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Schariaminister Zakzouk

Juli 11, 2010

الإدراك الحسي

al-idrāk al-ḥassī

La perception

Wahrnehmung

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Zum neunzehn Jahre alten Text des ägyptischen Islampolitikers Mahmoud Zakzouk »Ein Islam und viele Interpretationen«, 1991 in Berlin gehalten auf der 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt. Eine Islamkritik von Jacques Auvergne.

Anlass dieser Textbetrachtung ist die Kölner Tagung »Islamische Studien in Deutschland« (13.-14.07.2010), zur der Vertreter aus dem britischen weiteren Umfeld der von Sayyid Abū l-Aʿlā l-Maudūdī († 1979) gegründeten Partei Jamaat-e-Islami (JI, Pakistan und Bangladesch, als JI-Europazentrum darf das britische Markfield, Leicester gelten) durch den deutschen Wissenschaftsrat (1) ebenso eingeladen sind wie ein bosnischer ECFR-Scheich, ein Mitglied also aus dem Netzwerk des islamisch spirituellsten (religionspolitisch brutalsten) aller Muslimbrüder, Yūsuf al-Qaraḍāwī.

Dabei können wir dem Wissenschaftsrat (WR) und Bundesbildungsministerin Annette Schavan noch nicht einmal vorwerfen, den „falschen“ Islam nach Köln in den MediaPark eingeladen zu haben. Denn anders als im Fall des plausibel (wissenschaftlich) arbeitenden Münsteraner Universitätsdozenten Sven Kalisch hat der Wissenschaftsrat mit den geladenen Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Jamaat-e-Islami (JI), Muslimbruderschaft (MB) und Irans realislamischer Religionsdiktatur eine Gästeliste erstellt, an der kein Imam zwischen Ankara, Mekka, Islamabad und Kuala Lumpur (einst lehrte Cerić in Malaysias Hauptstadt) oder, Deutschlands Scharialobby betreffend, zwischen ZMD und IGMG etwas auszusetzen haben wird, solange nur die Freundesfreunde von JI, MB und Chomeini in den künftigen Beiräten der deutschen universitären »Islamischen Studien« Sitz und Stimme haben.

Man wird davon sprechen, der WR verkündet es bereits, die Beiräte seien „theologisch“ unabhängig, „sonderrechtlich“ wird man noch ein paar Jahre lang nicht sagen. Irgendwann ist, zunächst im Familienrecht, die Rechtsspaltung nach indischem oder griechischem (!) Muster eben auch in Köln und Berlin Realität, wer dann noch nach der Rechtseinheitlichkeit (Säkularität) ruft, wird als unbelehrbarer rechter Ewiggestriger gelten oder als unverbesserlicher linker Sozialromantiker, was eben gerade besser passt (einzelfallorientiert).

Wer den politischen Islam ernst nimmt, was sich sehr empfiehlt, mag das Treiben um WR, Schavan und Zakzouk als Versuch der kontrastkulturellen Außerkraftsetzung des einheitlichen Rechts bezeichnen, als milieubezogenen Staatsstreich, sprich als Staatsstreich. Die islamische Abschottungspolitik wird auch als Rechtsberatung auftreten, in Großbritannien werden 85 Islamische Gerichtshöfe vermutet, sie nicht in Anspruch zu nehmen oder ihren Urteilen nicht Folge zu leisten, verwirkt dem Muslim und künftigen europäischen Muslimstaatsbürger das jenseitige Seelenheil und hienieden den Schutz durch die großen Brüder. Das Letztgenannte ist der Gesundheit abträglich, dient aber der Rechtleitung von Stadtviertel und Großfamilie, ist also gut gemeint.

Auch Mahmoud Zakzouk (Zaqzūq (2)), der uns aus dem Blog Sägefisch Text Nummer 174 bekannte ägyptische Minister für Religionspolitik, wird am 13. und 14. Juli 2010 Gesprächspartner der Deutschen Bundesregierung sein und vom WR in Köln im MediaPark empfangen werden. Islamversteher Jörg Lau gibt den treuherzigen Löwenbändiger ab und übernimmt die Moderation der korantreuen Funktionäre aller Länder. Der steinigungsfreundliche iranische Ex-Präsident Chatami (3) wird sich die Ehre geben, Amtsnachfolger Ahmadinedschad bastelt dieser Monate an der „spirituellen“ Atombombe. Ein gewisser Mathias Rohe, bekannt für Weisheiten wie: „Das islamische Recht ist auch ein Recht“, Unrecht hat der Erlangener Jurist damit nicht, denn das Faustrecht ist auch ein Recht, wird den deutschen Juristen verkörpern, Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird den entwerdenden Staat und die sich verflüchtigende Wissenschaft vertreten.

Gemeinsam will man einen gewaltig komplexen Baustein auf dem Markt der Finanz- und Bildungspolitik lancieren, will erreichen, dass Imame an Deutschlands Universitäten ausgebildet werden, was leider („religionsbezogen“) bedeuten könnte, dass die kulturrassistische Scharia und der Frauen entrechtende Fiqh in unsere Hörsäle Einzug halten werden, und zwar nicht etwa als nüchtern betrachteter Gegenstand der Untersuchung, sondern als staatlich privilegierte Lebens- und Gehorsamsform, als Werkzeug der legalisierten Schwarzen Pädagogik, Erweckung von Höllenfurcht eingeschlosssen. Burka und Polygamie werden diesen gesellschaftlichen Wandlungsprozess massenhaft begleiten.

Im Jahre 2010 zum WR nach Köln eingeladen ist auch der Schweizer Islamwissenschaftler Reinhard Schulze, der 1991 mit »Einführung zum Vortrag von Prof. Dr. Hanafi«, einer textgewordenen Schmeichelei an den islamrevolutionären Ali Schariati und den gewaltbereiten Ideengeber der Muslimbrüder Sayyid Quṭb, in der selben genannten Dokumentation der 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt für den Gegendemokraten Ḥasan Ḥanafī (»Die Aktualität eines ‚linken Islam’«, rezensiert in Sägefisch 176) den sinnbildlichen Roten Teppich ausrollte. Ob Professor Schulze statt Quṭb und Schariati auch Stalin und Mao oder Rosenberg und Himmler erwähnt hätte, wenn der anzukündigende, gerade den Saal betretende Redner die entsprechende Gesinnung erwarten lässt? Die Wertebeliebigkeit beziehungsweise Demokratiebelastung unserer heutigen Islamwissenschaftler überrascht immer wieder.

Wird Schavan am 13. und 14. Juli auf der kompromisslosen Geltung der universellen Menschenrechte bestehen und sich damit couragiert als eine Schariagegnerin bekennen? Oder wird die Bildungsministerin die Kulturpolitik der Seelenrettung nach Maßgabe der kulturrassistischen und frauenfeindlichen Scharia halbbewusst oder versehentlich zum Bildungsziel erklären? Hoffen wir, dass die ebenso fürchterlichen wie gottesfürchtigen Herren Chatami, Cerić und Zakzouk „et Hillije Kölle“ so folgenlos betreten und verlassen, wie die in jedem rheinischen Spätwinter in Erscheinung tretenden närrischen Prinzen, also ohne Beschädigung der freiheitlichen Lebensweise. Hoffen wird indes nicht ausreichen, die drei Herren wollen auch keinen Karneval, die wollen das Kalifat.

Nun zum knapp zwei Jahrzehnte alten Text. Islampolitiker Zakzouk:

23. Was ist eigentlich Islam? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein großer Teil von Menschen außerhalb der islamischen Welt.

Es gibt also zwei Welten, eine ungehörig voyeuristische nichtislamische Welt und eine falsch eingeschätzte, „im Kern“ gutmütige islamische Welt. Die philosophische Weltverdopplung oder vielmehr Europahalbierung in dār al-ḥarb und dār al-islām legt Zakzouk uns hiermit nahe, ab sofort ist dem islambezogenen Urteil der Bürger nicht mehr zu trauen und ist auf Islamexperten zurückzugreifen.

23. Jemand, der den Islam nur von außen betrachtet, dem die innere Dimension des Islam nicht zugängig ist, kann konsequenterweise sozusagen viele Gesichter des Islam sehen. Denn er erhält eine Abfolge von einzelnen Eindrücken, zwischen denen für ihn kein innerer Zusammenhang besteht, aber damit natürlich kein den Tatsachen entsprechendes Bild des Islam.

Der Nichtmuslimisierte – und sicherlich auch der säkulare Muslim – leide unter dem Mangel an Überblick und sei zu einer wesentlichen Aussage bezüglich Scharia und Fiqh schlicht unfähig. An seiner die Tatsachen verkennenden Aussage sei vielmehr unbedingt zu zweifeln, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Die ungetrübte Wahrheit aber bringt Religionsminister Zakzouk ins fehlinformierte Europa:

23, 24. Wenn wir vom Islam selber ausgehen, also von der ‚Sache’ Islam selber gesehen, erscheinen solche Urteile als oberflächlich, da sie am Kern der Sache vorbeizielen, besser gesagt, da sie den Kern der Sache, das, worum es geht, ignorieren.

Dieser mysteriöse Zakzouksche islamische „Kern“ ist mittlerweile, siebzehn beziehungsweise neunzehn Jahre später, von unserer politischen Elite geschluckt worden.

Wie das Kölner »DomRadio« am 23.5.2008 berichtete, nannte Europa-Spitzenpolitiker Hans-Gert Pöttering den Islam „eine im Kern friedliche Religion“ (4), was Henryk M. Broder, passend titelnd »Im Kern gaga«, am folgenden Tag nüchtern kommentierte: „Auch der Sozialismus und der Nationalsozialismus waren ‚im Kern‘ gute Ideen, die sich leider bei Licht betrachtet nicht bewährt haben (5).“

Pötterings faktenferne Islamschmeichelei von der iKfR, der im Kern friedlichen Religion, fiel beim ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler am 12.05.2010 auf fruchtbaren Boden: „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat (6).“

Lässt sich über den erfolgreich etablierten und Jahr für Jahr mordenden Stalinismus der Dreißiger und Vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts oder über den chinesischen staatlich-doktrinären Maoismus ab 1949 denn nicht sagen, dass er „in sich ruht“, hat die afrikanische oder auch islamische arrangierte Ehe, Polygamie und Frauenverstoßung denn gar keine „Geschichte“?

Am 31.05.2010, keine drei Wochen nach seiner prophetengleichen Schariahuldigung trat Köhler vom Amt des Bundespräsidenten zurück, leider wohl nicht verursacht durch einen Erkenntnisgewinn zum gegendemokratischen und frauenfeindlichen Islamischen Recht, sondern durch ein formal schlampiges, inhaltlich demokratiegefährdendes Gedankenspiel zur deutschen außenpolitischen Gewaltanwendung und Opfererbringung (getötete deutsche Soldaten) zur gefälligen Pflege des deutschen ökonomischen Profits (7).

Zakzouk:

24. Hierbei werden wir uns weniger mit der heiß umstrittenen Kritik der islamischen Welt beschäftigen, so nahe das auch liegen mag.

Das ist aber schade, allerdings ist gar nicht erst klar geworden, wo denn Aktiv und wo Passiv ist, ob die so genannte „islamische Welt“ irgendwie von wem auch immer kritisiert wird oder aber selbst kritisiert. Beides wäre einer Strukturierung wert, die Beschwerden der Parteigänger der Scharia über die Zumutungen der kulturellen Moderne ebenso wie die wichtigsten Argumente der Befürworter der allgemeinen Menschenrechte gegen die islamische Orthodoxie beziehungsweise gegen die aggressive politische islamische Bewegung.

24. Denn die Frage, die wir beantworten wollen, ist vor allem die folgende: Was ist eigentlich das wahre ‚Gesicht‘ des Islam, d.h. was können wir über den einen, die Geschichte gestaltenden, durchhaltenden, wirksamen Islam aussagen? Im Zusammenhang mit der Beantwortung dieser Frage setzt sich dieser Vortrag die zwei folgenden Hauptziele. Erstens: Informationen über den Islam von ‚innen‘ betrachtet zu geben, und in eins damit zweitens die grundsätzliche Haltung des Islam gegenüber den Problemen der gegenwärtigen Gesellschaft darzustellen. Das Thema wird in den folgenden Abschnitten behandelt:

a) Bestimmung des Begriffes Islam

b) Das Verhältnis von Moral und Glaube im Islam

c) Über die Entstehung der Interpretationen

d) Über ihre Erkenntnismethode

e) Der Islam und die Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft

a) Bestimmung des Begriffes Islam

Denn der Islam in der besonderen Bedeutung ist eine spezielle Erscheinungsform des allgemeinen Islam.

25. Islam in der allgemeinen Bedeutung ist nach koranischer Lehre die Religion Gottes, welche die Menschheitsgeschichte bestimmt und die alle Propheten und Gesandten verkündet haben. … Der Koran lehrt, daß es neben dem Islam, der Religion Gottes, keine andere wahre Religion gibt, da Gott alles, was lebt, entweder freiwillig oder widerwillig, ergeben ist.

Reizend. Und willst du nicht mein Diener sein, dann fliegst du in die Hölle rein. So eine asoziale Gottheit kann sich Herr Zakzouk an den Hut respektive Turban stecken.

25, 26. Der Koran lehrt ausdrücklich, daß seit der Existenz der ersten Menschen die wahre Religion Gottes die Gottergebenheit, Islam, ist, und sagt ganz klar: „Die Religion bei Gott ist der Islam.“ (3,19) Daher betont der Koran immer wieder, daß die Religion des Islam im Grunde eine Religion ist, auch wenn sie im Laufe der Geschichte von verschiedenen Propheten verkündet wird

Zakzouk sagt, dass Juden und Christen im Grunde Muslime sind oder jedenfalls sein müssten, wenn sie ihre Propheten denn endlich ernst nähmen. Das ist die klassische islamische Doktrin, die sich aus der Mohammedschen Nutzbarmachung der Kette der jüdischen Propheten, einige Figuren der jüdischen Religion wie Noah wurden dabei flugs zum islamischen Propheten ernannt und der Jesus von Nazareth gleich mit, zwingend ergibt. Zu einer historischen Einordnung des Islam in die orientalischen beziehungsweise monotheistischen Religionen ist Ägyptens Religionsminister nicht fähig oder nicht bereit. Damit verhöhnt er die Juden und Christen auf der Ebene ihres religiösen Anspruchs und beleidigt die klassischerweise dem islamischen Kulturrassismus der Dhimma zu unterwerfenden Nichtmuslime auf der menschenrechtlichen Ebene.

26. Infolgedessen, sagt der Koran, ist es verkehrt, zwischen den einzelnen Offenbarungen bzw. Propheten Unterschiede zu machen, da sie alle von dem einen Gott geschickt wurden.

Der eine Gott ist wenig zufällig mit Allahgott identisch, denn Zakzouk hat soeben einen Taschenspielertrick angewendet, eine Einbahnstraße als Verbindungsweg in beide Richtungen ausgegeben: Weder die christliche noch die – ältere – jüdische Interpretation der israelisch-hebräischen Propheten soll Bestand haben, vielmehr sollen beide sich dem mit dem Schafspelz der Toleranz maskierten islamischen Wolf unterwerfen. Allahs Philosoph beansprucht sozusagen die spirituelle Lufthoheit, religionspolitisch – politisch – will Zakzouk den islamischen Hegemonialanspruch.

26. Der Begriff Islam im historischen, d.h. nicht im allgemeinen, oben behandelten Sinne wird für jene Religion als Bezeichnung verwandt, welche Mohammed im 7. Jahrhundert als Offenbarung von Gott verkündet hat, und zwar … als Bestätigung der vorhergegangenen Offenbarungen und Botschaften Gottes, als ihre Erneuerung im Sinne einer Wiederbelebung sowie auch als eine Korrigierung all dessen, was an den früheren Religionen seitens der Menschen irrtümlicherweise geändert worden ist.

Mit uns Muslimen habt ihr Juden oder Christen die Chance, endlich wieder zu euren Ursprüngen zurückzufinden. Ohne den Islam wäre euch der Weg versperrt, jemals wieder wahrhaftig religiös zu werden. Wir retten auch euer Seelenheil. Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder unseren Wahrheitsanspruch tolerant zu übernehmen und Juden beziehungsweise Christen zu bleiben, also Dhimmis zu sein, oder aber zur einzig wahren Religion zu konvertieren, die ohnehin die ursprüngliche ist. Ihr braucht aber nicht zu konvertieren, solange ihr die Kopfsteuer bezahlt, denn wir geben uns damit zufrieden, eure Töchter heiraten zu können und die entstehenden Kinder haben lebenslang die naturhafte (fiṭrī), heilssichernde und sittlich erstklassige Religion des Vaters, das ist schließlich Scharia, Islamgesetz.

26. Für den gläubigen Muslim ist der Islam der ihm von Gott bereitete, vorgeschriebene Weg. Die Gläubigen, so lehrt der Koran, erkennen, daß der Weg des Islam, der Gottergebenheit, „die Wahrheit von deinem Herrn ist, so daß sie daran glauben und ihre Herzen sich vor ihm demütigen. Und wahrlich, Gott führt diejenigen, die glauben, zu einem geraden Weg.“ (22,54)

Al-istiqāma, die „Geradheit“ des Lebenspfades ist ein zentraler islamischer Begriff, der sich auf dein politisch, sozial und sexuell korrektes Leben bezieht, wobei die Geradheit eben nicht vom Menschen gesteuert ist, sondern die koranische Gottheit allein für dich die Zügel der rechten Lenkung in der Hand hält. Gelingendes, „gerades“ Leben im islamischen Sinne ist damit alles andere als eine Selbstverwirklichung oder auch nur Selbststeuerung, sondern das Überlassen des biographischen Steuers an die sich in jedem Augenblick verwirklichende göttliche Fügung, mithin an die einzig mögliche Kraftquelle und Ursache, an Allāh. Der noch so erfolgreich herrschende – Allahgottes Widersacher wie beiläufig erniedrigende – Lebenslauf ist nichts als ein Gottesbeweis, der andere nämlich, der Abweichler, befindet sich schließlich auf krummen Touren, sei er Atheist, Polytheist, Ehebrecher oder muslimischer Schariaverweigerer.

27. Gott schaut, wie es in einem Ausspruch des Propheten, einem Hadith, heißt, nicht auf die äußeren Handlungen und auf das äußere Aussehen des Menschen, sondern auf sein Herz, d.h. sein Inneres und seine Intentionen. Wichtig sind, wie es in einem anderen Hadith heißt, die Intentionen, die Absichten, die der Mensch mit seinen Handlungen verfolgt.

Die äußere Form der einer jenseitigen Bewertung unterliegenden irdischen Handlung, Säkulare oder sonstige Unerleuchtete reden von der Tat eines Menschen, ist letztlich – Hans-Gert Pöttering oder Horst Köhler sagen statt letztlich gerne „im Kern“ – gar nicht entscheidend, es geht um die nīya (niyya), die islambezogene Absicht. Der (islamische) Zweck heiligt die Mittel.

Gewalt ist für Allāh kein Diskussionsgegenstand, der Islamgott ist Praktiker.

27. So fordert etwa der Koran den Gläubigen auf, sein Antlitz (d.h. sein inneres Selbst) auf die Religion zu richten, da das religiöse Verhalten „die natürliche Art (ist), in der Gott die Menschen erschaffen hat.“ (30,30)

Naturgemäße Gottesfrömmigkeit, al-fiṭra, das Geschaffensein auf Allāh hin. Zakzouk argumentiert völlig klassisch, den Standard etwa des im Jahre 1111 verstorbenen genialen Machtstrategen al-Ghazali (al-Ġazālī) einhaltend. Islam ist die Hinwendung des Gesichtes, das heißt des ganzen Wesens, zur Gottheit.

27. Das innerste Leben des Islam entzieht sich jedem Einblick.

Willkommen in der Postmoderne, Nachvollziehbarkeit (Wissenschaft) war gestern. Jetzt kommen die verschiedenen Grade der Einweihung in die Geheimnisse der Welt ins Spiel, der Nichtmuslim wird durch Zakzouk höflich gebeten, künftig den Schnabel zu halten und sich keinesfalls anzumaßen, über islambezogenes Wissen zu verfügen. Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler haben sich hier, wie erwähnt, als brave Dhimmis erwiesen, indem sie den politischen Kult des differenzierten Diskriminierens als eine „im Kern friedliche Religion“ bezeichnet haben, einen Durchblick pardon Einblick brauchen sie ja nicht, wie Zakzouk zusichert.

Schariapolitiker al-Ġazālī wird irrigerweise für einen Mystiker gehalten, für einen gleichmäßig liebevollen Freund der Gottsucher aller Jahrtausende und friedlichen Dulder jeder Glaubenslehre, und Zakzouk imitiert nun ein wenig den weisen Sufi oder eben al-Ghazali:

27. Und wer Gott sucht, glaubt an ihn, obwohl er ihn noch nicht „weiß“ in dem Sinne, wie man irgendeine Sache weiß. Doch ist dem Menschen ein Mittel gegeben worden, das ihn bei der Suche nach Gottes ‚Antlitz‘ unterstützt, und dies ist seine Vernunft.

Wie zufällig landet nach Zakzouks Auffassung jeder „vernünftige“ Mensch am Ende seiner Sinnsuche bei der freudigen Einsicht, dass ein gelingendes Leben nur im Einklang mit Sunna und Scharia erreichbar ist.

Der Schariaminister will unser aller gleichgeschaltete „Vernunft“:

27, 28. Diese [Vernunft] ist, wie es in einem Werk des großen Gelehrten und Mystikers Al-Ghazali heißt, ein ‚Muster vom Lichte Gottes’, d.h. das schöpferische Vermögen, das dem Menschen gegeben ist, um verantwortlich vor Gott zu handeln. Der Muslim folgt dem Weg des Islam, indem er mit seiner eigenen Vernunft die Zeichen im Koran, in der Sunna (d.h. den vom Propheten überlieferten Aussprüchen), überall in der Welt und in sich selbst zu deuten sucht, und zwar in schöpferischer Weise, und danach handelt.

Der wie ein Zombie handelt, um in das koranische Paradies zu gelangen. Der „islamvernünftig“ handelt, also befehlsgemäß, und zwar gefälligst kreativ.

Vernunft, so zitiert Zakzouk den kulturrassistischen Lichtmustersucher Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, hat wie zufällig den mehrstufig entrechtenden Denkfiguren des Koran und der Hadithe Folge zu leisten. Der so genannte Muslim, auch der europäische oder deutsche Muslim, darf also nur noch denken, um Gotteslob zu betreiben. Wer seine Ehefrau oder Tochter nicht diskriminiert, lobt Allāh nicht ausreichend. Ein Verweigern der Sunna und Scharia ist für Religionsminister Zakzouk „unvernünftig“, Islamkritik gefährde die Wissenschaft der Zukunft. Polygamie ist „vernünftig“, ganz besonders „vernünftig“ aber ist der Hidschab, die Geschlechtersegregation / Frauenverschleierung.

Islamisch gesehen hat die Frau ohne Kopftuch keine „Vernunft“.

Es lohnt sich, den Gesichtsausdruck eines Menschen zu betrachten, der jahrzehntelang eine solche, jede Logik verweigernde Doktrin predigt, das Gesicht von Herrn Zakzouk anzusehen. Ein Mensch, der es gewohnt ist, dass Europas Universitätsdekane und Bürgermeister ihn zur Rednerbühne bitten. Das Gesicht eines der mächtigsten Männer Ägyptens, der die nahezu rechtlose Lage der unehelichen Kinder des Landes, der verstoßenen Frauen, der ägyptischen Atheisten oder der ägyptischen Bahá’í als „vernünftig“ bezeichnet und der den leider sehr korrupten Unrechtsstaat Ägypten noch mehr islamisieren will, das heißt, der Ägypten einer noch brutaleren Gesellschaftsform entgegenführen möchte, einer in Allahs Namen noch umfassender legalisierten Frauenfeindlichkeit. Ägyptens Frauen und auch Männern, Jugendlichen und Kindern, nicht zuletzt den Kopten, Ex-Muslimen, säkularen Muslimen oder Atheisten unter ihnen, wünsche man einen anderen Schariaminister, am besten allerdings gar keinen. Deutschlands Politiker und Kirchenfunktionäre dürfen mit so einem Islampolitiker nicht sprechen, und wenn doch, so darf das Gespräch keine Folgen für unseren Staat haben, die nur gegendemokratische (Zakzouk: „vernünftige“) Folgen sein können.

Pst, man lausche, Minister Zakzouk fordert die „edle“ Rechtsungleichheit der Glaubensnationen, die sakraljuristische Herabsetzung der Christen:

28. Damit bleibt die Frage nach der Verschiedenheit der Religionen. Denn wenn auch die Grundlehren der früheren Religionen mit dem, was der Islam gebracht hat, übereinstimmen, so gibt es doch in bezug auf die Gesetzgebung einen Unterschied zwischen ihnen.

In der rassistischen islamischen Apartheid des heutigen Ägyptens darf ein Christ von einem Muslim nichts erben und ein koptischer Mann eine sunnitische Frau nicht heiraten. Eine zum Christentum konvertierte Mutter verliert selbstverständlich das Sorgerecht über ihre Kinder und die christlich aufgewachsenen Söhne Andrew und Mario haben der Religion ihres zum Islam konvertierten Vaters zu folgen. Das ordnen Allāh, Muḥammad, al-Ġazālī und Zaqzūq zur „gesamtgesellschaftlichen“ maximalen Heilssicherung an, und man wird doch wohl kaum sagen können, einer der vier Persönlichkeiten habe den Islam falsch verstanden.

Bekennende Tugendverweigerer können sich ihres künftigen Aufenthaltsortes in der Hölle ziemlich gewiss sein, Minister Zakzouk ist also nicht nur Ägyptens ranghöchster staatlicher Paradieswächter, sondern ägyptischer Spitzenpolitiker für spirituelle Selektion, Minister für Seelenrettung und Höllenzuweisung:

b) Das Verhältnis von Moral und Glaube im Islam

29. Der Islam verwirft … eine bloß äußerliche Anpassung an die religiösen Gebote als Heuchelei. Er fordert auf zu einer religiösen Transformation des Menschen und seiner gesamten Handlungen, d.h. seines ganzen Lebens. Im Islam bedingen sich Moral und Glaube gegenseitig. Daher sagt auch ein Hadith: „Die Frömmigkeit ist das gute Verhalten.“ Diese Aussage läßt sich aber, islamisch gesehen, nicht umdrehen, so daß alles gute Verhalten auch bereits als Frömmigkeit zu betrachten wäre.

Wenn zwei Ägypter das gleiche tun, tun sie also noch lange nicht dasselbe: Der korrektes Verhalten an den Tag legende Muslim sichert seinen Platz im Paradies, der sich äußerlich völlig gleichartig verhaltende Kairoer Jude, Kopte oder Atheist jedoch, das ist doch sehr tragisch, entfremdet sich von uns muslimischen Humanisten schuldhaft, Tag für Tag, und rückt damit unweigerlich dem Höllenfeuer wieder etwas näher.

Das kann kein gutes Ende nehmen, warnt Religionsminister Zakzouk. Oder, frei nach der heute üblichen Zigarettenschachtelbeschriftung: Der Religionsminister empfiehlt: Schariakritik gefährdet ihr Seelenheil.

Die Muslime selbst haben ihre orthopraktischen Pflichten so lange mit Begeisterung zu befrachten, bis sie ihnen als Freiheitsrechte erscheinen. Die im Zakzoukschen Sinne gottesfürchtige Ägypterin von heute hat zu frohlocken: Ja, ich trage den Schleier gerne – es gibt keinen Zwang im Glauben.

29. Meines Erachtens (ist) das richtige Verstehen der islamischen Morallehren eine unabdingbare Voraussetzung für jede religiöse Wiederbelebung im Islam. Dies wird besonders deutlich an dem Verhältnis von Moral und Glaube. Die scheinbare Einfachheit der islamischen Morallehren verbirgt eine in Wirklichkeit sehr verwickelte Struktur, was damit zusammenhängt, daß hier die menschliche Freiheit mit im Spiele ist, daß sie mit einbezogen ist.

Je mehr Scharia, desto mehr Freiheit. In der Tat, das ist „verwickelt“.

30. Das scheinbare Paradox im Verhältnis von Moral und Glaube wird aufgelöst, wenn man es mit der islamischen Lehre vom Menschen in Verbindung setzt. Hiernach besitzt jeder Mensch das ihm im Herzen angeborene Wissen, daß seine Bestimmung Gottergebenheit ist.

31. Denn der wahre Muslim ist der, der aus seinem innersten Herzen heraus, dem Sitz der Gottergebenheit, handelt und lebt. Dieser Gläubige weiß sich in der ständigen Gegenwart Gottes.

Der Widernatürliche, der seiner Tochter das Kopftuch nicht aufzwingt, stößt die Gottheit aus dem Alltag. Das geht natürlich nicht.

31. Der Koran fordert nicht dazu auf, zu wissen, was das Gute nun eigentlich ist, sondern dazu, das Gute zu tun. Nur Gott weiß, was in jedem Augenblick das Gute, d.h. der unter vielen Werten zu wählende Wert ist. Nur Gott ist im Besitz der Wahrheit. … Daher übergibt sich der Gläubige vertrauensvoll der göttlichen Leitung

Der Fromme betreibe Blindflug. Selbststeuerung ist Zweifel am Islam und verhindert deinen Lebenssinn als das Annähern (at-taqarrub), das sehnsüchtige Herangelangen an Allahgott.

Jede von Menschen ersonnene Bewertung des erwünschten oder unerwünschten Handelns, meint Zakzouk, ist Irrtum und lästert die Gottheit. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte etwa lästere demnach Gott, da sie sich erdreistet, Werte wie Gleichberechtigung oder Würde aufzustellen. Wer als Muslim säkularen Maßgaben Folge leistet, beweist seinen Glaubensmangel.

Indirekt ruft Zakzouk die Europäischen Muslime zur „Entwestlichung“, zur kulturellen Abschottung auf und gefährdet damit die wichtige Arbeit der Integration. Trotzdem wird der Schariaprofessor immer wieder durch Deutschlands Politiker eingeladen. Politisch billigt oder will man in EU und BRD die Segregation nach der indisch-pakistanischen »Two-Nation Theory« beziehungsweise nach der indonesischen »Pancasila«, was integriert werden soll, ist also der Apartheidsstaat der frauenfeindlichen Scharia.

c) Über die Entstehung der Interpretationen

Die Gesetzgebung des Islam (schariʿa) in bezug auf die weltlichen Angelegenheiten entspringt ursprünglich den Verhältnissen der Zeit ihrer Entstehung und ist, wie eine nähere Untersuchung zeigt, prinzipiell auf eine Weitentwicklung angelegt.

Der enthemmte Freund alles Fremden darf sich hier beziehungsweise darf sich nächste Woche im Kölner MediaPark im Beisein von Mahmoud Zakzouk, Mustafa Cerić, dem Hodschatoleslam Chatami, Mathias Rohe, Annette Schavan und dem Wissenschaftsrat den Sand in die Augen streuen lassen, die Scharia würde irgendwann einmal weniger kulturrassistisch und weniger frauendiskriminierend sein und schließlich sogar, naja, beinahe, mit den allgemeinen Menschenrechten in Deckungsgleichheit gebracht werden können, mit dem Grundgesetz.

Das wird freilich niemals der Fall sein. Es bleibt also bei der, zugegebenermaßen immer erneuten, Raffinesse und Trickserei, die Einheitlichkeit des wahrscheinlich wenig göttlichen, sicherlich mühselig errungenen, das Individuum und sein selbst bestimmtes Leben meinenden säkularen Rechts außer Kraft zu setzen und sie durch das schariatische „einheitliche“ Mehrstufenrecht zu ersetzen, wenn schon nicht für alle (Allahkratie, Kalifat), dann doch wenigstens für die Sonderstaatsbürger der so genannten Muslime (Halbdemokratie oder Halbkalifat: familienrechtliches Islamisches Recht der Parallel- und Gegengesellschaft, im Sinne Allahs ausbaufähig).

Schamane Zakzouk beschwört den umständlichen zamān und die verhältnismäßige ḥayāt, intoniert, dass die Zeit Umstände hat und das Leben Verhältnisse, und hat er nicht recht, irgendwie:

32. Der Bereich der Interpretationen des Islam ist allumfassend, denn zu neuen Interpretationen und Deutungen werden alle Fachleute in allen Gebieten aufgefordert, damit sie den Anforderungen der sich ändernden Lebensumstände und Zeitverhältnisse gewachsen sind und konstruktive Lösungen der anstehenden Probleme finden können.

Die islamische Elite allerdings darf die simplen Muslime zum bloßen Zuhören der himmlischen (samāwī) Musik entmündigen, denn Allahgott dirigiert das Orchester der Zakzoukschen „Fachleute“.

So lässt sich die anbrechende Wirtschaftskrise bewältigen, der unerleuchtete Laie darf applaudieren und den demokratischen Schnabel halten, die Expertenrepublik ist nahe. Der islamsensible Feudalstaat bedarf einer mit göttlichem Charisma ausgestatteten Adelskaste, Rowan Williams, Armin Laschet und Mathias Rohe seien in den illustren Kreis aufgenommen.

Die Etiketten werden gewechselt, die Scharia ist dieselbe geblieben.

d) Über ihre Erkenntnismethode

34. Allen Interpretationen … liegt eine Auslegung von Koran und Sunna zugrunde. … In einem Hadith wird an einem Beispiel gezeigt, wie der Gläubige sich angesichts einer sich ständig wandelnden Welt nach der Lehre des Islam zu verhalten hat. … Er sagt, er würde die Antwort zunächst im Koran suchen, und wenn dort nichts stünde, in der Sunna. Wenn sie auch dort nicht zu finden sei, dann würde er sein unabhängiges Denken betätigen.

35. In diesem Sinne ist es zu verstehen, wenn man sagt, daß die eigene, selbständige vernünftige Überlegung und geistige Anstrengung, auf arabisch: der Idschtihad, die allen Interpretationen des Islam zugrunde liegende Erkenntnismethode ist. Am Beispiel der Methoden der islamischen Rechtslehre (schariʿa) wollen wir die Rolle des Idschtihad noch einmal näher verdeutlichen.

Ohne iǧtihād gilt die ganze Scharia, und mit iǧtihād, sofern es für Sunniten überhaupt einen iǧtihād gibt und wer auch immer dann befugt ist, den iǧtihād zu betreiben, der muslimische Endanwender ist es jedenfalls nicht, gilt auch die ganze Scharia.

Also ganz viel iǧtihād, ganz viel Koran, Gehorsam, Schleier, Dschihad, Dhimma, Kalifat.

35. Der Idschtihad ist aber … nicht nur bei allen Rechtsfragen, sondern in allen Fragen des Lebens, also auch in allen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Fragen anzuwenden. In diesem Sinne wurde das unabhängige, freie Denken, das sich nicht auf Autoritäten stützt, daher zu Recht von dem berühmten islamischen Denker Iqbal (gest. 1938) als das dynamische Prinzip des Islam bezeichnet.

Der indische Poet der Zurückweisung des Universellen, der Dichterfürst der islamtreuen Segregation, der europakundige Sir Iqbāl muss dafür herhalten, Ägyptens zweithöchstem Muslim als Beispiel für schariakonformes Handeln zu dienen. Als Präsident der Konferenz der All-India-Muslim League trat Iqbāl im Jahre 1930 für einen separaten muslimischen Staat Pakistan ein. Indirekt ruft Zakzouk die Ägypter, obschon der Name Sayyid Abū l-Aʿlā l-Maudūdī († 1979) nicht fällt, ein wenig zur Islamischen Revolution auf oder auch nur zur ḥisba (Das Rechte gebieten, das Verwerfliche verbieten), dem islamrevolutionären Schneckentempo. Ansonsten bleibt die Azhar der Ort der Befehlsausgabe, denn außerhalb der Gedichte von Herrn Iqbāl, der in Heidelberg studiert hatte, gibt es für normale Sunniten gar keinen iǧtihād, sondern den Gehorsam nach Sunna und Scharia.

Manchmal ist das Ungesagte das eigentlich Interessante: Vom seelsorgerlichen und politischen Ehrgeiz eines gewissen ägyptischstämmigen Predigers aus Katar (Qaṭar), der den „religiösen“ Apostatenmord, die islamische weibliche Genitalverstümmelung in elterlicherseits erwünschten Einzelfällen, die Selbstmordattentate gegen israelische Zivilisten und die ewig und absolut geltende Schleierpflicht (ḥiǧāb) für jede Muslima fordert, hat sich der Religionsminister bemerkenswerterweise nicht distanziert. Mahmoud Zakzouk agiert damit wie ein Komplize des weltweit geachteten Scheichs der Muslimbrüder Yūsuf al-Qaraḍāwī, den 2010 im Kölner MediaPark ein gewisser bosnischer ECFR-Scheich vertritt, Mustafa Cerić.

Zakzouk:

e) Der Islam und die Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft

36. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß die Muslime, wenn sie den Lehren des Islam folgen, fähig sind, ihre gesellschaftlichen Probleme zu lösen.

Ach, es gibt Probleme?

Zakzouk ruft zur Ordnung, zur Scharia, etwa: „Ägypter, wenn du zu viele Probleme hast, hast du zu wenig Islam!“

Dazu ist zu sagen, daß, wie unseren obigen Erläuterungen zu entnehmen ist, der Islam … eine zur selbständigen, verantwortlichen Aktion aufrufende Religion ist, welche die Verantwortung für die ganze Welt in die Hände der Menschen legt.

In die Hände der sittlich würdigen Menschen legt, also in diejenigen der Muslime. In dieser Welt können alle Menschen völlig frei leben, solange sie nicht gegen die von der Scharia gesetzten Grenzen verstoßen. Die muslimische Gleichberechtigung der Frau etwa wäre so ein Verstoß und ist im Namen der Vernunft, der Verantwortung und der Menschlichkeit zurückzuweisen.

36. Die Rettung der Seele geschieht nach der Lehre des Islam durch die verantwortungsvolle, gerechte und barmherzige Tätigkeit des Menschen in der Welt.

Und für diesen Rettungsdienst ist schließlich auch die in Jüchen bei Mönchengladbach geborene katholische Philosophin Annette Schavan zuständig, die einst zum Begriff des Gewissens geforscht hatte.

Unsere Bundespolitikerin für organisierte Intelligenz und der von ihrem Ministerium finanzierte, in Köln ansässige Wissenschaftsrat übernehmen ab sofort die „Rettung der Seele“.

37. Von diesen Ausführungen her gesehen, wird klar, daß man die Ursachen für jede Passivität und Unproduktivität innerhalb der islamischen Welt heute nicht im Islam, sondern woanders zu suchen hat.

Dem Auto ist das Antiblockiersystem (ABS) eingebaut, dem Islam die Unschuld. Alle Missstände im islamisch geprägten Teil der Welt sind fremder Dreck, satanische Verunreinigung.

Werdet wieder sauber, Muslime, eifert dem Vorbild Mohammeds und seiner Medinarepublik nach!

So lasst uns dem Frevel der universellen Menschenrechte doch endlich Einhalt gebieten, ihr Muslime, entwestlicht euch!

37. Wie auch ein führender Orientalist [FN: Fritz Steppat] kürzlich formulierte, dient nach den Lehren moderner islamischer Reformer bei der Lösung der Probleme der modernen Welt als Richtschnur das Interesse der Gemeinschaft der Gläubigen und als Verfahren der Konsensus der Gemeinschaft, der neue Entscheidungen herbeiführen kann.

Istiṣlaḥ, das koranbasierte Gemeinwohl der so genannten Gesamtgesellschaft (Wulffs „bunte Republik“) gehört zu ṣ-l-ḥ, irdisches Heil als Voraussetzung jenseitiger Errettung, etwa bei al-Ġazālī ṣaliḥāt, gute Taten, ṣāliḥūn, die Rechtschaffenen. Insofern ist es sehr nachvollziehbar, dass der Waqf-Wesir Zakzouk, al-Wazīr al-Auqāf, auch hier sehr an al-Maudūdī oder Chomeini erinnernd, den elitär-unterwerfungskulturellen und schariagelehrigen Konsensus, iǧmāʿ, gleichsam als den Alltag oder Weg des Islamstaates (Kalifats) bezeichnet und das Heil der sich ins Paradies spannenden Brücke als Doktrin oder Ziel.

Das Islamparlament gehört also dazu, na, dann positioniere man die Schura doch gleich im durch den WR geplanten jeweiligen „Beirat“ des Ausbildungsgangs für Imame und IRU-Lehrer. Auf jedem deutschen Campus eine kleine Darul-Uloom bzw. Azhar, die Kalifatwerdung Deutschlands vom Universitätsgelände aus, auch die Studenten der anderen Fakultäten können da noch was lernen. Etwa im künftigen Fach Religionsbezogene Psychologie: Warum ist die Zweitfrau besonders glücklich? Oder im Aufbaustudiengang Interkulturelle Pädagogik: Kindheit ohne Grenzen – Heiraten mit neun.

37. Das Netz der Normen [der Scharia] … (ist) sozusagen offen.

Zakzouk beruft sich auf Fritz Steppat, der den Islam als: „ein das ganze Leben und sämtliche islamische Gesellschaften umfassendes Normennetz“ (37) beschreibt. Steppat hat gut hingesehen, hätte allerdings auch den Nationalsozialismus als ein „das ganze Leben umfassendes Normennetz“ bezeichnen können. Recht so, offen für mehr, das Weltkalifat ist schließlich noch nicht da und auch der gefräßige islamische Teufel, dem es dank Allahs Ratschluss berechtigt nach ein paar Seelen aus Straßenzug und Nachbarhaus hungert, ist durch engagierte Muslime immer wieder neu abzuwehren. Diese berüchtigte Dynamik oder Flexibilität der Scharia betonen Leute wie Mathias Rohe, Abdullahi Ahmed an-Na’im und Tariq Ramadan, gemeint sind Schariatisierung (Re-Fundamentalisierung, Totalisierung) und Islamexpansion (Landnahme).

Der Islam will keine AEMR, sondern das „offene“, sprich: das immer mehr Menschen immer brutaler fesselnde Zakzouksche oder Steppatsche oder koranbasierte „Netz der Normen“.

Dhimmitude-Forscherin Bat Ye’or hat auf einem kleinen Symbolbild den personifizierten Dhimmi in einem der arabisch-islamischen Ornamentik entlehnten Netz gefesselt dargestellt, das ist sehr islamkundig. Muslimintern wird zudem jede Frau in ein zunächst eher unsichtbares Netz der schariatischen Kontrolle gesperrt, das allerdings, erblüht der authentische Islam erst einmal ein wenig, rasch in Kopftuch und Frauenbereich, Burka und Hausmauer Gestalt annimmt.

38. Der Kern der islamischen Gesellschaftsordnung ist keine von außen (auch nicht von einem ‚transzendenten Gott’) aufgezwungene, die Initiative des Einzelnen lahm legende, starre Anordnung von Gesetzen, die mechanisch zu befolgen sind, sondern der Kern der islamischen Gesellschaftsordnung sind die einzelnen verantwortlich vor Gott frei handelnden Gläubigen.

Joseph Goebbels in den Mund gelegt: „Der Kern des Führerstaates ist nicht das absolute Gehorchen des Deutschen, das Erobern neuen Lebensraumes im Osten und das staatliche betriebene Ermorden eines jeden Juden und Sinti, der Kern des Dritten Reiches ist der glückliche Arier, sein gelingendes Leben.“

41, 42. Islamische Erneuerungsbemühungen. Führende Gestalten dieser Richtung sind Afghani (1839-1897) und Abduh (1849-1905) sowie dessen Schüler. … Mohammed Abduh glaubte, daß es notwendig wäre, die islamische Glaubenslehre von Fehlern, die sich durch falsche Interpretationen eingeschlichen hätten, zu befreien.

Das Böse als das von außen Kommende, der eigentliche Islam als fehlerfrei. Sayyid Abū l-Aʿlā l-Maudūdī († 1979), Mahmoud Zakzouk und Tariq Ramadan folgen der Argumentation von Abduh (und al-Ghazali und Mohammed), ja, von der Nurculuk-Bewegung über die GMSG bis hin zum standhaft demokratieresistenten Straßenprediger Pierre Vogel oder zum amerikanischen Schariafreund und Sufi-Führer Nuh Ha Mim Keller herrscht hier keine fitna, sondern revolutionäre Eintracht. Selbst die terrornahe Hizb ut-Tahrir würde hier einmal ihren sonst als lau bis ketzerisch bewerteten Glaubensbrüdern verständnisvoll zunicken. Das Nichtislamische als der dem Schwimmer tödliche Ozean, der Islam als dein einziges Rettungsseil und Rettungsboot.

Exkurs, junge Türken.

In einem unter jungen Kleinasiaten beliebten, modernen, rätselhaft gewaltaffinen, ellenlangen und seltsam kitschigen Film wird ein sonnige türkische Urlaubs- und Wassersportfreuden genießendes amerikanisches Pärchen, das nach einem Unfall hilflos im Wasser treibt, von Haifischen gefressen, jedenfalls ist das vom Zuschauer dringend zu vermuten. In der Schlussszene, die Mannschaft des türkischen Rettungshubschraubers kann die Vermissten trotz größter Anstrengung nicht auffinden und überfliegt die falschen besonnten Buchten, die Touristen schwimmen in Todesangst verzweifelt im Kreis herum, halbiert der Schattenwurf einer gleichsam hinter jedem Filmbetrachter anzunehmenden, riesigen Wolke das Meerespanorama in einen verfinsterten Teil. Der das Meer mit dem Bildausschnitt als genau zur Hälfe beschattet einfangende Regisseur hat dabei, wahrscheinlich wenig bewusst, die Gespaltenheit des seelischen muslimischen „Kerns“ re-inszeniert wie ein seine Selbstbeschädigung fortsetzender arger Neurotiker sein Trauma oder seine Störung durch Aufsuchen einer passenden Gewaltsituation oder Beziehungsfalle. Muslime und Nichtmuslime hier, Paradiesbewohner und Höllenbewohner dort. Islamisch gelten ja Lebensunterhalt, Stunde des Todes und Todesumstand eines jeden Menschen als unabänderlich und vor aller Zeit notiert. Der schwülstige Film ist geeignet, auch unter studentischen Auslandstürken in Deutschland die offensichtlich vorhandene antiamerikanische, sadistische Gier zu befriedigen, denn Rassismus verträgt sich mit Islam bestens. Die Studenten beteuern, dass der Film echte türkische Lebensgestimmtheit wiedergibt, entrücken allerdings für den Nichttürken spürbar innerlich ein wenig und gucken nach Sendeschluss ein paar Viertelstunden lang verklärt und noch weniger Vertrauen erweckend als sonst. Ich wollte den Test machen und lobte am nächsten Tag den Schriftsteller Orhan Pamuk, in den Folgemonaten verzogen sie, wenn sie mir in Aachen begegneten, das Gesicht, spuckten aus oder wechselten die Straßenseite. Inzwischen sind die Maschinenbaustudenten wieder in der Türkei, einer wohnt im väterlichen Dorf an der Schwarzmeerküste und ist, wenig originell, mit seiner Cousine verheiratet. Schöne Natur, diese Schwarzmeerküste, die Dörfer waren einst sehr türkisch, sehr christlich, Hanafiten, Griechen und Armenier siedelten neben Aleviten, diese Dorfkultur aber ist zerstört worden durch den koranverträglichen, nach außen und innen zerstörerisch wirksamen Rassismus und durch den Zwillingsbruder des muslimischen Rassismus, den „makellosen“ Islam.

Durch den makellosen, reinen »Schnee«, frei nach Orhan Pamuk.

Zakzouk, noch vier letzte Zitate:

41, 42. Die modernen islamischen Reformer bemühen sich, vernünftige Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme zu finden. [Doch es] besteht für uns heute nach wie vor das Problem, warum die islamischen Gesellschaften solche Schwierigkeiten haben, sich der modernen Welt unter Beibehaltung ihres kulturellen Erbes, d.h. ihrer Identität anzupassen. … [Es] hat sich gezeigt, daß Lösungen zunächst innerhalb des Rahmens der eigenen Kultur gesucht werden müssen, da sonst eine Entfremdung entstehen kann.

Den Westen verweigern.

42. Die Lösung ist einfach: Die Kultur entspringt der Religion. Daher ist die Antwort klar: Zurück zur Religion!

Der Islam ist die Lösung, sagt die Muslimbruderschaft.

45. Was die Konstituierung der islamischen Regierung betrifft, so hat sie aus Fachleuten zu bestehen und darf nicht gegen die islamischen Richtlinien verstoßen.

Zakzouk will das Kalifat.

Warum spricht Annette Schavan mit einem Allahkraten, hat die Dame noch nie was von der Scharia gehört?

46. Wie wir Muslime glauben, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen; und dem der sucht und sich bemüht, eröffnen sich immer neue Horizonte.

Aus islamischer Sicht spricht, wer sonst, Allahgott das letzte Wort, am Tag der kosmischen Abrechnung und Begegnung jeder Seele mit ihren begangenen Taten, der Koran sagt oft schlicht „am Tag“. Auf Erden haben die Muslime politisch nach Kräften der Kalifatwerdung entgegenzustreben, diesbezügliche Erfolge schaffen neue, heilssichernde Erfahrungen, eröffnen „neue Horizonte“. Dem Schariaverweigerer wird der letzte, eigentliche Horizont, die Nähe zu Allāh, verborgen bleiben, vor seinem verderblichen Einfluss sind Frauen und Kinder heute zu schützen.

Soweit zu Zakzouk.

Nachbemerkung.

Europa verlässt die kulturelle Moderne einheitlichen Rechts und spaltet sich auf in zwei kontrastierende Lebensformen ebenso bruchstückhaften wie komplementären Weltverständnisses. Mit Zakzouk, der in seinem Text die Wahrnehmungspsychologie fürs Kalifat nutzbar macht, ließe sich appellieren:

Lassen Sie uns die Umwelt von nun an selektiv wahrnehmen, ihr Nichtmuslime entledigt euch des Kontextes und der Korrelation, wir Muslime behalten den Verzicht auf die individuelle Bildung bei. Die postmoderne Umweltwahrnehmung erfolge über Sekunden und Facetten nichtmuslimischer Erinnerungslosigkeit, der gegenmoderne islamische Weitblick aber gehe mit geheiligter Frauendeklassierung einher und dem Aufbau einer autonomen islamischen Justiz.

Euch Nichtmuslimen das Friedfertige, das Gestaltlose, das Unkeusche, das Androgyne und die uns zur Verfügung gestellten Frauen, uns das nach Bändigung oder Vergewaltigung rufende Drama des sexuell Komplementären, das repressiv Tugendhafte und das monopolistisch Maskuline. Euch die Machtlosigkeit, uns die Gewaltlizenz, ihr denkt für uns, wir handeln für euch. Der Koran hat uns versprochen, alles Gegenislamische von jeder Seite anzugreifen, diesem heilenden Muster entsprechend, nach al-Ġazālī bei Zaqzūq: „ein Muster vom Lichte Gottes“, dürfen Allahs Stellvertreter die Nichtmuslime isolieren und umrahmen, wir beschützen sie und sie bezahlen uns dafür. Dem Schariagegner gebühren der Stress und die Gewalterfahrung, bei Allah allein findet der Mensch schließlich Ruhe und Sicherheit.

Islamfreundlichkeit (Wulff: bunte Republik) heißt, Nichtmuslime und Muslime verschiedenartig auf die Welt blicken zu lassen. Deutschlands Imame und Islamische Religionslehrer müssen das, WR-abgenickt, im Staatsauftrag vermitteln dürfen, um den „gesamtgesellschaftlichen“ Frieden nicht zu gefährden. Dem Nichtmuslim die Spontaneität und das Zerstückelte, dem Muslim das Traditionsreiche und das Geschmeidige. Dem postmodernen Hektiker die irritierenden Bildpunkte, dem gewaltbereiten Phlegmatiker die geistlose Umschau.

Euch die Frage, uns die Antwort, euch der Augenblick, uns die Ewigkeit. Im Chaos der Sekunden, im Gestrüpp der Situationen und bei ansteigendem Stress wird schlussendlich dem wahren christlichen Erkennen und Verstand nur eine Kraft bestehen bleiben, ein »Missing Link«, ein Heil, der Eine Gott, auf den Moses, Jesus und Mohammed hingewiesen haben.

Allah differenziert das optische Welterkennen der Religionsvölker: Den Dhimmis der lustige Pointillismus, den Muftis und Imamen der kalte, herrschaftliche Überblick.

Den Abgeirrten die Pixel, den Muslimen das Gesamtbild.

Jacques Auvergne

(1) Wissenschaftsrat, Wikipedia: „Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. … Er … berät Bund und Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Hochschulsystems sowie der staatlichen Förderung von Forschungseinrichtungen und spricht hierzu Empfehlungen aus. Diese befassen sich mit den wissenschaftlichen Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen), aber auch mit übergreifenden Fragestellungen des Wissenschaftssystems (wie zum Beispiel dem Hochschulzugang oder der Lehrerbildung). Zu den Aufgaben des Wissenschaftsrates gehört weiterhin: Akkreditierung von privaten und kirchlichen Hochschulen (seit 2001), Evaluation von außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Beratung des Bundes und der Länder zur Forschungsförderung(sstruktur), Untersuchungen und Beratung zu Fragen der Entwicklung des Wissenschaftsystems in Deutschland.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftsrat

Briefmarke, Motiv: 50 Jahre Wissenschaftsrat, Wert 90 Cent. Deutsche Post AG 2007, nach einem Entwurf von Nina Clausing aus Wuppertal.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/37/Briefmarke_50_Jahre_Wissenschaftsrat.jpg

(2) Zakzouk (Zaqzūq), Minister für ägyptische Schariapolitik

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/23/174/

(3) Hodschatoleslam Chatami, bei: »Eslam« (Geschäftsführer Dr. Gürhan Özoguz, Wissenschaftliche Leitung Dr. Yavuz Özoguz, Delmenhorst bei Bremen)

Eslam: „Auf Vorschlag Ayatollah Beheschtis wurde er als Hudschat-ul-Islam 1978 an das Islamische Zentrum Hamburg entsandt und übernahm die Leitung. Im Sommer 1980 kehrte er in den Iran zurück und wurde Chefredakteur der wichtigsten iranischen Tageszeitung „Keyhan“. Gleichzeitig wurde er ins Parlament gewählt. Vier Jahre später wurde er Minister für Islamische Kultur und gehörte in dieser Zeit auch dem Kulturrevolutionsrat an. Nach fast zehnjähriger Tätigkeit trat er 1993 von seinem Ministerposten zurück.“

http://www.eslam.de/begriffe/c/chatami.htm

Chatami, ein Foto von Remy Steinegger, aufgenommen auf dem World Economic Forum in Davos (Kanton Graubünden, Schweiz) am 25.01.2007.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c6/Mohammad_Khatami.jpg

(4) Über Schariaversteher Hans-Gert Pöttering berichtet das rheinisch-katholische »Domradio« (»Pöttering: Islam ist im Kern friedlich«) am 23.5.2008, welches die »kna« (Katholische Nachrichten Agentur) zitiert: “Der Präsident des Europaparlaments, Pöttering, hat sich gegen eine Vorverurteilung des Islam gewandt. Der Islam sei eine im Kern friedliche Religion.”

http://www.domradio.de/news/artikel_41461.html

(5) Am Folgetag (24.05.2005) kommentierte Henryk M. Broder bei »Die Achse des Guten« zu Pöttering und titelte angemessen: »Im Kern gaga«

„Der Islam, erklärte der Präsident des EU-Parlaments, sei ‚eine im Kern friedliche Religion‘. Womit er genau genommen und und an für sich Recht hat. Auch der Sozialismus und der Nationalsozialismus waren ‚im Kern‘ gute Ideen, die sich leider bei Licht betrachtet nicht bewährt haben.“

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/im_kern_gaga/

(6) Horst Köhler am 12.05.2010 als Betreiber faktenwidriger Islambeschwichtigung: „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.“

http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews/Reden-Horst-Koehler-,12213.663792/Friedensstiftende-Begegnungen-.htm

(7) Köhler und die militärische Gewalt

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganz regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden, und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg. […] Es wird wieder sozusagen Todesfälle geben. Nicht nur bei Soldaten, möglicherweise auch durch Unfall mal bei zivilen Aufbauhelfern. […] Man muss auch um diesen Preis sozusagen seine am Ende Interessen wahren. […]“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article7861387/Bundespraesident-Horst-Koehler-tritt-zurueck.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Köhler

Hans-Olaf Henkel sieht den eigentlichen Grund für den Rücktritt Köhlers allerdings im so genannten Programm zur Stabilisierung des Euros 2010. Es mag also der Fall sein, dass Schariafreund Köhler „im Kern“ einen anderen Grund hatte, sein Amt niederzulegen.

Ägyptens Religionsminister

Juni 23, 2010

الوزير اوقاف

al-Wazīr al-Auqāf

Minister für heilssichernde Stiftungen

Allahs Münchner Philosoph

Zum Interview »Es gibt Auffassungen, die verändert werden können« mit dem 1933 geborenen Philosophen Prof. Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk (Maḥmūd Ḥamdī Zaqzūq), abgedruckt in »Praxis Geschichte« Ausgabe 4/2006 (46-49) stellt Jacques Auvergne einige Zwischenrufe in den zunehmend multikulturellen Raum der in Ausdünnung befindlichen säkularen (freiheitlichen) Demokratie.

Nach dem Waqf, der Islamischen Stiftung, trägt Ägyptens Religionsminister den Titel The Minister of Awqaf. Der im Jahre 1933 geborene »Minister für die Allah wohlgefälligen Stiftungen« ist damit die reguläre Nummer zwei der islamischen irdischen Hierarchie des Landes der Pyramiden, der am 10.03.2010 verstorbene Großscheich Muhammad Sayyid Tantawi (Muḥammad Sayyid Ṭanṭāwī) war als Großimam der Azhar-Moschee die erste Sprosse der ägyptischen al-miʿrāǧ, der islamischen Himmelsleiter, ganz oben hält freilich Allahgott die miʿrāǧ-Leiter Sekunde für Sekunde im Lot und die vertikalen hölzernen Holme bleiben Sunna und Scharia. Den Nichtmuslimen erzahlt man, mit dem Ziel, sie zum Islam zu locken, es gäbe keine Hierarchie klerikaler Befehlsgeber und der Islam sei egalitär.

Der Verteidiger der den Segen der Gottheit aufs kulturrassistische ägyptische Gemeinwesen herabrufenden Glaubenspraxis, den seit Jahren pragmatisch im Untergrund lebenden Ex-Muslim und Neo-Christen Mohammed Beshoy Hegazy ebenso baldmöglich wie islamisch-würdevoll vom Leben zum Tode zu befördern, war am 25.10.2007 geschätzter Dialogpartner der 1986 ins Leben gerufenen Osnabrücker »Friedensgespräche« um entgrenzt tolerante Professoren wie Dr. Reinhold Mokrosch und Dr. Roland Czada. Gegen die Einladung Zakzouks nach Osnabrück erhoben sich zivilcouragierte Stimmen, mit der trefflichste Protest wurde vom Bundesverband der Bürgerbewegungen zur Bewahrung von Demokratie, Heimat und Menschenrechten (BDB, die nachmalige Bürgerbewegung Pax Europa) in Form einer Presseerklärung formuliert (1).

Mokrosch, Reinhold Mokrosch, Uni Osnabrück. 1984-2005 Professur für „Evangelische Theologie: Praktische Theologie / Religionspädagogik“; frühe Forschungen zu „Tillich und Schelling“, später zu Luther und Bonhoeffer. War Leiter der Forschungsstelle „Werte-Erziehung in Religion und Gesellschaft“. Mokrosch gilt manch einem und sieht sich selbst als Experte für „Religionspädagogik, Interreligiöse und islamische Religionsdidaktik, Kirchengeschichtsdidaktik, Didaktik des Ethikunterrichts, Wertebildung“. Seit 1997 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates der Osnabrücker Friedensgespräche. Nach seiner Emeritierung (2005) Bekundung, am christlich-islamischen Dialog weiterarbeiten und Handbücher zur Friedenspädagogik und Wertethik veröffentlichen zu wollen. Gemeinsam mit Werner Haussmann, Hansjörg Biener und Klaus Hock gab Reinhold Mokrosch das »Handbuch Friedenserziehung: interreligiös – interkulturell – interkonfessionell« heraus, in dem Hans Küng als Autor nicht fehlt. Mit Arnim Regenbogen 2009 Herausgeber von »Werte-Erziehung und Schule: Ein Handbuch für Unterrichtende«, wo Leute wie Johannes Lähnemann oder die strengstens schariatreue Kölner Fundamentalistin Rabeya Müller veröffentlichen.

Czada, Roland Czada, Uni Osnabrück. Erlernte allerlei aus Politik-, Kultur- und Verwaltungswissenschaft. Moderierte am 26.02.2010 an der Uni Osnabrück eine Veranstaltung innerhalb der Tagung: »Imamausbildung in Deutschland: Islamische Theologie im europäischen Kontext« (25.02.2010 bis 27.02.2010), für die als Veranstalter „ZIIS – Zentrum für Interkulturelle Islamstudien, Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik in Kooperation mit dem Bundesministerium des Innern und dem Niedersächsischen Innenministerium“ gezeichnet hatte. (2).

An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität promovierte Mahmoud Hamdi Zakzouk (Maḥmūd Ḥamdī Zaqzūq) im Fach Philosophie mit einem Vergleich zwischen dem jenseitszentrierten Machttheoretiker al-Ghazali und dem französischen Philosophen und Mathematiker Descartes (1596-1650, dualistischer Mechanizismus über der alldurchwaltenden Doppelsphäre Geist-Welt, im übrigen humane Berufenheit zum Wissenserwerb nach Maßgabe des „Cogito ergo sum“). Wie kein anderer außer vielleicht Mohammed beziehungsweise Allahgott selbst trug der im Jahre 1111 verstorbene Perser al-Ghazali dazu bei, jeden Bereich des Lebens, beispielsweise jeden kaufmännischen und handelsrechtlichen, der Pflichtenlehre der Scharia explizit untertan zu machen, womit ab sofort auch dort eine jede begangene Pflichtwidrigkeit heilsgefährdende Folgen hat. Hatte sich Politiker Mohammed eher auf das Anordnen von Mordaufträgen und Durchführen von Beutezügen und Steinigungen beschränkt, strickte al-Ghazali, islamisch betrachtet vollendet konsequent, das Webmuster der Rechtssprechung der Scharia gewissermaßen bis an den Rand des Weltalls, insofern folgerichtig, als dass Allahgott immer global gedacht hat und die heutige Umma ein über alle Kontinente aufgeblähter altarabischer Stamm ist. Die nichtmuslimischen Glaubensnationen gleichen götzendienerischen Oasensiedlungen und sollten doch wohl besser zivilisatorisch veredelt werden, islamisiert.

Im bewegtesten Jahr der vielfach gründlich emanzipatorisch gedachten, zumeist aber rasch wertebeliebig-spaßkulturell sprich wirkungslos gewordenen Studentenrevolte, im Jahre 1968, trat der Ägypter Zakzouk eine Professur für Philosophie an der Kairoer al-Azhar an. Sechs Jahre früher war der perfekt Deutsch sprechende Zakzouk noch DAAD-Stipendiat im westlichen Mittelhessen gewesen, im schönen Marburg. An jener traditionsreichen Institution also ließ Professor den akademischen Nachwuchs Ägyptens ein wenig denken, die in Deutschland immer wieder mit etwas verlegenem Lächeln Universität genannt wird, obwohl dort dem Vorbehalt der Ratio, der seit Renaissance und Aufklärung und eigentlich bereits seit Platon und Vergil maßgeblich für freies Denken ist, der auf die Rettung der Seele zielende Schariavorbehalt vorangestellt wird, der wie nebenbei eine misogyne Sexualpolitik (Hidschab) und kulturrassistische Realpolitik (Kalifat) befördert und verlangt.

Ein Verweigern der kulturellen Moderne geht mit dem Scharia-Kult einher, zu der den berüchtigten Dialogbeauftragten aus Kirche und Wohlfahrtsverband seit ein paar Jahren leider nicht viel mehr einfällt, als zu klagen, all das sei zwar irgendwie bedauerlich, habe aber nichts mit dem „eigentlichen“ Islam zu tun. Auf unsere Gegenfrage, ob Hidschab und Fiqh unislamisch seien, schweigen die wohldotierten Islamversteher und verweisen auf den mit Yusuf al-Qaradawi korrespondierenden und jahrelang der Milli Görüs zugeneigten Penzberger Vorzeigeimam Benjamin Idriz, der im Mai 2010 zur Gegenfrage übergeht, „was denn die Sharia sei und wo das stünde (3)“. 2009 äußerte Idriz bereits grinsend die nicht ernst gemeinte Frage, in welchem deutschen Buchhandel er denn die gedruckte, geheimnsivolle Scharia erwerben könne, vom Curriculum der weltweit aktiven sunnitisch-hanafitischen Deobandi um ihr pakistanisches Studienzentrum Darul-Uloom, vom schariatreuen Lehrplan der höchste Autorität genießenden Kairoer al-Azhar oder vom Schariastudium des in Mittelfrankreich (Region Morvan, Saint-Léger-de Fougeret bei Château-Chinon, Département Nièvre) gelegenen, der Muslimbruderschaft nahestehenden Predigerzentrums Institut Européen des Sciences Humaines (IESH) distanziert sich Herr Idriz mit keiner Silbe.

Der Minister für heilssichernde Stiftungen legt los:

Man spricht heute gerne davon, dass der Islam keine Aufklärung wie Europa erlebt habe. Aber wenn man den Grund hierfür kennt, wird man sich darüber nicht wundern. Er liegt in den Lehren des Islams, der von Anfang an gegen die Autorisierung von Machtbefugnissen religiöser Autoritäten auftrat.

Da fragt man sich doch, ob Aufragsmörder Mohammed nun nicht autoritär genug war oder aus aber islamischer Sicht nicht ausreichend religiös.

Europa erlebte die Herrschaft der Kirche und die lange Zeit andauernden Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat. Schließlich versuchte Europa, sich ganz von der Vorherrschaft der Kirche zu befreien. Zu diesem Zweck waren die Epochen der Renaissance und der Aufklärung nötig.

Geschichte ist ein offener Prozess, ein handelndes Subjekt namens Europa hat es in jenen Jahrhunderten zwischen Mailand und London gar nicht gegeben, vielmehr gab es Männer und Frauen, die ihr Leben, ihr Denken, Sprechen und Schreiben und nicht zuletzt ihre Sexualität selbst bestimmen wollten, ohne sich von den mächtigen und gewaltbereiten Wortführern der, deutlich gegen die jesuanische Intention, Staat gewordenen Kirchenreligion gängeln zu lassen. Mohammed hingegen war Militärseelsorger und Staatsführer in einem, absoluten Gehorsam fordernder Feldherr ebenso wie die menschgewordene Schwelle zum Paradies. Sicherlich hat Jesus gesagt: „Keiner kommt zum Vater denn durch mich“, was man ja einmal etwas respektlos mit dem „Du kommst hier nicht rein!“ eines heutigen halbseidenen Club-Türstehers vergleichen könnte und wobei einem der Unterschied zum Islam klar wird, der darin besteht, dass der Nazarener die völlige Gewaltlosigkeit predigte und eine transparente, egalitäre Ethik sogar für Ausländer, Sünder und Frauen verlangte, während Allahs Liebling im Auftrag der die Ehebrecherin steinigenden und dem bekennenden Islamapostaten den Kopf abhackenden Gottheit als jenseitsverliebter Despot auftrat.

Gelegentlich ist das Christentum militant geworden trotz seines radikal friedfertigen Gründers, der künftige Islam aber mag demokratietauglich werden, obwohl es Mohammed gegeben hat.

Im Islam gibt es grundsätzlich keine religiös legitimierte Vorherrschaft und Hierarchie religiöser Würdenträger.

Sagt der zweithöchste Würdenträger Ägyptens. War der seit mehr als einem Jahrtausend doktrinär als perfekt zu verstehende Mohammed denn etwa gar kein religiöser Würdenträger? Oder trat Mohammed als Bekämpfer jeglicher Hierarchie auf?

Im Gegensatz zu einer Unterwerfung unter religiöse Autoritäten lehrte man die Notwendigkeit der selbstständigen Betätigung der Vernunft.

Sehr geehrter Herr Minister, wie schamlos möchten Sie uns eigentlich am heutigen Tage ins Gesicht lügen? Vernunft ist im Islam nur zulässig, solange sie die angeblich gottgegebenen politischen, sozialen und sexuellen Grenzen der Scharia bestätigt und lobpreist. Hohe oder höchste Konformität mit den frauenfeindlichen Normen des Islamischen Gesetzes ist gleichbedeutend mit der islamischen Vernunft. Die Pflicht, als Frau das Kopftuch zu tragen oder als Muslim die Polygamie zu bejahen, ist „vernünftig“, jegliche Kopftuchkritik „unvernünftig“.

Warum widerspricht Praxis Geschichte dem rhetorischen Taschenspieler Zakzouk hier nicht sofort?

Der Islam beschäftigte sich von Anbeginn an sowohl mit religiösen wie auch mit weltlichen Dingen, vor allem mit der Frage einer gerechten Gesellschaft.

Allerdings, leider ist im Islam Gehorsam gleichbedeutend mit Glaubenstiefe. Zwischen Religion und Politik zu differenzieren ist angesichts einer reinen Gesetzes- und Wohlverhaltenslehre recht sinnfrei. Das alles mag ja in hundert Jahren einmal anders sein, doch muss dafür die Schariadoktrin und das differenziert diskriminierende Spruchrecht des Fiqh von jedem Individuum jederzeit ersatzlos gestrichen werden können, ohne dass der Imam der nächsten Moschee es damit bedroht, in den Flammen der Hölle zu brennen.

Zakzouk hat soeben die Auspeitschung des Weintrinkers und die Ermordung des Polytheisten als „Gerechtigkeit“ verteidigt, ohne uns zu sagen, ob er, den Genießer eines alkoholischen Getränkes betreffend, vierzig oder achtzig Peitschenhiebe für „sozial gerecht“ hält.

Der in der Neuzeit aufgetretene Zerfall der islamischen Kultur hat viele Gründe, aber der Islam selber gehört nicht zu ihnen.

Wie einer der beiden in Streit geratenen Sandkastenbengel, beide zeigen völlig überzeugt mit dem Zeigefinger auf das kindliche Gegenüber und empören sich engagiert: „Der da hat angefangen!“ Leider sagt Professor Zakzouk uns die Namen der religiösen Islamscherben nicht, enthält uns vor, in welche Bruchstücke der Mohammedglaube denn nun zerfallen ist und wen wir als den destruktiven Kaputtmacher ausmachen sollen. Wie auch immer, die Kultur gewordene kosmische Unschuld hat einen Namen, al-Islam.

Natürlich gab es Theologen, die aufgrund ihrer Beschränktheit des Islam buchstäblich – also einseitig – interpretierten. Auch aus politischen Gründen geschah dies teilweise. Aber die Muslime waren religiös gesehen nie gezwungen, irgendwelche Interpretationen zu akzeptieren.

Lediglich ein paar koranisch begründete Peitschenhiebe einstecken mussten sie, spirituell völlig autonom. Man möge den seelsorgerlich gemeinten Peitschenhieb auch bitte nicht politisieren.

Jeder kann als Sunnit die Rechtsschule seines Vaters oder, als sunnitische Frau, die des Ehemannes verlassen und sich eine hübsche Moschee bauen, in der täglich gegen Kopftuch, Polygamie, Azhar und Scharia gepredigt wird – bitte Vorsicht, das war ein schlechter Scherz.

Der Islam unterstützt das Bemühen nach notwendigen Erneuerungen.

Das stimmt, die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist für Allah und für Herrn Zakzouk unnötig.

Unnötige Neuerungen kennt der Islam als bidʿa, als „modernistische“ Gefährdung des Seelenheils.

Für die islamische Philosophie bedeutet [der Idschtihad] dass sie vor allem bemüht war und ist, die Aufgabe, Vernunft und Religion in Übereinstimmung zu bringen, so weit wie möglich zu lösen.

Damit der Wanderer in der Wüste nicht die Orientierung der Zakzoukschen „Gerechtigkeit“ und „Vernunft“ verliert, stellt die „barmherzige“ islamische Gottheit ein Schild in den Sand mit der Aufschrift: „Bis hierher denken und keinen Schritt weiter!“

Bei Überschreiten der Grenze reagiert Allah mit offener Brutalität, in der moralischen Grauzone der schariarechtlichen Ungewissheit mit verlässlicher Willkür. Idschtihad wäre für alle Sunniten das durch die geistliche Elite auszuführende und islamrechtlich möglicherweise zulässige autonome Interpretieren der religiösen Quellen innerhalb der von der Scharia gezogenen Grenzen.

Hierbei stützte sie [die islamische Philosophie] sich auf die vielen Äußerungen des Korans, welche die Rolle der Vernunft betonten und die Betätigung der Vernunft ausdrücklich als eine religiöse Pflicht bezeichneten.

Los, Moslem, sei vernünftig, das ist ein Befehl, viele Grüße, dein Allah!

Was bei derartiger geheiligter Vernunftpflicht herauskommen mag, zeigen uns die Leistungen im Bereich der Frauenrechte, Kreativität und Pressefreiheit in der Weltregion zwischen Casablanca und Kuala Lumpur, in der das von Herrn Zakzouk erwähnte Büchlein namens Koran in der Tat eine Rolle spielt, das übrigens keineswegs sich selbst „äußert“, sondern die zu Schriftzeichen gewordene Stimme des Schöpfers darstellt. Es gibt nahezu keine Leistungen.

Was „islamische Philosophie“ sein soll, dürfen wir ja vielleicht Zakzouks auf Logik weitgehend verzichtenden Argumentationsmustern entnehmen.

Im letzten Jahrhundert schrieb deshalb der bekannte ägyptische Schriftsteller al-Akkad ein Buch mit dem Titel: „Das Denken ist eine religiöse Pflicht“, wobei er sich vor allem auf koranische Texte stützte.

Sich auf Laotse oder Nietzsche zu stützen oder die Gleichberechtigung für Ägyptens Kopten, Atheisten und Frauen zu fordern, wäre für einen al-Akkad auch lebensgefährlich gewesen. Wer das »Thought is an Islamic duty« (4) des Autoren und Poeten ‚Abbas Mahmoud el-‚Akkad (ʿAbbās Maḥmūd al-ʿAqqād, 1889-1964) gelesen hat, verwechselt derartige Führung eines Gottesbeweises hoffentlich nicht mit freiem Denken. Als ein guter Schriftsteller und Poet mag ‚Abbas el-‚Akkad, der fließend Französisch und Englisch sprach, sich ja erwiesen haben.

Zakzouk legt uns den Trugschluss nahe: Je mehr Denken, desto mehr Islam. Ratio und antirationales Allahbewusstsein fusionieren zu einer Kultur der Begeisterung, die für die Unkenrufe der AEMR keine Energie verschwenden möchte.

Ich selbst habe kürzlich ein Buch unter dem Titel „Kultur ist eine islamische Pflicht“ geschrieben, das wegen großen Interesses in Malaysia bereits übersetzt wurde.

Dass mehrere Jahrhunderte vergingen, ohne dass im arabisch-islamischen Raum liberale Strömungen zustande kamen, kann man nicht einfach auf einen einzigen Grund, nämlich das islamische Denken, zurückführen.

Eher schon auf amtierende Sittenwächter und Religionspolizisten wie Mahmoud Hamdi Zakzouk. Das Erbauungstraktätchen, mit dem Ägyptens Religionsminister den Gottesfürchtigen am Nil zur Kulturpflicht ermahnt, sollten wir uns an Land ziehen.

Ein zünftiger Brückenbauer hat an möglichst tiefen Gräben und Schluchten ein professionelles Interesse.

Brückenbauer Zakzouk, der in Nordrhein-Westfalen vor vielen Jahren bereits ganz offiziell für das Düsseldorfer Schulministerium islampädagogisch tätig sein durfte, denkt über die Bedeutung der weltweiten Erziehungswissenschaft nach und entwirft die Schule der Zukunft, die geeignet sei, die Aussöhnung der in Okzident und Orient zerklüfteten Welt zu befördern, die grässlich tiefe Schlucht zwischen Europa und dem Islam glücklich überwindend:

Ein erster Schritt hierfür wäre eine Verbesserung der Informationen über die andere Seite in den Schulbüchern. Der vor einiger Zeit leider verstorbene Professor Falaturi beschäftigte sich mit seinem Team jahrzehntelang in vorbildlicher Weise mit einer Revision der europäischen Schulbücher zum Islam. … Die Ergebnisse [Falaturis (5)] könnten als Grundlage für Bemühungen um eine Verbesserung der Schulbücher dienen.

Eine „Verbesserung“, die darauf hinauslaufen wird, die islamische Deklassierung der Frau zu bagatellisieren und die rassistische Dhimmitude der muslimisch beherrschten Religionsvölker zur multikulturellen Gesellschaft zu verklären. Was Deutschlands gründlicher arbeitende Sozialpädagogen allerdings zu verhindern haben, weil sie Allahgott nicht mit ihrem Arbeitgeber identifizieren möchten, sondern das ungeschmälerte Recht in ihrem Stadtviertel durchsetzen wollen, und zwar auch für die Töchter der angeblich so ganz andersartigen Muslim-Spezies.

Was die Informationen über den Westen in den islamischen Schulbüchern angeht, ist darauf hinzuweisen, dass die Muslime durch ihre Religion prinzipiell aufgefordert werden, das Christentum als wahre Religion anzuerkennen und zu respektieren. … Der Koran betont ausdrücklich die Gemeinsamkeiten der Religionen

Die Christenweibchen darf man als männlicher Muslim auch als Erst- bis Viertfrau heiraten oder, anzahlmäßig unbegrenzt, als Konkubine schwängern, den Aufenthaltsort des womöglich nachfolgend entstehen Kindes bestimmt nach der Scharia der Vater und die Frage nach der Religion des Kindes hat Allahgott gleich mit geklärt.

Islamkenner wissen, dass Zakzouk glauben muss, dass jeder Mensch als Muslim geboren ist und dass erst die fehlgeleiteten Eltern das Kind als Juden, Christen oder Zoroastrier erziehen. Die kulturelle Herrenrasse des Kalifats hält sich das in die Nähe einer Sklavenkaste hinab zu rückende christliche Arbeitervolk. Die Jesusleute bleiben ja schließlich eingeladen, jederzeit zu ihrer wahren Religion zurückzukehren, zum Islam.

Zweifel ist für das Denken sozusagen eine Medizin, die der Patient gemäß den Anweisungen des Arztes einzunehmen hat, wenn sie eine heilsame Wirkung haben soll.

Wildes Herumzweifeln führt die Jugend ins Verderben. Medizinmann Mohammed hat die Verabreichung der Zweifelsdosis zweifelsohne vorbildlich kultiviert. Wer am Führer zweifelt oder an Allahgott verzweifelt, dessen Kopf wird, ganz nach Maßgabe der Hurma (körperliche Unversehrtheit im Islam), kein Zweifel, in einiger Entfernung zum Körper abgelegt.

Diese Art eines systematischen Zweifels erfordert eine gewisse Reife und Mündigkeit

Die der Ehemann als Vormund für seine Ehefrau (ihre Geschlechtsreife und Ehefähigkeit beträgt neun Mondjahre) übernimmt.

Keine Sorge, kleiner Muslim, dein Imam zweifelt ausreichend für dich. Und auch dieser Imam ist, bunte Kacheln mit mechanischem Gehorsam versinnbildlicher geometrischer Musterung im Hintergrund des heiligsten Moscheeraumes, zum Erleichterung verkörpernden Lächeln verpflichtet, da Scheich Yusuf al-Qaradawi ihm das Zweifeln abnimmt, den wiederum Mohammed vom Ballast unnötiger Fragen befreit hat.

[Zweifeln setzt] die Möglichkeit und Fähigkeit [voraus], … zwischen wahr und falsch zu unterscheiden. Man muss den jungen Menschen zuerst ein selbständiges Denken beibringen

Und man muss ihnen bedarfsweise ein wenig Prügel beibringen, damit die Sache mit der Differenzierung zwischen wahr und falsch auch ordentlich funktioniert und der Schüler genau das für wahr, gesund und „vernünftig“ hält, was Necmettin Erbakan, Mustafa Cerić oder Mahmoud Zakzouk für „wahr“ halten, Polygamie und Kopftuch beispielsweise, und das für „falsch“ erachten, was Erbakan, Cerić oder Zakzouk, von heiligem Ekel geschüttelt, verabscheuen, die universellen Menschenrechte etwa oder das Recht auf eine muslimische Lebensführung ohne Scharia.

Für die Muslime gehört die Anerkennung des anderen prinzipiell zu der Natur der islamischen Religiosität, denn jeder Muslim ist religiös verpflichtet, die anderen Offenbarungsreligionen, Christentum und Judentum, zu akzeptieren und an ihre Wahrheit zu glauben.

Wobei es darauf ankommt, zu erkennen, dass die christliche Wahrheit den Zorn Allahgottes nach sich zieht und die jüdische Wahrheit eine verlogene Wahrheit ist und im wahrhaftigen Verfälschen der Schrift besteht. Die unwürdige Wahrheit des Judentums und die wurmstichige Wahrheit der Christenheit haben denn auch nur den irdischen Zweck, auf die makellose Wahrheit des Islam hinzuweisen.

Ex-Muslime und Bahá’í gehören aus Allahs und Zakzouks Sicht nicht zur Solidargemeinschaft.

Der Islam betont die Gemeinsamkeiten zwischen den drei offenbarten Religionen.

Genau, Hindus kommen unmittelbar ins Höllenfeuer und haben gar keine Rechte, Bahá’í, Atheisten oder uneheliche Kinder in Kairo können einfach so bestohlen und vergewaltigt werden, die brauchen und bekommen auch keine amtlichen Ausweispapiere, können nichts erben und nicht zur Schule gehen. Koptische Klöster oder Kirchen darf man als Ägypter angelegentlich zerstören, aber nur aus Notwehr. Um des sozialen Friedens Willen hat Allah verboten, ruinierte Kirchen jemals wieder aufzubauen. Koptenmädchen werden straflos entführt, für Herrn Zakzouk ist das nicht der Rede wert, schließlich gibt es keinen Zwang in der Religion.

In einer harmonischen Staatsordnung (Islamische Gesellschaft) wechselt die Kopfsteuer (Dschizya) den Eigentümer und wandert vom sklavenähnlichen Christen hin zum würdevollen Muslim, um die „Gemeinschaft“ (Zakzouk) zu betonen.

Dass man den Schülern im Unterricht ein kritisches Denken beibringt, ist natürlich wünschenswert, aber das bedeutet nicht, dass man ihnen beibringen sollte, an ihrer Religion zu zweifeln, bevor man ihnen die Möglichkeit gegeben hat, ihre Religion gründlich zu studieren.

Der makellose Islam stehe also bitte unter einem ganz besonderen Schutz. Erst nach vieljährigem dogmatischem Drill, mutige Menschen reden allerdings sinnvollerweise von Gehirnwäsche, ist es dem zu muslimisierenden jungen Individuum (alsbald leider zumeist Ex-Individuum) gestattet, kunstvollen Zweifel an der Religion des Islam kundzutun, wobei die Bahnen des zweifelnden Gedankenfluges, wie ein Vogel, immer elegant ein Stückchen vor der Dank Allahs Weisheit gesetzten Begrenzung des Denkens, der Mauer der Scharia, abdrehen. Um beim ornithologischen Gleichnis zu bleiben: Der schwungvolle Vogel, der muslimische Mauersegler, eckt eben nicht an, sondern verhält sich islamkonform und ruft den Muslimen und Nichtmuslimen zu: „Ich bin frei!“

Indirekt fordert Zakzouk die Implementierung der Scharia ins deutsche Curriculum eines künftigen Islamischen Religionsunterrichts (IRU), schließlich muss der Schüler, ihr Europäer zweifelt doch so gerne, den totalen Islam erst einmal erlernen, um ihn später einmal in Zweifel ziehen zu können, inschallah.

Explizit richtet Zakzouk seine Kritik in erster Linie gar nicht an Deutschland, sondern an den ägyptischen Staat und dessen öffentliches Schulsystem. Ägypten will offensichtlich die ungefilterte Begeisterung fürs Kalifat nicht in seinen staatlichen Schulen unterrichtet wissen, womit der ägyptische Religionsminister natürlich nicht zufrieden sein kann.

Die Frage der vernünftigen Anpassung oder Nichtanpassung wurde bereits von dem Propheten Mohammed ausführlich behandelt, der sich für einen Kultur- und Religionspluralismus und für die Bedeutung des Wissens von Spezialisten einsetzte.

So kann man den Staat gewordenen kulturellen Rassismus freilich auch nennen, „Religionspluralismus“. Zakzouk empfiehlt Europa offensichtlich die Rechtsspaltung, zunächst im Familienrecht beziehungsweise Personenstandsrecht sowie im Schulrecht.

Die stufenweise Entwicklung von vernunftbestimmten Gesellschaftsordnungen betonte der Islam von Anfang an.

Das mag zweierlei bedeuten, einerseits: Ihr Westler, lasst uns Orientalen mit der AEMR noch ein paar Jahrhunderte Zeit, wir brauchen ein wenig länger. Andererseits mag Zakzouks evolutionäres Geraune heißen: Die Menschheitsgeschichte hat sich von der Barbarei des Polytheismus über die hanifischen Propheten bis zur Seinsweise des Islam hinauf entwickelt, von der Unvernunft über die halbe hin zur vollendeten Vernunft.

[Wir] müssen … ein kritisches Denken betätigen und vernünftige Lösungen suchen, die im Rahmen der islamischen Weltanschauung möglich sind. In unserer Religion gibt es feststehende Prinzipien und Morallehren, die keine Veränderung benötigen.

Frei nach dem Herrn Schariaminister aus dem Lande der Pyramiden: Wenn wir Muslime sagen, dass der Mann vier Ehefrauen haben kann, die er ohne die Angabe von Gründen verstoßen darf, dann ist Veränderung weder erwünscht noch erforderlich.

Aber es gibt auch Auffassungen, die geändert werden können, wenn eine Anpassung nötig ist. So akzeptieren die Muslime auf keinen Fall die Homosexualität und die Heirat zwischen Frauen [untereinander einerseits] und zwischen Männern [untereinander andererseits].

Und das soll künftig auch im flächendeckend einzuführenden Islamischen Religionsunterricht in Deutschland gelehrt werden, schließlich gibt es keinen Zakzouk-Islam, sondern nur einen Islam: Unter uns Muslimen sind Lesben und Schwule unerwünscht, und dafür tragen wir das Kopftuch oder bauen eine Moschee. Kopftuch bedeutet: Ich bin keineswegs lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel.

Die realen weiblichen und männlichen Homosexuellen Ägyptens, selbstverständlich arrangiert verheiratet sprich zwangsverheiratet, gehen ihren Neigungen eben gar nicht oder aber heimlich nach, leben auf der Flucht oder im Untergrund oder werden bei polizeilichen Razzien an bekannten Treffpunkten verhaftet und allesamt eingesperrt, wie das am 11.05.2001 mit den 52 Partybesuchern des am Nilufer ankernden Bootes »Queen Boat« geschah (6).

Aber die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die der Islam von Anfang an sich zum Ziel gesetzt hat – zum Beispiel in Bezug auf das Scheidungsrecht – ist islamisch sehr wünschenswert und wird durch die zunehmend gleichen Entwicklungs- und Bildungschancen für Frau und Mann verwirklicht.

Sicherlich will der Islam die Gleichstellung der Frau – im Paradies, und auch das ist nicht so ganz sicher, sonst müssten der Frau schließlich 72 nette paradiesische Liebhaber in Aussicht gestellt sein.

Ob Zakzouk uns sagen möchte, dass die Sache mit der Gleichstellung leider nie geklappt hat, obwohl die Muslime sich seit 1.400 Jahren alle erdenkliche Mühe gegeben haben? Nein, Zakzouk betreibt den kunstsinnigen Kitman, die Lüge durch Auslassung, er weiß, dass die Europäer jetzt ein paar Worte der Gleichberechtigung für die Frau hören wollen, und, bitte sehr, er äußert sie. Dass der Islam die emotionale Befrachtung der Frau mit Ekel predigt und ihre Deklassierung mit dem Islamischen Recht und bereits im Koran fordert (halbes Erbe, halbe Stimme vor Gericht), zieht Allahs Münchner Philosoph mit keiner Silbe in Zweifel.

Verständlich werden diese islamischen Lehren in Bezug auf Moral und Sitte, wenn man berücksichtigt, dass nach islamischer Auffassung Freiheit kein absoluter Wert ist, sondern nur in der Bindung möglich ist.

Allerdings nicht etwa in der Bindung an eine Rechtseinheitlichkeit, es sei denn, man versteht das mehrstufig diskriminierende Islamische Recht als ein einheitliches Recht, womit eine gewisse wüste Gottheit keine Probleme zu haben vorgibt; das Lügen behält sich der Gott der Eigenschaftslosigkeit sprich der Willkür allerdings ausdrücklich vor!

Freiheit ist „im Islam“, das klingt bezeichnenderweise immer ein wenig nach „im Weltall“ oder „in Taka-Tuka-Land“, kein absoluter Wert. Ja, die Frau, deren Ehemann, wie wir gelernt haben, für sie ganz viel zweifelt, bekommt auch den größeren Teil ihrer Freiheit abgenommen, die ja schließlich für sie eine allzu schwere Bürde wäre.

Körperliche Unversehrtheit oder das Recht auf Leben ist im Islam „kein absoluter Wert“ (Zakzouk), damit die amputierte Hand des Diebes zwar vom Arm herab, aber keinesfalls aus der Zone der „Gerechtigkeit“ heraus fällt.

Zakzouk unterstreicht, dass der Islam gegen Artikel 1 des Grundgesetzes verstößt, wo es heißt und auch so gemeint ist, dass die Würde „des Menschen“ unantastbar ist, also nicht diejenige „des muslimischen Menschen“ oder „des männlichen Menschen“. Was tun, Herr Schäuble oder Herr Laschet, mehr Dialog?

Die Grenzen der Freiheit sind durch die moralische Natur des Menschen gegeben, auf die uns die Lehren der Religion hinweisen.

Ohne Religion ist der Mensch ein Barbar, das könnte ganz und gar stimmen, wüssten wir nicht, dass Koran und Scharia den Menschen im Bereich der Barbarei gefangen halten und dass Huitzilopochtli ein sehr hungriger Gott war, der nach frisch geopfertem Menschenfleisch verlangte.

Was die Morallehren betrifft, setzen sich die Muslime vor allem für die Erhaltung der Institution der Familie ein, die durch die Globalisierung bedroht wird.

Hier formuliert der in Bayern ausgebildete Denker gezielt unscharf, deutlicher wird immerhin, dass er die diskriminierungsfreie Universalität zurückweist, denn ohne herabgewürdigte Religionsvölker und Menschenklassen, eine Menschenklasse sind dabei die muslimischen Frauen, ist Allah arbeitslos.

In der Tat ist die entrechtete Rolle, welche die Scharia der muslimischen Tochter oder Ehefrau abverlangt, nicht mit den allgemeinen Menschenrechten in Übereinstimmung zu bringen. Die AEMR muss daher als ein Angriff gegen die „harmonische“ und „moralische“ muslimische Familie erlebt werden, ganz entsprechend führt auch die Muslimbruderschaft den weltweiten Krieg gegen die Frauenrechte und gibt sich mit ihrer Kriegsflagge zu erkennen, dem Kopftuch.

Auf die Frage nach der AEMR antwortet der Religionsminister mit einem Hütchenspielertrick:

Ein Zeichen für die Einmaligkeit einer jeden Person ist doch zum Beispiel die Tatsache der Einmaligkeit der Fingerabdrücke. Man handelt somit gegen die Natur der Dinge, wenn man versucht, bei Menschen religiöse oder kulturelle Besonderheiten auszulöschen.

Zakzouk verwirbelt trickreich Individual- mit Gruppenrechten. Die AEMR und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland meinen, bei allem Schutz der Familie, der Identität und Religiosität, den individuellen Staatsbürger, nicht den mittelalterlichen gebliebenen Clan.

Maḥmūd Ḥamdī Zaqzūq (7) macht die Menschenrechtserklärung fürs Kalifat nutzbar, indem er Kollektivrechte verteidigt, indirekt fordert er für Europa damit die Rechtsspaltung.

Warum eine muslimische Frau einen nicht-muslimischen Mann nicht heiraten darf? Die Heirat soll – wie der Koran betont (Sure 30:21) auf „Liebe und Barmherzigkeit“ beruhen und auf emotionaler Harmonie basieren. Dadurch kann man die Beständigkeit einer Ehe garantieren. Dazu gehört Respekt und Verständnis für die Religion des Islams, welcher die Frau angehört.

Reizend, der vorbildlich treue muslimische Ehemann sagt damit also aus: „Ja mein Schatz, ich liebe dich, aber nimm es nicht persönlich, ich liebe nur den Islam in dir!“

Jacques Auvergne

(1) Gegen die Einladung des Schariafreundes Zakzouks nach Osnabrück wurde vorab Protest laut, eine treffliche Kritik wurde vom »Bundesverband der Bürgerbewegungen zur Bewahrung von Demokratie, Heimat und Menschenrechten e.V“ (BDB)« in Form einer Presseerklärung formuliert

http://www.bdb.buergerbewegungen.de/zakzouk.pdf

Würzburg, 17.05.2008. Sternstunde Europas: BDB und Pax Europa fusionieren zur Bürgerbewegung Pax Europa (BPE). Die BPE ist als gemeinnützige privatrechtliche Körperschaft anerkannt und Mitglied der Lobbyliste des Deutschen Bundestages

http://www.buergerbewegung-pax-europa.de/

»PAX EUROPA Blog. Texte & Kommentare von BPE-Mitgliedern«

http://bpeinfo.wordpress.com/

(2) Roland Czada und die Imam-Ausbildung. Universität Osnabrück, Tagung:

»Imamausbildung in Deutschland: Islamische Theologie im europäischen Kontext«, Osnabrück, 25.02.2010 bis 27.02.2010

Tagungsleitung:

Prof. Dr. Bülent Ucar: Islamische Religionspädagogik

Prof. Dr. Rauf Ceylan: Islamische Religionspädagogik

Prof. Dr. Arnulf von Scheliha: Evangelische Theologie

Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke: Katholische Theologie

Mit dabei: Mathias-Rohe-Schüler Dr. Michael Kiefer („Ziele der Imamausbildung aus nichtmuslimischer Sicht“), Mizrap Polat („Die Bedeutung der Fiqh-Kompetenz in der Imamausbildung“), Harry Harun Behr („Religionspädagogische Kompetenzen von Imamen“) und der VIKZ-Öffentlichkeitsbeauftragte Erol Pürlü („Imamausbildung in Deutschland: Erfahrungen und Kompetenzen der islamischen Verbände am Beispiel der VIKZ“). Auch Johannes Lähnemann, Rauf Ceylan und Mouhannad Khorchide fehlten nicht. Abschlussveranstaltung mit Dieter Wiefelspütz (MdB, SPD), Bülent Ucar (Uni Osnabrück) und Aiman Mazyek (ZMD).

Czadas Beitrag: „10:45 bis 12:00 Uhr, Politische und soziologische Rahmenbedingungen, Leitung: Prof. Dr. Roland Czada, Osnabrück, Raum 01/EZ 04“.

http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/images/Tagung_-_Imamausbildung_-_Februar_2010.pdf

(3) Benjamin Idriz lügt, dass sich die Balken biegen, und verleugnet das Islamische Gesetz, die Scharia. Aus Penzberg kann Islamkritikerin Epistemology berichten, „was denn die Sharia sei und wo das stünde“. Epistemology durchschaut die tatsachenwidrige Glitschigkeit des Imams: „Bei der Stadtversammlung in München hat er uns noch erzählt, sein Freund Mustapha Ceric, der Obermufti von Bosnien, sähe in der Sharia die Liebe zu Allah. Der Imam lebt anscheinend nach dem Motto, was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an.“ Bei: Politically Incorrect (17.06.2010), aus dem wichtigen Erlebnisbericht »Stuhlkreis mit Idriz«

http://www.pi-news.net/2010/06/stuhlkreis-mit-idriz/

(4) Abbas el-Akkad (ʿAbbās Maḥmūd al-ʿAqqād), »Thought is an Islamic duty«

http://www.arabphilosophers.com/English/philosophers/modern/modern-names/eAbbas_Mahmoud_Elakkad.htm

el-‚Akkad, Gemälde, entnommen: Wiki, Maler: Rif, veröffentlicht: Beirut 1973

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/5/51/Image-A_Portrait_of_AL-Aqqad_by_the_artist_Rif%2Cat_Afifi.jpg

(5) bei Eslam: Prof. Abdoldjavad Falaturi und die 1978 gegründete Kölner „Islamische Wissenschaftliche Akademie“.

„Um der Überforderung und Entfremdung der Muslim in der Westliche Welt, zunächst vor allem in Deutschland, entgegenzuwirken und gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse abzubauen, wurde das Kölner Schulbuchanalyseprojekt gegründet, das seit 1981 alle in Deutschland zugelassenen Schulbücher aller Fächer auf ihr Islambild hin untersuchte.“

http://www.eslam.de/begriffe/f/falaturi.htm

(6) Ort der homosexuellenfeindlichen Razzia: „Cairo 52“, Queen Boat, 11.05.2001

http://en.wikipedia.org/wiki/Cairo_52

Das Queen Boat war lange Zeit der etwas subversive Treffpunkt für einen Teil von Kairos vielen homosexuell lebenden und liebenden Menschen

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ac/QueenBoat.JPG

A Jihad for Love (2007), ein Film des in Indien aufgewachsenen Filmproduzenten und bekennenden „gay Muslim“ Parvez Sharma thematisiert das tabubehaftete Thema Islam und Homosexualität

http://en.wikipedia.org/wiki/A_Jihad_for_Love

Homosexualität im Islam

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_Islam

(7) Der Deutsche Akademische Austauschdienst bewirbt den heute so mächtigen Mahmoud Hamdi Zakzouk mit Lebenslauf und Foto: “Egypt is a deeply Islamic country – and this means that the Ministry of Religion is an appropriately important political office.” Der Austauschdienst hatte den 29-jährigen einst (1962) nach Marburg geholt: “He came to Germany aged 29 in 1962 on a DAAD scholarship, first to Marburg and then to Munich.”

http://www.daad.de/alumni/pics/vip/Mahmoud_Hamdi_Zakzouk.jpg

Foto von Peter Ziegler aus Basel vom 30.04.2004, Zakzouk zeigend

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/f3/Mahmoud_Zakzouk_2004.jpg