Posts Tagged ‘millet’

Ausverkauf der Demokratie

Dezember 21, 2009

اسلامی ریاست

Islāmī Riyāsat

Islamische Führung

Ein Text von Abū ʾl-Aʿlā al-Maudūdī titelt mit »Islāmī Riyāsat (1)«, was „Islamic Presidency“ oder „Islamic Leadership“ bedeutet. Das zu ar-raʾīs, Führer (chief, leader) gehörende ar-ryāsat, Präsidentschaft, verwendet der den Wahhabiten und der Muslimbruderschaft zugeneigte organisierte Islam in Sarajevo unter Raʾīsul ʿulamāʾ (Führer der Islam-Gelehrten, bosnisch »Reis-ul-ulema«) Mustafa Cerić als das bosnische Wort »Rijaset« zur Bezeichnung der höchsten politreligiösen Ratsverwaltung, ansässig im Dienstsitz des Großmuftis in der Kaisermoschee, sowie als Namen seiner Homepage.

Opening the way for the Muslim law

The universal Weltanschauung of Dr. Cerić. Von Jacques Auvergne

Mustafa Cerić durchlief eine Ausbildung an der klassisch islamisch sprich gegendemokratisch und frauenfeindlich ausgerichteten Kairoer al-Azhar-Universität, wo er von 1974-1978 islamische Theologie und Philosophie studierte. Als Imam arbeitete er ab 1981 in den USA, wo er 1987 über den frühen islamischen Denker Abū Manṣūr al-Māturīdī (893-941) aus Samarkand promovierte. 1990 war Cerić Mitgründer der Partei der demokratischen Aktion (SDA, Stranka demokratske akcije), eines angesichts der von Belgrad aus und durch Politiker wie den mit Rechtsradikalen und Paramilitärs kooperierenden serbischen Präsidenten Slobodan Milošević jahrelang betriebenen Diskriminierung aller Nichtserben sehr erklärlichen politreligiösen beziehungsweise ethno-religiösen Bündnisses.

Die SDA, Izetbegović führte sie bis 2001, versteht sich gleichwohl bis heute ihrer Aussage nach als säkular, während Theologe Mustafa Cerić im European Council for Fatwa and Research (ECFR, Europäischer Rat für Fatwa und Forschung) mit jenen radikalislamischen Strömungen wie der Millî-Görüş freundschaftlich zusammenarbeitet, welche die juristische, politische und pädagogische Herrschaft der Stellvertreter Allahs gegenüber der Volkssouveränität für sittlich wertvoller erachten. Das der Muslimbruderschaft nahe stehende ECFR will das Kalifat als ein revolutionär gegenkulturelles Milieu einer eigenen Staatsbürgerschaft und zunächst einer Rechtsspaltung im Personenstandsrecht beziehungsweise Familienrecht, das geheiligte Ziel der Deklassierung der Frau entstammt dabei dem Koran und der mittelalterlichen Orthodoxie. Wolfgang Schäuble und Armin Laschet begehen mit Mustafa Cerić Feierveranstaltungen.

1992 erklärte Bosnien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien. Zwischen 1991 und 1993 war der Bosnier, auch im Auftrag des bosnisch-muslimischen Politikers Alija Izetbegović, Universitätslehrer im „differenziert“ denkenden Apartheidsstaat Malaysia am International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC, http://www.iiu.edu.my/istac/), das der International Islamic University Malaysia (IIUM, http://www.iiu.edu.my/) angegliedert ist und von Syed Muhammad Naquib al-Attas geleitet wird.

Im Juli 1995 forderte das von den UN als Völkermord klassifizierte Massaker von Srebrenica vom muslimischen Bevölkerungsteil Bosniens, man nennt ihn den bosniakischen, bis zu 8.000 Tote. Für Europa war Srebrenica die schlimmste Gräueltat seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges.

Im April 1993 wurde Mustafa Cerić zur obersten islamischen Autorität Bosniens ernannt, manche reden allerdings von einem Putsch gegen den muslimischen Slavomakedonen („Torbesch“) Jakub Selimovski, jenen zeitweiligen ranghöchsten Geistlichen Makedoniens, der irgendwann einmal eine Todesfatwa von ethnisch albanischen Islamführern aus Makedonien erhalten hatte.

Weil der Zerfall Jugoslawiens beziehungsweise der jugoslawische Bürgerkrieg schrecklich war und dauernder Friede schließlich wünschenswert ist, wird der einen schmucken weißen Turban tragende Geistliche aus Sarajevo weltweit von Politikern eingeladen sowie von Religionsfunktionären, zumal christlichen, mit Ehrungen ausgezeichnet. Etwa durch den in Heppenheim ansässigen Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), der den abrahamischen Dialog, genauer müsste man sagen: den Trialog pflegt, bei dem entweder Jahwe, christlicher Vatergott nebst Jesus von Nazareth sowie der steinigende Allahgott miteinander im Himmel verschmolzen werden sollen oder eine irdische Segregation von Glaubensnationen nach dem Vorbild von Malaysia oder Ägypten angestrebt wird, der ICCJ überlegt noch.

Im Jahre 2005 erhielt der Schariapolitiker „für seinen außergewöhnlichen Beitrag zum interreligiösen Verstehen“ den Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis der UNESCO, in Anwesenheit des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble am 22.11.2008 in München den Preis der theokratisch orientierten Eugen-Biser-Stiftung, die grundrechtswidrige Scharia kritisiert man in diesen Kreisen nicht.

Am 24. Februar 2006 weilte der bosnische Reisu-l-ulema, wörtlich Führer der Gelehrten, türkisch Başmüftüsü, in der Moschee der kroatischen Hauptstadt Zagreb, als er die »Deklaracija Evropskih Muslimana« (Declaration of European Muslims) bekannt gab. Cerić ist Šayḫ (Scheich) im ECFR-Netzwerk des in Qaṭar wohnhaften ranghöchsten Predigers der Muslimbruderschaft, Yūsuf al-Qaraḍāwī. Jacques Auvergne kommentiert den von ihm übersetzten und gekürzten englischen und französischen Text der Erklärung der Europäischen Muslime.

Cerić:

Dem Willen Ausdruck verleihend, den die Europäischen Muslime seit dem Angriff vom September 2001 in New York, dem Massaker vom März 2004 in Madrid und der Bombenexplosion vom Juli 2005 in London entwickelt haben.

Cerić interessiert sich für die Probleme, welche die kulturellen Moderne mit dem sich koranisch legitimierenden Terrorismus hat.

Wo doch am 11. September 2001 Tausende von Männern und Frauen, die im New Yorker World Trade Center gearbeitet haben, durch einen terroristischen Angriff getötet wurden, wo am 11. März 2004 Hunderte von Menschen, die sich gerade auf der Eisenbahnfahrt in Madrid befanden massakriert wurden, wo doch am 7. Juli 2005 in London viele unschuldige Menschen das Opfer von Bombenexplosionen wurden, und angesichts der Tatsache, dass all diese Gewalttaten gegen die Menschlichkeit als „Islamischer Terrorismus“ bezeichnet worden sind,

Die Terroristen nennen sich selber so, islamische Kämpfer.

Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass die Anschläge von New York, die Massenmorde in den Eisenbahnzügen von Madrid und die Bombenattentate von London den europäischen Muslimen die schwere Last kollektiver Schuld für jenen „Islamischer Terrorismus“ zu tragen auferlegt haben, die fortwährend von einigen Politikern und Medien propagiert wird,

Seit 9 / 11 würden die Nichtmuslime also die Muslime quälen.

Des Leidens der europäischen Muslime eingedenk, die von einer durch unverantwortliche Berichterstattung gewisser Medien, die über muslimische Angelegenheiten (issues) berichten, verursachten Islamophobie ausgesetzt sind,

Aufruf an die muslimischen und nichtmuslimischen Europäer, eine Hexenjagd gegen jenen angeblich die Menschenrechte und Bürgerrechte gefährdenden Teil der Fernsehsender und Redaktionsstuben zu beginnen, der pauschale Ängste vor dem Islam schürt. Nichtmuslime dürfen keine Angst vor der Scharia haben, das wäre unmenschlich. Über den Islam soll – wohl ausschließlich – positiv berichtet werden.

Wo doch die Europäischen Muslime die Freiheit der Anderen genauso sehr wertschätzen wie ihre eigene

Alleine die Konstruktion einer Sorte Mensch namens muslimische Europäer müssen wir im Namen der bedrohten Rechtseinheitlichkeit zurückweisen.

Es möge in Europa also zwei verschiedene Freiheiten geben: die nichtmuslimische Freiheit und die muslimische Freiheit. Cerić bereitet den Ausstieg der muslimischen Bürger, namentlich der muslimischen Frauen, aus dem für alle geltenden Recht vor: die Polygamie ist noch verboten, sie kann es für die nichtmuslimischen Europäer, Cerić ist tolerant, ja auch bleiben. Dass aber künftig nicht nur den drei Muftis des nordgriechischen Komotiní gestattet sein soll, Dreizehnjährige oder Elfjährige zu verheiraten, die bald darauf schwanger werden, sollen wir im Namen der Religionsfreiheit hinnehmen, den Kopftuchzwang eines Yūsuf al-Qaraḍāwī selbstverständlich ebenso. Ehe- und Familienangelegenheiten, dazu kann doch bitte bald auch das Erbrecht gehören, regeln die Muslimstaatsbürger demnächst bitte ganz friedlich unter sich. Die Schwester erbt eben nur halb so viel wie ihr Bruder, so steht es in Gottes Handlungsanleitung, im al-qurʾān – Sie wollen doch nicht etwa die Muslimbürger daran hindern, nach dem Tod in die ewige Gottesnähe zu gelangen, Sie antimuslimischer Rassist und gruppenbezogener Menschenfeind?

Wo doch die Europäischen Muslime ihre Kinder in Frieden und Sicherheit aufwachsen lassen möchten, im Miteinander mit anderen religiösen Gruppen und in einem Europa, das sich auf einer ‚Ethik des Teilens‘ gründet.

Der Großmufti singt dem Sozialstaat ein Hohelied? Mitnichten, Mustafa Cerić will die Rechtsspaltung: Ihr lasst uns unser Recht, wir lassen euch euer Recht. Eingeteilt, aufgeteilt, zugeteilt. Hier Scharia, da säkulare Moderne, wir teilen dieselbe Stadt. Spiritueller Mauerbau.

Daran erinnernd, dass der Islam Juden und Christen als das Volk des Buches zu betrachten lehrt, damit sie alle, Juden, Christen und Muslime, lernen, ihre gemeinsamen spirituellen Wurzeln ebenso zu teilen wie ihre gemeinsame Zukunftshoffnung, ohne Vorurteile und mit dem Ziel, Diskriminierung zu vermeiden

Monotheistische Theokraten dürfen den Europäern künftig die Welt und die Regeln des Zusammenlebens erklären.

Wo Europa doch ein Kontinent vieler Glaubensbekenntnisse ist

Doch wohl eher ein Kontinent vieler Individuen, und zuerst ein Kontinent der für alle, auch für Atheisten und Frauen, geltenden Rechte. Möchte uns der bosnische Geistliche ein Europa der Glaubensnationen (milal, Sg. milla; türk. millet) in die Debatte hineinmogeln, ein Europa, in dem eine religiöse Gerichtsbarkeit das Recht hat, die universellen Menschenrechte namentlich die Frauenrechte anzuknabbern oder außer Kraft zu setzen?

Eingedenk, dass Europa stolz auf den Weg von der Sklaverei zur Freiheit ist, vom Mythos zur Erkenntnis und Wissenschaft, von der ungebändigten Macht zum Recht und von der Staatstheorie zur Legitimität des Staates und im Wissen von Europas bereitwilligem Bekenntnis zu den Grundwerten von Menschenrechten und Demokratie.

Nicht nur begeistertes Credo, das westliche und mittlere Europa, Weißrussland leider gewiss nicht, hat seine Staatlichkeit, Verwaltung und öffentliche Schule tatsächlich auf die Universalität der Menschenrechte gebaut, wesentlich anders als die Teile der Welt, die vom islamischen Recht bestimmt sind. Bezeichnenderweise redet Cerić hier an der Sache vorbei, er sagt basic values, nicht: vollständige Geltung der säkularen Freiheitsrechte, er sagt Human Rights – welche Menschenrechte, diejenigen der OIC von 1990 mit ihrem Schariavorbehalt?

Der Bosnier hätte statt Menschenrechte AEMR sagen müssen, universelle Menschenrechte, er hat stattdessen wohl Allahs Menschenrechte im Blick. Demokratie (Democracy) ginge auch mit dem Unrechtsstaat der DDR, Cerić hätte sagen müssen: freiheitliche Demokratie, und wer ein wenig über Fundamentalismus beziehungsweise Scharia nachdenkt, wird erkennen, dass nur die säkulare Demokratie eine freiheitliche Demokratie sein kann. Cerić will den freiheitlich-säkularen Staat gar nicht – und redet, nicht anders als Erich Honecker oder Mao Tse Tung, von Demokratie. Ein Bekenntnis hat Bosniens Großmufti übrigens noch nicht einmal gegen die Sklaverei abgelegt, lediglich ausgesagt, dass Europa auf irgendeine „Straße“ (engl. road), irgendeinen „Weg“ (frz. chemin) „stolz“ (proud, fière) ist.

Statt zu sagen: eine dem Mythos unterworfene Gesellschaft, das heißt ein dem Geisterglauben und der Sexualmagie nachgeordnetes Weltbild und Menschenbild, verwendet der Großmufti fälschlich das Wort Mythologie, was jedoch Mythenforschung bedeutet und wissenschaftliches Denken voraussetzt, wozu die islamische Orthodoxie nicht in der Lage ist, denn der Hidschab (ḥiǧāb, wörtlich: Vorhang, Ganzkörperbedeckung der Frau) ist der Sexualmagie nachgeordnet und das Lehren schmerzlicher Höllenfeuer finsterstes Mittelalter und Psychoterror. Auch das ist kein Versehen, Cerić will die Höllenpädagogik ebenso legalisieren wie die Kopftuchpflicht, wozu arbeitet er schließlich so fleißig für das ECFR, den „Fatwa-Rat“ (Europäischen Rat für Fatwa und Forschung).

Europa ist das Haus des Friedens und der Sicherheit, wie es sich auf dem Gesellschaftsvertrag (consensus) gründet.

Mit dem Begriff Haus des Friedens, englisch lässt Cerić „House of Peace“ sagen, frz. „la demeure de la paix“, hat uns der listige bosnische Gelehrtenführer das arabische dār, wörtlich Haus, gemeint ist das irdische Territorium in seiner Relation zu Allahgott, in die Diskussion hinein geschmuggelt, das uns aus der manichäisch und dschihadistisch verstandenen Benennung des islamisch beherrschten Gebietes als dār al-islām bekannt ist.

Das Paradies wird im Koran an zwei Stellen als die dār as-salām bezeichnet (10:25 und 6:127), Haus des Friedens, mit Cerić hat Europa womöglich paradiesische Aussichten.

Gesellschaftsvertrag (Social Contract, Contrat Social) soll uns ein wenig zum Neuverhandeln der gesellschaftlichen Grundlagen ermuntern. Consensus ist iǧmāʿ – schariakonforme Plenardebatte. Referenzmodell jedes anständigen Rats ist (ǧ-m-ʿ, versammeln, Gemeinschaft) ein ǧumuʿa oder ǧumʿa genanntes freitägliches Zusammenkommen, das von Allahgott angeordnete Freitagsgebet als der Nukleus jedes Parlaments, das durch korantreue Verhaltensausrichtung heilssichernde Epizentrum der sittlichen (islamischen) Staatsgründung.

Allahkratisch-kulturrassistische dār-Formeln wie dāru ʾl-ʿahd (Dar al-Ahd), Haus des Vertrags, oder dāru ʾṣ-ṣulḥ, Haus der Übereinkunft (muṣālaḥa, Versöhnung; vgl. das jesuszentrierte Sozialwerk http://www.musalaha.org/) ermöglichen es islamrechtlich Indoktrinierten, die als unsittlich eingestuften Nichtmuslime nicht als Harbis zu bezeichnen und töten zu müssen oder als Dhimmis zu versklaven.

Islamist Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān), der sich in diesen Tagen des Dezembers 2009 als „Islamfachmann“ im französischen Regierungsviertel herumreichen lässt, wo es den säkularen Politikern um ein Burkaverbot geht, Herrn Ramadan jedoch um eine totale Kopftucherlaubnis, ist der großartige Erfinder der Theorie einer dār aš-šahāda (Haus des Glaubensbekenntnisses), in Wirklichkeit will er die schariakonforme Rechtsspaltung, das Sonderrecht der muslimischen Staatsbürger.

Der Sohn des Muslimbruders Said Ramadan („Das islamische Recht“, 1961) ist als städtischer Integrationsbeauftragter für Rotterdam und zeitgleich als Dozent der Uni Rotterdam allerdings gefeuert worden, weil er eine Moderation für einen Fernsehsender der islamischen Diktatur Iran übernommen hatte, wo er es wagte, just in jenen Tagen des Sommers 2009, in dem in Teheran protestierende Studenten erschossen wurden, von den angeblich schrecklich unterdrückten europäischen, zumal französischen Studenten muslimischen Glaubens zu reden, im selbstbeschädigend toleranten Oxford wird er leider auch in Zukunft tätig sein dürfen (2).

Das europäische Territorium (land, territoire) ist das Haus des Gesellschaftsvertrags, denn es ist dort möglich, in Übereinstimmung mit seinem jeweiligen Glauben im Kontext der sinngemäß von John Rawls genannten „Prinzipien“ zu leben, welche: „frei handelnde und rational denkende Menschen bereitwillig akzeptieren, die Sorge dafür tragen, dass die Ausweitung ihrer eigenen Interessen das Gemeinwohl gründet, gewährleistet und definiert“.

Das jedoch ist für den Bankräuber, Nationalsozialisten oder religiösen Radikalen im Allgemeinen kein großes seelisches Problem, er wird seinen Egoismus oder Gruppenchauvinismus flugs als gemeinnützig etikettieren, zumal er das Recht zur kreativen Initialzündung und Neudefinition der sozialen Werte und politischen Leitlinien hat. Allahgott hat die Raubökonomie gestattet, das geheiligte Beutemachen auf Kosten der Nichtmuslime und der Frauen ist orthodoxe islamische Sozialpädagogik. Jetzt muss ich das Ganze nur noch in Sarajevo mit „gerechte Gleichheit“ (equality, égalité) beschriften.

John Rawls (1921-2002), amerikanischer Gesellschaftsphilosoph mit Leitbildern der Menschenrechtsuniversalität, Chancengleichheit und Sozialstaatlichkeit, arbeitete über den von Immanuel Kant entlehnten Begriff des Common sense, der inzwischen radikalislamische Nutzbarmachung erfährt. Rawls war Autor von The Law of the Peoples (1993). Der amerikanische Islamist und Arzt (Endokrinologie) Shahid Athar interpretiert die zunehmende Schariaverträglichkeit der USA als Wandel vom Homogenität erstrebenden „Schmelztiegel“ (melting pot) zur tolerierten Heterogenität der „Salatschüssel“ (salat bowl), in der man jede ethnoreligiöse Differenz dauerhaft erkennen kann.

Womöglich möchten die Bewunderer von al-Maudūdī ihr Streben nach Segregation und Sezession mit einem Selbstbestimmungsrecht als ethnische Minderheit beziehungsweise Glaubensnation vermarkten; Bekir Alboğa zitierte dazu 2009 öffentlich Kant. Rawls greift – wie Cerić – auf Jean-Jacques Rousseau zurück, dessen »Du contrat social ou Principes du droit politique« (Amsterdam 1762) vielerorts sofort verboten wurde, mit Rousseau und mit erheblicher Mühe ließe sich das „spontane“ Zusammenfinden von Muslimen zur kalifatsähnlichen Struktur legitimieren. Während man (ziemlich laut) auf Religionsfreiheit pocht, zaubert man den unfehlbaren volonté générale mit der unsichtbaren Scharia identisch. Den Linken legt man den Köder, den Separatismus der islamischen Gehorsamsgesellschaft als Pluralismus zu sehen und die islamische Revolution als im Kern sozialistisch, die Christen mögen sich von Abrahams koranlesenden Kindern begeistern lassen. Die geduldete radikalislamische Parallelgesellschaft als freie Willens- und Gemeinschaftsbildung, die Dhimmitude als demokratisches Minimum (Rawls: Le minimum démocratique) – wenn die Frau der Muslim-Kaste freiwillig nur halb so viel erben will wie ihr Bruder, hat sie dann nicht ihre Bürgerrechte frei genutzt?

Mit Kopftüchern und Kirchentagen mag eine neue, abrahamische »Natürliche Theologie« über dem Klang der Dreikonsonantenwurzel ṣ-l-ḥ zwischen Thomas von Aquin, Yūsuf al-Qaraḍāwī und Intelligent Design (ID) aussöhnen, maṣlaḥa als das Allgemeinwohl oder istiṣlāḥ als das Streben nach dem sozialen Besten machen den Weg frei zur dāru ʾṣ-ṣulḥ, zum Haus des Vertrags sprich Unterwerfungsvertrags.

Die „konstruktiven“ Dhimmifunktionäre Rowan Williams (Bischof), Christian Giordano (Ethnologe) und Mathias Rohe (Jurist) haben dem als Religion getarnten Herrschaftskult bereits muṣālaḥa angeboten, Versöhnung.

Während ein Gesellschaftsvertrag die vernunftgeleitete Willensbekundung eines Menschen ist und eine Selbstverpflichtung dem Staat gegenüber, so stellt der Bund (a Covenant) das glaubensorientierte Streben des Menschen dar. Durch den Bund weiht der Mensch sein Herz der Gottheit und erlangt innere Sicherheit, durch den Verfassungsvertrag legitimiert er das Staatswesen und erlangt äußere Sicherheit als Bewohner eines Dorfes oder einer Stadt.

Frei nach Cerić: „Ein Dasein als gottloser Staatsbürger ist hohl und leer, eure Demokratien sind auf die monotheistischen Religionsgemeinschaften, allen voran den Islam, angewiesen.“ Ein Geistlicher mag derartigem Selbstbewusstsein ja gerne Ausdruck geben, die Doppelpackung Religionsbund plus Staatsbürgerschaft erinnert auf den ersten Blick auch ein wenig an das jesuanische „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ oder an die jedem Menschen eigene Dualität zwischen dem Emotionalen und dem Rationalen beziehungsweise zwischen dem Idealistischen und dem Organisatorischen. Einem als persönliche Spiritualität gemeinten Islam würden wir derlei Rhetorik zugestehen wollen, einem an der Rechtsspaltung interessierten, strengstens an der Scharia orientierten fundamentalistischen Gehorsamskult allerdings nicht.

So sei es der Europäischen Union erklärt:

Hello Europe, this is Mustafa speaking!

Ein Staatsbürger ist Inhaber von Freiheitsrechten und freiheitlichen Privilegien. Er ist ein Staatsangehöriger, der, sei es als Ureinwohner oder als Einwanderer, einer Regierung Loyalität schuldet. Dabei hat er den Anspruch darauf, dass diese sein Leben, seine Religion, seine Freiheit und seine Würde schützt.

Nett, dass der Herr aus Sarajevo uns den Rechtsstaat erklärt. Was der bosnische Koranpolitiker uns unterschlagen möchte: Das Kind muslimischer Großeltern hat allerdings den Anspruch darauf, dass der Staat es schützt … vor dem Islam der Scharia schützt, sobald dieser Kult seine Freiheit und Würde bedroht, etwa durch den nötigenden Heiratsvormund oder die schafiitische FGM. Mustafa Cerić will die Kinder und Enkel der von ihm gewollten Kaste der Muslimbürger der Gewalt der Fundamentalisten ausliefern – im Namen der Friedfertigkeit oder, gelingt das nicht überzeugend, der Andersartigkeit, der „Differenz“.

Schariafreundin Nilüfer Göle (»Emanzipation auf Islamisch«) schreibt 2008 auf qantara.de zum Kopftuchstreit in der Türkei: „Als Symbol steht das Kopftuch dabei zugleich für persönliche Frömmigkeit und öffentliches Geltendmachen der islamischen Differenz“. Mit dem irgendwie wissenschaftlich wirkenden Wörtchen „Differenz“ versucht die in Paris lehrende Soziologin, uns die Modernitätsverweigerung und den gegenkulturellen Separatismus des politischen Islam als gelebte Religionsfreiheit beziehungsweise muslimische kulturelle Identität zu verkaufen.

Die europäischen Muslime, die schließlich versuchen, ihr Leben in Aufrichtigkeit und Authentizität (decent, honnête) zu führen, haben folgende Erwartungen:

Die Institutionalisierung des Islam in Europa.

Noch eine Moschee? Noch ein Islamverband? Nein.

Das Europäische Islamparlament unter Vorsitz des Großmuftis von Europa!

Gutes Personal ist heute so schwer zu bekommen, aber wer weiß, vielleicht würde der bescheidene Bosnier das Amt notfalls übernehmen, zumal er offiziell in Bälde nicht mehr zum Widerschein Allahgottes in der bosnischen Dämmerung neu gewählt werden darf, im Jahre 2012 wird seine Amtszeit enden. Ob sich der Großmufti (ECFR) seinen Dienstsitz, die im Jahre 1462 erbaute Careva Dzamija oder Kaisermoschee in Sarajevo, als Führungsstelle (Rijaset) des künftigen Europakalifats vorstellt?

Die ökonomische Entwicklung der muslimischen Gemeinschaft, damit sie volle spirituelle und kulturelle Freiheit erlangt und unabhängig ist.

Ökonomisch entwickelt heißt schariakonformes Bankwesen und überhaupt richtig viel „spirituelles“ Geld. Vollständig abgeschottete Geldströme, bis auf das geheiligte Beutemachen (al-anfāl, al-ǧizya)?

Wenn wir erst reich genug sind, kaufen wir uns aus der Demokratie heraus und ins Kalifat hinein.

Die Sūratu l-Anfāl ist sūra 8, die Sure der Kriegsbeute. „Sie fragen dich nach der Beute. Sprich: „Die Beute gehört Allah und dem Gesandten. … In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Trefft (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen jeden Finger ab (3)!“

Die Entwicklung islamischer Schulen, die in der Lage sind, die in Europa geborenen Muslime dazu zu erziehen, die neuartigen Herausforderungen ihrer multikulturellen Gesellschaften zu bestehen und diese prägend mitzugestalten (d`inspirer la sociéte multiculturelle européenne).

Ein Geflecht ECFR-treuer Zentren der Koranlehre, ein Netz von madāris (Sg. madrasa) möge den Kontinent überziehen, nebenbei ein flächendeckender und dabei möglichst offen schariakonformer Islamischer Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Zentren für Imam-Ausbildung möglichst an den Universitäten. Zentren der Ausbildung zum muftī (Scharia-Richter). Ein echter Großmufti braucht viele Kleinmuftis.

Die politische Freiheit, welche die europäischen Muslime in die Lage versetzen wird, ihre legitimen Vertreter in die staatlichen Parlamente zu entsenden.

Der Mensch ist bei Mustafa Cerić eben kein Individuum, sondern Teil seiner Glaubensnation.

Als Gründer des Staates Pakistan kann der Politiker Ǧinnāḥ (Jinnah) gelten. Dazu musste das gemischtreligiöse Indien allerdings erst mit Umsiedlungen, Pogromen und Vertreibungen in zwei Staaten zerfallen, einen vorsichtig säkularen Staat Indien und einen halbwegs radikalislamischen Staat namens Pakistan (mit Ostpakistan, heute Bangladesch). Indien und beide Pakistan wurden am 15.08.1947 unabhängig.

Die dreizehnte Forderung der »Fourteen Points of Jinnah« (März 1929, englisches Wikipedia) lautete: „Jedes Kabinett, sowohl zentral als auch provinziell, muss mindestens ein Drittel muslimische Minister enthalten“, der vierte Punkt fordert ein Drittel muslimische Vertreter in der Gesetzgebenden Versammlung (Central Legislature, das spätere Indian Legislature als Zweikammersystem aus Lok Sabhā, Council of States, Unterhaus, und Rājya Sabhā, Haus des Staates, Oberhaus).

Angesichts der repressiven Realität des indischen Kastensystems mag die acht Jahrzehnte alte Argumentation des Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ (Ali Jinnah) manchem Beobachter erklärlich erscheinen, die traditionelle Diskriminierung der kastenlosen oder niederstrangigen Dalits („Parias“) kann jedoch keine Entschuldigung dafür sein, im Europa des dritten nachchristlichen Jahrtausends im Namen der Religionsfreiheit ein Millet-System einzurichten – und genau das ist Herrn Cerić zu unterstellen.

Wie überhaupt der christlich-islamische Dialog nach dem Motto vorzugehen scheint: „Lasst uns in Toleranz auseinander gehen – Wir trennen uns in Frieden“. Von universellen Menschenrechten redet man nicht.

Orthodoxer Islam ist feindbildbedürftige Staatlichkeit, revolutionäre Gegenkultur, die Schariagesellschaft ist die antisoziale, geheiligte Meidung. Der Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) des zerfallenden Indiens, die sich auf den hochmittelalterlichen Gelehrten Abū Rayḥān Bīrūnī (973-1048) zurückführte, ging es weniger um zwei räumlich weit voneinander getrennte Staaten als um die erlebbare Kultur der ḏimma als der „gesamtgesellschaftlichen“ Koexistenz (La Convivencia, Konvivenz). „Gesamtgesellschaft“ ist ein gefährlich vieldeutiger Begriff der Multikulturellen und Koranpolitiker (Islamrat, ZMD, KRM).

Es gilt, Vorbereitungen zur Frage zu treffen, wie das Muslimische Recht in den Angelegenheiten des Personalstatuts anerkannt werden kann, beispielsweise im Familienrecht [aus dem Englischen], es ist die Möglichkeit zu debattieren, das islamische Recht in Bezug auf Personenstandsfragen zur Anerkennung zu bringen, etwa die Fragen des Familienrechts betreffend [aus dem Französischen].

Der zentrale Sprengsatz überhaupt: „f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; f: La possibilité de la reconnaissance de la loi islamique dans le cadre des questions relatives au statut des personnes comme par exemple les questions d’ordre familial.“

Der beliebte Dialogpartner Mustafa Cerić baut hiermit eine veritable Bombe gegen unsere säkulare sprich freiheitliche Zivilisation. Das anerkannte schariatische Familienrecht würde von der kulturellen Moderne nichts mehr übriglassen, der Spezies Muslimfrau wären die allgemeinen Menschenrechte dann nicht mehr zugänglich. Europas Politiker sehen die Gefahr der im Familienrecht (Polygamie, Idschbar / Wali Mudschbir, Kindbraut, Talaq) ansetzenden Islamischen Revolution leider überhaupt nicht, Kirchenpolitiker hoffen auf Machtzuwachs und schweigen aus Berechnung zur diskriminierenden Imam-Ehe und zur theologisch begründeten islamischen Frauenentwürdigung der šarīʿa sowie zur religionsrechtlich begründeten islamischen Frauendiskriminierung des fiqh.

Die »Fourteen Points« (Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ 1929) fordern unter Punkt zwölf die verfassungsmäßige Festschreibung (The constitution should embody adequate safeguards for the protection) des islamischen Personenstandsrechts (personal laws).

Wir können auch Europa mit der familienrechtlichen Scharia so zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Wir erwarten, dass Europa die europäischen Muslime vor solchen Sachen wie Islamophobie, ethnischer Säuberung und Genozid schützt.

Fein gesponnene Manipulation: Islamfurcht ziehe Vertreibung oder Völkermord nach sich, möchte der Geistliche uns nahe legen. Cerić steht als Friedensfreund da, und ganz neuartige muslimische und nichtmuslimische Sittenwächter haben den Freibrief, Islamkritiker zu jagen.

Bewusstsein schaffen für die Vielgestaltigkeit (complexties) des säkularen Kontexts, in dem die heutigen Religionen leben.

Survivaltraining für interreligiöse Fundamentalisten. Als Schariafreund im Dschungel der kulturellen Moderne überleben. Im Namen der Religionsfreiheit sind dem Kalifat kleine Nischen zu schaffen, die orthodox-islamische Menschenrechtswidrigkeit ist gemeinsam mit Rabbinern und Bischöfen der Öffentlichkeit so lange zu erklären, bis jeder die geduldeten Gegenkulturen für einen Teil der zu tolerierenden „Komplexität“ hält und die etwa von Ayaan Hirsi Ali scharf vertretene Forderung nach dem Primat der universellen Menschenrechte erfolgreich als „Aufklärungsfundamentalismus“ (Timothy Garton Ash: Enlightenment fundamentalism) diffamiert werden kann, ein Tolerieren antimoderner Milieus, vor dem im Jahre 2007 Pascal Bruckner warnte (4).

Verständnis befördern, Unterschiede anerkennen, einen gemeinsamen Baugrund finden und zugänglich machen.

Kinder spielen Himmel und Hölle oder die Reise nach Jerusalem. Cerić meint kein Kinderspiel, sondern Mythospolitik, Sexualpolitik. Vielleicht noch nicht der griechische Areopag, sicherlich aber der Römische Senat war götterfreie Zone. Kehren mit Leuten wie Cerić die Ǧinn, die Geister, nach denen Koransure 72 benannt ist, in Europas Universitäten und Parlamente zurück?

Lassen Sie uns die komplexe Beziehung zwischen Religion, Kultur, Politik und Ökonomie aufzeigen. Anschließend geht es darum, jene Fakten in den Vordergrund zu stellen, an denen die Religionen das gemeinsame Streben nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden erkennen können.

Das Verstörende soll also nicht besprochen werden – Thinking positive. Der Islam habe nichts anderes als den Weltfrieden im Sinn, was in einem voraufklärerischen Verständnis von herrschender Friedlichkeit ja vielleicht stimmen mag. Cerić erdreistet sich, den organisierten orthodoxen Islam, der von der Aufklärung noch nicht berührt worden ist, den anderen Religionen als ebenbürtigen Bündnispartner anzubieten, ein Ansinnen, was diese dem Vertreter des ECFR verweigern sollten. Unsere freiheitliche Lebensweise brauchen wir nicht durch den Schariavorbehalt ironisieren zu lassen, auch nicht im Nehmen des interreligiösen Dialogs.

Es geht darum, religiöse Prinzipien sowie moralische und ethische Werte und Normen genau zu erkennen (identify, identifier), die allgemein akzeptiert oder mehrheitsfähig sind und die geeignet sind, das Zusammenleben möglich zu machen, doch ebenso jene, die jedem Glauben eigen sind, und die möglicherweise hieraus entstehenden Differenzen, Spannungen und Missverständnisse zwischen den so verschiedenartigen Religionen einzuräumen und auszuhalten (recognize, admettre).

Im politislamischen Credo »Fourteen Points« des Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ (Jinnah) vom 28.03.1929 lautet der harmlos klingende Punkt sieben: „Allen Glaubensgemeinschaften soll die volle Religionsfreiheit gewährt werden, das umfasst die Freiheit zu Glaube und Gebet, die Freiheit Riten und Festlichkeiten zu pflegen sowie die Freiheit der Mission, Vereinsgründung und Erziehung“.

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, erklärte im September 2009 allerdings Teile der Scharia für verfassungswidrig, was natürlich stimmt. Diese grundgesetzwidrigen Teile der islamischen Pflichtenlehre, bei Ǧinnāḥ sicherlich unter „Erziehung“ (Männerverherrlichung, Jungfräulichkeitskult, Kopftuchzwang, Kulturrassismus), „Riten“ (schariarechtliche Zwangsheirat englisch wilayat al-ijbar arabisch wilayāt-al-iǧbar / walī muǧbir; geheiligte Verstoßung ṭalāq) oder „Religionsfreiheit“ (Polygamie, erniedrigte Stellung der Frau im Erbrecht) würde mit Mustafa Cerić nun zur islamischen Eigentümlichkeit, die es interreligiös vereint so lange zu erklären gelte, bis alle „Missverständnisse“ ausgeräumt sind.

Bertrams erkannte, dass die Scharia jeder Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zuweist als dem Mann. Eine Frau, folgerte der Verfassungsrichter, die das Kopftuch trage, bekenne sich daher nicht widerspruchsfrei zu der Verfassung und den deutschen Werten. Dieser Umstand schließe ihre Eignung für den Beruf als Lehrerin aus. Der bosnische Großmufti hat hier wieder ein „Missverständnis“ auszuräumen, womöglich unterstützt von seinen deutschen anṣār Melanie Miehl, Thomas Lemmen, Armin Laschet, Wolfgang Schäuble und der Eugen-Biser-Stiftung?

Auch Dschihadisten demonstrieren Geschichtsbewusstsein: anṣār al-islām bedeutet Helfer des Islam, nach jenen ersten muslimischen Medinensern, die den Mekkaner Muḥammad und seine muhāǧirūn („Auswanderer“) unterstützten. Die hiǧra war die Flucht aus Mekka im Jahre 622 nach Christus. Im Iran ist Anṣārī ein Nachname, auf der arabischen Halbinsel oft ein Abkunftsname der Nachkommen der „Helfer“. Al-Muhajiroun war der Name einer britischen Terrorgruppe um den gebürtigen Syrer Omar Bakri Muhammad und den Sohn pakistanischer Einwanderer Anjem Choudary, die für ganz Großbritannien die vollumfängliche Scharia einführen wollte. Ansar al-Islam (AAI) war zwischen 2001 und 2003 der Name einer um Mullah Krekar angeordneten, kurdischen Terrorgruppe im nördlichen Irak, der Unterstützer in Italien, Großbritannien und Deutschland zuzurechnen waren oder sind. Werner Oschlies weiß, dass „terroristische Mujaheddin im bosnischen Bürgerkrieg auf muslimischer Seite mitgekämpft“ haben: „Im November 1992 entstand die 7. Muslimische Brigade, in die von Anfang an Mujaheddin einsickerten und die Kampfgruppe „El Mujahed“ bildeten (5).“

Die Muslime Europas erklären, dass es die Absicht der europäischen Muslime ist:

Die Machtergreifung. Ab sofort ist Mustafa Cerić der Häuptling aller auf Allahgott verpflichteten Europäer.

Die Muslime, die in Europa leben, sollten erkennen, dass Freiheit kein Geschenk ist, das von alleine kommt. Die muslimische Freiheit muss erst verdient werden. Ungeachtet des xenophoben Widerstandes muss der globale Status der Muslime anerkannt werden.

Antiislamisch-rassistische Dhimmistaatsbürger würden den Muslimbürgern die Freiheiten vorenthalten. Nun ja, ehrlich gesagt: die muslimischen Freiheiten. Das gegenmoderne Sonderrecht dürfen sie sich zurückholen, Allāh hat ihnen das gestattet, ja geboten.

Die Muslime, die in Europa leben, sollten den Islam der westlichen Zuhörerschaft gegenüber als eine universelle Weltanschauung präsentieren, nicht als stammeskulturelle, ethnische oder nationale Kultur. Die Muslime können von den Europäern nicht erwarten, die universelle Botschaft des Islam wertzuschätzen, wenn sie ständig nichts anderes als einen ethnisch oder national gefärbten Islam erleben. Die Muslime werden die Europäer mit dieser Universalität des Islam beeindrucken können. Europa ist zudem für die Muslime selbst der geeignete Ort, die Kraft und Schönheit (the power and beauty) der islamischen Universalität zu entdecken.

Der Großmufti will den Weltislam, die Philosophie des globalen Kalifats, die Einschmelzung oder Überhöhung der vier sunnitischen Rechtsschulen sowie der Schiiten – unter Vorsitz des ECFR bitteschön. Den Nichtmuslimen soll die repressive Gegenkultur des kosmischen Medina-Modells, Hauptsitz Sarajevo, als Naturphilosophie verkauft werden.

Von Weltanschauung, Cerić verwendet im englischen wie im französischen Text das deutsche Wort, sprach der Großmufti in seinem 2007 veröffentlichten Text »The challenge of a single Muslim authority in Europe« („In the sharī’a as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God“, in der Scharia als ihrer Weltanschauung leben die Muslime ihren Bund mit [Allahgott] Gott).

Im Folgenden ein Gedanke zur iranisch inspirierten Islamisierung Europas von Bosnien aus. Tito und der Dritte Weg. ʿAlī Šariʿatī. Median-School in Sarajevo.

Der Median ist der mathematische so genannte Zentralwert, der etwa in der Statistik die Grenze zwischen zwei Hälften definiert. Der iranische Pädagoge Ali Schariati (1933-1977, türkisch Ali Şeriati) hatte den Schah und die Geistlichkeit kritisiert, suchte und lobte den „reinen, unverfälschten“ Islam, wurde deshalb als Wahhabit beschimpft und saß zwischen 1973 und 1975 im Gefängnis. Ab dem 25.11.1954 publizierte er in der Zeitung Khorasan an zehn Montagen die visionäre Textreihe »Maktab-e Vaseteh-e Eslam, Die Median-Schule des Islam« (The Median School of Islam; Maktab arab. zu: kuttāb, Schule). Vasateh kann auch Verbindungsmann, Zwischenhändler, Vermittler bedeuten (zwischen dem Muslim und Allahgott gebe es keinen Vasateh, dem Imam oder Mullah gehorche er aus freudiger Einsicht, denn Islam heißt Liebe …). Die Staatwerdung der Scharia sei „gerecht“, gleiche harmonisch aus.

Dorfschullehrer Schariati deutete den Islam, einen Gedanken von Abolqasim Shakibnia bzw. M. B. Razavi (The Median Bloc) aufgreifend, als angeblich ausgewogenen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus (politisch), Ost und West (geographisch) sowie Idealismus und Materialismus (philosophisch) hinein in die Moderne, nicht in die kulturelle Moderne zwar, aber hin zur selbstbewussten Weltmacht. Die berüchtigte Mittigkeit (wasaṭīya; s. o.: Vaseteh) des Islam, Schariati sprach von der „ummatan wasatan, community justly balanced“, kann sich auf den Koran berufen, weshalb wir das nicht zufällig an Muʿammar al-Qaḏḏāfī (Gaddafi) erinnernde allahzentrische Mediangleichnis des ʿAlī Šariʿatī als Wegbereiter der Islamischen Revolution von 1979 verstehen sollten. Für die Menschen im ehemaligen Jugoslawien, die von der geschickten Äquidistanz nebst gewährter Reisefreiheit eines General Tito bis heute ebenso fasziniert sind wie von der NAM-Bewegung der Blockfreien Staaten (Non-Aligned Movement, Bandung 1955 mit Staaten wie Indonesien, China, Indien und Ägypten; Kairo 1957) und vom Islam, ist die Verbreitung des sanft erscheinenden Schariati möglicherweise nicht weniger verführerisch und demokratiegefährdend als die Lektüre des offen radikal argumentierenden al-Maudūdī.

Am 21.11.2009 stellt die iranische Seite irib mehrere Stimmen beispielsweise aus Kuba und Syrien, welche eine kanadische Resolution gegen den Iran zurückweisen, ganz bewusst zusammen: „Blockfreie und OIC gegen iranfeindliche Resolution“, der Iran probiert die Fusion von NAM und OIC. Unter Verwendung des Wortes wasaṭ, „mittig“, nennt Yūsuf al-Qaraḍāwī sein frommes Bestreben nach allahzentrischer Überwindung der Rechtsschulen Position der Mittigkeit oder Weg der Mittigkeit, minhāǧ wasaṭiyya, und auch mit Schariati lässt sich die Islamische Revolution als Harmonisierung und Heilwerdung deuten. Reaktionärer Gehorsamskult, islamische Faschisierung sei sozialer Ausgleich und seelische Ruhe, gliche dem die ideologischen Abgründe und persönlichen Lebensrisiken minimierenden Zentralwert, dem Median (6).

Die Muslime sollten sich den folgenden Glaubensanweisungen (imperatives of their faith, impératifs de leur foi) widmen:

Seid fromm und respektiert eure Eltern! Der Osten muss die Werte der Familie (the familiy values, les valeurs familiales) auch unter äußerem Druck bewahren, der Westen muss sein gefährliches Spiel mit der Zukunft der Menschheit beenden. Die Abkehr von den Familienwerten gliche der Verweigerung der Anerkenntnis, dass die Sonne im Osten aufgeht.

Imperator Allahgott befiehlt und Muḥammad befiehlt für Allahgott und Mustafa Cerić für alle beide. Frömmigkeit ist im orthodoxen Islam schließlich dasselbe wie Gehorsam den Anweisungen von Vater, Ehemann, Imam, Mufti und Scheich gegenüber.

Festung Familie. Prinzip Tochtertausch, demnächst vielleicht auch Wali Mudschbir. Polygamie besser sofort realisieren. Nur eine Frau im Bett ist ungerecht.

Das Kalifat beginnt im Ehebett. Familie als verkleinertes Abbild des islamischen Staats beziehungsweise als dessen Keimzelle.

Es geht darum, die Säkularen mithilfe ihrer Linken und Kirchenfunktionäre dazu zu dressieren, dass sie jede Kritik am orthodoxen Islam für Rassismus halten. Nur so kann es den Islampolitikern gelingen, die rechtliche Herabsetzung der Frau in der Imam-Ehe und im schariakonformen Familienrecht und Erbrecht glaubhaft als kulturelle Besonderheit und verwirklichte Religionsfreiheit darzustellen.

Die emotionale und juristische Diskriminierung der Frau sei menschliche Natur (fiṭra, Geschaffensein auf Allahgott hin). Gleichberechtigung von Mann und Frau, Zurückweisung des Familienrechts der Scharia und Verweigerung der Verschleierung (textiler ḥiǧāb) und Geschlechtertrennung (sozialer ḥiǧāb) entspreche dem gotteslästerlichen Versuch, die Sonne im Westen aufgehen zu lassen.

Seid aufrichtig und kämpft für eure Rechte! Der Erfolg im Diesseits und das Heil im Jenseits verstehen sich nicht von selbst. Jeder sollte nach seinem Erfolg streben. Jeder sollte für seine Rechte im Hier und Jetzt kämpfen, jeder sollte sich bereits auf Erden um seine Heilssicherung bemühen.

Koranische Europapolitik. Das Seelenheil der um Reinigung bemühten dürfe nicht durch ungerechte säkulare Gesetze verbaut werden.

Muslime haben nicht nur darin versagt, eine eigene Theorie oder Konzeption der Globalisierung zu entwerfen, nein, wir müssen leider hinzufügen, dass sie nicht damit zurechtkommen, in einer globalisierten Welt zu leben. Ihnen fehlt die globale Strategie, das globale Bewusstsein. Das wird daran erkennbar, dass sie bis heute keinen Weltkalender haben, der sie vor Missverständnissen bei der [weltweiten und dabei minutengenauen] Bestimmung des Zeitpunktes des ʿĪdu l-ʾAḍḥā bewahrt. Unglücklicherweise haben sie ein Image der Bedrohung für den Weltfrieden und tragen das Stigma des weltweiten Terrorismus.

Am Dschihadismus und erst recht am schlechten Ruf als Friedensgefährder müsse der Islam unschuldig sein.

ʿĪdu l-ʾAḍḥā (in Nordafrika auch Großes Fest, ʿĪdu l-Kabīr, frz. Aïd el-Kebir genannt, türk. kurban bayramı nach arab. qurbān, Opfer) ist einer der beiden höchsten Feste im islamischen Mondjahr. Jenes Opferfest, bei dem der legendäre Stammvater der Juden, Abraham, seine Glaubenstreue unter Beweis stellte, für die er sein Kind der Gottheit zu opfern bereit war. Gott verzichtete allerdings auf das Kindesopfer, wissen die Glaubensgeprüften. Muslime müssen, soweit sie das Geld dafür haben, an diesem fröhlichen Feiertag ein Tier opfern jedenfalls schlachten, die Nachbarn bekommen traditionell auch etwas ab. In Deutschland geben die Schulen auf Wunsch einen Tag schulfrei. Im Jahre 2009 beziehungsweise 1430 war ʿĪdu l-ʾAḍḥā am 27. November.

Höchste Räte müssen den Festtag jährlich neu bestimmen, Herrn Cerić und Allahgott scheinen, Europa betreffend, Gremien wie Mondsichtung (Achtung Sicherheitsrisiko, seien Sie vorsichtig, McAfee: http://moonsighting.com/) nicht auszureichen, und weil Allāh schweigt, redet der Großmufti als Scheich des ECFR.

Zur falschen Zeit zu beten könne in die Hölle führen, vermuten Muslime wie Muḥammad (Prophet) und Mustafa Cerić (Mufti). Wer den kalendarischen Takt vorgibt, hat die irdische Macht und das Monopol auf die Heilssicherung. Auf http://www.fatwa-online.com etwa nimmt die Autorität von Scheich al-ʿUthaymīn (1926-2001) dem muslimischen Endverbraucher das Denken zur korrekten Mondphase ab (7).

Verursacht durch das Stigma des islamischen Terrorismus, an dem die Muslime heutzutage zu Unrecht leiden, sollte die Erklärung der europäischen Muslime aktiv verbreitet werden (travailler à la diffusion), mit dem Ziel, die Bedeutung zu betonen, die darin besteht, den Wechsel von einem schlechten Bild der Muslime zu einem guten Bild der Muslime herbeizuführen, vor allem in Bezug auf ihre Glaubensgrundlagen (in matters of their faith).

Impression management, „die hohe Kunst des Eindruckschindens“. Der Islam brauche sich nicht zu verändern, das Bild müsse sich ändern. Islamrhetorik muss her, solange, bis die diskriminierende Scharia (their faith) das Prädikat „gut“ bekommt.

Am 10.12.2009, für uns Säkulare ist das der Tag der AEMR, weilte der sexualmagisch denkende oder schlicht machtbesessene Kulturrassist Mustafa Cerić um 18:00 Uhr abends in der Gustafskyrkan in Kopenhagen. Anlass war die 15. Weltklimakonferenz in der dänischen Hauptstadt (07.-18.12.2009). Der gemeindeeigene Gospelchor sorgte für multikulturelles Flair, der schwedische Erzbischof Anders Wejryd war zugegen, man betonte die Wichtigkeit des Naturschutzes. Freundlicherweise wurde ein Satz aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verlesen, jemand erzählte von sozialer Gerechtigkeit und vom Schutz der Ureinwohner, Kleinbauern und der Wälder, dann erfolgte die Rezitation des hebräischen Schöpfungsverses (Genesis 1:1) durch Kantor Oren Atzmor. Der dänische Imam Abdullah Khan durfte einen Satz aus dem Koran vorlesen, Shoken Pia Trans aus Kopenhagen vertrat den Tendai-Buddhismus, die buddhistische Won-Tradition und der Sikkhismus kamen in der Gustavskirche (Gustafskyrkan) nicht zu kurz, die politreligiöse Veranstaltung nannte sich »Interfaith Ceremony on Climate Change« („Hope for the future“). Organisator Dr. Hans Ucko hielt die Fäden dieser Beschwörung in der Hand.

Ucko ist kein Schamane, sondern der Präsident der Religions for Peace (RfP) in Europe (Genf, Lund). Und da konnte Mustafa Cerić nicht fehlen, der ist für die RfP Europe schließlich Vizepräsident (Co-President). Die christlich-ökologisch motivierte Seite http://www.gronkirke.dk/ findet das alles ganz toll und lässt Rowan Williams als spirituellen Umweltschützer zu Worte kommen (8). Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche hatte bereits die Einführung von Teilen der Scharia ins britische Recht gefordert. Hinter RfP Deutschland steht Schariafreund Dr. Franz Brendle aus Stuttgart.

Politchrist Brendle hat mit dem interreligiösen Dialog keine Probleme und umgibt sich mit der kalifatsorientierten Millî Görüş und der revolutionären Muslimbruderschaft.

Politchrist Ucko ist ein schwedischer Theologe und lässt sich beim Interfaith Dialog Center als Freund vorstellen (9). Ehrenvorsitzender des IDC ist der Führer der „Sekte mit Konzernstruktur“ (Kelek), der türkische Islamist Fethullah Gülen (10).

Es ist falsch, den Islam für das Fehlen von Demokratie in der muslimischen Welt zu beschuldigen. Es ist eine Sünde, Menschenrechte im Namen des Islam zu verletzen

Welche Menschenrechte sollen nicht verletzt werden, die Menschenrechte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam (Paris 1981) oder die Menschenrechte der Kairoer Menschenrechtserklärung (OIC, 1990)?

Welche „Demokratie“ meint Cerić, diejenige von al-Maudūdī oder die von al-Qaraḍāwī? Oder die freiheitliche Demokratie, in der für alle Menschen ein einheitliches, nicht diskriminierendes und säkulares Recht gilt, sogar für Ungläubige und Frauen?

Die europäischen Muslime haben das Recht und die Pflicht, die Debatte über diese und andere Angelegenheiten anzustoßen, und ebenso alle anderen Debatten, die ihre Zukunft betreffen, schließlich geht es darum, dass ihre Kinder erkennen können, wer sie sind und was ihnen in einer europäischen Umwelt zu aufzutragen ist.

Mit „Debatte“ ist rechtspolitische Debatte gemeint, der Großmufti ist nicht zu seinem Vergnügen unterwegs, sondern für die islamische Sozialarbeit und den islamischen Umweltschutz, das heißt für die Durchsetzung der koranischen und schariatischen Politik.

„Wer“ die muslimischen Kinder „sind“, sagen ihnen die muslimischen Alten. Die Kinder haben sich schariakonform zu verhalten, nur dann sind sie glückliche Kinder. Sie wollen doch Kinder nicht etwa traurig machen? Glückliche europäische Kopftuchmädchen, glückliche Jungen, die ḥisba (islamische Siedlungspolitik) betreiben und ihre Schwestern bewachen.

Die europäischen Muslime rufen die weltweite muslimische Gemeinschaft dazu auf, die Führung des Bestrebens nach Weltfrieden und weltweiter Sicherheit zu übernehmen.

Den Schariabock zum Gärtner machen – ich verzichte. Der begeisterte Großmufti hat hier Integration mit Machtergreifung verwechselt, mit einem Frieden meint er auch wohl eher Pax Islamica (Bassam Tibi). Wie wäre es, in Algerien, Ägypten oder Pakistan die Korruption einzudämmen und die Pressefreiheit zu befördern, bevor sich die umma zur moralischen Weltmacht aufschwingt?

Unser aller Leben wird verschiedenartig verlaufen, aber wohin wir auch gehen, ein wenig von jedem anderen werden wir überallhin mitnehmen!

Der Teufel schläft nicht, Verunreinigung droht dem Gottesfürchtigen beständig, schlimmstenfalls „verläuft“ sein Weg „verschieden“, nämlich hinein in die ewige Verdammnis. Dem Dhimmi hingegen mag in der Begegnung mit einem Rechtgläubigen „ein wenig“ Erkenntnis zuteil werden, in seiner Bekehrung zur wahren Religion könnte er das ewige Heil erlangen.

Von der Gleichberechtigung von Mann und Frau nimmt Herr Cerić allerdings auch im Weggehen nichts mit.

Uns Freunde auf Erden zu geben, ist die Weise Gottes, für unseren Schutz zu sorgen.

Jenes Augenzwinkern: Feinde – Schariaverweigerer, Islamkritiker – sind die Weise, wie der Teufel sich um uns kümmert.

Der Politikwissenschaftler und Osteuropakenner Wolf Oschlies („die bosnischen Muslime … Kopftuch tragen, Schnaps trinken, Schweinefleisch essen … reine Privatsache“) nennt uns ein Sprichwort, das die traditionelle, ländliche Gelassenheit der Bosnier im Umgang mit den Religionen humorvoll wiedergibt: „Prijepodne Ilija – poslijepodne Alija“, „Am Vormittag der Heilige Elias, am Nachmittag Allah (11)“.

Azhar-Absolvent und Eugen-Biser-Preisträger Mustafa Cerić dürfte auch an bosnischen Vormittagen weniger duldsam sein.

Jacques Auvergne

Erklärung der Europäischen Muslime, bei: RIJASET. ISLAMSKE ZAJEDNICE U BOSNI I HERCEGOVINI

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

oder: aus Malaysia

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

Gazi Husrev-begova medresa (gegründet 1537)

http://www.medresasa.edu.ba/

Mešihat. Islamske zajednice u Srbiji (Novi Pazar, Serbien)

Fakultet za islamske studije

http://www.islamskazajednica.org/

Protest in Bosna for Palestine. Bei: Hijab Bosnia

http://hijab-bosnia.blogspot.com/2009/01/protest-in-bosnia-for-palestine.html

Bosnien und der Iran. Auf der Seite des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad erfährt man, dass die göttliche Diktatur Iran im bosnischen Sarajevo das ‚Ibn Sina Research Institute‘ betreibt. Im Beisein des kroatischen Botschafters im Iran stellt Ahmadinedschad im iranischen Shiraz die Übersetzung des Diwan von Hafiz ins Bosnische vor. Mustafa Cerić freut sich über das Buch und schweigt zur Frauenfeindlichkeit und zum faschistischen System der Mullah-Herrschaft. Nusret Isanovic, der Direktor der Islamic Pedagogic Academy in Zenica, hält am jährlichen Hafiz-Gedenktag eine Festrede „Hafez in the Mind of the Bosnian People of Today“.

http://www.president.ir/en/?ArtID=18229

Bosnien und der Iran. Bei: IranBalkan (IRBA)

http://www.iranbalkan.com/site/index.php?mod=article&cat=Srpski&article=1967

(1) Islami Riyasat (By Maududi)

http://www.scribd.com/doc/19036427/24-Islami-Riyasat-By-Maududi-

Maududi im Internet

http://www.scribd.com/tag/maududi

(2) August 2009: Die Erasmus-Universität zu Rotterdam schmeißt den Dozenten Tariq Ramadan raus

http://bazonline.ch/ausland/europa/Umstrittener-Schweizer-IslamWissenschaftler-entlassen/story/16316811

Oxford hält dem Islamisten Ramadan die Treue

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Tarik-Ramadan-Oxford;art123,2879644

(3) Sure 8. Die Beute, al-anfāl

in der Übersetzung vom „Schweigsamen Knecht Allahgottes“ Abdullah as-Samit (ʿAbdullāh aṣ-Ṣāmit), unerleuchtet Frank Bubenheim, 1952 in Lindau am Bodensee geboren, mittlerweile Šayḫ (Scheich) und Absolvent der šarīʿa-Fakultät der Jordan-University im jordanischen ʿAmmān, und Dr. Nadeem Elyas (Nadīm Ilyās), Mediziner (Gynäkologie) aus Eschweiler bei Aachen, nicht viel weniger schweigsam und von 1995-2006 ZMD-Präsident

http://islam.de/1407.php

(4) Pascal Bruckner (2007). Timothy Garton Ash bezichtigt Ayaan Hirsi Ali des Aufklärungsfundamentalismus

Pascal Bruckner: Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten?

http://www.perlentaucher.de/artikel/3594.html

Pascal Bruckner: Enlightenment fundamentalism or racism of the anti-racists?

http://www.signandsight.com/features/1146.html

Pascal Bruckner: »En finir avec le Multiculturalisme« (2007) Bruckner verteidigt Ayaan Hirsi Ali gegen den von Ian Buruma Timothy Garton Ash erhobenen Vorfurf, eine “fondamentaliste des Lumières” zu sein, eine Aufklärungsfundamentalistin. Französisch, bei: Comité Laïcité République.

http://www.laicite-republique.org/spip.php?article197

(5) Bosnien 1992 und die Brigade der Mujaheddin, in: Wolf Oschlies: »Bosnien und sein „Nachmittag-Islam“«

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060206

(6) IRBA, türkisch. Tagespolitik und (islamische) Kultur. Themen sind die USA, das iranische Atomprogramm sowie Kulturelles, etwa die Werbung für den angeblichen Modernisten Ali Schariati (Ali Şeriati).

Ali Schariati (1933-1977) und »Die Median-Schule des Islam« (Maktabe Vasete Islam). Kuba und Syrien iranisch zusammengestellt: „Blockfreie und OIC gegen iranfeindliche Resolution“. Wird die versuchte Fusion von NAM und OIC das zerfallene Yugoslawien „medianisch“ (nach Schariati) begeistern können?

http://www.iranbalkan.com/site/index.php?mod=article&cat=T%C3%BCrk%C3%A7e&page=page_2

NAM und OIC – alles Wasatiyya oder was?

http://german.irib.ir/index.php?option=com_content&view=article&id=30053:auflehnung-von-blockfreien-und-oic-gegen-iranfeindliche-resolution&catid=13:kommentare&Itemid=11

Islamrevolutionär Schariati 1954: Maqtab-e Vaseteh-e Eslam. Die kosmisch, spirituell und sozial harmonische Mittigkeit (Wasatiyya, Vaseteh) als „Schule“, Theorie und Lebensweise

http://books.google.de/books?id=yoQQ2YzmMyMC&dq=%22median+school%22+islam&source=gbs_navlinks_s

(7) Mondgucker [Achtung: McAfee meldet „Seien Sie vorsichtig, diese Homepage könnte Ihre PC-Sicherheit gefährden!“].

Hanbalitisch-wahhabitisches Gedankengut wie das von Scheich al-ʿUthaymīn auf der Seite Fatwa-Online

http://www.fatwa-online.com/fataawa/muslimminorities/0001009_2.htm

(8) Schariafreund Erzbischof Williams will den theozentrischen Naturschutz. Den engelske ærkebiskop Rowan Wiliams, taler på dette videoklip fra YouTube om, hvordan omsorg for miljøet kan lære os om Gud.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=239

Ohne Zweifel (tvivl), hier können Sie gemeinsam mit Mustafa Cerić das Weltklima retten. Am 10. Dezember 2009, Folke Bernadotte’s Allé 4, Kopenhagen. Auf zur Interreligiøs Ceremoni.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=524&0=

Theologisch gelingt uns Dänen die ökologische Annäherung an den Islam mit dem Verwalterschaftsdenken (forvalterskabstanken). Ökoreligiöse Stellvertreterschaft (Forvalterskab, al-khilafa) gibt es auch schariatreu, auch dort denkt man interreligiös und weiß vom Kalifat.

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=227

Klima, Natur und Christentum (Klima, miljø og kristendom) verlangen unsere Islamsensibilität. Muslime sind schließlich anders als wir! Wer als dänischer Christ die Welt retten will, muss „Ja!“ sagen zu Tschador und Burka. Das ist Ökotheologie (Miljøteologi).

http://www.gronkirke.dk/index.php?id=207

Ein ökotheologisches (miljøteologisk) multikulturelles „Ja!“ zur unfairen Scharia, aber nur mit ökologisch angebautem und fair gehandeltem Kirchenkaffee. Dänische Fairness. Kirkekaffe.

http://www.kirkekaffe.dk/

RfP Deutschland, Franz Brendle. Runder Tisch der Religionen: Affolderbach, Jaschke, Alboğa, Burhan Kesici, Ayyub Axel Köhler, Nadeem Elyas.

http://www.religionsforpeace.de/?id=rundertisch

RfP Europe. Großmufti Mustafa Cerić, Prof. Dr. Ali Bardakoğlu

http://www.rfp-europe.eu/council

(9) Hans Ucko. Bei : IDC, Interfaith Dialog Center (IDC)

http://idcnj.org/news/20051207/

(10) Ehrenvorsitzender des IDC ist Fethullah Gülen

http://idcnj.org/MFGulen/

Fethullah Gülen. Understanding and Respect.

http://en.fgulen.com/

(11) Wolf Oschlies: »Bosnien und sein „Nachmittag-Islam“«

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060206

Antimuslimischer Rassismus

November 26, 2009

مِلَّة

milla

Glaubensnation

Jürgen Micksch, der Interkulturelle Rat und die kommunalen Islamforen

Vorwärts Genossen, auf in die Apartheid der Glaubensnationen. Zur jüngsten Schariaverteidigung des Jürgen Micksch: »Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance« (2009). Von Jacques Auvergne

Ein im südhessischen Darmstadt ansässiger Interkultureller Rat in Deutschland e. V. betreibt ein uns vor Bewunderung sprachlos machendes Gefüge wundertätiger Gremien namens „Deutsches Islamforum“, „Abrahamisches Forum in Deutschland“, „Bundesweites Clearingprojekt: Zusammenleben mit Muslimen“ und „Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen“. Hinter diesem Interkulturellen Rat steht, flankiert von den Schariafreunden Dr. Nadeem Elyas und Bekir Alboğa, der zeitweilige evangelische Pfarrer, Theologe und hessische Sozialwissenschaftler Dr. Jürgen Micksch und weil alleine sein schließlich doof ist, sammelte Herr Micksch Sponsoren, Ausländerfreunde und echte Ausländer. Doch ich bitte Sie: Kopftuchgegner, Islamkritiker oder gar Islamapostaten dürfen die Einwanderer nicht sein – der Dialog, Sie verstehen.

Sammler Micksch versammelt also in seinem Interkulturellen Rat Vertreter von Gewerkschaft (DGB, IG Metall, IG Bergbau Chemie Energie), Judentum, Christentum, Islām und Bahāʾī mit dem in aller Unschuld beschworenen Ziel, das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben der Bundesrepublik Deutschland zu sichern.

Menschen sollen dabei nicht länger autonome Individuen sein, sondern in ihre jeweiligen ethnoreligiösen Kollektive eingeschmolzene Partikel: „Politische Entscheidungen müssen deshalb darauf ausgerichtet sein, die Interessen von ethnischen, religiösen und kulturellen Minderheiten ebenso zu berücksichtigen wie Erwartungen und Ängste der Mehrheitsgesellschaft.“ Ungerechtfertigt der planmäßigen Angstverbreitung verdächtigt seien also die zumal muslimischen Migrantenkollektive, die Kaste der Altbürger aber müsse man endlich von ihren „antisemitischen und antiislamischen Einstellungen“ befreien, und dafür hat die glückliche BRD das Deutsche Islamforum des Herrn Micksch.

Gegen die kulturrassistische und Frauen geheiligt diskriminierende Scharia (aš-šarīʿa) möchte man nicht vorgehen, was nur auf dem Wege einer Neubeschriftung des unfriedlichen orthodoxen Islam als friedlich gelingen kann und in der expliziten Verteidigung der Scharia (Deutsches Islamforum: „Scharia als Glaubensweg von Muslimen“; Seite 159-166) gipfelt. Ironie an: Die Orientalen haben die Toleranz, Gastfreundschaft und Friedfertigkeit im Blut, vor allen Dingen die muslimischen Orientalen. Die Ex-Muslime nicht. Ironie aus.

Sozialpädagogen und Sozialarbeitern ist der begeisterte Verteidiger von Scharia und Kopftuch Jürgen Micksch kein Unbekannter. Der 1941 in Breslau geborene evangelische Theologe und Soziologe hat seit sich seit einem runden Vierteljahrhundert einen Namen als Anstifter von Kirchentagsveranstaltungen und interkulturellen Wochen gemacht und war stets verlässlich auf der Seite der Ausländerfreunde und Unterstützer der Belange von Asylbewerbern. Dabei ließ es der zeitweilige Leiter der Evangelischen Akademie Tutzing, dort arbeitete man im November 2007 sowie im November 2009 am Konzept einer „Ausbildung von Imamen in Deutschland (1), (2)“, an Unterstützung für ausländische Ex-Muslime allerdings ebenso mangeln wie an der Parteinahme für kopftuchkritische europäische Einwanderinnen wie die niederländische Politikerin und Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali.

Seine über 25 Bücher tragen Titel wie „Kulturelle Vielfalt statt nationaler Einfalt: eine Strategie gegen Nationalismus und Rassismus“ (1989). Ob jemand, der einem Buch einen solchen Titel gibt, an den rassistischen muslimischen Angriffen, die seit Jahrzehnten von Sudans Hauptstadt Khartoum (al-Ḫarṭūm) aus gegen die dunkelhäutigen Nuer und Schilluk organisiert werden, Kritik übt, oder sich gegen die türkische rassistische Partei und Bewegung der Grauen Wölfe ausspricht? „Interkulturelle Politik statt Abgrenzung gegen Fremde“ (1992) oder „Vielfalt statt Einfalt: Strategien gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ pädagogisiert es auf weiteren Buchumschlägen. Micksch sagt nichts zum Genozid an den Armeniern (3). Derartig selektiv wahrnehmend betreibt der Theologe seit der Jahrtausendwende den Dialog mit dem Islam in Form des von ihm 1994 gegründeten Abrahamischen Forums („Vom christlichen Abendland zum abrahamischen Europa“). Den inzwischen nach Mitteleuropa eingewanderten frauenfeindlichen theokratischen Kulturrassismus des Orients, die Scharia, findet Jürgen Micksch schützenswert.

Das Anliegen des Interkulturellen Rates in Deutschland ist es, jenen Begriff von Multikulturalität bestärken zu wollen, nach dem jede hörbare Ablehnung des Islam als Rassismus zu deuten ist. Wie aber wollen selbsternannte Antirassisten ein diskriminierendes Gesellschaftsmodell verteidigen?

In Umkehrung des eine Warnung enthaltenden und grafisch wie ein Warnschild gestalteten Titels »Antimuslimischer Rassismus« sollen wir uns offensichtlich in ein Wohlverhalten »promuslimischen Antirassismus« einüben. Auf die durch Herausgeber Micksch betriebene Verteidigung des kulturrassistischen Herrschaftssystems des orthodoxen Islam sind wir gespannt und beginnen mit dem Leiter des Mülheimer „Theaters an der Ruhr“ Roberto Ciulli.

Der linke Gutmensch und Theaterregisseur reist in den Nahen Osten und hält sich im Staat gewordenen, jeden Regimekritiker als „Islamapostaten“ (mortad, murtadd), „Staatsfeind“ (mohareb, Enemy of God) und „auf Erden zur Zersetzung Aufrufender, Verderbenstifter auf Erden“ (mofsed fel arz, mufsid fīl arḍ; Who spreads corruption on earth) ermordenden Faschismus der Ayatollahs und Mullahs auf. Der gebürtige Mailänder liest uns keine islamisch-religiöse Todesfatwa für einen zum Christenglauben gewechselten Apostaten vor (4), sondern nimmt an einem religiösen Volksfest teil und ruft beglückt aus:

29. Das ist Iran. Das ganze Äußerliche ist ein großes Theater, das ich auch aus Italien kenne.

In Allahs schiitischem Faschismus gilt das Staatsführungsprinzip der allein (und dabei nur vielleicht) das Heil gewährleistenden Welāyat-e Faqīh. Nach dieser „Herrschaft der Obersten Rechtsgelehrten“ übt die geheiligte Geistlichkeit die repressive (islamische) politische Gewalt und irdische Staatsführung stellvertretend für Allahgott beziehungsweise für den erwarteten Zwölften Imam aus. Einen nordrhein-westfälischen Theatermacher interessiert das nicht, der betreibt schließlich den Dialog:

30-31. hinter den Vorbehalten gegenüber dem Islam stehen ganz unterschiedliche Motive

Wie in Katar, Jemen und Saudi-Arabien werden auch im Iran die von der ewigen und unverhandelbaren Scharia vorausgesetzten Todesstrafen gerne in Form von öffentlichen Enthauptungen bei Sonnenaufgang ausgeführt. Für Herrn Ciulli vom Mühlheimer Theater an der Ruhr ist das persönlich eher uninteressant, einen ihm angebotenen Teppich jedoch, wir Textilfreunde erfahren es leider nicht, hat Ciulli vielleicht doch noch erregt eingekauft.

31. Untersuchungen haben ergeben, dass bei deutschen Medien starke Vorbehalte gegen den Islam bestehen

Der von Kopftuchfreund Ciulli verteidigte „islamische Staat“ (Buch des Chomeini: »Ḥokūmat-e eslāmī«) des Īrān kultiviert Steinigungen, Erhängen oder öffentliches Auspeitschen, alles auch mal an Minderjährigen, als Strafe für nachgewiesene oder angebliche Vergehen wie Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel oder Blasphemie. Die Religionspolizei der muṭawwiʿūn lauert auf Plätzen und Hauptstraßen und prüft Mädchen und Frauen auf islamisch korrekte Kleidung (5).

In Indien, Pakistan und eben auch im Iran ist das Stoffgefängnis der fragwürdig frei umherlaufenden Frau als pardā bekannt; im Englischen schreibt man purdah. Manchmal enthält die pardā einen niqāb, Gesichtsschleier; eher selten redet man im Iran von čādor, „Tschador“. Iranische Frauen, die den pardā oder čādor, den gesetzlich vorgeschriebenen Ganzkörperschleier als die schiitische Variante des islamischen ḥiǧāb verweigern oder auch nur eine Haarsträhne öffentlich sehen lassen, haben Ermahnungen, Beschimpfungen, Verhaftungen und Gefängnisaufenthalt zu erwarten. In Irans Gefängnissen sind Misshandlungen und Vergewaltigungen eine Selbstverständlichkeit. Islam ist Kopftuchterror. Zum Welttheatertag 2007 mit seinem Ensemble in die Diktatur gereist, trugen Ciullis deutsche Schauspielerinnen eben Kopftücher (6).

In Irans Städten verprügeln und verhaften die paramilitärischen Einheiten der „Bassidschi“ (Basīǧ-e Mostaẓʿafīn (7)) widerspenstige oder auffällige Studenten, der religiös begründete Geheimdienst der so genannten Iranischen Revolutionsgarden oder „Pasdaran“ (Sepāh-e Pāsdārān-e Enqelāb-e Eslāmi (8)) lässt sozialistisch, christlich, schwul, kurdisch oder humanistisch denkende Typen in Foltergefängnissen verschwinden und der feinsinnige Maestro Ciulli („Das ist einer der großen Widersprüche dieses Landes (9)“) schwärmt von einer prickelnden Ähnlichkeit zwischen der Islamischen Republik Iran und der erfrischenden Bella Italia. Tschador-Ciulli ermutigt uns dazu, uns einen anderen Iran vorzustellen: „Das Bild, das wir haben, ist nicht das wirkliche (10).“

Der linke Gutmensch Ciulli erfährt auf einer Iranreise eher durch Zufall, dass einige bereits zum Tode verurteilte Männer noch ein wenig auf ihre Hinrichtung warten und öffentlich Theater spielen dürfen im Wissen, dass ihr Familien- oder Bekanntenkreis im Publikum sitzt. Schauspielfreund Ciulli sinniert über diesen staatlich kultivierten Sadismus, beglückt vom eigenen Erlebnis der Vergänglichkeit allen Seins, und haucht: „Die spielen um ihr Leben (11).“ Ein Aktivist gegen die Todesstrafe ist Ciulli freilich nicht, der Gute liebt die Bühne. Īrān ist da ganz großes Theater. Man möchte kotzen.

Zum Iran des Jahres 2008 weiß amnesty international: »Auch im Berichtsjahr unterdrückten die Behörden abweichende Meinungen. Journalisten, Schriftsteller, Akademiker, Frauenrechtlerinnen und andere engagierte Bürger waren von willkürlichen Festnahmen, Reiseverboten, Schikanen sowie der Schließung ihrer Nichtregierungsorganisationen betroffen. … Minderheiten wurden vom Staat nach wie vor unterdrückt. Die Diskriminierung von Frauen war weiterhin fest im iranischen Recht und in der Praxis verankert. In Gefängnissen und Haftzentren wurde in großem Umfang gefoltert (12)«. Der mit seinem Theaterbetrieb im einstigen Bergarbeiter-Kurbad Raffelbergpark residierende Ciulli hat an diesem realen, religiös begründet folternden Iran einfach kein Interesse.

Schließlich zeigte Navid Kermani ihm 1996 einen ach so anderen Iran und mochte Meister Ciulli sich im folgenden Jahrzehnt von den kulturbewussten Schergen des antisemitischen Diktators Maḥmūd Aḥmadī-Nežād mitsamt einer kopftuchtragenden deutschen Theatergruppe zu Gastspielen nach Teheran einladen lassen. Der revolutionäre Muslim und judenhassende Präsident wähnt sich im geistigen Kontakt mit dem bei Schiiten traditionell herbeigesehnten Messias oder Welterlöser, dem Mahdī (wörtlich: der Rechtgeleitete) und will, weit weniger spirituell, in den Besitz der Atombombe kommen und den Staat Israel aus der fortgeführten Geschichtsschreibung tilgen (13).

Jahr für Jahr wurden Ehebrecherinnen gesteinigt und Regimekritiker hingerichtet, während uns der von einer Art von Unio Mystica beseelte Ciulli offenbart: „Ja, auch das ist wieder so ein Widerspruch.“

Angesichts der auch im bevölkerungsreichsten Bundesland lebenden Exil-Iraner, die Irans Kerker wie den schrecklichen, bereits vom Geheimdienst SAVAK des Schahs zum Foltern benutzten Evin-Gefängnisses überlebt haben und die bei einer Einreise sofort wieder verhaftet und vielleicht ermordet werden würden, ist der folgende Satz des „linken“ Theatermachers an Geschmacklosigkeit sicherlich kaum zu überbieten, mit dem wir das Thema Ciulli, der uns vor einem Romantisieren (Orientkitsch) ebenso wie vor einer Panikmache gegenüber dem angeblich menschenfreundlichen und nicht extremistischen Islam (Islamophobie) warnt, beenden möchten:

31. Nicht nach Iran zu reisen ist ganz sicher die beste Art, sich diese wie jene Illusion zu bewahren.

Prof. em. Dieter Oberndörfer:

52. Entscheidend für die Einstellungen der jungen Muslime zu ihren Aufnahmegesellschaften werden die ihnen gebotenen ökonomischen und sozialen Zukunftschancen sein.

Wie lächerlich Oberndörfer sich macht, mag dann deutlich werden, wenn man das Wort Muslime durch Vietnamesen, Christen ersetzt, gerne auch durch Kegelbrüder, Evangelikale, Farbenblinde, Motorradfahrer oder Neonazis: „Entscheidend für die Einstellungen der jungen“ Japaner / Christen / der jungen Farbenblinden „zu ihren Aufnahmegesellschaften werden die ihnen gebotenen ökonomischen und sozialen Zukunftschancen sein“, „entscheidend für die Einstellungen der jungen“ Kreationisten / Kegelbrüder / Neonazis „werden die ihnen gebotenen Zukunftschancen sein“. Implizit wird der Bundesrepublik Deutschland vorgeworfen, die Kaste der so genannten Muslime systematisch herabzusetzen. Einwanderer sind für Oberndörfer nicht etwa Iraner oder Indonesier, sondern „Muslime“.

Hier in der BRD gilt zum Glück das Grundgesetz, selbst für Apostaten und sogar für Frauen. Durchaus anders als in Ägypten oder Afghanistan.

Ob meine zum schiitischen Islam konvertierte Nachbarin jetzt einer anderen Rasse zugehört, ob sie wenigstens durch ihren Bürgermeister oder Arbeitgeber diskriminiert wird? Die Dame wird selbstverständlich nicht diskriminiert, was wir Islamkritiker freudig begrüßen. Sie trägt übrigens weder burqa noch čādor, jene textilen Kerker einer politischen Frauenverachtung und Verachtung der Nichtmuslime, die mich ja vielleicht diskriminiert vorkommen lassen, was wiederum dem emeritierten Professor für Politikwissenschaften und Soziologie egal ist.

Diskriminierung erfahren weniger die Muslime im westlichen und mittleren Europa, sondern vielmehr die Nichtmuslime in den vom Islam geprägten Gebieten der Erde, wo es nicht ohne staatlich festgeschriebene, völlig offizielle Nachteile möglich ist, seinen Glauben frei zu wählen (bis auf den islamischen natürlich). Daneben gibt es in Kairo oder Istanbul einen erheblichen inoffiziellen Druck gegen Christen in Form von Mobbing, koranisch (9:29 ins Englische) begründet aus dem Status als „Dhimmi“ (aḏ-ḏimmī): until they pay the jizya [ǧizya] with willing submission, and feel themselves saghiroon (ṣāġirūn), subdued.

Nichtmuslime darf man, um Allahs Missfallen hier auf Erden stellvertretend auszuüben, als „being brought low, in a state of subjection“, so lauten zwei weitere Übersetzungen der Koransure 9:29, ein Dasein als Erniedrigte, ṣāġirūn, als zu Erniedrigende sinnlich spüren lassen. Vielleicht besinnen sie sich und finden zurück zu jener wahren Religion (al-islām), zu der sie von ihrer fiṭra aufgerufen sind, ihrem natürlichen Hingeschaffensein auf Allahgott hin.

Oberndörfer droht uns mit (wohl: islamisch inspirierten) sozialen Unruhen sprich Bürgerkrieg, Low Intensity Conflict oder Organisierter Kriminalit. Und selbst wenn die Ausübenden des Aufruhrs (ǧiḥād?) der hier, mit EU-Mitteln finanziert, angestrengt erschaffenen Spezies der Muslime zugehören sollten, tragen Deutschlands irgendwie rassistische Nichtmuslime daran die Schuld. In dieser Rollenzuweisung darf man auf staatsbürgerliche Pflichten und (damit) auf staatsbürgerliche Rechte oder auf ein unterschiedslos für alle und jeden geltendes Recht großzügig verzichten. In dieser demokratiegefährdenden Argumentation immerhin folgerichtig fährt Dieter Oberndörfer fort:

52. Gelingt es nicht, sie zu verbessern, wird Humus für politische Radikalisierung aufbereitet. … den eigentlichen Brennstoff dabei bildet die … kollektive ökonomische und soziale Marginalisierung.

Ob Oberndörfer wünscht, dass Deutschlands Schulen den etikettierten Muslim-Schülern bessere Schulnoten schenken, damit diese gnädigerweise auf den ǧiḥād verzichten?

52. Das Schicksal der Juden in der neueren deutschen Geschichte … trotz formaler staatsbürgerlicher, sozialer und kultureller Gleichberechtigung, … trotz ihres Patriotismus und ihrer bedeutenden Leistungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur blieb ihre politische Integration in die deutsche Gesellschaft ein Einwegunternehmen.

Einbahnstraße nach Auschwitz, wir haben diese geschmacklose Anspielung verstanden. Pierre Vogel lässt schön grüßen: Auch der Kölner Ex-Boxer und derzeitige Prediger wird nicht müde, auf deutschen Marktplätzen oder in angemieteten Hallen die wie beiläufig konstruierte staatsbürgerliche Sondergattung der Muslim-Bürger als angehende Opfer eines drohenden Massenmordes zu bezeichnen.

Oberndörfer vergleicht die Ablehnung des orthodoxen islamischen Weltbildes und Frauenbildes also mit dem deutschen Antisemitismus des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, der zu sechs Millionen Toten geführt hat. Dass prominente Ex-Muslime oder Schariagegner nicht nur in Syrien oder Ägypten, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden oder in Deutschland unter falscher Adresse beziehungsweise unter Polizeischutz leben müssen, verschweigt uns der einst in Freiburg im Breisgau lehrende Professor, das heutige Vorstandsmitglied in einem dubiosen Rat für Migration, dem die provokant schariakonforme Turkologin und Bremer Professorin für Interkulturelle Bildung, Yasemin Karakaşoğlu ebenso angehört wie der alle paar Jahre ganz leise vor der Scharia warnende Bielefelder Konfliktforscher und Pädagogikprofessor Wilhelm Heitmeyer.

53. Akzeptanz als normale Staatsbürger. Die Kultur des republikanischen Verfassungsstaates ist immanent pluralistisch. Sie ist offen für das Fremde.

Mit dem herrlich spitzen Wort: „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dich sein“ des österreichischen Schriftstellers und Kabarettisten Christian Wallner dürfen wir die Willenlosen, Multikulti-Ideologen oder Schariafreunde entlarven. Dabei würden wir Oberndörfer in Grenzen durchaus zustimmen, tatsächlich ist Religion, Nichtreligion und Religionswechsel Privatangelegenheit und ist praktizierter religiöser Kult, je nach Einschätzung, eine sinnvolle oder sinnlose Möglichkeit der Freizeitgestaltung und der Erlangung oder Erhaltung der seelischen Ganzheit. Jeder darf an ein paar Ǧinni (Dschinn, islamologisch garantierte Geister) oder Engel glauben.

Gerade in diesem Sinne aber ist ein Allahfreund bereits und seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ein völlig „normaler Staatsbürger“ (Oberndörfer). Das scheint aber weder den Lobbyisten des Islam auszureichen noch den Schariafreunden um Herausgeber Jürgen Micksch. Und so wird es Zeit, Herrn Mustafa Cerić zuzuhören, um zu wissen, was der organisierte europäische Islam im Namen der Religionsfreiheit anstrebt: „Opening the way for the Muslim Law to be recognized in personality Law such as family Law“ – „Das Islamische Gesetz muss im Bereich des Personenstandsrechts und Familienrechts anerkannt werden!“

Dieser Wunsch nach Rechtsspaltung befremdet uns und möge Europa einschließlich Bosnien und Sarajevo fremd bleiben. Für das Frauen und Nichtmuslime diskriminierende Islamische Gesetz ist Europas säkulare Kultur nicht zu begeistern, hier verwechselt Oberndörfer Pluralität mit Apartheid.

Ein diskriminierendes Gesellschaftssystem, das Frauen das halbe Erbe (Koran) zubilligt, die Kinder einer Trennungswilligen oder eines Ehefrauverstoßers stets der Familie des Ehemannes zuspricht, die Heirat einer Tochter „muslimischer“ Eltern mit einem Hindu oder Atheisten verbietet und dem Vater die Zwangsverheiratung seiner „jungfräulichen“ und bedarfsweise zehn- oder elfjährigen Tochter gestattet (14), brauchen, ja dürfen wir nicht als „normalen gleichberechtigten Teil der Gesellschaft“ (Oberndörfer auf Seite 53) wahrnehmen, wollen wir den Anspruch der für alle geltenden Bürgerrechte und der Gleichberechtigung der Frau nicht aufgeben.

Oberndörfer hat den Islam nicht verstanden oder möchte den freiheitlich-demokratischen Staat im Namen des „Pluralismus“ und der „Akzeptanz“ beseitigen.

54 Kulturelle Toleranz wird zu einer quasi genetisch vorgegebenen spezifisch westlich-europäischen Tugend stilisiert, die im Islam keine Entfaltungschance hat.

Wir haben nichts gegen Osteuropäer, halten Präsident Lukaschenko oder Großmufti Cerić jedoch für Demokratiefeinde, was wir aber nicht den weißrussischen oder bosnischen „Genen“ zuschreiben. Tatsächlich steht der koranische Satz Sure 3 Vers 110 „Ihr seid die beste aller Gemeinschaften“ dem Tolerieren der Nichtmuslime doch wohl ein wenig im Wege.

Das koranisch verankerte Bewusstsein von der Erwählung zum einzigen heilsbringenden Weg und zur Weltmission ist mitursächlich für die Verweigerung von Standards der kulturellen Moderne für Großfamilie (sexuelle Selbstbestimmung für die Töchter und Söhne), Nachbarschaft (Begegnung auf Augenhöhe mit Kairos Kopten, Teherans Bahāʾī, Malaysias Chinesen oder Istanbuls Ex-Muslimen) und Nation (Pressefreiheit, gleiche Bürgerrechte für Nichtmuslime).

Oberndörfer scheint beispielsweise noch nie davon gehört zu haben, dass Nichtmuslime nach der Scharia nichts erben dürfen.

56 Die Integration der muslimischen Einwanderer kann aber nur gelingen, wenn ihnen kulturelle Freiheit gewährt wird.

Ungefähr so logisch wie: Die Integration des Neonazis kann nur gelingen, wenn ihm kulturelle Freiheit zugebilligt wird. Wali Mudschbir (walī muǧbir, türkisch mücbir veli) ist bei uns strafrechtlich eine Nötigung, fallweise Kindesmissbrauch, schafiitische FGM ist Körperverletzung, kultischer sexueller Missbrauch, schwarze Pädagogik und Sexualmagie – sehr geehrter Herr Oberndörfer, welche kulturelle Freiheit für die von Ihnen so verehrten „fremden“ Muslimbürger hätten Sie denn gerne?

Der emeritierte Professor für Politikwissenschaften und Soziologie Dieter Oberndörfer und der Theologe und Soziologe Dr. Jürgen Micksch haben entweder vom Islam nach vieljähriger professioneller oder ehrenamtlicher Beschäftigung immer noch keine Ahnung, oder es ist für sie einfach gar kein Problem, dass der indonesische islamische Gelehrte Lukman Hakim die verpflichtende Mädchenbeschneidung fordert: „Zum einen wird es [das Beschneiden] ihre Libido stabilisieren, zum zweiten wird es die Frauen in den Augen ihrer Männer schöner erscheinen lassen und zum dritten wird es ihre Psyche ausbalancieren (15).“ Willkommen beim Dialog mit dem Islam, mehr Toleranz bitte, weniger Ressentiments?

Der Schariafachmann und gottesfürchtige Genitalexperte Dr. Muhammad Wahdan von der Kairoer al-Azhar betont denn auch zur islamisch korrekten Gesundheitsvorsorge: „Sofern das Mädchen die Klitorisbeschneidung braucht, sollten wir diese durchführen“ (16). Herrn Micksch als dem Vorsitzenden des Interkulturellen Rates ist zur Islamischen FGM offensichtlich bislang nicht mehr eingefallen als die auf Seite 11 getroffene Feststellung: „Antimuslimischer Rassismus dringt bis tief in unsere Gesellschaft vor.“ Das ist völlig verantwortungslos, der Interkulturelle Rat hat sich endlich von der Islamischen FGM der Schafiitien und der FGM der Azhar-Gelehrten abzugrenzen. Er wird das natürlich nicht tun, sondern mit den Islamverbänden weiterhin kooperieren, um öffentlich geförderte oder stiftungsgeförderte Aufträge entgegenzunehmen.

Der arabischen Staat Qaṭar ist eine absolutistische und theokratische Monarchie. Hier, im Emirat der Herrscherfamilie der Familie Āl Ṯānī (engl. Al Thani) lebt der Star-Prediger des Umfeldes der Muslimbruderschaft, Yūsuf al-Qaraḍāwī. Dieser fordert nach wie vor die FGM das heißt die vollständige oder teilweise Amputation der Klitoris: „Hadith. Reduziere die Größe der Klitoris, aber überschreite [dabei] nicht die Grenzen, denn das ist besser für ihr Wohlergehen und wird von den Ehemännern bevorzugt. Der Hadith macht klar, dass die Beschneidung besser für die Gesundheit der Frau ist und für ihre eheliche Beziehung mit ihrem Ehemann förderlich … Die Angelegenheit der weiblichen Beschneidung [betreffend] … verpflichtend ist sie [die FGM] nicht, [doch] wer sie als dem Interesse der Tochter dienlich einschätzt, sollte sie ausführen.“ (17).

Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, eine der höchsten geistlichen Autoritäten des sunnitischen islām und bekannt für seine Fernsehsendung „Die Scharia und das Leben“ (Sharia and Life) beim Fernsehsender al-Ǧazīra (engl. al-Jazeera), ist über das European Council for Fatwa and Research (ECFR) der Vorgesetzte jenes bosnischen Großmuftis Mustafa Cerić, der im November 2008 in München im Beisein des deutschen Innenministers Wolfgang Schäuble den Eugen-Biser-Preis erhielt und dem im Oktober 2007 der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet beim 25jährigen Jubiläum der Christlich-Islamischen Gesellschaft artig die Hand schüttelte.

Der gebürtige Ägypter und Šaiḫ Yūsuf al-Qaraḍāwī setzt also für den organisierten Islam Europas durchaus den Maßstab dafür, was unter der von Allah gewünschten Lebensweise sprich was unter der Scharia zu verstehen ist. Der mit diesem revolutionär-gegenmodernen Islam offensichtlich völlig einverstandene Jürgen Micksch redet auch im Jahre 2009 immer noch von der Scharia als dem „Glaubensweg“ (Seite 159). In einer solchen Werbung für die diskriminierende islamische Pflichtenlehre, wie sie Jürgen Micksch und Bekir Alboğa betreiben, kündigt sich Europas nachdemokratisches Zeitalter an, was säkulare (freiheitlich demokratische) Staatsbürger zu verhindern haben.

Achtung, Birgit Rommelspacher legt los.

57 Integration bedeutet ein Prozess gegenseitiger Anerkennung

Wie bitte: Wir Bürger sollen jetzt die deutschen Neonazis oder türkischen Antisemiten (18), die türkischen Rassisten der MHP (Milliyetçi Hareket Partisi) genannt Graue Wölfe (Bozkurtlar) oder die eingewanderten palästinensischen Antisemiten und Israelhasser anerkennen, wie sich versteht: auf Gegenseitigkeit? So eine Integration mag man in gewissen Dozentenzimmern und Hörsälen der Berliner Alice-Salomon-Hochschule wünschen. Ein Demokrat hat mit dem Freund des aufgezwungenen Kopftuchs oder dem Tochtertauscher keine Anerkennungsverhandlungen anzutreten, das Grundgesetz steht schließlich nicht zur Disposition.

58-59. Die Moscheen werden zum symbolischen Ausdruck der Niederlassung in dieser Gesellschaft. Sie sind also gerade nicht ein Rückzug, sondern im Gegenteil Ausdruck dafür, dass sich die EinwanderInnen als fester Bestandteil der Gesellschaft verstehen. … Sie fordern das Recht auf Anerkennung und öffentliche Präsenz. D.h. sie kämpfen um Gleichheit und das Recht auf Differenz.

Ob beziehungsweise dass in den Moscheen die Ungleichheit der Frau gepredigt wird, ist der Frauen- und Rechtsextremismusforscherin Rommelspacher unwichtig. Rommelspacher will („das Recht auf Differenz“) den Muslimbürgern ja vielleicht den Ausstieg aus den für alle geltenden staatsbürgerlichen Normen zugänglich machen (Ceric: „Opening the way …“), der schariatreue Vater soll seine Tochter in die erste Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten dürfen, wie das malaysische Familienministerium bekannt gibt, das alles sollen wir jetzt bitte dekonstruktivistisch, postkolonialistisch, „differenziert“ denken. Einen Buddhisten oder Ex-Muslim hat besagte Tochter selbstverständlich nicht zu heiraten und auch ein Leben als Single oder Lesbe steht ihr nicht zu, „die Muslime“ sind für Frau Rommelspacher schließlich „gleichzustellen“ mit all ihrem „Recht auf Differenz“.

60. Dieser Begriff [der Säkularität] … basiert … oft auf dem Missverständnis, dass Säkularität der Rückzug des Religiösen in die Verborgenheit des Privaten bedeuten würde. Tatsächlich bedeutet sie die Neutralität des Staates gegenüber den Religionen, die er sogar, so will es die deutsche Verfassung, zu fördern hat.

Es besteht auch die negative Religionsfreiheit, der Schutz vor Religion. Zuallererst aber hat die Republik das Individuum zu sehen, nämlich nicht als Angehörigen einer milla (Glaubensnation).

Die dem Grundgesetz widersprechenden Teile der Religionen hat der Staat nicht zu fördern, sondern im Gegenteil einzugrenzen.

65. Rituale der Begegnung, … neue Kommunikationsräume … wie wichtig solche Strukturen sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass im Gegensatz zu diesen positiven Beispielen [wie den verwirklichten Moscheebauprojekten in Duisburg-Marxloh und Oberhausen] die ähnlich gelagerte Kopftuch-Debatte in Deutschland gescheitert ist.

Wenn die Hidschabdiskussion „in Deutschland gescheitert“ sei, dann ist sie ja vielleicht in Bagdad, Basra, Amsterdam-Slotervaart, im englischen Luton oder im Gaza-Streifen gelungen.

Rommelspacher will die bestehenden deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuches kippen.

65-66. Das Thema [Lehrerinnenkopftuch im Klassenzimmer staatlicher Schulen] wurde zwar landauf, landab diskutiert, aber in den seltensten Fällen mit den eigentlich Betroffenen, nämlich mit den muslimischen Frauen, die ein Kopftuch tragen.

Moment, Dutzende von Journalisten und sogar mehrere aufmerksame Bundesverfassungsrichter haben der in Saudi-Arabien aufgewachsenen Fereshta Ludin jahrelang ein offenes Ohr geschenkt. Die gebürtige Afghanin Ludin, die Frauen aus Kabul sind veritable Kopftuchexpertinnen, ist doch ganz gewiss ein Musterexemplar der Gattung „betroffene muslimische Frauen“ (Rommelspacher) und trägt einen farblich stilsicher ausgewählten ḥiǧāb.

Folgen wir also dem Rat der hohepriesterlich tätigen Rommelspacher und lassen eine originale Kopftuchträgerin zu Worte kommen, die sicherlich auch keine Ex-Muslima ist. Was für ein Weltbild haben Kopftuchträgerinnen? Die gottesfürchtige Aachener Grundschullehrerin Eva el-Shabassy sinnierte zum im Namen Allahgottes sterbenden, ehebrecherischen und mit (nicht zu kleinen, nicht zu großen) Steinen totgeschmissenen, halb eingegrabenen Frauenleib: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet (19)?“ Für derlei Rücksicht, Friedfertigkeit und soziale Verantwortung trägt eine originale Kopftuchlehrerin ihren Schleier, soweit auch zu Birgit Rommelspacher. Canan Topçu wird sentimental:

82. Mir graut vor total verhüllten Frauen.

Bravo, mir auch, allerdings auch vor halbtotal verhüllten Frauen oder auch bereits vor denjenigen, die ihrer Tochter das noch so kleine Kopftuch aufzwingen, etwa mit der Drohung, dass die Kopftuchverweigerinnen jahrtausendelang schmerzlich in der Hölle braten müssen. Auch vor nichtverschleierten türkischen oder kurdischen Müttern, die für ihre Tochter eine Ehe arrangieren graut es mir. Kopftuchlose Schariafreundinnen wie Emel Abidin-Algan sind doch auch etwas gräuslich, oder?

83. Ich bin keine … Theologin und auch keine praktizierende Muslima.

Bitte deutlich das Treiben der erpresserischen Kartelle der europäischen Scharialobby zurückweisen und das Studium an der Kairoer al-Azhar nicht aufnehmen. Oh, meine Dame, Sie sind eine Sünderin?

84. Es fällt mir schwer [etwas zu Papier zu bringen, ich habe] eine Schreibblockade. … Ich habe … einen Milchkaffee getrunken, sämtliche Blumen gegossen, gebügelt, aufgeräumt … Es [besagte Schreibblockade] hat etwas damit zu tun, dass ich pessimistisch eingestellt bin und keine wirklich neuen Ideen einbringen kann, die zur Überwindung von Islamfeindlichkeit führen könnten. … Wenn ich es mir erlaube, meinem Bauchgefühl eine Stimme zu geben …

Sehr geehrte Frau Topçu, Sie sollten noch einen Milchkaffee trinken. Ob die Blumen wirklich ausreichend gegossen sind?

Nicola Towfigh:

92. Den Islam besser verstehen, kann man durch … Lesen im Koran, … durch ein Studium seiner Geschichte … und durch Aussagen islamischer Vordenker.

Kann man. Man könnte, zumal als prominente deutsche Vertreterin der monotheistischen Religionsgemeinschaft der Bahāʾī, auch die iranischen Vorsitzenden seiner eigenen Religion befragen, die im schiitisch beherrschten Teheran wohnen. Leider kommt noch nicht einmal ihr Anwalt zu ihnen, denn die Damen und Herren wohnen nicht nur in der Hauptstadt der göttlichen Diktatur, sondern gleich im Evin-Gefängnis.

92. … im Koran angelegte Friedfertigkeit und Toleranz … den positiv gelebten Islam.

Frau Towfighs Friedlichkeit provoziert mich dann doch ein wenig.

94. Demut – eine vergessene Tugend. … Demut und eine differenzierende Sicht werden auch dazu führen, dass sich allmählich Sprache, Ausdrucksweise und Begrifflichkeiten ändern, die wir in Bezug auf den Islam oder die Muslime verwenden.

Das wäre gar nicht gut, zumal davon auszugehen ist, dass sich zwar mit dem Ersetzen des Etiketts kulturrassistisch durch das Label menschenfreundlich die bestehende Pressefreiheit ändert, nicht aber die Scharia.

94-94. Das Bahá’ítum … wurde … im Iran gestiftet [und] bezeugt den göttlichen Ursprung aller Offenbarungsreligionen … Muhammad wird als Bote Gottes gepriesen, … der Koran wird als Wort Gottes verehrt.

Das musste wohl so kommen. Wenn das mal gut geht.

Ihre Glaubensgeschwister werden in allen islamisch beherrschten Gebieten bedroht, eingesperrt und ermordet (20).

95. Zu einem vorbehaltlosen Studium des Islam gehört, … zwischen der ursprünglichen Lehre und späteren Entwicklungen zu unterscheiden.

Noch jemand, der vom makellos-reinen Ur-Islam träumt. So mag der Dialog mit der Muslimbruderschaft freilich gelingen.

95. Entgegen dem Erscheinungsbild, das sich gelegentlich bietet, ist der Islam in seinem Ursprung eine Religion der Toleranz und Verständigung.

Hier wäre wohl selbst der erfolgreiche militärische Führer Muḥammad sauer, und das völlig zu Recht.

97. All diesen Bemühungen liegt die Überzeugung zugrunde, dass alle Menschen Träger des Zivilisationsprozesses sind.

Einverstanden. Das aufklärerische Denken und die rechtsstaatlichen Errungenschaften behalten wir sicherheitshalber aber doch, bevor wir die Menschheitsgeschichte und europäische Geschichte „tolerant“ mit denjenigen verhandeln, die sich mit den Zumutungen namens Wissenschaftlichkeit, Religionswechsel, Religionskritik und Gleichberechtigung der Frau so schwer tun.

Weltbürgerlich und menschenfreundlich ist es, auf den Wert jedes Menschen und auf den gemeinsamen Weg der sich – hoffentlich – zunehmend zivilisierenden Menschheit hinzuweisen. Dass manche Exemplare der Gattung Mensch die anderen von diesem Weg abhalten, etwa durch die Ermordung im Namen des Islam, durch die Peitschenhiebe der Scharia oder durch das Einkerkern im Teheraner Evin-Gefängnis, sollte man erwähnen. Oder sind die letztlich in kosmisch-göttlicher Harmonie ausgesöhnten Steiniger nebst Gesteinigten die gemeinsamen „Träger des Zivilisationsprozesses“?

Die von Bahāʾullāh geforderte Haltung von „Geduld, Erbarmen, Mitleid und Güte für alle Völker“, wie Towfigh zitiert, sollten uns dazu ermutigen, in erster Linie viktimologisch anzusetzen, das heißt: für die Opfer einzutreten, und dann sogleich die Geltung der universellen Menschenrechte und damit nicht zuletzt die Gleichberechtigung der Frau einzufordern. Beides ist mit dem orthodoxen Islam aber schlicht nicht zu machen.

Soweit zur Generalsekretärin des Nationalen Geistigen Rates der Bahāʾī in Deutschland, Dr. phil. Nicola Towfigh.

Nun zum Deutschen Islamforum.

159. Scharia als Glaubensweg von Muslimen

Das sollte von freiheitlich demokratischen sprich säkularen Staatsbürgern als ungeheuerlich und skandalös empfunden werden, wird hier doch dafür geworben, dass Europas so genannten Muslime die kulturrassistische, menschenverachtende Doktrin der islamischen Scharia einhalten sollen, mehr noch, dass Deutschlands Bürger dieses im Namen der Fremdenfreundlichkeit gefälligst zu dulden haben, um nicht als „Rassisten“ zu gelten. Ob Herr Micksch jetzt eine neue Scharia bastelt oder ob er die geheiligte frauenfeindliche Pflichtenlehre wahrheitswidrig verharmlost werden wir gleich sehen.

159. In der deutschen Öffentlichkeit gibt es viele Vorurteile zu Scharia.

Vorurteile? Wir befassen uns mit der šarīʿa seit vielen Jahren und das mit der Unterstützung von Einwanderern, zumal weiblichen, aus so genannten islamischen Ländern. Uns betreffend könnte man ja statt Vorurteile vielleicht einmal Nachurteile sagen … Urteile.

159. Von manchen wird behauptet, Muslime wollen in Deutschland die Scharia einführen, die dann oft auch noch als verfassungsfeindlich bezeichnet wird.

Sehr geehrter Herr Micksch, rufen Sie hiermit die Muslime dazu auf, die rückwärtsgewandte, aggressive und hoch politische Scharia endlich aufzugeben? Das tun Sie leider nicht und das war nicht anders zu erwarten. Hingegen rücken Sie jeden Schariakritiker in die Nähe der panisch Xenophoben, der veritablen Spinner.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsrichter Bertrams mag ja aus Sicht der Groeben-Stiftung oder aus Sicht von Integrationsminister Armin Laschet ein derartiger Mensch voller „Vorurteile“ (Micksch) sein, der im Jahre 2009 bedeutende Teile der Scharia („sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann“) wahrheitsgemäß als verfassungswidrig bezeichnete.

160. Der Koran gilt im Islam als Quelle der Scharia.

Jeder Mann kann bis zu vier Ehefrauen haben, die Frau aber nur einen Ehemann, er darf diese nach Belieben verstoßen, die Frau darf ihren Mann nicht verstoßen. Die Frau oder Tochter erbt nur die Hälfte von dem, was ihr Bruder erbt und ihre Zeugenaussage hat oftmals nur 50 % des Wertes derjenigen einer männlichen Zeugenaussage. Allah behält sich die ewige Lügerei vor und sein prophetischer Liebling tötet auf dem Kriegspfad der bald nachvollziehbar, bald willkürlich quälenden Gottheit. Besagter Koran also …

160. [Der Koran gilt im Islam als Quelle der Scharia.] An zweiter Stelle steht die „Sunna“, die Lebenspraxis des Propheten [Muhammad], die … Überlieferungen [und prophetischen] Aussprüche, [die] „Hadithen“.

Das von der Religionspolizei in Staaten wie Nigeria, Algerien, Saudi-Arabien, Pakistan und Malaysia verwirklichte islamische Prinzip der ḥisba verpflichtet jeden Muslim, nach Kräften das staatsislamisch (schariatisch) Erlaubte zu befördern und das Unerlaubte zu verhindern. Grundlage der kulturrassistischen, repressiven Scharia und der zur Brutalität gegen Frauen und Nichtmuslime einladenden ḥisba sind Hadithen und Koran.

Die Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung bezahlt Herrn Dr. Micksch, für die Hadithen zu werben und der Verlag Otto Lembeck druckt diesen demokratiefeindlichen und frauenfeindlichen Stoff? Werfen wir einen Blick auf einige aḥādīṯ (Hadithen), die das Prädikat ṣaḥīḥ tragen, als vertrauenswürdig und damit als unbedingt zu beherzigen:

„Ich habe in den Himmel und die Hölle geblickt, und in der Hölle waren die Frauen in der Mehrzahl.“

„Eine Frau soll ihrem Mann jederzeit sexuell zur Verfügung stehen, und sei sie auch gerade beim Backen, sei es, dass das Brot im Ofen verbrennt.“

160. Auf der Grundlage von Koran und Hadithen schufen dann islamische Gelehrte Rechtssammlungen. Für neu auftauchende Fragen, auf die man im Koran keine expliziten Antwort finden konnte, traten für die islamischen Gelehrten zwei weitere Quellen hinzu, „idschma“ als Konsens der islamischen Umma bzw. Gelehrten über ein Thema und „qiyas“, der Analogieschluss.

Auch wenn es der Groeben-Stiftung und Herrn Dr. Micksch noch nicht aufgefallen sein sollte: Wir haben bereits eine Rechtssprechung. Die Bundesrepublik Deutschland hat keinen Bedarf an einer zweiten Jurisprudenz, schon gar nicht an einer der kulturellen Vormoderne und dem extremen Patriarchalismus entstammenden.

Das Buch trägt den Titel „Antimuslimischer Rassismus“ – und auf Seite 160 offenbart uns das Machwerk, worum es heute geht, um künftig nicht zu den Rassisten gezählt zu werden: Im Namen der Religionsfreiheit und des „gesellschaftlichen Friedens“ die Verharmlosung eines barbarischen Gesetzes zu dulden.

Theologe Micksch & Co. schreiben zu den Baustoffen göttlicher Diktatur namens qurʾān (Koran), aḥādīṯ (Hadithe), iǧmāʿ (Idschma, das ist der Konsensus der Gelehrten), qiyās (Qiyas, das ist der Analogieschluss eines Gelehrten) und zu der durch Eliten verwalteten Sakraljurisprudenz als einem flexibel diskriminierenden Fallrecht:

160. Dabei wurden neu auftretende Fragen in Anlehnung an bekannte Fälle entschieden.

Keine Rechtssicherheit bietend, doch verlässlich diskiminierend, in der Tat, das ist »Das islamische Recht« (Buchtitel Mathias Rohe 2009).

Mit dem Koran als erster „Quelle“ (Micksch, Interkultureller Rat) der Rechtsfindung wird sich niemals ein nicht diskriminierendes Recht aufbauen lassen. Für Allahgott ist das auch gar kein Problem, der leidet nicht unter der Ungleichbehandlung der Frau und der Ungläubigen.

160. Dabei wird die Anpassung des islamischen Rechts an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.

An kriecherischer Schmeichelei kaum zu übertreffen. Lassen Sie uns das sakrosankte i-Wort (i wie Islam, islamisch) dreimal durch eine andere repressive weltanschauliche Doktrin ersetzen:

„Dabei wird die Anpassung“ maoistischen chinesischen Rechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Alles Platz des Himmlischen Friedens oder was?

„Dabei wird die Anpassung“ nationalsozialistischen Rechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Schließlich steht ganz versteckt ein sozialistisch in NSDAP, vielleicht gar sozial.

„Dabei wird die Anpassung“ heiligen katholischen Inquisitionsrechts „an sich veränderte oder ganz neue Gegebenheiten gewährleistet.“ Dem Gotteslästerer der Scheiterhaufen.

Modernes iranisches Recht: „Verderbenstiften auf Erden“, „Blasphemie“, „Apostasie“. Im kulturellen Sinne ist das iranische Recht vormodern (rechtlich-islamisch bedeutet stets rechtlich vormodern), Jürgen Micksch ist ja vielleicht postmodern und begrüßt das Talionsprinzip und die koranisch begründete Einteilung der Menschheit in Klassen verschiedener Wertigkeit, verschiedenen Wertes.

Ayatollah Chomeini, der fromme Muslim kann dem Interkulturellen Rat um Jürgen Micksch doch ohne Frage als ein Islam-Experte gelten, stellte 1984 fest: „Eine Religion, die keine kämpferische Basis hat, ist prinzipiell keine Religion. Denn ein Prophet kommt, um das Schwert zu ziehen und zu töten (21).“

Das Blutgeld (diyya, persisch diyye) ist diesen diskriminierenden Abwertungen der Glaubensnationen und der nochmals weiteren Abwertung ihrer weiblichen Hälfte konsequent folgend in Saudi-Arabien oder im Iran gestuft (22). Wir würden von Lebensversicherungsprämie reden oder von der zu zahlenden Strafe bei Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Für den männlichen Christen oder für die muslimische Frau ist im Falle der Sachbeschädigung (irreparablen Verletzung) oder Tötung nur halb so viel zu zahlen wie für einen vollwertigen Staatsbürger (muslimisch und männlich). Micksch und der Interkulturelle Rat sind über eine solche Rechtsapartheid ganz begeistert:

160. In der Vielfalt liegt die Gnade.

Von eher wahrheitswidrigen Aussagen sprich gekonnter Lüge schrecken Micksch und sein Deutsches Islamform am 27.09.2006 nicht zurück:

163. In Glaubensfragen wird vom Koran jede Gewaltausübung und jeder Zwang untersagt. … Die Todesstrafe für Apostasie (d.h. Abfall vom Islam) widerspricht der im Koran verankerten Glaubensfreiheit.

Tell me sweet little lies, Doktor Micksch lügt mir ins Gesicht: im Koran ist Glaubensfreiheit schlicht nicht vorgesehen. Oder, anders: es gibt den Islamapostaten, doch der wird ermordet. Das Geflunker geht munter weiter:

163. Mann und Frau sind gleichberechtigt.

In Deutschland ja, im Islam nicht!

Tell me lies. Seit wann ist der Mann der Pflicht zum öffentlichen Verbergen des Haupthaares unterworfen, der Pflicht zum Tragen des ḥiǧāb? Seit wann erbt der ägyptische oder pakistanische Mann genau so viel wie die Frau, protestiert unser Herr Micksch etwa gegen das dort geltende Recht? Verliert der marokkanische oder afghanische Mann im Scheidungsfalle seine Kinder genau so sehr und nachhaltig wie die Frau, ein Rechtsverständnis, von dem die Frauen im Forum 1001 Geschichte (Thema „bezness“) einiges zu erzählen haben? Ist denn nun auch in Deutschlands DITIB-Moscheen der Mann eine Woche im Monat derartig „rituell verunreinigt“, so „unrein“, dass er nicht in die Moschee gehen darf?

Dreiste Lüge bringen uns Micksch und die geschäftsführende Arbeitsgruppe des Deutschen Islamforums (Bekir Alboğa, Dr. Yasar Bilgin, Ozan Ceyhun, Dr. Jürgen Micksch) auch hier:

163. Zwangsheiraten, die in manchen Ländern praktiziert werden, sind mit dem Islam nicht vereinbar und werden verurteilt.

Walī muǧbir. Nach allen vier sunnitischen Rechtsschulen hat der biologische Vater oder der Großvater männlicherseits das ihm von Gott Allāh zugebilligte Recht, die umma-geprüft jungfräuliche Tochter auch gegen ihren Willen zu verheiraten. Wer will, mag das beim Familienministerium aus Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur unter „wali mujbir“ nachlesen (23).

Die Zwangsheirat ist nicht nur nicht mit dem Islam vereinbar, sondern Religionspflicht. Der walī muǧbir ist nicht nur niemals „verurteilt“ (Micksch) worden, sondern kann nicht verurteilt werden, ohne dass der Redner zum Islamverweigerer, zum Apostaten wird. Die Aktionen von Tariq Ramadan – »Hand in Hand gegen Zwangsheirat« (24) – beziehungsweise die halbernst gemeinte, dabei überlaute Zwangsheiratskritik von Pierre Vogel dienen genau dazu, den walī muǧbir, die islamische Zwangsverheiratung, zu verschleiern.

Derart wahrheitswidrig oder islamunkundig handhaben das Mathias Rohe (»Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« 2009) und Aḥmad A. Reidegeld (»Handbuch Islam. Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime« 2005), auch das Prinzip Kindbraut möchten die Islamerklärer Rohe und Reidegeld uns nicht vermitteln, Mathias Rohe darf im Jahre 2009 gleichwohl zum Berliner Gebetsraumurteil gutachterlich tätig sein.

Stellvertreterschaft (Kalifat) beginnt im Schlafzimmer, Islam ist walī muǧbir. Und der stets so nett lächelnde Theologe Doktor Micksch reiht sich im September 2006 in diese Reihen der Nebelwerfer und Schariaverharmloser ein.

Konsequent wird auch im Folgenden auf die unbedingte Geltung universeller Menschenrechte verzichtet und in der uns von der OIC bekannten Manier von „Menschenrechten“ gesprochen:

164. Die Missachtung der Menschenrechte ist überall und in jeder Form abzulehnen.

Alarmiert sollten wir allerdings bei dem folgenden Satz des in aller Unauffälligkeit beanspruchten Schariavorbehalts sein:

164. Die Befolgung der jeweiligen lokalen Rechtsordnung ist gemäß der Scharia für Muslime verpflichtend.

Wenn Muslime das uneingeschränkte (auch passive) Frauenwahlrecht akzeptieren, verdanken wir das der also, so meint Jürgen Micksch, der angeblich demokratiefreundlichen Scharia. Wenn sie die Herrschaft Allahs verlangen gleichfalls, aber die šarīʿa ermuntert die Muslime glücklicherweise, so behaupten es jedenfalls Alboğa, Bilgin, Cehyun und Micksch nicht ganz wahrheitsgemäß, die Demokratie gegenüber dem Kalifat zu bevorzugen. Wenn muslimisch sozialisierte beziehungsweise muslimisch empfindende Menschen so großzügig sind, die Straßenverkehrsordnung und das Strafgesetzbuch zu befolgen, dann verdanken wir das … richtig, der šarīʿa.

Nun werden die schariabegeisterten Islamerklärer aufgeführt, welche das Deutsche Islamforum am 08.11.2005 und am 27.04.2006 zur Begrifflichkeit der Scharia rechtgeleitet haben.

165. Dr. Nadeem Elyas, Interkultureller Rat in Deutschland, Eschweiler.

Solange sich der Interkulturelle Rat nicht vom Islamisten Elyas öffentlich, schriftlich und glaubhaft distanziert, möge man dieses Gremium boykottieren. Weitere auf Seite 165 genannte Islamberater zum Schariarecht:

Dr. Ayyub Axel Köhler, ZMD. Erol Pürlü, VIKZ. Riem Spielhaus. Dr. Silvia Tellenbach. Abdullah Uwe Wagishäuser, Ahmadiyya. Zwei haben sogar den Sprung in unsere Ministerien geschafft, den langen Marsch durch die Institutionen:

165. Dr. Korkut Bugday, Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Dr. Bülent Ucar, Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Vielleicht möchten die Herren Bugday und Ucar uns einige Worte zur Aussage des Verfassungsrichters Bertrams mitteilen, der die Scharia als grundrechtswidrig bewertet.

165. Das Deutsche Islamforum wurde am 26. Juni 2002 in Frankfurt am Main vom Interkulturellen Rat in Deutschland und vom Rat der Türkeistämmigen Staatsbürger in Deutschland gegründet. Es ist inzwischen eine eigenständige Einrichtung der Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung, von der diese Arbeit auch finanziert wird.

Die Groeben-Stiftung sollte die Finanzierung von verdummenden, islamverharmlosenden und potentiell grundrechtsgefährdenden Projekten wie Deutsches Islamforum oder Interkultureller Rat beenden.

Integrationsminister Armin Laschet, kommunale Integrationsbeauftragte, kirchliche Islambeauftragte und vor allem alle Sozialpädagogen und Sozialarbeiter sollten sich von der Intention des Machwerks „Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance“ (Hg. Micksch 2009) nicht irreführen lassen. Die Genannten werden sich daran gewöhnen müssen, Handreichungen, Informationen oder Hilfestellungen genannte Druckschriften auf dem Schreibtisch vorzufinden, deren Geist nicht mehr im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (New York 1948) oder mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949) steht, sondern der „kultursensibel, differenziert und interkulturell“ das vormoderne Menschenbild, Gottesbild und Gesellschaftsverständnis der stets auf eine eigene Rechtssprechung zielenden šarīʿa verteidigt.

Hier tut Aufklärung Not und wären in der Tat „Konflikte als Chance“ (Micksch) zu begreifen, die misogyne, sexualmagische und repressive Doktrin der Scharia ins Mittelalter zurückzuweisen. Dabei hat es uns ebenso um eine bewahrte Rechtseinheitlichkeit zu gehen wie um die auch Frauen und Kindern zugänglichen Grundrechte und Freiheitsrechte, mitnichten aber „um einen schonenden Interessensausgleich“, wie Jürgen Micksch (Seite 15) es nennen möchte.

Das Wort Interessensausgleich beliebte der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer auszusprechen, als er im Oktober 2008 dem Islamisten Anas Schakfeh von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern verlieh (25).

Auch die jüngste Geschichte des Nahen Ostens ist durch Brutalität geprägt. Im Jahre 1982 erfolgte eine staatliche Bombardierung der Stadt Ḥamā, des Widerstandszentrums der Muslimbrüder Syriens, bei der möglicherweise 25.000 Menschen starben. Der Muslimbruderschaft wurde vorgeworfen, einen Staatssturz vorbereiten und eine Theokratie errichten zu wollen. Seither arbeitet die 1928 gegründete theofaschistische Muslimbruderschaft nicht länger in Syrien.

Der 1943 in eben diesem Ḥamā geborene Österreicher Schakfeh ist Konsultent in der Kulturabteilung der saudi-arabischen Botschaft. Welche „Interessen“ Österreichs Präsident Fischer mit dem Menschenbild und Gesellschaftsverständnis der Wahhabiten „auszugleichen“ wünscht, bleibt uns leider unklar. Erst aufgrund von Protesten zog der für den Wiener Islamischen Religionsunterricht verantwortliche Anas Schakfeh das in den Schulen zehn Jahre lang verwendete Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ des Hasspredigers Yūsuf al-Qaraḍāwī zurück (26).

In der Bundesrepublik Deutschland würde bereits eine lediglich im Familienrecht (Stichwort walī muǧbir) zugelassene Scharia das von Max Weber (1919) als Grundlage des Rechtsstaats erkannte »Gewaltmonopol des Staates« beenden.

Orthodox (revolutionär) verstandener Islam bleibt der Aufbau eines repressiven Imperialismus der muslimischen milla über die verschiedenartig entrechteten nichtmuslimischen Glaubensnationen. Angesichts der islamisch begründeten Spaltung der Gesellschaft des indischen Subkontinents anhand der durch Sir Muhammad Iqbāl ersonnenen »Zwei-Nationen-Theorie« und in Kenntnis, dass Innenminister Wolfgang Schäuble die im Sommer 2009 nach drei Jahren beendete Deutsche Islamkonferenz (DIK) auf kommunaler Ebene fortsetzen möchte, sollten wir alarmiert sein, von Jürgen Micksch und seinem Interkulturellen Rat im November 2009 die Zielvorgabe zu vernehmen: „kommunale Islamforen …, deren Ziel das gute Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen ist (27).“

Der Indo-Pakistaner Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī oder der Ägypter Sayyid Quṭb hätte das nicht hübscher formulieren können, als vom „guten Miteinander der Muslime und Nichtmuslime“ zu predigen. Staatsbürger wollen die Rechtseinheitlichkeit, Mustafa Cerić will sie beenden. Wird das vom Interkulturellen Rat angeschmuddelte »Clearingprojekt: Zusammenleben mit Muslimen« uns universell-menschenrechtlich und bürgerrechtlich motivierte Gegner des islamischen Rechts zu „antimuslimischen Rassisten“ erklären? Wir Sozialpädagogen haben vor den frauenentrechtenden Aspekten der Imam-Ehe zu warnen und müssen für die zivilrechtliche Ehe im Standesamt Werbung betreiben dürfen. Die Texte von Jürgen Micksch machen uns das nicht gerade leichter, zumal das zum 01.01.2009 in Kraft getretene geänderte Personenstandsrecht (Wegfall der verpflichtenden standesamtlichen Voraustrauung) die diskriminierende, keine Rechtssicherheit bietende und stets mit einem hohen Loyalitäts- und Konformitätsdruck einhergehende Imam-Ehe leider befördern wird.

Eine jede in Deutschland zur machtvollen Politik werdende Scharia ist Staatsgründung, und, da bereits ein Staat besteht, Separatismus. Im Schafspelz der zu gewährenden Religionsfreiheit mogelt sich die nach Volkssouveränität (Islam als Volk, Selbstbestimmungsrecht der Völker) strebende Islamische Nation nach vorne.

Im Übergangsbereich zwischen dem fundamentalistischen Sonderverhalten und der Religionsdiktatur, im Fluidum zwischen Einzelfallregelung und Ausrufung des Kalifats betreibt die orthodoxe islamische Glaubensnation hiǧra (Hidschra), islamische Sezession. Das Ansinnen des zwischen Scharia und Grundgesetz „um einen schonenden Interessensausgleich“ bemühten Theologen und Soziologen Dr. Jürgen Micksch, den orthodoxen (separatistischen) Islam an der bundesdeutschen Staatsgestaltung mitwirken zu lassen, müssen wir zurückweisen.

Die nicht in die Schranken gewiesene Scharia wird jeden freiheitlichen Rechtsstaat zerreißen, was es zu verhindern gilt. Religionsfreiheit nach Artikel 4 GG ist eben nicht Rechtsspaltung, auch nicht im Familienrecht wie etwa Scheidungsrecht und Personensorgerecht. Nur die gleiche Freiheit für jeden ist Freiheit. Dazu brauchen wir ein einheitliches Gesetz für alle und jeden von uns.

Gina Khan (28), Maryam Namazie, Ibn Warraq und viele andere freiheitliche (säkulare) Bürgerrechtsaktivisten brachten das Bekenntnis zur Rechtseinheitlichkeit am Menschenrechtstag (10.12.) des Jahres 2008 in London auf die kurze schöne Formel: »One Law For All« (29).

Mangel an Distanz zum Gedankengut und personalen Umfeld von Europas reaktionären Islamisten hat uns Herausgeber Micksch durchaus bieten können, eine demokratieverträgliche Theoriebildung eines von ihm sicherlich gewünschten »promuslimischen Antirassismus« ist er uns schuldig geblieben.

Jacques Auvergne

(1) Tutzing 2009. Ausbildung von Imamen in Deutschland. Mathias Rohe (Autor von »Das islamische Recht« (2009); islamverliebter Gutachter beim Gebetsraum-Urteil 2009), Imam Benjamin Idriz (Penzberg; damit ideologisch leider wohl eher unweit von Necmettin Erbakan und Yusuf al-Qaradawi), Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Deutsche Bischofskonferenz), Saban Ali Düzgün (Theologische Fakultät der Universität Ankara), Enes Karic (Professor für Koranstudien aus Sarajevo), Heiner Köster (Eugen-Biser-Stiftung, diese ehrte den al-Qaradawi gehorsamspflichtigen und die Rechtsspaltung im Familien- und Personenstandsrecht wünschenden Großmufti Mustafa Cerić vom European Council for Fatwa and Research), Hans Vöcking vom Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae (CCEE), der kurdischstämmige Duisburger Islam-, Marxloh- und Penzberg-Bewunderer Rauf Ceylan

http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/html2pdf/pdf_gen/demo/html2ps.php?URL=http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3;part=prog,lfdnr=1445

(2) Tutzing 2007. Ausbildung von Imamen in Deutschland. Ali Kızılkaya, Erol Pürlü (VIKZ), Wolf D. A. Aries (Schura Niedersachsen), Ayyub Axel Köhler (ZMD und FDP Köln), Ali Dere (vom türkischen Staatsislam der „Diyanet“ (Diyanet İşleri Başkanlığı, Präsidium für Religionsangelegenheiten) aus Ankara), Schariabewunderer Mathias Rohe nebst seinem akademischen Zauberlehrling Michael Kiefer, Janbernd Oebbecke, Imam Benjamin Idriz (von der einst Millî Görüş, mittlerweile zusätzlich auch dem ECFR zuzurechnenden Islamischen Gemeinde Penzberg; Rauf Ceylan preist die Penzberger Gemeinde im März 2009 als „unabhängig“)

http://www.eugen-biser-stiftung.de/fileadmin/user_upload/Dialog_Islam/Expertentagungen/Tutzing_2007_Programm_definitiv_01.pdf

(3) Völkermord 1915-1917 an den Armeniern. Vom Wolfgang Gust

http://www.armenocide.net/

(4) Fatwa. Alles Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei mit dem Siegel der Propheten, unserem Herrn Muhammad, seiner Familie und allen seinen Gefährten. Hiermit erteilen wir Auskunft: Da er vom Islam abgefallen ist, wird er zur Reue aufgefordert. Zeigt er keine Reue, wird er islamrechtlich getötet. Was seine Kinder betrifft, so sind sie minderjährige Muslime. Nach ihrer Volljährigkeit, wenn sie im Islam verbleiben, sind sie Muslime. Verlassen sie den Islam, werden sie zur Reue aufgefordert. Zeigen sie keine Reue, werden sie getötet. Und Gott der Allerhöchste weiß es am besten. Der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses in der Azhar, 23. September 1978

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/a/aa/Rechtsgutachten_betr_Apostasie_im_Islam.jpg

(5) Religionspolizei »muṭawwiʿūn«

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Religionspolizei

(6) Kopftuch als Schauspiel. Tschador-Ciulli

http://www.freitag.de/2007/05/07051301.php

(7) Iranischer Staats- und Real-Islam bedeutet auch Bassidsch-Miliz: »Die treuen Schläger des Ayatollahs«

http://www.rp-online.de/politik/ausland/Die-treuen-Schlaeger-des-Ayatollahs_aid_721980.html

(8) Der folternde iranische Pasdaran-Geheimdienst: »Um mich herum war nur Blut«

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13510359.html

(9) Mystiker Ciulli. Auf tournée im steinigenden Gottesstaat sinniert der Regisseur über diesen Kosmos voller Widersprüche. Gäbe es im Mythos einen Dämon der Äquidistanz, dann dürfte er so reden: „Wir können uns ganz frei bewegen. Insofern unterscheidet dieses Gastspiel sich gar nicht von einem in Wien oder Rom. Ich habe auch keine Angst, hier öffentlich meine Meinung zu äußern. Wir sind ja nur Theaterleute. Wir handeln nicht mit Waffen oder Plutonium. Wir sind harmlos.“

http://www.rp-online.de/kultur/mehr_kultur/Theater-an-der-Ruhr-gastiert-in-Teheran_aid_397194.html

(10) Ciulli deckt uns den geheimnisvollen Terrorstaat auf: „Das Bild, das wir haben, ist nicht das wirkliche.“

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/muelheim/2009/10/12/news-136359047/detail.html

(11) Davvero splendido, islām ist ein turbulentes Schauspiel. Bühne frei für den Gottesstaat.

»Und so erfuhr Ciulli, dass diese Männer zum Tode verurteilt waren, Diebe, Zuhälter, Gauner, und dass ihre Strafe aufgeschoben wurde, solange sie spielten. Deshalb auch die merkwürdigen Reaktionen im Publikum: Es waren viele Verwandte darunter, die angereist waren, ihren Sohn oder Cousin noch einmal zu sehen, wenigstens auf der Bühne. „Sie spielten tatsächlich um ihr Leben“, sagt Ciulli.«

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50424615.html

(12) Iran 2008, amnesty international

http://www.amnesty.de/jahresbericht/2008/iran

(13) Jörg Lau über Ahmadinedschad, bei Cicero: »Ein falscher Messias«

http://www.cicero.de/97.php?item=1033

(14) Der „gerechte“ Islam rechtfertigt für die Frau den Geschlechtsverkehr nur als Ehefrau, dafür auch als zehnjährige Ehefrau

http://www.gunslot.com/pictures/older-men-may-have-sex-9-year-old-kids-it%E2%80%99s-official-grand-mufti-has-spoken

Noch dazu. Scharia als geheiligter Sex mit weiblichen Kindern

http://infidelsarecool.com/2009/01/14/saudi-arabias-senior-most-cleric-oks-pedophelia/

(15) Islamic FGM. Indonesien: Lukman Hakim fordert für Muslim-Mädchen die Pflichtbeschneidung „One, it will stabilize her libido,” he said through an interpreter. “Two, it will make a woman look more beautiful in the eyes of her husband. And three, it will balance her psychology.”

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html?_r=3&oref=slogin&ref=magazine&pagewanted=print

Noch zu Lukman Hakim (Assalaam Foundation). Islamic FGM

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html?_r=1&ref=magazine

(16) Islam will FGM, Ägyptens al-Azhar-Gelehrte pro Klitoridektomie. Dr. Muhammad Wahdan: „Whenever a girl needs a circumcision, we should perform it.“

http://www.youtube.com/watch?v=rUvrHsPaTSo&feature=player_embedded

(17) Yusuf al-Qaradawi ist flexibel und unterzeichnet für atheistische europäische Nervensägen wie Rüdiger Nehberg gerne mal Fatwas gegen FGM, will aber die FGM und zwar gerne als als klitorale Teilamputation: »Hadith: Reduce the size of the clitoris but do not exceed the limit, for that is better for her health and is preferred by husbands. The hadith indicates that circumcision is better for a woman’s health and it enhances her conjugal relation with her husband … The issue of female circumcision … it is not obligatory, whoever finds it serving the interest of his daughters should do it.«

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503543886

(18) Türkischer Antisemitismus. Rifat N. Bali: »Mehr als nur Totschweigen«

http://www.nahost-politik.de/tuerkei/bali.htm

(19) Kopftuchlehrerin pro Steinigung der Ehebrecherinnen: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“

http://www.emma.de/635.html

(20) Verfolgung der Bahai

http://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung_der_Bahai

(21) Chomeini 1984. Der Schriftsteller und Pädagoge Ali Schirasi schreibt zum heutigen Iran: »Ajatollah Chomeini – von der überlegenen Rasse zur überlegenen Religion«

http://alischirasi.blogsport.de/analysen/ajatollah-chomeini-von-der-berlegenen-rasse-zur-berlegenen-religion/

(22) diyya (diye), Blutgeld. Hör mal, du hast jemanden ermordet oder fahrlässig getötet? Allahgott schickt dir die Quittung, guckstu hier: Christenmann ist wertgleich mit Muslimweib, Christenweib kostet halb so viel wie Christenmann und ist fast viermal so teuer wie Hindumann, Hinduweib wiederum genau halb so viel wert wie ihr Mann, und Allāh weiß es am Besten und alles Lob gebührt Ihm

http://en.wikipedia.org/wiki/Diyya#Saudi_Arabia

(23) Wali Mudschbir, wali mujbir. Islam ist geheiligte Zwangsverheiratung

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(24) Tariq Ramadan: „Hand in Hand gegen Zwangsheirat“. Der Wali Mudschbir ist selbstverständlich ausgenommen

http://www.tariqramadan.com/spip.php?article1428

dazu Necla Kelek:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1ECC2B524AF14B14B8C848C15006A7E7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(25) Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer „ehrt“ den Islamisten Anas Schakfeh. Obschon, er kann`s brauchen

http://www.derislam.at/haber.php?sid=149&mode=flat&order=1

(26) Stefan Beig: „Wirbel gab es auch um das Schulbuch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ von Scheich Yusuf Al-Qaradawi. Auf äußeren Druck zog Präsident Schakfeh das Buch zurück, nachdem es bereits zehn Jahre im Unterricht verwendet wurde. In dem Buch wird betont, dass nur Allah sagen kann, was erlaubt und was verboten ist. Gesetze von Menschen sind abzulehnen.“

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=263895

(27) Die Sache mit den kommunalen Islamforen. Presseerklärung vom 13.11.2009, unterzeichnet von Hasibe Özaslan, „Projektleiterin“, für den Interkulturellen Rat, Goebelstraße 21, 64295 Darmstadt

http://www.interkultureller-rat.de/wp-content/uploads/PM-Koordinierungsrat-131109.pdf

(28) Gina Khan

http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/columnists/kavanagh/article1417495.ece

(29) One Law For All! (Maryam Namazie)

http://www.iheu.org/Launch+of+One+Law+for+All+Campaign+against+Sharia+law+in+Britain