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Mina Ahadi an Lamya Kaddor

Oktober 13, 2016

Frau Kaddor, Chomeini war nicht mein Onkel

Warum die freiheitliche Demokratie Islamkritik benötigt und Kritiker dieser Religion nicht pauschal als Rassisten bzw. als deren Vordenker zu etikettieren sind. Eine Entgegnung zu Gastautorin Lamya Kaddor (Wir müssen endlich über unser Rassismusproblem sprechen; Huffington Post Blog am 04.10.2016).

Von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime.

Auch Ali Chamenei und Ali Laridschani haben meines Wissens nach keine familiären Beziehungen zu mir. Auch nicht der Richter, der meinen Mann zum Tode verurteilt und derjenige, der ihn dann hingerichtet hat. Auch hatten die zehntausenden politischen Häftlinge, die in den 1980ern ermordet wurden, wohl kaum schlechte familiäre Erfahrungen mit ihren Mördern. Ebenso wenig hatten Shahla Jahed, Reyhane Jabbari und die zahllosen anderen Hingerichteten schlechte familiäre Erfahrungen. Es ist vielmehr so, dass die Familien oftmals die beste und einzige Unterstützung dieser Menschen waren. Und wissen Sie, was Chomeini, Laridschani, Chamenei und all die anderen der mörderischen Machthaber und deren Handlanger gemein haben? Ja, sie alle handeln im Namen des Islam und befolgen die Gebote der Scharia. Und sie haben die Staatsmacht. Die Frauen, die nach 1979 gezwungen wurden, entweder das Kopftuch zu tragen oder ihren Kopf eingeschlagen zu bekommen (ein Slogan des islamischen Regimes) hatten keine schlechten Familienerfahrung, die sie dann zu Rassisten oder sonst was gemacht haben. Sie alle haben schlechte Erfahrung mit dem politischen Islam gehabt. Sehr schlechte, tödliche Erfahrungen. Und wie man sehr gut sehen kann, geht das auch heute noch weiter und natürlich nicht nur im Iran.

Überhaupt, mich in einem Artikel mit einem ‚Wegweiser‘ für rassistische Tendenzen in Verbindung zu bringen, ist schon allerhand und zeugt von Ihrer totalen Intoleranz gegenüber der Islamkritik. Sie glauben, man könne schön backe backe Kuchen mit Ihrer Religion spielen, wenngleich Sie mit ihrem ‚Liberal-Islam‘ jemand wären, der in einem islamischen Land in große Schwierigkeiten geraten würde. Oder glauben Sie, dass Sie etwa im Kalifat des IS so wie jetzt weitermachen und frei reden dürften und Preise bekommen würden? Sie genießen die Freiheit hier z. B. kein Kopftuch tragen zu müssen, wollen aber wohl nicht sehen, dass es nicht ihre Religion ist, die Ihnen das erlaubt, sondern die Freiheit und der Säkularismus, die sie hier genießen und die sich die Menschen sehr hart erkämpft haben. Vielleicht leben Sie auch immer noch in einer Traumwelt und haben nicht mitgekriegt, wie etwa ausländische Gelder hierzulande gezielt in religiöse Organisationen fließen. Oder vielleicht passt Ihnen das ja ganz gut ins Konzept. Es scheint, dass für Sie die deutschen Probleme mit der Integration sich auf die Rassisten beschränken, deren menschenfeindliche Äußerungen Sie, Frau Kaddor, dann mit Religionskritik gleichsetzen. Derartige Ignoranz braut schlimme Sachen zusammen, nicht die Religionskritik.

Zu meinen angeblichen ‚schlechten Erfahrungen‘ mit meiner Familie: Als ich mich von der Religion abkehrte und meinen Tschador ablegte, hat meine Mutter, eine gläubige Muslimin, nur mit den Achseln gezuckt und gesagt: „So sind die jungen Menschen heutzutage nun mal“, und das war in den 1970ern. Ich konnte den Tschador ja gerade deshalb ablegen, weil sich meine Familie nicht dagegen stellte und es NOCH keine islamische Diktatur im Iran gab. Mich heute mit deutschen Rassisten in einen Topf zu werfen, weil ich islamkritisch geblieben bin, ist wirklich absurd.

Aber leider ist es in Deutschland ja nun mal so, dass gesellschaftliche Probleme nicht mehr ausschließlich mit Vernunft und Nachvollziehbarkeit, sondern auch mit organisierter Religion, Moscheebau und elitären Preisverleihungen gelöst werden sollen und vor allem die Integration des Islam eine Art Staatsdoktrin geworden ist. So geben sich Politiker und Meinungsmacher alle Mühe, in der Bevölkerung immer noch mehr Sehnsucht nach menschenfreundlichen Religionsgemeinschaften und insbesondere nach einem mit dem Grundgesetz verträglichen Islam zu wecken.

Zum erfolgreichen Bewältigen aller deutschen Integrationsprobleme bietet sich seit zehn Jahren dann Ihre Person an, sozusagen als die Retterin in der Not, und Sie werden als „liberale Muslima“ (Deutschlandfunk am 29.09.2016) gefeiert, als „eine der wichtigsten Vertreterinnen des liberalen Islam in Deutschland (The European, 21.02.2015) bzw. als „Deutschlands bekannteste Vertreterin eines sanften Islam“ (Spiegel online, 01.10.2016) gelobt oder werden allen Ernstes zur islamwissenschaftlichen Spitzenfachkraft erklärt: „Lamya Kaddor ist eine der führenden modernen Islamwissenschaftlerinnen Deutschlands“ (SWR, 18.09.2013). Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, schwärmt über Ihren Religionsunterricht: „Die Stadt und die Landesregierung müssten stolz darauf sein, dass es in Dinslaken solch einen Unterricht gibt und für dieses vorbildhafte Modell werben […] In Dinslaken ist man mit dieser Form des Islamunterrichts weiter als in großen Teilen der Bundesrepublik“ (RP, 16.06.2016).

Hastig überreicht man Ihnen in diesen Jahren einen Integrationspreis nach dem anderen. Sie werden gerne als „Religionspädagogin“ vorgestellt (Deutschlandfunk, 29.09.2016), besitzen Sie doch eine Lehrbefugnis des streng an der Scharia orientierten Beirats für den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen (Kaddor auf ihrer Homepage).

Wie auch immer, als deutscher Politiker sucht man den guten Islam oder wenigstens das Gute im Islam und da scheint „Allahs kluge Lehrerin“ (3sat, 2008), die weder Hidschab noch Kopftuch trägt, als bestens geeignetes Vorbild für die Jugend. Ihre radikalislamischen Andeutungen und Nebensätze überhört man wohl gerne dabei.

Auch 2016 redeten Sie am Thema Islam vorbei. Statt die Entwürdigung der Frau im islamischen Recht anzuprangern und die weltweite Durchsetzung der AEMR zu fordern, also auch in Syrien, Saudi-Arabien, Pakistan, Afghanistan oder im Iran, zeigen Sie empört auf Deutschland, auf deutsche Fremdenfeinde und deutsche Vertreter von rassistischem Gruppenchauvinismus. Grundsätzlich ist Rassismus Menschenfeindlichkeit und daher zu überwinden.

Sie sind eine für angebliche Integrationserfolge preisgekrönte Islamlehrerin, reden aber ungerührt von Menschengruppen. Menschenrechtsuniversalismus (AEMR) ebenso wie kulturelle Moderne jedoch untersucht die eine unteilbare Menschheit und gerade keine voneinander abzusondernden Gruppen von Menschen. Solange es um die (sogenannten) Muslime geht, die aus Ihrer Sicht offensichtlich unter besonderen Schutz zu stellen sind, haben Sie gegen Gruppen nichts einzuwenden. Für die weltweit vorkommenden Ex-Muslime machen Sie allerdings gar nichts.

Dass alle islamisch geprägten Staatsverfassungen, dass die Schariagesetze selbst gruppenchauvinistisch sind, nämlich die Nichtmuslime sowie jede Frau religiös begründet herabsetzen, erfährt der Leser der Huffington Post am 04. Oktober 2016 nicht.

Sie beklagen Deutschlands Rassismus. Nein Frau Kaddor, ein Islamkritiker ist nicht pauschal ein Rassist oder dessen Motivgeber (Kaddor: „Wegweiser“). In einer freiheitlichen Demokratie verhält es sich anders als in islamisch geprägten Rechtssystemen, hierzulande verliert niemand seine Bürgerrechte, der die Religion kritisiert. Auch ist der Mensch, das bedeutet jede Frau und jeder Mann, durchaus kein so sehr komplexes Wesen, dass wir ihm nur die Wertedebatte von Multikulturalismus oder Kulturrelativismus und eben nicht die Standards der AEMR und die Rechte des GG zumuten könnten.

Niemand auf der Welt ist ein derart unverständliches (Kaddor: „komplexes“) Wesen, als dass er kein Recht habe auf seine Abkehr von jenen menschenfeindlichen Verfassungen und von ihnen abgeleiteten Gesetzen, welche der Frau den Hidschab aufzwingen (Stellungnahme der DITIB zum Lehrerinnenkopftuch: „religiöses Gebot definitiver Qualität“, BverfG, Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10), jeden Islamapostaten mit dem Tod bedrohen und die auch jeden Islamkritiker anklagen und ihn damit, etwa im Iran, regelmäßig zum Tod verurteilen aufgrund von Straftaten der Scharia wie Verderbenstiften auf Erden (Mofsed-e-filarz) oder Krieg gegen Gott und seinen Gesandten (Moharebeh).

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (CDHRI, Kairo 1990) ist der totalitäre Gegenentwurf zu den universellen Menschenrechten (AEMR, Paris 10.12.1948). Unser Grundgesetz (23.05.1949) beruht auf der AEMR. Ob Sie als fromme Gegenaufklärerin („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“) und Religionslehrerin aus Dinslaken in Ihrem neuesten Buch (Die Zerreißprobe: Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht) sich unzweideutig von der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen CDHRI distanzieren, erfährt der Leser der Huffington Post nicht.

Sie erklären sowohl Ayaan Hirsi Ali als auch mich als Ideenlieferant und Motivationsgeber („Wegweiser“) für deutsche rassistische Einstellungen:

„Personen wie etwa Ayaan Hirsi Ali, Mina Ahadi oder andere haben in ihrem Leben schreckliche Erfahrungen mit der eigenen Familie oder dem eigenen familiären Umfeld gemacht. Hirsi Ali und Ahadi machen dafür ‚die‘ Religion verantwortlich – und mithin diejenigen, die dieser Religion anhängen. Solche Vorlagen sind wiederum Wegweiser für andere Menschen. Menschen, die selbst gar keine schlechten Erfahrungen mit ‚Fremden‘ gemacht haben, aber trotzdem zu Rassisten oder Fremdenfeinden geworden sind.“

Als ob allgemein religionskritische oder speziell islamkritische Menschen keine überzeugenden Argumente hätten, sondern lediglich schlimme Erlebnisse („schreckliche Erfahrungen mit der eigenen Familie“). Als ob der Islamrevolutionär von 1979 Ayatollah Chomeini seine Religion völlig falsch verstanden hätte. Nein, für die Todesurteile des iranischen Regimes zwischen 1979 und heute sind die iranischen Mullahs verantwortlich und als der Blogger Raif Badawi am 7. Mai 2014 durch das Strafgericht in Dschidda zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde, geschah das ganz in Übereinstimmung mit der islamischen Staatsverfassung und dem der Scharia gehorchenden Strafrecht Saudi-Arabiens.

Dass 1980 der iranische Geheimdienst VEVAK meine Wohnung durchsuchte, meinen damaligen Mann und fünf Gäste festnahm, die alle kurz darauf hingerichtet wurden, hat sehr wohl auch mit Religion und Islam zu tun. Dass ich anschließend gesucht und später zum Tod verurteilt wurde, hat ebenfalls sehr viel mit Religion zu tun, mit dem Islam und den religiösen Gesetzen des Iran nach 1979.

Sie führen den Leser in die Irre durch die Gleichsetzung („mithin“) von Glaubensdoktrin („Religion“) und Glaubensgemeinschaft („diejenigen, die […] anhängen“), ein gezieltes Verwirbeln der Begriffe Islam und Muslime („Hirsi Ali und Ahadi machen dafür ‚die‘ Religion verantwortlich – und mithin diejenigen, die dieser Religion anhängen“). Für unmenschliche islamische Gesetze und Gerichtsurteile sind nur die der jeweiligen Regierungsmacht nahestehenden Eliten und keineswegs die muslimischen Säkularen oder auch die muslimischen Machtlosen bzw. vom islamischen Gruppenzwang Eingeschüchterten verantwortlich. Ihr kalkuliertes Vermischen von Islam und Muslime entspricht der Strategie der Islamschönredner mit dem Ziel, jeden gründlichen Islamkritiker in die Schmuddelecke der Rassisten und ihrer Ideengeber (Kaddor: „Wegweiser“) zu rücken.

Immer wieder gibt die deutsche Presse und leider auch dieses Blatt den Verharmlosern von Islam und Scharia die Gelegenheit zur Desinformation in Bezug auf das totalitäre und insbesondere frauenfeindliche islamische Recht. Am 04.04.2016 („Scharia ist mit dem Grundgesetz vereinbar“) durfte Gastautor Mubarez Mumtaz in der Huffington Post schreiben:

„Die Scharia beschreibt […] die einfachen Prinzipien der Ethik und Moral, um ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben zu ermöglichen. […] In jeder Hinsicht ist die Scharia mit dem Grundgesetz vereinbar. […] Der Islam ist eine Religion des Friedens, der Toleranz, der Nächstenliebe. Er lehrt nicht nur Toleranz gegenüber anderen Religionen, sondern zeigt auch Wege auf, wie zwischen allen Völkern, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit, ein friedliches Miteinander geschaffen werden kann.“

Es fällt schwer, hier nicht sarkastisch zu werden, denn nur wenn man die rechtliche Herabsetzung jedes Ex-Muslims oder eines Nichtmuslims (darf von einem Muslim nichts erben, darf ohne Konversion zum Islam als Mann keine Muslima heiraten) als „friedliches Miteinander“ verkaufen und die Entwürdigung jeder muslimischen Frau als „friedliches gesellschaftliches Zusammenleben“ verbuchen will, stimmt der Satz des Gastautors. Der muslimische Ehemann kann seine Frau ohne Angabe von Gründen verstoßen, wenn sie sich jedoch von ihm trennt, verliert sie das Sorgerecht über ihre Kinder. Nein liebe Huffington Post, die Scharia ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

Statt sich vom islamischen Recht zu distanzieren, fordern Sie, Frau Kaddor, nun die Einschränkung oder zumindest Neudefinition von Artikel 5 des Grundgesetzes, denn es gebe für alle Menschen in Deutschland Anlass, „dass wir uns über die Grenzen der Meinungsfreiheit Gedanken machen“ (WAZ vom 06.10.2016).

Im Jahre 2011 erhielten Sie als Mitbegründerin und damalige erste Vorsitzende des Liberal-Islamischen-Bundes die Integrationsmedaille, aber leider warben Sie nicht für die AEMR, sondern malten den Kulturrelativismus und Multikulturalismus schön:

„Integration bedeutet für mich eine Bewegung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen zu einander hin. Sowohl die Mehrheitsgesellschaft als auch die Minderheitengruppen müssen sich um ein friedliches und konstruktives Miteinander bemühen. Dabei müssen beide Seiten offen für Veränderungen sein.“

Nein, wir haben die Gleichberechtigung von Mann und Frau durchzusetzen (Staatsziel) und auch daher die Menschen in Deutschland in keiner Weise in Gruppen aufzuteilen, also auch nicht in „Mehrheitsgesellschaft“ und „Minderheitengruppen“. Deutschland hat vielmehr zu gewährleisten, dass Menschen jederzeit ihre Religion wechseln und auch ohne Religion leben können. Auch Sie Frau Kaddor, die Preis um Preis erhalten haben, sollten öffentlich fordern, dass alle Menschen beispielsweise auch den Islam verlassen können. Und wie flexibel („offen“) sollen die von Ihnen beschworenen antagonistischen Kollektive („beide Seiten“) eigentlich sein? Pauschal ist Offenheit ganz und gar nicht zu empfehlen, wie es der österreichische Schriftsteller und Kabarettist Christian Wallner auf den Punkt brachte: „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein“.

Bei der Bundesregierung (Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, seit Dezember 2013 ist Aydan Özoğuz Nachfolgerin von Maria Böhmer) erfährt man, was Sie vor fünf Jahren unter Integration verstanden:

„Man muss sich bewusst werden, wer man wirklich ist. Einerseits gibt es eine Herkunftskultur, die es zu pflegen lohnt, und andererseits gibt es eine Gegenwartskultur, die ebenso zu pflegen ist. Beides muss in Einklang gebracht werden. Wichtig dabei ist nur, dass man sich dem – oft von außen aufgedrängten – Druck entzieht, sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen. Es ist ein Fehler, Menschen, denen zwei Herzen in der Brust schlagen, zu zwingen, eines davon herauszureißen.“

Nicht ganz, denn die Scharia ist keine Folklore und der islamische Unterlegenheitsfeminismus keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, nur das Letztgenannte aber ist richtigerweise deutsches Staatsziel. Abgesehen davon, dass es einzelne Menschen gibt und geben darf, die ihre Herkunftskultur ablehnen und das auch öffentlich sagen und begründen. Wen hingegen als Einwanderer nach Deutschland oder auch als deutscher Konvertit zum Islam die persönliche – keineswegs angeborene – gespaltene oder auch verdoppelte Identität (Kaddor: „zwei Herzen in der Brust“) derart plagt, dass er hierzulande nach einem rein literalistischen Verständnis von Koran und Hadith leben will, also etwa der Tochter nur das halbe Erbe zugesteht und von ihr ab der Pubertät das Tragen des Schleiers verlangt, von dem kann der an seiner Abschaffung nicht interessierte freiheitliche Rechtsstaat sehr wohl erwarten, einen Teil seines Selbstverständnisses abzulegen (Kaddor: „herauszureißen“), sobald die Grundrechte anderer berührt sind.

Seit 1994 heißt es in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Für Frauen bedeutet das in Art. 3 (2) GG Garantierte, nämlich die „Beseitigung bestehender Nachteile“, auch die Verhinderung des islamischen Tugendterrors, der islamischen Gesellschaftsordnung und des islamischen Rechts und meint, kurz gesagt, auch die Verhinderung einer Geltung der Vorschriften der Scharia in Deutschland. Das zu sagen ist kein Rassismus.

Die deutsche Politik will nicht wahrhaben, dass spätestens seit Hasan al-Banna in Ägypten (Gründer der Muslimbruderschaft (MB)), Maududi in Indien bzw. Pakistan, Sayyid Qutb (Ägypten, MB) sowie zuletzt seit 1979 durch Chomeini im Iran eine global vernetzte islamische Bewegung an der Verächtlichmachung der säkularen Idee und an der Abschaffung der säkularen Staaten arbeitet.

Irgendwo zwischen Islamverharmlosern und Islamradikalen kämpfen auch Sie, Frau Kaddor, bewusst oder unbewusst, für mehr Religion und mehr Islam und Scharia in Deutschland.

Mina Ahadi

Q u e l l e n

Offener Brief an Lamya Kaddor, auf der Homepage des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

http://exmuslime.com/frau-kaddor-khomeini-war-nicht-mein-onkel/

http://exmuslime.com/

Ebenfalls zu lesen auf dem Facebook-Account des ZdE

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1113373262045568&id=486839381365629&substory_index=0

https://www.facebook.com/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland-486839381365629/

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Mit der Flucht hört die Gefahr nicht auf

September 19, 2016

Den Hinweis auf diese Veranstaltung in Köln geben wir gerne weiter:

Flucht vor Religion

Freitag, 07. Oktober 2016
19:00 Uhr

Altenberger Hof
Club-Raum
Mauenheimer Straße 92
50733 Köln

Der Eintritt ist frei.

Der unbeugsame Wille, die Dinge zu hinterfragen, hat sie in Lebensgefahr gebracht. In den Ländern ihrer Herkunft wird Apostasie mit dem Tode bestraft; ausgeführt durch die eigene Familie, die Gemeinschaft oder den Staat.

Sie, das sind Menschen, die sich entschlossen haben, vor religiösem Wahn und Machtaanspruch zu fliehen, einem Machtanspruch, der zumeist untrennbar mit staatlichen Strukturen verknüpft ist. Frauen sind in besonderer Weise bedroht, da sie ihr Leben lang nicht nur äußerster psychischer und physischer Gewalt, sondern auch schweren sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, überwiegend in der eigenen Familie.

Die Ex-Muslimin Rana aus Saudi-Arabien wird die Geschichte ihrer Flucht und von den Fluchten anderer erzählen, die sich jetzt gerade zutragen. Und vom spontanen Entstehen einer Gemeinschaft, die versucht, Menschen auch hier aus den Gefahrenzonen zu bringen – denn die Bedrohung hört mit der Ankunft in Europa nicht auf.

An diesem Abend werden außerdem noch weitere Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Ländern ihre Erlebnisse schildern.

Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime, wird von der Arbeit des Vereins berichten und einen Appell für Humanismus, Säkularismus und Aufklärung senden.

Eine sich anschließende Diskussion ist erwünscht.

Die

Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs Köln)

veranstaltet diesen Vortrag im Rahmen des Humanistischen Forums Köln (HFK)
in Zusammenarbeit mit dem

Zentralrat der Ex-Muslime.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom

Säkularen NetzWerk NRW (SNW).

Q u e l l e n

Flucht vor Religion

http://www.gbskoeln.de/

Freitag, 07.10.2016 / 19:00 Uhr

Flucht vor Religion

Mit Rana Ahmad und Mina Ahadi u.a.,

im Rahmen des

Humanistischen Forum Köln / Ketzerstammtisch
GBS – IBKA – Skeptiker – HVD
Offener säkular- humanistischer Gesprächskreis

Altenberger Hof, Club-Raum
Mauenheimer Str. 92
50733 Köln
(Eintritt frei)
Interessierte sind herzlich willkommen.

https://giordanobrunostiftung.wordpress.com/nachster-termin/

Kindermagazin des Spiegel-Verlags verharmlost den mädchen- und frauenfeindlichen Islam

Januar 10, 2016

Offener Brief von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Dein SPIEGEL ist eine seit 2009 herausgegebene Zeitschrift für Kinder aus jenem Verlag, der seit 1947 das Hauptblatt DER SPIEGEL produziert. Die aktuelle Ausgabe des Kindermagazins (Nr. 1 / 2016) titelt mit: Für Kinder erklärt: DER ISLAM und bildet ein glückliches Mädchen im Hidschab ab, im nach Koran und Sunna ab Pubertät vorgeschriebenen Schleier. Keine Haarsträhne des Mädchens ist zu sehen. Eigentlich lieben Kinder aller Welt an ihrer Kleidung kraftvolle bunte Farben, doch das Körperumriss und Körperlichkeit verbergende Oberteil des Titelmädchens ist von einem unsinnlich blassen Flechtengrün, das Ohren, Nacken und Kehle verbergende Kopftuch von einem beinahe weißen, fahlen Blau. In der Tat sieht man in den letzten Jahren in Deutschland derart bleiche, Lebensfreude verneinende Farben immer häufiger bei der Kleidung muslimischer Mädchen. Das sympathische Kind lächelt, womit suggeriert wird, alles im Islam und insbesondere die religiöse Kleidung sei auch für Frauen und Mädchen grundsätzlich völlig unproblematisch.

Auf drei Seiten erklärt der deutsche Journalist Christoph Reuter den Kindern den Islam. Reuter hatte sein Studium der Islamwissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik mit dem Magister abgeschlossen und arbeitet seitdem beispielsweise im Irak und in Afghanistan als Kriegsberichterstatter.

Im Abschnitt FRAUEN IM ISLAM erklärt Reuter, dass der Koran verlangt, „dass muslimische Frauen sich mit Anstand kleiden müssen“, und ergänzt: „Damit ist klar: sie sollen nicht angebaggert werden.“ Dass damit jede unverschleierte Frau eine Schlampe ist und dass selbst die keusche Verschleierung ihren Körper sexualisiert, beklagt Reuter nicht. Der sogenannte Islamexperte unterschlägt die in Koran und Hadith angedrohte Höllenstrafe für jede Frau, die schuldhaft gegen Allahs bzw. Mohammeds Befehl zum Schleiertragen verstößt. Die Seiten 22 und 23 zeigen den Kindern fünf Frauen, eine ohne Kopftuch und vier in der religiösen Bedeckung verschiedener Gestaltung: Hidschab, Tschador, Niqab und Burka.

Obwohl der Islam den Schleier zur religiösen Pflicht erklärt, nennt der Journalist den entsprechenden Textabschnitt DAS TRÄGT FRAU. Gerade so, als ob es um emanzipiertes weibliches Selbstbewusstsein und modischen Schick ginge. Tatsachenwidrig erklärt Reuter: „Der Hidschab ist ein Kopftuch, das vor allem die Haare bedecken soll. Es gibt ihn in verschiedenen Farben“. Nein, der gesamte Körper ist als sogenannte islamische Aura (Schambereich) blickdicht und jeden Umriss verbergend mit weiter Kleidung abzudecken bis auf Hände und Gesicht. Auch für die muslimischen Frauen wird die Farbauswahl von Jahr zu Jahr eintöniger.

Die DITIB kennt Koran und Sunna und verpflichtet jedes die Pubertät erreichende Mädchen sich mit dem Schleier zu bedecken, was Dein Spiegel dem Leser vorenthält. Vor einem Jahr ließ das Bundesverfassungsgericht die Position des angeblich moderaten türkischen Verbandes in das Urteil zum Lehrerinnenkopftuch einfließen:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots […]

Dass einige Musliminnen ihren kompletten Körper, also auch Hände und Gesicht bedecken, ist manchen Kindern bekannt. Christoph Reuter erwähnt den Gesichtsschleier und die Burka, aber verschweigt, dass die afghanischen Taliban die Burka mit Prügel und Mord durchgesetzt haben und erklärt den 8- bis 12-jährigen Lesern äquidistant:

Die Burka gibt es in Afghanistan. Sie bedeckt den ganzen Körper – sogar die Augen. Wer sie trägt, guckt durch ein Gitternetz.

Das ist alles, was der Nahostfachmann sagen will? Sinngemäß schreibt der Islamerklärer: Liebe Kinder, auch ein Vollschleier ist völlig in Ordnung, die wasserblaue Burka ist unproblematisch und wer als Frau in dieses typisch afghanische Gewand schlüpft, kann die Welt natürlich nur noch durch das dazugehörige Stoffgitter betrachten. Auch dass der zumeist schwarze Niqab (Gesichtsschleier) mit seinem Sehschlitz von wenigen Millimetern nur ein extrem schmales Blickfeld ermöglicht, ist für Reuter kein Problem. Nun fröhlich weiter im Text, lernen wir mehr über die aufregende Religion Islam.

Der ZdE verurteilt diese Verharmlosung einer Religion, die, solange sie auf die Wörtlichkeit von Koran und Sunna besteht, immer auch eine totalitäre politische Bewegung ist, die unsere Lebensqualität und Freiheit in den sogenannten islamischen Ländern ebenso wie in Europa oder jedem anderen Land mit Einschüchtung, Angriffen, Hinrichtungen, Schleierzwang oder sogar mit der Burka stark einschränkt und belastet.

Unabhängig davon, ob ein Journalist sich an Kinder oder Erwachsene wendet, können wir erwarten anzuerkennen, dass jedes Kinderkopftuch eine Kinderrechtsverletzung ist. Die Schariagelehrten verlangen den Schleier von jedem Mädchen, das die Pubertät erreicht hat bzw. neun Jahre alt geworden ist. Jungen oder Männer unterliegen weder dieser strengen Verschleierung noch sind sie rund um die Uhr auf anständiges Verhalten zu überwachen. Der Hidschab und die gesamte entwürdigte Rolle der Frau im islamischen Recht verstoßen gegen die allgemeinen Menschenrechte und das deutsche Staatsziel der Gleichberechtigung. Herr Reuter hätte das erwähnen müssen und zusätzlich nicht verschweigen dürfen, dass jede rituelle Beschneidung der Genitalien Minderjähriger, also von Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die körperliche Unversehrtheit antastet und daher grundrechtswidrig ist. Der Islam verlangt die Jungenbeschneidung, in Reuters nordirakischem Arbeitsgebiet sogar die Beschneidung (Genitalverstümmelung) der Mädchen. Noch ist die geringst invasive Form der Mädchenbeschneidung in Deutschland verboten und das soll so bleiben.

In der Scharia ist die Frau ein Wesen, das bereits durch ihr körperliches Existieren die Männer zur Sünde verführen kann und deshalb bis auf Hände und Gesicht mit einem Schamtuch zu bedecken ist. Besser noch sie geht gar nicht erst auf die Straße. Ohne Erlaubnis des Ehemannes darf sie das Haus grundsätzlich nicht verlassen, Fundamentalisten praktizieren den Islam so. Würde Herr Reuter akzeptieren, dass seine Tochter mit neun oder zehn Jahren den Schleier anlegen und bis ans Ende ihres Lebens jeden Tag tragen muss? Würde er billigen, dass ihre Haare nicht frei im Wind wehen dürfen? Weiß Reuter nicht, dass mit der islamischen Kleidung für die Muslima eigentlich auch, wie es der Koran verlangt, ein im Vergleich zu ihrem Bruder halbiertes Erbteil verbunden ist sowie der halbe Wert ihrer Aussage vor Gericht?

Will Herr Reuter uns Frauen aus sogenannten islamischen Ländern erklären, dass es gar nicht so schlimm ist mit einem Tschador oder einer Burka auf die Straße zu gehen? Kann er die Erniedrigung nicht verstehen? Wie kann er für Frauen, wo auch immer auf der Welt, das Kopftuch kritiklos zulassen und zugleich wissen, dass an vielen Orten die Kopftuchverweigerin eingesperrt oder ausgepeitscht und die beispielsweise somalische, afghanische oder iranische Muslima, die mit einem Mann islamisch unerlaubten Sex hat, durch Erhängen oder Steinigung hingerichtet werden kann? Der Kriegsberichterstatter weiß, dass an der globalen Kampagne zur Verschleierung der Frau besonders gewalttätige Organisationen beteiligt sind, von Boko Haram bis zu den Taliban, von Al-Shabaab bis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das sogenannte Kopftuch ist kein unschuldiges Stück Stoff und der Terror hat sehr wohl mit dem Islam zu tun. Christoph Reuter:

Der Islam war anders als das Christentum und das Judentum – aber nicht völlig unterschiedlich. […] Bis heute streiten viele Menschen darüber, wie friedlich Mohammed war, wie friedlich der Islam überhaupt in die Welt gekommen ist […]

Mehrere Hadithe befehlen die Tötung desjenigen, der seine Religion wechselt, weshalb das Abfallen vom Glauben nach islamischer Rechtsauffassung mit dem Tode bestraft wird. Selbst in Europa müssen Islamapostaten mit Morddrohungen rechnen. Menschen, die sich in sogenannten islamischen Ländern tatsächlich oder angeblich vom Islam abwenden, erleiden soziale Ächtung, den Verlust des Arbeitsplatzes, Angriffe oder haben mit Mordanschlägen zu rechnen. In mehreren Staaten werden Apostaten islamjuristisch begründet hingerichtet. Offensichtlich ist Reuter der Ansicht, dass man Kindern das wahre Gesicht des Islam nicht zumuten kann und präsentiert ihnen einen rosaroten Kitschislam oder Bambi-Islam.

Der ZdE protestiert gegen diese Verharmlosung der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen Bewegung und fordert vom Kindermagazin Dein Spiegel eine Erklärung. Kinder brauchen sachliche Information und unseren besonderen Schutz. Alle Mitbürger in Deutschland, denen die universellen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau wertvoll sind, rufen wir auf, gegen eine derartige märchenhafte Schönfärberei aktiv zu werden.

Über Mohammad schreibt Herr Reuter völlig unkritisch und verschweigt, dass seine Kriege und Landnahmen denjenigen des heutigen IS sehr ähnlich sind. Nein, nein, dass dürfen wir Kindern nicht erzählen, so scheint Reuter zu denken, die jungen Schüler sollen ausschließlich hören, dass Mohammad ein netter Mensch war und dass alle späteren oder heutigen Probleme mit Dschihadisten mit dem eigentlichen Islam und seinem Propheten nichts zu tun haben. Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen, alles ist im grünen Bereich und jede Frau kann schließlich auch mit Kopftuch und Burka glücklich werden und weiter leben …

Sollen die Kinder, sollen wir alle die Folgen der globalen islamischen Bewegung bagatellisieren, vielleicht in der Hoffnung, dass dann die Terroristen nicht böse werden und sowieso alles von selbst besser wird? Hat al-Qaida, haben die Taliban den Islam falsch verstanden, sind Staaten wie Pakistan, Saudi-Arabien oder der Iran ja vielleicht noch nicht islamisch genug?

Nein, liebe Verantwortliche der Kinderzeitschrift des Spiegel-Verlages: Die Musliminnen unter dem Schleier, die Frauen oder Kinder mit dem Kopftuch sind Opfer dieser Bewegung und auch Religion und man kann diesen Mitmenschen nur helfen, indem man Klartext redet und nicht schönfärbt oder vertuscht.

Die Unvereinbarkeit von islamischem Recht und allgemeinen Menschenrechten bzw. von Scharia und Grundgesetz müssen wir ansprechen – auch und gerade gegenüber allen Kindern und Jugendlichen.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

09.01.2016

Tel: 0049 (0) 1775692413

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/kindermagazin-des-spiegel-verlags-verharmlost-den-maedchen-und-frauenfeindlichen-islam/

Euer Herz schlägt nicht links

Dezember 15, 2015

Offener Brief

Von Mina Ahadi an Sahra Wagenknecht, Vorstandsmitglied der Partei „Die Linke“

Sehr geehrte Sahra,

seitdem ich deine Rede im deutschen Bundestag gehört habe, bin ich erstaunt und fassungslos. Und zwar deshalb, weil du ebenso wie die Partei „Die Linke“ die politische Lage nicht richtig einschätzt. Du hast dich in jener lebhaften Rede gegen Brutalität und Krieg ausgesprochen. Du hast davon geredet, dass der Terror nicht mit Bomben zu bekämpfen sei. Ich füge meinerseits hinzu, dass die Lösung des Problems die Einbeziehung verschiedener Faktoren erforderlich macht. Nicht mit Bomben kann der Terror bekämpft werden, aber auch nicht mit Schweigen und einer verharmlosenden Darstellung des politischen Islam.

Es ist eine bittere Wahrheit, dass die westlichen Staaten – Amerika, England, Frankreich – auf den politischen Islam zur Sicherung eigener Macht gesetzt haben. In Ländern wie dem Iran, dem Irak, Afghanistan, dem Sudan usw. haben die Terrorbanden der islamischen Bewegung das Leben von Millionen von Menschen beeinträchtigt oder gar zerstört. Um es deutlicher zu sagen: Ich rede über Steinigung, Zwangsverschleierung und Massenhinrichtungen. Ich rede von den offiziellen Gesetzen, nach denen du und ich halb so viel Wert sind wie die Männer.

Als Iranerin habe ich hautnah den abscheulichen und ekelhaften Charakter der Bewegung des politischen Islam erlebt und seit 36 Jahren bekämpft. Nach deiner lebhaften Rede habe ich gegoogelt, um zu wissen, wie oft die Führerin der Linkspartei über das Verbrechen der islamischen Bewegung lebhafte Reden gehalten hat. Google hat meine Hoffnung zunichte gemacht. Nicht eine Minute lang hast du jemals eine Rede über die Steinigung, das Auspeitschen der Frauen, die Hinrichtung z. B. das Erhängen der Atheisten/innen, Kommunisten/innen usw. gehalten. Google hat mir gesagt, dass unter dem Namen Sahra und islamische Bewegung nichts zu finden ist.

Ich hoffe, dass du von mir gehört hast. Ich bin eine Bürgerin, die seit Jahren in fast allen Städten Deutschlands gegen Steinigung, Hinrichtung, Burka, Frauenfeindlichkeit und islamischen Terrorismus Reden gehalten hat und die nicht zuletzt Kritik an der Politik der westlichen Staaten, auch Deutschlands, geübt hat. Ich war aber niemals euer Gast. Weshalb? Weil deine Partei fortwährend die islamische Bewegung als Verkörperung des Befreiungskampfes der Bevölkerung – jener Länder, aus denen wir kommen – gegen imperialistische Machtherrschaft versteht, und vielleicht verstehst auch du es so. Ihr bewertet jede Taktik und Aktion dieser Verbrecher als „antiimperialistisch“.

Die islamische Bewegung an sich ist eine Bewegung zur Unterdrückung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Linken im Besonderen. Diese Bewegung terrorisiert und mordet nach islamischer Überzeugung und nach den Gesetzen des Koran.

Die islamische Bewegung nahm im Iran, dem Land, aus dem auch dein Vater stammt, Form an – als Antwort und zur Zerschlagung jener Revolution, die linke Charakterzüge besaß.

Der „Islamische Staat“ als Zwillingsbruder der „Islamischen Republik“ begann im Iran. Seine barbarische Errichtung ging mit bestialischem Massenmord an Tausenden von jungen Menschen einher. Bis heute habe ich keine einzige Zeile deiner Partei zu einer Verurteilung der Verbrechen von der iranischen Entsprechung der DAESH (IS) gelesen. Warum?

Wir, du und ich, sind Linke und Kommunistinnen. Wir sind uns in Deutschland noch nicht begegnet, denn wie haben unterschiedliche Positionen zur der großen Katastrophe des Jahrhunderts, nämlich dem grausamen islamischen Terrorismus. Niemals habt ihr die verbrecherische Rolle des politischen Islam in der jetzigen Welt erkannt. Ihr habt die Apologeten des Multikulturalismus und Postmodernismus unterstützt. Ihr habt uns – Frauen, die diesen Psychopathen in die Hände gefallen und zu Gefangenen geworden waren – ignoriert. Ihr habt euch mit eurer Arbeit und eurem Leben beschäftigt. Nichts findet man in euren politischen Bekundungen zur Unterstützung der Frauenbewegung in den islamisch beherrschten Ländern. Warum?

Ich bin eine iranische Kommunistin. Viele Jahre meines Lebens habe ich gegen ein Monster gekämpft, das von den westlichen Ländern ins Leben gerufen wurde. Wir haben im Iran die Politik der Steinigungen, Hinrichtungen und Frauenunterdrückung dieser Bewegung zurückgedrängt, während unsere linken Freunde und insbesondere linke Frauen im Westen die Steinigungen gleichgültig hinnahmen. Ich hoffe du weißt, was ich meine.

Als eine Frau aus dem Iran – unter der Herrschaft des islamischen Terrorismus – klage ich an:

die westlichen Staaten, die den ins Mittelalter gehörenden Reaktionären geholfen haben,

die Intellektuellen, die uns ruhig stellen wollten und von Harmlosigkeit des Islams erzählten,

die Linken, die schwiegen oder die Augenwischerei betrieben, die erzählten, dass Hinrichtung ein Bestandteil unserer Kultur sei: Schließt eure Augen und lebt weiter, und schließlich ihr, als Linke mit politischer Verantwortung in der Gesellschaft, ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen und habt erzählt, es gäbe keine Probleme. Manchmal habt ihr den Ex-Staatspräsidenten Ahmadinedschad als Sieger über das US-imperialistische Amerika bejubelt.

Du hast im Bundestag über Afghanistan und die falsche Politik, die die Entwicklung der Taliban ermöglichte, gesprochen. Zur falschen Politik gehörte nicht nur die Bombardierung und die Entsendung von Militär, sondern sie umfasste auch die Weichenstellung zur afghanischen Regierungsbildung, wiederholt verteidigt durch die deutsche Regierung auf der Afghanistan-Konferenz, bei der alle modernen und säkularen politischen Kräfte ausgeschlossen bleiben und Bürgerrechte durch religiös-ethnisches Recht ersetzt wird.

2011 veranstalteten wir in Bonn eine Kundgebung gegen die beschlossene falsche Politik von zehn Jahren der Afghanistan-Konferenz. Wir waren der Meinung, dass diese Politik den Weg für weitere jahrelange blutige Auseinandersetzungen in Afghanistan vorbereitet. Leider beteiligte sich niemand von euch an dieser Protestkundgebung.

Vereehrte Sahra,

wir sind gegen Krieg und Terror, gegen Terrorismus des Staates und islamischen Terrorismus. Angesichts der momentanen Lage erfordert linke Politik die Bildung einer dritten Front sowohl gegen Staatsterror als auch gegen islamischen Terror. Leider steht deine Partei nicht in der Kampffront gegen den islamischen Terrorismus. Daher gehört sie meines Erachtens nicht zum linken Lager.

Der Kommunismus ist die richtige, schöpferische Antwort auf die Probleme der Menschheit für ein besseres Leben. Ignorieren der Probleme, Übersehen der Schwierigkeiten und falsche Interpretation des antiimperialistischen Kampfes haben euer Verhältnis zu der Bevölkerung in den islamisierten Ländern zerstört. Als langjährige Kämpferin gegen den politischen Islam stelle ich fest, dass ihr das Problem entweder nicht richtig einschätzt oder es ignoriert. Aus diesem Grund habt ihr seit 36 Jahren keinen Platz an unserer Seite im Kampf gegen den politischen Islam eingenommen.

Ich hoffe, dass dieser Brief ein Nachdenken ermöglicht. Seit Jahren hat sich die islamische Bewegung in Deutschland mit dem Bau von Moscheen, mit Zwangsverschleierung, Trennung der Geschlechter in den Schulen usw. ausgebreitet. Viele Deutsche sind zu Recht über die Zurückdrängung der relativ säkularen Prinzipien Deutschlands besorgt – und eure Partei steht wie üblich auf der Seite der Islamisten.

Denkt bitte darüber nach.

Ich warte auf eine Antwort zu diesem Brief.

Hochachtungsvoll

Mina Ahadi

13.12.2015

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/

Tel: 0049 (0) 1775692413

Q u e l l e

Offener Brief von Mina Ahadi an Sahra Wagenknecht. Veröffentlicht auf dem Facebook-Account des Zentralrats der Ex-Muslime

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=933864106663152&id=486839381365629

Stoppt die Schariapolizei – überall

Dezember 11, 2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

11.12.2015 • Eine Stellungnahme von Mina Ahadi, der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

In diesen Tagen berichtet die Presse: Das Landgericht Wuppertal lehnt die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab, das Tragen von Signalwesten mit der Aufschrift Shariah Police sei nicht strafbar. Wegen eines Verstoßes gegen das Uniformverbot hatte die Staatsanwaltschaft mehrere Islamaktivisten angeklagt.

Im Spätsommer 2014 hatten diese Agitatoren, die für eine Lebensweise öffentlich werben, die strikt dem totalitären islamischen Gesetz folgt, neonfarbene Westen mit der Aufschrift Schariapolizei getragen, als sie nachts durch Wuppertal patrouillierten und versucht hatten, mit gelben Verbotshinweisen eine Scharia-kontrollierte Zone zu errichten. Offenbar hatten sie Passanten angesprochen, um sie vom Besuch von Spielhallen und Discotheken sowie vom Alkoholtrinken abzuhalten. Das islamische Recht erlaubt weder Alkohol noch sonstige Drogen, auch Glücksspiel, Konzerte und freizügige Kleidung sind haram. Bereits nach wenigen Tagen hatte das Land Nordrhein-Westfalen das Tragen solcher Westen untersagt.

Die 2011 und 2013 in London sowie 2014 in Bonn-Bad Godesberg verwendeten englischsprachigen Aufkleber wurden auch in Wuppertal eingesetzt: You are entering a Shariah Controlled Zone. Sie betreten eine schariagesetzlich überwachte Zone. Mit fünf Verbotszeichen erklären die Klebeetiketten unter anderem Glücksspiel, alkoholische Getränke, Drogen und Zigaretten, aufreizende Kleidung sowie Musik und Konzerte in dem islamisch regulierten Stadtviertel für unzulässig. Auch in der französischen Hauptstadt ist Musik haram, das war ein Grund für den Angriff auf den 150 Jahre alten Konzertsaal Bataclan.

Der Versuch der Außerkraftsetzung von Gewaltenteilung und staatlichem Gewaltmonopol ist nicht nur Provokation und schon gar kein alberner Dummejungenstreich. Von den Taliban über Al-Shabaab und Boko Haram bis hin zum sogenannten Islamischen Staat ersetzen die global bestens vernetzten Schariamilizen die Volkssouveränität durch die Herrschaft Allahs, menschengemachte Gesetze durch die Scharia, die Demokratie durch das Kalifat. Ob die anfänglich kleine Gruppe oder die später offiziell gewordene Behörde dann Mutawwa oder Hisba heißt, die Islamische Religionspolizei setzt eine schariakonforme Lebensweise und Staatlichkeit durch, die allen Frauen wie allen Nichtmuslimen keine gleichen Rechte gewährt. Ehebruch, Homosexualität, Islamkritik oder Austritt aus dem Islam wird mit dem Tod bestraft.

Ein Uniformverbot lässt das Landgericht Wuppertal nur bei einem Zeichen organisierter Gewalt zu, außerdem müsse vom Tragen eine suggestiv-militante Wirkung ausgehen. Dass die Durchsetzung der Scharia organisierte Gewalt ist sieht das LG nicht. Die Beschuldigten hätten handelsübliche Warnwesten getragen, von denen keinerlei einschüchternde oder bedrohende Wirkung ausgegangen sei. Was empfinden Menschen, die zu uns in ein vermeintlich freies und sicheres Land geflüchtet sind und die hier in Deutschland einer Gruppe von jungen Männern begegnen, deren Kleidung mit der Aufschrift Schariapolizei beschriftet ist? Aus Syrien, dem Irak oder dem nördlichen Nigeria kennen sie die Hisba-Polizei, die brutale Gewalt dienstlich anwenden darf.

Nach einer islamischen Machtergreifung kennt die zum Gesetz gewordene Scharia keine Diskussion auf Augenhöhe und auch kein freiheitlich arbeitendes Gericht, sondern die Herrschaft der gottesfürchtigen Männer und den Schariagehorsam aller Menschen, insbesondere aller Frauen und Nichtmuslime. Sittenwächter, die ein korrektes islamisches Verhalten fordern, so meint das Wuppertaler Landgericht offensichtlich, dürfen bereits heute durch Deutschlands Innenstädte patrouillieren und niemand habe sich unter Druck gesetzt oder auch nur unbehaglich zu fühlen. Das ist die wirklichkeitsfernste Entscheidung die getroffen werden kann.

Wir als Ex-Muslime, wir als Menschen, die in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft leben und weiter leben möchten, haben gegen den Versuch der Etablierung einer deutschen Hisba-Polizei protestiert und auch Demonstrationen organisiert.

Denn die Schariapolizei:

ist ein Kommando, das in Europas Straßen Freiheit und Lebensqualität einschränkt,

setzt durch Mission und Einschüchterung islamisches Recht durch,

greift, zunächst verbal, hier in Deutschland und Europa Frauen an, die nicht islamisch bekleidet sind, zuerst Frauen aus sogenannten islamischen Ländern oder Frauen, die so aussehen als stammten sie daher, dann alle Frauen,

strebt eine Lebensordnung an, die derjenigen des Islamischen Staats (IS) vergleichbar ist. Wer IS erfolgreich bekämpfen will, muss hierzulande jeden Versuch der Errichtung einer Islamischen Religionspolizei verhindern.

Haben wir vergessen, dass in Antwerpen und Brüssel die radikale Gruppe Shariah4Belgium versuchte, das Wohlverhalten und Gesetz der Scharia ganzen Straßenzügen aufzuzwingen? Es ist kein Zufall, dass die Terroristen ihre Anschläge auf Paris 2015 von der Hauptstadt Belgiens aus vorbereitet hatten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir reden nicht über orange Westen, sondern über Gruppen, die Deutschland in ein Kalifat oder eine andere Schariadiktatur umwandeln wollen. Wer heute als Politiker die Aktivitäten von Hisba-Miliz oder Schariapolizei nicht ernst nimmt, wer sie nur als frechen Streich bewertet oder als alberne Kinderei bagatellisiert, arbeitet ebenso mit am politischen Erfolg des weltweiten radikalen Islam wie am Wahlerfolg von Xenophoben und Rassisten, die morgen von der Angst vor dem Islam profitieren werden.

Der ZdE ist der Meinung, dass die deutsche Politik diese Probleme nicht wie geboten ernst nimmt. Dieses Kleinreden und Wegducken vertieft die Spaltung unserer Gesellschaft.

Wir verurteilen jeden Versuch der Etablierung einer Schariapolizei und appellieren an alle Menschen in Deutschland, gegen diese Organisationen auf die Straße zu gehen und Politiker unter Druck zu setzen, damit auch sie die säkularen Grundsätze bewahren und etwas gegen den Einfluss radikalislamischer Organisationen und das Schariagesetz tun.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

Mitzeichnend

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

Erstveröffentlichung dieser Stellungnahme beim ZdE, dem Zentralrat der Ex-Muslime, am 11.12.2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

http://exmuslime.com/nicht-die-orangen-westen-die-scharia-ist-das-problem/

‚Shariah Police‘: Staatsanwaltschaft kündigt Beschwerde an

(Wuppertaler Rundschau vom 09.12.2015)

Zwar hätten die Angeschuldigten im Rahmen einer Versammlung gleichartige orangefarbene Warnwesten mit dem Schriftzug ,Shariah-Police‘ getragen. Allerdings müsse das in § 3 Abs. 1 VersammlG normierte Verbot verfassungskonform ausgelegt werden und erfasse nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes nur solche Kleidungsstücke, die mit Uniformen oder Uniformteilen gleich seien. Das Verbot gelte der Uniform als Symbol organisierter Gewalt. Verboten seien solche Kleidungsstücke, die erkennbar Bezüge zur uniformen Bekleidung historisch bekannter militanter Gruppierungen aufwiesen. Das Tragen der Kleidung müsse geeignet sein, suggestiv-militante Effekte auszulösen. Dies sei bei den getragenen Warnwesten nicht der Fall gewesen. Von den handelsüblichen Warnwesten in grellem Orange seien keinerlei einschüchternde oder bedrohliche Effekte aus-gegangen. Auch der Schriftzug habe keine Assoziation zu reellen polizeilichen Kleidungsstücken geweckt.

http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/shariah-police-staatsanwaltschaft-kuendigt-beschwerde-an-aid-1.5619286

A member of Islamic State’s vice police force, known as al-Hisba, patrols

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-33329300

The “Hisbah” are the new Sharia police

Enforcing Sharia in Raqqa: The Islamic State (Part 3)

http://www.udoybd.com/watch?v=jOaBNbdUbcA

ISIS Video Showcases Religious Police Activity In Al-Raqqa

http://www.memrijttm.org/isis-video-showcases-religious-police-activity-in-al-raqqa.html

Kano State Hisbah Corps

http://www.premiumtimesng.com/news/146852-kano-hisbah-arrests-15-women-alleged-prostitution-eid-festivities.html

Buschkowsky schlägt Alarm: Islamismus auf dem Vormarsch

(stern, 11.02.2015.)

Heinz Buschkowsky, […] sicher einer der bekanntesten Berliner […] Gut 13 Jahre war der Sozialdemokrat Bürgermeister von Neukölln, wirkte aber weit über seinen Stadtteil mit rund 325.000 Einwohnern hinaus. Sein Buch „Neukölln ist überall“ war ein Bestseller – eine vernichtende Abrechnung mit Multi-Kulti-Illusionen und den Fehlern deutscher Integrationspolitik. […]

Eindringlich warnt der langjährige Bezirksbürgermeister vor dem Vordringen des gut organisierten Islamismus in der Migranten-Community seines Stadtteils. Buschkowsky erzählt, dass morgens vor den Schulen Islamisten Flugblätter an Mädchen verteilen. „Man fordert sie auf, keine Kleidung der Nichtmusliminnen zu tragen, Hosen wie die Männer. Keine Kleidung, bei der man mehr sieht als Gesicht und Hände. Auch in der Begegnung der Menschen spielt plötzlich eine Rolle, warum die Tochter kein Kopftuch trägt, welche Moschee jemand besucht und dass die Tochter vom Turnen, Schwimmen, Biologieunterricht und der Klassenfahrt ferngehalten werden soll.“

http://www.stern.de/politik/deutschland/heinz-buschkowsky-schlaegt-alarm–islamismus-auf-dem-vormarsch-3970480.html

Wo der Sittenwächter Alkohol verbietet

(Von Beat Ammann, NZZ vom 02.08.2012.)

[…] Zwar ist Shariah4Belgium vor allem in Antwerpen aktiv, doch sind etwa in Molenbeek, einem Teil Brüssels, der abseits touristischer Pfade liegt, ebenfalls radikale Kräfte am Werk. Diese wirken darauf hin, dass Läden keinen Alkohol anbieten oder deren Verkaufsgut «halal» zu sein hat, religiösen Vorschriften entsprechend, was etwa bedeutet, dass Fleisch von geschächteten Tieren stammt, die vor dem Schlachten nicht betäubt werden.

Laut einem Fernsehbericht der Deutschen Welle wurden ihre Mitarbeiter in Molenbeek schon 2006 von einer Art selbsternannten muslimischen Sittenpolizei bedroht, als sie auf einem Markt – und damit auf öffentlichem Grund – filmten. Immer wieder kommt es dort zu Zwischenfällen, von denen jeder für sich wenig bedeutsam ist, als Serie jedoch zeigt, dass Extremisten mit langem Atem am Werk sind. In gewissen Quartieren der flämischen Metropole Antwerpen sollen Islamisten ebenfalls als selbsternannte Sittenwächter unterwegs sein, Wirte dazu zwingen, kein Bier zu verkaufen, und Frauen belästigen, deren Schleier nicht noch die letzte Haarsträhne verdeckt. […]

http://www.nzz.ch/wo-der-sittenwaechter-alkohol-verbietet-1.17426796

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

(Bundesverfassungsgericht am 27.01.2015)

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/01/rs20150127_1bvr047110.html

Die zum Tode verurteilte Sahar Mahabadi ist frei

November 6, 2015

ریحانه و سحر

Reyhaneh und Sahar

Sahar ist frei – unser Kampf gegen die Todesstrafe geht weiter

Vor einigen Tagen erreichte uns die gute Nachricht: Sahar Mahabadi ist frei. Die 29-jährige Iranerin wurde aus dem Gefängnis Garchak in der Stadt Varamin entlassen. Sahar war mit Reyhaneh Jabbari im selben Gefängnis, beide haben eine gute Freundschaft geschlossen. Genau wie Reyhaneh sollte auch Sahar hingerichtet werden.

Was genau wurde Sahar vorgeworfen? In einer unglücklichen Ehe hatte die Frau jahrelang Demütigung und Unterdrückung erleiden müssen. Im April 2009 kam es auf offener Straße zu einer brutalen handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten. Jeder von ihnen griff zu einem Messer und Sahar Mahabadi flüchtete die Straße hinunter. Ihr Mann verfolgte sie und wollte sie gerade schlagen, als sie zustach. Der Ehemann starb.

Ein fairer Prozess wurde der Frau nicht gemacht. Vielmehr verhängte das dem frauenfeindlichen islamischen Recht der Scharia folgende Regime im Mai 2010 und nach einer Anhörung von nur 30 Minuten gegen Sahar die barbarische Strafe, den Tod durch Erhängen.

Die prominente Reyhaneh hat viel über Sahar geschrieben und damit international auf deren Lage aufmerksam gemacht. Auch Reyhanehs Mutter, Sholeh Pakravan, hat sehr viel dafür getan, dass Sahar jetzt freigekommen ist.

Für die Menschen im Iran ist diese Freilassung ein bedeutendes Ereignis, das überall gefeiert wird. Reyhaneh Jabbari hingegen konnte, trotz internationaler Proteste, nicht gerettet werden. Vor einem Jahr, im Oktober 2014 wurde Reyhaneh nach sieben Jahren Gefängnis wegen Mordes hingerichtet.

Heute sehen wir ein Foto aus dem Gefängnis, dass die inzwischen hingerichtete Reyhaneh und die jetzt freigekommene Sahar zeigt. Wir danken allen, die Sahar geholfen haben und arbeiten weiter gegen Hinrichtungen im Iran.

Von Mina Ahadi am 1. November 2015

Q u e l l e

Facebook-Beitrag vom 4. November 2015. Von Mina Ahadi auf dem Facebook-Konto von: Zentralrat der Ex-Muslime und sonstiger nichtreligiöser Menschen (ZdE, Kurzform: Zentralrat der Ex-Muslime)

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10207009935758271&set=a.1757770435493.2098975.1575967239&type=3&theater

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), Facebook

https://www.facebook.com/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland-486839381365629/

Internetauftritt des ZdE

http://exmuslime.com/

Weitere Quellen zum Thema

https://www.facebook.com/SaveReyhaneh/photos/pcb.992635027425685/992633547425833/

https://www.facebook.com/SaveReyhaneh/photos/pcb.992635027425685/992633544092500/

Remember Reyhaneh Jabbari

https://www.facebook.com/SaveReyhaneh/

Genital Autonomy? Keine medizinisch nicht unbedingt erforderliche Genitaloperation unter achtzehn Jahren

Mai 12, 2015

ختان

ḫitān

kadın ve erkek sünneti

FGM oder MGM nach Koran und Sunna

Die im englischen Stone (Staffordshire, West Midlands) ansässige Bewegung Genital Autonomy (GA) fördert die internationale Vernetzung von Gruppen, die sich für das Ende von nichttherapeutischen Genitaloperationen an Kindern stark machen, seien diese nun intersexuell, weiblich oder männlich. In Frankfurt am Main findet in diesen Tagen (06.-09.05.2015) der diesjährige GA-Kongress statt: Genital Autonomy 2015. Myths and Multiple Standards.

42 High Street als der Sitz von GA ist identisch mit demjenigen von NORM-UK, einer Organisation, die zu Beschneidungsfolgen aufklärt und 1994 durch Dr. John Warren gegründet wurde. Hatte NORM-UK anfangs vor allem Informationen zur Wiederherstellung der männlichen Vorhaut (engl. foreskin restoration) bereitgestellt, ist heute auch die weibliche Beschneidung sprich weibliche Genitalverstümmelung (Female circumcision, or female genital mutilation; FGM) ein Thema geworden.

Genitale Autonomy 2015. Mythen und unterschiedliche Maßstäbe, der Frankfurter Kongress wird von GA in Zusammenarbeit mit der seit 2013 bestehenden deutschen Gruppe intaktiv organisiert. Unter den zahlreichen Gästen ist Marilyn Fayre Milos, Geschäftsführerin und Mitgründerin von NOCIRC (National Organization of Circumcision Information Resource Centers), die aus den USA anreist.

Zu den geladenen Rednern gehört Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE). Am 08.05.2015 spricht Ahadi zur Frage Circumcision of boys in „Islamic countries“: What can be done against it?, was muss jetzt gegen die Beschneidung von Jungen in den sogenannten islamischen Ländern getan werden? Die Rede gilt als der unumstrittene Höhepunkt der Konferenz und wird, gemeinsam mit Ahadis Lebensleistung, von den Teilnehmern mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

Von Mina Ahadi

In meiner Erinnerung ist ein Bild, es ist mehr als 50 Jahre her. Ein kleiner Mann kommt zu uns, schmutzig und selbstbewusst. In der Hand eine Tüte mit einer Rasierklinge. Einige Erwachsene laufen hin und her, die Stimmung ist sehr feierlich. Von dem Zimmer, in dem mein Bruder jetzt ist, werden wir anderen Kinder ferngehalten, plötzlich schreit er auf und dann ist wieder Stille. Er wurde beschnitten. Eine Woche muss er mit einem Tuch herumlaufen statt mit einer Hose, er bekommt viele Geschenke.

So war unser Leben in dem kleinen Dorf irgendwo in Norden des Iran und bis heute spielt sich diese Zeremonie in jeder Familie mit Jungen so ähnlich ab. Für die meisten Menschen dort war und ist die Kinderbeschneidung hundertprozentig selbstverständlich, so wie die Existenz von Allah, eine Gewissheit und Normalität, die nicht hinterfragt werden darf. Die Zirkumzision ist Sunna und dient dem Seelenheil, ein unbeschnittener Penis ist unrein, ist nicht halal.

Nicht nur im Iran, sondern in jedem Land, in dem der Islam an der Macht ist oder den Alltag der Familien bestimmt, werden 95 Prozent der Jungen beschnitten. Das war auch im Iran vor fünfzig Jahren so und daran wird sich weltweit nichts ändern, wenn wir weiter schweigen und nichts tun.

Fast überall auf der Welt gilt die Jungenbeschneidung nicht als Kinderrechtsverletzung, vielmehr ist sie eine religiös motivierte Tradition, das übliche Ritual der Initiation ins Erwachsensein. Die Amputation der Vorhaut gilt als Beitrag zum Kindeswohl, den man sozial oder medizinisch begründet.

Bis vor wenigen Jahrzehnten hat Europa zu dem Teil der Welt gehört, der keine Beschneidungsriten gekannt hatte, von der jüdischen Minderheit unseres Kontinents oder von den islamisch beeinflussten Gebieten wie Bosnien abgesehen; außerdem gab es vor hundert Jahren eine nur kurzlebige Mode der Jungenbeschneidung in England.

Jetzt allerdings droht dieser gesundheitsschädliche alte Brauch auch hier in Europa auf Dauer installiert zu werden, was unsere intensive Aufklärungsarbeit erfordert. Jede medizinisch nicht zwingend notwendige Operation (auch Schönheitsoperation) an Kindern unter achtzehn Jahren, an Jungen wie an Mädchen, muss abgeschafft werden.

Erst seit zwei oder drei Generationen, seit der Einwanderungswelle aus den vom islamischen Recht, von der Scharia geprägten Ländern, gibt es beschneidende Familien in buchstäblich jeder deutschen Stadt oder Straße. Ich rede von der mit Koran und Sunna begründeten Beschneidung mindestens aller Jungen, einige islamische Rechtsschulen empfehlen allerdings die Beschneidung muslimischer Mädchen, in der schafiitischen Rechtsschule ist die FGM sogar eine religiöse Pflicht.[1]

2004 entdeckte man die Praxis der islamisch begründeten weiblichen Genitalverstümmelung in einigen Teilen des nördlichen Irak.[2] Kürzlich wurde eine Studie zur Mädchenbeschneidung im Iran erstellt, auch dort entdeckte man in mehreren Teilen des Landes Formen der FGM.[3]

Zurück zu den Jungen. Welche hohe lebenslange Schädigung durch jede Jungenbeschneidung grundsätzlich entsteht wird von unseren Politikern ignoriert, obwohl Forscher wie Morris L. Sorrells zur sensitiven Zerstörung[4] und Morten Frisch zu den negativen Folgen für Ehe und Partnerschaft sehr gründlich aufgeklärt haben.[5]

Auch auf der Seite PflegeWiki kann sich jeder zu den körperlichen [6] und den psychischen [7] Nachteilen der Jungenbeschneidung informieren. Ich bin mir sicher, dass fast alle Eltern, welche die Berichte der Forscher Sorrells und Frisch oder bei PflegeWiki gelesen haben, zur Beschneidung ihres Sohnes Nein sagen werden. Dass die Beschneidung – genauer gesagt: dass die Genitalverstümmelung – allen Mädchen genau so sehr schadet, wissen wir ebenfalls.[8]

Die übliche Jungenbeschneidung zerstört 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini, Vater-Pacini, Merkel und Meissner.[9] Das entspricht nicht dem Wegschneiden der Klitorisvorhaut, das wäre eine FGM vom Typ eins a, sondern durchaus der wesentlich schwereren Verstümmelung Typ eins b, also der Amputation der Klitoris (!) oder einer Labienamputation, das heißt einer FGM Typ zwei.[10]

Neben dieser sofortigen und irreversiblen körperlichen Schädigung drohen den Kindern, Jungen oder Mädchen, auch bei medikalisierter Durchführung (Krankenhausbeschneidung) die sogenannten Komplikationen wie Infektion, Tetanus, Blutvergiftung, Gewebsnekrose oder Tod.

Das Wort Beschneidung ist also eine unzulässige Verharmlosung, es geht um eine Verstümmelung und Kinderrechtsverletzung, einerlei ob sie an Jungen oder Mädchen vorgenommen wird.

Ähnlich verantwortungslos wie die Politiker verhalten sich leider auch viele Kinderärzte und Urologen, sowohl in den sogenannten islamischen Ländern als auch hier in Europa.

Vor einer Woche las ich in einer iranischen Zeitschrift Folgendes:

Ich bin eine junge Mutter und mein Sohn ist ein Jahr alt. Ich habe entschieden, dass dieses Kind nicht beschnitten wird, da ich das Ritual für unmenschlich halte. Meiner Meinung nach ist die Jungenbeschneidung genau so schlimm wie die Mädchenbeschneidung. Meine Frage lautet: Wie ist die medizinische und rationale Begründung für diesen Eingriff?

Ihr antwortete Dr. Soheila Khazali, eine Oberärztin mit der Fachausbildung Urologie für Kinder:

Jungenbeschneidung ist ein notwendiger Eingriff am Kind. Sie ist gut für Ihr Kind, denn sie gewährleistet Sauberkeit, wirkt prophylaktisch gegen AIDS und bringt Schönheit mit sich. Der Geschlechtstrieb und die spätere Sexualität Ihres Kindes werden ein harmonisches Gleichgewicht finden. Zudem kann Ihr Kind besser Wasser lassen.

Ein Arzt an der Beheschti-Universität argumentierte so:

In den USA wurden 80 Prozent Männer beschnitten, im Iran aber sind es 95 Prozent und das ist gesund und gut, denn die Zirkumzision verhindert Entzündungen und Krebs im Genitalbereich. Sie wirkt sogar gegen AIDS. Allen Eltern raten wir dringend, diesen Eingriff Anfang des 6. Monats machen zu lassen und nicht vorher oder nachher.

Und so weiter, und so weiter. Genau das ist das Problem in den so genannten islamischen Ländern, die pseudomedizinischen Mythen werden weitergetragen, also durchaus ähnlich wie in den USA.

In den von der Scharia geprägten Ländern argumentiert man also nach dem Schema:

„Die Beschneidung ist gut und hilft jetzt den Kindern gegen Infektionen und den späteren Erwachsenen gegen Krebs sowie gegen AIDS und andere Geschlechtskrankheiten. Sie hat keine medizinischen oder gesundheitlichen Nachteile und für Gott oder Allah ist sie auch gut.“

Über die ungezählten Opfer dieses Angriffs auf den Kinderkörper wird eisern geschwiegen. Nur selten bringt die Presse eine kleine Nachricht, dass ein Baby nach der Operation starb, doch in den Parlamenten oder Universitäten wird so etwas nie wirklich wissenschaftlich, das heißt faktenbasiert diskutiert – und schon gar nicht nachvollziehbar dokumentiert.

Für die Mehrheit der Bevölkerung muss die Routine der Beschneidung einfach weitergehen. Auch wenn einige Kinder am Eingriff sterben, erklären die Verantwortlichen: „Ja, diese Komplikationen sind zu vermeiden, die Mediziner müssen künftig noch hygienischer arbeiten, außerdem brauchen wir mehr Geld für die Erforschung dieser schlimmen Nebenwirkungen.“

Niemand wagt zu fordern: Sofort Schluss mit jeder Beschneidung.

Zwischen Marokko und Malaysia gibt es einen sehr hohen Konformitätsdruck zur Zirkumzision. Selbst Eltern, die jung, ausgebildet und kritisch sind, vertrauen den Ärzten und geben dem allgemeinen Gruppenzwang nach. Es gibt durchaus eine kleine Bewegung weg vom Aberglauben und hin zur Vernunft, doch die Anzahl derjenigen Eltern, die ihr Kind intakt lässt, muss wachsen.

Wie lässt sich das Recht aller Kinder unter achtzehn Jahren auf genitale Intaktheit durchsetzen, weltweit, also auch in den sogenannten islamischen Ländern?

● Es muss eingesehen und anerkannt werden, dass Kinder unter achtzehn Jahren völlig altersgemäß nicht einwilligungsfähig sind. Die lebenslangen Folgen einer Genitalverstümmelung für sich und die künftigen Partnerschaften können sie nicht abschätzen.

Die Kinderrechtskonvention der UN stellt fest: „Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“ Die Beschneidung – ob FGM oder MGM – ist so ein schädlicher Brauch. Auch das deutsche Grundgesetz schützt die körperliche Unversehrtheit – und Kinder sind ohne Einschränkungen von Geburt an Grundrechtsträger.

● Wir müssen das Schweigen brechen. In Deutschland haben einige Männer Kontakt zum ZdE aufgenommen und ihre Erfahrungen geschildert. Manche haben vor Wut geweint. Andere haben Depressionen oder schlimme Alpträume, können den Tätern d. h. auch ihren Eltern nicht verzeihen und finden diesen Tabubruch sehr wichtig.

● Weltweit gibt es nur EINE Wissenschaft, eine Aufspaltung in westliche Wissenschaft und islamische Wissenschaft ist zu verhindern. Forschung und Lehre müssen weltweit auf dem neuesten Stand der Erkenntnis vereinheitlicht werden. Das muss ohne Rücksicht auf ökonomische Interessen geschehen und auch die Scharia ist hier ein Hindernis.

● Ärzte müssen zur Verantwortung gezogen und juristisch belangt werden sowie Schadensersatz leisten, wenn sie den Eltern nicht die Wahrheit sagen, den erheblichen Nachteil jeder Form von Beschneidung (englisch circumcision) das heißt von Verstümmelung (mutilation) an den Geschlechtsorganen von Jungen oder Mädchen bagatellisieren und das Kind ohne medizinischen Grund operieren.

● Jeder medizinisch nicht zwingend erforderliche Eingriff an den Geschlechtsorganen von Mädchen oder Jungen unter 18 Jahren ist als Verstümmelung (mutilation) zu bewerten und mit einem Gesetz zu verbieten, zuwiderhandelnde Eltern sind zu bestrafen.

● Die von der WHO aufgestellte Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung muss erhalten bleiben,[11] alle Formen der FGM sind weltweit auch in ihrer medikalisierten Form (Krankenhausbeschneidung) zu verbieten.

Seit dem 70. Deutschen Juristentag Hannover 2014 droht auch in Europa eine Straffreistellung der sogenannten milden Sunna (FGM Typ Ia, Ib, Typ IV). In ihrem Rechtsgutachten empfahl Professorin Dr. Tatjana Hörnle (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung) den deutschen Juristen und dem Gesetzgeber, die weibliche Genitalverstümmelung Typ eins und Typ vier straffrei zu stellen und den § 226a StGB geschlechtsneutral zu formulieren.[12]

Karl-Peter Ringel und Kathrin Meyer wollen ebenfalls die islamische FGM legalisieren, gehen aber einen anderen Weg. Sie fordern, den § 1631d BGB so umzuformulieren, dass er künftig für Jungen wie für Mädchen Gültigkeit hat.[13]

Die milde Sunna ist jedoch ein medizinisch nicht erforderlicher und deshalb zu verbietender Eingriff.

Mina Ahadi

Q u e l l e n

[1] Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male, but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called [ khifadh, arab. ḫifāḍ, ḫafḍ ] ). [ Quelle: Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper, bekannter unter dem kürzeren Titel Reliance of the Traveller) ]

The Arabic word baẓr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself (cf. the entry in the Arabic-English Dictionary). The deceptive translation by Nuh Hah Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‘Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

Quelle: Answering Islam

http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

Whereas the Hanafis do not regard female circumcision as a “Sunnah” – a religious virtue – the practice [FGM] is recommended on religious grounds by the Maliki and Hanbali law schools and is considered obligatory in the Shafi’i school.

Quelle: STOP FGM – ALSO IN THE MIDDLE EAST, by: Oliver M. Piecha, Wadi e. V. with the support of Hivos

https://hivos.org/sites/default/files/stop_fgm_-_also_in_the_middle_east_0.pdf

[2] FGM is widespread in Iraqi Kurdistan

In 2004, members of female-led mobile teams run by the relief organization WADI reported the existence of FGM in several villages of the Garmyan area, south of Suleymaniah. A subsequent study revealed that about 60% were affected. … The findings for Garmyan governorate are particularly problematic in several respects: here we find the highest FGM rates, the lowest levels of awareness and education, the highest illiteracy rates, and the most severe form of mutilation: not only the clitoris but also the labia are being cut.

Quelle: Stop FGM in Kurdistan

http://www.stopfgmkurdistan.org/html/english/fgm_e.htm#mape

[3] Iran

Local studies show that FGM is practiced in the provinces of Kurdistan, Western Azarbaijan, Kermanshah, Illam, Lorestan and Hormozghan. … In most cases type I is performed but there is also a relevant number of type II mutilations. … A medical survey was presented which found an FGM prevalence of 55% in a group of 348 interviewed women in Kermanshah province.

From the existing studies it can be assumed that FGM is only or at least mostly practiced by Sunni minorities in Iran. Most regions are bordering Iraq, but prevalence is also high in some places in the very South, among them the city of Hormozgan and the ports of Bandar Kang and Jask. …

During the last years, a vivid debate developed in the Kurdish region after several TV specials on FGM had been aired by Iraqi-Kurdish television stations which are popular among Iranian Kurds.

Quelle: Stop FGM Middle East

http://www.stopfgmmideast.org/countries/iran/

[4] Fine-touch pressure thresholds in the adult penis

Sorrells et al.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x/abstract

[5] Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark

Morten Frisch, Morten Lindholm, Morten Grønbæk

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

[6] Körperliche Nachteile

Sorgfältige klinische Forschungen haben belegt, dass durch die Zirkumzision mehr als 1 Meter an Venen, Arterien und Kapillaren, mehr als 70 m an Nerven, und mehr als 20000 Nervenenden irreversibel entfernt werden. …

Desensibilisierung, Verlust an sexueller Empfindsamkeit

Die Zirkumzision desensibilisiert den Penis. Die Amputation der Vorhaut bedeutet, dass das reichhaltige Netzwerk an Nerven und alle Nervenemdigungen in der Vorhaut abgeschnitten und für immer verloren gehen.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#K.C3.B6rperliche_Nachteile

[7] Psychische und Neurologische Schäden durch die Beschneidung

Die Beschneidung birgt ebenfalls ein Risiko für bewusste oder unbewusste Operationstraumata. So erklärt Menage, dass Behandlungen im Genitalbereich bei Kindern beiderlei Geschlechts zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS bzw. PTSD, im ICD-10 als F43.1 codiert) führen können. Entscheidende Faktoren für die Ausprägung einer PTBS sind nach Menage: (i) Gefühle der Machtlosigkeit und des Kontrollverlusts, (ii) fehlende Zustimmung, (iii) fehlende Information darüber, was während der Untersuchung geschehen soll, (iv) fehlendes Einfühlungsvermögen des untersuchenden Arztes und (v) die Erfahrung von physischem Schmerz. Die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen Beschneidung und dem Auftreten einer PTBS besteht, wird von Boyle et al. (2002) in ihrer Studie bestätigt.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#Psychische_und_Neurologische_Sch.C3.A4den_durch_die_Beschneidung

[8] WHO | Health complications of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/health_consequences_fgm/en/

[9] Innervation. Die dorsale Seite und die lateralen Seiten der Vorhaut werden durch den Nervus dorsalis penis (Penisrückennerv) innerviert. Die ventrale Seite der Vorhaut und des Frenulum werden durch den Nervus perineales (Dammnerv) innerviert. Nervus dorsalis penis und die Nervi perinales sind Äste des Nervus pudendus (Schamnervs), der aus dem zweiten, dritten und vierten Kreuzgeflecht entspringt.

Nervenendigungen. Zahlreiche Arten von spezialisierten Nervenendigungen wurden in der Vorhaut gefunden. Unter ihnen sind: Vater-Pacicni-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Druckreizen), Ruffini-Körperchen (Mechanorezeptoren), Krause-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Vibrationen), freie Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren), und – was für das erogene Empfindungsvermögen vielleicht am wichtigsten ist – Meissner-Körperchen, die empfindlich auf leichte Berührungen reagieren.

Zitierweise des englischen Originalartikels:

Scott S. The anatomy and physiology of the human prepuce. In: Denniston GC, Hodges FM, Milos MF, editors.; Male and Female Circumcision. New York: Kluwer/Plenum, 1999; pp. 9-18.

http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen/anatomie-und-funktion-der-vorhaut/allgemein/scott.html

Innervation

Die Vorhaut ist reich an spezialisierten Nervenendigungen und spezialisiertem erogenem Gewebe. Diese spezialisierten Nervenendigungen umfassen (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen und Merkel-Zellen), die bereits leichteste Berührungs- und Temperaturreize detektieren können.

Im Gegensatz zur Vorhaut besitzt die Glans penis fast ausschließlich nicht-spezialisierte, freie Nervenendigungen (sogenannte Nozizeptoren), die nur grobe Reize wie etwa starken Druck oder hohe Temperatureize detektieren können, die vom Gehirn als Schmerzen wahrgenommenen werden.

Cold und Taylor, welche die Innervation des Präputiums des Penis ausführlich untersuchten, erklärten:

„Die Glans penis ist vorwiegend durch freie Nervenendigungen innerviert und besitzt hauptsächlich nur protopathische Sensibilität. Protopathische Sensibiltät bezieht sich auf gröbere, schlecht lokalisierte Empfindungen (einschließlich Schmerz, einige Temperaturempfindungen und bestimmte Wahrnehmungen von mechanischem Kontakt). In der Glans penis sind nur wenig [spezialisierte Nervenendigungen] vorhanden, und diese finden sich hauptsächlich entlang der Eichelkranzes und des Frenulums. Im Gegensatz dazu hat das gefurchte Band der männlichen Vorhaut an der mukokutanen Grenze eine hohe Konzentration an [spezialisierten Nervenendigungen].“

http://flexikon.doccheck.com/de/Pr%C3%A4putium

Neurologically, the most specialized pressure-sensitive cells in the human body are Meissner’s corpuscles for localized light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and tactile form and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, deep skin tension, stretch, flutter and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and detection of rapid external vibrations. They are found only in the tongue, lips, palms, fingertips, nipples, and the clitoris and the crests of the ridged band at the tip of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second and can sense texture, stretch, and vibration/movement at the micrometre level. These are the cells that allow blind people to „see“ Braille with their fingertips. Cut them off and, male or female, it’s like trying to read Braille with your elbow.

Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. Lightening speed feedback by somatosensory transduction from such tactile sensitivity gives humans intense pleasure, environmental awareness, and control. Cut off these super-sensitive cells and with lack of awareness comes lack of control. To say that amputation of the clitoris or amputation of the mobile roller-bearing-like portion of the natural penis, and consequently thousands of these specialized nerve cell interfaces, does not permanently sub-normalize a woman’s or a man’s natural capabilities and partially devitalize their innate capacity for gliding action tactile pleasure is grossly illogical denial of the bio-mechanical and the somatosensory facts of human genital anatomy.

aus: Gary Harryman: Basic Human Genital Anatomy

https://ms-my.facebook.com/shareyoursexknowledge/posts/652188514794501

[10] Es ist jedoch eine medizinische Fehlinformation, die in fast allen Fraktionen vorhanden ist, dass die Vorhaut des Penis anders gebaut sei als beispielsweise die Labien (kleinen Schamlippen) einer Frau. … Sowohl Vorhaut als auch Labien haben eine sehr hohe Dichte verschiedener Tast-Körperchen. Das sind spezialisierte Sinneszellen. … Ein Gewebe, das voll mit diesen Tast-Körperchen ist, ist hochempfindlich und erogen. Egal ob es Labie oder Vorhaut heißt. Die Empfindlichkeit beider übertrifft die von Lippen oder Fingerkuppen um ein Vielfaches und [beide] bilden damit mit die wichtigsten erogenen Zonen von Mann und Frau.

aus: Tanja Hindemith: Ein Offener Brief einer SPD-Genossin an Christine Lambrecht zur gestrigen Rede im BT

https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/07/20/beschneidungsdebatte-fehlinformationen-ohne-ende/

[11] Classification of female genital mutilation

http://www.who.int/reproductivehealth/topics/fgm/overview/en/

99. Deutscher Ärztetag 1996 in Köln, Entschließung zur rituellen Verstümmelung weiblicher Genitalien:

„Der 99. Deutsche Ärztetag verurteilt die Beteiligung von Ärzten an der Durchführung jeglicher Form von Beschneidung weiblicher Genitalien und weist darauf hin, dass entsprechend der Generalpflichtenklausel der Berufsordnung für die deutschen Ärzte derartige Praktiken berufsrechtlich zu ahnden sind. …“

http://www.bundesaerztekammer.de/richtlinien/empfehlungenstellungnahmen/genitalverstuemmelung/

[12] Genitalverstümmelung:

a) Bei der Auslegung von § 226a StGB ist zu beachten, dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter „verstümmeln“ zu fassen sind. Dies ist nicht der Fall, wenn der Eingriff mit der Beschneidung von Jungen vergleichbar ist (etwa wenn nur Vorhaut der Klitoris betroffen ist, ohne Amputationen und weitere Verletzungen). b) Zu empfehlen sind folgende Änderungen: Erstens sollte der Strafrahmen des § 226a StGB dem in § 226 StGB angeglichen werden. Zweitens ist der Tatbestand geschlechtsneutral zu fassen, indem die Worte „einer weiblichen Person“ durch „eines Menschen“ ersetzt werden. Drittens sollte § 5 StGB erweitert werden, wenn sich eine Genitalverstümmelung gegen eine Person richtet, die zur Zeit der Tat ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat.

aus: Tatjana Hörnle: Strafrecht Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft (70. Deutscher Juristentag Hannover 2014)

http://www.djt.de/fileadmin/downloads/70/djt_70_Thesen_Strafrecht_140804.pdf

[13] „Hier ist eine Änderung des § 1631d Abs. 1 BGB erforderlich, der auch die Beschneidung der weiblichen Vorhaut aufnimmt, indem geschlechtsneutral von einer medizinisch nicht erforderlichen Vorhautbeschneidung des einwilligungsunfähigen Kindes gesprochen wird.“

aus: Karl-Peter Ringel, Kathrin Meyer: § 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

Iran: Erneute Hinrichtungswelle nach Lausanner Atomabkommen

April 16, 2015

To: Mr. Ban Ki Moon, UN Secretary-General and Mr. Martin Schulz, President of European Parliament

From: Ms Mina Ahadi; International Committee Against Execution

Your Excellencies Mr. Ban Ki Moon and Mr. Schulz:

A few days after Iran’s nuclear agreement in Lausanne; a new and broader wave of executions began in Iran.

On April 11, 2015, in the Central Prison of Karaj, the Iranian authorities had planned to transfer 40 prisoners to solitary confinement to await execution at dawn the next morning. As a direct result, there was an uprising inside prison to protest these executions. The following day on April 12th, the families of the condemned prisoners gathered in a demonstration in front of the city of Karaj’s courthouse; which was filmed http://icae-iran.com/1394/01/6859/ . On April 13th, eight prisoners were executed at this prison.

On April 13, 2015, prisoners from another prison in Karaj, Raja-Shahr prison, contacted ICAE to inform us that 11 prisoners were taken to solitary confinement to be executed the next morning. A report the next day indicated that those prisoners along with some others, estimated to be 19 in total were executed on April 14, 2015.

In Zabol prison [in Eastern Iran province of Baluchistan] one person was hanged and 3 are awaiting imminent execution. On April 10, 2015, two prisoners were tied to pillars without food and water while awaiting execution.

In the past the regime has been known to increase the number of executions in the aftermath of surrendering to a perceived enemy. For example, after the cease fire of the Iran-Iraq war in 1988; which the then Supreme Leader and the Leader of the revolution Ayatollah Khomeini saw as surrendering to then enemy Iraq; Khomeini ordered the mass cleansing of political prisoners, most of which did not have death sentences and were in fact near the end of serving their sentence, (For a more in depth report of the 1988 massacres please see attached 145 page report by Mr. Geoffrey Robertson). This method is being continued by the present leader Ali Khamenei after what the regime and the Iranian public may see as surrendering to Western influences with regards to the nuclear talks. As such, the regime avoids appearing weak internally by increasing executions, arrests and the like in order to keep an unsatisfied population in constant fear to avoid a revolt. Those who have studied this regime believe that this is the way the regime chooses to show strength and power inside Iran.

During the P5+1 nuclear talks there was absolute silence with regards to the high rate of executions and human rights violations in Iran. Because of this silence, this matter has taken a turn for the worse.

The International Committee Against Execution requests your immediate response to this urgent matter. We ask that you strongly object to these executions. Terrorism is not only achieved by bombs but also by terrorizing citizens for generations through executions. Is the hanging of 700 persons since the beginning of the “moderate” Mr. Rohani’s presidency, which translates to 2 hangings per day, not a form of terrorism?

We would like to request that the Islamic Republic of Iran be held accountable by the International community and furthermore we ask for political sanctions to be placed on this regime for the high rate of executions. Your silence in this matter is not acceptable to those sentenced to death, their families and human rights organizations around the globe.

Please help us stop executions in Iran. History, as always, shall remain witness.

Mina Ahadi
15.04.2015

Web: http://www.icae-iran.org
Tel: 0049 (0) 1775692413

Translated from Farsi for ICAE by: Shadi Paveh

Islamischer Faschismus? Zu der These von Hamed Abdel-Samad

Februar 20, 2015

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“

Der Totalitarismus auch der heutigen, in ihren besonders fundamentalistischen oder gewalttätigen Ausformungen durch unsere Politiker und Journalisten hastig „Islamismus“ genannten Religion von Koran und Sunna reicht sehr weit zurück, sie: „ist bereits im Ur-Islam angelegt. Die Grundzüge des Faschismus scheinen überall durch; in der Organisationsstruktur ebenso wie in der Religion, die stets über dem Menschen steht“ (Verlag Droemer Knaur zum Der islamische Faschismus des deutsch-ägyptischen Soziologen und Autoren Hamed Abdel-Samad (2014)). Rede der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) Mina Ahadi am 20.02.2015 in Frankfurt.

Am 27. Oktober 2012 war ich drei Tage lang in Den Haag. Dort in den Niederlanden fand ein Tribunal gegen die Brutalität der islamischen Regierung des Iran statt.

Das Iran Tribunal war eine internationale symbolische Gerichtsverhandlung, die von einigen Überlebenden der iranischen Gefängnisse und auch von Angehörigen der Hingerichteten aufgestellt wurde. Im Den Haager Friedenspalast (dem Gebäude des Internationalen Gerichtshofs und der Haager Akademie für Völkerrecht) arbeiteten wir für drei Tage als richtiges Gericht mit namhaften Richtern und Anwälten und haben dort gegen das Islamische Regime Anklage erhoben.

Insbesondere ging es um die Massenhinrichtungen in den Achtziger Jahren, bei denen viele Tausend Menschen umgebracht wurden. Ich war dort gemeinsam mit Frau Maleke Mostafa Soltani, deren Bruder 1979 in meiner Wohnung mit meinem Mann und noch fünf weiteren Personen festgenommen worden war. Alle fünf wurden Anfang 1980 hingerichtet. Maleke hat in Den Haag nicht nur über einen Bruder, sondern über sechs Brüder gesprochen, die das Islamische Regime ebenfalls alle hingerichtet hat. Sie war eine der Anklägerinnen und hat auch über meinen Mann gesprochen.

https://www.youtube.com/watch?v=fQUDDbWnlnE

http://www.irantribunal.com/index.php

http://en.wikipedia.org/wiki/Iran_Tribunal

Seit 36 Jahren kritisiere ich das islamische Regime und kämpfe gegen Steinigungen und sonstige Hinrichtungen. Sie ahnen sicherlich, dass ich mich Tag für Tag mit diesen Tragödien beschäftige, aber was ich dort an diesen drei Tagen gehört habe, war auch für mich zu viel.

Ich habe dort noch mehr über die islamische Diktatur gelernt. Wir alle im Gebäude, mehr als 150 Personen, haben geweint und mussten gelegentlich aus dem Saal laufen, um irgendwo in einem Winkel laut herauszuschreien, was im Iran mit den Gefangenen geschehen war. Die dargestellten Tatsachen waren pure Brutalität.

Dr. Shokoufeh Sakhi, die acht Jahre Gefängnis überlebte, davon achteinhalb Monate in Einzelhaft, berichtete über den dreimonatigen Aufenthalt in Einzelzellen, die wie Särge waren, so eng und so dunkel. Damit sollte erreicht werden, dass die inhaftierten Frauen und Mädchen sich besinnen und nicht länger ungläubig sind, sondern den Islam annehmen. Sie hat von Frauen gesprochen, die mental zerbrochen sind und jetzt in der Psychiatrie leben müssen.

http://www.gresham.ac.uk/professors-and-speakers/shokoufeh-sakhi

Den Faschismus können wir als antidemokratische, menschenrechtswidrige und patriarchalische Bewegung verstehen, die, sofern nicht abgestoppt, einen totalitären Staat errichtet, der auf dem Führerprinzip basiert. Die Phase der Eroberung der Macht ist dabei ein Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens: jeder Pluralismus in Verwaltung und Gesellschaft und jeder Individualismus wird ausgelöscht, er wird „gleichgeschaltet“, so nannten es die Nazis. Alle Lebensbereiche werden zentral kontrolliert, es gibt kein Privatleben und auch keine Meinungs- und Informationsfreiheit, denn die Presse wird zensiert. Es gibt erlaubte und verbotene Kunst, Bücherverbrennungen, Arbeitsverbote für dissidente Schriftsteller. Die Untertanen müssen sich einordnen und gehorchen, wer sich beispielsweise Anordnungen widersetzt oder gar die Führung kritisiert, wird terrorisiert, verhaftet und verhört, eingesperrt oder gleich umgebracht. Manche werden gefoltert, denn der Staat will weitere politische Gegner und deren Pläne in Erfahrung bringen. Oft sind die durch die Aussage des Folteropfers Belasteten unschuldig.

Auch Hitlers Nationalsozialismus mit seiner hierarchischen Machtstruktur, seiner offen rechtsextremistischen, rassistischen, speziell antisemitischen Ideologie war ein Teil der damals in mehreren Staaten Europas herrschenden faschistischen Weltanschauung.

Im deutschen Faschismus prägte einerseits die Begeisterung der Masse für den Führer und seine Ideologie den Alltag, andererseits musste jeder Systemgegner oder auch nur Nonkonformist in permanenter Unsicherheit leben und Bespitzelung, Verrat und Verhaftung fürchten.

Wenn Sie mich als Frau aus einem sogenanten islamischen Land fragen, ob Islam und Faschismus Ähnlichkeit haben? Ich sage: der Islamismus des 20. und 21. Jahrhunderts ist eine de facto faschistische Bewegung, die mit Brutalität und Hass gegen Menschen versucht, sich durchzusetzen. Ich kann hundert Beispiele nennen, die ich selbst erlebt oder mitbekommen habe, auch meine Erlebnisse in Den Haag sind dafür ein Beweis.

Wir reden beim Islam über eine politisch-religiöse Bewegung, die ein sehr ähnliches Ziel hat wie der Faschismus, die sich derselben brutalen Mittel bedient und deren Machtanspruch und Unterdrückungsinstrumente sich in vielen Staaten der Erde zeigen: im Iran und in Afghanistan, im Sudan und in Nigeria, neuerdings im Irak und in Syrien sowie an vielen anderen Orten auf der Welt. Selbst Nordamerika und Europa sind nicht verschont worden, die blutige Spur der letzten 14 Jahre reicht von Nine Eleven bis Charlie Hebdo und ganz aktuell Kopenhagen.

Wir reden über den auf der Scharia basierenden radikalen Islam und wir alle haben die dunkle Seite, die mörderische Seite dieser Bewegung gesehen, die faschistische Seite: Geschlechterapartheid, Mord, Terror, Hinrichtung, Erniedrigung und so weiter. Ebenso wie der Faschismus ist nach seiner Machtergreifung auch der Islam totalitär.

Eine Trennung von Staat und Weltanschauung bzw. Staat und Recht gibt es weder im Faschismus noch im Islam.

Kommen wir zu Hamed Abdel-Samads Buch und seinen Thesen. Meine Auffassung ist diese:

Der Islam als eine Religion ist, nicht anders als andere Staat und Gesellschaft beherrschende Religionen, reaktionär sowie frauen- und menschenfeindlich und tatsächlich faschistisch.

Das Christentum hat im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, genau wie es die Islamradikalen heute tun, sehr viel Elend und Brutalität verbreitet. Zur Inquisition, zur Christianisierung der Ureinwohner Südamerikas und zu Westeuropas Hexenverfolgung lassen sich Entsprechungen sowohl im Faschismus als auch im Islam finden.

Wie wir einerseits am heutigen iranischen Regime, einer theokratischen Diktatur, und andererseits an den afghanischen Taliban, der somalischen al-Shabaab und Nigerias Boko Haram sehen können sowie an der islamischen Diktatur von Saudi-Arabien und der Terrormiliz Islamischer Staat, sind der schiitische und der sunnitische Islam letztlich gleich brutal.

Mit viel Mühe ist es den Denkern der Aufklärung und ihren Anhängern gelungen, die einem Raubtier gleichende Kirchenherrschaft zu bändigen und das Christentum sozusagen in einen Käfig zu sperren, doch mit dem Islam hat die Menschheit das noch nicht geschafft. Die islamische Religion und politische Bewegung vergießt Blut, quält die Menschen und verletzt die allgemeinen Menschenrechte.

Ich denke, dass es als politisches Statement nur konsequent ist, den Islam mit dem Faschmus zu vergleichen. Das kann dazu beitragen, dass die Menschen die inhumane Seite von Religionen und eben auch vom Islam nicht länger ausblenden. Ich muss betonen: Heutzutage wird Faschismus richtigerweise von Milionen von Menschen als sehr negativ bewertet, aber in Bezug auf die Religion ist das noch nicht so. Allzu bereitwillig rollt man den Vertretern des Islam den roten Teppich aus.

Es gibt die Deutsche Islamkonferenz, islamischen Religionsunterricht, Staatsverträge sogar mit den Vertretern des iranischen Mullahsystems, zu jeder erdenklichen politischen Frage reicht man Herrn Mazyek oder Herrn Kızılkaya das Mikrophon. Überall haben die Vertreter der Religionsgemeinschaften Mitspracherecht: im Deutschen Ethikrat, in den Rundfunkräten, in manchen Ausschüssen der Parlamente und im Schulwesen.

Die Diktatur des islamischen Wohlverhaltens ist in unsere Städte eingesickert. Inzwischen gibt es in Europa offizielle und inoffizielle Schariagerichte, immer mehr Mädchen und Frauen tragen den Hidschab. In den muslimisch dominierten Schulklassen ist unter den Schülerinnen nicht das Problem, ob man sich verschleiert, sondern wie tief man sich verschleiert. Die Erlaubnis zur Jungenbeschneidung wurde 2012 durch das Parlament gepeitscht und inzwischen gibt es mit Tatjana Hörnle und Karl-Peter Ringel sogar eine Bewegung zur deutschen Legalisierung der Mädchenbeschneidung. Imame, Religionslehrer und große Brüder sorgen dafür, dass sich die Mädchen von den Ungläubigen und ihren Verhaltensweisen fernhalten. Auch der islamische Antisemitismus ist uns in den Attentaten von Paris und Kopenhagen vorgeführt worden.

Deutsche Islamfunktionäre versuchen, uns Islamkritiker mit dem § 166 des Strafgesetzbuches zum Schweigen zu bringen, dieser sogenannte Gotteslästerungsparagraph muss endlich weg!

Wenn das Parlament 2012 auf Druck religiöser Verbände ein Gesetz schafft, das ein blutiges Ritual erlaubt, das gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eines Kindes verstößt, dann ist das grundrechtswidrig.

Claudia Roth schüttelt im Iran die Hände der Vertreter des Islamischen Regimes, auch wenn sie genau weiß, dass Mullahs, Muslimbrüder und IS viel Gewalt verursacht haben – das ist für sie offensichtlich alles nicht so schlimm, denn der Iran ist für sie ein islamisches Land und Brutalität ist für sie wohl auch ein Stück Kultur! Frau Roth ist ehrenamtliches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Schirmherrin des Behandlungszentrums für Folteropfer.

Andererseits hinkt der Vergleich von Islam und Faschismus insofern, als dass die Religion auch dazu dient, den Menschen nach dem Tod vor dem ewigen Höllenfeuer zu retten, während der Faschismus Macht und Diktatur nur im Diesseits will und dem glühenden Faschisten gesellschaftliche Vorteile bietet. Der Islam verspricht Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits, an dieser Stelle unterscheidet er sich vom Faschismus, der Auferstehung und Himmelreich einfach nicht im Programm hat.

Während der Faschismus seine Ziele und Methoden offen und unmissverständlich bekanntgibt, kommt der Islam, jedenfalls überall, wo er die Regierungspolitik noch nicht alleine bestimmen kann, zuerst harmlos seelsorgerlich daher. Aus taktischen Gründen gibt er sein totalitäres Lebenskonzept und Gesellschaftsmodell den Ungläubigen nicht bekannt.

Religionen erklären ihre gehorsamen Glaubensanhänger als gut und alle Andersdenkenden oder Andersgläubigen sind schlecht und dürfen als Kafir, das heißt als Ungläubiger, einfach getötet werden. Dafür erhält man mit dem Platz im Paradies seine Belohnung – was für eine gegenaufklärerische Weltanschauung.

Religion ist also etwas anderes als Faschismus. Angeblich sei die Religion nur eine organisierte Spiritualität oder eine Sache zwischen dem einzelnen Menschen und dem vermeintlichen Schöpfer. In Wirklichkeit aber will der vom Himmel redende Klerus die ausgesprochen weltliche Machtergreifung. Der Kampf gegen die Religion ist daher komplizierter und schwerer zu führen als der Kampf gegen den Faschismus. Wie alle streng religiösen Menschen haben viele Muslime Angst vor der Höllenstrafe, was ein wissenschaftlich denkender, aufgeklärter Mensch vielleicht nur schwer nachvollziehen kann. Weder materieller Wohlstand oder gesellschaftlicher Status noch die allgemeinen Menschenrechte können einem wirklich streng Religiösen das Paradies ersetzen.

Gerade der Islam mit seinen halbierten Frauenrechten oder vielmehr institutionalisierten Frauenrechtsverletzungen hat das Leben und die Rechte von Millionen und Millionen von Frauen auch im 20. und 21. Jahrhundert brutal unterdrückt.

Und das ist nur ein Teil jener aktuellen Probleme, welche Multikulturalisten und Gutmenschen in Europa als Kultur und fremde, angeblich unbedingt schützenswerte Mentalität oder Identität darzustellen versuchen. Nein. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn sie mich fragen: der radikale Islam ist noch schlimmer als der Faschismus.

Der radikale Islam ist seit 1400 Jahren inhuman und erniedrigt jeden Andersdenkenden und insbesondere alle Frauen.

Alle Religionen haben sehr viel dazu beigetragen, die Menschen in Unwissenheit, Unmündigkeit und Barbarei zu halten.

Mina Ahadi

Gegen islamische Herrschaftsansprüche: Der Kampf um Frauenrechte und Meinungsfreiheit

Februar 8, 2015

Der achte März 2015 nähert sich und anlässlich des Internationalen Frauentags lädt der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) herzlich nach Köln ein zum

Veranstaltungsabend und Filmvortrag mit:

Mina Ahadi

Fathiyeh Naghibzadeh

Nazanin Borumand

Außer Film und Vortrag gibt es Musik sowie Essen und Getränke.

Wann: Samstag, 7. März 2015, um 18:00 Uhr

Wo: Köln, Rosenzweigweg 3, Bürgerhaus Zollstock

(Änderungen vorbehalten)

Kontakt:

exmuslime@gmail.com

0177-5692413

0172-4044323 (ab 19:00 Uhr)

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), Homepage:

http://exmuslime.com/

ZdE bei Facebook:

https://www.facebook.com/pages/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland/486839381365629