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Appell der Familien von 26 zum Tode verurteilten politischen Aktivisten an Ban Ki-moon

Juli 18, 2013

Bittgesuch der Familien der 26 zum Tode verurteilten politischen Häftlinge!

An Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Eure Exzellenz, sehr geehrter Herr Ban Ki-moon,

hiermit erhalten Sie einen schmerzreichen Brief jener 26 Familien, deren Kinder seit langer Zeit Exil, Gefängnis oder die aufgezwungene Ferne zu Haus und Heimat erleiden mussten, denen die ihnen zustehenden Rechte vorenthalten worden sind und denen lange Zeiten der Isolationshaft auferlegt worden sind. Entweder ist ihnen erst gar kein Rechtsanwalt zu ihrer Verteidigung gestellt worden oder ihre Rechtsanwälte haben keine Redeerlaubnis bekommen oder gegen die Inhaftierten ist die willkürliche und erfahrungsgemäß meist ausweglose Anklage der “Moharebeh” (Krieg gegen Allah oder Seinen Statthalter bzw. Staat) erhoben worden, für Letztgenannte es nach der Scharia vier Arten der Bestrafung gibt: Hinrichtung, Abtrennen von Hand und Fuß gegenüberliegender Körperseite, Exil oder Gefängnis. Vielen dieser Gefangenen ist gleichzeitig Haftstrafe, Hinrichtung und Exil auferlegt worden. Einige von ihnen sind durch Kugeln verletzt worden oder haben Teile ihres Körpers verloren.

Die Namen der 26 Inhaftierten lauten:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (dessen Bruder, Bahram Ahmadi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Verhaftung jünger als 18 Jahre alt war), Mohammad Yavar Rahimi (dessen Bruder, Asqar Rahimi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi und Loqman Amini.

Die Genannten verbüßen ihre Gefängnisstrafe im als Radschai Schahr bekannten Gohardascht sowie im Qezel Hesar. Beide Gefängnisse befinden sich in der Stadt Karadsch. Obwohl ihre alt gewordenen Mütter nicht zu Besuchen kommen können, verlagern die Behörden die Inhaftierten nicht in ihre Heimatstädte. Erst vor wenigen Tagen besuchte die 67-jährige Mutter eines dieser Häftlinge ihre Söhne Shahram und Bahram Ahmadi und musste erleben, dass ihr nicht mitgeteilt worden war, dass die Behörden ihren Sohn Bahram bereits am 27. Dezember 2012 umgebracht und beerdigt hatten. Als ihr die Justizvollzugsbeamten im Besucherzimmer mitteilten, dass nur Shahram da sei und dass sie Bahram ein halbes Jahr eher hingerichtet hätten, brach sie zusammen und muss seit nun zwölf Tagen in intensivmedizinischer Versorgung verbringen, während die Ärzte sagen, dass sie aufgrund des erhaltenen Schocks ihr Gedächtnis verloren haben könnte. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem Schmerz und Leid der 26 Familien. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir mehrere Briefe an Präsident Ahmadinedschad sowie an Staatsführer Chamene’i geschrieben haben, die aber ohne Ergebnis geblieben sind.

Wir bitten Sie darum, Briefe an die Iranischen Behörden zu schreiben, insbesondere an den künftigen Präsidenten Rohani, der versprochen hat, die politischen Gefangenen freizulassen, und alle Verantwortlichen auf diese Weise dazu aufzufordern, die Todesstrafe gegen diese 26 Menschen fallen zu lassen und sie so bald wie möglich freizulassen, damit sie zu ihren Familien zurückkehren können.

Mit freundlichen Grüßen

Die Familien der 26 Gefangenen, denen die Todesstrafe droht

15. Juli 2013

Ebenfalls veröffentlich beim Internationalen Komitee gegen Hinrichtung (ICAE) am 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Plea of the Families of 26 Activists Who Have Been Sentenced to Death!

To Ban Ki-moon, Secretary General of the United Nations

Secretary General of the United Nations,

Receive the painful letter of these families whose children have been in exile, jail, and away from family and home, have been deprived of their legal rights, and have been in solitary confinement for long periods of time. They either have not had a defense attorney, or their attorneys have not had the permission to speak, or they have faced baseless charges of “moharebeh” (war against God or state), for which there are 4 kinds of punishments: execution, cutting hand and leg in opposite directions, exile, and prison. These prisoners are given jail terms, execution sentences, and exile at the same time. Some of these prisoners have been wounded by bullets and have lost some parts of their body.

The names of these 26 people are as follows:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (whose brother, Bahram Ahmadi, has been executed 27.12.2012, while he was under 18 at the time of arrest), Mohammad Yavar Rahimi (whose brother, Asqar Rahimi, was executed 27.12.2012), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi, and Loqman Amini.

These people are serving their jail terms in Rajai Shahr and Qezel Hesar prisons, and because their elderly mothers are not able to go for visits, the authorities will not even transfer them to their own cities. A few days ago, when a 67-year-old mother of one of these prisoners went to visit Shahram and Bahram Ahmadi, she had no news that her son Bahram was executed on 27 December 2012, and had been buried by the authorities. When officers of the visiting room said only Shahram was there and that they had executed Bahram 6 months ago, she got a stroke and for the last 12 days has been under intensive care, and doctors have said that she might lose her memory because of the shock she has received. This is a small fraction of pain and suffering of the families of these prisoners. We need to mention that we have written a few letters to Mr. Ahmadinejad and the leader of Iran, but gotten no results.

We ask you to write letters to the Iranian authorities, especially to the new president who has promised to free political prisoners, and ask them to cancel the death sentence of these prisoners and free them as soon as possible, so that they can come back to their families.

Sincerely

Families of 26 Prisoners Facing Execution

15 July 2013

Also published by the International Committee against Execution, ICAE 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Hilferuf aus dem Gohardascht-Gefängnis

Januar 9, 2013

زندان گوهردشت

Zendān Gōhardašt „Raǧāʾī Šahr“, Īrān

Gohardasht Prison also known as „Rajai Shahr“, Karaj, Iran

Gefängnis Gohardascht genannt Radschaï Schahr, Karadsch, Iran

BITTE! Lasst nicht zu, dass man Loghman und Zenyar hinrichtet.

Eine Petition von: CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Im Iran werden viele, allzu viele unschuldige Menschen aus vorgeschobenen Gründen eingesperrt, gefoltert und am Galgen aufgehängt. Sie haben kein Verbrechen begangen und werden zu Unrecht beschuldigt.

IHR aber lebt in FREIHEIT, und auf EURE STIMME kommt es jetzt an. Es geht nicht um irgendein bestimmtes Land, sondern ganz allgemein um Menschlichkeit und den Einsatz für die schuldlose Jugend.

An alle Menschen meiner Generation weltweit:

Ich hasse es, über meinen Tod nachzudenken; meine Sehnsucht nach dem Leben will ich nicht ins Grab nehmen.

Mein Name ist Zenyar Moradi.

Zur Stunde sitze ich in der Stadt Karadsch im Iran im Todestrakt in meiner Gefängniszelle und ich möchte mit den jungen Menschen in Europa und Amerika reden. Zu den Menschen meines Alters möchte ich sprechen, die in Japan, Australien oder Frankreich leben, in Afrika und überall auf der Welt.

Bitte LASST NICHT ZU, DASS SIE MICH AUFHÄNGEN!

Ist diese Welt so grausam, dass sie einfach nur zuschaut, wie mein Cousin Loghman und ich öffentlich an einem Baukran auf der Straße gehängt werden? Und nichts sagt? Und nichts unternimmt?

Ich erkenne, dass ich euch gegenüber meine Furcht und meinen Aufruf nur über das Internet äußern kann. Bitte seid deshalb so geduldig, mir ein paar Minuten und Sekunden eurer Zeit zu schenken und mir zuzuhören. Es ist schwer, einundzwanzig Jahre alt zu sein und dem Tod gegenüberzustehen. Tag für Tag mit dem Schreckgespenst des Todes zu leben, jedes Mal, wenn ich ihre Schritte höre, zu erschaudern, dass sie jetzt kommen, um mich zu holen und umzubringen.

Seitdem man mich eingesperrt hat, sind nun drei Jahre vergangen. Ich bin Zenyar Moradi und gemeinsam mit mir wird mein Cousin Loghman Moradi beschuldigt. Neun Monate wurden wir gefoltert. Sie pflegten uns so hart zu schlagen, dass wir nicht gehen konnten. Noch heute leide ich an den Folgen der Folter – mein Rücken schmerzt und zwei Rückenwirbel sind gebrochen. Die Folterer sagten uns, dass, wenn wir nicht alles, was sie uns vorwerfen, gestehen, sie uns vergewaltigen würden, weshalb wir einfach alles unterschrieben, was sie vor uns auf den Tisch legten. Und jetzt wartet auf uns der todbringende Strick des Galgens irgendwo auf einer Straße in Teheran oder Urmia (wo wir geboren worden sind).

Gerade haben sie uns mitgeteilt, dass die Planung unserer Hinrichtung beschlossen wird; der Henker sei die letzten vier Tage krank gewesen. Nachts kann ich nicht schlafen. Deshalb sehe ich die letzte Möglichkeit, mir mit diesem Brief selbst zu helfen. Bitte unternehmt alles Mögliche und lasst nicht zu, dass sie uns hinrichten.

Bitte benutzt eure Jugend und eure Kreativität und lasst dieses Regime wissen, dass wir nicht alleine sind. Bitte erhebt euren Protest gegen diesen Urteilsspruch. Wenn ihr protestiert, wenn ihr euch bei ihnen beschwert, werden wir das hören! Ich warte darauf, jetzt EURE Stimmen des Protests zu hören!

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar

PLEASE! Do NOT LET THEM execute Loghman and Zenyar.

Petition by CFPPI (Campaign to Free Political Prisoners in Iran)

Too many innocent people are imprisoned, tortured, and hanged for a meaningless political agenda in Iran. They have not committed any crimes and are falsely charged.

YOUR VOICE, as FREE people matters. This is not about another country, this is about our humanity and standing up for innocent youth.

To all the people of the world who are in my age group:

I despise thinking about my death; I do not want to take my life aspirations to the grave with me.

My name is Zaneyar Moradi.

Currently, I am sitting on a death row, my prison cell in Karaj, Iran, and I want to talk to you young people in Europe and America, I want to speak to people, who are my age who are living in Japan, Australia, France, and Africa and all over the globe.

Please DO NOT LET THEM HANG ME!

Is this world so cruel, to watch both my cousin and I hang in public from a crane on the street? And not say anything? And not do anything?

I realize that it is only through the Internet that I am voicing to you my fear and my plea to you. So please be patient with me and give me few minutes and seconds of your time and hear me. It is hard to be twenty-one and to face my death. To live everyday with the nightmare of death, to shiver every time I hear their footsteps coming to take me to my death.

It has been three years since I have been imprisoned. I am Zaneyar Moradi and my co-defendant is Loghman Moradi, we were tortured for nine months. They would beat us so hard that we could not walk, even today I still suffer from side effects of torture—my back is hurting and I have two fractured vertebrate. The torturers told us that if we did not confess to everything they told us that they would rape us and we just signed whatever they put in front of us. And now we are waiting for the hanging rope of death while standing or hanging on the streets of Tehran or Urūmiyeh (where we were born).

They tell us now plans are being set for our execution, and the hang man has been sick for the past four days and I can’t sleep at nights. So I decided to help myself by writing this letter. Whatever you can do, please don’t let them execute us.

Please use your youth, your creativity, and let this regime know that we are not alone. Please voice your protest to this verdict. If you protest, if you complain to them we will here it! I am waiting to hear YOUR voices of protest.

Zenyar Moradi

Raja-e-shar Prison

January 4, 2013

https://www.change.org/petitions/please-do-not-let-them-execute-loghman-and-zenyar