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Appell der Familie von Khaled Hardani an Ban Ki-moon

Juli 18, 2013

So hört doch unsere Stimme der Unschuld

Appell der Familie Khaled Hardanis an Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Eure Exzellenz,

einen hochachtungsvollen Gruß von einer Familie, dessen einziger Erwerbstätiger seit vierzehn Jahren Kerker, Misshandlung und Folter erleidet und der zur Stunde in der Stadt Karadsch unrechtmäßig im Gefängnis von Gohardascht eingesperrt ist, im sogenannten Radschai Schahr. Im Laufe dieser leidvollen Jahre hat er jede Hoffnung aufgegeben. Seine Zukunft ist ungewiss und er lebt mit der Ahnung vom Tod der ihm Tag für Tag droht sowie mit der Wirklichkeit häufiger Folter und körperlicher Misshandlung. Zahlreiche falsche Anschuldigungen sind gegen ihn erhoben worden, sodass er heute keine Möglichkeit mehr hat für seine Rechte selbst einzutreten. Die Geheimpolizei hat ihn mehrmals schwer misshandelt. In diesen langen Jahren durfte er das Gefängnis auch nicht für einen einzigen Tag verlassen – noch nicht einmal zum Begräbnis seiner Mutter durfte er anreisen, nachdem sie aus Schmerz um die Trennung zu ihrem Sohn verstarb.

Die Anklage, die durch einen Vertreter der Teheraner Staatsanwaltschaft gegen ihn erhoben wurde, lautete Gefährdung der allgemeinen Sicherheit an Bord eines Flugzeugs. Daraus und aufgrund der herrschenden Rechtslosigkeit konnten eigenmächtig handelnde Polizeibeamte die Todesstrafe basteln, nachdem er es auch noch ablehnte, an erfahrungsgemäß unfair inszenierten Fernsehinterviews teilzunehmen. Obwohl sein Rechtsanwalt diese Verurteilung als politisch bewertete und eine Sonderverhandlung zur Neubewertung des Falls aufgrund von Inkompatibilität mit dem islamischen Rechtsdenken verlangte, ganz in Übereinstimmung mit Artikel Acht des Gesetzes über Aufbau und Funktion der Allgemeinen und Revolutionären Gerichte, gelang es den gleichen Akteuren um den Jahreswechsel von 2004 auf 2005 rechtswidrig, den Beschuldigten mit der Durchführung der bevorstehenden Hinrichtung zu konfrontieren. Nur dem starken, von Menschenrechtsorganisationen und der breiten Bevölkerung erhobenen Protest ist es zu verdanken, dass Ayatollah Schahrudi, damals Vorsitzender der Justiz, die Aussetzung der Hinrichtung anordnete.

Doch der Einfluss und die Macht jener treulosen Polizeikräfte auf gerichtliche Angelegenheiten blieb derartig groß, dass es ihnen gelang, ungeachtet des Einspruchs des Chefs der Justiz und des Obersten Staatsanwalts zwar nicht auf der Todesstrafe zu bestehen aber doch die grausame lebenslängliche Haftstrafe durchzusetzen. Dies geschah trotz der Tatsache, dass der Vertreter der Staatsanwaltschaft schon beim Erlassen der formalen Anklage festgestellt hatte – und so ist es als Mitschnitt auf einem Tonträger gespeichert worden, der nach wie vor im Gerichtsarchiv existiert –, dass der Angeklagte gemäß Abschnitt 5 des nur einen Artikel umfassenden Luftfahrt-Sabotage-Gesetzes freigelassen werden solle. Desungeachtet haben es diese gesetzlosen und mitleidlosen Beamten in ihrer beratungsresistenten Rechthaberei hinbekommen, dass dem höflichen und warmherzigen Vater sein ihm zustehendes Recht auf Freiheit verweigert wurde.

Eure Exzellenz, angesichts des unermesslich großen Schmerzes, den Khaled und seine Familie während dieser vierzehn Jahre erdulden mussten bitten wir Sie inständig, unter Nutzung der Ihnen verfügbaren Möglichkeiten als ein Anwalt der Leidenden, die bedingungslose Freilassung von Khaled Hardani zu verlangen sowie die Führung der Islamischen Republik Iran dazu aufzufordern, all dieser Gesetzlosigkeit und Willkür ein Ende zu bereiten, auf dass die Pein einer notleidenden Familie gemildert werde und damit dem sittlichen und gesetzlichen Mandat der Vereinten Nationen entsprochen wird.

Mit den aufrichtigsten und erkenntlichsten Grüßen

Khaled Hardanis Familie

15. Juli 2013

Ebenfalls veröffentlich beim Internationalen Komitee gegen Hinrichtung (ICAE) am 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Hear the voice of our innocence

Khaled Hardani’s family’s appeal to Ban Ki-moon, Secretary General of the United Nations

Your Excellency,

Respectful greetings from a family whose only breadwinner endured more than 14 years of incarceration, maltreatment and torture and is now being held illegally in Rajai Shahr Prison. Throughout these painful years he has lost hope. His future is uncertain and he lives with the daily threat of death and the frequent reality of torture and physical mistreatment. Numerous false accusations were made against him, so that he now has no way to defend his legal rights. He has been severely mistreated several times by the secret police. During these long years he has not had a single day’s leave, not even to attend his mother’s funeral after she died of grief because of being parted from him.

The charge laid against him by a representative of the Tehran prosecution office was of endangering public safety aboard an aircraft. Because of prevailing lawlessness, arbitrary police officers engineered his death sentence after he had refused to take part in staged television interviews. Although his lawyer deemed this judgement political and requested an extraordinary review on grounds of incompatibility with Islamic jurisprudence, in conformity with article 8 of the Law Establishing the General and Revolutionary Courts, following an illegal order by the same organisations he was summoned for implementation of his death sentence in late 2004 – early 2005. Due to strong protests from human-rights organisations and from the people at large, Ayatollah Shahroudi, then head of the Judiciary, issued a stay of execution.

Such was the influence and power of these arbitrary and lawless police forces in judicial matters that despite the protests of the head of the Judiciary and the chief prosecutor, although they retreated from insisting on the death penalty, they nevertheless managed to have him cruelly sentenced to life in prison. This is despite the fact that in issuing the formal charges, the representative of the prosecution office had stated – and this was recorded on a tape which exists in the Judiciary’s archives – that according to section 5 of the one-article Aviation Sabotage Law, the defendant should go free. Instead, the stubborn insistence of these lawless and callous officers meant that this kind and compassionate father was denied his legal right to freedom.

Your Excellency, in view of the torments that Khaled and his family have been enduring these fourteen years, we urgently implore you, in your capacity as a defender of those who suffer, to demand the unconditional release of Khaled Hardani, and to request that the leaders of the Islamic Republic of Iran put an end to all this lawlessness and arbitrary behaviour, so as to relieve a needy family of their anguish and fulfil the moral and legal mandate of the United Nations.

With warmest and most grateful salutations,

The family of Khaled Hardani

15 July 2013

Also published by the International Committee against Execution, ICAE 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Hilferuf aus dem Gohardascht-Gefängnis

Januar 9, 2013

زندان گوهردشت

Zendān Gōhardašt „Raǧāʾī Šahr“, Īrān

Gohardasht Prison also known as „Rajai Shahr“, Karaj, Iran

Gefängnis Gohardascht genannt Radschaï Schahr, Karadsch, Iran

BITTE! Lasst nicht zu, dass man Loghman und Zenyar hinrichtet.

Eine Petition von: CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Im Iran werden viele, allzu viele unschuldige Menschen aus vorgeschobenen Gründen eingesperrt, gefoltert und am Galgen aufgehängt. Sie haben kein Verbrechen begangen und werden zu Unrecht beschuldigt.

IHR aber lebt in FREIHEIT, und auf EURE STIMME kommt es jetzt an. Es geht nicht um irgendein bestimmtes Land, sondern ganz allgemein um Menschlichkeit und den Einsatz für die schuldlose Jugend.

An alle Menschen meiner Generation weltweit:

Ich hasse es, über meinen Tod nachzudenken; meine Sehnsucht nach dem Leben will ich nicht ins Grab nehmen.

Mein Name ist Zenyar Moradi.

Zur Stunde sitze ich in der Stadt Karadsch im Iran im Todestrakt in meiner Gefängniszelle und ich möchte mit den jungen Menschen in Europa und Amerika reden. Zu den Menschen meines Alters möchte ich sprechen, die in Japan, Australien oder Frankreich leben, in Afrika und überall auf der Welt.

Bitte LASST NICHT ZU, DASS SIE MICH AUFHÄNGEN!

Ist diese Welt so grausam, dass sie einfach nur zuschaut, wie mein Cousin Loghman und ich öffentlich an einem Baukran auf der Straße gehängt werden? Und nichts sagt? Und nichts unternimmt?

Ich erkenne, dass ich euch gegenüber meine Furcht und meinen Aufruf nur über das Internet äußern kann. Bitte seid deshalb so geduldig, mir ein paar Minuten und Sekunden eurer Zeit zu schenken und mir zuzuhören. Es ist schwer, einundzwanzig Jahre alt zu sein und dem Tod gegenüberzustehen. Tag für Tag mit dem Schreckgespenst des Todes zu leben, jedes Mal, wenn ich ihre Schritte höre, zu erschaudern, dass sie jetzt kommen, um mich zu holen und umzubringen.

Seitdem man mich eingesperrt hat, sind nun drei Jahre vergangen. Ich bin Zenyar Moradi und gemeinsam mit mir wird mein Cousin Loghman Moradi beschuldigt. Neun Monate wurden wir gefoltert. Sie pflegten uns so hart zu schlagen, dass wir nicht gehen konnten. Noch heute leide ich an den Folgen der Folter – mein Rücken schmerzt und zwei Rückenwirbel sind gebrochen. Die Folterer sagten uns, dass, wenn wir nicht alles, was sie uns vorwerfen, gestehen, sie uns vergewaltigen würden, weshalb wir einfach alles unterschrieben, was sie vor uns auf den Tisch legten. Und jetzt wartet auf uns der todbringende Strick des Galgens irgendwo auf einer Straße in Teheran oder Urmia (wo wir geboren worden sind).

Gerade haben sie uns mitgeteilt, dass die Planung unserer Hinrichtung beschlossen wird; der Henker sei die letzten vier Tage krank gewesen. Nachts kann ich nicht schlafen. Deshalb sehe ich die letzte Möglichkeit, mir mit diesem Brief selbst zu helfen. Bitte unternehmt alles Mögliche und lasst nicht zu, dass sie uns hinrichten.

Bitte benutzt eure Jugend und eure Kreativität und lasst dieses Regime wissen, dass wir nicht alleine sind. Bitte erhebt euren Protest gegen diesen Urteilsspruch. Wenn ihr protestiert, wenn ihr euch bei ihnen beschwert, werden wir das hören! Ich warte darauf, jetzt EURE Stimmen des Protests zu hören!

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

PLEASE! Do NOT LET THEM execute Loghman and Zenyar.

Petition by CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Too many innocent people are imprisoned, tortured, and hanged for a meaningless political agenda in Iran. They have not committed any crimes and are falsely charged.

YOUR VOICE, as FREE people matters. This is not about another country, this is about our humanity and standing up for innocent youth.

To all the people of the world who are in my age group:

I despise thinking about my death; I do not want to take my life aspirations to the grave with me.

My name is Zaneyar Moradi.

Currently, I am sitting on a death row, my prison cell in Karaj, Iran, and I want to talk to you young people in Europe and America, I want to speak to people, who are my age who are living in Japan, Australia, France, and Africa and all over the globe.

Please DO NOT LET THEM HANG ME!

Is this world so cruel, to watch both my cousin and I hang in public from a crane on the street? And not say anything? And not do anything?

I realize that it is only through the Internet that I am voicing to you my fear and my plea to you. So please be patient with me and give me few minutes and seconds of your time and hear me. It is hard to be twenty-one and to face my death. To live everyday with the nightmare of death, to shiver every time I hear their footsteps coming to take me to my death.

It has been three years since I have been imprisoned. I am Zaneyar Moradi and my co-defendant is Loghman Moradi, we were tortured for nine months. They would beat us so hard that we could not walk, even today I still suffer from side effects of torture—my back is hurting and I have two fractured vertebrate. The torturers told us that if we did not confess to everything they told us that they would rape us and we just signed whatever they put in front of us. And now we are waiting for the hanging rope of death while standing or hanging on the streets of Tehran or Urūmiyeh (where we were born).

They tell us now plans are being set for our execution, and the hang man has been sick for the past four days and I can’t sleep at nights. So I decided to help myself by writing this letter. Whatever you can do, please don’t let them execute us.

Please use your youth, your creativity, and let this regime know that we are not alone. Please voice your protest to this verdict. If you protest, if you complain to them we will here it! I am waiting to hear YOUR voices of protest.

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar