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Gau Nassau-Oranien

Juli 2, 2011

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Die Pfadfinder und das Reden über den Islam

Scoutistische Korrespondenz zum Thema Rechtsstaat und Scharia aus dem Monat Juni 2011. Nach dem Kommentarbereich zu Eifelginster-Beitrag 223 zusammengefasst von Cees van der Duin.

Auf dem Jugendzeltplatz Kreuzberg feierte der dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) angeschlossene, um Koblenz ansässige Gau Nassau-Oranien (GNO) vor vier Wochen, am 4. Juni 2011, sein sechzigjähriges Bestehen. Das frühere VCP-Mitglied Edward von Roy besuchte seinen alten Gau und brachte, dem festlichen Anlass angemessen, AEMR-basierte Gedanken zur Trennung von Staat und Religion mit nach Boppard, die er in einer gebundenen Druckschrift zusammenfasste: Secularity, Scouting and Sharia: 60 Jahre Pfadfinderarbeit im GNO, 62 Jahre deutsches Grundgesetz.

Lisa Juhr sowie Oliver Mahn reagierten im Kommentarbereich des Blogs Eifelginster: Pfadfinderische Islamkritik auf den Text, wahrscheinlich im Gauauftrag, jedenfalls knapp und frostig. Zum Nachdenken und Beantworten hatten sich die Schulungsbeauftragte und der Theologiestudent satte zwanzig Tage Zeit gelassen, doch die Worte Hidschab, Scharia oder Islam, immerhin Kernthemen von Secularity, Scouting and Sharia, wollten Juhr und Mahn einfach nicht über die Lippen gehen.

Während Wahhabiten (IUMS mit Sitz in Dschidda; im WOSM) und Muslimbrüder (etwa IZ München: Islamische Pfadfinder; FIOE: Federation of Muslim Scouts in Europe) den Scoutismus global unterwandern, schwenkt anscheinend auch die rheinland-pfälzische evangelische Jugendarbeit auf Kosten von Pressefreiheit und Bürgerrechten in den proislamischen Herrschaftskult von Kapitalvergabe, Naturerklärung und Seelenrettung ein. Dabei waren die mit Bilal Philips kooperierenden Prediger der kulturellen Gegenmoderne Europas, Abdur-Raheem Green und Pierre Vogel, in der Koblenzer Innenstadt erst eine Woche vor dem Jubiläumstag öffentlich aufgetreten.

Datum: Sun, 05 Jun 2011 18:02

Betreff: Bopparder Kreuzberg – Sechzig Jahre GNO

Von Edward von Roy, Mönchengladbach

An Andreas Nick, Gauführer GNO

Lieber Andreas,

sicherlich im Namen aller Älteren aus dem historischen Norden des GNO (Rheinbach und Meckenheim) danke ich für die gestern erfahrene Gastfreundschaft und den gewährten Einblick in einen blühenden heutigen Gau Nassau-Oranien. Danke auch an die Küchenmannschaft (fast alles Frauen…) für den leckeren Kaffee und Kuchen. Landschaft und Wetter zeigten sich, dem Anlass gerecht, von ihrer besten Seite.

Weil Pfadfinderpädagogik, gerade auch im Bereich der Evangelischen Kirche, so wichtig ist und weil ich dem GNO der Achtziger Jahre so viel verdanke (tolle Pfingstlager und ein unvergesslicher B-Kurs in Bermel), wiederhole ich meinen Glückwunsch zum sechzigjährige Bestehen – und wünsche dem Gau viel Erfolg für die nächsten sechzig Jahre.

Gerne bin ich gestern deinem Vorschlag nachgekommen, meinen hier angehängten Text Secularity, Scouting and Sharia nicht weiter auszuteilen; vier oder fünf Aktivisten der in einem eigenen Zelt sehr schön eingerichteten Geschichtswerkstatt erhielten ihn allerdings bereits eine Stunde eher als du, und dahin, in die ‘Abteilung VCP-Geschichte’, gehört mein Text ja schließlich auch.

Warum sollen Pfadfinder doof sein und über Globalisierung, Integration und Demokratie nicht nachdenken – mein Text ist ein Impuls zum Weiterdenken, die Inhalte stelle ich zur Diskussion. Ob ihr als VCP-Landesverband oder als Gau Nassau-Oranien die islamkritische Diskussion im Herbst 2011 oder später führen wollt oder nicht, müsst ihr selbst entscheiden, mit Secularity, Scouting and Sharia habt ihr jetzt ein erstes Grundlagenpapier, bisher hattet ihr gar nichts. Mein Text schließt eine Lücke, und so verstehe ich meine Rolle als Ehemaliger.

Das Thema Islam setzt Emotionen frei, wie wir beide gestern gemerkt haben, schließlich ist es für dich nicht alltäglich, jemandem nahezulegen, den Rest des Tages einen Text zu Islam und Scharia auf dem Bopparder Jugendzeltplatz nicht auszuteilen.

WOSM und WAGGGS haben ein Problem, denn wo Muammar al-Gaddafi nicht sponsort, finanziert Saudi-Arabien die scoutistische Jugendarbeit zwischen Marokko und Malaysia kräftig mit. Im Genfer UN-Menschenrechtsrat haben OIC-Staaten die demokratische Mehrheit, der Begriff der Menschenrechte folgt damit nicht mehr der AEMR (10.12.1948), sondern der Kairoer Charta von 1990. Die Kirche lechzt nach dem ‘Dialog mit dem Islam’, mit dem man schließlich bestens Karriere machen kann; gestern waren mehrere theologisch ausgebildete Menschen auf dem Bopparder Kreuzberg, die natürlich nichts gegen islamischen Kopftuchzwang und islamisches Familienrecht (Teil der Scharia) sagen.

Nur ein ‘Nichtaktiver’ kann derzeit überhaupt bei einem Pfadfinderverband über den Islam sprechen; als Theologiestudent, Pfarrer oder Pädagoge bestünde diese Möglichkeit wohl nicht, wie das – kalkulierte – Schweigen von DPSG und VCP zur diskriminierenden Scharia klarmacht.

So aber kann es nicht weitergehen, denn: ‚die Konkurrenz schläft nicht‘ und Deutschlands Kinder und Jugendlichen mit oder ohne Migrationshintergrund werden sich die Antwort zum Islam holen, sei es bei den Nazis von NPD oder ‚Pro Köln‘ oder bei den Salafisten wie Pierre Vogel oder Mustafa Cerić. Der VCP, dem das Thema Lehrerinnenkopftuch bis heute entweder zu heiß oder schlicht egal gewesen ist, muss sich entscheiden: Für oder gegen die Scharia.

Vor drei Tagen durfte der urgemeindlich (salafistisch) ausgerichtete islamische Theologe Mustafa Cerić („opening the way for the Muslim law“) auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden sprechen, die selbe Kirche lässt ihre Minderjährigen dort als Helfer herumlaufen (auch VCP) und blockiert jede Kritik an Kopftuch oder Scharia überall in Deutschland bereits mit erstaunlich hoher Gewalt. Wir Kritiker von Hidschab und Fiqh bekommmen in ganz Europa seit Jahren keine Zeile mehr in einem kirchlichen Gemeindebrief oder in einer Jugendverbandszeitschrift unter. Diese Blockade des verweigerten Denkens und Sprechens gilt es, für jeden, der den barbarischen und totalitären Charakter der Scharia sieht und der sein Pfadfinderversprechen ernst nimmt, zu durchbrechen.

Meine Rolle am gestrigen Tag, am 03.06.2011, ist also gewesen, das Thema Islam und Scharia anzusprechen, ein Thema zu dem EKD und VCP nichts sagen möchten, dieselbe EKD bzw. derselbe VCP, der seine minderjährigen Helfer aber im Juni 2011 in Kongresshallen schickt, in denen der dem Netzwerk des Yusuf al-Qaradawi angeschlossene bosnische Großmufti redet, ein radikaler Befürworter des Islamischen Rechts (Scharia).

Die aus Boppard stammende Naika Foroutan verbreitet das radikalislamische Gedankengut über Projekte wie ‚Heymat – hybride Identitäten‘ und ‚Junge Islam Konferenz‘ in unseren Hochschulen und im Berliner Regierungsviertel. Foroutan und Cerić seien jetzt das Stichwort: Boppard ist der richtige Ort, der Termin des schariafreundlichen Kirchentages der richtige Zeitpunkt.

In der besagten Jurte (eure Homepage: „neben einer Ausstellung des Bundesarchivs“) warb eine junge Dame, violettes Oberteil, für eine Zusammenarbeit mit einem Muslimischen Pfadfinderbund (ob Bund Moslemischer Pfadfinder Deutschlands (BMPD; proschariatisch, Nursi-Sufismus) oder Islamische Pfadfinder / Deutsches Komitee (c/o IZ München = Muslimbrüder; zu: Islamic Committee on World Scouting), wusste sie leider nicht zu sagen).

Ich kam gerade vorbei und wollte mir das Stichwort Islam bzw. Muslim Scouts natürlich nicht entgehen lassen. Die Jubiläumsteilnehmerin gab (etwas patzig) zu, schon lange und sehr genau zu wissen, dass im EU-Staat Griechenland zwölf- oder elfjährige Mädchen nach der Scharia verheiratet und alsbald geschwängert werden; ich betonte, dass sich Demokraten von einer solchen Religionspraxis endlich distanzieren müssen. Ich sagte auch, dass ich als Sozialarbeiter solche Mädchen gesehen habe und dass Kindbraut nicht Islamismus ist, sondern Islam.

Zwei Gedanken darf ich zustimmend zitieren, Festschrift Seite 4, H.P.: „das Lernen und Einüben von Handeln im demokratischen Wertesystem“ sowie, Seite 5, Gauältester: „Aber Jugendarbeit lebt in der Gegenwart und für eine gute Zukunft.“

Auf das demokratische Wertesystem und eine gute Zukunft,

Gut Pfad

Edward

(Edward von Roy, Ehemaliger aus dem im VCP Meckenheim Stamm Herigar)

Oliver Mahn sagt:

24. Juni 2011 um 4:28 PM

GEGENDARSTELLUNG

„Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Der Verfasser ist KEIN Angehöriger dieses Verbandes und hatte zu keiner Zeit den Auftrag, im Namen des GNO solche Thesen niederzuschreiben, zu veröffentlichen oder auf anderem Weg zu verbreiten. Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient. Die Führung des GNO distanziert hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Nassauer sagt:

24. Juni 2011 um 6:03 PM

GEGENDARSTELLUNG

„Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Der Verfasser ist KEIN Angehöriger dieses Verbandes und hatte zu keiner Zeit den Auftrag, im Namen des GNO solche Thesen niederzuschreiben, zu veröffentlichen oder auf anderem Weg zu verbreiten. Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient. Die Führung des GNO distanziert hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Eifelginster sagt:

24. Juni 2011 um 7:07 PM

Sehr geehrter Herr Mahn,

vielen Dank für Ihren Beitrag vom 24.06. 04:28 pm, dem sich sicherlich inhaltlich zustimmen lässt, von Ihrer These „Der Verfasser hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient“ abgesehen, denn der Verfasser, Edward von Roy, war zum einen früher einmal Mitglied in VCP und GNO und hat zum anderen im Jahre 2011 an keiner Stelle behauptet, die Meinung der heutigen Gauführung kundzutun.

Der pfadfinderische Blog Eifelginster steht, was die scoutistischen, islamkritischen und säkular-demokratischen Argumente des Thesenpapiers „Secularity, Scouting and Sharia“ betrifft, völlig hinter den Ansichten des Verfassers und kann nur hoffen, dass der Text, Ihrem offensichtlichen Unbehagen zum Trotz, auch im Großraum Koblenz gründlich gelesen wird.

Wie viele andere ehemalige VCP-Aktivisten, war am 04. Juni 2011 auch Edward von Roy beim 60-jährigen Gaujubiläum des GNO gerne anwesend und überreichte dem gewählten Gauführer Andreas Nick drei Exemplare seines „Secularity, Scouting and Sharia“. Herr Nick zeigte prinzipielle Aufgeschlossenheit, bat aber darum, weil er ja nicht wissen könne, was alles in dem Text geschrieben stehe, auf ein weiteres Verbreiten des Textes auf dem Bopparder Jugendzeltplatz zu verzichten. Dem kam der Altpfadfinder und Diplom-Sozialpädagoge natürlich gerne nach.

Im Übrigen müssen Oliver Mahn und Edward von Roy zu irgendwelchen Sachverhalten nicht dieselbe Meinung haben, denn sie sind zwei verschiedene Menschen. Dass unser Grundgesetz im Zweifelsfall Vorrang hat vor religiös begründeten Normen, sollte allerdings auch für VCP-Mitglieder nachvollziehbar sein, und dass sich der VCP nicht von der Scharia distanziert, ist wenig plausibel.

Ich meine, dass der Gau Nassau-Oranien zufrieden sein kann, wenn Freunde oder Ehemalige über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen scoutistischen Arbeitens nachdenken. Vielleicht sollte der GNO ein paar Stunden Staatsbürgerkunde in ihre B-Kurs genannte Gruppenleiterausbildung integrieren?

Dem um Koblenz ansässigen GNO wünscht man weitere 60 Jahre erfolgreicher Jugendarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Cees van der Duin, Eifelginster

Edward von Roy sagt:

24. Juni 2011 um 8:28 PM

Sehr geehrter Herr Mahn,

ich hoffe, das haben Sie nicht ernst gemeint, wenn sie sagen: „Die Thesen unter der Überschrift „Secularity, Scouting and Sharia“, verfasst von Edward von Roy, widersprechen der Ansicht und den Grundsätzen des Gau´s Nassau Oranien (GNO) im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP).“

Bislang war ich ziemlich sicher, dass sich VCP im Allgemeinen und GNO im besonderen voll zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bekennen und nicht zum diskriminierenden Islamischen Recht (Scharia).

Heute stellt sich mir allerdings die Frage, ob Oliver Mahn das deutsche Grundgesetz mit religiöser Begründung (Scharia) überwinden möchte und Zweitfrau, Kindbraut und Burka „integrieren“ will – denn genau vor diesen Barbareien warnt „Secularity, Scouting and Sharia“ schließlich in aller Ausführlichkeit.

Vor drei Wochen erlebte ich einen sonnigen Nachmittag im Wald auf dem Bopparder Kreuzberg und traf dort viele alte Pfadfinderinnen und Pfadfinder, ein wichtiges persönliches Erlebnis. Dem (evangelisch geprägten) Pfadfindertum und da insbesondere dem Gau Nassau-Oranien verdanke ich viel.

Ich appelliere an Oliver Mahn, Errungenschaften der kulturellen Moderne wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau dem „Dialog mit dem Islam“ nicht zu opfern.

Das Weltpfadfindertum hat die universellen Menschenrechte zu globalisieren, nicht die religiös begründete Rechtsspaltung.

Die Netzwerke der Wahhabiten (IUMS, International Union of Muslim Scouts) und Muslimbrüder (FEMYSO; über die aej ist der VCP in EYCE und mitverantwortet die EYCE-Kooperation mit FEMYSO) wollen allerdinge eher ein „Scouting“, das auf der Scharia basiert. WOSM hat die in Dschidda ansässige IUMS leider integriert. Pressefreiheit, Islamapostasie oder Gleichberechtigung der Frau sind in Saudi-Arabien Fehlanzeige, dafür gibt es ganz viel Religion (Scharia).

http://scout.org/en/about_scouting/partners/interreligious/iums

Herr Mahn, entscheiden Sie sich, wofür Sie als Pfadfinder arbeiten und werben: Für die am 10.12.1948 aufgestellte AEMR oder für die kulturrassistische und frauendiskriminierende Scharia.

Nicht alle VCP- bzw. GNO-Mitglieder reagieren auf „Secularity, Scouting and Sharia“ so entsetzt wie Sie. Und leider haben Sie der Öffentlichkeit vorenthalten, was genau denn an meinem Text so schrecklich ist. Gehen Sie doch mal auf Inhalte des Thesenpapiers ein, das wäre nett.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Oliver Mahn sagt:

25. Juni 2011 um 1:21 AM

Ein kleiner Nachtrag:

Wie Sie dem Beitrag nach meinem entnehmen können, ist es nicht meine Meinung, sondern die mehrerer GNOler (wenn nicht gar des ganzen GNO).

Zitat (Eifelginster): „Herr Nick zeigte prinzipielle Aufgeschlossenheit, (…)“

Zitat (GNO GEGENDARSTELLUNG): „Die Führung des GNO distanziert sich hiermit ausdrücklich von den getroffenen Aussagen.“

Hier schließt sich Herr Nick explizit ein.

Zitat (Eifelginster): „Edward von Roy (…) überreichte dem gewählten Gauführer Andreas Nick drei Exemplare (..)“

Ich möchte korrigieren, dass Herr von Roy auch mir und einem weiteren Vertreter des Landesarchivs, sowie der Vertreterin der Bundesleitung je ein Exemplar übergeben hat. Der Bitte von Herrn Nick wurde demnach scheinbar nicht folge geleistet.

Ich denke mit der GEGENDARSTELLUNG ist alles gesagt und ich möchte als Mitarbeiter des VCP GNO, sowie als Mitarbeiter der VCP-Bundesebene darum bitten, dass man davon Abstand nimmt Schriften mit den VCP und/oder dem VCP GNO in Verbindung zu bringen, die Inhaltlich keinen Bezug zu diesen erkennen lasse.

Einer persönlichen Meinungsäußerung steht dadurch nichts im Wege.

Eifelginster sagt:

25. Juni 2011 um 3:34 AM

Sehr geehrter Oliver Mahn,

oft sind Kleinigkeiten ganz wichtig wie die Reihenfolge von zwei kleinen Ereignissen. Ich habe mit mehreren Teilnehmern am GNO-Jubiläumstag inzwischen persönlich gesprochen.

Während Sie in Ihrer ersten Mail (24. Juni 2011 um 4:28 PM) unbelegt öffentlich andeuteten, Edward von Roy habe dem VCP und dem GNO Unrecht zugefügt (Mahn: „hat sich widerrechtlich des Namens und der Organisation des Gau´s Nassau Oranien und des VCP bedient.“), implizieren Sie nun öffentlich, das Ex-VCP-Mitglied sei eines Nachmittags vor etwa drei Wochen der Bitte des Gauführers und verantwortlichen Bopparder Jubiläums-Gastgebers nicht nachgekommen (Mahn: „Der Bitte von Herrn Nick wurde demnach scheinbar nicht folge geleistet“).

Eine beeindruckende Faktenferne, die ich als Blogbetreiber nicht kommentarlos stehen lasse.

Eigentlich müssen Sie wissen, wie Ihre beiden Andeutungen auf unbedarfte Leser wirken müssen, ich wiederhole aber die Impression: a) jemand Unmögliches behauptet zum Schaden eines Vereins eine falsche Identität bzw. Befugnis und b) derselbe Freche kommt einer Aufforderung einfach nicht nach.

Was also denkt der unbedarfte Leser über einen Menschen, der – angeblich, vielleicht – im Namen einer Organisation einen Text schreibt und der zusätzlich noch die Frechheit hat, – angeblich, vielleicht – mündlich getroffene Vereinbarungen in minutenschnelle zu brechen?

Sehr geehrter Oliver Mahn, über die in Secularity, Scouting and Sharia festgehaltenen islamkritischen Argumente mögen Sie ja sauer sein (warum eigentlich, der Text ist ausgezeichnet), doch wie Sie hier über den „Überbringer der schlechten Botschaft“ kommunizieren, ist kein feiner Stil.

Das von Ihnen zu b) gekonnt eingesetzte „wurde demnach scheinbar“ wäre in der Tat der Rede wert, aber die Überreichung des Secularity, Scouting and Sharia in der informativen Jurte des Archivs ereignete sich eine knappe Stunde eher als die Überreichung des von Oliver Mahn (und nicht vom Gau Nassau-Oranien) beanstandeten Textes an Andreas Nick (andi). Der Gauführer kam dann noch einmal eine geschätzte gute halbe Stunde später auf den ehemaligen Sippenführer im Stamm Herigar zu, nachdem dieser mit Jutta Hesse, „HP“ Hans-Peter von Kirchbach (kam gerade aus Dresden vom Kirchentag, ECFR-Scheich Mustafa Cerić war leider auch dort), Antje und Christoph „CH“ Maurer (Rheinbach) usw. gesprochen hatte, das berichten mir mehrere Teilnehmer übereinstimmend, die anschließend alle viertelstundenweise mit „eddi“ plauderten. Zu einem noch späteren Zeitpunkt traf der Meckenheimer den gründlich arbeitenden und unbedingt zuverlässigen Kai Driesch weit außerhalb des Zeltplatzgeländes und hielt sich selbst dort, mitten im Wald, an die Empfehlung von andi und ließ das für seinen alten B-Kurs-Leiter „möhre“ eigens vorgesehene Exemplar im Rucksack (schade eigentlich, zum Glück nachholbar).

Ihrem letzten weisen Wort (25. Juni 2011 um 1:21 AM) ist insofern nichts hinzuzufügen („Einer persönlichen Meinungsäußerung steht dadurch nichts im Wege.“), als dass hierzulande das Grundgesetz gilt und nicht das Olligesetz, weshalb wir ja auch alle unserem Mitpfadfinder Oliver aus Mainz immer wieder so gerne zuhören. Wenn er doch nur endlich etwas über das diskriminierende und frauenfeindliche Islamische Recht (Scharia) sagen würde.

Als islamkritischer Mensch sind Sie uns immer willkommen. Ihre Rolle im Gau (Mahn über Mahn: „Mitarbeiter des VCP GNO“) und Funktion im Bund („als Mitarbeiter der VCP-Bundesebene“) ist uns hinlänglich bekannt. Auf Kosten von „Rangniederen“ sein Charisma ausbreiten geht bei Eifelginster nicht.

Hier steht der Mensch – jeder – im Mittelpunkt, BP sagte dazu „Look at the boy“; das ‚girl‘ hatte er dabei nicht vergessen und das Mädchen oder die Frau stets gleich behandelt. Und wir waren auch gar nicht beim Seelenflämmchen des Jamboreetruppleiters 2011 und Mainzer Friedenslichtbeauftragten, sondern bei der elfjährigen, von Mufti Cemali Meço völlig legal verheirateten muslimischen Griechin, die Wochen später schwanger und mit Ehemann in Düsseldorf auftaucht.

Wir waren bei den Muftis und Scheichen der in Dschidda ansässigen und etwa in die Boy Scouts of America integrierten IUMS (International Union of Muslim Scouts). Die IUMS ist in WICS (World Islamic Committee on Scouting) und WOSM vertreten und auf dem Jamboree 2011 etwa auch offizieller Teil der US-amerikanischen Delegation der Boy Scouts of America, BSA:

http://www.islamicscouting.org/staticpages/index.php/StartingMuslimScoutGroup

Die als religiöse Autoritäten akzeptierten Muftis und Scheiche der IUMS lassen im Namen der Religion (islām) lehren, dass ein Mädchen ohne permanent getragenen Schleier (Ḥidschāb) nicht in den Himmel kommt und dass die Schwester nur halb so viel Geld zu erben braucht wie ihr Bruder, denn so steht es im Buch der Bücher, im Koran.

Das sind Bürgerrechts- und Menschenrechtsverletzungen – im Namen der Religion. Was aber redet da der irgendwie proreligiöse Scoutismus? Über Muslime nur Gutes. Herrschaftszeiten: Alles auf, General, Großmufti und Erzbischof nahen deinem Pfadi-Zeltlager! Bei ansteigendem Kult um die Mächtigen und sinkender Transparenz und Demokratie wird eine angemessene Dosis an Islambeschönigung ganz irdisch nützlich. Funktional sozusagen.

Hoffentlich sieht der Gau Nassau-Oranien das anders und verteidigt das für alle geltende und gleichbehandelnde Recht gegenüber dem erneuerten Mittelalter der Scharia-Norm.

Herzlich Gut Pfad

Cees van der Duin

Lisa Juhr sagt:

25. Juni 2011 um 1:44 PM

Als Mitglied der aktuellen Gauführung des GNO kann ich sagen, dass die hier von Oliver Mahn und dem Nassauer (einem weiteren Mitglied der Gauführung) veröffentlichte Gegendarstellung von der Führung des GNO in enger Absprache mit der Landes- und Bundesleitung verfasst wurde und definitiv der Haltung von Gau und Verband entspricht.

Inhaltlich wollen und werden wir uns nicht zu dem Text von Herrn von Roy äußern, weisen aber nochmals darauf hin, dass Herr von Roy kein VCP-Mitglied und damit auch kein Angehöriger des GNO ist und damit keinerlei Recht hatte und hat, den Gau mit seiner Schrift in Verbindung zu bringen.

Eifelginster sagt:

25. Juni 2011 um 4:22 PM

Liebe Lisa Juhr,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Der Text, den Herr von Roy zum sechzigjährigen Jubiläum der Regionalgruppe Koblenz des größten deutschen evangelischen pfadfinderischen Jugendverbandes verfasste, ist ein Stolperstein und Ärgernis, weil er Inhalte aufzeigt, die die unkritisch islamfreundliche Kirchenpolitik beider Großkirchen der letzten Jahrzehnte ebenso kritisiert wie das Schweigen der beiden Weltpfadfinderverbände zur Benachteiligung der Frauen und Nichtmuslime im Geltungsbereich des Islamischen Rechts (Scharia).

Edward von Roy war im Mai 2011 einer der wenigen ehemaligen VCP-Mitglieder gewesen, die die Stadtverwaltung von Koblenz dazu aufforderten, den Auftritt der salafistischen Prediger Pierre Vogel und Abdur-Raheem Green zu verhindern bzw. Minderjährigen den Zugang zu dem missionarischen Ereignis zu verwehren. Die aktiven Verantwortlichen der Koblenzer Jugendverbandsarbeit möchten (können?) 2011 zum hochgradig jugendschutzrelevanten Thema Salafismus leider keine Silbe sagen, was nicht vorausschauend ist, denn in einem salafisierten Straßenzug wird es keine freie Pfadfinderarbeit mehr geben.

Im VCP-seits umstrittenen Bopparder Text benennt Edward von Roy die Rolle, die Mustafa Cerić im Netzwerk ECFR spielt. Spiritueller Führer des ECFR ist Yusuf al-Qaradawi. Cerić war zwischen dem 1. und 5. Juni 2011 Gast auf demselben Kirchentag, auf dem die evangelischen Pfadfinder (VCP; CPD) sich so gerne als Helfer einsetzen lassen.

Zitat: Zu einer gemeinsamen „Spirituellen Revolution“ rief Mustafa Cerić auf. „Das 21. Jahrhundert wird ein spirituelles Jahrhundert sein – oder es wird überhaupt nicht sein.“

http://www.kirchentag.de/jetzt-2011/religion-glaube/02-donnerstag/li-grossmufti.html

Cerić will die Scharia im Personenstandsrecht und Familienrecht installieren (opening the way for the Muslim law), das muss jeden Pädagogen und Pfadfindergruppenleiter alarmieren, und genau das ist in Secularity, Scouting and Sharia ebenso beschrieben wie die skandalöse Zusammenarbeit zwischen katholischen Gruppen Westfalens und der MJD (Muslimische Jugend Deutschlands, den Muslimbrüdern nahestehend).

Der in Pfadfinderkreisen als HP bekannte Hans-Peter von Kirchbach weilte unmittelbar vor dem Jubiläum ‚Wir schreiben Geschichte – 60 Jahre VCP GNO‘ auf dem Kirchentag in Dresden. Von Kirchbach war 12. Generalinspekteur der Bundeswehr und zwischen 1988 bis 1991 Bundesvorsitzender des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), er müsste also eigentlich sehr genau wissen, wer Mustafa Cerić ist und dass man mit Schariafreunden nicht zusammenarbeitet, weder kirchlich noch pfadfinderisch. Doch geht unverständlicherweise auch ein Hans-Peter von Kirchbach zum Islamischen Recht mit keiner Silbe auf Distanz, sondern lässt sich in das „Event“ des Kirchentags ebenso hochgestimmt „integrieren“ wie Bosniens Großmufti.

Mit der WOSM-seits anerkannten IUMS ist das Weltpfadfindertum durch Wahhabiten und Muslimbrüder gekapert und ziemlich erfolgreich unterwandert worden. Und Oliver Mahn und Lisa Juhr geht immer noch kein schlechtes Wort zu Hidschab oder Scharia über die Lippen.

Auch der evangelisch-pfadfinderischen Bildungsbeauftragten Lisa Juhr sei dieser Text zugedacht: Purify and Educate

http://eifelginster.wordpress.com/2011/05/09/235/

Wir fassen zusammen: In den Jahren nach Mauerfall und Wiedervereinigung, in denen der universelle Menschenrechtsbegriff der AEMR (1948) durch die kulturrassistischen, religiös gelesenen Kairoer Menschenrechte (OIC 1990) aufzuweichen begann bzw. erodiert wurde und in denen der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zunehmend durch die sich auf Religion (Islam) berufenden OIC-Staaten dominiert wurde, begannen Nordamerikas und Europas Kirchen, Parteien und Pfadfinderverbände in den „Dialog mit dem Islam“ einzutreten, was im Sommer 2011 selbst im Großraum Koblenz dazu führt, dass sich kein Verantwortlicher in DPSG oder VCP traut, etwas gegen Schleierpflicht (Hidschab) oder Sunnagehorsam zu sagen oder auch nur hörbar gegen die in der Koblenzer Innenstadt predigenden Islamisten Abdur-Raheem Green und Pierre Vogel zu demonstrieren.

Wir werden weiter beobachten und berichten,

Gut Pfad

Cees van der Duin

Scouting und Kulturrelativismus

Juni 23, 2011

‏الإعـلان الـعـالـمـي لـحـقـوق الإنـسـان

al-Iʿlān al-ʿĀlamī li-Ḥuqūq al-Insān

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Pfadfinder heute: Universalismus versus Kulturrelativismus

Universalistin Anne Kaufmann (Lagerfeuer, VCP-Sympathisantin) antwortet dem Kulturrelativisten ben (Überbündische Hochschulgruppe Braunschweig)

Guten Morgen ben,

vielleicht hast du meine Erwiderung zu Malte_Bs Posting zum Menschenrechtsverständnis nicht gelesen, weil er auf einem anderen Thread eingestellt war, deshalb transferiere ich ihn hierher.

Hallo Pitt, hallo Malte_B,

die Chance für RdP/RDP den beiden scoutistischen Weltverbänden gegenüber scheint mir darin zu bestehen, den Geist des Emanzipatorischen und Aufklärungshumanistischen zu globalisieren.

Malte_B schrieb an scoutissima:

„Von einer „Universalität“ der von der abendländischen Kultur geprägten Menschenrechte zu sprechen ist genau die kulturelle Arroganz, die auch aus dem Rest deines Gedankenwirrwarrs rauswabert … . Wenn das Grundgesetz „die Ehe“ schützt, dann ist das nach rein christlicher Lehrart. Wenn das Grundgesetz das Eigentum schützt, dann ist das nach den römischen Grundsätzen. Und überhaupt setzt die Notwendigkeit von Abwehrrechten gegenüber dem Staat voraus, dass dieser Staat einer nach westlichen Vorstellungsmustern ist. …uswusf. Aber pfropfen wir ruhig mal unsere Vorstellung von „Demokratie“ allen anderen über, die wir im oligarchischen Sinne sowie seit Jahrhunderten unterbuttern.“

Ich schrieb an Malte_B:

Auch bekennende Rassisten würzen ihre Suppe mit dem gleichen Salz, indem sie die Andersartigkeit, die von Kulturrelativisten betont oder gar idealisiert wird, mit negativen Vorzeichen versehen.

Die in Köln lebende Menschenrechtsaktivistin und Universalistin Arzu Toker meint dazu: „Kulturrelativisten glauben, dass Moralprinzipien nur innerhalb einer bestimmten Kultur gültig seien. Sozusagen „Jedem Äffchen seine Banane“ oder in Kölsch: „Jeder Jeck ist anders.“ Diese Einstellung erleichtert es, rassistisch zu sein, ohne als Rassist erkannt zu werden. Jeder Mensch hat das Recht auf individuelle Freiheit und Andersartigkeit. Aber die Grenze jeder persönlichen Freiheit und „Andersartigkeit“ muss im Grundgesetz liegen, das für Alle gleichermaßen gültig ist.“ Soweit die Kölnerin.

Toker, mit Niki Eideneier Preisträgerin des türkisch-griechischen Abdi-Ipekci-Preises für Frieden und Völkerverständigung, veröffentlichte einen Brief an Fereshta Ludin und wies darauf hin, dass es keine Menschrechte à la carte gibt.

Dem letzten Absatz der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (es heißt übrigens nicht Kultur-, Muslim-, Christen- oder West- oder Ostrechte) ist zu entnehmen, dass alle Nationen der Welt die jede Person integrierenden, globalen und allumfassenden Menschenrechte anerkennen und sie als gemeinsam zu erreichendes Ideal engagiert anstreben sollen. Jedes Individuum sowie alle Institutionen und Vereinigungen der Gesellschaft, also auch die Schulen, Sportvereine oder Pfadfinder, sollen sich dieses hohen Ziels erinnern und alle Kräfte dafür einsetzen, durch Bildung und Erziehung die Achtung vor diesen Naturrechten zu fördern. Die Mitgliedsstaaten selbst und deren Bevölkerung sollen durch wachsende nationale und internationale Bemühungen die tatsächliche Anerkennung und Einhaltung sichern und erhalten.

Die in der AEMR aufgeführten Rechte entsprechen zutiefst menschlichen Grundbedürfnissen und verschaffen diesen Überlebensvoraussetzungen Ausdruck und Geltung. Man kann diese Naturrechte, die von Humanisten und Philosophen der Aufklärung entwickelt wurden, nicht kaufen. Man braucht sie nicht zu erwerben und muss sie sich auch nicht verdienen. Diese Jedermenschrechte stehen allen ohne Einschränkung aufgrund ihres Menschseins von Geburt an überall auf der Welt zu, man kann sie nicht verlieren, niemand darf sie aberkennen.

Daraus folgt, dass selbstverständlich auch Migrantinnen und Migranten wie Arzu Toker, Necla Kelek, Seyran Ates, Ralph Ghadban und Bassam Tibi das Recht haben, ihre Herkunftskultur kritisch zu reflektieren, ohne diskreditiert zu werden. Das Recht auf Individualität, auf Besonderssein müssen wir in gewissem Rahmen tolerieren und sogar fördern, aber ob du wegen Unmoral in Indonesien oder Saudi-Arabien ausgepeitscht wirst, ist für dich genauso barbarisch und schmerzhaft wie für den Somali in Bahrain. Tatsächlich ist das Gravitationsgesetz zwar im Westen entdeckt worden, aber kein vernünftiger Mensch würde daran zweifeln, dass ein Stein überall auf der Welt nach unten fällt und nicht nach oben fliegt. Das Problem mit der Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte besteht doch wohl eher darin, dass diese existenziellen Rechte nicht mit dem iranischen Gottesstaat, dem Kalifat, der heutigen chinesischen Diktatur oder ähnlichen Unrechtsstaaten kompatibel sind. Das politische System eines Landes kann sich aber ändern.

Abwehrrechte gegen den Staat sind, anders als Malte_B es denkt, gerade in Staaten überlebensnotwendig, die nicht „westlichen“ Zuschnitts sind. Solange das Grundgesetz die konservative Lebensform der Ehe privilegiert hat, hat es wenigstens jede Eheschließung gleich behandelt, also ohne beispielsweise die Religionszugehörigkeit, Ethnie oder Kultur der Eheleute zu .berücksichtigen. Diese Bevorzugung der bürgerlichen Form des Zusammenlebens wurde jedoch bereits abgemildert, beispielsweise durch das Lebenspartnerschaftsgesetz, das eine gleichgeschlechtliche Beziehung rechtlich besser absichert. Bezüglich des Verfassungsrechts, Einkommensteuerrechts, im Besoldungs- und Versorgungsrecht der Beamten und in der berufsständischen Versorgung besteht aber noch Nachholbedarf, um auch die gleichgeschlechtlichen Partner vor Armut im Alter zu bewahren.

Der Staat schützt das Eigentum, weil es ein existenzielles Bedürfnis und Naturrecht eines jeden Menschen ist, unabhängig von Weltanschauung, Rasse und Geschlecht, Besitz zu haben und zu erwerben; wenn er freiwillig darauf verzichten will, kann er das ja tun. In der Scharia hat der Harbi aber nicht einmal die Erlaubnis dazu, Eigentum zu besitzen.

Unverheirateten Liebespaaren soll es nicht nur in Deutschland erlaubt sein, händchenhaltend durch Einkaufsstraßen zu schlendern, sondern überall. Auch im Iran, in Saudi-Arabien und Indonesien sollen Menschen nicht mehr Angst vor der Religionspolizei haben müssen, wenn sie sich zur Begrüßung in der Öffentlichkeit küssen. Das Menschenrecht auf eine selbstgeschriebene Biographie, selbstbestimmte Sexualität, freie Partnerwahl, auf unbeschwerte Kindheit sowie gesunde geistige, seelische und körperliche Persönlichkeitsentwicklung auch für Menschen einzufordern, die nicht im europäischen Kulturkreis leben, ist keine postkoloniale, kulturelle Arroganz, sondern weltbürgerliche und mitmenschliche Verpflichtung, gerade für Pfadfinder oder Wandervögel. Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist unverletzlich, die freie Religionsausübung stößt dort an Grenzen, wo sie andere Grund- und Menschenrechte einschränkt oder verletzt. Es gibt daher keinen kulturellen Rabatt für Straftaten wie Ehrverbrechen oder Zwangsheiraten.

Diesbezüglich sollten die Pfadfinder ihr Profil, angesichts eines weltweit anwachsenden Fundamentalismus, klarer zeichnen. [Zitatende]

Nun zu dir, ben:

Wer auf belegbare Tatsachen aufmerksam macht, das Grundgesetz verteidigt, mit der AEMR argumentiert und immer wieder betont, dass Menschenrechte nicht westlich, östlich, nicht muslimisch, christlich, morgenländisch oder abendländisch, sondern unteilbar und universell sind, ist deiner Meinung nach ein Rassist und Hetzer, dem wohl nicht richtig in den Sinn kommt, das Muslime zuerst einmal Menschen sind?

Scoutissima und ich haben beide nie behauptet, dass der Islam ein Monolith, eine Politreligion aus einem Guss sei.

In unseren Beiträgen im Forum wurde bereits auf das große islamische Schisma, das zur Abspaltung der Schiiten führte, die vier sunnitischen Rechtsschulen, die sufistische Alawiya und den Salafismus. hingewiesen.

Aleviten sind Muslime, die sich nicht der Scharia unterwerfen. Sie gelten als Apostaten und werden deshalb sogar in Deutschland von den sunnitischen Islamverbänden massiv unter Druck gesetzt. Am 17.12.2010 reiste Turgut Öker, der Bundesvorsitzende der Alevitischen Gemeinde in Deutschland, der auch den Vorsitz der Alevitischen Union Europa vertritt, in die Türkei, um gemeinsam mit einigen anderen Vertretern alevitischer Institutionen an der Gedenkfeier anlässlich der Pogrome an Aleviten im Jahr 1978 teilzunehmen. Bereits am Flughafen in Istanbul wurde er vorübergehend verhaftet, es kam zu gewalttätigen Übergriffen der türkischen Polizei auf die Teilnehmer an der Feier.[1]

Ähnlich bedrängt werden etwa die Ahmadi, von den „nachislamischen“ Bahai nicht zu reden.

Das erzkonservative, der wahabitisch-hanbalitischen Strömung des Islam angehörende Königshaus Saudi-Arabiens hat als „Hüter der Heiligen Stätten“ und Ziel der Haddsch weltweit großen Einfluss auf Muslime, weil es mit seinen Milliardeneinnahmen aus dem Ölgeschäft viele islamische Projekte finanziert und damit die Ausbreitung des Islam fundamentalistischer Prägung fördert. In den Genuss dieser monetären Förderung kam unter anderem die stark religiös geprägte International Union of Muslim Scouts (IUMS) mit Sitz im saudi-arabischen Dschidda.

Ein altes Sprichwort sagt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Für die Zusammenarbeit der Königsfamilie mit dieser Jugendorganisation sollte sich die deutsche Pfadfinderarbeit interessieren, weil die DPSG den Antrag 10, Pfadfinden für alle – Aufbauunterstützung muslimisches Pfadfinden in Deutschland (Lübeck im Juni 2011) pauschal befürwortet.

Ghazali zur Taqiyya:[2]

“Speaking is a means to achieve objectives. If a praiseworthy aim is attainable through both telling the truth and lying, it is unlawful to accomplish it through lying because there is no need for it. When it is possible to achieve such an aim by lying but not by telling the truth, it is permissible to lie if attaining the goal is permissible…, and obligatory to lie if the goal is obligatory. …One should compare the bad consequences entailed by lying to those entailed by telling the truth, and if the consequences of telling the truth are more damaging, one is entitled to lie…

Die Taqiyya ist tatsächlich 1000 Jahre alt, wie Ghazalis Zeilen beweisen. Nur ist es doch wohl ein Unterschied, ob man als Mensch auf die „jeweilige Bedrohungssituation“ reagiert, um sein Leben zu retten, wie beispielsweise im Dritten Reich die bekennenden Christen, die Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten und Widerständler, oder ob ich religiös legitimiert lüge, weil ich damit einem aus islamischer Sicht erstrebenswerten Ziel dienlich sein kann. Letzteres heißen weder Judentum noch Christenheit gut.

Nein ben, du irrst. Weder Scoutissima noch ich haben behauptet, dass jeder Moslem entweder Islamist sei oder Taqiyya betreiben würde. Ich weise nur darauf hin, dass im Nahmen Allahs beispielsweise muslimische Eltern ihre Kinder hintergehen und anlügen dürfen, wenn dies zur Durchsetzung der Lebensweise nach der Scharia hilfreich ist.

Wie erklärst du dir denn, Mustafa Ceric betreffend, die Diskrepanz zwischen der Erklärung der europäischen Muslime auf der Website rijaset.ba und dem davon abweichenden Gesprächsinhalt den aghamemnun berichtet?[3]

Wie viele andere säkulare Muslime lesen Necla Kelek, Fatma Bläser und Bassam Tibi den Koran nach der historisch-kritischen Methode; von Tibi stammt der Text zur Taqiyya im christlich islamischen Dialog „Selig sind die Belogenen (Politik 23 / 2002 in DIE ZEIT), den auch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung verlinkt).[4]

Für die Autoren der gerade genannten Website beginnt interkultureller Dialog mit universaler Verantwortung gegenüber allen Menschen und denkenden und fühlenden Wesen. Unter 5.3 im selben Dokument sind Empfehlungen zum Thema Vertiefen des Dialogs / Grenzen der Toleranz nachzulesen. Interreligiöser Dialog beginne mit der universalen Verantwortung gegenüber allen Menschen und denkenden und fühlenden Wesen. So sollen auch politisch inkorrekte Themen zivilcouragiert angesprochen werden. Aus der aufgeführten Liste möchte ich folgende Aspekte besonders hervorheben bzw. ergänzen:

Die soziale und wirtschaftliche Not sowie die ökologischen Bedrohungen in vielen muslimisch geprägten Ländern sind Herausforderungen, denen nicht länger mit privaten Almosen (Zakat, eine der 5 Säulen des Islam, 5-10% des Einkommens) entgegengewirkt werden kann.

Beschneidungsrituale bei Mädchen und Jungen, arrangierte Ehen, Zwangsheiraten, islamische Missionierung durch Zwangsehen mit christlichen Mädchen, die Kinder gehören nach der Geburt automatisch dem muslimischen Glaubensgemeinschaft an, müssen in den Rahmenbedingungen der AEMR thematisiert werden.

Soweit der ergänzte Auszug aus den Empfehlungen des Staatsinstituts zum interreligiösen Dialog.

Zur angeblich exklusiven Mädchenbeschneidung im Islam:

Die Mädchenbeschneidung im Islam ist nicht exklusiv, beschnitten werden auch alle Jungen, selbst wenn kein medizinischer Grund vorliegt. Diese unnötige, schmerzhafte und auch bei männlichen Kindern nicht immer komplikationslose Unsitte verletzt das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit beider Geschlechter. Kinder sind hier besonders vor Kulturrelativisten und Verharmlosern zu schützen, da sie ihnen völlig hilflos ausgeliefert sind.[5]

Wer hat denn behauptet, dass die Beschneidung von Genitalien ausschließlich in islamischen Familien praktiziert wird? Scoutissima hat auf die FGM Indonesiens nur deshalb hingewiesen, weil sie nach der im Land vorherrschenden schafiitischen Rechtsschule absolut verpflichtend ist und es unseres Wissens in Indonesien, anders als im nordirakischen Teil von Kurdistan, noch keine Gegenbewegung gegen diese folgenschwere, schmerzhafte Verstümmelung gibt. Zugegeben, Scoutissimas Bemerkung, FGM bei der UNESCO als Weltkulturerbe klassifizieren zu lassen, war sehr spitz. Doch bestehen offensichtlich gegen die Verbotsbestrebungen starke Gegenkräfte, die man „kultursensibel“ nennt. Wie wäre es, wenn man den von Zirkumzision betroffenen oder bedrohten Mädchen und Jungen gegenüber kindersensibel reagiert? Stattdessen missbrauchen Väter und Mütter das Vertrauen ihrer unwissenden, hilflosen und nicht einwilligungsfähigen Töchter und Söhne, verletzen deren körperliche und seelische Gesundheit, und wir sollen das „kultursensibel“ tolerieren. Wenn erwachsene Frauen sich aus ästhetischen Gründen dazu entschließen, diesen Eingriff vornehmen zu lassen, ist das zwar ihre persönliche Entscheidung, jedoch erlauben wir auch niemandem, sich umzubringen. FGM und nicht medizinisch begründete MGM müssen verboten werden, Kinder sind besser zu schützen. Ärzte, die eine Zirkumzision ohne zwingenden gesundheitlichen Grund durchführen, müssen bestraft werden, Eltern sollten ihr Sorgerecht verlieren.

Lieber ben, du solltest dich informieren, Wikipedia ist da tatsächlich nicht die schlechteste Quelle. Wenn du behauptest, ich wäre schon mit Wiki ohne weiteres widerlegbar, scheinst du nicht gründlich gelesen zu haben.

Dort wirst du zum Thema Kinderheirat lesen, dass in allen islamischen Rechtsschulen das Heiratsalter für Mädchen neun Jahre, für Jungen 12 bis 15 Jahre beträgt. Es wird berichtet, das Zwangsehen von Mädchen im Grundschulalter und in der beginnenden Pubertät mit einem wesentlich älteren Mann, dem Vorbild Mohammeds folgend, in muslimischen Gesellschaften nicht geächtet werden. Diese Behauptung wird durch Beispiele belegt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch in den Staaten Südasiens die Kinderheirat traditionell verankert und sehr häufig ist, daran hätte auch der Child Marriage Restraint Act von 1929 und der Einsatz politisch einflussreicher Kritiker der Zwangsehe nichts ausrichten können. 2008 stellte die UNDP Studie „Human Development Report – Youth in Turkey“ fest, dass vor allem in den ländlichen Gebieten der Türkei die Furcht, dass die Familienehre verletzt werden könnte, oftmals nicht nur die Begründung für Kinderheiraten, sondern auch für Ehrenmorde ist. Soweit der zusammengefasste Inhalt aus Wikipedia.

Traditionen, Riten und religiöse Dogmen sind so tief in Psyche, Denk- und Verhaltensmustern der Menschen verwurzelt, dass sie nicht ohne weiteres aufgegeben werden. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Untersuchung von Dr. rer. soc. Dipl. Psych. Ilhan Kizilhan (Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften), die Lebens- und Ehrkonzepte großer Teile der ostanatolischen Bevölkerung darstellt, die teilweise der jesidischen Religion angehören.[6]

Mehr als 60 Millionen Frauen, heute im Alter von 20-24 Jahren, waren solche Kindbräute. In Südasien ist die Zahl von Kinderehen am höchsten, darauf folgt Schwarzafrika. Obwohl in den von Hinduismus, Sikhismus, Jesidentum, Islam und wohl auch in den vom tibetanischen Buddhismus geprägten Ursprungsländern nicht selten offiziell verboten, werden Imam-Ehen, Zwangsheiraten, arrangierte Ehen, Kinderehen und Polygamie die dortige Lebenswirklichkeit noch auf Jahrzehnte bestimmen.

Nach der Migration in ein anderes Land werden traditionelle Familien- und Ehrkonzepte nicht selten sogar besonders fundamentalistisch interpretiert und streng orthodox praktiziert. Das lässt sich beispielsweise durch den Bericht der Baden-Württembergischen Fachkommission gegen Zwangsheirat belegen. Eine dort veröffentlichte Statistik von 2006 stellte fest, dass in diesem Bundesland immerhin 55 % der von Zwangsheirat betroffenen und bedrohten Personen jünger als 19 Jahre alt waren.[7]

Europa droht die Rechtsspaltung, die religiös begründete Rechtsverschiedenheit im Familien- und Erbrecht. Ich zitiere aus einem Leserkommentar aus der ZEIT vom 02.12.2006 zu einem Artikel von Jörg Lau, Erklärung Europäischer Muslime vom 01.12.2006:

Das sind schöne Worte und man muss sie sehr sehr aufmerksam lesen. Vor allem diese Absätze:

c) the development of the Islamic schools capable to educate European born Muslims for new challenges of the multicultural societies;

d) the political freedom that will enable European Muslims to have their legitimate representatives in the European state parliaments;

e) the relaxation over the European migration policy which tends to be very restrictive towards Muslims recently;

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

Da wird nichts anderes als die Scharia im Familienrecht gefordert.

Die Scharia ist ewig, keiner hat das Recht sie zu kritisieren oder zu verändern (Ceric: The challenge of a single Muslim authority in Europe). Nur die islamische Jurisprudenz (Fiqh) darf von speziell geschulten Schariagelehrten mit Hilfe der vier Rechtsfindungsmethoden ausgelegt werden. Der Interpretationsspielraum ist allerdings recht begrenzt, da die 114 Suren des heiligen Buches nur wenige Rechtsnormen enthalten und nur die dürfen historisch-kritisch gedeutet werden. Im Islam mag es zwar viele Glaubensströmungen geben, aber nur eine Scharia. Jede Ausprägung des Islam bezieht sich auf dieses vorgeblich göttliche Recht, daher gibt es nur den auf das islamische Recht bezogenen Islam. Einen organisierten Islam, der sich von der Scharia distanziert, und nur der wäre kompatibel mit AEMR und Grundgesetz, gibt es noch nicht. Die Bundesregierung und sonstige Dialogpartner werden dies auch noch lange zu verhindern versuchen, aus machtpolitischem Kalkül und um ihr Gesicht nicht zu verlieren.

Bei Einführung, fortgesetzter Duldung oder Anerkennung der Scharia hätten wir, wie in Großbritannien, Scharia-Gerichtshöfe, an die sich Muslime wenden können. Der kollektive Druck auf die Migranten durch Familie und soziales Umfeld wird dann jedoch so hoch sein, dass keiner wagen wird, bei einem zivilen Gericht Klage zu erheben oder gegen die Scharia-Urteile Widerspruch einzulegen. Es gäbe dann AEMR- und grundgesetzfreie Gegenwelten, in denen das Abschließen polygamer Ehen nicht länger untersagt ist und in denen Muftis und Imame neunjährige Mädchen verheiraten, wie das Cemali Meco aus der Universitätsstadt Komotiní (Griechenland, Mitglied der Europäischen Union) völlig legal praktiziert.

In Deutschland kann (nicht muss) bereits jetzt über das jeweilige Internationale Privatrecht[8] des Staates, aus dem der Migrant stammt, rechtswirksam die Scharia angewandt werden, solange das Urteil nicht gegen den Ordre Public verstößt[9].

Führende Rechtsexperten wie Hilmar Krüger, Professor für ausländisches Privatrecht an der Universität Köln, stellten in einem Interview des SPIEGEL klar, dass wir seit Jahren islamisches Recht anwenden und das sei auch gut so. Der Erlangener Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe meint dazu, dass das Nebeneinander von Rechtsordnungen Ausdruck von Globalisierung sei.

Seit wann hat ein auf AEMR und Grundgesetz basierender Rechtsstaat die Rechtsverschiedenheit und zumindest das Familien- und Erbrecht der Scharia zu globalisieren? Vor Gericht haben in der BRD Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung und Ethnie ein Recht auf Gleichbehandlung. Der einmalige Betrag von 600 iranischen Goldmünzen Morgengabe im Gegenwert von 162.000 € wird sehr bald aufgebraucht sein und Unterhalts- sowie Versorgungsaufwand im Alter in Deutschland nicht abdecken können[10]. Damit wären Musliminnen gegen über deutschen Frauen benachteiligt. Das ist verfassungswidrig.

Mit der Reform des Personenstandsrechts (Januar 2009), die eine Eheschließung vor einem Geistlichen ohne vorherige Bestätigung durch den Standesbeamten legalisiert, haben wir die so genannten Imam-Ehen, die Kinderheirat, Polygamie und Zwangsverheiratung erleichtert. Die Familienrechtlerin Seyran Ates („Deutschland öffnet der muslimischen Zwangsheirat und der Vielehe damit Tür und Tor“) hält den Wegfall der Verpflichtung zur standesamtlichen Voraustrauung für einen fatalen Fehler, da Frauen und Kinder in religiös geschlossenen Ehen nicht die gleichen Rechtsansprüche einfordern können wie in der Zivilehe. Angst und bange wird mir bei dem Gedanken, wie leichtfertig diese „Reform“ durchgesetzt worden ist:

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass „andere in Deutschland vertretene Religionsgemeinschaften“ trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen nicht dazu bewegt werden konnten, ihre Eheschließungspraxis nach den §§ 67, 67a PStG auszurichten. Es sollte daher bei dem Wegfall der im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlichen und sonst offenbar wirkungslosen Vorschrift verbleiben[11]“.

Man stelle sich das vor: Weil es in Deutschland Menschen gibt, die sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht an mehrheitsfähige Regeln halten wollen, passt man die Vorschriften einfach an die Gewohnheiten dieser Leute an. Glaubst du wirklich, ben, dass diese Politiker sich anders entschieden hätten, wenn es explizit um die Scharia gegangen wäre?

Scoutissima und mir stellen AEMR und Grundgesetz wesentliche Handlungsrichtlinien bereit, die wir beruflich und privat propagieren und umzusetzen versuchen. Uns ist völlig egal, welche Wurzeln, Religion, Weltanschauung oder politische Einstellung jemand hat, solange sie mit den Grundrechtsnormen der Verfassung und den unteilbaren Jedermenschrechten vereinbar sind.

Gegen jugendgefährdende Demagogen und sonstige religiöse oder politische Extremisten werden wir uns daher, wie Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali, Seyran Ates, Taslima Nasreen, Henrik M. Broder, Ralph Ghadban und Bassam Tibi, jederzeit einsetzen. Das gilt auch für den schariabasierten Islam.

Pierre Vogel ist einer der einflussreichsten salafistischen Konvertiten in der Bundesrepublik, der nicht u n s e r Bild vom Islam prägt, sondern das seiner Anhänger und Sympathisanten sowie rechtsradikalen Gegner.

Die Würde des Menschen, also auch der verschleierten und nicht verschleierten Musliminnen, ist unantastbar aber nicht unverletzlich. Praktizierte Misogynie und Misandrie genießt in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten nicht den Schutz des Art. 4 GG‚ der ungestörte Religionsausübung nur unter verfassungskonformen Voraussetzungen gewährleistet.

Die weibliche Weltbevölkerung zu biologisieren, zu sexualisieren, ihnen aufgrund ihrer Monatsblutung, wegen der sie aufgrund von Unreinheit Gebet und Fasten verschieben muss, einen Mangel an Religion vorzuwerfen, ist frauenfeindlich.

Mädchen und Frauen als dumm, sittlich und moralisch verunsichert und minderwertig zu stigmatisieren und darauf festzulegen, nichts anderes im Sinn zu haben, als Männern den Kopf zu verdrehen, sie zu verführen und vom geraden Weg abzubringen, die Sünderinnen deshalb zu verteufeln, wie Koran und Sunna es immer wieder tun, diskriminiert jede weibliche Person. Quelle: Ralph Ghadban: Das Kopftuch in Koran und Sunna, bpb.

Der Hidschab, damit meine ich jede Art der Verschleierung für Frauen, ist nicht lediglich irgendeine religiöse Frauenkleidung. Die islamische Bedeckung verkörpert patriarchale Denkmuster und Geschlechterrollen der kulturellen Vormoderne und reduziert jede Muslima und Nichtmuslima auf ihre angeblich von Allah-Gott erschaffene Natur, auf ihre Rolle als personifizierte Sünde, als Ursache für Zwietracht und als wandelndes potentielles Sicherheitsrisiko für jeden weiblichen und männlichen Allahfürchtigen.

Dieser heilsgefährdenden Versuchung kann man nach islamischer Orthopraxie nur durch Verhüllen des Frauenhaares mit einem Schamtuch oder durch vollkommenes Verstecken des weiblichen Körpers unter einem Ganzkörperschamtuch (frei nach Zaimoglu) entgegenwirken. Der Schleier, wie lang er auch immer ist, wird auch getragen, um sich als strenggläubige, reine Tochter Allahs vor den durch den Teufel beherrschten und besudelten, in die Irre gegangenen Abweichlerinnen zu schützen und abzugrenzen. Der soziale Druck auf alle Mädchen und Frauen steigt proportional mit der Anzahl der Kopftücher im Straßenbild.

Zur ‘Freiheit‘ das Kopftuch anzulegen gehört immer auch die Freiheit, ohne Furcht darauf verzichten zu können, um bei einer anderen Gelegenheit einfach wieder nach diesem Utensil zu greifen. Das ist aber nicht mehr möglich, weil man dann nicht mehr zu Allahs gehorsamen Untergebenen zählt. Frag doch eine deiner Kolleginnen, ob sie bereit wäre, das Kopftuch beispielsweise nur zum Moscheebesuch zu tragen, bei sommerlichen Temperaturen oder bei der Arbeit darauf zu verzichten.

Hosen gehörten vor allem in katholischen Familien zur Emanzipation der Frauen. Im Islam gehört das Beinkleid, das man beispielsweise unter dem Rock trägt, durchaus zur schariakonformen Kleidung. Alles soll verdeckt sein, bis auf Gesicht und Hände. Die Kleidung soll weit sein und nicht die Körperformen abzeichnen. Sogar wenn die Frau einen Minirock über einer Jeans trägt, hat sie sich vorschriftsmäßig gekleidet, denn der Minirock verdeckt die Konturen der Figur besser als die körperbetonte Hose[12]“.

Die verfassungswidrige, mehrstufig diskriminierende, auf Koran, Sunna und Scharia basierende Glaubenspraxis beraubt alle Mädchen und Frauen ihrer Partizipationsrechte und Chancengleichheit. Derartiger männerverherrlichender Fundamentalismus verletzt auch jede Kopftuchträgerin, Niqabi und Burkaträgerin zutiefst in ihrer Menschenwürde, die in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten auch kleinen Gruppen, ja sogar jedem Individuum qua Geburt zusteht. Auch ich als Kafira, nach der Doktrin noch eine Stufe tiefer stehend als die bereits herabgewürdigte unverschleierte Muslima, fühle mich in meinem Frau-Sein und Mensch-Sein durch einen solchen Moralkodex tief gekränkt.

Die Dämonisierung des Weiblichen, die individuelle wie auch gesellschaftliche Diskriminierung von Mädchen und Frauen ist ein klarer Verstoß gegen die universellen Menschenrechte und die von diesem Wertesystem abgeleiteten einklagbaren Freiheits- Abwehr- und Schutzrechte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Wenn es tatsächlich Frauen geben sollte, die den Niqab freiwillig tragen, müssen wir diese Selbstbeschädigung nicht dulden, zumal sie Respektlosigkeit, kollektiven Druck und unverhohlenen Sexismus, der allen Frauen mit offenen Haaren in unseren muslimisch dominierten Straßenzügen entgegengebracht wird, fördert.

Bei einer Podiumsdiskussion erklärte Ralph Giordano seine Position zum islamischen Kopftuch:

Wenn das offene Haar Begehrlichkeiten bei Männern weckt, wäre es da nicht besser, man legte den Männern Handschellen an, als Frauen das Kopftuch zu verordnen[13]?

Aus dem Hut zaubere ich auf Kindergeburtstagen schon mal Spielkarten, ich lese auch schon mal Geschichten vor, aber ich zaubere keine Geschichten aus dem Hut. Das haben islamkritische Sozialpädagogen nicht nötig. Sieh dir mal den Artikel Zwischenruf: Die vergrabene Bombe von Hans Ulrich Jörges von August 2008 (STERN 32/2008) an[14]. Der nun wirklich nicht als islamophob oder rechtsextrem beleumundete Journalist veröffentlicht Zahlen aus Böhmers Integrationsbericht:

Migranten in Deutschland: 15,3 Millionen;

Anteil der Migrantenfamilien: 27 Prozent;

Migrantenquote bei Kindern bis zwei Jahre: 34 Prozent;

Migranten ohne Berufsabschluss: 44 Prozent;

Migranten im Alter zwischen 22 und 24 Jahren ohne Berufsabschluss: 54 Prozent; türkische

Migranten ohne Berufsabschluss: 72 Prozent;

erwerbslose Migranten: 29 Prozent;

einkommensschwache Migranten: 43,9 Prozent;

Migranten in Armut: 28,2 Prozent;

Migrantenkinder in Armut: 36,2 Prozent;

türkische Migrantenkinder mit Misshandlungen und schweren Züchtigungen in den Familien: 44,5 Prozent;

Berliner Migrantenkinder mit Förderbedarf in deutscher Sprache: 54,4 Prozent;

Migrantenquote an der Eberhard-Klein- Schule, Berlin-Kreuzberg: 100 Prozent;

Migrantenanteil bei Jugendlichen mit über zehn Straftaten in Berlin: 79 Prozent.

Ich weiß nicht wo du dein Islambild her hast ben, aber mit der Wirklichkeit hat das nicht viel zu tun, wie du an dem folgenden Text erkennen kannst[15]:

Fremd in der neuen Heimat

Unter jungen Frauen mit türkischer Abstammung gibt es in Deutschland fast doppelt so viele Selbstmorde wie unter gleichaltrigen Deutschen. Eine Studie nennt die Gründe. Von Steven Geyer

Berlin. Unter jungen Frauen mit türkischer Abstammung gibt es in Deutschland fast doppelt so viele Selbstmorde wie unter gleichaltrigen Deutschen. Im Vergleich zu den Migranten insgesamt ist der Unterschied noch größer: Unter ihnen ist die Suizidrate sogar niedriger als unter deutschen Altersgenossen. Dass Türkinnen sich deutlich öfter das Leben nehmen oder es versuchen, ist inzwischen durch mehrere Studien belegt – warum es so ist, erforscht derzeit eine Studie von Berliner Charité und Uniklinik Hamburg.

„Die Gründe für die Probleme der Türkinnen sind vielfältig und je nach Alter sehr verschieden“, umreißt Leiterin Meryam Schouler-Ocak, Oberärztin der Psychiatrischen Uniklinik der Charité, die Trends nach dem ersten Untersuchungsjahr. Die befragten 18- bis 35-jährigen Deutschtürkinnen litten vor allem unter kulturellen Konflikten: Verbote durch Väter, Zwangsehen, Frustration der Eltern, die sich in Deutschland schwer zurechtfänden.

„Junge Frauen wachsen mit dem Ehr- und Reinheitsbegriff der Eltern auf, aber gleichzeitig sehen sie, wie Gleichaltrige leben“, sagt Schouler-Ocak. Auch ohne Druck von außen könne dieser Konflikt eskalieren. „Bei einem Thema wie Jungfräulichkeit kann sich die Krise so auswachsen, dass manchen Frauen Suizid als einziger Ausweg scheint.“ Stark gefährdet unter den jungen Frauen scheinen jene zu sein, die nach Deutschland kommen, um einen Türken zu heiraten. „Sie haben massive Anpassungsprobleme. Ihr Traum vom Leben in Deutschland scheitert, gleichzeitig müssen sie den bisherigen Lebensstil aufgeben.

Bei Frauen zwischen 35 und 55 ergaben die bisher qualitativen, also als Befragungen und Gesprächsrunden angelegten Untersuchungen ein anderes Bild. Hier führen eher häusliche Gewalt, die Abhängigkeit vom Mann und Geldsorgen zu Krisen. Türkinnen über 55 klagten über Vereinsamung, Gefühle der Nutzlosigkeit und Angst, nicht in der Großfamilie zu altern, sondern als Pflegefall zur Last zu fallen. Kürzlich hatte eine Kölner Erhebung ergeben, dass Suizidversuche unter Jugendlichen sich in den vergangenen 20 Jahren vervielfachten und immer jüngere Kinder betrafen. Auch hier warnte Jugendpsychiater Peter Melchers, in Köln falle „der hohe Anteil suizidgefährdeter türkischer Mädchen auf“.

Die an der vom Bildungsministerium geförderten Charité-Studie beteiligten Forscher werden in den nächsten zwei Jahren nach Hilfsmöglichkeiten suchen. Schouler-Ocak sagt, die ersten Erkenntnisse decken sich mit ihren Erfahrungen aus der Notaufnahme. Sie hofft, aus der Studie konkrete Schritte ableiten zu können – etwa die Einrichtung einer Telefonberatung oder die Erstellung von Aufklärungsmaterial.“

Lieber ben, als Pfadfinder oder Bündischer solltest du dich nicht um Islamophobie und ihre Konsequenzen sorgen, sondern um Desinteresse, Gleichgültigkeit und mangelnde Zivilcourage unserer Politiker und Honoratioren im christlich-muslimischen Dialog sowie um die Kulturrelativisten in der Jugendarbeit.

Mit besten Grüßen

Lagerfeuer

Quellen

[1] Der größte Erfolg für die AABF in den vergangenen Jahren war sicherlich die Anerkennung als Religionsgemeinschaft gem. Art. 7 Abs. 3 GG in Deutschland. Erst als Konsequenz dieser Anerkennung wurde der alevitische Religionsunterricht an staatlichen Schulen als ordentliches Lehrfach eingeführt. Auf diesem Weg haben wir gern jegliche Hürden in Kauf genommen und alle rechtlichen Grundsätze erfüllt. Warum die gleichen Anforderungen nun für den KRM plötzlich nicht mehr gelten sollen, muss die Schulministerin den deutschen Bürgern und Wählern erst noch erklären.

http://www.alevi.com/de/content/wider-der-politik-des-vergessens-und-der-verleumdung

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Aleviten.html

http://www.domradio.de/aktuell/73139/der-islam-kennt-keine-kirche.html

http://www.alevi.com/de/content/pressemitteilung-der-alevitischen-gemeinde-deutschland-ev-vom-25022011

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13242127/SPD-und-Gruene-machen-Radikale-salonfaehig.html

[2] Zur Taqiyya weiß al-Ghazali Genaues.

http://www.mideastweb.org/Middle-East-Encyclopedia/taqiyah.htm

[3] Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS.

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

[4] Selig sind die Belogenen. Der christlich-islamische Dialog beruht auf Täuschungen – und fördert westliches Wunschdenken. Von Dr. Bassam Tibi

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/selig_sind_die_belogenen.html

Der interreligiöse Dialog im Kontext der interkulturellen Kommunikation: Judentum – Christentum – Islam

http://www.kompetenz-interkulturell.de/userfiles/Grundsatzartikel/Interreligioeser_Dialog.pdf

[5] Quellen zu FGM, MGM.

Genital Integrity …is the principle that all human beings—whether male, female or intersexed—have a right to the genitalia they were born with.

http://www.icgi.org/

Durchaus ein Thema für AEMR-verhaftete Pfadfinder: Nein zur medizinisch unbegründeten Jungenbeschneidung.

Intact America envisions a world where children are protected from permanent bodily alteration inflicted on them without their consent, in the name of culture, religion, profit, or parental preference. Intact America works to protect babies and children from circumcision and all other forms of medically unnecessary genital alteration, whether carried out for cultural conformity or profit, in medical or non-medical settings.

http://intactamerica.org/

Ja zur Genital Integrity, Nein zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM / FGC).

The International Network to Analyze, Communicate and Transform the Campaign against FGM/C (INTACT).

http://www.intact-network.net/intact/index.php

amnesty international: END FGM. Female genital mutilation (FGM) is a form of violence against women and children that can amount to torture.

http://www.endfgm.eu/en/

The Campaign: Stop FGM in Iraqi-Kurdistan

In the few years since it has been launched, the campaign Stop FGM in Kurdistan has created the conditions for an effective struggle against female genital mutilation (FGM) in Kurdish northern Iraq.

http://www.stopfgmkurdistan.org/

Indonesiens Muslime sind zumeist Schafiiten, Islamic FGM ist ihnen religiöse Pflicht.

Sara Corbett A Cutting Tradition.

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

Stephanie Sinclair: Inside a Female-Circumcision Ceremony

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

[6] Ilhan Kizilhan: Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften am Beispiel der Solidargruppen in Ostanatolien

http://www.cco.regener-online.de/2002_1/pdf_2002_1/kizilhan.pdf

Ilhan Kizilhan: Islam, Integration und Migration: Konflikte jugendlicher Migranten mit islamischem Hintergrund

http://www.cco.regener-online.de/2008_1/pdf/kizilhan_2008.pdf

Prinzip Namus. Aus: Bilsky, W., Toker, M.: Jugendliche nicht-deutscher Herkunft im Strafprozeß:

„Die Konzepte von sevgi, saygı, şeref und namus garantieren das enge Eingebundensein in ein soziales Netz, das soziale Kontrolle ausübt und gegenseitige Unterstützung gewährt. Kinder sollen sich unterordnen, gehorsam sein, sich konform verhalten und Loyalität zeigen, damit ein hoher Grad an Zusammenhalt und gegenseitiger Abhängigkeit gewährleistet bleibt. Prozesse und Erziehungsziele wie Individuation, Autonomie, Initiative, Aktivität oder Neugier sind bei Kindern eher unerwünscht, würden sie doch die Kohäsion der Gemeinschaft gefährden.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Namus

[7] Mit dem Bericht der Fachkommission Zwangsheirat der Landesregierung Baden-Württemberg liegen erstmals Zahlen über im Lande lebende, von Zwangsheirat betroffene oder bedrohte Frauen vor. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: allein zwischen Januar und Oktober 2005 haben 215 von Zwangsheirat Betroffene bei Beratungs- oder Hilfseinrichtungen nach Hilfe gefragt. Hierbei waren knapp 55% der Betroffenen 18 Jahre oder jünger. Das zeigt, welche Dimension dieses Problem auch bei uns zu Lande hat“, erklärte die frauenpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Brigitte Lösch. … „Es darf nicht passieren, dass die Handlungsempfehlungen der Fachkommission im Aktenordner verstauben“, betonte die Frauenpolitikerin. Deshalb fordern die Grünen im Landtag mit einer parlamentarischen Initiative die Landesregierung auf, nun ein Gesamtkonzept „Aktionsplan gegen Zwangsheirat“ zu erstellen.

http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/themen/dok/145/145158.brigitte_loesch_fordert_vom_land_einen_a.pdf

DER SPIEGEL, 11.01.2011: Jede siebte Frau in der Türkei ist bei ihrer Hochzeit jünger als 18: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Parlaments in Ankara. Viele der Ehen sind arrangiert, zudem gibt es Zehntausende Fälle von Polygamie – obwohl Vielehen gesetzlich verboten sind.

Istanbul – Statistikern in der Türkei zufolge heiratet jede siebte türkische Frau vor ihrem 18. Lebensjahr. Dies gehe aus einer wissenschaftlichen Untersuchung für die Gleichstellungskommission des Parlaments in Ankara hervor, berichtete die Zeitung „Milliyet“ am Dienstag.

Das gesetzliche Mindestalter für die Ehe liegt in der Türkei bei 16 Jahren. Insbesondere in ländlichen Gegenden werden viele Mädchen aber schon früher von ihren Familien verheiratet. Die Gesamtzahl der Bräute unter 18 Jahren liegt der Studie zufolge bei 5,5 Millionen.

Bei etwa jeder fünften der insgesamt 35,6 Millionen Frauen in der Türkei wählten dem Bericht zufolge die Familien den Ehemann aus; bei 2,1 Millionen Hochzeiten wurde ein Brautgeld ausgehandelt. Rund 1,7 Millionen Ehen werden zwischen engen Verwandten geschlossen, meist zwischen Cousinen und Vettern. Laut der Untersuchung nimmt die Zahl dieser Art von Ehen mit steigendem Bildungsgrad stark ab, wie die Zeitung „Sabah“ meldete.

Der Studie zufolge gibt es im Land etwa 187.000 Zweitfrauen, obwohl Vielehen gesetzlich verboten sind. Hauptgrund für einen Mann, sich eine Zweitfrau zu nehmen, sei der unerfüllte Wunsch nach einem Sohn.

Fast eine halbe Million Türkinnen sind dem Parlamentsbericht zufolge nur nach islamischem Ritus mit ihren Männern verheiratet. Diese sogenannten Imam-Ehen haben rechtlich keinen Bestand und sind insbesondere im armen Osten des Landes verbreitet. Viele Frauen in Imam-Ehen haben keine oder nur eine geringe Schulbildung.

Die Autoren der Studie von der Hacettepe-Universität in Ankara fordern in ihrem Bericht die Politik auf, gegen Missstände wie Kinderhochzeiten, Zwangsehen und Vielehen vorzugehen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,738847,00.html

DER SPIEGEL, 17.03.2011: Das Strafgesetzbuch hat einen neuen Tatbestand: Wer Frauen und Mädchen zu einer Zwangsheirat nötigt, wird künftig mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,751628,00.html

[8] Internationales Privatrecht

http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Privatrecht_%28Deutschland%29

[9] Ordre Public

http://de.wikipedia.org/wiki/Ordre_public

[10] „… verlangte eine iranische Frau im Zusammenhang mit ihrer Scheidung in Deutschland nunmehr 600 „Bahar Azadi“-Goldmünzen im Wert von 162.000 Euro, die ihr seinerzeit mit dem vom Eheschließungsnotariat im iranischen Isfahan besiegelten „Vertrag über die immerwährende Ehe“ für den Fall der Trennung als nachträgliches Brautgeschenk zugesagt worden waren“

http://www.rechtsindex.de/familienrecht/1328-kein-anspruch-einer-iranischen-ehefrau-auf-erfuellung-der-morgengabe

[11] Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Personenstandsrechts (Personenstandstechtsreformgesetz-PStG

30. Zu Artikel 1 (§ 70 Abs. 1a – neu – PStG) (S.66)

In Artikel 1 ist in § 70 nach Absatz 1 folgender Absatz 1a einzufügen:

„(1a) Ordnungswidrig handelt auch, wer die religiösen Feierlichkeiten einer Eheschließung vornimmt, ohne dass zuvor die Eheschließenden vor dem Standesamt er- klärt haben, die Ehe miteinander eingehen zu wollen.“

Begründung

Der derzeitige Ordnungswidrigkeitentatbestand des § 67 PStG wird nicht für entbehrlich gehalten. Die Sicherung des zeitlichen Vorrangs der obligatorischen Zivilehe sollte auch weiterhin im Personenstandsrecht zum Ausdruck kommen, auch wenn die Vorschrift gegenwärtig keine große praktische Bedeutung haben mag. Zwar ist im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht zu erwarten, dass sie eine solche wieder erlangen könnte. Entsprechendes kann jedoch für die – tendenziell an Bedeutung gewinnenden – anderen in Deutschland verbreiteten Religionsgemeinschaften nicht festgestellt werden

Zu Nummer 30 (Artikel 1; § 70 Abs. 1a – neu – PStG) (S. 76)

„Dem Vorschlag wird nicht zugestimmt

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass „andere in Deutschland vertretene Religionsgemeinschaften“ trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen nicht dazu bewegt werden konnten, ihre Eheschließungspraxis nach den §§ 67, 67a PStG auszurichten. Es sollte daher bei dem Wegfall der im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlichen und sonst offenbar wirkungslosen Vorschrift verbleiben“.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/018/1601831.pdf

[12] Hijab hat zwei Bedingungen:

1.) Alles soll verdeckt sein bis auf und Gesicht und Hände (bei den Füßen gibt es Meinungsverschiedenheiten unter den Rechtsschulen)

2.) Die Kleidung soll weit sein und nicht die Körperformen abzeichnen. Trägt die erwähnte Frau also Minirock über einer Jeans, so hat sie zumindest die erste Voraussetzung erfüllt. Man kann sogar sagen, sie hat sich um die Erfüllung der zweiten Bedingung ebenfalls bemüht, denn der Rock sollte wohl das verdecken, was die Jeans allein noch deutlicher abgezeichnet hätte.

Aus: Lamees (Laura Cornelius) Schari’a (Gebote & Verbote) – Kleidung & Schmuck

http://www.islam-verstehen.de/scharia-gebote-a-verbote/78-kleidung-a-schmuck/174-minirock-und-kopftuch.html

[13] Das Kopftuch als Einzelzelle. Von Angelika Wölk, 31.01.2009.

Düsseldorf. Bei einer „kritischen Islamkonferenz” in Düsseldorf erklärte der Schriftsteller Ralph Giordano seine Position zum Kopftuch. Auch Vertreter des Zentralrats der Ex-Muslime verurteilten das Kopftuch als Symbol des politischen Islam.

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Das-Kopftuch-als-Einzelzelle-id414133.html

Die vorgenannte Quelle berichtete über die Veranstaltung Kopftuchfreie Schule, eine prominent besetzte Veranstaltung der Kritischen Islamkonferenz am 30.1.09 in Düsseldorf (Ort: Hörsaal 3E, Gebäude 23.21 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

http://www.kritische-islamkonferenz.de/090130ver.jpg

Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen. Von Rita Breuer, EMMA September/Oktober 2009.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen/

Necla Kelek: „Strengreligiöse Muslime und ihre Islamverbände funktionalisieren die in Deutschland durch die Verfassung garantierte Freiheit der Religionsausübung, um das islamische Geschlechtermodell der unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen durchzusetzen. Sie sexualisieren die Kinder damit auf unerträgliche Weise. … Der traditionelle Islam kennt die sexuelle Selbstbestimmung der Frau nicht, sie steht zeitlebens unter der Kontrolle der Männer.“ In: EMMA September/Oktober 2009.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/kopftuch-burka/verstoss-gegen-die-menschenwuerde/

Necla Kelek wünscht das Verbot der Burka im öffentlichen Raum, denn: „Die Frau hat in der Öffentlichkeit nicht das Recht, ein Mensch zu sein.“ WELT-online, 18.06.2010.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8095519/Soziologin-fordert-Burka-Verbot-in-Deutschland.html

[14] Die vergrabene Bombe. Von Hans-Ulrich Jörges, in: STERN, 08.08.2008.

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

[15] Fremd in der neuen Heimat, von: Steven Geyer, Frankfurter Rundschau, 18.02.2010.

http://www.fr-online.de/politik/fremd-in-der-neuen-heimat/-/1472596/3195430/-/index.html