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In Frieden und Harmonie

September 11, 2011

والله خير الماكرين

wa-Llāhu ḫayru l-mākirīna

Allah, tuzak kuranların en hayırlısıdır

und Allah ist der beste Ränkeschmied

Tief im innersten Integrationsrat

Im August 2010 plante die in Braunschweig ansässige so genannte Islamschule des am Ort geborenen Sohnes eines Gründers der deutschen Milli Görüş nach Mönchengladbach umzusiedeln. Salafist Muhamed Ciftci war im bosnischen Bürgerkriegsgebiet Aktivist der mittlerweile verbotenen IHH gewesen und hatte sich in Saudi-Arabien zum Schariagelehrten ausbilden lassen. Im Stadtteil Eicken formierte sich Protest gegen die Ansiedlung der den saudi-arabischen Wahhabiten und dem deutschen Missionar Pierre Vogel nahe stehenden Lehrstätte und radikalen Fernuniversität.

Die SPD-Kommunalpolitikerin und Vorsitzende des örtlichen Integrationsrates Gülistan Yüksel („Wir als Integrationsrat wollen das friedliche Miteinander und den Dialog der Religionen“), eine bekennende Anhängerin des Modells der arrangierten Ehe, regte sich nicht etwa über die Salafisten auf, sondern über den Bürgerwiderstand („Die gießen Öl ins Feuer!“). Auch eine Gruppe oder vielmehr Liste aus dem Innenleben des Integrationsrats meldete sich offiziell zu Wort, der Türkisch-Deutsche Integrations-Verbund (TDIV, Türk-Alman Uyum Birliği), der bei der Wahl zum Integrationsrat am 07.02.2010 immerhin 35,75 % errungen hatte. Damals hatte die Liste Interkulturell Yüksel die mit 40,46 % noch einmal knapp gewonnen.

Mit dem Hinweis „Zur Islamschule und den darauf folgenden Entwicklungen gibt der Türkisch-Deutsche-Integrations-Verbund (TDIV) folgende Erklärung ab“ publizierte die BürgerZeitung Mönchengladbach (bz-mg) am 03.09.2010 ein Statement, in dem die Worte Kalifat, Apostatenmord, Steinigung und Scharia nicht vorkommen. Auch zu Burka und Polygamie, um die es beim Thema Muhamed Ciftci oder Pierre Vogel ja eigentlich gehen müsste, fällt nicht nur kein schlechtes, sondern gar kein Wort. Kitschig wird ein verschwommen bleibendes städtisches Gemeinsames („Heimatstadt“) beschworen, das, einem deutschlandweiten Trend folgend, neuerdings von zersetzenden („giftige Keime“), heimtückischen und gewaltbejahenden Kräften („Sarrazin“) bedroht sei:

Islamschule: Erklärung des Türkisch-Deutschen Integrationsverbund (TDIV)

Eine lebenswerte, liebenswerte Stadt am schönen Niederrhein, die Heimatstadt von Deutschen, Migranten und Muslimen. Die ersten muslimischen Gemeinden entstanden hier vor über 40 Jahren als eine Begleiterscheinung von zuwandernden Arbeitskräften aus unterschiedlichen muslimischen Ländern.

Seither haben sich die Gemeinden weiterentwickelt und vertreten über 10 Tausend muslimische Bürger in dieser schönen Stadt.

Aus Erfahrung mit diesen Menschen wissen wir, dass sie gerne hier leben, dass sie gar diese Stadt lieben. Diese Menschen haben die gleichen Sorgen und Befürchtungen, wie jeder Bürger dieser Stadt. „Werde ich Morgen noch eine Arbeit haben?“, „Werden meine Kinder eine gute Ausbildung genießen?“, „Wird es meiner Familie auch in Zukunft gut gehen?“ oder „Wird die Borussia dieses Jahr endlich wieder einmal Meister?“

Diese oder ähnliche Fragen bestimmen auch den Alltag dieser Menschen. Wir glauben an einen anderen Gott!

Vielleicht ist es auch der Selbe und wir nehmen ihn nur anders wahr. All dies hat uns aber in den letzten 40-Jahren nicht davon abgehalten in Frieden und Harmonie hier zusammenzuleben.

Leider ist seit kurzem dieser Frieden in unserer schönen Stadt bedroht. Immer mehr extremistische Gruppierungen finden hier eine Spielwiese, wo sie ihre gefährlichen Ideologien verbreiten können. Konform zum bundesweiten Trend, siehe Sarrazin, werden immer mehr giftige Keime in die Gesellschaft gestreut, die das Zusammenleben der Bürger in unserer Stadt gefährden.

Wenn wir, die besonnenen Bürger dieser Stadt, Deutsche, Migranten, Katholiken, Evangelisten, Juden und Muslime jetzt nicht gemeinsam dagegen aufbegehren, überlassen wir das Feld solchen Extremisten, und legen unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder in deren Hände.

Wir fordern daher alle Verantwortlichen für die jetzige Situation auf, ihre Handlungen zu überdenken und dazu beizutragen, dass Mönchengladbach auch in Zukunft eine lebenswerte und liebenswerte Stadt am Niederrhein bleibt.

Auf eine namentliche Signatur verzichtete der TDIV dabei. Von einem einzigen Kommentar abgesehen, blieb die alarmierend schariafreundliche Aussage des TDIV zur radikalen salafistischen Islamschule bis heute, also mindestens ein ganzes Jahr lang, unkommentiert auf der Seite der BürgerZeitung Mönchengladbach stehen. Bereits am 05. September 2010 kommentierte Diplom-Sozialpädagoge Edward von Roy:

Integration ist den Menschen in Mönchengladbach ebenso Überzeugung wie Herzenssache. Wichtig ist dabei eine städtische Kultur, die auf der Vollständigkeit und Zugänglichkeit des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 1949) beruht und auf der sie tragenden Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948). Denn wir integrieren schließlich in das Grundgesetz hinein und nicht in das Schariagesetz.

Beim kritischen Blick auf die Gesellschaft ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau (nicht erst im Paradies) doch offensichtlich zentraler als die Frage, ob Menschen an denselben Gott glauben oder an verschiedene Götter.

Wahrscheinlich kann nur ein sehr säkularer Staat ein freiheitlich demokratischer Staat sein, und hier wird die so genannte negative Religionsfreiheit, frei übersetzbar als “Lass mich mit deiner Religion in Ruhe”, zum Thema, mit dem die umstrittene Islamschule nach wie vor einige Probleme zu haben scheint.

Warum nur möchte sich der Türkisch-Deutsche Integrationsverbund (TDIV) in seiner Erklärung zur Islamschule vom mittelalterlich gebliebenen und heutzutage schlicht reaktionären Gesellschafts- und Frauenbild der Salafiyya nicht ein wenig distanzieren?

Im Sinne von AEMR und GG möge unsere Heimatstadt in der Tat “eine lebenswerte und liebenswerte Stadt am Niederrhein” (TDIV) bleiben.

Der TDIV hat vorgezogen, dem Kommentator nicht zu antworten und zum Thema Salafismus zu schweigen.

Quellen

Islamschule: Erklärung des Türkisch-Deutschen Integrationsverbund (TDIV)

http://www.bz-mg.de/brauchtum-gesellschaft-menschen/integration-nachbarschaft/islamschule-erklarung-des-turkisch-deutschen-integrationsverbund-tdiv.html

Hütchenspieler unter sich, wo ist die Kugel? Die Integrationszauberer Guntram Schneider und Gülistan Yüksel stellen fest: Die Salafisten sind gar keine Integrationsangelegenheit, sondern eine zahlenmäßig marginale extremistische Sekte, der Islam ist Teil Deutschlands, die Salafisten wollen die Scharia, der Islam will vielleicht auch die Scharia, ist aber eine Weltreligion, und über den Islam darf niemand schlecht reden:

bz-mg, 14.10.2010. Kurzfristig hatte NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) die Einladung der Vorsitzenden des Integrationsrates Gülistan Yüksel angenommen, mit Vertretern des Integrationsrates und der Eickener Bürgerinitiative über die Auswirkungen der „Islamschule“ zu diskutieren.

Anlass dieses Gespräches seien die Demonstrationen am letzten Wochenende in Eicken, erklärte Yüksel. Am 8. November soll in einem größeren Kreis erneut über dieses Thema diskutiert werden.

Guntram Schneider erklärte, dass die Islamschule nicht in erster Linie ein Thema der Integrationspolitik sei. Vielmehr sei es eine Frage des Extremismus. Der Verein „EZP“ sei nach übereinstimmender Auffassung des Verfassungsschutzes von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen den Salafisten zuzuordnen und eine kleine Gruppe im heterogenen Spektrum des Islam.

Diese Gruppe bestehe über wiegend aus „Konvertiten“, also meist deutsche Staatsbürger aus vormals anderen Religionen, deren Ziel es sei, in Deutschland die „Schari’a“ durchzusetzen. Die Schari’a stehe in krassem Widerspruch gegen die deutsche Verfassung. …

Schneider warnte davor, den Widerstand gegen die Islamschule dazu zu nutzen, den gesamten Islam zu diskreditieren. Wie Bundespräsident Wulff ist auch Schneider der Auffassung, dass der Islam zu Deutschland gehöre. …

Es dürfe nicht zugelassen werden, dass aufgrund kleiner extremistischer Minderheiten eine Weltreligion in Verruf gerate.

Gülistan Yüksel bekräftigt ergänzend, die Islamschule und die Geschehnisse in Eicken hätten nichts mit Integration zu tun. …

Hans-Willi Körfges zeigte sich zufrieden, dass die Eickener Bürgerinitiative sich deutlich von denen distanziert habe, die als „Trittbrettfahrer“ auftreten und prinzipiell gegen den Islam polemisieren.

http://www.bz-mg.de/brauchtum-gesellschaft-menschen/integration-nachbarschaft/integrationsminister-schneider-islamschule-ist-kein-integrationsproblem.html

Ebenfalls aus der BürgerZeitung Mönchengladbach (bz-mg) stammt der Hinweis auf die Hochschulveranstaltung Die Hälfte des Himmels, auf der Gülistan Yüksel 2009 vor angehenden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen das Elternrecht verteidigte, den Ehepartner des Kindes mit auszusuchen.

http://www.bz-mg.de/vorschulisches-schule-studium-beruf/die-halfte-des-himmels-offentliche-ringvorlesung-der-hochschule-niederrhein-zur-lebenssituation-von-frauen.html

Bei einem öffentlichen Vortrag in der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Soziale Arbeit, anlässlich der frauenrechtlich orientierten Ringvorlesung Die Hälfte des Himmels (2009) legte Yüksel Wert auf das familiäre, vor allem das elterliche Recht, die Tochter bei der Auswahl des Ehemannes zu beraten. Die türkeistämmige Integrationsratsvorsitzende betont, dass arrangierte Ehen nicht als Zwangsverheiratungen bezeichnet werden dürfen.

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClistan_Y%C3%BCksel

Horst Köhler schmeißt keine Kamelle um sich, sondern Bundesverdienstkreuze. Gülistan Yüksel’e LİYAKAT NİŞANI

http://www.youtube.com/watch?v=grDOmQYS7Dw

Fanclub.

ALMANYA CUMHURBAŞKANI KÖHLER’DEN GÜLİSTAN YÜKSEL’E LİYAKAT NİŞANI

Am 12.05.2010 vollbringt der deutsche Bundespräsident die Kernfusion und zaubert Friedensbewegung und Scharia zur iKfR zusammen, zur im Kern friedlichen Religion. Vorsorglich hat Horst Köhler uns allerdings auch das Lachen gleich mit verboten:

Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Horst-Koehler/Interviews/2010/20100512_Rede.html

Henryk M. Broder (DER SPIEGEL, 30.08.2010) reist an den Niederrhein und schreibt zum Mönchengladbacher Bürgerprotest gegen den drohenden Heranzug der vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachteten Islamschule.

Aus: Als käme der Leibhaftige in die Stadt. Henryk M. Broder:

Die Vorsitzende des Integrationsrates von Mönchengladbach, Gülistan Yüksel, erläutert, sie sei zuerst im Urlaub und dann krank gewesen und habe sich deswegen um die Sache nicht kümmern können. Außerdem sei sie ehrenamtlich tätig. „Wir als Integrationsrat wollen das friedliche Miteinander und den Dialog der Religionen.“ Freilich müsse man auch „die Ängste der Menschen ernst nehmen“. Nach der Versammlung sagt sie, die Bürgerinitiative würde „Öl ins Feuer gießen“. Dann geht sie heim, während die Einwohner von Eicken in kleinen Gruppen ratlos weiter diskutieren. Einer sagt: „Wie kann so etwas passieren? Was haben wir für Behörden, die nicht wissen, was sich hier tut?“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,714471,00.html

Integrationsrat Mönchengladbach, Wahltag 07. Februar 2010. Die kleinfamiliär und von den SPD-nahen Yüksels dominierte Liste „Interkulturell Yüksel“ (Gülistan Yüksel, Hüseyin Yüksel, Ekrem Işık, Fehmi Mushin Yüksel, Peter-Johann Steier, Canan Özge Yüksel) liegt vor dem eher die lokalen Moscheegemeinden abbildenden „Türkisch-Deutschen-Interations-Verbund“ oder TDIV (Yusuf Berk, Sezai Şahin, Yunus Yiğit, Maksut Yıldırım, Turgut Danacı, Ozan Mehmet Gümüş)

http://integrationsrat-mg.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=43&Itemid=65

Uyum meclisi seçimleri için güç birliği

Diyanet İşleri Türk İslam Birliği (DİTİB), Türk Kültür Ocağı, İslam Toplumu Milli Görüş (IGMG) Derneği, Mönchengladbach Eğitim ve Uyum Derneği, Nimet Vakfı ve Türk Veliler Derneği (= Türkischer Elternverein) … Gümüş, Danacı, Şahin, Berk, Yıldırım … Türk-Alman Uyum Birliği (= TDIV, auf dem Foto liest man TDIV – Gemeinsam in die Zukunft)

http://ha-ber.net/index.php?option=com_content&task=view&id=6495&Itemid=75

Yunus Yiğit bei der Opfertierkampagne der IGMG

http://www.igmg.de/tr/haberler/yazi/2010/11/30/opfertierkampagne-des-igmg-hilfs-und-sozialvereins-in-der-tuerkei.html

Bild: Gruppenfoto mit Großplakat: IGMG Hilfs- und Sozialverein e.V.

http://www.igmg-hilft.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/T%C3%BCrkiye_2.jpg

Youtube-Kurzfilm: IGMG Opfertierkampagne 2009

http://www.youtube.com/watch?v=MOg2GdvXEBs

http://www.youtube.com/watch?v=7zjTIcWdkcQ&feature=related

Wo wir sind. IGMG Sosyal Yardım Derneği. Wir betreiben Projekte in den folgenden 53 Ländern und Regionen:

http://www.igmg-hilft.de/de/wo-wir-sind.html

Yunus Yiğit, bei: Milli Gazete, auch der IGMG Hilfs- und Sozialverein e.V. und die IHH sind genannt.

http://www.milligazete.com.tr/haber/hayir-yolunda-yarisin-182510.htm

RP, 17.09.2010.

Nachdem jedoch Peter-Johann Steier (Liste Yüksel) auch seine persönliche Meinung gegen die Salafisten in Eicken äußerte, wurde die Sitzung unterbrochen. Anschließend verlas Vorsitzende Gülistan Yüksel (SPD) eine einstimmig beschlossene Stellungnahme des Rates „zur Situation in Eicken“.

Darin heißt es: „Der Integrationsrat unterstützt alle Maßnahmen, die der Verständigung und Toleranz dienen und lehnt extremistische Gruppierungen ausdrücklich ab.“

http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/integrationsrat-lehnt-radikale-islamschule-ab-1.719188

Koran 8:30

Allah, tuzak kuranların en hayırlısıdır,

and Allah is the best of plotters.

http://www.kuranmeali.com/ayetkarsilastirma.asp?sure=8&ayet=30

Sure Acht Die Kriegsbeute, 8: The Spoils of War

and Allah is the best of plotters.

http://skepticsannotatedbible.com/quran/8/index.htm

Koran 3:54

Allah, düzen kurucuların en hayırlısıdır,

and Allah is the best of schemers.

http://www.kuranmeali.com/ayetkarsilastirma.asp?sure=3&ayet=54

faithfreedom: „Sure 3:54 bezeichnet Allah als ´makara´. Das arabische Wort ´makara´ bedeutet täuschen, intrigieren oder planen. … Das Wort ´Intrigant´ (maakir) ist ein sehr starkes Wort … Der Kalif Abu Bakr sagte einmal, dass er Angst vor der Makr (Täuschungskraft) Allahs hätte.“

und Allah ist der beste Listenschmied.

http://www.faithfreedom.org/German/Artikel/irre.htm

Rückblick auf die Bürgerversammlung vom 27.08.2010 in Mönchengladbach-Eicken

August 29, 2010

Rückblick auf die Bürgerversammlung vom 28. August 2010 im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken

Mein Name ist Gabi Schmidt, ich bin die Mönchengladbacherin, die die erste Demonstration am 16.08. auf dem Eickener Marktplatz bei der Polizei angemeldet hatte, an der sich etwa 300 Bürgerinnen und Bürger beteiligt hatten. Auch gestern abend war die Mehrzweckhalle in Eicken gut gefüllt, man zählte wieder weit über 200 Personen, die der Einladung der Vertreter der Bürgerbewegung Eicken zur Bürgerversammlung in die Eickener Mehrzweckhalle gefolgt waren, die teilweise nach einem harten Arbeitstag Stunden ihrer kostbaren Freizeit investierten. Die Halle war vom Bezirksvorsteher Nord, von Ratsherrn Reinhold Schiffers (SPD) organisiert worden.

Sehr klar kam in den folgenden zwei Stunden zum Ausdruck, dass die Bürgerinnen und Bürger sich von den Politikern nicht ernst genommen und alleingelassen fühlen. Deutlich war der Unmut der Mönchengladbacher über die Reaktion und das Verhalten der Politiker zu spüren. Verständlich, denn ein Vertreter des Innenministeriums fehlte, obwohl sein Kommen fest zugesagt worden war, auch Oberbürgermeister Norbert Bude glänzte durch Abwesenheit. Stadträte der CDU, der FDP und der GRÜNEN fanden ebenfalls den Weg in die Halle nicht, sie hatten wohl besseres zu tun, wie Manuela Buhse meinte. Was für ein Glück für die Volksvertreter, dass zur Zeit keine Wahl ansteht.

Aus der „hohen Politik“ standen den Menschen außer Herrn Schiffers daher nur zwei weitere SPD-Politiker als Ansprechpartner zur Verfügung, alle drei überzeugten mich nicht. Der Landtagsabgeordnete Körfges wollte die Sorgen der Bürger in den Landtag transportieren, nachdem die Spätzünder Post und Schoeren aus der CDU zwei Wochen vorher eröffnet hatten, eine Anfrage zum Thema Umzug der Islamschule nach Mönchengladbach unter dem Aspekt des verfassungswidrigen Handelns in den Landtag einbringen zu wollen. Körfges meinte auch betonen zu müssen, dass der Betrieb einer Schule nur dann untersagt werden könne, wenn es dafür eine gesetzliche Grundlage gäbe.

Als sei es der Bürgerinitiative jemals in den Sinn gekommen, gesetzeswidrig zu handeln und Ciftcis sogenanntes Fernstudium (Wissenschaftsvorbehalt?) auf Biegen und Brechen zu verhindern. So betonte denn der Jurist unter den Gastgebern, Wilfried Schultz auch anschließend, dass dieser „Einsatz“ den Menschen in der Halle nicht ausreiche. Die Integrationsratsvorsitzende Gülistan Yüksel als zweite Lokalpolitikerin hat klare Antworten der Landesregierung vermisst und sei erschrocken, dass sich niemand von den zuständigen Behörden bei der Veranstaltung am Freitag abend blicken lassen hat. Sie beabsichtigt in naher Zukunft eine weitere Informationsveranstaltung mit der Bürgerinitiative durchzuführen.

Zu hoffen wäre dann allerdings, dass die Referenten besser informiert sind als unser Integrationsminister, für den der Salafismus mit dem Islam soviel zu tun hat wie die Moon-Sekte mit dem Christentum (1). Wünschenswert wäre, dass Schneiders Stellvertreter aus Düsseldorf „kultursensibler“ eingestellt ist als der Herr Fachminister und die Frau Staatsekretärin und den Bürgern abnimmt, dass sie seit jeher alle Menschen in ihrer Mitte willkommen heißen und sie mit gebührendem Respekt behandeln. Grundsätzlich sind Mönchengladbacher zu einem Dialog auf Augenhöhe bereit, solange die Gesprächspartner die in der Verfassung garantierten Grundrechte jedem zuerkennen, diese Regeln als grundlegende Verhaltensnorm für alle bejahen und verwirklichen wollen. Auch wer die Demokratie für eine falsche Religion hält, verliert hier nicht seine Menschenwürde.

Manuela Buhse und Wilfried Schultz kritisierten am gestrigen Abend berechtigterweise den Ohrfeigencharakter des Ministerbesuchs in der Vitusstadt (2), bei dem die Teilnahme eines Vertreters des Innenministeriums an der Bürgerversammlung fest zugesagt wurde, ohne dieses Versprechen einzuhalten. Wie sollen die Mönchengladbacher Bürger dieses Verhalten der Landesregierung anders deuten, wenn nicht als Versuch, die Protestierenden in die rechtsradikale Schmuddelecke zu stellen? Buhse und Schultz stellten noch einmal ausdrücklich klar, dass in Eicken seit langem viele Nationen und Religionen friedlich zusammenleben.

Die Beiträge der beiden Gastgeber möchte ich allerdings ergänzen bzw präzisieren: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein säkularer, freiheitlich demokratischer Rechtsstaat, in dem Religion oder Nichtreligion Privatsache ist. Wir leben mit Menschen zusammen, mit individuellen Persönlichkeiten, nicht mit ethnischen oder religiösen Kollektiven. Die Religion oder Nichtreligion unserer Mitbürger ist in einer offenen Gesellschaft kein wichtiges Persönlichkeitsmerkmal, es gilt die Glaubens- und Gewissensfreiheit für alle, in den Rahmenbedingungen der Verfassung. Gerade in Deutschland gibt es gute Gründe, warum wir die Religionszugehörigkeit (J (3)) nicht in den Pass eintragen.

Als Folge der europäischen Aufklärung und durch den so genanntem Kulturkampf Bismarcks sind die Einflussbereiche von Staat und Kirche auch in Deutschland getrennt. Jeder soll privat seiner Religion oder Weltanschauung anhängen und sie ausüben können, ganz gleich ob er gläubig, ungläubig oder atheistisch ist, solange er sich an die Normen des Grundgesetzes hält. Selbst die positive Religionsfreiheit gilt somit nicht unbegrenzt (4). Spirituelle Steinigungen, religiöse Polygamie und echtislamische Burkas oder Gesichtsschleier sind hier nicht erwünscht. Fast alle, die sich am Freitag versammelt haben, wollen kein glaubensbasiertes Recht wie die Scharia, dessen bin ich mir sicher. Anders als in Großbritannien (5) und Griechenland (6), (7) soll in der Bundesrepublik kein Schariarichter wie Mohammed Ciftci alias Abu Anas als zertifizierte religiöse Autorität frauenverachtende, grundrechtswidrige Fatwas (islamische Rechtsgutachten) erteilen (8) und Recht sprechen dürfen (9).

Eine Rechtsspaltung, auch wenn sie „nur“ das Familienrecht betreffen würde, müssen wir ablehnen und verhindern, wenn wir weiterhin in einer kulturell moderen, freiheitlich demokratischen Gesellschaft mit universellen Menschenrechten leben wollen. Wie wichtig das ist, zeigt das Beispiel der Integrationsbeauftragten Gülistan Yüksel und der anerkannten Mönchengladbacher Erziehungswissenschaftlerin und ehemaligen Rektorin der Universität Duisburg Essen. Beide setzten sich an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich Soziale Arbeit bei ihren Voträgen für das Recht muslimisch sozialisierter Bürger ein, die Ehen ihrer Kinder zu arrangieren, ein klarer Verstoß gegen das universelle Menschenrecht auf freie Partnerwahl.

Die “Eickener Erklärung“, die Reinhold Schiffers gegen Ende der Veranstaltung als “Konzept, Entwurf, Grundlagenpapier“ erwähnte, sie sei im Internet veröffentlicht (wo?) und existiere in Versionen verschiedener Länge, als nicht signierte Handzettelchen wurde sie in Kurzversion am Eingang des Saals ausgeteilt, ist diesbezüglich zu diskutieren und eventuell zu konkretisieren. Auf Grund der vorgerückten Stunde war keine Gelegenheit mehr, Stellung zu beziehen oder gar abzustimmen. Wie viele Eickener stimmen der Eickener Erklärung zu ohne sie diskutiert zu haben? Die so genannte Eickener Erklärung ist somit keinesfalls das Ergebnis der Bürgerversammlung vom 27.08.2010.

Wir Gegner der salafistischen Islamschule haben die ersten Schritte auf einem langen Weg erfolgreich hinter uns gebracht. Künftig sollte die Bürgerbewegung sich allerdings um Eindeutigkeit und Transparenz bemühen.

28. August, Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

(1) »NRW-Integrationsminister: „Radikale Minderheiten verdienen keine Toleranz“«, Rheinische Post, 14.08.2010.

http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Schneider-Radikale-Minderheiten-verdienen-keine-Toleranz_aid_893861.html

(2) »Integrationsminister Guntram Schneider und Staatssekretärin Zülfiye Kaykin beim Fastenbrechen in Mönchengladbach«, bei: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

http://www.mags.nrw.de/06_Service/001_Presse/001_Pressemitteilungen/pm2010/008-August-2010/100820/index.html

(3) Judenstempel (Wikipedia).

http://de.wikipedia.org/wiki/Judenstempel

(4) »Rot-Verbot für Lehrer zulässig«, bei: Aktion für Geistige und Psychische Freiheit Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung (agpf). agpf: »„Insoweit ist das Berufungsgericht zutreffend von der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ausgegangen, nach der das Grundrecht der Religionsfreiheit gemäß Art. 4 Abs. 1 und 2 GG nicht schrankenlos gewährt ist, vielmehr insbesondere dort seine Grenzen findet, wo seine Ausübung auf die kollidierenden Grundrechte anders denkender Personen trifft und in diesem Falle ein Ausgleich gesucht werden muß (BVerfGE 52,223,246f. m.w.N.). Daher kann auch, wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, das regelmäßige Tragen bestimmter, von herkömmlicher Straßenkleidung abweichender Kleidungsstücke, die eindeutig auf eine bestimmte religiöse oder weltanschauliche Überzeugung eines Lehrers an einer 6ffentlichen Schule hinweisen, auf Unverständnis oder Ablehnung andersdenkender Schüler oder deren Erziehungsberechtigten stoßen und diesen Personenkreis in seinem Grundrecht negativer Bekenntnisfreiheit treffen, weil er sich einer solchen Demonstration religiöser Überzeugung nicht entziehen kann.“«

http://www.agpf.de/akt88-3.htm#ROT-VERBOT

(5) Islamische Scharia-Rat in London (Wikipedia). Islamic Sharia Council.

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Scharia-Rat_in_London

(6) »Land zwischen Europa und Asien«. Über das schariabasierte Sonderrecht für die türkische Minderheit Westthrakiens, das im EU-Mitgliedsstaat Griechenland die Kindbraut legalisiert. Von: Dimitrios Kisoudis, in: Eurasisches Magazin (EM 03-10), 03.03.2010.

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?thema=Balkan&artikelID=20100316

(7) »In Europa. Wo die Scharia noch gilt«, von: Michael Kreutz, auf: Transatlantic Forum. „Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht. Es gibt sie darum auch überall dort, wo muslimische Minderheiten sind. Also auch in Europa. Aber allein Griechenland zwingt als einziges Land der EU seine autochthonen muslimischen Bürger dazu, die Scharia zu praktizieren – ob sie es wollen oder nicht.“

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

(8) »ISLAM-FETWA. Islamische Rechtsgutachten«, eine Homepage des salafistischen Predigers Sheikh Muhamed Seyfudin Ciftci

http://www.islam-fetwa.de/

(9) Homepage des salafistischen Predigers Sheikh Muhamed Seyfudin Ciftci. Biographie: „Im Jahre 1992-1994 war er aktiv im Bosnischen Kriegsgebiet als Sozialarbeiter der Internationalen Humanitären Hilfsorganisation [IHH] tätig. Ab 1994 begann er den Islam nach der Glaubenslehre der Salaf ul-Umma zu praktizieren. … Im Rahmen seines Studiums fertigte er in Arabischer Sprache Ausarbeitungen in den Fächern Fiqh nach der Madhab Hanafia, in Usul Fiqh al Qiyas sowie in Qada, dem islamischen Rechtssystem an.“.

http://www.muhamedciftci.de/index.php/biographie.html