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Gar nicht so traumhaftes Touristenziel Ägypten: Vater zwingt Söhne zum Islam überzutreten

Februar 15, 2008

Pseudodemokratie Ägypten

Bereits im Sommer 2007 berichtete das Blog Schariagegner vom Schicksal der beiden zu diesem Zeitpunkt 13-jährigen Brüder Andrew und Mario Medhat Ramsis in Alexandria (Ägypten) (https://schariagegner.wordpress.com/2007/09/24/sonniges-touristenziel-agypten-aus-anderem-blickwinkel). Beide Zwillinge, die nach der Scheidung ihrer Eltern bei der Mutter leben, sind wie Frau Medhat Ramsis koptische Christen und standen damals vor dem Problem, entweder zum Islam zu konvertieren oder nicht in die nächste Klasse versetzt werden zu können, weil das französische Gymnasium, das die beiden besuchen, Aufsteigen in die nächst höhere Klassenstufe und sogar den Verbleib an der Schule von der islamischen Glaubenszugehörigkeit abhängig macht. Obwohl ihre berufliche und ökonomische Zukunft ohne Schulabschluss sicherlich stark gefährdet würde, gaben beide Schüler die Prüfungsunterlagen zur islamischen Religion leer ab, da eine Beantwortung der Fragen mit einer zeitgleichen Konversion zum Islam bedeutet hätte. Stattdessen unterschrieben sie die Papierbögen mit ihrem Namen und fügten das Bekenntnis „Ich bin Christ“ hinzu.

Die beiden 13-jährigen sind nicht die einzigen ’Ungläubigen’, die, obwohl sie ausgezeichnete Schulnoten vorweisen können und die Religionsfreiheit in der ägyptischen Verfassung garantiert ist, daran gehindert werden, qualifizierte Schulabschlüsse zu erlangen, die sehr gute Ausbildungs- und Berufschancen erschließen, und eine wichtige Vorraussetzung für eine sichere Zukunft, erfolgreiche Berufskarriere sowie angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicher stellen. Um der in Ägypten durchaus üblichen Vorgehensweise ethnisch / religiösen Minderheiten zu schikanieren und von wichtigen Schüsselpositionen auszuschließen entgegenzuwirken, versuchen zurzeit mehrere säkulare und christliche Organisationen wie beispielsweise die Christian Solidarity International (CSI) und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weltweiten Druck aufzubauen, damit sich die ägyptische Regierung dafür einsetzt, derartig folgenschwere Fangfragen und No-Win-Situationen Minderjährigen gegenüber zu vermeiden.

Tatsächlich hat die missliche Situation der Ramsis Zwillinge wohl so viel Staub aufgewirbelt, dass der ägyptische Bildungsminister sich veranlasst sah dafür zu sorgen, dass die begabten Schüler trotz fehlender Zugangvoraussetzungen dennoch in die nächste Klasse versetzt werden können. Ein respektabler Teilerfolg, der hoffen lässt, könnte man denken. Doch leider haben solche Sonderregelungen den Nachteil, dass sie nicht auf andere Fälle übertragbar sind und oft auch nicht lange Bestand haben.

Lebten Andrew und Mario bisher bei ihrer Mutter relativ ruhig und zurückgezogen, sollte sich das für das Trio bald ändern. Grund für diese Änderung war der seit seiner Wiederverheiratung 2002 bei seiner muslimischen Ehefrau lebende leibliche Vater der Jungen, der sich in das Leben seiner Exfamilie und die Erziehung seiner Söhne einzumischen glauben musste.

Ramsis änderte ohne seine ehemalige Familie davon zu informieren die Religionszugehörigkeit in den Geburtsurkunden seiner Kinder von Christ auf Moslem ab. Das ist zwar auch als Konvertit sein gutes Recht, da laut Scharia die Kinder eines muslimischen Elternteils automatisch Anhänger dieser Weltanschauung sind, doch weil dies auch Konsequenzen für den Alltag der drei Personen und die Erziehung der Jungen hat, zum Beispiel Teilnahme am Religions- und Koranunterricht, wäre es sicherlich wünschenswert gewesen, er hätte die anderen Exfamilienmitglieder von der Umschreibung informiert. Außerdem legte er beim Verwaltungsgericht in Alexandria Widerspruch gegen die Sondergenehmigung des Bildungsministers ein! und hatte mit seiner Eingabe sogar Erfolg. Wirklich einschneidende Folgen für das Leben der 13-jährigen wird jedoch die von Vater Ramsis beantragte gerichtliche Neuregelung des Sorgerechts für seine Söhne und die Exgattin haben, das nach dem Willen des Exchristen seinem muslimischem Bruder zuerkannt werden soll. Dies hätte natürlich auch die Trennung der Jugendlichen von ihrer Mutter, ein Herausreißen aus der bisherigen Umgebung und alle damit zusammenhängende negativen Konsequenzen zur Folge für die Jungen. Für Frau Medhat Ramsis brach eine Welt zusammen, als sie kurz vor dem bevorstehenden Sorgerechtsprozess von den Plänen ihres Expartners erfuhr.

Leider konnte das Blog Schariagegner einige wichtige Zusatzinformationen, die zum besseren Verständnis der Vorgeschichte und der nachfolgenden Ereignisse beigetragen hätten, nicht recherchieren. So zum Beispiel ist unklar, wie der Kontakt des glaubenseifrigen Konvertiten zu seiner ehemaligen Familie während der vorherigen fünf Jahre seit der Zweitheirat war, wann die Änderung in den Personalpapieren der Jungen vorgenommen wurde, warum das Bekenntnis der Schüler in den vorherigen Schuljahren offensichtlich keine so große Rolle gespielt hat, ob der Vater sich bisher keine Gedanken um die religiöse Orientierung seiner Kinder gemacht hat und warum er das Sorgerecht nicht selber beantragt, sondern seinem Bruder muslimischem übertragen lassen will, haben auch Ramsis Eltern sich scheiden lassen und ging aus der eventuellen neuen Beziehung eines der beiden mit einem Muslim oder einer Muslima der muslimische Bruder hervor? Diese Fragen nicht klären zu können, hinterlässt bei uns allen ein schales Gefühl, doch müssen wir nach dem jetzigen Kenntnisstand an dieser Stelle abbrechen, bis uns neue Informationen zum Schicksal von der Zwillinge Andrew und Mario zugehen. Wer näheres hört, kann uns gerne im Kommentarbereich eine Quelle zukommen lassen.

Ähnliche Erlebnisse wie die der Geschwister sind trotz der in der ägyptischen Verfassung garantierten Religionsfreiheit alltäglich (Coptic News) Ähnliche Zugangsbeschränkungen und Sonderregelungen versperren Christen, Juden und andersgläubigen Nichtmuslimen wichtige Schlüsselpositionen, in allen Bereichen des alltäglichen Lebens werden Minderheiten ohne eigenes Verschulden gegängelt und benachteiligt. Es ist dem Mut und der Einsatzbereitschaft weniger Menschen zu verdanken, dass die internationale Öffentlichkeit davon erfährt. Wir Blogger, die wir in unserem warmen und sicheren zuhause sitzen, solidarisieren uns und unterstützen gerne ihre Arbeit, indem wir zur Verbreitung der Neuigkeiten beitragen.

Der Publizist Samir Marqus berichtet z. B. von einem erschwerten Zutritt zu Arbeitsstellen in der Regierung und im öffentlichen Dienst Ägyptens. Die Beteiligung an der Regierung würde koptischen Christen erschwert. So sei die Anzahl der Kandidaten dieser Minderheit auf den Wahllisten bei den Parlamentswahlen marginal. Eine bessere prozentuale Vertretung dieser Bevölkerungsgruppe würde sicherlich dazu beitragen, die Interessen des christlichen Anteils der Bevölkerung besser zu vertreten und die Lebensbedingungen dieser Menschen zu verbessern. Es gibt nur eine koptische Wochenzeitschrift im ganzen Land, die dazu beiträgt wichtige Neuigkeiten für diese Volksgruppe zu verbreiten.

Auch im Privatleben, beispielsweise bei der Erziehung der Kinder aus Mischehen zwischen ’Ungläubigen’ und Muslimen und bei solchen Mischehen beschneidet der Staat Andersgläubigen unter Berufung auf die Scharia Bürger- und Menschenrechte. Er schreibt vor, dass laut Scharia, die Grundlage für jede Gesetzgebung in Ägypten ist, ein Christ zum Islam konvertieren muss, wenn er eine Muslima heiraten will. Ebenfalls sind Kinder aus Mischehen mit einem muslimischen Elternteil automatisch Muslime und müssen als solche erzogen werden. (Quelle: Qantara, IGFM). Damit entzieht man dem andersgläubigen Vater oder der andersgläubigen Mutter die Möglichkeit das kulturelle Erbe der Vorfahren wirksam weiterzuvermitteln. Allein im Jahr 2006 wurden 32 Mädchen von ihren Familien verschleppt, um sie mit Muslimen zwangszuverheiraten. (Quelle: National Council of Human Rights, IGfM,)

Immer wieder werden Geschäfte die Christen gehören niedergebrannt und Kirchen beschädigt, die juristische Aufklärung solcher christenfeindlicher Übergriffe wird von den Behörden genauso zögerlich bearbeitet wie die behördlichen Genehmigungsverfahren für Neubau Restaurierung der Gotteshäuser. Menschen ökonomisch auszuhungern, indem man die Parole ausgibt, ’Kauft nicht bei Christen’ um die bald darauf insolventen Geschäfte zu einem Spottpreis aufzukaufen oder indem man trotz Religionsfreiheit qualifizierte Schulabschlüsse von der Zugehörigkeit zur islamischen Religion abhängig macht, erinnert an die damalige Lebenssituation von Christen aus dem Umfeld von Bonhoeffer oder dem als ’Löwen von Münster’ bekannt gewordenen Bischof von Galen.

Die Kopten werden daran zu gehindert, eine respektable gesellschaftliche Position zu erlangen, indem man den Zugang zu höheren öffentlichen Ämtern an Universitäten, in der Verwaltung und im Militär faktisch verwehrt. Politische Ämter vergibt man bevorzugt an Muslime. Das Ausüben und Tradieren der koptischen Kultur wird durch die Anwendung der inhumanen Scharia erschwert. Mittlerweile ist eine stattliche Anzahl von Entführungen junger Frauen amtlich belegt, die durch die Zwangsheirat mit einem Muslim gezwungen werden sollen, zum Islam zu konvertieren (http://www.csi-de.de/menschenrechts_aktionen.php. Dies alles perfide, subtile Methoden eines verschleierten Völkermordes, der von der Weltöffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen wird.

Noch schlechter ist es den Juden im Land ergangen. 1948 lebten noch ca. 75. 000 jüdische Menschen in dem arabischen Staat. Danach wurde diese Bevölkerungsgruppe systematisch Opfer von Benachteiligung im Berufsleben, antisemitischen Beleidigungen, Übergriffen, Bombenterror, Inhaftierung, Ausweisung und Enteignung. So wurden zum Beispiel 1956 auf Grund einer Erklärung des ägyptischen Ministers für religiöse Fragen, die im ganzen Land vorgelesen wurde, (Analphabetismus), Juden als Staatsfeinde diffamiert und aus dem Land vertrieben. Bevor sie mit nur einem Koffer und etwas Geld ausgestattet ihr bisheriges Zuhause zu verlassen hatten, wurden sie gezwungen, eine Schenkungsurkunde auszustellen, mit der sie dem ägyptischen Staat ihr Eigentum überlassen mussten. Um Sicherzustellen, dass von Ausland aus niemand gegen die ägyptische Regierung zu klagen wagte, wurden einige Gemeindmitglieder als Geiseln im Land festgehalten. Folge dieser alltäglichen Unterdrückung, Diskriminierung, und Hasstiraden: 2001 hatte sich die Gemeinde auf 100 Mitglieder verringert, wovon 12 Menschen schon sehr alt waren.

In den letzten Jahren haben die antisemitischen Schikanen abgenommen. Zyniker würden sagen, warum soll man Energie bei der Bekämpfung und Vernichtung des Erzfeindes verschwenden, wenn diese Bevölkerungsgruppe sowieso ausstirbt. Für Aufsehen sorgt allerdings eine neue Fatwa, die es Ägyptern verbietet Juden zu heiraten (Quelle: Arutz Sheva 28. Oktober 2007). Während sonst sogar sehr gerne gesehen wird, dass Muslime Andersgläubige, auch jüdische Mädchen heiraten, weil diese Ehe dazu beiträgt, die Umma zu vergrößern, ist es Ägyptern verboten israelische Frauen zu heiraten, weil sie als Soldatinnen in der israelischen Armee Militärdienst leisten müssen und so aktiv den Islam angreifen würden. Daher wäre jeder Moslem, der diesem Rechtsgutachten zu wider handelt ein Feind des Islam Verräter.

Ümmühan Karagözlü

Kein Kopftuch an öffentlichen Schulen

Oktober 1, 2007

Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigt Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen

An Nordrhein-Westfalens öffentlichen Schulen ist es muslimischen Lehrerinnen auch weiterhin nicht erlaubt, ein schariakonformes Kopftuch zu tragen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies die Klage der 52jährigen vom Christentum zum Islam konvertierten Hauptschullehrerin Brigitte Weiß ab. Das Gericht vertrat die Auffassung, das Kopftuch sei, egal welche Variante die Trägerinnen auch favorisieren, eine religiöse Bekundung und so ein Verstoß gegen die gebotene staatliche Neutralität an den öffentlichen Schulen. Die Klägerin will, gegen diese richterliche Entscheidung Berufung einlegen.

Die Düsseldorfer Richter schlossen sich der bisherigen vier Entscheidungen Nordrhein-westfälischer Gerichte an. Neu ist allerdings, dass diesmal einer langjährig im Schuldienst tätigen Beamtin das Tragen des Kopftuches während des Dienstes gerichtlich untersagt wurde, drei der vorherigen fundamentalistisch-islamisch orientierten Klägerinnen waren Angestellte, eine vierte Muslima wollte als Beamtin auf Probe eingestellt werden.

Ein Sprecher des Schulministeriums äußerte sich „sehr zufrieden“ über die Bestätigung des Verbotes. Auch dieses Weblog, das sich auch an Lehrende und Lernende der Sozialarbeit und Sozialpädagogik richtet, begrüßen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf, wenn es für uns auch interessante verfassungsrelevante Aspekte außer Acht lässt und es sich auf den gesamten öffentlichen Dienst beziehen sollte (s. Kopftucht ./. freiheitliche Grundordnung, Ümmühan Karagözlü).

Weiß steht seit 1980 als Lehrerin im Schuldienst und trägt seit ihrem Übertritt zum Islam 1994 den Vornamen M. Sie ist Funktionärin des permanent die Demokratie angreifenden, legalistisch-fundamentalistisch orientierten ’Zentralrates der Muslime in Deutschland’ (ZDM), dessen prominentester Vertreter der unter Demokraten umstrittene langjährige Vorsitzende Frauenarzt Nadeem Elias ist.

Nach eigenen Angaben bemühte sich Weiß seit ihrem Übertritt um die Erlaubnis, das Kopftuch auch im Schulunterricht tragen zu dürfen. Nach ihrer Darstellung hatte sie zunächst mit Rücksicht auf die Schulleitung auf das Kopftuch verzichtet und es nur außerhalb des Gebäudes getragen – zum Beispiel bei Klassenfahrten. Vor den Sommerferien 2006 jedoch entschied sie sich, auch im Schulgebäude ihre Haare zu bedecken.

Wenn der Lehrerin ein Leben nach den Gesetzen des Islams und somit der Scharia so am Herzen liegt, gibt ihr die Demokratie, deren Rechtsweg sie nun so intensiv in Anspruch nimmt, die Freiheit, an einer muslimischen Privatschule zu unterrichten oder aber gleich in einen Staat auszuwandern, in dem die patriarchale Großfamilie, der Koran und die Scharia den Alltag regieren und die Maßstäbe des Weltverstehens setzen. Darüber sollten wir alle nachdenken.

In Nordrhein-Westfalen tragen 22 Lehrerinnen das Kopftuch. Beispielhaft möchten wir der geneigten islamkritischen Leserschaft zwei Pädagoginnen vorstellen.

Frau Eva el‑Shabassy ist Lehrerin an der Grundschule Aachen‑Richterich und trägt seit 30 Jahren permanent Kopftuch, seit einer Zeit, in der ihre Altersgenossen sexuelle Befreiung und ’Mini-Mode’ ausprobierten, sie selbst jedoch die moralischen Vorzüge und die Frauenrechte des Islams zu erkennen glaubte und sich Ganzkörperbadeanzüge und lange Blusen nähte.

Seit zwei Jahrzehnten ist die mit einem demokratiekritischen Ägypter verheiratete el—Shabassy in islamistischen Organisationen aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft hoch aktiv, etwa für das ’Islamische Zentrum München’ und das ’Islamische Zentrum Aachen’.

“Der Ehebruch“, so el‑Shabassy, “ist ein Verbrechen wie der Mord“. “Etwas, was mit Steinigung geahndet werden muss?“, fragte der auf einmal sehr interessierte Journalist der ZEIT die Hauptschullehrerin. “Die Strafe steht in der Scharia“, so war ihre sachliche Antwort. Die fromme Lehrerin leidet nicht am postmodernen Werteverfall und fügte lächelnd hinzu: “Wenn einmal in hundert Jahren eine Frau gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“ Diese Frau will also, inch`Allah, die Steinigung für Ehebrecherinnen ins Strafrecht der BRD einführen.

Frau Renate Karaoglan ist ebenfalls zum Islam übergetreten und unterrichtet an der Max-Wittmann-Sonderschule in Dortmund. Seit ihrer Eheschließung mit einem Türken ist die Lehrerin ganzkörperverhüllt, verborgen unter einem strengen Kopftuch und in einen mausgrauen, knöchellangen Mantel gewandet: “Ich muss meine Scham bedecken“, so Karaoglan, die uns Ungläubigen mit einem “Ein Moslem kann unmöglich gegen die Scharia sein“ seelsorgerisch auf die Sprünge hilft. Auch ihre Tochter musste im Alter von elf Jahren ’ihre Scham bedecken’.

Wir Islamkritiker empfinden solche Verstöße gegen in der Verfassung garantierte Grundrechte als gravierendes Unrecht, als eine sexualisierte, dämonisierte Gender‑Apartheid, die Frauen qua Religionsgesetz zu minderwertigen, unreinen, die Männer verführenden Brutöfen erklärt. Das aber hat Europa seit der Aufklärung hinter sich, seit dem eingeführten Frauenwahlrecht im schweizerischen Kanton Appenzell sind hier Männer und Frauen gleich.

Gegen beide islamistischen Beamtinnen liefen disziplinarische Verfahren, doch durften sie in dieser Zeit weiter unterrichten. (ob das unter der Scharia auch möglich gewesen wäre?). Ohne die Arbeit der frauenrechtlerisch orientierten Zeitschrift EMMA jedoch hätten die offensichtlich großzügigen Schulaufsichtsbehörden Nordrhein‑Westfalens wohl noch nicht einmal wegen Verdachts auf Dienstpflichtsverletzung gegen die beiden Scharia‑Freundinnen ermittelt.

Zum Glück für die Demokratien in aller Welt gibt es auch unzählige Kopftuchgegnerinnen und Kopftuchgegner, gerade auch unter den Muslimas und Muslimen. Eine von ihnen ist die Rechtsanwältin Serap Cileli, für die jede Frau mit Kopftuch nach außen hin die fundamentalistische Rechtsordnung der Scharia symbolisiert und für die das Kopftuch ein Zeichen der vormodernen Unterordnung der Frau unter den Mann ist. Für Cileli ist das Kopftuch kein Zeichen des Glaubens, sondern ein mit dem demokratischen Rechtsstaat nicht zu vereinbarendes Symbol der Frauenunterdrückung und darüber hinaus Symbol der bewussten Ablehnung der Werte der Aufklärung, der Säkularität, der freiheitlichen Grundordnung

Selbst der deutsche Verfassungsrechtler Professor Josef Isensee von der Universität Bonn hält das Kopftuch für einen “Kulturimport, der den Frieden mit dem Verfassungsstaat nicht geschlossen hat“ und zur Argumentation von Deutschlands berühmtester Kopftuchlehrerin Fereshta Ludin meinte Isensee nur: “Amt ist Dienst, nicht Selbstverwirklichung“.

Auch wir haben große Zweifel, dass Fundamentalisten wie diese Lehrerinnen für die Aufgabe geeignet sind, junge Menschen auf ein emanzipiertes Leben in der säkularen, kulturellen Moderne eines demokratischen Rechtsstaates vorzubereiten und daher nicht an staatlichen Schulen unterrichten sollten.

Jacques Auvergne
Céleste de la Rivière

Sonniges Touristenziel Ägypten aus anderem Blickwinkel

September 24, 2007

„Wir sind Christen“, sagten die Jungen

Zum Islam wechseln oder das Examen nicht bestehen

Zwei Schüler wurden vor die heimtückische Wahl gestellt, ihre eingereichte Abschlussprüfung mit der Zwangskonversion zum Islam verbinden zu „dürfen“ oder aber das Examen nicht zu bestehen.

Mit dem riskanten „Ich bin ein Christ“ jedoch unterschrieben die beiden Jungen ihre Abschlussprüfung, wohl wissend, damit das Nichtbestehen ihrer schulischen Ausbildung zu riskieren. Derzeit versucht eine in den USA ansässige Organisation internationalem Druck aufzubauen, um die ägyptische Regierung dazu zu bewegen, derartige ausweglose Fangfragen christlichen Minderjährigen gegenüber zu verhindern.

Sam Grace, ein Sprecher der ägyptisch-christlichen COPTIC NEWS betont: „Nur durch das hartnäckige und mutige Verweigern des erzwungenen Übertritts zum Islam ist dieser Fall seitens der internationalen Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen worden.“ Derartige unerzählte Geschichten publik zu machen ist das Anliegen von Grace.

Die beiden Jungen, Mario Medhat Ramses, 11, und Andrew Medhat Ramses, 13, sehen sich nun einer beruflichen wie ökonomischen Zukunft ohne Berufsabschluss ausgeliefert, obschon ihre schulischen Leistungen seitens des Französischen Gymnasiums von Alexandria (French Lycee) als „brilliant“ eingestuft wurden.

Grace berichtet, dass Ägyptens Erziehungsministerium sich hinter die Schulentscheidung, die Prüfung mit der Konversionserklärung zu verknüpfen stellt. Der Vater der beiden Kinder, der die Familie vor fünf Jahren verlassen hat, wäre nämlich mittlerweile vom Christentum zum Islam übergetreten, so habe das Ministerium erläuternd ausgeführt.

Die Eltern Medhat Ramses und Camellia Medhat waren zur Zeit der Geburt der Jungen ein christliches Ehepaar. Doch dann trennte sich der Vater von der Mutter und konvertierte zum Islam, um eine Muslima zu heiraten.

Seit knapp vierzehn Jahrhunderten darf zwar ein Muslim eine Christin heiraten, doch ein Christ keine Muslima. Ebenso gilt aber nach islamischem Männerrecht, dass die Kinder des Mannes (mehrere Frauen darf er ja haben) immer Muslime sind.

Das vormoderne islamische Religionsrecht, dass von der Zivilregierung Ägyptens angewendet wird, verlangt, dass jedes Kind eines (!) zum Islam übergetretenen Elternteils dem Konversionswunsch folgen muss, „da der Islam die höherrangige Religion ist“, wie Grace die fragwürdige ägyptische Alltagspraxis ungeschönt darstellt.

Auch eine Art, einen Völkermord zu betreiben. Es gab Jahrhunderte, in denen nahezu die gesamte Bevölkerung Ägyptens oder Kleinasiens verschiedenen christlichen Konfessionen angehörte.

Die Kinder hingegen „den verfälschten Religionen des Judentums oder Christentums des anderen Elternteils zu überlassen, das müsse sie für das Feuer der Hölle bestimmen, wie es aus islamischer Sicht nun einmal das Schicksal aller Juden und Christen sei“, rundet Grace den Bericht aus Alexandria ab.

Alexandria hatte einmal eine weltberühmte Bibliothek. Heute reicht den angepassten Ägyptern ein Buch aus, um die Welt zu erklären.

Was sich jenseits der Mauern des Touristenhotels abspielt, davon bekommen die
europäischen Reisenden offenbar wenig mit.

Ins Deutsche von Jacques Auvergne

Quelle:

http://freecopts.net/english/index.php?option=com_content&task=view&id=594&Itemid=9