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Keine Toleranz der Intoleranz

Oktober 21, 2021

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Muezzinruf und allgemeine Menschenrechte

In jeder an den allgemeinen Menschenrechten ausgerichteten Gesellschaft, und eine solche gilt es weltweit, also auch in Deutschland zu erhalten oder zu verwirklichen, gehört es zum allgemein oder doch mehrheitlich bejahten Menschenbild, dass der Mensch, das ist Mann oder Frau, ausreichend mit Verstand begabt ist, um sein Dasein glücklich und friedlich zu gestalten, und das wir von einem gelingenden Leben eines einzelnen Menschen grundsätzlich reden können, einerlei, ob dieser Mensch Jahr für Jahr überwiegend Frömmigkeit fühlt und lebt oder ziemlich eindeutige Gottlosigkeit, ob er über Religion noch nie nachgedacht hat oder heute einfach keine Lust hat, über einen Gott nachzudenken.

Ein alle Lebensbereiche durchdringendes, anders gesagt ein totalitäres Lebensgefühl der Angst vor bösen Geistern oder vor einem angeblich gottgewollten, sogenannte sündige Menschen in einen ewigen Abgrund unbeschreiblich schmerzhafter Qualen hinabstürzendes Strafgericht gehört nicht dazu und ist, bekennend gelehrt, also ohne das Befähigtsein und Befähigen zur Außenansicht, in den Lehrplan öffentlicher Schulen nicht integrierbar, auch nicht in den Islamischen Religionsunterricht (IRU).

Eine Religionslehre, nach der die Frau zu ermahnen und alsbald zu bestrafen ist, wenn sie ihren Körper im öffentlichen Raum nicht bis auf Hände und Gesicht mit Stoff bedeckt, eine religiöse Lehre, nach der sie nur halb so viel erben darf wie ihr Bruder oder in welcher die Tochter Eigentum des Vaters und später ihres Ehemannes ist, welcher ihr das Verlassen des Hauses verbieten kann, ist in der an ihrer Abschaffung nicht interessierten freiheitlichen Demokratie nicht den bekennenden Religionsunterricht integrierbar, auch keine Lehre, die zum Aufbau des jeden Religionskritiker jedenfalls Islamkritiker einschüchternden oder ermordenden Gottesstaates aufruft, der dann vielleicht nicht unbedingt Kalifat sein muss, aber mindestens, wie bei Sayyid Qutb, God´s sovereignty, Hakimiyya.

Deutschland im Oktober 2021, im Jahr 73 nach Bekundung der AEMR, Paris am 10. Dezember 1948. In der lebenswerten und schönen Stadt Köln darf hier und da künftig der Adhan zu hören sein, der Ruf des Muezzin. In einem zweijährigen Modellprojekt erlaubt die Stadt Moscheegemeinden, auf Antrag zum Freitagsgebet zu rufen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) meint, dass mit dem geduldeten Gebetsruf „Vielfalt“ gelebt werde und verschweigt, dass es bislang überall auf der Welt, wo das geltende Recht der Scharia folgt, der islamischen Schöpfungsordnung und Gesetzlichkeit, und dem Fiqh, der islamischen Jurisprudenz, etwa in Afghanistan, im Iran oder in Saudi-Arabien, eine Vielfalt, nennen wir religiöse Vielfalt, Meinungsvielfalt oder sexuelle Vielfalt, allenfalls im Verborgenen vorzufinden und ansonsten eher von Vernichtung bedroht ist.

Kölns Stadtverwaltung begründet den Schritt auch damit, dass in der Domstadt Glocken Christen zum Gebet rufen und dass der Muezzinruf bei Muslimen analog zu behandeln sei. Reker weiß nicht oder verschweigt, dass der eine Religionsstifter sinngemäß sprach, Du sollst deine Feinde küssen, und der andere, Du sollst deine Feinde köpfen.

In der Presseerklärung vom 7. Oktober 2021 sagt Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

„Ich freue mich, dass wir mit diesem Modellprojekt den berechtigten religiösen Interessen der vielen Muslime in unserer weltoffenen Stadt Rechnung tragen, damit ein Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion setzen und ein Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit abgeben – aber auch die Interessen der hier lebenden Muslime akzeptieren.“

Reker weiter:

„Muslime, viele von ihnen hier geboren, sind fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft. Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage. Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.“

Wie versehentlich spaltet OB Reker Kölns Bevölkerung in Muslime und Nichtmuslime auf und unterstellt den dadurch leider ein wenig zur Spezies, zur Sorte Mensch werdenden Kölner Muslimen pauschal Religionsfreude und Freude am Muezzinruf. Was, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, ist mit all jenen Männern, Frauen oder Kindern, die sich durch den Muezzinruf gegängelt fühlen, was ist mit den in Köln wohnenden oder Köln besuchenden Ex-Muslimen, mit den Überlebenden der Herrschaft von Ayatollah Chomeini, Boko Haram, Schabaab oder Taliban, mit säkularen Flüchtlingen vielleicht, in denen ein noch so kunstvoll gesungener Adhan Erinnerung an islamische Steinigungen oder islamisches Auspeitschen wachruft, an Pogrome bzw. Angriffe gegen orientalische Christen, gegen Aleviten, Hindus, Jesiden, Atheisten, Islamkritiker oder Feministinnen?

Im an den allgemeinen Menschenrechten ausgerichteten freiheitlichen Rechtsstaat kann jedermann eine Religion haben oder auch nicht, kann jeder seine Religion wechseln, ohne seine vollen Bürgerrechte zu verlieren. Läuten Kölns Kirchenglocken, singen Kölns Muezzine ab Oktober zwei Jahre lang (Modellprojekt) für oder gegen diesen universellen und unveräußerlichen Anspruch? Oder mauert der islamische Gebetsruf symbolisch nun auch in Köln die Islamangehörigen und Schariapflichtigen lebenslang, lebenslänglich ein in den Kerker des religiösen, öffentlich zu bekundenden und öffentlich kontrollierten Wohlverhaltens und Gehorsams?

Folgendes schreibt die Stadt Köln, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in ihrer Presseerklärung:

„In der Praxis muss jede Moscheegemeinde, die sich an dem Projekt beteiligen möchte, einen Antrag an die Verwaltung stellen. Festgelegt durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag erfolgt dann die formelle Zustimmung, den Gebetsruf zum mittäglichen Freitagsgebet an der jeweiligen Moschee zu praktizieren. Der so geschlossene Vertrag enthält individuelle Auflagen, die von der antragstellenden Moscheegemeinde zu erfüllen sind. So darf der Gebetsruf freitags nur in der Zeit zwischen 12 bis 15 Uhr (das mittägliche Freitagsgebet variiert je nach Kalender) und für die Dauer von maximal fünf Minuten erfolgen. Auch die Lautstärke des Rufes wird je nach Lage der Moschee mit einer unterschiedlichen Höchstgrenze festgelegt.“

In einer Islamischen Gesellschaft ist nicht der Mensch, sondern Allah Gesetzgeber und ist Volkssouveränität gleichbedeutend mit Krieg gegen Gott, was auch Frau Reker wissen kann. Die Oberbürgermeisterin der Vielfalt sollte sich fragen, ob der jeweilige Adhan noch zu Andacht, Besinnung und Begegnung aufruft oder bereits zum Durchsetzen von Allahs Hakimiyya, der islamischen Gottesherrschaft, in der Nichtmuslime Menschen sittlich und rechtlich geringeren Wertes sind und schuldhaft geduldete irdische Gleichberechtigung von Mann und Frau den Platz im Paradies verspielt.

Islam ist eine vollständige Religion ebenso wie eine vollständige Rechtsordnung, was Henriette Reker eigentlich interessieren sollte, die Politikerin und Juristin schloss 1986 nach dem Rechtsreferendariat am Landgericht Münster ihre juristische Ausbildung mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen ab. In Deutschland haben wir aber bereits ein Rechtssystem, an der Einführung eines zweiten ist kein Bedarf, welches erst dann die muslimischen Sonderbürger oder muslimischen Beibürger – vergleiche bei Murad Wilfried Hofmann Muslims As Co-Citizens of the West, „the possible development of what might be called a madhhab al-urubi, a fiqh for Muslim dhimmi (!)“ – und ihre Kinder und Kindeskinder in einer rechtlichen Apartheid einsperren würde, insbesondere den muslimischen Mädchen und Frauen von morgen das Recht auf eine selbstgeschriebene Biographie erschwerend oder vereitelnd.

Eine Rechtsspaltung, eine auch nur partielle Rechtsverschiedenheit ist nicht einzuführen, das Islamische Recht ist auch in Teilen nicht ins deutsche, jedermann gleichbehandelnde Recht zu integrieren, bereits im Personenstandsrecht und Eherecht nicht, wo es den erniedrigten Status der muslimischen Frau verlangt, die bei Trennung ihre Kinder an die Familie des Mannes verliert und die durch den Ehemann jederzeit ohne Angabe von Gründen verstoßen werden kann.

Immer noch ist Kritik am Islam in den sogenannten islamischen Ländern nicht nur tabu, sondern lebensgefährlich. Gemäß Scharia und Fiqh, anders gesagt gemäß göttlicher Gesetzlichkeit und irdischer Rechtsschöpfung aus Koran und Sunna, folgt aus der Islamapostasie die Todesstrafe, weswegen Glaubensabtrünnige dort immer wieder angegriffen oder zum Tode verurteilt werden. Ist der jetzt in Köln erklingende islamische Aufruf zum Gebet eine explizite Abkehr von der Doktrin des Apostasieverbotes? Meint Frau Reker vielleicht, dass der schariabasierte Islam mit Menschenfreundlichkeit, Friedlichkeit und Gleichberechtigung der Frau grundsätzlich gleichzusetzen sei und dass die Machthaber in Teheran oder Riad ihre Religion falsch verstanden haben?

Die Freundin des bald erklingenden Muezzinrufes und amtierende Oberbürgermeisterin Reker sollte darüber nachdenken, was es für fromme muslimische Einwanderer, was es für die in einer Kölner muslimischen Familie aufwachsenden Jungen und Mädchen bedeuten kann, zu wissen oder zu erfahren, dass die Religion, beim beständigen Blick auf das jenseitige Wohlergehen oder Verdammtsein, auf Erden jeden Gegenstand, jedes Lebewesen und jede menschliche Handlung so behandelt wissen will, wie es die Fünf Beurteilungen – Al-Ahkam al-Chamsa – nun einmal vorgeben und was auch nicht erst „Salafismus“ oder „Islamismus“ ist, sondern die echte, letztlich 1400 Jahre Religion Islam.

Im genauen Einhalten der Ahkam al-Chamsa – verpflichtend (fard, wadschib), erwünscht (mandub, mustahabb, sunna), erlaubt (halal, mubah), verpönt (makruh), verboten (haram) – gehorchen die Koran und Sunna folgenden Menschen dem Befehl und strengen Blick des Allgegenwärtigen auf das Weltgeschehen. Die Fünf Bewertungen zielen, obschon sie jeden Bereich des menschlichen Lebens im Diesseits bewerten und regulieren, vorrangig auf das islamisch Entscheidende schlechthin, auf den Tag der Auferstehung und die nachfolgende endgültige Gerichtsverhandlung, Vorsitzender Richter wird nicht Juristin Henriette Reker sein, sondern der Schöpfer und Erhalter der Welt.

Der endgültigen Aufteilung aller Menschen in Bewohner des Gartens der Glückseligkeit und Bewohner des Höllenfeuers eingedenk, arbeitet nicht erst jede heutige islamkonforme Richtertätigkeit bzw. jedes europäische klandestine Schariagericht und auch nicht erst eine offiziell errichtete Islamische Religionspolizei (Mutatawwia). Vielmehr folgt dem Grundsatz aller Hisba – Das Gebieten des Rechten und Verbieten des Verwerflichen – bereits der große oder kleine Kölner Tugendwächter, der beispielweise einen jungen Mann ermahnt, genauer darauf aufzupassen, dass seine Schwester keine unzüchtige Kleidung trägt oder gar mit einem Jungen gesehen wird.

Statt als Oberbürgermeisterin berüchtigt praxisorientiert (5. Januar 2016, Frauen in Köln sollen zu Fremden mindestens „eine Armlänge“ Distanz halten) im Jahr 2021 zum Muezzinruf lediglich über Fragen von Schallemmission und Lautstärke („Dezibelgrenzen“) zu sinnieren, sollte sich Frau Reker fragen, ob sich im durch Muezzinrufe beschallten öffentlichen Raum der Stadt Köln der insbesondere auf Kinder, Jugendliche und Frauen lastende Druck zu islamisch korrektem Verhalten erhöhen wird und ob ein ganze Straßenzüge beschallender Adhan durch selbsternannte oder bereits semiprofessionelle Kölner Sittenwächter als Freibrief verstanden werden könnte, auch in der Stadt am Rhein durch schariatreues Mobbing unislamische Lebensformen und Verhaltensweisen nach besten Kräften zu beseitigen. Ist OB Reker nicht klar, dass die Stadt Köln (7. Oktober 2021, „zweijähriges Modellprojekt“) eine Erlaubnis zum Gebetsruf nach Ablauf der zwei Jahre kaum wird zurücknehmen können?

Kölns Presseerklärung schließt wie folgt:

„Zu beachten ist auch, dass die umliegende Nachbarschaft von der Moscheegemeinde im Vorfeld frühzeitig mittels eines Flyers über den Gebetsruf informiert werden muss. Zudem ist für jede Gemeinde eine Ansprechperson für die Nachbarschaft zu benennen, die Fragen beantworten oder Beschwerden entgegennehmen kann.

Das Projekt wird durch die Verwaltung eng begleitet. Nach Abschluss der zweijährigen Projektlaufzeit werden die Stadt und die beteiligten Moscheegemeinden gemeinsam ihre Erfahrungen auswerten, um auf dieser Basis zu entscheiden, ob die neue Regelung beibehalten werden kann.“

Wo bleibt die unzweideutige Solidarität der Verwaltung der rheinischen Millionenstadt, die im Namen der, grundsätzlich fraglos begrüßenswerten, Toleranz („Vielfalt“) jetzt den islamischen Gebetsruf erlaubt, mit den Freidenkern und Religionskritikern in der Türkei, in Ägypten, in Bangladesch, von denen einige mittlerweile auch in Köln leben? Das wäre Mut zur Vielfalt.

In der kulturellen Moderne universeller Menschenrechte noch nicht angekommen oder aus ihr bereits wieder kräftig herausgewandert ist die meines Erachtens auch bei Politikerin und Juristin Reker spürbare Weigerung, zwischen Islam und Muslimen zu unterscheiden, diese seltsame Sehnsucht, Religion und Religionsangehörige gleichzusetzen, dieses Exotisieren des Fremden beim unnötigen Befördern des Gegensatzes religiös definierter Kollektive und beim Behindern des Weges des einzelnen Menschen zu dem, was Immanuel Kant 1784 unter einem gelingenden menschlichen Leben im Zustand der Aufklärung verstand.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Theil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne Zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt der für mich die Diät beurtheilt, u. s. w, so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.“

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

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Carlo Schmid und die freiheitliche Demokratie

Januar 8, 2011

دو قومی نظریہ

Do qaumi naẓariya

La théorie des deux nations

Zwei-Nationen-Theorie

Christlich-wertkonservative Islamkritik?

Von Edward von Roy, Weihnachten 2010.

Islamkritiker empören sich berechtigt über gelegentlich vermutbaren kulturellen Rabatt im Bereich von Rechtssprechung und Strafmaß, das muss entsprechend auch für religiösen Rabatt gelten, denn die Hütchenspieler der Scharialobby berufen sich abwechselnd auf Kultur und Frömmigkeit, wie es gerade besser passt. Das wiederum verdeutlicht, dass der säkulare Staat den Stadtbürger und Staatsbürger überhaupt nicht religiös zu klassifizieren hat, denn hier gilt die Straßenverkehrsordnung und nicht das Alte oder Neue Testament. Der Kölner und Islam-Missionar Pierre Vogel bleibt bei Rot an der Ampel ebenso stehen wie seine iranischstämmige Mitbürgerin und Ex-Muslima, die den Islam genau so gut kennt wie er.

Was wir zu verteidigen haben, ist die Rechtseinheitlichkeit. Unser geplantes Positionspapier sollte daher vor der Rechtsspaltung warnen, die Mustafa Cerić, der den Islam richtig, nämlich als diskriminierend und die Seele rettend, verstanden hat, bekanntermaßen über das Familien- und Personenstandsrecht einzuführen gedenkt: the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.

Wenn wir plausibel argumentieren wollen, können wir zudem weiterhin die Standards der Alice Schwarzer verwenden, die gleichheitsfeministischen Standards also, schließlich will der Islam die theologische und juristische Herabsetzung der Frau. Den Islam lediglich als faschistoid oder faschistisch zu bezeichnen, islamkritische Atheisten würden diese Strategie vermutlich bevorzugen, wird nicht erfolgreich sein, denn der Islam sieht sich, ob uns das passt oder nicht, als Religion und er ist, ob völkerkundlich oder psychologisch gesehen, funktional natürlich Religion. Mit „Religion“ (christlicher, jüdischer) aber lässt sich eine Religion nicht abwehren, jedenfalls nicht bei beibehaltenem Grundgesetz (GG).

Die meisten von uns sind mehr oder weniger tiefgründig christlich sozialisiert worden. Andererseits tritt, wo auch immer in Europa wir hinsehen, organisierte christlich-konservative Islamkritik weder als christlicher Verein noch als Gemeinschaft von Christen auf (und ist damit konfessionell ungebunden, nicht überkonfessionell). Konservative Netzwerke von islamkritischen Aktivisten bestehen üblicherweise aus Christen, Juden, Pantheisten, bekennenden Neuplatonikern und bekennenden Atheisten und bestehen vor allem aus uns allen, uns freiheitlichen Demokraten, die keine Bevormundung durch den derzeitigen, bekanntermaßen islamverliebten christlichen Klerus wünschen, die aber sicherlich überhaupt keinen Klerus wünschen, der AEMR und GG für alle oder für die Menschen ihrer Glaubensnation (Milla, türk. millet) außer Kraft setzt. Wir verteidigen also nicht das (womöglich zur Spätgotik, um 1350 n. Chr., untergegangene) famose Abendland, sondern das auf Rationalität, nicht auf Seelenrettung, begründete einheitliche Recht. Unsere Gesetze und Verordnungen regeln das irdische Zusammenleben, nicht den dauerhaften Verbleib in Paradiesgarten oder Höllenfeuer.

Was Europa droht, ist eine Neuauflage der erwiesenermaßen zur Staatszerschlagung hoch wirksamen Zwei-Nationen-Theorie (muslimisches Pakistan bzw. Bangladesch versus hinduistisches Indien). Jedes schwammige „europäische Werte“ (bitte, welche? Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit – hat der fraglos nichteuropäische Chinese diese Werte denn nicht?) ist zweckmäßigerweise durch das Zitat zu ersetzen, mit dem am 08.09.1948 Carlo Schmid für die wehrhafte Demokratie eintrat:

„Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf geht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit selbst auszurotten? Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik z. B. den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muss man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Mich freut immer, wenn sich wertkonservative oder christliche (oder gar heutige sozialdemokratische) Kreise zu diesem Zitat bekennen.

Ob ein Bekenntnistext christlich oder konservativ argumentierender Islamkritiker nun drei, zwei oder eine Seite umfasst oder auch nur eine halbe Seite, es muss dort im ersten Absatz das unmissverständliche Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (vom 10.12.1948) ebenso in Erscheinung treten wie das klare Credo zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 23.05.1949). Mit dem tief empfundenen (frommen) oder aber politisierten (missbrauchten) Wörtchen christlich ist wenig bis gar nichts gesagt, denn dass der Genfer Herr Calvin beliebte, den spanischstämmigen Trinitätsleugner und Arzt Michael Servetus auf nassem Laub zu Ehren Gottes zu verbrennen, ist schließlich völlig evangelisch.

Das bedeutet: Ohne die Nennung von AEMR 1948 und GG 1949 können christlich-wertkonservative Islamkritiker kein Thesenpapier und schon gar kein Positionspapier aus der Hand geben, denn jeder halbwegs kluge Reporter oder Journalist wird innerhalb von einer Millisekunde sagen: „Ihr nennt kein Grundgesetz – ihr wollt also das Grundgesetz überwinden“ und wird, er muss dazu gar nicht linksradikal sein, in der Presse schreiben: „Euer Verein hat also mit der AEMR keinen Vertrag, sondern will das abendländisch bzw. völkisch definierte Mehrklassenrecht – ihr seid bekennende Sezessionisten und arbeitet auf einen Staatsstreich hin – euer Gefasel vom europäischen Werteverbund ist also lediglich Synonym für arische Rasse.“ Daher noch einmal, und ganz deutlich: Jedes Positionspapier christlich-wertkonservativer Islamkritiker muss sich in den ersten drei oder vier Sätzen unmissverständlich zu AEMR 1948 und GG 1949 bekennen.

Ein bewusstes Anknüpfen an die Tradition selbstbewusster Bürgerlichkeit läge in einer Bezugnahme auf das Hambacher Fest vom 27. bis 30. Mai 1832, dem Urmodell des Bürgerprotests gegen Pressezensur, ein anderer Weg des die Demokratie bewahrenden Argumentierens ist das Bekenntnis zum wissenschaftlichen Denken. Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Naturgesetze gelten schließlich überall auf der Welt, universell, in Köln, Minsk, Mekka oder Pjöngjang.

Uns sollte stören, dass gewisse Teile der europäischen islamkritischen Szene im relativ stark missbräuchlichen Namen des Europäischen, des Abendländischen oder gar des Christlichen so etwas wie eine Neuauflage der hindu-nationalistischen Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) anzustreben scheinen, während andere das Werk der Islamisten kongenial dadurch mit betreiben, dass sie irgendwelche Kulturkreistheoretiker propagieren, die den so genannten Morgenländern kalkuliert verunmöglichen, jemals Teil des Deutschen Volkes oder des Europäertums zu sein. Unser Patriotismus hat nicht rassisch begründet zu sein, sondern verfassungsrechtlich. Gleichberechtigter Staatsangehöriger ist daher nicht der „Christ“ oder der „Europäer“, sondern der Bürger. Bürgersinn und Verfassungspatriotismus haben unser Credo zu sein, nicht Bibel oder blonde Haare.

Im Übrigen ist Religion erst dann frei und reif und human (und christlich), wenn sie nicht den ökonomischen, rechtlichen oder gesundheitlichen Status des Gläubigen als vom Ungläubigen verschieden definiert. In einer freiheitlichen Demokratie kann jeder von uns ein paar Jahre lang Atheist sein oder mit dem Dalai Lama meditieren, ohne sein Wahlrecht oder sein Recht auf Leben zu verlieren. Umgekehrt entbindet begeisterte Koranlektüre nicht von der Einhaltung der Schulpflicht oder des Baurechts. Ein Recht für alle: One Law For All, so bringt Maryam Namazie ihre Kampagne auf den Punkt.

Zusammengefasst: 1. Dem Islam das Prädikat Religion bzw. religiös abzusprechen, wird nicht funktionieren: Das Islamische Gesetz und System ist mehr als ein diesseitiger Totalitarismus, sondern (unreife oder unangenehme, mag sein) echte Religion, die diskriminierende Paragraphen erzeugende Scharia ist Religion. 2. Nein zur Rechtsspaltung! Das Bestehen auf der Unteilbarkeit der Menschenrechte und (damit) auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau allein kann uns zum Erfolg führen. 3. Zivilisation im Plural anzunehmen (The Alliance of Civilizations (AoC); The United Nations Alliance of Civilizations (UNAOC)) oder in der Manier von irgendwelchen braunen oder bibelbewegten Esoterikern den abendländischen Kulturkreis oder das christliche Europa (bzw. das christliche Amerika) zu verteidigen, wird geeignet sein, im Sinne der südasiatischen Two-Nation Theory die bürgerliche Kultur erfolgreich zu beenden und dürfte rasch entweder das Kalifat an die Macht bringen oder den rassisch reinen Führerstaat.

Israel liefert uns hochwertige, empfehlenswerte Produkte und ist für Touristen immer eine Reise wert. Indien und Israel, Griechenland und Großbritannien aber sind auf dem sprichwörtlichen Holzweg, solange sie die Scharia im Familienrecht nicht außer Kraft setzen.

Menschenrecht gibt es weltweit und nur im Singular – entweder Allahs Menschenrecht oder das vom 10. Dezember 1948! Auch die Wissenschaft oder die menschliche Zivilisation sind unteilbar und auf Individualität, Solidarität und Unveräußerlichkeit begründet, der Scharia-Islam hingegen ist vorzivilisatorisch (magisch) und gegenzivilisatorisch (antisozial), okkult und stammeskulturell und spaltet die Solidargemeinschaft der Bevölkerung in ehrenwerte Parteigänger Allahs und Gottlose bzw. Verräter.

Die Scharia ist nicht „anders“, sondern undemokratisch, sie ist unheilsabwehrend, gewaltverherrlichend und territorial expansiv. Die Scharia muss nicht deshalb weg, weil sie „morgenländisch“ (orientalisch) ist, sondern weil sie auf Ungleichbehandlung (und vermeintlicher Seelenrettung) beruht. Nur eine sehr säkulare Gesellschaft kann eine freiheitlich demokratische Gesellschaft sein.

Weltzivilisation, „zivilisierte Welt“ gibt es nur einmal, und irgendwann und möglichst rasch müssen das Recht auf Leben und die Pressefreiheit auch in Teheran gelten.

Dass die kulturelle Moderne, unter schariabefördernden Kulturkreistheoretikern jeglicher Couleur fälschlich genannt der Westen, keine Hände und Köpfe abhackenden Gottesdienste feiert und keinen Gott zu integrieren braucht, der mit fliegenden Steinen tötet, mag uns zu Weihnachten besonders klar werden.

Und zu unserem demokratischen Glück kennt oder benötigt die Ethik des Jesus von Nazareth weder Arier noch Abendländer und klassifiziert den Menschen eben nicht juristisch folgenreich in schwarz- und weißhäutig, orientalisch und okzidental. Und so können wir gleichsetzen:

One Law For All = Frohe Weihnachten,

Edward von Roy

Entenhausen-Fan Patrick Bahners

Oktober 26, 2010

الخلافة

al-Ḫilāfa

Caliphate

Kalifat

Multikultur pro Kalifat

Was Multikulturalist Patrick Bahners mit »Fanatismus der Aufklärung. Zur Kritik der Islamkritik«, abgedruckt in: Blätter für deutsche und internationale Politik (Ausgabe 9/2010, Seite 105-118), zum Thema Islam schreibt, verdient Kritik, meint Jacques Auvergne.

Wir kürzen Bahners Text nur ein wenig und lassen den Verteidiger des Glaubens (Foto (1)) gleich loslegen:

Ayaan Hirsi Ali hat vor vier Jahren im Interview mit einer deutschen Zeitung erklärt: Es „steht für mich fest, dass der Islam mit der liberalen Gesellschaft, wie sie sich im Gefolge der Aufklärung herausgebildet hat, nicht vereinbar ist.“ Dasselbe Bekenntnis, in kaum anderen Worten, findet sich im Schlusskapitel des jüngsten Buchs von Necla Kelek, „Himmelsreise – Mein Streit mit den Wächtern des Islam“: „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass der Islam, so wie er sich in seinem politischen Kern heute darstellt und repräsentiert, nicht in eine demokratische Gesellschaft zu integrieren ist. Der politische Islam stellt sich in seinem ganzen Wesen als ein Gegenentwurf zur aufgeklärten Zivilgesellschaft dar.“

Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek überzeugen uns mit ihrer Einschätzung von Sunna und Scharia, weil ein orthopraktischer und jenseitszentrierter Kult, der seiner quasigenetisch (y-chromosomal) definierten Anhängerschar je nach Bedarf mit Verlockung, Einschüchterung, Prügel oder Mord verdeutlicht, dass ein Verlassen des Islam ebenso in die Hölle führt wie ein schuldhaft versäumtes Gebet, von uns nicht als liberal bezeichnet werden kann.

Patrick Bahners hingegen scheint am Mehrstufenrecht der mohammedschen Medinarepublik bzw. des osmanischen Millet-Systems ebenso Gefallen zu finden wie an Geschlechterapartheid und Schleierpflicht Marke Ruhollah Chomeini oder Yusuf al-Qaradawi:

Dass der Gegner unserer aufgeklärten und zivilen Gesellschaft näher bestimmt wird als der politische Islam, bedeutet bei Necla Kelek keine Einschränkung gegenüber Ayaan Hirsi Ali, die den Islam als solchen für unvereinbar mit der liberalen Gesellschaft als dem Ergebnis der Aufklärung hält. Das Politische ist nach Erkenntnis von Kelek eben der Kern, das ganze Wesen des Islam, mit dem es die Welt seit 1400 Jahren zu tun hat.

Einer kluger Slogan der alten Achtundsechziger lautete: Das Private ist politisch. Für Patrick Bahners ist die von Mohammed angeordnete Vertreibung und Ermordung der Juden in Medina offensichtlich ebenso „unpolitisch“ wie die als Zug nach Chaibar bekannte älteste Dhimma und Islamexpansion.

Menschenrechtsfeindliche Unsitten in muslimischen Migrantenmilieus, von tödlicher Selbstjustiz gegen die sexuelle Selbstbestimmung bis zu alltäglichen Routinen der Misshandlung von Frauen und der Herabsetzung von Andersgläubigen, kann Necla Kelek daher politisch deuten, als zeitgenössische Gestalten eines Herrschaftssystems der ungleichen Rechte.

Das kann die Sozialwissenschaftlerin Kelek tatsächlich, und so schwierig ist das ja gar nicht, denn nur der Mann darf nach Allahs Geboten bis zu vier Ehefrauen erhalten, der Frau jedoch stehen weder vier Ehemänner zu noch ein Leben als Single, Lesbe oder Kopftuchverweigerin.

Für Patrick Bahners mag es Gleichbehandlung sein, wenn die Aussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel gilt wie eine männliche, die Schwester nur halb so viel erbt wie ihr Bruder. Hat der 1967 geborene Journalist schlicht keine Ahnung vom Islam?

Während selbst der Mann laut Koran für Geschlechtsverkehr mit Nichtehepartnerinnen oder Nichtsklavinnen hundert Peitschenhiebe erhält oder, sofern vier Zeugen auftreten, öffentlich gesteinigt werden soll, ist das öffentliche Steinigen oder anderweitige Töten der unzulässigen Sex kultivierenden Muslima ein aus islamischer Sicht berechtigtes Herstellen von „Gerechtigkeit“. Warum aber verteidigt der zwischen 1989 und 1993 als Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitende Bahners heutzutage die geheiligte islamische Deklassierung der Frau?

Ist der in Paderborn geborene Bahners zum Islam konvertiert und daher aus paradiesischer Gottesfurcht bzw. höchst diesseitiger Bedrohungslage gehalten, die Herabsetzung der Frau nach Sunna und Scharia zu beschönigen? Oder ist Bahners, der sein Abitur am Bonner Beethoven-Gymnasium erlangte, ein von Hass auf jede verlässliche Struktur getriebener Linksradikaler nach dem Muster der Sabine Schiffer oder aber ein Egozentriker, der weltweite Gewaltsituationen zum persönlichen Vorteil umarbeitet, etwa nach dem Grundsatz „eure Armut kotzt mich an“ bzw. nach dem klientenzentrierten Ansatz der auf den Hund gekommenen Sozialarbeit: „Ich bin ok, du bist ok, gut, dass wir darüber geredet haben“?

Es ist die Überzeugung der Islamkritik, dass freie Bürger Toleranz für den Islam, gleichgültig in welcher seiner historisch und sozial wirkmächtigen Spielarten, unter keinen Umständen riskieren dürfen. In Deutschland hat Ralph Giordano diese Überzeugung mit äußerster Schärfe ausgesprochen, in dem offenen Brief, in dem er im August 2007 im Streit um den Kölner Moscheebau dem Dialogbeauftragten des Bauherrn, der Ditib, der deutschen Repräsentanz des türkischen Staatsislam, den Dialog verweigerte. Giordano stellte die „Schicksalsfrage“: Ist der Islam „überhaupt vereinbar mit Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, mit Aufklärung und kritischer Methode“? Als Zeugen für seine Antwort rief Giordano, ohne die Namen zu nennen, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek auf: „Es sind Muslime selbst, die dieser Frage am skeptischsten gegenüberstehen, ja, sie offen verneinen und, unter Gefährdung einer Fatwa, die eigene Religion haftbar machen als die wahre Ursache für die Schwierigkeiten, die der Islam bei seinen Anpassungsversuchen an die Moderne hat.“

Giordano forderte die Ditib auf, „die Befindlichkeit der Mehrheitsgesellschaft und ihre Furcht vor einer schleichenden Islamisierung angesichts immer neuer, wie Pilze aus dem Boden schießender Moscheen in Deutschland sehr ernst“ zu nehmen. Ernstnehmen der Moscheenfurcht der Mehrheitsgesellschaft hätte nach Giordano bedeutet: „Üben Sie den Rückzug!“ Dieser Rückzug, der Verzicht auf das Bauvorhaben in Köln-Ehrenfeld, hätte aber auch nicht erfüllt, was der Schriftsteller im Namen der Mehrheitsgesellschaft von der muslimischen Minderheit verlangte. Zur Vermeidung jeglichen Missverständnisses setzte Giordano hinzu: „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!“

Ralph Giordano ist zuzustimmen: So lange Scharia und Fiqh nicht überwunden sind, das heißt abgelegt sind, so lange ist der Islam als wissenschaftsfeindliche, jenseitszentrierte, sexualmagische und die Menschheit in Klassen unterschiedlichen sittlichen und finanziellen Wertes spaltende Weltanschauung eine Bedrohung für die kulturelle Moderne und nicht in einen Rechtsstaat integrierbar.

Dieselbe Aussage, freundlicher gewendet, steht auch in Ayaan Hirsi Alis Zeitungsinterview von 2006: „Der Islam, nicht die Muslime sind das Problem.“

Ausgezeichnet: Muslim rein, Scharia raus. Hirsi Ali weiß, wovon sie spricht, anders als Bahners, dem die Worte Hidschab und Scharia in dem hier betrachteten Text »Fanatismus der Aufklärung« bis jetzt nicht über die Lippen gegangen sind.

Allein die Wahl des Titels »Fanatismus der Aufklärung« ist unserer Empörung wert: Soll hier, wo Verteidiger der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wie Ralph Giordano und Necla Kelek angegriffen werden, einer »Lässigkeit der Barbarei« das Wort geredet sein? Fordert Bahners, der bei den von ihm Kritisierten offensichtlich so etwas wie wütende Wissenschaftlichkeit oder verkrampfte weltbürgerliche Gesinnung ausmacht, statt unseres Einsatzes für die AEMR die Toleranz für die »Gemütlichkeit des Gottesstaates«?

Necla Kelek hat mehr im Sinn als eine Wiederbelebung des Kanzelparagraphen im Strafgesetzbuch, der von 1871 bis 1953 Geistliche mit Haftstrafen bedrohte, die „Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung“ machten. Nicht erst an dem, was in einer Moschee gepredigt wird, erkennt man, ob in ihr der politische Islam herrscht. Schon die übliche Sitzordnung, die Trennung nach Geschlechtern, zementiert das System der Macht. Daher erklärt Necla Kelek: „Solange die Moscheen nicht das gleichberechtigte Miteinander pflegen, sondern hinter dem hijab, dem Schleier, archaische und patriarchalische Strukturen befördern, solange es nicht Orte sind, an denen Männer und Frauen gleiche Rechte haben und gleich behandelt werden, sind solche Häuser demokratie- und integrationsfeindlich.“ Das müsste dann allerdings auch für die Synagogen mit Ausnahme der liberalen gelten und erst recht für katholische Kirchen, an deren Altären keine Priesterinnen das Messopfer feiern dürfen.

Weshalb wir ja auch Staatsbürger sind und keine Christenbürger oder Moslembürger. Patrick Bahners spielt ein wenig den Religionskritiker, ohne vor der drohenden Rechtsspaltung im Familienrecht zu warnen.

Dass für Nordamerika und Europa nach dem schlechten Vorbild von Pakistan, Indien und Bangladesch und mit einer Übernahme oder Neuentwicklung der schariaverträglichen »Two-Nation Theory« der Zerfall der offenen Gesellschaft in mehrere Religionsvölker oder Glaubensnationen auf dem Spiel steht, sieht Bahners nicht oder es lässt ihn ebenso ungerührt wie den Schweizer Sozialanthropologen Christian Giordano, der sich für den „Rechtspluralismus“ ausspricht und gegen das für alle geltende, einheitliche und gleich behandelnde Recht.

Kopftücher nur in der Moschee: Diese Reform wäre kein Signal der Trennung von bürgerlicher und religiöser Sphäre, sondern würde den Schleier nur fester binden, der den Patriarchalismus, dem in der Moschee gehuldigt wird, schützt.

Im Namen der Multikulturalität will Bahners das Lehrerinnenkopftuch und vielleicht auch die Burka im öffentlichen Raum dulden.

Der Hidschab ist ein Dressurinstrument auf islamisch korrektes Verhalten, die Frau bekennt sich als dem Männerrecht unterworfen. Wie ein mahnend erhobener Zeigefinger verkündet das islamische Kopftuch: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre Allahgott und mir ein Gräuel. Der Schleier ruft zum Aufbau der rechtsparallelen Ordnung auf, zum Akzeptieren der Inhalte von Koransure und Fatwa. Muslimische Frauen sind damit als Menschen zweiter Klasse kenntlich gemacht, Nichtmuslime als Halbsklaven.

Mit dem Verweis auf die Scharia wird die Unvereinbarkeitsthese inhaltlich gefüllt. Kelek warnt davor, beim Begriff der Scharia „allzu schnell“ an „Steinigungen und Peitschenhiebe“ zu denken. Das Ausmalen dieser Greuelbilder könnte die Illusion nähren, die Scharia sei durch humanitäre Strafrechtsreformen zu entschärfen. Eine Ächtung grausamer Strafen ließe „das eigentliche Grundprinzip der Scharia“ intakt, „die religiöse Normsetzung“.

Als „Beleg“ zitiert unser, ein der ekstatischen Albernheit zugeneigter bekennender Donaldist (Forscher zu Donald Duck aus Entenhausen), den zeitweiligen proschariatischen Regierungsberater und rechtspluralistisch orientierten Gerichtsgutachter im ersten Berliner Urteilsverfahren zum Schulischen Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium), Mathias Rohe, dessen 2009 erschienenes »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« den Fortbestand der säkularen (freiheitlichen) Demokratie aufs Spiel setzt:

Der Erlanger Zivilrechtler Mathias Rohe definiert die Scharia als „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam.“ Er will damit ausdrücken, dass die Scharia kein Normensystem nach Art einer Kodifikation ist, wie der Journalist Josef Joffe voraussetzte, als er unlängst verkündete, die Debatte um die Islamkritik erledige sich, sobald man frage, ob man der Scharia den Vorzug geben wolle oder dem BGB.

Rohe und Bahners übersehen oder verschweigen, dass der schariabezogene Gehorsamsverweigerer auf lange Zeit oder ewig in den höllischen Flammen brät. Unser Recht dient aber gar nicht der Seelenrettung.

Der Erzbischof von Canterbury hat Hass und Spott auf sich gezogen, weil er darüber nachzudenken anregte, ob das englische gemeine Recht der Scharia für geeignete Materien den förmlichen Status eines wahlweise verfügbaren alternativen Rechtsweges einräumen könnte.

Rowan Williams und Patrick Bahners wollen die religiös begründete Rechtsverschiedenheit. Antrag abgelehnt.

Necla Kelek findet nun aber gerade in der Scharia-Definition von Matthias Rohe die Denkungsart bezeichnet, von der kein Weg zur rechtsstaatlichen Gesinnung führe. Die Scharia koppelt „rechtliche Regelung“ an „religiöse Verpflichtung“.

Kelek erkennt klar, dass es bei einer im Personenstandsrecht geduldeten Scharia mehrstufigen Feminismus gibt, Menschenrecht im Plural.

Die Forderung von Mustafa Cerić: „opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ ist das Angebot auf einen religiös begründeten Staatsstreich. Der dem Netzwerk des Yusuf al-Qaradawi angehörende bosnische Großmufti ist ein glaubensbewegter Putschist.

Sie proklamiert also ein Rechtsetzungsmonopol des demokratischen Gesetzgebers und ist in der Verteidigung dieses Monopols noch radikaler und konsequenter als Ralph Giordano.

Das islamische Recht stammt nicht von Menschen. Hierzulande ist das Volk der Souverän, nicht die Gottheit.

Herr Bahners, auch für den Fall, dass Sie ein an Paradies und Hölle glaubender Muslim sind, möchten wir Sie dringend bitten, auf ihre die Demokratie in die (parallelgesellschaftliche) Allahkratie transformierende Werbung für eine Rechtsspaltung zu verzichten. Anders als in Saudi-Arabien oder im Iran besteht in Europa unbeschränkte Bekenntnis-, Glaubens- und Gewissensfreiheit – und das soll auch so bleiben.

Die Religionsausübung ist nach Artikel 4 GG eingeschränkt, damit frommes Menschenopfer für den hungrigen Gott Huitzilopochtli und religiös begründeter Kannibalismus nicht praktikabel werden.

In der kulturellen Moderne hat die korankonforme Dressur, die auf den Vater oder Ehemann einer so genannten Muslima eingewirkt haben mag, den Lebensweg der Frau eben nicht vorzuzeichnen. Journalist Bahners duldet die grundsätzliche Abkopplung der Biographie des zu „muslimisierenden“ Individuums vom nichtmuslimischen „way of life“. Segregierte Straßenzüge und Stadtviertel werden die Folge sein.

Den Beschwörungen einer christlichen Leitkultur kommt eine Islamkritik scheinbar entgegen, die die Muslime belehrt, sie hätten sich den hiesigen Sitten und Normen anzupassen, und die sich dabei als islamische Selbstkritik nach christlichem Vorbild gibt, als Avantgarde einer muslimischen Reformation.

Unsinn, die BRD ist nicht als Christenrepublik gedacht worden, und Calvins Todesurteil gegen Servet ist möglicherweise etwas ebenso Abendländisches wie die Durchführung eines Hexenprozesses.

Gründliche Islamkritiker verteidigen die universellen Menschenrechte und das auf ihnen beruhende deutsche Grundgesetz, nicht die Identitäten und Kollektivrechte von Okzident bzw. Christenheit.

Wie hat man sich diese Reformation vorzustellen, wenn sie nicht bloß eine Vision sein soll wie die „Himmelsreise“ von Necla Keleks jüngstem Buchtitel, die Reise Mohammeds nach Jerusalem, sondern jener historische Vorgang, auf den die islamische Welt in der Vorstellung der Islamkritik wartet, ein Vorgang in Raum und Zeit?

Sehr geehrter Herr Bahners: Was Ayatollah Chomeini 1979 leistete, war ohne Zweifel „ein Vorgang in Raum und Zeit“, das ist aber nun gar nicht die „Vorstellung der Islamkritik“, jedenfalls keine ersehnte.

Der Westen im Besitz der Wahrheit

Die Islamkritik hat keinen Anlass, Szenarien einer humanistischen Erneuerung des Islam im Bündnis mit solchen Kräften der weltlichen Klugheit zu entwerfen, wie sie zu den entscheidenden Trägern der Reformation Luthers und Calvins gehörten. Die Überzeugungskraft der aufgeklärten Gesellschaft, glaubt man, muss sich nur zur Wirkung bringen. Die Islamkritik ist die ins Apokalyptische gesteigerte Neuauflage der Magnettheorie des Kalten Krieges.

Menschenrechte sind nicht westlich und nicht östlich, sondern sie sind entweder allgemein oder sie sind gar nicht.

Den Kosmos in Dar al-Islam und Dar al-Harb zu spalten, das ist die erneuerte Zweipoligkeit. Der Islam will den Krieg gegen die kulturelle Moderne und die Gleichberechtigung der Frau, sein Friedensangebot, die Rechtsverschiedenheit und Frauendeklassierung, sollten wir nicht annehmen.

Jacques Auvergne

(1) Allahs Hofberichterstatter in Farbe. Patrick Bahners.

http://www.wiko-berlin.de/typo3temp/pics/9c8e65943b.jpg

http://www.faz.net/m/%7B355CE995-DFF9-45F5-B0A2-8B330F354C6E%7DPicture.JPG

Fundamentalisten profitieren vom Demokratieabbau

September 1, 2010

شيخ أبو أنس

Šayḫ Abū Anas

Staatsbürger Çiftçi

Çiftçi als Indikator. Demokratieschwund zwischen wertebeliebiger Postmoderne und salafistischer Gegenmoderne.

Das von der Wirtschaftskrise gebeutelte Nordrhein-Westfalen wendet sich in Arbeitsleben, Stadtverwaltung, Schulbetrieb und Bürgeridentität, wohlig eingeklemmt zwischen Hedonismus und Fundamentalismus, verstärkt dem Personenkult und der im Hinterzimmer getroffenen Vereinbarung zu. In den Raum der abnehmenden Bildung, des kulturell Amorphen und der steigenden Militanz der politischen Rechts- und Linksradikalen wandert, aus dem niedersächsischen Braunschweig herankommend, die am prophetischen und medinensischen Vorbild ausgerichtete, antirationale Islamschule des Muhamed Seyfudin ÇİFTÇİ ein. Der Niedersachse nennt sich Scheich Abu Anas und organisiert ein wahhabitisch-salafistisches Fernstudium. Hier eine Auswahl der vielen kurzen Beiträge von Karsten Hilchenbach aus Wachtendonk, die er zwischen dem 16. und 30. August 2010 im Kommentarbereich der Rheinischen Post einbrachte. Man lese diese Ideen wie eine Sammlung von nachdenklichen Gedankensplittern, Aphorismen.

Grundgesetz statt Scharia

Der örtliche VIKZ-Imam Adnan Özden distanziert sich verschwommen von der Islamschule, bekennt sich aber zum Kopftuch und zur Geschlechtertrennung im Sportunterricht, handelt also nach Maßgabe der gegenmodernen Scharia.

Die klassisch islamische Position, dass ein Muslim nur kurzfristig in einem ’nichtislamischen‘ Gebiet leben darf (Ausnahme: Mission oder Kampf) streitet Özden ab.

Yūsuf al-Qaradāwī billigt Selbstmordanschläge islamisch, was Özden weiß, der einen gewaltfernen und gerechten Islam behauptende VIKZ-Imam hat den Scheich al-Qaradāwī damit eigentlich soeben als Ex-Muslim eingestuft.

Özden kann auf Kosten von Pierre Vogel glänzen, der VIKZ profitiert als ‚Feuerlöscher‘ von den Salafisten (‚Brandstifter‘).

‚Al-Islām huwa al-ḥall‘, der Islam ist die Lösung – das Motto der MB könnte auch dasjenige von VIKZ oder Adnan Özden sein (sinngemäß “Mehr Kopftuch, mehr Geschlechtertrennung im Sportunterricht!“).

Geistig-seelisches Mittelalter geht offensichtlich auch ohne langen Bart. Blonde Haare und blaue Augen (Rheinische Post, wie peinlich) immunisieren nicht automatisch vor reaktionären Weltbildern.

Scharia ist nicht von Artikel 4 GG gedeckt

Als Mönchengladbacher Bürger und als säkularer Staatsbürger (privat durchaus religiös empfindend) distanziere ich mich von Adnan Özden, der die zu Dhimma und Kalifat bestens passende Haltung an den Tag legt, die Spezies Nichtmuslime von der Sorte der Muslime zu unterscheiden.

Bosniens Großmufti Mustafa Cerić (European Council for Fatwa and Research (ECFR)) will die Rechtsverschiedenheit im Personenstands- und Familienrecht und fordert: “opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.“ Der VIKZ (fiel verschiedentlich durch illegale Schülerwohnheime auf) hat auch hier zum ECFR völlig deckungsgleiche Positionen.

Ein Leben nach der beispielsweise Scharia ist nicht von Artikel 4 GG gedeckt – und Adnan Özden hat mit dem saudi-arabischen Heiratsalter und mit der Polygamie (Polygynie, Vielweiberei) keine Probleme. Wie die Fethullah-Gülen-Bewegung (Necla Kelek: “Sekte mit Konzernstruktur“ (2)) betreibt der an Süleymân Hilmi Tunahan und an der Scharia orientierte VIKZ eine Islamisierungspolitik der Täuschung und verzichtet auf mittelalterlich wirkende Gewänder, langen Bart (nur an Kinn und Backenknochen ellenlang, denn gekürzter Schnurrbart ist Allahs Befehl) und auf den allzu auffälligen Hidschab (ḥiǧāb), den Hidschabersatz bzw. Hidschabvorläufer ‚Kopftuch‘ allerdings will der VIKZ dann doch als Seelen rettend durchsetzen.

Der Hidschab ist natürlich gesamtislamische Vorschrift – und Adnan Özden, in dessen Moschee leider Integrationskurse stattfinden dürfen, schweigt zur sexualmagisch begründeten und frauenfeindlichen Schleierpflicht.

Unsere Rheinische Post freut sich an diesem Montagmorgen über irgendwie integrationsbegünstigende blonde Haare und blaue Augen, was mich an eine zwölf Jahre dauernde, menschenrechtsfreie deutsche Epoche erinnert. Mönchengladbacher sind Ex-Muslime oder säkulare Muslime oder Atheisten oder jüdisch bzw. christlich empfindende Staatsbürger – das geht auch schwarzhaarig und schwarzäugig.

Mönchengladbacher lassen sich nicht in ‚Muslime‘ und ‚Nichtmuslime‘ spalten, an einen Engel glaube ich privat oder glaube ich nicht (auch privat). JA zur einen und weltweiten kulturellen Moderne, JA zum Staatsbürger jeder Herkunft, Religion und Hautfarbe, NEIN zum ‚Muslimstaatsbürger‘, NEIN zur Scharia.

Ex-Muslime in Mönchengladbach unerwünscht?

Unser Oberbürgermeister Norbert Bude distanziert sich nicht von der Scharia und empfängt keine Ex-Muslime, damit die örtlichen Pastoren, Pfarrer und Imame nicht sauer werden. Und Adnan Özden lächelt weise.

Zweitfrau, halbes Erbe für die Tochter, Steinigung?

“Als Hodscha muss ich immer schauen, dass die Regeln des Koran auch eingehalten werden“ (Özden).

Sehr geehrter Herr Özden, in Deutschland gilt das Grundgesetz. Auch in Mönchengladbach.

Nie sollten wir vergessen: Muslime sind keine Spezies, keine Sorte Mensch. Und, sehr geehrter Herr Norbert Bude: Wann laden Sie endlich eine Delegation von Ex-Muslimen ganz offiziell ins Rathaus ein?

Ohne Säkularität keine Freiheit

In Deutschland gilt das Grundgesetz, nicht das islamische Gottesgesetz von Scharia-Theorie und Fiqh-Praxis.

Eine Rechtsspaltung in islamisch befreite Zonen ist nicht hinzunehmen.

One Law For All.

Islamisches Familienrecht bedroht die Verfassung

Wir dürfen die Aufspaltung der Bevölkerung in die Sorte der ‚Muslime‘ und die Sorte der ‚Nichtmuslime‘ auf keinen Fall zulassen – hier leben Staatsbürger und Stadtbewohner, keine Angehörigen eines religiös definierten Kollektivs.

Sehr geehrter Herr Çiftçi: in Deutschland, ihrem Geburtsland, sind auch Frauenrechte Menschenrechte, und zwar keine halbierten. In Saudi-Arabien oder im Iran mag das ja anders sein.

Was tut der tolerante Reinhold Schiffers (SPD, GEW) für die deutschen Ex-Muslime?

Mönchengladbach = Trennung von Staat und Religion

Hier gilt die Religionsfreiheit.

Özden sinngemäß: “Christenbürger nach links treten, Muslimbürger nach rechts, und dann bitte in den Dialog treten“. Adnan Özden macht uns damit das freundlich-mittelalterliche Angebot, die Stadtbevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive einzuteilen, um ‚Koexistenz‘ zu üben.

Meine Religiosität ist meine Privatsache.

Der VIKZ-Imam bekennt sich zur Kopftuchpflicht und zum Apostasieverbot. Zur Zweitfrau schweigt der Imam. Adnan Özden will das Leben nach der Scharia.

Es muss stadtpolitisch und arbeitsrechtlich, staatsbürgerschaftsbezogen oder familienrechtlich schlicht unabhängig sein, ob einer aus dem Islam austritt oder in den Islam eintritt.

Ohne die Trennung von Staat und Religion gibt es keine freiheitliche Demokratie.

Der politische Islam

Der politische Islam ist eine riesige Sekte, die mit ihren Teil-Bewegungen (Jamaat-e-Islami (JI); Muslimbruderschaft; Millî Görüş; Salafiyya) alle so genannten Muslime kontrolliert und sie auch in Europa einem separaten Personenstands- und Familienrecht einverleiben möchte (Rechtsspaltung).

Wir Menschen in Mönchengladbach, die muslimisch sozialisierten Bürger unter uns sind hier selbstverständlich eingeschlossen, müssen darauf achten, dass der (nicht zuletzt kirchlich) elitär und intransparent betriebene ‚Dialog mit dem Islam‘ nicht die kulturelle Apartheid schafft bzw. gar vertieft.

Die Zersplitterung der offenen Gesellschaft in eine segmentierte Gesellschaft mit ethnoreligiös, zumal orthodox-islamisch definierten Milieus bzw. Gegengesellschaften gilt es zu vermeiden.

Hier leben Staatsbürger, keine Muslimstaatsbürger oder Christenstaatsbürger, und der zum Allahglauben konvertierte Missionar Pierre Vogel genannt Abu Hamza hat weder die ‚Rasse‘ gewechselt noch den Ausstieg aus dem Grundgesetz vollzogen (…). Einen Bart hat der Prediger sich allerdings wachsen lassen – naja, das ist Geschmackssache.

Sehr geehrter Herr Çiftçi Abu Anas, sehr gehrter Herr Lau Abu Adam: Religionsfreiheit bedeutet, dass die Scharia in Deutschland illegal ist. In Saudi-Arabien oder im Iran gilt das islamische Recht, dort gibt es keine Religionsfreiheit (und auch keine Pressefreiheit).

Frauendeklassierung ist von Art. 4 GG nicht gedeckt.

Auch Pierre Vogel hält bei ‚Rot‘ an der Kreuzung und fährt bei ‚Grün‘

Rituale und Traditionen hier, Grundgesetz da

Dass die dem doktrinären Atheismus nahe stehende extreme Linke im imaginierten Raum religiösen Nebels Orientierungsschwierigkeiten hat, verwundert wenig.

Dass die Mönchengladbacher DIE LINKE das religiös begründete Verprügeln der Ehefrau für von Artikel 4 GG abgedeckt hält, ist allerdings ein Skandal.

Die so genannten heiligen Texte der einen Menschheit sind geschrieben und stehen bei mir im Bücherschrank, mit dem Rotstift brauchen wir da nicht korrigierend einzugreifen.

Der Qurʾān (7. und 8. Jh. n. Chr.) hat hierzulande ebenso wenig Verfassungsrang wie die altgriechische Iliás (um 700 v. Chr.) oder der indische Rig-Veda (1750-1200 v. Chr). Das Grundgesetz gilt damit auch für die mittelalterbegeisterten Herren Mohamed Çiftçi, Sven Lau und Pierre Vogel. Viele Mönchengladbacher möchten nicht im Mittelalter leben.

Sehr geehrte Sabine Cremer, sehr geehrter Torben Schultz, von Ihnen als den Sprechern der örtlichen DIE LINKE erhoffe ich, dass Sie sich von der Frauendeklassierung des orthodoxen Islam, von der Geschlechterapartheid und vom islamischen Verhüllungsgebot (Hidschab), vom reaktionären Gesellschaftsmodell der Scharia sowie vom anti-individualistischen, antiemanzipatorischen und schlicht totalitären Milieu der Salafisten um Pierre Vogel und Mohamed Çiftçi distanzieren.

Es mag nun für Sie unumgänglich sein, sich und uns gegenüber einzugestehen, vom Islam keine Ahnung zu haben.

Oder aber Sie bekennen sich zur Polygynie, zum Prinzip Kindbraut, zur Frauenverstoßung (ṭalāq) und zum halben Erbe der Frau, zur halben weiblichen Stimme vor Gericht und begründen uns derlei kulturellen Rassismus als marxistisch bzw. sozialistisch.

Will die Mönchengladbacher DIE LINKE ein Staatswesen nach dem Vorbild Saudi-Arabiens? Dann käme Ihre Partei für mich als Wähler leider nicht in Frage …

Spirituell in Eicken und die rein theoretische Apostatentötung

Die LINKE könnte ja mal eine Delegation zu den weltweit vorhandenen und leider sehr bedrohten EX-MUSLIMEN schicken, doch sie traut sich noch nicht einmal, für unsere säkularen Muslime wie Bassam Tibi oder Necla Kelek zu werben.

Vorwärts, Genossen! Auf ins ‚kultursensible‘ Kalifat.

Torben Schultz und die Scharia

Die LINKE sieht sich nicht in der Lage, sich von der ihrem Anspruch nach ‚ewigen und unverhandelbaren‘ (al-Maudūdī, Saiyid Quṭb, Ayatollah Chomeini, Tariq Ramadan, Mustafa Cerić) SCHARIA zu distanzieren.

Torben Schultz muss zur frauenfeindlichen Doktrin der Scharia hörbar auf Distanz gehen.

Der Hidschab (ḥiǧāb), die Ganzkörperverschleierung, ist nach Yūsuf al Qaradāwī verpflichtend, und dieser Scheich ist immerhin die höchste derzeitige Autorität in und um die Muslimbruderschaft. Wo bleibt der Protest der LINKEN gegen die ‚vor den Höllenflammen bewahrende‘ Verschleierung des weiblichen Körpers?

Ist die Burka jetzt progressiv?

Çiftçi hält es für unabdingbar, dass die Frau sich völlig ‚bedeckt‘, das heißt verschleiert: auch Gesicht und Hände müssen unter einem Tuch vor fremden männlichen Blicken verborgen werden.

Ist die Burka für Torben Schultz praktizierte niederrheinische Religionsfreiheit?

Çiftçi und Pierre Vogel machen nur ihren Job.

Das stimmt, Steinigung und Apostatentötung sind gelebte islamische Religiosität, authentischer Islam.

Der vollumfängliche Islam ist von Artikel 4 GG nicht gedeckt, denn Islam ist ein komplettes Staats-, Wirtschafts- und Rechtssystem. Wir haben aber bereits einen Staat.

In Deutschland gibt es bereits eine Rechtsordnung – an der Einführung einer zweiten sehe ich kein Bedarf.

Beten kann jeder privat, die Scharia muss belanglos (illegal) bleiben.

Wir sind das Volk

Geschichte ist ein offener Prozess, die Grundfrage ist stets: ‚In welcher Gesellschaft wollen wir leben?‘

Die Gesellschaft soll auch in 50 Jahren ‚offen‘ sein, nicht segmentiert in Ghettos und segregiert in Religionsvölker.

#Autor: Dazu folgendes: / Datum: 20.08.10 14:54

Sie schrieben an den klugen Kommentator namens RP-Online: ‚RP-Online – übertreiben Sie bitte nicht‘ und verwiesen auf die Verfassungsschutzberichte. Wieso sollen wir warten, bis im jeweiligen Folgejahr eine nützliche Behörde ein Druckerzeugnis erstellt hat?

Wir haben, verbreiten und sammeln Informationen über die Herren Çiftçi, Vogel und Lau. Die Verfassungsschutzberichte kennen und lesen wir.

Mündige Bürger fertigen die Dossiers, Artikel und Redebeiträge über Salafismus im Besonderen und Islamismus im

Allgemeinen selbst an. Und in Eicken leben zivilcouragierte Menschen jeder Religion, Nichtreligion und Ex-Religion, die vom barbarischen Islamischen Recht von der totalitären Scharia, vom traditionsreichen saudi-arabischen Frauenprügeln und von der ‚vor der Höllenflamme‘ bewahrenden Ganzkörperverschleierung die Schnauze voll haben.

Niemand in Mönchengladbach hat etwas dagegen, dass sein Nachbar nach Mekka zur Haddsch fährt oder an einen Engel glaubt oder ein Gebet spricht. Noch kann in dieser Stadt jeder ohne Gefahr für Gesundheit und Leben jüdisch oder atheistisch sein, zum buddhistischen Meditiationskurs gehen oder zur alevitischen Cem, denn noch ist das Volk der Souverän, nicht Allah(s Stellvertreter).

Mit oder ohne Bart und Kittel: Der Braunschweiger Herr Çiftçi darf hier im Rheinland als Staatsbürger spazierengehen und einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen, als faschistoider ‚Polit-Scheich‘, der junge so genannte Muslime von der freiheitlichen Demokratie entfremden möchte und Frauen unter den Schleier (Hidschab, Burka) zwingt, ist er uns nicht willkommen.

Wir erkennen: Kalifatsfreunde hassen und bekämpfen das ‚Fremde‘, Islamisten sind hochgradig xenophob! Den Nazis gar nicht so unähnlich.

Im säkularen Sinne: Einen gesegneten Ramadan allerseits:

Ramaḍān karīm, Ramaḍān mubārak.

Könnte Nebenwirkungen haben: Eickener Erklärung.

Eickener Erklärung, Vertrag von Hudaibiya? Ich male mir Problematisches aus:

“Eickener Erklärung: Burka und Niqab sind nach Auffassung der örtlichen DİTİB- und VIKZ-Imame doch sehr übertrieben, aber wer künftig noch gegen das Kopftuch argumentiert, ist ein Eickener Rassist.“

“Eickener Erklärung: Kalifat muss aus religiösen Gründen schließlich nicht unbedingt sein, aber Scharia im Familienrecht ist von der Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz gedeckt.“

Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Schiffers (SPD), sehr geehrte Frau Integrationsratsvorsitzende Yüksel (SPD), das Grundgesetz gilt selbst am linken mittleren Niederrhein. Auch in Mönchengladbach-Eicken.

Steinigung und Steinigung ist für Herrn Çiftçi Zweierlei

@PolierteLupe

Çiftçi ist nicht gegen sunnitische fliegende Steine, nur gegen schiitische fliegende Steine. Teherans Henker im Evin-Gefängnis verstehen ihr Handwerk, müssen aber noch heute zur hanbalitischen Rechtsschule konvertieren, damit ihr klärendes Tun von der Gottheit angenommen wird. Die sausende saudische Säbelklinge ist Glaubensbewegtheit und Gotteslob.

Steinigung ist … Steinzeit!

Haben unsere Islambeschwichtiger und Schariafreunde Norbert Bude oder Reinhold Schiffers sich eigentlich gegen die stündlich drohende Steinigung an Sakineh Mohammadi Ashtiani ausgesprochen?

Oder sind kultursensible Sozialdemokraten der Meinung, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) für die so ganz ‚andersartige‘ Spezies der Muslime keine Geltung besitzt, sondern ihre weltweite Einforderung eine westliche Kolonialisierung darstellt und eine ‚Ungerechtigkeit‘ gegenüber dem Islam?

Religionsfreiheit deckt Rechtsverschiedenheit keineswegs

Wenn die Parteigänger der Scharia von ‚Ungerechtigkeit‘ und ‚Diskriminierung‘ jammern, geht es doch gar nicht um die grundgesetzlich garantierte Freiheit des Bekenntnisses, sondern um ein neues, gesondertes koranbasiertes Recht.

Wir müssen den Rechtsstaat mit dem für alle geltenden säkularen Grundgesetz gegen das ungleich behandelnde (diskriminierende) islamische Gesetz verteidigen – allenfalls dafür brauchen wir eine “Eickener Erklärung“.

Die Islamisten wollen nach der mittelalterlichen Scharia leben dürfen, für ‚ihre inneren Angelegenheiten‘ Fiqh-Gerichtshöfe installieren, alle Frauen unter Schleier oder Burka zwingend, fallweise polygam, ihre Töchter ‚arrangiert‘ austauschend und die Imam-Ehen allenfalls nach Maßgabe des Talaq (Verstoßung) trennend. Die ersten Schariagerichtshöfe haben in Europa die Arbeit aufgenommen, etwa in der 34 Francis Road, Leyton, London, United Kingdom, wo das Islamic Sharia Council (ISC) ansässig ist (3).

Islam ist ein komplettes Rechtssystem – und Herr Çiftçi ist in Saudi-Arabien zum islamischen Richter und islamischen Rechtsbeistand ausgebildet worden.

Auch weil Nationalisten den Rechtsstaat selbst überwinden wollen, können uns bei der Verteidigung der freiheitlichen Demokratie und der Gleichberechtigung von Mann und Frau rechtsradikale Parteien wie NPD und auch PRO also keine Hilfe sein, sondern werden, bewusst oder versehentlich, dem Werk der Islamisten zuarbeiten, wie Edward von Roy in »Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert« einleuchtend darstellt (4).

Wer diesen Text von Edward von Roy kennt, weiß noch genauer, wie gut die Mönchengladbacher im August 2010 daran taten, die angeblich gegen die Islamschule protestierenden Gefolgschaften von NPD und Pro NRW vom Eickener Markt zu pfeifen oder kundig lächelnd aus dem Stadtviertel zu winken.

Das Grundgesetz gilt … auch in Mönchengladbach

Eine “Eickener Erklärung“, in der Presse war die Rede davon, hat keine andere Aufgabe, als klar zu machen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland auch im wunderlichen Mönchengladbach gelten, die Erklärung könnte darüber hinaus betonen, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau niemals außer Kraft gesetzt werden kann, auch nicht im Namen der ‚Religionsfreiheit‘.

Bürgerversammlung Mehrzweckhalle, Freitag, 20:00 Uhr

#23.08.10 00:29

Danke, das hört sich sehr zweckmäßig an. Ja, es ist angebracht, den erklärtermaßen undemokratisch verfassten EZP-Mitgliedern an diesem Abend einmal keine Bühne für ihre ‚Himmels-Mission‘ zu bieten, die Herrschaften haben genug Gelegenheit in ganz Deutschland und darüber hinaus gehabt (bis auf Pierre Vogel, der durfte im Dezember 2009 nicht in die Schweiz einreisen).

Wir Staatsbürger, darunter selbstverständlich auch säkulare Muslime, wollen Pressefreiheit statt Prügelstrafe und Demokratie statt Kalifat. Nein zur Polygamie. Ja zum möglichen Glaubenswechsel, ja zu den leider längst weltweit bedrohten Ex-Muslimen.

Wir wollen in 100 Jahren keine Welt mit ganzkörperverschleierten Frauen, deren Gesicht “aus religiösen Gründen“ nur vom Ehemann erblickt werden darf. Töchtern den Schleier (Hidschab) aufzuzwingen, fällt nicht unter die grundgesetzlich garantierte ungestörte Religionsausübung.

Auch die eigenen Kinder ‚arrangiert‘ zu verheiraten ist nicht von der Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses nach Artikel 4 GG gedeckt, Mönchengladbachs Integrationsratsvorsitzende Gülistan Yüksel sieht das allerdings anders und verteidigt öffentlich und in den Räumen der Hochschule Niederrhein das „Recht“ der Mönchengladbacher (türkisch-muslimischen) Eltern, ihre Kinder jetzt und künftig arrangiert zu verheiraten. Auch langjährig betriebene so genannte Integrationsarbeit ist eben keine Garantie dafür, geistig-seelisch in der kulturellen Moderne angekommen zu sein.

Religion ist Privatsache, denn hierzulande ist nicht Allah der Souverän, sondern das Volk.

In einer freiheitlichen Demokratie (auch in Mönchengladbach …) wird die Bevölkerung eben NICHT in “Muslime“ und so genannte Nichtmuslime aufgespalten. Wir erkennen die Lobbyisten der Apartheid der Religionsvölker und weisen jede religiös begründete Segregation zurück, auch wenn sie sich mit dem Schafspelz namens ‚Dialog mit dem Islam‘ oder ‚Koexistenz‘ maskiert.

Das Grundgesetz bewahren – Keine Rechtsverschiedenheit – One Law For All (das alleine wäre eine passende ‚Eickener Erklärung‘, sonst brauchen wir keine, denn es gilt das Grundgesetz).

Die Scharia ist nach Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider also ein Missbrauch des Islam?

Scharia diskriminiert. Scharia ist insofern Politik. Und vollumfänglich gelebter Islam ist auch Politik.

Worin unterscheidet sich die Scharia der DİTİB von derjenigen eines Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Necmettin Erbakan oder Yūsuf al-Qaradāwī?

Ein Integrationsminister soll nicht abteilen, sondern integrieren

“Die Regierung werde versuchen, diejenigen, die ihre Religion wahrnehmen wollen, ABZUTEILEN von denen, die ihre Religion missbrauchen wollen.“, sprach der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einteilen, abteilen, segregieren? Was für eine Apartheid soll das sein, wie überprüft, wie durchgesetzt? Wie wäre es mit Integration für alle – unter das für alle geltende Grundgesetz?

Sehr geehrter Herr Schneider: Sind Sie der Ansicht, dass al-Maudūdī, Erbakan und al-Qaradāwī den Islam missbrauchten?

Säkulare Bürger halten Dialog für elitär und postmodern

Bassam Tibi ermutigt uns, den Citoyen und die Citoyenne im so genannten Migranten zu sehen, nicht anders als im Menschen ohne Einwanderungsgeschichte.

Salafismus ist eher kein religiöses Problem, sondern ein politisches. Auch Çiftçi, Vogel und Lau sind so genannte Muslime, und wenn der Minister pauschal ‚den‘ Muslimen die volle Religionspraxis erlaubt, (“Sie haben ein Anrecht darauf, ihre Religion auszuleben“), können wir den den EZP-Leuten nicht verbieten, in ihrem Sinne religiös zu leben und die Frauen Tschador und Burka tragen zu lassen.

Hierzulande leben Staatsbürger, keine Religionsangehörigen. Der viel gepriesene und elitäre ‚Dialog‘ zwischen den “Religionen“ vernebelt die leider wachsenden Klüfte zwischen den postmodernen Glaubensvölkern. ‚Mehr Brücken bauen‘ kann eben auch heißen: Mehr Abschottung vernebeln.

Pierre Vogel und Sven Lau haben nicht die so genannte Rasse gewechselt, das gilt auch für die leider weltweit gefährdeten Ex-Muslime. All diese Genannten sind Staatsbürger geblieben und teilen unser aller Grundgesetz in allen Rechten und Pflichten.

Ich begrüße Herrn Çiftçi von Mitbürger zu Mitbürger, denn einer ‚Kaste‘ oder Spezies gehört der gebürtige Braunschweiger aus meiner Sicht schließlich gar nicht an. Gewand und Bart, Marke altarabisch – das ist seine Privatsache (die Frage nach Arbeitssicherheit auf der Baustelle oder politreligiöser Propaganda im professionellen erzieherischen Bereich bleibt unberührt).

Religionsfreiheit bedeutet: Im Rechtsstaat sind Muslime keine ‚Sorte Mensch‘.

Allahzentrisch, jenseitszentriert

#DAZU_FOLGENDES, 24.08.10 02:41

“Hier die Ditib dämonisierend ins Spiel zu bringen, ist allerschlechtester Stil.“

Unser Minister war gestern bei der DİTİB, er also war es, der den genannten Verband ins Spiel brachte, Sie aber verwenden bei ihrer pauschalen Islamverteidigung den Begriff dämonisieren (verteufeln; Sie sagen: “dämonisieren(d)“).

Aufgeklärte Menschen glauben nicht an einen Dämon, und die Säkularen machen ihren fallweise imaginierten Dämon nicht allgemein verbindlich, nicht politisch. Ich glaube an keinen Teufel und möchte auch insofern das von mir Abgelehnte grundsätzlich nie ‚verteufeln‘.

Den durch diverse Religionen geisternden Teufel haben Sie in die Diskussion auf RP-online hereingebracht. Im orthodoxen Islam wird der Teufel als Iblīs oder ʿAzāzil imaginiert.

Wir betrachten die Gegenstände unserer Untersuchung und verwenden Sprache, um uns mitzuteilen. Die DİTİB also.

Wird in der Mönchengladbacher DİTİB-Moschee die koranisch verbürgte Hölle lediglich für ein Gleichnis gehalten? Lehrt Diyanet-Präsident Ali Bardakoglu, dass dem bewussten Verweigerer der schariatischen Pflichten keine Strafe in der Dschahannam, der Hölle droht? Beides würde mich freuen, vielleicht können Sie uns jetzt DAZU FOLGENDES mitteilen …

Gelehriger kalām nur innerhalb der von Gott gesetzten Grenzen

#24.08.10 13:07

Danke für den Hinweis auf die theologische Dimension und ihre Abgrenzung von doktrinärer politischer Propaganda.

Es wäre wichtig, die Rhetorik und Didaktik der Schariawissenschaft nicht mit dem im heutigen Deutsch verwendeten ‚Theologie, theologisch‘ zu etikettieren. Die klerikale Ausbildung der beiden Großkirchen hat sich, wenn auch erst seit wenigen Jahrzehnten, mit den Erkenntnissen der Rechtswissenschaft, Naturwissenschaft, Psychoanalyse und modernen Pädagogik ausgesöhnt.

Es gibt kirchenseitig einen (etwas mühsamen, mag sein) Wissenschaftsvorbehalt, der erst in diesen Jahren durch die Komplizenschaft zur voraufklärerischen Politreligion des Islam ins Schwimmen gerät. Die Hölle ist im staatlichen christlichen Religionsunterricht kein Lehrstoff mehr, der den Schülern überwältigend und versetzungsrelevant ‚angeboten‘ wird.

Kalām, dem muslimischen Endverbraucher ohnehin unzugänglich, kann nur in den Grenzen des islamischen göttlichen Gesetzes stattfinden (5). ‚Islamische Theologie‘, sofern es sie jemals gegeben hat, hat die Aufgabe, die koranische Wahrheit gegen die Zumutungen der Wissenschaft und der universellen Menschenrechte zu verteidigen – rhetorisch und didaktisch. Der Islam steckt ‚theologisch‘ irgendwo zwischen Steinzeit, Savonarola und Calvin und ist in einer freiheitlichen Demokratie nicht als staatsseitig mitgetragener curricularer Lehrstoff geeignet.

Vielleicht wird es in hundert Jahren eine islamische Theologie geben, die mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kompatibel ist. DİTİB, VIKZ, KRM, ZMD und OIC haben und wollen eine solche Theologie nicht, säkulare Muslime wie Bassam Tibi und Necla Kelek können sich theologisch von diesen Himmelswächtern nicht vertreten fühlen.

Regina Mönch schreibt in ihrer Buchrezension (»Aufklärung heißt das Programm«, 31.03.2010 (6)) über die von Necla Kelek erforschten islambedingten Integrationsbarrieren: »Necla Kelek beschreibt die Bedeutung der Scharia für diese Lebenswelt und stellt die Frage, ob es einen Islam ohne Scharia geben kann. Sie sagt ja, doch wäre dies nur möglich, wenn es gelänge, die Muslime „von der Idee der aufgeklärten Bürgergesellschaft zu überzeugen, davon, ob Freiheit und Verantwortung auch ihnen attraktiver erscheinen als die kollektiven Zwänge einer religiösen Weltanschauung“.«

Der Islam ist nicht ’schulreif‘.

Lesetipp: Necla Kelek: Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam, 2010 (7).

Das Schweigen der Frau Kaykin und die Grauen Wölfe

Zülfiye Kaykin hatte ihren Arbeitsvertrag bei der Duisburger Merkez-Moschee zwar bereits gekündigt, war aber noch im Dienst, als am 11. April in ihrem Gotteshaus eine Trauerfeier für den 1997 verstorbenen türkischen rechtsradikalen Politiker Alparslan Türkeş stattfand, den Gründer der rassistischen und gewalttätigen Partei der Grauen Wölfe (MHP).

Die MHP-nahe ATF (Türkische Föderation in Deutschland) warb im Ruhrgebiet für diese rassistische und nationalistische Veranstaltung auf Plakatwänden, die Erlaubnis kam von der türkischen DİTİB-Obrigkeit, der Diyanet. Und wer war am deutschen Ort für Öffentlichkeitsarbeit zuständig? Die angestrengt in der Presse als ‚moderne Muslima‘ hoch gelobte Zülfiye Kaykin.

Stefan Laurin: “Wir wollten von Zülfiye Kaykin wissen, warum sie die Vorgänge um die Grauen Wölfe nicht öffentlich gemacht hat … Wir haben sie gefragt, warum sie nicht gegen die Rechtsradikalen in der Moschee protestiert hat, wie man es von einer Schattenministerin der Sozialdemokratie erwarten könnte. Wir erhielten von Zülfiye Kaykin keine Erklärung. … Hier ging es nicht um eine “Verbindung” zu rechtsradikalen Organisationen, sondern darum, wann man schweigt, und wann man spricht – als Sozialdemokratin (8).“

Shariah means apartheid, freedom is: One Law For All

#schwarzweiß, 24.08.10 22:56

Islamische Apartheid ist das richtige Stichwort, die Abschottung durch ein bewusst provokantes und die Grenzen des Rechtsstaats bewusst ein wenig verletzendes Sonderverhalten mit dem Ziel seiner juristischen Durchsetzung ist ein hoch politisches Thema. Sich islamisch korrekt verhalten (Orthopraxie) sind gleichsam die Kettfäden, über denen das Islamische Gesellschaftssystem (Herrschaft Allahs, al-ḥakimīya li-llāh (9)) gewebt wird.

Ich hoffe, der Minister wird Ihnen antworten.

Guntram Schneiders vermeidet erfolgreich, das Wort “Scharia“ auszusprechen. Entweder kalkulierend (karrieresichernd) oder weil der gelernte Werkzeugmacher aus Gütersloh-Isselhorst vom Islam einfach keine Ahnung hat.

Kein DİTİB-Imam wird öffentlich billigen, dass eine ‚muslimische‘ Tochter einen Nichtmuslim heiratet oder die Kinder nicht zum schier unhinterfragbaren islamischen Wohlverhalten erzieht.

Verehrungswürdigkeit (ʿubudīya) darf jedwedem Nichtislamischen und darf dem säkularen Staat nicht – niemals! – gebühren, das wäre Schirk (širk), Götzendienst, sondern nur Allah und dem zu Allah führenden Islamstaat (Allahkratie) und dessen Institutionen.

Die auf koranische Seelenrettung angelegten, ‚jenseitszentrierten‘ Institutionen heißen islamkonformes Schura-Parlament (šūrā (10)), sittenpolitischer Fatwa-Rat, gesprochenes Familien- und Eherecht am schariatreuen Fiqh-Gericht.

Kein VIKZ- oder DİTİB-Imam sagt, Sheikh Muhammed Seyfudin Çiftçi, der bei ultrakonservativen Wahhabitenscheichs in Saudi-Arabien gelernt hat, habe den Islam falsch verstanden.

Man merke: Solange Scharia und Fiqh nicht außer Kraft gesetzt sind, solange hat von zwei Gläubigen der Radikalere immer ‚Recht‘. Wir haben uns also für die Minderheit der säkularen Muslime stark zu machen, das sind diejenigen, die Bassam Tibi und Necla Kelek kennen und verteidigen. Diese gibt es auch in Mönchengladbach, auch einige Ex-Muslime leben hier schließlich ganz gern und sind aus dem Iran, aus Pakistan, Somalia oder aus Saudi-Arabien hierher geflohen – WEIL wir hier Religionsfreiheit haben, was ja auch heißen kann: ‚Negative Religionsfreiheit‘ (“Lass mich mit deiner Religion in Ruhe“).

Zur Salafīya (siehe Muhammed Çiftçi, Pierre Vogel) und zur Ḥakimīya li-Llāh (zum Kalifat) schreibt Franz Kogelmann:

“Die systematischste und nachhaltigste Ausformulierung der Ideologie der Muslimbruderschaft blieb dem Ägypter Sayyid Qutb [Saiyid Quṭb] (1906-1966) vorbehalten … In Anlehnung an den indisch-pakistanischen Denker und Politiker Abu-l-Ala al-Maududi [Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī] popularisierte er in seinen Schriften eine Reihe von Begriffen, die unbedingte Merkmale einer islamischen Gesellschaft seien. So sei die einzig legitime Herrschaft durch die “Herrschaftsform Gottes“ (al-hakimiyya li-llah) gegeben …“, aus: Franz Kogelmann: Vom Antikolonialismus zum globalen Dschihad (11)

Salafismus. Salafistisches Gelehrtennetzwerk. Islamschule.

Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode, Drucksache 16/2395. Antwort auf eine Große Anfrage – Drucksache 16/1642 – Wortlaut der Großen Anfrage der Fraktionen der CDU und der FDP vom 15.09.2009.

Salafismus ist eine besonders radikale Form des Islamismus, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die gesellschaftspolitischen Zustände einzuführen, die im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der arabischen Halbinsel geherrscht haben.

In Braunschweig hat sich ein zentraler Knotenpunkt des deutschsprachigen salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes herausgebildet. Hier hat der Verein Einladung zum Paradies e. V., ehemals Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig (IBKZ), seit 2006 seinen Sitz. Dieser relativ mitgliederschwache Verein ist mit einer Moschee sowie der wichtigsten Fortbildungsstätte des salafistischen Islamismus in der Bundesrepublik Deutschland verbunden. Diese sogenannte Islamschule, gegründet 2007, ermöglicht ihren Studenten ein vierjähriges Islam-Studium nach den Lehrplänen der Universität Medina (Saudi-Arabien). …

Aktivisten des salafistischen Gelehrtennetzwerkes aus Niedersachsen streben die Gründung eines Dachverbandes an, unter dem sich freie salafistisch ausgerichtete Moscheen und Vereine zusammen finden sollen. Perspektivisch wird offenbar auch eine Ausweitung dieser Struktur auch auf europäischer Ebene in Erwägung gezogen. Derzeit ist der Verein „Einladung zum Paradies e. V.“ in Braunschweig das Zentrum für die salafistische Missionierungsbewegung in Deutschland mit umfangreichen Verbindungen zu weiteren Zentren und Moscheen (mindestens 15 Moscheen) in mindestens 6 Bundesländern. Eine herausragende Stellung nehmen in diesem Zusammenhang die Prediger Muhamed Seyfudin Çiftçi aus Braunschweig, Pierre Vogel (Bonn), Sven Lau (Mönchengladbach) und Efstathios Tsiounis (Mönchengladbach) ein. Neben dem bereits angesprochenen Braunschweiger Islamstudium werden im salafistischen Bildungsnetzwerk diverse Vortragsreihen und Seminare insbesondere zu islamischen Themen angeboten (12).

Niedersächsischer Landtag − 16. Wahlperiode Drucksache 16/2395.

Aktuell verzeichnet die Islamschule ca. 200 Online-Studenten sowie ca. 10 vor Ort Studierende bei stark steigender Tendenz. Die Finanzierung der Schule erfolgt über Zahlungen der Studenten.

Eine eng mit dem Leiter der Islamschule in Braunschweig zusammenarbeitende Moschee existiert in Hannover – der Deutschsprachige Islamkreis Hannover -, darüber hinaus weitere in anderen Bundesländern. Zu den Freitagsgebeten im Deutschsprachigen Islamkreis erscheinen regelmäßig etwa 150 Personen. …

Dem Bereich des salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes zuzurechnen ist die deutschsprachige Zeitschrift „Zamzam“, die von einem der Islamschule Braunschweig nahestehenden Moscheeverein in Mönchengladbach herausgegeben wird (13).

Salafistische Veranstaltungen in Braunschweig und Hannover

[Vorbemerkung: ABU ALIA ist unser Mönchengladbacher Mitbürger, der griechischstämmige Islamaktivist Efstathios Tsiounis]

Verfassungsschutz Niedersachen:

Am 9. November fand im Islamischen Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig e.V. (IBKZ) unter dem Titel “Wir vermissen Dich“ eine Veranstaltung statt … Vor ca. 70 Personen ermahnte der Referent ABU ALIA [d. i. Efstathios Tsiounis, Mönchengladbach], ein griechischstämmiger Konvertit, die Anwesenden zu mehr Zusammenhalt … ABU ALIA forderte ferner die Zuhörer auf, sich für die Schließung von Diskotheken einzusetzen. Wenn alle sich zum Islam bekennen würden und der Islam überall präsent wäre, dann würden sich “schlimme“ Orte wie Diskotheken und Gaststätten von alleine reduzieren. Er bekräftigte seine enge Beziehung zu Muhamed CIFTCI [ÇİFTÇİ], dem Vorsitzenden des Moscheevereins …

Eine analoge Veranstaltung fand am Vortage im Deutschsprachigen Islamkreis e.V. in der Kornstraße 25 in Hannover statt. …

Seit einigen Jahren bildet sich in Deutschland eine in engem Kontakt mit islamischen Kernländern stehende religiöse Lehr- und Bildungsinfrastruktur heraus, die unter salafistischen Vorzeichen steht. Der Salafismus ist eine politisierte Islamauffassung, die dem saudi-arabischen Wahhabismus nahe steht und die “frommen Altvorderen“ (as-salaf as-salih; der Prophet Muhammad und seine zeitgenössischen Anhänger) als verbindliches Vorbild für alle Zeiten postuliert. Zu den Kernpunkten des Salafismus gehört die Reinigung der Religion von “unislamischen“ Elementen (tasfiyya) und die Erziehung der Muslime zu einem islamgemäßen Leben (tarbiyya). …

Eine besondere Rolle kommt dabei den überregionalen Grundlagenseminaren Lerne-den-Islam zu. Diese Veranstaltungen fördern das Bewusstsein eines realen und größeren Zusammenhangs und bewirken so die Stärkung salafistischer Identität. In regelmäßigen Abständen fanden diese deutschsprachigen Seminare in Moscheen in Berlin und Bonn statt und werden mittlerweile auch in Köln, Erfurt und Frankfurt durchgeführt. Seminare mit marokkanischer, bosnischer oder türkischer Zielgruppe gab es in Kassel, Stuttgart bzw. Bremen. Dabei kann die Besucherzahl der überwiegend jungen Teilnehmer durchaus in den dreistelligen Bereich gehen.

Neben Schulungsmaßnahmen vor Ort besteht ein Trend in der Virtualisierung der Fortbildung über das Internet. Dabei spielt die Telefonieplattform Paltalk eine zentrale Rolle, da hier prominente Angehörige des deutschsprachigen salafistischen Gelehrtennetzwerkes wie der Leipziger Hassan DABBAGH als Online-Imame auftreten. Doch auch Lifeübertragungen über das Internet, Videos, Exzerpte von Seminaren oder Fernuniversitäten ermöglichen die Schulung vor dem Bildschirm (14).

Auf ins Kalifat:

Salafismus ist kein deutsches, sondern ein weltweites islamisches Radikalisierungsproblem, hier ein Beispiel aus Südostasien, Indonesien (die indonesisch-staatskonforme Herangehensweise und Intention des Buches hat einige Schwierigkeiten, das menschenrechtswidrig-urislamische Element der „aus dem arabischen Raum herausdrängenden extremen Strömungen“ zu leugnen).

Congruent with the emergence and spread of various Salafi foundations in the mid-80ies, Salafi madrasas have appeared in various Indonesian provinces, with names associated with the slogans or doctrines popular among the Salafis, which revolve around the call for the revival of the Sunna. They believe that Muslim society must first be Islamised through a gradual evolutionary process that includes tarbiya (education) and tasfiyya (purification) before the implementation of the sharia can be realised (15).

Pressemitteilung demokratisch entstanden? Wer schrieb sie?

Warum trägt die Pressemitteilung und Einladung keine Unterschrift – das ist kein guter Stil, drei oder vier Namen wären nett gewesen, schließlich ist das Schreiben nicht vom Himmel gefallen (anders als der Koran…). Sollte der ‚Bezirksvorsteher-Nord‘ daran mitgewirkt haben, der zur Scharia schweigende Reinhold Schiffers?

Der Text hat inhaltliche Mängel, die ein wirksames Arbeiten der in Gründung befindlichen Bürgerinitiative verhindern werden, wenn nicht gemeinsam und transparent gegengesteuert wird:

Ja, der Salafismus bedroht unsere freiheitliche Demokratie. Die Aufteilung der Stadtbevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive (dhimma, Dhimmitude) sollten wir aber bleiben lassen. Wer sagt:

“Wir wollen Nachbarn, die als Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hinduisten oder welcher Religionszugehörigkeit auch immer ein Zusammenleben in Respekt und Frieden suchen.“, …

… der hat nicht dir die Ex-Muslime ‚vergessen‘, sondern zeigt uns sein fehlendes Bewusstsein für Säkularität. Segmentierte Städte nach nahöstlichem Vorbild, (Vorsicht, Sie verlassen das armenische Viertel – Willkommen im schiitischen Sektor) sind ebenso wenig erstrebenswert wie eine schariakonforme Rechtsspaltung im Familienrecht / Personenstandsrecht.

Nur ein säkularer Staat ist ein freiheitlicher Staat. Religion muss Privatsache sein, das gilt auch für den Islam. Mönchengladbacher sind Staatsbürger, keine Religionsangehörigen. One Law For All.

Auch bei der Wortwahl “ein Zusammenleben in Respekt und Frieden suchen“ fehlt das Bekenntnis zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte völlig. Kultursensiblen “Respekt und Frieden“ gibt es schließlich auch im kulturrassistischen Islamstaat (Kalifat).

“Frieden“ plus Burka bzw. Lehrerinnenkopftuch?

“Respekt“ und halbiertes Erbe für die Frau?

Wir kennen den von Stadtverwaltungen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden betriebenen ‚Dialog mit dem Islam‘ seit Jahren. “Respekt“ heißt: Angst haben, “Frieden“ heißt: Es ist verboten, negativ über den Islam zu sprechen. Warum steht das Wort Scharia nicht in der Pressemitteilung, warum fehlt die Kritik am Hidschab?

Wir haben die Gleichberechtigung von Mann und Frau durchzusetzen – mögen das die Schariafreunde nun als “respektlos“ und “unfriedlich“ bezeichnen oder nicht.

Im Übrigen ist die Presseerklärung der Eickener Bürgerbewegung ausgezeichnet, man findet sie leider nicht in der Rheinischen Post, sondern, in einer Art Langfassung, auf der fast stets sehr lesenswerten Seite: Die Achse des Guten (24.08.2010) unter dem Titel: “Willkommen in Mönchengladbach (16)!“

Das Treffen der Eickener Bürger und Unterstützer am 27.August 2010 war ein guter Anfang.

Der in der Rheinischen Post zitierten Manuela Buhse möchte ich allerdings als Anwesender am gestrigen Abend widersprechen:

“Jeder soll seine Religion ausüben können, ganz gleich ob er katholisch, muslimisch, orthodox oder hinduistisch ist“, das ist in der Bundesrepublik einfach nicht Realität, denn hier gilt das Grundgesetz, und das verbietet beispielsweise spirituelle Steinigungen, religiöse Polygamie und aufgezwungene echtislamische Burkas.

Auch Buhses “Wir leben hier mit vielen Nationen und Religionen friedlich zusammen“ ist irreführend, denn hier leben Individuen, keine Angehörigen ethnoreligiöser Kollektive.

In Deutschland, auch Mönchengladbach geht hier keinen Sonderweg, leben Staatsbürger, keine dialogbetreibenden Religionsvölker.

Die – nichtsignierte – “Eickener Erklärung“, als Handzettelchen im Saal ausgeteilt und in Langversion bei ‚Die Achse des Guten‘, ist diesbezüglich nachzubessern und kann so unmöglich stehen bleiben, will die Bürgerinitiative künftig gründlich und die Demokratie erhaltend arbeiten.

Volkssouveränität statt Sakraljurisprudenz, Demokratie statt Theokratie

#Burggeist / Datum: 30.08.10 02:11

Ihr Pazifismus in (gewissen, begrenzten) Ehren.

Gewalt ist, soweit vorhanden, von Ihnen zu realisieren, zu lokalisieren und öffentlich zu machen (Telefon 110, kostenfrei).

Entscheidend ist, dass der Polizist die Pistole trägt und nicht der Bankräuber.

Die höchst salafistische (oder: islamisch relevante) Frage ist ferner, ob Sie hier in der freiheitlichen Demokratie der altehrwürdigen Religion des Kannibalismus anhängen dürfen, ich meine praktizierend. Der große Gott Huitzilopochtli hatte Hunger und war zum Verzehr von frisch geopferten Menschen berechtigt, jedenfalls glaubte das eine gewisse Zeit und Kultur, die wir hierzulande nicht integrieren sollten (auch nicht im Namen der ‚Multikulturalität‘).

Der Souverän, das ist das Volk, jeder Einzelne, und nicht der Mann mehr und die Frau weniger.

Wir erinnern uns:

“Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“

In einer Allahkratie geht alle Gewalt von Allah aus und wird von den irdischen Stellvertretern vermittels Peitsche, Säbel, Galgenschlinge und Steinigung inszeniert. Das ist zwar glaubensbezogen und kultursensibel, aber außerdemokratisch und vormodern (bzw. postmodern). Der Ehemann ist nach der ewigen Scharia zur Gewaltausübung seiner Ehefrau gegenüber berechtigt und als so genannter Wali mudschbir oder Nötigender Heiratsvormund auch seiner Tochter gegenüber, die er auch ohne ihre Einwilligung in die erste Ehe zwingen darf.

Hierzulande darf eben keine Frau mit Gewalt unter den Schleier gezwungen werden, anders als ab 1979 im “paradiesischen“ Iran.

Das Grundgesetz gilt … auch für Gottesfürchtige

#Autor: deutschermuslim | 30.08.10 04:33

Du sollst vor uns auch gar keine Angst haben, sondern dich mit uns gemeinsam zu unserem Grundgesetz bekennen. One Law For All (und das Schariagesetz ist hier nicht gemeint).

Oder soll deiner Meinung nach in der idealen Gesellschaftsordnung die Frau nur die Hälfte erben und ihre Aussage vor Gericht nur halb so viel wert sein wie diejenige eines Mannes, hm?

Grundgesetz statt Gottesbefehl

#deutschermuslim

One Law For All, das ist eben Religionsfreiheit, anders als in Bahrain, Indien, Malaysia oder Ägypten, wo für jedes Religionsvolk ein anderes Familienrecht gilt und die Kinder stets dem Vater ‚gehören‘, der das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder behält und die Ehefrau (Ayaan Hirsi Ali nennt sie: zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik) ohne weiteres verstoßen kann.

Du hast Recht, dass nach orthodoxer islamischer Auffassung (reaktualisiert z. B. von Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Saiyid Quṭb, Ayatollah Chomeini oder Necmettin Erbakan) ein Muslim letztlich keine Gesetze befolgen darf, die nicht von Allah stammen, um nicht in der Hölle zu brennen. Du fühlst dich dem Islam zugehörig, das ist hier ohne weiteres möglich. Und du bleibst an der Ampel bei “rot“ stehen und gehst bei “grün“, genau so, wie es der Atheist, Zeuge Jehovas oder Buddhaverehrer macht, denn für dich gilt kein auf der ewigen Scharia basierendes Sonderrecht, sondern die profane Straßenverkehrsordnung. Das ist: One Law For All.

Unsere Gesetze sind einzuhalten – auch von den gottesfürchtigen Damen und Herren der Bewegung der Salafīya.

Die Scharia behandelt ungleich = sie diskriminiert. Der Koran, versteht man ihn, wie Muhamed Seyfudin Çiftçi oder Pierre Vogel es tun, als Gesetzbuch, schafft eine Gesellschaftsform der Ungleichbehandlung (aller Nichtmuslime und Frauen), erzeugt Menschenklassen verschiedenen sittlichen und islamrechtlich-juristischen Wertes. Einen Apartheidsstaat der Abschottung einer selbst gewählten Fremdheit (Muslime in der Minderheit) beziehungsweise eine islamisch dominierte Klassengesellschaft (Muslime in der Mehrheit).

Politischer Islam ist die Deklassierung der Frau – emotional wie juristisch.

#deutschermuslim

Du solltest den Wert der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948) erkennen, auf denen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 1949) aufgebaut ist. Das ist kulturelle Moderne, das ist Religionsfreiheit – in Dschidda oder Teheran gibt es keine Religionsfreiheit, dort herrscht das ungleich behandelnde Islamische Gesetz.

Du solltest säkulare Muslime kennen lernen, lies doch mal ein Buch von Bassam Tibi oder Necla Kelek. Dein Gottesbild ist zu eng und zu altmodisch, solange du meinst, dass nicht ein von Menschen gemachtes Gesetz, sondern nur das göttliche Gesetz die Seele vor den Flammen der Hölle retten kann.

Warum forderst du, dass die gottesfürchtige Frau sich unter einem Schleier verbirgt, während du selbst nackte Unterarme und Waden zeigen darfst und deine Haare im Wind wehen lassen darfst, nur weil du männlich bist? Warum soll für eine Frau eine andere Vorschrift gelten als für einen Mann?

Karsten Hilchenbach (Wachtendonk)

(1) Cerić: f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; (g) the protection of European Muslims from Islamophobia …, aus der »Declaration Of European Muslims« (»Deklaracija Evropskih Muslimana«) vom 24.02.2006. Bei der schariapolitischen Zentrale »Rijaset«, Bosnien und Herzegowina.

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

»Declaration Of European Muslims«, bei: Regierung von Malaysia.

http://www.idfr.gov.my/en/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=144

Institute Of Diplomacy and Foreign Relations Malaysia (IDFR), “Helping Malaysia Reach Out To The World”. Ministry of Foreign Affairs, Malaysia.

http://www.idfr.gov.my/

Ausführliche Betrachtung der »Declaration Of European Muslims« / »Déclaration des Musulmans d’Europe«. Von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/12/21/159/

(2) Die elitäre islamistische und türkisch-nationalistische Fethullah-Gülen-Bewegung wird von Necla Kelek passgenau als „Sekte mit Konzernstruktur“ charakterisiert. In »Die Anhänger des Fethullah Gülen«, DER SPIEGEL, 21.07.2008, stellt Kelek fest: »Gülen ist dabei, ein weltweites Netz muslimischer Intelligenz heranzubilden, das einem machtbewussten islamischen Chauvinismus huldigt. … Gülen macht nur eines anders als die fatalistisch an die Vorsehung Glaubenden: Er fordert seine Anhänger auf, sich die Welt der Ungläubigen aktiv anzueignen, um sie im Namen des Islams beherrschen zu können. Es geht ihm darum, die gottgewollte und natürliche Herrschaft des Islams über die Welt zu erlangen, weil „sich alles dem Menschen fügen wird, solange dieser sich Allah fügt“. Gülens Gefolgsleute sind die intellektuellen Vordenker der AKP.«

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E1A3BE707300D46218D4EC4B380DD7A10~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed

Gülen-Sekte. humanistischer pressedienst (hpd), 07.06.2010 – „Fethullah Gülen, dessen Anhänger sich in der nach ihm benannten Bewegung zusammenfinden, ist ein Islamist und türkischer Nationalist. Die Universität Bochum scheint dennoch keine Probleme damit zu haben, eine Propagandaveranstaltung seiner moslemischen Fans und nichtmoslemischen Unterstützer in ihren Räumen zuzulassen.“

hpd: „Der Imagepflege islamischer Fundamentalisten, verpackt als interkulturelle Verständigung, dient eine „Gülen-Konferenz“, die am 7. und 8. Juni 2010 an der Ruhr-Universität Bochum stattfindet. „Die Gülen-Bewegung im Kontext Europas. Ein Blick auf Nordrhein-Westfalen“ lautet der Titel der Tagung, zu der Organisationen mit den illustren Namen „Interkultureller Dialog e.V.“, „interkulturelles Dialogzentrum e.V.“ und „Rumiforum am Rhein“ aufrufen. … Gülens Unterwanderungsstrategie zeigt Erfolge. Unter anderem verfügt seine Anhängerschaft über Einfluss in der türkischen Regierungspartei AKP, besetzt Schlüsselpositionen im Innen- und im Bildungsministerium und umfasst einen Großteil der Angehörigen der Polizei wie der Lehrerschaft. Bündnispolitisch kann Gülen ohnehin auf einschlägige Erfahrungen zurückgreifen. Die faschistischen „Grauen Wölfe“ unterstützte er ideologisch und mit Spenden, aus seinen Sympathien für die von diesen abgespaltene islamfaschistisch-nationalistische „Große Einheitspartei“ (BBP), die mutmaßlich hinter der Ermordung des armenischen Journalisten Hrant Dink im Januar 2007 in Istanbul steckt, macht er keinen Hehl.“

http://hpd.de/node/9661

(3) Scharia-Gerichtshof, paralleles Recht am Islamic Sharia Council (ISC). „The Islamic Shari’a Council is an authoritative body, consisting of a panel of scholars, representing many established institutions in the UK … The scholars representing these centres represent all major schools of thought among the Sunnis. The Council is also widely accepted by the UK Muslim community and this is shown by the sheer volume of enquiries related to marital problems which it receives from the general UK public: additionally, a significant number of solicitors who were able only to secure civil divorces for their clients have found recourse with the Council regarding also securing Islamic divorces for their respective clients.“.

Islamic Sharia Council (ISC)

http://www.islamic-sharia.org/

ISC 4th Annual Seminar 2008. Sunday 20th July 2008, saw the fourth annual seminar of the Islamic Shari’a Council focusing on „shari’a ‘a way of life'“.

http://www.islamic-sharia.org/seminar-2008.html

(4) Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://eifelginster.wordpress.com/2010/02/06/161/

(5) Theologischer Diskurs im Islam ist möglich … innerhalb der Grenzen der Scharia. Al-kalām.

http://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFIlm_al-kal%C4%81m

http://www.eslam.de/begriffe/k/kalam.htm

(6) Regina Mönch: „In ihrem neuen Buch untersucht die Soziologin in drei großen Kapiteln islamische Wirkungsmacht: als Glaube, als politische Religion und Ideologie sowie als Lebenspflicht für vierundzwanzig Tagesstunden. Weil der Islam bis heute mit seiner strengen Regulierung des Alltagsverhaltens eine strikte Unterwerfung verlangt und sich gerade darin von allen religiösen Erscheinungen in Europa unterscheidet, ist besonders dieses dritte Kapitel ein Schlüssel zum Verständnis der Parallelwelt, in der viele Muslime auch hier verharren.“, aus: »Aufklärung heißt das Programm«, Buchrezension zu Necla Kelek 2010 (Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam).

http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E80894C60732F44C19B943701F45627E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(7) Necla Kelek: »Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam«, bei: Kiepenheuer und Witsch (KiWi), Köln 2010.

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462041972

Necla Kelek: »Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462040425

Necla Kelek: »Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462036862

Necla Kelek: »Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland«

http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462034691

(8) Stefan Laurin: »Krafts Schattenminiserin schweigt zu Grauen Wölfen in Deutschlands Muster-Moschee« – „Wir wollten von Zülfiye Kaykin wissen, warum sie die Vorgänge um die Grauen Wölfe nicht öffentlich gemacht hat, da ihre Verschwiegenheitserklärung sich nicht auf den Moschee-Verein bezieht. Wir haben sie gefragt, warum sie nicht gegen die Rechtsradikalen in der Moschee protestiert hat, wie man es von einer Schattenministerin der Sozialdemokratie erwarten könnte. Wir erhielten von Zülfiye Kaykin keine Erklärung.“

http://www.ruhrbarone.de/krafts-schattenministerin-schweigt-zu-grauen-wolfen-in-deutschlands-muster-moschee/

(9) »Herrschaft Allahs«, al-hakimīyya li-llah.

»What Is Tawheed Al-Haakimiyyah?« Scheich Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir aka Abu Basir al-Tartusi spricht aus dem verderbten London: And the Hadeeth, which is authentic (Saheeh) from the Prophet , that he said: „Verily, Allaah is the Hakam (ruler or judge) and to Him is the Hukm (judgment).“

http://www.en.altartosi.com/haakimiyyah.htm

Q&A, Questions and Answers.

http://www.en.altartosi.com/Questions.htm

Sheikh Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir aka Abu Basir al-Tartusi, is a Syrian Islamist living in London. He has been described as „primary Salafi opinion-makers guiding the jihadi movement.“

http://en.wikipedia.org/wiki/Abd-al_Mun%27em_Mustafa_Halima_Abu_Basir

Abu Basir al-Tartusi (Scheich Abd-al Mun’em Mustafa Halima Abu Basir) bietet Europa spirituelle Nahrung, nach der gewisse Szenen in Deutschland begierig sind, und so übersetzt Inshallah72 den Londoner Islamistenscheich akribisch aus dem Englischen: »Islam nach Quran und Sunnah und dem Verständnis der Salaf as-Salih«. Was ist Tauhid al-Hakimiyyah?

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26924-Tawhid-al-Hakimiya

(10) Prinzip Schura (šūrā). Sadek Jawad Sulaiman: »THE SHURA PRINCIPLE IN ISLAM«, Sadek Jawad Sulaiman

Schura ist ein Recht des Volkes im Kalifat. Alle Bürger dürfen ihre Meinung zu Gehör bringen, aber das Recht auf Schura steht nur den Muslimen zu, aus: The System of Islam (Nidham ul Islam), Taqiuddin an-Nabahani, Hizb ut-Tahrir. “Shura is one of the rights of the people upon the Khaleefah“ (62). “Article 105 All citizens, Muslim or not, may express their views, but shura is a right for the Muslims only (142).

http://www.hizb-ut-tahrir.org/PDF/EN/en_books_pdf/system_of_islam.pdf

(11) Aus: Franz Kogelmann: »Vom Antikolonialismus zum globalen Dschihad«

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-638/_nr-17/_p-1/i.html

(12) Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode, Drucksache 16/2395. Antwort auf eine Große Anfrage – Drucksache 16/1642 – Wortlaut der Großen Anfrage der Fraktionen der CDU und der FDP vom 15.09.2009.

„Salafismus ist eine besonders radikale Form des Islamismus, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit die gesellschaftspolitischen Zustände einzuführen, die im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der arabischen Halbinsel geherrscht haben.“

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:gEwB8PF9NbIJ:www.cdu-fraktion-niedersachsen.de/download/100046001/100429%2BMI%2BExtremismus%2Bin%2BNds%2B-%2BAntwort%2Bauf%2BGro%C3%9Fe%2BAnfrage.pdf+Varrentrappstr.+21+ciftci&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de

(13) Niedersächsischer Landtag − 16. Wahlperiode Drucksache 16/2395.

„Aktuell verzeichnet die Islamschule ca. 200 Online-Studenten sowie ca. 10 vor Ort Studierende bei stark steigender Tendenz. … Dem Bereich des salafistischen Bildungs- und Gelehrtennetzwerkes zuzurechnen ist die deutschsprachige Zeitschrift „Zamzam“, die von einem der Islamschule Braunschweig nahestehenden Moscheeverein in Mönchengladbach herausgegeben wird.“

http://www.heiner-schoenecke.de/Political/Neues%20aus%20Hannover/10-04-20%20Anfrage%20und%20Antwort%20Extremismus%20%281%29.pdf

(14) Verfassungsschutz Niedersachen:

„Seit einigen Jahren bildet sich in Deutschland eine in engem Kontakt mit islamischen Kernländern stehende religiöse Lehr- und Bildungsinfrastruktur heraus, die unter salafistischen Vorzeichen steht. … Dabei spielt die Telefonieplattform Paltalk eine zentrale Rolle, da hier prominente Angehörige des deutschsprachigen salafistischen Gelehrtennetzwerkes wie der Leipziger Hassan DABBAGH als Online-Imame auftreten. Doch auch Lifeübertragungen über das Internet, Videos, Exzerpte von Seminaren oder Fernuniversitäten ermöglichen die Schulung vor dem Bildschirm.“

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=12260&article_id=54278&_psmand=30

(15) The book Ilusi Negara Islam: Ekspansi Gerakan Islam Transnasional di Indonesia, (The Illusion of an Islamic State: the Expansion of Transnational Islamic Movements in Indonesia) … is edited by former president Abdurrahman Wahid (Gus Dur), published by PT Desantara Utama Media with funding and/or support from the LibForAll Foundation in the USA, the Wahid Institute, Gerakan Bhinneka Tunggal Ika, and The Maarif Institute.

http://www.indonesiamatters.com/5453/ilusi-negara-islam/

Indonesien. Gewalttätige Proteste gegen die Ahmadiyya zwischen realer gegenmoderner Untergrundströmung bzw. Sekte und unbegründeten Verdächtigungen des Typus Hexenjagd.

http://www.indonesiamatters.com/9494/garut-ahmadiyah/

(16) Die Achse Des Guten titelt: »Willkommen in Mönchengladbach!« und veröffentlicht die anonyme »Pressemitteilung und Einladung zum Treffen Eickener Bürger und Unterstützer am 27.August 2010«

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0017640

Will Dr. Rohe das Zweiklassenrecht?

September 6, 2009

حصان طروادة

ḥiṣān ṭarwāda

Trojanisches Pferd

Trojanisches Pferd

Zum neuen Buch des schariakonformen Regierungsberaters Mathias Rohe: »Das islamische Recht – Geschichte und Gegenwart«. Eine Islamkritik von Jacques Auvergne

Herr Mathias Rohe aus dem mittelfränkischen Erlangen sieht in Deutschland „jeden Tag“ die Scharia (šarīʿa) angewendet und hält das auch noch für völlig unproblematisch (1). Beides ist zwar ziemlicher Unsinn, doch der knapp 50jährige ist Juraprofessor, hat seit drei Jahrzehnten den Nahen Osten bereist und darf in unseren gemäßigt islambegeisterten Regierungskreisen verkehren, wo er mit mehr oder weniger esoterischen Krümeln seiner Erkenntnis den Verfassungsschutz berät. Warum beschönigt Rohe die Frauenentrechtung und den Kulturrassismus des orthodoxen Islam? Von Rohe abgesehen ist ein deutscher Richter islamrechtlich wahrscheinlich uninformiert, und das ist auch gut so, er kann also die diskriminierende šarīʿa in seiner Berufstätigkeit nicht anwenden und will es hoffentlich auch nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gelten säkulare, von recht gründlich ausgebildeten Menschen im Laufe von Jahren und Jahrzehnten ersonnene und demokratisch bestätigte Gesetze, oberster Souverän in der Bundesrepublik ist damit das Deutsche Volk, nicht die Gottheit Aphrodite oder Jupiter. Wenden wir zunächst einen Blick auf das islamfreundliche Umfeld des 1959 in Stuttgart geborenen Juristen.

Mathias Rohe ist Mitglied des Kuratoriums der seit 25 Jahren die Scharia verharmlosenden Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG). Ehrenamtlich tätiger geschäftsführender Direktor der CIG ist seit 2001 der katholische Theologe Dr. Thomas Lemmen, 2003-2007 Referent für Islamfragen beim deutschen Innenministerium. Die Koranfreundin Melanie Miehl ist Thomas Lemmens Ehefrau und war gemeinsam mit Murat Aslanoğlu 2003-2008 Vorsitzende des Dachverbandes aller Dialogbetreiber namens Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs (KCID) und sagt, wie ihr Mann, niemals etwas Abschätziges über den ḥiǧāb repressiver Sexualmagie oder die Sakraldoktrin der šarīʿa.

Der 1972 geborene Aslanoğlu lebt im beschaulichen südwestdeutschen Korb bei Waiblingen im Rems-Murr-Kreis. Anlässlich einer Veranstaltung mit Dr. Udo Ulfkotte in Waiblingen (2), zu welcher der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU, Kreisverband Rems-Murr mit dem CDU Stadtverband Waiblingen eingeladen hatte, warnte Aslanoğlu („Wie Feindbilder im Menschen wirken“) am 13.03.2007 aus dem mit weit über 200 Menschen gefüllten Zuhörerraum heraus vor einer mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung vergleichbaren Muslimen-Verfolgung in naher Zukunft, ein kalkuliert erpresserisch entworfenes Schreckensszenario, das 2009 auch der sich Abu Hamza nennende salafistische Prediger Pierre Vogel bedient. Der Journalist Dr. Udo Ulfkotte, zeitweiliger Dozent für Sicherheitsmanagement an der Universität Lüneburg und vieljähriger Nahostexperte, konnte im Rahmen der Veranstaltung sein damals ganz neues, auch heute unbedingt lesenswertes, bei Eichborn, Frankfurt am Main 2007 erschienenes Buch zur subversiv agitierenden Muslimbruderschaft »Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht (3)« vorstellen, als unerwartet ein jüngeres weibliches Wesen in ihrem politischen schwarzen Stoffkäfig (burqa, ḥiǧāb) das Podium betrat, das sich darüber empörte, dass ihre schamlosen nichtmuslimischen („christlichen“) Altersgenossinnen im Sommer immer wieder bauchfrei und im knappen T-Shirt in die Schule gekommen waren. In der Tat schauen wir nichtmuslimischen, ex-muslimischen oder säkular muslimischen Europäer lieber selbstbewusste halbnackte Menschen an als islamrechtlich zwangsverheiratete Bekleidete oder islamrechtlich gesteinigte Bekleidete.

Aslanoğlu, der ernsthaft behauptet, Islam, Demokratie und Menschenrechte seien miteinander verträglich, rief die baden-württembergische Landesregierung und ihren Staatssekretär Wicker am 22.09.2008 zu einem religionspolitischen, explizit theozentrischen Denken auf. Ganz ausdrücklich will Aslanoğlu den Menschen aus dem Zentrum des politischen Handelns entfernen und eine die Politik bestimmende Gottheit an seine Stelle setzen, wobei er mit „Schöpfer“ selbstverständlich den koranischen Allah meint: „Geld allein macht nicht glücklich und der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge. Die aktuelle Bankenkrise führt uns das wieder deutlich vor Augen. … Ich wünsche mir, dass wir endgültig das 20. Jahrhundert hinter uns lassen, das von menschenverachtender Massenvernichtung und ausuferndem Kapitalismus geprägt war. Und im 21. Jahrhundert ankommen, in dem wir den Sinn des Lebens erkennen und uns unseres Schöpfers und unserer Selbst besinnen (4).“

Am 21. Januar 2007 hielt Murat Aslanoğlu in Stuttgart auf dem Weltreligionstag eine fromme Rede, in der er Allah durch das Wort Gott zu ersetzen beliebte und den politischen, sexualpolitischen und herrschaftskulturellen Anspruch des Islam ebenso höflich zu erwähnen vermied wie dessen leider weltweit nach wie vor den Ton angebenden Fundamentalismus und das immense Potential an islamischer Demokratiegefährdung (5). Murat Aslanoğlu kritisiert die unmenschliche Doktrin der šarīʿa und das gegenmoderne fiqh-Recht keineswegs, sondern erzählt bietet uns unverbindlich das Phantom eines Kitsch-Islam an. Sollte denn der Aktivist im interreligiösen Dialog von der Scharia noch nie etwas gehört haben? Die ihrem Anspruch nach ewige, kohärente und den Muslim zu ihrem Einhalten verpflichtende šarīʿa ist 1990 völlig islamisch als Grundlage der verlässlich frauenentrechtenden und kulturrassistischen Kairoer Erklärung der Menschenrechte erkannt worden (44). Kennt Herr Aslanoğlu den Politik werdenden Islam, das Islamische Recht des fiqh nicht, das der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) so sehr am Herzen liegt (6), (45)? Der Diplom-Betriebswirt, ältester Sohn türkischer Einwanderer, ist Fachreferent für Finanzen und Controlling bei einem großen deutschen Autohersteller, gehörte sechs Jahre lang dem Stuttgarter Jugendhilfeausschuss an und war Teil jener kleinen Gruppe von Muslimen, die von Papst Benedikt XVI. beim Kölner Weltjugendtag 2005 empfangen wurde.

Seit 2006 hat der gelernte Pädagoge und derzeitige Anwendungsprogrammierer Wilhelm Sabri Hoffmann den Vorsitz der CIG inne. Hoffmann besetzt in seiner Heimatstadt Rheine den Posten des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsrates. Mit der Geschichte der ältesten und größten deutschen Dialoggesellschaft untrennbar verbunden ist der Name von Scheich Bashir Ahmad Dultz.

Sufi-Scheich Dultz, 1935 im ostpreußischen Königsberg geboren, Sohn eines angeblichen Islamkonvertiten, beteiligte sich 1951/52 an der Gründung der Deutschen Muslim-Liga, die Anhörungsrecht im Präsidium des Deutschen Bundestages hat und aus der sich in den Achtzigern die Deutsche Muslim Liga Bonn (DML Bonn) abspaltete, auf deren Homepage man zum schariakonform ausgerichteten Zentralrat der Muslime (ZMD), zu http://www.sufi-tariqah.de und zu http://www.bendorferforum.de verlinkt. Die Islamkonvertitin und Diplom-Psychologin mit Zusatzausbildung in Gestalt-, Gesprächs- und Hypnotherapie sowie in NLP Frau Coletta Latifa Damm ist Vorstandsmitglied des Bendorfer Forums für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog (Bendorfer Forum), Mitglied der DML Bonn, der Sufi-Bewegung Tariqah Safinah sowie Vorstandsmitglied der CIG.

Staatsbürger Dultz, das einstmalige Flüchtlingskind, hat Höheres im Sinne und lässt sich im Allgemeinen nur mit „Schech Bashir“ anreden. Aussteiger Dultz verbrachte drei Jahrzehnte lang in Libyen unter königstreuen Beduinen und ist als Scheich der Tariqah as-Safinah Teil der radikalislamisch-mystischen Strömung der ṭarīqa aš-šāḏilīya oder Tariqa asch-Schadhiliyya (7), (8), (9) einer Jahrhunderte alten nordafrikanischen Bewegung, die auf Sheykh Abu-‚l-Hassan ash-Shadhili (Sidi Belhassen Chedly, † 1258) zurückgeht. Diesem Sufi-Orden fühlten sich in Europa bereits der schwedische impressionistische Maler Ivan Aguéli (Sheikh ‚Abd al-Hadi Aqhili, 1869-1917) und der französische Sinnsucher René Guénon (1886-1951) verpflichtet, zwei verspätete Romantiker oder verfrühte Hippies. In den USA vertrat der mittlerweile im jordanischen Amman lebende Ex-Katholik, Fachmann für schafiitisches Recht und Sufi-Scheich Nuh Ha Mim Keller den Orden (aṭ-ṭarīqa) der šāḏilīya deutsch Schadhiliyya (10). Herr Dultz, ehrfürchtig zu nennen „Schech Beshir“, war Gründungsmitglied und ist Vorstandsmitglied des erwähnten Bendorfer Forums, 2008 wurde ihm für seine angeblich verdienstvolle Arbeit um den interreligiösen (schariakonformen) Dialog das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Orientverliebten Narzissten wie Aguéli, Guénon und Dultz waren beziehungsweise sind Pressefreiheit und universelle Menschenrechte nicht so wichtig, die gespielt schamhafte irdische Machtergreifung bei laut beschworener himmlischer Mystik geht diesen Schariafreunden auf ihrem Ego-Trip nun einmal vor. Anders als Europas Orientfreunde das vermuten mögen, ist Sufismus (arab. taṣauwuf, pers. erfan) seit Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī († 1111, deutsch auch al-Ghazali oder Algazel), mitnichten ein irgendwie befreiter Islam, sondern eine alles Individuelle auslöschende Selbsthypnose, die sich die kulturrassistischen Sklavenketten des Korans und der ḏimma solange schönlügt, bis die Unterwerfung unter Allah und Hadithe als Befreiungserlebnis gefühlt wird. Soweit zu Rohes Umfeld, nun zu Rohe.

Mathias Rohes neues Buch nennt sich, vielleicht ja in bewusster Erinnerung an das gleichnamige Werk des Muslimbruders Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān) „Das islamische Recht“. Rohes die Zwangsverheiratung, den Apostatenmord und die Steinigung bagatellisierendes Buch (Rohe: „Auch islamisches Recht ist Recht“) wurde durch die Gerda Henkel Stiftung gefördert, die im Sommer 2009 den Themenschwerpunkt „Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen“ mit großzügigen Stipendien zu unterstützen gedenkt (die Ex-Muslime bekommen selbstverständlich nichts), die Stiftung beauftragt Prof. Dr. Mihran Dabag mit der wissenschaftlichen Leitung (11). Mihran Dabag hat zu Völkermord und Kolonialismus geforscht, der Bundesverdienstkreuzträger ist armenischer Abkunft und fordert richtigerweise die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern (1915-1917) durch die heutige Türkei. Mathias Rohe:

3. Auch islamisches Recht ist Recht.

Auch Faustrecht ist Recht.

3. Streben nach Gerechtigkeit ist Leitmotiv aller Rechtsordnungen.

Gottesfreund Rohe unterlässt es, zuzugeben, dass der „gerechte“ Islam nach Ungerechtigkeit strebt, nach geheiligter Diskriminierung: Frauen gelten im Islam als unzuverlässig sowie dümmlich und werden daher islamrechtlich entmündigt, sie sind als eklig und als satanisch besudelt anzusehen und gelangen recht leicht in die ewigen Flammen der Hölle. Dhimmis (Dhimam, ḏimam, wörtlich: Schutzbefohlene) sind Menschen zweiter Klasse, Autor Rohe aber, seltsamerweise argumentiert der Mann zum Thema Islam oftmals wie ein Muslimbruder, verschweigt uns den Kulturrassismus der Dhimmitude. Der im fränkischen Erlangen lehrende Jurist findet es also irgendwie gerecht, wenn der Islamapostat aus Gründen der „islamischen Gerechtigkeit“ ermordet wird.

Das Islamische Recht ist ein Fossil der Menschheitsgeschichte, ein menschenfressender Dinosaurier. Wir haben šarīʿa und fiqh, Gebiet um Gebiet, letztlich weltweit außer Kraft zu setzen. Rohe aber will die Scharia, Rohe will die Islamischen Gerichte.

3. Insofern gibt es Unterschiede zwischen religiös ausgerichteten und säkularen Rechtsordnungen; erstere enthalten auch eine transzendente, jenseitsbezogene Dimension.

Jurist Rohe wirbt für den Glauben an eine womöglich ersponnene zweite, göttlich-jenseitige Welt und stellt den nach diesem kosmisch halbierten Weltbild widergöttlich zu nennenden Parlamentarismus neben die „ganzheitliche“, von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī (1903-1979) und diesem nachfolgend von Sayyid Quṭb beschworene ḥakimīya allāh, den Rechtsstaat äquidistant neben die Allahkratie. Diese Forderung nach dem Tolerieren der Gottesherrschaft hält Rohe konsequent durch und lässt sie auch alle seine Interviews prägen (12), (13).

In einer freiheitlichen Demokratie ist es schlicht unerheblich, ob ich dieselbe Göttin oder denselben Gott verehre beziehungsweise verspotte wie mein Bürgermeister, Arbeitgeber, Polizeipräsident, General, Staatspräsident oder Erlangener Jura-Professor. Im Jahre 1553 und in der Stadt Genf war das allerdings noch anders, da durfte Jurist und Theologe Johannes Calvin den Juristen und Theologen Michel Servet nach zehnwöchiger Kerkerhaft auf feuchtem Laub verbrennen lassen, weil der zweite das staatlich vorgeschriebene Dogma der Trinität leugnete und der erstgenannte nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch bereit war, seine etwas wahnsinnige Religion zum angewendeten Recht werden zu lassen sprich für seinen imaginierten (fraglos pervertierten) himmlischen Jesus irdisch zu töten (14).

Wer mit Prügel und Einschüchterung zum Glauben an die Hölle und den Teufel aufruft, das taten Machthaber wie Muḥammad und Calvin mit einigem Genuss und das machen leider die meisten Koranschulen, der verdient es doch sicherlich, als Kultivierer eines leicht wahnhaften Weltbildes bezeichnet zu werden.

Will Rohe mehr Toleranz zur Verschärfung des überholten Straftatbestandes der Gotteslästerung?

Soll, wie Necmettin Erbakan (* 1926), Mustafa Cerić (* 1952) und Tariq Ramadan (Ṭāriq Ramaḍān, * 1962) es wünschen, säkulares (nichtislamisches) Recht auch in Europa nur noch für Nichtmuslime gelten, soll die Glaubensnation (umma) der europäischen Muslime ihr eigenes, frauendiskriminierendes Familienrecht (mit Eherecht und Personensorgerecht) sprechen dürfen?

Dass ein deutscher Jurist und Richter es überhaupt wagt, in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Buch, das ja womöglich den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt, das Wort „Jenseits, jenseitig“ zu benutzen, sollte auch die religiös empfindenden Menschen unter uns wütend werden lassen. Im wissenschaftlichen Sinne – und auch im juristischen Sinne, sehr geehrter Herr Dr. Rohe – gibt es kein Jenseits. Rohe hätte vom anerzogenen beziehungsweise stimmungsbedingten Albtraum der Hölle, von der konstruierten oder der imaginierten Hölle und von der Heilserwartung oder Vision des Paradieses sprechen können. Auf die deformierenden psychischen Folgen ausgewachsener Höllenangst hinzuweisen wäre dabei zweckmäßig gewesen.

Die Steinzeit sickert in die prekäre kulturelle Moderne, die Götter halten Einzug in unsere Kindergärten, Schulen, Jugendämter, Krankenhäuser, Parlamente und Gerichtssäle.

Wir werden sowohl Rohe als auch die bei ihm ausgebildeten Islamwissenschaftler wie Michael Kiefer und die von ihm beratenen Politiker wie Wolfgang Schäuble genau beobachten müssen.

3. Auch wer vom islamischen Recht kaum etwas weiß, hat nicht selten präzise Vorstellungen davon.

Rohe verspottet die Kaste der muslimischen und vor allem nichtmuslimischen fiqh-Unkundigen. Er selbst sei islamisch rechtskundig, ob sein (bekennend niedergeschriebenes) Wissen über das demokratische Online-Lexikon Wikipedia hinausgeht, werden wir gleich hören.

An dieser Stelle gibt der Islambeschöniger der deutschen Bevölkerung zwei Freibriefe, erstens: Dhimmi, du brauchst über das Islamische Recht nichts zu wissen, das erledigt der Herr Rohe für dich. Und zweitens lässt sich mit „Mufti“ Rohe nun sagen: Wer behauptet, das Islamische Recht zu kennen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein veritabler Phantast, ein präziser Spinner.

Ressourcenschonend kalkuliert. Die Effizienz der Islamisierung.

3. Handabhacken, Auspeitschen oder Steinigen von Ehebrechern, Tötung Andersgläubiger und Benachteiligung von Frauen sind einige der am weitesten verbreiteten Stereotype.

„Stereotype“ suggeriert gezielt: Wer das sagt, hat keine Ahnung vom Islam. Zugleich schweigt der bekennende tägliche Schariaverwender Mathias Rohe dreist zu der Frage, ob denn Auspeitschungen nicht islamrechtliche Möglichkeiten sind. Das deutsche, sprich das gierig nach Krümeln wohlschmeckender Islambeschönigung lechzende Publikum hat Rohes Erlaubnis, über jeden Islamkritiker verbal herzufallen.

Wer wird es nach Rohes trickreicher oder dümmlicher Islambewerbung noch wagen können, zu sagen, die Peitschenhiebe im saudi-arabischen Riad (ar-Riyāḍ), indonesischen Banda Aceh oder pakistanischen Kandahar (Qandahār) seien Politik gewordene islamische Religion, seien der zum geltenden Recht gewordene Islam?

Die realen Apostatenmorde in Somalia und Pakistan, die Steinigungen im faschistischen „Gottesstaat“ Iran als Stereotype zu bezeichnen ist eine Unverschämtheit und eines Richters auch in seinem Märchenbücher schreibenden Privatleben nicht würdig.

4. Die moderne Rechtsentwicklung [des fiqh] nimmt gegenüber der frühen und klassischen Entwicklung einen vergleichsweise geringen Raum ein. Auch unter Wissenschaftlern dominiert deshalb eine historisierende Sicht …

Für mich ist ein Richter dann wenig historisch-kritisch, wenn er, um ein Urteil zu fällen, erst in einem 1.400 Jahre alten Buch blättern muss und das Werk auch noch allen ernstes als vom Himmelsgott herabgesendet hält.

Aber vielleicht hat der Fachmann für „klassischen, gerechten“ und „modernen, anpassungsfähigen“ fiqh die Herren Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Āyatollāh Ruḥollāh Ḫomeinī, Necmettin Erbakan oder Yūsuf al-Qaraḍāwī im Sinne, wenn er vom religionsrechtlichen Entwicklungspotential des Islam schwärmt.

4. Als Beleg hierfür seien die Ausführungen des bedeutenden hanafitischen Juristen al-Saraḫsī (gest. 483/1090) zu Tötungsdelikten genannt. … jenseitige Bestrafung [böte keine ausreichende Abschreckung]. Zur wirksamen Abschreckung sei deshalb das Regime der diesseitigen Strafe (ʿuqūba) und entsprechender Vergeltungsmechanismen (qiṣāṣ) eingeführt worden.

Dass sich das säkulare Recht aus vormodernen Kongressen namens Palaver, Thing oder Paw-Waw entwickelt hat mithin aus dem Dialog und vor allem aus der Konkurrenz zwischen Häuptling und Schamane mag ja so gewesen sein und verdient unsere Aufmerksamkeit – im Fach Geschichte oder Ethnologie, nicht aber im Bereich der Verhandlung über die Leitlinien unserer bundesdeutschen Institutionen. Das Grundgesetz ist auch mit ehrenwerten Medizinmännern, Gurus oder steinigenden „unfehlbaren“ iranischen Ayatollahs nicht verhandelbar.

Wir Staatsbürger wollen keine Theologisierung der Politik und schon gar keine politisch einflussreichen Geistlichen, deren antiquiertes Rechtsverständnis dem Talionsprinzip (Vergeltungsrecht, qiṣāṣ), der Kulturstufe der bronzezeitlichen Blutrache, oder dem eisenzeitlichen Wergeld (angelsächsisch weregild, arabisch dīya) entspricht.

Die šarīʿa und der fiqh sind nicht reformierbar, weil die extrem kulturrassistischen Hadithe (aḥādīṯ) nicht geändert werden können und auch der qurʾān in Sachen Recht auf Leben, Erbe für Frauen, Rechtsfähigkeit für Frauen, Religionsfreiheit oder Islamkritik alles andere als uneindeutig ist. Letztlich aber, weil die Verlautbarungen der berühmten Gottheit Allāh auf ein gestuftes Entrechten der Frauen und der verschiedenen Menschenklassen hinausgelaufen sind.

Auf der Seite http://www.islam101.com nennt Dr. Abid Hussain das grundsätzlich ewig diskriminierende islamische Erbrecht als von göttlicher Gerechtigkeit und göttlichem wertschätzendem Ausgleich (The divine justness and equitability of the Islamic laws of inheritance) geprägt (15). Dr. Rohe scheint mit der Rechtsauffassung des Herrn Hussain keine ethischen Schwierigkeiten zu haben.

Islamisches Recht (Politik gewordener Islam) wird etwa stets mehr oder weniger frauendiskriminierend sein müssen und wird jeden Islamkritiker an Gesundheit beziehungsweise Leben bedrohen. Doch selbst eine heute nur ein bisschen frauenentrechtende gerichtliche Urteilsbildung kann uns beziehungsweise kann die Allgemeinen Menschenrechte (1948) und das auf ihm begründete Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht zufriedenstellen. Rohe lehrt die juristische Barbarei (16).

4. Aspekte des Minderjährigenschutzes

Das islamische Heiratsalter für Mädchen beträgt neun Jahre. Nach Islamischem Recht kann auch heute die Zehnjährige oder Neunjährige Braut von ihrem als walī muǧbir fungierenden Vater gegen ihren Willen verheiratet werden, was Professor Rohe weiß und aus schwer nachvollziehbarer Motivation verschweigt.

Erst im Dritten Teil meint Rohe zum Verstoß gegen den ordre public:

354. Die Eheschließung Vierzehnjähriger wird hingegen schon als derartiger Verstoß hinzunehmen sein. Ein Mindestalter von zwölf Jahren ist keineswegs hinnehmbar.

Der nötigende Heiratsvormund heißt walī muǧbir, die islamrechtliche potentielle Zwangsheirat wilayāt-al-iǧbar englisch wilayat al-ijbar.

Wer über die schariatische Doktrin oder den die Scharia verwirklichenden fiqh schreibt und dabei unterlässt, für die längst in Europa nachweisbaren zwangsverheirateten elfjährigen oder zehnjährigen (schwangeren) Ehefrauen sein Mitgefühl sowie seine Wut über die schuldigen Erwachsenen auszudrücken, der hat das Thema „Das Islamische Recht“ aus pädagogischer, sozialarbeiterischer und politischer Sicht verfehlt. Lediglich „das darf man hier zur Zeit aber nicht machen“ zu schreiben ist etwas dürftig, zumal wir uns die Frage nach den künftigen Mehrheitsverhältnissen gerade unserer Innenstädte machen müssen, wo sich der säkulare, am Grundgesetz und an der AEMR orientierte ordre public in naher Zukunft zu verflüchtigen droht. Für den geschmeidigen Professor aus Erlangen ist das kein Problem, dann gibt es eben einen neuen ordre public, der Allahs Kindbraut bejaht.

Wesentlich deutlicher als Herr Rohe sagt uns das Familienministerium von Malaysia, was Islamisches Recht ist:

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Heirat erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits (17).«

6. So verweisen auch die meisten Verfassungsordnungen des vom Islam geprägten Kulturraums in der einen oder anderen Form auf die Scharia als Ganzes (was immer das sein mag) oder doch auf ihre (tragenden) Prinzipien als maßgebliche Rechtsgrundlage.

Wieder Rohes Trick, die Scharia, gerne schreibt er sie dazu in Anführungszeichen, als unverbindlich-verspielte Konstruktion, als harmloses Phantom darzustellen und damit jeden Schariagegner als unglaubwürdig. Das Islamische Recht indessen sei „law in action“, flexibel und modernisierbar, was leider falsch ist, da Koran und Hadithe eindeutig und zwar eindeutig diskriminierend sind. Wir sollten Mustafa Cerić ernst nehmen, der die „Weltanschauung“ (sic!) Scharia als unverhandelbar bezeichnet („Hence, this Islamic covenant, the sharī’ah, is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable“). Islamoptimist Rohe setzt auf die Modernisierbarkeit und Humanisierbarkeit des barbarischen Islamischen Rechts. Woher er seine Zuversicht nimmt und ob er die Säkularität der universellen Menschenrechte gegen die Allahkratie verteidigen möchte, erfahren wir leider nicht.

Den Säkularisten und Menschenrechtlern erweist der die šarīʿa letztlich leugnende Erlangener Jurist keinen Gefallen, biedert sich dagegen bei den Scheichs der Golfstaaten oder denjenigen der Kairoer al-Azhar an und denkt nicht daran, dazu aufzurufen, das gegenmoderne Wirken der britischen Scharia-Gerichtshöfe oder der mit ihnen personell und islampolitisch verbundenen theokratischen Herrschaftsordnung des ECFR (Yūsuf al-Qaraḍāwī, Mustafa Cerić) einzugrenzen.

107. Die Diversität des Islamischen Rechts …

Ganz viele kleine Scharias, oder sagt man Scharien?

Menschenrechte sind universell. Der voraufklärerische politische Kult in der Nachfolge von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān) und Necmettin Erbakan wird für die Staaten der kulturellen Moderne zur Herausforderung und zur kulturellen Überlebensfrage, als Jurist und Regierungsberater hier lediglich vom Islam im Plural zu reden verharmlost die demokratiegefährdende Macht etwa der Milli-Görüş-Bewegung oder der Muslimbruderschaft.

Rohe schweigt zum islampolitischen Ziel des Kalifats und übersieht, was die Re-Fundamentalisierung für die leider weniger oft in sich säkularisierende als vielmehr in sich islamisierende Großfamilien eingesperrten Individuen bedeutet. Die in Europa aufwachsenden, mehr oder weniger muslimisch sozialisierten Mädchen und Jungen möchten ja vielleicht auch an den uneingeschränkten Freiheitsrechten teilhaben, von denen unser reiselustiger und orientbegeisterter Dozent Rohe ein Leben lang gesundheitlich, emotional und finanziell profitieren durfte.

9. Das “Recht” lebt maßgeblich von seiner weltlichen Befriedungsfunktion …

Unser Professor entrückt nebenberuflich ins Paradies. Ein Mittelfranke naht sich der Gottheit.

9. Charakteristisch ist also die im Diesseits erzwungene Durchsetzung.

Na, geht doch. Peitschenhiebe als Gottesdienst. Demnächst auch in Erlangen.

9. Religiöse Vorschriften zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass ihre Achtung im Diesseits nicht rechtsförmig, sondern allenfalls durch sozialen Druck erzwingbar ist und ihre Missachtung in aller Regel nur jenseitige Folgen hat.

Hat Mathias Rohe den Islam als Gesetzesreligion par excellence denn gar nicht verstanden? Der Muslim ist absolut gehorsamspflichtig, ein Schariaverweigern gefährdet aus islamischer Sicht angeblich das Seelenheil der Großfamilie, weshalb nicht nur (übrigens islamrechtlich) geprügelt werden darf, sondern beispielsweise auch die von Gott Allah persönlich bei Alkoholgenuss vorgesehenen vierzig bis achtzig Peitschenhiebe zu verabreichen sind.

Völlig fälschlich sagt Rohe: Religionsvorschriften sind KEIN Recht.

Richtig muss es heißen: „Religiöse Vorschriften [im Islam] zeichnen sich [leider nach wie vor] dadurch aus, DASS sie rechtsförmig sind.“

Das Islamische Recht IST die Islamische Religion, von der Minderheit säkularer muslimischer Intellektueller einmal abgesehen, denen der die Scharia und den fiqh verharmlosende fränkische Islamwissenschaftler allerdings das Leben schwer macht.

Belügt uns der radikale Schariaverfechter und angebliche tägliche Schariaanwender Professor Mathias Rohe ganz bewusst oder, so etwas gibt es leider, kommt bei dem Herrn in Hirn, Herz und Gewissen schlicht nichts an?

Die gleichheitsfeministisch-säkulare und universell-menschenrechtliche Zeitschrift EMMA, die den mittelfränkischen radikalen Schariaverfechter nicht als verdeckten Konvertiten bezeichnen darf, zitierte bereits vor sieben Jahren den Islamwissenschaftler Hans-Peter Raddatz: „Erste Schritte in Richtung einer Rechtssprechung im Sinne des Islam sind erkennbar, beherzt verstärkt vom Erlangener Juristen Rohe, der richtungsweisend für das Entstehen eines parallelen Rechtswesen werden könnte (18).“

10. [Die] Scharia … verweist neben den auch diesseitsbezogenen Bewertungen menschlichen Verhaltens als „geboten” wāǧib bzw. „Pflicht“ (farḍ), „erlaubt“ (mubāḥ) und verboten (ḥarām) [ferner auch] jenseitsorientierte Bewertungen wie „empfohlen“ (mandūb, mustaḥabb) und „missbilligt“ (makrūh) …

Korrekt, das ist das Kristallgitter der Scharia, dem letztlich der Binärcode Himmelsgott – Teufel beziehungsweise islamisch Allāh – ʿAzāzil (Allāh – Iblīs) zugrunde liegt. Mit den Worten der bisweilen von Weltekel geschüttelten Sufis gesprochen geht es um den Ausgang aus der besudelten, dämonisch angekränkelten dunya (Diesseits) hinein in die wahrere Wirklichkeit der āḫira (Jenseits als Ort des göttlichen Gerichtes), geht es um die endgültige Weichenstellung in ǧanna (Himmel im Islam) und ǧahannam (Hölle im fundamentalistischen Islam).

Irdisch wiederspiegelt sich ǧanna – ǧahannam im islamistischen Binärcode dār al-islām wa dār al-ḥarb, der territorialpolitischen Zweiheit des Reinen und Unreinen, auf der individuellen körperlichen Ebene im Dualismus at-tahara wa an-naǧasat, welcher Körperorgane, Körperflüssigkeiten sowie Handlungen, Monats- und Tageszyklen in himmlisch kompatibel und vom Satan verunreinigt zerspaltet. Nichtmuslime sind stets ziemlich besudelt, was wesentlich schlimmer ist als lediglich verschmutzt. Man darf im Kulturrassismus der Schariapolitik Hund, Schwein, Kot, Weib oder ḏimmi (Dhimmi, halbfreier Monotheist sittlich geringeren Wertes) nicht berühren, sonst ist das nächste Gebet ungültig. Reinigungsrituale kommen also zum Einsatz.

Nicht korrekt ist es, muslimischen fundamentalistischen Kunden oder Endverbrauchern von Scharia-Islam (nach Tibi) oder fiqh zu unterstellen, zwischen einer diesseitsbezogenen und einer jenseitsbezogenen Handlung einigermaßen klar unterscheiden zu dürfen oder auch nur zu können. Der Muslim hat sein gesamtes Leben auf al-āḫira und Allāh auszurichten, es gilt der totale Jenseitsvorbehalt.

Um ein Wort aus der Sprache der Evangelischen Kirche zu benutzen ergibt sich das islamische Welt- und Lebensgefühl radikaler „Heilsungewissheit“ aus dem vermeintlichen Wissen, dass letztlich nur die undurchschaubar brutale Gottheit über den Eingang ins Paradies entscheiden kann. Zugleich hat der Muslim als Gottesknecht (ʿAbd Allāh, als Vorname: Abdallah) das Verhalten des Propheten geradezu sklavisch zu imitieren und dabei die Vorgaben von Vater, maḥram, walī (hier Heiratsvormund), Ehemann (als Frau), imām, muftī (19), šaiḫ (Scheich (20) und maḏhab (Rechtsschule) sklavisch zu befolgen (die Pflicht zum taqlīd), sofern diese nicht eindeutig gegen die Scharia verstoßen, um überhaupt die Chance auf den Eingang in die ǧanna der ewigen Rettung zu gelangen und der ewigen qualvollen Erniedrigung zu entfliehen.

11. [Der gebürtige Sudanese] Abdullahi al-Naʿim, der in den USA lehrt, lehnt die Durchsetzung der Scharia-Regeln durch Gesetzgebung schlechthin ab …

Sehr geehrter Herr Dr. Rohe, so empört und lautstark hat „al-Naʿim“, er lebt in Atlanta, Georgia und nennt sich Abdullahi Ahmed an-Na’im, dann doch nicht gegen den Schariavorbehalt der älteren pakistanischen und vor allem der jüngeren irakischen und afghanischen Verfassung protestiert. Auch geht der gebürtige Afrikaner, Islambeschöniger und angebliche Islamreformer an-Na’im weder zur göttlichen islamischen Diktatur des Iran noch zum Europäischen Fatwa-Rat (ECFR) glaubhaft auf Distanz.

11. [an-Na’im, al-Naʿim] „Unter Scharia verstehe ich das religiöse Normensystem des Islam. … weil … die Scharia nicht gesetzlich verordnet werden und zugleich ein religiöses Normensystem bleiben kann.

Was für ein scheinheiliger Trick, das ist doch taqīya pur und zielt auf das Kalifat: Die imaginierte Gottheit Allah erschuf nach islamischer Doktrin die Scharia, der Mensch könne sie weder gänzlich verstehen noch abändern. Zum Anwenden der Scharia sprich zum Case Law des fiqh hat die Menschheit in den Grenzen von Koran und Hadithen einige Befugnis. Die Scharia gilt dem politischen (orthodoxen) sunnitischen Islam als eher unbegreifbar und als völlig unverfügbar, zum Aufbau der Scharia-Gerichte aber will der orthodoxe Islam verpflichten. In der kulturellen Moderne bedeutet das Rechtsspaltung.

Orthodox angewendete islamische Religion ist fiqh. Die Scharia gehört dem politisch denkenden imaginierten „himmlischen“ Allahgott, der fiqh, das Islamische Recht, obliegt der islamrechtlich ausgebildeten „irdischen“ Elite. Beidem absolut zu gehorchen, Scharia und fiqh, obliegt dem muslīm. Islamischer Rechtsgehorsam ist, um ein Wort aus der Sprache der Katholischen Kirche zu verwenden, gleichsam ein sakramentales Handeln.

Abdullahi Ahmed an-Na’im (21), seltener al-Na’im oder el-Na’im, wünscht die Aussöhnung („synergy and interdependence“) von Menschenrechten, Religion und Säkularität, was im Klartext bedeutet, dass er das Kalifat wünscht. Der bei Rohe zitierte korankonforme Menschenrechtler und Meister der taqīya war von 1993-1995 US-amerikanischer Geschäftsführender Direktor der bekanntermaßen kopftuchfreundlichen und übermäßig israelkritischen so genannten Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, hatte den Wiarda Chair am Menschenrechts-Institut der Universität Utrecht inne und lehrt heute Recht im Zentrum für Recht und Religion an der Emory University School of Law in Atlanta, Georgia (22).

Vor den radikalislamischen Putschisten aus der Hauptstadt Khartum (al-Ḫarṭūm) musste an-Na’im als Anhänger der „reformislamischen“, zaghaft geschlechtergerechten (vgl. Rabeya Müller) und „islamsozialistischen“ (vgl. Muʿammar al-Qaḏḏāfī) beziehungsweise „islamdemokratischen“ (vgl. Recep Tayyip Erdoğan) Bewegung um den aufgrund angeblicher Islamapostasie hingerichteten mystischen Lehrmeister und charismatischen Gründer ordensähnlicher Bewegungen Maḥmūd Muḥammad Ṭaha aus dem Sūdān fliehen, kann aber, o Wunder, inzwischen wieder in den radikalislamischen, terrorismusfreundlichen Staat der afrikanischen Muslimbrüder einreisen. Der in hohem Maße an der koranzentrierten Theologie („der entwicklungsfähige Koran“) des von einem subjektiven Offenbarungserlebnis (Die zweite Botschaft des Islam, (23)) motivierten Maḥmūd Muḥammad Ṭaha orientierte Professor an-Na’im sinniert über den Koran des US-Präsidenten Jefferson (24) und lässt sich von der 1936 gegründeten Ford Foundation ein Forschungsprojekt über das Islamische Familienrecht finanzieren (25).

Die šarīʿa, so Rechtsprofessor an-Na’im, müsse man nur modernisieren und dann korrekt anwenden, es komme auf den gerechten Einsatz der Scharia an (26). Den kulturellen Rassismus von Koran und Hadithen leugnet der angesehene Professor, der ja vielleicht ein Optimist und Islamreformer ist, ein glaubensbewegter Theozentriker oder bewusster Islamisierer sprich Lügner. Rohes Begriff von Scharia scheint maßgeblich auf an-Na’im sowie auf den leicht zu durchschauenden Parteigänger von scharīʿa, taqlīd und fiqh Professor Ömer Özsoy zurückzugehen.

Der 1963 im türkischen Bünyan (Kayseri) geborene Ömer Özsoy (27) streut die uns sattsam bekannte, ziemlich billige islamische Lüge „Frauen und Männer sind im Koran gleichberechtigt“ und übt allerlei frommes Nebelwerfen, um den sexualpolitischen ḥiǧāb (das Politikum Kopftuch) sowohl in Kleinasien als auch in Europa durchzusetzen: „Ich halte es für völlig verkehrt, die Kopftuchdebatte in Deutschland mit den Ereignissen in der Türkei zu vermischen (28).“

Özsoy, der erst 2004 als Islam-Professor für tafsīr (Koranexegese) ausgebrütet wurde, konnte nur zwei Jahre später an der Universität Frankfurt, Fachbereich Evangelische Theologie, einen Lehrstuhl erhalten. Auf Steuerzahlerkosten also hat man diesem den Kulturrassismus der šarīʿa und die islamgesetzlich vorgeschriebene Frauenentrechtung des fiqh leugnenden Theokraten 2006 eine Stiftungsprofessur angeboten. Die ebenso betörende wie erregende Märchenerzählung vom demokratiefähigen Islam, den Bau einer optimistischen Kulisse, ohne den ein Türkeibeitritt zur Europäischen Union schlecht vermittelbar ist, lässt man sich offensichtlich einiges kosten.

14. der Koran als oberste Normenquelle …

… wird gleiche Frauenrechte und Bürgerrechte für alle Zeit erfolgreich verhindern, weshalb die kulturelle Moderne ihre muslimisch sozialisierten Menschen oder Islamkonvertiten dazu zu bewegen hat, ihr als heilig geltendes Buch und dessen textgewordene Derivate (ḥadīṯ, tafsīr, „muslimischer Katechismus“: İslâm İlmihali (türk.), die geheiligten islamischen Gerichtsurteile des fiqh, die fatāwā nebst der zum fatwā gehörenden Literaturgattung „Adab al-muftī wa-l-mustaftī“, wörtlich: Das gute Benehmen des Muftis und des Ratsuchenden) nicht als für heute gültiges Gesetz zu verstehen. Rohe sieht das anders und will den gesamten fiqh … zunächst: lehren lassen und dazu 2009 den Kulturrassismus jedes fiqh auf 606 Buchseiten verschleiern (29).

15. Menschenrechtsverletzungen zum Beispiel in Saudi-Arabien und im Iran

Allerdings, aber da fehlt etwas, denn es geht in diesen „göttlichen“ Staaten explizit um islamische Menschenrechtsverletzungen. Das islamische Gottesrecht, das Islamische Recht verletzt die universellen Menschenrechte.

16. Die Scharia ist nicht etwa ein Gesetzbuch … Abū Isḥāq al-Šāṭibī [lebte] im 14. Jahrhundert [und stellte die Frage nach den] Zwecken (maqāṣid) [dieser Normen (ʿilla)] der Scharia [und findet diese Zwecke] im Schutz von fünf allgemeinen, unter allen Völkern anerkannten Gütern („Notwendigkeiten“, ḍarūrīyāt): Religion, Leben, Nachwuchs, Eigentum und Verstand.

Der in radikalislamischen Kreisen bis heute hoch verehrte „Imam“ Abū Isḥāq aš-Šāṭibī stellt die wesensgemäß kulturrassistische und frauendiskriminierende Scharia nicht in Frage, sondern gehört (im theozentrischen fiqh-Islam: notwendigerweise) zu den rechtlichen Tricksern (30). Dass der „Nachwuchs“ (Rohe) immer ein „Eigentum“ (Rohe) des Ehemannes ist und die Kinder der verstoßenen Ehefrau der Sippe des Mannes gehören, dulden sowohl der spätmittelalterliche islamische Gelehrte als auch der Erlangener Rechtsprofessor Rohe. Vielleicht möchte sich Mathias Rohe dem fiqh-Konzept des auf den Philippinen und in Indien einflussreichen, in Jamaika geborenen und in Kanada aufgewachsenen islamischen Predigers Abu Ameenah Bilal Philips anschließen? Herr Philips schwärmt von der angeblichen Entwicklungsfähigkeit des Islamischen Rechts („The Evolution of Fiqh“), (31).

Der islamisch fromme Autor und Prediger Abu Ameenah Bilal Philips fordert, The Evolution of Fiqh, unsere Toleranz für die nach dem Vorbild des Propheten erlaubte Verheiratung neunjähriger Mädchen, fordert die Todesstrafe für Schiiten und Homosexuelle und hat Einreiseverbot in die USA.

16. [Laut Abū Isḥāq al-Šāṭibī würden] die Normen (arab. adilla, „Zeichen“) der Scharia nicht dem Verstand widersprechen können, weil ja die verstandesmäßige Erfassung Voraussetzung für ihre Verbindlichkeit (im Sinne konkreter Anwendbarkeit, arab. taklīf) sei.

Das Wort taklīf bedeutet „mit einer Bürde oder Last beladen“ und meint die unlustvolle Belastung des Menschen mit den strengen Vorschriften Scharia. Diese dezidiert schmerzliche Bürde wagt Rohe mit „konkreter Anwendbarkeit“ zu übersetzen, was reichlich sarkastisch ist und dem menschenverachtenden oder jedenfalls die Individualität und den freien Willen auszulöschen drohenden Spruch „Allah gibt niemandem mehr zu tragen, als er ertragen kann“ entspricht.

In der göttlichen Diktatur Iran wird mit taklīf (takleef) die sexualmagische, staatlich angeordnete Initiationsfeier der islamisch reifen (heiratsfähigen) sprich neunjährigen Mädchen zelebriert, die sich zu diesem Zwecke in weiße Schleier (Kopftücher und Gewänder) zu hüllen haben (32). Das „religiös erwachsene“ Mädchen ist mukallaf, hat ihr Dasein als Kind und Mädchen zu beenden und muss von nun an das unmenschliche Dressurmittel des ḥiǧāb (persisch pardā) tragen (33).

Was das Kopftuch als Dressurmittel und Zeichen der religionspolitischen Machtergreifung betrifft, versteckt sich Jurist Rohe hinter der šarīʿa: „Wenn Muslime glaubhaft sagen, das Tragen des Kopftuchs sei ein religiöses Gebot, dann müssen wir Juristen das akzeptieren (34).“ Rohe ist also bereit, ein jedes Handeln irgendwie „zu akzeptieren“, wenn es nur recht eindeutig als religiös etikettiert wird. Mit dieser bizarren und potentiell grundrechtsfeindlichen Einstellung müsste der Professor aus Erlangen einem an die Gottheit Huītzilōpōchtli glaubenden Mexikaner gestatten, andächtig seine religiösen Menschenopfer durchführen zu lassen, einem Somalier oder indonesischen Schafiiten, seine Tochter am Genital zu verstümmeln und einem iranischen Imam oder Mufti, islamrechtliche Steinigungen durchzuführen.

Ein in einem säkularen Staat tätiger Jurist hat überhaupt gar keine Bewertungen zu angeblich einzuhaltenden „religiösen Geboten“ (Rohe) eines Staatsbürgers vorzunehmen, sollte sich aber beispielsweise durchaus fragen, welchem Konformitätsdruck eine in einem fundamentalistisch geprägten Straßenzug wohnhafte Kopftuchverweigerin ausgesetzt ist.

Dabei macht sich der kopftuchbegeisterte Professor im selben Interview durchaus Gedanken um das menschliche Seelenleben, wenn es nur darum geht, dass ein Dhimmi ausreichende Islamsensibilität an den Tag legt sprich der Scharia nicht im Wege steht: „Wir sollten uns eher um einen Konsens im Gespräch bemühen und fragen: Was macht uns Angst, wenn muslimische Frauen ein Kopftuch tragen?“

Wie selbstverständlich geht Rohe nicht vom Buckeln der muslimischen, sondern der nichtmuslimischen Seite aus und lässt eben nicht fragen: „Warum haben wir Muslime Angst vor der Säkularität und der Gleichberechtigung der Frau?“ Wobei die wie zufällig eingeworfene, sehr islamische Vokabel „Konsens“ (iǧmāʿ bis auf die Hanbaliten eine der Rechtsquellen der Scharia) letztlich auf den Abschluss eines Staatsvertrages hinausläuft, wie ihn der ehemalige Geschäftsführer der so etwas Ähnliches wie den Landesverband Berlin der extremistischen Milli Görüş (IGMG; Necmettin Erbakan, Muslimbruder Dr. Yusuf Zeynel-Abidin) namens „Islamische Föderation Berlin“ und Sprecher der hauptstädtischen „Islamischen Religionsgemeinschaft“ Abdurrahim Vural gefordert hat (35).

Der bei Rohe erwähnte „Verstand“ bleibt auch sechs Jahrhunderte später völlig unverbindlich oder aber zerstört zwar nicht die Scharia, sondern ironisiert zynisch den Verstand, denn auch der Demokrat in der Diktatur „versteht“ das System, das ihn gängelt oder versklavt.

48 Erste und vornehmste Rechtsquelle ist unstreitig der Koran (qurʾān, das häufig zu rezitierende Buch. …

Für einige Bereiche finden sich im Koran detaillierte Rechtssätze. Dies gilt etwa für das Erbrecht, das Ehe- und Familienrecht und einige Strafbestimmungen …

Die Frau erbt die Hälfte, der Nichtmuslim, dem es gilt, Unterwerfung und Demütigung (ṣāġirūn; saghiroon) spüren zu lassen, nichts, der Islamapostat ist zu töten. Ohne rot zu werden bringt Islamfreund Mathias Rohe solches in scheinheilige Verbindung mit dem Wort „vornehm“.

58. Der Idschma (arab. iǧmāʿ) – der Konsens aller relevanten Gelehrten … Die Schiiten sind denn auch zu einer eigenständigen Form des Konsenses gelangt, der sich insbesondere nicht gegen die Auffassung des unfehlbaren Imam richten kann.

Der islamverliebte Jurist verzichtet bezeichnenderweise wieder einmal auf die indirekte Rede oder auf ein anderes Kenntlichmachen der fragwürdigen Konstruktion des islamischen Herrschaftskultes. Rohe hätte über einen jeden hohen schiitischen Āyatollāh selbstverständlich „des als unfehlbar geltenden Imam“ schreiben müssen. Den extrem antidemokratischen Elitarismus einer Herrscherkaste von höchsten Geistlichen kritisiert der multikulturelle Erlangener gar nicht erst.

66. Der allgemeine Nutzen (istiṣlāḥ) … Texthinweise (naṣṣ)

Umstritten bleibt die … Kategorie, für die keine Texthinweise (naṣṣ) vorliegen.

Alles hat sich iǧmāʿ (Konsensus) und qiyās (Analogieschluss) unterzuordnen (ohne Hanbaliten, die akzeptieren nur die Schriften), wiederum alles den Texthinweisen (naṣṣ, auch die Hanbaliten). Den schwachen aḥādīṯ (Hadithen, den gesammelten Überlieferungen zum Leben des als perfektes Geschöpf geltenden Mohammed) sind die starken (ṣaḥīḥ) Hadithe über- oder vorgeordnet, den Hadithen ist der der als Allahgottes Offenbarung geltende Koran vorangestellt. Innerhalb des Koran gehen nach dem Prinzip der Abänderung oder Abrogation (nasḫ) den aufgehobenen (mansūḫ) Koranversen die aufhebenden (nāsiḫ) Verse voran. Und das letzte Wort hat die halbwegs willkürliche Gottheit.

Ganz nachgeordnet ist das uns von Mathias Rohe verkaufte islamrechtliche Konzept des allgemeinen Nutzens (istiṣlāḥ), der auf einem Begriff von Gemeinwohl basiert, was Rohe genau weiß, der sich keinesfalls gegen die Erlaubnis zum zwangsweisen Tochterverheiraten und die Pflicht zum Apostatenmord richten darf.

66. Notwendigkeit (ḍarūra) wird solchermaßen als eine Art von Rechtsquelle akzeptiert.

Zum Beispiel beim ǧihād gegen Nichtmuslime, bei dem aus purer Notwendigkeit (ḍarūra) der Waffenstillstand (hudna) zulässig ist, jedoch kein Friedensvertrag. Mit der hudna, man vergleiche den Krieg der ḥamās gegen Israel, hat es allerdings eine besondere Bewandnis, denn die Waffenruhe darf nur so lange eingehalten werden, bis nachgerüstet ist und die Muslime sich nicht länger in der Position der Schwäche befinden, danach haben Allahgottes irdische Stellvertreter (Kalifen) den Krieg nämlich wieder aufzunehmen.

Die kulturelle Moderne als das theokratisch belagerte Troja. Der geschmeidige Jurist aus Erlangen rollt das hölzerne Pferd der islamischen Sakraljurisprudenz vor die Mauern der freiheitlichen Demokratie.

70, 71. „Das Versperren der Mittel“, sadd al-ḏarāʾiʿ

Rohe scheint das Konzept des sadd aḏ-ḏarāʾiʿ (des Versperrens der Mittel oder Zugänge [die zur unerlaubten Handlung führen], englisch: blocking the means to evil, als humanisierendes, demokratisierungsfreundliches islamisches Potential anzusehen, womit er doch wohl die sofortige Auflösung der Scharia-Gerichte und Ausweisung aller Scharia-Richter aus freiheitlich-demokratischen Staaten meinen müsste.

Islamrechtlich (islamisch) ist mit sadd aḏ-ḏarāʾiʿ gemeint, dass, was auch immer zu verbotenem Tun führen könnte, verbaut, verstellt, versperrt werden darf, und zu diesem übergeordneten heiligenden Zweck kleine Regelverstöße akzeptabel sind.

Vielleicht gestattet es ja das islamrechtliche Versperren der Zugänge, in der letzten europäischen Ramadanwoche einen riesigen, leeren Schulbus vor einem Süßwarenladen und Café abzustellen, um den Sünde schaffenden Verkauf vor Sonnenuntergang, übrigens recht erfolgreich, abzustoppen? Vielleicht gehört zum Versperren sündigen Handelns ja auch, als 8- bis 16jähriger muslimisch sozialisierter Junge vor städtischen Bussen dergestalt über die Straßen zu springen, dass sie sehr deutlich abzustoppen gezwungen sind, um das männliche Kind oder den männlichen Jugendlichen nicht zu töten, der Fahrer hat halt ein wenig Angst und besinnt sich auf die wahre Religion?

Der Rechtskniff sadd aḏ-ḏarāʾiʿ stütze sich auf Koran 2:104 und 6:108 sowie 20:43 ff.

74. Gutachten (arab. fatāwā oder fatāwī, Sing. fatwā)

Al-Šāṭibī [verlangt von] Gutachten: Es müsse ein Mittelweg (wasaṭīya) zwischen Nachgiebigkeit (taraḫḫuṣ) und übermäßiger Strenge (tašaddud) gewählt werden, wie die Scharia insgesamt durch Mäßigung (Suche nach dem Mittelweg) ausgezeichnet sei.

Dass sich Rohe nicht schämt, uns hier diesen sattsam bekannten islamischen Trick anzubieten, mit der sich die Doktrin der unhinterfragbaren geheiligten Beherrschung und Erniedrigung (ṣāġirūn; saghiroon) aller Frauen und Nichtmuslime als wasaṭīya, wörtlich „Mittigkeit“, als Weltbild und Seinsweise angeblicher Ausgewogenheit und Kompromissbereitschaft bezeichnen lässt. Ali Schariati führte zur umma (Weltgemeinschaft der Muslime) wasaṭīya aus:

„Thus we have made you an ummatan wasatan (middle community), so that you may be shuhada (witnesses) over mankind, and the Apostle may be a shahid (witness) over you”, Quran 2:142-143. … ummatan wasatan, community justly balanced … ummatan wasatan refers to a moderate society (36).“

Schariafreundin Prof. Dr. Gudrun Krämer schließt sich Rohes Begeisterung für die „community justly balanced“ beziehungsweise „The umma of wasaṭīya“ an und bittet uns, auf die irgendwie Hoffnung erweckende und humane ägyptische „Neo-Ikhwan, Neo-Muslimbruderschaft“ (Muslimbruderschaft) hereinzufallen, die schließlich so nett war, eine Abteilung Hizb al-Wasat, „Partei der Mitte“ oder Zentralpartei zu nennen (37).

Vielleicht wäre Partei der Mitte für die junge KPdSU oder die werdende NSDAP ein durchaus passender Name gewesen, vom kalkuliert erreichten (wohlausgewogenen) Zentrum der Macht aus lassen sich die politisch abzudrängenden Randgruppen leichter marginalisieren, und „Ausgewogenheit, Mitte“ klingt doch so bieder, so ehrbar und verlässlich.

Eine in jedem Sinne zentrale Rolle spielt der Begriff bei dem aus dschihadistischer Sicht ja vielleicht moderat denkenden Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī.

Der noch so radikale Islam ist immer wohltemperiert, der aufrührerische Schariagegner (Hochverräter) ist folglich nicht lediglich exzentrisch und pervers, sondern auch extrem. Soweit zu Rohes „Mittelweg“.

75. In der Gegenwart breitet sich das Gutachtenwesen weltweit aus.

Und nun? al-fiqh huwa al-hall? Wer vor dem (zugegebenermaßen vorhandenen) fatwā-Wildwuchs warnt, bietet der freiheitlichen Demokratie einen Köder an: Hier, im ungebändigten Fatwawesen liege das Problem, mit der politischen Duldung von mehr „offiziellem“ fiqh, möglicherweise ja harmonisch abgestimmt mit der Islamischen Weltliga (Muslim World League, (38)) oder dem Europäischen Fatwa-Rat (European Council for Fatwa and Research) würden wir die Entspannung der Lage erreichen. Europäer, ihr wollt doch kein Chaos? Xenophobe Europäer, duldet fortan gefälligst offizielle fiqh-Räte und Scharia-Gerichte.

Gegenwärtig breitet sich der politische Islam in der Tat weltweit aus, und die größere Gefahr ist seit Said Ramadan der politisch werdende fiqh (Das Islamische Recht), gegen den die Fatwas der mehr oder weniger „islamische Autorität“ genießenden Gutachter selbstverständlich niemals nennenswert verstoßen.

75. Das Gutachtenwesen wurde später bei den Sunniten oft dergestalt institutionalisiert, dass für einen bestimmten Herrschaftsbereich ein oberster Gutachter (muftī) eingesetzt wurde. Ein Beispiel ist der osmanische Šeyḫ ul-Islām in Istanbul.

Ursprünglich war der Scheich (Šayḫ) das Stammesoberhaupt der Beduinen. Šayḫ al-Islām bedeutet Oberhaupt des Islam.

Die osmanische Institution des Šeyḫ ul-Islām oder Şeyhülislam währte ein halbes Jahrtausend, von 1424 bis 1922, und legitimierte die kulturrassistische Apartheid der bis 1856 gültigen, Millet-System genannten Variante der ḏimma, der Dhimmitude. Es scheint unter manchen Türken als sozusagen klassisch türkisch zu gelten, dem Şeyhülislam hinterher zu trauern.

Von der Nostalgie bis zum Wunsch nach einem neuen Şeyhülislam ist es vielleicht nicht so weit. Dieses restaurative Ansinnen wird allerdings längst von der orthodox islamischen beziehungsweise radikalislamischen (Ḥizb at-taḥrīr (HuT), Partei der Befreiung; Hilafet Devleti, Kalifatsstaat) Forderung nach Wiedereinrichtung des Kalifats als der islamisch (islamrechtlich) einzig legitimen Herrschaftsform überlagert. Und ist denn ein Kalif nicht des einzig wahre Oberhaupt des Islam? Mathias Rohe kann dann mitten in Europa als sehr entrechteter ḏimmi vegetieren … oder als muslīm.

Für eine eventuell gewünschte Rechtsspaltung, einen neuen Šayḫ ul-Islām und für ein ordentlich „institutionalisiertes“ (Rohe) europäisches islamisches Gutachtenwesen bieten sich Yūsuf al-Qaraḍāwī und sein europäischer Stellvertreter Mustafa Cerić an. Der letztgenannte ist sogar Großmufti, sein Herrschaftsbereich heißt Europa, wie sich am Namen European Council for Fatwa and Research (ECFR) unschwer erkennen lässt und der Buchstabe F von ECFR steht sogar für fatwā. Im Scherz: Das hat aber nichts mit dem Islamischen Recht zu tun und wahrscheinlich noch nicht einmal mit dem Islam. Herr Cerić („I see the greatest challenge to establishing a European Muslim imamate as a way of institutionalising Islam in Europe“) aus dem bosnischen Sarajevo wird nichts dagegen einzuwenden haben, die Aufgabe des ranghöchsten muslimischen Geistlichen in Europa einzunehmen. Ach, im Islam gebe es ja keinen Klerus, jeder Muslim stehe allein vor der Gottheit, so raunen die ḏimam (Plural von ḏimmī).

Dem bloßen Namen nach existiert der Titel Oberhaupt des Islam mindestens in Aserbaidschan und Pakistan. Aserbaidschan, ab 1920 bzw. 1922 Teil des sowjetischen Imperiums, war bis 1991 stark säkularisiert, es besteht eine Schulpflicht von acht Jahren. Das von extremer Korruption gebeutelte Land hat 8,2 Millionen Einwohner, seine Wahlen verlaufen undemokratisch. Die Bewohner sind nahezu alle Muslime, von der winzigen jüdischen Minderheit abgesehen gibt es 32 % Sunniten und 68 % Schiiten, Vorsitzender des Caucasian Muslims Office ist der Sheik-al-Islam Allahshukur Pashazadeh. Pakistan: Shaykh-ul-Islam Dr. Muhammad Tahir ul-Qadri ist das amtierende Oberhaupt der sunnitischen, oftmals hanafitischen, von Ahmed Rida Khan (Ahmad Raza Khan, 1856-1921) gegründeten Sufi-Bewegung der Barelwi (Barelvi).

74. Muftis waren allerdings nicht selten in die Lösung von Rechtsstreitigkeiten eingeschaltet.

Und der muslimische Endverbraucher wird keine Chance haben, dem muftī zu widersprechen oder gegen das Gutachten des Muftis oder hier eben sogar gegen dessen rechtsislamisches Urteil anzureden.

Der Muslim ist gehorsamspflichtig, Auflehnung gegen die „soziale Harmonie“ (Chomeini für den Iran: Welayat-e-faghih, Velayat-e faqih, Herrschaft des Obersten Rechtsgelehrten) bringe das Seelenheil aller Beteiligten in Gefahr, weshalb der politische Rebell oder die sexuelle Rebellin (A woman who commits nushuz is referred to as nashiz or nashiza) zum Gehorsam gezwungen werden darf und gezwungen werden wird, islamrechtlich einwandfrei oder mit dem Faustrecht der aufregenden islamrechtlichen Grauzone.

79. Auch im Personenstands-, Ehe- und Familienrecht finden sich Abweichungen zwischen den Auffassungen verschiedener Rechtsschulen, im Einzelnen zudem innerhalb ein und derselben Schule.

Dabei ist es in der Universität Erlangen, Fachbereich Jura, inzwischen nicht mehr so wichtig, dass jede dieser vielseitigen „Auffassungen“ die Frau, den Nichtmuslim und den Ex-Muslim systematisch diskriminiert.

79. Die gänzlich wirksame Übertragung von Rechten und Pflichten setzt Volljährigkeit … voraus. Erst dann wird man zum mukallaf, zum vollen Träger von Rechten und Pflichten.

Was taklīf bedeutet, wissen wir bereits, einerseits die „ausgewogen schmerzliche“ (zu: wasatiyya, wasaṭīya, „Mittigkeit“) Belastung (taklīf) mit der Bürde des Islamischen Gesetzes beziehungsweise der Last der einzuhaltenden schariatischen Pflichtenlehre, andererseits ist taklīf (takleef) das Staatsprogramm gewordene Kultfest für alle neunjährigen (heiratsfähigen, erwachsenen) Mädchen im barbarisch grausamen iranischen Gottesstaat.

Das Mädchen, da hätte Herr Rohe ja ganz recht, darf in erster Ehe und als islamstaatlich geprüfte Jungfrau (Schwiegermutter begutachtet das Bettlaken) von ihrem Vater auch ohne ihre Zustimmung verheiratet werden, der Vater oder Großvater väterlicherseits macht dann eben von seinem von Allahgott verbürgten und einer Weihehandlung gleichkommenden Recht Gebrauch, die Jungfrau zwangsweise zu verheiraten.

Ein geistiges oder auch nur emotionales höheres Alter als das einer Neunjährigen gesteht die Gottheit Allah samt seiner einer Priesterkaste gleichkommenden Elite der Muftis und Scheichs der lebenslang als sehr unmündig geltenden muslimischen Frau nicht zu. Da hätte, wie gesagt, Islamfreund Rohe ganz recht … wenn er uns die vorzivilisatorischen, menschenrechtswidrigen und grundrechtswidrigen Folgen des Daseins als mukallaf nicht vorenthalten würde.

80. Im Mittelpunkt des Familienrechts stehen Eingehung und Auflösung der Ehe. Die Ehe ist ein rein weltlicher Vertrag

Seit einem runden Jahrtausend sind alle Bereiche des Lebens Teil der (totalen) šarīʿa, eben auch die muʿāmalāt (oft vereinfacht: mu’amalat) genannten zwischenmenschlichen Beziehungen (fiqh al-muʿāmalāt). In einer Gesellschaft des an der Scharia orientierten Familialismus und der gehorsamspflichtigen Ehefrau von „rein weltlich“ (Rohe) zu sprechen ist auch außerhalb der beiden allahgöttlichen Diktaturen Iran und Saudi-Arabien geschmacklos.

Die Frau hat nach Koran und Hadithen dem Mann jederzeit sexuell gehorsam zu sein, der Islam heiligt damit die eheliche Vergewaltigung, beginnend mit der Hochzeitsnacht. Jeder Ungehorsam der Ehefrau gefährdet für die muslimische Familie (und eben nicht nur für die Frau selbst) den Platz im Paradies, weshalb der konkrete geometrische Raum des Schlafzimmers die Urzelle des Islamstaats (Kalifats) ist. Schariapolitik startet auf dem ehelichen Kopfkissen, auf dem bis zu vier Ehefrauen Platz haben, Konkubinen nicht mitgezählt. Das unzerstörte Jungfernhäutchen dürfen wir doch wohl als veritablen islamrechtlichen Kult bezeichnen.

Rohe will uns weismachen, dass die islamische Ehe völlig unislamisch jedenfalls unreligiös sei, dazu muss er uns natürlich das Prinzip der Verstoßung, aţ-ţalāq (oft vereinfacht: talaq), unterschlagen. Wobei wir auch noch verlangen dürfen, dass ein juristisch gebildeter Sprössling der freiheitlichen Demokratie den schariatischen (islamrechtlichen) Tugendterror als misogyn, antidemokratisch und barbarisch erklärt.

Die sexualpolitische islamische Doktrin der gerade auch von der Muslimbruderschaft vertretenen männlichen Vorrangstellung in der Ehe nach dem Konzept der qawama (wörtlich Pfeiler) meint die koranische, islamische Entrechtung der dem Mann zum Dienst verpflichteten Ehefrau und kommt der Sache schon näher, um die es zwar „irdisch“, aber sehr islam-religiös geht, das von Prof. Dr. Gudrun Krämer (dort unter: Muslimbrüder; qawama) beschönigte Schlafzimmerkalifat (39).

84. Die Zwangsverheiratung von Mädchen … (zawāǧ al-ǧabr bzw. wilāyat al-iǧbār) durch ihren Vormund war nach klassischem Eherecht unter bestimmten Bedingungen zulässig.

Etwas auffällig angestrengt schiebt Rohe den nötigenden Heiratsvormund in die Vergangenheit. Wir sollten doch besser vom heutigen walī muǧbir sprechen, von der beschämenswerten, vorzivilisatorischen islamrechtlichen Institution des nötigenden Heiratsvormundes.

Mit der Vergangenheitsform „war“ betreibt Rohe dreisten kitman, Lüge durch Auslassung, denn das ewige Islamische Recht will den ewigen walī muǧbir, türkisch mücbir veli (40), selbstverständlich auch in Deutschland.

85. Zudem wird allgemein, gestützt auf Prophetenüberlieferungen, das Schweigen einer Jungfrau auf einen Heiratsantrag hin als Zustimmung qualifiziert.

Macho-Gegrinse im Hörsaal? Herr Rohe, wir finden das nicht komisch.

Anerkennenswert, wenn auch etwas entlarvend, dass Rohe nun die Gegenwartsform verwendet.

88. Häufig findet sich die Aussage, dass der Ehemann grundsätzlich immer Recht auf Geschlechtsverkehr habe …

Islamisch ist der Ehemann zum Sex „around the clock“ berechtigt. Und Rohe hat überhaupt nichts dagegen.

Fatwā. Der unter Sunniten weltweit hoch anerkannte Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī beruft sich auf at-Tirmiḏī (825-892, Schüler des bedeutenden Hadithsammlers al-Buḫārī) dieser auf Muḥammad und der wieder auf Allahgott. Liebe Nichtmuslime und Muslime, mehr islām geht nicht (41):

„Wenn ein Mann mit seiner Ehefrau verkehren möchte, muss sie ihm gehorchen, selbst wenn sie beim Backen ist [selbst wenn das Gebäck im Ofen verbrennt]…. Falls ein Mann seine Ehefrau in sein Bett ruft und sie ihm nicht gehorcht und ihn (dadurch) ärgert, wird sie bis zum Sonnenaufgang (die ganze Nacht) von den Engeln verflucht werden.“

88. Zugespitzt lassen sich die Pflichten als „Übernahme von Verantwortung“ für den Ehemann und „Gehorsam“ (ṭāʿa) für die Frau benennen.

Die Ehefrau ist gehorsamspflichtig, bei Zuwiderhandlung darf sie im islamischen Diesseits (ad-dunya, „illusorische materielle Welt“) ermahnt, verschmäht und geschlagen werden (Koran 4:34) beziehungsweise brennt im islamischen Jenseits (al-āḫira, englisch geschrieben akhirah, islamisch für: die letzte Realität) auf immer und ewig in den Flammen der Hölle.

89. Bei Verstößen verliert die Frau als Rebellin (nāšiza) ihren Unterhaltsanspruch.

Englische Schreibweise nashiza: The disobidient and rebellious wife. Nachzulesen in: Jamal J. Nasir (1986, 1990): The Islamic Law of Personal Status (42).

90. Viele Gelehrte rücken die Ehe sogar in die Nähe gottesdienstlicher Handlungen (ʿibādāt).

Allerdings, die islamische Ehe, damit: die Gehorsamspflicht der muslimischen Ehefrau gehört zum ausgeübten Respekt der grimmigen Gottheit gegenüber.

102. Neben der ungleichen Behandlung der Geschlechter gibt es weitreichende Beschränkungen des interreligiösen Erbrechts.

Neben der geheiligten Entrechtung der Frau gibt es im Islamischen Recht die einem Sakrament gleichkommende Diskriminierung der Nichtmuslime.

195. Gegen eine gedankenlose Übernahme jeglicher Überlieferung wendet sich auch Yūsuf al-Qaraḍāwī. Er stellt sich hierbei gegen die Tendenz, aus jeglichem Handeln des Propheten und seiner Nachfolger einen dauerhaft gültigen Präzedenzfall zu konstruieren. Vielmehr seien Ort, Zeit und Umstände des Handelns zu berücksichtigen.

Sehr richtig Herr Rohe, Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī, der den Holocaust für das gerechte Strafgericht Allahgottes hält und Juden für die Feinde Allahs, schreibt der Muslima das Tragen des Ganzkörperschleiers, des ḥiǧāb vor. Doch ist der unter Sunniten leider hoch anerkannte Geistliche flexibel, denn es ist der muslimischen Frau, örtlich-zeitlich angepasst, gestattet, das Kopftuch abzunehmen und die Haare zu entblößen, nämlich beim Ausführen einer Märtyreroperation.

Gelegentlich gebärdet sich der radikale, die vollumfänglich eingeführte Scharia und das politische Kalifat erstrebende Prediger al-Qaraḍāwī als Friedensstifter, der die muslimischen Extremisten und Dschihadisten bändigen wolle. Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī betreibt einen womöglich wenig ausgereiften Club namens „Internationale Vereinigung Muslimischer Rechtsgelehrter“ (The International Association of Muslim Scholars, IAMS), der angeblich nichts sehnlicher wünscht als das friedliche Zusammenleben aller religiös definierten Menschenklassen. Zugleich billigt der Vorsitzende des Europäischen Fatwa-Rates, des ECFR, dabei im Rahmen der palästinensischen Selbstmordattentate auftretende Tötungen von Zivilisten (43).

Der 1926 in Ägypten geborene, im arabischen Emirat Qaṭar lebende Scheich betreibt die weltweit viel gelesenen Homepages http://www.qaradawi.net (arabisch) und http://www.islamonline.net (auch englisch), wurde durch seine zahlreichen religiösen Fernsehsendungen weltweit bekannt, erlaubt bekanntermaßen allen muslimischen Männern, ihre widerspenstigen Ehefrauen zu schlagen (das Islamische Recht) und will Homosexuelle, die er für fehlgeleitet und pervers hält, islamrechtlich mit hundert Peitschenhieben bedenken. Yūsuf al-Qaraḍāwī tritt für das koranisch verbürgte männliche Recht auf Vielweiberei ein und betrachtet die weibliche Genitalverstümmelung als islamische sprich islamrechtliche Möglichkeit (das Islamische Recht) und unser Rechtsprofessor Rohe würdigt, dass der Scheich „Zeit, Ort und Umstände des Handelns“ sorgfältig bedenkt.

Herr Rohe, geht`s noch?

Ebenso wie das niemandem, noch nicht einmal einem männlichen Muslim Rechtssicherheit bietende Islamische Recht (fiqh) ist auch Rohes gleichnamiges Buch eine Gefahr für die freiheitliche Demokratie. Das Islamische Recht ist ein trojanisches Pferd, das gerade auch von Mathias Rohe vor die Mauern der global gesehen leider immer noch sehr begrenzten Räume der Säkularität und der allgemeinen Menschenrechte gezogen wird. In weiten Teilen der Thematik von Scharia und fiqh unterschreitet Rohes Buch gründliches Lexikonwissen wie es etwa Wikipedia bereit hält, wir haben ihm vorzuwerfen, fiqh und Scharia in Europas und Deutschlands Parlamenten, Ministerien und Rathäusern salonfähig machen zu wollen.

Integration wird mit dem Tolerieren eines differenziert diskriminierenden „göttlichen“ Rechts verhindert. Worte, die auf ein bürgerrechtliches Engagement, gerade auch für säkulare Muslime oder Ex-Muslime schließen lassen, haben wir von Mathias Rohe nicht zu erwarten. Zu einem inneren Beteiligtsein mit dem Los der Hunderttausenden von islamrechtlich Ermordeten, Gesteinigten, Zwangsverheirateten und Eingeschüchterten ist Rohe seit sehr vielen Jahren schlicht unfähig, weshalb uns nur übrig bleibt, vor dem Schariaverharmloser und (damit) Funktionär der Islamisierung Europas zu warnen.

Islam ist die Einheit von Allahgottes himmlischer Doktrin (Scharia) und der den Menschen auferlegten Pflicht, das geheiligte Recht (fiqh) sprechen zu lassen und die den Weg ins Paradies vermeintlich weisenden fiqh-Urteile selbstverständlich auch einzuhalten. Was dem Allah die Scharia ist, ist dem Muslim der fiqh.

Dem US-amerikanischen Rechtswissenschaftler Abdullahi Ahmed an-Na’im und dem Islambeschwichtiger Mathias Rohe aus Erlangen geht es darum, eben diesen Zusammenhang, diese wenn nicht Identität so doch Kohärenz von barbarischer Sakraldoktrin (44) und barbarischer Sakraljurisprudenz (45) der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit gegenüber zu verschleiern.

Jacques Auvergne

(1) „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“ – im Interview mit der Frankfurter Rundschau: Deutschlands unheimlicher Schariafreund Mathias Rohe

http://www.bpb.de/themen/FE53LX,0,In_Deutschland_wenden_wir_jeden_Tag_die_Scharia_an.html

(2) Dr. Ulfkotte in Waiblingen

http://www.cdu-rems-murr.de/index.php?ber=&topic=news&nr=654&sid=&uid=

(3) Udo Ulfkotte: »Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht«, Eichborn, Frankfurt am Main 2007

http://www.eichborn.de/eb/eichborn/buecher/kategorie/sachbuch-1/titel/heiliger_krieg_in_europa/

(4) Murat Aslanoglu, Rede beim Iftar-Empfang der baden-württembergischen Landesregierung am 22.09.2008 in der Villa Reitzenstein in Stuttgart, Amtssitz von Ministerpräsident Günther Oettinger

http://islam.de/11475_print.php

(5) Murat Aslanoglu erzählt uns den verkitschten Islam, den Bambi-Islam

http://www.weltreligionstag.de/Aslanoglu%20Bedeutung%20des%20Gebets%20Weltreligionstag%202007.pdf

(6) FIOE. Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa, eigentlich Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE), ist die Dachorganisation europäischer schariatischer Organisationen und kann der internationalen radikalislamischen Bewegung der Muslimbruderschaft zugezählt werden

http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deration_Islamischer_Organisationen_in_Europa

(7) The Shadhili Tariqa

http://shadhilitariqa.com/site/

(8) Shadhili Teachings

http://www.shadhiliteachings.com/

(9) Fassiyathush Shazuliya

http://www.shazuli.com/

(10) Nu Hah Mim Keller

http://www.islamfortoday.com/keller01.htm

(11) Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum. Ausschreibung des Förderschwerpunkts bei der Gerda Henkel Stiftung: „Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen“, konzipiert in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

http://www.ruhr-uni-bochum.de/idg/

(12) Orakelpriester Rohe zu der ihrem Anspruch nach ewigen, kulturrassistischen Scharia: „Wenn man wirklich erfassen will, was die Scharia ist, muss man die historische Dimension des islamischen Rechts berücksichtigen. … Muslime, die nach der Scharia rufen, sollten sich klarmachen, dass die Wahlfreiheit in Deutschland ein hohes Gut ist.“

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=469&wc_id=1029

(13) Rohe nicht contra Scharia und pro Lehrerinnenkopftuch

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Mathias-Rohe-Islam-Kopftuch;art122,2856026

(14) Johannes Calvin: Töten für Jesus! Zum Mord an Michel Servet

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/23/121/

(15) Dr. Abid Hussain: Islamic Laws of Inheritance

http://www.islam101.com/sociology/inheritance.htm

(16) Professor Rohe lehrt den barbarischen Rechtsislam

http://www.zr2.jura.uni-erlangen.de/lehre/material/seminare/semWS07.pdf

(17) wali mudschbir, walī muǧbir, wali mujbir: Familienministerium Malaysia

»1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.«

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(18) EMMA zu Mathias Rohe. Cornelia Filter, EMMA September/Oktober 2002

http://www.emma.de/was_wird_hier_verschleiert_5_020.html

(19) Europas doppelter Boss. Papst und Großmufti

http://blogs.reuters.com/faithworld/files/2008/11/ceric-and-pope1.jpg

(20) Scheich, engl. Sheykh. Hier mindestens dreißig Exemplare. Europas Fiqh-Rat, Europäischer Fatwa-Rat:

http://en.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research#Members_of_the_ECFR

(21) Abdullahi Ahmed An-Na’im

http://en.wikipedia.org/wiki/Abdullahi_Ahmed_An-Na%27im

Abdullahi Ahmed An-Na’im, Homepage

http://www.law.emory.edu/aannaim/

(22) Emory University School of Law

http://en.wikipedia.org/wiki/Center_for_the_Study_of_Law_and_Religion

(23) Thomas Schmidinger: Die zweite Botschaft des Islam. Eine Menschenrechts- und Sozialismuskonzeption aus dem Sudan

http://www.trend.infopartisan.net/trd0301/t380301.html

(24) Islamisator an-Na’im (al-Na’im, el-Na’im) über die USA, den Koran und Präsidenten Jefferson: „Thomas Jefferson, Islam and the State“

http://www.huffingtonpost.com/abdullahi-ahmed-annaim/thomas-jefferson-islam-an_b_92533.html

(25) Ford-Stiftung finanziert Forschungsprojekt zum Islamischen Familienrecht

http://www.law.emory.edu/ifl/

(26) Eine modernisierte Scharia versöhnt säkulare Demokratie und Islam, träumt oder flunkert Jurist an-Na’im

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-544/i.html

(27) Ömer Özsoy

http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/download/oezsoy_lebenslauf.pdf

(28) Die Schariafreunde von Qantara (d. h. Goethe-Institut, Bundeszentrale für politische Bildung usw.) über Ömer Özsoy

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-743/i.html

(29) Fiqh. Fields of jurisprudence

http://en.wikipedia.org/wiki/Fiqh#Fields_of_jurisprudence

(30) Imam Shatibi’s Theory of the Higher Objectives and Intents of Islamic Law (Imam ash-Shatibi)

http://www.onlineislamicstore.com/b8832.html

(31) Die Entwicklungsfähigkeit des fiqh. Abu Ameenah Bilal Philips

http://www.onlineislamicstore.com/b8934.html

(32) k-l-f, at-taklīf, wörtlich „Belastung, Auferlegen der Bürde“, bezeichnet auch die sexualmagische Kultfeier um das islamrechtlich verstaatlichte Mädchengenital. Schiitischer Islam, einsetzende Schambehaarung und „Religiöse Reife“.

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioese_reife.htm

(33) Das Mädchen ist (mit der Bürde der Scharia) „belastbar“, heiratsfähige Frau, (k-l-f, zu taklīf) mukallaf

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioes_erwachsen.htm

(34) Rohe will Kopftuch, Tschador und Burka allüberall dulden, solange sie nur als „religiöses Gebot“ bezeichnet werden

http://www.bpb.de/themen/FE53LX,0,In_Deutschland_wenden_wir_jeden_Tag_die_Scharia_an.html

(35) Ein etwas korrupter Kalifatsfreund klagt auf Staatsvertrag: Abdurrahim Vural, ehemals IFB (sehr nah der islamistischen IGMG verwandt), später für eine zwielichtige so genannte Islamische Religionsgemeinschaft tätig

http://www.welt.de/print-welt/article199909/Berlins_Muslime_wollen_Verhandlungen_ueber_Staatsvertrag_vor_Gericht_erzwingen.html

(36) Ali Shariati, ummatan wasatan

http://www.iranchamber.com/personalities/ashariati/works/jihad_shahadat.php

(37) Gudrun Krämer: Hizb al-Wasat

http://www.verfassung-und-recht.de/vrue/hefte/Aufsatz_VRUE_05_03.pdf

(38) Islamische Weltliga (Muslim World League)

http://demo.ebiz-today.de/personen/personen,217,Weltweit_vernetzter_politischer_Islam,news.htm

(39) Prof. Dr. Gudrun Krämer: qawama

http://www.verfassung-und-recht.de/vrue/hefte/Aufsatz_VRUE_05_03.pdf

(40) mücbir veli (kızın babası), zur Zwangsverheiratung berechtigter Vormund (der Vater des Mädchens)

http://www.haznevi.net/icerikoku.aspx?KID=303&BID=6

(41) Der Gott Allāh sagt es dem Engel Ǧibrīl, dieser dem Araber Muḥammad, von dem erfährt durch gesicherte Überlieferung at-Tirmiḏī (825-892, Schüler des bedeutenden Hadithsammlers al-Buḫārī), was wiederum die geachtete islamische Autorität Yūsuf al-Qaraḍāwī zur islamischen (religionspolitischen), das prekäre Seelenheil bei folgsamer Einhaltung sichernden Feststellung bewegt. Fatwā: Der Ehemann hat das Recht auf Sex, jederzeit und überall, die muslimische Ehefrau muss dem brünstigen Rechtgläubigen zu Willen sein

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M59902e1143b.0.html

(42) Die widerspenstige, rebellische Ehefrau, Gegnerin an der islamischen Ordnung. Die našiza, siehe unter: nashiza

http://books.google.de/books?id=N4WmwikqudIC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false

(43) Der ECFR-Vorsitzende Scheich Yūsuf al-Qaraḍāwī billigt palästinensische Selbstmordattentate, die auch Zivilisten töten dürfen

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-323/i.html

(44) Die ihrem Anspruch nach ewige, kohärente und den Muslim zu ihrem Einhalten verpflichtende šarīʿa ist Grundlage der verlässlich frauenentrechtenden und demokratiegefährdend kulturrassistischen Kairoer Erklärung der Menschenrechte von 1990

http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

(45) FIOE: fiqh

http://www.euro-muslim.com/En_u_Foundation_Details.aspx?News_ID=343