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Wahhabismus, Salafismus

Mai 14, 2011

‏محمد بن عبد الوهاب

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb

Die Vorschriften Gottes

Islamverständnis (Rechtspraxis) der so genannten Wahhabiten und damit auch des Saudischen Königshauses sind einen Blick wert, geht es doch um den Hüter der zwei heiligen Moscheen (ḫādim al-ḥaramain aš-šarīfain) und damit um das Monopol auf den „eigentlichen“ Islam. Die mit vorangestellter Seitenzahl gekennzeichneten Stellen der Theologie des Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb entstammen dem Buch Muhammad b. ʿAbdalwahhāb, 1703-92, im Widerstreit: Untersuchungen zur Rekonstruktion der Frühgeschichte der Wahhābīya (Beirut 1993) der Islamwissenschaftlerin Esther Perkes(1). Hinzuziehung weiterer, mit vorangestelltem KT markierter Aussagen des Gelehrten aus dem Kitābu t-Tauḥīd (The Book of Tawheed, ins Englische von Sameh Strauch, deutsch von Abu Imran(2), auf bessere Lesbarkeit orientierte Glättung mancher Zitate sowie Kommentierung von Jacques Auvergne.

Nichtig oder verworfen heißt bāṭil. Wertlos, nichtig und ungültig ist nach der Scharia jede Handlung, die nicht deiner Annäherung (at-taqarrub, zu: qārib, nahe) an die Gottheit und damit dem Erregen des Wohlwollens Allahs dient, weshalb, sozusagen sicherheitshalber, alles Tun unter den Segen der Gottheit zu stellen ist, indem zuerst die Basmala ausgesprochen wird, das bismi-llāhi r-raḥmāni r-raḥīm.(3)

Wer die Sympathisanten des Theologen bin ʿAbd al-Wahhāb oder alle, die an der Bonner König-Fahd-Akademie als Lehrer (oder Schüler) tätig waren oder auch all jene so genannten Salafisten wie Muhamed Seyfudin Ciftci oder Pierre Vogel, die in Saudi-Arabien den Islam studierten, als Wahhabiten bezeichnet, wie das etwa der Leiter des Referats für Interreligiösen Dialog des Erzbistums Köln Werner Höbsch („60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) so gerne vornimmt, der ist daran interessiert, das Religionsverständnis der königlichen Dynastie der Āl Saʿūd als sektiererisch darzustellen und den Gesamtislam als harmlos.

Dass an den von Wissenschaftsrat (WR) oder Deutscher Islam-Konferenz (DIK) akzeptierten Gremien keine andere Scharia gelehrt wird als die saudi-arabische, weil es zwei Scharien oder sagt man Scharias ebenso wenig gibt wie zwei Mohammeds oder zwei Allahs, sagen der professionelle Islambeschwichtiger und Höbsch oder der den Dialog mit dem ECFR-Scheich Mustafa Cerić pflegende Laiendominikaner Thomas Lemmen der katholischen Basis nicht. Während Salafist Cerić beharrlich auf die Implementierung des islamischen Rechts im Personenstandsrecht bzw. Familienrecht hinarbeitet, lässt sich auf Kosten der Langbärte und Burkaheimchen um Pierre Vogel bestens Islamverherrlichung betreiben und sorgsam dosiert über die irgendwie kapitalistischen (Petrodollar) schrecklichen Wahhabiten schimpfen. Der Rechtsstaat hat weniger ein Wahhabismusproblem als ein Problem mit seinen Kulturrelativisten, mit seiner Scharialobby.

Werner Höbsch („60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) vermeidet auf seinen bischöflich bezahlten Dialogveranstaltungen kalkuliert, zum verbleibenden Prozentsatz zu sagen, vier Zehntel der Scharia seien nicht grundrechtsverträglich, denn dazu müsste er dem sinnsuchenden Publikum eine Begründung nachreichen und verlöre daraufhin seinen Einfluss beim Erzbistum Köln und bei der proislamistischen, in seinem Fall nicht zuletzt staatlich-iranischen Lobby. Im September 2009, so wurde berichtet, fand NRW-Verfassungsrichter Michael Bertrams den Mut zu einer klaren Stellungnahme in Bezug auf das Islamische Recht:

Der Islam und das islamische Recht, die Scharia, wiesen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. Dies widerspreche sowohl dem Gleichheitsgebot als auch der Menschenwürde, dem höchsten Wert des Grundgesetzes.(4)

Für den Augenblick ist festzuhalten, dass die königshausorientierten, rechtlich urislamischen Wahhabiten und die orthopraktisch urgemeindlichen Salafisten zum Teil dieselben geistlichen Autoritäten anerkennen, Abd al-Aziz ibn Baz (1909–1999) und Muhammad Ibn Uthaimin (1925–2001) etwa werden gleichermaßen unter den sauditreuen Verherrlichern der urislamischen Rechtsfindung anerkannt wie unter den Kopisten des Alltags der Urgemeinde.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb, nach Stamm und Region genannt at-Tamīmī an-Naǧdī lehrte die Rückbesinnung auf die reine Religion von seinem Geburtsort ʿUyaina(5) sowie von Diriyya (ad-Dirʿīya) aus, einem heutigen Vorort von Riad (ar-Riyāḍ, wörtlich die Gärten).

Die vielleicht kühnste theologische Forderung der heute so genannten Wahhabiten an jeden muslimischen Menschen ist es, seine sunnitische Rechtsschule, ausgenommen vielleicht die hanbalitische, koranbasiert zu verwerfen. Soll und Haben des Islam würden, das Heil der Seele gefährdend, längst so weit auseinanderklaffen, dass gegenwärtig nur eine kleine Gruppe, die „Gemeinschaft“ (Ǧamāʿa) innerhalb des pflichtvergessenen Nenn-Islam der sittlichen, von Gott gewollten Lebensweise entspreche. Die hartnäckigen Verharrer bei den Normen der einzelnen maḏhab, der Rechtsschule, jedenfalls soweit die nichthanbalitischen drei großen maḏāhib betroffen sind, habe Allah mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dem Bereich der Ketzerei zuzuordnen. Dieser Mangel an islamischer Authentizität mache jede formal noch so korrekte Anwendung von Hidschab, Gebet und Wallfahrt oberflächlich, unecht und letztlich ungültig (bāṭil) und verspiele dem nicht zur Ǧamāʿa zurückfindenden Muslim die ewige Glückseligkeit.

Die längst vollzogene Abweichung der Nennmuslime vom wahren Islam, die verhängnisvollerweise in Form des Prinzips der gelehrigen Übereinstimmung, des Idschma‘ (iǧmāʿ(6), das mit ǧ-m-ʿ dieselbe etymologische Wurzel hat wie Ǧamāʿa) arbeitet, dürfe den Koranlesern aller Welt nicht länger verschwiegen werden. Authentische „Gemeinschaft“ sei gegen den Schlendrian des Jahrhunderte alten Konsensus der Fiqhwissenschaftler zu setzen, koranbasierte Dschamā’a gegen koranwidrigen Idschmā‘.

Die Idee von der Dschamā’a fand Nachahmer. Die vielfache, ein gutes Jahrhundert später durch Dschihadisten ergriffene Namensgebung als Ǧamāʿa, lässt sich auch durch die strenge Suche nach dem tauḥīd erklären, wie sie Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb für die „wahre Gemeinschaft“ forderte. Ein Beispiel von „Gemeinschaft“ finden wir in der vom ägyptischen, durch den in den USA lebenslang inhaftierten blinden Scheich Omar Abdel-Rahman (ʿUmar ʿAbd ar-Raḥmān) geistlich geleiteten, der Muslimbruderschaft entsprossenen al-Gama’at al-Islamiyya (Islamic Group, IG).(7) Eine weitere Dschamā’a ist die 1980 vom pakistanischen Scheich Mubarak Ali Gilani unter mehrheitlich afroamerikanischen Muslimen (Siedlung „Islamberg“ in Hancock, New York) gegründeten, in Pakistan mittlerweile verbotenen „Gemeinschaft der Verarmten“, der terrornahen Jamaat ul-Fuqra (JF).(8)

Ḥussain bin Ġannām († 1811) stammte aus der alten, neun Jahrhunderte früher von der schiitisch geprägten Sekte der Karmaten (Qarāmiṭa) beherrschten ostarabischen Oasensiedlung al-Aḥsāʾ (al-Ḥasā) und war einer der einflussreichsten Propagandisten der Ideen des im weitverzweigten arabischen Stamm der Banū Tamīmī(9) geborenen Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb. Dieser früheste Historiker der eigentlich nur von ihren Gegnern so genannten Wahhabiten schildert alle Ereignisse um den Puristen und Dogmatiker, als Augenzeuge lässt er seine als Tārīḫ Naǧd bekannt gewordene Chronik Rauḍat al-Afkār wal-Afhām fünf Jahre nach al-Wahhabs Tod enden, im Jahre 1797.

Chronist Bin Ġannām nennt, um wieder auf den eingangs erwähnten Begriff bāṭil zurückzukommen und das rigorose Islamdenken der Wahhabiten zu verstehen, die Feinde der Religion beim Namen Volk des Nichtigen (Ahl al-Bāṭil) oder Volk der Beigesellung (Ahl aš-Širk), dem er die von ihm oft schlicht „Gemeinschaft“ (Ǧamāʿa) genannten Gottesfürchtigen gegenüberstellt, das Volk des Eingottglaubens (Ahl at-Tauḥīd, Ahl at-Tauḥīd wal-Imān).

Deine Tauhidverhaftung ist von unschätzbarem, absolutem Wert:

KT. Wer auch immer mit Tauhid stirbt, der wird das Paradies betreten, wie auch immer seine Taten gewesen sein mögen.

Die sunnitische Fiqh-Elite, so stellt Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb im „Buch des Eingottglaubens“ (Kitāb at-Tauḥīd) fest, verdiene nach den von Allah selbst vorgegebenen Kriterien aus religiösen Gründen keinen Gehorsam:

37. Wer sich den ʿulamāʾ und den umarāʾ fügt, wenn sie verbieten, was Gott erlaubt hat, und wenn sie erlauben, was Gott verboten hat, der hat sie zu Herren [anderen als Gott, d. i. širk] genommen.

Schirk begeht jeder, der zur Bewertung einer Lebenslage oder Beurteilung einer Straftat etwas anderes als Koran und Hadith heranzieht, aber auch eine Furcht vor etwas anderem als Allah ist möglicherweise bereits Beigesellung, die Furcht vor Armut etwa, die in vorislamischer Zeit zur Tötung Neugeborener geführt hätte:

KT. Dass der Schirk die größte aller Sünden ist, und dass keine Tat von Allah angenommen wird, wenn in den Handlungen die Beigesellung eines Partners Allah gegenüber besteht.

Deine Existenzangst, morgen an Hunger zu sterben, zeigt deinen Mangel an Gottvertrauen (tawakkul).

Schwingt sich ein jeder Ulama, der etwas gestattet, was Mohammed untersagte oder wozu das vollkommene Wesen schwieg, oder der etwas verbietet, was Koran und Sunna nicht verbieten oder wozu sie schweigen, nicht gar zum Götzen auf?

Dem sei wie es wolle, gottesfürchtige Rebellion, frommen Ungehorsam kann und muss der Einzelne aus den Reihen der wahren Monotheisten, den bei Sure 37:137 aufgeschlagenen Koran in der erhobenen Hand, notfalls gegen hundert, gegen tausend Ulamas begehen, weiß Theologe bin Muḥammad ʿAbd al-Wahhāb:

37. [Selbst] der Einfache unter den al-muwaḥḥidūn (al-ʿāmmī min al-muwaḥḥidīn) behält [noch] die Oberhand über tausend der ʿulamāʾ dieser mušrikūn – so wie der Erhabene gesagt hat: ‚Unsere Heerschar wird über sie siegreich sein!‘ (37:137).

Die islamisch entscheidende Grenze zwischen Gläubigen und Ungläubigen verläuft vorrangig nicht zwischen Muslimen und Juden oder Muslimen und Christen, sondern zwischen den echten und den unechten Muslimen:

27, 28. Es ist unabdingbar notwendig, dass der tauḥīd mit dem Herzen (bil-qalb) vollzogen wird, das ist das Wissen (ʿilm), mit der Zunge (lisān), das ist das Wort (qaul) und durch die Tat (ʿamal), das ist die Durchsetzung von Geboten und Verboten. Wer irgendetwas davon nicht erfüllt, ist kein Muslim. …

Die Erforschung der mit dem tauḥīd verbundenen Fragestellungen ist für jeden Muslim verbindliche Pflicht (farḍ lāzim).

Bereits Ibn Taimīya differenzierte die islamische, die Annäherung an die Gottheit allein ermöglichende Praxis in Herzenswissen, Wort und Werk (qalb, lisān, qaul), ohne aber die Nichterfüllung einer dieser Dimensionen als Kriterium der Apostasie zu betrachten.

Dass tauḥīd dreierlei Einheit meint, die Unteilbarkeit Gottes (Allah), seines Gesetzes (Scharia) und seiner Gemeinde (Umma), ist, etwa mit Blick auf Pierre Vogel, nicht zu vergessen. Türkische Revivalisten aus dem Umfeld von Necmettin Erbakan verwenden zur Kennzeichnung der höllenwärts strebenden Lebensweise und Staatlichkeit das arabische nichtig (bāṭil) und warnen vor der Epoche des Wertlosen oder Periode der Verworfenheit (Batıl Düzen), gegen das die vor dem ewigen Feuer bewahrende, koranbasierte Lebensform und Justiz zu errichten ist, die ADİL DÜZEN.

Im Jahre 1744 schloss Muhammad ibn Saud (Muḥammad bin Saʿūd bin Muḥammad Āl Muqran, 1726–1765) in Diriyya (ad-Dirʿīya) ein Bündnis mit dem 41jährigen Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb‎: Ibn Saud versprach, in seinem künftigem Reich die wahhabitische Interpretation von Koran und Sunna als alleingültige durchzusetzen, ibn Abd al-Wahhab hingegen sicherte zu, den Herrschaftsanspruch des saudischen Königs religiös zu legitimieren.

Wahres Recht und politische Gerechtigkeit können im Islam nur von Koran und Sunna her abgeleitet werden. Die heilssichernde Identität zwischen Recht und Religion gilt es wiederherzustellen. Was die ungetreuen Ulama des Fiqh zerrissen haben, Justiz und Gotterkenntnis, muss wieder eins werden, auch die entartete hanbalitische Rechtsschule habe Praxis (maḏhab) und Geist des frommen Aḥmad bin Ḥanbal verraten und bedürfe einer Rückführung auf das hanbalitische Eigentliche.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb folgt bei diesem Aufruf zum Verweigern des persönlichen Rechtsgehorsams (taqlīd) der typisch islamischen Doppelgesichtigkeit des Grundsatzes Gutes gebieten, Schlechtes verbieten (al-amr bil-maʿrūf wan-nahy ʿani l-munkar, Koran 3:110) bzw. Muslimsolidarität bei Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen (al-walāʾ wal-barāʾa, gern begründet mit Koran 5:51) und aktiviert die Islampraxis der Dimensionen Wissen, Wort und Werk nicht nur auf Allahs Wohlgefallen hin, sondern auch zur Abwehr des mit Billigung des Schöpfers hier und heute sozial aktiven Teufels:

28. Es ist für jeden muslimischen Menschen Pflicht, sobald er den širk (Beigesellung) vorfindet oder auch denjenigen erkennt, der ihn begeht, ihn von ganzem Herzen zu verabscheuen (yubġiḍūh bi-qalbīh), sich mit seiner Zunge von ihm zu distanzieren (yaḫduluhū bil-lisānihi) und jeden zu verlassen, der den Missetäter mit Hand, Zunge oder mit dem Herzen nachfolgt.

Eine religiöse Kultur des Ekels ist zu etablieren. Die Nennmuslime und ihr teuflisches Tun in Stadt und Straßenzug identifizierend gilt es, das heranschleichende Heidentum abzuwehren sowie, falls zur Glaubensbewahrung notwendig, gleichsam eine lokale, zumindest aber mentale Hidschra (hiǧra, prophetische Auswanderung) vorzunehmen, um sehr rasch seine Stimme ertönen zu lassen und, wenn alles Ermahnen nichts hilft, Gewalt anzuwenden.

Vier Gruppen von Tauhidverweigerern gilt es, den kuffār zuzurechnen, wie Chronist Bin Ġannām uns das Wollen des Meisters berichtet:

29. Wer den Koran kennt, und trotzdem noch an Steine, Bäume und menschliche Wesen als an Teilhaber der Macht und Herrlichkeit Allahs glaubt,

wer die Beigesellung Frevel nennt, aber dennoch begeht, das ist schlimmer als das Tun der ersten Gruppe,

wer den tauḥīd praktiziert und den širk unterlässt und trotzdem den Beigeseller wertschätzt, auch der ist ein Ungläubiger (kāfir),

wer zwar tauḥīd praktiziert und širk unterlässt und auch niemanden liebt, der širk ausübt, aber in einer Stadt lebt, deren Bewohner dem tauḥīd feindselig gesonnen sind, und gleichwohl nicht aus dieser Stadt auswandern möchte, sondern die Anhänger des tauḥīd gemeinsam mit seinen Stadtbewohnern bekämpft und von seinem Vermögen dafür ausgibt, auch der ist ein Ungläubiger.

Wieder erleben wir den gespaltenen Kern des Islam: Eine solidarische Menschheit darf es nach Allahs Befehl nicht geben, jeder Muslim hat alle Sympathien den Rechtschaffenen, alle Antipathien den Tugendverweigerern zuzuordnen. Da ist es nur folgerichtig, dass ein noch so geringes Wohlwollen (ḥubb, wörtlich Liebe) für die mušrikūn den Schariapflichtigen ebenso zum kāfir werden lässt wie in Wort oder Tat geäußerte Missbilligung (karh) gegen die muwaḥḥidūn, die Bekenner der Einheit (von Gott, Gesetz und Gemeinde).

Flackernd erstrahlende Pax Islamica umgibt das Menschen sortierende, doppelte und gegenläufige Förderband männliche muslimischen Wohlverhaltens: Nach der die Menschen in Klassen unterschiedlichen Wertes einsperrenden Vorgabe „Lieben für Allah – Hassen für Allah“ ist der Nichtmuslim ebenso zu diskriminieren wie die unbotmäßige (freiheitlich-demokratisch lebende) muslimische Frau, die Sklavin des Mannes. Europas postsäkulare Wegbereiter des Islamischen Rechts wie Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler bezeichnen diesen Kulturrassismus tatsachenwidrig als „im Kern friedliche Religion.“

Neben dem Inder Šāh Walīyullāh ad-Dihlawī (1703-1762) und dem Jemeniten aš-Šaukānī (1759–1834) war Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb (1703-1792) einer der ganz großen Kritiker der Existenz von verschiedenen islamischen Rechtsschulen, womit er der Intention Hanbals (780-855) treu folgte. Wenn wir ʿAbd al-Wahhāb als einen der Wegbereiter des zeitgenössischen Salafismus ansehen, müssen wir den Puristen und Prediger also einerseits als islamisches Kind seiner Zeit verstehen, jedenfalls als ein Segment in einem Gefüge von islamischen „Reformern“ (Verweigerern von Wissenschaftlichkeit und Weltbürgerlichkeit), zum anderen ist festzustellen, dass weder ad-Dihlawī noch aš-Šaukānī oder ʿAbd al-Wahhāb den Islam falsch verstanden haben.

Zweieinhalb Jahrhunderte nach dem Wirken des frommen Predigers hat der Islamismus die Form einer globalen Bewegung angenommen, ihre einflussreichsten Strömungen sind Deobandis, Tablighis und Muslimbrüder.

Inzwischen nämlich versuchen Deobandis (um Gelehrte wie Mufti Muhammad Taqi Usmani, ein Hanafit und zeitweiliger Richter am pakistanischen Federal Shariat Court (FSC)), Tablighis (man vergleiche den biographisch ein wenig Cat Stevens ähnelnden Ex-Popmusiker Junaid Jamshed, Tablighi und jetzt Händler Islamischer Kleidung,(10)) und echte oder einstige Muslimbrüder (Starprediger ʿAmr Muḥammad Ḥalmī Ḫālid, der vom saudischen Dschidda aus tätige ägyptische Gründer der Bewegung der Lifemakers(11)) die Spezies der Muslime von den Standards des Rationalen und der gleichen Rechte für Ungläubige und Frauen fernzuhalten. Ihre engagierte Rückkehr zum originalen Islam, ihren Revivalismus führen sie berechtigt auf ʿAbd al-Wahhāb, Ibn Hanbal und natürlich auf Mohammed zurück.

Scheich (Šaiḫ) ʿAbd al-Wahhāb hatte bereits zu Lebzeiten Kritiker, gegen die ihn Chronist Ḥussain bin Ġannām engagiert in Schutz nahm. Der Historiograph des Wahhabismus rückte den zuweilen leidvollen Lebensweg des Meisters in die Nähe eines Glaubensmartyriums:

198. Was Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb an Prüfung und Heimsuchung erduldete, was ihm an Üblem von jenen widerfuhr, die den hohen Rang des Ansehens (rifʿat aš-šaʾn) und die feste Verwurzelung (al-qadam ar-rāsiḫa) in der Wissenschaft für sich in Anspruch nahmen, als sie schon längst in die fitna verfallen waren – dabei verfuhr er nur gemäß der Verfahrensweise Gottes (sunnat Allāh) [gegenüber den Frevlern].

Die meisten, die diese Sünde begingen, gestanden sich selbst gegenüber ein, dass das, was der Šaiḫ gebracht hatte, die Wahrheit (ḥaqq) und das Richtige (ṣāwab) war, und sie erkannten, dass dies der unverfälscht und reine tauḥīd war; trotzdem aber folgten sie ihren Führern und verschmähten die Rückkehr zur Wahrheit, weil sie fürchteten, ihr Rang würde ihnen verloren gehen und sie würden ihrer weltlichen Dinge und ihrer Führerposition (dunyāhum wa-riʾāsatuhum) beraubt.

Sicherlich hatten weder Propagandaminister bin Ġannām noch Meister bin ʿAbd al-Wahhāb al-Tamīmī den Koran falsch gedeutet. Die Bereitschaft der koranbasierten Frauenfeinde und Kulturrassisten, sich als Kämpfer gegen Falschheit, Geldgier und Korruption zu stilisieren, beeindruckt immer wieder. Die Herabsetzung des Dhimmi und der Muslima ist Nebensache, worum es geht:

KT. Vor der ewigen Verdammnis im Feuer sicher zu sein

In der großen wahhabitischen Chronik Rauḍat al-Afkār wal-Afhām, die Tārīḫ Naǧd genannt wird, Geschichte des Arabischen Hochlandes, weist Ḥussain bin Ġannām auf die zum rechtleitenden Wort werdende, Allahs ewigen Glanz ungetrübt in die Finsternisse der Gegenwart hinein tragende spirituelle Lampe:

199. Als das Licht der Wahrheit aus seiner Rede aufleuchtete und der deutliche Beweis offenkundig wurde und die Vorschriften Gottes (aḥkām Allāh), die Allah der Schöpfung insgesamt zur Pflicht gemacht hatte, zutage traten, da waren die Herzen eines Teils der Feinde des Wissens aus Furcht heftig erregt und strebten zu einer Veränderung der klaren Wahrheit durch Anstachelung der Leute, an Irrtum und Lüge festzuhalten.

Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb, der bereits als Neunjähriger nicht nur den Koran auswendig rezitieren konnte, sondern auch die sechs kanonischen Hadithsammlungen, wusste, dass die überall lauernden Teufel den Menschen zur Kriegsführung gegen Allahs Gesetz und Gesellschaft bevorzugt mit den Verlockungen des Erotischen motivieren, weswegen schariatisch unzulässiger Sex mit schwerster Strafe zu belegen ist und alles, was zu ihm ermutigt, wie öffentlicher Austausch von Zärtlichkeiten, zu verbieten ist:

KT: Das Verbot zur Begehung schändlicher Sünden wie Ehebruch, außerehelicher Geschlechtsverkehr und alles, was dazu führt (Flirten, Küsse, Umarmungen, sich mit einem Angehörigen des anderen Geschlechts verabreden)

Der strenge Hanbalit und spätere Hoftheologe, der sich anlässlich eines Studienaufenthaltes bei der lebenslustigen Bevölkerung von Basra als Prediger gegen Tabak und Tanz derartig unbeliebt machte, dass er aus der Stadt geworfen wurde, betont, dass Allah selbst in Sure 6:82 Širk und Ẓulm gleichsetzt:

KT. Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ẓulm [Ungerechtigkeit und damit Unrecht, d. h. Schirk] vermengen, sie sind es, die Sicherheit haben und rechtgeleitet werden.

Das mit muẓlim, dunkel, finster, ẓalām, Finsternis, und ẓallām, Unterdrücker, sprachverwandte Ẓulm definiert die menschliche Gattung der Verworfenen als aẓ-Ẓālimūn (disbelievers, polytheists, wrong-doers). Diese Frevler sind zum Zwecke der Verabreichung von Peitschenhieben oder Steinwürfen der Religionspolizei zu überreichen.

In diesen Jahren belieben Islamverharmloser, den echten brutalen Islam mit dem aus der Drucktechnik bzw. grafischen Kunst stammenden Wort holzschnittartig zu belegen, die „Islamisten“, so wird uns nahegelegt, würden dem an sich guten Islam ebenso Unrecht antun wie die gleichheitsfeministisch oder sonstwie universell-menschenrechtlich argumentierenden Islamkritiker. Selbst Alice Schwarzer wurde Opfer des Zauberspruchs vom Holzschnitt, als Annemarie Rösch am 26.10.2010 in der Badischen Zeitung zur Scharia schwieg und feministische edle Wilde aus dem Orient loslegen ließ:

Sie beklagen, dass europäische Frauenrechtlerinnen die muslimische Religion und Gesellschaft allzu holzschnittartig darstellen und mit dem Gestus früherer Kolonisatoren muslimische Frauen darüber belehren, wie Emanzipation auszusehen habe.(12)

Die gerade ihre eigene Steinigung erlebende Insassin des Teheraner Evin-Gefängnisses oder die ihre Hochzeitsnacht mit einem 20- oder 25jährigen Muslim verbringende, am Vortag durch Mufti Dschemali Metscho religiös verheiratete nordgriechische Elfjährige interessiert es nicht, ob ihr Gesicht der Weltöffentlichkeit in mehr oder weniger gelungener ästhetischer Umsetzung als Xylographie oder mit Nachbearbeitung per Weichzeichner erscheint oder aber Life und in Farbe.

Schariafreundin Rösch ist ungebremst islamoptimistisch:

Der Islam ist wandelbar. Und das bedeutet auch, es kann ein Islam entwickelt werden, der in ein säkularisiertes Europa passt.(13)

Phuhh, noch so ein Exemplar der Gattung Schariafreund.

Bereits am 12.06.2010 durfte die interviewführende Annemarie Rösch in der Badischen Zeitung pauschal jeden Islamkritiker in die Nähe von Volksverhetzern und mental erkrankten Phobikern rücken (Zwischen Polemik und Diplomatie – Islam-Angst in Europa), auch damals fiel kein Wort zur Frauenentwürdigung der Scharia. Rösch, Fachfrau für Islamfurcht in Europa, orakelt über irgendwie frauenfreundliche und demokratiefähige, in ihrem Leitartikel vom am 03.11.2010 leider namentlich ungenannt bleibende islamische Theologen („ihre Stimmen werden jedoch gerne überhört, weil die alten Feindbilder im Westen eine differenzierte Sicht auf den Islam verhindern“) und übernimmt schon mal die Moderation zu einem Vortrag zu Bibel und Koran.(14)

Die Gelegenheit, mit Patrick Bahners über Necla Kelek her zu ziehen, lässt sich die Publizistin der Badischen im März 2011 nicht entgehen:

Verärgert ist Bahners darüber, dass die Islamkritiker bei seriösen Politikern Gehör finden.(15)

Dem rezensierten Schariafreund („Bahners rät in diesem Zusammenhang, man möge doch im Grundgesetz nachlesen. Dort nämlich wird freie Religionsausübung garantiert.“) mag man darlegen, dass das Verheiraten neunjähriger Mädchen durch den Wali Mudschbir oder das richterlich angeordnete Abhacken von Händen und Köpfen zwar praktizierte islamische Religion ist, aber hierzulande nicht ausgeübt werden darf (GG Art. 1 (1), Art. (2)).

Den vorläufigen Gipfel der Erhöhung von Schariarecht und islamischer Gegenmoderne erklomm die Kritikerin an Schwarzer und Kelek in ihrer Hommage an Aiman Mazyek:(16)

Beim früheren Vorsitzenden des Zentralrats, Nadeem Elyas, absolvierte er Islamstudien. Mazyek, der Sohn einer Freiburgerin und eines Syrers, steht für einen liberal-konservativen Islam.

Nanu, ist der Gynäkologe aus Eschweiler, der seine Doktorarbeit nicht finden kann, jetzt sogar zu einer höchsten schariawissenschaftlichen Instanz aufgestiegen?

Dem zweiten Herrscher der Āl Saʿūd war es 1773 gelungen, das Emirat von Riad zu erobern, das sich 27 Jahre lang gegen die saudischen Invasoren gewehrt hatte. Um die Stadt Taif (aṭ-Ṭāʾif) und, 1806, das islamische Zentralheiligtum Mekka zu erobern, brach ʿAbd al-ʿAzīz bin Muḥammad bin Saʿūd im Jahre 1801 den mit Ghaleb, dem Großscherifen von Mekka geschlossenen Friedensvertrag. Seit 1517 waren die türkischen Osmanen die offiziellen Herren der Stadt gewesen, deren Regentschaft erst vier Jahrhunderte später, 1916 offiziell beendet werden sollte, wenige Jahre vor der Abschaffung des Kalifats am 03.03.1924. Haschemit Ghaleb hatte sich das von 1788 bis 1813 von ihm ausgeübte Scherifat widerrechtlich angeeignet, das eigentlich seinem älteren Bruder Abd al-Muin zustand.

In den folgenden Jahrzehnten wurden immer einige Haschemiten als Geiseln am Istanbuler Sultanspalast gehalten, auch der zwischen 1916 und 1925 als König des Hedschas regierende Ḥusain bin ʿAlī war menschlicher Faustpfand des Sultans gewesen, bis er im Jahre 1908 vom Sultan als Großscherif für Mekka eingesetzt wurde. Das von Modernisierungsdiktator Atatürk und seinen Mitstreitern angeordnete Verbot des Kalifats wollte Ḥusain bin ʿAlī nicht akzeptieren und rief sich, wenig folgenreich, selbst zum Kalifen aus, was die Beduinenkrieger der Iḫwān, wörtlich Bruderschaft, als ketzerische Handlung bewerteten. Kalif Ḥusain bin ʿAlī musste etwa ein Jahr darauf vor diesen Beduinenkriegern aus dem Hedschas fliehen. Dem als Dschihad der Wahhabiten bekannten Eroberungsfeldzug der Iḫwān fiel ein Teil der Bevölkerung von Taif zum Opfer, die bewaffneten Kamelreiter betrachteten alle Nichtwahhabiten als Nichtmuslime und warfen den Saudis vor, die gotteslästerliche Technologie der Moderne zu nutzen: Automobile und Telegraphenstationen.(17)

Die zwischen 1911 und 1929 bestehende Religionsmiliz, die dem Herrscherhaus der Saʿūd um 1925 die bis heute ausgeübte Macht endgültig eroberte, wurde, nachdem sie Kaufleute überfiel und gegen einen zwischen dem Königshaus und dem Irak vereinbarten Friedensvertrag verstieß, für die Saudis selbst zum Problem und „musste“ ab 1929 niedergeschlagen werden, Hunderte von Angehörigen der Bruderschaft wurden getötet oder verdursteten in der Wüste.

Stammesangehöriger und direkter Nachkomme des Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb ist der amtierende saudi-arabische Großmufti ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šayḫ, dessen Amtsvorgänger ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbd Allāh bin Bāz (1910-1999) war, einer der wichtigsten der unter Salafisten verehrten Theologen.

Weil die Scharia der Frau keine Ungerechtigkeit bereitet, billigt Scheich Āl aš-Šayḫ die religiöse Verheiratung kleiner Mädchen, was, wie alles andere Tun und Lassen der so genannten Wahhabiten, fürwahr keine Neuerung (bidʿa) ist, sondern der echte, alte Islam.

Scheich Aal asch-Scheich stellt den Willen der Gottheit fest:

Unsere Mütter und Großmütter heirateten, als sie gerade zwölf Jahre alt waren … uns muss doch klar sein, dass das Islamische Gesetz der Frau keine Ungerechtigkeit auferlegt. Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12 … we should know that Islamic law has not brought injustice to women.(18)

Der oberste Mufti und stellvertretende Justizminister irrt sich nicht und könnte sich auf seinen direkten Vorfahren Muḥammad bin ʿAbd al-Wahhāb berufen:

KT. Dann nennt Allah die Rechte der Bezugspersonen [des Gläubigen] wie die seiner Frau, des reisenden Gefährten usw. … Die Anleitung zum Erfolg kommt von Allah.

Das islamische weibliche Heiratsalter beträgt neun Jahre (Mondjahre), gegen die göttlichen Familiengesetze aufzubegehren oder gegen den elterlichen Willen, heißt, den Islam anzugreifen, wahhabitisch gesprochen:

KT. Die Pflicht, den Eltern gegenüber Ehre zu erweisen und ihnen zu gehorchen – so lange dieses Allah und seinem Propheten gegenüber keinen Ungehorsam darstellt … die rechtmäßige Verpflichtung zur Aufrechterhaltung der Familienbande …

Was für den in Griechenland legal arbeitenden Kinderverheirater Mufti Cemali Meço oder für den die Verheiratung neunjähriger Mädchen billigenden Missionar Pierre Vogel der von göttlicher Geradheit (istiqāma) gebahnte Weg ins Paradies ist, der sexuelle Verkehr und sofern bereits möglich die Schwängerung der zwölfjährigen oder zehnjährigen Ehefrau,(19) ist für Angehörige des säkularen Rechtsstaates, muslimisch erzogen oder nicht, Kindesmissbrauch und Straftat.

Nicht der aus Sicht der deutschen Schariafreunde und anderen Grundrechtsüberwinder als Handelspartner bestens geeigneten Saudi-Arabische Staat, nicht das Phantom namens Wahhabismus nämlich will die Entwürdigung der Frauen und Nichtmuslime, sondern der Koran, der Islam, weshalb der erwähnte Verfassungsrichter Bertrams das vorletzte Wort habe:

Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten.

Rheinland-Pfalz braucht endlich ein Gesetz zum Verbot des Lehrerinnenkopftuches in öffentlichen Schulen. Im nördlich angrenzenden, bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland ist der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Guntram Schneider („Wenn ein Kopftuch nicht aus politischen Gründen getragen wird, habe ich nichts dagegen“) daran zu hindern, das mühsam errungene Gesetz zum Verbot des im staatlichen Schuldienst islamischen Schleiers zu kippen.

Jacques Auvergne

(1) Muhammad b. ʿAbdalwahhāb, 1703-92, im Widerstreit: Untersuchungen zur Rekonstruktion der Frühgeschichte der Wahhābīya (Beirut 1993) Esther Perkes

Beiruter Texte und Studien, Bd. 56. Orient-Institut Beirut, Rue Hussein Beyhum, Zokak el-Blat, P.O.B. 11-2988, Beirut – Lebanon

http://www.orient-institut.org/Library/Files/Uploaded%20Files/BTS-List-August-2010.pdf

The Orient-Institut Beirut was established by Hans Robert Roemer in 1961, in a small apartment in Ras Beirut. Founded by the German Oriental Society (Deutsche Morgenländische Gesellschaft, or DMG), the insitute was funded by Germany’s Federal Ministry of Education and Research (Bundesministerium für Forschung und Technologie, or BMFT), along with various other charitable foundations, such as the Fritz Thyssen Foundation and the Volkswagen Foundation.

http://www.orient-institut.org/English/sub.aspx?pageid=436

Erika Glassen: In memoriam

HANS ROBERT ROEMER zum Gedenken

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4580/pdf/Glassen_In_memoriam_Hans_Robert_Roemer.pdf

(2) Kitābu t-Tauḥīd. Ins Deutsche von Abu Imran, Überarbeitung Farouk Abu Anas.

http://books.google.de/books?id=1ypl0X8n8jYC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Kitābu t-Tauḥīd. The Book of Tawheed, ins Englische von Sameh Strauch.

http://islamicweb.com/beliefs/creed/abdulwahab/

(3) Basmala, Bismillah

http://www.arabic-calligraphy.net/wp-content/uploads/2010/07/Basmala-the-Bismillah-phrase-Arabic-islamic-Calligraphy-5.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2c/Bismillah.svg

Türkisch mit den Zwölf Imamen gegen die batıl düzen. TEVHİD ist der Tauhid, Ahiret das Jenseits, şirk der Polytheismus. Türkisch-schiitische Nusairier.

http://www.yaglidereliyiz.net/?&Bid=207628

(4) Verfassungsrichter Michael Bertrams wies auf die Rechtskollision zwischen kulturrassistischem Islamischem Recht und AEMR-basiertem Recht hin.

Evangelischer Pressedienst:

epd. Bertrams sagte, der Staat dürfe nur mit solchen Religionsgemeinschaften kooperieren und nur diejenigen fördern, welche die Grundlagen der freiheitlichen Ordnung vorbehaltlos bejahten und stärkten. „Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“, sagte der Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberverwaltungsgerichts NRW. Das Beharren einer Frau auf dem Kopftuch schließe ihre Eignung für den Beruf der Lehrerin an einer staatlichen Schule aus.

http://www.epd.de/west/west_index_67813.html

pro. Christliches Medienmagazin, 04.09.2009

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(5) Der Geburtsort des geehrten Scheichs, al-’Uyaina im Wadi Hanifa, soll eine Solaranlage erhalten.

Nestled against the west wall of the Wadi Hanifa, 45 kilometers north of Riyadh (28 miles), the tiny villages of al-Jubaila and al-’Uyaina lie dreaming in the hot bright light of the Saudi Arabian sun, their 3,000 or so residents largely unaware that a new system of power generation is about to catapult them into the forefront of the solar age: a $16.5 million effort to provide the two villages with electricity through direct conversion of sunlight into electricity by using the world’s largest photovoltaic collector system.

http://www.saudiaramcoworld.com/issue/198105/saudi.arabia.and.solar.energy.a.special.section.htm

Al-Uyayna was the birthplace of Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Al-Uyayna is located inside the narrow, dry river-bed of Wadi Hanifa.

http://uyayna.co.tv/

An Muhammad ibn Abdul Wahhab und das Tal Wadi Hanifa denkt der Finanzfachmann und Regierungsangestellte im Ruhestand Waleemnur aus Selangor, Malaysia.

http://nosousraa.blogspot.com/

(6) Idschma, iǧmāʿ, Konsensus, mehrheitsfähiges Urteil der anerkanntesten islamischen Gelehrten, elitäre Übereinstimmung nach Maßgabe von Koran und Hadith. Der Idschmā‘ ist nach Koran und Sunna sowie mit dem Qiyās (Konsensus) die vierte Quelle der gelehrigen Rechtsfindung der islamischen Sakraljurisprudenz (Fiqh)

http://de.wikipedia.org/wiki/Idschm%C4%81%CA%BF

“the unanimous doctrine and opinion of the recognized religious authorities at any given time”.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ijma

(7) al-Dschama’a al-Islamiyya (Gama’at Islamiya), ermordete am 08.061992 Faradsch Fauda, einen gesellschaftskritischen ägyptischen Schriftsteller.

GlobalSecurity.org: Armed attacks against Egyptian security and other government officials, Coptic Christians, and Egyptian opponents of Islamic extremism. The group also has launched attacks on tourists in Egypt since 1992. Al-Gama’at claimed responsibility for the attempt in June 1995 to assassinate President Hosni Mubarak in Addis Ababa, Ethiopia.

http://www.globalsecurity.org/military/world/para/ig.htm

im Bild: Omar Abdel-Rahman (ʿUmar ʿAbd ar-Raḥmān)

http://www.algareda.com/wp-content/uploads/2011/04/915.jpg

Der Scheich beim Durchsetzen der Islamischen Ordnung

http://www.hanein.info/vb/imgcache/10/73447_hanein.info.jpg

(8) Scheich Gilani und die Jamaat ul-Fuqra (JF)

http://www.satp.org/satporgtp/countries/pakistan/terroristoutfits/jamaat-ul-fuqra.htm

Mubarak Ali Shah Gilani (Mubrik Ali Shah Jilani) is a Hanafi Sufi cleric from Pakistan and founder of the Muslims of the Americas organization. John J. Miller:

Al Fuqra — which means „the impoverished“ in Arabic — was founded in 1980 when Sheikh Mubarak Ali Gilani traveled from Pakistan to an African-American mosque in Brooklyn.

http://old.nationalreview.com/flashback/flashback-miller013102.shtml

19.02.2007, Douglas J. Hagmann:

http://homelandsecurityus.com/archives/1613

Welcome to Islamberg

http://homelandsecurityus.com/wp-content/uploads/2009/02/ibergwelcome.jpg

ebenfalls am 19.02.2007, Gates of Vienna:

http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/02/jamaat-ul-fuqra-in-georgia-from-air.html

Mit dem Scheich das innere Raubtier zum Leben erwecken: I will train you to be tigers and lions

http://barenakedislam.files.wordpress.com/2011/05/gillani-crusade1.jpg?w=493&h=573

(9) Banu Tamimi (Banu Tamim)

http://en.wikipedia.org/wiki/Banu_Tamim

(10) Junaid Jamshed

Dil Dil Pakistan. King of Pop (Vital Signs)

Junaid Jamshed, clothing store J.J or J., selling Khaadis (a form of Kurta-Shalwar). Junaid Jamshed’s out lets are not only present in the major cities of Pakistan like Lahore, Karachi. Islamabad but also in various other cities like Gujraat, Jehlam, Mir Pur Khas etc.

http://thepakistaniboutiques.com/junaid-jamshed/

http://www.phonebook.com.pk/dynamic/companydetail.aspx?comp_id=42480

(11) Was Amr Khaled , ein populärer Fernsehprediger zur Zukunft Europas denkt

World renowned Egyptian Islamic preacher Amr Khaled says Muslims will become the majority in Europe within 20 years. He explains that 30 million Muslims already in Europe are having many children, while the white indiginous population & other non Muslims are having much smaller families on average. Amr Khaled says Muslims only need another 10 years to be firmly established.

(12) Verteidigerin des Glaubens Annemarie Rösch (Holzschnittartiger als gewollt) am 26.10.2010 in der Badischen Zeitung

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/holzschnittartiger-als-gewollt–36969186.html

(13) Ähnliches gilt für die Neuzeit: In keinem der muslimisch geprägten Staaten ist die Scharia „das“ alleinige Gesetz. Wenn sie Eingang in Gesetzesbücher gefunden hat, so zumeist im Strafrecht oder im Familienrecht – und auch da nur in Auszügen und auch nicht in allen Ländern. … Der Islam ist wandelbar. Und das bedeutet auch, es kann ein Islam entwickelt werden, der in ein säkularisiertes Europa passt.

Badische Zeitung, 03.05.2005

http://www.europakolloquium.de/2005-05-03-badische-zeitung.htm

(14) Annemarie Rösch

http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/zwischen-polemik-und-diplomatie-islam-angst-in-europa–32140038.html

Fachfrau für Islamfurcht in Europa: Annemarie Rösch

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/islamfurcht-in-europa-alte-feindbilder–37315362.html

Ahmad Milad Karimi im Gespräch. Der Koran und die Bibel. Freiburg, Badische Zeitung Haus – Moderation: Annemarie Rösch, In Diskussion mit Prof. Dr. Bernhard Uhde, 10. Februar 2010, 20.00 Uhr

http://www.redworks.info/milad_karimi/?VORTR%C4GE

(15) Rösch, durchaus schariakundig lobt Islamverherrlicher Bahners. Badische Zeitung 03.03.2011, das Tagesdatum des Kalifatsunterganges schafft Optimismus.

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/streitschrift-wider-die-intoleranz–42075213.html

(16) Cheerleader Annemarie applaudiert dem Endspurt des Kalifats. Rösch: „Aiman Mazyek, der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, setzt sich für mehr Integration ein.“

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/im-visier-von-rechtsradikalen-und-islamisten–36055568.html

(17) By 1926 the Ikhwān were becoming uncontrollable. They attacked Ibn Saʿūd for introducing such innovations as telephones, automobiles, and the telegraph and for sending his son to a country of unbelievers (Egypt).

http://www.britannica.com/EBchecked/topic/282606/Ikhwan

(18) EXPRESS, Düsseldorf 12.06.2008. Barbara Kirchner:

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet (Anm.: kein altes Gesetz, sondern Allahs ewig junges islamisches Gesetz billigt die Kindbraut). Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

„Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund (Anm.: ja, der Islam ist skandalös). „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“ (Anm.: Warum stellt sich der Düsseldorfer Kinderschutzbund nicht eindeutig gegen die Scharia?)

Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern (Anm.: Nein, aus Allahgottes Sicht ist das kein Missbrauch, sondern Gebrauch von Kindern). 2005 stieß das Jugendamt erstmalig auf eine solche Zwangsheirat. Das Ehepaar erschien sogar mit übersetzter Heiratsurkunde bei der Behörde und wollte eine neue Steuerklasse beantragen.

Nach etlichen Überprüfungen landete der ungewöhnliche Fall beim Jugendamt. Die Familie des Mädchens zeigte sich einsichtig. Die Ehe wurde geschieden, das Mädchen nach Griechenland zurückgeschickt (Anm.: den originalen Islam ausweisen, ist das denn nicht Muslimfeindlichkeit, übler antimuslimischer Rassismus?). Dort will sie nun warten, bis sie über 14 Jahre alt ist (Anm.: in zehn bis zwölf Jahren kann sie ihre zehn bis zwölfjährige Tochter bei Mufti Metscho (Gümülcine Müftüsü Cemali Meço) religiös verheiraten lassen).

Seitdem achtet das Jugendamt verstärkt auf solche Fälle. Leiter Johannes Horn: „Wir gehen sensibel vor, machen den Leuten klar, dass eine sexuelle Beziehung verboten ist. Achten darauf, dass kein gemeinsamer Haushalt geführt wird.“ (Anm.: Wo bleibt der offene Protestbrief von Johannes Horn an die Athener Regierung, der die Abschaffung der Scharia im Familienrecht des EU-Mitgliedstaates fordert?).

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

(19) Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‘unfair’ to them.

http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Der türkische Schariati

Februar 10, 2011

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, http://www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, http://www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html