Kleinreden und Wegducken vertieft die Spaltung unserer Gesellschaft.

Wir verurteilen jeden Versuch der Etablierung einer Schariapolizei und appellieren an alle Menschen in Deutschland, gegen diese Organisationen auf die Straße zu gehen und Politiker unter Druck zu setzen, damit auch sie die säkularen Grundsätze bewahren und etwas gegen den Einfluss radikalislamischer Organisationen und das Schariagesetz tun.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

Mitzeichnend

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

Erstveröffentlichung dieser Stellungnahme beim ZdE, dem Zentralrat der Ex-Muslime, am 11.12.2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

http://exmuslime.com/nicht-die-orangen-westen-die-scharia-ist-das-problem/

‚Shariah Police‘: Staatsanwaltschaft kündigt Beschwerde an

(Wuppertaler Rundschau vom 09.12.2015)

Zwar hätten die Angeschuldigten im Rahmen einer Versammlung gleichartige orangefarbene Warnwesten mit dem Schriftzug ,Shariah-Police‘ getragen. Allerdings müsse das in § 3 Abs. 1 VersammlG normierte Verbot verfassungskonform ausgelegt werden und erfasse nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes nur solche Kleidungsstücke, die mit Uniformen oder Uniformteilen gleich seien. Das Verbot gelte der Uniform als Symbol organisierter Gewalt. Verboten seien solche Kleidungsstücke, die erkennbar Bezüge zur uniformen Bekleidung historisch bekannter militanter Gruppierungen aufwiesen. Das Tragen der Kleidung müsse geeignet sein, suggestiv-militante Effekte auszulösen. Dies sei bei den getragenen Warnwesten nicht der Fall gewesen. Von den handelsüblichen Warnwesten in grellem Orange seien keinerlei einschüchternde oder bedrohliche Effekte aus-gegangen. Auch der Schriftzug habe keine Assoziation zu reellen polizeilichen Kleidungsstücken geweckt.

http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/shariah-police-staatsanwaltschaft-kuendigt-beschwerde-an-aid-1.5619286

A member of Islamic State’s vice police force, known as al-Hisba, patrols

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-33329300

The “Hisbah” are the new Sharia police

Enforcing Sharia in Raqqa: The Islamic State (Part 3)

http://www.udoybd.com/watch?v=jOaBNbdUbcA

ISIS Video Showcases Religious Police Activity In Al-Raqqa

http://www.memrijttm.org/isis-video-showcases-religious-police-activity-in-al-raqqa.html

Kano State Hisbah Corps

http://www.premiumtimesng.com/news/146852-kano-hisbah-arrests-15-women-alleged-prostitution-eid-festivities.html

Buschkowsky schlägt Alarm: Islamismus auf dem Vormarsch

(stern, 11.02.2015.)

Heinz Buschkowsky, […] sicher einer der bekanntesten Berliner […] Gut 13 Jahre war der Sozialdemokrat Bürgermeister von Neukölln, wirkte aber weit über seinen Stadtteil mit rund 325.000 Einwohnern hinaus. Sein Buch „Neukölln ist überall“ war ein Bestseller – eine vernichtende Abrechnung mit Multi-Kulti-Illusionen und den Fehlern deutscher Integrationspolitik. […]

Eindringlich warnt der langjährige Bezirksbürgermeister vor dem Vordringen des gut organisierten Islamismus in der Migranten-Community seines Stadtteils. Buschkowsky erzählt, dass morgens vor den Schulen Islamisten Flugblätter an Mädchen verteilen. „Man fordert sie auf, keine Kleidung der Nichtmusliminnen zu tragen, Hosen wie die Männer. Keine Kleidung, bei der man mehr sieht als Gesicht und Hände. Auch in der Begegnung der Menschen spielt plötzlich eine Rolle, warum die Tochter kein Kopftuch trägt, welche Moschee jemand besucht und dass die Tochter vom Turnen, Schwimmen, Biologieunterricht und der Klassenfahrt ferngehalten werden soll.“

http://www.stern.de/politik/deutschland/heinz-buschkowsky-schlaegt-alarm–islamismus-auf-dem-vormarsch-3970480.html

Wo der Sittenwächter Alkohol verbietet

(Von Beat Ammann, NZZ vom 02.08.2012.)

[…] Zwar ist Shariah4Belgium vor allem in Antwerpen aktiv, doch sind etwa in Molenbeek, einem Teil Brüssels, der abseits touristischer Pfade liegt, ebenfalls radikale Kräfte am Werk. Diese wirken darauf hin, dass Läden keinen Alkohol anbieten oder deren Verkaufsgut «halal» zu sein hat, religiösen Vorschriften entsprechend, was etwa bedeutet, dass Fleisch von geschächteten Tieren stammt, die vor dem Schlachten nicht betäubt werden.

Laut einem Fernsehbericht der Deutschen Welle wurden ihre Mitarbeiter in Molenbeek schon 2006 von einer Art selbsternannten muslimischen Sittenpolizei bedroht, als sie auf einem Markt – und damit auf öffentlichem Grund – filmten. Immer wieder kommt es dort zu Zwischenfällen, von denen jeder für sich wenig bedeutsam ist, als Serie jedoch zeigt, dass Extremisten mit langem Atem am Werk sind. In gewissen Quartieren der flämischen Metropole Antwerpen sollen Islamisten ebenfalls als selbsternannte Sittenwächter unterwegs sein, Wirte dazu zwingen, kein Bier zu verkaufen, und Frauen belästigen, deren Schleier nicht noch die letzte Haarsträhne verdeckt. […]

http://www.nzz.ch/wo-der-sittenwaechter-alkohol-verbietet-1.17426796

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

(Bundesverfassungsgericht am 27.01.2015)

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/01/rs20150127_1bvr047110.html

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Politischer Islam, IS und die deutsche Politik

Oktober 2, 2014

Eine Erklärung des ZdE

Seit Monaten erreichen uns die grausamen Nachrichten über die Massaker der IS-Milizen im Irak, in Syrien und nun in der Türkei. Die Welt ist Zeuge einer des brutalsten und barbarischsten Verbrechens gegen die Menschheit im 21. Jahrhundert.

Schutzlose Menschen im Irak und Syrien werden massenhaft und gnadenlos durch die Anhänger des „Islamischen Staats“ (IS) angegriffen, misshandelt und ermordet.

Frauen und Mädchen sind die ersten Opfer der IS-Milizen, welche vergewaltigt und als Sex-Sklavinnen weiter verkauft werden. Die Schreckensnachrichten über den IS hören nicht auf und ein Ende dieser grausamen Bewegung ist nicht abzusehen.

Der IS ist das Ergebnis einer Bewegung namens politischer Islam, welche sich seit der Entstehung der Muslimbruderschaft in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts im Nahen Osten verbreitet hat und welche mit der islamischen Regierung im Iran zum ersten Mal offiziell an die Macht kam.

Um die Jahreswende 1978/79 wurde Ayatollah Chomeini, der seit 1965 im Irak gelebt hatte, durch die europäischen Staaten in das Rampenlicht gestellt und nach Paris gebracht, um den Führer der Revolution und der islamischen Republik Iran darzustellen. Chomeini und seine islamische Regierung reisten am 1. Februar 1979 von Frankreich aus nach Teheran, um die Revolution der Menschen im Iran niederzuringen. Die islamische Regierung hat sofort die Scharia als Gesetz des Landes errichtet und versucht, die Proteste der verschiedenen Schichten in der Gesellschaft durch Einschüchterungsmethoden stillzulegen. Die islamische Regierung hat die Steinigung, eine der barbarischsten islamischen Hinrichtungsmethoden, in der Öffentlichkeit als zulässige Strafe gegen Frauen und in einigen Fällen auch gegen Männer eingesetzt.

Beraubung jeglicher Freiheit des Individuums in der Gesellschaft, Geschlechterapartheid, Misshandlung der Frauen und Missachtung jeglicher Menschenrechte sind Merkmale des politischen Islams.

Der Iran war aber nicht das einzige Land, wo der politische Islam sich verbreitete. Die Taliban und der Al-Kaida in Afghanistan zeigten das andere Gesicht des Islams in der Macht.

Der 11. September 2001 war die Ankündigung eines grausamen Krieges des politischen Islams gegen die Menschheit in diesem Jahrhundert.

Aber der politische Islam und seine Bewegung blieben nicht nur im Nahen Osten. Dank der Appeasement-Politik der europäischen Staaten wie Deutschland und Großbritannien, dank der falschen Multikulturalismus-Politik und dank des weit verbreiteten Kulturrelativismus schafften die islamischen Organisationen und Vereine sowie Moscheen als Zentren der Muslime nach und nach sich in der Gesellschaft zu verankern. Die Einschüchterungsmethoden des politischen Islams haben sich auch in europäischen Ländern durchgesetzt. Jeder, der öffentlich den Islam und die islamischen Organisationen kritisierte, wurde entweder als Rassist und ausländerfeindlich bezeichnet oder bedroht und bekam sogar Morddrohungen, in manchen Fällen wurden Mordanschläge verübt. Beispiele dafür gibt es viele. Dazu zählen die Mohammed-Karikaturen (2005) in Dänemark, welche für einen gewalttätigen Aufstand durch die Anhänger der islamischen Organisationen sorgten. Der Künstler, welcher diese Karikaturen zeichnete, bekam Morddrohungen und er entkam nur knapp einem Mordanschlag. Jahre eher (1989) bekam der Schriftsteller Salman Rushdie wegen seines Buches Die satanischen Verse ein islamisches Todesurteil, die Fatwa durch Ayatollah Chomeini und musste jahrelang an einem geheimen Ort unter Polizeischutz leben. Allein die islamische Regierung Irans hat viele ihre Gegner in Europa u. a. in Deutschland durch terroristische Attentate – wie beim Mykonos-Attentat (1992) – ermordet.

Dazu kommen die immer häufiger gewordenen „Ehrenmorde“ an Frauen und Mädchen durch ihre Familienangehörigen, wo in vielen Fällen die Täter ohne Strafe oder mit mildernden Umständen nach Berücksichtigung von deren „Religion und Kultur“ davon gekommen sind.

Trotz allem haben die islamischen Organisationen und Vereine in Deutschland mehr Anerkennung und Unterstützung durch die deutsche Regierung und Parteien gewonnen. Die Entstehung der Deutschen Islamkonferenz (2006) unter Verantwortung des damaligen Innenministers, Herrn Schäuble, war das offizielle grüne Licht des Staates an die verschiedenen Islamverbände wie den Zentralrat der Muslime, um den Weg für ihr Vorhaben endgültig freizumachen: Islamischer Religionsunterricht für die muslimischen Kinder, mehr Moscheebau als Zeichen der Macht und als Zentrum der Verbreitung der Ideologie des politischen Islams, Schwimmbäder für die muslimischen Frauen, einige Gerichtsurteile unter Berücksichtigung der Schariagesetze für Muslime anstatt universell-säkulare Menschenrechte für alle, der Hamburger Staatsvertrag mit islamischen Gemeinschaften, etc., all das sind einige Grunde dafür, dass sich der politische Islam in Deutschland wie zuhause fühlt. Wenn ein deutscher Bundespräsident als Zeichen der Integration am 3. Oktober 2010 ankündigt: „Der Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“, dann brauchen wir uns heute nicht mehr darüber wundern, dass sich einige Muslime als „Schariapolizei“ oder „Pro Halal“ herausnehmen, in Wuppertal und Düsseldorf auf offener Straße Menschen zu belästigen und einzuschüchtern und versuchen, ihre islamischen Benimmregeln durchzusetzen.

Im Jahr 2007 haben wir den Zentralrat der Ex-Muslime gegründet, um die Gesellschaft über den politischen Islam, die Deutsche Islamkonferenz (DIK) und die falsche Politik der Bundesregierung aufzuklären. Seit damals haben wir Gesellschaft und regierende Parteien vor den Konsequenzen dieser politischen Ignoranz und der Verharmlosung des global vernetzten politischen Islams und dessen verlängerten Arm in Deutschland gewarnt.

Die Wahrheit ist, dass die Mehrheit der Muslime in Deutschland sich überhaupt nicht mit solchen islamischen Organisationen identifiziert. Viele von ihnen waren noch nicht einmal in einer Moschee. Aber leider wurde die Deutsche Islamkonferenz mit der Vermutung begründet, dass die beteiligten islamischen Verbände in der DIK alle Muslime in Deutschland vertreten würden und infolgedessen dürfen sie für alle Muslime sprechen und für sie entscheiden sowie für alle, welche als Muslime gelabelt werden, aber definitiv keine sein wollen.

Seit Jahren sind die Salafisten in Deutschland aktiv und manipulieren immer mehr junge Menschen, unter anderem auch ethnisch deutsche, zum Islam konvertierte Jugendliche. Dass Homosexuelle im Iran hingerichtet werden weiß jeder, aber warum müssen jetzt auch die Homosexuellen in Deutschland Angst haben?

Warum die Frauen im Iran und Afghanistan keine Rechte haben weiß inzwischen jeder: weil im Iran und Afghanistan islamische Machthaber herrschen. Aber warum müssen im Jahr 2014 Frauen und Mädchen, welche in ein islamisches Milieu in Deutschland hineingeboren sind, sich durch muslimischen Männer von „Pro Halal“ oder Gleichgesinnte auf der Straße einschüchtern und vorschreiben lassen, wie sie sich anzuziehen und zu verhalten haben?

Diese Salafisten, Schariapolizei und Pro Halal sind nichts anders als IS, sobald man es Ihnen erlaubt. Die jahrelange Verharmlosung der Aktivitäten solcher islamischen Organisationen durch die deutsche Parteien und die Bundesregierung hat dazu geführt, dass der islamische Faschismus auch für viele Jugendliche äußerst attraktiv geworden ist, sodass sogar deutsche Jugendliche ohne Einwanderungshintergrund sich im syrisch-irakischen Gebiet unter den IS-Kämpfern befinden. Diese drohen heute damit, islamisch motivierte Terrorattentate bald auch in Deutschland auszuüben.

Ein Kennzeichen unserer Zeit ist der Widerstand und Kampf der Menschen in den islamisch geprägten Ländern gegen den politischen Islam. Die Mehrheit der Menschen in Nahen Osten und in islamisch geprägten Ländern wie im Iran, Türkei, Tunesien, Ägypten und Syrien haben durch ihre Aufstände in den letzten Jahren gezeigt, dass sie nicht mehr unter der islamischen Tyrannei leben wollen. Der große Aufstand von Hunderttausenden von Menschen im Iran in 2009 gegen das islamische Regime und der arabische Frühling in Tunesien und Ägypten um 2011 waren für viele Menschen in der Region ein Signal der Hoffnung auf eine moderne und freie Gesellschaft und auf ein Leben in Freiheit bei zeitgemäßen, säkularen, universellen und menschenwürdigen Werten.

Die Frauen haben in diesen Ländern eine wichtige Rolle bei den Aufständen gespielt. Der politische Islam greift über all zuerst die Rechte der Frauen an. Der Islam ist eine frauenfeindliche Religion und wo er Fuß fassen möchte, verletzt er als erstes die Frauenrechte. IS und Boko Haram haben es durch die brutalsten Methoden vor der Kamera und mit Veröffentlichungen im Internet vorgeführt.

Auch heute sind es unter den Menschen im Irak und Syrien vor allem auch die Frauen, welche in der ersten Reihe gegen den IS kämpfen.

In Deutschland können und dürfen wir nicht mehr diese Bewegung und ihre Taten auf die leichte Schulter nehmen. Die Zeiten von Verharmlosung, Ignoranz und Appeasement müssen endlich vorbei sein.

Wir leben im 21. Jahrhundert und dürfen es nicht zulassen, in die Zeiten von vor 1500 Jahren zurück versetzt zu werden. Die Menschen auf der ganze Welt haben für die universellen Menschenrechte gekämpft und das darf nicht durch islamische oder andere Religionen wieder verloren gehen.

Wir in Deutschland müssen offen über dieses Problem reden und in der Öffentlichkeit darüber diskutieren. Wir brauchen keine Angst davor zu haben, dass man uns als Rassist oder ausländerfeindlich abstempelt, nur weil wir unsere Rechte verteidigen und den Islam kritisieren. Fortschrittliche und emanzipatorische Islamkritik hat mit menschenfeindlichen Absichten nichts zu tun.

Die Menschen in Deutschland haben ein Recht auf die freie Meinungsäußerung und „beleidigte Muslime“ sollten endlich lernen, mit Kritik zivilisiert umzugehen.

Jeder Mensch, überall auf der Welt, hat es verdient, frei zu sein und frei zu leben.

Wir machen uns auch gleichzeitig stark gegen das rechte Lage in der Gesellschaft. Wir lassen es nicht zu, dass rechtsradikale Organisationen diese Lage auszunutzen, um ihren Rassismus zu verbreiten. Wir sind für gleiche Rechte für alle Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Kein Mensch darf auf Grund seiner Religion, Nationalität, Sexualität oder Hautfarbe diskriminiert werden.

Die Kritik und Aufklärung gegen den Islam und politischen Islam ist wichtig, um die universellen Menschenrechte zu verteidigen. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus hat nichts mit den Menschenrechten zu tun.

Wir rufen alle Humanisten, alle fortschrittlichen, säkularen und freiheitsliebenden Menschen in Deutschland auf, sich uns anzuschließen und sich gegen den IS und dessen Anhänger in Deutschland und Europa stark zu machen.

Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland

01.10.2014

Zentralrat der Ex-Muslime

Postfach 801152 51011 Köln

exmuslime@gmail.com

Website des ZdE

http://exmuslime.com/

Facebook: Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland

https://www.facebook.com/pages/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland/486839381365629

Kalifat oder freiheitlich demokratischer Rechtsstaat?

August 16, 2014

الدولة الإسلامية

ad-dawla al-islāmiyya

Islamic State

Islamkonsequenz

Mohammed verwirklichte die Religion auch als einen Staat

Von Jacques Auvergne

Kalif Ibrahim nennt sich der völlig glaubhaft nur Allahgott fürchtende Abu Bakr al-Baghdadi mittlerweile. Allahs Stellvertreter – das ist die Bedeutung von Kalif – Ibrahim will in den Himmel kommen und arbeitet dazu auf Erden als Führer der Koran und Maschinenpistole hochhaltenden Gotteskrieger von ad-Dawla al-Islāmiyya. Das bedeutet Islamischer Staat und wird IS abgekürzt. Vor der Ausrufung der Herrschaft Allahs am 29.06.2014 d. Z. wurde IS, nach Irak und Syrien bzw. Irak und Levante (Šām), ISIS oder ISIL genannt, arabisches Akronym DAAISCH (Dāʿiš), ad-Dawla al-Islāmiyya fī l-ʿIrāq wa š-Šām.

Kalif Ibrahim befehligt eine mordende Armee und beruft sich auf den Feldherrn Mohammed, der schließlich genau zu imitieren ist und der ebenfalls die totale Verstaatlichung der Religion besorgte. Ideologiedurchsetzung ist ohne Massenmord beispielsweise auch bei Hitler, Stalin und Mao nun einmal kaum zu machen, es sei denn, die Weltanschauung wäre das Recht auf Leben in einer Universalität (Allgemeingültigkeit) der Menschenrechte. Warum versäumt Thomas von der Osten-Sacken, der am 05.08.2014 in der Tagesschau etwas zur Armee des IS erläutern darf, sich zu den Standards der am 12. Dezember 1948 festgestellten AEMR zu bekennen?

Dort bringt sie mit heftiger Brutalität Minderheiten um, Christen, Jesiden. Sie bringt Frauen dazu, sich zu verschleiern oder das Haus nicht mehr zu verlassen und regiert dort mit nacktem Terror.

Nein, nicht der Islamische Staat des Kalifen Ibrahim „bringt Frauen dazu, sich zu verschleiern“ und „das Haus nicht mehr zu verlassen“, die echte alte Religion macht das, der wortgetreu ausgelegte und konsequent angewendete Islam fordert frauenfeindliches Verhalten, was bald auch im Gesetz Europas implementiert werden wird, wenn wir das nicht verhindern.

Immerhin nennt von der Osten-Sacken den bekundeten seelischen Schmerz der IS-Terroristen und auch der Muslimbrüder über die am 3. März 1924 untergegangene Herrschaft Allahs (Kalifat) und spricht das von unseren Politikern angestrengt vermiedene Wort Scharia aus:

Deshalb soll nun ein neues Kalifat errichtet werden, das die Gesetze des Islam, also der Scharia, umsetzt und zumindest die ganze islamische Welt unter seine Regierung bringen muss.

Leider versäumt es der Geschäftsführer von WADI, einem Verein für Krisenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit, zu ergänzen, dass weltweit und eben auch in Europa die Scharia, gerade auch in dem die Gleichberechtigung der Frau in besonders hohem Maße erreichenden oder eben verhindernden Familienrecht nicht legalisiert werden darf.[1]

Eigene Unterlegenheit den Nichtmuslimen gegenüber ist im Islam Pflichtschludrigkeit, Augenhöhe immer noch eine schlimme Ungerechtigkeit. Durch Nichtmuslime oder Islamkritiker herangetragene Konkurrenz, ob auf den Din (Religion und Gesellschaftsordnung), die Daula (Staat) oder den Schöpfergott zielend, ist Verderbenstiften auf Erden oder Krieg gegen Allah und seinen Gesandten.

Gottergeben, sendungsbewusst und Erschrecken einjagend macht die irakisch-syrische Daula Islamiyya (IS) im Sommer dieses Jahres 2014 etwas Ähnliches wie das Nichtmuslime und Frauen diskriminierende Pakistan seit 1956, seit der Ausrufung der Islamischen Republik, oder Ayatollah Chomeinis so viele politische Gegner ermordende Regime im Iran seit 1979. Heute macht die koranbasierte Daula ungefähr dasselbe wie die am 27. September 1996 in Kabul einmarschierenden Taliban, die dort das Islamische Emirat Afghanistan errichteten, das von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt wurde, was bemerkenswerterweise hierzulande keine Lichterketten der Imame von VIKZ oder DITIB zur Folge hatte. Erst fünf Jahre später konnte die Islamische Gottesherrschaft über Afghanistan durch die USA besiegt werden, welche nach Nine Eleven die Qaida bekämpfen wollten, die man für die schrecklichen Terroranschläge desselben Jahres verantwortlich machte. Im afghanischen Emirat (Kalifat) wurde jeder Staatskritiker (nun, Islamkritiker) umgebracht. Heute will und macht die Daula Islamiyya ganz genau dasselbe wie die Auspeitschungen und Steinigungen organisierende ostafrikanische Al-Shabaab oder westafrikanische Boko Haram.

Auf die Frage, mit welchen Mitteln der IS seine Ziele verwirklichen würde, antwortet von der Osten-Sacken:

Mit blankem Terror. Die Feier von brutalster Gewalt, mit der IS vorgeht, ist meiner Ansicht nach präzedenzlos, auch in der Geschichte des islamistischen Terrors.

Was Präzedenzfall ist sagt der himmlische Befehl (Koran), nachzulesen in Allahs Rede 8:12. Ich werde Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen. So schlagt sie oberhalb des Nackens und hackt ihnen alle Fingerspitzen ab.[2]

Durch mitgeteilte himmlische Einflüsterungen und ansonsten mit nicht viel anderem als eben „mit blankem Terror“ errichtete Allahs Liebling Mohammed den Staat von Medina, den auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zielenden Staat, von Ayatollah Chomeini islamfromm und kenntnisreich beschrieben mit „He cut off hands, whipped and stoned. Er hackte Hände ab, peitschte aus, steinigte.“strong[3]

Der WADI-Geschäftsführer erblickt eine Art von Zeitmaschine:

Es ist also eine Rückkehr ins siebte oder achte Jahrhundert.

Nein, der Islam ist nicht nur im frühen Mittelalter unserer Zeitrechnung und im Nahen Osten aktuell gewesen, sondern zeitlos und überall gültig. Was in diesen Wochen die den Islam verstaatlichende und insofern als Islamischer Staat sehr richtig benannte Armee IS macht, ist keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern der Versuch der Heimkehr in den ewigen Garten von al-Dschanna. Das von jedem Koranleser unbedingt nachzuahmende Vorbild Mohammed schuf zur Überwindung der Dschahiliyya eine Armee und al-Baghdadi, jetzt Kalif Ibrahim, ist heute der Armeeführer.

Noch ein letztes Mal Thomas von der Osten-Sacken:

Der Irakkrieg 2003 hat den Westen gespalten in die „Koalition der Willigen“ und die Koalition aus Deutschland und Frankreich in Fundamentalopposition dazu.

Nein, der hier leider beinahe nach dem Muster des Gegenmodernisten Ali Schariati entworfene Westen, der auf praktizierten Kulturrassismus hinauslaufen muss und den es daher unter Menschenrechtsuniversalisten ebenso wenig geben darf wie einen menschenrechtlich relevanten Osten, ist in der Tat gespalten. Gespalten in uns, die Lobby der universellen Menschenrechte, und eine sich mit Nazis und Kulturkreistheoretikern umgebende und per Islamkonferenz und Juristentag die Machtergreifung erprobende Lobby von Religionspolitik und Religionsgesetz.

In ganz Europa erfolgt die Legalisierung des Islamischen Rechts über die Anerkennung von Hidschab am Arbeitsplatz und Burka oder Niqab im öffentlichen Raum, die Elternglück und Kinderleid zeitigende Genitalbeschneidung an Jungen und Mädchen und schließlich über die Genehmigung Islamischer Schiedsstellen und Islamischer Streitschlichter, wie es der in vier Wochen in Hannover stattfindende 70. Deutsche Juristentag der Bundesregierung ja vielleicht bereits in diesem Herbst empfehlen wird. Jungenbeschneidung, so ist der Bevölkerung dabei weiszumachen und konnte es in Deutschland mit dem verfassungswidrigen Paragraphen 1631d BGB durchgedrückt werden, muss ganz im Bereich des Kindeswohls liegen und Mädchenbeschneidung ebenfalls. In der kulturellen Moderne ist keine HGM (human genital mutilation) hinzunehmen.

In diesen Wochen wird der Kern der Heimat der Jesiden, jener Bergzug, den man auf kurdisch Schengal nennt und arabisch Sindschar, als Kulisse eines Ost-West-Konflikts missbraucht. Inhaltlich kennen wir das Bühnendrama beinahe bereits vom erwähnten Schariati, der den dramatischen Hintergrund allerdings dergestalt in Szene setzte, dass dem arglosen Menschen im leuchtenden Osten oder Orient sehr schlimme seelische Zersetzung und Entfremdung von den eigenen urtümlichen und dem Ursprung (Allah) verpflichteten kulturellen Wurzeln drohe, die der verdorbene oder jedenfalls wesensfremde Westen dem Iran heranbringe. In Wirklichkeit ging es dem beliebten Redner in Universitätssälen und Wegbereiter der Herrschaft Allahs sprich der Islamischen Revolution von 1979 darum, die Entwürdigung und Entrechtung diverser Menschensorten zu sichern, vor allem die emotionale und juristische Herabstufung der Nichtmuslime und der Frauen, was bekanntlich kein Islamismus ist, sondern echter alter Islam.

Aus dem ab 1933 in Deutschland aufgedruckten J im Ausweis hat man offenbar nicht viel gelernt, der freiheitliche demokratische Rechtsstaat hat die Menschen gerade nicht in beispielsweise religiös definierte Kollektive einzusperren. Doch die US-amerikanische und saudi-arabische Lobby von Erdölverkauf und Waffenhandel will das gleichbehandelnde säkulare Recht angreifen und das diskriminierende Religionsrecht durchsetzen, also flugs rein mit den Klerikern in die Ministerien und Parlamente, in Ost und West werde Christsein, Muslimsein oder Judesein zum staatsbürgerlichen Merkmal.

Auf zum Kriegführen für die globale Dreifaltigkeit aus Erdölverkauf, Christenklerus und Schariabewegung. Die Islamisierung Europas geht dabei von der beinahe heiligen Nation der USA aus, jenem sendungsbewussten Imperium der Evangelischen, Evolutionsleugner, Mormonen, Scientologen, NSA-Voyeure, AAP-Säuglingsbeschneider, Rabbiner und Muslimbrüder. Ob Bush oder Obama, der Islam darf in den USA einfach nicht kritisiert werden und was da als Kollateralschaden auf der Strecke bleiben muss, sind die allgemeinen Menschenrechte. Papst und Dalai Lama rücken in Europa zu Kultveranstaltungen in die Parlamente, es ist eine Frage der Zeit, bis die Scheiche und Großmuftis folgen und dann vermutlich nicht so einfach weggehen. Vor zwei Jahren forderten Rabbiner in New York ebenso wie in Berlin das Elternrecht auf die lebenslang schädigende Jungenbeschneidung, die Politik verschweigt die ihr bekannten medizinischen und anatomischen Fakten und gibt dem Druck nach.

Nach Maßgabe der Gleichberechtigung der Geschlechter sind seit Dezember 2012 eigentlich auch Mädchen zu beschneiden. Möchten Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) und ihre diesjährige indonesische Projektpartnerin Kalyanamitra, will die Berliner Juraprofessorin und Gutachterin Tatjana Hörnle die islamische Mädchenbeschneidung analog zu FGM Typ Ia oder Typ IV legalisieren?

Es waren Allahgott, die USA und Deutschland (Bonn Process), die im Dezember 2001 die Scharia in Afghanistan installiert haben. Das geschah auf der Bonner Petersberg-Konferenz und stellte klar, was künftig in Washington, Kabul oder Köln über den Islam gesagt und geschrieben werden darf: nur Gutes. Ich werde sarkastisch.

Lasst uns, genau ein Jahrhundert nach Ausbruch des Weltkriegs, zu den Waffen eilen. Abendlandretter und bibelfromme Cowboys auf nach Schengal (Sindschar), auf dass mit Billigung der Bischöfe und Rabbis dort im Irak und in Syrien ein weiterer, die Scharia als Grundlage der Rechtssprechung in die Verfassung einschreibender Planstaat der Muslimbrüder errichtet werde und die Spezies der Muslimbürger auch in den USA und Europa ihre schariakonformen Paragraphen erhalte.

Mehr Macht den Moscheen und Islamverbänden, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands Schariapflichtige haben schließlich den, Koran und Sunna so schrecklich missverstehenden, Salafismus zu überwinden. Barack Obamas Liebling Saudi-Arabien muss diesen sektiererischen Wahhabismus besiegen, um Mekka und Medina endlich zum reinen Islam zurückfinden zu lassen, Religion kann schließlich nur gut sein.

Auf zu Petersbergkonferenz, Dialogveranstaltung, Islamkonferenz und Juristentag, es lebe das Miteinander der Religionen (Koexistenz, Kalifat). Wer dem irakischen oder deutschen Orientalen jetzt immer noch den Zugang zu den allgemeinen Menschenrechten ermöglichen will, ist als antimuslimischer Rassist zu ächten. Ich beende meinen Sarkasmus.

Schluss mit der Aufspaltung der Menschheit in Ost und West oder Koranleser und Bibelfreunde, Schluss mit dem auf Rechtsspaltung hinarbeitenden Dialog der Religionen. Weg mit den Religionsprivilegien. Das Grundgesetz wünscht kein Miteinander der frommen Stammeskulturen, sondern berechtigt das Individuum, das privat beten darf oder auch nicht. Glaubenseifer schafft und Glaubenszweifel beseitigt keine Bürgerrechte.

Es war zweckmäßig, das Emirat der Taliban militärisch zu kippen, auf eine Außerkraftsetzung der Scharia hätte man in Bonn allerdings bestehen müssen. Es ist angebracht, die Menschen im Irak vor IS zu schützen und das wird mit Diskussionen nicht funktionieren.

Sich an einem Militäreinsatz zu beteiligen hat Folgen auch nach innen und die Kriegsfolge der sogenannten westlichen Propaganda dürfte dann jenem faktenfernen und demokratiegefährdenden Glaubenssatz noch mehr Macht geben als bisher: Weil Salafismus schlimm ist, ist Islam gut und weil IS (Islamischer Staat) besonders schlimm ist, ist Islam noch besser.

Kurz gesagt, ein Militäreinsatz gegen IS kann gerade das erreichen, was es zu verhindern gilt: das Islamische Recht befördern und die universellen Menschenrechte zerstören.

Der Irak braucht keine Verfassung mit Schariavorbehalt und Deutschland kein Millet-System.[4]

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] „Der Westen muss militärisch eingreifen“, Tagesschau am 05.08.2014

http://www.tagesschau.de/ausland/interview-osten-sacken-100.html

Nicht doch, der Syrer braucht kein Denken einer Spaltung der Welt in Osten und Westen, sondern die Gleichberechtigung von Mann und Frau sprich die Außerkraftsetzung des Islamischen Rechts. Auch als Freund des Wilden Westens nicht erst schießen und dann denken. Wer sich nicht zur Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte bekennt, der wäre es, der Syrien „im Stich lässt“.

Ein weiterer von der Osten-Sackenscher „der Westen“:

„Es ist fatal, sich mit diesem Westen zu verbünden, der einen im Zweifelsfall nur im Stich lässt, während auch in der Stunde der Not auf Russland und den Iran als Alliierte Verlass ist. Die beglücken einen nämlich nicht mit Appellen und ein bisschen humanitärer Hilfe, sondern senden dringend benötigtes Geld, Waffen und Kämpfer.“

Quelle: THOMAS VON DER OSTEN-SACKEN: Die Hilflosigkeit des Westens im Syrien-Krieg

Jungle World Nr. 12, 20.04.2014

http://jungle-world.com/artikel/2014/12/49534.html

[2] Sure al-ʾAnfāl (Die Kriegsbeute) Vers 12

I will throw fear into the hearts of those who disbelieve. Then smite the necks and smite of them each finger.

(Pickthall)

I will cast terror into the hearts of those who disbelieve. Therefore strike off their heads and strike off every fingertip of them.

(Shakir).

http://quran.com/8/12

[3] He cut off hands, whipped and stoned.

Ayatollah Khomeini (Velayet-e Faqih, Governance of the Jurist)

http://wps.pearsoncustom.com/wps/media/objects/2427/2486120/chap_assets/documents/doc34_4.html

„Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an.“

Die Herrschaft der Imame. Gedanken zum »Velāyat-i Faqīh« des Chomeini. Von Jacques Auvergne.

1. Die [noch so gut gemeinte] Gesamtheit von Gesetzen reicht für die [heilssichernde] Verbesserung der Gesellschaft nicht aus. Damit die Gesetze [also wirklich] zum Werkzeug der Verbesserung werden und zum Glück der Menschheit, bedürfen sie der ausführenden Gewalt, der Vollstrecker. Deswegen hat der erhabene Herr neben einem offenbarten System von Gesetzen, neben den Geboten der Šarīʿa, eine Regierung errichtet und die Einrichtung von Institutionen der Ausführung und Verwaltung befohlen. [Muhammad als] der Gesandte Gottes stand an der Spitze der ausführenden und verwaltenden Organe der islamischen Gemeinschaft. [Denn] außer der Verkündigung der göttlichen Offenbarung und der Erläuterung und Auslegung der islamischen Religionsgesetze, Gebote und Anordnungen wirkte er vorbildlich an der Umsetzung der Gebote und am Aufbau der gesellschaftlichen Strukturen des Islam, um einen [veritablen] islamischen Staat zu stiften. So begnügte sich der Prophet in jenen Jahren nicht nur mit dem Verkünden des Strafrechtes, sondern führte es zugleich aus: Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an. … Wenn er den Kalifen, den Nachfolger bestimmte, so nicht allein, um die Glaubenssätze und göttlichen Befehle zur Sprache zu bringen, sondern er sorgte dafür, dass man sich auch um die Ausführung der Gebote und Gesetze kümmert. … Die Muslime brauchten nach dem [Tode des] Propheten jemanden, der die Gesetze anwenden und die islamische Gesellschaftsordnung garantieren konnte, damit ihr Glück im Diesseits wie im Jenseits gesichert ist.

Der Valî-e Amr [Walī ul-Amr, der Vormund der Menschheit, der Befehlshaber Allahs] ist zugleich Inhaber aller ausführenden Gewalt. … [Sowohl] die Sunna und die Lebensweise des Gesandten verlangen [von uns], die Notwendigkeit der Bildung einer [islamischen] Regierung [zu erkennen]; denn zum einen hat der Prophet selbst eine Regierung geformt, … und zum anderen hat er, dem Befehl Gottes treu, einen Nachfolger für sein Führungsamt festgelegt, was bedeutet, dass die [islamische] Regierung nach dem Tode des Propheten unverzichtbar bleibt. Die Notwendigkeit der [organisierten] Durchsetzung der göttlichen Gebote … bleibt nach dem Tode des Propheten bestehen. Nach den Worten des ehrbaren Koran beziehen sich die islamischen Gebote nicht auf Raum und Zeit; sondern werden bis in alle Ewigkeit bestehen bleiben und ausführungspflichtig sein.

Demnach entspricht es sowohl der Vernunft als auch der Scharia [Šarīʿa], dass das, was zu Lebzeiten Mohammeds und Alis von Nöten war, nämlich der Regierungsaufbau und die Einrichtung einer islamischen Verwaltung, … auch heutzutage unverzichtbar ist. … Wer auch immer sagt, die Einrichtung einer islamischen Regierung sei nicht notwendig, hat damit die Pflicht der Durchsetzung der Islamischen Gebote, ihre Vollkommenheit und Kohärenz sowie die ewige Geltung der Religion des Islam abgestritten. … Ein anderer Grund, der die Regierungsbildung unabdingbar macht, heißt: Das Wesen der islamischen Gesetze, al-aḥkām aš-šarʿ [aḥkām, gehorsamspflichtige Anweisungen Allahs, zu: Sg. ḥukm, Gottesbefehl, Islamisches Gebot].

2. Diese aḥkām-e šarʿ sind das Gefüge der Gesetze und Bestimmungen, die als [vollkommenes] Ganzes [allein] eine [gesunde] Gesellschaftsordnung aufzurichten vermögen. In [der Šarīʿa als] diesem System der Rechte [und Pflichten] ist alles berücksichtigt, was der Mensch zu einem gelingenden Leben braucht: Vom rechten Verhalten im Umgang mit Nachbarn, Kindern, Familienmitgliedern oder Verwandten beziehungsweise Mitbürgern über private Belange [wie auch] dem Eheleben bis hin zu den [von Allāh aufgestellten] Bestimmungen über die Frage nach Krieg und Frieden oder zu den Fragen, die den Umgang mit anderen Völkern betreffen. Alle Rechtsbereiche, … vom Strafrecht bis zum Wirtschafts-, Industrie- und Landwirtschaftsrecht, sind [in der Šarīʿa] zur Sprache gebracht [und sehr deutlich] angeordnet worden. Die Šarīʿa hat [damit] für alle Lebensstationen [die optimalen, vollkommenen] Bestimmungen: … von der Heirat und ihrem Abschließen [Imam-Ehe], über die Embryonalentwicklung und die gesunde Ernährung der werdenden Mutter, über die elterlichen Pflichten während der Stillzeit bis zur Frage, wie man Kinder erziehen soll und wie das rechte Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern aussehen muss.

2.1. [Beim] genauen Betrachten des Wesens und Charakters der aḥkām-e šarʿ wird erkennbar, dass Erreichbarkeit und Verwirklichung dieser Gebote einer Regierungsbildung bedürfen, [und] dass die Durchsetzung der göttlichen Gebote ohne einen groß angelegten Apparat der Kontrolle und Verwaltung nicht zu gewährleisten ist.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/26/175/

[4] Final Draft Iraqi Constitution, Verfassung des Irak. Artikel Zwei stellt Allahs Schöpfungsordnung (Scharia) als Hauptquelle der Gesetzgebung fest. Demokratie (the principles of democracy) ist nicht freiheitliche Demokratie, sondern schariakonformes Beraten, Schura.

Article 2:

First: Islam is the official religion of the State and it is a fundamental source of legislation:

A. No law that contradicts the established provisions of Islam may be established.

B. No law that contradicts the principles of democracy may be established.

C. No law that contradicts the rights and basic freedoms stipulated in this constitution may be established.

Second: This Constitution guarantees the Islamic identity of the majority of the Iraqi people and guarantees the full religious rights of all individuals to freedom of religious belief and practice such as Christians, Yazedis, and Mandi Sabeans.

http://en.wikipedia.org/wiki/Constitution_of_Iraq#Basic_principles

Mehr Dialog und Koexistenz Herr Bischof? Heimliches Beten erlaubt, Kirchenneubau inschallah nicht, Islamkritik sowieso nicht.

The Orthodox Christians were included in the Rum Millet (millet-i Rûm), or the „Roman nation“ conquered by Islam but enjoying a certain autonomy.

http://en.wikipedia.org/wiki/Millet_(Ottoman_Empire)#Orthodox_Christians

Wer ehrenwerte Jüdische Religionsgerichte (Beth Din) errichten will wird Schariagerichte nicht vermeiden können und scheint, angesichts der demographischen Entwicklung ist das doch wohl unvermeidlich, so richtig Lust zu haben auf ein Dasein im Stadtviertel als Dhimmi. Alles eine Frage der Loyalität: Bürgerbegriff schätzen und AEMR durchsetzen oder möglichst viele (regelmäßig frauenfeindliche) Halachavorschriften einhalten. Europakalifat oder nicht, ist Kritik an der Dhimmitüde Antijudaismus, sobald die Halacha einen Kratzer kriegt?

Under the Millet system the Jews were organized as a community on the basis of religion, alongside the other millets (e.g. Orthodox millet, Armenian millet, etc.). In the framework of the millet they had a considerable amount of administrative autonomy …

http://en.wikipedia.org/wiki/Millet_(Ottoman_Empire)#Jews

Millet System

http://de.wikipedia.org/wiki/Millet-System

Accommodations for Minorities or Accommodations for All : Bringing about Harmonious Coexistence in Pluralist Societies.

Tariq Ramadan

Institutional Accommodation and the Citizen: Legal and Political Interaction in a Pluralist Society / Council of Europe

Strasbourg : Council of Europe Publishing

http://www.peacepalacelibrary.nl/plinklet/index.php?ppn=333779452

Accommodements pour les minorités ou accommodements pour tous et chacun : réussir le vivre-ensemble dans des sociétés plurielles

Tariq Ramadan

Accommodements institutionnels et citoyens: cadres juridiques et politiques pour interagir dans des sociétés plurielles

Strasbourg : Éd. du Conseil de l’Europe

http://www.peacepalacelibrary.nl/plinklet/index.php?ppn=332034224

Muslims as Co-Citizens in The West By: Dr. Murad Wilfried Hofmann

Islamic jurisprudence developed the world’s first liberal law, called As-siyar, for the status of religious minorities – Dhimmi

http://elazhar.com/conferences_eu/9/3.asp

Dhimma-Theoretiker Murad Wilfried Hofmann, der ab 1961 dreiunddreißig Jahre als Diplomat in Algerien arbeitete, berichtet aus einer östlichen Sicht:

„Der Islam … wirkt … aus westlicher Sicht … als eine »Gesetzesreligion«, deren Theologen gleichzeitig, wenn nicht vorrangig, Juristen sein müssen, weil der Islam den gesamten Tagesablauf seiner Gläubigen zu regeln und zu gestalten sucht. Diese Beobachtung ist richtig … Das Leben des Muslims [wird] in der Tat von früh bis spät vom Islam strukturiert“

aus: Allahs Diplomat. Zum Buch »Der Islam als Alternative« (1992) des zum Islam konvertierten ehemaligen Botschafters Murad Wilfried Hofmann. Eine Demokratieverteidigung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/