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Recht auf Islamkritik

November 15, 2011

فخر

faḫr

Stolz

Stolze Muslima

Ein freiheitlicher Spottvers über eine autoritäre Persönlichkeit lautet: Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir eine Uniform! Man mag ergänzen: Oder eine Burka. Stolze Muslima, die im November 2011 auf dem Blog Eifelginster die aus dem März desselben Jahres stammende Abhandlung Prinzip Burka (Gabi Schmidt, auch auf: Eifelginster: 222. Niqab, Dschilbab, Khimar) kommentierte, bekommt Antwort von Blogbetreiber Cees van der Duin sowie von der Autorin Gabi Schmidt.

seit dem 11 september leiden viele menschen an der krankheit der islamophobie. wenn man einen muslimischen mann sieht mit bart, heisst es, er ist ein terrorist oder er ist ein hassprediger, und wenn man eine frau mit burka, nigab, kopftuch oder khimar sieht, sagt man die frau im islam wird unterdrückt. ich bin 16 und habe mit 15 angefangen, kopftuch zu tragen und ich habe es freiwillig gemacht. es gibt frauen, die unterdückt werden, aber wo gibt es denn keine menschen, die nicht unterdrückt werden wegen ihrer rassen, ihrer religion? wie war es den früher, wo hitler der füher von deutschland war, da wurden die juden gefoltert, getötet von ihren familien gerennt u.s.w und es gibt noch viel mehr menschen, die unterdrückt werden. nur weil die minderheit vom islam die menschen unterdrückt oder was noch es gibt, heisst es ja nicht, dass der ganze islam durch und durch schlecht ist; man kann ja auch sagen: wenn einer in der familie kriminell ist, heisst es ja nicht, die ganze familie ist kriminell, oder nicht? sie verstehen: man muss nicht immer die muslime beschuldigen.

stolze muslima am 12.11.2011

Sehr geehrte stolze Muslima,

schön, dass Sie hier schreiben, vielen Dank für Ihren Beitrag. Ja, an den 11. September 2011 kann ich mich gut erinnern. Sehen Sie diese Straße, ganz normal für eine deutsche Großstadt, die Marienstraße in Hamburg-Eißendorf. In Haus Nummer 54, vorne links im Bild, wohnte ab 1998 der am 11.09.2001 auf freien Entschluss gestorbene Mohamed Atta. Achtzehn andere Glaubensbrüder starben am selben Tag ebenfalls freiwillig, aber die anderen 2.970 Menschen, zweitausendneunhundertsiebzig, wollten an diesem Tag gar nicht sterben.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c9/Marienstra%C3%9Fe_54.JPG

Hier sieht man das weltbekannte fünfeckige US-amerikanischen Verteidigungsministerium drei Tage nach dem radikalislamischen Angriff. Obwohl nur relativ kleinräumlich beschädigt, starben doch 184 (hundertvierundachtzig) Personen in diesem Hauptgebäude des sogenannten Pentagon nach dem Einschlag von American Airlines Flug Nr. 77.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/94/US_Navy_010914-F-8006R-001_aerial_view_of_Pentagon_destruction.jpg

Mit 23 Jahren war Marwan Alshehhi der jüngste der vier Piloten der Attentate.

http://de.wikipedia.org/wiki/Marwan_Alshehhi

Sie sagen völlig richtig, dass es überall auf der Welt Nichtmuslime gibt, die beim Anblick von Burkafrauen oder orthodox-islamischen Bärtigen an Dschihad-Kämpfer denken. Ist das aber „Islamophobie“ oder nicht vielmehr einfach nur genaues Erinnern an Ayatollah Chomeini (1979), afghanische Taliban (1996 bis 2001), Somalias Shabaab-Paramilitärs (Scheich Hassan Dahir Aweis), Irans Bassidschi-Milizionäre (2009) und die demokratische Sorge vor einem weltweiten und auch europäischen Anwachsen der islamisch-religiösen Radikalisierung?

Ob die beiden zur Zeit einen Bart tragen, weiß ich nicht genau, aber sind Ibrahim Abou-Nagie oder Abu Ameenah Bilal Philips für Sie denn etwa keine Hassprediger? Gehen Sie, sehr geehrte stolze Muslima, was ich ihnen empfehle, zur Theologie der Herren Abou-Nagie und Philips vernehmlich auf Distanz?

Abou-Nagie

http://is1.myvideo.de/de/movie18/8a/thumbs/6572250_1.jpg

Bilal Philips (links; rechts: Abu Hamza d. i. Pierre Vogel)

http://www.welt.de/multimedia/archive/01361/jw_Frankfurt2_DW_B_1361260p.jpg

Ja, ich bin gegen Kopftuch oder Schleier. Der Hidschab erklärt jede Kopftuchverweigerin zur Schlampe und jeden Mann zum geborenen Sittenstrolch. Die islamische Kleidung verpflichtet den Träger zur Hisba, zum tatkräftigen Aufbau der Islamischen Ordnung (Nizam Islami) in Familie, Nachbarschaft und Straßenzug. Das Kopftuch stellt die Trägerin unter das Männer privilegierende und Frauen herabsetzende Islamische Recht (Koran: halbes Erbe für die Schwester gegenüber ihrem Bruder usw.). Schariakonforme Kleidung beschimpft – das geht auch ohne Worte – jeden Schariagegner als Brennstoff für das Höllenfeuer und jeden muslimischen Pflichtvergessenen als irdisch verachtenswert.

Menschen haben ein Gesicht, selbst wenn sie laut Scharia von Natur aus wankelmütiger, unreligiöser und nackter sind als Männer und zum Ausgleich einen Schleier (Hidschab) oder zusätzlichen Gesichtsschleier (Niqab) tragen „wollen“ (müssen). Dieser Mensch zum Beispiel hatte ein Gesicht, er hieß Mohammed Atta und lernte Flugzeugfliegen zur Ehre Allahs.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/13/Mohamed_Atta.jpg

Heute nennen Sie sich stolze Muslima. Muslima heißt Allahs furchtsame und schamhafte Dienerin. Und muslimisch sein heißt religiös sein. Gegen Religion ist gar nichts einzuwenden, und ein bisschen stolz sollte jedermann sein. Gerne dürfen Sie daher genau so stolz sein wie ich oder wie jeder andere Mensch, aber eben nicht auf Kosten anderer stolzer sein, und gerne dürfen Sie muslimisch empfinden, solange Sie das barbarische Schariagesetz nicht höher stellen als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948.

Sehr geehrte stolze Muslima, bitte lesen Sie diese zwei Texte, damit Sie wissen, wo die Frau im nichtsäkularen (originalen) Islam im Verhältnis zu ihrem Vater, Bruder, Ehemann oder Sohn steht, nämlich irgendwo zwischen Pflanze und Hund:

Abu al-Faradsch Ibn al-Dschauzi: Das Buch der Weisungen für Frauen

http://eifelginster.wordpress.com/2009/07/30/135/

Ayatollah Morteza Motahhari: Stellung der Frau im Islam

http://eifelginster.wordpress.com/2011/04/23/230/

Zwischen „die Muslime“ und „die Nichtmuslime“ dürfen wir gar nicht unterscheiden, schließlich sind wir alle Staats-Einwohner und Stadtbürger und Nachbarn und in jedem Fall sind wir alle Menschen. Muslime sind keine Sorte Mensch, ein juristisch folgenreiches Aufspalten der zum Beispiel deutschen Bevölkerung in ethnoreligiöse Gruppen ist in der freiheitlichen Gesellschaft zu verhindern. Deshalb darf die Scharia auch für die so genannten Muslime und auch im Personenstandsrecht, Eherecht oder Familienrecht keine Anwendung finden. Deshalb gibt es ein Gesetz für alle, oder, wie es Maryam Namazie auf Englisch sagt: ONE LAW FOR ALL.

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-sharia-law-in-britain-a-threat-to-one-law-for-all-and-equal-rights/

Sie tragen also, vielleicht aus islamverliebtem Geschichtsbewusstsein oder hochgestimmter Muslimsolidarität oder um Pluspunkte (hasanat) fürs Paradies anzuhäufen oder aus Angst vor dem Höllenfeuer, ein Kopftuch. Reicht es da denn nicht, einmal wöchentlich freitags für einen Tag ein schmuckes knappes silbergraues und dann einmal jährlich in der letzten Ramadanwoche ein klitzekleines weißes Kopftuch zu tragen – und sich ansonsten den Wind durch die Haare wehen zu lassen? Haare schimmern auch ganz hübsch in der Sonne, Frauenhaare ebenso wie Männerhaare. Oder sind für Sie Frauenhaare anders nackt als Männerhaare, nackter und sozusagen unverschämter? Kopftuch reicht im Übrigen zur Abwehr der bösen Dschinnen gar nicht aus, Sie müssen aus Sicht der Scharialobbyisten bis auf Hände und Gesicht den ganzen Leib einwickeln, damit jeder sieht: Frau unterwegs, wandelndes Sicherheisrisiko. Tun Sie das bitte nicht.

Verkriechen Sie sich nicht unter das „Schamtuch“ (Feridun Zaimoglu) wie die Schnecke in ihr Haus oder die Muschel in ihre Schale, während den nackthaarigen und langbärtigen Männern (Scharia: Frauenhaar ist Schamhaar, Männerhaar Ehrenhaar) drei Nebenfrauen und eine unbegrenzte Anzahl von Konkubinen zustehen. Die Kopftuchträgerin fällt ferner den muslimischen Säkularen in den Rücken, und wer noch mehr nach der Scharia ruft, ist ein echter Frauenversklaver, wie uns die Lektüre von Abu al-Faradsch Ibn al-Dschauzi (Das Buch der Weisungen für Frauen) und Ayatollah Morteza Motahhari (Stellung der Frau im Islam) gezeigt hat. Ob in Islamabad oder Teheran, Kairo oder Istanbul: Heute Kopftuch, morgen Kalifat.

Vielen Dank für Ihr Interesse am Thema Religion, bleiben Sie stolz und religiös. Bleiben wir stolz und religiös alle miteinander oder auch stolz und atheistisch, jedenfalls stolze freiheitliche Demokraten, und sorgen wir dafür, dass die allgemeinen Menschenrechte durch das angeblich vom Himmel herab gekommene Gottesgesetz weder aufgefressen noch angeknabbert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Cees van der Duin am 13.11.2011

Lesetipp, am besten vielleicht in dieser Reihenfolge: Necla Kelek:

Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland (2005)

Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (2006)

Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei (2008)

Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam (2010)

http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-03469-1#buecher

Guten Morgen stolze Muslima,

danke für Ihren Kommentar.

Sie nennen sich stolze Muslima, aber leider geht aus ihrem Beitrag nicht hervor, worauf sie denn stolz sind. Dürfen wir annehmen, dass sie stolz darauf sind, eine reine, züchtig bedeckte Muslima zu sein?

Vielleicht können meine Kollegin Ümmühan Karagözlü und ich, Gabi Schmidt, Autorin des von Ihnen kommentierten Textes, sie ermuntern, den Post zur Burka und vor allem den dort empfohlenen Artikel des Islamwissenschaftlers und Politologen Ralph Ghadban[1] noch einmal aufmerksam zu lesen. Der gebürtige Libanese klärt darin über das Frauenbild in Koran und Sunna auf und geht auf die religiöse und gesellschaftspolitische Bedeutung des Schleiers ein[2].

Vorab ein paar Zitate aus dem gelinkten Textbeitrag, der bei der Bundeszentrale für politische Bildung abgedruckt ist. Sie belegen, dass jedes Schamtuch, in welcher Variante man es auch trägt, dazu dient, den weiblichen Körper zu sexualisieren, zu biologisieren und zu verteufeln.

Ghadban schreibt:

Bei der Frau ist ihr ganzer Körper eine ‚aurah [Anm. für Nichtmuslime: Schamzone] und die Gelehrten streiten darüber, ob Gesicht und Hände auch verdeckt sein müssen oder nicht.

Wie man sieht, entspricht die ‚aurah beim Mann ungefähr der Gegend, wo die Geschlechtsteile liegen. Die Frau dagegen wird als ganze auf ihre Sexualität reduziert. Im hadîth heißt es, die Frau i s t eine ‚aurah. Nirgends steht, dass der Mann eine i s t – der Mann h a t eine ‚aurah.

Ghadban weist auf al-Ahwazî[3] hin: „[…] die Frau selbst ist eine ‚aurah, weil man sich für sie schämt, wenn sie sich zeigt: genau wie man sich schämt, wenn die ‚aurah zum Schein kommt. Und die ‚aurah ist das Geschlechtsteil und alles, wofür man sich schämt, wenn es sichtbar wird.“ Al-Manawî[4] schreibt in seiner Erläuterung desselben: Die Frau ist eine ‚aurah „bedeutet, dass ihre Erscheinung und Entblößung vor den Männern verwerflich ist. Und die ‚aurah ist das Geschlechtsteil des Menschen und alles, wofür man sich schämt.“

Ghadban weiter:

Aus diesem Grund wurde die Frau verteufelt, weil ihre Erscheinung allein die Männer verführt. Die Verbindung zwischen der Verteufelung und der Verführung bringt folgender hadîth zum Ausdruck: „Der Prophet sah eine Frau, da ging er zu seiner Ehefrau Zeinab und schlief mit ihr. Er sagte: Wenn eine Frau euch entgegenkommt, dann kommt sie mit dem Antlitz eines Teufels. Wenn einer von euch eine Frau sieht und sie gefällt ihm, er soll zu seiner Frau gehen, weil sie auch hat, was diese Frau hat.“

Da eine Gemeinschaft sich immer die Werte und Normen gibt, die ihren Bestand sichern und ihrer Weiterentwicklung dienen, müssen zügellose Sexualität und Ehebruch seitens der Männer damals ein häufiges, familienzersetzendes, den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdendes Problem gewesen sein.

Meine Kollegin Ümmühan Karagözlü meint dazu: „Diese Textstelle ist für mich als säkulare Muslima einer der vielen Beweise, dass man als aufgeklärter Mensch in der kulturellen Moderne Koran und Sunna nicht wörtlich nehmen kann und darf. Keine Ehefrau, die sich ihrer Menschenwürde bewusst ist, kann damit einverstanden sein, von ihrem Ehemann zur Triebabfuhr und Befriedigung seiner sexuellen Gelüste missbraucht und zur Zeugung Allah ergebener Söhne als Zoontjesfabriek (Ayaan Hirsi Ali) benutzt zu werden.

Mit dem Menschenbild der frühmittelalterlichen Primärquellen muss die traditionelle Muslima ihre sexuelle Lust als haram (verboten) ignorieren und verdrängen. Niemals kann sie sich sicher sein, dass ihr entgegengebrachte Zärtlichkeiten in Wirklichkeit nicht einer Konkurrentin gelten. Ihr Göttergatte und Stellvertreter Allahs hingegen wird schon dafür sorgen, dass seine Angetraute nicht einmal die Gelegenheit hat, in Gedanken fremdzugehen. An der Allah-Gott wohlgefälligen Bedeckung des Frauenkörpers haben beide Geschlechter somit ein starkes Interesse. Dem männlichen Clan ist es ein zentrales Anliegen, die vom Teufel mit der Kunst der Verführung ausgestatteten weiblichen Familienmitglieder mindestens mit einem Kopftuch zu verhüllen, schließlich gilt es, seine Ehre zu verteidigen. Jeder Moslem, der sich diesem starken sozialen Druck entzieht, gilt als Waschlappen, Weichei und lächerliche Figur.

Auch die weiblichen Verwandten stehen unter diesem Zwang, zumal sie die eigentlichen Leidtragenden bei jeder familieninternen Ehrverletzungen sind. Die ohnehin stark eingeschränkte persönliche Freiheit würde durch Verschärfung der Überwachung und Kontrolle durch Väter, Onkel, Brüder, Ehemänner und Community weiter auf ein erdrückendes Minimum reduziert. Mit dem Hidschab versuchen viele noch nicht verheiratete Teenager sich von den Eltern ein wenig Vertrauen zu erkaufen. Sie täuschen sich nicht, dass islamisch korrekt gekleideten Töchtern eher zugestanden wird, die religiösen Regeln gehorsam zu befolgen.

Auffällig ist, dass gerade Musliminnen, der jede Körperkontur auflösenden, zunehmend strengeren, inzwischen sogar in der Farbigkeit wenig individuellen Verschleierung kaum Widerstand entgegensetzen. Sie, stolze Muslima, sind ein Beispiel. Einige Frauen, darunter auch Andersgläubige, verteidigen in den Medien sogar den Ganzkörperschleier und demonstrieren für das „Freiheitsrecht“ auf Vollverschleierung. Die mangelhafte Gegenwehr ist mit einem Männerbild, das den Mann pauschal als triebgesteuerten, willensschwachen Unhold darstellt, völlig nachvollziehbar. Mit einem immer längeren Schamtuch glauben sich Musliminnen vor belästigender Anmache, Zudringlichkeiten und sexuellen Übergriffen zu schützen. Sie hoffen außerdem, dass die schmucklose, möglichst totale, eintönig schwarze oder schlammfarbene Verhüllung Konkurrentinnen und potentielle Nebenbuhlerinnen möglichst unattraktiv erscheinen lässt. Deren reizvolle Schönheit soll nicht länger Männerblicke anziehen und den eigenen Partner daran hindern, Gefallen an fremdem Frauen zu finden.Wer unter solchen Voraussetzungen behauptet, seinen Hidschab freiwillig zu tragen, beschwindelt seine Umgebung und ist unaufrichtig gegen sich selbst“. Soweit meine Kollegin Karagözlü.

Ghadban fährt fort:

Die Frau ist ein sexuelles Objekt. Sie ist verführerisch und teuflisch. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Männer dar. Außerdem ist sie schlecht. Ali soll gesagt haben: „Die Frau als Ganzes ist böse. Und das Böseste an ihr ist, dass man auf sie nicht verzichten kann.“ Ein hadîth bei Buchârî besagt, dass die Mehrheit der Menschen in der Hölle aus Frauen besteht. Aus diesen Gründen muss sie eingesperrt werden, das ist auch gut für sie. In einem hadîth steht: „Die Frau ist eine ‚aurah, wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“

Ghadban:

Die Sexualisierung der Frau erreicht einen Höhepunkt mit dem Begriff al-fitna. Al-fitna bedeutet Unruhe stiften. Das geschieht, wenn die Frau etwas zeigt, was im Prinzip nicht ausdrücklich verboten ist, aber denselben Effekt wie das Verbotene hat, z.B. das Gesicht. Die Verschleierung des Gesichtes ist umstritten, alle Gelehrten sind sich aber darüber einig, dass das Gesicht, wenn es hübsch ist, verschleiert werden muss, um die fitna zu vermeiden.

Das wirft einen Blick auf das Männerbild: Der Mann ist offensichtlich ein triebhaftes Wesen, das im Angesicht der Frau nicht mehr zu kontrollieren ist. Und wenn sie noch dazu hübsch ist, dann fängt er an zu randalieren. Der Mann ist so schwach, dass er in der Frau nicht eine, sondern zehn ‚aurah sieht. Der Prophet soll gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‚aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‚aurah.“ „Dasselbe soll auch Ali gesagt haben.“

Soweit Ghadban.

Der bei Muslimen hoch verehrte islamische Gelehrte al-Ghazali stellte sich eine gottesfürchtige Ehefrau folgendermaßen vor: „Sie muss im Hof bleiben und sich um die Wäsche kümmern. Sie darf nicht allzu oft ausgehen (Elle ne doit pas sortir trop souvent), muss einfältig und gutmütig sein, darf keinen allzu geselligen Umgang mit den Nachbarn haben und sie nicht öfter besuchen, als es absolut unverzichtbar ist. Sie muss sich sehr um ihren Ehemann kümmern und ihn respektvoll behandeln. Ohne seine Einwilligung darf sie das Haus nicht verlassen (She should not go out of her house except by his permission)“.

Ein weiteres Zitat des iranischen Philosophen und Schariagelehrten: „Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen (Elle devra revêtir de vieux vêtements) und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte.“ (Beides aus: Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften).

Das islamische Recht, die im Wesentlichen aus Koran, Sunna und Sira (Biographie des Propheten Mohammed) bestehende Scharia, ist die Grundlage des religiös begründeten Wertesystems und der heiligen Weltordnung des Islam. Der Hidschab ist ihm bei der Umsetzung der Scharia ein in vielerlei Hinsicht nützliches Werkzeug. Die islamische Bedeckung spaltet die Gesellschaft in gegensätzliche, mehrstufig herabgewürdigte Gruppen. Musliminnen / Muslime, Frauen / Männer, MuslimInnen / NichtmuslimInnen, verschleierte Muslimas / Frauen mit offenen Haaren, Muslime / Dhimmis (nichtmuslimische Monotheisten), Muslime / Harbis (Polytheisten), vom Glauben Abgefallene / Heuchler[5]. Ein fairer, respektvoller Umgang der verschiedenen Gemeinschaften untereinander ist den Gruppenmitgliedern nach Islamischem Recht nicht erlaubt (Hisba[6], al-wala-wa-l-barāa[7]).

Ghadban meint dazu:

Trotz der Gefahr, die von den Frauen ausging, mussten sie sich nicht alle gleich verhüllen. Die ‚aurah der Sklavin war wie beim Mann vom Nabel bis zum Knie. Die Gelehrten begründeten es damit, dass sie sich anbieten muss, um gekauft zu werden. In der Tat stand sie dem Mann sexuell zur Verfügung, und er durfte ihr sogar seine Geschlechtsteile zeigen wie seiner Frau.

Die Frau durfte sich natürlich nicht zeigen vor ihren männlichen Sklaven. Die freien Christinnen und Jüdinnen hingegen durften genau wie die Sklavinnen ihren Kopf und ihr Gesicht nicht verhüllen. Der Muslim darf ihren Anblick genießen. Das gehört zum Bereich der sexuellen Herrschaft. Die Muslimin ist beschützt, daher der Begriff muhassanât: Husn heißt Festung. Die anderen Frauen sind mehr oder weniger Freiwild. (…)

Es geht nur um entfesselte Sexualität, die nur mit äußerem Zwang in Schranken zu halten ist. Hieß es im Koran noch „Schau mit Diskretion“, dann heißt es später „Du darfst nicht schauen“. Diskretion ist eine Kontrolle von innen, bei ihrem Fehlen und bei herrschender Sexualisierung muss die Kontrolle von außen kommen. Daher die krankhafte Geschlechtertrennung in der islamischen Gesellschaft. Wenn Mann und Frau in Kontakt kommen, dann ist das Sündigen unvermeidlich. In einem hadîth heißt es, wenn eine Frau und ein Mann sich treffen, dann ist der Teufel der Dritte.

Die Burka erklärt jede Frau, die verschleierte und die nicht verschleierte, zum freilaufenden moralischen und sexuellen Sicherheitsrisiko. Jeder noch so unbedarfte Blickkontakt, das Händeschütteln bei der Begrüßung eines Freundes oder Smalltalk mit dem Nachbarn ist ihr verboten. Männer hingegen können nach dieser patriarchalisch islamischen Weltsicht niemals unanständig, liederlich oder sündhaft handeln, sondern sind im Zweifelsfall hilflos triebfixierte, willensschwache Opfer weiblicher Bezauberung und Verführungskunst. Nach dieser Logik ist der Mann unschuldig, die Frau hingegen muss für seine lüsternen Blicke bestraft werden. Ihr ganzer Körper ist mit Stoff zu bedecken, damit männliche Muslime nicht die Kontrolle über sich verlieren und vergewaltigend über sie und andere nicht korrekt verschleierte Mädchen und Frauen herfallen.

Auch heute gilt für orthodoxe Muslime wie Scheich Taj al-Din al-Hilali: Hält sich eine Frau nicht an die Kleidungsregeln, ist sie selber schuld, wenn sie sexuell missbraucht wird. Der höchste muslimische Geistliche Australiens, bezeichnete am 25.10.2006 unverschleierte Frauen als nacktes Fleisch: „Wenn ihr rohes Fleisch auspackt und offen auslegt, und die Katzen kommen und fressen es – wessen Fehler ist das?“, fragte der Prediger seine Zuhörer – und antwortete sich gleich selbst: „Das unbedeckte Fleisch ist das Problem.“ Solange Frauen in ihrem Zimmer bleiben und den Schleier tragen, argumentierte al-Hilali weiter, seien sie keinen Gefahren ausgesetzt. Wer sich aber schminke und verführerisch mit den Hüften schwinge, fordere den Appetit geradezu heraus.

Addressing 500 worshippers on the topic of adultery, Sheik al-Hilali added: „If you take out uncovered meat and place it outside on the street, or in the garden or in the park, or in the backyard without a cover, and the cats come and eat it..whose fault is it – the cats or the uncovered meat? „The uncovered meat is the problem.“ He went on: „If she was in her room, in her home, in her hijab (veil), no problem would have occurred[8], [9].“

Als demütige, gottesfürchtige Tochter Allahs für jeden von Weitem auszumachen, unterstehen die Trägerinnen des Hidschab dem Kontrollzwang der ‘religiösen’ Community (das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten). Das verpflichtet gerade verhüllte Musliminnen dazu, besonders strikt die kulturell vormodernen Anweisungen und Empfehlungen in Koran, Hadithen und Fatwas zu befolgen und ihrerseits zur strikten Beachtung und Umsetzung dieser Glaubensgrundsätze zu ermahnen. Fatalerweise spornt sie vor allem die männlichen Mitglieder der muslimisch geprägten Gemeinde dazu an, ihrer entmündigenden Kontrollfunktion über die ‘Zwiespalt säende, teuflisch-verführerische Wesensart des weiblichen Geschlechts’ nachzukommen. Jedes Überprüfen, ob aus dem Bone (Unterkopftuch) mittlerweile nicht doch eine frivole Haarsträhne hervorlugt, jedes Zurechtzupfen des Kopftuchs erinnert wie eine Eselsbrücke daran, den gottgefälligen, geraden Weg keinesfalls zu verlassen.

Ghadban ergänzt das den Primärquellen zu Grunde liegende Frauenbild um folgenden Aspekt:

Die Gelehrten begnügten sich nicht damit, aus der Frau ein bösartiges sexuelles Wesen zu machen, sie versuchten aus ihr ein minderwertiges Wesen zu machen. Die Frau wurde aus der Rippe Adams erschaffen – und die Rippe ist krumm. Wenn man die Rippe gerade biegen will, dann bricht sie. „Das heißt, dass die Frau per Beschaffenheit mangelhaft ist. Ad-Dâremî schreibt: „Er sagte, die Frau sei aus einer Rippe erschaffen worden. Wenn man sie gerade biegt, dann zerbricht sie. So nimm Rücksicht auf sie“. Buchârî schreibt: „Seien sie mit den Frauen fürsorglich, sie wurden aus einer Rippe erschaffen. Das Krummste an ihr ist ihr Oberteil, wenn du sie gerade biegen willst, bricht sie. Wenn du sie lässt, dann bleibt sie krumm. Seien sie mit den Frauen fürsorglich“.

Diese andere Beschaffenheit der Frau stellt einen Mangel in ihrer Natur dar, der von einem hadîth erläutert wird. Nach Buchârî soll der Prophet gesagt haben, den Frauen fehle es an Vernunft und an Religion. Die Frauen fragten nach dem Grund. Er antwortete: „Ist die Zeugenaussage der Frau nicht halb so viel Wert wie die des Mannes? Das kommt von ihrem Mangel an Vernunft. Muss sie nicht während der Menstruation aufhören zu fasten und zu beten? Das kommt von ihrem Mangel an Religion.“

Die letzte Aussage führt zur Biologisierung der Frau. Die Frau mag eine Seele haben wie der Mann, ihre Biologie bringt ihr aber Nachteile. Sie kann beispielsweise keine gesellschaftliche Verantwortung tragen. In einem hadîth heißt es: „Ein Volk kann keinen Erfolg erzielen, wenn es von einer Frau angeführt wird. Es ist so, weil die Frau mangelhaft und unfähig ist, sich eine richtige Meinung zu bilden. Und weil der Herrscher verpflichtet ist, in der Öffentlichkeit aufzutreten, um die Angelegenheiten seiner Untertanen zu verwalten. Die Frau ist aber eine ‚aurah und ist dafür nicht geeignet. Deshalb darf sie weder Imam noch Qadi werden.“

Diese auf die Biologie gestützte Auffassung der Frau hat in einer anderen Form in der modernen Zeit überlebt. Beim Polemisieren mit dem Westen in der Frage der Menschenrechte für Mann und Frau unterscheiden die Muslime zwischen Gleichheit und Ähnlichkeit. Im Islam sind Mann und Frau als Menschen vor Gott gleich und genießen dieselben Rechte. In der Gesellschaft sind sie aber nicht ähnlich. Ihre Unähnlichkeit beruht auf ihren biologischen Unterschieden, was zu Konsequenzen führt. Ayatollah Murtada al-Mutahirî z.B. schreibt: „Die Welt der Frau ist anders als die Welt des Mannes, die Beschaffenheit und die Natur der Frau sind anders als die Beschaffenheit und Natur des Mannes. Das führt natürlich dazu, dass viele Rechte, Pflichten und Strafen nicht einheitlich sind.“ Dann kritisiert er den Westen, der krampfhaft versucht, für beide Geschlechter dieselben Gesetze und Institutionen durchzusetzen, trotz der, wie er schreibt, „instinktiven und biologischen Unterschiede“ der beiden.

Das Schamtuch ist die Eintrittskarte in den Club der Alpha-Mädchen, zu deren zwingend notwendigem Verhaltensrepertoire die Verachtung und der heilige Ekel gegenüber allen nichtislamischen Lebensweisen gehört. Mit dem Kopftuch mobben für Allah, gottgefälliges Mobbing[10]. In Belgien durften Schülerinnen lange Zeit selber entscheiden, ob sie sich im Schulgebäude bedecken oder ihre Haarpracht offen tragen wollten. Durch die schleichende weltweit wachsende Fundamentalisierung, die in den letzten Jahren immer mehr an Fahrt aufnahm, begann ein religiöses Wettrüsten. Eines Tages erschienen die Mädchen sogar in der Burka zum Schulunterricht. Viele öffentlich geförderte Bildungseinrichtungen in Flandern haben sich daraufhin für ein Verschleierungsverbot entschieden. Das traditionsreiche königliche Atheneum war die letzte Schule, die das Verbot von Kopfbedeckungen auf Kappen und Mützen beschränkte. Karin Heremans, die Direktorin: „Es gab muslimische Schülerinnen, die kein Tuch tragen wollten. Aber der Druck wurde so groß, dass sie das Atheneum schließlich verließen … In diesem Jahr war die Frage nicht mehr ob, sondern wie man es trägt … Das Kopftuch zu tragen war plötzlich entscheidend dafür, eine gute Muslima zu sein[11].“

Eine jede Muslimin, die in der Umma (islamische Weltgemeinschaft) im Prinzip kein hohes Ansehen genießt, sondern eher als treuhänderisches Gut des Ehemannes gilt (Allah hat dem Ehemann wahrhaftig das Recht zuerkannt, von der heiligen Wertsache namens Eheweib Behaglichkeit, Erholung, Friedlichkeit und Nutzen zu beziehen[12], [13]), wird als vollverschleierte, gottesfürchtige Frömmlerin ein wenig aufgewertet. Sie ist Avantgardistin, Trendsetterin, kann sich als die Erhabene und moralisch Überlegene fühlen, die auf unverschleierte oder weniger streng verhüllte Glaubensschwestern und Ungläubige verächtlich herabsehen darf, die Konkurrentinnen korangetreu belehren, kränken und verachten kann und dafür obendrein auch noch mit Hasanat, himmlischen Pluspunkten belohnt wird.

Ghadban fasst den Inhalt seines Textes folgendermaßen zusammen:

Unter dem Vorwand der Religionsfreiheit wird versucht, eine Gesellschaftsordnung einzuführen, die höchst problematisch ist. Das Kopftuch ist ein zentrales Element dieser Ordnung und symbolisiert die Position der Frau. Es ist nicht, wie im Diskurs ständig wiederholt wird, allein ein Zeichen ihrer Unterdrückung, denn man kann die Frau ohne Kopftuch unterdrücken. Es ist vor allem ein Zeichen ihrer Entwürdigung, weil es die Frau auf ihre Sexualität reduziert. Sie ist eine ‚aurah, und da ihr ganzer Körper Schamzone ist und man nicht mit entblößten Geschlechtsteilen auf die Straße geht muss sie sich verhüllen. Deshalb sprechen die Muslime davon, dass die Frau durch das Kopftuch ihre Würde gewinnt. Sie sagen auch, dass das Kopftuch sie beschützt. Wer sich als sexuelles Objekt betrachtet, braucht natürlich einen Schutz, vor allem, wenn man die Männer als unkontrollierte triebhafte Wesen sieht.

In einer Gesellschaft, in der die Erwartungen an die Selbstkontrolle der Menschen so hoch sind, dass auch die Vergewaltigung in der Ehe bestraft wird, ist es berechtigt zu fragen, ob diese Gesellschaft solche Vorstellungen akzeptiert und verkraftet. Es heißt schließlich im Artikel Eins des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Ende der Zitate aus Das Kopftuch in Koran und Sunna.

Sehr geehrte stolze Muslima,

sicherlich ist es überzogen, jeden Kittel- und Bartträger unter den Generalverdacht zu stellen, Hassprediger und Terrorist zu sein, jede blauäugige Unschuldsvermutung ist jedoch genauso verfehlt. Ein großer Prozentsatz der Menschen wird verständlicherweise jedem Skinhead und Stiefelträger, jedem mit Bierdose und Baseballschläger ausgestattetem Punk und auch jeder Vollverschleierten mit begründeten Misstrauen begegnen. Sie wissen, dass ein Neonazi rechtsradikales Gedankengut vertritt, ein durch Alkohol enthemmter, eine Schlagwaffe mit sich führender Nonkonformist gewaltbereit sein könnte und ein Mann sich unter der Burka verstecken könnte, der eine Bank überfallen will.

Die offene Gesellschaft ist ein Modell von Karl Popper[14], die jedem Einzelnen ein Höchstmaß an Freiheit bieten soll. Im Gegensatz zu geschlossenen Gesellschaften, die einen für alle verbindlichen Heilsplan verfolgt, ist ein intellektueller Meinungsaustausch ausdrücklich gestattet, damit auch kulturelle Veränderungen möglich werden. Die von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Paris 1948) abgeleiteten Grund- und (Staats)Bürgerrechte, zu denen auch die Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie die strikte religiöse Neutralität des Staates gehören, sind im Grundgesetz garantierte Abwehr- Schutz- und Freiheitsrechte gegen den Staat und Dritte. Jeder Bürger kann sich auf sie berufen und sie einklagen, jeder Bürger darf sie schützen und verteidigen. Jeder Bürger soll sich dafür einsetzen, dass alle Menschen sie genießen können. Sollte das gelingen, kann man wahrhaftig stolz sein.

Der Friedensnobelpreisträger Kofi Annan betonte anlässlich der Feier zum Tag der Menschenrechte am 10.12.1997:

Die Menschenrechte sind das Fundament der menschlichen Existenz und Koexistenz. Die Menschenrechte sind allgemeingültig, unteilbar und voneinander abhängig. Es sind die Menschenrechte, die uns menschlich machen. Sie sind die Leitlinien, nach denen wir der Menschenwürde eine erhabene Stellung einräumen. … Es ist die Allgemeingültigkeit, die den Menschenrechten ihre Kraft verleiht. Sie gibt ihnen die Stärke, jede Grenze zu überwinden, jede Mauer zu erklimmen, jeder Macht zu trotzen.“ Soweit der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Halten wir es doch mit Carlo Schmid[15], der am 08.09.1948 für die wehrhafte Demokratie eintrat:

Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf geht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit selbst auszurotten? Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik z. B. den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.

Gabi Schmidt

Ümmühan Karagözlü

14.11.2011

[1] Ghadban stammt aus dem Libanon und lebt seit 1972 in Berlin. Dort studierte er Islamwissenschaften und promovierte in Politologie. Er war Mitbegründer der Libanonhilfe für die Unterstützung der Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon und Berlin(gegründet 1976). 1977 bis 1992engagierte er sich in der Sozialarbeit mit arabischen Berlinern, u.a. als Leiter der Beratungsstelle für Araber beim Diakonischen Werk in Berlin, u.a. als Leiter der Beratungsstelle für Araber beim Diakonischen Werk in Berlin. Ghadban ist seit 1992 in der Sozialforschung tätig (Quelle: Wikipedia).

[2] Ralph Ghadban: Das Frauenbild in Koran und Sunna

http://www.bpb.de/themen/IYRYVB,1,0,Das_Kopftuch_in_Koran_und_Sunna.html#art1

[3] Abu Yusuf Ya’qub bin Isaaq ad-Dawraqi al-Ahwazi genannt ibn as-Sikkit

http://www.eslam.de/begriffe/a/ali_ibn_mahziyar.htm

[4] Al-Manawi wird vom kuwaitischen Waqf-Ministerium zur Frauenfrage angeführt

http://www.douralquran.com/portal/english/info/details.php?data_id=17

[5] Abdur-Rahmaan ibn Zayd ibn Aslam said, „The levels of paradise go up and the levels of Hell go down“ [Ibn Rajab, at-Takhweef min an-Naar, p.5]. It was reported from some of the Salaf that the sinners amongst the monotheists who enter Hell would be in the first level, the Jews would be in the second level, the Christians in the third level, the Sabians in the fourth level, the Magians in the fifth level, the polytheist Arabs in the sixth level and the hypocrites in the seventh level (1) Some books give names to these levels: the first is called Jahanam, the second Ladhaa, the third al-Hutamah, the fourth as-Sa’eer, the fifth Saqar, the sixth al-Jaheem, and the seventh al-Hawiyah.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-412697/Outrage-Muslim-cleric-likens-women-uncovered-meat.html

[6] Hisba

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisba

Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Rechte_gebieten_und_das_Verwerfliche_verbieten

[7] al-walāʾ wal-barāʾa

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wal%C4%81%27_wa-l-bar%C4%81%27a

Scheich Muhammad al-Saeed al-Qahtani: Al-Wala wal-Baraa. According to the Aqeedah of the Salaf.

http://www.kalamullah.com/Books/alWalaawalBaraa1.pdf

[8] Sheik Taj Din al-Hilali, the nation’s most senior Muslim cleric, compared unveiled women with meat that is left uncovered in the street and is then eaten by cats.

In a Ramadan sermon in a Sydney mosque, Sheik al-Hilali suggested that a group of Muslim men recently jailed for many years for gang rapes are innocent.

http://www.islamreview.com/articles/WOMEN_ARE_RESPONSIBLE.shtml

[9] Frauen seien die Waffen des Satans, um die Männer zu kontrollieren, meint der australische Scheich al-Hilali, und eine Verschleierte wird ja vielleicht gar nicht vergewaltigt, jedenfalls, wenn sie das Haus gar nicht erst verlässt:

The sheik then said: „If she was in her room, in her home, in her hijab, no problem would have occurred.“ He said women were „weapons“ used by „Satan“ to control men.

http://www.theaustralian.com.au/news/nation/muslim-leader-blames-women-for-sex-attacks/story-e6frg6nf-1111112419114

Sheik Taj el-Din al-Hilali’s controversial speech. If the woman is in her boudoir, in her house and if she’s wearing the veil and if she shows modesty, disasters don’t happen.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/6089008.stm

[10] EMMA September/Oktober 2009: Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen

„Willst Du aussehen wie eine Deutsche?“ Oder: „Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?“ Und: „Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.“ Die darauf angesprochene Aylin kämpfte mit den Tränen und sagte schließlich: „Es wird immer schlimmer. Und seit ich neulich im Ramadan mein Schulbrot ausgepackt habe, ist es ganz aus. Die Kopftuch-Mädels mobben mich total.“ Das also war der Grund für die Schulmüdigkeit der 14-Jährigen.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen/

[11] Stefanie Bolzen: In dessen Direktorenzimmer sitzt Karin Heremans. Die blonde Frau sieht müde aus, das Handy klingelt immer wieder, alle paar Minuten kommt eine Mitarbeiterin herein. Ihre Schule, das zweihundert Jahre alte Königliche Atheneum, kommt seit Wochen nicht mehr aus den Schlagzeilen: Proteste und Polizeieinsätze, verwüstete Unterrichtsräume. Und 250 Mädchen, die zum Schulanfang nicht mehr zum Unterricht erschienen. Weil die 46-Jährige mit diesem Tag das Tragen von Kopftüchern verboten hatte. Die Direktorin hat das nie gewollt. Aber sie konnte es irgendwann nicht mehr verhindern.

http://www.welt.de/die-welt/politik/article4967468/Letzte-Loesung-Kopftuchverbot.html

[12] Normally, the rule of Amaanat is that the Ameen (Trustee) is under compulsory obligation to maintain and guard the Amaanat. He is not permitted to derive any personal benefit or use from or with the Amaanat. However, Allah Ta’ala in His infinite mercy has bestowed to the husband the right to derive comfort, rest, peace and benefit from the Sacred Trust we call The Wife.

http://www.muftisays.com/forums/virtues/4472/an-amaanat-for-husbands-to-mediate.html?p=22126#22126

[13] Both husband and wife are the makhlooq (creation) of Allah Ta’ala. In His infinite wisdom, Allah Ta’ala has assigned different rights, duties and obligations to the variety of specimens of His makhlooq. Allah Ta’ala has assigned the wife to the care of the husband. She is His makhlooq whom He has placed in the custody of the husband. Allah Ta’ala has awarded custody of the wife to the husband by way of Amaanat (Sacred Trust), not by way of mielkiyyat (ownership). As such, the wife in the custody of her husband and under his jurisdiction is a Sacred Trust. She is the sole property of Allah Ta’ala—and of no one else.

http://blog.darulislam.info/aggregator?page=3

[14] Karl Popper

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper

[15] Carlo Schmid

http://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Schmid

Die Entscheidung einer Konvertitin

März 27, 2009

نِقاب

niqāb:

Gesichtsschleier

Konvertitin und Niqabi

Jacques Auvergne, vgl. Nr. 032.

Hallo Autor!

Aus deinem Text spricht die Unmoral. Warum willst du Arme, Beine und Gesicht einer Frau sehen? Warum willst du wissen welcher Nationalität sie ist? Du wirst es nicht glauben, aber genau damit du das nicht siehst tragen diese Frauen es. Und sie „geben nicht vor es freiwillig zu tragen“ sie TRAGEN es FREIWILLIG! Warum ich das so genau weiß? Weil ich es selber trage. Und mich hat kein Mann, keine Familie, und kein Land dazu gezwungen, ich bin 100% deutsch, und habe mich selbst für eine andere Religion und eine andere Art der Kleidung entschieden, als hier die meisten.

Du reihst nur Vorurteile aneinander, und man darf nur hoffen, dass nicht alle so engstirnig sind und denken wie du.

Mehr sage ich dazu nicht mehr.

Faizah, faizah.de.vu

Sehr geehrte Faizah,

es bestehen große Unterschiede in der Weise, wie zwei Geschwister gleich welchen Geschlechts Frau und Mann, eher halb bewusst denn bewusst, im Alltag betrachten und was für Welterklärungen, Menschenbilder, Gottesbilder sowie Sittlichkeitsvorstellungen sie mit Mythos Mann und Mythos Frau verbinden. Das gilt auch für Realität Mann und Realität Frau.

Zugleich werden wir beide vermutlich darin übereinstimmen, dass Religion kein Randbereich des Lebens ist. Ich halte den Menschen zur Religion begabt oder berufen, in einer spöttischen Minute oder beim Erleben von praktizierenden Glaubensfanatikern mag ich murmeln “… zur Religion verflucht”. Doch was ist Religion und was nicht? Es gibt ganz große Unterschiede sowie Zwischentöne im Bereich etwa zwischen Spiritualität (befreiendes Gegengewicht zum Alltag) und Spiritismus (magisches Denken, Besessenheitsglaube, Machbarkeitswahn).

Wir Menschen, seit Jahrtausenden unterwegs auf den schwerlich überschaubaren, verschlungenen, dämmerigen Pfaden des Träumerischen und der Sehnsucht, der Götter oder des Gottes, wir sind angewiesen auf Qualitätskriterien für Religiosität. Und keine der Weltreligionen hat hier so viel Arbeit vor sich wie der so genannte Islam, der grundsätzlich keine schlechteren oder dümmeren der zum Islam hin geprägten und erzogenen Menschen beinhaltet als jede andere Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion. Aber da fängt es schon an, islamisch-kritisch zu werden (Islam in der Krise, daher Islamkritik). Das Wörtchen Nichtreligion macht dem Islam Probleme oder vielmehr umgekehrt.

Freiheitliche Demokratie stellt die Forderung nach für jeden zugänglicher Ex-Religion. Negative Religionsfreiheit wird in der kulturellen Moderne oder auch nur in jeder geschmackvoll und stilsicher eingerichteten Gesellschaftsform heißen dürfen: Persönlicher Ex-Islam, sprich Ex-Muslime wohlwollend zuzulassen. Damit aber hat der durch irdische, oft gnadenlose Eiferer als anfallsweise gnadenlos dargestellte Allāh derzeit so seine Schwierigkeiten.

Der Scharia-Allāh oder Fiqh-Allāh ist ein unreifer Flegel, grün hinter den Ohren, unerzogen. Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Faizah, in Herz und Hirn einen ganz anderen Allāh. Rund um Volksislam, islamische Mystik und säkularen Islam gibt es durchaus, leider manchmal durch ihre Mitmuslime bedrohte Menschen, deren Gottheit die säkulare Demokratie nicht hauptberuflich verachtet oder gar angreift. Beschäftigen Sie sich mit säkularen Muslimen wie Professor Bassam Tibi oder Frauenrechtlerin Fatma Bläser, das sind die Menschen, auf die der deutsche Teil der umma wirklich stolz sein darf.

Muslimische Familien sind regelmäßig durch ausgesprochen gewaltreiche Erziehungsmethoden gekennzeichnet, so, als ob die Einordnung in die angeblich naturgegebene kosmische Religion hier auf Erden durch schmerzhafte Prügelpädagogik sinnlich erfahrbar werden müsste. In Kombination mit der durch Allāh jedem Vater gestatteten Zwangsverheiratung der eigenen Tochter durch ihn als „Wali“ (walī mudschbir, mücbir veli) und im Wissen um gelegentliches islamisches Handabhacken und Steinigen, beim vom Hörensagen bekannt werdenden Vergewaltigungsdschihad wie in Darfur oder bei dem durch Europas Medien vertuschten, europäisch-vorstädtischen Belästigungsdschihad (Nebeneffekt ist das unters Kopftuch Mobben) wachsen viele junge Migrantenkinder auf. Da erstaunt es nicht, dass die islamische Kindererziehung leider immer noch viel zu oft die autoritäre Persönlichkeit formt. „Angeboren“ (fitra) ist das nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4re_Pers%C3%B6nlichkeit

Man nennt sie auch autoritären Charakter

http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

Wir dürfen vermuten, dass Mohammed diese vormoderne oder, heute, gegenmoderne Haltung, das Erziehungsziel: Autoritäre Persönlichkeit ebenso propagiert hat wie Said Ramadan oder Necmettin Erbakan es später taten. Man hört bisweilen sagen, diese Herren hatten eine schwere Kindheit, waren Kinder ihrer Zeit, mussten so fühlen und denken. Das mag ja auch stimmen, doch sind für die Zukunft der Gesellschaft (der Welt, Europas, Deutschlands) keine auf der Erde gelandeten Göttervertreter, keine sunnitischen Scheichs oder schiitischen Ayatollahs verantwortlich, sondern die Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Tja, wenn die allerdings mehrheitlich das Kalifat wollen, verkommt die Demokratie zur ‘hakimiyyat Allah’, oberster Souverän ist dann nicht länger das Volk, sondern der Islamgott.

Der säkulare Staat hat “die Muslime” (auch so ein deutscher Gutmenschen-Mythos, der die Säkularen und die Schariagegner gerne unterschlägt), für genau so lernfähig zu halten wie die so genannten Nichtmuslime (was ist das für eine ethno-religiöse Kaste, hat ein Grundschulkind jetzt ein Schild um den Hals: “Vorsicht, nichtmuslimisches Kind”?).

Der Staat braucht ethno-religiöse Sondergesetze und vormoderne Sittlichkeitsvorstellungen (’aura/awrah, fitra, nikah, tahāra, hidschāb/niqāb) wesensgemäß nicht zu berücksichtigen, wird sie aber immer dann eingrenzen müssen, wenn Grundrechte Dritter oder, wie im Falle von neunjährigen Ehefrauen oder bedrohten Ex-Muslimen, Grundrechte von Menschen bedroht sind.

Ich vermute, es ist mir in meiner Freizeit auch außerhalb des Karnevals erlaubt, einen Kartoffelsack überzuziehe und Huibui das Schlossgespenst zu spielen. Wahrscheinlich würden meine Freunde sagen, ich hätte nicht mehr alle Mokkatassen im Schrank.

Lehrerinnenkopftuch sagt, ruft, schreit: “Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allāh ein Gräuel!” Die kopftuchtregende Lehrerin wird anmutig lächeln, unschuldig spielen oder sogar arglos sein und murmeln: “Allāh empfiehlt der Frau die Haarbedeckung”.

Das Lehrerinnenkopftuch ist hisbah (Allahs unsichtbarer erhobener Zeigefinger), ordnungspolitischer Aufruf, eben hisbah, zur Errichtung der ‘islamischen Gesellschaft’.

Kopftuch bekundet ohne Worte, weit leuchtend: Al-amr bi’l ma’ruf wa n-nahy ‘an al-munkar – Das Gute gebieten und das Schlechte verbieten!

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

Damit ist das islamische Kopftuch ein äußeres Zeichen der Ideologisierung des Leibes (fitra, ‘aura). Kopftuch – jedes – sagt zur Imam-Ehe (nikah) und zur Scharia “Ja!”, jedenfalls sagt es niemals nein zur Scharia und kein deutscher Moscheeverein lehnt die vormoderne, demokratiegefährdende islamische Pflichtenlehre ab. Von der kalifatsorientierten Ambition der durchweg reaktionären deutschen Islamverbände nicht zu sprechen.

Ob Salafiyya oder Milli Görüş: Die Kopftuchfreunde bevorzugen das Kalifat (Großmufti Mustafa Cerić sagt anstelle von Kalifat trickreich Imamat, in: The challenge of a single muslim authority in Europe) gegenüber jeder kulturellen Moderne, gegenüber Pressefreiheit, Religionskritik und Gesellschaftskritik. Der clevere Murad Wilfried Hofmann nennt die von ihm erträumte schariatisierte Nachdemokratie “Post-Postmoderne”.

http://www.designe-ligne.de/de/islam/kommentare/data/28-03-2003_17_47_58.php

Die säkulare Kultur benötigt zu ihrer Selbsterhaltung das pädagogische und politische Arbeitsmittel des Verbots des Lehrerinnenkopftuchs an ihren staatlichen Schulen. Auch Rheinland‑Pfalz sollte sich in diesen Monaten ein entsprechendes Gesetz geben, wie der gestörte Schulfriede am Speyer‑Kolleg anzeigt. Erfreulicherweise hat die dortige CDU einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits eingereicht.

So lange in vielen europäischen Moscheegemeinden der Forderung nach dem für jede muslimische Frau verpflichtenden hidschāb nicht widersprochen wird, ganz im Einklang mit anerkannten islamischen Autoritäten und zugleich Demokratiefeinden wie Yūsuf al-Qaradāwi, darf uns Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern jedes Kopftuch als ‘Wegzeichen’ (Buchtitel von Sayyid Qutb) für schariatische Islampolitik gelten, für geheiligte Entwürdigung der Nichtmuslime und der Frauen. Diese vormoderne religiöse Einstellung ist vom Grundrecht der Religionsfreiheit schlichtweg nicht gedeckt.

Der heutige Allāh verhindert Religionsfreiheit. Jedenfalls lässt er sein irdisches Bodenpersonal derartig wirken, diese Vertreter Allahs auf Erden, die Kalifen sprich Stellvertreter namens Ayatollah, Großmufti und Scheich. Apostasie wird nicht geduldet. Das aber ist aus demokratischer Sicht eine Unart, grundgesetzverträgliche Religion ist es gewiss nicht, eher sozialer Kerker, eine als Religiosität deklarierte Sklavenkette. Religionswechsel muss akzeptiert, bejaht werden, zurzeit für al-Azhar oder Europäischen Fatwā‑Rat (ECFR), für Ghom, Nadschaf oder Teheran (Tehrān) eine unüberwindbar scheinende Hürde.

Die Beurteilung eines Andersgläubigen als eines wenigstens grundsätzlich als sittlich wertvoll denkbaren Menschen muss möglich werden. Koran und Hadithen jedoch lehren den (islampädagogischen) Ekel vor den Dhimmis, den Hass auf die Polytheisten. Der Islamische Gelehrte und „Hodschatolislam“ Abu Muhammad al-Ghazali (hujjat‑ul‑islām al-Ghazālī, 1058-1111) und der Theologe Ibn Taimiya (1263-1328) Taimiyya, Taimiyyah) brachten diesen Aufruf zum theokratischen und nahezu sakramentalen Apartheitsstaat in eine endgültig menschenverachtende sowie zutiefst frauenverachtende Form. Die Scharia muss auf den Schutthaufen der Menschheitsgeschichte! Die Scharia-Gerichtshöfe müssen aufgelöst werden und die fatwaproduzierenden Milieus sind durch Bildung aller Menschen in ihrer schädlichen, suchterzeugenden Wirkung zu entmachten.

Sehr geehrte Faizah, sie fragen mich, warum ich Arme, Beine und Gesicht einer Frau sehen will. Tue ich doch gar nicht. Keine Frau im Zimmer. Im Nachbarhaus schlafen schon alle, Männer und Frauen. Morgen früh sehe ich wohl wieder ein paar Menschen (wer sagt Ihnen eigentlich, dass ich nicht blind bin? Nun, zum Glück habe ich gute Augen).

Oft beiläufig, grundsätzlich eher interessiert, manchmal mit Freude schaue ich Menschen ins Gesicht, den ganz alten wie den kleinen Kindern, den Jugendlichen und Erwachsenen, seien sie weiblichen oder männlichen Geschlechts. Und habe dabei den Glauben, er mag Ihnen seltsam erscheinen, dass eine Frau einen Mann grundsätzlich genau so lüstern oder begehrlich, sympathisch oder würdigend, nachbarschaftlich oder kollegial, neutral oder kühl anzusehen in der Lage ist wie ein Mann eine Frau. Dass Menschen, leider jedoch gerade Muslime hasserfüllt gucken können, ist uns vertraut. Da gibt es gar keinen Unterschied zwischen den Geschlechtsklassen, allenfalls etwas kulturell oder milieubezogen oder religiös antrainiertes Getue.

Da Sie für den Gesichtsschleier werben möchten, danke ich Ihnen zwar für diesen authentischen Beitrag aus dem radikalislamischen Innenleben, möchte Sie jedoch in der Sache nicht unterstützen. Fragen Sie also nach Zustimmung zum niqāb den indonesischen Gelehrtenrat, Indonesian Ulema Council, der, interessant und absonderlich, die für Schafiiten seit Jahrhunderten verpflichtende islamische Frauengenitalverstümmelung rechtfertigt. Die haben in den letzten Jahren recht lange Frauengewänder befördert, andererseits jedoch das strenge Kopftuch dem gesichtsverhüllenden niqāb vorgezogen. Besser also, Sie holen sich beim Herrn Abu Bakar Bashir die solidarische Zustimmung, ob eine gottesfürchtige Muslima ihren hidschāb als niqāb tragen sollte. Der Geistliche will die Bedeckung des Frauenleibes: “Naked women [are] worse than Bali bombings, unbekleidete Frauen sind schlimmer als das Bali-Attentat”, meint der einen persönlichen Kriegsgott anbetende P#333399iger.

http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Bakar_Bashir#Views_and_controversies

http://sweetness-light.com/archive/bali-bombers-says-naked-women-worse-than-bombs

Abu Bakar Bashir, Mitgründer der Jamaah Islamiyah und gottesfürchtiger Terrorfreund, will für alle Muslime Indonesiens ein Leben nach der ganzen, reinen Scharia.

Bei der nach Totalität strebenden islamischen Sexualpolitik, wie sie mit dem politreligiösen Kopftuch beginnt, geht um die männliche Herrschaft über die gewaltsam (dschihād) ins Abseits getriebenen, nach Maßgabe des Tochtertauschens erworbenen Frauen (Kaufvertrag nikah‑nama), die nachfolgend das Haus nicht ohne männlichen Begleiter (mahram) verlassen dürfen. Symptom dieser sexualpolitischen Landnahme ist das Kopftuch.

Das Wort Mängelwesen stammt von Arnold Gehlen. Gehlen meinte den naturhaft schutzbedürftigen Menschen, jeder Kultur (beiderlei Geschlechts). Der Islam aber meint mit mangelhaftem Wesen die Dhimmis, von denen es für jeden frommen Muslim gilt, Schutzgeld (die islamrechtlich einwandfreie dschizya) zu erpressen. Und neben dem Nichtmuslim (dhimmī; harbī) kennt der Islam noch ein weiteres Mängelwesen: Die Frau.

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4ngelwesen

Es ist ein zwar grundfalscher, jedoch konsequenter Weg, den Sie, sehr geehrte Faizah, gegangen sind, vom Kopftuch über den Tschador zu der Ganzkörperverhüllung einschließlich Gesichtsverhüllung (niqāb). Schließlich hat im besonders radikalem Islam jede Frau als ein ganz ausgesprochenes Mängelwesen, das dem Mann sittlich, religiös und geistig unterlegen ist, vor der Öffentlichkeit nicht nur ihren verruchten, beständig vom iblīs (Teufel) umflatterten Leib, sondern auch ihr Antlitz zu verbergen.

Niqabi. Die sozial Entleibten, die geschaffenen Gesichtslosen huschen geistergleich, lebenden Toten gleich durch die ersten europäischen Straßen, indes die Ureinwohner wie auch die Einwanderer meist nicht einmal blöde gucken sondern irgendwie Verständnis haben. Ich habe für den niqāb kein Verständnis!

Der Ganzkörperschleier, auch der gesichtzeigende Tschador oder die Abaya, steht außerhalb der Kleiderordnung (dresscode). In Europa haben Mann und Frau einen Leib wie ein Gesicht. Im radikalen Islam nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiderordnung

Im radikalen Islam ist Geld ist eben Männergeld, ist der städtische Zentralplatz Männerwelt, ist menschliches Gesicht Männergesicht. Sehr geehrte Faizah, vielleicht sollten Sie, durch mir nicht bekannte Lebensumstände bedingt, in diesen Jahren muslimisch leben, so etwas gibt es ja überall auf der Welt und ist erst einmal kein Grund, den Kopf in den Sack, äh: Den Kopf in den Sand zu stecken. Lesen Sie „Ich war ein Munie“ (Oliver von Hammerstein), das Buch (al‑kitāb) könnte Sie sehr betreffen. Falls Sie schariatisch überwacht sind, lesen Sie das Buch heimlich. Sie könnten es in einen kalligraphisch gestalteten Umschlag einer hadīth- oder tafsir-Sammlung einarbeiten und zur Freude Allahs in den Frauenbereich der Moschee schmuggeln. Ginge auch mit: Die satanischen Verse (Salman Rushdie) oder: Gabriels Einflüsterungen (Jaya Gopal), warum bitte sollen Muslime nichts lernen über Literatur oder Menschheitsgeschichte.

Falls Sie den niqāb tagsüber und draußen dauernd tragen und sofern Sie das Haus verlassen dürfen: Verzichten Sie zunächst, sage ich jetzt so ähnlich wie ein Suchtberater es tun würde, für zwei Tage in der Woche darauf, Ihr Gesicht mit einem niqāb zu verschleiern. Trainieren Sie später einen Wochentag lang den european dresscode, das durchschnittliche Erscheinungsbild.

http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstdarstellung#Grenzen

Neues Erleben wird sich Ihnen auftun, ebenso menschliches wie gottgewolltes. Der Name Faizah bedeutet die Siegreiche, die Gewinnerin. Werden Sie der Bedeutung Ihres Namens gerecht.

Mit freundlichen Grüßen

Jacques Auvergne

Lesetipp

Kapitel 09 und 10 aus der Analysiert von Ümmühan Karagözlü den niqāb.

https://schariagegner.wordpress.com/2008/03/22/mannerblicke-frauenkorper/

Karagözlü antwortete einer Niqabi. An Schleiergesicht oder vielmehr Schleiernichtgesicht Melanie

https://schariagegner.wordpress.com/2008/05/19/antwort-an-melanie/

Oh, deswegen wählte ich den Namen damals: Denn er war zutreffend, ich habe den islam für mich gewonnen und in mein Leben lassen dürfen.

Warum sollte ich irgendwas “trainieren” wovon ich al hamdu lillah mit der Zeit endlich wegkam, und was ich zutiefst verachte?

Warum immer RADIKALER islam? ES gibt nur einen islam, DEN Islam. DIE Wahrheit. Das ist nicht einfach eine der Weltreligionen wie Sie es abtun. Es gibt nur eine Wahrheit und eine Logik. Jemand hat uns erschaffen, deswegen sind wir hier, deswegen haben wir uns an die Gesetze zu halten, die dieser jemand aufgestellt hat: Allah ta’ala. Wenn sich das puzzle zusammenfügt, man plötzlich ALLES versteht und keine Fragen mehr hat, zweifelt man nicht mehr an der Richtigkeit. Der islam ist die einzige Religion die auf alles Antworten parat hat.

Kommen Sie mir bitte nicht mit irgendwelchen Quellen von Leuten die sich Muslime nennen, aber es oft nicht mal sind. Wir nehmen als Muslime nicht Wissen von Shiiten, anderen Sektenangehörigen, den Ahlu Bidah, oder Leuten die nicht mal Bart tragen aber Vorträge halten, Leuten die sagen, Christen sind auch okay und kommen ins Paradies, Leuten die dazu aufrufen einige Verse aus dem Qur’an zu ignorieren. Damit will ich nicht sagen dass sie alle keine Muslime sind, nein, das wäre verboten, aber was die Quellen angeht lese ich wie jeder Muslim es sollte, Qur’an und Sunnah, selbstverständlich nicht selbst interpretiert, sondern nach dem Verstand der salaf salah und höre dann was die Ulama sagen – Sheikh Albani, Utheymin, BinBaz, etc. Das wars. Ich werde also nicht irgendwelche Werke lesen von Leuten die doch keine Ahnung haben – das ist nur Fitnah. Und irgendwas einschmuggeln, ich bitte Sie machen Sie sich nicht lächerlich, bleiben wir bitte ernst – denn Allah sieht alles.

Eine Sache spreche ich noch kurz an: Es ist anmaßend zu behaupten, Sie könnten sich auch nur im geringsten vorstellen, was eine Frau empfindet wenn sie einen Mann sieht, verglichen zu dem, was der Mann empfindet wenn er eine Frau sieht. 1. Sie waren nie eine Frau, werden nie eine sein, und da können ihnen noch hundert Frauen erzählen, sie seien angeturnt von Männern auf der Straße, die Intensität dieser Aussage werden sie nie einschätzen können. 2. Werden Sie also nie in der Lage sein, Mann und Frau zu vergleichen, denn Sie kennen nur die eine Seite. 3. Wer kann sie vergleichen? Der der sie GEMACHT hat. Allah ta’ala. Und deswegen vertrauen wir ihm doch 100%ig.

Ich empfehle IHNEN http://www.islam-links.eu zu studieren. Ansonsten empfehle ich gar nichts mehr. Allah leitet recht wen er will und führt in die Irre wen er will.

Ich denke in der Diskussion immer: Wie schön, dass eines Tages ALLE wissen werden wovon wir Muslime immer gesprochen haben. Al hamdu lillah. Es wird ein Tag kommen, da wird es zu spät sein, Einsicht zu zeigen.

Faizah