Posts Tagged ‘Kopftuch’

DEN KOPF FREI HABEN!

Juli 28, 2018

Dieses Blog macht auf eine Petition aufmerksam, mit der Terre des Femmes (TdF) sich für ein Verbot des Hidschab im öffentlichen Raum und vor allem in Schule und Kindergarten einsetzt.

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Petition · DEN KOPF FREI HABEN! · Change.org

https://www.change.org/p/petition-den-kopf-frei-haben

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DEN KOPF FREI HABEN!

Jedes Kind hat das Recht auf Kindheit – laut UN-Kinderrechtskonvention gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kinder.

Aus diesem Grund fordern wir ein Verbot der Mädchenverschleierung bis zum Erreichen der Volljährigkeit. Die Frühverschleierung konditioniert Mädchen in einem Ausmaß, dass sie das Kopftuch später nicht mehr ablegen können. Heranwachsende stehen nicht selten bis zur Volljährigkeit in finanzieller und rechtlicher Abhängigkeit vom Elternhaus. Zudem unterliegen „Teenager“ einem starken Einfluss durch ihr soziales Umfeld und ihre Altersgruppe, den „Peergroups“. Uns geht es um den Schutz der Rechte der Mädchen und ihrer freien, selbstbestimmten Entfaltung in der Gesamtgesellschaft.

Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, in Deutschland ein gesetzliches Verbot des Kopftuchs bei Minderjährigen vor allem in Bildungsinstitutionen umzusetzen.

https://www.frauenrechte.de/online/themen-und-aktionen/gleichberechtigung-und-integration/kinderkopftuch

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TERRE DES FEMMES-Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ für ein gesetzliches Verbot der Mädchenverschleierung bis zum Erreichen der Volljährigkeit, damit sich Mädchen gleichberechtigt entwickeln können.

_ttps://www.facebook.com/terre.des.femmes/posts/unterst%C3%BCtzen-sie-unsere-petition:-%22den/2189927684369968/

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Die Verschleierung von Mädchen aller Altersstufen – ein zunehmendes Phänomen in vielen Schulen und sogar in Kindergärten – steht für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen.

Deshalb fordert TERRE DES FEMMES ein gesetzliches Verbot des sogenannten „Kinderkopftuchs“ im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen. Wir wollen, dass Mädchen ohne Kopftuch und ohne Vollverschleierung groß werden – bei uns und anderswo.

https://www.frauenrechte.de/online/aktivwerden/petitionen-unterstuetzen

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Entenhausen-Fan Patrick Bahners

Oktober 26, 2010

الخلافة

al-Ḫilāfa

Caliphate

Kalifat

Multikultur pro Kalifat

Was Multikulturalist Patrick Bahners mit »Fanatismus der Aufklärung. Zur Kritik der Islamkritik«, abgedruckt in: Blätter für deutsche und internationale Politik (Ausgabe 9/2010, Seite 105-118), zum Thema Islam schreibt, verdient Kritik, meint Jacques Auvergne.

Wir kürzen Bahners Text nur ein wenig und lassen den Verteidiger des Glaubens (Foto (1)) gleich loslegen:

Ayaan Hirsi Ali hat vor vier Jahren im Interview mit einer deutschen Zeitung erklärt: Es „steht für mich fest, dass der Islam mit der liberalen Gesellschaft, wie sie sich im Gefolge der Aufklärung herausgebildet hat, nicht vereinbar ist.“ Dasselbe Bekenntnis, in kaum anderen Worten, findet sich im Schlusskapitel des jüngsten Buchs von Necla Kelek, „Himmelsreise – Mein Streit mit den Wächtern des Islam“: „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass der Islam, so wie er sich in seinem politischen Kern heute darstellt und repräsentiert, nicht in eine demokratische Gesellschaft zu integrieren ist. Der politische Islam stellt sich in seinem ganzen Wesen als ein Gegenentwurf zur aufgeklärten Zivilgesellschaft dar.“

Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek überzeugen uns mit ihrer Einschätzung von Sunna und Scharia, weil ein orthopraktischer und jenseitszentrierter Kult, der seiner quasigenetisch (y-chromosomal) definierten Anhängerschar je nach Bedarf mit Verlockung, Einschüchterung, Prügel oder Mord verdeutlicht, dass ein Verlassen des Islam ebenso in die Hölle führt wie ein schuldhaft versäumtes Gebet, von uns nicht als liberal bezeichnet werden kann.

Patrick Bahners hingegen scheint am Mehrstufenrecht der mohammedschen Medinarepublik bzw. des osmanischen Millet-Systems ebenso Gefallen zu finden wie an Geschlechterapartheid und Schleierpflicht Marke Ruhollah Chomeini oder Yusuf al-Qaradawi:

Dass der Gegner unserer aufgeklärten und zivilen Gesellschaft näher bestimmt wird als der politische Islam, bedeutet bei Necla Kelek keine Einschränkung gegenüber Ayaan Hirsi Ali, die den Islam als solchen für unvereinbar mit der liberalen Gesellschaft als dem Ergebnis der Aufklärung hält. Das Politische ist nach Erkenntnis von Kelek eben der Kern, das ganze Wesen des Islam, mit dem es die Welt seit 1400 Jahren zu tun hat.

Einer kluger Slogan der alten Achtundsechziger lautete: Das Private ist politisch. Für Patrick Bahners ist die von Mohammed angeordnete Vertreibung und Ermordung der Juden in Medina offensichtlich ebenso „unpolitisch“ wie die als Zug nach Chaibar bekannte älteste Dhimma und Islamexpansion.

Menschenrechtsfeindliche Unsitten in muslimischen Migrantenmilieus, von tödlicher Selbstjustiz gegen die sexuelle Selbstbestimmung bis zu alltäglichen Routinen der Misshandlung von Frauen und der Herabsetzung von Andersgläubigen, kann Necla Kelek daher politisch deuten, als zeitgenössische Gestalten eines Herrschaftssystems der ungleichen Rechte.

Das kann die Sozialwissenschaftlerin Kelek tatsächlich, und so schwierig ist das ja gar nicht, denn nur der Mann darf nach Allahs Geboten bis zu vier Ehefrauen erhalten, der Frau jedoch stehen weder vier Ehemänner zu noch ein Leben als Single, Lesbe oder Kopftuchverweigerin.

Für Patrick Bahners mag es Gleichbehandlung sein, wenn die Aussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel gilt wie eine männliche, die Schwester nur halb so viel erbt wie ihr Bruder. Hat der 1967 geborene Journalist schlicht keine Ahnung vom Islam?

Während selbst der Mann laut Koran für Geschlechtsverkehr mit Nichtehepartnerinnen oder Nichtsklavinnen hundert Peitschenhiebe erhält oder, sofern vier Zeugen auftreten, öffentlich gesteinigt werden soll, ist das öffentliche Steinigen oder anderweitige Töten der unzulässigen Sex kultivierenden Muslima ein aus islamischer Sicht berechtigtes Herstellen von „Gerechtigkeit“. Warum aber verteidigt der zwischen 1989 und 1993 als Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitende Bahners heutzutage die geheiligte islamische Deklassierung der Frau?

Ist der in Paderborn geborene Bahners zum Islam konvertiert und daher aus paradiesischer Gottesfurcht bzw. höchst diesseitiger Bedrohungslage gehalten, die Herabsetzung der Frau nach Sunna und Scharia zu beschönigen? Oder ist Bahners, der sein Abitur am Bonner Beethoven-Gymnasium erlangte, ein von Hass auf jede verlässliche Struktur getriebener Linksradikaler nach dem Muster der Sabine Schiffer oder aber ein Egozentriker, der weltweite Gewaltsituationen zum persönlichen Vorteil umarbeitet, etwa nach dem Grundsatz „eure Armut kotzt mich an“ bzw. nach dem klientenzentrierten Ansatz der auf den Hund gekommenen Sozialarbeit: „Ich bin ok, du bist ok, gut, dass wir darüber geredet haben“?

Es ist die Überzeugung der Islamkritik, dass freie Bürger Toleranz für den Islam, gleichgültig in welcher seiner historisch und sozial wirkmächtigen Spielarten, unter keinen Umständen riskieren dürfen. In Deutschland hat Ralph Giordano diese Überzeugung mit äußerster Schärfe ausgesprochen, in dem offenen Brief, in dem er im August 2007 im Streit um den Kölner Moscheebau dem Dialogbeauftragten des Bauherrn, der Ditib, der deutschen Repräsentanz des türkischen Staatsislam, den Dialog verweigerte. Giordano stellte die „Schicksalsfrage“: Ist der Islam „überhaupt vereinbar mit Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, mit Aufklärung und kritischer Methode“? Als Zeugen für seine Antwort rief Giordano, ohne die Namen zu nennen, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek auf: „Es sind Muslime selbst, die dieser Frage am skeptischsten gegenüberstehen, ja, sie offen verneinen und, unter Gefährdung einer Fatwa, die eigene Religion haftbar machen als die wahre Ursache für die Schwierigkeiten, die der Islam bei seinen Anpassungsversuchen an die Moderne hat.“

Giordano forderte die Ditib auf, „die Befindlichkeit der Mehrheitsgesellschaft und ihre Furcht vor einer schleichenden Islamisierung angesichts immer neuer, wie Pilze aus dem Boden schießender Moscheen in Deutschland sehr ernst“ zu nehmen. Ernstnehmen der Moscheenfurcht der Mehrheitsgesellschaft hätte nach Giordano bedeutet: „Üben Sie den Rückzug!“ Dieser Rückzug, der Verzicht auf das Bauvorhaben in Köln-Ehrenfeld, hätte aber auch nicht erfüllt, was der Schriftsteller im Namen der Mehrheitsgesellschaft von der muslimischen Minderheit verlangte. Zur Vermeidung jeglichen Missverständnisses setzte Giordano hinzu: „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!“

Ralph Giordano ist zuzustimmen: So lange Scharia und Fiqh nicht überwunden sind, das heißt abgelegt sind, so lange ist der Islam als wissenschaftsfeindliche, jenseitszentrierte, sexualmagische und die Menschheit in Klassen unterschiedlichen sittlichen und finanziellen Wertes spaltende Weltanschauung eine Bedrohung für die kulturelle Moderne und nicht in einen Rechtsstaat integrierbar.

Dieselbe Aussage, freundlicher gewendet, steht auch in Ayaan Hirsi Alis Zeitungsinterview von 2006: „Der Islam, nicht die Muslime sind das Problem.“

Ausgezeichnet: Muslim rein, Scharia raus. Hirsi Ali weiß, wovon sie spricht, anders als Bahners, dem die Worte Hidschab und Scharia in dem hier betrachteten Text »Fanatismus der Aufklärung« bis jetzt nicht über die Lippen gegangen sind.

Allein die Wahl des Titels »Fanatismus der Aufklärung« ist unserer Empörung wert: Soll hier, wo Verteidiger der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wie Ralph Giordano und Necla Kelek angegriffen werden, einer »Lässigkeit der Barbarei« das Wort geredet sein? Fordert Bahners, der bei den von ihm Kritisierten offensichtlich so etwas wie wütende Wissenschaftlichkeit oder verkrampfte weltbürgerliche Gesinnung ausmacht, statt unseres Einsatzes für die AEMR die Toleranz für die »Gemütlichkeit des Gottesstaates«?

Necla Kelek hat mehr im Sinn als eine Wiederbelebung des Kanzelparagraphen im Strafgesetzbuch, der von 1871 bis 1953 Geistliche mit Haftstrafen bedrohte, die „Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung“ machten. Nicht erst an dem, was in einer Moschee gepredigt wird, erkennt man, ob in ihr der politische Islam herrscht. Schon die übliche Sitzordnung, die Trennung nach Geschlechtern, zementiert das System der Macht. Daher erklärt Necla Kelek: „Solange die Moscheen nicht das gleichberechtigte Miteinander pflegen, sondern hinter dem hijab, dem Schleier, archaische und patriarchalische Strukturen befördern, solange es nicht Orte sind, an denen Männer und Frauen gleiche Rechte haben und gleich behandelt werden, sind solche Häuser demokratie- und integrationsfeindlich.“ Das müsste dann allerdings auch für die Synagogen mit Ausnahme der liberalen gelten und erst recht für katholische Kirchen, an deren Altären keine Priesterinnen das Messopfer feiern dürfen.

Weshalb wir ja auch Staatsbürger sind und keine Christenbürger oder Moslembürger. Patrick Bahners spielt ein wenig den Religionskritiker, ohne vor der drohenden Rechtsspaltung im Familienrecht zu warnen.

Dass für Nordamerika und Europa nach dem schlechten Vorbild von Pakistan, Indien und Bangladesch und mit einer Übernahme oder Neuentwicklung der schariaverträglichen »Two-Nation Theory« der Zerfall der offenen Gesellschaft in mehrere Religionsvölker oder Glaubensnationen auf dem Spiel steht, sieht Bahners nicht oder es lässt ihn ebenso ungerührt wie den Schweizer Sozialanthropologen Christian Giordano, der sich für den „Rechtspluralismus“ ausspricht und gegen das für alle geltende, einheitliche und gleich behandelnde Recht.

Kopftücher nur in der Moschee: Diese Reform wäre kein Signal der Trennung von bürgerlicher und religiöser Sphäre, sondern würde den Schleier nur fester binden, der den Patriarchalismus, dem in der Moschee gehuldigt wird, schützt.

Im Namen der Multikulturalität will Bahners das Lehrerinnenkopftuch und vielleicht auch die Burka im öffentlichen Raum dulden.

Der Hidschab ist ein Dressurinstrument auf islamisch korrektes Verhalten, die Frau bekennt sich als dem Männerrecht unterworfen. Wie ein mahnend erhobener Zeigefinger verkündet das islamische Kopftuch: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre Allahgott und mir ein Gräuel. Der Schleier ruft zum Aufbau der rechtsparallelen Ordnung auf, zum Akzeptieren der Inhalte von Koransure und Fatwa. Muslimische Frauen sind damit als Menschen zweiter Klasse kenntlich gemacht, Nichtmuslime als Halbsklaven.

Mit dem Verweis auf die Scharia wird die Unvereinbarkeitsthese inhaltlich gefüllt. Kelek warnt davor, beim Begriff der Scharia „allzu schnell“ an „Steinigungen und Peitschenhiebe“ zu denken. Das Ausmalen dieser Greuelbilder könnte die Illusion nähren, die Scharia sei durch humanitäre Strafrechtsreformen zu entschärfen. Eine Ächtung grausamer Strafen ließe „das eigentliche Grundprinzip der Scharia“ intakt, „die religiöse Normsetzung“.

Als „Beleg“ zitiert unser, ein der ekstatischen Albernheit zugeneigter bekennender Donaldist (Forscher zu Donald Duck aus Entenhausen), den zeitweiligen proschariatischen Regierungsberater und rechtspluralistisch orientierten Gerichtsgutachter im ersten Berliner Urteilsverfahren zum Schulischen Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium), Mathias Rohe, dessen 2009 erschienenes »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« den Fortbestand der säkularen (freiheitlichen) Demokratie aufs Spiel setzt:

Der Erlanger Zivilrechtler Mathias Rohe definiert die Scharia als „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam.“ Er will damit ausdrücken, dass die Scharia kein Normensystem nach Art einer Kodifikation ist, wie der Journalist Josef Joffe voraussetzte, als er unlängst verkündete, die Debatte um die Islamkritik erledige sich, sobald man frage, ob man der Scharia den Vorzug geben wolle oder dem BGB.

Rohe und Bahners übersehen oder verschweigen, dass der schariabezogene Gehorsamsverweigerer auf lange Zeit oder ewig in den höllischen Flammen brät. Unser Recht dient aber gar nicht der Seelenrettung.

Der Erzbischof von Canterbury hat Hass und Spott auf sich gezogen, weil er darüber nachzudenken anregte, ob das englische gemeine Recht der Scharia für geeignete Materien den förmlichen Status eines wahlweise verfügbaren alternativen Rechtsweges einräumen könnte.

Rowan Williams und Patrick Bahners wollen die religiös begründete Rechtsverschiedenheit. Antrag abgelehnt.

Necla Kelek findet nun aber gerade in der Scharia-Definition von Matthias Rohe die Denkungsart bezeichnet, von der kein Weg zur rechtsstaatlichen Gesinnung führe. Die Scharia koppelt „rechtliche Regelung“ an „religiöse Verpflichtung“.

Kelek erkennt klar, dass es bei einer im Personenstandsrecht geduldeten Scharia mehrstufigen Feminismus gibt, Menschenrecht im Plural.

Die Forderung von Mustafa Cerić: „opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ ist das Angebot auf einen religiös begründeten Staatsstreich. Der dem Netzwerk des Yusuf al-Qaradawi angehörende bosnische Großmufti ist ein glaubensbewegter Putschist.

Sie proklamiert also ein Rechtsetzungsmonopol des demokratischen Gesetzgebers und ist in der Verteidigung dieses Monopols noch radikaler und konsequenter als Ralph Giordano.

Das islamische Recht stammt nicht von Menschen. Hierzulande ist das Volk der Souverän, nicht die Gottheit.

Herr Bahners, auch für den Fall, dass Sie ein an Paradies und Hölle glaubender Muslim sind, möchten wir Sie dringend bitten, auf ihre die Demokratie in die (parallelgesellschaftliche) Allahkratie transformierende Werbung für eine Rechtsspaltung zu verzichten. Anders als in Saudi-Arabien oder im Iran besteht in Europa unbeschränkte Bekenntnis-, Glaubens- und Gewissensfreiheit – und das soll auch so bleiben.

Die Religionsausübung ist nach Artikel 4 GG eingeschränkt, damit frommes Menschenopfer für den hungrigen Gott Huitzilopochtli und religiös begründeter Kannibalismus nicht praktikabel werden.

In der kulturellen Moderne hat die korankonforme Dressur, die auf den Vater oder Ehemann einer so genannten Muslima eingewirkt haben mag, den Lebensweg der Frau eben nicht vorzuzeichnen. Journalist Bahners duldet die grundsätzliche Abkopplung der Biographie des zu „muslimisierenden“ Individuums vom nichtmuslimischen „way of life“. Segregierte Straßenzüge und Stadtviertel werden die Folge sein.

Den Beschwörungen einer christlichen Leitkultur kommt eine Islamkritik scheinbar entgegen, die die Muslime belehrt, sie hätten sich den hiesigen Sitten und Normen anzupassen, und die sich dabei als islamische Selbstkritik nach christlichem Vorbild gibt, als Avantgarde einer muslimischen Reformation.

Unsinn, die BRD ist nicht als Christenrepublik gedacht worden, und Calvins Todesurteil gegen Servet ist möglicherweise etwas ebenso Abendländisches wie die Durchführung eines Hexenprozesses.

Gründliche Islamkritiker verteidigen die universellen Menschenrechte und das auf ihnen beruhende deutsche Grundgesetz, nicht die Identitäten und Kollektivrechte von Okzident bzw. Christenheit.

Wie hat man sich diese Reformation vorzustellen, wenn sie nicht bloß eine Vision sein soll wie die „Himmelsreise“ von Necla Keleks jüngstem Buchtitel, die Reise Mohammeds nach Jerusalem, sondern jener historische Vorgang, auf den die islamische Welt in der Vorstellung der Islamkritik wartet, ein Vorgang in Raum und Zeit?

Sehr geehrter Herr Bahners: Was Ayatollah Chomeini 1979 leistete, war ohne Zweifel „ein Vorgang in Raum und Zeit“, das ist aber nun gar nicht die „Vorstellung der Islamkritik“, jedenfalls keine ersehnte.

Der Westen im Besitz der Wahrheit

Die Islamkritik hat keinen Anlass, Szenarien einer humanistischen Erneuerung des Islam im Bündnis mit solchen Kräften der weltlichen Klugheit zu entwerfen, wie sie zu den entscheidenden Trägern der Reformation Luthers und Calvins gehörten. Die Überzeugungskraft der aufgeklärten Gesellschaft, glaubt man, muss sich nur zur Wirkung bringen. Die Islamkritik ist die ins Apokalyptische gesteigerte Neuauflage der Magnettheorie des Kalten Krieges.

Menschenrechte sind nicht westlich und nicht östlich, sondern sie sind entweder allgemein oder sie sind gar nicht.

Den Kosmos in Dar al-Islam und Dar al-Harb zu spalten, das ist die erneuerte Zweipoligkeit. Der Islam will den Krieg gegen die kulturelle Moderne und die Gleichberechtigung der Frau, sein Friedensangebot, die Rechtsverschiedenheit und Frauendeklassierung, sollten wir nicht annehmen.

Jacques Auvergne

(1) Allahs Hofberichterstatter in Farbe. Patrick Bahners.

http://www.wiko-berlin.de/typo3temp/pics/9c8e65943b.jpg

http://www.faz.net/m/%7B355CE995-DFF9-45F5-B0A2-8B330F354C6E%7DPicture.JPG

Barbara John integriert das Kopftuch, nicht die Muslima

Oktober 26, 2009

حجاب

ḥiǧāb

Hidschab

Eine fahrlässig unterlassene Debatte

Barbara John (CDU) wurde 1981 vom Berliner Senat zur ersten Ausländerbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland berufen. Für das der Förderung jedenfalls Duldung des orthodoxen (politischen) Islam geschuldete Scheitern der Integration ist John mitverantwortlich, was die Professorin uns und wahrscheinlich auch sich selbst gegenüber leugnet. John schweigt zur grundrechtswidrigen Scharia und zu der in den Koran und die Sunna integrierten Frauenentrechtung. Die Politologin will Deutschlands muslimische oder nichtmuslimische Islamkritiker zum Schweigen bringen und akzeptiert offensichtlich Strukturen des Islamischen Rechts. Ihr im Hinblick auf das Recht jedes Einwohners auf ungeschmälerte Meinungsfreiheit und negative Religionsfreiheit bedenklicher Text »Eine fahrlässige Debatte (1)« aus dem Jahr 2004 verdient unsere Kommentierung, meinen Ümmühan Karagözlü (K) und Jacques Auvergne (A) zu Zitaten von Barbara John

Eine fahrlässige Debatte

A: Eine fahrlässig unterlassene Debatte: Die Grundrechtswidrigkeit des orthodoxen Islam.

K: John meint in ihrem inzwischen fünf Jahre alten Text natürlich die Kopftuchdebatte. Mit »fahrlässig« spielt die Politikerin höchst manipulativ auf den beispielsweise aus »fahrlässige Tötung« bekannten rechtlichen Gebrauch an und möchte gezielt suggerieren, Kopftuchkritik beziehungsweise Islamkritik würde den gesellschaftlichen Frieden gefährden.

A: Eine fahrlässige Debatte scheint uns eher die gelegentlich von Politikern, Pädagogen und Kirchenfunktionären betriebene Kopftuchverteidigung zu sein.

K: Die Dogmen und Institutionen des Islam umgibt eine Mauer des Schweigens, die islamische Orthodoxie ist auch im säkularen Europa sozusagen sakrosankt. Gezielt vorenthaltene Informationen haben dazu beigetragen, dass sich Bürger die sie interessierenden Einzelheiten über die islamische Politreligion selber zusammensuchen. Die verwendeten Quellen sind nicht immer demokratisch, Fehlinformationen und Mythen wachsen und gedeihen. Die freiheitliche Demokratie kann sich lückenhafte oder einseitige Information nicht leisten.

A: Deutschlands Medien, Politiker, Verbände, Kirchen und Schulen verweigern die überfällige Debatte über den islamischen Gehorsamskult, daher würden wir in den Titel des besprochenen Textes das Wort »unterlassen« einfügen, denn nicht das Reden, das Schweigen ist das Problem. Der Begriff »unterlassene Hilfeleistung« kommt mir in den Sinn, ganz ähnlich könnte es Necla Kelek (2006) ergangen sein, die ihre Entgegnung an den Offenen Brief der sechzig Migrationsforscher mit »Sie haben das Leid anderer zugelassen!« übertitelte (2).

K: Diese Kulturrelativisten um die beiden Antietatisten Yasemin Karakaşoğlu und Mark Terkessidis hatten ihren als „Petition“ ausgegebenen Offenen Brief »Gerechtigkeit für die Muslime!« genannt (3). Bei den Mitunterzeichnern durften Barbara John und Ursula Boos-Nünning natürlich nicht fehlen.

Vor einigen Wochen, die Kopftuchdebatte machte bereits Schlagzeilen, bewarb sich eine junge, kopftuchtragende Berlinerin als Küchenhilfe bei McDonalds. Sie wurde abgelehnt – mit der Begründung, kopftuchtragende Mitarbeiterinnen seien für viele Kunden eine Provokation.

A: Und wäre ich noch so hungrig, in einem Schnellrestaurant würde ich einer Verkäuferin mit Sannyasin-Kutte, Pro-Scientology-Pullover, Hakenkreuzarmbinde oder Hidschab nichts abkaufen. Mich provoziert die islamische „Bedeckung“ des weiblichen Körpers, die jede Unverschleierte als Schlampe diskriminiert, den nichtmuslimischen Mann als Dhimmi oder Harbi und die jeder Frau, gerade auch der unter Burka oder Tschador befindlichen, das Etikett anheftet: Vorsicht, frei umher laufendes soziales und sexuelles Sicherheitsrisiko.

K: Bereits am 01.12.2003 gehörte John zu den 72 Unterzeichnerinnenn (4) des Aufrufes »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch« (5). Zu den Mitunterzeichnerinnen gehörten die damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck, die vormalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und Hamburgs evangelische Bischöfin Maria Jepsen. Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat einen Offenen Brief (»Für Neutralität in der Schule«) eingestellt, der eine gelungene Entgegnung auf die 72 Unterzeichnerinnen um Dr. Barbara John darstellt (6).

A: Die das Lehrerinnenkopftuch verteidigende Barbara John meinte 2003 „Verbote würden nur weiter radikalisieren“ (7), was die künftige Verantwortlichkeit für jeden islamisch motivierten Extremismus auf die Seite der Kritiker des Kopftuches schiebt und wie nebenbei einer staatsgefährdenden Glaubensdoktrin Raum gibt, nach der man zu jeder tatsächlichen islamischen Radikalisierung um des sozialen Friedens willen schweigen müsse. Beides hat sehr viel mit der weltweit bekannten, ganz eigentümlichen Dynamik und Logik von Erpressung zu tun. Zu den erwähnten 72 Mitunterzeichnerinnen zählte auch die aus damaliger Sicht vormalige und in diesen Tagen des Oktober 2009 erneut in dieses Amt gewählte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

K: Nach dieser Logik, Verbote würden radikalisieren, dürften wir keine Gesetze gegen Internetpornographie, Neonazismus, Drogenkonsum oder Paramilitärs beziehungsweise Wehrsportler erlassen. Alle Regeln und Vorschriften müssen sofort weg, um den Bürgerkrieg zu verhindern?

K: Noch zu dem Aufruf „Wider eine Lex Kopftuch“ der 72 Hidschabfreundinnen: Der Türkische Bund Berlin Brandenburg (TBB) hält den Aufruf für blauäugig und warnt vor einer islamistischen Unterwanderung des Bildungssystems (8).

Ähnliches hören Frauen, die sich um prestigeträchtigere Arbeitsplätze als Ärztinnen oder Rechtsanwaltsgehilfinnen bewerben, täglich.

A: Wer die Tugenddoktrin der Scharia hinein in unsere Großraumbüros, medizinischen Praxen oder Anwaltskanzleien importieren will, zeigt nicht gerade die Bereitschaft, alle Menschen gleich zu behandeln. Scharia ist Ungleichbehandlung, sakrales Segregieren und Entrechten, kultureller Rassismus. Das die Trägerin ebenso „geheiligt“ wie obszön sexualisierende Kopftuch markiert den Geltungsanspruch des sexualmagisch orientierten islamischen Gesetzes.

Ortswechsel: Eine kopftuchtragende Studentin steigt in einen Berliner Bus und muss anhören, wie ein Fahrgast bei ihrem Anblick laut von „Scheißterroristen“ spricht. Als sie ihn zur Rede stellt, gibt es keine Unterstützung für sie von anderen Mitfahrenden.

A: Praktizierende Terroristen darf der Volksmund als beschissen bezeichnen. Die (in ihrer Existenz leider nicht belegte) Kopftuchträgerin in der kalkuliert rührselig beschriebenen Szene im Bus hat sich sicherlich sofort vom Dschihadismus distanziert und ihren Einsatz für die Bürgerrechte jedes Islamapostaten und jeder Schariagegnerin hörbar bekannt. Auch für die Rechte der in mehrheitlich von (so genannten) Muslimen bewohnten Landstriche lebenden Kopten, Hindus und Bahai machen sich beide täglich stark, die anonym gebliebene Studentin und ihre wehklagende Professorin Barbara John. Oder etwa nicht?

Ressentiments und Ausgrenzungen in der Berufswelt

A: John legt uns mit dieser Zwischenüberschrift nahe: Jeder Kopftuchkritiker ist ein kulturbezogener Rassist.

Frauen mit Kopftüchern erleben fast überall Ausgrenzung und Missbilligung, und zwar unverhohlen und direkt, so als gäbe es dazu eine öffentliche Aufforderung. Viele sehen sich behandelt, als sei ein Kopftuchverbot, das sich derzeit in Baden-Württemberg, im Saarland, in Niedersachsen und in Hessen noch in der parlamentarischen Beratung befindet, außerparlamentarisch bereits umgesetzt.

A: Das Kopftuchverbot ist mittlerweile glücklicherweise in acht von sechzehn Bundesländern umgesetzt worden, es betrifft übrigens Lehrerinnen an staatlichen Schulen. Barbara John wollte das Kopftuchgesetz im letzten Augenblick zu Fall bringen.

Betroffen sind auch Frauen mit Berufswünschen außerhalb pädagogischer Tätigkeiten. Das sind schon jetzt weitaus mehr Musliminnen, als es Bewerberinnen mit Kopftuch für ein Lehramt gibt.

A: Das soll heißen: Wer das Lehrerinnenkopftuchverbot befürwortet, billigt die gemeine, menschenverachtende Diskriminierung von Kopftuchfrauen in allen anderen Berufen gleich mit. Dass Kinder und Jugendliche unseres besonderen Schutzes bedürfen, scheint Dr. John nicht klar zu sein.

K: Selbstverständlich haben privatwirtschaftliche Unternehmen das Recht zu überprüfen, ob die neue Bewerberin in das Arbeitsteam passt. Groß- und Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistung dürfen tatsächlich auf Belange und Wünsche ihrer Kunden eingehen – und das kann auch mal ein Kopftuchverbot bedeuten. Der Mensch unter dem Tuch wird ja gerade nicht abgelehnt, das ideologische Zeichen erregt Anstoss und wird zurückgewiesen.

Die Vertreibung kopftuchtragender Musliminnen aus der Berufswelt ist in vollem Gange. Spreche ich die Befürworter eines staatlichen Kopftuchverbots auf diese Folgen an, dann höre ich: „Das war nicht beabsichtigt. Es geht nur um ein Verbot für den öffentlichen Dienst.“ Dass es nun alle Kopftuchträgerinnen trifft, liegt aber in der Logik der vorgetragenen Gründe.

A: Türkin rein, Kopftuch raus. Die Muslima arbeitet als meine Kollegin, ihre Burka bleibt zu Hause. Und wir als Kolleginnen und Kollegen kämpfen dafür, dass ihr die vollen Bürgerrechte zugänglich sind, ihr Ayatollah oder Scheich sieht das wesentlich „differenzierter“ (koranisch halbierte Rechte für die Muslimfrau).

Im Mittelpunkt der Angriffe stand die Kopftuchträgerin. Sie wurde in geradezu klassischer Manier zum Feindbild aufgebaut. Kopftücher sind eine „militante Kampfansage an die Gesellschaft“, lautet die verbreitete politische Botschaft.

K: Stimmt, jede Verschleierung für die Spezies Islam-Frau ironisiert die allgemeinen Menschenrechte und untergräbt die Demokratie.

Im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes aus Baden-Württemberg heißt es: „Insbesondere ist ein äußeres Verhalten“ – gemeint ist das Kopftuch – „unzulässig, welches bei Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrkraft gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung der Menschen nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt.“

A: Genau, Allahgott will neun- bis dreizehnjährige Ehebräute, bedarfsweise zwangsverheiratende Väter (walī muǧbir) und die geheiligte indonesische Klitorisvorhautamputation, wie sie die wohltätige Assalaam Foundation in Bandung (Java) in leergeräumten Schulgebäuden an kleinen Mädchen durchführt (9). Das ist Islam, und eben auch dafür steht das deutsche Kopftuch. Frau John lässt die deutsche Öffentlichkeit bewusst im Unklaren und verschweigt den Wali Mudschbir und die vom saudi-arabischen Scheich Al asch-Scheich nach prophetischem Vorbild geforderten neun- oder zehnjährigen, zum ehelichen Geschlechtsverkehr vorgesehenen Bräute (10). Im September 2008 verkündete die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbdu l-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben. Für Barbara John kein Problem. Hören wir, was das malaysische Familienministerium zur islamischen Zwangsverheiratung sagt (11):

„Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? – Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).“ Wali bedeutet hier, was Barbara John genau weiß, Heiratsvormund, die Zustimmung (consent) der Braut ist zwar grundsätzlich erforderlich (required), wird jedoch bei einer jungfräulichen Tochter (virgin) von ihrem Vater beziehungsweise Großvater väterlicherseits gegeben, die Tochter wird also gegen jedenfalls ohne ihren Willen verheiratet, das ist Gott Allah aber noch nicht genug:

Das fromme frauenfeindliche (islamische) Ministerium antwortet unter Punkt 2 auf die Frage: „Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? – A virgin girl can be entered into a marriage without her consent“, kann ein jungfräuliches Mädchen ohne ihre Zustimmung und durch ihren Wali Mudschbir in eine Ehe gezwungen werden? Ein jungfräuliches Mädchen kann ohne ihre Einwilligung verheiratet werden. Politikwissenschaftlerin Barbara John weiß auch das und verheimlicht den Nichtmuslimen derartige Brutalität.

Kindbraut und Wali Mudschbir, das steht hinter dem Prinzip der islamischen Frauenverschleierung.

K: Islamische Kleidung schützt eben nicht nur vor Kälte. Kleidung hat eben nicht nur die praktische Funktion, uns vor Kälte und Nässe zu schützen, sie ist auch Symbol für die berufliche Funktion, den Status, das soziale Umfeld und gibt Einblick in Werte, Haltungen und Weltanschauung unseres Gegenübers. So signalisiert die Uniform eines Polizisten Rechtsstaatlichkeit und Schutz. Lehrerinnen und Erzieherinnen, die sich mit dem Schamtuch (Feridun Zaimoglu) oder sonstiger islamischer Kleidung bedecken, repräsentieren sich mit einem Dresscode, der als politreligiös, antiemanzipatorisch und erzkonservativ gedeutet wird.

Warum sollte das Kopftuch, das von der Sprechstundenhilfe oder der Krankenhausärztin oder der Verkäuferin getragen wird, einen anderen Inhalt transportieren als das einer Lehrerin? Die dem Kopftuch zugeschriebene politische Symbolik bleibt im Auge vieler Betrachter gleich, egal wo sie den Frauen begegnen.

K: Die Scharia ist allgegenwärtig, ewig und unverhandelbar. Sagt Mustafa Cerić, der Mann ist Großmufti.

Die Verbotsdiskussion befindet sich in einer Falle. Selbst dort, wo das Tuch nicht verboten werden kann oder darf, behält es seinen anstößigen Charakter.

A: Die Tuchverweigerin ist unter Islamisten anstößig, nicht die Tuchträgerin. Es wird so sein, dass die eine Frau im Einklang mit Yusuf al-Qaradawi oder irgendwelchen Fatwas geprügelt wird, um das Kopftuch zu tragen, und dass die andere Muslima Angst hat, bei ihrem Kopftuchverweigern für ganze Zeitalter qualvoll in den Höllenflammen zu brennen. Derlei Psychoterror ist es, was die die Töchter muslimisch geprägter Großeltern oder die Konvertitinnen zum Milieu um Abu Hamza (Pierre Vogel) zu spüren bekommen. Diese Frauen, ob fanatisch oder verprügelt oder beides, sie befinden sich „in einer Falle“. Nicht der Kopftuchkritiker diskriminiert, das Kopftuch diskriminiert. Die Scharia ist ein die Menschheit in Kollektive spaltendes und diese Menschenklassen im Namen der islamischen Religion gestuft entrechtendes gesellschaftliches Modell, das absoluten Gehorsam verlangt. Den Begriff orthodoxer Islam haben wir säkulare Staatsbürger mit geheiligte Diskriminierung zu übersetzen. Im Oktober 2007 erhielt Schariafreundin John für ihre 25 Jahre lang professionell betriebene Islamverharmlosung und Kopftuchverteidigung einen Sitz in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).

Schon suchen sie nach Auswegen und diskutieren, welches Studium oder welche Ausbildung überhaupt noch begonnen werden sollte, wenn Anstellungschancen im begehrten pädagogischen Arbeitsfeld nicht mehr realistisch sind. Sie witzeln, dass noch gute Einstellungsaussichten bei Call-Centers bestehen; schließlich gibt es noch keine Bildübertragung vom Telefonarbeitsplatz.

K: Eine außerhäusliche Tätigkeit der Muslima, soweit sie überhaupt vom Göttergatten gestattet wird, in einem erzieherischen Beruf entspricht dem mittelalterlichen beziehungsweise islamistischen Frauenbild. Ich glaube nicht, dass sich ein frommer muslimischer Mann von einer Ärztin, sei sie kopftuchtragend oder unverschleiert, behandeln lassen wird.

A: Indem wir die „unbedeckte“ muslimisch sozialisierte Frau in die jeweilige Branche beruflich integrieren, verhindern wir die auch im Erwerbsleben drohende Apartheid in „westliche“ und islamisch korrekte Zonen.

Wer sich ebenfalls auf gut qualifizierten Nachwuchs freuen kann, sind muslimische Organisationen: Schulen, Vereine und Eltern-Kindergärten. Bravo, kopftuchverbietende Knitzelsbacher: So tragt ihr dazu bei, dass die so genannte Parallelgesellschaft, vor der ihr permanent warnt, sich noch weiter abschotten kann. Musliminnen mit beruflichen Ambitionen außerhalb ihrer religiösen Milieus werden zurück zu Kindern, Küche und Moscheeverein verwiesen.

A: Die herrschaftskulturellen Sinnzeichen und persönlichkeitsverzerrenden Dressurinstrumente der Modernitätsverweigerung, Niqab, Hidschab oder Kopftuch jetzt allüberall zulassen, damit das, was wir nicht wollen, nicht länger parallel vorhanden ist, sondern gleich überall? In dieser Dr.-Barbara-John-Logik müssten wir Sozialarbeiter und Jugendarbeiter uns nicht länger über im Hinterzimmer oder im Wald grölende Burschen mit Hakenkreuzfahnen ärgern, sondern sie nebst Insignien in Schule und Rathaus beschäftigen.

So bleibt nur die Hoffnung auf weitere Entscheidungen höherer Gerichte, die feststellen, dass Artikel 4 der Grundrechte unserer Verfassung, die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, auch für Frauen mit Kopftüchern gilt. Sie werden dieses Rechts nicht dadurch würdig, dass sie das Kopftuch ablegen. Sie besitzen das Grundrecht bereits; es ist keine Belohnung für gelungene Assimilation.

K: Das Grundrecht auf die negative Religionsfreiheit existiert ebenso – und schützt Menschen vor dem Fundamentalismus. Dieses Freiheitsrecht bewahrt gerade Musliminnen vor dem Totalitarismus der Wohlverhaltensdoktrin von Sunna und Scharia. Ohne dieses negative Grundrecht dürften diese Frauen weder neben Männern im Bus oder Großraumbüro sitzen beziehungsweise sich mit ihnen unterhalten noch sich einen Ehepartner selbst aussuchen oder die Religion wechseln.

Mit der Kopftuchdiskussion ist mir klar geworden, wie sich viele in Deutschland die Integration wünschen: Integriert ist eine muslimische Frau erst dann, wenn sie nicht mehr so aussieht wie eine Muslimin und auch nicht dafür gehalten werden kann.

A: Es besteht Religionsfreiheit. Im Schuldienst, Schöffen- oder Richteramt muss niemand ein Schild um den Hals hängen haben, darauf die Worte: „Wer sich den Weisungen meines Gottes widersetzt, wird in den Flammen der Hölle qualvoll verbrennen und ist im Diesseits als jugendgefährdendes und gesellschaftsfeindliches Wesen minderen sittlichen Wertes anzusehen.“

K: Die Religionszugehörigkeit gehört nicht zu unseren spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. In den Pass tragen wir sie aus gutem Grund nicht ein. Mit „Schamtuch“ jederzeit als Muslima zu erkennen, unterliegt sie dem geheiligten Kontrollzwang durch die „religiöse“ Community. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, seitdem Barbara John die hier kommentierten Sätze veröffentlichte. Doch auch im Jahre 2009 ist die Berliner Politikwissenschaftlerin für das Kopftuch politisch tätig geworden. Dieses mal war es nach dem Mord im Dresdener Gerichtssal an Marwa el-Sherbini durch einen arbeitslosen Russlanddeutschen.

A: Frau John kämpft bis heute für das ungebremste Kopftuchtragen und bezichtigt uns Gegner der islamischen Frauenkleidung, an einem fremdenfeindlich motivierten Mord Mitschuld zu tragen: „Jedes Feindbild entwickelt Eigendynamik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die öffentliche Raserei über das Kopftuch einen Henker fand.“

K: Die kulturrelativistische Politikerin präzisiert zur Genese eines Mordes: „Die Untat zwingt, sich die deutsche Diskussion über das Kopftuchtragen wieder vor Augen zu halten. Es war von Anfang an eine brutale, eine feindselige, eine hysterische Debatte (12).“ Dass Scheich Ihab Adli Abu al-Madschd in diesen Tagen zum islamischen Vergeltungsmord an Marwas Mörder aufruft (13), ist Barbara John keine Silbe wert. Was, wenn für die schreckliche Tat im sächsischen Gerichtssaal nicht der Hass auf die islamische Verschleierung ursächlich war, sondern die prinzipiell gescheiterte Integration? Auch der Täter war Einwanderer, er stammt aus einer teilweise immer noch schlecht integrierten Immigrantengruppe. Migrantengewalt (gerade gegen Frauen) ist ein drängendes Problem, wie Hans-Ulrich Jörges (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 betont (14).

Quellen

(1) Barbara John, bei: Qantara

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-548/_nr-18/_p-1/i.html

(2) Necla Kelek 2006 »Sie haben das Leid anderer zugelassen!«

http://www.zeit.de/2006/07/Kelek

(3) „Gerechtigkeit für die Muslime! Die deutsche Integrationspolitik stützt sich auf Vorurteile. So hat sie keine Zukunft. Petition von 60 Migrationsforschern“

http://www.zeit.de/2006/06/Petition

(4) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«, die Unterzeichnerinnen

http://www.dtsinfo.de/deutsch/p200211/Seite36.htm

(5) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«. Wortlaut der Erklärung

http://www.antjeschrupp.de/lex_kopftuch.htm

(6) Für Neutralität in der Schule! Offener Brief vom 14.02.2005, taz

http://www.bpb.de/themen/VKZXQL,0,0,F%FCr_Neutralit%E4t_in_der_Schule.html

(7) John-Logik: Deutschlands böse Kopftuchverbote radikalisieren unsere empfindsamen Islamisten

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(0) Leutheusser Schnarrenberger (FDP) 2003

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(8) Türkischer Bund Berlin Brandenburg zur Kopftuchdiskussion

http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=031001

(9) Islamische FGM

(10) Islam will zehnjährige Ehefrauen

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(11) Islam ist Zwangsheirat, wali mujbir

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng#

(12) Barbara John, zwölf Tage nach dem Mord an Marwa el-Sherbini

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Marwa-E-Dresden-Russlanddeutsche-Islamhass%3Bart141,2845530

(13) Scheich fordert Blutrache an Marwas Mörder

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,657102,00.html

(14) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe (2008)

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

Tag der Deutschen Einheit, Tag der Offenen Moschee

Oktober 3, 2009

روز وحدت آلمان

rūz waḥdat almān

Tag der Deutschen Einheit

Das Lied zum Tag der Offenen Moschee

Nach dem Lied »Where Have All The Flowers Gone« von Pete Seeger (*1919) und Fragmenten der Übersetzung »Sag mir, wo die Blumen sind« von Max Colpet (Kolpenitzky, 1905-1998). Ümmühan Karagözlü, Jacques Auvergne, zum 03.10.2009

Sag mir, wo die Freiheit ist!

Viel Bedrohung, Trug und List,

freie Rede wird vermisst.

Was ist geschehn?

Staat und Schule, Hof und Heim

gehn dem Islam auf den Leim,

wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?

Keusch verhülltes Frauenhaar,

Leib, Gesicht und Hand sogar:

Keine Hure, das ist klar.

Was ist geschehn?

Jedes Mädchen ohne Tuch

träfe Gottes Zorn und Fluch.

Wann wird man je verstehn,

wann wird man je verstehn?

Jeder sieht, was da passiert:

Straßenzüge segregiert,

deutsches Recht kapituliert,

was ist geschehn?

Doktor Rohe ist`s genehm:

Die Scharia wird System!

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?

Allerorten seh ich nur

Brot und Spiele und Zensur,

jeder Depp macht Abitur.

Was ist geschehn?

„Stelle Fragen!“, meinte Kant,

heute sind wir tolerant,

wie soll ich das verstehn?

Wie soll ich das verstehn?

D h G A

D h G A

D h G A

G D G A D

Buchrezension: Verschleierte Wirklichkeit

Juli 1, 2009

تحرير المرأة

taḥrīr al-mara’aḥ,

Die Befreiung der Frau,

(Buchtitel, Qasim Amin 1899)

Spezies Muslima

Zu: Christina von Braun, Bettina Mathes: »Verschleierte Wirklichkeit« (2007)

Jacques Auvergne

[Titel] »Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen«

Da gibt es die Wahrheit, die aber ist euch verborgen. Wir, von Braun und Mathes, enthüllen euch diese Wirklichkeit. Ist das der Anspruch des Titels? Die Frau, der Islam und der Westen. Das Buch beansprucht, uns aufzudecken, was Frau ist (damit sicherlich auch, was Mann ist), wir werden im Folgenden sehen, ob dieser Anspruch annähernd eingelöst werden kann. Was qualifiziert eine Filmemacherin (von Braun) und eine Anglistin (Mathes), uns zu offenbaren, was Frau ist?

Der Islam und der Westen. Gegenüberstehend, einander wesensfremd? Wo ist die (universelle) Schnittmenge? Darf der Westen unislamisch sein beziehungsweise soll er islamisiert werden, soll der Islam verwestlicht werden oder soll er „rein“, unwestlich bleiben? Ist von Säkularisierungsprozessen überhaupt noch die Rede? Heißt Globalisierung Duldung von kalifatsähnlichen Strukturen?

Werden Ex-Muslime zu Wort kommen oder orientalische Christen oder orientalische Juden, kurdische Jesiden, iranische Bahá’í? Wer wird die Deutungshoheit zu „Islam“ haben, die Psychologin Wafa Sultan, die muslimischen Säkularen wie Necla Kelek oder Bassam Tibi, oder vielmehr die radikalen Islamisten von der Milli Görüş oder gleich von der Muslimbruderschaft?

11. Wir sind der Ansicht, dass die Geschlechterordnung das Terrain ist, auf dem das Unbewusste jeder Kultur am deutlichsten agiert.

Wir auch. Maßgabe sind allerdings universelle Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Ungewissheitsvorbehalt der wesensgemäß vorläufigen Wissenschaft sowie der Wunsch nach einem Leben ohne Kulturrassismus und in möglichst gewaltarmer Weise.

Welcher Hohepriester deckt uns denn bitte die genannten „unbewussten“ Zusammenhänge auf? Papst, Scheich, Schamane, von Braun oder Mathis?

12. Zwangsheirat, Ehrenmord, Genitalverstümmelung. Dabei wird übergangen, dass diese Praxis zwar in islamischen Gesellschaften vorkommt, aber keineswegs ausschließlich in diesen. … Wenn ein Land wie Somalia eine Fatwa gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen anordnet, so ist diese Nachricht den westlichen Zeitungen kaum drei Zeilen wert.

Wir wissen, welchen Wert fatāwā (Fatwas) für die Rechtssicherheit eines Individuums im Allgemeinen und gegen die FGM (female genital mutilation) im Besonderen besitzen: Gar keinen.

Die Filmemacherin und Professorin Christina von Braun und die Anglistin und Germanistin Bettina Mathes werben hier indirekt für das vormoderne, misogyne Fatwa-Wesen des Scharia-Islam und Fiqh-Islam.

Leider haben von Braun und Mathis vom Islam keine Ahnung, denn der Scheich Nur Barhud Gurhan, er war es, der die legendäre „somalische fatwā gegen FGM“ erstellte, hat die Öffentlichkeit gezielt belogen, indem er behauptete, die FGM würde im Islam absolut verboten sein und einem Verbrechen von der Schwere eines Mordes gleichkommen. Islamische Scheichs indes sagen Nichtmuslimen nicht immer die Wahrheit.

Hohe und höchste islamische Geistliche der Kairoer al-Azhar wie der Rechtsgelehrte Dr. Muhammad Wahdan (al-Rai TV, 2006, bei MEMRI TV) forderten die zu Ägyptens Alltag gehörende Klitoridektomie oder Klitoriskappung, was den Schariaverteidigern von Braun und Mathes womöglich gleichgültig ist oder vielleicht auch unbekannt. Für Hanbaliten und Malikiten ist FGM (milde Sunna sprich Klitorisvorhautamputation oder nur ein wenig Amputation der Klitorisspitze, wir haben zu sagen: FGM) ehrenhaft, die schafiitische Rechtsschule (Indonesien, Malaysia, Kurdistan, Palästina) hält FGM („milde sunna“, khifadh / khafdh) für verpflichtend, arabisch sagt man zur heiligen Pflicht farḍ, farīḍa.

Der nur halbwegs Islamkundige sagt: „Ja, aber der Abenteurer Rüdiger Nehberg hat doch mit dem geachteten Hassprediger Yusuf al Qaradawi (Yūsuf al-Qaraḍāwī) die Fatwa gegen FGM persönlich auf den Weg gebracht und dank der sprichwörtlichen islamischen Toleranz sogar als ein unreiner Atheist den Segen der al-Azhar für seinen medienwirksamen Kampf gegen die FGM erhalten!“

Diese Nachricht war in der Tat derartig rührend, dass es im Blätterwald nur so rauschte und nahezu niemand mehr dem hoch anerkannten und israelhassenden islamischen Radikalen al-Qaradawi zuhörte, der genau differenzierte (Allāh denkt differenziert), dass man zwar die kleinen Schamlippen nicht länger entfernen möge und die großen zunähen, nein, dass man sich aber an den islamischen Grundsatz zu halten habe: „Schneide nicht so tief! Das ist schöner und stellt den Ehemann zufrieden.“ Scheich al-Qaradawi erklärt dem Rest der Welt, dass es Frauen mit übergroßer Klitoris gebe oder mit übermäßig starkem Sexualtrieb, und für die müsse eine islamrechtlich einwandfreie Einzelfallregelung der Klitoriskappung oder Klitorisamputation stets möglich bleiben (1)“

Sicherlich, Herr Rüdiger Nehberg hat seine Fatwa trotzdem bekommen, die orientalische Gastfreundschaft ist schließlich ebenso legendär wie die kunstvolle islamische taqqiyya. Und wer in den von Herrn Nehberg gesundheitspolitisch betreuten Stämmen der nordostafrikanischen Afar noch FGM macht, wird enthauptet – Tod der FGM.

Und in Europa stehen al-Qaradawi sowie die Azhar seit 2006 als angebliche Humanisten und FGM-Feinde ganz hoch im Kurs. Damit kann der Einfluss des Europäischen Fatwa-Rates (ECFR; geistliches Oberhaupt: Yūsuf al-Qaradāwī) beziehungsweise der afrikanischen Muslimbrüder (al-Ikhwān al-Muslimūn) ja ungehindert steigen und darum ging es.

Somalia? Der bei von Braun und Mathes ohne Quellenangabe erwähnte murmelnde Somalier ist Scheich und heißt Nur Barud Gurhan (auch: Scheikh Nur Barud) vom Ulema Council. Der Stellvertreter Allahs wetterte im Jahre 2003 gegen die Benutzung von Präservativen (2) und wollte Verstöße gegen das Kondomverbot nach dem geheiligten Scharia-Strafrecht mit der von Allahgott vorgesehenen öffentlichen Auspeitschung ahnden lassen.

Scheich Nur Barud äußerte sich 2005 gegen FGM. Und, was ist geschehen, meine Damen von Braun und Mathes? Nichts. FGM ist somalischer Alltag, ohne oder mit Fatwa. Der radikale Islam allerdings hat an Macht gewonnen und gleich einige Steinigungen vollzogen.

Derselbe Sheikh Nur Barud, den wir eurozentrischen Wirklichkeitsverschleierer nach von Braun und Mathes als Genitalverstümmelungsausrotter wertschätzen sollen, ist Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der radikalislamischen, 1991 durch Anhänger der Union of Islamic Courts sowie der Muslimbruderschaft gegründeten Miliz Kulanka Culimada. Scheich Nur Barud Gurhan hat, um die gestörte gesellschaftliche Harmonie wiederherzustellen, also sozusagen in Notwehr, die Tötung aller somalischen Christen gefordert: „Das somalische Volk hat das Recht auf den dschihād. Wir werden alle Apostaten töten. Somalia ist zu hundert Prozent muslimisch. (3)“

Haben Sie Zweifel, ob der Sheikh Nur Barud, zu dem der christliche Blog somalisforjesusblogspot informiert, seine Drohung ernst meint? Möchten Sie trotz Lektüre von »Verschleierte Wirklichkeit« (2007) wissen, was die vollumfänglich installierte Gesetzesreligion mit Abtrünnigen macht?

2005 wurde der sein Menschenrecht auf Religionsfreiheit (New York 1948) wertschätzende Mansur Mohamed durch seine Landsleute und Anhänger der islamischen Miliz Hizbul Shabaab (auch: aš-šabāb, wörtl.: Jugend) unter Verlesung einer Sure aus dem Koran enthauptet. Mansur Mohamed wollte für sich eine Spiritualität nach Jesus von Nazareth der kriegerischen Ethik des Feldherrn Mohammed vorziehen. Muslime haben Furcht vor fitna und sorgen dafür, dass keiner aus der Reihe tanzt. Bitte Vorsicht, Sie sehen hier eine Scharia-Hinrichtung (4).

Entschleierte Wirklichkeit. Islamisches Recht.

13. Alle Formen des Fundamentalismus verbindet zumeist eine oberflächliche Kenntnis der heiligen Texte

Erbakan und al-Qaradawi hätten den Koran und die Hadithen nicht verstanden? Oder, nehmen wir diese als Textkenner, wären Milli Görüş oder Muslimbruderschaft nichtfundamentalistisch? Und was ist mit Nur Barud, den die beiden Autorinnen uns ans Herz legen, ist der fromme Beschneiderinnenbekehrer aus Mogadischu eher Analphabet oder eher weltbürgerlich?

Und überhaupt, sollen wir jetzt die „heiligen Texte“ immer genauer studieren, um uns gegenüber dem Fundamentalismus zu immunisieren?

Fundamentalismus ist fanatische Textkenntnis.

13. [Alle Formen des Fundamentalismus verbindet zumeist eine oberflächliche Kenntnis der heiligen Texte.] Dem Mörder des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat wurde – erstaunlich genug – bei seinem Prozeß die Möglichkeit geboten, seine Tat theologisch zu begründen. Die Anhörung offenbarte eine bemerkenswerte Unkenntnis des Koran und seiner Auslegungen.

Der Mord an Muammar Anwar as-Sādāt wurde von Anhängern der Gruppe al-Jihad begangen, die aus der Jama’at Islamiyya (al-dschamā’a al-islāmiyya) hervorging. Diese ist, wie so viele radikalislamische, eine Staatswerdung der vollumfänglichen Scharia verlangende Terrorgruppen, in den siebziger Jahren aus der Muslimbruderschaft entstanden.

Anders als Filmemacherin von Braun und Anglistin Mathes, die einmal mehr beweisen, dass sie von Scharia oder Islam so gut wie nichts verstehen, kennen und verstehen die Autoritäten von Muslimbruderschaft, dschamā’a al-islāmiyya oder al-dschihād den qur’ān und die aḥādīṯ, (Hadithen, Plural von ḥadīṯ) äußerst genau, wie das Beispiel „Ich habe Pharao getötet!“, so sagte der erfolgreiche Attentäter, belegt. Nicht, dass diese Leute jedes Wort der Suren oder Hadithe kennen ist das Problem, das tun wir Islamkritiker schließlich auch, leider nehmen diese Leute den Koran wörtlich.

Fundamentalismus ist Wortgläubigkeit.

Präsident as-Sādāt wurde ermordet, weil sein Staat nicht ausschließlich nach der scharī’a regiert und verwaltet wird. Das sagten die Islamisten selbst und wir sollten diese frommen Herren sehr ernst nehmen. Alle, die das Wenige, was in Ägypten an säkularer und transparenter Verwaltung und Justiz aufgebaut worden ist, verteidigen möchten, wissen, dass die Attentäter die Islamische Gesellschaft wollen, das Kalifat.

Was oder wer hat von Braun und Mathes motiviert, zu behaupten, nach der Staatswerdung des Islamischen Rechts zu streben sei unislamisch? Hätten die Islamisten von al-Dschamā’a al-islāmiyya oder al-Dschihād wie der in den USA lebenslang im Gefängnis wohnende, blinde Kleriker ‚Umar ‚Abd ar-Raḥmān, hätten die beiden Attentäter an Präsident Sadat, die „frommen Soziokritiker“ Karam Zuhdi und Abdessalam Faraj in der Koranschule besser aufpassen sollen oder Ḥasan al-Bannā und Sayyid Qutb gründlicher studieren sollen, damit sie eben gerade keine säkularen Muslime („Pharao“) ermorden?

Und noch einmal: Die der Terrorgruppe al-Dschihad enstammenden, weltweit gesuchten Brüder Ayman Rabi‘ az-Zawāhirī und Mohammed Mohammed Rabi‘ az-Zawāhirī kennen die „heiligen Texte“ (Zitat von Braun / Mathes) nicht gründlich genug? Einen Korankurs für Osama bin Laden?

Selbst die gefährlich schariafreundliche Europäische Union behandelt die Dschamā’a al-islāmiyya richtigerweise als Terrororganisation. Und von Braun und Mathes verteidigen nicht nur die mittelalterlich-orthodoxe oder antimodern-radikalislamische Sexualpolitik mit seinem textilen Kerker namens hidschāb, sondern möchten den ägyptischen Herren Islamisten Nachhilfe in Korankunde geben, damit sie nicht so viele koranisch motivierte Morde begehen?

Der Ausweg aus jedem Fundamentalismus ist das Lernen, politische, sexuelle, ökonomische und religiöse Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit in sich und im Mitmenschen zuzulassen, für seine und zugleich für die politische, sexuelle, ökonomische und religiöse Emanzipation aller Mitmenschen einzustehen, Zweifel und Fragen in sich selbst und in der Öffentlichkeit immer neuen Raum zu geben sowie die Gegner der offenen Gesellschaft, die immer eine säkulare Gesellschaft ist, mit den Mitteln der freiheitlichen Demokratie in Schranken zu halten. All dieses wird durch Allahs wörtlich verstandene Pflichtenlehre ebenso erschwert wie durch kulturrelativistische, den fiqh und die scharī’a verkitschende Schriften wie die hier analysierte.

14. hervorragende Islamwissenschaftlerinnen … wie Fatimah Mernissi oder Nilüfer Göle

Entweder kennen Filmemacherin von Braun und Anglistin Mathes die den islamischen Fundamentalismus verteidigenden Schriften der Koranliebhaberin Mernissi oder der französischen Soziologin Nilüfer Göle nicht, oder wissen nicht, was Wissenschaft ist.

14. Was besagt eigentlich die Fülle von Schriften, die sich dem Orient widmen, über den Okzident?

Der gefährliche Dualismus Orient versus Okzident arbeitet dem Kalifat zu oder der demokratiehassenden NPD (Udo Voigt wallfahrtet zur Hizb ut-Tahrir) oder allen anderen, die daran Interesse haben, universelle Menschenrechte sowie bundesdeutsche, für jeden geltende Grundrechte (und Grundpflichten) zu verhindern. Christina von Braun und Bettina Mathes laden uns zu einem Sühneritual ein, bei dem „wir sozialdemokratischen Abendländer“ die „so ganz anderen Orientalen“ um Absolution für unsere ekklesiogenen Neurosen samt Kreuzzügen und Kolonialzeitgräueln bitten. Eines tun von Braun und Mathes nicht: Sich zur kulturellen Moderne zu bekennen, zu den universellen Menschenrechten von 1948 und gegen die Kairoer Erklärung der Menschenrechte von 1990, die den totalen Schariavorbehalt gebietet.

15. [Der Text des über den Kolonialismus forschenden französischen] Psychiaters Frantz Fanon: … „Jeder abgelegte Schleier … drückt auf negative Weise aus, dass Algerien beginnt, sich selbst zu verleugnen“ … erhält durch die Kopftuchdebatte eine überraschende Aktualität

Die weiblichen Kinder oder Enkelkinder islamisch geprägter Nordafrikaner sollen also für alle Zeit hidschāb tragen?

16. Wir teilen die Empörung über Zwangsheirat

Walī mudschbir.

16. Wir teilen die Empörung … über Klitorisbeschneidung

„Eine Beschneidung macht die Mädchen, bei denen sie erforderlich ist, keusch, würdig und rein“, weiß Dr. Mohammed Wahdan, Dozent an der al-Azhar-„Universität“ in Kairo.

Warum kritisieren von Braun und Mathes denn unsere islamischen, die Frauenbeschneidung fordernden Autoritäten wie Herrn Dr. Wahdan nicht vernehmbar? Meinen die beiden das „wir teilen die Empörung“ überhaupt ernsthaft?

Und der Islamgelehrte ‚Omar al-Khatib redet vor der Kamera:

“Ja ein bisschen, nicht zuviel, maßvoll und im Einklang mit den religiösen Traditionen, ja! Auch sollte die Öffentlichkeit nicht so viel darüber reden, das ist doch ein familiäres Thema und ein Thema des lokalen Volksbrauchtums. Ja, sage ich, soweit die islamischen Rechtsschulen die Frauenbeschneidung oder Mädchenbeschneidung gutheißen, so weit ist sie gut, mehr wäre natürlich nicht gut. Und Allah weiß es am besten.”

198. [Film »Submission«] Wir wollen … den beiden Autoren [Theo van Gogh und Ayaan Hirsi Ali] nicht unterstellen, absichtlich einen religiös inspirierten Pornofilm gedreht zu haben mit dem Ziel, den Islam zu erniedrigen.

Über religiös inspirierte Pornofilme würden wir gerne etwas Genaueres wissen. Submission ist kein Pornofilm.

[s. o.] mit dem Ziel, den Islam zu erniedrigen

Haben van Gogh und Hirsi Ali das denn getan, haben sie den Islam erniedrigt? Fordern von Braun und Mathes uns hier auf, künftig den Islam nicht zu erniedrigen? Sondern erhaben bleiben zu lassen? Oder zu erhöhen? Und wer Islamkritik übt, verschuldet seine Hinrichtung? Christina von Braun und Bettina Mathes begeben sich auf die Stufe der Komplizenschaft zu Mohammed Bouyeri, indem sie sagen:

198. Der Film hat … teil heftigen, teils gewaltsamen Protest ausgelöst und zur Ermordung des Filmemachers geführt.

Als ob Gewaltsamkeit nicht auch heftig wäre.

„Der Film hat zur Ermordung des Filmemachers geführt“ – das stimmt nicht, die der Gottheit geweihte Hinrichtung durch den die marokkanische und die niederländische Staatsangehörigkeit besitzenden muslimischen Attentäter Herrn Bouyeri hat zu dem Mord geführt. Der Pistolenschuss und die Messerstiche haben zum Mord, zum Tod geführt, nicht der Film.

Am 2. November 2004 schoss Bouyeri nach längerer radikalislamisch-mentaler und kriminell-organisatorischer Vorbereitung auf den gerade mit dem Fahrrad zur Arbeit fahrenden Filmemacher und stieß ihm ein nepalesisches Kukri-Kampfmesser (Khukuri) in den Körper sowie ein zweites, kleineres Messer. Am zweiten Messer hatte der Islamist sein Bekennerschreiben, den Drohbrief gegen Ayaan Hirsi Ali befestigt, wie ihn Cees van der Duin ins Deutsche übersetzte und kommentierte, zu lesen als Nummer 067. auf dem Blog Sägefisch (6).

Zwei Personen üben die Tätigkeit des Filmemachens aus, die laut Klappentext 50 Filmdokumentationen angefertigt habende Christina von Braun und der niederländische Regisseur Theo van Gogh, der sechs von seinen 19 fertig gestellten Filmen selbst finanziert hatte.

Die Professorin am kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin von Braun empfiehlt uns ihr islamverteidigendes Verhalten als nachhaltig, als survival of the fittest? So geht man eben mit dem so ganz anderen Islam um, islamkritisch van Gogh, islamfreundlich von Braun, ist das hier das Lernziel?

200-201. [Der islamkritische Film »Submission«] Was erfahren wir in dieser Sequenz über den Islam? Sollen wir glauben, im Islam gehorche das Beten den Regeln der Peepshow? Sollen wir glauben, im Gebet biete sich die Muslimin Gott als sexuelle Ware an?

Selbstverständlich ist die Gottheit aus Sicht eines scharfen Religionskritikers ein seitens des Betenden erhoffter Spanner. Man nennt das auch Atheismus. Im orthodoxen Islam ist öffentliche Gotteslästerung leider ein todeswürdiges Verbrechen, wir haben vom fundamentalistischen Islam Änderung zu verlangen, nicht vom seine Meinungsfreiheit nutzenden Atheisten. Was von Braun und Mathes uns angesichts rasch beleidigter Muslime dringend empfehlen, ist die Zensur.

Religion ist stets total, repressive Religion wie der Islam totalitär, und der Islam ist dabei auch noch extrem sexualisiert. Der bei drohender Höllenstrafe von genau einzuhaltenden Zwangshandlungen (Waschungen und vieles mehr) zu begleitende eheliche Sex ist im Islam geradezu ein Akt des Exorzismus.

Nach der Scharia hat die Ehefrau hat ihrem Mann jederzeit sexuell zur Verfügung zu stehen, indem sie mit ihrem Leib das von Allahgott vorgesehene Objekt der geheiligten Triebabfuhr willig verkörpert und indem sie ihren Uterus dem Schlafzimmerkalifat, der patriarchalischen, sie eingekauft habenden (Brautpreis) muslimischen Sippe und der imaginierten islamischen Weltgemeinschaft in eine geheiligte Söhnchenfabrik zu verwandeln zulässt. Eine sexuelle Gehorsamsverweigerung seitens der Frau ist ein Akt der Auflehnung gegen Allāh, ist Apostasie, bringt sie in die eingebildete Hölle und gestattet ihrem Ehemann, Prügelstrafe auszuüben. Das ist Sex für die Ehefrau im Scharia-Islam, auch das gehört zum Gebet der orthodoxen muslimischen Ehefrau, und genau diesen vormodern sexualmagischen, barbarisch obszönen, frauenentrechtenden Status der Frau in Koran und ḥadīṯ kritisiert der gut gemachte, sehenswerte Film »Submission«.

Wer Muslimas und Muslimen, wer den Töchtern und Söhnen, Enkelinnen und Enkeln orthodox islamischer oder antimodern-islamistischer Familien den Zugang in die kulturelle Moderne eines spirituell, sexuell und sozial selbstbestimmten Lebens verbauen will, wirbt allerdings gegen den islamkritischen Film, gemeinsam mit den beiden Autorinnen. Was derlei Kulturrelativismus mit Gleichberechtigung der Frau und Feminismus zu tun haben soll, versuchen von Braun und Mathes uns Bedürftigen auf 435 Seiten engagiert zu vermitteln.

Das war ein Scherz, die beiden Autorinnen fordern lediglich, dass jede deutsche Muslima nach einer von uns gefälligst mental und politisch zuzulassenden, sexualmagisch und fundamentalistisch orientierten Seinsweise der Verhaltensüberwachung durch das muslimische Kollektiv leben darf. Kürzer gesagt: Christina von Braun und Bettina Mathes fordern die Rechtsspaltung, das auf muslimische Familien begrenzte Sonderrecht der Scharia. Das eingewanderte (Importbraut) oder zum Polit-Kult hin konvertierte Exemplar der „Gattung Islam-Weib“ wird zur Verfügungs- und Manövriermasse der geheiligten europäischen Macho-Bünde. Die islamisierten „freien, gleichberechtigten“ Frauen sollen im Namen der Kulturwissenschaft (Berliner Humboldt-Universität) und Solidarität (Gewerkschaften; SPD; Kirchentage) aus der offenen Gesellschaft abgedrängt werden in eine sich zunehmend abschottende Apartheid der Gegenmoderne. Allahs xx-Chromosom wird biologisiert. Spezies Muslima.

227. …die kopftuchtragende oder verschleierte Muslimin muß beinahe zwangsläufig provozieren, denn sie vertritt »eine Position, die ohne Umschweife die Verschiedenheit der Geschlechter betont«425 – dies aber nicht als Hindernis für ein emanzipiertes Leben oder die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit sieht.

Der Mann im Islam hat die Entscheidung über den Wohnort der Familie, das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder, Kinder gehören ihm beziehungsweise seiner Sippe, er kann sich eine Zweit- oder Drittfrau dazukaufen, er kann die dann sozial verachtete und an Gesundheit und Leben gefährdete Frau verstoßen, er darf die Frau nach Yusuf al-Qaradawi zum Tragen des Kopftuches zwingen, er darf die widerspenstige oder potentiell ungehorsame Frau schlagen. Wie eine derartig muslimisierte Frau allerdings jetzt noch „emanzipiert leben“ kann oder was eine solche sakrale Frauenentrechtung mit „Geschlechtergerechtigkeit“ zu tun haben soll, dass wissen nur von Braun, Mathes, Mohammed und Allahgott.

Einen Vorteil haben Tschador und Burka: Unter dem Stoff sieht man die blauen Flecken nicht. Das ist leider kein Witz.

Der Vater im Islam oder der Vater des Vaters kann seine Tochter beziehungsweise seine Enkelin als wali mudschbir, Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang, in erster Ehe auch gegen deren Willen verheiraten.

Sofern die Autorinnen nicht durch schwachen Geist oder ausgeprägte Unfähigkeit zur Empathie vorherrschend geprägt sind, gibt es jetzt drei Möglichkeiten: Entweder kennen von Braun und Mathes die Scharia sprich den Islam nicht, oder, zum Zweiten, sie ermuntern uns, derlei Kulturbereicherung zumindest vorübergehend zu dulden und auf rasche Selbstauflösung der Scharia und baldige Angleichung (Assimilation) der islamischen Sexualpolitik an die universellen Menschenrechte zu hoffen. Oder, zum Dritten, sie arbeiten für die Vertiefung und Ausweitung des islamischen Rechts in Europa sprich gegen das Grundgesetz.

230. [Überschrift Kapitel V] Orient und Okzident: Zwei Wissensordnungen

China nicht vergessen bitte, direkt die dritte Wissensordnung, der Chinese-an-sich, ist er nun Konfuzianer oder Staatskommunist, jedenfalls ethnokulturell reinrassig, ach was, lasst uns als Peking-Kommunisten die Konfuzianer ausrotten, das ist dann Wissenssystem und Recht auf Selbstbestimmung. Und der spezifische Inder, auch dieser Antiimperialist darf im Falle seiner Einwanderung hier in Europa nach dem Kasten-System leben und ist, bei Lichte besehen, erst dann glücklich, wenn ihm die Kolonialmacht nicht länger verbietet, die satī, die Witwenverbrennung durchzuführen. Mein Kollege stammt aus Neuguinea, sein Großvater war noch authentischer Papua und völlig enkulturiert in die Tradition und zugleich Religion, seinen Feinden einen von einer Bogensehne schnellenden, federgeschmückten Holzpfeil in den Leib zu befördern, allerdings nur in den Rücken zu schießen, denn die Wissenskultur der Papuas ist an den Werten der Vorsicht und der kulturellen Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Wissensordnung neben Wissensordnung! Wenn sich Deutschland und Europa auf derlei „Toleranz“ einlassen, wird unsere Gesellschaftsform rasch und für lange ungefähr so kohärent sein wie Anatolien 1915, Südafrika 1970 oder Jugoslawien 1995.

231. Es waren islamische Herrscher, die im Laufe des 7. und 8. Jahrhunderts in den von ihnen eroberten Gebieten … Schulen und Universitäten gründeten.

Schulpflicht für Mädchen Fehlanzeige, für von Braun und Mathes aber alles kein Problem. Dass in den angesprochenen Lernorten des kulturellen Rassismus (dhimma) das betrieben wurde, was wir heute Volksverhetzung nennen, ist den „toleranten“ Autorinnen nicht so wichtig. Die Dhimmis wurden geheiligt diskriminiert, waren täglich mit Missachtung zu strafen. Der orthodoxe Islam fordert von jedem Muslim, den angetroffenen Nichtmuslim die vorweggenommene Höllenstrafe spüren zu lassen, ihn vom Weg abzudrängen, ihn keine neuen Gotteshäuser bauen zu lassen, im die kulturrassistische Strafsteuer (dschizya) aufzuzwingen, ihm die Lektüre des kulturrassistischen islamischen Rechts zu verwehren.

Der moralisch minderwertige dhimmī ist mit dämonischem Ekel zu befrachten und daher als nādschis zu bezeichnen, das bedeutet, als so widerlich unrein wie Fäkalien zu empfinden. Kopftuch ist der Ausweis auf (prekäre, labile) Reinheit des islamisierten Weibes, Kopftuch ist das unsäglich arrogante Zeichen der Reinen.

Der gelehrte Kulturrassist und islamische Sufi al-Ghazali (Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī) studierte die griechischen Philosophen in der Tat – um ihren „verhängnisvollen Einfluss“ zu vernichten. Die vorislamische Vergangenheit zu studieren, um sie zu zerstören, das ist al-Ghazali, dessen Befehl neun Jahrhunderte später, am 12. März 2001 und mit Dynamit an den Statuen von Bamyan folgerichtig umgesetzt wurde. Die außerislamischen Kulturen studieren zu lassen, um fromme Kämpfer (dschihād) gegen eben jene als teuflisch (bid’a, schirk, kufr) diffamierten nichtislamischen Lebensweisen und Lebensentwürfe zu motivieren, das ist „islamische Universität“, und in der Tat wäre hier auch die Kairoer Azhar zu nennen:

231. In der Kairoer Hochschule Al-Azhar wird seit mehr als tausend Jahren ohne Unterbrechung gelehrt und geforscht.

Dort wird gelehrt, ja, auch auf dem zumeist Heiliger Berg (Άγιον Όρος, Ágion Óros) genannten Athos (Άθως, Àthos) wird seit einem guten Jahrtausend unterrichtet. Der Sitz der tibetischen religiösen Autorität, der Potala in Lhasa, dürfte älter sein und tibetische Buddhisten studieren gründlich. Dass jemand alte arabische Handschriften (kritisch) untersucht oder ordentlich Arabisch lernt wäre gar nicht schlecht. Leider fühlt sich die Azhar der Scharia und dem Fiqh verpflichtet und ist folglich zu einer historisch-kritischen Methode unfähig. Damit aber herrscht de facto Zensur und keine Universität.

Die Islamgelehrten der auch geistig dem Mittelalter entstammenden „Blühenden“, das heißt al-Azhar wörtlich, haben auch heute teilweise sehr reaktionäre Ansichten. Fiqh (Scharia-Jurisprudenz) ist frauendiskriminierend, Nichtmuslime entrechtend und dazu leider noch nicht einmal modernisierbar. Nichtmuslime dürfen an der „Blühenden“ nicht studieren, das ist religiöse Apartheid, jedenfalls keine Schule oder Hochschule im Sinne von Platon oder im Geiste der immerhin fünf Jahrhunderte alten Studia humanitatis. Der Geist der Renaissance, der Humanismus, fordert die Würde des – jedes – Menschen und dessen Recht auf Leben.

Im orthodoxen Islam aber hat der hörbar bekennende Gegner der islamischen Pflichtenlehre das Recht auf seinen herbeigeführten Tod. Auf irtidād oder ridda, Apostasie, folgt nach dem spezifisch islamischen Konzept von Sozialverantwortung, Notwehr und Bewahrung vor weiterer Umweltverschmutzung die einem Sakrament gleichkommende Tötung des Angreifers (Islamkritikers) anhand der Definition der Grenze zur Beleidigung Gottes (die hudūd-Vergehen, wörtlich Grenzverletzungen, Sg. hadd). Am 23. September 1978 beschied der Fatwa-Rat der bei von Braun und Mathes so gerühmten al-Azhar zur Frage des Rechts auf Leben eines aus Allahgottes Sicht gesund erzogenen sprich naturreligiös (muslimisch) sozialisierten Ägypters. Der Ägypter hatte eine Deutsche geheiratet und war zum Christentum übergetreten. Da will seine besorgte Familie doch wissen, wem die Kinder des verlorenen Sohnes vom Nil gehören (Allahgott natürlich). Die Azhar antwortete:

„Alles Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei mit dem Siegel der Propheten, unserem Herrn Muhammad, seiner Familie und allen seinen Gefährten. Hiermit erteilen wir Auskunft: Da er vom Islam abgefallen ist, wird er zur Reue aufgefordert. Zeigt er keine Reue, wird er islamrechtlich getötet. Was seine Kinder betrifft, so sind sie minderjährige Muslime. Nach ihrer Volljährigkeit, wenn sie im Islam verbleiben, sind sie Muslime. Verlassen sie den Islam, werden sie zur Reue aufgefordert. Zeigen sie keine Reue, werden sie getötet. Und Gott der Allerhöchste weiß es am besten. Der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses in der Azhar. Datum: 23. September 1978; Siegel mit Staatswappen: Die Arabische Republik Ägypten. Al-Azhar. Der Fatwa-Ausschuss in der Azhar.“

Das aus der Sicht der Scharia erbauliche Traktätchen »Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen« erschien 2007 und lobt die Weisheit, Frauenfreundlichkeit und Glaubenstiefe der Azhar. Im selben Jahr äußerte sich die tief gläubige (radikalislamische) Muslima Frau Souad Saleh, immerhin Dekanin der keusch (geschlechtergetrennt) organisierten Frauenabteilung der islamisch-frommen (barbarischen) Azhar über einen fünfundzwanzigjährigen Ägypter namens Mohammed Hegazy. Hegazy war vom Islam zu den traditionellen Christen (Einwohnern) Ägyptens von der koptischen Kirche übergetreten und damit murtadd, Apostat (zu arab. ridda, Apostasie). Universitätsdekanin Saleh forderte islamrechtlich einwandfrei, Herrn Hegazy zu töten. Naja, Souad Saleh ist nur eine halbe Person (Frau), mögen Kenner des Islam sagen. Scheich Youssef al-Badri vom Zentrum für Barbarei (islamische Universität) der Azhar wird um Auskunft gebeten. Christina von Braun und Bettina Mathes verneigen sich tief, der Scheich wird bestimmt tolerant sein, Islam ist Friede und Antiimperialismus!

War nichts. Auch Scheich al-Badri will dem Fünfundzwanzigjährigen in ernsthafter Atmosphäre (islamische Kulturpädagogik) den Kopf vom Körper abtrennen lassen. Herr Schäuble, mehr Dialog!

Aus Angst, getötet zu werden, lebt Mohammed Hegazy irgendwo im Untergrund. Mittlerweile sind seine Anwälte verhaftet worden, denn einen Apostaten zu verteidigen ist Beihilfe zum Staatsterror.

Die al-Azhar will FGM. Wir finden das ganz schlimm. Frau von Braun und Frau Mathes finden die Azhar gut.

Alles eine Frage der Wissensordnung.

356. »Wohin erziehen wir unsere Kinder, wenn wir die Auffassung vertreten, daß sie nicht in der Lage sind, mit dem unterschiedlichen (auch religiös bedingten) Äußeren verschiedener Menschen (das ihrer LehrerInnen eingeschlossen) umzugehen?, fragt die in Berlin ansässige AG »Muslimische Frau in der Gesellschaft«.744

Die erwähnte „AG“ (Muslimische Frau in der Gesellschaft) bzw. Fußnote 744 verweist auf (muslimat-berlin, inzwischen automatische Weiterleitung zu nafisa.de) die zum Islam konvertierten Frauen Nina Mühe (sie betreibt auch: „ninainkairo.wordpress“, Januar 2009 unternahm sie einen Ausflug in den Gaza-Streifen), Silvia Horsch („al-sakina.de“), Kathrin Klausing („musafira“) (7). Die drei frommen Berliner Damen sind sexualpolitisch aktiv, wie der von ihnen betriebene erhebliche Kopftuchkult veranschaulicht (8).

Des Weiteren verlinkt man dort zu Amir Zaidan vom Islamologischen Institut, Zaidan ist Mitverfasser der widerlichen Kamel-Fatwa und steht nach eigener Aussage dem Gedankengut der Muslimbruderschaft nahe, woran wir gar keinen Zweifel haben. Mühe, Horsch und Klausing verlinken ferner zur GMSG, dort strahlt uns ein Tagungsplakat mit dem Konterfei von Tariq Ramadan, Nadeem Elyas und Ali Kızılkaya entgegen. Die GMSG gibt recht radikale islamische Texte in einer eigenen Buchreihe heraus, wo Murad Hofmann, Bd. 8, und Ibrahim el-Zayat, Bd. 11, zu Wort kommen dürfen und Irmgard Pinn sowie Abdurrahman Reidegeld nicht fehlen.

Christina von Braun und Bettina Mathes empfehlen also, wenn sie vom islamischen Blickwinkel reden oder uns auf kompetente Deutung des Islam hinweisen, das dichteste Umfeld der Muslimbruderschaft.

Ach ja, diese zwei Wissensordnungen.

Die Filmemacherin und die Anglistin stellen sich indirekt hinter Fereshta Ludin und deren Kampf für die Zulassung des Lehrerinnenkopftuchs, die eben zitierte Frage („Wohin erziehen wir unsere Kinder“) nämlich soll aus der Zeit der Klage der prominentesten Kopftuchklägerin stammen und sich ausdrücklich auf Ludin beziehen. Leider nennen von Braun und Mathes keine Quelle, doch der Brief wurde im Jahr des Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Kopftuchstreit, 2004, auf der Seite der SPD Baden-Württemberg abgedruckt. Dort (Kapitel 9) wird leider ebenfalls nicht persönlich unterzeichnet, sondern als die bei von Braun und Mathes lobend erwähnte „AG Muslimische Frau in der Gesellschaft; DMK e.V.); Drontheimer Str. 16, Berlin“ (9).

Die Autorinnen berufen sich also auf den »Appell muslimischer Frauen an die PolitikerInnen Deutschlands. Und: Und 12 wichtige Aspekte zur Debatte über „das Kopftuch“ und muslimische Frauen«, genannt ist ferner ein Verein namens Deutschsprachiger Muslimkreis Berlin (DMK). Der DMK (www.dmk-berlin.de) nennt keinen Ansprechpartner namentlich, sondern versammelt viele Berliner Moscheegemeinden und islamische Vereine. DMK verlinkt zu muslimehelfen.org (Ahmad von Denffer) und, an prominenter Stelle, zu Islamic Relief Deutschland (Gitschiner Straße, Berlin, nebenan residiert Verein Inssan), die der internationalen Islamic Relief Worldwide (IR) zugehört.

Islamic Relief Worldwide (IR), man verwechsele es nicht mit „International Islamic Relief Organization“, wurde 1984 von Dr. Hany el-Banna (Hany Abdel Gawad el-Banna) in Birmingham gegründet und versteht sich als islamische Organisation der Entwicklungshilfe. Das IR hat sich der Schirmherrschaft der Kairoer Azhar unterstellt, sammelt weltweit sozusagen überall milde Gaben für humanitäre Zwecke und ist Geheimdiensten in Großbritannien durch die spendensammelnde Person eines ehemaligen Anwerbers für den militärischen Dschihad (10) und in Russland durch eine mögliche Nähe zum tschetschenischen Terrorismus (11) aufgefallen.

Ob Dr. Hany el-Banna mit diesem Herrn Hani al-Banna von Muslim Aid identisch ist? Auch dort ist Ahmad von Denffer mitverantwortlich (12). IR arbeitet weltweit, Dr. al-Banna berichtet aus seinen persönlichen Besuchen im von der Tsunami-Naturkatastrophe heimgesuchten Südostasien, namentlich in der Provinz Banda Aceh, die inzwischen die vollumfängliche Scharia (eben auch im Strafrecht) installiert bzw. aktiviert hat.

Deutschlands berüchtigste und toleranteste Integrationsbeauftragte heißt Barbara John. Mensch heißt auf Arabisch insan. Wie nett. Menschenfreundin John sitzt im Beirat vom Verein »Inssan«. Der Verein steht der Muslimischen Jugend Deutschlands (MJD) nahe, zwei Inssan-Vorstandsmitglieder waren einst bei der MJD führend tätig.

Im Auftrag von »Europe Trust« (Muslimbruderschaft) kaufte Ibrahim el-Zayat, Chef der IGD, die als der deutsche Arm der Muslimbruderschaft gelten kann, für den eher winzigen, vierzig meist studentische Mitglieder umfassenden Verein Inssan (immer gerne dabei: die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Barbara John) das Gelände für eine in Berlin-Neukölln (Pflügerstraße) aufzubauende Moschee. Gesammelte Spenden und Schenkungen aus den Golfstaaten würden die Finanzierung decken. Vor dem Verwaltungsgericht scheiterte das für ein Wohngebiet als zu groß befundene Projekt im Juni 2007. Also plante Inssan in Berlin-Charlottenburg (Keplerstraße) in den Jahren 2007 (Bauantrag) bis 2009 (Baubeginn? Hoffentlich nicht) die Errichtung einer

Moschee für 700 Gläubige. Leicht ersichtlich, dass vierzig Studenten eine so große Moschee nicht selbst bezahlen können. Angeblich soll es also wieder mit einem Drittel Spenden, zwei Dritteln arabischer Finanzierung vonstatten gehen.

In der Bürgerinitiative »Menschen am Mierendorffplatz« haben sich zivilcouragierte und weitblickende Berliner zusammengefunden, um mit den Mitteln des freiheitlich demokratischen Rechtsstaates nicht gegen einen orientalischstämmigen Monotheismus und schon gar nicht gegen Deutschlands Einwanderer, sondern gegen einen der antimodernen Muslimbruderschaft nahestehenden Verein anzugehen und um den Inssan-Moscheebau zu verhindern. Die Bürgerinitiative bekundet ihre säkulare, humanistische und demokratische Sicht auf eine radikalislamische Haltung selbst gewählten Fremdheit in einem lesenswerten Positionspapier (14). Auch das Flugblatt könnte der Mehrheit der am Ort wohnenden Menschen einleuchten, von denen eben die meisten das Grundgesetz wollen und nicht die Scharia (15). Viel Erfolg!

Die MJD betreibt den Verlag Green Palace und verlegt dort die Schriften des ranghöchsten europäischen Nadelstreifenislamisten Tariq Ramadan (Die Muslime im Westen. Aufbauen und Mitgestalten) sowie die Bücher des bei vdmev.de ins Deutsche übersetzten türkischen Fundamentalisten Mustafa Islamoğlu (16), außerdem sind über Green Palace Bücher des Ahmad von Denffer, des „Islamologen“ Amir Zaidan (Kamel-Fatwa) und des Vordenkers des weltweiten Islamismus Sayyid Qutb (1906-1966) erhältlich.

Qutb, Autor von »Meilensteine«, hatte den Begriff der dschahiliyya, der eigentlich eher schlicht die vorislamische Epoche meinte, streng auf die Tagespolitik bezogen und religiös aufgeladen, gewissermaßen als das teuflische, auszulöschende Heidentum des Kapitalismus, des Materialismus und der Demokratie. Sayyid Qutb forderte die Souveränität nicht des Volkes, sondern Allahgottes: hakimiyyat allah. Nach Studium an der Azhar und sechzehnjähriger Arbeit für das ägyptische Bildungsministerium nahm er erst nationalistische, dann radikalislamische Standpunkte ein. Zwei Jahre lang lebte er in den USA, in denen damals noch die schreckliche Rassentrennung galt, vor der auch er betroffen war. Nach einem Attentatsversuch vielleicht unklarer Täterschaft auf Präsident Nasser (1954) wurden zahlreiche Muslimbrüder verhaftet und gefoltert, auch Qutb. In Gefängnishaft schrieb er die Werke Fi zilal al-Qur’an (Im Schatten des Koran) und Ma’alim fi-t-tariq (Zeichen auf dem Weg). Das letztgenannte Buch, je nach Übersetzer auch „Wegzeichen“ oder „Meilensteine“ genannt (englisch „Signposts Along the Way“ oder schlicht „Milestones“ entstand in seiner Haftzeit und wurde mehrfach vom ägyptischen Staat verboten.

Es ist genau dieses radikalreligiöse Denken, wie Qutb es mit seiner dschahiliyya-Konzeption pflegte, das dem erwähnten (islamkundigen) Benennen des Präsidenten Sadat als „Pharao“ seitens des Sadat-Mörders zugrunde liegt, vgl. zu Seite [13].

Die berühmte Kopftuchklägerin Fereshta Ludin war in den Jahren vor (!) dem Prozess auf deutscher Bundesebene Vorstandsmitglied (1997-1999) der MJD. Die Autorinnen von Braun und Mathes berufen sich auf Ludin und, in vielleicht bezeichnend versteckter Weise (Fußnote, keine Personnennamen), auf die (namentlich ebenso wenig signierte) bereits erwähnte, in der Drontheimer Straße 16 ansässige Arbeitsgemeinschaft. Diese AG „Muslimische Frau in der Gesellschaft“ teilt sich, vielleicht ja aus Kostenbewusstsein, das Haus mit der Organisation Islami Tahrik beziehungsweise Bilal-Moschee. Manchmal wird für Bilal-Moschee auch Hausnummer 3 genannt.

Die Seite von Bilal-Moschee und Verein „Islami Tahrik Berlin e. V.“ (www.islamitahrik.de) ist in Arabisch und Englisch gehalten, Location Germany, Drontheimer Str. 16. Ob sie sich wirklich der weltbekannten al-ichwān al-muslimūn, der 1928 von Ḥasan al-Bannā gegründeten Muslimbruderschaft verbunden fühlt, können uns Christina von Braun und Bettina Mathes doch sicherlich beantworten. Die Mutterarmee ungezählter kleiner Terrormilizen, von der unmittelbaren Tochterorganisation Hamas (Israel und Palästinensergebiete) bis zur ägyptischen al-Dschamā’a al-islāmiyya und von der Gruppe Al-Dschihad (Tanzim Al-Jihad, Ägypten) bis zur tunesichen en-nahda und zur algerischen FIS, diese eindrucksvolle Muslimbruderschaft wäre in einem 435 Seiten starken Werk über die Frau im Islam, einem Werk, an dem Hasan al-Banna und Sayyid Qutb seine Freude gehabt hätten, doch durchaus der Rede wert gewesen. Warum diese Schüchternheit, meine Damen? Welche Wirklichkeit wollen Sie uns verschleiern?

Wikipedia setzt im Juni 2009, unter Bilal-Moschee, ein unauffälliges „(MB)“. Noch zur Drontheimer Straße, denn nebenan residiert das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, IZDB, (Drontheimer Straße 32a), an welcher der 1979 in Deutschland geborene, sittenstrenge Hassprediger Ferid Heider („Es ist nicht normal, dass Mädchen und Jungen zusammen ins Kino gehen“) arbeitet und das gelegentlich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Ferid Heider (17), Sohn einer polnischen Mutter und eines irakischen Vaters, wünscht, dass alle muslimischen Kinder auch in der Schule beten (18), was mir zur säkularen Arbeitswelt wenig zu passen scheint und was ein System der Bespitzelei, der geheiligten Einschüchterung der Betverweigerer und Nichtmuslime, der permanenten Mädchenkontrolle nach sich ziehen würde und was die erstrebenswerte, oft ohnehin prekäre Klassengemeinschaft endgültig in das zwischen Gläubigen und Ungläubigen spaltende Klassenzimmerkalifat verwandeln müsste.

Ferid Heider meinte sinngemäß: „Ich vermag keinen Gegensatz zwischen dem deutschen Grundgesetz und unserer Religion zu sehen“, und: „Es gibt religiöse Grenzen der Redefreiheit, man darf die Religion nicht in den Schmutz ziehen“ (19).

Irgendetwas läuft falsch zwischen Integration und Scharia, Grundgesetz und Kalifat. Partnerverein des IZDB ist das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Wedding (IKEZ), über das sich der bildungsorientierte Integrationsbeauftragte Arnold Mengelkoch noch nicht gänzlich zufrieden zeigen möchte, sich aber nicht traut, von Scharia, Dhimma, Dschihad und Kalifat zu sprechen oder auch nicht weiß, was Scharia ist. Der Verfassungsschutz hält das IKEZ schlicht für ein Zentrum der terroristischen Hamas (20), der palästinensischen, im Nahen Osten eben auch im „theologischen Fachbereich Dschihad“ tätigen Muslimbruderschaft.

Entgeistert klappe ich das dicke, anspruchsvoll daherkommende Buch über Frauen, den Islam und Europa zu. Wie zufällig streift mein Blick noch einmal den vorderen Umschlag. Und ich muss plötzlich gemein grinsen, denn einen besseren Buchtitel für diesen Ausbund an Unkenntnis und Demokratiegefährdung als »Verschleierte Wirklichkeit« hätte ich nicht wählen können. Doch das Thema ist zu ernst, das Buch ist gefährlich, denn leider muss ich damit rechnen, dass die 1944 in Rom geborene Kulturtheoretikerin Dr. phil. Christina von Braun, Professorin für Kulturtheorie, Geschlecht und Geschichte (Uni Berlin) sowie Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Geschlecht als Wissenskategorie“ ihren Text nicht als Satire versteht.

Leicht erklärlich, dass einer deutschen Wissenschaftlerin und mitnichten „enkulturierten“, vielmehr selbstverantwortlich praktizierenden Kulturrelativistin bei den von ihr beraterisch herangezogenen Berliner Vereinen »Inssan« und »IZDB« ein Buch wie »Verschleierte Wirklichkeit« entstehen musste.

Jacques Auvergne

PS: Regina Mönch (Verschleiertes Weltbild) (21) und Rolf Löchel (Der Inhalt der Leere) (22) schreiben je eine weitere feine Rezension zu: Christina von Braun, Bettina Mathes: Verschleierte Wirklichkeit

(1) Endlich, der Durchbruch: Die Fatwa gegen FGM! Gemeinsam mit Nehberg und al-Qaradawi, der zweite will aber die FGM, na sowas. Wo ist die Fatwa, guckstu? Und wo der Scheich? Ah, die Mädchen beschneiden. Und hier ist ja auch die Fatwa

http://www.nzz.ch/2006/11/24/vm/articleEOTFW.html

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10793

(2) Scheich Nur Barud hält Kondome für unislamisch (2003)

http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/3340611.stm

(3) Herr Schäuble, der Dialog ist im Eimer! Somalia von Dhimmis säubern, der bei von Braun und Mathes gelobte, angeblich die FGM verbietende postmoderne Scheich will den Dschihad. Robert Spencer, JihadWatch

http://www.jihadwatch.org/dhimmiwatch/archives/000458.php

(4) Sein Recht auf Leben, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit (New York 1948) schätzte der Somalier Mansur Mohamed. Geheiligte islamische Enthauptung unter Verlesung einer Sure aus dem „edlen“ Koran. Allah kann Strafrecht. Islamisches Recht. Vorsicht, gefilmte Ermordung

http://somalisforjesus.blogspot.com/2009/01/mansur-mohamed-sfj-martyr-of-year-2009.html

(5) Islam pro FGM: Mohammed Wahdan

http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/2006_02_AMJ/frauen_moderne_06_04_06.pdf

http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/3340611.stm

(6) Der Bekennerbrief des Islamisten Bouyeri am ermordeten Filmemacher Theo van Gogh ist auch ein Drohschreiben gegen Ayaan Hirsi Ali

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/04/18/067/

(7) muslimat-berlin = nafisa.de = die deutschen Freundinnen der Muslimbruderschaft

http://www.nafisa.de/ueber-uns/ueber-uns-die-autorinnen/

(8) Willkommen, liebe Studenten, an der Azhar. Lernziel des ersten Semesters: Töten für Allāh. Euer Scheich und eure Dekanin

http://www.kath.net/detail.php?id=17614

(9) Zum Kopftuchstreit und zu Fereshta Ludin. „Warum fällt es so schwer, die Vielfalt in Deutschland anzuerkennen?“ und andere kalkuliert dosierte Krokodilstränen. Von der legalistischen “AG Muslimische Frau in der Gesellschaft (DMK), Deutschsprachiger Muslimkreis Berlin e.V., Drontheimer Str. 16, 13359 Berlin“

http://spdnet.sozi.info/bawue/asfbawue/dl/asf-aktuell-04-2004.pdf

(10) Islamic Relief Worldwide. Großbritannien

http://www.militantislammonitor.org/article/id/336

(11) Islamic Relief Worldwide. Großbritannien. Spendengelder für den Terrorismus in Tschetschenien?

http://counterterrorismblog.org/2006/08/cnn_promotion_of_islamic_relie.php

(12) Hani al-Banna. Muslim Aid. Mit dabei: Ahmad von Denffer

http://web.archive.org/web/20010124133800/www.muslimaid.org/info-hist.html

(13) Hany El Banna in Malaysia. Islamic Relief

http://www.irm.org.my/portal/eyewitness-account-from-indonesia

(14) Menschen am Mierendorffplatz. Wichtig für Berlin und zugleich ein Lesegenuss. Positionspapier

http://www.menschenammierendorffplatz.org/wp-content/uploads/2008/05/inssan_pospap_presse-010508.pdf

(15) Menschen am Mierendorffplatz. Ein überzeugendes Flugblatt

http://www.menschenammierendorffplatz.org/wp-content/uploads/2008/05/moscheeflugblatt4.pdf

(16) Mustafa Islamoğlu. Siehe auch http://www.vdmev.de

http://www.mustafaislamoglu.com/yazidetay.php?Yazi_id=1825&yazar=18

(17) Klassenzimmerkalifat. Imam Ferid Heider

http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/07/islam-prediger/gibt-lehrern-nachhilfe.html

(18) Ferid Heider darf bei dem bekanntertmaßen schariafreundlichen Goethe-Institut schreiben:

I think it’s right for girls and boys to meet in separate youth groups. And why is it not possible for a young Muslim woman to integrate herself in Germany if she wears a headscarf? I can’t see any contradiction between the Basic Law of Germany and our religion. I wish we had such great things as freedom of the press, freedom of speech and democracy in the Islamic countries. True, there must be a framework. There are religious limits to freedom of speech; it’s not right to drag a religion through the dirt. But then there are courts where one can file a lawsuit and be given justice.

http://www.goethe.de/ges/phi/thm/ind/en1743966.htm

(19) Das IZDB. Für die beiden Freundinnen von Kopftuch und Harem, Christina von Braun und Bettina Mathes ist das IZDB, neben Tariq Ramadan, der Kairoer Azhar und dem Berliner Verein Inssan gleichsam das Fenster zur Geschichte von eineinhalb Jahrtausenden zu billigender Unterdrückung der Frauen und Nichtmuslime, der Stichwortgeber für die zu enteuropäisierende und entkolonialisierende Spezies Weib eines imaginierten Kollektivs wesensgemäß antiimperialistischer Muslime. Kein Wunder, dass der Ausblick durch dieses Fenster die Perspektive verzerrt

http://www.izdb-berlin.de/

(20) IKEZ. Der Partnerverein des IZDB steht der Hamas nahe

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Islam-Lehrer;art270,2591777

(21) Regina Mönch: Verschleiertes Weltbild. (Rezension zu von Braun, Mathes: Verschleierte Wirklichkeit) Die Achse des Guten (achgut.com)

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/regina_moench_verschleiertes_weltbild

(22) Rolf Löchel: Der Inhalt der Leere. (Rezension zu von Braun, Mathes: Verschleierte Wirklichkeit) Literaturkritik. Rezensionsforum für Literatur und für Kulturwissenschaft (literaturkritik.de)

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10793

Emels Kopftuchpolitik

Februar 7, 2009

شَهيد

šahīd

şehit

Glaubenszeuge, Märtyrer

Emels haariger Dschihad

Europas arbeitsteilige Kopftuchpolitik. Von Jacques Auvergne

Vielleicht kennen Sie den simplen und reichlich albernen Cartoon des gelangweilten Eselkarrenfahrers mit der Peitsche, wobei der Mensch, durchaus betrügerisch, das langohrige Zugtier mit einer vor die Nase gehaltenen Möhre zum Fortsetzen des unlustvollen Tuns motiviert. Gestatten Sie mir, die Zeichnungselemente neu zu benennen: Der Karrenfahrer ist der Muslimbruder oder Islamverbandsfunktionär, der Karren ist Europa oder Deutschland, die Fahrtrichtung das Imamat (Cerić) oder Kalifat, die Peitsche der drohende Kopftuchprozess der Fereshta Ludin. Und das Appetithäppchen, die begehrte Möhre? Die Möhre ist ein Jahrtausende alter Leckerbissen sinnlichen Begehrens jedenfalls aufgeschlossenen Kommunizierens, ein wildromantischer femininer Lockenkopf.

Denn Emel Zeynelabidin hat das Kopftuch abgelegt. So was von abgelegt, dass sie als persönliche Garderobe gleich das Haus der Geschichte wählte,[1] ein Museum im alten Bonner Regierungsviertel. Eine doppelzüngige Botschaft, dieser Ort der Deponierung, einerseits Teil werden der Staatsgeschichte und der tatsächlich dokumentierenswerten Einwanderungsprozesse, andererseits findet eine demonstrative Machtergreifung statt: Das Kopftuch, guckstu, ist weg vom lockigen Frauenkopf, doch verewigt in der bundesdeutschen Dar al-Geschichte, der Hidschab ist jetzt BRD … kein Deutschland ohne Schleier. Um es kurz zu machen: Ist Emel für oder gegen eine islamische Kopftuchpflicht? So kurz kann man es leider nicht machen, die Dame ist schließlich professionelle Kommunikationsmanagerin. Also orakelt Emel ein: „Gebt die Köpfe frei!“, was dynamisch und revolutionär, was alternativ und protestkulturell klingt. Wer Emels Geraune widerspricht ist also Freiheitsgegner. Und Emel definiert sich wortlos als Deuterin dessen, was künftig unter Freiheit zu verstehen ist.

Das wäre eine der Hisba[2] und dem Kalifat durchaus zuträgliche Strategie: Ohne Kopftuch streiten für das Kopftuch, es im Blätterwald sinngemäß rauschen zu lassen „Oh ihr Leute, seht, ich trage kein Kopftuch mehr!“ und zeitgleich auf immer weitere Verbreitung des Kinderkopftuchs hinarbeiten, nicht zuletzt an den Universitäten und Schulen der Türkei. Schülerinnenkopftücher sind dort seit Jahrzehnten verboten. Noch. Emel will das Verbot in aller freiheitlich lockenköpfigen Unschuld kippen, Islamist Recep Tayyip Erdoğan, lockenlos, will dasselbe. Man lese Schnee von Orhan Pamuk.

Emel Abidin-Algan (Wikipedia Januar 2009, der Name soll nach wie vor fehlerhaft sein, wie Zeynelabidin außerordentlich bedauert) arbeitet für die Bedeckung der muslimischen Mädchen- und damit auch Schülerinnenköpfe. „Emely“ arbeitet in Sachen Frauenhaarbedeckung, wie es der Zufall oder der qadar (kismet) so will, gemeinsam mit der Islamischen Föderation Berlin (IFB)[3] und vielleicht ja im besten Einverständnis mit dieser.

Die IFB darf nach langen Prozessen in ganz Berlin islamischen Religionsunterricht erteilen und gilt manch einem als veritabler Landesverband der extremistischen, radikalislamischen Milli Görüş, was die IFB natürlich in Taqiyya-Manier laut schnatternd abstreitet. Ganz tolerant billigt Zeynelabidin offensichtlich bis heute die kopftuchbegeisterte Schulpolitik der von ihr gemeinsam mit ihrem (einstigen?) Ehemann gegründeten Islamischen Grundschule Berlin. Fereshta Ludin[4] soll, nachdem ihr das Unterrichten mit Kopftuch untersagt worden war, einem Unterschlupf gleich einen Arbeitsplatz an besagter Grundschule gefunden haben, die IFB teilt sich mit der Grundschule kostenbewusst dasselbe Haus. Ludin war vor dem bekannten Kopftuchurteil zwei Jahre lang Vorsitzende der Muslimischen Jugend Deutschlands (MJD),[5] die dem Gedankengut von menschenrechts- und grundrechtsfernen Theokraten wie Qutb, al-Maududi, und al-Qaradawi nahe steht. Die MJD ist der FEMYSO angeschlossen,[6] FEMYSO ist Muslimbruderschaft.[7]

Nun ja, Solidarität ist an sich etwas Ehrenwertes und Fereshta Ludin und ihr Mann bekamen jeweils eine halbe Stelle an Deutschlands erster islamischer Grundschule. Dürfen wir auf ein Zeichen der Solidarität zu Ex-Muslimen, Juden, Polytheisten und Atheisten von Frau Ludin und Frau Zeynelabidin hoffen? Oder auch nur zu Muslimen, die es wagen, sich von Qutb, Erbakan, Muslimbruderschaft und ECFR eindeutig und scharf zu distanzieren? Beredtes Schweigen, einmal mit, einmal ohne Kopftuch. Wie EMMA berichtet, saß Emel Zeynelabidin in London auf dem Podium neben dem Enkel von Hasan al-Banna, Tariq Ramadan, anlässlich einer Konferenz mit dem alarmierend nach islamischer Gegengesellschaft und europaweiter Rechtsspaltung klingenden Titel Europäische Staatsbürgerschaft von Muslimen. [8]

Islam und (als?) Staatsbürgerschaft findet sich im Begriff muslim citizenship.[9] Der Islam-Bürger, das könnte ja harmlos sein, wenn der Religionsgründer ein Lao Tse oder ein Buddha wäre. Doch wo man die Islamischen Menschenrechte (Kairo) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 vorzieht, wird wohl alles, was Islam und Staatsbürgerschaft auf einer Augenhöhe ansiedelt, auf ein Dhimma- oder Millet-System hinauslaufen, einen Apartheidsstaat islamisch befreiter Zonen und paralleler Rechtssysteme. Wollen wir die Scharī’a-Gerichtshöfe?

Islamische Autoritäten wie Tariq Ramadan oder Großmufti Mustafa Cerić, der die Scharī’a als ewig und unverhandelbar bezeichnet und für den Aufbau einer “einzigen muslimischen Autorität“ für ganz Europa kämpft, denken seit einiger Zeit intensiv über die Muslim-Staatsbürgerschaft nach[10], [11] Angesichts der, institutionell begründeten und durch wahnwitzige Projekte wie Türkeibeitritt und Vertrag von Lissabon mehr als erklärlichen Europaskepsis breiter Bevölkerungsmehrheiten ist es von den Islamisten sehr geschickt, das Thema Europa zu besetzen und für das segregiert gedachte ethnoreligiöse Kollektiv ein postdemokratisches, nach-menschenrechtliches Staatsbürgertum zu erträumen, welches der Bundesrepublik dereinst ja womöglich von oben, von Brüssel aufgezwungen werden wird.[12] Schlimmstenfalls würden ’die Muslime’ auf Generationen in eine kalifatsähnliche Struktur gesperrt, in der Allahs Schariarichter, Imame und Sittenwächter Gotteslästerung und Verheiratung nach Maßgabe von scharī’a und Sunna regeln. Mustafa Cerić will den zunächst parallelgesellschaftlichen Totalitarismus, die Allahkratie,[13] der Großmufti aus Sarajevo spricht unverfänglicher von Imamat.[14]

Laut Wikipedia habe sich die 1960 geborene Emel Abidin Algan, genannt Emel Zeynelabidin, im Alter von 44 Jahren von ihrem traditionellen Umfeld emanzipiert,[15] man bemerke: Das Umfeld sei nicht etwa radikalislamisch oder wenigstens traditionalistisch gewesen, sondern traditionell, so als sei ein Islamfunktionär, Muslimbruder und Arzt wie ihr Vater, Dr. Yusuf Zeynel Abidin,[16] ein Nomade der Yörük oder ein anatolischer Schafhirte. Ob die Dame in ihrer aufregenden kopftuchorientierten Mission nicht viel eher ein PR-Projekt der globalen Islamischen Bewegung ist, kann eine Enzyklopädie vielleicht nicht fragen. Die Mutter von sechs Kindern sei zwangsverheiratet worden, sie selbst nennt es organisiert verheiratet. Eine traurige Organisation ist die nikāh allemal.[17]

Vom Bündnis der Luther-Städte wurde Zeynelabidin 2007 in Speyer der mit 10.000 € dotierte Preis Das unerschrockene Wort verliehen.[18] Wobei Laudatorin Barbara John,[19] hier ihre schariafreundliche Festrede,[20] als ehemalige Ausländerbeauftragte der Stadt Berlin (1981-2003) davor warnte, ein Zerrbild der Gepriesenen zu entwerfen. Nanu, Zerrbild, da muss sich also jemand beschwert haben? John sitzt im Kuratorium der Muslimischen Akademie in Deutschland, der neben vielen anderen auch Bekir Alboğa[21] und Yasemin Karakaşoğlu angehören.[22] Nun, bei solchen demokratieskeptischen Mitstreitern hoffe ich sogar, dass John von Zeit zu Zeit schon mal ein islamskeptisches ’Zerrbild’ zukommt, ich mute es der Honorarprofessorin und Expertin für Sprachförderung jedenfalls zu.

Mitnichten müssten nun alle Frauen ihre Haare zeigen, raunt Zeynelabidin, es gehe um eine Kleidung, die der “individuellen, natürlichen Scham“ entspreche, lesen wir in Qantara.[23] Das ist womöglich ziemlich gelogen, denn eine “individuelle“ Interpretation des Konzepts etwa der ‚Aura (ʿaura),[24], [25] (zu verbergender Schambereich) ist von Millî Görüş oder Muslimbruderschaft gar nicht vorgesehen. Auch die Konzeption der fitra (fiṭra),[26] die (angebliche) natürliche Veranlagung oder Bestimmung (nämlich als islamisch sprich schariapflichtig) mag den Pflichtvergessenen zwar sozusagen naturgemäß dem Höllenfeuer zuordnen, lässt aber eine Kritik am echten Islam in keiner Weise zu. Eher schon erklärt die Fitra den Islam dreist zur Naturreligion und jeden, der gegen Sunna, Koran und Hadithe verstößt, zum (widernatürlichen) Verräter an kosmischer Ordnung und sozialer Harmonie.

Verschweigt uns Zeynelabidin beim Parlieren über die “individuelle, natürliche Scham“ die Dogmen von fiṭra und ʿaura ganz kalkuliert, um Deutschlands und Österreichs Nichtmuslimen vorzugaukeln, die Frau unter der Scharia habe das Recht auf freie Kleidungswahl und autonomes Definieren des Intimen und Schambehafteten, der Sitte und der Tugend? Oder schnitzt sie sich, meinen Segen hätte sie, eine unerhörte, kreative Emel-Scharia?

Ein paar Perlen aus Emels Kopftuchrhetorik.[27]

Alles darf sein

Das brülle sie doch bitte in Mekka oder Islamabad.

Man muss sich selbst die Erlaubnis geben zu denken, was man will und wie man will

Aber, aber, Frau Zeynelabidin, der Schariavorbehalt.[28]

Meine Söhne haben die Chance, an mir und ihrem Vater zu lernen, mit Konflikten und verschiedenen Lebensformen innerhalb des Islam umzugehen.

Schade, Lebensformen außerhalb des Islam sollen den Söhnen nicht zugänglich sein? Ach so, der gesamte Kosmos ist islamisch (fitra).

Man muss den Schöpfer aus dem Besitzdenken der Religionsverwalter befreien.

Zustimmung, Allāh braucht Emels Beistand.

Und man muss die Frauen aus den Haushalten der Männer befreien.

Moment, wozu hat Allāh den Heiratsvormund (wali) und den männlichen Pflichtbegleiter (mahram) erfunden? Aha, die Außenmauern der Haushalte sollen auch in Zukunft den Männern gehören, die Frauen in der Küche eingesperrt bleiben. Wer als Mann nicht das islamfeministische Zepter der Führung von Küche und Kinderzimmer an seine Frau abgibt, widerspricht der Scharia. Männer raus aus Küche und Kinderzimmer.

Der Schöpfer, den ich erfahren habe, hat es nicht nötig, Forderungen zu stellen und ihre Erfüllung mit Belohnung und Bestrafung einzufordern. Das ist mir zu einfach.

Die Balken biegen sich. Emel schickt den auch azāzil genannten iblīs, den islamrechtlich verbürgten Teufel, auf Urlaub. Mohammed hat sich geirrt, Frau Zeynelabidin, es gibt überhaupt keine Höllenstrafe?

Ich halte es nicht für sinnvoll, wenn Politiker und Politikerinnen immer wieder verordnen wollen, dass muslimische Frauen das Kopftuch ablegen sollen. So etwas Persönliches kann man nicht vorschreiben.

Zeynelabidin kritisiert den nationalistischen Modernisierungsdiktator Mustafa Kemal (“Atatürk“) und sicherlich auch Deutschlands westliches Nachbarland Frankreich, an dem Kopftücher für Schülerinnen und Lehrerinnen während des Unterrichts vernünftigerweise untersagt sind.

Die Muslime wollen nicht zur Kenntnis nehmen, dass ihr Verhalten die Nichtmuslime irritiert. Die Nichtmuslime nehmen die Muslime nicht ernst, weil sie deren Welt gar nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen.

Im Allgemeinen kennen Deutschlands Islamkritiker Koran und Hadithe besser als Deutschlands Türken ihre Grundlagentexte. “Deren Welt“ ist eine leider weit verbreitete, sehr irreführende Metapher, denn es gibt nur eine Welt. Eine Welt – universeller Menschenrechte.

Die Religion darf sich nicht selbst anbeten lassen.

Gut gedacht, konsequent. Hier muss demokratieverträglicher Islam in der Tat weiter voranschreiten. Und die Sunna deiner madhhab, die fatāwā deines Großmuftis? Zeynelabidin sagt uns nichts dazu, dass Indonesiens Schafiiten ebenso wie Gelehrte der Kairoer al-Azhar die Genitalverstümmelung (FGM) an Frauen befürworten. Wenn aber nur der Gottheit Anbetung zusteht, ist dann praktizierte FGM, sehr geehrte Frau Zeynelabidin, ein Gebet an Allāh? Sollten die wahhabitischen Saudis und die iranischen Mullahs ihre Delinquenten vergebens geköpft haben, oder gehören die Bestrafungen bei hadd-Vergehen ebenso zu Frau Zeynelabidins frommer “Anbetung“ wie das Verbot der Apostasie?

Auch die führende Frauenrechtszeitschrift EMMA weiß über Emel zu berichten (Cornelia Filter in: EMMA, September/Oktober 2006).[29] Zeynelabidin:

Beide Organisationen, Milli Görüs wie die Muslimbruderschaft, haben im Laufe der Zeit ihre sozialen Beweggründe verloren.

Die Muslimbruderschaft ist der Wurzelgrund unzähliger terroristischer Bewegungen, ein heutiger Unternehmensbestandteil ist die terroristische HAMAS, Hauptaktivität Verhetzung von Kindern mit paramilitärischen Kindergärten und Abfeuern von Raketen auf Israel. Kein Wort über die Einzelheiten derartig “unsozialen“ Verhaltens?

[Emel über ihren (Ex-)Mann Ahmet Algan] Der glaubt immer noch an den strafenden Gott!

Na so was! Koran und strafender Gott, was denkt sich Ahmet dabei? Der Ex lebt ja noch im geistigen Mittelalter und sollte Emels gutem Rat flugs folgen.

Im WDR erklärt Frau Zeynelabidin:[30]

Das Kopftuch hat mit Religiosität nichts zu tun und ist völlig entbehrlich. Mit dem Ablegen des Kopftuchs als Kennzeichen von Zugehörigkeit und den damit verbundenen Einschränkungen und Grenzen bin ich meinem Schöpfer sehr nahe gekommen und habe mein eigenes Lebens erkannt

Islam ist eben Natur, natürlich, angeboren. Einschränkende Zugehörigkeit gibt es nur zu unnatürlichen, nichtislamischen Religionen. Emels haariger Dschihad.

Hier ein paar Kostproben aus Zeynelabidins Text Lernt Schwimmen, wie er sich beispielsweise auf der Seite Achse des Guten findet.[31]

Die Tochter, gerade mal 12 Jahre alt, durfte aus religiösen Gründen nicht an einem koedukativen Schwimmunterricht teilnehmen, es sei denn nur mit Vollverhüllung.

Aus religiösen Gründen – unsere Emel ist erstaunlich flexibel, sie selbst darf aus religiösen Gründen mit nackten Haaren herum laufen, das Mädchen aber hat ihre Haare aus eben diesen religiösen Gründen zu verhüllen? Ist Allāh Hütchenspieler?

Denn es geht um ein verordnetes Schamgefühl im Namen von Religion, das in die natürliche Entwicklung eines heranwachsenden Menschen eingreift und in der Praxis ein Lernverbot im Namen Gottes nach sich zieht.

Allerdings, und Frau Zeynelabidin kämpft mit Zähnen und Klauen nicht gegen, sondern eben für dieses Andressieren von „Schamgefühl““ (richtig wäre Schande, da es um den guten Ruf geht), für diese heilige Bildungsverweigerung und islamische Lernblockade. Darwin, Freud, Konfizius, Jesus, ein Mädchen braucht so etwas ebenso wenig zu lernen wie Körpererfahrung im koedukativen Sportunterricht der kulturellen Moderne.

Hinter diese Kulissen voller Widersprüche und Unklarheiten mag man sich als Außenstehender und Andersgläubiger nicht gerne begeben, selbst Richter an deutschen Gerichten ziehen es vor, solche Exkursionen zu unterlassen.

Im säkularen Staat ist es nicht die Aufgabe von Richtern, sich einen Trampelpfad durch das dornige Lügengestrüpp der Scharia zu bahnen, dieser schwierige Weg sei den verbohrten oder feixenden Freunden des Gottesstaates oder sei uns Islamkritikern überlassen.

Und als Erwachsene war es bisher unwahrscheinlich schwierig, eine Gelegenheit zu finden, ausschließlich in Anwesenheit von Frauen schwimmen zu gehen.

Emel Abidin Algan wirbt für männerfreie Zonen und Zeiten im Schariaschwimmbad.

Ich wundere mich, warum die nicht-muslimischen Richter nicht die Frage formuliert haben, ob denn die vielen nicht-muslimischen Schülerinnen schamlos und weniger schutzbedürftig seien, als ein muslimisches Mädchen, dass durch diese Art von Verhüllung angeblich schamhafter und geschützter sei.

Frau Zeynelabidin, hier wird nach dem Grundgesetz, dem BGB, dem StGB usw. geurteilt, nicht nach den frauenfeindlichen Gesetzen, wie sie aus der Scharia abgeleitet werden müssen und auch nicht oder nach der totalitäre Folgen zeitigenden Körperkonzeption der ‚Aura.

Muslime trauen einem staatlichen Schutzraum nicht mehr.

Zeynelabidin erpresst uns ein wenig, verstehe ich die Kommunikationsberaterin richtig? Und wohin sollen sich die misstrauisch gewordenen Muslime denn nun hinwenden, werden sie sich ein halāl-Schwimmbad in der Moschee bauen müssen, um endlich Schutz zu haben?

Für Heranwachsende bedeutet das Muslimsein in einer nicht-muslimischen, säkularen Gesellschaft sehr oft immer noch Isolation, Einschränkung und Kontrolle.

Logik war gestern. Was für Erkenntnisse soll der Leser gewinnen? Außerhalb des Kalifats seien Muslime marginalisiert und sehr traurig? Die Säkularität schafft grausamen seelischen Schmerz? Mehr schariakonforme Gesetze im deutschen Erbrecht und Familienrecht schaffen, damit die Muslimbürger nicht so sehr (von der Umma, vom Zugang ins Paradies?) isoliert ist?

Oder, wie gemein von mir, anders gelesen: Isolation der Dhimmis und Harbis, Einschränkung nach Maßgabe der hisbah, Kontrolle durch Sittenwächter? Alles ist möglich, “alles darf sein“ (Zeynelabidin).

Alles, was einem widerfährt, begegnet, herausfordert, ist Teil des Lernprozesses in der Lebenszeit eines Menschen.

Qadar, kismet, Allahs Schicksal und Los, gegen das ein jedes Aufbegehren Sünde ist. Deine Zwangsheirat oder schafiitische FGM, deine sechste Schwangerschaft, dein Verstoßenwerden (talaq) sind chancenreicher Lernprozess. Zeynelabidin folgend, sollen wir jubeln, dass der Islam viele Chancen auf Lernprozesse stiftet.

Steht deshalb in diesem Maße das Wohl eines Heranwachsenden auch für muslimische Eltern und Islamische Organisationen im Mittelpunkt, wenn aufgrund von unterschiedlichen Meinungen Konflikte entstehen, die dann auch noch in aller Öffentlichkeit ausgetragen werden?

Öffentlichkeit ist immer ganz schlecht, lassen Sie uns das vertrauensvolle ‚Prinzip Hinterzimmer‘ bevorzugen oder die Sache staatsvertraglich regeln. Die 1990 in Ost-Berlin vom DDR-Kirchenamt als Religionsgemeinschaft anerkannte Islamische Religionsgemeinschaft (IFB und mehr) klagte 2006 auf Staatsvertrag[32]

Geschichtsbewusste islamische Orthodoxie muss die dār al-’ahd oder dār as-sulh wollen, einen Staatsvertrag mit den aus islamischer Sicht sittlich minderwertigen Nichtmuslimen, um ein Gebiet überhaupt erst zu schaffen, in dem Muslime sich islamrechtlich dauerhaft ansiedeln dürfen.[33]

Weiter beklagt Yeneroglu den Trend in NRW, die Religionsfreiheit der Muslime immer mehr einzuschränken, mit dem Ziel, unter dem Deckmantel von Integration vielmehr die Assimilation zu erreichen. Er befürchtet, dass das Düsseldorfer Urteil den Druck auf Muslime durch nicht-muslimische Schulleitungen erhöhen werde. Yeneroglu zieht einerseits Artikel 6, Absatz 2 des Grundgesetzes heran, um die elterlichen Erziehungsrechte zu untermauern, aber andererseits stellt er fest, dass niemand das Recht dazu habe, jemanden seine Vorstellungen aufzuzwingen wie es der Staat, vertreten durch die Lehrer, angeblich der Familie gegenüber aber tue.

Vor uns haben wir kleine Schülerinnen und Schüler, keine kleinen Kasten Angehörigen verschiedener sittlicher Reinheit sprich sittlicher Dreckigkeit. Der Staat hat alle Schülerinnen und Schüler gleich zu behandeln, auch wenn das Frau Zeynelabidin nicht gefällt, die auf Religions-Apartheid und Sondergesetzlichkeit pocht. Das Familienrecht der Scharia ist in Teilen grundrechtswidrig, etwa in der islamrechtlich einwandfreien Möglichkeit des Vaters oder Großvaters als Heiratsvormund (walī, genauer walī muǧbir, nämlich Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang eines Mädchens, dieses in erster islamischer Ehe (nikāh) auch gegen ihr Einverständnis zu verheiraten.

Aufschlussreich, dass der von Emel Zeynelabidin zitierte Leiter der Rechtsabteilung der extremistischen Millî Görüş etwa Artikel 3 (2) GG nicht zitiert: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Darin, dass Zeynelabidin auch heute die in ihrem deutschen Ableger von ihrem Vater mitgegründete radikalislamische und türkisch-nationalistische Millî Görüş erwähnt, dürfen wir ja vielleicht ein Zeichen unverbrüchlicher Loyalität zur Erbakan-Doktrin (adil düzen, batil düzen) sehen, der gerechten islamischen Gesellschaftsordnung, welche die nichtislamische Lebensform des Unglaubens siegreich überwindet.

Eine Alternative wäre es, eigene Schwimmbäder in jeder Stadt zu errichten, um den vielen muslimischen Frauen, die an die Verhüllung glauben und sich daran gewöhnt haben, das Schwimmenlernen zu ermöglichen.

Endlich Klartext: Die nackthaarige PR-Beraterin “Emely“ will die Frauenschwimmbäder, jeweils eines in jeder Stadt.

Emel Zeynelabidin in ihrem Aufsatz Kopftuchpolitik als Reifeprüfung[34]

Dadurch ist eine Parallelwelt entstanden, die es ermöglicht, eine aus- und abgrenzende Minderheitenpolitik zu betreiben. Es ist diese Parallelwelt, in der das eigene Gottes- und Menschenbild, die Einteilung in Gläubige und Ungläubige, in Erlaubtes und Verbotenes eine Bestätigung finden kann.

Genau, die heilige Apartheid von Kalifat nebst Dhimma, mithin genau das, worauf Mustafa Cerić, Tariq Ramadan und Emel Zeynelabidin hinarbeiten. Oder habe ich etwas überhört, Frau Kommunikationsmanagerin, fordern Sie die Imame und Muftis Europas dazu auf, die Unterscheidung zwischen iman und kufr, Glauben und Unglauben beziehungsweise Gläubigen und Ungläubigen fallen zu lassen? Geschickt beschuldigt Zeynelabidin den deutschen Staat, durch irgendwelche Versäumnisse an der Entstehung islamischer Gegengesellschaften schuldig zu sein, zugleich bietet sie sich als Helferin beim Abbauen des islamischen Fundamentalismus an.

Das Vorbild des Propheten Muhamed, der sich ausdrücklich für das Wohl der Frauen einsetzte,

Mohammed als Gleichheitsfeminist? Die Frau kann Koran und Hadithen nicht gelesen haben. Über diese Fehleinschätzung wäre Mohammed ziemlich sauer.

Oder, männerbündisch: Ok, die Frau hat Geld gekostet, man muss sie pflegen, damit die Rendite zum Kauf der Zweitfrau ausreicht, guckstu.

Nachdem dann auch ein geschmücktes Dekoltee einen Mann dermaßen ablenkte, dass dieser gegen eine Mauer lief und sich dabei die Nase brach, kam die Verhüllung der gläubigen Frauen zum vollen Einsatz.

Ein islamisches Märchen, fern jeder aufklärerischen Geschichtsbetrachtung, von Frau Zeynelabidin unterhaltsam-frivol und kalkuliert beschämend in Stadthallen und Hochschulräumen eingesetzt. Die Dhimmis kichern verlegen aufgegeilt, Seelsorgerin Emel guckt treu.

Brutale Theokratie hat die Menschen noch immer am Genital gepackt, symbolisch wie ganz konkret (FGM und MGM; diverse Beischlafdogmatik; heilige Homophobie).

Die textilen Gefängnisse von Tschador und niqāb wurden tausend Jahre lang kultiviert. So ganz gegen Allahs Willen?

Warum, um alles in der Welt, bedienen sich islamische Organisationen hierbei nicht dieser Erlaubnis zur freien Interpretation, als vor fünf Jahren die Kopftuchdebatte mit der Klage der afghanischen Lehrerin entbrannte und sich bis heute als öffentliches Dauerthema ohne absehbares Ende hält?

Idschtihad[35] ist für Sunniten, ohnehin nicht für den Laien, sondern lediglich für höchste Ulama (Gelehrte) möglich, nur innerhalb der von Allah in Koran und Hadith gesetzten Grenzen erlaubt. Höhere schiitische Ayatollahs dürfen eigenständige Rechtsfindung vornehmen, niemals aber für eine muslimische Frau. Im Übrigen möge Zeynelabidin das mit Herrn al-Qaradawi klären oder, falls lebensmüde, selber Fatwas zu schreiben beginnen. Aha, ein Beendigen des Themas Lehrerinnenkopftuch wäre Zeynelabidin wohl ganz recht, am besten mit der Zulassung des Lehrerinnenkopftuchs? Daraus wird nichts.

Mit einem entwickelten Verständnis von sozialer Verantwortung islamischer Organisationen und einer am universalen Wesen der Offenbarungen orientierten Vorstellung wäre damals die Klage der afghanischen Lehrerin vor dem höchsten Gericht Deutschlands vielleicht auf eine vernünftigere Weise gelöst worden.

Deutschland ist grün hinter den Ohren, sittlich wie politisch unreif, ein rückständiges Entwicklungsland! Bravo, Frau Abidin-Algan, das musste mal gesagt sein.

Im Ernst: Mit Universalität meinen wir universelle Menschenrechte, nicht universelle Schariaoffenbarung. Ach so, Allahs Sittenlehre ist nicht lediglich angenehm, sondern auch rational: Scharia ist Vernunft.

Die Diskrepanz zwischen kollektivem Praktizieren von Verhaltensformen im Namen von Religion, die auf eine alte Zeit zurückgehen, und der notwendigen Anpassung an die Gegenwart ist zu einer Überforderung für das solidarische und produktive Zusammenleben von Menschen verschiedener Meinungen in einer pluralen Gesellschaft geworden.

Die Bundesrepublik Deutschland ist überfordert und muss, will sie nicht in Schariastadtviertel zersplittern, die religiös begründete Rechtsspaltung vollziehen, meint Emel Zeynelabidin das? Oder ruft sie nach mehr politischer Macht für die Muftis und Scheiche aus dem Umfeld des 1997 gegründeten ECFR (European Council for Fatwa and Research)? Wie auch immer, die Kommunikationsfachfrau spricht in Rätseln und der Islam ist die Lösung (al-islām huwa al-ḥall, Motto der Muslimbruder).

Die Hürde mit dem Kopftuch muss noch genommen werden, denn sie ist eine Prüfung für den Fortschritt in den Köpfen aller.

Kopftuchkritiker seien per se rückschrittlich, unreif, irgendwie etwas vormodern im Gehirn.

Noch ein paar Weisheiten von Frau Zeynelabidin, der zuerst in der DIE WELT erschienene Aufsatz trägt den Titel: Gebt endlich die Köpfe frei![36]

Gebt endlich die Köpfe frei!

Emel kämpft für die Freiheit des Denkens. Ironie aus.

Verbote, wie das staatliche Kopftuchverbot an den Universitäten der Türkei, greifen in das Persönlichkeitsrecht ein und sind deshalb extrem, was wiederum neue Extreme erzeugt.

Du freiheitlich-demokratischer Extremist hast Probleme mit islamischem Terrorismus, hm? Einfach das Kopftuch zulassen, sonst knallt`s.

Heute wird das Kopftuch immer häufiger zweckentfremdet.

Das arme Kopftuch. Einfach zulassen. Nicht zweckentfremden, einfach haben, legt uns Emel nahe. Überall Hidschab, Dschilbab, Tschador, Niqab.

Für viele Trägerinnen vermittelt es abgrenzende Gruppenzugehörigkeit als ein religiöses Symbol, das zu einem politischen Ausdruck von Widerstand gegen staatliche Bevormundung eingesetzt wird.

Ach, diese sittenstrengen Kopftuchträgerinnen haben diesen Charme des Gegenkulturellen, Widerborstigen, Aufmüpfigen. Spaß beiseite: Ich fühle mich durch die angeblich die Seele vor der Hölle rettende, auf Erden leider ziemlich faschistische Lebensweise der Scharia bevormundet. Und durch die Zwangsheiraten und arrangierten Ehen in meiner Straße, und durch den allgegenwärtigen Schleier.

Versachlichung der Diskussion nötig

Billiger Trick. Werden Mun-Sekte, Scientology und NPD, um ihr gegendemokratisches Anliegen zum Erfolg zu führen, demnächst ebenfalls auf diese Floskel (“Versachlichung der Diskussion“) zurückgreifen?

Ich hoffe, dass nach Aufhebung dieses einschränkenden und einseitigen Verbots eine Entspannung zwischen Gegnern und Befürwortern eintreten wird, damit man beginnt, sich ernst zu nehmen, um ins sachliche Gespräch zu kommen.

Eine bemerkenswert listige Strategie des Untergrabens der öffentlichen Glaubwürdigkeit des Gegners, laut zu sagen: “Wir sollten einander ernst nehmen.“ Studiert man dazu Kommunikationsmanagement? Und das bei den heutigen Studiengebühren, der Trick steht doch im ’il principe’ des Macchiavelli?

Ich finde, dass Gesprächsverweigerung viel gefährlicher ist als das Tragen eines symbolträchtig gewordenen Kleidungsstücks.

Was für ein Funkensprühen verschachtelter Lügen! Flackernde islamische Rhetorik, ein knisterndes Feuerwerk an Kitman und Taqiyya! Wer nicht über das Kalifat verhandelt, ist in der Tat Gesprächsverweigerer, leider redet Dr. Schäuble immer weiter mit seiner islamistisch dominierten Tafelrunde namens Islamkonferenz. “Symbolträchtig geworden“ behauptet, die Schuld für jeden Kopftuchstreit liege bei den Gegnern von Tschador und Hidschab. Sportlerin Emel ist besser geworden in der olympischen Disziplin der Taqiyya, ich gebe die volle Punktzahl.

Wenn das Kopftuch mit Identitätsverständnis, moralischen Werten und anerzogener Scham verknüpft ist, dann kann man von dieser Frau nicht erwarten, dass sie das Kopftuch beziehungsweise ihre Verhüllung von heute auf morgen ablegt. Das Recht auf Bildung darf davon nicht berührt sein und muss für eine Frau immer uneingeschränkt bestehen bleiben.

Moment, wie lange ist das Kopftuch im türkischen Bildungsbereich auch für Schülerinnen und Studentinnen verboten? Zeit zur Eingewöhnung an dieses beschämende sich-nackig-Machen war ja wohl mehr als genug. Wo wir beim Thema sind, das kopftuchfreie Klassenzimmer auch für Schülerinnen wäre eine tolle Sache.

Spätestens jetzt, wo im Namen des Islam unverhältnismäßig um das Kopftuch gekämpft wird, sollte bewusst werden, dass das ursprünglich als unbedeutender Teil eines Volksglaubens geltende Tuch nun auf der politischen Bühne als Fahne gehisst wird. Warum wird diese Zweckentfremdung geduldet?

Sind schon frech, diese Muslimbrüder und Muftis.

Es sind diese Offenbarungsgründe, aber auch meine eigenen Erfahrungen, durch die ich erkannt habe, dass es sich bei der koranischen Verhüllungsempfehlung um eine praktische Maßnahme handelt, die heute wegen eines entwickelten Selbstverständnisses von Mann und Frau völlig überflüssig ist.

Wissenschaftlerin Zeynelabidin und die Sache mit dem Offenbarungskontext. Statt zu sagen: “In der arabischen Stammes-Politik vor 1.400 Jahren oder sogar in der Psyche des nachmaligen Propheten schien so etwas wie eine himmlische Autorität notwendig geworden zu sein; dieses gewalttätige Monopol auf Spiritualität, Tugend und gelingendes Leben begann sich rasch auszubreiten“ benutzt Zeynelabidin das Wort Offenbarung. Wortgläubige Kreationistin oder eher Intelligent Design?

Liest Frau Zeynelabidin keine Fatwas?[37] Das Kopftuch ist aus Sicht der islamischen Geistlichkeit Vorschrift, die Frau darf zum Kopftuchtragen geprügelt werden.[38] Emel Zeynelabidin will den Großmufti von Sarajevo allerdings gar nicht gegen das Kopftuch einstimmen, sondern die deutschen Nichtmuslime (notfalls auch in Kopftücher) einwickeln und das märchenhafte Bild vom toleranten Islam vermarkten. Gut für den (nicht von mir) erwünschten Türkeibeitritt.

Damals gab es eine einfache, praktische Notwendigkeit für diese Körperverhüllung: Frauen wurden von Männern belästigt, weil sie mit den Sklavinnen verwechselt wurden, und Männer brachten sich mit ihrer Vorliebe für weibliche Dekolletés in Verletzungsgefahr. Da die Menschen von damals sich nicht selber helfen konnten, musste sich Gott mit zwei Offenbarungen einschalten.

Das war ein feiner Zug von Allah, Arabiens hätten andernfalls weiterhin unbedacht Sklavinnen vergewaltigt und wären, von Brüsten gleichsam geblendet, gegen Wände gelaufen. Augenblick, einer von beiden hat jetzt die schwulen Männer vergessen, Emel oder Allah? Ich bitte um ein Rechtsgutachten (fatwā). Zeynelabidin witzelt über die erniedrigte Stellung der Frau in Fiqh (Sakraljurisprudenz als Niederschlag der Scharianorm, menschengemacht) und Scharia (himmlischen Ursprungs). Das Herumgealber soll uns übersehen lassen, dass die Islamaktivistin mehr Scharia und mehr Fiqh will.

Nebenbei, Frau Zeynelabidin: Wollen sie die Sklaverei des Zeitalters der Glückseligkeit (ʿaṣr as-saʿāda) oder der folgenden, kaum weniger authentisch islamischen Jahrhunderte wieder einführen? Warum bekennen Sie sich nicht dazu, dass die am 10. Dezember 1948 bekundeten allgemeinen Menschenrechte auch im Namen der Seelenrettung (Religion) nicht außer Kraft zu setzen sind?

Ich bin heute sehr dagegen, dass eine Gruppe von Menschen mit Äußerlichkeiten wie Kopftuch und Verhüllung bestimmen, was Religion und Religiosität und vor allem Anstand ist.

Brave Koranschülerin: Nicht eine Menschengruppe legt fest, Allahgott legt fest. Ein Fleißkärtchen für Emel.

Deshalb finde ich es heute meistens sehr beschämend, dass der außenstehende Nichtmuslim das Kopftuch mit dem Islam in Verbindung setzt und meint, dass die Trägerin eines Kopftuchs religiöser sei als eine Frau ohne Kopftuch.

Wenn es denn so wäre: Bin ich daran schuld? Islam ist peinlich, mir wäre so manches in Schariatheorie, Fiqhrecht und Sunnapraxis auch peinlich. Psst, wir werden schon einen Schuldigen für solche Schande finden, die HAMAS setzt da ganz auf die Juden. Was hat Zeynelabidin sonst noch gesagt, der kopftuchkritische Nichtmuslim beschämt die Muslime? Will die schamhafte Kommunikationswissenschaftlern den Ungläubigen verbieten, ohne islamische Rechtleitung über den Hidschab auch nur zu sprechen?

Islam ist beides, hundertprozentige Seelenrettung (Religion) und hundertprozentige Politik (irdische Paragraphen entspringen der himmlischen Scharia). Das heilssichernde Islamsystem (Nizam islami) erniedrigt alle Frauen und Nichtmuslime und kann daher (aus religiösen Gründen) keine universellen Menschenrechte zulassen. Nicht zuletzt ist unaufgeklärter Islam (nicht „Islamismus“, den es womöglich gar nicht gibt) Antijudaismus und Antisemitismus.[39]

Zeynelabidins die Schariapflicht zum Hidschab leugnende Annahme ist grundfalsch, denn oft ist es nicht der nichtmuslimische Außenstehende, der die Muslima (verschleiert oder nicht) diskriminiert, sondern die stolze Kopftuchfrau, die die Kopftuchverweigerin mit einem: „Jedes Haar, was man sieht, verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange“ oder „Ich komme ins Paradies, und du nicht, wenn du so weitermachst“ zur Ordnung ruft. Das Kopftuch mobbt!

Deshalb sollten Verbote schon aus politischen Gründen abgeschafft werden, (…)

Deshalb sollte Politik bereits aus politischen Gründen abgeschafft werden, (…)

Muslime und Nichtmuslime in Deutschland

Allah kennt verschiedenwertige Sorten Mensch, Emel teilt die Bevölkerung von Staat oder Staat in zwei Klassen auf. Die Dhimmitude als die kulturrassistische Geometrie des Kalifats.[40]

Liebe Leserinnen und Leser, ich bitte Sie, jedes mal dazwischen zu fahren, wenn jemand beginnt, Schule, Krankenhaus, Firma, Stadtrat, Altenheim, Jugendheim oder Kindergarten in die schariatische Kaste der Nichtmuslime und die schariatische Kaste der Muslime zu spalten. Das Überleben der freiheitlich-demokratischen Gesellschaften Europas wird davon abhängen, diese Spaltung, aus der bald eine Rechtsspaltung folgen würde, zu verhindern. Mag mit Provokation, Kriminalität, Gewalt und Terror versucht werden, die Bevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive zu segregieren, ist alles zu tun, um die islamische Apartheidsgesellschaft zu verhindern und das gemeinsame, an den allgemeinen Menschenrechten orientierte Recht beizubehalten. Wenn Integration überhaupt ein Rolle spielen kann, dann diese.

Soweit die Analyse der Zitate der Emel Zeynelabidin.

Europas politische Scharia der Dynastien Erbakan und Ramadan betreibt ihre Kopftuchpolitik arbeitsteilig, differenziert. Hier eine Klägerin vor dem Bundesverfassungsgericht, da eine Pressebeauftragte zum Kopftuchbeschwichtigen und Kopftuchverharmlosen. Fereshta und Emel arbeiteten ja womöglich völlig gleichartig motiviert und sorgsam abgesprochen. Die fromme kopftuchtragende Märtyrerin vor dem Verfassungsgericht im Gleichschritt mit Emels haarigem Dschihad,[41] beide kämpfen für das Kopftuch. Treibjagd in Kette, von beiden Seiten angreifen. Der offenen Absichtserklärung ’pro Hidschāb im Schuldienst’ einer mehrjährigen Klage durch alle Instanzen, für die Frau Ludin auserkoren und vorgeschickt wurde, eine Kulisse des fernsehtauglichen kopftuchlosen Lächelns gegenüber stellend. In der Person der Emel ohne Kopftuch in Schrift und Vortrag den Nebel des auch tawriyya genannten īhām werfen und jede Gruppenbildung islamkritisch-säkularer Gegnerschaft erodieren und spalten (fitna), dabei Hand in Hand mit den Parteigängern der Scharia die Deutschen darauf hin trimmen, worum es geht: Auf „pro Kopftuch“.

“Und Allah ist der größte Ränkeschmied“, ermuntert der Koran seine irdischen Statthalter in Sure 3:54 und 8:30.

Man belüge uns Gutmenschen weiter, man nehme uns das Zückerchen Islam heißt Toleranz nicht, von dem wir in Kirche, Wohlfahrtsverband, Jugendamt und Innenministerium mittlerweile längst so abhängig geworden sind wie der Süchtige von der Droge. Wir Multikulturalisten oder Gutmenschen möchten doch so gerne an das Märchen vom abgelegten Kopftuch der Tochter des aus dem Irak stammenden deutschen Millî-Görüş-Gründers Dr. Yusuf Zeynel Abidin glauben. Nachdem der Arzt und Muslimbruder bereits 1976 in Köln eine erste Sektion der Millî Görüş aufgebaut hatte, spielte Dr. Yusuf Zeynel Abidin gemeinsam mit Akgün Erbakan, der Bruder von Necmettin Erbakan, gegen 1985 eine zentrale Rolle beim Aufbau der gesamten Millî-Görüş-Strukturen in Belgien und Deutschland. Tochter Emel tut so, als sei ein Islam ohne Scharia bereits in irgendeiner Moschee lehrbar. Muslim Brotherhood und Millî Görüş seien eigentlich völlig unproblematisch gewesen, findet Emel Zeynelabidin.

Abgemacht. Wir huldigen den radikalislamischen Kopftuchablegerinnen und erzählen in Stadthallen, Gemeindezentren und Universitäten öffentlich etwas von kultureller Vielfalt. Emel bekommt den Preis Das unerschrockene Wort der fünfzehn Luther-Städte verliehen. Im Gegenzug gestatten wir Nichtmuslime euch Muslimen, ethnoreligiös segregierte Gemeinwesen der halbierten Grundrechte auszubauen, wie es Scharia-Dogmatik, Sunna-Zwangshandeln und Fiqh-Jurisprudenz nun einmal voraussetzen. Das Ganze, Dr. Wolfgang Schäuble stimmt uns ja vielleicht zu, lassen wir dann unter Grundgesetz Artikel 4 laufen, ungestörte „Religionsfreiheit“ (im GG lautet es ja zum demokratischen Glück etwas anders und ist gewährleistet, was die die diskriminierende Scharia nicht einhalten kann, dass die anderen Artikel wie 1, Würde, und 3, Gleichberechtigung von Mann und Frau unbeschädigt bleiben).

Yusuf al-Qaradawi[42] kann als Cheftheologe der Muslimbrüder und als eine der höchsten spirituellen Autoritäten des sunnitischen Islam gelten und ist damit auch Frau Zeynelabidins verbindliche irdische Rechtleitung in Sachen Scharia und Fatwa. Er hält das Bedecken des weiblichen Körpers bis auf Hände und Gesicht für fard (farḍ),[43] verpflichtend, doch erlaubt er der muslimischen Frau durchaus, das Kopftuch abzunehmen und für ein paar Minuten mit gotteslästerlich unverhülltem Haupthaar die Öffentlichkeit zu betreten. Wenn auch nur in einem einzigen Fall.

Beim Ausführen einer Märtyreroperation.[44]

Jacques Auvergne

[1] Pressemitteilung: Abschied vom Kopftuch. Emel Algan übergibt Kopfbedeckungen an das Haus der Geschichte in Bonn.

http://www.hdg.de/bonn/presse/news-details/pressemitteilung-abschied-vom-kopftuch/

[2] Hisba: Wahrung der Ordnung nach den Gesetzen Allahs. Hisba ist die Pflicht jedes Muslims, zu gebieten, was recht ist und zu verbieten, was verwerflich ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

[3] Islamische Föderation Berlin (IFB). Gilt als Berliner Landesverband der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG).

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_F%C3%B6deration_Berlin

[4] Fereshta Ludin. Deutsche Pädagogin afghanischer Herkunft. Als Hisba-Aktivistin Deutschlands prominenteste Kopftuchklägerin. Von 1997 bis 1999 im Vorstand der muslimbrudernahen Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD).

http://de.wikipedia.org/wiki/Fereshta_Ludin

[5] Muslimische Jugend in Deutschland (MJD). Theologisch und organisatorisch der Muslimbruderschaft nahe stehend:

“ Die MJD ist 1994 im Haus des Islam in Lützelbach von einer kleinen Gruppe von Jugendlichen um Muhammad Siddiq Borgfeldt gegründet worden. … Die MJD ist Mitglied des Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sie 1996 mitgegründet hat. Die MJD Schura beschloss 2003, dass bei allen Fiqh-Fragen (z. B. inwiefern soll/darf man die MJD versichern?) der Europäische Fiqh-Rat (European Council for Fatwa and Research, ECFR) befragt werden soll und die MJD sich dann nach seiner Empfehlung richtet. MJD Gründer Muhammad Siddiq ist Mitglied des ECFR, dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Jugend_in_Deutschland

[6] Das Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO) ist ein europäisches Netzwerk muslimischer Jugend- und Studentenorganisationen, das ein Büro in Brüssel unterhält und der internationalen Bewegung der Muslimbruderschaft zugerechnet wird … Erster FEMYSO-Präsident war Ibrahim El-Zayat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_of_European_Muslim_Youth_and_Student_Organizations

[7] Muslimbruderschaft (Muslim Brotherhood, al-iḫwān al-muslimūn)

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbruderschaft

[8] Cornelia Filter: Emel hat das Kopftuch abgelegt!, in: EMMA September/Oktober 2006

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/emel-hat-das-kopftuch-abgelegt/

[9] Loyalität wem gegenüber, dem Schariagesetz oder den allgemeinen Menschenrechten? Citizenship kann auch Staatsbürgerschaft heißen oder Bürgerrecht, der Ruf nach einer Muslim citizenship dürfte allerdings den Ausstieg aus der Rechtseinheitlichkeit bezwecken. Die gegenmodern als Spezies, als Sorte Mensch zu verstehenden Muslimbürger brauchen angeblich eine koranbasierte staatsbürgerliche Identität.

Loyalty: Muslim Citizenship in the West

http://islamizationwatch.blogspot.com/2012/03/loyalty-muslim-citizenship-in-west.html

Conceptions of Citizenship in India and the ‘Muslim Question’ … multiple conceptions of citizenship in India

http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract;jsessionid=9EB0261F8F696491CD014FC3F5EF9ACB.journals?fromPage=online&aid=6867080

Toward an Acoustemology of Muslim Citizenship in Kenya. Andrew J Eisenberg.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1556-3502.2010.51906.x/abstract

[10] Zu finden bei der Association of Muslim Social Scientists UK (AMSSUK). Citizenship, Security & Democracy: Muslim Engagement with the West, (edited by Wanda Krause). The papers explore issues around citizenship and identity of the Muslim diaspora.

Proceedings of the 5th Annual AMSS (UK) Conference on Fiqh for Minorities

Toward A Muslim Social Contract in Europe (Joint Publication) by His Eminence Dr Mustafa Ceric, Grand Mufti of Bosnia

http://www.amssuk.com/publications.html

[11] Muslim Citizenship in the U.S. and Abroad; October 9th, 2011; By Sarah Cherrabi El Alaoui. „Asifa Quraishi, a professor at University of Wisconsin Law School. Her talk focused on a central thesis developed from her research: Sharia and U.S. Constitutional Law are compatible. … what is needed instead is the creation of a pluralistic discourse about Sharia.“

http://ircpl.org/2011/rethinking-religion/events/responses/sarahs-post/

[12] by Selçuk Gültaşli for Today’s Zaman: European socialist organizations have decided to stem the increasing Islamophobia in Europe by breaking the monopoly on the debate which has, up until now, primarily belonged to far-right and ultranationalist groups. … “Muslims lived together with Christians in Spain and Bosnia for centuries. Nevertheless, they are still looked upon as foreigners — they are not deemed real citizens,” said Bozkurt, stressing that the words European and Muslim are still not used in the same sentence.

http://www.jihadwatch.org/2007/08/european-socialists-take-aim-at-islamophobia.html

[13] Terror-Scheich Abu Bakar Bashir denkt allahkratisch: THE venerable preacher named as a terrorist leader by the United States had a twinkle in his eye as he talked of his new mission to convert Indonesia, the world’s biggest Muslim nation, into what he calls an “Allahcracy”.

http://www.jihadwatch.org/2006/07/bashir-vows-to-turn-indonesia-into-allahcracy.html

[14] In der aktuellen Ausgabe der European View mit dem Titel „Religion und Politik“ räumte die Redaktion Ceric acht Seiten Platz ein, um über die „Herausforderung einer einzigen Muslim-Autorität in Europa“ zu schreiben.

Diese einheitliche Muslim-Autorität solle auf den drei Grundpfeilern des Islam fußen. Nämlich auf Aqidah (dem Glauben), auf der Scharia (dem islamischen Recht) und auf Imamat, wohinter die Vorstellung steht, dass die Menschen von religiösen Führern geleitet werden sollen.

„Die Frage nach einem Imamat als ‚oberste Führung‘ aller Muslime“, schreibt Ceric, „ist die zentrale Frage der derzeitigen Situation, nicht nur für die muslimischen Kerngebiete, sondern auch für die muslimische Peripherie, einschließlich Europas.“

Den Eindruck, dass die Muslime sich in dem Imamat zuerst der Scharia, dem islamischen Recht, zu unterwerfen hätten, bevor sie die weltliche Justiz anerkennen, verstärkt der gelehrte Autor noch mit einem fundamentalern Satz: Die Verpflichtung auf die islamische Scharia sei „immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“. Das dürfte nicht weniger sein als ein Verbalangriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

aus: Thorsten Denkler: Prediger wirbt für Scharia – mit Hilfe der CDU; in: Süddeutsche 13.05.2008

http://www.sueddeutsche.de/politik/islam-konservative-und-bruessel-prediger-wirbt-fuer-scharia-mit-hilfe-der-cdu-1.202888

[15] Emel Zeynelabidin (bis 2008 verheiratete Algan; * 1960 in Istanbul)

http://de.wikipedia.org/wiki/Emel_Abidin_Algan

[16] Weltweit vernetzter politischer Islam. Buchbesprechung von Hildegard Becker (zu: Johannes Grundmann: Islamische Internationalisten), bei: Sicherheit heute.

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

[17] Islamische Ehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Ehe

[18] Emel Abidin-Algan – die Preisträgerin 2007 des Preises der Lutherstädte – „Das unerschrockene Wort“ … „Emel Abidin-Algan zeigte Zivilcourage und persönlichen Mut in einer Form, wie wir uns das als Deutsche in dieser Dimension vielleicht gar nicht vorstellen können“, unterstrich Joachim Mertes, der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtages, in seinem Grußwort. Er gratuliere ihr dazu, dass sie selbstbewusst ein neues Leben beschreite.

http://www.worms.de/deutsch/kultur/Lutherpreis/preistraegerin_2007.php

[19] Barbara John ist nicht-muslimisches Mitglied des Kuratoriums der Muslimischen Akademie in Deutschland.

http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_John

[20] Barbara John. Laudatio für Emel Algan.

http://www.marburg.de/sixcms/media.php/20/Laudatio%20von%20Prof.%20Barbara%20John.pdf

[21] Am 26.07.2007 wird das Menschenrechtsverständnis des Taqiyya-Großmeisters Bekir Alboğa auf dem islamkritischen Blog Nebeldeutsch gründlich enttarnt.

http://nebeldeutsch.blogspot.com/2007/07/der-trke-alboga-ist-mein-held.html

[22] Muslimische Akademie in Deutschland. Um Hamideh Mohagheghi, Bekir Alboğa, Aydan Özoğuz, Yasemin Karakaşoğlu, nichtmuslimisch ergänzt durch Barbara John und Heiner Bielefeldt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Akademie_in_Deutschland

[23]Voll des Lobes über Emel Abidin-Algan ist am 24.10.2006 Ariana Mirza auf der proschariatische Seite Qantara. Glauben ohne Kopftuch. „In der westlichen Gesellschaft liege überhaupt vieles im Argen, resümiert Abidin-Algan. Gleichgültigkeit und Frustration bezeichnet sie als unmittelbare Auswirkungen des Konsumzeitalters. Es sei höchste Zeit, sich stärker den immateriellen Werten zu widmen. „Zum Beispiel dem Glauben und der Liebe“, sagt sie lächelnd.“

http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=823

[24] ‚Aura im Islam

http://de.wikipedia.org/wiki/Aura_%28Islam%29

[25] awrah … the intimate parts of the body, for both men and women, which must be covered with clothing. Exposing the awrah is unlawful in Islam and is regarded as sin. The exact definition of awrah varies between different schools of Islamic thought.

http://en.wikipedia.org/wiki/Awrah

[26] Fitra (fiṭra), natürliche menschliche Veranlagung auf gut Islamisch, das heißt angeborenes Ausgerichtetsein jedes Menschen auf Allahgott. Mehrfach nennt sich Allah in seinem Koran fāṭir, Veranlagungsgeber oder Veranlager (nicht Schöpfer, das wäre ḫāliq; zu ḫulq, Schöpfung).

http://de.wikipedia.org/wiki/Fitra

[27] Alles darf sein; veröffentlicht bei Welt der Frau

http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=2598&cat=1

[28] Barbarei heißt Menschenrecht im Plural. Thomas Schmidinger: „Alle Menschen sind Untertanen Gottes“. Auch islamische Länder haben Menschenrechte formuliert. Das sind allerdings Rechte, die nicht für alle Menschen gleichermaßen gelten.

Schmidinger: „Das Ziel der ‚Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam‘ ist damit ein anderes: Nicht die Menschenrechte sollen damit in islamischen Staaten durchgesetzt, sondern die Menschenrechte islamisiert werden. Solche Menschenrechte sind jedoch nicht mehr universell und gelten nicht mehr für alle Menschen, bzw. gehen nicht mehr von einer Gleichheit aller Menschen aus. Die Kairoer Erklärung kennt keine Gleichberechtigung von Männern und Frauen, kein Religionsfreiheit oder eine Freiheit der Wahl des Ehepartners. Und selbst die darin gewährten „Menschenrechte“ stehen unter einem entsprechenden Scharia-Vorbehalt.“ (in: LIGA, Zeitschrift der Liga für Menschenrechte, Nr. 4/2008, S. 21)

http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/php/texte/islam_menschenrechte.pdf

[29] Hasan al-Banna und Necmettin Erbakan waren Sozialarbeiter? Zeynelabidin: Beide Organisationen, Milli Görüs wie die Muslimbruderschaft, haben im Laufe der Zeit ihre sozialen Beweggründe verloren. (EMMA September/Oktober 2006)

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/emel-hat-das-kopftuch-abgelegt/

[30] „Das Kopftuch hat mit Religiosität nichts zu tun und ist völlig entbehrlich. Mit dem Ablegen des Kopftuchs als Kennzeichen von Zugehörigkeit und den damit verbundenen Einschränkungen und Grenzen bin ich meinem Schöpfer sehr nahe gekommen und habe mein eigenes Lebens erkannt“, sagt Emel Abidin-Algan, die sich heute als gläubiger denn je bezeichnet. (aus: Wie viel Islam verträgt Deutschland? WDR Fernsehen 08.06.2008 11:00-12:25 Uhr)

http://europenews.dk/en/node/10996

[31] Emel Zeynelabidin: Lernt Schwimmen! (auf: Die Achse des Guten 24.12.2008) “eigene Schwimmbäder in jeder Stadt …, um den vielen muslimischen Frauen, die an die Verhüllung glauben …, das Schwimmenlernen zu ermöglichen.”

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/emel_zeynelabidin_lernt_schwimmen/

[32] Die Islamische Religionsgemeinschaft will auf dem Prozessweg Verhandlungen mit dem Land Berlin über einen Kirchenstaatsvertrag erzwingen. Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte am Dienstag den Eingang einer entsprechenden Klage (Az.: VG 27 A 55.06). Der Präsident der Berliner Religionsgemeinschaft, Abdurrahim Vural (…); aus: Islamische Religionsgemeinschaft klagt auf Staatsvertrag, Der Tagesspiegel 21.02.2006

[33] Dar al-Harb (dāru l-ḥarb), der Landstrich („Haus“) des Krieges. „Eigentlich ist es nach ursprünglicher Auffassung einem Muslim verboten, in der Dār al-Harb zu leben und er muss, wenn es ihm irgend möglich ist, von dort in die Dar al-Islam auswandern (Hidschra, wörtlich „Flucht“, „Rückzug“, wie einst der Prophet Mohammed aus Mekka, bevor es islamisch war, nach Medina auswanderte).“

http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Harb

[34] Emel Zeynelabidin: Kopftuchpolitik als Reifeprüfung (auf: Die Achse des Guten 20.12.2008). Die Burkas dienen dem lockeren Plaudern, was ist das, Taqiyya oder purer Unsinn: „Das Kopftuch wird heute als Teil der Ganzkörperverhüllung der Frauen mit Religion rechtfertigt, obwohl diese Verhüllung zur Zeit der Einführung vor 1400 Jahren eine praktische Maßnahme war, um die entspannte Kommunikation zwischen Frauen und Männern zu ermöglichen. Aber eben dies ist keine Frage der Religion.“

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/emel/

[35] Idschtihad (iğtihād) … das Verfahren zur Rechtsfindung durch eine unabhängige Interpretation der beiden Rechtsquellen Koran und Sunna. Das Gegenteil von Idschtihad ist taqlīd, „Imitation“/„Nachahmung“. Jeder Anwender des Idschtihad muss ein Gelehrter des islamischen Rechts (mudschtahid) sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Idschtihad

[36] Emel Abidin-Algan: Gebt endlich die Köpfe frei! (bei: qantara 28.02.2008) „Es wird meistens aus Verpflichtung geglaubt, aber nicht mit Überzeugung aufgrund eigener Erkenntnisse. Mit dem Verweis auf das Befolgen von Gottes Willen und die Einhaltung einer religiösen Pflicht geben sich immer noch sehr viele Frauen zufrieden, ohne genauere Fragen zu stellen.“

http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=826

[37] Fatwa-Archiv. Institut für Islamfragen.

http://www.islaminstitut.de/Fatawa-Archiv.39.0.html

[38] Question: Does a man have the right to enforce the Islamic dress code on his wife against her wishes? Answer: Hijab is a duty Allah, the Almighty prescribed for the Muslim woman, and she has to comply with that order and show her sincere faith in Allah … When a Muslim neglects to dress according to the Islamic code it is usually because of lack of knowledge and weakness of Iman. … If, however, both of them were fully conscious Muslims observing all the rules including those of hijab prior to marriage, then he has every right to insist that his wife continues to observe the rules of hijab.

http://infad.usim.edu.my/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=7556

Question: Do Muslim parents have the right to force their daughter to wear hijab if she refuses to wear it? Answer: Muslim parents should bring up their children according to the teachings of Islam. Parents have to make their children get used to doing the obligatory duties and avoiding haram (unlawful) things before puberty, so that it will not be too hard for them to adhere to Islamic rules after they reach puberty. … Sheikh Muhammad Al-Mukhtar Al-Shinqiti, director of the Islamic Center of South Plains, Lubbock, Texas, states: „They [Muslim parents] should try their best to convince her to wear hijab and she should know that she is not to refuse something that has been ordained by Allah in the first place and that was also ordained by her parents, who deserve her obedience.“ … The father, as the guardian of his family, may stress that his daughter should wear hijab in case she refuses to wear it out of disobedience to the obligation of Allah. … Sheikh `Abdul-Majeed Subh, a prominent Azhar scholar, adds: „Hence in this situation her parent or guardian has to make her wear hijab so as to prevent means that may lead to evil or immorality.“

http://infad.usim.edu.my/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=8813

[39] Spiegel-SPECIAL 2/2008, April 2008 • „Die Juden auslöschen“ • Hasspropaganda im Namen des Islam: Schon Kleinkinder werden indoktriniert. • Von Matthias Küntzel

http://www.matthiaskuentzel.de/contents/die-juden-ausloeschen

[40] Dhimmi, Schutzbefohlener. Falschgläubig und damit sittlich minderwertig. Sklave unter der Herrschaft der Muslime.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dhimmi

[41] Dschihad. Von Allah angeordnete Verpflichtung zum Beseitigen der Macht der Nichtmuslime und Islamapostaten als der „Kampf auf dem Wege Gottes“ (al-ǧihādu fī s-sabīl illāh, the struggle in the path of Allah) „Der Dschihad stellt als eines der Grundgebote des islamischen Glaubens und eine allen Muslimen auferlegte Pflicht ein wichtiges Glaubensprinzip des Islam dar.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Dschihad

[42] Yusuf al-Qaradawi (Yūsuf al-Qaraḍāwī)

http://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi

[43] Farḍ bedeutet religiöse Pflicht, (göttliche) Verordnung, Verordnung. Farḍ ist die Summe derjenigen religiösen Verpflichtungen, die Muslime im Ritualleben bedingungslos zu erfüllen haben. Das Verb dazu ist faraḍa bzw. iftaraḍa und kommt entsprechend in der Bedeutung von jemandem etwas als (religiöse) Pflicht auferlegen, verordnen, für verbindlich erklären sowohl im Koran als auch im Hadith vor.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fard

[44] Darf der weibliche Märtyrer oder Schahid (šahīd, pl. šuhadāʾ) vor der Bombendetonation die ‚aura entblößen und, um noch mehr Menschen umzubringen, minutenlang das Kopfhaar zeigen? Question: I would like to ask about the ruling of Palestinian women carrying out martyr operations. Fulfilling this mission may demand that they travel alone, without a mahram, and they may need to take off their hijab, the matter which may expose part of their ‚awrah. Dr. Qaradawi answers: The martyr operations is the greatest of all sorts of Jihad in the Cause of Allah. A martyr operation is carried out by a person who sacrifices himself, deeming his life less value than striving in the Cause of Allah, in the cause of restoring the land and preserving the dignity. … Concerning the point on Hijab, a woman can put on a hat or anything else to cover her hair. Even when necessary, she may take off her Hijab in order to carry out the operation, for she is going to die in the Cause of Allah and not to show off her beauty or uncover her hair. I don’t see any problem in her taking off Hijab in this case.

http://www.meforum.org/646/the-qaradawi-fatwas

Schariagegner zu Beate Sträter: Kopftuch und Kreuz

September 28, 2008

087

διά,

λόγος!

[Zu] ’Dialog’, von altgriechisch

Dhiá, „hindurch“ und Lógos,

„Wort, Bedeutung, Sinn“.

Diá-Log wäre damit ungefähr

„der hinüberfließende Sinn“.

Ohne vorhandenen Sinn jedoch

fließt wenig von Selbigem hinüber,

von wo nach wo auch immer.

Beate Sträter:

« Kopftuch und Kreuz.

Muslimische Frauen

aus evangelischer Sicht »

Gelesen und kommentiert,

auch aus evangelischer Sicht,

von Jacques Auvergne

7 (aktuelle Fragen), mit denen sich Muslime in dieser Gesellschaft auseinandersetzen müssen.

Soso, müssen sie das, ’die’ Muslime und ’in dieser Gesellschaft’? Die Bonn-Bad Godesberger Pfarrerin Dr. Sträter konstruiert eine Sorte Mensch, die Menschensorte der Muslime und definiert diese als irgendwie integrationsproblematisch. Das letztere stimmt sogar und wäre eine detaillierte Betrachtung wert, die sich die kopftuchtolerante Autorin leider erspart. ’Die Muslime’ also, das ist bereits ausgesprochen schariakonform gedacht von unserer evangelischen Pastorin, schließlich ist der Islam eine vormoderne Ideologie, die alle Menschen der Welt in Klassen verschiedenen sittlichen Wertes aufteilt und ’die Muslime’ mit repressiver Sexualmoral und sklavisch zu befolgenden Verhaltensvorschriften gängelt. Indirekt legt Dr. Sträter uns gleichzeitig nahe, diese europäische oder jedenfalls bundesdeutsche Gesellschaft als muslimfeindlich zu betrachten und Muslime als diskriminierte Minderheit, was schlicht falsch ist, doch was sowohl dem Erniedrigungsbedürfnis der bußbereiten evangelischen Gutmenschen als auch der taktisch dosierten Larmoyanz der radikalen (ordnungspolitisch aktiven) Muslime entgegenkommt. Nebenbei: Müssen sich etwa nur die deutschen Muslime mit diesen ’aktuellen Fragen’ eventueller religionsbezogener Diskriminierung auseinandersetzen, nicht ebenfalls die entführten irakischen Priester oder Koptenmädchen? Und was ist mit den säkularen Muslimen im Iran oder Ex-Muslimen in Europa? Für Fachfrau Islamberaterin kein Thema.

Warum spricht die Fachberaterin für Islamfragen des Kirchenkreises Bad Godesberg/Voreifel nicht von ’Bürgerinnen und Bürgern eines freiheitlich-demokratischen Staates’, sondern von ’Muslimen’? Hier liegt ganz offensichtlich eine Gefahr für die freiheitliche Demokratie, eine Gefahr, die sich aus einer nebelhaften ’Formlosigkeit’ des christlich-muslimischen Dialogs ergeben kann, nämlich in toleranter Eintracht mit Sunna, Muslimbruderschaft und Islamverbänden Individuen ungefragt in Kollektive zu sperren. Derartig unterstützt die Autorin die integrationsfeindliche Dynamik islamtypischer Selbstabgrenzung und selbst gewählter Fremdheit beziehungsweise trägt als nützliche Dienerin des Patriarchats dazu bei, dass Mädchen und Frauen aber auch Jungen und Männer, dass alle freiheitsliebenden Menschen den Islam als ein Gefängnis der Orthopraxie, der geheiligten Vorschriften nicht verlassen können. Wenn ihnen die Flucht doch gelingt, dann verdanken sie es jedenfalls nicht der Haltung der evangelischen Fachberaterin für Islamfragen, eine Haltung, die sich mit ’entgrenzt tolerant’ beschreiben lässt. Oder mit ’bewährt gleichgültig’. Er muss aber violett sein, der Pullover.

Wie bedauernswert ist denn der diensthabende Muslim in der ach so intoleranten, schrecklich xenophoben BRD, nur weil er hierzulande keine Steinigungen kultivieren darf oder (offiziell) keine Polygamie praktizieren mit einer bedarfsweise neunjährigen Ehefrau? Sträter interessiert sich nicht für die Islamgeschädigten, die Frage nach den seelischen und körperlichen Opfern von Sunna und Scharia ist ihr völlig gleichgültig. Oder sie hat als Boff- und Qutb-Forscherin von der islamischen Sache keine Ahnung, das mag auch sein.

7 Dialog … EKD / EKIR

Das musste wohl so kommen: Die Evangelische Kirche beauftragt Vorturner für die zugegebenermaßen facettenreiche Islamproblematik. Ein irgendwie als islamkundig ausgewiesener Fachmensch denkt fleißig für den gesamten Kirchenkreis mit. Damit hat er dann das Monopol auf evangelische Islamkritik und damit zwingt sein multikulturelles Lächeln das Kirchenvolk zum Verstummen, denn er wird eben schamanengleich den Fetisch Toleranz beschwören statt humanistisch Islamkritik zu betreiben. Um seine Pfründe zu sichern, muss er die fleischgewordene Multireligiosität verkörpern, dafür wird er bezahlt und, das muss der Neid den meisten dieser Leute lassen, sie spielen ihre Rolle des Steinigungsverstehens und Ehrenmordbeschwichtigens geradezu bühnenreif. Pullover, bitte. Ja, lila.

Mein Mandat haben Sie nicht, sehr geehrte Frau Sträter, um christlich-muslimischen-Dialog zu betreiben und ich bin wie Sie Kirchenmitglied eben dieser Organisation EKD / EKIR. Es ist aber wohl so, dass ein Gemeinwesen immer den Islambeauftragten hat, den es verdient. Ich finde, die Rheinische Landeskirche und auch der Wichern-Verlag sollte möglichst rasch etwas Besseres verdient haben! Um sich für einen ernst gemeinten Dialog tauglich zu erweisen, sofern dieser denn gewünscht ist.

8 erschreckend, wie tief die Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam auch bei den Gliedern der christlichen Gemeinden verbreitet sind.

Es ist schon ein Ärgernis, wenn die Basis anders denkt, als die Obrigkeit es will, man denke da an die einstige Katholische Kirche und den Querkopf Martin Luther, mit dem sich Sträter einmal beschäftigen sollte. Statt dessen befasste sich Dr. Sträter wissenschaftlich mit Herrn Sayyed Qutb und der Lobby des ägyptischen organisierten Totalitarismus namens Muslimbruderschaft, theokratischen Putschisten, die Sträter mit der Befreiungstheologie Südamerikas verglich, was ungefähr so ist, als schriebe ich eine Arbeit mit dem Titel ’NSDAP und Ostermarschbewegung, zwei avantgardistische Gemeinschaften im kulturpädagogischen Vergleich’.

Die dienstlich erschrockene Frau Dr. Sträter also macht „Ängste und Vorurteile“ aus? Die so genannten Vor‑Urteile sind nicht selten ganz angemessene Urteile. Die erwähnten Ängste der Kirchenmitglieder vor einer nach weltweiter Dominanz strebenden Ordnungspolitik und Sexualpolitik, wie sie der radikale Islam nach innen etwa mit Bildungsverweigerung, Fundamentalisierung, Empörungsproduktion und nach außen mit einer geradezu industriell betriebenen Einschränkung der Meinungsfreiheit für Nichtmuslime, ganz im Einklang mit Koran und Hadithen, weltweit durchzusetzen trachtet, diese Bedrohung unserer Lebensweise darf und soll einen säkularen Bürger durchaus besorgt machen, sei er nun christlich, muslimisch, hinduistisch oder atheistisch inspiriert. Oder Bahá’í oder Jude. Oder emanzipierte Frau. Oder einfach nur freiheitsliebender Gegner des globalisierten Fundamentalismus.

Wenn hier etwas verbreitet ist, um Sträters Wort zu verwenden, dann sind es schlichte Unkenntnis, schuldhafte Ignoranz, entgrenzte Toleranz bis zu gerade so eben noch vermiedenen momentanen Selbstbeschädigung und ein krampfiger, den einzelnen Migranten namentlich den muslimischen um Absolution anflehender Anti‑Etatismus. Ein masochistischer Strukturhass, falsch etikettiert als Antifaschismus oder Faschismusresistenz. Sträters vielköpfiger ägyptischer Untersuchungsgegenstand in der Nachfolge der Herren al‑Banna und Qutb liest zeitgleich Adolf Hitler im Originaltext und träumt von der Vernichtung des Staates Israel als einer sakralen Reinigung der Erde vom Bösen. Idealisten unter sich.

Tiefernst nämlich zeigen die angetretenen soldatischen Formationen der hinter ihren bärtigen und turbantragenden islamischen Geistlichen aufmarschierten Hamas den Hitlergruß! Die Hamas als die palästinensische Teilbewegung der von Pastorin Sträter einst so ausführlich untersuchten und schnippisch-kokett mit der Befreiungstheologie Südamerikas (Boff) verglichenen Muslimbruderschaft (Qutb). Das müsste doch auch einen in der Wolle gefärbten Toleranten irritieren? Nicht, wenn der Pullover nur feministisch lila erstrahlt.

’Wenn wir die Terroristen nicht tolerant integrieren, dann radikalisieren die Exkludierten sich und wir eurozentrischen Bösewichte sind schuld.’ Mit dieser Logik hätte die Bundesrepublik Deutschland eine Rote Armee Fraktion zum (damals noch gar nicht erfundenen) Integrationsgipfel laden sollen oder zur irgendwie befreiungstheologischen Islamkonferenz. Bombenleger aller Länder.

„Jetzt feiern wir ein Friedensfest / das weiche Wasser bricht den Stein“. „Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand. Komm, reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand“. Der revolutionäre Islam hat eben Sex-Appeal für uns romantische Achtundsechziger. Diese hehren Naturburschen aus der Dritten Welt in ihrem Kampf gegen Kapitalismus und Spießbürgerlichkeit. We shall overcome, Allah`u akbar! Venceremos, Hallelujah! Das ist Integration pur. Wir evangelischen feministischen Theologinnen, ganz ergriffen und gerührt.

„Zwischen Radikalisierung und Integration. Politischer Islam in Ägypten und christliche Befreiungstheologie in Brasilien“, Beate Sträter, Baden-Baden (Nomos), 2007.

8 Die Kirchen, ihrer Friedenspflicht nachzukommen

Moralische Pflicht der Humanisten und praktischerweise auch der Christen wäre und ist es, den Unterdrückten und Verfolgten aller Welt beizustehen. Und von diesen nicht selten islamisch Erniedrigten gibt es etwa in Ägypten namentlich Kairo eine ganze Menge, einer Stadt, in der Schariafreundin Sträter ein Jahr gearbeitet haben soll. Die Kairoer Kopten, Bahá’í, Ex-Muslime und Islamkritiker sollte die Bad Godesberger Pastorin im Sonderdienst doch einmal zur Friedenspflicht ermahnen. Mag aber sein, dass die andere Seite dann etwas sauer wird, dann also bitte recht flink loslaufen.

8 multireligiöse Gegenwart

Die Evangelische Kirche soll die kulturelle Moderne bejahen und verteidigen helfen, nicht eine womöglich zunehmend fundamentalistische und in Parallelgesellschaften zerfallende so genannte multireligiöse Gegenwart. Die Evangelische Kirche soll den Wert der universellen Menschenrechte bekennen und verteidigen, beispielsweise die Frauenrechte, das Recht auf Straffreiheit bei gelebter Homosexualität und das Recht auf Straffreiheit und körperliche Unversehrtheit bei Wechsel der Religion namentlich beim Verlassen des Islam. Fehlt Frau Sträter dazu der Mut? Das wäre schade.

Dann eben Dhimmi-Status, eine rechtlich wahrhaft multikulturelle Situation: Allahs halbierte Freiheit für alle, geheiligter Sadismus dem muslimischen Herrenmenschen und verlässliche Entrechtetheit den Juden und Christen. Der lästige Zwang zur Entscheidung ist mir also auch noch abgenommen worden von der fürsorglichen, bekümmerten Scharia im ganzheitlichen, sexualitätsbejahenden und ganz besonders frauenfreundlichen Kalifat.

8 mein Eindruck (…) in der Kirche gibt es die Tendenz, sich abzugrenzen und Hürden für eine Begegnung zu erhöhen.

Das wäre ja schön, wenn eben dieses aus der legitimen Verteidigung der säkularen Moderne, der Meinungsfreiheit oder der (auch negativen) Religionsfreiheit geschähe. Mein Eindruck ist leider, dass die kirchlicherseits kultivierte, selbstbeschädigend tolerante Gesprächsbereitschaft mit der fundamentalistischen, vormodernen und frauenfeindlichen islamischen Orthodoxie dominiert, die Dialoge mit den wenig säkularen Vertretern des deutschen Verbandsislam also eingeschlossen. Sonst würde Beate Sträter die evangelischen Schafe ja nicht derartig ungehindert zur Schariafreundlichkeit ermahnen können.

Es wird wohl noch einige wenige Jahre dauern, bis auch der evangelische Teil der professionellen Lobby der bundesdeutschen (und europäischen) Schaufensterintegration um ihre Pfründe fürchten muss. Die Erkenntnis, dass eine Haltung wie die der Autorin weder den emanzipierten Muslimas noch der freiheitlichen Demokratie hilft, vielmehr durch ihre Duldsamkeit gegenüber den sich verfestigenden Strukturen eines ordnungspolitischen Islam die bürgerlichen Grundrechte und die 1948 erklärten Menschenrechte auszuhöhlen und zu untergraben hilft, beginnt sich zum Glück in den Herzen und Hirnen der Kirchenmitglieder durchzusetzen.

Wenn die von der Autorin attestierten erhöhten Hürden auf einen erhöhten Informationsgrad zurückzuführen sind, dann ist das ja nichts Schlechtes. Zumal das, was Sträter macht, womöglich keine Begegnung ist, sondern glitschige Anbiederung nach außen zum Islam und masochistische Beschwichtigungskultur gegenüber dem rheinischen Kirchenvolk. Was im Geiste dieses Buches ’Kopftuch und Kreuz’ stattgefunden hat und stattfinden wird, ist kein Dialog, sondern Dogma und Diktat.

Das jedoch wird uns keine Integration bringen, sondern frömmelnde Beweihräucherung der zeitgleich zunehmenden Segregiertheit in nichtmuslimisch bewohnte Stadtviertel der moralisch Minderwertigen und schariatisierte Stadtviertel sittenbezogener islamischer Überwachung. Oder, harmlosestenfalls, glänzende Unterhaltung und eine gerade unter uns frohgestimmten Kirchentagsbesuchern beliebte Tagesdosis von diesem ausgesprochen progressiven und dabei auch noch evangelischen Gefühl, zu den Guten dieser Welt zu gehören. Und wenn man als klerikale Unterhaltungskünstlerin damit auch noch Auskommen und Ruhm erlangt, dann ist das doch sehr erfolgreich für alle Beteiligten, nicht wahr?

Nicht wahr.

9 (die) Jahre des Aufeinanderzugehens

Ja, es hat sie gegeben, diese Jahre des Aufeinanderzugehens im Namen der Leugnung des Armeniervölkermordes, der Leugnung der regionalen Ausrottung der orientalischen Juden, Jesiden, Christen, Mandäer, Zoroastrier und Bahá’í. Jenes EKD-gesegnete, christlich-muslimische Aufeinanderzugehen im Namen der unterdrückten Frauenrechtler und Islamkritiker oder auch nur handwerklich guten Journalisten oder eigensinnigen Blogger. Jahre, die ebenso antiintellektuell geprägt waren wie islamfreundlich. Jahre, in denen etwa Beate Sträter mit Bekir Alboğa auf Kirchentagen plapperte oder in denen sie, offen für fremde Kulturen, die zur Intoleranz und zum Dschihad erziehende Bonner König-Fahd-Akademie betrat. Dienstlich.

12 Meinen Cousin

Die Autorin verteidigt die schreckliche, sich dem Grauen des Inzests annähernde Cousinenehe! Das ist für uns Sozialpädagogen und Kenner der schariakonformen türkischen und kurdischen Zwangsehen kaum zu fassen. Ganz zufällig ist der jetzige Ehemann einer beschriebenen Frau also kein Atheist oder Hindu oder Ex‑Muslim, sondern ist ihr Cousin und damit wiederum ganz zufällig ein begeisterter Bekenner einer Gottheit namens Allah. Die Autorin hat womöglich, zwanzig Jahre lang, nichts kapiert vom menschen(rechts)feindlichen, frauen(rechts)feindlichen Druck der Großfamilie gegen das Individuum, zumal das weibliche. Kreuzcousinenheirat erzeugt seelisch verkrüppelte Menschen, die kaum jemals die Chance haben werden, dem Gefängnis des islamischen Fundamentalismus zu entrinnen.

Sträter toleriert dienstlich sowohl Cousinenehe als auch die Scharia. Pauschal. Undifferenziert …

15 [Menschen, die erfreut sagen] der Multikulti-Traum [sei] ausgeträumt, verberge sich dahinter doch nur eine andere Form des Nebeneinanderherlebens.

Ein in der Sache wichtiger Hinweis, jenen Menschen stimmt dieses Blog sogar zu. Die Autorin träumt ihn weiter, den multikulturellen Traum, und verbrachte auch schon mal einige Zeit beruflich in Kairo, jener multikulturellen Stadt, in der Christen Menschen zweiter Klasse sind und Bahá`í nahezu rechtlos. Koptische Mädchen und junge Frauen werden wie beiläufig geraubt und geschwängert und zwangsislamisiert. Von ihren patriarchalischen Clans verstoßene muslimische Frauen huschen wie Geister durch die Stadt, sie haben ebenso kein Recht auf Erziehung ihrer Kinder wie die ganz wenigen hörbar zum Christentum konvertierten Frauen. In nahezu allen islamisch dominierten Staaten der Erde bedeutet die Konversion zum Christentum den Verlust der Kinder und oftmals ein Leben ohne einen Reisepass oder ohne Papiere. Christen können nichts erben, selbst wenn sie die einzigen näheren Verwandten sind! Die ganze Form der von Europäerinnen zu recht als diskriminierend beschriebenen Folgen des Bezness ist eine veritable christlich-muslimische Begegnung und ein Vorgeschmack auf das, was Nichtmuslimen oder Ausbrechern aus dem totalen Tugendgefängnis namens Islam blüht.

Noch zur Stadt Kairo, dem zeitweisen Erlebnisraum und Forschungsgegenstand der Autorin, die dort wohl einmal ein Jahr lang in einem Kindergarten gearbeitet hat. FGM in der Weise der Klitoridektomie ist ägyptischer Alltag, dem seit Jahrhunderten ebenso wie heute die Mehrheit der Ägypterinnen ausgesetzt ist, die zumeist im Kindesalter an ihren Genitalien verstümmelt werden, um als ehrbar und rein zu gelten. Seit etwa eineinhalb Jahrzehnten findet sich alle ein bis zwei Jahre irgendjemand an der so genannten Universität der al-Azhar, der die khifadh (auch khafd, islamische FGM) treu blickend für islamisch verboten erklärt. Die Zahl der Geistlichen, die khifadh (khafd) gutheißen ist in dieser Zeit natürlich keinesfalls gesunken. Auch 2008 predigen hohe Würdenträger die problemlose Verträglichkeit der FGM mit der Religion. Islam ist halt tolerant, fgmtolerant. Wie tolerant ist die Autorin.

21 Die Sicht des Islam hat sich dabei rapide verschlechtert.

Wegen dichten Nebels oder anderweitiger Sehstörung? Deutsch lernen lohnt sich eben auch als Inländer. Spaß beiseite.

Gemeint ist offensichtlich die Einschätzung und Bewertung des Islam durch Deutschlands Nichtmuslime.

Ist die „Verschlechterung“, ist der von Beate Sträter beklagte Mangel an Islamoptimismus nicht einfach nur auf eine gestiegene Informiertheit zurückzuführen?

Möchte die Islamberaterin und Wildbiologin Sträter dazu einladen, den Tiger als Kanarienvogel zu bezeichnen? Das war jetzt ein Scherz, die Dame hat womöglich keine Ahnung von Biologie.

Um noch ein wenig beim fabelhaften Tiergleichnis zu bleiben. Rabeya Müller, auch lilagewandet, sie wird manchmal eingeschätzt als eine, die einen eingestandenen Tiger namens Islam zum gottlob ausgestorbenen Säbelzahntiger erklärt und damit als Islamreformerin gelte. Dieser Eindruck kommt ihr bestimmt nicht ganz ungelegen, und wenn die Folge einer weltweiten Islamreform mit von ihr ausgeht, möchte dieses Blog dem nicht im Wege stehen. Was allerdings in den kommenden Jahrzehnten wenig wahrscheinlich ist, dass sich überhaupt irgendein islamischer Würdenträger für die kölsche Sunna‑ und Scharia‑Interpretation des ZIF interessiert. ZIF ist eben nicht Azhar. Rabeya Müller sagt auch etwas anderes.

Sie hält Scharia und Sunna keineswegs für fossil, sondern verwandelt das selbst unter Muslimen aller Couleur nahezu unbestrittene Raubtier Islam in ein scheues Reh. Rabeya will den optischen Bambi-Islam! Beide Frauen, Müller wie Sträter zwinkern sich ein fröhliches „Gebe es die Gottheit, die Christen oder jedenfalls Nichtmuslime mögen harmlos wie Kaninchen sein“ zu. Beim Wort Kaninchen allerdings zuckte ihm das Ohr, dem hungrigen Tiger, ein Rehlein tät`s für heute freilich auch.

22 junge Muslime leben in weitgehender Perspektivlosigkeit.

Junge europäische Vietnamesen oder Peruaner oder Urdeutsche vielleicht ebenso, doch diese alle lernen erfreulich häufig Sprache und Benimm und Handwerk, statt von Dschihad und Kalifat zu träumen und sich in jener islamtypischen Mischung aus Wehleidigkeit und Großmäuligkeit zu kriminalisieren und Deutschlands Haftanstalten zu bevölkern. Man lese dazu nur den neuesten ’Integrationsbericht’ der Bundesintegrationsbeauftragten, herausgegeben von Staatsministerin Dr. Maria Böhmer.

22 Kopftuch (…) vielfach eher eine kulturelle Tradition

Hakenkreuzfahne auch, beides nicht angeboren. Die Autorin hat das Wesen des Islam überhaupt nicht verstanden oder aber verbirgt ihren Einblick recht erfolgreich. In Bezug auf die nachweislich und aus seinen eigenen schriftlichen Quellen heraus seit einem Jahrtausend auf unkreative Orthopraxie und auf Zerschlagung des freien Willens zielende Herrschafts- und Sozialisationskultur namens Islam ist es so gut wie verfehlt, zwischen Kultur und Religion überhaupt zu unterscheiden!

Das mag man mit Bassam Tibi bedauern, der freilich genau weiß, wo die prekären Chancen für einen ernst gemeinten arabischen und islamischen Begriff der Säkularität zu finden sind und was beziehungsweise wer ihnen gegenwärtig im Wege steht. Sträters Aussage impliziert, es gäbe sie überhaupt bereits und in einer dem Individuum Freiheiten schaffenden Weise, diese Verschiedenheit von religionsnaher Tradition und muslimischer Spiritualität, damit auch diese Trennung von Alltag und Orthodoxie. Beiderlei Einschätzung trifft den islamisch geprägten Teil der Erde nicht.

Vielmehr ist das Kopftuch islamisch, ohne Kopftuch kein Islam. So gilt das und in aller Brutalität für Hunderte von Millionen von Mädchen und es ist zwar richtig, darauf hin zu weisen, wie Professor Tibi es tut, dass es in gewissen Teilen Westafrikas oder Südostasiens traditionell kein als verpflichtend angesehenes Kopftuch gegeben hat. Es stimmt auch, dass eine gemäßigt fundamentalistische türkische Familie ihre komplette Weiblichkeit mit Tüchern verhüllen mag, indes die radikalislamischen Nachbarn offenes Frauenhaar an den Tag legen (etwas gezügelt und gebändigt ist es freilich fast immer). Sträter vernebelt einfach das frauenentwürdigende islamische Aura-Fitna-Konzept, demgemäß der weibliche Leib das moralisch Zersetzende und das (die persönliche Chance auf einen Platz im Paradies) gefährdend Dämonische in Stadtfrieden und Männerwelt einbringe. Warum schweigt die Autorin zu der veritablen schwarzen Pädagogik, die in jedem gezielten und in muslimischen Familien üblichen Erwecken von Angst vor vermeintlichen Höllenqualen liegt?

’Jedes Haar was man sieht verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange’, so hört es manch ein deutschtürkisches Mädchen. Sträter bewiese Courage und Frauensolidarität, wenn sie muslimische Frauen dahingehend ermuntern würde, ihren Kindern künftig keine Angst mehr vor Allahs angeblicher Höllenstrafe zu fabrizieren! Das aber trauen sich beide nicht, die pastorale Islamberaterin und die hanafitische Mutter.

Kopftuchideologie und Kopftuchpraxis entstammen einem nicht lediglich sexualmagisch-okkulten sondern zusätzlich machistisch-mysogynen Wurzelgrund. Für diese vormoderne Auffassung von Frau (und Mann!) läuft jede Kopftuchträgerin Reklame, ob sie es nun weiß oder will oder nicht weiß oder nicht will.

Der im orthodoxen Islam Sozialisierte und der in eben diese vormodern-antidemokratische Herrschaftskultur hinein Sozialisierende fragt nicht nach bürger(recht)licher Freiheit oder kindgerechter Pädagogik, sondern nach dem ewigen Platz im Himmel. Diese antiindividualistische Wertordnung und die Forderung nach dem Aufbau einer antidemokratischen ordnungspolitischen Gegenwelt ’islamischer Gesellschaft’ trägt eben das Kopftuch durch Schulhof und Innenstadt, so als würde die Dame permanent einen mahnend erhobenen Zeigefinger heben.

Wir säkularen Muslime oder Nichtmuslime dürfen das politische Kopftuch als ätzenden Angriff verstehen und sollten das wohl sogar. Es erstaunt nicht zu hören, dass Sträter als begeisterte Befürworterin des Lehrerinnenkopftuches bekannt geworden ist. Sie mag ihre gesellschaftliche Aufgabe einer evangelischen Pastorin dahingehend (miss-)verstehen, dass sie derlei Toleranz unter „Friedenspflicht“ verbucht.

23 Die massive Abwehr des Kopftuchs

Nanu, das Kopftuch als aktiver Abwehrspieler, ach nein, sie meint die aktiven Kopftuchgegner, kein wild gewordenes Tuch. Das Adjektiv massiv ist etwas manipulierend und unterstellt Unverhältnismäßigkeit wenn nicht Heimtücke oder unchristliche Militanz. Ach so, Muslime wehren niemals irgendetwas ab (kleiner Scherz).

Zur Sache: Es wird gar nicht abgelehnt, das Kopftuch, leider, jedenfalls nicht durch das evangelische kirchliche Fußvolk.

Es wird von säkularen Muslimas abgelehnt, das Kopftuch. Es wird von Ex-Muslimas abgelehnt. Diesen Frauen fällt die Schariafreundin aus Bad Godesberg in den Rücken. Das allerdings massiv.

Wir sollten die Godesberger Dame geschwind als Dozentin für die ehrwürdige al‑Azhar vorschlagen.

23 [Muslime] Menschen, die ihre Religion auch im Alltag leben

Da knickt der multikulturell erleuchtete Kirchentagsbesucher doch zerknirscht lächelnd ein: Der ’edle Wilde’ ist fromm! Erkenntnis masochistischen Lustgewinns, der leider für Spiritualität gehalten wird. Der Orientale betet für mich evangelischen Sünder, was für ein integratives Kopftuchglück. Und die kuschelige alternative Wohngemeinschaft namens EKD erstrahlt in einem feministischen Lila, sofern sie nur scharf genug über Alice Schwarzer lästert. Wie gut, dass Schwarzer Atheistin ist, allahseidank.

Genug der Ironie.

Islamisch geprägte Großfamilien und Straßenzüge sind Kerker des Gehorsams und der permanenten Überwachung, deren kreativste oder sensibelste Köpfe manchmal die Chance hatten, in einen nicht islamisierten Teil der Erde zu fliehen. Das mag ja in zweihundert Jahren einmal menschlicher sein.

Das Entwickeln einer persönlichen Spiritualität konnte im Islam seit 1.400 Jahren noch nie im Vordergrund stehen. Sehen wir zu, dass das freie Denken und Kunstschaffen und Kritisieren, dazu gehört weltweit immer auch eine gehörige Portion an Islamkritik, in unserer Zuwanderungsgesellschaft erhalten bleibt und sogar den Muslimen zugänglich gemacht wird. Das wird mehrere Generationen dauern und kann durchaus misslingen. Misslingen beispielsweise im Namen einer verabsolutierten Toleranz.

In diesem Fall werden in fünfzig Jahren christliche Kreationisten und christliche Schariafreunde den feudal herrschenden Islamverbänden ordnungspolitisch zuarbeiten. Lästige Atavismen wie Pressefreiheit oder Islamapostasie werden dann als überwunden gelten. Das alles sind dann, würde Sträter vielleicht sagen: „Menschen, die ihre Religion auch im Alltag leben.“

23 das Recht auf Differenz, das die feministische Bewegung immer (…) eingefordert hat [anstelle dessen herrsche intolerant ein] Diskurs der Dominanz, sehr festgelegte Konzepte von Integration

Menschenrechte sind universell, unser kopftuchkritischer, islamkritischer und gleichheitsfeministischer Blick, seien wir nun Muslime oder Nichtmuslime, darf sich und muss sich gegen den islamischen Konformitätsdruck und Kollektivismus richten. „Recht auf Differenz“ soll wohl den Mangel an Bereitschaft der Europäer vernebeln, die universellen Menschenrechte für die Individuen der islamischen Parallel- und Gegengesellschaften Europas zu garantieren und durchzusetzen.

Nach Sträter sei jede Kopftuchkritik von Nichtmuslimen eurozentrisch und islamophob. Das ist freilich Unsinn.

Dürfen wir vermuten, dass Islamberaterin Beate Sträter bei den Moscheegemeinden und Islamverbänden sehr beliebt ist?

25 Wirtschaftliche oder politische Teilhabe – gerade auch muslimischer Frauen

Sträter unterstellt der deutschen Gesellschaft permanentes Muslimdiskriminieren, was sachlich falsch ist. Jeder kann in Deutschland glauben was er will, recht anders als in Saudi-Arabien oder Pakistan übrigens. Die Autorin bietet sich als verlässliche Hilfe zur Behebung dieses angeblichen permanenten Verfassungsbruchs an. Endlich tut jemand was. Ist sie heute schon mit einem Demo-Transparent in der Innenstadt gesehen worden?

Die Autorin verschweigt die Wahrheit, dass gewisse Teile der muslimischen Eltern ihre Kinder verprügeln, wenn sie zu hause auch nur ein Wort deutsch reden, Eltern, die in Kauf nehmen würden, dass ihre Kinder ohne ein Wort Deutsch zu sprechen eingeschult werden. Sträter verschweigt, dass muslimische Familien ihrer Tochter den Ehemann aussuchen, der sie dann zur Kinderaufzucht ins Haus verbannt und der im Einklang mit den Normen der Umma ihr den Kontakt zur nichtmuslimischen Urbevölkerung verbietet. Wir wissen von türkeistämmigen Eltern, die der Tochter den Schul- oder Fachhochschulbesuch untersagen, weil sie im Schulgebäude wiederholt mit dem einen oder anderen männlichen Studenten gesehen worden ist und irgendeine anatolische Tante plötzlich Alarm schlägt. Dann nämlich herrscht die Angst davor, ’ins Gerede zu kommen’, nicht irgendein auf dem Papier stehendes Recht auf Schulbesuch.

Wahr ist ferner, dass in gewaltigen Teilen der islamisch dominierten Staaten Mädchen die Schule nicht besuchen dürfen, beispielsweise, weil sie das Haus nicht verlassen dürfen. In Teilen der Welt besitzen Frauen kein Bankkonto, keinen Pass, kein Bargeld, keinen Führerschein, alles begründet mit einer als Religion daherkommenden Lebensordnung namens Islam. In Afghanistan und auf der arabischen Halbinsel sind wiederholt Mädchenschulen von islamisch Motivierten Männergruppen angegriffen worden.

Den Orient betreffend, sehr geehrte Frau Sträter, ließe sich auch was die „wirtschaftliche oder politische Teilhabe“ von Mandäern, Zoroastriern, Kopten und Bahá’í oder Ex-Muslimen betrifft sicherlich noch einiges tun.

Muslimische Frauen in Deutschland werden nicht von der Bundeskanzlerin oder der Bundesregierung unterdrückt, sondern von einem politischen Kult namens Islam. Niemand in Deutschland oder Europa fragt mich nach meiner Religion oder Ex-Religion, weder Arbeitgeber noch Krankenkasse noch Bürgermeister noch Zeitungsredakteur oder Sportverein. Halt, das mit dem Sportverein stimmt seit kurzem nicht mehr so ganz, seitdem es im benachbarten Schwimmbad einmal wöchentlich ’Muslimisches Schwimmen für Männer’ gibt. Schwimmbad-Apartheid, einst Whites only, jetzt Muslims only.

26 Gesichtschleier. Das steht doch nicht im Koran

Ja und was ist, wenn sie denn drin stünde, die Pflicht zum Gesichtsverschleiern, im Koran? Die besonders kriecherischen oder ziegig frömmelnden oder einfach nur verprügelten Musliminnen würden dann mit einer Burka herumlaufen, das mag ja so sein. Eines ist sicher: Sträter würde sie dann so herum laufen lassen, wenn die Niqabpflicht koranisch wäre. Und Sträter hält den Niqab heute für ein interessantes und schützenswertes Accessoire? Zeitgleich wird im Internet unter deutschen Muslimas diskutiert, ob der Niqab denn nun fard ist oder nur ein bisschen fard, wer Lust hat informiere sich unter http://www.an-niqab.de/index.php, da verlinkt man den erleuchteten Pierre Vogel.

Gesichtsschleier! Der Niqab ist eine der heimtückischsten und niederträchtigsten Folterwerkzeuge der letzten zwei Jahrtausende, die sich der menschliche Geist ausgedacht hat. Niqab entmenscht, der Gesichtsschleier raubt der Frau öffentlich das Gesicht. Kein Problem für Frau Fachberaterin.

28 Vorhang oder Wandschirm zur Trennung von Männer- und Frauenbereichen.

Finde ich das denn so toll als fremdenfreundlich sozialisierter Kirchgänger, dass meine Bonn-Bad Godesberger Pfarrerin Verständnis aufbringt zur Apartheid der Geschlechter im ex‑öffentlichen Raum der europäischen ex‑offenen Gesellschaft? Und mich dahingehend erziehen möchte, dass ich bitte nicht länger intolerant aufschreie, wenn jemand von Trennwänden oder Raumteilern zur angeblich gottgefälligen Schaffung von Männer- und Frauenzonen schreibt? In der Tat, da bin ich intolerant, wenn ich höre oder lese, dass da wer die Anwesenheit von Frauen in der Männergruppe nicht toleriert oder die Anwesenheit von Männern im Frauenbereich (einer beispielsweise von Pierre Vogel angemieteten Stadthalle). Wie aber kommt es nur, dass die Autorin jetzt sicherlich nur die eine Art von Intoleranz anprangert, nämlich die der Vorhangfeinde und Wandschirmgegner, nicht die Intoleranz der Feinde der Koedukation beziehungsweise die Feinde stundenweiser ’frevelhafter’ Gemischtgeschlechtlichkeit?

29 Tschador, (…) Burka (…) entstammen lokalen Bräuchen und Gewohnheiten

Glühbirne und Guillotine, Dampfmaschine und Konzentrationslager auch. Und Frau Pastorin schwebt in gott-/göttingleicher ethischer Äquidistanz zwischen diesen soeben genannten Objekten ortsüblicher Brauchtümer und Gewohnheiten und ruft ’Friede, Friede!’ Mit lila Wollpullover, das versteht sich. Jemand sprach einmal von ’militanten Friedenstäubchen’.

Die Islamberaterin möchte uns vernebeln, dass Tschador und Burka aus dem so genannten Islam stammen, einem repressiven, mysogynen, territorialdominanten politischen Kult, den man entweder in die Schranken weist oder tolerant ’blühen’ lässt.

Das ’Prinzip Hijab’ ist als Teil der Scharia kosmisch, ewig, zumindest seinem zugegebenermaßen reichlich überheblichen Anspruch nach. Der orthodoxe (ordnungspolitische) Islam ist nun einmal sehr anspruchsvoll.

Tschador und Burka, Frau Islambeauftragte!

Tschador und Burka sind textile Gefängnisse für Hunderttausende von Frauen, die lebenslang als Kauf und als Beute jedenfalls Besitz unter diesen Hüllen zu verharren haben. Ausbruch aus dem Stoffkäfig zieht das Verprügelt- oder Vergewaltigtwerden nach sich. Derlei Menschenverachtung, übrigens auch Männerverachtung ist unserer Islambeauftragten ganz offensichtlich egal, gleichgültig. Gleich-gültig, äquidistant.

Für Millionen von Frauen in dem Teil der Erde, der vom islamischen herrschaftlichen Kult ’befriedet’ worden ist, ist eine persönliche Auswahl der eigenen Kleidung ebenso wenig möglich wie die Auswahl des Ehemannes oder eine Meinung zum Thema Verhütung oder zur Kinderzahl. Unsere Islambeauftragte darf heute lila tragen, Mullahs jedenfalls Männer lächelnd anquatschen und im In- und Ausland herumreisen. Meine türkische Nachbarin darf ohne Erlaubnis nicht vor die rheinische Haustür und bekommt Schläge, wenn sie es dennoch tut. Und muss die subjektiv höllische Angst haben, ’nicht in den Himmel zu kommen’, wenn sie ihrem Ehemann widerspricht. Richtig, Kopftuch trägt die Türkin keines, Islam ist halt sehr flexibel.

33 Frauen im Kampf um gleiche Rechte

Eben. Mit Koran, Sunna und Scharia nicht zu machen.

85 Alice Schwarzer

Alice Schwarzer, Verstand und Verantwortung. Stark! Das ist Frauenpower pur. Klar, dass Schariafreundin Sträter einige Zeilen gegen Schwarzer poltert.

Für uns säkulare Humanisten, für uns Evangelische in der EKD und zumal in der EKIR sollte die Gründerin der Zeitschrift EMMA und Altmeisterin des Gleichheitsfeminismus zu allen frauenrechtlichen Belangen maßgeblich sein. Sträter freilich sieht das etwas anders.

86 alle Scheußlichkeiten der Frauenunterdruckung in islamischen Gesellschaften

Eben! So sieht`s aus, traurig.

88 Während muslimische Frauen die Verschiedenheit von Männern und Frauen selbstverständlich voraussetzen (…)

Bei Mullah Sträter erfährt die muslimische Frau Rechtleitung.

Im Ernst: Zwar erziehen viele der Scharia oder der Sunna unterworfene Frauen ihren Sohn zum verwöhnten Macho und ihre Tochter zur gehorsamen Kammerzofe, doch ist derlei Ideologie nun wirklich nicht angeboren. Modern denkende, fundamentalismusresistente Menschen werden wohl jeglichen ’Gender-Extremismus’, werden all das überholte patriarchalische Verständnis von Geschlechterrollen auf den Müllhaufen der Weltgeschichte werfen wollen. Will die Autorin die Weiterentwicklung des Orients verhindern?

Koran, Hadithe und Fiqh erklären Mann und Frau als einerseits einander wesensfremd, andererseits die Frau zum Wesen minderen Wertes.

91 Insgesamt stellen Boos-Nünning/Karakaşoğlu eine weitgehende Zufriedenheit der Mädchen mit der Beziehung zu ihren Eltern und zu ihren Familien fest

In der Tat, die ’Zufriedenheit’ nimmt in meiner Stadt dieser Jahre sogar noch zu, weil dort auch die Zahl der Kopftücher und Zwangsehen ansteigt. Fundamentalismus macht halt ’fröhlich’. Angst desgleichen.

Soviel zur ’wissenschaftlichen’ Ergebnisqualität von Boos-Nünning und Karakaşoğlu. Einfach legendär.

98 Die traditionsreiche al-Azhar …

… hält auch im Jahre 2008 die Kappung, Kürzung oder Amputation der Klitoris für gottgefällig. Aber nicht bei jedem Mädchen. Und nur so viel wegschneiden, wie es notwendig ist. Und Allah weiß es am besten.

Hoppla, wie verstörend multikulturell, die al-Azhar will die khifadh (khafd), die islamischen Eliten bejahen die FGM! Das passt aber gar nicht in unser Bild vom erwünschten toleranten Islam. Glücklicherweise für uns Evangelische wird die kultursensible al-Azhar dann aber sehr differenziert und grenzt den Mädchenkreis ein. Islam‑urologisch, sozusagen. Und verbietet jedes zweite Jahr die FGM, um sie einmal wöchentlich zu erlauben. Geht doch. Hauptsache, die europäischen Touristen bringen Devisen ins Land der Cheopspyramide.

Stadtviertelweise sind in Kairo zwischen 90 und 97 % der Frauen beschnitten. Der Dozent der fundamentalistisch-unwissenschaftlichen al‑Azhar-’Universität’ Dr. Muhammad Wahdan verteidigte die Frauenbeschneidung in einem Fernsehinterview gegenüber Frau Dr. Malika Zarrar in einem am 28. März 2006 ausgestrahlten Beitrag auf al‑Rai TV, Kuwait (Quelle: MEMRI).

Dem Einsatz etwa von TARGET um Rüdiger Nehberg ist es zu verdanken, dass am 22. und 23. November 2006 die islamische Frauenbeschneidung seitens der Azhar als unislamisch verboten worden ist. Goma’a, Tantawi, Zakzouk, Qaradawi, Nehberg, alle Würdenträger waren dabei. FGM jetzt ganz unislamisch, FGM jetzt so was von verboten! Das mögen wir Europäer doch so gerne hören. Also erschallt es entsprechend europafreundlich. Es wird jeden Tag weiter beschnitten. In Kairo, der flexiblen Stadt mit dem besonders flexiblen Herrn Scheich Tantawi.

Jener Herr Muhammad Sayyed Tantawi, der seit Jahrzehnten bekunden lässt, Beschneidung sei „a laudable practice that [does] honor to women“ – „Frauenbeschneidung ist eine löbliche, islamisch besonders anerkennenswerte Praxis, die der Frau zur Ehre gereicht“, Quelle: Geneive Abdo. Für die Rechtsschule der Schafi’iten gilt eine gemäßigte Frauenbeschneidung als verpflichtend. Die Indonesier sind schafiitisch, übrigens auch die meisten Palästinenser und die nachweislich teilweise FGM praktizierenden Kurden.

Noch zum 23. November 2006, Qaradawi und Nehberg in einem Kairoer Zimmer, die druckfrische Fatwa gegen FGM verlesend. Lesen konnte man allerdings, auch am selben Tag, auf Qaradawis Homepage: (1)

„[FGM] ist keine Vorschrift, wer glaubt, dass es im Interesse seiner Töchter liege, soll es tun, und ich persönlich unterstütze es unter den gegebenen Umständen in der modernen Welt. Aber wer sich dagegen entschließt, wird nicht als Sünder angesehen, da es vor allem dazu gedacht ist, Frauen zu ehren, so sehen es die Gelehrten.“

Soweit zur Flexibilität der Scharia, von der 2008 unter Menschenrechtsaktivisten und Islamkritikern wieder so viel gemutmaßt wird.

103 [ZIF möchte] … die Auslegung der Quellen von patriarchalischen Verzeichnungen [befreien]

Der violett angemalte ZIF‑Islam ist an der al‑Azhar nicht erwünscht, bei den deutschen Freunden der Multikultur schon.

106 [ZIF] geht auch von einer prinzipiellen Frauenfreundlichkeit und Gleichwertigkeit der Geschlechter im Koran aus …

Ja, der Islam ist frauenfreundlich, indem er zum Prügeln der Ehefrau aufruft, zur erzwungenen Verheiratung und ehelichen Schwängerung der Tochter, zum geheiligten Töten der Lesbe. Ja, da die Männer auch zwangsverheiratet werden ist der Mann irgendwie gleichwertig. Sträter übersieht, dass nur der Mann die gekaufte Frau verstoßen und zurückgeben kann an ihre Herkunftsfamilie, welche die Frau zu einem schlechteren Preis weiterverheiraten muss oder sich ’entehrt’ fühlt und die Frau dann nicht selten ermordet.

Kein Blut auf dem Bettlaken der einer arrangierten Vergewaltigung gleichkommenden islamischen Hochzeitsnacht?

Die Sache mit der angeblichen Gleichwertigkeit von Mann und Frau im Islam. Bei Wahhabiten und Taliban? Diese sind ’zwar’ patriarchalisch, zugegeben, aber möglicherweise ja wesentlich näher bei Mohammed und seinen Mitstreitern als das dem Wassermannzeitalter der Achtziger Jahre entsprungene Kölner ZIF es ist oder die gelegentlich von Kopf bis Fuß lila gewandete Schariafreundin Rabeya Müller.

Der heutige islamische Totalitarismus betreibt halt nicht nur die in der Weise des ’outsourcing’ seinen angeblich spontanen terroristischen Zellen überlassene Medien- und Propagandaarbeit (Attentate), sondern hält sich im Rahmen ganzheitlicher Kulturpädagogik auch ein paar Feministinnen, um der humanistisch oder auch christlich geprägten Sehnsucht nach Harmonie der Nichtmuslime zu genügen.

Dann gibt es da noch die etwas verwahrloste so genannte Linke, die Osama bin Laden mit Fidel Castro gleichsetzt und beide als Sozioreformer bewundert. Diese versehentlich jedenfalls verlässlich islamophile Linke hatte in den achtziger und neunziger Jahren Jobs in Pädagogik oder Kirche inne und in ihrer Jugend unheimlich viel ’antiimperialistisches’ Verständnis für Andreas Baader und Gudrun Ensslin, diese Linke erblickt womöglich im irgendwie ’koranisch-frauenfreundlichen’ (ZIF, bei Sträter) Ur‑Islam den befreiungstheologischen und antikapitalistischen Fortschritt auf einem Weg zur herrschaftsfreien Gesellschaft. Das sind doch mal Visionen, ’I have a dream’. Wo uns doch immer wieder von irgendwelchen xenophoben Islamhassern eingeredet wurde, Sunna und Scharia und Kalifat würden brutalen Klassengesellschaften entstammen und selbige neu produzieren. Was schließlich gar nicht stimmen kann, sonst hätte uns Frau Pfarrerin Dr. Sträter doch etwas Derartiges mitgeteilt. Stattdessen: Jesus und Mohammed als die beiden ersten Exemplare von Frauenversteher und ’neuem Mann’, beide sozialistisch, der Prophet des Islam auch noch dezidiert antiimperialistisch.

EKD / EKIR 2008. Zwischen “Kopftuch und Kreuz” (Sträter 2007) spielt man gerade als alter Achtundsechziger ein bisschen Jesus und gibt man sich moralisch äquidistant: Allah goes New Age. Woodstock statt Steinigung oder: Vom Istanbuler Harem zur kommunistischen WG. Die Muslimbruderschaft feiert den Weltfrauentag. Mit Betroffenheit. Tschador und Kaaba heute ganz in feministischem Lila. Wer jetzt nicht kuscht hat wohl zu viel Alice Schwarzer gelesen. Genug der Ironie.

Die von keinem geringeren als von Allah beschriebenen Steine, ’nicht zu groß um nicht sofort zu töten, nicht zu klein um kein anständiger Stein zu sein’, aus sträterscher „Frauenfreundlichkeit“ zertrümmern sie den Schädel der iranischen oder afghanischen oder somalischen Ehebrecherin. Auch diese Frau, legt uns « Kopftuch und Kreuz » nahe, diese Frau sei vom Koran als gleichberechtigt angedacht worden. Gut dass wir mal darüber geredet haben, face-to-face, so von Gesicht zu Gesicht. Ach, sie hatte gar kein Gesicht, die zerschmetterte Paschtunin oder Perserin oder Somalierin? Wo ein Gesicht hätte sein sollen war lebenslang nur ein schwarzes Stück Stoff mit Sehschlitz oder ein taubenblaues und dabei keusch‑blickdichtes textiles Gitter?

„Prinzipielle Frauenfreundlichkeit“, so erwähnt es Fachfrau Sträter, Islamberaterin von Bad Godesberg/Voreifel.

Das Märchen vom freundlichen Islam. Eine unendliche Geschichte.

Jacques Auvergne

(1) Reaktionäre Islamisten als Verbündete? Die Fatwa gegen weibliche Genitalverstümmelung ist ein ambivalentes Signal. Ein Text von Mary Kreutzer (Die Presse)

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/105137/index.do

Islamische Kleidung in der Öffentlichkeit

Januar 18, 2008

Das Gesicht ist weg.

Statt eines Gesichtes

nur ein schwarzes Tuch

Çarşaf und Burqa

im öffentlichen Raum

Warum Deutschland den

Tscharschaf und die Burka

im öffentlichen Raum

verbieten muss

von Jacques Auvergne

Wir schreiben den 11. Dezember 2007 und in meiner nordrhein‑westfälischen Heimatstadt sind innerhalb von zehn Tagen gleich drei Burkas aufgetreten, drei gesichtsverhüllende Ganzkörperschleier. Jetzt bin ich besorgt, dass es wöchentlich mehr werden könnten. Ob ein Verbot das richtige oder sogar einzige Mittel ist, um eine derartig entmenschlichende Kleidung als ganz klar nicht zum deutschen Alltag gehörend zu kennzeichnen? Problem ist aber, dass die Frauen vorgeben werden, die Burka (Tscharschaf und Tschador eingeschlossen) freiwillig zu tragen.

Ich ärgere mich also über Textilien. Hast du zu viel Zeit, werden mich meine Freunde morgen fragen. Das Thema legt sich mit der Zeit, nach ein paar Jahren tragen die Frauen wieder Jeans und Holzfällerhemd, werden die Zweckoptimisten unter ihnen mir zuflüstern. Vielleicht liege ich ja falsch, doch mir scheint eine andere mögliche Zukunft wahrscheinlicher, nämlich dass innerhalb von wenigen Jahren erst 10 und dann 20 Prozent der Frauen der westdeutschen Innenstädte Ganzkörperschleier tragen. Die besagten Zweckoptimisten werden natürlich auch dann noch sagen: Das gibt sich wieder, in ein paar Jahren. Doch der Iran nach 1979? Am Anfang einer theokratischen Revolution kann sehr wohl eine Kleidungsreform stehen.

Klingt ja zunächst ganz harmlos: Kleidungsreform, so nach Jugendstil, Tiffany und Blaue Blume. So nach Schiller‑Kragen und Insel‑Kleid. Freigeistig und romantisch.

Doch die Trägerinnen von Burka und Tschador wollen eine andere Gesellschaftsordnung als die städtischen Utopisten im selbst gebatikten Hippie‑Kleid des Jahres 1970 oder die rebellisch gewandeten Punkerinnen um 1980.

„Drei Kittel“ also bringen mich aus der Fassung. Weniger, weil sie rabenschwarz waren. Eher schon, weil sie Arme und Hände absolut verbargen. Vor allen Dingen aber, weil sie den darunter verborgenen Frauen das Gesicht raubten, aus meiner Sicht jedenfalls.

Es ist „islamische“ Kleidung aus verschiedenen Weltgegenden und Epochen, die in Zeiten der Globalisierung nun erstmalig im Rheinland verwendet wird.

Islamische, religiöse Textilien. Dazu gehört 2007 und in Nordrhein‑Westfalen also die von den Taliban zwangsweise in Afghanistan eingeführte paschtunische Burka (Burqa) ebenso wie der radikalislamische schwarze Tscharschaf (Çarşaf) aus dem Osmanischen Reich und aus den Jahren um 1870, gegen den emanzipierte Türkinnen allerdings bereits um 1910 erfolgreich rebellierten. Ich werde im Folgenden von Burka sprechen und meine damit alle bodenlangen Mäntel bei Bedeckung von Stirne, Mund und Nasenrücken.

In allen drei Fällen war das Weiß der Augen nicht zu sehen, was natürlich Methode hatte, guckstu. Diese Frauen, wenn es denn Frauen sind, haben im sozialen Sinne keinen Blick. Sie „gucken“ nicht mehr. Ob wenige Zentimeter oder wenige Millimeter breiter Sehschlitz, ob Nikab (Niqâb, Gesichtsschleier) mit- oder ohne Fliegengitter, für heute sage ich Burka.

Die Burka ist ein afghanisches Gewand, das den Körperumriss völlig verneint. Das der Frau den „öffentlichen Körper“ mehr als symbolisch raubt, das ihn beschlagnahmt und die burkatragende Frau sozial entleibt. Von innen nach außen wird die Welt durch eine Art von geklöppeltem Stoffgitter betrachtet, das in der umgekehrten Richtung nahezu blickdicht ist. Nur derart verhüllt darf die Frau bei dem afghanischen Volk der Paschtunen den öffentlichen Raum, die Männerwelt der Straße und des Marktplatzes, betreten.

Zurück aber nach Deutschland und in den Dezember 2007.

Minutenlang geisterten schwarze Gespenster über den leeren Marktplatz und durch die regnerische belebte Geschäftsstraße. Ich war fassungslos vor Wut. Da, wo ich ein Gesicht erwartet hätte, war nur blicklose Finsternis, war kein Gesicht sondern schwarzes Tuch. Ich fühlte Wut. Die Reaktion der Ureinwohner dieser Minuten erschütterte mich allerdings auch, sie guckten unerfreut, die Deutschen, in der Tat, und drehten den Kopf weg. Sie werden nicht darüber reden. Man will es nicht sehen. Die Deutschen werden sich nicht bei ihrer städtischen Gleichstellungsbeauftragten über die neue Frauenmode beschweren, auch die Frauen unter ihnen nicht.

Deutschlands öffentlicher Raum steht an einer kulturellen Zeitenwende, wenn wir jetzt nicht die Burka beziehungsweise den Tscharschaf verbieten. Denn ich rechne mit einer Art Kettenreaktion, mit der dynamischen Zunahme des gesichtsverhüllenden islamischen Schleiers: In wenigen Jahren und für viele Jahrzehnte! So oder so, das Ergebnis wird in hundert Jahren in Geschichtsbüchern zu lesen sein. Von den letzten Frauen mit öffentlichem Gesicht vielleicht, die dann eine separierte Klasse bilden werden wie einst unter Südafrikas Apartheid. Doch in der Gegenwart islamischerseits erst einmal die Selbst‑Separierung, das von der europäischen Muslimbruderschaft erwünschte provokante Nichtdazugehören. Später dann die Ausweitung des Rechtssystems der Scharia. Dann erst das Kalifat.

Seit zweitausend Jahren erkennen Europäer ihre gesellschaftliche Umwelt wiedergespiegelt in ihren europäischen Mythologien, ihren Volksmärchen oder auch in ihren christlichen Legenden. Da ist die Rede von König und Betteljunge, von der Prinzessin oder der weisen Frau, vom Zauberer und von der bösen oder auch guten Fee. Eines haben diese Menschen alle: Augen, Nase und Mund! Sie haben ein Gesicht.

„Punkt, Punkt, Komma, Strich“, malen schon die kleinsten Kinder. In unserem Teil der Erde also bezeichnen wir mit der sicherlich viele Jahrzehntausende alten „Grundidee Gesicht“ sogar etwa die moderne Ungastlichkeit trister Wohnquartiere: Wir sagen, sie seien gesichtslos.

Bis Dezember 2007 galt auch in Deutschland: Menschen haben ein Gesicht. Am 1.12. jedoch sichteten wir die erste Burka: Günter Wallraff hielt Solches allerdings am selben Abend noch für gänzlich ausgeschlossen. Am 11.12. sehe ich das dritte gesichts- und auch eigentlich körperlose Wesen meiner Stadt. Drei das Gesicht vollständig verhüllende, bodenlange Gewänder aus dem Dunstkreis des radikalen Islams.

Nein, an diese Kleidung möchte ich micht nicht gewöhnen müssen.

Gesichtslos. Das bedeutet auch, dass ich nicht weiß, ob sich unter dem Tuchgefängnis eine ostasiatische, eine zentralafrikanische oder eine mitteleuropäisch anmutende Frau verbirgt. Ob sich überhaupt eine Frau unter dem Tuch verbirgt, überhaupt ein Mensch. Ganz sicher kann und soll ich nicht sein. Es wird schon ein Mensch sein und kein Roboter. Doch ist es ein älterer oder ein jüngerer Mensch? Unser soziales Selbst nennen wir seit der Antike „Person“. Diese Frauen haben kein soziales Selbst auf dem Marktplatz der Ungläubigen beziehungsweise auf dem Marktplatz der islamischen Männer. Die Sprache des Anblickens ist diesen Menschen geraubt und damit ein wichtiger Teil dessen, was Artikel 1 des Grundgesetzes „Würde“ nennt. Warum verteidigt Deutschland dieses Grundrecht nicht? Manche der Frauen können die Burka aus patriarchalem Druck nicht ablehnen, andere mögen in einer Lebensphase der politreligiösen Radikalität sein. Jedenfalls wird diese Kleidung, wie ich fürchte, ansteckend sein wie ein Schnupfen.

Wer ist unter dem Tuch. Ich kann es nicht wissen und ich soll es nicht wissen. Wir kennen die Floskel „ganz im Sinne des Erfinders“. Aha. Es gibt eine Intention, eine beabsichtigte Wirkung auf mich. Und es gibt eine Intention der Islamisten in Bezug auf die weibliche Gestalt ohne Gesicht.

Unter dem Kittel ist eine gekaufte Gebärmaschine, eine „Söhnchenfabrik (Hirsi Ali). Mehr muss keiner wissen.

Die sozial getötete Gestalt. Das ist neu, das hat Europa seit Jahrhunderten und vielleicht seit Jahrtausenden nicht gekannt. Das geht auch „nicht einfach weg“, die anrollende Welle aus Burka und Tschador. „Das“ bleibt und das nimmt ohne Frage rasch zu, wenn wir Demokratinnen und Demokraten nicht entschieden gegensteuern. Die Iraner können es nicht.

Der Gesetzgeber muss diese Textilien verbieten. Wie kann das geschehen? Vielleicht auf dem Klageweg über den Begriff des im Alltag nun gefährdeten Rechtsguts der negativen Religionsfreiheit. Vielleicht auf dem Wege des Tierschutzparagraphen, denn ich habe wenig Zweifel: Hielte ich eine Katze oder ein Reh mit einem körper- und gesichtsverhüllenden Schleier, man würde mich erfolgreich beklagen. Und das ganz zu Recht. Aber es ist ja bloß eine Frau. Gut eingekauft. Söhnchenfabrik. Orientalisches Männerrecht.

Patriarchat ist auch etwas sehr Europäisches, wir hätten in dieser Angelegenheit der Nachhilfe durch die Damen und Herren Wahhabiten, Ahmadiyyas oder Taliban nun wirklich nicht bedurft. Denn als Abendländer haben wir unsere Ketzerinnen, Hexen, Kommunistinnen und Frauenrechtlerinnen stets ganz gut selbst versklaven oder ermorden können.

Das „Prinzip Kopftuch“ will Koran und Scharia, das heißt, es will die verhinderte Gleichwertigkeit von Frau und Mann.

Inwieweit verstößt die Burka gegen die von allen menschenrechlichen Konventionen betonte Selbstbestimmung des Individuums?

Und, was den öffentlichen Dienst betrifft, inwieweit ist ein noch so dezentes Kopftuch „Strukturmuster“ der entmenschlichenden Burka, ihre Entsprechung und ihr Vorläufer? Frei nach dem Motto: Zuerst das Kopftuch, dann die Burka.

Jacques Auvergne

Internationale Teestube

Dezember 25, 2007

Schule plant interreligiöse Teestube

und erlebt Überraschendes. Arnhem

Ein Brief aus den Niederlanden

Interreligiöses Gebet nur

mit Vorhang

Koëdukatives Meditieren

unerwünscht

Muslime und die

Apartheid der Geschlechter

Von Cees van der Duin, Nijmegen

Lieber Claas, du berichtest, dass die muslimische Seite nun auf dem Einbau von einer Art Trennwand besteht oder vielmehr auf dem Anbringen eines gewaltigen Vorhanges aus völlig blickdichtem Stoff. Ein koëdukatives Besinnen sei den männlichen Muslimen nämlich nicht zuzumuten und auch dem Gott der Muslime nicht genehm.

Zum Einen also würden sich die Jungen schämen, vor den Mädchen zu beten oder auch umgekehrt, zum Anderen lasse der Islam ein gemeinsames Gebet in einem Zimmer nicht so gerne zu. Die Gebetsrichtung habe in Kürze ebenfalls bereits Erwähnung gefunden: Auf welcher Vorhangseite die Kibla ist, garantiert nicht bei den jungen weiblichen Erwachsenen, hm? Für den doch gar nicht so unwahrscheinlichen Fall eines zeitgleichen Betens von Schülerinnen und Schülern müssten die Mädchen, man stelle sich das vor, den blickdichten Vorhang anstarren, denn die originale gekachelte Kibla-Wandecke anzuschauen, das bliebe den „edlen“ männlichen Wesen vorbehalten.

Von euch aus, sagtest du mir gestern, sei es aber um einen Gebetsraum im engsten Sinne doch gar nicht gegangen: Ihr hättet euch einen Meditationsraum vorgestellt, Klangspiel, Bambus und Zimmerbrunnen, ein bisschen Taizé und eine Prise Zen und warum keine arabische Ornamentik, so ganz die Ästhetik weltbürgerlicher Toleranz jedenfalls. Ihr habt euch bezüglich der Wortführer der „Araber“ offensichtlich getäuscht und wisst nun als die „Christen“ nicht weiter. Dabei wolltet ihr genau das überwinden, dieses „die“ Christen und „die“ Araber, zumal ihr Inder, Chinesen und atheïstische beziehungsweise kirchenferne Schülerinnen und Schüler zum Meditieren oder Gedichtlesen ansprechen wolltet und immer noch wollt.

Die arabische Seite beharrt auf ihrem Standpunkt: Ohne Vorhang einschließlich Geschlechtertrennung kein Raum der Stille. Aha. Geschlechtertrennung.

Die zehn mal zehn Meter des ehemaligen Klassenzimmers beziehungsweise der gelegentlichen Cafeteria sollen geteilt werden. Ob der Vorhang dann mehrmals täglich auf- und zugezogen wird ist noch nicht klar, jedenfalls nicht euch.

Bisher versammeln sich Schülerinnen und Schüler recht spontan zum gemeinsamen Cola- und Teetrinken in jenem Zimmer. Wie gesagt, es sind beide Geschlechter dabei und von kleinen altersgemäßen Reibereien abgesehen wurde noch niemand jemals verdrängt.

Weiblich und männlich in einem Raum, junge Leute aller Religionen. Ein nettes Bild. Das Ganze künftig spirituell und ästhetisch veredelt, gemeinsam mit „den Muslimen“ – es hätte so schön sein können. So habt ihr euch das gedacht.

Jetzt aber die jähe Forderung: Gebt uns den Vorhang oder wir brechen jedes weitere Gespräch mit euch Christen ab! So der Wortführer, dem offensichtlich kein Marokkaner und vor allem: Keine Marokkanerin zu widersprechen sich traut. Christen seid ihr auf einmal also auch und müsst euch womöglich vorwerfen lassen, nicht so fromm zu sein wie die Muslime oder jedenfalls, und noch schlimmer: Die Muslime von ihrer Glaubenstreue abzuhalten. Denn Vorhang sei Religion, so der Sprecher.

Nein und nochmals nein! Die Sache mit dem Vorhang dürft ihr nicht zulassen, zumal der Raum ja international beziehungsweise interreligiös ausgerichtet sein soll. Auch ist von einer „interreligiösen Moschee“ noch nichts gehört worden. Wie aber kann es nun weiter gehen?

Ihr solltet versuchen, dass die Frömmler nicht die weniger Radikalen aus der Teestube verdrängen, beziehungsweise: Die männlichen Marokkaner ihre weiblichen Landsleute am Betreten des Aufenthaltsraumes hindern.

Chauvinismus kommt weltweit wohl immer wieder einmal im Namen der „Religion“ daher. Es geht wohl eher um das Kontrollieren der Frauen.

Zugleich solltet ihr mit „den Muslimen“ im Gespräch bleiben, unter Einbezug der anderen Religionen sowie der Nichtreligiösen, denn es ist alles andere als selbstverständlich, die Schülerschaft in der kulturellen Moderne überhaupt nach Religionen aufzuteilen. Oder nach Männlein und Weiblein.

Irgendwie ist die säkulare Zuwanderungsgesellschaft argumentativ „ins Schwimmen“ geraten und hat es der Fundamentalismus recht leicht. Denn die zwangsweise Aufteilung in männliche und weibliche Zonen möchte ich fundamentalistisch nennen.

Ich bin gespannt, wie die Sache weitergeht, halte mich auf dem Laufenden. Grüße

Cees van der Duin

Kölner Podiumsdiskussion

Dezember 12, 2007


1.12.2007, Universität Köln, Hauptgebäude, 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Mina Ahadi, Ralph Giordano und Günter Wallraff fordern die kopftuchfreie deutsche Schule!

Deutsche Schulen

kopftuchfrei

Problem Kopftuch. Muslimische Parallelkulturen in Deutschland. Iran 1979. Islamisierung Europas. Politischer Islam weltweit. Großmoschee‑Prahlbauten. Korankritik. Zum islamischen Frauenhass

Prof. Dr. Schmidt‑Salomon aus Trier ist Philosoph und der Moderator der heutigen Podiumsdiskussion. Von Jacques Auvergne erstellt aus seinen handschriftlichen Notizen

Mina Ahadi. Flucht aus dem Iran, dort in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Gründerin und Vorsitzende des Internationalen Komitees gegen Steinigung, des Internationalen Komitees gegen Todesstrafe. Ex‑Muslima. Vorsitzende des Zentralrats der Ex‑Muslime.

Dr. Ralph Giordano. Jüdischer Abkunft. Überlebte das Dritte Reich nur im Versteck in Hamburg‑Alsterdorf, was der Film „Die Bertinis“ darstellt. Lebt in Köln. Gegen überdimensionierte Großmoscheebauten. Heute („menschliche Pinguine“) gegen Burka, Niqab und Tschador in der europäischen Öffentlichkeit. Jahrzehntelang von Neonazis, seit kurzem aber von Islamisten bedroht. Hält den Islam für eine einzige institutionalisierte Herabwürdigung der Frau.

Günter Wallraff. Legendärer investigativer Journalist, bekannt geworden durch die Enthüllungsarbeit zur BILD‑Zeitung und über die Lebensumstände türkischer Hilfsarbeiter in der deutschen Industrie. Versteckte zeitweilig den Islam‑Kritiker Salman-Rushdie. Schlug spontan vor, Salman Rushdies „Die satanischen Verse“ im künftigen Köln‑Ehrenfelder Moscheegebäude zu lesen, ein Ansinnen, das von dort aber zunehmend deutlich abgelehnt wird. Ist grundsätzlich für den Bau respektabler islamischer Gebetsstätten. Kritisiert den Polit‑Islam als Islamofaschismus und den traditionellen Islam als frauenunterdrückerisch. Kritisiert viele einzelne Stellen des Korans wie auch ein heutiges wortgetreues Befolgen des Korans.

Mina Ahadi meint

sinngemäß am 1.12.2007

Der Zentralrat der Ex-Muslime trat Ende Februar 2007 an die Öffentlichkeit und sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Menschen aus Nordafrika, Kleinasien und dem Nahen Osten bekommen in Europa das Etikett Muslime verpasst, ob sie es wollen oder nicht. Auch die Verbände beschlagnahmen uns.

Ich bin seit dreißig Jahren keine Muslima, doch dann komme ich nach Europa – und „soll“ hier plötzlich Muslima sein. Die islamische Dogmatik sagt in der Tat, dass man aus der Religion Islam nicht austreten kann; wer es doch wagt, ist gefährdet und wird unter Umständen von Radikalen bedroht oder gar getötet.

Wir Ex‑Muslime erklären: Religion ist Privatsache! Wir bejahen die Universalität der Menschenrechte. Wir halten das Kinderkopftuch für eine Kinderrechtsverletzung.

Ich als gebürtige Iranerin werde in Europa nicht als „Rassistin“ beschimpft, wenn ich den Islam kritisiere.

Der Islam ist eine frauenfeindliche Religion; ich bin gegen alle frauenfeindlichen Religionen.

Tradition oder Dogma ist nicht heilig, nur der Mensch ist heilig!

Islamkritik ist gefährlich, mein Leben wird durchaus von Terror, von Angst geprägt – doch wenn wir schweigen, dann wird es noch schlimmer und immer noch schlimmer! Doch wenn die Demokratinnen und Demokraten mehr Gesicht zeigen und das heißt ja auch: viele Gesichter zeigen, dann wird der organisierte Islam keine Chance haben, die Bürgerrechte und die Meinungsfreiheit einzuschränken.

Einen „liberalen Islam“, wie ihn etwa Irshad Manji oder Prof. Bassam Tibi sich vorstellen, wird es von Einzelpersönlichkeiten abgesehen auf absehbare Zeit nicht geben können. Der derzeitige Islam ist nicht reformierbar! Wer etwas anderes sagt wird nichts anderes sein als ein Spielball der Islamisten; die ohnehin äußerst seltenen Vorschläge von „Islamreform“ und „Reformislam“ scheinen mir nichts anderes sein zu können als ein bewusstes oder auch unbewusstes Kooperieren mit dem politischen Islam. Islam ist seit 1979 eine aggressive politische Bewegung.

Iran, das ist jeden Tag Krieg gegen Frauen, Iran bedeutet täglicher Kampf des Regimes gegen Jugendliche, gegen alle freiheitsliebenden Menschen.

Es gibt also den politischen Islam, den Islam als Totalitarismus. Überlebensnotwendig ist damit, zu definieren, dass Religion Privatsache ist.

Nach 1979 entstand in Iran, Pakistan und Afghanistan der politische, auf weltweite Beeinflussung aller Muslime zielende Islam.

Wenn aber in Köln eine sehr, sehr große Moschee gebaut wird, dann werden in den umliegenden Stadtvierteln noch viel mehr Kopftücher und in noch viel radikaleren Varianten getragen werden. Eine Mega‑Moschee wird bedeuten: noch mehr Mädchenunterdrückung!

Die Bundesrepublik hat an Kleinasien, Nordafrika und vor allem im Nahen Osten ein großes wirtschaftliches Interesse, deshalb hat sie seit drei Jahrzehnten geschwiegen zu den menschenrechts- und vor allem frauenrechtsfeindlichen Missständen im Zuge der neuen Islamisierung.

Doch wie Dr. Schmidt-Salomon ausführte, gibt es drei etwa gleich starke Gruppen unter den deutschen Muslimen, die dezidiert Religiösen, die distanziert Religiösen und die Areligiösen. Was aber tut die Bundesrepublik für eben diese dritte Gruppe? Ich kritisiere am Schärfsten die deutsche Regierung!!!

Ein Kind ist ein gänzlich neuer Mensch und kann recht eigentlich nichts dafür, in welche radikale Sekte oder sonstige familiäre Wagenburg es hinein geboren wird. Die Verschleierung von Mädchen also ist mentale Kindesmisshandlung!

Kopftuch isoliert das Kind, das dann auch meistens längst nicht mehr am Schwimm- oder gar Sport- und Kunstunterricht teilnehmen darf. Alle gucken das Kind an, es muss sich „fremd“ fühlen, was elterlicherseits auch wohl oftmals beabsichtigt ist. Schluss damit!!!

Ja, Kopftuch ist eine Kinderrechtsverletzung!

Ja, Kopftuch ist Instrument der Frauenunterdrückung!

Ja, Kopftuch ist politisches Kriegszeichen im Gemeinwesen, im Stadtviertel! Denn überall da, wo straßenzugweise viele Kopftücher getragen werden, da haben auch die Islamisten das Sagen.

Wir alle müssen jetzt `was tun, um die Kinderrechte zu verteidigen. Profis aus Schule, Bildung und Erziehung stimmen dabei regelmäßig begeistert zu.

Zudem ziehen anfängliche wenige Kopftücher bald, wie eine Kettenreaktion, gleich einen ganzen Schwarm von Kopftüchern nach sich – regelmäßig verbunden mit unmenschlichem sozialem Druck. Das System ist immer genau dieses: es beginnt mit dem Kopftuch und endet mit dem Ehrenmord!

Wir müssen alle religiösen Symbole in der Schule verbieten. Diese Strategie wird man nicht als „rechts“ diffamieren können, sondern als human erkennen.

Günter Wallraff meint

sinngemäß am 1.12.2007

Wir sollten die Gefahr des theokratischen Christentums nicht verkennen, denn auch die Evangelikalen oder Kreationisten bedrohen die Demokratie. Im amerikanischen Bible Belt möchte kaum einer von uns säkularen Europäern leben. Nun aber zum Thema Islam.

Ich als bekennender Ehrenfelder sage: da, wo die provisorische und viel zu kleine Moschee nun schon seit Jahren steht, da soll auch endlich ein ansehnliches Gebäude hin. In Ehrenfeld gibt es nun wirklich nicht viele Sehenswürdigkeiten. Und wer weiß es denn, Touristen wollen vielleicht auch mal, nachdem sie den Kölner Dom gesehen haben, einen Abstecher nach Ehrenfeld machen, um sich die schönste rheinische Moschee anzusehen.

Alles ist im Fluss. Es gibt sicherlich im Islam die expansive, dominierende und bedrohliche Seite. Aber es gibt auch die rück- und gegenläufige Tendenz. Sicherlich ist der Islam hierarchisch und konservativ. Aber ich kenne auch junge muslimische Frauen mit Kopftuch, die mir als nichtmuslimischem Mann die Hand geben, ohne sie sich hinterher gleich zu waschen.

In der Tat ist der Spielraum für das Projekt Ehrenfelder Moschee eingeschränkt, solange die türkische Regierung die Zügel derart fest in der Hand hält.

Ich bin für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union, eben gerade damit die Islamisierung dort nicht so schnell voran schreitet!

[Anm.: Unmut des Protests gegen Wallraffs Aussage schafft Unruhe im Publikum]

Es sind die Hinterhofmoscheen, die die Radikalisierung begünstigen. Je mehr Hinterhof, desto mehr religiöse Aggressivität. Die großen und repräsentablen Moscheen werden die von uns gewünschte Transparenz schaffen helfen! Zumal uns ja zugesagt wurde, die ins Deutsche übersetzten Freitagspredigten ins Internet zu stellen – diesbezüglich ist man uns im Wort.

Einst versteckte ich meinen Freund Salman Rushdie, in einer Zeit, in der er von einer Todes‑Fatwa bedroht wurde.

Richtig, ich habe unlängst vorgeschlagen, in einer künftigen großen Ehrenfelder Moschee Salman Rushdies „Die satanische Verse“ lesen zu lassen, nicht im Sakralraum übrigens, sondern in einem Gemeinderaum. Man hat mir auch sofort zugestimmt, erst seit wenigen Wochen macht die Gemeindeleitung einen Rückzieher und will mir nicht einmal gewähren, in meinem Zelt auf dem Parkplatz die „Satanischen Verse“ lesen zu lassen. Übrigens stand am Anfang meiner Beziehung zur Moscheegemeinde ihr Vorschlag, doch in den Moschee‑Beirat einzutreten, da erst und ganz spontan sagte ich, ja, wenn ihr mich Rushdies „Verse“ lesen lasst. Nun ja.

Ich will den kritischen Dialog!

Andererseits musste ich erkennen, dass ich vor Jahren bereits einmal ausgenutzt und schäbig vorgeführt wurde, in der Mühlheimer Moschee referierte ich kritisch‑solidarisch über Licht- und Schattenseiten aller dreier großen monotheistischen Religionen. Und was geschah? Alle meine Kritik über das Christentum wurde genüsslich ins Türkische übersetzt, wie abgesprochen. Doch spreche ich kein Türkisch, und so habe ich jahrelang nicht erfahren, dass man meine islamkritischen Sätze einfach nicht übersetzt hat. Es kam noch schlimmer. Zeitgleich wurde im Haus eine Umfrage gemacht, ob die Todes‑Fatwa gegen Rushdie zu bejahen wäre. Die Antwort der Mehrheit ergab ein „Ja“.

In der Bibliothek einer Moschee im Raum Köln gibt es, wie ich etwas erschrocken feststellte, nur religiöse Traktätchen. Um derartiger Einseitigkeit abzuhelfen, werde ich in Kürze eine Bücherspende leisten mit Klassikern der Weltlitaratur, so hoffe ich, ein etwas umfassenderes Weltbild mit stiften zu helfen. Naja, früher waren die kirchlichen deutschen Gemeindebibliotheken doch auch derart engstirnig, nicht wahr?

Im Übrigen frequentieren nur 3 % der Muslime eine Moschee. Damit spätestens wird klar, dass nicht nur der Islam das Problem ist. Problem ist eine völlig verfehlte Einwandererpolitik!

[Anm.: Applaus im Publikum]

Giordano:

„Der Übersetzer hat dich beschissen?“

Wallraff:

„Das ist richtig.“

Giordano:

„Das ist Taqiyya: sakrale Lüge, Lügen für Allah! Sie lügen dir ins Gesicht, sie lügen in die Kamera. Taqiyya eben.“

Wallraff:

„Aber nein, Taqiyya, so sagen mir alle Fachleute und darunter viele nichtmuslimische, Taqiyya war einst dem einzelnen Muslim und nur während der frühmittelalterlichen Religionskriege und nur unter Lebensgefahr gestattet, also kann heutige eventuelle Unwahrheit keine Taqiyya sein. Heute gibt es keine Taqiyya mehr!!!“

Giordano:

Doch! Doch! Doch!

[Wallraff weiter]

Deutschland würde vergreisen ohne Immigration, ohne Einwanderer. Wir haben die heutigen Migranten doch überwiegend angeworben und sie, die Italiener, Griechen und Türken, sie waren „gut genug“ für die gefährlichste und dreckigste Arbeit.

Deutschland leistet seiner eigenen Islamisierung womöglich ungewollt Vorschub – mit dem so genannten Gotteslästerungsparagraphen, denn dieser unsägliche § 166 StGB, ein aus der Vormoderne stammendes Gesetz, wird womöglich demnächst von Islamisten als Waffe gegen die säkulare Demokratie benutzt werden. Und ausgerechnet Bayern will diesen Paragraphen auch noch verschärfen. Ich sehe eine christliche humane Kraft in der Kette der Tradition von Sokrates über Jesus zu Gandhi.

Nun zum Kopftuch.

Wenn zwölfjährige Mädchen das Kopftuch tragen müssen, dann ist das eine bigotte Auslegung des Korans, durchaus nach der Vorstellung, jeder Mann sei ein Kinderschänder.

Gleichwohl bin ich gegen ein generelles Kopftuchverbot, aus drei Gründen. Erstens treffen wir wieder einmal die Falschen. Zweitens würde durch die Dynamik des normalen pubertären Protestierens der gegenteilige Effekt überwiegen und würden selbst und gerade die Töchter von kopftuchkritischen Eltern das Kopftuch plötzlich „aufregend verboten“ und somit attraktiv finden. Wir treiben diese Mädchen also den Radikalen regelrecht zu. Drittens schafft ein Kopftuchverbot „Märtyrer“. Nur die ganz jungen Mädchen also, zwölf Jahre und jünger, die sollen kein Kopftuch tragen dürfen.

Du Ralph [Giordano] hast Burkaträgerinnen mit einem „menschlichen Pinguin“ verglichen. Ja, die Burka ist ein mobiler Kerker!

Giordano:

Das deutsche Kopftuch ist nur ein Vorspiel, irgendwann kommt die Burka.

Wallraff:

Burka – nie in der BRD!

[Zwischenruf aus dem Publikum: „Heute gesehen, schwarze Burka“, „statt Gesicht ein Fliegengitter“]

Ich erlebe Ängstlichkeit und Feigheit. Die Deutschen ducken sich weg, sind feige. Welcher katholische Pastor glaubt denn wirklich an Sachen wie die Jungfrauengeburt oder Auferstehung? Kleine Minderheiten, und die sind in der Regel behandlungsbedürftig. Die islamischen Höllen‑Visionen etwa des Korans sind lebenslang verängstigend, verstörend, wie lese ich doch gleich hier [blättert im Koran]: „die Ungläubigen … Schreie, in Flammen verbrennen, siedendes Wasser trinken, bis die Gedärme platzen“. Das sind pädagogisch problematische Worte.

Korankritik ist nötig. Doch die Deutschen haben bereits jetzt vorweggenommene Angst, „Gratis‑Angst“. Zwei Beispiele. Ein bayerischer Restaurations‑Fachbetrieb, Vater und Sohn, bekommt den „Auftrag des Lebens“, im Oman oder in Jemen die Kuppel einer Moschee zu vergolden. Beide Bayern treten zum Islam über, damit ihnen der Auftrag nicht entgeht! Der zweite Fall: in Großbritannien steht ein gewaltiges Millionen‑Erbe an, testamentarische Bedingung: der Ehemann der islamischen Begünstigten muss endlich zum Islam konvertieren! Was geschieht? Der Mann lässt sich beschneiden und legt sein feierliches Glaubensbekenntnis ab und tritt damit offiziell und lebenslang unwiderruflich zum Islam über. Das kommt auf uns zu! Das ist das Problem.

Ralph Giordano meint

sinngemäß am 1.12.2007

Mein persönlicher Weg der Entwicklung einer eigenen säkularen Identität dauerte wohl einige Jahrzehnte. Heute nenne ich mich einen glaubenslosen Humanisten. Mit dieser Haltung weiß ich mich euch beiden verbunden.

Wenn es das unbedeckte Haar Frau ist, das die Begehrlichkeiten der Männer weckt, so zitiere ich gerne einen klugen Menschen, dann ist es besser, den Männern Handschellen anzulegen als den Frauen ein Kopftuch.

Bekir Alboğa – ich warne vor diesem Menschen.

[Zustimmung im Publikum]

Überdimensionierte Moscheen entsprechen weder dem Bedarf der Muslime noch dem Wunsch der Kölner Bevölkerung. Ich habe viele hundert Briefe von Bürgerinnen und Bürgern bekommen, die fast alle meiner Kritik am Bau einer Ehrenfelder Riesenmoschee beipflichten. Diese Briefe widerspiegeln aber auch die Feigheit der Politiker aller Parteien, die seitens der Bevölkerung unerwünschte Megamoschee zum Thema zu machen.

Mit das niederträchtigste Argument der politisch Aktiven, der Kühnasts, Roths und Ströbeles gegen meine Argumente, ist es, zu sagen, ich würde zum Umfeld von Leuten wie den auch als Moscheebaugegnern erkennbar gewordenen rechtsradikalen Kreisen um pro‑Köln gehören. Pro‑Köln hat mich verklagt. Den Terror von Rechts bin ich mein Leben lang gewohnt, tausendfach, über Jahrzehnte. Und ich bleibe dabei: jene rechtsradikalen Kreise, wenn sie so könnten wie sie wollten, sie würden mich auch heute noch in die Gaskammer stecken. Jedenfalls sehe ich dem anstehenden Gerichtsprozess mit Spannung und Begeisterung entgegen.

Mir neu ist der islamistische Terror, der auch als Telefonterror auftrat. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich geschätzte 1.300 Morddrohungen erhalten. Jetzt aber werden die gefährlichsten von ihnen von islamistischer Seite ausgesprochen.

Ich bin kein Türkenschreck, ich bin kein Antiislamismus‑Guru. Ich habe vielmehr auf ein drängendes gesellschaftliches Problem aufmerksam gemacht, das von der Politik allzu lange versäumt wurde.

Christentum und Islam dürfen wir nicht einfach vergleichen. Das Christentum hat Jahrhunderte der Säkularisierung durchgemacht, der Islam eben nicht. Über Renaissance, Aufklärung, Bürgerliche Revolution und Fortschrittliche Demokratie ist eine kulturelle Moderne entstanden, die im Orient keine Entsprechung hat. Deswegen dürfen wir ein Moscheegebäude nicht mit einem Kirchengebäude vergleichen, das wäre ahistorisch. Mit dem derzeitigen, dem säkularisierten Christentum kommt die derzeitige Demokratie ganz gut aus. Der problematische Islam aber ist ganz neu für uns in Westeuropa.

Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!!!

Ich habe den Koran gelesen. Etwa zweihundert Stellen gibt es im Koran, an denen dazu aufgefordert wird, die Ungläubigen zu töten. Und Ungläubige sind auch die Christen und wohl auch einmal die Polytheisten, in erster Linie ruft der Koran jedoch zur Ermordung der Juden auf, der Juden und wieder der Juden! Der Koran bedroht uns!!!

Der Islam bedroht uns. Wenn und weil und solange weltweit von Muslimen geglaubt wird, jedes Wort des Korans stamme von Allah, deshalb bin ich tief beunruhigt.

Sie sollten sich den Film „Der Koran im Kopf“ ansehen, die Hauptfigur Barino müsste jedem Demokraten Angst machen. Barino ist ein junger Konvertit, den das Fernsehteam auf seinem Prozess der persönlichen Radikalisierung begleitet. Barino ist eine tickende Zeitbombe – die Demokratie kann nichts tun.

Hände abhacken, Auspeitschung, auch das ist Scharia, islamisches Religionsgesetz. Es gibt bislang auf der ganzen Welt keinen Staat, in dem die Scharia gänzlich außer Kraft gesetzt worden ist! Keine islamische Staatsführung hat den Mut, sich öffentlich gegen die Scharia auszusprechen. Apostasie darf, soll die Todesstrafe nach sich ziehen! Und bei uns in Deutschland? Muss erst Blut fließen?

Zwischen Hinterhofmoschee und Mega‑Moschee gibt es im Übrigen viele Abstufungen durchaus würdiger Gebetsräume. Eine gigantische architektonische „Monstranz der demonstrierten Macht“ muss es nun wirklich nicht sein.

Zur Ehrenfelder Mosche: Bauherr ist DIYANET, ist Ankara! Das ist doch wichtig: wer bezahlt die Moschee?

Der Islamismus bedroht auch uns in Deutschland! Die „Kölner Kofferbomber“, die terroristische „Sauerland‑Gruppe“, nur mit viel Glück und bester Polizeiarbeit wurden viele Hundert Tote verhindert. Und die Billigung von jihadistischer Gewalt ist unter Muslimen so weit verbreitet, dass wir gerade auch der schweigenden Mehrheit der Muslime keinen „Blanko‑Scheck auf Wohlwollen und Verfassungstreue“ ausstellen dürfen.

Die Integration ist gescheitert!!!

[Zustimmender Applaus im Publikum]

Die Frage für die Bundesrepublik ist: ist die große Gruppe der türkischstämmigen Muslime integrierbar? Ich fürchte nein. Wir werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen, dass die „kollektive Integration“ auf Jahrzehnte nicht statt finden wird. Wir werden eher nebeneinander her leben denn miteinander. Oberste Priorität muss sein: keine Gewalt!

[Zustimmender Applaus]

Der Islam ist eine einzige institutionalisierte Entwürdigung der Frau!

[Applaus]

Man kann die liberale Demokratie zu Tode schützen – aber auch zu Tode liberalisieren.

So die drei AkteurInnen sinngemäß auf ihrer Podiumsdiskussion am ersten Dezember 2007, Mina Ahadi, Ralph Giordano und Günter Wallraff. Nach meinen handschriftlichen Notizen.

Jacques Auvergne

Ümmühan Karagözlü