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Genital intakt, einsichtsfähig, verantwortungsbewusst und stolz: Keine Unterwanderung universeller Menschenrechte

Februar 6, 2015

اليوم العالمي لرفض ختان اﻹناث

al-yawm al-ʿālamī ar-rafaḍa ḫitān al-ināṯ

International Day of Zero Tolerance to Female Genital Mutilation

Nicht der eine oder andere Paragraph, der Internationale Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung ist geschlechtsneutral umzuformulieren

Seit 20 Jahren doziert eine amerikanische Völkerkundlerin über die angebliche Harmlosigkeit und die aus ihrer Sicht unbedingt bewahrenswerte Kultur und Würde der afrikanischen weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) auch vom Typ II, was Labienamputation bedeutet und Klitoridektomie sowieso. Das in Sippe und Volk hochgeschätzte Ritual weiterzutragen, sei Teil der universellen Menschenrechte. Zornig titelt ihr jüngster Text: WHY THE TERM FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM) IS ETHNOCENTRIC, RACIST AND SEXIST – LET’S GET RID OF IT!

Aus der gegenaufklärerischen Kampfschrift übersetzt und kommentiert Menschenrechtsuniversalist und Sozialarbeiter Edward von Roy, der eine weltweite Beibehaltung der Nulltoleranzpolitik sprich das der WHO-Klassifikation allein angemessene Verbot auch der islamischen sogenannten milden Sunna (khitan al-inath; sunat perempuan) sowie die grundgesetzlich gebotene Integration der Jungen und Männer in den bislang Frauen und Mädchen meinenden Aktionstag fordert, welcher seit 2003 an jedem 6. Februar begangen wird.

Dr. Fuambai Ahmadu findet es völlig in Ordnung, jeder einwilligenden Minderjährigen, ganz im Einklang mit der ihrer Meinung hoch zu achtenden afrikanischen Überlieferung von Patriarchat und Stamm, das Zentrum der genitalen Sensitivität zu amputieren, die Klitoris.

Schon die Erfindung des Begriffs weibliche Genitalverstümmelung habe tückisch auf nichts anders gezielt, als auf das Erschrecken der Leser oder Zuhörer (FGM is a word constructed for pure shock value). So wie die durchaus schädigende und traumatisierende Jungenbeschneidung richtigerweise überall akzeptiert würde, seien auch viele Formen der Mädchenbeschneidung kein menschenrechtliches Problem und weit außerhalb des Bereiches einer Verstümmelung (mutilation) zu verorten. Solange nur Wahlfreiheit und ausreichende Hygiene gegeben seien, müsse das Amputieren oder Teilamputieren der Klitoris bzw. zusätzlich der Labien endlich international akzeptiert werden (Female cutting … as long as there is choice, and health safety in Female cutting … the options available [form] a wide range of cutting practices which do not come near to mutilation).

Dass die Mädchenbeschneidung nicht nur patriarchalisch, afrikanisch und stammeskulturell, sondern zusätzlich authentisch hochreligiös, nämlich islamisch ist, verschweigt die Sozialanthropologin (Doktorarbeit: Cutting the Anthill, London 2005) systematisch, wenn sie uns nicht gezielt dahingehend belügt, der Islam fordere, kenne und dulde keine FGM (Note: Islam forbids FGM, yet despite absolutely no connection to the religion some still associate it with).[1]

Wenn wir beispielsweise die FGM-Typen I und IV nicht länger als Verstümmelung definieren, dann verstümmelt der Islam tatsächlich nicht, sondern beschneidet oder reinigt die Mädchen. Wir sollten allerdings der WHO zustimmen, die jede medizinisch unnötige Genitaloperation als Genitalverstümmelung definiert. Die Klassifikation der Verstümmelungstypen (FGM Typ I, II, III, IV) ist beizubehalten, alle Formen der FGM sind zu kriminalisieren. Nur so sind universelle Menschenrechte zu gewährleisten.

Allahgottes Wollen ist folgendermaßen und sein Sprecher sagte zur muqaṭṭiʿa al-buẓūr (cutter of clitorises) Umm ʿAṭiyya:

أشمِّي ولا تنهَكي

ašimmī wa-lā tanhakī

[Cut] slightly and do not overdo it

[Schneide] leicht und übertreibe nicht

Oder Mohammed verkündete den Willen des Himmels so:

اختفضن ولا تنهكن

iḫtafiḍna wa-lā tanhikna

Cut [slightly] without exaggeration

Schneide [leicht] und ohne Übertreibung

Was nach Meinung nahezu aller schafiitischen Ulama, auch wenn uns der indonesische MUI gerade zwecks globaler Legalisierung der khitan al-inath (sunat perempuan) ein bisschen belügt, für jeden pflichtgetreuen muslimischen Endanwender unter den Schafiiten bedeutet, dass religionsrechtlich verpflichtend (wāǧib, wadschib) alle Jungen und Mädchen zu beschneiden sind:

Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab. Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī. Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

Völkerkundlerin Ahmadu versucht, sich mit dem besten vorhandenen Argument abzusichern. Das Herausschneiden der Klitoris sei gerade Bestandteil der am 10. Dezember 1948 festgestellten allgemeinen Menschenrechte (AEMR). Wer hingegen die FGM Typ Ib (teilweises oder vollständiges Amputieren der Klitoris) oder Typ II (teilweises oder vollständige Amputation der Labien und zusätzliches teilweises oder vollständiges der Klitoris) weiterhin strafbar gestellt wissen möchte, so die US-Amerikanerin weiter, verstoße vielmehr gerade gegen diese auch aus unserer Sicht schützenswerten Menschenrechte.

Nein Frau Ahmadu, völlig altersentsprechend kann die (oder der) Minderjährige die sensitiven, sexuellen und partnerschaftlichen Folgen des Eingriffs noch gar nicht abschätzen, schon deshalb gibt es kein universelles Menschenrecht auf teilweises oder gänzliches Herausschneiden der Klitoris eines Mädchens (oder Wegschneiden der Vorhaut eines Jungen) unter achtzehn Jahren.

Die Begleiterin von Studentin „Fuambai“ (ist der Vorname eigentlich Ortho- oder Pseudonym?) auf der aufregenden Iniatiationsreise, ihre kleine Schwester „Sunju“, war erst acht Jahre alt, wie Michelle Goldberg (Rights Versus Rites, in: The American Prospect 17.04.2009) berichtet (When her family decided to bring her and her 8-year-old sister to be initiated in their ancestral village, she went willingly). Das von der heutigen Filmemacherin Ahmadu als Vorname verwendete Sunju mag sich auf Sunju-u bzw. Swoo-yu-u beziehen, das animistisch gepägte Konzept der Kono zur kräftegesteuerten Allverbundenheit jedes Wesens oder Objektes, und könnte als Künstlername ebenfalls folklorisierende Konstruktion bzw. völkisch-reaktionärer Kitsch sein. Historisch stammen die sierra-leonischen Kono aus dem Gebiet der heutigen Grenze zwischen Mali und Guinea, in Timbuktu (Mali) bedeutet sunju Nabelschnur (umbilical cord). Die Vornamen Fuambai und Sunju scheint es in Sierra Leone nicht zu geben, eine einzige, mit Fatmata Barrie ja vielleicht verwandte oder identische Sunju Barrie war im Sommer 2014 Deputy Secretary General der authentisch afrikanisch tuenden, personell ausgesprochen überschaubaren Kono Union USA. Im März besetzte dieselbe Position noch Sunju Ahmadu (Sunju Kumba Ahmadu, Kumba bedeutet zweitälteste Tochter), während ihre biologische Sia (älteste Schwester), also Fuambai, per Facebook (Vote for Sia Campaign) ihre Wahl zur Präsidentin dieser KONUSA betrieb und, wundert uns das jetzt, diese bis November 2014 auch gewann. Im April 2012 findet Mr. Saa Kaimachiande (Kono Union USA vice president) die FGM ebenfalls einfach prima. An der Emory Universität durften Sunju und ihre große Schwester im selben Monat die FGM propagieren, Fuambai, fachlich-medizinisch eher unkundig, wurde dort als Beraterin für das Öffentliche Gesundheitswesen am Büro des sierra-leonischen Vizepräsidenten gehandelt (Public Health Advisor to the Vice President of Sierra Leone), was sie uns auf ihrer persönlichen Homepage noch ungehemmter medizinisch ausmalt: „Gesundheitsberaterin des Vizepräsidenten“ (health advisor at the Office of the Vice President in Freetown).

Neben der Klitorisspitze (Glans clitoridis) wurden, wie bei den zur Obergruppe der Mande (Mandé peoples; Langues mandées) gehörenden Kono üblich, Klitorisvorhaut und Kleine Schamlippen amputiert (Typically in Sierra Leone it involves excision of the external part of the clitoris, the glands and the hood, and excision of the labia minora). Die Achtjährige wurde also ebenfalls typisch westafrikanisch beschnitten, gleichzeitig mit der 21-jährigen Fuambai. Auch ein acht Jahre altes Mädchen sei alt genug einzuwilligen, soviel zu dem von Frau Ahmadu begeistert hochgehaltenen Thema Einwilligung (consent) ins rituelle Beschnittenwerden.

Fuambai Ahmadu geht es nicht um urige Folklore, sondern um eine veränderte internationale Rechtslage, offensichtlich soll sich endlich jede willige Achtjährige legal beschneiden lassen dürfen. Acht Jahre! Das aber ist sehr genau und vielleicht doch wohl wenig zufällig das Mündigkeitsalter (bulūġ; anglis. buluugh) für Mädchen im Islamischen Recht: neun Mondjahre sprich solar gerechnet 99 Tage weniger als neun Jahre, nämlich solare acht Jahre und achteinhalb Monate.

Nach Mohammeds unbegrenzt bis unbedingt nachzuahmendem Beispiel (Kindbraut Aischa), sprich nach der Scharia, bedeutet das, pubertär juristisch und sexuell mündig (bāliġ; baaligh) zu sein und ist gleichbedeutend mit körperlich reif, unbegrenzt rechtsfähig, heiratsfähig und zum Geschlechtsverkehr geeignet.

Fromm redet man beim neunjährigen Mädchen von Taklif, alt genug, die Bürde des Gesetzes zu tragen als die ganze Last der Pflichten nach Koran und Sunna (taklīf; anglis. takleef). Im derzeitigen Gottesstaat Iran gibt es dazu die Zeremonie ǧašn-e taklīf.[2]

Zero heißt im Englischen Null, zero tolerance also fordert die Nulltoleranzpolitik. Weil wir Kindern weder weh tun noch ihnen Angst vor bösen Geistern oder der Höllenstrafe machen dürfen, ist es zu begrüßen, dass man am heutigen 6. Februar 2015 zum zwölften Mal den International Day of Zero Tolerance for Female Genital Mutilation begeht, den Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM). Doch Gefahr ist im Verzug.

Zuerst mit Professor Karl-Peter Ringel und Rechtsassessorin Kathrin Meyer (2013), dann mit der Gutachterin auf dem Juristentag Tatjana Hörnle (2014) und nun offensichtlich sogar als höchstrangiger Familienrichter für England und Wales Sir James Munby (2015) macht man gerade den Weg frei zur Legalisierung von bestimmten, wie zufällig auch sehr islamischen Formen der FGM. Interessierte Kreise also möchten sich aus dem Standard zero tolerance herauswinden bzw. definieren den Verstümmelungsbegriff (mutilation) zur Stunde derartig kinderfeindlich und frauenfeindlich um, dass von der erhaltenswerten Einheit der durch die WHO aufgestellten Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung nur noch so unakzeptabel wenig übrigbleiben kann wie vom lebenslang verstümmelten weiblichen Geschlechtsorgan. Das Körperteil ist von uns dann allerdings nicht mehr als verstümmelt zu bezeichnen, sondern als verändert, nachgebessert, rituell gereinigt, veredelt, familialistisch integriert, islamisiert oder wie auch immer wir die genitale Perestroika dann noch nennen dürfen. Und nicht vergessen: “Das hat mit dem Islam nichts zu tun!” Die Geschlechtergleichheit in Bezug auf genitale Beschneidung, Gender equity in genital cutting (Richard Shweder), kann kommen.

Ob an Mädchen oder Jungen vorgenommen, beim Thema Genitalbeschneiden hört der Spaß bekanntlich auf, wissenschaftliche Tatsachen dürfen allerdings ebenfalls unter den Tisch fallen. Grausame damalige oder irgendwie drohende künftige Völkermorde werden in Erinnerung gerufen. Bundeskanzlerin Merkel warnte 2012 nur einmal kurz vor der „Komikernation“, und der Großteil von Journalismus und Medizinbetrieb sowie der ganze Bundestag kuschte. Nicht minder grundgesetzwidrig wollte eine kleinere Gruppe von Parlamentariern die Vierzehnjährigen in ihr genitales Verstümmeltwerden einwilligen lassen und hätte dasselbe, schließlich sind die Geschlechter gleich zu behandeln, eigentlich gleich auch mit für Deutschlands Mädchen fordern müssen.

Fazit: Man darf als Journalist, Politiker oder Sozialpädagoge nur ja niemanden beleidigen, schon gar keinen beschneidungsfreundlich argumentierenden Religiösen, die Intaktheit des Kindergenitals ist demgegenüber vernachlässigbar. Die in jeder Religion, beispielsweise im deutschen Judentum spätestens seit Abraham Geiger, Brief an Leopold Zunz, bzw. seit den Überlegungen des Frankfurter Reformvereins zu einer Abschaffung der Brit milah vorzufindenden Beschneidungsgegner gefährden heute angeblich das berüchtigte friedliche Zusammenleben der Religionsnationen und haben ebenfalls zu schweigen. Dass unsere Kinder ihre Kinder und dass unsere Enkelkinder wiederum ihre Kinder beschneiden dürfen und immer so weiter, sei nicht in Frage zu stellen. Warum dieses Beharren auf dem schier unsterblichen Einsatz der Beschneidungsmesser, beispielsweise auch im organisierten Islam? Ahmadus Eltern sind Kono, irgendwann sollte es ein sierra-leonisches Konovolk geben, dass trotz heiligem Maskentanz und stolzer Bundukultur die Jungen und Mädchen genital intakt lässt und ein identitätsbewusstes und religiöses deutsches Judentum, dass die Jungen eben bewusst nicht mehr beschneidet.

Die Fakten der lebenslangen sensitiven Schädigung sowie der etwa auch in den USA durchaus hohen, den Verlust des Genitals oder sogar den Kindstod einschließenden Komplikationsrate der MGM dürfen in der Presse nicht angesprochen werden, damit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeiten und Ausbildungsberuf als ritueller Jungenbeschneider oder demnächst wohl auch Mädchenbeschneider nichts im Wege steht. Völkerkundler bzw. Anthropologen erteilen der angeblich unbedingt beizubehaltenden MGM sowie der bitteschön zeitnah zu legalisierenden FGM ebenfalls ihren Segen, weiblich oder schwarz eignet sich zum Einlullen gut, beides, weiblich und schwarz, passt gleich ganz ausgezeichnet, die Bewerberin der FGM ist auch noch beschnitten, himmlisch.

Wer zu einer Nation, Ethnie oder Rasse der einstigen weißen Kolonialherren über Afrikas Erde gehört oder jedenfalls kein beschneidungskulturell sozialisierter Afrikaner ist, hat kein Recht, das altüberlieferte und schlicht frauenentwürdigende Brauchtum der genitaloperativen Initiation schwarzer Mädchen zu kritisieren, so meint es offensichtlich Fuambai Sia Ahmadu und setzt mit dieser Herangehensweise den alten Rassismus unter dem neuen Vorzeichen angeblicher individueller Freiwilligkeit bestens fort. Selbstbewusst bis selbstgefällig verbindet die aus dem Westen Afrikas, aus Sierra Leone (5.600.000 Einwohner) stammende US-amerikanische Völkerkundlerin, Sia bedeutet älteste Tochter (the first born girl among the Kono), ihr Schwarzsein untrennbar mit ihrem Beschnittensein.[3]

Zur Verteidigung ihrer Identität als eine keinesfalls genital verstümmelte Frau, das Wort Verstümmelung lehnt sie ab, sondern als weibliche Exzidierte trägt sie ihr nicht erarbeitetes, sondern ererbtes Merkmal schwarzer Hautfarbe überzogen selbstsicher mit sich herum, wer der schönen dunklen FGM-Freundin widerspricht, muss jetzt einfach ein ethisch verabscheuenswerter Rassist sein. Ahmadu gibt uns keine Erklärung für ihr Denken in Menschengruppen, in Gruppen unterhalb der gesamten Menschheit. Wozu, fragen wir uns, soll jemand, der es mit den allgemeinen Menschenrechten wirklich ernst meint, zwischen Weißen und Schwarzen unterscheiden, wenn nicht, um irgendwelche Sonderrechte durchzusetzen? Als Mann etwas gegen die FGM sagen geht wahrscheinlich sowieso nicht, die Einweihung in den Bundu umgeben schließlich hochheilige Frauengeheimnisse, Männer haltet euch da raus. Auch das ist archaisches Gruppendenken, die Spezies der Frauen sei aus irgendwelchen Gründen von den angeblich ganz anders gearteten Männern zu unterscheiden. Zum Zeitpunkt der durch ihre Familie beschlossenen Initiation im afrikanischen Heimatdorf war Ahmadu Studentin an der George Washington University und, wie sie im australischen Fernsehen erzählte, 21 Jahre alt, ihre kleine Schwester allerdings 13 Jahre jünger. Wir haben es ja bereits gelesen, her 8-year-old sister, die angeblich voll einsichtige und zustimmungsfähige Schwester war acht.[4]

Wer als Frau nicht beschnitten ist kann nicht erben oder heiraten und ist damit, wenn nicht existentiell so doch stammesgesetzlich, entwertet und künftig abstammungslinear ausgelöscht. Die (oder der) unbeschnittene Volksangehörige, so die wahrlich alternativlose weibliche (sowie ursprüngliche männliche) Beschneidungslogik, bleibe unbedingt gleichsam sozial verstümmelt, die Beschneidungsverweigerin muss verachtet und geächtet werden. Erst die genital verstümmelte Frau ist ins Konovolk sozial integriert.

Wie bei diesem viele Jahrhunderte alten, dem Individuum keinen Ausweg und keine Fluchtmöglichkeit gewährenden Gruppenzwang Frau Ahmadu dennoch von Einwilligung (consent) des Mädchens reden kann, ist nicht nachvollziehbar. Die Anthropologin betont ihre persönliche Freiwilligkeit des Beschnittenwerdens und schwärmt über eine angeblich unverändert hoch gebliebene persönliche Orgasmusfähigkeit (I was surprised to find out that there was absolutely no difference in terms of my sexual experience, sexual feeling, ability to achieve orgasm. There was absolutely no change at all). Das ist empathielos und blind gegenüber dem Leid jener vielen Frauen und Mädchen, die sich als Opfer der Zwangbeschneidung fühlen müssen. Den Jungen und Männern lässt Ahmadu ebenfalls keine Alternative, als das Beschnittenwerden zu erdulden und das männliche Verstümmelungsritual weiter zu tragen.

Viele Frauen leiden an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, engl. posttraumatic stress disorder, PTSD), haben Orgasmusschwierigkeiten oder wissen gar nicht, wie sich ein Orgasmus anfühlen könnte. Frauen oder Mädchen, die nicht mehr richtig urinieren können (Blasenentleerungsstörung Dysurie), die durch ihre missglückte Beschneidung verblutet oder anderweitig umgebracht worden sind oder die Jahre später, nämlich bei Geburt ihres Kindes, gestorben sind. Frauen, die heute noch leben, aber als Beschneidungsspätfolge nach rezidivierenden Harnwegsinfektionen an Entzündungen im Nierenbecken (Pyelonephritis) leiden oder die bei ihrer nächsten Geburt sterben werden. Das ist die Realität der FGM auch in Westafrika, auf die von Amerika aus die vermögende und wohlgenährte Fuambai Ahmadu ihren Lobgesang anstimmt. Jungen und Männer klagen über ähnlich hohe physische und psychische Beschwerden wie Mädchen und Frauen.

In Sierra Leone war um 2010 mehr als einer von fünf Menschen (21,7 %) mäßig oder ernsthaft untergewichtig, ernsthaft untergewichtig waren 8,3 % der Bevölkerung (UNICEF 2013). Laut Schätzungen dieses UN-Kinderhilfswerks leiden im westafrikanischen Land rund 300.000 Kinder an Unterernährung. Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) hungert ein Mensch, wenn er weniger zu essen hat, als er benötigt, um ein gesundheitlich akzeptables Körpergewicht zu halten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten; die Begriffe Hunger und Unterernährung werden synonym verwendet. Vor sechs Jahren (2009) waren 46 % der Bevölkerung Sierra Leones unterernährt, hatten also Hunger und Frau Fuambai Ahmadu will den dortigen Kindern, Mädchen und Jungen, zwecks stabiler sexueller Identitätsbildung und bewahrtem schwarzem Gruppenstolz Genitalgewebe amputieren lassen, in festlicher Atmosphäre versteht sich. Sexualangst und Sexualmagie bleiben attraktiv und der Glaubenskrieg für das Kinderbeschneiden sichert auch in den USA die Karriere, bleibt somit lukrativ.

Überall dort, wo das Genital nicht so sehr dem Einzelnen wie dessen Stamm gehört, wie das alternativlose Beschneidungsritual, das Zwangsbeschneiden, schließlich unzweideutig signalisiert, werden regelhaft auch die Ehen arrangiert, wie man das Zwangsverheiraten beschönigt, und sind Kinderheiraten üblich. 2002 bis 2012 heirateten in Sierra Leone 43,7 Prozent der Frauen oder vielmehr Mädchen bis zum Alter von maximal achtzehn Jahren; 17,7 % waren höchstens 15 Jahre alt. Genitalbeschneidung und Zwangsheirat bilden die Achsen des Koordinatensystems der Herrschaft der Männer über die Frauen und der Erwachsenen über die Kinder.

Mehr als 80 % der sierra-leonischen Jungen und Männer sind zirkumzidiert (WHO 2007), nach Williams, B G; et al. (2006) sind es 90 %. Auch die männliche Beschneidung, die männliche Genitalverstümmelung folgt voraufklärerischen, sexualmagischen Vorstellungen, schadet der Gesundheit und sexuellen Sensitivität und ist weltweit grundsätzlich zu überwinden. Fuambai Ahmadu hingegen muss die Zirkumzision beibehalten wollen, sonst kann sie die Mädchen nicht gleich behandeln sprich genitalverstümmeln. Ausgesprochen wenig wissenschaftlich begründet erleuchten die USA in diesen Jahren große Teile Afrikas mit einer Männer- und Jungenbeschneidungskampagne (VMMC, voluntary medical male circumcision). Vor AIDS / HIV aber schützt das Kondom und nicht die abgeschnittene Vorhaut und solange die Jungenbeschneidung geachtet bleibt, kann die Mädchenbeschneidung nicht geächtet werden.

Hinsichtlich der sensitiven Zerstörung entspricht die männliche Beschneidung (Xhosa-Tradition; islamische khitan / sünnet; jüdische Brit Milah, amerikanischer AAP-Standard) nicht einer Mädchenbeschneidung vom Typ Ia (Klitorisvorhautamputation), sondern einer FGM Typ Ib, also der teilweisen oder vollständigen Amputation der Klitoris. Volker Beck, Claudia Roth, Tom Koenigs und andere meinten 2012 allen Ernstes: „Die Weibliche Genitalverstümmelung dagegen ist eine schwere, nicht zu rechtfertigende Körperverletzung [und ist] mit der Beschneidung von Jungen nicht zu vergleichen und … daher in jedem Fall strafbar“. Unsere Politiker haben sich geirrt oder die Bevölkerung in Irre geführt.

Die abzuschaffende Verstümmelung von Kindergenitalien betreffend, sollten Gleichheitsfeministen, Aufklärungshumanisten und Menschenrechtsuniversalisten auch bereits aus Gründen der anatomischen Fakten nicht länger zwischen F und M, feminin (female) und maskulin (male), FGM und MGM differenzieren, sondern geschlechtsneutral die HGM bekämpfen, die menschliche (engl. human) Genitalverstümmelung. Um hingegen der deutschen Staatsdoktrin des ungebremsten Elternrechts auf Kinderbeschneidung (derzeit noch keine Mädchen, aber Ringel / Meyer und Hörnle arbeiten daran) zu entsprechen, hatten Renate Künast und Volker Beck bereits am 09.07.2012 in Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung mit heiligem Ernst verkünden dürfen: „Besonders wichtig ist es, in der Debatte zwischen der Beschneidung bei Jungen und Mädchen ganz grundsätzlich zu unterscheiden. Eine Beschneidung bei Jungen wird auch unabhängig von der Religion, zum Beispiel aus hygienischen und prophylaktischen Gründen durchgeführt. Sie hat praktisch keine beeinträchtigenden, wenn auch verändernde Folgen. Die Beschneidung von Mädchen hingegen hat tiefgreifende negative gesundheitliche Auswirkungen und zerstört die sexuelle Empfindungsfähigkeit der Frauen. Hier werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder ganz entfernt oder verstümmelt, sehr oft wird die Vaginalöffnung vernäht und damit verengt. Die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist eine schwere nicht zu rechtfertigende Körperverletzung, die keine Religion fordert. Sie ist mit der männlichen Beschneidung nicht zu vergleichen.“ Danke setzen, Großmäuligkeit sehr gut, Anatomie und Religion mangelhaft, Kinderrechte ungenügend.

Im politisch korrekten sprich die eigene Karriere begünstigenden Dunstkreis sogenannten Kritischen Weißseins (critical whiteness) argumentieren Postmodernisten wie Ahmadu bereits seit vielen Jahren FGM-freundlich. Die kulturelle Vormoderne von Kindbraut über Polygamie bis eben auch zur FGM wird verteidigt und, darum nur geht es, soll in unser Rechtssystem integriert werden. Das diskriminierende und insbesondere frauenfeindliche Islamische Recht (Scharia) wird dabei nahezu stets mit verteidigt, welches sich, doch wohl wenig zufällig, bekanntlich ebenfalls von Kindbraut über Polygamie bis zur FGM erstreckt.

Wer nur ausreichend schwarze Haut hat, kann zumal jeden hellhäutigen Gegner der Schleierpflicht, der Scharia oder eben der authentisch islamischen sowie zusätzlich echt afrikanischen weiblichen Genitalverstümmelung durch sein pures dunkelhäutiges Dasein zum Schweigen bringen, das jedenfalls scheint Dr. Ahmadu zu beantragen, die allen Ernstes das Recht des Volkes oder der Familie fordert, überall auf der Welt der Tochter die Klitoris herauszuschneiden. Wir sind schwarz, ihr Weißen dürft euch nicht in unsere inneren Angelegenheiten einmischen. Nach dieser Logik müssten heutige Nichthindus die Witwenverbrennung dulden und sogar begrüßen, Nichtchinesen auch heute noch das Einbinden der Füße bejubeln, hätten Nichtabendländer zur Hexenverbrennung schweigen müssen und Nichtdeutsche zum Nationalsozialismus … nein, äußere Einmischung ist dem stolzen Stamm oder Volk sehr wohl zuzumuten, auch dem Afrikanertum oder der muslimischen Weltgemeinde, der islamischen Umma.

Antrag also abgelehnt Frau Ahmadu, Ihre oder meine Abkunft oder Hautfarbe nämlich tut allgemein menschenrechtlich gerade gar nichts zur Sache! Das Problem ist nicht meine oder Ihre Abstammung Pigmentierung, sondern Ihre Propaganda zur globalen Staffreistellung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). Und die werden wir zu verhindern wissen.

Religiös betrachtet gelten die im Osten von Sierra Leone lebenden Kono heute als Muslime oder Christen, einige wenige sind auch noch stammeskulturell. Dass sich die angebliche Menschenrechtsuniversalistin Fuambai Ahmadu für das Wohlergehen der sicherlich auch im Kono District (350.000 Einwohner) anzutreffenden Islamkritiker und Ex-Muslime stark macht, ist uns bislang leider nicht bekannt geworden.

Nach ihrem selbstbewussten oder vielmehr rücksichtslosen Verständnis ist die Scharia Schöpfungsordnung sowie Gesellschafts- und Rechtsordnung, alles Nichtislamische hat ihr Platz zu machen, nicht lediglich im Wohlverhalten, sondern insbesondere auch im Recht. Auch in Sierra Leone ist die Scharia das allgemein menschenrechtliche und damit eben auch frauenrechtliche Problem Nummer Eins, zumal die Zahl der gläubigen oder gezwungenermaßen mitgerechneten Muslime im letzten halben Jahrhundert rasant angestiegen ist. Betrug der Anteil der sogenannten Muslime in Sierra Leone im Jahr 1960 noch 35 %, hat er sich mittlerweile auf 70 % genau verdoppelt. Der Lobgesang der Fuambai Ahmadu auf Schönheit und Würde der Amputation von Klitoriseichel und Labia minora weicht der traurigen Tatsache der islamischen Begründung der weiblichen Genitalverstümmelung aus, was sich angesichts von 70 % Muslimen in diesem westafrikanischen Staat nicht von selbst versteht.

Betrachten wir den kinderfeindlichen, hier insbesonders mädchenfeindlichen, körperlich lebenslang schädigenden und über mögliche Operationsfehler und Infektionsrisiken zusätzlich gesundheitlich unakzeptabel gefährliche Kampf der Kolonialismuskritikerin für eine straffreie FGM.

In einem ersten Schritt und bereits im Titel zielt Ahmadus Einsatz auf eine beschneidungsfreundliche Terminologie, die in Politik, Medien und Wissenschaft verwendete Sprache soll die grundsätzlich zerstörerischen Folgen der weiblichen und männlichen Genitalverstümmelung schönlügen.[5]

WARUM DER AUSDRUCK FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM) ETHNOZENTRISCH, RASSISTISCH UND SEXISTISCH IST UND WIR IHN LOSWERDEN MÜSSEN!

WHY THE TERM FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM) IS ETHNOCENTRIC, RACIST AND SEXIST – LET’S GET RID OF IT!

Die Lobbyisten des Jahrtausende alten Genitalamputierens versuchen es immer wieder. 1990, vor nun 25 Jahren, wurde der Terminus Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation) vom Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC) sinnvollerweise als Arbeitsbegriff für alle afrikanischen und internationalen Partnerkomitees akzeptiert.

Vor einem Jahrzehnt, 2005 und anlässlich seiner sechsten Generalversammlung beschloss das IAC in Mali die Erklärung von Bamako zur Begrifflichkeit der weiblichen Genitalverstümmelung. Die an der Bamako-Deklaration beteiligten Aktivisten kritisierten die sich intensivierende Tendenz verschiedener UN-Organisationen und außerafrikanischer (!) Lobbys (influenced by specific lobby groups largely based in western countries), das genitale Verstümmeln als Female Genital Cutting (FGC) oder Circumcision euphemistisch zu verharmlosen und bekräftigten die Forderung, den Begriff Female Genital Mutilation (FGM) beizubehalten (These changes trivialize the nature of female genital mutilation and the suffering of African women and girls … they override the consensus reached by African women in the front line of the campaign as well as the … millions of African girls and women who suffer in silence).

Schon 1991 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Vereinten Nationen, den Begriff Female Genital Mutilation (FGM) zu verwenden, denn nur das beständige Sprechen und Schreiben über Verstümmelung (mutilation) wird der Tatsache gerecht, dass die Praxis eine Verletzung die Rechte von Mädchen und Frauen darstellt. Nur so werden die Abschaffungsbestrebungen auf nationaler und internationaler Ebene angemessen unterstützt.

In Bezug auf die Korrektheit der Nennung wissenschaftlicher Fakten und die Nachvollziehbarkeit der in den Raum gestellten Schlussfolgerungen ist Herkunft, Abstammung oder Geschlecht des Dozenten ausgesprochen unerheblich und die Beschaffenheit des dem Auditorium zur Stunde wahrscheinlich unsichtbaren Geschlechtsorgans nicht minder. Fuambai Ahmadu jedoch legt bei ihrem Kreuzzug für das Mädchenbeschneiden mit vollem Körpereinsatz los:

Als Wissenschaftlerin und feministische Aktivistin, der es vergönnt ist, eine stolze und beschnittene afrikanische Frau zu sein, …

Ach wie kulturflexibel, ganz die moderne Hochschuldozentin und zugleich getreue Hüterin uralter afrikanischer Riten der Einweihung:

Meine Unterstützung für die Rechte von Frauen und Mädchen, die sich dazu entscheiden, unsere altererbte Tradition der weiblichen Beschneidung aufrecht zu erhalten (denn das ist der Begriff, den die meisten von uns aufgrund der Parallele mit der männlichen Beschneidung bevorzugen, was ja auch in Bezug auf unseren kulturellen Bezugsrahmen von Gender-Gleichheit ganz wichtig ist)

Geschickt gemacht, die weißen Gutmenschen im Saal sind gerührt über diesen afrikanischen Wunsch nach Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen, wie schön, endlich dürfen die Mädchen auch. Die echte Antwort auf die Frage, warum das Geschlechtsorgan eines Mädchens oder Jungen eigentlich überhaupt beschnitten werden soll, bleibt uns die Anthropologin allerdings schuldig. Nein, auch die Jungenbeschneidung schadet der Gesundheit und Sexualität und ist weltweit zu überwinden.

Ahmadu tut so, als ob sich das weibliche Individuum für oder gegen das Beschnittenwerden entscheiden könne. Das ist einfach nicht der Fall, wie etwa aus Kenia berichtet wird. Dort wird das Mädchen, das die Beschneidung verweigert, mit üblen Schimpfnamen blamiert und gequält. Die schon beschnittenen Mädchen halten sich von ihr fern, sie wird keine sozial geachtete Position einnehmen können und nie als Frau, sondern als Kind gelten. Die kenianische Abgeordnete Linah Kilimo, inzwischen eine erfolgreiche Aktivistin gegen die FGM, musste Anfeindungen erdulden, weil sie nicht beschnitten ist – ihre politischen Gegner stellten die grundsätzliche Wählbarkeit einer Unbeschnittenen in Frage.[6]

In Sierra Leone, wo 90 % aller Frauen genitalverstümmelt sind, muss in den meisten Landesteilen jede Frau Initiierte sein, nach Beschneidung aufgenommen in den Bundu (auch Bondo), den Geheimbund der Frauen (der entsprechende Männerbund heißt Poro). Eine Unbeschnittene, deren richtiger Name nicht genannt werden kann, wollte Politikerin werden und hatte dazu erst einmal in den Bundu initiiert zu werden. Offenbar hielt sie dem gesellschaftlichen Druck nicht stand und ließ sich beschneiden sprich genital verstümmeln. Jede Nichtinitiierte (a non-initiate) nämlich wird dort ausgelacht und als unreine Person sowie als promiskuitiv beschimpft.[7]

Wo eine Präsidentengattin FGM-Riten für 1.500 Mädchen finanziert, damit der Ehemann die Wahl gewinnt, ist der Kampf gegen das Ritual lebensgefährlich. Female circumcision is a vote winner. Die mutige FGM-Gegnerin Olayinka Koso-Thomas weiß wie es ist, wenn protestierende, wütende FGM-Freunde ihre Klinik stürmen und hat gelernt, mit Todesdrohungen zu leben.[8]

Die hippe, in der Freiheit der Vereinigten Staaten lebende Fuambai Ahmadu hingegen will die afrikanischen Mädchen keinen Ausweg bietende Verstümmelungspraxis in die Zukunft führen, offensichtlich auch in die US-amerikanische Zukunft:

[so möchte ich] andere beschnittene Frauen und Mädchen stark machen, die ja ebenfalls den Terminus Female Genital Mutilation (FGM) zurückweisen.

Damit der europäisch-amerikanische weiße Ethnozentrismus überwunden wird, darf die FGM selbstverständlich nur noch Beschneidung genannt werden, und wer sich der FGM pardon Mädchenbeschneidung entgegenstellt, so suggeriert die Ethnologin, der ist als Afrikaner jämmerlich schwach, befindet sich noch gänzlich in der Opferrolle der weißen Kolonialherrschaft, dem mangelt es an schwarzem Selbstbewusstsein.

Offen die weibliche Zwangbeschneidung zu bewerben, verkauft sich in Amerika nicht so gut, dort liebt man schließlich die Freiheit. Irgendwie soll man als Mädchen daher zu Beschneiderin und Beschneidungsmesser sorglos Nein sagen können. Afrikas Frauen haben Wahlfreiheit, so lautet die verlogen tatsachenferne Parole, African Women Are Free to Choose, respektheischend abgekürzt mit AWA-FC.

Vor einem Jahr schrieb man an Präsidenten Boroma, beklagte den Rassismus, der darin liege, die edle weibliche Beschneidung so grausam weibliche Genitalverstümmelung zu nennen und forderte für Politik und Presse einen landesweiten Verzicht auf den Terminus FGM. In Gänze würde der Brief zum achten März als dem Welfrauentag des Jahres 2014 veröffentlicht werden, Unterschrift, wir haben es geahnt, Fuambai Ahmadu.[9]

Weiter im Text:

Zusätzlich habe ich mit anderen Frauen zusammengearbeitet, um African Women are Free to Choose (AWA-FC) zu gründen. AWA-FC ist eine Bewegung, die jene ethnozentrischen, rassistischen und sexistischen Sinndeutungen aufdeckt und angreift, die dem Begriff von der FGM zugrunde liegen und die für das gleiche Menschenrecht auf Gleichheit, Würde und Selbstbestimmung für beschnittene Frauen und Mädchen kämpft, wie sie auch jeder andere Mensch auf der Welt hat. Genau hier setzt mein Kampf für eine Nulltoleranzpolitik an: zero tolerance für den Begriff FGM.

Ahmadus platt reziprokes Hauptargument zur globalen Straffreistellung des Mädchenbeschneidens ist ein sinngemäßes patziges: „Ihr weißen Amerikaner und Europäer macht das ja auch, ihr beschneidet eure Frauen und Mädchen, einige davon erst zehn oder elf jahre alt, ästhetisch motiviert mit allen möglichen Labienoperationen, Klitorisverkürzungen, Klitorisvorhautentfernungen oder Vaginalverjüngungen. Damit betreibt ihr Anhänger einer afrikanerfeindlichen Doppelmoral genau das, was die WHO als FGM definiert, das Entfernen von Gewebe aus nichtmedizinischen Gründen.“

Um eindrucksvoller auf das Objekt der europäisch-amerikanischen weiblichen Beschneidung zeigen zu können, prägt unsere Missionarin für das Bewahren des Klitorisabschneidens einen fachlich klingenden Terminus mitsamt Kürzel: Female Genital Cosmetic Surgery (FGCS). „Uns schwarzen Frauen die FGC“, so dürfen wir es der Völkerkundlerin in den Mund legen, „euch Weißen die FGCS. So gebt es nur zu, einträchtig beschneiden Afrika und Amerika die Frauen und Mädchen Tag für Tag. Was soll dieser rassistische Kampf gegen unsere, eine feminine Identität schaffende afrikanische Umgestaltung des Genitals, ihr weißen Frauen seid doch sexuell verunsichert. Alle eure Anti-FGM-Kampagnen sind blanker Rassismus und Ethnozentrisus.“

Man sollte meinen, dass derjenige begründungspflichtig ist, der einem Kind morgen, übermorgen oder nächstes Jahr etwas oder auch viel Genitalgewebe amputieren will. Auf das angebliche amerikanisch-europäische Mädchenbeschneiden zu verweisen, ist eigentlich kein Argument und zudem an Zynismus nicht zu überbieten – „weil eure Kinder leiden, dürfen unsere schwarzen Mädchen das auch.“ Geschickt bringt Fuambai Ahmadu die psychische und identitätsbildende Ebene blutiger Pubertätsriten ein, der erlittene Schmerz sei gewissermaßen als eine mentale und soziale Wohltat zu deuten und begünstige Persönlichkeitsreifung und erhebendes Gruppengefühl. Wer allerdings nüchtern von Narbenbildung, Anorgasmie, Fisteln, Inkontinenz und von verstorbenen Mädchen (und Jungen) hört, stellt sich hoffentlich gegen jede FGM (und MGM).

Das aber bedeutet, dass gegenwärtig die weiße FGCS einfach perfekt legal ist, auch wenn einige Menschen ihre ethischen Grundlagen in Frage stellen, während die FGM verdammt wird und es weltweite Kampagnen gibt, die betroffenen Communities zu kriminalisieren. … Doch ebenso, wie sich weiße Frauen und Mädchen für die FGCS entscheiden, betrachten die meisten von uns afrikanischen Frauen und Mädchen unsere traditionellen Genitaloperationen als ästhetische Verbesserungen und nicht als Verletzung.

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, die alten afrikanischen Beschneidungen dienten nicht der Selbstverwirklichung eines Individuums, sondern der Besänftigung der launischen Götter und der Abwehr der bösen Geister und der Keuschheit und Treue der Ehefrau. Bis heute exkludiert die Verweigerung der FGM in vielen Gegenden der Welt von einem ehrbaren Status.

Auch die heutige islamische Jungen- und Mädchenbeschneidung ist Teil der allumfassenden Scharia, welche Schöpfungsodnung und Gesellschaftssystem ist. Wer seinen Sohn und, als Schafiit sowie oft auch als Hanbalit, seine Tochter nicht beschneidet, so dürfen wir aus Hadith und Fatwa folgern, verfehlt ein gelingendes Leben sprich gelangt hochwahrscheinlich nicht zu Allahgott ins Paradies. Ewiges Höllenfeuer aber ist kein schöner Aufenthalt, also trage jede Frau ihren Hidschab und beschneide der Vater sein Kind. Warum nur beschweigt die angebliche Menschenrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Fuambai Ahmadu den frauenfeindlichen und Andersgläubige diskriminierenden sogenannten islamischen Fundamentalismus, den echten alten Islam?

Huch wie befremdend für uns Afrikaner, was machen diese wilden Weiber aus dem Volk der Weißen denn da mit ihrem Geschlechtsteil, aber seien wir tolerant:

Wir alle wissen doch, dass weiße Frauen und Mädchen eine Genitaloperation frei auswählen, um Erscheinungsbild und Struktur ihrer Genitalien zu verbessern (white women and girls freely choose genital surgeries to improve the appearance and structure of their external genitalia). Damit aber gibt es erst einmal keinen Anlass dazu, umstandslos zu folgern, dass afrikanische Frauen und Mädchen in stärkerem Maße manipuliert oder gezwungen wären als weiße Mädchen und Frauen …, es sei denn, das stimmt allerdings, dass es in Wirklichkeit um Rasse und Ethnizität geht.

Nein das geht es eben gerade nicht, noch die urigsten unter den Weißen dürfen keine Moorleichen produzieren oder Hexen verbrennen und die Schwarzen können sich ebenso wenig auf ein ewig unveränderliches oder schwarze Identität allein herstellendes FGM-Ritual berufen. Hoffentlich ist die weiße Sucht nach operativer Umgestaltung des Geschlechtsteils in der Realität nicht ganz so hoch, wie die Ethnologin unterstellt.

Merkwürdig bleibt, dass es Ahmadu nicht einfällt, gegen den außerafrikanischen, doch wohl patriarchal motivierten Schönheitswahn zu protestieren. Sollen beide, Schwarze wie Weiße, denn auf alle Zeit zum Lernen unfähig sein? Dürfen schmerzhafte, schädigende und gefährliche afrikanische Rituale denn auf keinen Fall durch ein eher spirituelles und auf jeden Fall unblutiges Ritual ersetzt werden? Was die zwar eilig nutzbar gemachten und dabei in der Sache leider keineswegs angeprangerten, dafür westlich oder weiß genannten Schönheitsoperationen betrifft: Könnten nicht Kunstfehler wie Taubheit, Infektionen oder schlimme Narben die Operationsfolge sein, wo aber bleibt da Schwester Fuambais Solidarität mit ihren weißen Schwestern?

Wie hoch auch immer der nordamerikanische oder europäische Gruppendruck zu weiblicher genitaler Perfektion inzwischen ist, im Dezember 2011 riefen Engländerinnen dazu auf, sich nicht nur mit femininem Schamhaar, sondern mit der ganzen natürlichen Vielfalt weiblicher Geschlechtsorgane anzufreunden und eine Schamlippenkorrektur (Labioplastik) oder Scheidenverjüngung (Vaginalstraffung) tunlichst zu vermeiden. Bravo, das ist genitale Autonomie! The Muff March against ‚designer vagina‘ surgery.[10]

Jetzt wird die Mädchenbeschneidungsfreundin laut:

Aus all diesen Gründen ergibt sich: FGM bezieht sich nur auf afrikanische oder nichtweiße Mädchen und Frauen und kriminalisiert diese, wobei gleichzeitig die FGCS für weiße Frauen und Mädchen doch sehr vergleichbare Praktiken legitimiert – die Anti-FGM-Kampagnen sind rassistisch und ethnozentrisch (anti-FGM campaigns are racist and ethnocentric).

Die Kinderbeschneider, Kind ist Mensch unter achtzehn Jahren, müssen hinter Gitter, insofern kriminalisieren wir die Planer und Täter der FGM und MGM – und nicht die Opfer! – tatsächlich. Ansonsten enthält Ahmadus Getöse reichlich Unsinn, denn der Zugang zur amerikanischen oder europäischen Schönheitsoperation steht ja grundsätzlich jedem offen, unabhängig von der Hautfarbe. Ob WASP oder Afroamerikanerin, jede Frau darf sich, sofern zahlungskräftig, eine Designer-Vagina zulegen und sich so dem patriarchal dominierten Schönheitsterror unterwerfen. Der Schönheitschirurg ist ja gerade kein Rassist, sondern will die Kasse klingeln hören.

Ahmadu spricht ein wahres Wort:

Auch der Sexismus der FGM ist doch völlig offensichtlich. Genitalbeschneidungen an Männern und Jungen sind überall erlaubt und keine Regierung oder Behörde nennt sie offiziell „Verstümmelung“, obwohl es eine wachsende Zahl von Kampagnen dagegen gibt. Lassen Sie mich hinzufügen, dass es keinen medizinischen Beweis dafür gibt, dass die männliche Beschneidung weniger schädlich, weniger schmerzhaft, weniger traumatisch usw. ist als die weibliche Beschneidung.

Na das ist es ja, FGM und MGM sind ggf. gleich schädigend und gleich traumatisierend und müssen deshalb als Menschenrechtsverletzung weltweit abgeschafft werden.

Der Kampf von mir und von African Women are Free to Choose geht darum, den Rassismus und Sexismus sichtbar zu machen, der den Anti-FGM-Kampagnen zugrundeliegt. Wir stehen ein für eine Gleichheit der afrikanischen Frauen und Mädchen mit den westlichen oder weißen Frauen und Mädchen und ebenso mit den Männern und Jungen überall auf der Welt. Wir verweigern uns dem Isolieren der afrikanischen Frauen und Mädchen als „verstümmelt“ ebenso wie dem Kriminalisieren und Überwachen nur unserer Körper in Bezug auf die nichtmedizinischen Genitaloperationen. Die bloße Bezeichnung und Bewertung FGM ist rassistisch – ein glatter Bruch unseres elementaren Menschenrechts auf Gleichheit, Würde und Selbstbestimmung (The notion of FGM is a discriminatory one – an outright breach of our basic human rights to equality, dignity and self-determination).

Nein, das Verstümmeln entwürdigt und Ahmadus Taktik des Schönredens soll die Opfer der FGM unsichtbar machen und ihnen den Mund verbieten. Nicht das mutige Ansprechen und Anprangern der Fakten, der Euphemismus FGC ist diskriminierend. Man halte es mit der 25 Jahre alten Erklärung von Bamako: Wir, die Teilnehmer der 6. Generalversammlung des IAC, verlangen das Abstoppen dieser Bewegung des Verharmlosens der traditionellen Praktik, die mit einer raffinierten Terminologie daherkommt (We, the participants at the 6th IAC General Assembly, demand a halt to this drift towards trivializing the traditional practice by adopting a subtle terminology).

Leider hat sich die Sozialanthropologin mit den Männern und Jungen nur solidarisiert, um die Zukunft der weiblichen (und männlichen) Genitalverstümmelung zu sichern, womit Ahmadu die zu überwindende Menschenrechtsverletzung der MGM für ihren mädchenfeindlichen und frauenfeindlichen Zweck missbraucht.

Ob Mädchen oder Junge, Frau oder Mann, jede nicht auf eine medizinisch absolut notwendige Operation zurückgehende Narbe, wo auch immer am Körper, zeigt uns, dass es eine Verletzung zuviel gab. Die Zeit der von Geistern oder Göttern geforderten genitalen Initiationswunden oder sonstigen Schmucknarben ist abgelaufen. Nur der menschlichen Bauchnabel resultiert aus einer verheilten und wirklich unvermeidbaren Wunde. Jedem Operateur, der über das Maß des Primum Non Nocere hinaus schneidet, ist der Betrieb stillzulegen, das gilt auch für Sierra Leone.

Wir führen erst gar keinen Streit über Kinderrechte und konflingierende elterliche Weisungsrechte oder elterliche Priviliegien, auch kulturelle Menschenrechte gegen allgemeine Menschenrechte auszuspielen ist nicht unser Ansinnen, was wir vielmehr tun, ist, auf jenen universellen Menschenrechten zu bestehen, die, in Theorie und Praxis, auch wirklich universell sein müssen.

Nur Zorn und Hokuspokus, echte Argumente fehlen. Genug der Reklame für ein globales straffreies Genitalverstümmeln an Mädchen.

Der heutige Internationale Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist der richtige Zeitpunkt, um sich gegen das durch alle möglichen Kulturrelativisten angestrebte Aufweichen des Verstümmelungsbegriffs (mutilation) und für die Beibehaltung des Verbots aller Formen von FGM auszusprechen.

Allerdings sind im freiheitlichen Rechtsstaat Jungen und Mädchen nicht ungleich zu behandeln, was Karl-Peter Ringel / Kathrin Meyer und Tatjana Hörnle ja durchaus klar erkannt haben, die vom Gesetzgeber fordern, den entsprechenden Paragraphen geschlechtsneutral umzuformulieren. Ringel und Meyer zielen dabei auf den § 1631d BGB, während Hörnle den § 226a StGB verändern will, beide Vorschläge funktionieren auf Dauer und nach Maßgabe des Gleichbehandlungsgebotes (staatliche Pflicht) nur bei Straffreistellung bestimmter Formen der FGM. Das ist zu verhindern, dem Ansinnen auf eine deutsche oder europäische Erlaubnis der FGM ist im Namen des wissenschaftlich (und nicht stammeskulturell oder theologisch) begründeten Kindeswohls und der allgemeinen Menschenrechte entgegenzutreten.

Sprachlich neugestalten sollten wir hingegen den heutigen internationalen Aktionstag, denn beim Fordern nach unverhandelbarer und absoluter (zero tolerance) genitaler Intaktheit ist die Integration beider Geschlechter mehr als überfällig. Der International Day of Zero Tolerance for Female Genital Mutilation (FGM) muss endlich geschlechtsneutral umformuliert werden.

Zum International Day of Zero Tolerance for Human Genital Mutilation (HGM).

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] The Bamako Declaration: Female Genital Mutilation Terminology (Mali, 2005)

http://nofgm.org/2014/11/12/the-bamako-declaration-female-genital-mutilation-terminology-mali-2005/

IAC am 06.04.2005. In der Erklärung von Bamako heißt es sinngemäß und völlig überzeugend: Die Wortwahl FGM gibt wieder, was mit den Genitalien der Frauen und Mädchen wirklich passiert. Gesundes Gewebe zu amputieren ist Verstümmelung. Dass sich jetzt manche Menschen unbehaglich fühlen, ist kein Grund, den Begriff unter den Tisch fallen zu lassen.

The term FGM is not judgmental. It is instead a medical term that reflects what is done to the genitalia of girls and women. It is a cultural reality. Mutilation is the removal of healthy tissue. The fact that the term makes some people uneasy is no justification for its abandonment.

http://umarfeminismos.org/images/stories/mgf/Bamako%20Declaration%20on%20the%20Terminology%20FGM_%206th%20IAC%20General%20Assembly_4%20-%207%20April%202005.pdf

Fuambai Ahmadu scheint genau zu wissen, dass die Multikulturellen danach lechzen, auf Kommando, was das schlimm empörende Stichwort islamische Gewalt meint, in das Wolfsgeheul des volkspädagogisch andressierten Pawlowschen Reflexes “Das hat mit dem Islam nichts zu tun!” einfallen zu dürfen. Die Sozialanthropologin streitet ab, dass die Religion von Koran und Sunna die FGM fordere oder auch nur kenne:

Note: Islam forbids FGM, yet despite absolutely no connection to the religion some still associate it with it because peoples who are Muslim (like many other groups, Masai, Christian Ethiopian, etc) have inherited it from their traditional cultures.

http://www.africanholocaust.net/fgm.html

Man kann durchklicken zur Seite Islam and Africa, die optisch (Grafik / Design; Textelemente), wie auf den ersten Blick zu erkennen, höchst ähnlich aufgebaut ist wie die den Namen des Völkermordes an den europäischen Juden verwendenden und islamverherrlichend gegenaufklärerisch missbrauchenden Seite African Holocaust …

http://www.islamandafrica.com/

… und auch hier leugnet keine Geringere als Fuambai Ahmadu den theologisch gegebenen Kontext zwischen Islam und FGM:

The West perceives everything African through a narrow lens of misunderstanding and cultural supremacy. FGM is a word constructed for pure shock value, to shop for funds for yet another campaign into a continent still perceived as dark and backward. And while they pass judgment over African people the plastic surgeries of California are advertising a new service called „Designer Vaginas.“ So cutting is mutilation and barbaric in Africa; vogue and fashionable in Hollywood. However Female cutting, goes back as far as Ancient Egypt (Pharaonic circumcision) and as long as there is choice, and health safety in Female cutting then it is all culturally relative. False dichotomy is limiting the options available to Africans and generalizing a wide range of cutting practices which do not come near to mutilation. Expert and scholar Fuambai Ahmadu shares a deeper insight on this issue.

Note: Islam forbids FGM, yet despite absolutely no connection to the religion some still associate it with it because peoples who are Muslim (like many other groups, Masai, Christian Ethiopian, etc) have inherited it from their traditional cultures.

http://www.africanholocaust.net/fgm.html

2012 durfte die Apologetin für das Wahlrecht (ggf. auch einer Achtjährigen …) auf FGM beim 111. Jahrestreffen der Amerikanischen Völkerkundlichen Vereinigung (The American Anthropological Association, AAA) reden, wie man in Ahmadus Heimatland zur Kenntnis nimmt. In den USA ist die FGM seit 1996 richtigerweise verboten. Warum eigentlich ließ man als AAA die Verstümmelungspredigerin auftreten (es war doch klar, was Ahmadu sagen würde), ist das denn kein Ermöglichen des öffentlichen Bewerbens einer Straftat?

According to WHO, FGM is a violation of the human rights of girls and women they say the practice which is “nearly always carried out on minors” is not only a violation of the rights of children but also “violates a person’s rights to health, security and physical integrity, the right to be free from torture and cruel, inhuman or degrading treatment, and the right to life when the procedure results in death.”

As part of the Illegal Immigration Reform and Immigration Responsibility Act of 1996.17, the United States Congress on September 30, 1996 enacted a provision criminalizing the practice of FGM. The law provides that “whoever knowingly circumcises, excises, or infibulates the whole or any part of the labia majora or labia minora or clitoris of another person under the age of 18 years shall be fined or imprisoned for 5 years.”

Meanwhile, at her closing statement Dr. Ahmad challenged public health researchers or practitioners to disseminate information based on evidence and accuracy “that reflect real risks and benefits; and, for heaven’s sake, we need to stop judging, demonizing and criminalizing African women for upholding their culture while rewarding Western predominantly male doctors who appropriate, rebrand and gain financially from African women’s ancestral traditions and at the expense of Western women’s own sexual insecurities.”

von: Dennis Kabatto (Debate on Female Circumcision in Africa takes center stage at American Anthropological Association Annual Meeting in San Francisco), in: Sierra Express Media (Freetown, Sierra Leone) am 15.11.2012

http://www.sierraexpressmedia.com/?p=50360

19.03.2009, die 1911 gegründete Universität zu Regina (Saskatchewan, Kanada) kriegt die Türe nicht zu.

Disputing the myth of the sexual dysfunction of circumcised women An interview with Fuambai S. Ahmadu by Richard A. Shweder

http://www.uregina.ca/arts/anthropology/assets/docs/pdf/Londono%20on%20FGC%20in%20Anthropology%20Today%202009.pdf

Die University of Chicago stellt den Text ein …

https://humdev.uchicago.edu/sites/humdev.uchicago.edu/files/uploads/shweder/Disputing%20The%20Myth%20of%20the%20sexual%20dysfunction%20of%20cicumcised%20women.pdf

… und duldet am 04.12.2014 die FGM-Apologetin gerne auf dem Annual Meeting of the American Anthropological Association. Der erste Runde Tisch von allen guten Geistern verlassen, Kulturpluralismus siegt über Verstand, und überhaupt, wo ist das Beschneidungsmesser? Mädchen, gleich wirst du initiiert, damit du nicht lebenslang hinsichtlich deiner sexuellen Identität so schlimm verunsichert bist wie die weißen Frauen.

first roundtable, “Best Practices?? Morality and Cultural Pluralism

https://humdev.uchicago.edu/news/annual-meeting-american-anthropological-association

Was Kulturanthropologe Richard A. Shweder dort unterrichtet, Kurse zu Kulturpsychologie, Kulturelle Migration, Vergleichende Ethik:

Cultural Psychology

When Cultures Collide: The Moral Challenge in Cultural Migration

If Someone Asserts It, Deny It: Critical Reason and Political Correctness in Social Science Research

Moral Psychology and Comparative Ethics

https://humdev.uchicago.edu/directory/richard-shweder

Richard Shweder: „the harmful practice claim has been highly exaggerated“ (p 189)

(When Cultures collide : which Rights? : whose Tradition of Values? : a Critique of the Global Anti-FGM Campaign; eingestellt auf der Seite des Department of Comparative Human Development (CHD), University of Chicago)

https://humdev.uchicago.edu/sites/humdev.uchicago.edu/files/uploads/shweder/When%20Cultures%20Collide.pdf

Geschlechtsneutralität in Bezug auf genitale Beschneidung, demnächst ja vielleich auch in Europa. Statt von Verstümmelung (mutilation) redet Shweder (in: Robust Cultural Pluralism, ein Interview mit: Séamus A. Power) von „Operationen“ (surgeries) oder von „Schneiden“ (cutting), Fuambai Ahmadu kann zufrieden sein. Shweder beobachtet die deutsche Rechtslage zur Jungenbeschneidung.

Richard Shweder: Of course it is not a minority view in at least seven African countries where 80-90 percent of women would feel excluded if only men were permitted to engage in the practice (and one should note and consider the significance of the fact that virtually in any society where it is customary to engage in female genital surgeries it is also customary to engage in male genital surgeries). Gender equity in genital cutting is the norm in those societies.

Séamus Power: And when should we expect to read this book?

Richard Shweder: As for the book I’m working on it. It may take some time. But most of the things I write these days are in one way or another addressing those questions, including the Global Discourse piece. This publication on the genital wars and the recent court ruling in Cologne, Germany, where the appellate judge ruled that male circumcision, as practiced by Jews and Muslims, was unconstitutional in Germany is a specific example of this larger project.

http://ejop.psychopen.eu/article/view/718/html

Einwanderer aus Asien, Afrika und Lateinamerika bringen Praktiken mit wie Ehen zu arrangieren, Tiere zu opfern oder schier ungebremst den Eltern zu gehorchen, was die Alteingesessenen im „Norden“ irritiert, wie Shweder sinniert.

Dr. Shweder’s recent research examines the conflicts that arise when differing practices and beliefs meet in multicultural Western liberal democracies. He compares issues arising from people’s migration from Africa, Asia and Latin America to countries in the “North,” bringing culturally endorsed practices such as arranged marriage, animal sacrifice and ideas about parental authority that mainstream populations in the United States or Western Europe sometimes find disturbing. He has co-edited two books on the topic titled Engaging Cultural Differences: The Multicultural Challenge in Liberal Democracies and Just Schools: Pursuing Equality in Societies of Difference (Russell Sage Foundation Press) and is currently writing a book titled Customs Control: The Moral Challenge in Cultural Migration.

(aus: Wells College Hosts Phi Beta Kappa Visiting Scholar. 10-27-11 – Dr. Richard Shweder will meet with classes and discuss cultural pluralism in a public lecture)

http://www.wells.edu/news/2011/rshwederpbk.aspx

Visiting Scholar Richard Shweder at Wells: „Robust Cultural Pluralism in the New World Order“ (New York am 27.10.2011)

https://www.youtube.com/watch?v=NElr5rWWdsA

Dr. Ahmadu’s essay on female circumcision is without doubts a good read. It explores new perspectives as it gingerly robs and probs our erotic imiginations as to what makes the act itself an essential aspect of our Kono traditional practice. No one, I assumme, with an almost perfect certainty, could have been in a better position to explore this act and explain it to us with such a clarity of purpose than Dr. Ahmadu herself. She is not only a proud product of this jarring, but she is also completely emersed in it through personal experiences.

Read this article and you your views of female cirumncision, if you had any doubts about the act, would forever be affected and changed for the better.

(Saa E.A.Kaimachiande am 10.04.2012)

https://groups.yahoo.com/neo/groups/konouniondc/conversations/messages/1029

Talk and film today [11.04.2012] : White Hall 206, beginning at 4:15 p.m. „Disputing Myths of Sexual Dysfunction in Circumcised Women“ (Fuambai Sia Ahmadu) and the film „Bondo: A Journey into Kono Womanhood“ (Sunju Kumba Ahmadu).

Women’s, Gender, and Sexuality Studies at Emory University (WGGS), Atlanta, Georgia, USA

https://www.facebook.com/permalink.php?id=122835654437118&story_fbid=328025717251443

Disputing Myths of Sexual Dysfunction in Circumcised Women Fuambai Ahmadu Public Health Advisor to the Vice President of Sierra Leone). Campus-wide screening of Sunju Ahmadu’s film, “ „Bondo: A Journey into Kono Womanhood, „followed by a lecture by Fuambai Ahmadu about female genital cutting [sic! Schneiden, man darf nicht länger Verstümmeln sagen].

WGGS (an der Emory University, wo Schariafreund Abdullahi Ahmed An-Na’im lehren darf), Atlanta, Georgia, USA

http://cmbc.emory.edu/events/lectures/past.html

Fuambai Ahmadu nennt sich: “health advisor at the Office of the Vice President in Freetown“

http://www.fuambaisiaahmadu.com/

[2] Mit neun Jahren (neun Mondjahren) ist das Mädchen alt genug, die Bürde des Gesetzes zu tragen. Taklif.

the concept of taklif – a term that denotes the sum total of religious obligations that God has imposed on His servants. … to carry the burden of taklif

http://ibnarabisociety.org/articles/knyshresponsibility.html

the burden of duty (Takleef)

http://www.learningquranonline.com/pdf-Quran/Fate-and-Destinyp5.pdf

Question 209: What is the rule for someone who reaches the age of taklif

http://www.islam-pure.de/imam/fatwas/practical02.htm

by the Islamic government since the Revolution is the celebration of reaching the age of Islamic puberty for girls, called jashn-e taklif („obligation ceremony“). All girls‘ religious obligations, including veiling, daily prayer, fasting, and soforth, begin at this age. A girl of 9 is expected to act like an adult woman even though her family and the society still consider her a child. This paradox brings about some problems …

(aus: Teen Life in the Middle East, herausgegeben von ʿAlī Akbar Mahdī, Seite 28)

https://books.google.de/books?id=-ewAe5DwteQC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

ǧašn-e taklīf, dschasn vgl. avestisch Yasna

http://de.wikipedia.org/wiki/Yasna

[3] Fuambai Sia Ahmadu is editor-in-chief and co-publisher of SiA and The Shabaka Stone Magazine (or SiA Magazine), a new women’s quarterly dedicated to empowering circumcised women and girls in Africa and worldwide. Dr. Ahmadu is also co-founder of African Women are Free to Choose (AWA-FC) a budding grassroots organization to raise awareness about the flagrant racism and sexism of anti-Female Genital Mutilation campaigns as well as infringements on basic human rights and constitutional rights of circumcised African girls and women worldwide.

As a medical and symbolic anthropologist, Dr. Ahmadu has recently worked as senior research scholar under a Wenner Gren Fellowship and health advisor at the Office of the Vice President in Freetown, Sierra Leone. She worked for several years as a lead consultant for UNICEF in The Gambia and a principal investigator at the UK’s Medical Research Council Laboratories also in The Gambia. In the U.S., Dr. Ahmadu has worked at the Child Development Branch as well as the Office of Global Health Research and International Activities of the National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) at NIH. Dr. Ahmadu completed her PhD in Social Anthropology at the London School of Economics and was awarded a National Institute of Mental Health (NIMH) post-doctoral training fellowship at the Department of Comparative Human Development, University of Chicago.

As an independent scholar, Dr. Ahmadu’s theoretical interests include symbolic systems, gender constructs and sexuality. In her experience and expertise as both an insider and an outsider, Dr. Ahmadu has conducted research, written articles and lectured extensively on African female initiation rituals. She is a leading figure in critical debates on Female Genital Mutilation (FGM) and intersections with global health policies, human rights and western feminism. Dr. Ahmadu is a co-signatory to the Public Policy Advisory Network on African Female Genital Surgeries (PPAN) published in The Hastings Center Report November/December 2012 issue.

http://www.fuambaisiaahmadu.com/

Das Mädchen muss genital verstümmelt warden, ihr mythische Ameisenhügel muss weg. Frauen waren dem Erdhaften zugeordnet, die Klitoris galt im alten Westafrika als ein den männlichen Himmelsgott beim Begatten der Erde störender, steil aufragender Termitenhügel. Dazu die Doktorarbeit (London 2005) der Fuambai Sia Ahmadu.

Cutting the Anthill: the Symbolic Foundations of Female and Male Circumcision Rituals Among the Mandinka of Brikama, the Gambia

London School of Economics and Political Science (University of London)

Thesis (Ph.D.)

uk.bl.ethos.420979

http://ethos.bl.uk/OrderDetails.do?uin=uk.bl.ethos.420979

Cutting the Anthill, Ahmadu F. PhD doctoral dissertation, hier verwendet als erste Quelle bei Bettina Shell-Duncan et al.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3962676/

[4] Comparing these slurs to the word „mutilation,“ she continued, „I may be different from you and I am excised, but I am not mutilated. Just like I will not accept anybody calling me by the n-word to define my racial identity, I will not have anybody call me by the m-word to define my social identity, my gender identity.“ …

For Ahmadu, the time came when she was a 22-year-old senior at George Washington University. When her family decided to bring her and her 8-year-old sister to be initiated in their ancestral village, she went willingly. It was a discombobulating, sometimes thrilling and physically agonizing experience, and one that she now values deeply. Ahmadu reminds us that what public-health officials call „harmful traditional practices“ are in fact the very texture of life for many people, the rituals and norms that imbue existence with order and purpose. …

for Ahmadu circumcision was a choice, one she made as an adult.

aus: Michelle Goldberg (Rights Versus Rites), in: The American Prospect 17.04.2009

http://prospect.org/article/rights-versus-rites

Weltweit droht die juristische Rückkehr der Stämme. Die durch die Menschheit erst unlängst und noch nicht überall betretene Ära der Wissenschaftlichkeit sei endlich eindeutig abgeschnitten? Clear Cut. Fuambai Ahmadu am 19.02.2013 beim australischen Fernsehsender SBS im Gespräch u. a. mit der Somalierin Ubah Abdullahi, die als Fünfzehnjährige nach Australien kam und mit 19 Jahren chirurgisch versuchen musste, ihre als Achtjährige (Anm.: Fuambais kleine Schwester war ebenfalls 8) erlittene Genitalverstümmelung rückgängig zu machen. Statt ein weltweites Verbot der FGM zu fordern, betont die Dozentin an der Australischen Katholischen Universität Mansura Dopico, dass viele beschnittene Frauen ihren Sex genießen können.

Fuambai Ahmadu on SBS TV (Edited Version)

https://www.youtube.com/watch?v=DCS_w_5Iy3I

Fuambai is one of two main guests on the Insight, a live Australian Television (SBS-TV) program. She was invited to discuss different views on female circumcision.

https://www.youtube.com/watch?v=7pfAeSI2M1A

CLEAR CUT. This week, Insight breaks some deeply held taboos to look at a practice which is as personal as it is controversial.

Presenter: Jenny Brockie

Producer: Fanou Filali

Ubah Abdullahi

When she was eight years old in Somalia, Ubah Abdullahi underwent a type of female circumcision called ‚infibulation“, whereby the clitoris was cut and external labia stitched together. Ubah’s grandmother organised the procedure against Ubah’s parents’ wishes. Ubah says she was initially pleased at the thought of being circumcised and ‚being like the other girls at school’ but the subsequent pain changed her view. Ubah migrated to Australia at the age 15 and had her infibulation reversed at the age of 19. She now lives and works in Sydney.

Mansura Dopico says it is wrong to assume that all circumcised women don’t enjoy sex. She wrote her thesis and PhD on female circumcision and spoke to several circumcised women who report that they have enjoyable sex lives and are able to reach orgasm. She says the direct experiences of circumcised women are often neglected in the research and debate in Australia. Mansura is a lecturer at the Australian Catholic University.

T r a n s c r i p t

JENNY BROCKIE: How old were you when you’d made that decision?

FUAMBAI AHMADU: I was 21. So I was an adult and in college and there was no, there was no question in my mind that this is something I really wanted to do. …

FUAMBAI AHMADU: Typically in Sierra Leone it involves excision of the external part of the clitoris, the glands and the hood, and excision of the labia minora.

FUAMBAI AHMADU: … in Sierra Leone it’s very much a coming of age ritual, it’s a transition from girlhood to womanhood and it’s parallel with the male initiation as well where boys are also, you know, they’re initiated and they become men. So it’s a very big deal, it’s an important aspect of ethnic identity as well and because it’s associated with women’s power …

FUAMBAI AHMADU: I didn’t experience it as mutilation and I think most of the women in Sierra Leone who are initiated, are members of Bondo, would also not refer to it as mutilation. Also just as anthropologist who has studied female mutilation rituals in West Africa for many, many years and have written about it extensively, that most women do not experience it as mutilation and would never refer to themselves as mutilated.

JENNY BROCKIE: Mansura, you agree with that?

MANSURA DOPICO: I agree with that. I mean I’ve done my honours and my PhD on it and every person that I’d interviewed, they don’t see it as mutilation? …

FUAMBAI AHMADU: I was 21 at the time that I went and I was already sexually active and after undergoing, in fact I thought at the time and did ask a lot of questions that it would impact my sexuality because I’d grown up in western society, western culture and you know, we are raised typically to believe that this particular part of the body is the key source of pleasure and so on. So I was concerned about that and I was surprised to find out that there was absolutely no difference in terms of my sexual experience, sexual feeling, ability to achieve orgasm. There was absolutely no change at all.

http://www.sbs.com.au/news/insight/tvepisode/clear-cut

Sehr beliebt bei Kulturrelativisten und Ulama ist der Etikettenschwindel, man redet statt von Verstümmelung von Beschneidung oder man verwirft sogar den Beschneidungsbegriff und lobt das Reinigen, Initiieren, Halal- bzw. Koscher-Machen, lobt die Liebe der Eltern zum Kind und die Liebe des Schöpfergottes zu den Menschen usw.

Female Genital Mutilation Versus Female Circumcision

The amazing Michelle Goldberg has a great piece in the latest print issue of The American Prospect, but you can also read it online. Essentially, she’s exploring the question, as the title suggests, of “Rights Versus Rites,” when it comes to the much abhorred practice of “female genital mutilation” (by many Westerner feminists) and the much honored practice of “female circumcision” (by many African women).

http://feministing.com/2009/05/07/female_genital_mutilation_vers/

[5] WHY THE TERM FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM) IS ETHNOCENTRIC, RACIST AND SEXIST – LET’S GET RID OF IT!

AN OPINION BY FUAMBAI SIA AHMADU

(Monat XII 2014 in der feministischen Vierteljahreszeitschrift HYSTERIA)

http://www.hystericalfeminisms.com/why-the-term-female-genital-mutilation-fgm-is-ethnocentric-racist-and-sexist-lets-get-rid-of-it/

Dezember 2014

http://www.hystericalfeminisms.com/2014/12/

HYSTERIA auf dem Facebook von Fuambai Sia Ahmadu

https://www.facebook.com/fuambai.ahmadu

Auch Dänemark hört über die FGM-Freundin. Nazila Kivi ist Redakteurin des extrem kulturrelativistischen sprich absichtlich oder versehentlich kalifatsbewegten Magazins Friktion und gibt bekannt:

Fuambai Sia Ahmadu: Why the term female genital mutilation (FGM) is ethnocentric, racist and sexist – let’s get rid of it!

Fuambai Sia Ahmadu argumenterer fra både et personligt og akademisk standpunkt, hvorfor betegnelsen female genital mutilation bærer på en kedelig historie af eurocentrisk kolonialisme og racisme. Inden din indre white saviour får et føl på tværs på vegne af både vestlige, somaliske og andre afrikanske kvinder der arbejder imod kvindelig omskæring, skal det lige gøres klart at Ahmadu ikke forsøger at sprede et budskab om eller reklamere for kvindelig omskæring. Jeg læser hendes tekst som en protest imod den måde, vi i Vesten italesætter den praksis og skriver den ind i narrativet om afrikanske og andre ikke-vestlige kvinder og kulturer som tilbagestående, præmoderne og misogyne, samtidigt med vores egen blindhed for de kropslige praksisser, der undertrykker piger og kvinder i Vesten.

Ahmadu har fået mange op af stolene og har modtaget vrede mails og beskeder blot for at stille spørgsmål til omtalen af kvindelig omskæring. Modigt, radikalt og banebrydende.

http://friktionmagasin.dk/?p=2390

Friction, wir über uns. Dänemarks irgendwie frauenbewegter Allesfresser zu Gender und Sexualitätsforschung präsentiert sich weltanschaulich geschmeidig bis glitschig („anti-essentialistisch“) und auf jeden Fall schick queer. Om Friction.

Webmagasin for dig, der ved at køns og seksualitetsforskning er spændende, sprængfarligt og samfundsrelevant og for dig, der synes det er spændende, men har svært ved at se nytteværdien eller har svært ved at navigere i feltet.

Ideologien bag Friktion er feministisk og anti-essentialistisk. Vi anvender feministisk og queer kritik og arbejder for at fremme feministiske værdier og målsætninger. Friktion lægger vægt på mangfoldighedens muligheder fremfor be- og afgrænsninger.

Friktion er mødet mellem forskning og praksis.

http://friktionmagasin.dk/?page_id=115

„Anti-Essentialismus wäre demnach …“, sinniert der zur gruppenbezogenen Menschenfreundlichkeit (zur Asozialität) und Grundrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts (Scharia) schweigende Kai Hafez (Öffentlichkeitsbilder des Islam. Seite 190).

http://www.uni-erfurt.de/fileadmin/user-docs/philfak/kommunikationswissenschaft/files_publikationen/hafez/HAFEZ_1997_Oeffentlichkeitsbilder.pdf

Es wird multikulturell und postkolonial. Sarkasmus ein. Jede Kultur ist zu Recht anders und morgen vielleicht noch einmal ganz anders, „den“ Islam kann es also gar nicht geben. Jetzt und weltweit die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu fordern, ist Rassismus und Eurozentrismus. Die Hauptsache ist doch, dass sich AEMR und Scharia irgendwie auf Augenhöhe und miteinander im Dialog befinden.

„(häufig auch »holy trinity« genannt) Edward Said, Gayatri Spivak und Homi Bhabha, …… die es nach Bhabhas anti-essentialistischer Argumentation nicht gibt.“

http://www.copyriot.com/bewegt/postcolonial_theory.html

Sierre Leone 2013, Frauen- und Mädchen-Camp zum Trainieren der rechten Lebensweise. Stark machen nicht zuletzt zum stolzen Tragen der islamischen weiblichen Kleidung (Hidschab). Man unterscheidet islamische und unislamische Filme und plant ein schariakompatibles Filmprogramm.

In a bid to transmit Islamic education and to encourage Muslim women and girls to take up the Islamic covering ‘Hijab,’ The Islamic Women Organization for Dawah and Development (IWOD) has ended a 10 Day Camping in Kenema eastern part of the country.

Hijab is enshrined in the Holy Quran in Surah Ahzab 33 Verse 59 which reads “O prophet tell your wives and your daughters and the believing women that they should cast their outer garments over their persons that its most convenient that they should be known and not molested and Allah is oft-forgiving, most merciful”. …

In her remarks during the closing ceremony, the Amir of the organization, Haja Fartimah Zarah Kamara reiterated that the main reason for the camping was in fulfilment of the Verse in the Holy Quran and the author is no one but Allah. She said that when they heard about the Hijab before, they thought the men were jealous but when they realized that the command is from no one but Allah they took up the Hijab with faith and have now embarked on spreading out the message. …

The occasion was addressed by the United Council of Imams, Supreme Islamic Council, Kenema City Council and the Youth in Islam leader in Kenema, Brother Wurie Timbo who pointed out the need of changing the types of films watched especially in Islamic homes with an Islamic film as they are working assiduously to establish an Islamic movie group to ensure that there is a replacement to non-Islamic films.

aus: Alhaji Mohamed Wusha-Conteh (In Sierra Leone, Islamic Women End 10 Day Camping in Kenema), AWARENESS TIMES (Freetown, Sierra Leone) am 08.01.2013

http://news.sl/drwebsite/exec/view.cgi?archive=9&num=21829

Die Frauen in Sierra Leone haben andere Sorgen, als den Geistern oder wem auch immer Genitalgewebe zu opfern.

Sierra Leone has a plural legal system consisting of statutory, customary, and religious laws. The three bodies of law create contradictions and inconsistencies particularly in the areas of marriage and family law. A Commission was created in 2007 to eliminate discriminatory measures, however, discriminatory provisions remain widespread within each source of law.

STATUTORY LAWS

Constitution: Under section 27(4), the prohibition on discrimination does not apply with respect to adoption, marriage, divorce, burial, devolution of property on death, or other personal law issues.

Criminal Code: Abortion is criminalised. Severeal provisions discriminate against women with regard to their legal capacity. For example, a male juror must be over the age of 21, while a woman juror must be over the age of 39 (Criminal Procedure Act 1965, s.15).

CUSTOMARY AND RELIGIOUS LAWS

Islamic, Christian, and customary laws remain deeply discriminatory against women. In general, customary law governs matters of marriage, divorce, property and inheritance. For example:

Discrimination within the family: Under customary law, women must obtain parental consent to marriage. Although prohibited by statutory law, polygamy is authorised and widely practiced under customary and Islamic. Approximately 70% of marriages take place outside of statutory law and an estimated 43% of women between the ages of 15-49 are in polygamous unions. According to customary law, women are considered perpetual minors. A woman cannot file a legal complaint without her husband’s consent.

Violence: Customary law permits the physical chastisement of women. There is no minimum age for sexual intercourse and a minor’s consent to sex is not required.

Inheritance and Property: Under customary law, a woman cannot inherit her deceased husband’s property.

http://www.wikigender.org/index.php/Africa_for_Women%27s_Rights:_Sierra_Leone

[6] In communities practising FGM there is literally no place for a woman who has not undergone the procedure. Such societies have sanctions, which are brought to bear on the woman and her family, ensuring that the woman’s relatives enforce compliance. Other circumcised girls will no longer associate with her. She is called derogatory names, and is often denied the status and access to positions and roles that ‚adult‘ women in that community can occupy. Ultimately, an uncircumcised woman is considered to be a child.

In traditional societies that offer women few options beyond being a wife and a mother there is great pressure to conform. Women who lack the education to seek other opportunities are doubly constrained in terms of the choices open to them. These women also typically come from communities that do not have alternatives to the traditional economy and modes of production, such as farming, fishing or pastoralism.

Even educated women from such communities are often faced with the FGM dilemma for themselves and their daughters. In Kenya, a female member of parliament (MP) had to face her earlier decision not to be circumcised when she made the choice many years later to run for public office. Her opponents used the fact that she was not circumcised to challenge her eligibility to hold a position that „only adults“ could occupy. The MP’s name is Linah Kilimo and today she is a minister in Kenya’s National Rainbow Coalition government.

aus: Razor’s Edge – The Controversy of Female Genital Mutilation, für: IRIN am 01.03.2005

http://www.irinnews.org/in-depth/62462/15/razor-s-edge-the-controversy-of-female-genital-mutilation

Linah Kilimo

Kilimo has been instrumental in working with the government and non-governmental organisations (NGOs) in working towards eradicating female genital mutilation. Her political opponents opposed her running for office on the grounds that she had not been circumcised, and so was not fit to hold public office.

http://en.wikipedia.org/wiki/Linah_Kilimo

[7] According to the United Nations Population Fund, FGM is practiced in about 28 African countries, including the Democratic Republic of the Congo (DRC) and Tanzania. It has only been outlawed in 15 of these countries and the World Health Organisation estimates that as many as 130 million girls and women have undergone the procedure. Although there are different types of FGM, in Sierra Leone it mostly means the removal of the clitoris and the labia minora.

As dreadful as it is, every level of Sierra Leonean society seems to have accepted FGM as a reality that we must live with. And it has become highly politicised, making it much more difficult for human rights activists. It is said more than 90 per cent of Sierra Leonean women have undergone the procedure and despite international calls for criminalising it, many of my country’s politicians continue to secretly support it.

Another Sierra Leonean woman I know, Moijama Brima* [*Name geändert], recently offered herself up to be initiated into the Bondo society at 24-years of age. Brima decided to undergo FGM because she wants to be a politician.

‘I was laughed at. I was called names such as an unclean person, a non-initiate, a promiscuous woman,’ she says. ‘Besides I realised that I will never become a successful female politician if I am not a member of the society. I must be a part of it to get the vote of the majority of traditional people.’

aus: Africa: Let’s make FGM a part of history, in: Pambazuka News (Fahamu – Networks For Social Justice) am 17.03.2011

http://www.pambazuka.net/en/category/wgender/71788/print

[8] Female circumcision is a vote winner

FREETOWN, 17 March 2005 (IRIN) – When the president’s wife sponsors the circumcision of 1,500 young girls to win votes for her husband, you know you’ve got a problem persuading ordinary people and the government that female genital mutilation (FGM) is a bad idea.

And when the woman who is now Minister of Social Welfare, Gender and Women’s Affairs, threatens to „sew up the mouths“ of those who preach against FGM, you realise that you are facing a really big uphill struggle.

But that has not dissuaded Olayinka Koso-Thomas, a gynaecologist in Sierra Leone, from campaigning against the practice for 30 years, ignoring death threats and angry protestors storming her clinic.

A crudely performed operation to remove the clitoris from adolescent girls forms a key part of the initiation ceremonies held by powerful, women-only secret societies that prepare young girls for adult life, marriage and motherhood in the West African country. …

It is difficult to stop FGM when it remains popular with most women in Sierra Leone and is seen by the government as a vote winner. Noting that Patricia Kabbah, the late wife of President Ahmad Tejan Kabbah, had sponsored the circumcision of 1,500 young girls in the presidential election, and other politicians had organised smaller initiation campaigns to gain popularity in virtually every district of the country, Koso-Thomas asked, „How can they pass a law against this when they are paying for it?“

It would be impossible for any uncircumcised woman to be elected in Sierra Leone, because she would be unable to win votes in the interior, Bangura told IRIN. „A woman from Freetown and the Western Area would get no chance to be a successful politician if she were not part of a secret society,“ Bangura explained. „Those of us who joined the society are expected to support it – we cannot stand out and criticise it, otherwise you will be sidelined by the family,“ she added.

The United Nations Children’s Fund (UNICEF) estimates that 90 percent of all women in Sierra Leone have undergone circumcision, which is practiced by all ethnic groups in the interior. Only the Krio people, the detribalised descendents of freed slaves who settled in and around Freetown, shun the ritual.

Elsewhere, women who have not undergone the ordeal are still considered children – not proper adults – who are unworthy of marriage or any position of leadership in society.

Shirley Yeama Gbujama, the Minister for Social Welfare, Gender and Child Protection, has made it clear that the passage of such legislation was not a priority. „We will do something if the women themselves ask for it,“ … Nine years ago, when Gbujama was foreign minister, she spoke out publicly in support of female circumcision after two local newspapers published a series of articles condemning the practice.

David Tambayoh, one of the journalists behind the 1996 press campaign against FGM, recalled that hundreds of women circumcisers staged protest demonstrations at the time, and presented a petition supporting FGM to President Kabbah.

He noted that Gbujama had threatened to „sew up the mouths of those preaching against bundu“, while Kabbah had expressed support for the secret societies, saying he was „from a traditional background.“

IRIN am 17.03.2005

http://www.irinnews.org/report/53443/sierra-leone-female-circumcision-is-a-vote-winner

[9] Dear President Koroma,

We ask on behalf of the vast majority of women in Sierra Leone who are members of Bondo or Sande, who are circumcised and are supporters of female circumcision:

1) For the immediate cessation of the official use – by Government, local media, United Nations, International Organizations and Agencies, NGOs, Members of the Diplomatic Community and other official bodies – of the terminology Female Genital Mutilation (FGM) or Female Genital Mutilation/Cutting (FGM/C) to define our bodies and our experiences.

The terms FGM or FGM/C are a grave insult to circumcised women and girls, our mothers and grandmothers, and represent the greatest affront to the dignity and sanctity of Bondo/Sande. The terms that are acceptable to most Bondo/Sande women and girls to describe our genital surgeries and complementarity with male genital surgeries is female circumcision. …

Full open letter will be made available on March 8, 2014 at http://www.fuambaisiahmadu.com under AWA-FC.

http://www.thisissierraleone.com/excerpt-of-an-open-letter-to-his-excellency-president-ernest-bai-koroma-president-of-the-republic-of-sierra-leone/

Do African women have the right to choose female circumcision?

The Sierra Leone Telegraph, 08.02.2014

Thomson Reuters Foundation published an article this week, based on an interview with Sierra Leonean born anti-FGM activist – Sarian Kamara who lives in London.

„Some people might think that FGM is just a cultural practice, that it is normal or acceptable for some communities. But it is not acceptable because it causes so much physical and psychological harm and has no benefit at all.

It also damages relationships, but people don’t discuss this because it goes against our upbringing. …

There is also psychological trauma caused by FGM. You always have flashbacks when you see things that remind you of what you’ve been through and it brings you back to that day when you were 11. This will stay with me for the rest of my life. I’m still on a healing process.“

http://www.thesierraleonetelegraph.com/?p=5403

[10] At its most modest, the Muff March is against the pornography-influenced obsession with removing pubic hair. But it’s also about protesting against the sort of surgery that makes you cross your legs. Typical procedures on offer include labiaplasty (trimming or removing the labia) and vaginal rejuvenation (tightening – usually referred to by „designer vagina“).

(The Muff March against ‚designer vagina‘ surgery. The Guardian 08.12.2011)

http://www.theguardian.com/lifeandstyle/the-womens-blog-with-jane-martinson/2011/dec/08/muff-march-designer-vagina-surgery

MUFF MARCH (UK FEMINISTA)
Tired of cosmetic surgeons profiting from body hatred? Want to speak out against a porn culture that is driving more and more women to the surgeon’s table to get a ‚designer vagina‘? Then join the Muff March!

https://www.facebook.com/events/314791548546961/

Where’s Our Muff March Against Designer Vaginas?

von: Soraya Chemaly (2011, update 2012)

http://www.huffingtonpost.com/soraya-chemaly/the-muffia-march-against-_b_1139152.html

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Politischer Islam, IS und die deutsche Politik

Oktober 2, 2014

Eine Erklärung des ZdE

Seit Monaten erreichen uns die grausamen Nachrichten über die Massaker der IS-Milizen im Irak, in Syrien und nun in der Türkei. Die Welt ist Zeuge einer des brutalsten und barbarischsten Verbrechens gegen die Menschheit im 21. Jahrhundert.

Schutzlose Menschen im Irak und Syrien werden massenhaft und gnadenlos durch die Anhänger des „Islamischen Staats“ (IS) angegriffen, misshandelt und ermordet.

Frauen und Mädchen sind die ersten Opfer der IS-Milizen, welche vergewaltigt und als Sex-Sklavinnen weiter verkauft werden. Die Schreckensnachrichten über den IS hören nicht auf und ein Ende dieser grausamen Bewegung ist nicht abzusehen.

Der IS ist das Ergebnis einer Bewegung namens politischer Islam, welche sich seit der Entstehung der Muslimbruderschaft in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts im Nahen Osten verbreitet hat und welche mit der islamischen Regierung im Iran zum ersten Mal offiziell an die Macht kam.

Um die Jahreswende 1978/79 wurde Ayatollah Chomeini, der seit 1965 im Irak gelebt hatte, durch die europäischen Staaten in das Rampenlicht gestellt und nach Paris gebracht, um den Führer der Revolution und der islamischen Republik Iran darzustellen. Chomeini und seine islamische Regierung reisten am 1. Februar 1979 von Frankreich aus nach Teheran, um die Revolution der Menschen im Iran niederzuringen. Die islamische Regierung hat sofort die Scharia als Gesetz des Landes errichtet und versucht, die Proteste der verschiedenen Schichten in der Gesellschaft durch Einschüchterungsmethoden stillzulegen. Die islamische Regierung hat die Steinigung, eine der barbarischsten islamischen Hinrichtungsmethoden, in der Öffentlichkeit als zulässige Strafe gegen Frauen und in einigen Fällen auch gegen Männer eingesetzt.

Beraubung jeglicher Freiheit des Individuums in der Gesellschaft, Geschlechterapartheid, Misshandlung der Frauen und Missachtung jeglicher Menschenrechte sind Merkmale des politischen Islams.

Der Iran war aber nicht das einzige Land, wo der politische Islam sich verbreitete. Die Taliban und der Al-Kaida in Afghanistan zeigten das andere Gesicht des Islams in der Macht.

Der 11. September 2001 war die Ankündigung eines grausamen Krieges des politischen Islams gegen die Menschheit in diesem Jahrhundert.

Aber der politische Islam und seine Bewegung blieben nicht nur im Nahen Osten. Dank der Appeasement-Politik der europäischen Staaten wie Deutschland und Großbritannien, dank der falschen Multikulturalismus-Politik und dank des weit verbreiteten Kulturrelativismus schafften die islamischen Organisationen und Vereine sowie Moscheen als Zentren der Muslime nach und nach sich in der Gesellschaft zu verankern. Die Einschüchterungsmethoden des politischen Islams haben sich auch in europäischen Ländern durchgesetzt. Jeder, der öffentlich den Islam und die islamischen Organisationen kritisierte, wurde entweder als Rassist und ausländerfeindlich bezeichnet oder bedroht und bekam sogar Morddrohungen, in manchen Fällen wurden Mordanschläge verübt. Beispiele dafür gibt es viele. Dazu zählen die Mohammed-Karikaturen (2005) in Dänemark, welche für einen gewalttätigen Aufstand durch die Anhänger der islamischen Organisationen sorgten. Der Künstler, welcher diese Karikaturen zeichnete, bekam Morddrohungen und er entkam nur knapp einem Mordanschlag. Jahre eher (1989) bekam der Schriftsteller Salman Rushdie wegen seines Buches Die satanischen Verse ein islamisches Todesurteil, die Fatwa durch Ayatollah Chomeini und musste jahrelang an einem geheimen Ort unter Polizeischutz leben. Allein die islamische Regierung Irans hat viele ihre Gegner in Europa u. a. in Deutschland durch terroristische Attentate – wie beim Mykonos-Attentat (1992) – ermordet.

Dazu kommen die immer häufiger gewordenen „Ehrenmorde“ an Frauen und Mädchen durch ihre Familienangehörigen, wo in vielen Fällen die Täter ohne Strafe oder mit mildernden Umständen nach Berücksichtigung von deren „Religion und Kultur“ davon gekommen sind.

Trotz allem haben die islamischen Organisationen und Vereine in Deutschland mehr Anerkennung und Unterstützung durch die deutsche Regierung und Parteien gewonnen. Die Entstehung der Deutschen Islamkonferenz (2006) unter Verantwortung des damaligen Innenministers, Herrn Schäuble, war das offizielle grüne Licht des Staates an die verschiedenen Islamverbände wie den Zentralrat der Muslime, um den Weg für ihr Vorhaben endgültig freizumachen: Islamischer Religionsunterricht für die muslimischen Kinder, mehr Moscheebau als Zeichen der Macht und als Zentrum der Verbreitung der Ideologie des politischen Islams, Schwimmbäder für die muslimischen Frauen, einige Gerichtsurteile unter Berücksichtigung der Schariagesetze für Muslime anstatt universell-säkulare Menschenrechte für alle, der Hamburger Staatsvertrag mit islamischen Gemeinschaften, etc., all das sind einige Grunde dafür, dass sich der politische Islam in Deutschland wie zuhause fühlt. Wenn ein deutscher Bundespräsident als Zeichen der Integration am 3. Oktober 2010 ankündigt: „Der Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“, dann brauchen wir uns heute nicht mehr darüber wundern, dass sich einige Muslime als „Schariapolizei“ oder „Pro Halal“ herausnehmen, in Wuppertal und Düsseldorf auf offener Straße Menschen zu belästigen und einzuschüchtern und versuchen, ihre islamischen Benimmregeln durchzusetzen.

Im Jahr 2007 haben wir den Zentralrat der Ex-Muslime gegründet, um die Gesellschaft über den politischen Islam, die Deutsche Islamkonferenz (DIK) und die falsche Politik der Bundesregierung aufzuklären. Seit damals haben wir Gesellschaft und regierende Parteien vor den Konsequenzen dieser politischen Ignoranz und der Verharmlosung des global vernetzten politischen Islams und dessen verlängerten Arm in Deutschland gewarnt.

Die Wahrheit ist, dass die Mehrheit der Muslime in Deutschland sich überhaupt nicht mit solchen islamischen Organisationen identifiziert. Viele von ihnen waren noch nicht einmal in einer Moschee. Aber leider wurde die Deutsche Islamkonferenz mit der Vermutung begründet, dass die beteiligten islamischen Verbände in der DIK alle Muslime in Deutschland vertreten würden und infolgedessen dürfen sie für alle Muslime sprechen und für sie entscheiden sowie für alle, welche als Muslime gelabelt werden, aber definitiv keine sein wollen.

Seit Jahren sind die Salafisten in Deutschland aktiv und manipulieren immer mehr junge Menschen, unter anderem auch ethnisch deutsche, zum Islam konvertierte Jugendliche. Dass Homosexuelle im Iran hingerichtet werden weiß jeder, aber warum müssen jetzt auch die Homosexuellen in Deutschland Angst haben?

Warum die Frauen im Iran und Afghanistan keine Rechte haben weiß inzwischen jeder: weil im Iran und Afghanistan islamische Machthaber herrschen. Aber warum müssen im Jahr 2014 Frauen und Mädchen, welche in ein islamisches Milieu in Deutschland hineingeboren sind, sich durch muslimischen Männer von „Pro Halal“ oder Gleichgesinnte auf der Straße einschüchtern und vorschreiben lassen, wie sie sich anzuziehen und zu verhalten haben?

Diese Salafisten, Schariapolizei und Pro Halal sind nichts anders als IS, sobald man es Ihnen erlaubt. Die jahrelange Verharmlosung der Aktivitäten solcher islamischen Organisationen durch die deutsche Parteien und die Bundesregierung hat dazu geführt, dass der islamische Faschismus auch für viele Jugendliche äußerst attraktiv geworden ist, sodass sogar deutsche Jugendliche ohne Einwanderungshintergrund sich im syrisch-irakischen Gebiet unter den IS-Kämpfern befinden. Diese drohen heute damit, islamisch motivierte Terrorattentate bald auch in Deutschland auszuüben.

Ein Kennzeichen unserer Zeit ist der Widerstand und Kampf der Menschen in den islamisch geprägten Ländern gegen den politischen Islam. Die Mehrheit der Menschen in Nahen Osten und in islamisch geprägten Ländern wie im Iran, Türkei, Tunesien, Ägypten und Syrien haben durch ihre Aufstände in den letzten Jahren gezeigt, dass sie nicht mehr unter der islamischen Tyrannei leben wollen. Der große Aufstand von Hunderttausenden von Menschen im Iran in 2009 gegen das islamische Regime und der arabische Frühling in Tunesien und Ägypten um 2011 waren für viele Menschen in der Region ein Signal der Hoffnung auf eine moderne und freie Gesellschaft und auf ein Leben in Freiheit bei zeitgemäßen, säkularen, universellen und menschenwürdigen Werten.

Die Frauen haben in diesen Ländern eine wichtige Rolle bei den Aufständen gespielt. Der politische Islam greift über all zuerst die Rechte der Frauen an. Der Islam ist eine frauenfeindliche Religion und wo er Fuß fassen möchte, verletzt er als erstes die Frauenrechte. IS und Boko Haram haben es durch die brutalsten Methoden vor der Kamera und mit Veröffentlichungen im Internet vorgeführt.

Auch heute sind es unter den Menschen im Irak und Syrien vor allem auch die Frauen, welche in der ersten Reihe gegen den IS kämpfen.

In Deutschland können und dürfen wir nicht mehr diese Bewegung und ihre Taten auf die leichte Schulter nehmen. Die Zeiten von Verharmlosung, Ignoranz und Appeasement müssen endlich vorbei sein.

Wir leben im 21. Jahrhundert und dürfen es nicht zulassen, in die Zeiten von vor 1500 Jahren zurück versetzt zu werden. Die Menschen auf der ganze Welt haben für die universellen Menschenrechte gekämpft und das darf nicht durch islamische oder andere Religionen wieder verloren gehen.

Wir in Deutschland müssen offen über dieses Problem reden und in der Öffentlichkeit darüber diskutieren. Wir brauchen keine Angst davor zu haben, dass man uns als Rassist oder ausländerfeindlich abstempelt, nur weil wir unsere Rechte verteidigen und den Islam kritisieren. Fortschrittliche und emanzipatorische Islamkritik hat mit menschenfeindlichen Absichten nichts zu tun.

Die Menschen in Deutschland haben ein Recht auf die freie Meinungsäußerung und „beleidigte Muslime“ sollten endlich lernen, mit Kritik zivilisiert umzugehen.

Jeder Mensch, überall auf der Welt, hat es verdient, frei zu sein und frei zu leben.

Wir machen uns auch gleichzeitig stark gegen das rechte Lage in der Gesellschaft. Wir lassen es nicht zu, dass rechtsradikale Organisationen diese Lage auszunutzen, um ihren Rassismus zu verbreiten. Wir sind für gleiche Rechte für alle Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Kein Mensch darf auf Grund seiner Religion, Nationalität, Sexualität oder Hautfarbe diskriminiert werden.

Die Kritik und Aufklärung gegen den Islam und politischen Islam ist wichtig, um die universellen Menschenrechte zu verteidigen. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus hat nichts mit den Menschenrechten zu tun.

Wir rufen alle Humanisten, alle fortschrittlichen, säkularen und freiheitsliebenden Menschen in Deutschland auf, sich uns anzuschließen und sich gegen den IS und dessen Anhänger in Deutschland und Europa stark zu machen.

Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland

01.10.2014

Zentralrat der Ex-Muslime

Postfach 801152 51011 Köln

exmuslime@gmail.com

Website des ZdE

http://exmuslime.com/

Facebook: Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland

https://www.facebook.com/pages/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland/486839381365629

Mina Ahadis Rede zum Internationalen Frauentag 2013

März 13, 2013

Am 8. März 1979 war ich in Täbris und habe mit sieben anderen Studentinnen meiner Uni zum Widerstand aufgerufen und auf der großen Demonstration meine erste öffentliche Rede gehalten: Das Islamische Regime ist reaktionär und wir werden dieses Regime nicht akzeptieren. Die Demonstrationen am 8. März 1979 waren in verschiedenen großen Städten im ganzen Iran organisiert worden und auch in der Hauptstadt Teheran. Tausende Frauen waren auf der Straße und protestierten gegen Chomeinis Aufruf: Entweder Kopftuch, oder wir schlagen euch. Wir haben laut gesagt: Frauenrechte sind universal und keine westlichen oder östlichen Rechte! Wir werden nicht ins Mittelalter gehen! Die Scharia ist frauenfeindlich.

Der 8. März 1979 ist ein wichtiges Ereignis in unserem Kampf gegen die Islamisten und für ein freies Leben.

Das war der erste Widerstand von iranischen Frauen gegen den politischen Islam und gegen eine Bewegung, die heute seit mehr als 30 Jahren im Iran an der Macht ist und weltweit und besonders im Nahen Osten Millionen Frauen das Leben sehr schwer gemacht hat.

Ich möchte hier über 34 Jahre Kampf gegen die Scharia reden.

Chomeini und die Islamisten im Iran wurden mit Hilfe der westlichen Regierungen und gerade auch durch die USA an die Macht gebracht. Sie sollten eine Revolution niederschlagen und mit Hilfe von Religion und Islam geheiligten Mord und Brutalität anfangen – und genau das haben sie dann auch gemacht.

Sehr charakteristisch war die Strategie der Islamisten im Iran:

Zuerst greifen wir die Frauen an, das schwache Geschlecht und den Teil der Gesellschaft, der von den Menschen nicht verteidigt wird. Ohne Verzögerung begann der Kopftuchzwang: Entweder Kopftuch, oder wir schlagen euch! – das war das Manifest der Islamisten im Iran, ihr Angriff gegen die Frauen und gegen die Revolution.

Ein großer Kampf zwischen den Frauen und dem radikalislamischen Regime hat am 8. März 1979 begonnen – und dieser Kampf geht bis heute weiter.

Ich möchte hier auch über die Steinigung reden.

Denn das ist auch sehr wichtig und ein Teil des frauenfeindlichen politischen Islam. Aus meiner Sicht ist Steinigung Folgendes: Wenn die Frauen nicht gehorsam und still sind, wenn sie nicht akzeptieren, was die Islamisten verlangen, dann werden sie in aller Öffentlichkeit lebendig eingegraben und einige Männer werfen so viele Steine, bis die Frau tot ist.

Heute kann jeder dieses Phänomen und diesen Charakter der Islamischen Bewegung genau erklären und verstehen.

Millionen Frauen im Iran haben alles verloren. Die Scharia wurde zum Gesetz im Iran, und das Regime und seine Machthaber haben offen gesagt: Frauen sind halbe Menschen. Und die Frauen haben alle ihre Rechte verloren.

Wie hat Welt reagiert? Die westlichen Regierungen und gerade auch die USA, sie alle haben über Kopftuchzwang, Massenmorde oder Steinigungen geschwiegen. Die Massenmedien haben das folgende Bild vom Iran verbreitet: Der Iran ist ein islamisches Land und die Menschen haben dieses Regime gewählt und alles ist in Ordnung. Die Frauen dort im Iran sind muslimisch und haben eine andere Kultur, also kann man sich von hier aus die Steinigungen ungerührt ansehen und unbeteiligt weiterleben.

Auch die Intellektuellen in Europa und Amerika haben nichts gesagt, sogar die Frauenrechtsorganisationen und prominenten Feministinnen haben geschwiegen.

Ich musste erleben, dass die ganze Welt den islamischen Faschismus mit sehr viel Höflichkeit und Toleranz akzeptiert hat. Ich musste eine Welt sehen, die die Scharia einfach so hingenommen hat und uns Frauen sogar gesagt hat: Islam und Scharia sind nicht so schlimm, wie immer behauptet wird.

Ich habe eine Welt erlebt, in der einige sogenannte Islamwissenschaftler mit diesem Elend ein sehr erfolgreiches Geschäft gemacht haben und habe Instute wie das Hamburger Orient-Institut mit Ayatollah Steinbach erlebt, die den ursprünglichen Islam verteidigt und so dem jetzigen politischen Islam den Rücken gestärkt haben.

Wir haben gekämpft, es gab keine andere Möglichkeit. Wir Frauen mussten anfangen, für eigentlich selbstverständliche Sachen zu kämpfen wie Spazierengehen, Lachen und Atmen, Freunde haben und seine Liebe offen zeigen, für alles mussten wir kämpfen. Dieser Kampf geht heute im Iran weiter und überall auf der Welt. Ich stelle fest: Bereits jetzt, obwohl das Islamische Regime noch herrscht, haben wir Frauen die Forderung der Mullahs nach dem Kopftuch zurückgewiesen. Die Frage oder große Wunde namens Steinigung haben wir für uns geklärt und dieses Regime moralisch besiegt, denn Millionen von Frauen auf der Welt leben schon lange ganz anders und haben etwas gelernt: Religion per se ist frauenfeindlich und besonders der Islam und dieser politische Islam ist frauenfeindlich und muss aus dem Leben aller Menschen verschwinden.

In den Staaten des Westens habe ich erlebt, wie Multikulturalisten und Postmodernisten die Steinigung als meine und unsere Kultur verkaufen und die Intelektuellen angestrengt versuchen, nicht hinzusehen und gar nichts sagen. Aber ich habe auch gesehen, dass ganz normale Menschen ein großes Herz haben und etwas für Frauen tun wollen.

30 Jahre lang haben wir in dieser grausamen und nebligen Welt gekämpft und 2009 habe ich gesehen, wie eine Massenbewegung von iranischen Jugendlichen die Welt erschüttert hat. Diese Protestbewegung konnte mit Hilfe von Technik wie Internet und Facebook selbst von sich berichten. Und als dann Millionen von Menschen auf der Welt Neda Agha Soltan und ihr Sterben live erlebt haben, als Millionen Menschen gesehen haben, dass die Menschen im Iran gegen Barbarei und islamischen Faschismus aufstehen, war das ein großer Schlag auch gegen die Multikulturalisten und Relativisten.

2011 bis 2013 hat die Welt eine große Wende erlebt. 99 Prozent gegen 1 Prozent, die Macht der Straße hat sich gezeigt.

2013 hat die Frauenbewegung weltweit einen großen Schritt vorwärts gemacht. Am 14. Februar waren Millionen Frauen auf der Straße und haben zusammen gesungen und getanzt und gesagt: Es reicht! Die Gewalt gegen Frauen muss ein Ende haben!

In den vergangenen drei Jahren sind wir als weltweite Frauenbewegung im Kampf gegen Gewalt sehr weit vorangekommen. Aus meiner Sicht war die FEMEN-Bewegung in diesen Jahren besonders wichtig. Eine Bewegung, die den alten und traditionellen Feminismus hinter sich gelassen hat, eine Bewegung, die den Multikulturalismus hinter sich gelassen hat, eine Bewegung ohne Tabus und gegen Religion, gegen Islamischen Faschismus und auch gegen Prostution und Frauenhandel sowie gegen Papst, Nationalismus und Rassismus in Deutschland.

Heute stehen sich zwei Lager gegenüber: Auf der einen Seite die Bewegungen, die gegen die humanistische Aufklärung und die allgemeinen Menschenrechte antreten, und auf der andere Seite unsere Bewegung gegen Islamischen Faschismus und gegen alle Denkverbote und Tabus. Wir haben uns gefunden: Die Frauenbewegung in den so genannten islamischen Ländern und die Frauenbewegung im anderen Teil dieser einen und unteilbaren Welt. Der 14. Februar 2013 war dieser wichtige Moment: Wir Frauen aus Ost und West kämpfen zusammen gegen Gewalt an Frauen, ohne Rücksicht auf traditionelle Tabus oder geographische Grenzen.

Heute können die Menschen ihre Meinungen und Forderungen selbst vortragen. Keine Medienmafia kann heute so viel Macht haben wie damals. Der Arabische Frühling hat angefangen und die Diktaturen wurden eine nach der anderen gestürzt und unsere Geschichte und unsere Erfahrungen aus dem Jahr 1979 wurden, wie mit einem Film, der schnell abläuft, wiederholt.

Ich kenne mehrere Intellektuelle in Deutschland, die gesagt haben: Von Anfang an habe ich gewusst, dass nach Mubarak die Islamisten kommen werden. Da stellt sich mir die Frage: Und??? Hätten die Menschen Mubarak denn nicht stürzen sollen?

Heute sind die Islamisten ein weiteres Mal an die Macht gekommen, in Ägypten und Tunesien, und wieder einmal mit Hilfe der USA und der anderen westlichen Regierungen. Wieder einmal sollen die Menschen dort irgendwie Ruhe bewahren und das nicht so wichtig mit Massenmord oder sogar Steinigung, Hauptsache, die Situation ist ruhig und die Geschäfte laufen. Merkel und Obama können dieses Mal mit Mursi sitzen und reden, so, wie schon seit Jahren mit Mubarak und Chatami oder Ahmadinedschad gesprochen haben.

Die Islamisten in Ägypten versuchen, zuerst die Frauen anzugreifen. Brutalität und Vergewaltigung sind die Folge oder, wie in Tunesien, Morde an Andersdenkenden und Terror.

Doch Tausende von Frauen und auch Männer sind auf die Straße gegangen und haben gegen Islamisten gekämpft, und das ist ein sehr, sehr wichtiger Kampf für die allgemeinen Menschenrechte. Gegen Islamisten überall und gegen die Scharia, und für die Frauenrechte.

Aus meiner Sicht stehen an der Frontlinie im Kampf für die Frauenrechte in den sogenannten islamischen Ländern – die Frauen in Ägypten und Tunesien.

Das ist ein Kampf gegen Einmischung der Religion in unser Alltagsleben, für Gerechtigkeit und gegen Scharia. Das ist auch ein Kampf gegen die Weltanschauung des Multikulturalismus und Postmodernismus.

Ich möchte hier kurz erklären: Wenn in Ägypten Aliaa Magda Elmahdi nackte Fotos von sich veröffentlicht hat, dann ist das eine Revolution in den arabischen Ländern, und diese Form von Widerstand hat einen sehr wichtigen Effekt. Im Iran haben mehrere Frauen diese Form von Widerstand nachgemacht und ohne Tabus haben dort die Jugendlichen das akzeptiert. Besonders in sogenannten islamischen Ländern ist das Revolution.

Der 8. März 2013 ist sehr wichtig, weil dieser Kampf in Ägypten und Tunesien und auch für Iran oder Afghanistan noch nicht entschieden ist. Deswegen schlage ich vor, dass wir an diesem Tag eine Koalition gegen Scharia bilden – eine weltweite Koalition! Wenn seit 30 Jahren Frauen und überhaupt alle Menschen in islamisch geprägten Ländern gegen Islamisten gekämpft haben und die Welt im Allgemeinen nicht viel gesagt und getan hat, dann sollten wir heute am Internationalen Weltfrauentag ein Zeichen setzen.

Wir sind alle gegen Sharia Law, wir verlangen, dass Scharia als Gesetz weltweit verboten wird und wir verlangen säkulare Staaten und Prinzipien. Religion hat im Leben der Frauen nichts zu suchen.

Mina Ahadi

Offener Brief von Mina Ahadi an Tom Koenigs

September 15, 2012

An den Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags

„Wenn Sie um 4 Minuten nach 6 Uhr in Teheran gewesen wären …“

Sehr geehrter Herr Koenigs,

Ihren Artikel in der Frankfurter Rundschau vom Samstag, dem 8. September habe ich gelesen. Sie haben über Ban Ki-moons Reise nach Teheran geschrieben und die Überschrift zu Ihrem Artikel in Zeitung lautete: Teheran ist eine Reise wert.

http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag-teheran-ist-eine-reise-wert,1472602,17199350.html

http://www.berliner-zeitung.de/meinung/gastbeitrag-teheran-ist-eine-reise-wert,10808020,17199350.html

Sicherlich haben Sie uns damit sagen wollen: man muss die Machthaber im Iran treffen und mit diesen Leuten reden und Kontakt haben. In Ihrem Artikel betonten Sie, dass Konflikte nicht durch Konfrontation, sondern nur durch Zusammenarbeit gelöst werden könnten und dass die Uno dafür der angemessene Ort sei.

Ich verzichte darauf, auf die tatsächliche Rolle der heutigen UNO einzugehen und richte meine Frage stattdessen an Sie: Glauben Sie wirklich, dass alle Konflikte mit Zusammenarbeit zu lösen sind? Wenn ja, dann müssten Sie auch sagen, dass dieses Prinzip auch in Bezug auf den Hitlerfaschismus richtig gewesen wäre. Schließlich ist in Deutschland in Medien und Gesellschaft immer die Rede von der Hitlerzeit und dem faschistischen Regime. Glauben Sie wirklich, es wäre damals besser gewesen, mit Hitler zu reden und mit den Nationalsozialisten zu kooperieren?

Am 8. September schrieben Sie, ein Besuch in Teheran ist eine Reise wert. Dazu muss ich Ihnen leider sagen: wenn Sie am Dienstag, dem 11. September um vier Minuten nach sechs Uhr morgens in Teheran gewesen wären und die Wirklichkeit dort gesehen hätten, dann würden Sie auch – so wie wir – sagen: dieses Regime ist barbarisch und jede Form der Zusammenarbeit mit diesen Mördern muss beendet werden. Zivilisierte Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft, selbst ein Schwerverbrecher hat in Deutschland ein Recht auf Leben und auf einen fairen Prozess. Hier sehen Sie einen 32 Jahre alten Mann namens Sadegh Moradi, er wurde nach den derzeitig gültigen, barbarischen Gesetzen legal aufgehängt, und die Frage ist: was kann man gegen dieses Regime tun und wie?

http://www.nl-aid.org/domain/human-rights/one-man-hanged-in-public-in-tehran-today-his-last-words-before-death-im-innocent/

http://soliranparis.wordpress.com/2012/09/14/dernieres-nouvelles-sur-la-vague-dexecutions-sommaire-qui-touche-actuellement-liran/

Erlauben Sie mir, als eine Menschenrechtlerin, die seit 33 Jahren gegen Hinrichtungen und auch Steinigungen im Iran kämpft, Ihnen heute zu sagen: Diese Regierung ist eine faschistische Regierung und man darf nicht mit Faschisten zusammenarbeiten.

Jede Form von Kooperation und Dialog bedeutet in Wahrheit noch mehr Leid, noch mehr Mord und Hinrichtung und noch mehr Steinigung. Die deutsche Regierung und alle europäischen Regierungen sollten sagen: solange die Islamische Regierung Frauen steinigt und Menschen hinrichtet, darf sie nicht als Vertretung von Millionen von Menschen vor internationalen Organisationen auftreten. Alle diplomatischen Beziehungen mit dieser Regierung, die Scharia und Mord und Hinrichtung verteidigt, müssen unverzüglich abgebrochen werden. Das ist der Wunsch von Millionen Menschen im Iran und auch in iranischen Oppositionsgruppen. Weltweit müssen alle Botschaften dieses Regimes geschlossen werden – denn erst mit diesem Akt werden die freiheitsliebenden Menschen im Iran ein Signal bekommen, dass ihr Kampf gegen das Regime legitim ist und anerkannt wird.

Sehr geehrter Herr Koenigs,

wenn beispielsweise in Deutschland oder irgendwo anders am Dienstag, dem 11. September ein Bürger einen Mitbürger öffentlich aufgehängt hätte, dann käme niemand auf die Idee, mit dem Mörder in einen kritischen Dialog zu treten, sondern der Täter käme auf der Stelle ins Gefängnis. Jetzt stellt sich mir diese Frage: dort, wo eine Regierung mehrere Menschen umbringt und gegen tausende die Todesstrafe verhängt, wieso wird mit dieser Regierung immer noch gesprochen und der Dialog geführt? Diese Politik hilft tatsächlich nur den Diktatoren und sichert dem Islamischen faschistischen Regime das Weiterleben. Ich denke, nach so vielen Jahren und sehr vielen Erfahrungen wissen Sie und alle anderen sehr genau: der Dialog hat uns gar nicht geholfen.

Heute verlange ich von Ihnen und auch von der deutschen Regierung sowie der kanadischen Regierung, die Iranische Botschaft zu schließen und jede Zusammenarbeit mit dieser Regierung davon abhängig zu machen, dass die Regierung Steinigungen abschafft und keine Menschen mehr umbringt und aufhört, Brutalität gegen Menschen auszuüben. Glauben Sie nicht auch, dass das der bessere Weg ist?

Mina Ahadi

Telefon: 0049 (0) 1775692413

E-Mail: minnaahadi@gmail.com

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee against Execution – ICAE

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee against Stoning – ICAS

http://stopstonningnow.com/wpress/

Deutschlands Pfadfinder und die Unantastbarkeit der Scharia (Teil 2)

Juni 12, 2011

Deutschlands Pfadfinder und die Unantastbarkeit der Scharia

Dem Pfadfinder-Treffpunkt gibt Anne Kaufmann (Lagerfeuer) im Juni 2011 Nachhilfe in Sachen AEMR. Sechs Beiträge.

1. Scharia-Fundamentalismus noch nie aufgefallen

Beitrag vom 10.06.2011 – 14:52

Gut Pfad Christian,

die Scharia ist das islamische Recht, das unveränderliche und ewige Wort Allah-Gottes. Daher spielt es keine Rolle, ob der Schariafundamentalismus ernsthaft gemeint ist oder nicht, ob du ihn siehst oder nicht.

Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; g) and the protection of European Muslims from islamophobia.

Was hast du mit „eine extremistische Religionsauffassung“ gemeint? Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass es im VCP und DPSG Kreationisten, sehr konservative Freikirchler und bibeltreu oder patriarchal denkende Mitglieder gibt, Verfassungsfeinde (Extremisten) sind hoffentlich nicht dabei bzw. werden ausgeschlossen

2. Fachgruppe Israel/Naher Osten im VCP

Beitrag vom 10.06.2011 – 15:02

Hallo Jergen,

ich sehe kein Problem für eine Zusammenarbeit des VCP mit nahöstlichen oder sonstigen Organisationen – auf der Basis des Grundgesetzes und der universellen (allgemeinen) Menschenrechte, denn die sind international.

Herzlich gut Pfad, Lagerfeuer

3. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 10.06.2011 – 19:22

Grüß dich Zille,

grüß dich aghamemnun,

grüß dich sadarji,

nein, identisch sind Scoutissima und ich nicht. Ich gehöre zum pfadfinderischen Netzwerk Eifelginster und kenne Scoutissima seit einem Jahrzehnt.

Als Sozialpädagogin in der integrativen Jugendarbeit, Schwerpunkt feministische Mädchenarbeit tätig, bringe ich langjährige Erfahrung mit muslimisch sozialisierten Kindern und Jugendlichen mit und kenne mich in deren Erlebnis- und Gedankenwelt recht gut aus. Die beispielsweise pakistanischen, tunesischen oder türkischen Familienstrukturen sind mir vertraut.

Der Islam kennt die Trennung von Religion und Politik nicht. Mohammed war Religionsstifter, Feldherr und Staatsoberhaupt in einer Person. Es gibt laut Sunna und Koran, den islamischen Primärquellen, keinen Lebensbereich, den das islamische Recht nicht durchdringt.

Deshalb möchte ich Mädchen und Jungen aus muslimisch geprägten Familien, wie allen anderen jungen Menschen, Freiräume erhalten, in denen sie sich frei und ohne sozialen Druck bewegen und alternative Rollenkonzepte ausprobieren können. So verstehe ich Pfadfinderpädagogik.

Eine Zusammenarbeit mit einem muslimischen Pfadfinderverband wäre meines Erachtens für alle der FdGO und der AEMR verpflichteten Pfadfinder nicht möglich, solange dieser sich nicht schriftlich und glaubhaft von der mehrstufig diskriminierenden Scharia distanziert. Harbis, Dhimmis, Frauen oder Atheisten haben nicht die gleichen Rechte, Apostaten, vom islamischen Glauben Abgefallene, haben sogar ihr Lebensrecht verwirkt.

Salafisten, wie Pierre Vogel, Bilal Philips oder Abdur-Raheem Green, und Hardliner wie Yusuf al-Qaradawi, Amir Zaidan und Mustafa Ceric, die entweder auf eine wortgetreue Umsetzung von Koran und Scharia bestehen oder von der Überlegenheit des göttlichen Rechts überzeugt sind, beanspruchen die Deutungshoheit über den Islam.

Hier geht es nicht darum, das christliche Abendland zu retten oder das islamische Morgenland zu verteufeln, sondern wenigstens im freiheitlich demokratischen Europa die Rechtseinheitlichkeit, die offene Gesellschaft sowie Gleichberechtigung und vor allem Gleichstellung von Frau und Mann sowie das Diskriminierungsverbot nach Art.3 GG zu erhalten.

hgp Lagerfeuer

4. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 11.06.2011 – 03:11

Nun zu deinen Argumenten, aghamemnun (a), scoutissima kennzeichne ich mit (s),

(s) Mustafa Ceric (…) will bekanntlich die Scharia in das europäische Recht integrieren, zunächst geht es ihm um die Bereiche Personenstands- und Familienrecht. Genau dort aber werden Frauen oder Kinder am massivsten benachteiligt. …

Ernsthaft gelebter Islam ist ohne praktizierte Menschenrechtsverletzung nicht anwendbar. …

(a) Und schon wird’s wider schräg, oder kannst Du das ausnahmsweise mal begründen?

Schön, wenn du mal die Gelegenheit hattest, in entspannter Atmosphäre mit dem Großmufti zu sprechen. Wenn er dir vermitteln konnte, dass er unter Scharia etwas ganz anderes versteht als das, was Scoutissima angeblich alpträumt, aber auch Jörg Lau am 01.12.2006 als Erklärung der Europäischen Muslime (DIE ZEIT) einstellt und Ceric selbst, die prominente europäische Autorität des ECFR (European Council for Fatwa and Research) auf der Internetseite seines Dienstsitzes in Sarajewo veröffentlichen lässt, dann bist du auf Taqiyya hereingefallen, auf ein Täuschungsmanöver, zu dem jeder Muslim unter folgenden Bedingungen berechtigt ist:

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt“ (al-Ghazali).

Dr. Bassam Tibbi, der als bekennender Muslim dem christlich muslimischen Dialog kritisch gegenübersteht und diese interreligiösen Gespräche als Täuschungsmanöver, welches das westliche Wunschdenken fördert, bezeichnet, meint dazu: Selig die Betrogenen (Politik 23 / 2002 in DIE ZEIT).

Möglicherweise macht Ceric tatsächlich nichts anderes als christliche Theologen. Die haben sich aber auf Grund der Trennung von Staat und Kirche / Staat und Religion aus der Politik herauszuhalten, denn Religion bzw. Nichtreligion sind in freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten Privatsache. Die Religionszugehörigkeit ist kein besonderes Kennzeichen eines Menschen, in Deutschland tragen wir aus gutem Grund die Religionszugehörigkeit nicht im Pass ein.

Theologen haben, wenn überhaupt, nur dann zu einer Weiterentwicklung der Religion beigetragen, wenn sie von Kritikern dazu gezwungen wurden. Eine Sakralisierung der Säkularität, eine erneute Machtergreifung von geistlichen Autoritäten haben Menschenrechtsuniversalisten und säkulare Christen abzulehnen.

Als Staatsbürgerin, Demokratin und Frauenrechtsaktivistin engagiere ich mich beruflich wie privat für Rechtseinheitlichkeit, FdGO und AEMR. Sie garantieren mir Freiheits-, Abwehr- und Schutzrechte, auf die ich auch als Feministin weder ganz noch teilweise verzichten möchte, die ich auch als Christin anderen Menschen nicht vorenthalten kann (5. Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst).

(s) Der Pfadfindertreffpunkt braucht eine Schariadiskussion.

(a) Na, ich weiß nicht.

Dann braucht der Pfadfindertreff eine Diskussion über die Universalität von Menschenrechten und das Grundgesetz.

(a zu Paulus) Oh nein, Scoutissima verwechselt da leider nichts. „Aussagen des Koran über Frauen“ googlen (Übersetzung nach Khoury). Ralph Ghadban analysiert in Das Kopftuch in Koran und Sunna (BpB) das Männer- und Frauenbild in Koran und Sunna und zitiert mehrere Hadithe und Suren. Googlen reicht. Der Kalif ist der Herrscher des Kalifats. Er war sowohl der geistliche als auch der politische Führer des theokratischen Staatswesens (Wikipedia).

Zum Wali Mudschbir:

Richtig, diese Institution gibt es tatsächlich hier und da und in Deutschland. Auf der Internetseite Islam nach Quran und Sunnah ist zum Thema Ist eine Imam-Ehe ohne Wali aus dem Verwandtenkreis gültig? nachzulesen: Wie wir wissen ist die Heirat ohne einen Wali nicht gültig.

Auch die volljährige Muslima und künftige Ehefrau ist somit unmündig und darf ohne Zustimmung des Vormunds nicht heiraten. Zum alltäglichen, klassisch islamischen Recht des Wali Mudschbir (mücbir veli) schreibt Wikipedia unter dem Begriff Wali, dass jede jungfräuliche Braut vom Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang, meist Vater oder Großvater, gegen ihren Willen verheiratet werden kann. Nach allen vier sunnitischen Rechtsschule darf die minderjährige Braut mit jedem beliebigen ehefähigen Mann zwangsverheiratet werden (Stichwort Wali Mudschbir, Wikipedia). Was nützt der hanafitischen Kindbraut (islamisches weibliches Heiratsalter nach Mohammeds Beispiel neun Jahre, Sunna) dass sie sich nach vielen Jahren des religiös legitimierten Kindesmissbrauchs als volljährig Gewordene scheiden lassen und damit als Beschmutzerin der Familienehre diskriminieren lassen darf.

Nach der schariafreundlichen Reform des deutschen Personenstandsrechts ist die standesamtliche Voraustrauung nicht mehr verpflichtend. Jede Braut auch die Nichtmuslima, die bürgerlich vor dem Standesamt einen muslimisch sozialisierten Gatten heiratet, muss eine Imam-Nikah (Ehevertrag) abschließen, wenn ihre Heirat vor Gott und nicht zuletzt auch vor der Familie Gültigkeit haben soll. Das hat im islamischen Familienrecht für Frauen erhebliche Nachteile.

Für Sunniten war Chomeini tatsächlich kein Theologe der ersten Reihe, das liegt aber in der Natur des Schismas des Islam. Je nach Quelle sind ca. 15 % der Muslime Schiiten und nicht nur im Iran gilt Großayatollah Chomeini als absolute Autorität.

Selbstverständlich gibt es unter ca.1,3 Milliarden Muslimen sehr verschiedene Persönlichkeiten und auch die islamischen Geistlichen unterscheiden sich sehr in ihrer Meinung. Jedoch ist die Scharia, die auf Koran und Sunna basiert, als perfekte Gesellschaftsordnung und nach islamischer Doktrin göttlichen Ursprungs jedem von Menschen geschaffenen Regelwerk überlegen.

Gesetze zu erlassen steht nur dem Souverän zu, das ist Allah. Muslime brauchen außerschariatischen Gesetzen nicht zu gehorchen, letztlich dürfen sie es nicht. Ein menschlicher Gesetzgeber setzt sich an die Stelle Allahs und verkörpert den Taghut, begeht allemal Schirk.

Wer Inhalte der Scharia hinterfragt oder sie gar kritisiert, zweifelt an der Weisheit Allah-Gottes und begeht Bid’a, Neuerung und Ketzerei. Nach einem Hadith soll Mohammed gesagt haben, dass diese schlechtesten Dinge Irrtümer sind, die direkt in die Hölle führen.

Herzlich Gut Pfad

Lagerfeuer

5. Muslimisches Pfadfinden und DPSG

Beitrag vom 11.06.2011 – 21:33

Guten Tag zusammen,

HathiCPD sagte: „Ich habe kein Wort zum Thema Islam verloren, das ist nicht mein Thema, mein Thema ist hier auch nicht irgendwelchen Ruf zu schädigen, mein Thema ist Trolle herauszufiltern und da benützt du und Lagerfeuer zumindest innerhalb kürzester Zeit den gleichen Computer…..was soll uns das sagen?)“

Schade, das Thema Islam ist auch für die Verantwortlichen in der Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit einem muslimischen Pfadfinderverband wichtig.

Ich muss dir doch nicht erklären wie ein Netzwerk arbeitet, natürlich haben wir mehrere PC-Arbeitsplätze.

Zitat aghammemnun: „Das mußte ja kommen. Vielleicht solltest Du Dich mal außerhalb des Dunstkreises der Partei Christliche Mitte informieren, was Taqîja ist. Falls dann noch Gesprächsbedarf herrscht, können wir gern weiterreden.)“

Falls Taqiyya nicht die für Muslime erlaubte Lüge zum Schönfärben eines schlechten Ergebnisses ist, dann klär mich und die User des PT doch bitte auf.

Wenn Ceric als Reisu-l-ulema in eurem Gespräch keine Taqiyya benutzt hat, hast du ihn vielleicht falsch verstanden? Denn auf der Internetseite seines Dienstsitzes ist die Erklärung Europäischer Muslime genauso eingestellt, wie Scoutissima sie angeblich albträumt. Wie sonst sollen sich die PT-User den Unterschied zwischen den Aussagen auf der Website (Rijaset) und dem Gesprächsinhalt eurer Unterhaltung erklären?

Ich wusste gar nicht, dass Dr. Bassam Tibi Mitglied der Partei Christliche Mitte ist oder zu ihrem Dunstkreis gehört. MenschenrechtsuniversalistInnen wie scoutissima und ich lehnen die CM ab.

Nenn mir doch einfach ein paar deiner Quellen. Ich lerne gerne dazu. Welche Verweise hast du?

Auf mein „Dann braucht der Pfadfindertreff eine Diskussion über die Universalität von Menschenrechten und das Grundgesetz“ antwortete aghamemnun „Und dafür braucht der PT ausgerechnet Dich?“

Warum denn nicht? Fühlst du dich berufen?

Du zitiertest mich: „Für Sunniten war Chomeini tatsächlich kein Theologe der ersten Reihe.“

aghamemnun: „Das hat auch niemand behauptet, nicht einmal Du. Für Sunniten war Chomeini auch kein Theologe der zweiten Reihe.“

Hat das jemand behauptet?

Lagerfeuer sagte: „Nicht nur im Iran gilt Großayatollah Chomeini als absolute Autorität.“

aghamemnun entgegnete: „und als Großajatollah (und um das Maß vollzumachen: mardja‘-e taqlîd) wird er auch nur von seinen fanatischsten Anhängern bezeichnet. Offiziell ist er beides nie gewesen.“

Hat das nicht gereicht, um die Islamische Revolution auszulösen, einen totalitären religiösen Unrechtsstaat zu errichten und ein Schreckensregime aufzubauen? Was glaubst du, wie egal es den Opfern war und ist, dass der Revolutionsführer nur „von seinen fanatischsten Anhängern“ mardja’-e taqlid genannt wird.

Auf mein „Jedoch ist die Scharia, die auf Koran und Sunna basiert, als perfekte Gesellschaftsordnung nach islamischer Doktrin göttlichen Ursprungs, jedem von Menschen geschaffenen Regelwerk überlegen“,

daraufhin sagst du: „Wie gesagt: Die Scharia ist kein Regelwerk, sondern eigentlich eine Ethik, die aus der Interpretation von Regeln gewonnen wird, die sich in den Quellen der Rechtsfindung finden. Also nicht herumgeifern, sondern einfach mal abwarten, was die Muslime aus diesen Regeln so machen. Und damit ist das Thema Scharia von meiner Seite beendet.“

Dass die Scharia ein Regelwerk ist, habe ich nie behauptet, Allah-Gott braucht keine Regeln, er ist die und das Regeln. Dennoch ist die Scharia eine Gesellschaftsordnung (nizam islami), meinethalben mit kulturrassistischer Ethik, die auf Koran und Sunna basiert. Das heilige Buch der Muslime, das nach der Glaubenslehre authentische Wort Gottes, stammt wie die Sunna, die prophetische Tradition, aus der kulturellen Vormoderne, deren Rollenkonzepten und Menschenbildern.

Der Konsens (idschma) wird herangezogen, wo Allahs Gotteswort und die nachzuahmende vorbildliche Lebensweise Mohammeds als hierarchisch höher stehende Rechtsquellen keine Regelungen enthalten, die auf den aktuellen Fall anwendbar sind.

Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Urteil durch logische Deduktion, die aus einem bereits entschiedenen Fall eine Lösung für den jetzigen Fall ableitet, zu fällen. Dieser Analogieschluss (qiyas) ist die vierte Rechtsquelle. Einen Konsens oder Analogieschluss außerhalb der Doktrin der beiden Primärquellen wird es aufgrund der Hierarchie der Quellen niemals geben können.

Die Scharia, das islamische Recht, die perfekte Gesellschaftsordnung oder die wie du sagst die interpretierbare Ethik durchdringt alle Lebensbereiche. Da jeder Muslim das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwerfen hat (Hisba), gibt es persönliche Freiheit und Selbstbestimmung nicht. Das islamische Recht baut auf der Unsicherheit der Analogieschlüsse und Konsense der Rechtsgelehrten auf, die, wie du selber sagst, sehr unterschiedlich argumentieren und folgern. Die Zukunft des Angeklagten, vielleicht sogar sein Leben, hängt damit von der übereinstimmenden Einschätzung fehlbarer Schariagelehrter ab, gegen das Urteil Beschwerde einzulegen ist fast unmöglich.

Wir Pfadfinder, die in einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat leben und Standards wie Einklagbarkeit von Freiheits-, Abwehr- und Schutzrechten, Gleichbehandlung, Rechtssicherheit und Bindung von Legislative, Exekutive und Jurisdiktion an die Verfassung und das abgeleitete Recht zu schätzen gelernt haben, können niemandem zumuten, sich an einer kollektivistischen Ethik zu orientieren, die gegen die Diskriminierungsverbote des Art.3 GG richtet und die Todesstrafe legitimiert.

Was die Muslime aus solchen (mehr oder weniger interpretierbaren) Regeln machen, sehen scoutissima und ich täglich. Mit Lebensqualität, Würde, Selbstbestimmung, persönlicher Freiheit und anderen garantierten Grund- und universellen Menschenrechten hat die islamische Orthopraxie, die keinesfalls nur aus Tradition besteht, nichts zu tun.

Kommst du aus der (sozial)pädgogischen Praxis und kannst anderes berichten?

Ich schrieb: „Gesetze zu erlassen steht nur dem Souverän zu, das ist Allah. (…). Wer Inhalte der Scharia hinterfragt oder sie kritisiert, zweifelt an der Weisheit Allah-Gottes und begeht Bid’a, Neuerung und Ketzerei. Nach einem Hadith soll Mohammed gesagt haben, dass diese schlechten Dinge Irrtümer sind, die direkt in die Hölle führen.“

Aghamemnun reagierte mit: „Ich weiß. So sagt Pierre Vogel das auch immer. Das muss man ihm aber nicht glauben. Auch als Muslim nicht. Deshalb ist die Anhängerschaft von ihm und seinesgleichen ja auch eher klein.“

Muslime, die nicht wie Aussätzige im Mittelalter gemieden werden wollen, sollten sich an Allah-Gottes Wort halten (al-wala wal-baraa). Die Demokraten der offenen Gesellschaft (Popper) haben hier entgegen zu steuern, um eine schariakonforme Gegengesellschaft und damit die Rechtsspaltung zu verhindern.

In Frankfurt versammelte Pierre Vogel und seinesgleichen, ich nehme an, du meinst die Salafisten, immerhin 1500 Menschen um sich (20.04.11). Erst als er durch „Behördenwillkür“ daran gehindert wurde, ebenfalls in Frankfurt ein öffentliches Totengebet für Bin Laden abzuhalten (07.05.11), waren es 750 Menschen und in Koblenz (29.05.11), als das Ordnungsamt ihn noch mehr einschränkte, waren es immerhin noch 250.

Die Verfassungsschutzberichte mehrer Bundesländer widersprechen deiner Einschätzung (CIBEDO), Pierre Vogel habe wenig Gefolgsleute, der Innenminister Ralf Jäger (NRW) hält salafistische Organisationen, gerade was die Radikalisierung von Jugendlichen betrifft, für so gefährlich, dass er vor ihnen warnt (DER WESTEN, 04.03.11).

Always be prepared,

Lagerfeuer

6. Strukturen und Wesen des RDP/RdP und WOSM/WAGGGS

Beitrag vom 13.06.2011 – 02:01

Hallo Pitt, hallo Malte_B,

die Chance für RdP/RDP den beiden scoutistischen Weltverbänden gegenüber scheint mir darin zu bestehen, den Geist des Emanzipatorischen und Aufklärungshumanistischen zu globalisieren.

Malte_B schrieb an scoutissima: „Von einer „Universalität“ der von der abendländischer Kultur geprägten Menschenrechte zu sprechen ist genau die kulturelle Arroganz, die auch aus dem Rest deines Gedankenwirrwarrs rauswabert … . Wenn das Grundgesetz „die Ehe“ schützt, dann ist das eine nach rein christlicher Lehrart. Wenn das Grundgesetz das Eigentum schützt, dann ist das eine nach den römischen Grundsätzen. Und überhaupt setzt die Notwendigkeit von Abwehrrechten gegenüber dem Staat voraus, dass dieser Staat einer nach westlichen Vorstellungsmustern ist. …uswusf. Aber pfropfen wir ruhig mal unsere Vorstellung von „Demokratie“ allen anderen über, die wir im oligarchischen Sinne sowie seit Jahrhunderten unterbuttern.“ Zitatende.

Auch bekennende Rassisten würzen ihre Suppe mit dem gleichen Salz, indem sie die Andersartigkeit, die von Kulturrelativisten betont oder gar idealisiert wird, mit negativen Vorzeichen versehen.

Die in Köln lebende Menschenrechtsaktivistin und Universalistin Arzu Toker meint dazu: „Kulturrelativisten glauben, dass Moralprinzipien nur innerhalb einer bestimmten Kultur gültig seien. Sozusagen „Jedem Äffchen seine Banane“ oder in Kölsch: „Jeder Jeck ist anders.“ Diese Einstellung erleichtert es, rassistisch zu sein, ohne als Rassist erkannt zu werden. Jeder Mensch hat das Recht auf individuelle Freiheit und Andersartigkeit. Aber die Grenze jeder persönlichen Freiheit und „Andersartigkeit“ muss im Grundgesetz liegen, das für Alle gleichermaßen gültig ist.“ Soweit die Kölnerin.

Toker, mit Niki Eideneier Preisträgerin des türkisch-griechischen Abdi-Ipekci-Preises für Frieden und Völkerverständigung, veröffentlichte einen Brief an Fereshta Ludin und wies darauf hin, dass es keine Menschrechte à la carte gibt.

Dem letzten Absatz der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (es heißt übrigens nicht Kultur-, Muslim-, Christen- oder West- oder Ostrechte) ist zu entnehmen, dass alle Nationen der Welt die jede Person integrierenden, globalen und allumfassenden Menschenrechte anerkennen und sie als gemeinsam zu erreichendes Ideal engagiert anstreben sollen. Jedes Individuum sowie alle Institutionen und Vereinigungen der Gesellschaft, also auch die Schulen, Sportvereine oder Pfadfinder, sollen sich dieses hohen Ziels erinnern und alle Kräfte dafür einsetzen, durch Bildung und Erziehung die Achtung vor diesen Naturrechten zu fördern. Die Mitgliedsstaaten selbst und deren Bevölkerung sollen durch wachsende nationale und internationale Bemühungen die tatsächliche Anerkennung und Einhaltung sichern und erhalten.

Die in der AEMR aufgeführten Rechte entsprechen zutiefst menschlichen Grundbedürfnissen und verschaffen diesen Überlebensvoraussetzungen Ausdruck und Geltung. Man kann diese Naturrechte, die von Humanisten und Philosophen der Aufklärung entwickelt wurden, nicht kaufen. Man braucht sie nicht zu erwerben und muss sie sich auch nicht verdienen. Diese Jedermenschrechte stehen allen ohne Einschränkung aufgrund ihres Menschseins von Geburt an überall auf der Welt zu, man kann sie nicht verlieren, niemand darf sie aberkennen.

Daraus folgt, dass selbstverständlich auch Migrantinnen und Migranten wie Arzu Toker, Necla Kelek, Seyran Ates, Ralph Ghadban und Bassam Tibi das Recht haben, ihre Herkunftskultur kritisch zu reflektieren, ohne diskreditiert zu werden. Das Recht auf Individualität, auf Besonderssein müssen wir in gewissem Rahmen tolerieren und sogar fördern, aber ob du wegen Unmoral in Indonesien oder Saudi-Arabien ausgepeitscht wirst, ist für dich genauso barbarisch und schmerzhaft wie für den Somali in Bahrain. Tatsächlich ist das Gravitationsgesetz zwar im Westen entdeckt worden, aber kein vernünftiger Mensch würde daran zweifeln, dass ein Stein überall auf der Welt nach unten fällt und nicht nach oben fliegt. Das Problem mit der Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte besteht doch wohl eher darin, dass diese existenziellen Rechte nicht mit dem iranischen Gottesstaat, dem Kalifat, der heutigen chinesischen Diktatur oder ähnlichen Unrechtsstaaten politische System kompatibel sind. Das politische System eines Landes kann sich aber ändern.

Abwehrrechte gegen den Staat sind, anders als Malte_B es denkt, gerade in Staaten überlebensnotwendig, die nicht „westlichen“ Zuschnitts sind. Solange die Verfassung die konservative Lebensform der Ehe privilegiert hat, hat sie wenigstens jede Eheschließung gleich behandelt, also ohne beispielsweise die Religionszugehörigkeit, Ethnie oder Kultur der Eheleute zu .berücksichtigen. Das Lebenspartnerschaftsgesetz ist eine Möglichkeit, eine gleichgeschlechtliche Beziehung rechtlich besser abzusichern. Bezüglich des Verfassungsrechts, Einkommensteuerrechts, im Besoldungs- und Versorgungsrecht der Beamten und in der berufsständischen Versorgung besteht aber noch Nachholbedarf.

Der Staat schützt das Eigentum, weil es ein existenzielles Bedürfnis und Naturrecht eines jeden Menschen ist, unabhängig von Weltanschauung, Rasse und Geschlecht, Besitz zu haben und zu erwerben; wenn er freiwillig darauf verzichten will, kann er das ja tun. In der Scharia hat der Harbi aber nicht einmal die Erlaubnis dazu.

Menschenrechte einzufordern, die jedem unverheirateten Liebespaar nicht nur in Deutschland erlauben, händchenhaltend durch die Einkaufsstraßen schlendern und ohne Angst vor Steinigung auch ohne Trauschein zusammenzuleben und Zärtlichkeiten auszutauschen, sondern, überall auf der Welt, das Menschenrecht auf selbstbestimmte Sexualität, freie Partnerwahl, auf eine selbstgeschriebene Biographie, eine unbeschwerte Kindheit, eine gesunde geistige, seelische und körperliche Persönlichkeitsentwicklung, ist keine postkoloniale, kulturelle Arroganz, sondern weltbürgerliche und mitmenschliche Verpflichtung, gerade für Pfadfinder oder Wandervögel. Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist unverletzlich, die freie Religionsausübung stößt dort an Grenzen, wo sie andere Grund- und Menschenrechte einschränkt oder verletzt. Es gibt daher keinen kulturellen Rabatt für Straftaten wie Ehrverbrechen oder Zwangsheiraten.

Diesbezüglich sollten die Pfadfinder ihr Profil, angesichts eines weltweit anwachsenden Fundamentalismus, klarer zeichnen.

Mit solidarischen Grüßen, Lagerfeuer

Islamisierung durch Laiendominikaner

Februar 25, 2011

تبليغي

tablīġī

selbstlos dienend

missionarisch aktiv

Tief ins innerste Deutschland, auf Missionsreise für Papst und Mufti

Nachhaltige katholische Leugnung von Gegenaufklärung, Frauenfeindlichkeit und Kulturrassismus der Scharia benötigt neuartige Missionare. Um die freiheitliche (säkulare) Gesellschaft zu überwinden, gilt es, im tiefsten Deutschland für das koranbasierte Zusammenleben segregierter Religionsvölker zu werben. Jacques Auvergne fällt dem Laiendominikaner Thomas Lemmen ins Wort.

Ein dāʿī ist ein Prediger des Gesetzes Allahs, was er betreibt, etwa als Pierre Vogel, ist die daʿwa, eingedeutscht Dawa, die Islamverkündung, und damit, denn Islam ist Praxis und islamischer Glaube Gehorsam, die Islamisierung. Seit Gründung von CIG und KCID sind erste Laiendominikaner als unechte dāʿī tätig, als christliche Einweiser in eine schariakonforme „Gesamtgesellschaft“ (1).

Die katholische Basis einiger Kleinstädte ist über die seit Monaten zunehmende Anzahl der Burkas und Bärte einigermaßen beunruhigt. In den Briefkästen findet sie Werbematerial von Muhamed Seyfudin Ciftci bzw. Pierre Vogel (Einladung zum Paradies e. V. / ISLAMSCHULE). Zum kreuzbraven Hinterherdenken muss ein Vordenker her, und flugs wurde nach dem kircheneigenen Islamverteidiger Dr. Thomas Lemmen gerufen, der sich sofort bereit erklärt, ein knapp zweistündiges Plädoyer für Islam und Scharia abzuhalten, selbstredend bei Betonung des Wertes von Grundgesetz und Menschenwürde.

Bereits am nächsten Abend betritt der Orientierung zum Islam anbietende katholische Dawa-Gehilfe den Gemeindesaal und beginnt:

Religionsfreiheit gründet in der personalen Würde des Menschen.

Der parteiliche Christ unterschlägt natürlich, dass auch der Atheismus ein von Artikel 4 GG geschütztes Bekenntnis darstellen kann.

Dass Allahgott, wie Mohammed klarstellte, den Islamapostaten töten möchte, darf zum Auftakt einer christlich-islamischen Dialogveranstaltung nicht zur Sprache kommen, das würde die gute Stimmung beschädigen, das gegenseitige Vertrauen und den wechselseitigen Respekt.

Jeder Mensch muss frei sein von Zwang und menschlicher Gewalt.

Von stellvertretend (durch den Muslim als Kalifen) begangener göttlicher Gewalt ist nicht die Rede, nicht nur die Insassen des Teheraner Evin-Gefängnisses sind der Gewalt Allahgottes ausgesetzt.

Nach dem wegweisenden Papier Dignitatis humanae kann es keinen Zwang in Glaubensfragen geben.

Klebrig-zäh wie guter Fliegenleim versuchte die unter Papst Paul VI. (Giovanni Montini) am 07.12.1965 verabschiedete Erklärung, die aus dem katholischen Befehlsbereich in eine globale Spaßkultur zu entweichen drohenden Seelen wieder einzufangen, nicht ohne den etwa in der Sowjetunion marginalisierten Islam genau zu kennen. Vor allem im brutal antireligiös herrschenden Ostblock nämlich, so wird man gedacht haben, würde sich eine hörbare Toleranz gegenüber dem Islam günstig auf die Kirche, letztlich natürlich die Katholische Kirche, auswirken.

Vorläufig und angeblich in jede Richtung offen galt es also, von individueller Selbstbestimmung zu reden, zugleich schmiedete sich die machtpolitisch denkende Katholische Kirche mit einer ehernen Fessel an den Islam, eine sehr irdische Beziehungsfalle, aus der es inzwischen und bei kirchenintern durchgesetzter proschariatischer Doktrin kein Entrinnen mehr gibt. Der heutige katholische Endanwender hat die gewalttätige koranische Gottheit der Willkür und Frauenentwürdigung als den Einen Gott zu beschreiben, zu ehren, ja wahrscheinlich sogar anzubeten. Holocaust und kirchlicher Antisemitismus können nutzbar gemacht werden, um jede Kritik an der „jüngsten abrahamitischen Religion“ als Aufruf zum Religionskrieg und praktizierten Rassismus fehlzudeuten.

Dass sich das vatikanische „es kann keinen Zwang in Glaubensfragen geben“ nahezu wortgleich liest wie sein heimliches Original, wie das „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (Koran 2:256), muss uns Heutigen angesichts der weit gediehenen Verschmelzung von neokatholisch-repressiver Toleranzpraxis und unwandelbar brutalem Schariagesetz wie ein Zeichen des Unheils erscheinen.

Im Übrigen mag man es als antisemitisch und antijüdisch bezeichnen, wenn das himmlische Gespenst von Dschihad, Kindbraut, Schleierpflicht und Dhimmitude als mit dem Gott Abrahams identisch erklärt wird, was Nostra Aetate bereits fünf Wochen eher, am 28.10.1965 gegendemokratisch wie gotteslästerlich festgeschrieben hatte.

Der Inhalt des Nostra Aetate wurde von Islambeschwichtiger Georges Chehata Anawati (1905-1994) mit entworfen, einem ägyptischstämmigen Christen, der als Sechzehnjähriger von der Orthodoxen zur Katholischen Kirche konvertierte. Der Pharmazeut, Aristoteles- und Aquinforscher trat 1934 dem Orden der Dominikaner bei und studierte ab 1943 in Algier Arabisch und Islamwissenschaften. Mit den Gelehrten der allahkratischen Azhar kooperierte er ebenso wie mit der Arabischen Liga (Arab League, Ǧāmiʿat ad-Duwal al-ʿArabīya). Anawati wusste also genau um den die Nichtmuslime versklavenden Charakter jeder koranbasierten Theologie und begründete die katholische Tradition des Verschweigens von heilssichernder Frauendeklassierung und verpflichtendem Apostatenmord. Der rheinische Dialogaktivist und Kopftuchverteidiger Werner Höbsch aus Brühl bei Köln, der „60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich!“ schmettert und Tariq Ramadans Schrift »Radikale Reform: Die Botschaft des Islam für die moderne Welt« lauthals gegen jede Kritik an diesem den Schleier fordernden Salafisten öffentlich verteidigt, beruft sich gerne auf Georges Anawati.

Höbsch vernebelt, dass Pierre Vogel und Scheich Ciftci an der IU (Islamischen Universität zu Medina) studiert haben und wiegelt ab: „Diese Saudis, das sind doch Wahhabiten!“ Darauf hingewiesen, dass Hanbal, gestorben 855, der letzte echte Salaf war und dass es keinen Wahhabiten gibt, der kein Hanbalit ist und umgekehrt, meint er, Saudi-Arabiens Verfassung sei gar nicht an der Scharia ausgerichtet, sondern betone das lokale Stammesgesetz. Wer daraufhin den frommen Schariabezug aus der genannten Verfassung zitiert, erntet Höbschs überfordertes oder einfach nur dreistes Schweigen – der als Islamkenner und Dialog-Großmeister herumgereichte Mann will seinen Einfluss behalten, Fakten stören da nur.

Einer Dialogveranstaltung bei Werner Höbsch beizuwohnen lohnt sich dennoch, seiner oft etwa einstündigen, theologisch brilliant gedachten und stilistisch vorbildlich vorgetragenen Theorie kann man meistens völlig zustimmen, erst im Diskussionsteil wird, sobald schariakritische Fragen auftauchen, der dialogische „Harmonismus“ erkennbar und beginnt Werner Höbsch dutzendfach zu flunkern und zu bagatellisieren und dutzendfach bei eben diesem Nebelwurf in aller Öffentlichkeit enttarnt zu werden. Neben Lemmen ist Werner Höbsch die zweite islamverteidigende Wunderwaffe des Bistums Köln.

Das im einschüchternden Dialog mit dem Islam so oft bemühte lā ikrāha fī d-dīn, kein Zwang in der Religion, pflegt den offensichtlich unangenehmen Folgevers zu unterschlagen, wo uns Allahgott seinen Kulturrassismus durchaus eindeutig erklärt: „Gott ist Freund derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus der Finsternis hinaus ins Licht. Die Ungläubigen aber haben die Götzen zu Freunden“ und braten, wie wir wissen, auf ewig in der Hölle.

Innerislamisch und da vor allem innerfamiliär ist Gottesbefehl 2:256 ein Freibrief auf Gewaltanwendung. Bezogen nicht zuletzt auf die Maßgabe der Ḥisba kannst du deine Ehefrau oder Tochter bzw. kann der Hodscha seinen Koranschüler gar nicht genug zum islamisch erwünschten Wohlverhalten prügeln, das islampädagogische Objekt steht ja schließlich ganz „allein vor Gott“ und bekennt die Schönheiten von Koran und Sunna wie zufällig mit der selben Inbrunst wie das ebenfalls verprügelte oder sich vor dem Teufel fürchtende Nachbarkind.

Schariadurchsetzung (Ḥisba) ist Pflicht jedes Muslim und basiert auf dem Grundsatz al-amr bi ʾl-maʿrūf wa ʾn-nahy ʿani ʾl-munkar, das Gute gebieten und das Schlechte verbieten (vgl. Koran 3:110, gerichtet an die „beste aller Gemeinschaften“).

Die Ḥisba ist nicht zu diskutieren, sie ist deine dich vor der Hölle rettende gewaltbereite Gleichschaltung des Verhaltens aller Schariaverpflichteten (Muslime) in deinem räumlichen Umfeld, für eine Frau das Treppenhaus, für den Jungen der Schulhof, dem Mann der halbe Straßenzug.

Um noch einmal auf die oft zu vernehmende sinngemäße Aussage, dass jeder Muslim völlig frei (gleichsam autistisch) lebe, zurückzukommen, lohnt sich zu betrachten, wie der nordrhein-westfälische Schariapolitiker Muhammet Balaban (LAGA NRW; Integrationsbeirat der Stadt Essen (2)) den sexualmagischen und vor dem Höllenfeuer rettenden Hidschab verteidigt:

„Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“

Thomas Lemmen:

Religionsfreiheit bedeutet, dass niemand gezwungen werden darf, gegen sein Gewissen zu handeln.

So ein Unsinn, was ist denn mit dem Gottesfürchtigen, der seine Tochter steinigen will?

Dass Thomas Lemmen an einem ernst gemeinten Einsatz für die Gewissensfreiheit aller Menschen auch gar kein Interesse hat, wird darin deutlich, dass er sich für die Belange der Ex-Muslime nicht einsetzt. Auch gegen Tariq Ramadans Schleierpflicht, Griechenlands islamische Verheiratung schwanger in Düsseldorf auftauchender kleiner Mädchen oder die schafiitische FGM schweigen die von ihm verantworteten Dialogkonzerne CIG und KCID beredt.

Ganz grundsätzlich lässt sich sagen: Religionsfreiheit gibt es für den Einzelnen und für die Gruppe, Religionsfreiheit betrifft das Private und das Öffentliche.

Das stimmt, aber darum geht es beim Thema Islam nicht, sondern um das Beibehalten des für alle geltenden, einheitlichen und gleich behandelnden Rechts, um Gesetze und Verordnungen, die das Zusammenleben regeln, nicht den Aufenthalt in Paradiesgarten oder Höllenfeuer.

Der orthodoxe Islam (der separatistische und revolutionäre Islam) will die Rechtsspaltung, und Kirchenvertreter wie Rowan Williams oder Thomas Lemmen wissen das. Muslimintern muss man auf die Privilegierung der Männer und, na so was, auf die Diskriminierung der Frauen bestehen, außerhalb davon sind Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und Atheisten emotional mit Ekel zu befrachten und juristisch bzw. ökonomisch herabzusetzen bis zum Status eines Sklaven (Dhimmis) oder zu tötenden Stellvertreter Satans (Atheisten), das alles ist kein Islamismus, das ist Islam – jener Islam, den der elitär erwünschte, schariakonforme Bundesbürger als „im Kern friedliche Religion“ zu bezeichnen hat, wie Hans-Gert Pöttering (3) und Horst Köhler (4) tatsachenwidrig betonen.

Pluralismus und Globalisierung rahmen oder akzentuieren das Geschehen auch um die rechtliche Integration des Islam in Deutschland.

Die Seelen rettende Gewalt des Wali mudschbir (Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang) gegen seine Tochter und die religiös legitimierte Gewalt des Ehemannes gegen seine Frau sind öffentlich zu loben und rechtlich zu verstaatlichen, auch wenn Thomas Lemmen das katholische Publikum gerne dahingehend anschwindelt, dass es im Islam keinen Zwang zum Hidschab gebe und keine Unterdrückung der Frau.

Wer mit Organisationen wie dem erklärtermaßen an Abdoldjavad Falaturi und dem ZMD orientierten Christlich-Islamischen Verein Hochrhein e.V. (CIVH, Rheinfelden, ein Islamisierungsprojekt der Alperenler-Moschee (DİTİB, über Bedri Karakılınç dem Avrupa Diyanet bzw. Diyanet İşleri Başkanlığı Aylık Dergiler verbunden (5)) zusammenarbeitet oder sich als Nürnberger Pfarrer und Dekanatsislambeauftragter Hans-Martin Gloël („Köprü – Brücke“) mit Millî-Görüş-Funktionären an den Dialogtisch setzt, darf von uns AEMR-orientierten, säkularen Weltbürgern doch wohl als Proislamist bezeichnet werden. Rheinfeldens CIVH und Nürnbergs Köprü sind Mitglied in Lemmens KCID, Lemmen selbst hat nichts dagegen, das der über den ECFR dem Umfeld der global aktiven Muslimbrüder zuzurechnende bosnische Großmufti eine gesamteuropäische muslimische oberste Behörde (a single Muslim authority in Europe) und die Rechtsspaltung im Familien- und Personenstandsrecht (opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law) realisiert wissen möchte.

Ehrlicherweise bekennt sich der CIVH zum diskriminierenden Islamischen Recht: „Als Bürger dieser Gesellschaft, in Anbetracht der Grundsätze der Menschenrechte und Demokratie wie auch der Dynamik des islamischen Rechts und der kollektiven Vernunft besteht für uns keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia (6).“

Das Kalifat pflegt bekanntlich einen ganz besonderen Parlamentarismus und dazu weiß man am deutschen Hochrhein: „Im Qur´an spricht Gott selbst von der Notwendigkeit von »schura«, also der politischen Partizipation der Gesellschaftsmitglieder, welche in unserer heutigen Gesellschaft am besten durch einen demokratischen Willensbildungsprozess zu gewährleisten ist. Es war eine der zentralen Leistungen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) in der Stadt Medina einer Gesellschaft in Chaos und Rechtlosigkeit eine Rechtsordnung gegeben zu haben, womit die Schaffung von Rechtsstaatlichkeit ein ursprüngliches Anliegen des Islam ist.“ Der frauendeklassierende und judenmordende, göttlich erleuchtete Stadtstaat (622 – 855 n. Chr.), im Islam das absolute Referenzmodell für sittliches Zusammenleben, gilt den Neochristen und Quasi-Salafisten von CIG und KCID offensichtlich als akzeptables Vorbild.

Allahgott will den Gotteslästerer oder sonstigen Islamapostaten ermordet wissen, das allein sichert den Muslimen im Diesseits und Jenseits das Heil, was der glitschig lächelnde CIVH allerdings so darstellt: „Gott verpflichtet uns zur Erhaltung des Lebens und verbietet uns das Töten.“

CIVH-Chef ist Werner Ross. Für die Gewalt gegen Ägyptens Kopten macht der Pfarrer aus Rheinfelden Staatspräsident Hosni Mubaraks feindseliges Verhalten den ägyptischen Muslimbrüdern gegenüber verantwortlich: „In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen (7).“ Lemmen fährt fort:

Individuelle und kollektive Religionsfreiheit: Über die individuelle Religionsfreiheit hinaus gibt es ein Recht der Gemeinschaft auf Religionsfreiheit. Wegweisend ist uns Katholiken die Schrift des Bistums Essen aus dem Jahre 2001.

Solange jeder Islamverband die Scharia lehrt und fordert, wird das Individuum, zumal das weibliche, angesichts von Sunnagehorsam (Islam) und Schariagesetz (auch Islam) auf der sprichwörtlichen Strecke bleiben.

Der Arbeitskreis Integration des Bistums Essen veröffentlichte im September 2001 einen Ratgeber („Religion ist keine Privatsache“ (8)) zu Moschee-Neubau und Muezzinruf, dem niemand, der in Kirchenkreisen Karriere machen will, widersprechen kann. Der Arbeitskreis empfiehlt zur postsäkular-bewusstseinsverändernden Lektüre das Basiswissen Mohammed von Autorin Melanie Miehl (9), Miehl ist Lemmens Ehefrau.

Aufgabe der Religion ist es, das gesellschaftliche Gemeinwohl zu fördern und eine eigene Vervollkommnung als ein Leben in größerer Fülle zu erreichen.

Der Dreikonsonantenwurzel ṣ-l-ḥ, „Heil, heilssichernd“ zugehörig, heißt Gemeinwohl in der Scharia istiṣlāḥ. Auch Lemmens „Leben in größerer Fülle“ widerspricht dem nach klassisch islamischer Auffassung und nach Allahs Ratschluss jedem Menschen vorherbestimmten Konvolut an erworbenem Wissen und irdischem Erfolg nicht.

Dass irdische Glückseligkeit mit Islam zusammengehe, predigen nicht nur Katholiken. Die Eliten des Reformierten Weltbundes (World Alliance of Reformed Churches (WARC)) beispielsweise trafen sich, irgendwie betroffen, im an Armut und Islamismus leidenden Afrika (Ghana, Accra 2004) unter dem Motto „Auf dass alle ein Leben in Fülle haben“ und billigen offensichtlich das Leben jeder Muslima, ihr Leben unter der brutalen Scharia, als völlig „erfüllt“ und voll von „Fülle“. Die globalen Calvinisten vom WARC überschlagen sich schier vor Freude über den Dawa-Text A Common Word Between Us And You (10).

Das vom Reformierten Weltbund gelobte jordanische Königliche Institut für Islamisches Denken will die globale Transzendierung („Salafisierung“, Hanbalisierung) der vier sunnitischen Rechtschulen und bekennt bzw. erkennt diese innerislamische Fusionsarbeit (globales Kalifat) als konsequente Anwendung der Scharia (11).

Die Artikel 4 und 140 regeln die Trennung von Staat und Religion. Diese ist nicht ganz vollzogen, sondern unvollkommen oder, wie man sagt, hinkend.

Allah hinkt allerdings nicht und der Strafparagraph 166 (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen) lässt sich ja vielleicht schon bald als Hebel zum islam-revolutionären Putsch verwenden. Die in Absatz (2) beschriebene gotteslästerliche Relevanz („die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“) kann sich als Instrument erweisen, jeden Kritiker von Koran und Scharia anzuklagen und in ein Gefängnis zu sperren. Jemand wie Werner Höbsch, der in einem katholischen Gemeindesaal anlässlich einer von ihm selbst geführten Dialogveranstaltung aufschreit „Ich lasse nicht zu, dass der Islam und damit alle Muslime diskriminiert werden!“ wird vielleicht gar nichts dagegen haben, jedenfalls verweigert der Zuckergussrhetoriker aus 50321 Brühl den Dialog mit Ex-Muslimen bereits seit vielen Jahren ganz gezielt und sorgt dafür, dass auf den dialogüblichen Büchertischen die Werke von Mina Ahadi, Necla Kelek oder Seyran Ateş durch Abwesenheit glänzen, während die Bücher des Salafisten Tariq Ramadan, von Fundamentalistin Rabeya Müller und von Gegenaufklärerin Lamya Kaddor, selektiv tolerant, Zugang haben.

Anders als für Werner Höbsch sind für gründlich denkende Menschen rationale Islamkritik und praktische Muslimfeindlichkeit auch zwei recht verschiedene Dinge und werden BGB und Straßenverkehrsordnung, auch im wunderlichen Rheinland bzw. Brühl, nicht von „Muslimen“ bzw. „westlich kulturalisierten Christen“ eingehalten, sondern von Staatsbürgern, ausländischen Mitbürgern staatenlosen Mitbürgern. Grundgesetz und AEMR schützen schließlich (in erweiternswerten Grenzen) auch die Illegalen (sans papiers), ob sie schon mal zur Ḥaǧǧ in Makka al-Mukarrama (Mekka die Ehrwürdige) waren oder ob sie Marx und Feuerbach auf Persisch lesen.

Besonders gerne tritt Werner Höbsch mit dem jugendbewegten Umfeld der dem Salafismus zuzurechnenden Muslimbruderschaft auf, so mit Rajaa Chehab von der islamistischen Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD (12)).

Am 02.04.1924 erkannte und benannte ein gewisser Peter Panter (Kurt Tucholsky, 1890-1935) den Vorläufer von 166 StGB als „mittelalterlichen Diktaturparagraphen“ (13).

Religionsfreiheit umfasst nicht nur das Recht, zu glauben oder nicht zu glauben. Der Einzelne hat das Recht, sein ganzes Leben an der Religion auszurichten.

Nur ein halbierter Islam kann auf Schleier und Imam-Ehe verzichten, Thomas Lemmen ruft also nach Hidschab und Zweitfrau.

Doch ohne Steinigung ist der Islam unvollständig.

Wir sehen, dass in den USA oder in Europa ein Muslim den Islam nicht umsetzen darf, den Islam nicht leben kann, und dass der prominente Kölner Vertreter der nichtklerikalen Dominikaner (Fraternités laïques dominicaines, Fraternità Laica di San Domenico) soeben entweder dialogüblich-unverbindlichen Unsinn geredet hat oder das Grundgesetz abschaffen will.

Das Grundgesetz gewährt Religionsfreiheit als spezifischen Ausdruck von Artikel 1.

Genau, das GG gewährt Religionslosigkeit und Religionskritik als spezifischen Ausdruck von Artikel 1.

Islam ist Religion im Sinne des Grundgesetzes.

Ja, eine Religion, die nicht in Gänze praktiziert werden darf, da sich ihre Praxis gegen die Verfassung richtet. Und weil nach Maßgabe des tauḥīd weder Allah halbiert werden darf noch Allahs umma oder das göttliche Gesetz, lässt sich, sofern man die Ansprüche eines Maududi, Qutb oder Chomeini ernst nimmt, sagen, dass der Islam in einer freiheitlichen Gesellschaft überhaupt nicht gelebt werden kann.

Kitman-Großmeister Lemmen, der Bosniens höchstem Himmelswächter gerne die Hand schüttelt, kennt den Islam und will das Publikum dahingehend manipulieren, sich den Streitern für möglichst viel Schariapraxis anzuschließen:

Opening the way for the Muslim law (Mustafa Cerić, Zagreb 24.02.2006).

Religionswechsel ist Teil der Religionsfreiheit.

Der „differenziert“ denkende Allahgott schränkt die zulässigen Konversionsrichtungen allerdings doch etwas ein.

Weil sich Religionsfreiheit von der AEMR ableitet und nicht vom GG, gilt sie auch für Ausländer.

Das erste stimmt. Dass die ewige Scharia auch gegen die AEMR verstößt und nicht lediglich gegen das GG, verschweigt Lemmen auch an dieser Stelle gekonnt.

In einem anspruchsvollen interreligiösen Dialog gilt das nicht zwangsläufig reziprok, können wir nicht gleichsam automatisch erwarten, dass uns Kirchenbau in Afghanistan oder im Sudan gestattet wird, bevor wir unseren Einwanderern aus diesen Staaten bei uns Religionsfreiheit gewähren.

Ok. One law for all. Aber nicht morgen und schon gar nicht auf Dauer wird die koranbasierte Dhimma und Frauenherabwürdigung unwidersprochen weitergehen können: Die AEMR muss, nimmt sie sich ernst, global durchgesetzt werden. Thomas Lemmen will die Globalisierung der AEMR allerdings offensichtlich nicht, die „uns so Fremdartigen, die Fremden“ sollen aus katholisch-religionspolitischer Sicht „anders“ bleiben dürfen, schariatisch sprich kulturrassistisch und misogyn leben. Den aus der „islamischen Welt“ (Höbsch) „in den Westen“ (Höbsch) zugewanderten Menschen ist ein Leben ohne Gewissensbisse, das heißt ein Leben mit der (familienrechtlichen, nur wenig später wohl auch erbrechtlichen) Scharia zu gestatten – auf Anfrage eben in unseren Städten und Straßenzügen.

Sie verlassen den Amerikanischen Sektor (14), demnächst heißt es ja vielleicht: Sie verlassen den menschenrechtlichen Sektor, willkommen in Berlins Schariaviertel.

Religionsfreiheit gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Gemeinschaften.

Zu einer Zwangsverheiratung, schafiitischen FGM oder islamischen Steinigung gehören mindestens zwei Menschen.

Dass Sunnaüberwachung und Schariastaat Täter und Opfer schaffen, hat der Laiendominikaner übergangen, Hauptsache scheint ihm zu sein, dass der Islam irgendwie gemeinschaftlich ist, „sozial“.

Lemmens Kitman (lying by omission, Lügen durch Verschweigen) liegt also darin, nicht zu sagen, dass der Islam ungleich behandelt (diskriminiert).

Prinzip Lemmen: Mission plus Omission (15).

Es ist allerdings noch viel schlimmer: Omission ist kein Kitman, da sie ein informiertes ganzes Publikum voraussetzt, um als Witz oder Stilmittel gesteigerter Spannung (Krimi) überhaupt wirksam zu sein, während das islamische Lügen durch Auslassen die unterschiedlichen Grade an Informiertheit des Auditoriums allahkratisch gezielt (die Islamisierung befördernd) ausbeutet. Omission informiert (bildet) und macht potentiell alle frei, Kitman diskriminiert absolut und zielt auf zunehmende Versklavung eines Bevölkerungsteils, damit jemand hienieden die Arbeit macht und der Hölle dort der Brennstoff nicht ausgeht.

Es gäbe natürlich die Möglichkeit, dass der überdurchschnittlich gebildete (moralisch potentiell stärker schuldige) Thomas Lemmen das Märchen vom friedlichen und frauenfreundlichen Islam wirklich glaubt. Nun, betrachten wir die Religionspolitik in seinem weiteren Umfeld und Bereich des Einflusses: Leute wie Lemmen reden seit Jahren mit Tariq Ramadan und Mustafa Cerić, sie sind zur Scharia also genau informiert.

Nein, die Kirche von heute, etwa um Erzbischof Rowan Williams (The Archbishop of Canterbury says the adoption of certain aspects of Sharia law in the UK „seems unavoidable“), weiß genau, was Islam ist und setzt auf eine postsäkulare, sprich jenseitszentrierte, brutalisierte und sozial segregierte Welt von morgen: Ohne durchsetzbare AEMR, auf eine Europäische Union, die Türkei dabei als EU-Vollmitglied, der religiös begründeten Rechtsverschiedenheit, auf eine Beendigung des staatlichen Gewaltmonopols (Staatssouveränität, GG 20 (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus). Wer das jetzt nicht glauben möchte und frommer Kirchenchrist ist, der versuche doch, in seinem nächsten Gemeindebrief einen kritischen Brief zum islamischen Minderheiten-Familienrecht Griechenlands unterzubringen, Allahs Düsseldorfer schwangere Kindbräute inbegriffen, oder in kirchlichen (oder städtischen) Räumlichkeiten zu einem AEMR-verhafteten Vortrag über die Londoner Scharia-Gerichtshöfe einladen zu lassen.

Weil sie wenig Religion hat, braucht die Frau aus Allahgottes Blickwinkel einen Vormund, den walī, welcher, sofern sie Jungfrau ist, ihr unversehrtes Hymen und bedecktes Haupthaar wird so zum Politikum allerersten Ranges, als walī muǧbir (türk. mücbir veli, von aǧbara, zwingen) in die erste Ehe zwingen kann.

Ein seltener Name der Gottheit des Mehrstufenrechts ist al-Ǧabbār (16), das Partizip Aktiv von aǧbara: „Der, dem nicht widerstanden werden kann“ (L`Irrésistible … trop fort pour être défait). Der Ehemann ist seiner Frau und der Vater seiner Tochter ein unbesiegbarer Statthalter des Männerrechts, sie hat ihrem Vormund (walī, türk veli) Folge zu leisten, wenn sie folgsam (islamreligiös) ist, geht das inschallah ohne Gewalt.

Totalitäre Seelenrettung darf und muss sich als heilsame Gewalt verstehen, umfasst also auch die Bedeutungsebene des aus der Medizin bekannten Begriffes vom (schmerzlich schmerzbefreienden) Einrenken, die aǧbara im Arabischen ebenso hat wie das ǧ-b-r der Mathematik in unserem Fremdwort Algebra.

Prinzip Gewaltgott, „in Einklang bringen“. Den Menschen islamisch (politisiert) gleichschalten. Die muslimische Frau ist im doppelflächigen Molekülgitter des Kristalls der umma nur ein halber Mensch, sie ist mit halbem Erbe und halber gerichtlicher Aussagekraft ausreichend privilegiert. Eine islamische Gleichberechtigung der Muslima ist daher eine Ungerechtigkeit, katholisch-dogmatisch gesprochen eine peccata clamantia (eine der Himmelschreienden Sünden, sins that cry to heaven (17).

Sehr geehrter Herr Lemmen, ob Ihr Gott wirklich mit Allahgott identisch ist, oder ist er es nicht und ist nicht viel eher das heutige katholische Schweigen zur schariatischen Herabsetzung des Dhimmis, des Ex-Muslims und der Frau (Catechismus Catholicae Ecclesiae, Città del Vaticano 1997: KKK 1867 die Klage der Fremden, der Witwen und Waisen (18), KKK 2268 Der Mörder und seine freiwilligen Helfer (19)) eine veritable peccata clamantia? Herr Lemmen: Wenn Sie schon so wenig für Ihr christliches Seelenheil tun möchten, so sollten Sie sich, als ein Weltbürger (zivilisierter Mensch), zumindest schämen. Bei einem der wenigen Seelsorger, der Kulturrassismus und Frauenfeindlichkeit des Islam nicht schönredet, können Sie Ihre jahrelange, das Leiden anderer Menschen billigende Verteidigung der barbarischen Scharia aufrichtig beichten.

Bald nach dem Anwerbestopp von 1973 begannen sich die deutschen Arbeitsmigranten in Moscheevereinen zu organisieren, die regelmäßig die Rechtsform eines eingetragenen Vereins annahmen. Zweck eines solchen Moscheevereins ist zunächst die Schaffung einer Gebetsstätte.

Etwa in München, wo am 24.08.1973 nach dreizehn Jahren Planungs- und Bauzeit das so genannte Islamische Zentrum, IZ (München) eröffnet wurde und sehr bald Ghaleb Himmat die Leitung übernahm. Der Schwiegersohn des Dschihadtheoretikers und Gründers der Muslimbruderschaft (MB) Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā, Muslimbruder Said Ramadan, organisierte vom Genfer Centre Islamique (de Genève) den Aufbau des Münchener IZ mit, seine Söhne Hani und Tariq Ramadan sind führende heutige Islam(aktiv)isten.

Said Ramadans kühne Vision war, dass eine Kette von MB-treuen Islamischen Zentren (IZ) der Islamisierung Europas dienen solle.

Als Führer des deutschen Zweiges der Muslimbrüder, sprich der IGD, war Ghaleb Himmat Amtsvorgänger von Ibrahim el-Zayat, mit Youssef Nada (20) leitete Himmat die im Dorf Campione (Campione d’Italia, eine Exklave Italiens im Schweizer Kanton Tessin) gelegene al-Taqwa-Bank (21), Herr Zayat war dort als Aktionär geführt. Nada kann als langjähriger Finanzierungsstratege der Muslimbrüder gelten. Wenige Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September, am 07.11.2001 wurden die Villen der Banker Himmat und Nada wegen des Verdachts auf Terrorfinanzierung durchsucht, ein aufgefundener brisanter Text ist als »The Project« bekannt geworden (22).

Es ist eine Pflicht für muslimische Männer, das Freitagsgebet gemeinschaftlich zu verrichten.

Der schuldhafte Verweigerer des ṣalāt al-ǧumʿa ist ein Apostat, das ist ja das Schlimme. Der Gebetsverweigerer brennt nach islamischer Auffassung in der Hölle, und Lemmen scheint nichts dagegen zu haben, diesen Angriff auf Vernunft, Lebenslust und Meinungsvielfalt, diese, auf Kinder und Jugendliche bezogen, Schwarze Pädagogik (Katharina Rutschky) flächendeckend im durch Politik und Kirche leider ersehnten Islamischen Religionsunterricht lehren zu lassen.

Arbeitsunterbrechung in jeder Fabrik, damit der Teufel keine Chance hat, und das punktgenaue Gebet „von Allah angenommen wird“, gültig ist, Waschräume für Männer in jeder Hochschule, damit das Gebet nicht ungültig ist, Gebetsräume für Frauen, damit das Gebet der leicht ablenkbaren Männer nicht verdirbt und ungültig wird, Umkleideräume zum Anlegen der Gebetskleidung, da ohne Sakralgewand das Gebet vielleicht nicht gültig ist, was für ein Gelaufe, Waschräume für Frauen, damit auch ihr Gebet nicht ungültig ist.

Eine Tyrannis des islamisch korrekten Betens kann anheben, jeder hat jeden „Bruder“ zu überwachen, jeden Schludrigen zu ermahnen und beim Sittenwächter anzuschwärzen oder ihn als Religionswächter einzuschüchtern. Die orthopraktische islamische Faschisierung des öffentlichen Raums beginnt beim Beten, beim gebetsvorbereitenden Waschen, was für ein Gerenne, beim gebetsbegleitenden Geschlechtertrennen, beim außeralltäglichen Frauenverschleiern von Alltags-Hidschab auf Gebetshidschab (prayer hijab (23)) und beim Mobben der Gebetsverweigerer. Horch, der Muezzin ruft! Es ist Zeit!

Auch im sündigen Europa bezeugen deine Allah wohlgefälligen und den Teufel ärgernden Textilien die überlegene Moral. Was für eine Lebenskunst ist es doch, als ehrbarer Mann, gottesfürchtig und stilsicher zugleich, dem verruchten Westen mit der Kleidung des ehrbaren Ostens zu trotzen und die muslimischen Geschwister zur einzig sittlichen Seinsweise, zur medinensischen (islamrevolutionären) Staatlichkeit zu rufen, these tunic shirts are perfect for those living in the West who want to maintain their Islamic identity (24).

Betreibe die Sichtbarwerdung des Islam im öffentlichen Raum, lebe sendungsbewusst und weise die nichtislamische Kleidung zurück. Tief ausgeschnittenes Décolleté und körperbetonte Jeans werde dem Objekt islamischer Gewalt (Dschihad) bzw. sexualisierter islamischer Gewalt (Vergewaltigungsdschihad) namens Dhimmi zu einer Art von Ghettozeichen (sg. zanara, zinnar, pl. zunnār, zanānīr) bzw. Judenfleck. Ein Sklavenschrei nach Freiheit wie Tear off the zunnār (25) kann allenfalls die textil bekundete de-facto- (oder echte) Konversion zum Islam bedeuten. Auch innermuslimisch kommt zuerst die Sonderkleidung (des Nachlässigen und der Frau) und dann die Apartheid (zu Lasten der männlichen Säkularen und aller Frauen), ohne Tuch und Nähmaschine keine Islamische Revolution.

1919 wurde in der Weimarer Republik die für die heutige BRD spürbare Trennung von Staat und Kirche vollzogen, aber nicht ganz, denn Religionsunterricht und Anstaltsseelsorge bedeuteten die Übertragung hoheitlicher Aufgaben: Wichtig ist das Gemeinwohl, sind die Werte, die die Gesellschaft stärken.

Dialogfachleute und andere Schamanen zitieren hier gerne Ernst-Wolfgang Böckenförde, der 1964, publiziert 1976, sein „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ äußerte und natürlich mitsamt seinen unautorisierten proschariatischen Nutzbarmachern völlig richtig liegt, denn auch Sonnenlicht, Sauerstoff, Spracherwerb, Zivilcourage, Mutterliebe, Partnerfindung und kindliches Urvertrauen kann der steuerfinanzierte Verwaltungsapparat nebst Polizei und Bundeswehr nicht vertraglich garantieren. Wenn die deutsche Mehrheit die Scharia will, wird Deutschland Kalifat, aber zur religiös begründeten Rechtsspaltung oder zur Überwindung der AEMR hat der Staatsrechtler und Rechtsphilosoph ja auch gar nicht aufgerufen.

Ein religiös begründetes Menschenopfer ist verboten, da das Grundgesetz vom Recht auf Leben berührt ist, da es beschädigt wird.

Das war Lemmens einziger zweckmäßiger Satz des Abends, der Laiendominikaner beliebte allerdings an dieser Stelle zu grinsen, als habe er einen raffinierten Witz gemacht. Sein letztes Wort:

Die Kirchen können zu einer Versachlichung der Debatte beitragen.

Das mag in hundert Jahren ja der Fall sein. Einstweilen sollte man am kirchlichen guten Willen, die universellen Menschenrechte weltweit und für jeden durchzusetzen, eben auch für die muslimische Frau, und an der Aufrichtigkeit der kirchlichen islambezogenen Darstellung doch wohl besser zweifeln.

Wir beenden hier den Lemmenschen islambezogenen Nebelwurf. Was bleibt einem säkularen Religiösen oder freiheitlichen Atheisten?

Der Leser des Blogs Sägefisch mag zu einer kirchlichen Dialogveranstaltung gehen und im Sinne der AEMR schariakritisch hörbar werden. Er wird spüren, zu welchem hohen Ausmaß an Gewalt sich Klerus und Gemeindeälteste berufen fühlen, um das Bild vom friedlichen Islam durchzusetzen.

***

Tablīġī (Tablighi) gehört zu bāliġ, „reif“, und heißt im Zeichen der globalen Islamisierung eigentlich, möglichst vielen Menschen die „Reife“, die Fülle des Lebens (des islamischen Lebens) zu bringen und die eigene Seele zu veredeln und zu schärfen. So ist beispielsweise die 1926 gegründete Tablighi Jamaat, auch Jamaat-i Tabligh und abgekürzt TJ, eine mittlerweile auch in Deutschland tätige, aus Indien und Pakistan stammende Missionsbewegung, der ein Kölner Laiendominikaner natürlich gar nicht angehören kann.

Auch Götter können fusionieren, mit bisweilen fürchterlichen Folgen für die Erdbewohner. Mit katholischer Hilfe entsteht aus Christus und Allahgott das himmlische Ungeheuer des Zeitalters der Postsäkularität (Nachdemokratie), angerufen als der „Eine Gott“, der „abrahamische“ oder der „lebendige Gott“. In diesem, das Nebeneinander (Kalifat) voneinander abgeschotteter Glaubensnationen befördernden Sinne ist Thomas Lemmen längst ein tüchtiger Missionar für die ex-christliche neuartige bzw. unverändert islamische Gottheit. Allah kann seitens der Muslime praktischerweise beibehalten werden, die in ihrem Selbstverständnis formlos und bleich gewordenen Katholiken erklären sich den Schariagott, sehr gewaltsam, als Jahwe oder auch als Jesus, je nachdem wie bzw. solange überhaupt noch Bedarf an einer christlichen Sprachoberfläche besteht. Unter den glitzernden Wellen des unchristlichen Gewässers namens Dialog mit dem Islam lauert der Gott von Zweitfrau, Kindbraut, Steinigung und Apostatenmord.

Sozusagen vom Kölner Dom aus reist Theologe Lemmen durch halb Deutschland zu Vorträgen und befreit den katholischen Endanwender von eventuellen letzten Gewissenbissen. In einer, letztlich keinen Widerspruch duldenden, Atmosphäre zwischen Schläfrigkeit und Extase wird ein Zerrbild des Jesus von Nazareth zum Original erklärt. Wer Lemmen widerspricht, ist als antimuslimischer Rassist zu brandmarken und im Namen des friedlichen Zusammenlebens der Religionen so lange im Alltag zu diskriminieren, bis er sich dem Wohlverhalten erneuerter Inquisition fügt.

Islamisierung ist ein nahezu vierzehn Jahrhunderte alter Vorgang. Der stets auch auf Gewalt und Willkür gründende Islam ist noch immer für eine Überraschung gut gewesen. Warum also soll ein grenzenlos mächtiger Weltenlenker sich im Rheinland keiner katholischen Peitsche bedienen?

Der Taqīya durchaus verwandt, ist der Kitman ein Lügen durch Auslassung, Kitman means to leave out part of the truth (26)). Wie der Kölner Experte für angewandten Kitman zeigt, lässt sich mit der Verteidigung der ungleich behandelnden (diskriminierenden) Scharia bestens Karriere machen.

Die ins hedonistische Ungefähr zu versickern drohenden Kirchenmitglieder lassen sich in ein erneuertes Mittelalter einsperren. Mit der Legalisierung der Scharia, sprich mit der Legalisierung der heilssichernden islamischen Gewaltpraxis gegen die Frau, lassen sich die Abirrungen von Renaissance und Humanismus, Aufklärung und Wissenschaft neokatholisch überwinden. Das Zeitalter der verflixten Säkularität wird zum Intermezzo. Der künftige Europäer werde Angehöriger einer Glaubensnation, aus der es kein Entrinnen gibt, schon gar nicht für die muslimische Frau.

In der Manier der Inquisition und im Namen des Dialogs der Religionen ist ein Christentum, das sich der Ethik des Nazareners verpflichtet weiß, ab sofort kirchlich zu bekämpfen, weil der christliche Gedanke mit dem Anspruch der zum 10.12.1948 geschaffenen AEMR voll verträglich ist. Dass in deutschen kirchlichen Gemeindebriefen seit Jahren kein vor der Scharia warnender Text erscheinen darf, hätte uns das erneuerte Autodafé längst erkennen lassen müssen.

Denken war gestern, so ermuntert Tablighi Lemmen uns sinngemäß, jetzt kommt die islam-missionarische Trance. Der Dialog mit dem Islam wird das Ex-Individuum im Wurzelgrund der Gegenmoderne verankern, Orientalen und Westler, anders gesagt: Muslime und Christen seien einander kulturell und sittlich wenn nicht auf ewig so doch bis zum Tage der Auferstehung wesensfremd.

Die Überwindung der säkularen Gesellschaft und mit ihr das Zerbrechen des staatlichen Gewaltmonopols, die „gesamtgesellschaftliche“ Apartheid repressiver Religionsführungen kann beginnen.

Jacques Auvergne

(1) Wem an der Rechtseinheitlichkeit gelegen ist, sollte die im Zusammenhang mit dem Islam benutzten Worte gesamtgesellschaftlich bzw. Gesamtgesellschaft als Chiffre für die schariakonform vollzogene Rechtsspaltung begreifen.

ISLAMRAT FÜR DIE BRD: „KRM fordert die Bekämpfung von extremistischen Einstellungen als eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu begreifen“

http://www.islamrat.de/index.php?option=com_content&view=article&id=47:krm-fordert-die-bekaempfung-von-extremistischen-einstellungen-als-eine-gesamtgesellschaftliche-herausforderung-zu-begreifen&catid=34:pressemitteilungen&Itemid=58

Islamrat Vorstand

Ali Kizilkaya [Kızılkaya], Ratsvorsitzender

Burhan Kesici, Generalsekretär

Fuat Mansuroglu [Mansuroğlu], stellvertretender Vorsitzender

Sükrü Bulut [Şükrü Bulut], Religionsangelegenheiten (Scheich ul-Islam) [Šaiḫu l-Islām / Şeyh-ül islam der Bewegung der Jam’at-un Nur oder Nurculuk-Bruderschaft]

Metin Aydin [Metin Aydın], Schatzmeister

http://www.islamrat.de/index.php?option=com_content&view=article&id=44&Itemid=53

(2) Koranfreund Muhammet Balaban will keinesfalls hören, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen. „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“ Düsseldorfer Kopftuchstreit, Anne-Frank-Realschule.

http://www.express.de/regional/duesseldorf/hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht/-/2858/765606/-/index.html

Kopftuchfreund Muhammet Balaban begründet auch seinen Kampf gegen die Homosexualität islamisch:

Der seit dem 28. April 1995 amtierende Vorsitzende der »Allianz der Essener Türken«, Muhammet Balaban, äußerte vor kurzem zur Homosexualität u. a.: »Diese Gesellschaft muss Homosexualität bereits im Vorfeld bekämpfen. Es ist wichtig, dass junge Männer von Homosexuellen ferngehalten werden, damit sie sich normal entwickeln können. Schließlich tragen wir eine Verantwortung, auch gegenüber Gott.« Weiter führte er aus: »Die Homosexuellen bilden sich ein, dass es ihnen gut geht, und sie meinen sogar, dass sie ein besseres Leben führen. Doch das stimmt nicht.« aus: Deutscher Bundestag: Drucksache 13/2063 vom 24.07.1995 – Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS: Rechtsextremistische und islamisch-fundamentalistische türkische Gruppen in der Bundesrepublik Deutschland

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/020/1302063.asc

Essen, Integrationsratswahlen, Allianz gegen die Diskriminierung von Ausländern, Alfaruq Moschee (Islamisches Zentrum Essen) Bersonstraße 11 (Essen-Nordviertel). Jörg Maibaum berichtet am 18.06.2010 in DER WESTEN:

„Für den ermittelnden Staatsschutz-Beamten der Essener Polizei ist es „ein Angriff auf die Grundfesten der Demokratie“: Der Verdacht des Betrugs bei der Brief-Wahl zum Integrationsrat der Stadt (die NRZ berichtete) hat sich erhärtet. … Nach NRZ-Informationen wird gegen die drei Vorstandsmitglieder des arabisch-islamischen Moscheevereins Alssalam e.V. wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung ermittelt. Die Männer aus Essen und Mülheim stehen unter dem Verdacht, bei der Stadt im großen Stil Briefwahlunterlagen angeblich im Namen wahlberechtigter Ausländer an die Adresse ihrer Alfaraq-Moschee an der Bersonstraße geordert zu haben. Um an die Dokumente zu kommen, sollen sie die Unterschriften auf eidesstattlichen Erklärungen gefälscht und anschließend ihre Stimme im Namen von Wählern abgegeben haben, die vermutlich von all dem nichts wussten. So zumindest lautet der Vorwurf.“

http://www.derwesten.de/staedte/essen/Wahlfaelschern-auf-der-Spur-id3339474.html

(3) Nachvollziehbarkeit war gestern jetzt kommt iKfR (im Kern friedliche Religion). DOMRADIO über Hans-Gert Pöttering: „Der Präsident des Europaparlaments, Pöttering, hat sich gegen eine Vorverurteilung des Islam gewandt. Der Islam sei eine im Kern friedliche Religion.“

http://www.domradio.de/news/artikel_41461.html

(4) Schariakritiker sind Gemeinschaftsfeinde, mahnt das proislamische Mantra von der iKfR (im Kern friedlichen Religion). Horst Köhler: „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.“

http://www.bundespraesident.de/-,2.663792/Friedensstiftende-Begegnungen-.htm

(5) Diyanet Türkei und Europadiyanet, der türkische Staatsislam und der Raum Karlsruhe. Die Alperenler-Moschee (DİTİB) ist über Bedri Karakılınç dem von der Türkischen Regierung und von Ankara aus betriebenen Nachrichtennetzwerk Avrupa Diyanet bzw. Diyanet İşleri Başkanlığı Aylık Dergiler („Monatszeitschrift“) verbunden. (Rheinfelden) Bedri KARAKILINÇ

http://karlsruhedinateseligi.com/dernek_baskanlari.asp

Neo-Osmanisch Europa verwalten: Avrupa Diyanet. Sankt Petersburg. Tschuwaschien, die turkstämmigen Tschuwaschen sind ein mehrheitlich christliches Volk an der oberen Wolga.

http://www.diyanet.gov.tr/turkish/DIYANET/avrupa/2011/ocak/index.HTM

Osmanischer Seelenfang in den südwestlichen bzw. südlichen Niederlanden. Seeland und Nordbrabant.

http://www.diyanet.gov.tr/turkish/DIYANET/avrupa/2011/ocak/index.HTM

(6) Der CIVH („keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia“) ist Mitglied im KCID (Thomas Lemmen). Der Verein aus Rheinfelden fordert die Scharia (heilssichernder Kulturrassismus), die Schura (kalifatisches Regieren) und das prekäre islamische „Recht auf Leben“ (den angelegentlichen Harbi- und Apostatenmord). Mitgliederbrief 2/2005 vom 29.08.2005, gezeichnet Werner Ross und Ingeborg Omer.

http://www.civh.de/downloads/mitgliederbriefe_2005/mitgliederbriefe-02-05.PDF

(7) Am 05.01.2011 fordert Schariafreund und Pfarrer Werner Ross in der BADISCHEN ZEITUNG und im SÜDKURIER („Muslime müssen zu Wort kommen“) vom ägyptischen Staat mehr Mitsprache für die Muslim Brotherhood. Die MB sei Opfer, die MB verdiene unser Mitleid, perfider geht es kaum: Weil Muḥammad Ḥusnī Mubārak die Muslimbrüder unterdrückt, müssen ägyptische Christen Gewalt erleiden:

„Es ist in der Tat traurig zu sehen, wie es den Christen in Ländern des Vorderen Orients zum Teil geht, da geht es den Muslimen hier bei uns schon viel besser. Am ehesten können Christen noch im Libanon, Syrien und in Jordanien frei leben und auch Kirchen bauen. Die Gründe, warum in islamischen Ländern die Zahl der Christen immer mehr abnimmt, sind allerdings vielfältig. Viele Christen verlassen ihre Heimatländer aus wirtschaftlicher Not, weil sie woanders bessere Perspektiven haben. In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen.“

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/rheinfelden/-bdquo-Muslime-muessen-zu-Wort-kommen-ldquo-;art372615,4659339

„Im Irak konnten die Christen vor dem Bush-Krieg ihren Glauben unbehelligt praktizieren, jetzt kriegen sie die Konsequenzen aus dem Krieg zu spüren, vor dem Christen aus der ganzen Welt gewarnt hatten. In Ägypten sind es für mich auch innenpolitische Gründe, weil Präsident Mubarak auch die Muslim-Bruderschaft unterdrückt, gibt es Spannungen, die sich jetzt an den Christen entladen.“

http://www.badische-zeitung.de/rheinfelden/muslime-muessen-zu-wort-kommen–39600561.html

(8) Bistum Essen, Arbeitskreis Integration: »Religion ist keine Privatsache. Orientierungshilfe des Bistums Essen zu Moscheebauten und Muezzin-Ruf«, Essen 2001

http://www.fremden-begegnen.de/ak-integration.htm

Ganz ökumenisch und angeblich ausländerfreundlich, gemeint ist schariafreundlich, empfiehlt auch die Evangelische Sinn- und Seelenverwaltung das Essener »Religion ist keine Privatsache«

http://www.ekd.de/interkulturellewoche/images/WAMHeft2003.pdf

(9) Der Katholik aus dem Ruhrpott darf über den Islam lesen … Auserlesenes: Basiswissen Mohammed (Melanie Miehl), Basiswissen Islam (Thomas Lemmen), Miteinander leben, Christen und Muslime im Gespräch (Miehl und Lemmen) sowie zwei Bücher der Islamverherrlicherin Annemarie Schimmel

http://www.fremden-begegnen.de/literatur.htm

(10) Das jordanische Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought ist Herausgeber der Replik auf die Regensburger Rede von Papst Benedikt. Der Reformierte Weltbund vergeht am 15.10.2007 schier vor Dankbarkeit und lobt das an der irdischen Durchsetzung der Scharia interessierte Papier A common word between us and you.

http://www.acommonword.com/index.php?page=responses&item=33

(11) Globale Islamische Revolution heißt Transzendierung (Salafisierung) der vier sunnitischen Rechtschulen im Sinne einer konsequenten Anwendung der Scharia. The Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought:

Article (4) F: To enhance dialogue and cooperation among the Islamic madhahib (schools of thought), and to bring them nearer together to achieve maximum rapprochement among their adherents in accordance with Shari’ah rules and its basic principles.

http://www.aalalbayt.org/en/law.html

(12) Projekt DIALOGBEREIT. Schariafreundliche (extremismusfreundliche) Erklärung: Gemeinsamer Einsatz für Kinder und Jugendliche), unterzeichnet von: Rajaa Chehab (Kerpen-Horrem, die Schleierträgerin ist Medizinisch-Technische-Assistentin und arbeitet in der Molekularen Herz- und Kreislaufforschung an der Uniklinik Aachen) von der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) und Georg Bienemann von der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V.

http://www.muslimische-jugend.de/sites/default/files/Gemeinsamer%20Einsatz%20f%C3%BCr%20Kinder%20und%20Jugendliche.pdf

Die Katholischen Gemeinden zu antisäkularen Diskussionen und interreligiösen Verhandlungen mit den Parteigängern von Scharia und Kalifat ermuntern. Muslimische Jugend in Deutschland (MJD) und die Katholische Kirche in NRW. Unter Katholiken bitte kein schlechtes Wort über MB-Seelsorger Yūsuf al-Qaraḍāwī und Euro-Islamisierer Tariq Ramadan. NRW und das gegendemokratische und daher boykottierenswerte Projekt DIALOGBEREIT.

http://www.dialogbereit.de/

Mohammad Gharaibeh (Islamwissenschaftler aus Bonn), Georg Bienemann (Katholischer Diplom-Theologe, Münster), Uschi Hacket (Düsseldorf), Anna Fischer (Diplom-Theologin, Bonn und Paderborn, Mitglied in CIG und Forschungskolloquiums Christentum-Islam (FKCI)), Nadja Homsi ist Nadya Homsi (Vlotho und Herford), Uschi Hacket (Diplom-Soziapädagogin, Düsseldorf).

http://www.thema-jugend.de/pdf/BausteinDialogbereit.pdf

Rajaa Chehab mit sittsamer Verhüllung von Haupthaar und Schulterpartie. Schariafreund und Iranverteidiger Werner Höbsch („rheinische Frohnatur“) darf nicht fehlen.

http://www.dialogbereit.de/html/vernetzung7.html

Als Katholik Chomeini und besser verstehen. Paderborn: Zentrum für Komparative Theologien und Kulturwissenschaften (ZeKK). Anbahnung von Dialogstrukturen zum Aufbau der islamischen Theologie und Religionspädagogik. Kontakte zu Projektpartnern an den Theologischen Hochschulen in Teheran, Qom und Mashhad. Anna-Maria Fischer und Hamideh Mohagheghi.

http://www.uni-paderborn.de/mitteilung/74971/

Hamideh Mohagheghi, Lehrbeauftragte für Islam

http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-evangelische-theologie/personal/mohagheghi-hamideh/

„Die beiden Institute für Evangelische und Katholische Theologie der Universität Paderborn bieten ab diesem Semester mit der neuen Lehrbeauftragten Hamideh Mohagheghi wieder regelmäßig ein qualifiziertes Lehrangebot zu islamischer Theologie an“

http://www.uni-paderborn.de/ru/mitteilung/2092/

mjd 2010. Bei der Podiumsdiskussion „Gerechtigkeit braucht Helden“ standen die Meinungen von Jugendlichen mit unterschiedlichen Hintergründen im Fokus. Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren die UN-Jugenddelegierte Clara Leiva Burger, Tuba Isik-Yigit (Ṭūbā „Frohe Kunde“ Işık-Yiğit) vom Aktionsbündnis muslimischer Frauen, Ali Aslan Gümüsay vom Netzwerk junger engagierter Muslime und Yasmina Gandouz von der MJD dabei.

http://www.mjd-net.de/pressemitteilung-helden-gesucht

Tuba Isik-Yigit (Işık-Yiğit). Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Institut für Katholische Theologie

http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-katholische-theologie/personal/isik-yigit/

Tuba Isik-Yigit, Paderborns akademisch-katholische Islamerklärerin, organisiert mit der islampolitischen Multifunktionsträgerin Maryam Weiß (Maryam Brigitte Weiß) das in 50389 Wesseling ansässige Aktionsbündnis muslimischer Frauen (amf).

http://www.muslimische-frauen.de/impressum/

(13) Kurt Tucholsky und die deutsche Paragraphenwerdung des Gotteslästerns. Als Peter Panter: »Wie Gott in Frankreich«, erschienen in: DIE WELTBÜHNE, 02.04.1929

http://www.textlog.de/tucholsky-liebe-frankreich.html

(14) Berlin als Vier-Sektoren-Stadt.

http://www.hablaba.com/blog/uploaded_images/Berlin-Wall—You-are-Leaving-the-American-Sector-792259.JPG

Checkpoint Charly. Sie betreten den Amerikanischen Sektor.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Checkpoint_Charlie_Sign.JPG

Geschichtsbewusstes Irritieren oder nur ein kaltes Herumgealber zunehmender Barbarei und schwindender Erinnerung? Allemal besser als Burka: Stadtgeschichte als T-Shirt-Aufdruck.

http://www.priups.com/riklblog/mar09/090330-berlin-t-shirt.jpg

(15) Omission ist kein Kitman, da sie ein informiertes ganzes Publikum voraussetzt, während das islamische Lügen durch Auslassen die unterschiedlichen Grade an Informiertheit gezielt (die Islamisierung befördernd) ausbeutet. Omission informiert (bildet) und macht alle frei, Kitman diskriminiert und zielt auf zunehmende Versklavung eines Bevölkerungsteils.

http://de.wikipedia.org/wiki/Omission

(16) al-Dschabbâr

http://lh6.ggpht.com/_9mJFrTpLl0E/SpPBAiec-1I/AAAAAAAABQ8/R7QFtBP28oY/9.jpg

Allahgott ist … Der, dem du nicht widerstehen kannst

http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash2/hs060.ash2/36370_135667096449659_118337881515914_380079_7470874_n.jpg

Shaykh ibn ‘Uthaymeen: „Allah, may He be glorified and exalted, is al-Jabbaar, the One Who compels the tyrants and overwhelms them by His power and might. Every tyrant, no matter how powerful he is, is subject to the power of Allah, and his power is in His hand.“

http://www.facebook.com/note.php?note_id=130729026949512

Die neunundneunzig Namen Allahs

Al-Jabbâr: Celui qui domine et contraint, le Contraignant, le Reducteur

http://gadir.free.fr/fr/99/html/fre/dieu/noms.html

Al-Jabbar – The Compeller: He who repairs all broken things, and completes that which is incomplete. Das ist heilsame Gewalt, also eher die Bedeutungsebene des aus der Medizin bekannten Begriffes vom (schmerzlich schmerzbefreienden) Einrenken, die aǧbara ebenso hat wie das ǧ-b-r der Mathematik in unserem Wort Algebra. Prinzip Gewaltgott: „in Einklang bringen“ (islamisch politisiert: gleichschalten).

http://home.mweb.co.za/ka/kayef/asmaaulgusnaa.htm

(17) Peccata clamantia, “sins that cry to heaven”. In einem nachchristlichen Zeitalter kann der der (islamische) Apostatenmord katholisch akzeptabel werden.

http://www.vatican.va/archive/ccc_css/archive/catechism/p3s1c1a8.htm#1867

(18) Catechismus Catholicae Ecclesiae. Die Klage der Fremden, der Witwen und Waisen.

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P6J.HTM

(19) Katechismus der Katholischen Kirche. Der Mörder und seine freiwilligen Helfer.

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P86.HTM

(20) Youssef Nada, Youssef Moustafa Nada

http://en.wikipedia.org/wiki/Youssef_Nada

(21) al-Taqva Bank

http://en.wikipedia.org/wiki/Al_Taqwa_Bank

Mitgründer: François Genoud, Altnazi, Proislamist und Terrorfinanzier. Genoud verkaufte Waffen an Palästinenser und stand der Volksfront zur Befreiung Palästinas (um George Habash, vgl. die israelische Operation Entebbe) nahe.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Genoud

(22) DAS PROJEKT („Bericht S/5/100, 01.12.1982“) der Muslimbruderschaft. Das unter Verschluss gehaltene Programm der Muslimbruderschaft fand sich am 07.11.2001 bei einer antiterroristischen Razzia in der Villa des Herrn Nada und ist, viel zu wenigen, als »The Project« oder »Das Projekt« bekannt. Übersetzung ins Deutsche nach der französischen Übersetzung von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/13/169/

(23) Alltägliches Verschleiern der Frau reicht nicht für Gebet und Koranlektüre. Damit die v. a. männlichen Angehörigen in den Himmel kommen und die Frau selbst vielleicht auch, braucht die Muslima den Gebetshidschab. Prayer hijab.

http://farm3.static.flickr.com/2018/1513568046_f04c5eb877.jpg

http://i.ytimg.com/vi/l4DiIfW1sbA/0.jpg

The best hijab style when performing salat.

http://4.bp.blogspot.com/_qddpmToNnm0/TSj1L5iWSGI/AAAAAAAAACY/B3_laREA2PE/s1600/hijabstyleduringsalat.jpg

Schleierkontrolle! So geht das aber nicht! (Iran. Foto: creative commons)

http://cdn.wn.com/pd/96/02/99083640b6453976bbe2dec584e9_grande.jpg

Iran. Moralpolizei setzt Schleiergesetze strenger um. Ein Foto von Majid Saeedi

http://3.bp.blogspot.com/_eaNQoRr4jww/TMg9Q0v2pZI/AAAAAAAABFY/eojDytynrJM/s1600/Morality+police+enforce+hijab+laws.jpg

Gebet wirkt ins Leben zurück, Frau, dein weiß verschleiertes Beten diszipliniert dich auch im Alltag – beispielsweise schwarz verschleiert.

http://www.fashionclothingtoday.com/wp-content/uploads/2010/08/Hijab-Niqab-Baurqa.jpg

http://survivorsareus.files.wordpress.com/2009/05/full-hijab.jpg?w=480&h=640

http://www.essenceofblack.com/n33.htm

(24) Dem verruchten Westen mit der Kleidung des ehrbaren Ostens widerstehen, these tunic shirts are perfect for those living in the West who want to maintain their Islamic identity.

http://www.essenceofblack.com/islamic_mens_shirts.htm

(25) Prinzip Zinargürtel. Tear off the zunnar! The Zunnar, sometimes translated Zonnar or Zonar, are distinctive cloth forced upon the Dhimmi, Christians and Jews, to signify their inferior and submissive status to Muslims as required by Sharia Law.

http://zunnar.blogspot.com/

Sklave in Sicht: Der Dhimmigürtel. Zunnār, zanānīr (pl.), zanara, zinar (sg.), a belt worn around the waist by non-Muslims.

http://vb.arabsgate.com/archive/index.php/t-421944-p-3.html

Wahrnehmungspsychologisch gilt: Ohne Grund keine Figur. „Das ‚Coming-out‘ der Muslime im öffentlichen Raum, das ungewohnte Sichtbarwerden von Religion im säkularen Staat erregt Aufsehen“, nun ja, und wie zufällig bedeutet die Sichtbarwerdung des Islam: Sklave in Sicht.

Nilüfer Göle (Hg.), Ludwig Amman (Hg.): »Islam in Sicht: Der Auftritt von Muslimen im öffentlichen Raum«, Transcript, Bielefeld 2004.

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-326/i.html

Steuerfinanziert distribuiert die bpb die Texte postsäkularer Staatsräson. Thomas Lemmen, Claus Leggewie, Mathias Rohe, Werner Schiffauer, Janbernd Oebbeke, Ludwig Amman (Cola und Koran. Das Wagnis einer islamischen Renaissance), Nilüfer Göle.

http://www.bpb.de/themen/G1RPNN,4,0,Was_ist_Islam.html

(26) Es lohnt sich, Thomas Lemmen zuzuhören, den man den katholischen Großmeister des Kitman nennen darf, des kalkulierten Auslassens.

Zum Kitman weiß das CSPI:

“Kitman means to leave out part of the truth. When you take an oath in court, you not only swear to tell the truth but the whole truth. When a Muslim tells a partial truth, that is kitman. Here is a famous kitman: Muslims say that the real jihad is the inner struggle, the greater jihad. But in the Hadith, only 3% of the doctrine even mentions this inner struggle. So the Muslim who tells you that the real jihad is inner struggle is leaving out the other 97%. He is practicing kitman. One more kitman example: After 9/11 an imam was asked about the 72 virgins to be given to a jihadist in Paradise. He said that the 72 virgins were part of a medieval tale and not really Islamic doctrine. What he did not reveal was that the Koran says the jihadists will get virgins in paradise, but does not say how many.”

http://www.cspipublishing.com/pdfs/WebSitePDF/SelfStudy_Political_Islam_ReadMe.pdf

CSPI, Center for the Study of Political Islam

http://www.cspipublishing.com/

Bürgerin Muslima

Januar 22, 2011

Ein Lied gegen die Burka! Umdichtung zu Klaus Hoffmann: Blinde Katharina. Liederliche Satire auf ein angeblich politisch „linkes“ Bekenntnis zur Heilsverlagerung in den Bereich des radikal Fremdartigen, zur gewünschten zunehmenden Geistlosigkeit und zum Misstrauen in die eigene Weltwahrnehmung, das nicht davor zurückschreckte, Menschen mit Sinnesbehinderung als infantil zu definieren. Die Burka ist ein textiler Kerker, ein Stoffgefängnis, eine Einzelzelle auf Freigang. Wie Sklavenkette und Henkerbeil, so gehören auch Niqab und Burka ins Museum.

Die Burkamuslima

Gesungen von Gruppe pik

Sie trägt unter ihrer Burka

heiße Wäsche für die Nacht,

wo sie geht, ist immer Schweigen,

da sie nie redet oder lacht.

Ihre Augen sind die Hände,

sie erkennt dich durchs Gehör,

in ihrer Welt sind viele Wände,

die sieht sie bloß nicht mehr.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Sie lehrt mich aus der Stille,

wie man betet, wie man schweigt,

und zeigt aus frommer Fülle,

weder Zorn noch Heiterkeit.

Wenn sie liebt, dann ist nur Liebe,

wenn sie hasst, dann ist nur Hass,

sie lässt andre für sich leben

mit unbegrenztem Spaß.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Moslems sind wie Kinder,

deren Herzen man zerbricht,

sie wollen auch in Deutschland

mehr Scharia am Gericht.

O Muslima mach mir Mut und halte mich,

gibt’s morgen auch kein Wiedersehn,

ich bin doch der Blinde darum führe mich,

du kannst im Dunkeln gehn.

Nur weil ich vermute, dass ich sehend bin,

brauch‘ ich doch nichts erkennen.

Komm wir schmeißen einfach alle Regeln hin,

du zeigst mir, wie man sieht.

Gitarre:

d A A7 d

F B g A7.

d A A7 d

F B g A7

d d A d

d d A d

F F g d,A7

d d A7 d

***

Herr Elyas und der ZMD

Juli 11, 2010

الفتوحات الإسلامية

al-fatūḥāt al-islāmīya

L`expansion de l`Islam

Islamic Conquests

Islamexpansion

Auf dem Weg zur Rechtspaltung

Zum Text des Nadeem Elyas »Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein«, den der Islamische Informationsdienst (IID) 1997 in Aachen anlässlich der zwei Jahre eher erfolgten Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die islamverliebte Orientalistin Annemarie Schimmel herausgab. Des Buches komplette zweite Hälfte »Teil 2 Nadeem Elyas« (75-130) gliedert sich in die drei Kapitel »Menschenrechte im Islam« (75-100), »Friedensauftrag des Islam« (101-116, hier unberücksichtigt) und »Friedliches Zusammenleben in Europa« (117-130).

Lange Jahre sei der 1945 in Mekka geborene Nadeem Elyas (Nadīm Elyās) in Eschweiler, 55.000 Einwohner, bei Aachen, als praktizierender Gynäkologe tätig gewesen, und Allah weiß, ob er dazu einen Doktortitel benötigte. Bis 2006 war Elyas der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD). Sein Amtsnachfolger wurde im Frühjahr 2006 Ayyub Axel Köhler, der zur autonomen Selbstbestimmung eines jeden Allahgott fürchtenden Menschen fein anmerkt: „Der Islam hat einen starken Freiheitsbegriff in der direkten Gottesbeziehung. Man ist nicht so sehr abhängig vom neuesten Auto (1).“ Köhler ist Kuratoriumsmitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG) um Wilhelm Sabri Hoffmann und den Kölner katholischen Theologen und Laiendominikaner Thomas Lemmen (cm-fi). Lemmens Ehefrau ist die Dialogaktivistin Melanie Miehl (cm-fi, KCID). Katholikin Miehl, ebenfalls Angehörige der Dominikanischen Laiengemeinschaft http://laici.op.org/, betreibt ihre faktenferne Islamverharmlosung besonders gerne im klerikalen Duett mit der kopftuchfreundlichen evangelischen Pfarrerin Dorothee Schaper von der Kölner Melanchton-Akademie.

Ayyub Axel Köhler war bis 2004 für ein halbes Jahrzehnt FDP-Bezirkspolitiker in Köln-Nippes. Im Februar 2007 schmuggelte Schariafreund Köhler den radikalen Funktionär Ibrahim el-Zayat in eine Sitzung der Deutschen Islamkonferenz (DIK (2)), welchen der damalige oberste Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, als „Chef der Muslimbrüder in Deutschland“ bezeichnete. Ibrahim el-Zayat pflegte eine bzw. seine Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft allerdings aggressiv zu bestreiten. Seine Ehefrau Sabiha el-Zayat-Erbakan ist die Nichte des Millî-Görüş-Gründers Necmettin Erbakan, welcher seit Jahrzehnten an der Kalifatwerdung der Türkei arbeitet. Sabiha ist Dozentin für islamische Hermeneutik und Didaktik am Zentrum für Islamische Frauenforschung und -förderung (ZIF (3)). Dass in Aachen oder Köln sich keine FDP-Publikation und kein kirchlicher Gemeindebrief scharf vom kulturrassistischen Islamischen Gesetz abgrenzt oder die Leserschaft auch nur gründlich über die Frauen diskriminierende Scharia informiert, wundert da sicherlich wenig. Der parteiliche und kirchliche Kölsche Klüngel kungelt bedarfsweise eben auch mit dem Dunstkreis der Muslimbrüder und christlicherseits hört die entgrenzte Toleranz auf den Namen cm-fi (4). Der amtierende ZMD-Präsident steht der rheinischen FDP nach wie vor beraterisch zur Verfügung, wenn es mit der spirituellen Einsicht nicht so ganz klappt: „Religiöse Fragen: Dr. Axel Köhler (5)“.

Seit 2006 ist der Sohn eines Syrers und einer Deutschen Aiman A. Mazyek Generalsekretär des ZMD. Mazyek ist in der FDP-Lokalpolitik von Alsdorf, 46.000 Einwohner, unweit nördlich von Aachen, tätig gewesen. 2003 gründete er gemeinsam mit Rupert Neudeck die humanitäre und dezidiert islamfreundliche Hilfsorganisation der »Grünhelme«, die eine verblüffende Duldsamkeit gegenüber den weltweiten Kreisen einer aggressiv durchgesetzten Scharia an den Tag legt, was Peter Scholl-Latour nicht davon abhalten konnte, Anfang 2010 einen Platz im Grünhelm-Kuratorium anzunehmen. Im selben Gremium sitzen mittlerweile INSSAN-Beraterin Barbara John, der linke Moralpapst Günter GraSS, Daniel Cohn-Bendit, Bahman Nirumand und der Miteröffner einer Ahmadiyya-Moschee namens Wolfgang Thierse (6).

Soweit die Fakten zum damaligen ZMD-Chef, ach so, hat jemand seine Dissertation gefunden.

Lauschen wir also Nadeem Elyas:

Menschenrechte im Islam (75-100)

75, 76. Immer mehr rückt das Thema Menschenrechte in den Mittelpunkt der Tagespolitik. Politiker, besonders der westlichen Welt, betonen sehr oft, daß die Menschenrechte nicht mehr eine Angelegenheit eines jeden Staates sind, sondern ein allgemeines Globalrecht aller Staaten, und daß Menschenrechtsverletzungen kein innerstaatliches Problem sind, sondern jedes Mitglied der großen Menschenfamilie angehen. … Sehr oft wird von uns Muslimen die Frage gestellt: Wie steht der Islam zu den Menschenrechten?

An der Ampel bleiben alle bei Rot stehen, auch Angehörige der angeblich irgendwie so ganz andersartigen Spezies der von Aachen aus und durch Herrn Elyas verwalteten bundesdeutschen Muslime. Es ist unerheblich, wie Buddhisten zu den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland stehen, die von den allgemeinen Menschenrechten (AEMR 1948) abgeleitet sind oder was das ehrenwerte alte chinesische Tao Te King zu unserer Verfassung zu sagen hat oder angeblich zu sagen hat.

76. Kennt der Islam Menschenrechte, kennt der Islam Freiheiten?

Kennt Herr Elyas StVO und GG?

76. Hier in Europa, wo einige Millionen Muslime in dieser jetzt auch multikulturell gewordenen Gesellschaft leben, ist es sehr wichtig, die Stellungnahme des Islam zu diesem Thema zu kennen.

Und was der Islam offiziell zu verlautbaren hat, geht natürlich über den Schreibtisch von Herrn Elyas. Führer Nadeem spricht für den Rest der in Deutschland wohnhaften Stellvertreter Allahs und dessen Propheten.

76. Diese Menschenrechte [von 1948], die auf der altgriechischen und römischen Zivilisation aufbauen, und die ihren Ursprung in der Französischen Revolution haben

Trickreich legt Elyas nahe, zu glauben, dass der Teil der Erde, der nicht von den Griechen und Römern heimgesucht worden war, gefälligst von den Zumutungen der AEMR zu verschonen ist.

76. diese Menschenrechte mit diesem historischen Hintergrund sind im Vergleich mit dem Islam und seiner Lehre in den positiven Punkten, die sie beinhalten, fast identisch, ohne die darin enthaltenen, nach unserer Meinung negativen Punkte zu haben.

Ein wenig sprachliches Unvermögen, in Kürze: Die AEMR enthalte Negatives und Positives, das, was positiv ist, habe die makellose Scharia auch. Muslime, so sagt Elyas implizit, brauchen keine universellen Menschenrechte, da sie alles, was zu einem gelingenden Leben notwendig ist, auch im Koran, in der Islamischen Pflichtenlehre und im Islamischen Recht vorfänden. Und dann gebe es ja noch die negativen Punkte der AEMR, leider verrät uns Elyas noch nicht, welche es sind, doch die Europäer können sich schon mal in beglückter Zerknirschung üben, da ist doch bestimmt nicht alles gut, an der AEMR, die unmoralische Gleichbehandlung des Atheisten etwa und diese gotteslästerliche Gleichberechtigung von Mann und Frau.

77. Grundsätze der Menschenrechte im Islam. Der Islam brachte neun Grundsätze, von denen sich alle Menschenrechte ableiten lassen.

Nur erreicht werden dürfen die Menschenrechte von 1948 islamischerseits eben nicht, das wäre über das harmonische Ziel (des Islam) hinausgeschossen. Allahs Gesetz sieht die halbierten Menschenrechte für die muslimische Frau vor und das ungeschmälerte Recht auf einen Ganzkörperschleier namens Hidschab, für den Islamapostaten besteht das Menschenrecht auf eine authentisch religiöse Ermordung, bei der er sogar die Hauptperson ist.

77. 1. Schutz der Menschenwürde: Als erster Grundsatz gilt der Schutz der Menschenwürde. Somit bekommt der Schutz der Menschenwürde bei den Muslimen einen ganz hohen Stellenwert und gilt als Teil ihres Glaubens.

Die Ehefrau ist mit einer ab morgen in ihrem Schlafzimmer befindlichen Zweitfrau zu würdigen, und zu ihrer von Allahgott gewährleisteten Würde gehört es, ohne Angabe von Gründen einfach so verstoßen zu werden. Nach Aussagen des sunnitischen australischen Scheichs Tadsch ad-Din al-Hilali hat die unverschleierte Frau sogar das Recht auf eine öffentliche Vergewaltigung, und wie uns der höchste saudische Kleriker Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich belehrt, hat die Zwölfjährige oder Zehnjährige jungfräuliche muslimische Ehefrau das Recht auf eine würdevolle Hochzeitsnacht mit islamischem Geschlechtsverkehr und einer sich inschallah bald anschließenden Schwangerschaft.

78, 79. 2. Verbot jeder Diskriminierung: Der Islam bekämpft Diskriminierung jeder Art … Diese Tatsache bringt uns Muslime dazu, daß wir in jedem Menschen einen Bruder oder eine Schwester sehen

79. Der Islam kennt keine Diskriminierung und Abstufung aufgrund des Geschlechts.

Der Frau das Recht auf ein halbiertes Erbe und eine halbe Stimme vor Gericht vorzuenthalten, etwa durch die Ungerechtigkeit, ihr das ganze Erbe oder die volle Stimme zu geben, ist für den gottesfürchtigen Nadeem Elyas bzw. dessen politisch aktive Gottheit schließlich diskriminierend. Dass der Ehemann das Aufenthaltsbestimmungsrecht über alle Kinder hat, die sein Eigentum sind und dasjenige seiner Sippe, und dass damit die verstoßene oder sonst wie islamisch geschiedene Ex-Ehefrau ihrer Kinder verlustig geht, ist keine Herabsetzung, sondern islamisches Kindeswohl und verhindert schließlich allen Beteiligten den ewigen Eingang ins Höllenfeuer.

80. 3. Religionsfreiheit: Religionsfreiheit ist ein Teil der Glaubenslehre im Islam. Er verpflichtet zum Respekt der Religion der anderen und spricht ihnen Freiheit des Glaubens und der Ausübung der eigenen Religion zu. Er geht davon aus, daß Religion eine Angelegenheit des Glaubens ist, die nicht erzwungen werden kann.

Das Kind eines muslimischen Vaters ist eben in aller Religionsfreiheit ganz einfach muslimisch und die schwere Bürde, sich eine Weltanschauung und Heilslehre aussuchen zu müssen, ist von ihm genommen. Juden sind zu respektieren als Verfälscher der Schrift, Christen sind hoch zu achten als Tradenten der jüdischerseits verfälschten Schrift, beide bezeugen die Perfektion der Islamischen Lehre durch ihre erkennbar wurmstichige Weltanschauung. Wenn die Islamische Gesellschaft erst einmal aufgebaut ist, dürfen Polytheisten, Animisten und Atheisten einfach so belästigt, bestohlen, enteignet, vergewaltigt oder getötet werden, das ist gelebter Glaube und islamische Sozialarbeit.

81, 82. 4. Gemeinsame Gesellschaft aller Menschen: Der Islam [betrachtet] die Menschen als eine einzige Gemeinschaft … Diese Grundlage des Verhaltens zwischen der islamischen [Gemeinschaft] und anderen Gemeinschaften ist im Islam verankert und ist ein Hauptteil der Grundsätze des Islam.

Alle Menschen bilden ein Ganzes mit Kollektiven verschiedenen sittlichen Wertes. Die Muslime sind in der „islamsensiblen“ Gesamtgesellschaft (Kalifat) die Herrschaftsbefugten, weil ihre gelebte Tugend allein in jeder Sekunde den Zorn Gottes, vielleicht, abzuhalten vermag und weil sie ein moralisches Vorbild für die Nichtmuslime darstellen. Die unwissenden Stammeskulturellen, vorlauten Atheisten und alle Ex-Muslime sind zu illegalisieren und schwerer Verfolgung auszusetzen. Für einen sich islamfreundlich verhaltenden Christen mögen ein paar Krümel vom Tisch der nach Allahs Ratschluss wohlhabenden muslimischen Herrenkaste herabfallen, seine Tochter kann von einem Angehörigen der religiös-kulturellen Herrenrasse geehelicht werden und muss als Dhimmi-Söhnchenfabrik vielleicht noch nicht einmal zum Islam übertreten.

83. 5. Schutz des Lebens und des Vermögens: … Im Koran wird ein Wertemaßstab erwähnt, der im alten Testament auch zu lesen ist, nämlich daß der Schutz eines einzigen Lebens als der Schutz der ganzen Menschheit gilt, und daß das Töten eines einzelnen Menschen als das Töten der ganzen Menschheit gilt.

Elyas ist großzügig und übergeht, dass das Strafrecht der Scharia die Todesstrafe für den Islamapostaten fordert. Sofern hier noch Logik beziehungsweise Aufrichtigkeit bestehen soll (doch entzieht sich der so ganz andere Allah unseren Erkenntnismöglichkeiten und behält sich konsequenterweise auch das Lügen jederzeit vor), kann es nur darum gehen, zu erkennen, dass der Islamapostat ein viel schlimmeres Verbrechen begangen hat als nur einen Mord, sodass seine religionsrechtlich einwandfreie Tötung schon beinahe einer Begnadigung gleichkommt und in jedem Falle eine „gesamtgesellschaftlich“ heilsame Handlung ist. Sein Besitz fällt an die Muslime, auch dem Polytheisten sind Grundstücke und Häuser einfach so zu entziehen, denn:

84. So wird das Vermögen im Islam geschützt und gilt als Teil der Menschenrechte, die im Islam verankert sind.

Der Dhimmi hat seine Kopfsteuer zu entrichten, die Dschizya, oder er muss versklavt werden und sein Besitz enteignet.

84. 6. Schutz der persönlichen Umgebung. [Im Koran 49:12 heißt es] „O ihr, die ihr glaubt, betretet nicht Häuser, die nicht eure eigenen Häuser sind, bis ihr euch bemerkbar gemacht und ihre Bewohner begrüßt habt.“

Dem Dhimmi also einen kurzen Zuruf zukommen lassen, und er soll es nicht wagen, die Angehörigen der einzig heilsrettenden Seinsweise am Zugang zu seinem Haus zu hindern, sofern sie sich dazu herablassen möchten, etwa, um einige Gegenstände oder Töchter mitzunehmen. Der Dhimmi darf sein Haus nicht so hoch bauen wie ein Muslim, seine Türe muss so niedrig sein, dass er sich bücken muss, um ihm seine untergeordnete Stellung klar zu machen, in seine Wohnung geht man einige Stufen hinab, damit die Muslime auf der Straße, den Frevler zur Umkehr mahnend, ein wenig erhöht gehen. Auf der Straße selbst ist der Dhimmi abzudrängen und muss den Weg sowieso freimachen, der Rinnstein ist sein angemessener Bewegungsraum.

85. 7. Recht auf Fürsorge: Der Islam schreibt das Recht auf Fürsorge für die einzelnen Mitglieder seiner Gesellschaft und Gemeinschaft vor. Diese gegenseitige Fürsorge ist ein Teil des islamischen Gesetzes.

Die Scharia ist unbedingt einzuhalten, wie Nadeem Elyas hiermit fordert, von säkularen gesetzlichen Verboten oder Pflichten, die mit der Scharia kollidieren, ist der Muslim ja vielleicht in Zukunft und im Sinne des friedlichen europäischen Zusammenlebens auszunehmen, nicht zuletzt im Namen der Religionsfreiheit. Der Ex-Muslim verliert den Anspruch auf Unterstützung, kein Muslim darf ihm etwas vererben oder schenken.

86. 8. Recht auf Bildung: Der Islam betrachtet das Wissen als Mittel zur Gottesfürchtigkeit

Weshalb kleine Mädchen nicht am schulischen Aufklärungsunterricht oder Schwimmunterricht teilnehmen dürfen, denn das würde ihre Gottesfurcht (at-taqwa) beeinträchtigen und die „Geradheit“ (istiqāma) ihres göttlich gewirkten Lebenspfades gefährden, mithin ihre Chance auf einen Eingang ins Paradies.

86. Es ist nicht nur die Pflicht eines Muslim, sich Wissen anzueignen, sondern es ist auch die Pflicht der Gemeinschaft, dem Einzelnen Mitglied die nötige Bildung zu ermöglichen.

Koranverse und Hadithe müssen schließlich gründlich gelernt werden, um in der Lage zu sein, etwas von Naturkunde oder Gesellschaft zu verstehen. Es gibt auch falsches Wissen, das den jungen Menschen vom Erwerb des wahren Wissens, des islamischen Wissens, abhält. Die Darwinsche Evolutionstheorie etwa ist so ein falsches Wissen, die Freudianische Seelenkunde und ebenso ein Soziologie-, Ethik- oder Politikunterricht, in dem die Forderung nach der Gleichberechtigung von Mann und Frau als kulturell modern vermittelt wird und die religiös begründete weibliche Deklassierung als vormodern beziehungsweise gegenmodern (demokratiegefährdend) dargestellt wird.

93. Welche Streitpunkte gibt es [hinsichtlich der beiden Menschenrechtserklärungen, der heilsrettend-koranbasierten und der säkular-universalistischen denn] nun zwischen der Islamischen [Die islamische Deklaration der Menschenrechte, Schriftenreihe des Islamischen Zentrums München, Nr. 12] und der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte? … Der göttliche Ursprung: Für uns Muslime gilt grundsätzlich, daß diese Menschenrechte uns von Gott gegeben sind. Gott ist für uns Mittelpunkt des Lebens, der Gesellschaft, des Denkens und des Gesetzes. Gott ist der Souverän.

In Europa und auch in Deutschland ist das Volk der Souverän, eine vermeintliche „Theozentrik“, wie sehr auch immer persönlich imaginiert und wie lautstark der Umgebung bekundet, ist hat hierzulande von Amts wegen belanglos zu sein, das heißt, sie hat nicht rechtsbegründend zu sein, jedenfalls, sobald gegen die geltenden Gesetze verstoßen wird, was im Falle von Scharia und Fiqh zwangsläufig sehr rasch der Fall ist. Die ökonomische und soziale Belanglosigkeit deiner Weltanschauung nennen wir Religionsfreiheit, und genau diese ist in Theokratien wie Saudi-Arabien oder im Iran ebenso wenig gegeben wie in den vom Schariavorbehalt geprägten Staaten Pakistan und Afghanistan.

Der Staatsbürger verschone also die Öffentlichkeit doch bitte in gewissen Grenzen mit seinen Göttern. Schariafreunde aber sind Schreihälse, weil sie die Rechtsspaltung wollen, zunächst das gesonderte Familienrecht (Personenstands-, Aufenthaltsbestimmungsrecht; Polygamie, Kindbraut) und die politisch durchgesetzte Bedeckung des Leibes, der sonderrechtlich definierten Frau, mit einem Schleier. Darum geht es Nadeem Elyas und dem ZMD, darum geht es der Europapolitik des Necmettin Erbakan und seiner Millî Görüş: Um die Beendung der Rechtseinheitlichkeit.

Friedliches Zusammenleben in Europa (117-130)

118. Jahrhunderte der Kriege und der Verfolgung zeichneten unsere gemeinsame Geschichte, die Geschichte der islamischen und der westlichen Kultur in Europa.

Es gebe also ein doppeltes oder vielmehr ein halbiertes Europa, die Europäer gehören nach Nadeem Elyas einem von beiden Kollektiven an, dem „westlichen“ oder dem „islamischen“. Diesen Vorschlag nach einer Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) haben Angehörigen der kulturellen Moderne entschieden zurückzuweisen. Herr Elyas ist zu ermahnen, die Grenzen dessen einzuhalten, was einem Staatsbürger zusteht, und das sind die Grenzen der Verfassung.

So lange der authentische Islam (man ist versucht zu sagen: der „orthodoxe“ Islam, damit unterschlägt man aber etwa die grundsätzliche Schariaverhaftetheit nahezu sämtlicher Sufi-Bewegungen oder transatlantischer Konvertiten-Szenen, sagen wir also getrost: der authentische Islam) den heißen Wunsch nach dem Islamischen Recht äußert, das heißt das Streben nach dem unzensierten Lehren der heilsrettenden Wohlverhaltensdoktrin der umfassenden Scharia in Koranschule und schulischem Islamischem Religionsunterricht (IRU) und den Wunsch nach dem Aufbau eigener Fiqh-Gerichtsbarkeiten zunächst in Bezug auf Ehe- und Familienangelegenheiten, so lange wird die Gefahr bestehen, dass mit der von Nadeem Elyas in Abgrenzung zum kulturellen „Westen“ definierten kulturellen „Islam“ wie versehentlich der Ausstieg aus der freiheitlichen Demokratie gemeint ist.

Elyas ruft uns die Parole von der totalen Toleranz zu und verweist auf die Errungenschaften des islamfreundlichen europäischen Mittelalters, mit Blick auf heute und morgen befiehlt uns der ZMD-Vorsitzende ein die erstrebte Rechtsverschiedenheit vernebelndes „interkulturelles“ und „gesamteuropäisches“ Brückenbauen über jene gefälligst zu billigenden Gräben und Klüfte hinweg, die wie zufällig immer tiefer werden:

118. Eine große Vielfalt bot der Islam in Europa; einzelne Muslime, die im Mittelalter als Händler oder Kundschafter unterwegs waren, ansässige Einheimische, sporadische intakte islamische Gemeinden, islamische Völker, deren Zahl in die Hunderttausende und Millionen reichte bis hin zur islamischen Staatsform, die die europäische Geschichte Jahrhunderte prägte.

Auch unsere Gegenwart bringt diese großartige Vielfalt des Islam in Europa und diese enge Verbundenheit der Muslime mit den Andersgläubigen in diesem Kontinent deutlich zu Tage, wie uns das Beispiel Deutschland zeigt.

Mehr Differenz, mehr Rechtsspaltung! Mehr Toleranz für das diffierenziert diskriminierende Schariarecht!

120. Islamische Voraussetzungen für das Leben der Muslime in Europa. Der Islam als Träger einer Kultur und richtungsweisender Verhaltenskodex für die Muslime bringt die besten Voraussetzungen für ein zivilisiertes Zusammenleben mit:

121. Umgang mit Nichtmuslimen

Der Islam geht von der Einheit in der Menschheit aus

Die Rechtsverschiedenheit ist daher von uns allen gefälligst „einheitlich“ zu begrüßen.

121. Die authentischen Quellen des Islam sprechen allen Menschen Ehre und Würde zu und verpflichten seine Anhänger, diese bei jedem zu respektieren und zu achten

Respekt oder respektieren heißt muslimischerseits bekanntlich die Islamapostaten anzugreifen und den Nichtmuslimen Angst zu bereiten.

122. Muslime als Minderheit

Der Islam regelt als ganzheitliche Lehre alle Bereiche des Lebens

Ganzheitlich, total, totalitär.

Der Islam regelt als ganzheitliche Lehre alle Bereiche des Lebens, setzt den ethischen Rahmen für die zwischenmenschlichen Beziehungen und liefert die Grundsätze, nach denen sich ein politisches Handeln und ein Staatsaufbau orientieren sollen.

Staatsaufbau, die Staatwerdung der Scharia, Kalifat.

122. Die gesellschafts- und staatsrelevanten Leitbilder des Islam haben aber nur Gültigkeit für die Muslime und haben nur in einem islamischen Staat mit einer islamischen Bevölkerungsmehrheit verbindlichen Charakter.

Einstweilen also verzichtet Nadeem Elyas auf die Forderung nach dem schariatischen Strafrecht, dem auch in ferner Zukunft und bei geänderten Mehrheitsverhältnissen schließlich nur die Muslime unterliegen sollen, die staatsbürgerlichen Nichtmuslime werden dann ihren Nichtmuslimischen Gerichtshof haben. Vorläufig sei die schariatreue Familie das Miniaturkalifat und der Ehemann der Kalif seiner Ehefrau und zweiten bis vierten Ehefrau, die auch schon mal dreizehn oder zwölf Jahre alt sein kann und dabei schwanger, wie das im griechischen Komotiní, wo die ethnoreligiöse Minderheit der muslimischen Türken oder türkischen Muslime völlig legal nach dem Familienrecht der Scharia lebt, auch innerhalb der Europäischen Union leider unproblematisch der Fall ist.

Die dem Kalifat verhaftet gebliebene griechische Rechtsspaltung, das griechische Scharia-Familienrecht, müssen wir Säkularen rasch beenden.

123. Muslime im Kontext des europäischen Pluralismus

„Im europäischen Pluralismus“ bedeutet: im werdenden europäischen gegenkulturellen Scharia-Milieu bzw. im Qualität und Kontur gewinnenden Islamischen Kontraststaat.

126. Hoffnungen und Erwartungen

Wir sind bei der Entwicklung unserer gemeinsamen Zukunftsperspektiven auf die Zusammenarbeit und Hilfe unserer Partner und Freunde in jedem europäischen Land angewiesen. Schließlich wollen wir ja unsere gemeinsame Zukunft innerhalb der europäischen Vielfalt gestalten und nicht die Zukunft einer im Ghetto lebenden muslimischen Glaubensgemeinschaft.

Ein wenig Sarkasmus: Liebe Nichtmuslime, entweder ihr stimmt der Scharia freiwillig zu und könnt als tolerant und fremdenfreundlich glänzen oder wir verhalten uns zwar völlig gleich, schotten uns aber lautstark schimpfend von euch ab und erklären euch schuldig an der gescheiterten Integration. Ihr müsst ja nicht Allahkratie oder Kalifat sagen, redet doch einfach von Multikultur oder Diversity. Wir wollen die universellen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung der Frau nicht, wir wollen die Polygamie integrieren, die arrangierte Ehe (Boos-Nünning, Karakaşoğlu), den Hidschab und das islamisch korrekte Alltagsverhalten jedes muslimischen Jugendlichen, damit wir keine Angst haben müssen, dereinst in den Flammen der Hölle zu braten.

Soweit ihr also die Schariatisierung Europas duldet, betreibt ihr die erwähnte Mitarbeit an den „gemeinsamen Perspektiven“ und „gemeinsamen Lösungen“, andernfalls werden wir euch leider als eurozentrische Kolonialherren und antimuslimische Rassisten bloßstellen müssen. Propagieren wir also zwischen DIK, Integrationsrat, Kirchentag und Wissenschaftsrat, einander Toleranzpreise vergebend und dem zunehmend ungebildeten Volk multikulturelle Stadtfeste spendierend, mehr Toleranz und mehr Andersartigkeit! Nun wisst ihr, wie erfolgreiche Integrationsarbeit auszusehen hat. Hoch lebe die Integration der Differenz, wir gehen nächstes Jahr auch ein wenig mit dem Ölpreis runter. Soweit der Sarkasmus, jetzt wieder ganz im Ernst.

128. Die Muslime sind Teil der europäischen Gesellschaft.

Genau, die Muslime gehören zu uns, die Buddhisten gehören zu uns und die sicherlich nicht dem ZMD angeschlossenen Ex-Muslime gehören zu uns und sind „Teil der europäischen Gesellschaft“ (Elyas). Jeder Mensch ist vom Grundgesetz gemeint, und zwar zuallererst als ein Individuum und keinesfalls zuvörderst als Angehöriger eines mittelalterlichen Stammes oder eines erleuchteten religiösen Kollektivs.

Auch Herr Nadeem Elyas aus Aachen gehört zu uns und richtet sich jeden Tag nach der Straßenverkehrsordnung und stoppt bei „Rot“ und fährt bei „Grün“, da der Herr Vorsitzende weiß, dass die Naturgesetze der Flieh- und Schwerkraft schließlich nicht nur die Ungläubigen betreffen.

Jacques Auvergne

(1) In Welche Ziele verfolgt der Zentralrat der Muslime? Beschreibt die F.A.Z. am 14.03.2006 den Wahlsieg des Islamkonvertiten um den ZMD-Vorstandsposten und weist auf das bemerkenswerte Religionsverständnis Köhlers hin: „Als ein türkischer Lehrer für Religionskunde vorschlägt, im Unterricht zu diskutieren, ob ein striktes Bilderverbot überhaupt noch notwendig sei, antwortet Köhler mit einer ausweichenden Wendung: „Das kommt darauf an, wie nah oder fern man seiner Religion steht.“

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EE9ECB095956A45E4A592F7AA20E4577B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,406796,00.html

(2) In der FAZ berichtet Regina Mönch am 08.05.2007 (»Trojanisches Pferd«) gewohnt ziemlich klandestinen Eindringen des islamischen Radikalen Ibrahim el-Zayat in die DIK mit Ayyub Axel Köhlers Hilfe

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1EA28B0BA6D54481ACE6C941FB9A167D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(3) Über die ZIF- und GMSG-Funktionärin Sabiha el-Zayat-Erbakan wie »dropping knowledge« zu berichten: „El-Zayat-Erbakan is a lecturer for islamic hermeneutics and didactics at the Islamic Women´s Center for Research and Encouragement in Cologne (ZIF) and Vice President of the German Society for Muslim Social Scientists (GMSG). El-Zayat-Erbakan is a member in the Annemarie-Schimmel Forum, an interreligious initiative in Germany following the tradition of the famous scholar in Islamic Studies. El-Zayat-Erbakan is also a founding member of the European Muslim Network, a think-tank created in 2005.”

http://www.droppingknowledge.org/bin/user/profile/6955.page

(4) »cm-fi« Ruprecht Polenz (MdB), Stepfan Articus (Deutscher Städtetag), Murat Aslanoğlu, Rafet Öztürk (), Thomas Lemmen und Melanie Miehl.

http://www.cm-fi.de/initiatoren.html

Unterstützer: Bekir Alboğa (DİTİB als der türkische Auslands-Staatsislam), Marieluise Beck (MdB), Navid Kermani, Ayten Kiliçarslan (DİTİB), Christian Ude (OB Landeshauptstadt München, Präsident des Deutschen Städtetages)

http://www.cm-fi.de/prominente-unterstuetzer.html

(5) Die FDP regelt die irdischen Kölner Zuständigkeiten, „Religiöse Fragen: Dr. Axel Köhler“

http://www.fdp-koeln.de/content.php?c1=1&c2=38&c3=71

(6) Grünhelme. Kuratorium.

http://www.gruenhelme.de/15.php

Verbot von Burka und Niqab im öffentlichen Raum

April 30, 2010

النقاب

an-niqāb

Gesichtsschleier

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

DEUTSCHER BUNDESTAG

Sekretariat des Petitionsausschusses

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Online-Petition an den Deutschen Bundestag vom 30.04.2010

Verbot der Burka und des Niqab

Die Burka in ihrer afghanischen wie in ihrer pakistanischen Variante (1) ist ein Ganzkörperschleier, der wie kein anderes islamisches Kleidungsstück die Unterdrückung muslimischer Frauen symbolisiert. Sie ist das Kennzeichen für misogyne, patriarchalische, polygame Gesellschaften, deren Frauen und Mädchen genötigt werden, als minderwertige, teuflisch verführerische Wesen gesichtslos, ohne Profil und Würde über die Straßen zu huschen. (2) Diese Gewänder haben als Sehfenster nur einen schmalen Augenschlitz oder ein Stoffgitter. Das Blickfeld der Trägerinnen wird extrem eingeschränkt. Die Muslima soll daran gehindert werden, sich ein vollständiges Bild von ihrer Umwelt zu machen oder sich gar nach fremden Männern umzusehen. Auch der Niqab (Gesichtsschleier (3)), der vom Nasenrücken ab das untere Gesicht verdeckt, brandmarkt die Frau als Verführerin und reduziert sie auf ihre biologisch-sexuelle Funktion. Für die anderen Passanten auf der Straße ist eine so verhüllte Frau kaum als menschliches Wesen zu erkennen. Mich erinnern diese Totalverschleierten an die dämonische und gruselige Hauptfigur in der TV-Serie Belfegor, die in den sechziger Jahren ausgestrahlt wurde.

Der Ganzkörperschleier bzw. Niqab ist das sichtbare Zeichen der Kontrolle des Mannes über die Frau, welche ihm als sein Besitz zu gehorchen und sich ihm, seiner Sippe und den geistlichen Autoritäten unterzuordnen hat. In diesen extrem reaktionären, orthodoxen oder salafistischen (4) Milieus bestimmt der Vater oder Ehemann, ob und wann die Tochter oder Ehefrau das Haus verlassen darf. (5) Sie soll den Kontakt zur Außenwelt einschränken und ihn auf wichtige Erledigungen begrenzen. In Rechtsstaaten ist das Freiheitsberaubung. Das frühmittelalterliche Frauengewand wie auch die Stoff sparende Variante des Niqab, der fast immer zu einem bodenlangen sackartigen, unförmigen Gewand getragen wird, verbirgt die Körpersilhouette und entmenschlicht die Trägerin, sie verliert ihre einzigartige Persönlichkeit, wird zur Dutzendware. Beide islamischen Kleidungsstücke verstoßen gegen das Diskriminierungsverbot und das demokratische Prinzip der Gleichstellung von Mann und Frau. Die Vollverschleierung ist unfallträchtig und gesundheitsgefährdend, da das eingeschränkte Sehfeld und die weiten, langen Stoffbahnen ein sicheres Gehen erschweren, ein Überqueren von viel befahrenen Straßen ist lebensgefährlich. Sie lässt kaum einen Sonnenstrahl an die Haut und schädigt die Gesundheit durch den Lichtmangel unserer Breitengrade. Die Milch stillender Niqabis weist in Europa einen signifikanten Vitamin-D-Mangel auf, der bei den Säuglingen Rachitis Vorschub leistet (6), bei den Frauen selbst begünstigt dieser Vitaminmangel, der nicht ausreichend durch Fisch, Milch und Getreide ausgeglichen werden kann, schon in jungen Jahren Osteoporose. (7) Diese extrem fundamentalistische, misgyne Frauenbekleidung verursacht unkalkulierbare Sicherheitsrisiken, da man nicht weiß, wer sich tatsächlich unter diesem total verhüllenden Stoff verbirgt.

Die Petenten begrüßen die französische und belgische Gesetzesinitiative und setzen sich für ein Verbot der Burka und des Niqab in der Öffentlichkeit ein. Sie begründen ihre Einstellung folgendermaßen:

Die Bedeutung des Gesichts in der sozialen Interaktion

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches auf zwischenmenschliche Beziehungen hin angelegt. Ohne soziale Interaktion wären Männer wie Frauen nicht überlebensfähig, beide Geschlechter würden allmählich seelisch und geistig verkümmern, viele würden lebensgefährlich erkranken. Vier der fünf Grundbedürfnisse nach Abraham Maslow (* 1908), nämlich Sicherheit, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe, das Streben nach Wertschätzung und Geltung sowie das Bemühen um Selbstverwirklichung sind ohne Zutun oder Mitwirkung anderer nicht möglich. Wäre man nur in der Lage Hunger, Durst, Schlaf und ähnliche lebensnotwendige Körperfunktionen zu erhalten, wäre das Leben ein Dahinvegetieren, das Dasein hätte keine Lebensqualität. Menschen werden sich daher bemühen, Kontakt zum sozialen Umfeld aufzunehmen und diese Beziehungen zu erhalten.

Der Schlüssel, um Zugang zu Mitmenschen zu bekommen, ist Kommunikation, die sich zu 7 % aus verbalen Informationen (was wird mit welchen Worten gesagt), zu 38 % aus vokalen Impressionen (wie klingt die Stimme, Lautstärke, Betonung, Stimmlage) und zu 55 % aus nonverbalen Botschaften (Gestik, Mimik, Körperhaltung) zusammensetzt (Albert Mehrabian). (8) Sobald Menschen einander begegnen, treten sie miteinander in Verbindung, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Selbst wenn wir schweigend aneinander vorbei gehen, tauschen wir Botschaften aus, die miteinander korrespondieren. Der Körper und vor allem das Gesicht sind uns dabei wesentliche Brücken. Unser Gesicht, wie auch das unserer Gesprächspartner, ist wie ein aufgeschlagenes Buch, in dem über persönliche Befindlichkeiten gelesen werden kann. Aus den so gewonnenen Eindrücken lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, was die Person denkt und fühlt. Da nonverbales Verhalten zumindest bezüglich der Grundemotionen (Robert Plutchik, * 1927) zum großen Teil angeboren ist, fällt es Menschen mit gesundem Sehvermögen leicht, die Bedeutung dieser wortlosen Botschaften zu entschlüsseln. Schon Babys beherrschen diese ‘Sprache’ bevor sie reden können. Malt man auf ein Blatt Papier einen Kreis mit weit aufgerissenen ‘Augen’ und ‘gefletschten Zähnen’ werden sie Angst bekommen und anfangen zu weinen.

Das Gesicht eines Menschen ist ein sehr wichtiger Anhaltspunkt, um eine Person wieder zu erkennen. Passanten, die Niqabis begegnen, müssen sich fühlen wie Prosopagnosie-Patienten, wie zum Wiedererkennen von Gesichtern Unfähige. Ganzkörperverschleierte Frauen sind gesichtslos, sie haben kein Profil, keine Einzigartigkeit, sie können kein Profil zeigen und daher auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Kalkulierte Worte können den Inhalt der tatsächlichen Information einer Botschaft ‘schönen’, ‘verschleiern’ oder gar verfälschen, körpersprachliche Signale wie Gesichtmimik und Körperhaltung sind dagegen spontane und oft unbewusste Umsetzungen des momentan Gedachten und Gefühlten in nonverbale Kommunikation. Diese Form der Selbstinszenierung ohne Worte ist in der Regel authentisch, unverfälscht und ehrlich. Zwar kann man lernen, seine Körpersprache zu beherrschen und zu steuern, doch wird auch ein langwieriges, regelmäßiges Training nicht verhindern, dass nach einiger Zeit unbewusste, daher nicht beeinflussbare innerpsychische Befindlichkeiten und Emotionen an die Oberfläche drängen und verraten, was wir wirklich denken, sagen und fühlen. (9)

Das Prinzip Hidschab (10)

Mit der islamischen Gesichtsbedeckung bekleidete Frauen werden systematisch daran gehindert, spontan Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen. Die Gesichtsmimik, wie erwähnt ein wichtiges zwischenmenschliches Kommunikationsmittel, ist nicht mehr sichtbar. Sie sind daher wie gesichtslos, sie haben keine Persönlichkeit, keine Einzigartigkeit, sie sind ‘Dutzendware’. Diese Mädchen und Frauen können kein Profil zeigen, daher auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie haben ihr Gesicht verloren, dieses sprachliche Gleichnis ist eine weltweit verstandene Chiffre für ‘seine Würde verlieren’. Die Frauen können auch kein ‘Gesicht zeigen gegen Rechts’, für ein weltoffenes Europa. Das extrem eingeschränkte Gesichtsfeld dieses religiös begründeten Frauengewandes bewirkt zudem eine künstliche Sinnesbehinderung, welche die Augen überanstrengt und daher nicht ohne Folgen für Körperhaltung, Muskeltonus und Psyche der Trägerinnen bleiben wird. Der Stoff vor dem Mund dämpft die Stimme, strengt beim Sprechen an und erschwert die Verständigung. Unverschleierte oder Kopftuch tragende Gesprächspartner von voll verschleierten Frauen werden sich des Eindrucks nicht erwehren können, mit einem übergestülpten Stoffsack mit Augenschlitzen zu sprechen, bei Burkas wäre durch die Sichtgitter nicht einmal mehr die Augenfarbe erkennbar. Während Männer sinnbildlich ihre Nase in jede Angelegenheit stecken können, haben vollverschleierte Frauen oder Niqabis diese Möglichkeit nicht. Öffentliche Kommunikation wird somit im orthodoxen Islam zur männlichen Kommunikation.

Wir versuchen in den Gesichtern von Menschen zu ‘lesen’, um unser Verhalten diesen Informationen anzupassen. Diese über Jahrtausende weitergegebene Verhaltensweise ist offensichtlich überlebenswichtig und erleichtert unseren Alltag enorm. Sie hilft uns beispielsweise eine Gefahrensituation zu erkennen und einzuschätzen, um im Bedarfsfall blitzschnell einer Schädigung durch einen wütenden Angreifer auszuweichen, der uns durch seine Mimik zeigt, dass wir uns schützen sollten. Dem Stirnrunzeln eines interessierten Käufers ist zu entnehmen, dass er unschlüssig ist oder die genannten Argumente anzweifelt. Geschulte Verkäufer werden daher nachfragen, welche Informationen der Kunde noch braucht, was unklar ist. Immer wieder wird es vorkommen, dass Passanten nach dem Weg fragen, weil sie sich in einer Stadt nicht auskennen oder sie wegen einer anderen wichtigen Information Hilfe brauchen. Benötigt man die Unterstützung von Fremden, wird man sich nach jemandem umsehen, der vertrauenswürdig erscheint und mit seinem offenen Gesicht Hilfsbereitschaft und Interesse an den Mitmenschen signalisiert. Die Totalverschleierung versteckt jedoch Gefühlsregung oder Mimik der Trägerin, sie verunsichert das Gegenüber und vermittelt den Eindruck, die Trägerin habe etwas zu ‘verschleiern’. So jemanden bittet man nicht um Hilfe. Der Stoff vor Mund und Nase erzeugt bei vielen Nichtverschleierten Angst und Misstrauen. Einer komplett verschleierten Auskunftssuchenden wird man erschreckt ausweichen.

Doch mit diesen exkludierenden Auswirkungen des Hidschab nicht genug: Das vormoderne Gewand raubt der Trägerin ihre weiblichen damit auch menschlichen Züge, ihrem Gesicht fehlen die Grundelemente bis auf die Augen, manchmal sind auch die, ähnlich wie bei der Burka, hinter einem diesmal durchscheinenden, opaken Stofffenster verborgen. Punkt, Punkt, Komma Strich, fertig ist das Angesicht, so lernen es schon Kleinkinder. Grundemotionen wie Freude, Trauer, Angst, Ekel, Hass sind authentische, untrennbar mit dem Menschsein verbundene Dimensionen von Befindlichkeit und Stimmungslage, die sich in Mimik, Körperhaltung und Körpersprache den Mitmenschen sichtbar mitteilen und ihrerseits Reaktionen des Umfelds auslösen. Schon wenige Wochen alte Säuglinge suchen die menschliche Nähe und brauchen den Kontakt zu anderen Menschen, um sich gesund entwickeln und wohl fühlen zu können. Im Alter von 6-8 Wochen bereits erkennen sie die Grundelemente von Gesichtern und nutzen das so genannte ‘soziale Lächeln’ als Kommunikationsbrücke zu Menschen in ihrer Umgebung. Wenn sich ein Augenpaar nähert, das den Säugling aus dem meist schwarzen Stoff ansieht, bereitet ihm das zunächst Angst. Er fängt an zu weinen, weil er dem Blick aus den Sehschlitzen keine Grundstimmung entnehmen und daher nicht einschätzen kann, ob ihm Gefahr droht. Erst wenn die Stimme aus dem Stoff sanft, warm und freundlich klingt, beruhigt er sich wieder.

Hörbehinderte, die durch den verdeckten Mund weder Stimmlage, Klangfarbe, Lautstärke des Gesagten wahrnehmen, noch die Worte von den Lippen ablesen können und daher nicht zu entschlüsseln vermögen, was das Gegenüber sagt oder ob es überhaupt spricht, könnten sich mit Niqabis nur verständigen, wenn beide die Gebärdensprache beherrschen (und anwenden). Für den gehandicapten Menschen wie für die extrem verschleierte Muslima eine völlig unnötige Kommunikationsbarriere, die verdeutlichen sollte, wie absurd und diskriminierend der Gesichtsschleier Verständigung und Interaktion verhindert. Menschen brauchen den Gedanken- und Informationsaustausch im Gespräch innerhalb und außerhalb ihrer (Ursprungs)Familie, um nicht seelisch und geistig zu verarmen.

Der ‘sittsame’ Ganzkörperschleier soll offensichtlich Frauen aus der Öffentlichkeit verbannen und ihnen den Mund verbieten, den potentiellen Gesprächspartnern soll die Lust vergehen, diese Frauen anzusprechen oder gar ein Gespräch mit ihnen zu führen. Burka und Niqab erschweren den Kontakt, auch untereinander, weil Niqabis, die ihren Glaubensschwestern auf der Straße begegnen, einander allenfalls am Klang der Stimme wiedererkennen können. Selbst die eigenen Kinder und der Ehemann, die der traditionell / salafistisch gekleideten Muslima spontan in der Stadt begegnen würden, könnten in der ganzkörperverschleierten Figur nicht die Mutter und die Partnerin erkennen und würden unbeteiligt vorbeigehen, wie an einer Fremden, wenn die Niqabi sie nicht anspricht und dann an der Stimme erkannt wird. Hoffentlich ist niemand erkältet und heiser bzw. hoffentlich hört wegen dieser Infektion das Gegenüber, dessen Ohren möglicherweise durch ein Kopftuch verdeckt sind, nicht schlecht. Würdevolle Frauen und respektvollen Umgang stellen die Petenten sich anders vor.

Frauen- und Menschenrechtler sehen in der nonverbalen Botschaft des Gesichtsschleiers eine Ablehnung ihrer Werte, ihrer Lebensweise, manche fühlen sich beleidigt, provoziert oder angegriffen. Analog zur Aura-Fitna-Ideologie (11), die durch den Ganzköperschleier symbolisiert und umgesetzt wird, entmenschlicht der Ganzkörperschleier die Muslima zur wandelnden Vagina, zur Söhnchenfabrik (zoontjesfabriek, Ayaan Hirsi Ali) auf Ausgang, alle unverschleierten Frauen werden zum nuttigen Sexualobjekt und Freiwild, Männer zu triebgesteuerten Tieren erklärt.

Zu einem für alle Seiten interessanten und bereichernden Gespräch ist es notwendig, einander ins Gesicht sehen zu können. Wertschätzende, gleichberechtigte Kommunikation ist wie bereits erwähnt wesentlich auf Gesichtsmimik angewiesen, die nur dann von allen Gesprächspartnern empathisch gespiegelt und beantwortet werden kann, wenn man sich ansieht. Wichtige Gespräche führen wir deshalb von Angesicht zu Angesicht, mit Freunden unterhalten wir uns, wechselseitig Blickkontakt aufnehmend, in vertrauter Runde, auch bei sehr persönlichen Gesprächen sehen wir einander ins Gesicht, um Reaktionen auf das Gesagte zu entnehmen. Wir glauben jemandem an der Nasenspitze anzusehen ob er lügt, unsere Wortwahl und die Intonation unserer Stimme passen wir dem Gesichtsausdruck unserer Gesprächspartner an, um sie nicht zu verletzen oder um festzustellen, ob wir verstanden worden sind.

Ein Hidschab verhüllt den Körper und das Gesichtsoval bis auf den Sehschlitz oder das engmaschige Sichtgitter blickdicht und behindert jede Kommunikation, Interaktion und Teilhabe auf Augenhöhe. Integration in die Gesellschaft und chancengleiche Partizipation im Berufsleben und in der Freizeit können so nicht gelingen. “Gesichter” unterscheiden sich nur noch durch die Form, Farbe und Länge des Schamtuchs, sie erstarren zur ausdruckslosen, leblosen Maske, während selbst Totenmasken einen würdigen, individuellen Gesichtsausdruck haben.

Hidschabis wirken sehr auf sich selbst bezogen, abweisend sowie unnahbar und signalisieren schon von weitem: “Sprich mich bloß nicht an, ich will keinen Kontakt”. Das gilt bewusst oder unbewusst auch für Hidschabträgerinnen untereinander. Kein Wunder also, wenn das aufgeschlossene, der Welt und den Menschen zugewandte kopftuchtragende oder unverschleierte Umfeld sich zurückzieht. Die Männer mögen ihnen vorgaukeln, das traditionelle Gewand grenze Rechtgläubige vom anderen Geschlecht und von Ungläubigen ab, sei zur Bewahrung des Seelenheils notwendig und ebne auch den prinzipiell moralisch vulnerablen Frauen (Fitra-Aura-Konzept (12)) den gerade für das weibliche Geschlecht beschwerlichen und steilen Weg ins Paradies.

Tatsächlich schottet die Vollverschleierung jedoch von der Außenwelt ab, sie behandelt Hidschabträgerinnen wie Gefangene auf Ausgang. Selbst beim ‘Freigang’ sind diese Muslimas in einem Gefängnis aus Stoff eingesperrt. Zwar ließe sich der Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit als ‘Würdigung des Frauseins’ deuten, doch ist Ansehen (Würde, Respekt, Geltung) ohne an sehen überhaupt möglich? Jeweils mit Tschador und Niqab oder Burka verhüllt, können Musliminnen allenfalls die Augen der anderen Schwestern sehen, während Kopftuch tragende oder unverschleierte Frauen sich ansehend wieder erkennen und auch ihre Umgebung ganzheitlich wahrnehmen können, ohne durch großflächige stoffene Abdeckungen an den Sinnesorganen Haut, Nase, Ohren und Mund eingeschränkt, künstlich behindert zu sein.

Während das weitgehend verdeckte Gesichtsoval bei einer Ganzkörperverschleierung keine Gemütsregung erahnen lässt, können vollverschleierte Frauen in den Gesichtern der unverschleierten oder Kopftuch tragenden Gesprächsteilnehmerinnen lesen wie in einem offenen Buch. Bei vielen Menschen, deren Gesicht nicht bedeckt ist, entsteht dabei ein Unbehagen, ein Eindruck der Ungleichheit, ein Gefühl des schutzlosen ausgeliefert Seins, der Unterlegenheit. Ein konstruktives Gespräch auf Augenhöhe ist in einer solchen Gesprächsatmosphäre kaum denkbar. Auch während der Beratung, beispielsweise beim Rechtsanwalt, beim Anamnesegespräch in der Arztsprechstunde oder Klientengesprächen in der kommunalen Verwaltung ist die misogyne Bekleidung äußerst störend. Jack Straw, der ehemalige britische Außenminister äußerte sich in einer Zeitung, die in seinem Wahlkreis erscheint, zum Hidschab und berichtete, dass er bei einer seiner regelmäßigen Bürgersprechstunden in seinem Wahlbezirk Blackburn, einer Stadt mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil (19,4 % bei einem Landesdurchschnitt von 3,0 %) auf eine vollverschleierte Muslima traf, die das Beratungsgespräch mit den Worten einleitete: „Schön Sie einmal von Angesicht zu Angesicht zu sehen.“ Er habe sich darauf hin nur gedacht: „Schön wär’s“. Der Politiker gibt offen zu, sich unbehaglich und irritiert zu fühlen, wenn er einer Ratsuchenden bei einem Beratungsgespräch nicht ins Gesicht sehen kann und daher die Reaktionen auf seine Ratschläge allenfalls dem Klang der (durch den Stoff des Schleiers gedämpften) Stimme entnehmen muss, die er, weil er sie nicht kennt, dementsprechend schlecht einzuschätzen und zu entschlüsseln vermag. (13), (14)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

(1) Burka

http://de.wikipedia.org/wiki/Burka

(2) Adriana Stuijt: »Women could endanger their health by wearing burqas«

http://www.digitaljournal.com/article/272307

(3) Niqāb (Gesichtsschleier)

http://egyptiangumbo.com/wp-content/uploads/2008/05/niqab.jpg

(4) Salafiyya

http://de.wikipedia.org/wiki/Salafiyya

(5) Ralph Gadhban zitiert al Buchari:

„Die Frau ist eine ‚aurah, wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“

http://www1.bpb.de/themen/IYRYVB,6,0,Das_Kopftuch_in_Koran_und_Sunna.html#art6

(6) Daniel Pipes: »Niqabs und Burkas – die verschleierte Bedrohung«

http://debatte.welt.de/kolumnen/82/brennpunkt+nahost/152663/niqabs+und+burkas+die+verschleierte+bedrohung

(7) Burka als Gesundheitsrisiko: Vitamin-D-Mangel

http://www.iofbonehealth.org/download/osteofound/filemanager/health_professionals/pdf/Vitamin-D-reports/Vitamin_D-MEast_Africa.pdf

Yasmin Alibhai-Brown: »Nothing to Hide«

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,901061016-1543877,00.html

(8) Mehrabian: „Körpersprache und Stimmqualität dominieren“

http://www.soft-skills.com/sozialkompetenz/nonverbalesensibilitaet/mehrabian/55387regel.php

(9) Aus: FOCUS Nr. 50 (1998), »Die Wahrheit steht oft im Gesicht geschrieben. Die Körpersprache der Lügner«

http://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-die-wahrheit-steht-oft-im-gesicht-geschrieben-und150-die-koerpersprache-der-luegner_aid_172426.html

(10) Hidschāb

http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab

(11) Das Kopftuch in Koran und Sunna (Ralph Ghadban)

http://www1.bpb.de/themen/IYRYVB,6,0,Das_Kopftuch_in_Koran_und_Sunna.html#art6

(12) Das Frauenbild in der Sunna (Ralph Ghadban)

„In der islamischen Glaubenslehre ist der ganze Frauenkörper Geschlechtsorgan, Tabubereich. Frauenhaar ist Schamhaar, verführerischer Fallstrick des Teufels. Diese genderspaltende, frauenfeindliche Konzeption unterteilt außerdem die Menschheit in Kollektive verschiedener (Minder)Wertigkeit. Nach islamischer Auffassung ist diese Doktrin keinesfalls Kulturgut oder zivilisatorische Errungenschaft, sondern als gottgeschaffene, ureigene Veranlagung unabänderliche Natur der gesamten weiblichen Bevölkerung.“

(13) Jack Straw: »’I felt uneasy talking to someone I couldn’t see’«

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2006/oct/06/politics.uk

(14) James Sturcke and agencies: »Straw: I’d rather no one wore veils«

http://www.guardian.co.uk/politics/2006/oct/06/immigrationpolicy.religion

***Blog-Update Juli 2010: Ablehnung Bundestag Petitionsausschuss Annegret Gründler 11.05.2010, Entgegnung Gabi Schmidt 28.06.2010, Antwort des Petitionsausschusses (auf die durch Gründler angekündigte, angeblich sachgleiche Petition eines weiteren, uns gegenüber anonymisierten Petenten) durch BMI MinR Dr. Michael Frehse, ohne Datum***

DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss

11011 Berlin, 11.05.2010

Platz der Republik 1

Pet 1-17-06-1000-008559

(Bitte bei allen Zuschriften angeben)

Frau

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Betr.: Bundesverfassung

Bezug: Ihr Schreiben vom 30.04.2010

Anlg.: – 1 –

Sehr geehrte Frau Schmidt,

im Auftrag der Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages, Frau Kersten Steinke, danke ich Ihnen für Ihr Schreiben.

Von einer Veröffentlichung Ihrer Eingabe wird abgesehen.

Zu Ihrem Anliegen, das Tragen der Burka zu verbieten, möchte ich Ihnen die Stellungnahme zu einer sachgleichen Petition übersenden. Aus Datenschutzgründen sind Hinweise auf persönliche Daten entfernt worden.

Die Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit gelten in Deutschland uneingeschränkt (Artikel 3 Abs. 3 und Artikel 4 Abs. 1 und 2 des Grundgesetzes – GG).

Das Tragen einer Burka ist aus staatlicher Sicht grundsätzlich als Religionsausübung im Sinne des Artikels 14 GG zu respektieren.

Einwendungen gegen diese Bewertung können Sie innerhalb von sechs Wochen mitteilen. Nach Ablauf dieser Zeit wird den Abgeordneten des Petitionsausschusses vorgeschlagen, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil Ihrem Anliegen nicht entsprochen werden kann. Folgen der Ausschuss und das Plenum des Deutschen Bundestages diesem Vorschlag, erhalten Sie keinen weiteren Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

(Annegret Gründler)

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Deutscher Bundestag

Petitionsausschuss

Platz der Republik 1

28.06.2010

Pet 1-17-06-1000-008559 vom 30.04.2010, Verbot des Niqab und der Burka, Stellungnahme des Petitionsausschusses, Entgegnung darauf

Zu den wichtigsten Aufgaben eines freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaats gehört es, Menschenwürde (Art. 1 GG), freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2), Gleichberechtigung und Gleichstellung (Art. 3) sowie soziale Gerechtigkeit (Art. 20) in seinem Hoheitsgebiet zu garantieren. Allen dort lebenden Menschen soll ein weitgehend selbstbestimmtes, sozial abgesichertes und friedliches Leben möglich sein (1). Dazu tragen die aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entlehnten, in der Verfassung verankerten Grundrechte wesentlich bei, indem sie den Handlungsrahmen von Legislative, Exekutive und Judikative verbindlich festlegen, den Einzelnen vor Willkür des Staates schützen, Geschädigten eines solchen Machtmissbrauchs die Möglichkeit einräumen, Klage zu erheben sowie diese Naturrechte auch im Verhältnis der Bürger untereinander sichern (2), (3). Diese Fundamentalrechte haben globale, religions- und kulturübergreifende Gültigkeit, sind unveräußerlich und unteilbar. Um das Gemeinwohl vor ausufernder Freiheit zu schützen, unterliegen die Abwehr-, Freiheits- und Schutzrechte sinnvoller Weise dem Gesetzesvorbehalt und den grundrechtsimmanenten Schranken.

Das Grundgesetz ist ein kohärentes Gefüge, alle Artikel sind aufeinander bezogen, jedes Grundrecht steckt einen gewissen Rahmen ab, in dem ein Rechtsgut geschützt ist. Dieser Schutz endet genau dort, wo Grundrechtsansprüche Dritter eingeschränkt werden. Wenn im konkreten Einzelfall Grundrechtsgüter kollidieren, müssen die sich widersprechenden Rechtspositionen mittels der praktischen Konkordanz (4) zu einem für beide Seiten gewinnbringenden Ausgleich gebracht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass ein durch das Grundgesetz garantiertes Rechtsgut nur dann eingeschränkt werden darf, wenn diese Begrenzung der entgegenstehenden, jedoch ebenfalls durch die Verfassung geschützten Rechtsnorm zugute kommt, auf keines der Verfassungsgüter total verzichtet wird und die Einheit der Verfassung unbedingt gewahrt bleibt (BVerfGE 77, 240, >253<). Es darf keine Freiheitsrechte à la carte geben (frei nach Arzu Toker (5)). Wer seine Weltanschauung streng praktizieren möchte, hat den Handlungsfreiraum dazu, solange er respektiert, dass die ebenfalls in der Verfassung verankerte negative Religionsfreiheit (6) säkularen Glaubensgeschwistern, Andersgläubigen oder Atheisten ein freizügigeres Leben erlaubt. Auch der Austritt aus und der Wechsel in eine andere Religionsgemeinschaft fallen unter die Glaubens- und Gewissensfreiheit und sind Privatsache (7). Genauso gilt, dass Frauen und Männer eben nicht nur vor Gott, sondern auch vor dem Gesetz und im Alltag gleichberechtigt und gleichgestellt sind. Für archaische Ehrbegriffe, patriarchalische Stammestraditionen und Verbrechen wie Zwangsheirat und Ehrenmord gibt es weder Toleranz noch kulturellen / religiösen Rabatt (8), (9).

Selbst die prinzipiell unverletzliche Gewissens-, Bekenntnis- und Glaubensfreiheit und die in der Regel ungestörte Religionsausübung gelten also keinesfalls grenzenlos (s. ‚Rotverbot‘, sowie: keine ‚Erlaubnis zum Cannabisanbau aus religiösen Gründen‘ (10), (11)), in der Bundesrepublik Deutschland gilt die FdGO für alle, eine Rechtsspaltung in Grundgesetz und Scharia ist inakzeptabel (12).

Die Menschenwürde ist, juristisch betrachtet, ein wandelbarer, unbestimmter Rechtsbegriff, jedoch ist jede freiheitlich demokratische Gesellschaft aufgefordert, „dem Leitziel Menschenwürde – in der Balance zwischen zwingender Staatsgewalt und kultureller Anarchie – durch ihr staatliches Recht zur Verwirklichung im Alltag zu verhelfen (13)“. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Würde des Menschen durch das Menschenbild der Aufklärung, das sich im Grundgesetz widerspiegelt, stark geprägt. Das Recht auf menschenwürdige Behandlung, auf Wert- und Achtungsanspruch steht demnach allen Menschen ungeachtet ihrer Eigenschaften, Leistungen oder ihres sozialen Stellenwertes allein auf Grund ihres Menschseins zu (AEMR 1948). Jeder soll als selbstverantwortliche Persönlichkeit mit Eigenwert anerkannt und respektiert werden. Ob Tochter oder Sohn, Frau oder Mann, jedes Individuum ist „als geistig-sittliches Wesen“ berechtigt, weitgehend frei und selbstbestimmt seinen Alltag zu gestalten „und auf die Umwelt einzuwirken (14).“ Folglich gilt: Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu.

Die Würde des Menschen kann nicht aberkannt werden, selbst geringschätzender Umgang mit der eigenen Person kann sie nicht schädigen, sie ist etwas Unverfügbares. Es ist niemandem möglich auf seinen Wert- und Achtungsanspruch zu verzichten. Art. 1 Abs. 1 GG verpflichtet den Staat, die unantastbare Menschenwürde zu achten, sie vor unberechtigten Eingriffen zu schützen. Mögliche Beschränkungen wegen berechtigter Verfassungswerte Dritter sollen daher sehr sorgfältig und genau geprüft werden, bevor ihnen gegebenenfalls stattgegeben wird. Ein Verstoß gegen Art. 1 GG liegt vor, wenn Menschen zum bloßen Objekt staatlichen Handelns werden. Selbst Strafgefangene, Mörder und Vergewaltiger sind in ihrem Menschsein zu achten. Der Einzelne soll auf behördliche Maßnahmen Einfluss nehmen dürfen und können. Desgleichen muss eine Herabwürdigung durch einen Dritten, die dem schwer Gekränkten nicht nur die Subjektqualität und damit den persönlichen Achtungsanspruch prinzipiell aberkennt, sondern durch Diskreditierung diesen Menschen als Gattungswesen schmäht, nicht hingenommen werden (Papst Johannes Paul II. wegen eines körperlichen Gebrechens mit Wackeldackel verglichen ist grobe Geschmacklosigkeit; Leichenhorror nach § 4 Absatz 1 Nr. 8 JMStV als verbotener, allgemeiner Verstoß gegen die Menschenwürde (15)).

Der Staat als Garant des Wert- und Achtungsanspruchs nach Art. 1 GG müsse den Grundrechtsträger jedoch nicht vor sich selber schützen, so der Rechtswissenschaftler und Verfassungsrechtler Dr. Werner Frotscher. Niemand könne dazu gezwungen werden, mit sich selber wertschätzend umzugehen, es ist ebenfalls unzulässig, auf eine Person Druck auszuüben, sich gegen die Herabwürdigung Dritter zu wehren. Es sei das Recht eines jeden, seine Persönlichkeit frei zu entfalten (Art. 2 Abs. 1 GG). Dazu gehöre nach allgemeiner Rechtsauffassung eben auch, sein Aussehen nach persönlichen Vorstellungen zu gestalten, sich entsprechend in der Öffentlichkeit zu präsentieren und eigenständig zu bestimmen, wie die Interaktion mit Frauen und Männern im Familienkreis und im weiteren sozialen Umfeld ablaufen soll. Die Außenwelt habe vor allem bei Einwilligungsfähigen und Volljährigen deren Persönlichkeitsrechte zu akzeptieren und zu respektieren, solange die Handelnden frei entscheiden. Diesbezügliche Eingriffe des Staates in die Privatsphäre des Individuums seien übergriffig und bevormundend, verletzten die Person in ihren Entfaltungsrechten und seien daher nicht durch den in der Verfassung verankerten Schutzauftrag gedeckt.

Diese Einschätzung der Rechtslage stützt sich wesentlich auf die Freiwilligkeit einer strittigen Handlung, betrachtet daher nur einen Teilaspekt des subjektiven Rechts und greift bei einer Prüfung des Burkaverbots im öffentlichen Raum zu kurz (16). Es gibt erdrückende Beweise, dass die Verschleierung des kompletten Körpers oder des Gesichts, die grundsätzlich mit einem vormodernen, äußerst antiemanzipatorischen Verhaltenskodex einhergeht und ausschließlich von radikal-fundamentalistischen Milieus eingefordert wird, nicht so zwanglos umgesetzt wird wie von den Betroffenen gerne behauptet. Die Grundrechte andersdenkender Dritter, die als Anhänger sonstiger islamischer Glaubensrichtungen, als Säkulare oder als Ex-Muslime sich nicht der korangetreuen Orthopraxie unterwerfen wollen, treten bei der Bewertung in den Hintergrund (17). Das gilt auch für die Gruppen, die verachtet und gemieden werden müssen, weil sie sich einer anderen Religion verbunden fühlen bzw. als Atheisten mit einer betont rationalen Weltanschauung ihren Rechtsanspruch auf negative Religionsfreiheit ausleben wollen (18), (19). Nicht berücksichtigt wird, dass die FdGO Autochthone wie Allochthone nicht ausschließlich „als selbstherrliche“ Einzelpersonen sieht, sondern jeden Einzelnen als sozial verantwortliche, der gesamten Gesellschaft „vielfältig verpflichtete Persönlichkeiten begreift (20)“. Völlig unbeachtet bleibt auch die Schutzgarantie des Staates gegenüber dem objektiven Recht, also der gesamten Rechtsordnung, der er sich nach Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG nicht entziehen kann. In unserer streitbaren und wehrhaften Demokratie ist der Staat vom Staatsvolk (Art. 20 Abs. 2 Satz 1: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus (21)“) beauftragt worden, im Sinne der eigenen Nachhaltigkeit (Ewigkeitsklausel (22)), der Rechtssicherheit und im Interesse aller Grundrechtsträger sowohl eine Schädigung der gesellschaftlichen Werteordnung zu verhindern als auch die in der Verfassung kodifizierten, unteilbaren, nicht verhandelbaren und universellen Menschenrechte zu verteidigen (23).

Die im Grundgesetz propagierte demokratische Persönlichkeit sieht den Menschen durchaus als mit Naturrechten ausgestattetes, selbstbestimmtes und freies Individuum. Genauso wichtig ist jedoch seine Bereitschaft zur sozialen Einbindung wie auch zur wertschätzenden, gleichberechtigt- zwischenmenschlichen Interaktion mit allen Mitgliedern der Solidargemeinschaft, die ihn als Teilhabenden willkommen heißt, ihn achtet und schützt und mit ihm kooperiert, während er die Allgemeinheit unterstützt, ohne sofort von dieser Mithilfe profitieren zu wollen. Diese Annahme wird durch die fünfstufige Bedürfnispyramide des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow bestätigt, welche die Motivation für menschliches Verhalten beschreiben soll. Danach ist der Mensch ein soziales Wesen, das bereits bei der Befriedigung einiger Grundbedürfnisse auf andere Menschen angewiesen ist und danach strebt, sich selbst zu verwirklichen. Wenn in Europa „Die aktive Einbeziehung von Einwanderern in das gesellschaftliche und vor allem das Vereinsleben … ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu ihrer Integration (24)“ ist und auch in der Bundesrepublik die zur ‚Chefsache (25)‘ erklärte Integration die beständigen Voraussetzungen schaffen will, dass chancengleiche Teilhabe aller Bewohner zur Realität wird, muss man den Zuwanderern durchaus zumuten, unsere Sprache zu lernen, das Grundgesetz und die daraus abgeleiteten Werte als Fundament unserer gemeinsamen Gesellschaftsordnung zu akzeptieren sowie diese als Orientierungsrichtlinie und Handlungsrahmen für die Lebensgestaltung zu übernehmen.

Die staatliche Gemeinschaft stellt eine reiche, breit gefächerte Angebotspalette zur Verfügung, damit jeder sein Recht auf eine individuelle, auf seine Person eigenhändig maßgeschneiderte Biographie nutzen kann. Sie trägt dafür Sorge, dass diese Dienstleistungen von jedem Interessierten ohne großen Aufwand genutzt werden können (Jugendhilfeplanung, kostengünstige Integrationskurse). Um tatsächlich allen Einwohnern die Möglichkeit zu bieten, sich privat und beruflich zu verwirklichen, sich mit ihren individuellen Fähigkeiten und der jedem Menschen eigenen Kreativität Anerkennung zu verschaffen, die Gemeinschaft zu unterstützen und sich akzeptiert und wohl zu fühlen, investiert die Bundesregierung viele Millionen Euro jährlich. Auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), dem Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF) sowie den Förderprogrammen EQUAL (26) und URBAN (27) fließen in die gesamteuropäischen Bemühungen zur Integration, von der die Zielgruppe genauso profitiert wie die Politik und die allgemeine Lebensqualität in den Staaten der EU.

Teure Projekte wie Stadtteilmütter, Integrationslotsen und Sprachkurse mit Kinderbetreuung verfehlen ihr Ziel, wenn sich ultraorthodoxe Muslime weiterhin im muslimisch dominierten Kiez einigeln, sich in die undurchdringlichen Wagenburgen der Parallelgemeinschaften zurückziehen und ihr ‚Freiheitsrecht‘ einfordern, sich durch die Vollverschleierung vor unislamischen Einflüssen abzuschotten und sich damit bewusst selbst zu exkludieren. Die freiwillige Bereitschaft, sich beispielsweise aus dem Programmheft der Familienbildungsstätten eine interessante, preisgünstige Veranstaltung herauszusuchen, sich dafür anzumelden und daran teilzunehmen, ist im extrem fundamentalistischen Milieu der Burka- und Niqabträgerinnen nicht anzutreffen. Gleiches gilt auch für das Engagement in koedukativen Sportvereinen, Selbsthilfeinitiativen, bei Nachbarschaftstreffen, Kreativkursen, Musikveranstaltungen und Filmvorführungen. Da aus der dogmatischen Sicht von Salafisten Allahs Gebote sowie die Empfehlungen und Verhaltensweisen des Propheten und seiner Gefährten wortgetreu im Alltag umgesetzt werden müssen, wird die berufliche Integration boykottiert sowie gemeinsame Freizeitgestaltung mit ‚Ungläubigen‘ von korrekt komplettverhüllten Muslimas gezielt sabotiert. Das überschreitet den Handlungsrahmen der vom Grundgesetz geschützten Religionsfreiheit.

Der Platz der Frau ist nach den Rollenvorstellungen des Zeitalters der Glückseligkeit (Age of Happyness (28)), das die ebenso elitären wie repressiven Wahhabiten und Salafisten nicht nur durch ihre Kleidung wieder erwecken, im Haus am Herd, ihr Lebenslauf sieht die kinderlose Single-Karrierefrau nicht vor. Niemand aus dieser Gruppe wagt es aus der Reihe zu tanzen (29). Aus unserer sozialpädagogischen und privaten Erfahrung wissen wir, dass auch den minderjährigen Töchtern und jungen erwachsenen Frauen in diesen radikal orthodoxen Familien der Zugang zu sozialen Kontakten wie Klassenfahrten, Rockkonzerten oder Geburtstagspartys als haram verwehrt bleibt, statt dessen reglementiert die Überwachung durch ältere Brüder und sonstige meist männliche Verwandte das Leben (30)). Keine Salafistin oder Wahhabitin wird sich dem Vorwurf aussetzen wollen, der eigenen Tochter den ‚geraden Weg‘ (Istiqama (31)) ins Paradies vorzuenthalten und damit nicht nur das eigene, sondern auch das Seelenheil des Mädchens zu gefährden. Deshalb wird man das Kind rechtzeitig durch das Kopftuch an das Verschleierungsgebot gewöhnen: „From an early age, daughters should be taught that hijab is an ordinance from Allah to protect their chastity. When a girl reaches puberty she is obliged to do all the obligatory duties and to avoid all haram things. One of the obligatory duties is wearing hijab“, wie man um Yusuf al-Qaradawi allen Eltern zur Frage “Can Muslim Parents Force Hijab on Daughters (32)?” Das kann bei Südländerinnen, zumal wenn sie übergewichtig sind, schon mal mit neun oder zehn Jahren sein. Das Kopftuchgebot diskreditiert daher nach fundamentalistischer Denkweise bereits kleine Mädchen als Verführerinnen, wertet sie ab zum bloßen Sexualobjekt.

Einem nicht linientreuen bzw. unislamisch freisinnigen Erziehungsstil folgen durch die Verpflichtung des muslimischen Umfelds zur Hisba (33) verlässlich Sanktionen im Diesseits. Weil den Gläubigen alles verboten ist, was zu einer Sünde verleiten könnte, und die Gefahr zu sündigen für Muslimas wesensgemäß besonders groß ist (Mangel an Religion, Moral und Verstand), bemüht man sich um strenge Orthopraxie, zumal die erniedrigenden Strafen von der dreifach abgestuften, koranisch legitimierten Sanktionierung durch den Ehemann, sein Scheidungsrecht (34), Mobbing, die Verstoßung aus dem Familienverband, die Stigmatisierung als Unreine und Sünderin, die im Höllenfeuer ewig brennen muss, und damit verbunden der Ausschluss aus der Gemeinde schwer zu ertragen sind. Das ‚System Purdah (35)‘ fördert daher die Segregation und verwehrt vor allem Mädchen und Frauen das Recht auf Selbstbestimmung und soziale Anerkennung außerhalb des Clans und dessen frühmittelalterlichen Normen.

Der aus dem Libanon stammende promovierte Philosoph, Islamwissenschaftler und Publizist Dr. Ralph Ghadban schreibt in einem Aufsatz, der auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung eingestellt ist, zum Frauenbild, das den Verschleierungsgeboten in Koran und Sunna als Motivation zu Grunde liegt, wie folgt: „Die Frau ist eine ‚aurah (36), wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“ Der Prophet soll gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‚aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‚aurah.“ Ghadban sinngemäß weiter: Die Sexualisierung der Frau wird mit dem Begriff al-Fitna, Unruhe stiften, sehr treffend umschrieben. Wenn die Frau beispielsweise, ihren Kleidungsstil irgendwann einmal nach etwas weniger rigiden religiösen Vorschriften orientiert, beispielsweise nur das Kopftuch trägt, strahlt sie nach dieser orthodoxen Lehrmeinung damit immer noch Reize aus, die in ihrer verheerenden Außenwirkung auf Männer die Widerstandskraft dieser ‚triebgesteuerten Unholde‘ so lähmen, dass diese sich nicht in der Lage sehen, sich zu beherrschen und zu kontrollieren. Maskuline Muslime seien beim Anblick einer nicht vollkommen verschleierten Schönheit von deren Liebreiz und teuflischer Verführungskunst so gebannt, dass die Abwehrkräfte des angeblich starken Geschlechts schwinden würden und sie, völlig entkräftet, in der Sünderin nicht lediglich eine, sondern gleich zehn Bedrohungen sähen.

Nach dieser Logik ist der Mann immer unschuldig, die Frau hingegen muss für seine lüsternen Blicke bestraft werden. Ihr ganzer Körper ist mit Stoff zu bedecken, damit männliche Muslime nicht die Kontrolle über sich verlieren und vergewaltigend über sie und andere nicht korrekt verschleierte Mädchen und Frauen herfallen. Hält sich eine Frau nicht an die Kleidungsregeln, ist sie selber schuld, wenn sie sexuell missbraucht wird. Scheich Taj al-Din Hamid al-Hilali, der höchste muslimische Geistliche in Australien, bezeichnete unverschleierte Frauen als nacktes Fleisch: „Wenn ihr rohes Fleisch auspackt und offen auslegt, und die Katzen kommen und fressen es – wessen Fehler ist das?“, fragte der Prediger seine Zuhörer – und antwortete sich gleich selbst: „Das unbedeckte Fleisch ist das Problem.“ Solange Frauen in ihrem Zimmer bleiben und den Schleier tragen, argumentierte al-Hilali weiter, seien sie keinen Gefahren ausgesetzt. Wer sich aber schminke und verführerisch mit den Hüften schwinge, fordere den Appetit geradezu heraus. Nach kulturell moderner, wissenschaftlicher Auffassung wird die Frau damit nicht nur sexualisiert und diabolisiert, sie wird gleich zum zweiten Mal Opfer einer patriarchalischen Weltsicht, indem nicht der Mann für sein triebhaftes, misogynes Verhalten bestraft wird, sondern sie.

Die Hidschabpflicht (37) ist somit keinesfalls Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung und Emanzipation von der Bevormundung der gesellschaftlichen Leitkultur oder äußerlich sichtbares Kennzeichen eines individuellen Weges der religiösen Selbstverwirklichung und daher kein „Freiheitsrecht“ (38). Zur Freiheit die Burka anzulegen würde immer auch die Freiheit gehören, ohne Furcht darauf verzichten zu können. Als berufstätige Frau und Mutter genieße ich, mich so zu kleiden wie ich möchte. Witterung, Funktionalität, der Anlass, zu dem ich mich passend kleiden will, meine augenblickliche Stimmung und Seelenlage sowie gesundheitliche und Sicherheitsaspekte sind maßgebliche Entscheidungshilfen bei der Auswahl. Es ist also durchaus möglich, dass ich an einem Tag den maskulin wirkenden, klassischen Hosenanzug Marke erfolgreiche Geschäftsfrau bevorzuge, mich am nächsten Morgen, da ich dienstfrei habe, für eine romantisch gesmokte, betont weibliche Bluse mit Carmenausschnitt und für einen weit schwingenden Rock entscheide, während mir am Tag danach eine bequem sitzende Jeans mit flippig bunter Sommerbluse besonders gefällt. Bei der Arbeit trage ich zu meiner Sicherheit und wegen der Unfallprävention nie Schuhe mit hohen Absätzen, stecke meine Haare hoch, damit wütende Schüler nicht daran reißen können und achte auch bei der übrigen Kleidung darauf, dass meine Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Sollte ich nachträglich wirklich einmal feststellen, mich bei der Auswahl der Kleidung vergriffen zu haben und mich unwohl fühlen, ist das kein Problem, es wird sich eine Gelegenheit finden, sich umzuziehen. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, kann mich jedoch Nichts und Niemand zwingen, am folgenden Tag wieder in dem unpassenden oder unbequemen Outfit herumzulaufen.

Diese Freiheit hat eine gottesfürchtig bedeckte Niqabi oder Burkaträgerin nicht. Auch im Sommer bei schwülster Mittagshitze darf sie das Gewand nicht ausziehen, hat sie sich einmal dazu entschlossen, ihre Aurah zu bedecken, ist der Gesichts- oder Ganzkörperschleier wie festgewachsen. Die Trägerinnen der fundamentalistisch-islamischen Kleidungsstücke werden künftig keine liberalere Verschleierung mehr tragen wollen und können, selbst die Auswahl bezüglich Farbwahl, Muster und Stoffbeschaffenheit ist sehr beschränkt. Die Extremverschleierung wird zur Visitenkarte islamischer Gegengesellschaft, es ist gewissermaßen das Ganzkörperschamtuch und das Gesichtsschamtuch (frei nach Zaimoglu (39)), das Muslimen und Nichtmuslimen erklärt, wie wahre islamische Gottesfurcht auszusehen hat.

Die Soziologen Evelyn Ersanilli und Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sehen einen klaren Zusammenhang zwischen Erfolgen in der Integrationspolitik und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Partizipationsrechten und Integrationspflichten (40). Diese Erkenntnis stützen die Forscher auf eine Studie, für die insgesamt 1000 türkischstämmige Einwohner, die in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich geboren oder vor 1976 eingewandert sind, befragt wurden (41). Wissenschaftler wie Ralph Ghadban, Hartmut Krauss und Bassam Tibi und Autorinnen wie Güner Balci und Alice Schwarzer werden bestätigen, dass diese Untersuchungsergebnisse auf andere muslimische Zuwanderergruppen übertragbar sind. Wir brauchen eine Abkehr vom kostspieligen und gescheiterten Multikulti-Kuschelkurs hin zu einer Neuorientierung zum Prinzip Fördern und Fordern. Dieser Ansicht ist auch der Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (42).

Kleidung schützt uns nicht nur vor Kälte und Nässe, sie ist auch Symbol für soziales Umfeld und Status unseres Gegenübers. Sie übermittelt sowohl den Wertekodex und die Weltanschauungen einer Gruppe wie sie auch Einblick in deren Geschlechterrollen gibt, einem wichtigen Indikator für die Gewährleistung von demokratischen Prinzipien und Menschenrechten. Bei den beiden meist eintönig dunkel gefärbten, nicht selten komplett schwarzen, sackartigen Gewändern und Tüchern handelt es sich eben nicht lediglich um mögliche Schnittmuster islamischer Frauenmode oder um einen schlecht adaptierten, kurzlebigen Modetrend. Burka und Niqab sind vielmehr Kennzeichen polygamer, patriarchalischer Gesellschaften, in denen der Vater oder Ehemann bestimmt, ob und wann die Tochter bzw. Ehefrau die Schule besuchen oder das Haus verlassen dürfen (43).

Die NEON-Redakteurin Anne Dillig wagte sich in einem Selbstexperiment mit der Burka, dem ‚Gefängnis to go‘, in die Öffentlichkeit und dokumentierte ihre Gedanken und die Reaktionen des Umfelds in dem Artikel ‚Under Cover‘ (44). Frauenrechtler bewerten den Ganzkörperschleier bzw. Niqab als für jeden erkennbares Zeichen der Kontrolle des Mannes über die Frau, welche ihm als sein Besitz zu gehorchen und sich ihm, seiner Sippe und den geistlichen Autoritäten unterzuordnen hat. Sie soll den Kontakt zur Außenwelt einschränken und ihn auf wichtige Erledigungen begrenzen. In Rechtsstaaten ist das Freiheitsberaubung. Yasmin Alibhai-Brown, eine geachtete Journalistin aus Uganda, schrieb unter dem Titel ‚Nothing to Hide‘ in der TIME einen lesenswerten Artikel zum ‚Recht‘ die Burka, den Niqab zu ‚wählen‘.

Die Vollverschleierung ist unfallträchtig und gesundheitsgefährdend. Das extrem eingeschränkte Sehfeld dieser religiös begründeten Frauengewänder bewirkt eine künstliche Sinnesbehinderung, welche die Augen überanstrengt und daher nicht ohne Folgen für Körperhaltung, Muskeltonus und Psyche der Trägerinnen bleiben wird. Die weiten, langen Stoffbahnen erschweren ein sicheres Gehen, ein Überqueren von viel befahrenen Straßen ist lebensgefährlich. Der Lichtmangel unserer Breitengrade lässt kaum einen Sonnenstrahl an die Haut. Folglich weist die Muttermilch stillender Niqabis in Europa einen signifikanten Vitamin-D-Mangel auf, der bei den Säuglingen Rachitis Vorschub leistet, bei den Frauen selbst begünstigt dieser Vitaminmangel, der nicht ausreichend durch Fischgerichte, Milch- und Getreideprodukte ausgeglichen werden kann, schon in jungen Jahren Osteoporose (45), (46), (47). Für den Sozialstaat, der für die Gesundheitsvorsorge seiner Bürger mitverantwortlich ist, durchaus ein Problem. Der Stoff vor dem Mund dämpft die Stimme, strengt beim Sprechen an, die Aussprache der Worte ist nicht mehr klar und deutlich vernehmbar und erschwert die Verständigung. Unverschleierte oder Kopftuch tragende Gesprächspartnerinnen von vollverschleierten Frauen, mit Männern, die nicht Mahram (48) sind, dürfen die gottesfürchtigen Fundamentalistinnen erst gar nicht reden, werden sich des Eindrucks nicht erwehren können, mit einem übergestülpten Stoffsack mit Augenschlitzen oder Gitterfenster zu sprechen. Bei Burkas wäre durch die Sichtgitter nicht einmal mehr die Augenfarbe erkennbar. Während Männer sinnbildlich ihre Nase in jede Angelegenheit stecken können, haben vollverschleierte Frauen oder Niqabis diese Möglichkeit nicht. Öffentliche Kommunikation wird somit im orthodoxen Islam zur männlichen Kommunikation. Das verstößt jedoch gegen den Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsgrundsatz von Art. 3 GG.

Das Gesicht eines Menschen ist ein sehr wichtiger Anhaltspunkt, um eine Person wiederzuerkennen. Burka und Niqab behindern den Kontakt, auch innerhalb der Gruppe, weil Hidschabis (49), die ihren Glaubensschwestern ungeplant auf der Straße begegnen, einander allenfalls am Klang der Stimme identifizieren können. Selbst die eigenen Kinder und der Ehemann, die der traditionell / salafistisch gekleideten Muslima spontan in der Stadt begegnen, können in der ganzkörperverschleierten Figur nicht die Mutter bzw. die Partnerin erkennen und würden unbeteiligt vorbeigehen wie an einer Fremden, wenn die Niqabi sie nicht anspräche. Wie die Scheuklappen beim Pferd das Gesichtsfeld der Tiere einschränken, so verhindern beide Bedeckungen, dass Mädchen und Frauen sich wie die maskulinen Glaubensgeschwister ohne Energieaufwand ein vollständiges Bild ihrer Umwelt machen können. Der Mangel an Außenreizen, die Sinneseinschränkungen durch Lichtmangel, das Verdecken der Ohren, Einschränken des Gesichtsfeldes sowie der Mangel an sozialen Kontakten bedingt für die Trägerin des Gesichtsschamtuchs / Ganzkörperschleiers eine Art sensorischer Deprivation, verändert auf Dauer Selbst- und Umweltwahrnehmung, Selbst- und Weltbild (50). Während männliche Muslime aus orthodoxen Milieus solchen körperlichen und seelischen Belastungen nicht ausgesetzt sind, ihren Erfahrungshorizont ungehindert in jede Richtung ausbauen können, haben die Mütter, Töchter und Ehefrauen in der Öffentlichkeit nicht einmal die Möglichkeit, die Sonne auf den Armen zu spüren.

Parda, englisch geschrieben Purdah (51), (52), und Hidschab sind auch als Symbol für antidemokratische, misogyne Gesellschaften bekannt, in denen Frauen und Mädchen genötigt werden, als minderwertige, teuflisch verführerische Wesen gesichtslos, ohne Profil und Würde über die Straßen zu huschen (53). Der ’sittsame‘ Ganzkörperschleier soll offensichtlich Frauen aus der Öffentlichkeit verbannen und ihnen den Mund verbieten, den potentiellen Gesprächspartnern soll die Lust vergehen, diese Frauen anzusprechen oder gar eine tiefsinnige Konversation mit ihnen zu führen. Für die anderen Passanten auf der Straße ist eine solche total verschleierte Figur kaum als menschliches Wesen zu erkennen. Beide islamischen Frauengewänder lösen die Körpersilhouette vollkommen auf und verstecken jeden Zentimeter Haut bis auf das dicht gewobene Gitterfenster bzw. den manchmal mit opaker Gaze bespannten Sehschlitz. So bekleidet verliert die Hidschabi ihr Gesicht, eine spätestens seit der Globalisierung weltweit verstandene Redensart für seine Würde verlieren, seine Ehre, Reputation, seine soziale Anerkennung verlieren, wertlos sein.

Gesichtslos, ohne (wiedererkennbare) einzigartige Persönlichkeit, wird sie zur Dutzendware, ist austauschbar. Sie kann kein Profil zeigen und daher auch keinen individuellen, bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine Niqabi, die mir an einer Bushaltestelle begegnete, ist mir als mit wehenden Tüchern vor sich her stolperndes schwarzes Gespenst in Erinnerung geblieben, das sich noch nicht an die Kleidung gewöhnt hatte, mit dem fußlangen Saum ihres Gewandes kämpfend, angestrengt auf den Boden schauend, ihrem Ehemann hinterher zu eilen versuchte und in klarem Deutsch laut rief: „Nicht so schnell, nicht so schnell. Warte, ich komm nicht mit.“ Der bärtige, mit Kaftan und Pluderhose sowie Gebetskappe (54) bekleidete Göttergatte indes setzte seinen Weg ungerührt fort, ohne sich umzusehen, anzuhalten oder seine souverän weit ausholenden Schritte zu verlangsamen.

In diesen extrem reaktionären, orthodoxen oder salafistischen (55) Milieus dürfen Scharia, Koran und Sunna als Gotteswort nicht historisch interpretiert werden, es gehört zu den religiösen Pflichten, den Inhalt dieser unfehlbaren, sakrosankten Offenbarungen, Überlieferungen und Empfehlungen wörtlich in den Alltag zu integrieren. Der Ganzkörperschleier bzw. Niqab ist daher das sichtbare Zeichen der koranisch legitimierten Überlegenheit und Kontrolle des Mannes über die Frau, welche ihm als sein Besitz sexuell jederzeit zu Verfügung zu stehen sowie zu gehorchen hat, um sich ihm, seiner Sippe und den geistlichen Autoritäten unterzuordnen. Für den muslimischen Ehemann ist unter Amanat, überantwortetes Gut, nämlich durchaus auch die eigene Ehefrau zu verstehen, für die er ja, dank der Gnade des Allmächtigen, die Treuhänderschaft übernommen hat. Zitat und Übersetzung: „Allah, gepriesen sei er, hat die Ehefrau der Obhut des Mannes anvertraut … Allah hat dem Ehemann wahrhaftig das Recht zuerkannt, von der heiligen Wertsache namens Eheweib Behaglichkeit, Erholung, Friedlichkeit und Nutzen zu beziehen – Allah Ta’ala has assigned the wife to the care of the husband … however, Allah Ta’ala in His infinite mercy has bestowed to the husband the right to derive comfort, rest, peace and benefit from the Sacred Trust we call The Wife (56).“

Der Vater oder Ehemann bestimmt daher, ob und wann die Tochter bzw. Ehefrau das Haus verlassen darf, er begleitet sie zum Arzt, entscheidet, ob sie außerhalb des Hauses einer Berufstätigkeit nachgehen darf (57), (58), (59). Auch die konvertierte, mit einem Salafi verheiratete Muslima wird bald begriffen haben, dass es sich für sie nicht ziemt, zu widersprechen, weil sie sonst zurechtgewiesen, beschimpft und gedemütigt wird (ignorieren, wie Luft behandeln, meiden im Ehebett) und letztendlich gar gezüchtigt werden darf, wenn sie den Anweisungen des Gatten auch nach den Warnungen nicht Folge leistet (Koran 4:34). Im Januar 2010 wurden bei einer bundesweiten Razzia der Polizei Moscheen, Verlagshäuser sowie Privatwohnungen von drei muslimischen Predigern durchsucht. Dabei wurden verbotene Videos, CDs und Schriften beschlagnahmt, darunter das bereits ein Jahr zuvor, im Januar 2009, vom Jugendschutz indizierte, ins Deutsche übersetzte Buch “Frauen im Schutz des Islam“. Dieses Machwerk billigt nicht nur das Schlagen von Frauen als letztes Mittel, der Autor, Abd ar-Rahman asch-Schiha, behauptet sogar, einige Frauen würden diese Misshandlung genießen. Falls sich die Muslimas doch irgendwann wider Erwarten dazu entschließen sollten, Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten, gibt die Lektüre frei Haus Tipps, wie zu vermeiden ist, dass die Schläge Spuren hinterlassen, gleich dazu (60) : „Die Medizin oder Behandlung einer jeden Unpässlichkeit kann manchmal sehr bitter sein. Aber eine kranke Person wird das Medikament freudig einnehmen und die Bitterkeit der Medizin ertragen, um von seiner Krankheit geheilt zu werden.“ (Frauen im Schutz des Islam, 96). Das Schlagen der Ehefrau sei nach der islamischen Lehre „nur auf die Form einer (medizinischen) Behandlung eingeschränkt und begrenzt.“ (ebd., 97). Der Autor bezeichnet es auch als Mittel „zu Erziehungszwecken“ (ebd., 98) (61).

Ein derartiges Menschenbild wirft uns hinter die Erkenntnisse der Aufklärung weit zurück, verstößt gegen die auf allen Rechtsgebieten zu beachtende Gleichberechtigung und bekämpft vehement alle frauenpolitischen Standards, die wir in den letzten hundert Jahren erkämpft haben.

Freie Wahlen, die Gleichberechtigung von Frau und Mann sowie der qua Geburt bestehende Achtungsanspruch eines jeden Menschen werden in diesen Milieus als Kufr (Unglauben (62)) und Schirk (Beigesellung (63)) verunglimpft. Normen, Verhaltenskodizes und Qualitätsstandards der kulturellen Moderne (in der Frauen unverschleiert sind), sind danach gottlos und unmoralisch und dürfen nicht befolgt werden, weil sie haram, voller Schmutz, Ehrlosigkeit und Frevel sind. Sie sind sogar minderwertiger als diejenigen einiger Tiere (64). Zu beiden Gruppen, den Salafisten wie den Wahabiten und zu deren engstem Umfeld gehören radikale, antidemokratische Autoritäten (65), (66). Die auf der Grundlage der Scharia erteilten Rechtsgutachten (Fatwas) einiger hoch geachteter Scheichs sind mit den universellen Menschenrechten meist nicht kompatibel, sind nach orthodoxer Lehrmeinung aber überall auf der Welt gültig und, wenn sie von geachteten Gelehrten erteilt werden, verbindlich.

Es handelt sich bei der fundamentalistischen Bekleidungsvorschrift zur Gesichts- bzw Ganzkörperverhülleng um ein kollektives, religiös verbrämtes, patriarchalisches Gebot, dem jede Muslima ‚freiwillig‘ zu folgen hat. Fühlt sie sich gegängelt, outet sie sich als glaubensschwach. Entzieht sie sich gar dem hohen Konformitätsdruck, gilt sie in ihrem sozialen Umfeld, das wir uns als erzkonservativ-islamisch praktizierend vorzustellen haben, als widerspenstiges, unmoralisches und verführerisches Teufelsweib und muss als verachtenswerte Unreine, die ewig qualvoll in der Hölle brennen wird, stigmatisiert und gemieden werden. Jeder, der den Kontakt zu dieser ‚Sünderin‘ aufrechterhält, verliert den Schutz des Stammes, gefährdet das eigene Seelenheil und das seiner Familienmitglieder gleich mit. Eine Frau, die sich nicht an Allahs Wort hält, entehrt die männlichen Clanmitglieder (Frauen haben keine eigene Ehre, sie sind die Ehre der Männer). Die ebenfalls von diesem hohen Assimilationsdruck getriebenen maskulinen Verwandten sind gehalten, unbotmäßige weibliche Angehörige zu diskriminieren, seelisch und körperlich zu misshandeln und, wenn die Ehre nicht anders reinzuwaschen ist, auch zu ermorden, um nicht zum Gespött der Community zu werden (67).

Taslima Nasreen (68) beschrieb am 22. Januar 2007 in einem Online-Magazin einen Artikel mit der Überschrift Let’s Think Again About The Burqa sehr treffend das „purdah system“ und die Stellung der Frau (69). Hier ein kurzer Auszug:

„My mother was put under a Burka by her conservative family. They told her that wearing a burka would mean obeying Allah. And if you obey Allah, He would be happy with you and not let you burn in hellfire. My mother was afraid of Allah and also of her own father. He would threaten her with grave consequences if she didn’t wear the burka. She was also afraid of the men in the neighbourhood, who could have shamed her. Even her husband was a source of fear, for he could do anything to her if she disobeyed him.“

Die Clans der Trägerinnen von Niqab und Burka zählen sich, wie bereits erwähnt, zu den extrem fundamentalistisch-islamischen Glaubensrichtungen wie der Salafiyya und der Wahhabiyya, die ihren Anhängern eine wörtliche Umsetzung von Koran und Sunna verpflichtend vorschreiben (70), (71), (72). Die als Schutzherren der beiden heiligen islamischen Stätten sowie als Gastgeber der verpflichtenden Pilgerfahrt von jährlich hunderttausenden von Muslimen hoch geachteten saudi-arabischen Scheichs gelten vor allem in schriftgläubigen Milieus als nachahmenswertes Vorbild, weswegen es als selbstverständlich gilt, Rechtsgutachten aus diesem Königreich als verbindlich zu bewerten (73).

An den saudischen Rechtsgutachter Scheich Muhammad Saleh al-Uthaimin, einem der prominentesten Gelehrten des sunnitischen Islam des 20. Jahrhunderts, erging folgende Frage (Institut für Islamfragen, dh, 20.02.2010) „Es ist bekannt, dass eine Frau ihr Gesicht bedecken muss. Gilt diese Regel auch in den Ländern der Ungläubigen, wo er [der Gesichtsschleier] der Frau Probleme verursachen könnte?“ Antwort: „Die Vorschriften Allahs gelten sowohl in den Ländern der Ungläubigen, als auch in den islamischen Ländern. Selbst wenn die Frau sich [durch diese Regel] aufgrund der Reaktion ihrer Umwelt unwohl fühlen sollte, muss sie sich verschleiern. Sie muss dabei an ihre [göttliche] Belohnung denken. Allah verteidigt diejenigen, die gläubig sind [die Muslime]. Einige Leute sagten mir, dass ihre Ehefrauen und ihre Begleiterinnen ihre Gesichter verschleierten, obwohl sie von anderen nicht belästigt wurden. Aber die Sachlage kann in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein. Auf jeden Fall müssen die Vorschriften Allahs beachtet werden, sei es, in den Ländern der Ungläubigen oder in muslimischen Ländern (74), (75).“

Die zentralen theokratischen Leitgedanken und Orientierungsrichtlinien, die in Büchern wie ‚Das System Purdah und die Stellung der Frau‘ (76), (77), Islamische Lebensweise (al-Maududi (78)), Handbuch Islam (Reidegeld), aber auch in Internetforen, Datenbanken für Fatwen, Videos und Fernsehsendungen oder auf der Podiumsdiskussion „Citizenship, Islam and the West“ (79), dargestellt werden, propagieren eine ebenso misogyne wie gegenmoderne Doktrin. Mädchen, Frauen und vor allem die weiblichen Nichtmuslime werden dementsprechend zu unmoralischen, teuflischen Verführerinnen herabgewürdigt, denen es an Religion, guten Sitten und Verstand fehle, während Männer pauschal als Triebtäter diskreditiert werden. Mit dieser Einstellung wird auch die nichtmuslimische männliche Täterschaft gegen Frauen als naturhaft entschuldigt, die durch die ebenfalls wesengemäße, als unmündig, unmoralisch und sittenlos stigmatisierte weibliche Weltbevölkerung die Schuld trägt.

Der von allen Sunniten sehr verehrte Yusuf al-Qaradawi beispielsweise gestattet jedem Ehepaar, dessen Frau vollverschleiert ist, in einem solchen Gutachten das schöne Wetter am Strand zu genießen, wenn sie dort öffentlich beten, ihre religiöse Erweckung bezeugen und zum Islam einladen (80). Eine andere Ehefrau hatte sich geweigert, den Schleier zu nehmen. Nach langen Diskussionen hatte sie an ihre Bereitschaft sich zu verhüllen listig eine Bedingung geknüpft. Sie wollte ihre Haare dann nicht mehr offen tragen, wenn der Mann seinerseits bereit war sich zu rasieren, was nach der Sunna für Muslime jedoch streng verboten ist. Die Fatwa, die der Ehemann zur Beseitigung des Konflikts einholte, riet ihm, mit ihr die Schritte durchzugehen, die der Islam zum Umgang mit einer widerspenstigen, ungehorsamen Frau ans Herz legt (Koran 4:34 Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet, mahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie). Ansonsten wäre es besser, sich von ihr zu scheiden, wenn es keinen triftigen Grund gäbe, die Ehe aufrechtzuerhalten oder ein Umstand besteht, der die Scheidung verhindert (81).

Die Mitunterstützer dieses Aufrufs bezweifeln daher die von den streng orthodox praktizierenden Muslimas immer wieder betonte Freiwilligkeit, sich für das Tragen des Gesichtsschamtuchs oder des Ganzkörperschamtuchs in der Öffentlichkeit zu entscheiden. Ein ‚Freiheitsrecht‘ auf Niqab und Burka beinhaltet für uns das grundsätzliche ‚Freiheitsrecht‘, ohne indoktrinierte Gottesfurcht, Seelenqual und Höllenangst, die den Alltag dieser radikal-fundamentalistischen autoritären Persönlichkeiten prägt, lediglich mit einem Kopftuch bekleidet einkaufen zu gehen, das ausschließlich die Haare versteckt oder zu genießen, den Wind in den offenen Haaren zu spüren und sich den sommerlichen Temperaturen entsprechend leicht zu bekleiden. Eine Verschleierungspflicht des ganzen Körpers, die vielfach von erzkonservativen muslimischen Autoritäten (al-Maududi, ibn Taimiyya, al-Qaradawi, Ibn Baz) eingefordert wird, ist mit einem Freiheitsrecht nicht zu vereinbaren. Migranten, die aus weltanschaulichen / religiösen Gründen aus ihren muslimisch geprägten Herkunftsländern fliehen mussten, kennen den Konformitätsdruck, der von solchen Musterbeispielen an Tugend und Rechtgläubigkeit ausgeht: Alle Muslime werden in Zugzwang gesetzt.

Die bisher unverschleierten Frauen müssen sich bedecken, das bisher im Nacken verknotete Kopftuch muss dem Hidschab weichen, der nun außer den Haaren auch Hals und Dekolleté bedeckt, Salafis werden das Gesichtsschamtuch und Ganzkörperschamtuch einschließlich der Verhaltensdoktrin durchsetzen, um Allah und seinem Stellvertreter auf Erden, dem Wali (Vormund: hier Vater oder Ehemann) keinen Grund zum Zorn zu geben und ins Paradies einzugehen. Am 25.10.2009 berichtete die Schuldirektorin am Antwerpener Atheneum, Karin Heremans, gegenüber WELT-online, dass die Atmosphäre an ihrer Lehranstalt zunehmend einschüchternd geworden sei: „Das Kopftuch zu tragen war plötzlich entscheidend dafür, eine gute Muslima zu sein“, schließlich seien sogar einige Mädchen in Burka zur Schule gekommen (82).

Die FdGO ist kein Versandhauskatalog aus dem der Einzelne Freiheitsrechte aussuchen und bestellen kann, während er andere als für ihn unattraktive Ladenhüter ignoriert. Wichtige Prinzipien unserer Verfassung (s. Art. 79 GG) gelten ohne jede zeitliche Einschränkung und sind weder für den Souverän noch für die übrige Bevölkerung verhandelbar (83). Glaubens- Bekenntnis- und Gewissensfreiheit sowie die freie Religionsausübung genießen in der Wertehierarchie der säkularen, freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik einen hohen Stellenwert. Sollten jedoch Symbole, Zeichen oder Dresscodes einer Lehre oder Weltanschauung permanent und nachhaltig dazu beitragen, Einzelne oder Gruppen wegen ihrer sexuellen Orientierung, Religion / Nichtreligion, ihrer Ethnie oder ihrer selbstbestimmten Lebensweise herabzuwürdigen und zu verachten, kann der Staat sich nicht mehr auf seine Verpflichtung zur weltanschaulichen Neutralität berufen. Hier ist die staatliche Gewalt verpflichtet, präventiv einzuschreiten, unabhängig davon, wie repräsentativ oder zahlreich eine solche diskriminierende Lehrmeinung ist.

Ein generelles Verbot des öffentlich getragenen Ganzkörperschleiers oder Gesichtsschleiers verwirklicht, ganz im Gegensatz zur Auffassung des Kulturausschusses des Europarats (84) vom 23. Mai 2010, die universelle Menschenrechte.

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

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Karl-Heinz Seifert / Dieter Hömig, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Taschenbuchkommentar, Nomos Verlagsgesellschaft 1999, 6. Auflage

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http://www.lehrer-online.de/menschenwuerdeverletzung.php

16

http://www.prikalneg.de/Grundlagen%20des%20Privatrechts.pdf

17

http://de.wikipedia.org/wiki/Meidung

18

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wala’_wa-l-bara‘

19

http://www.zeit.de/2010/18/Arabische-Atheisten?page=2

20

Karl-Heinz Seifert / Dieter Hömig, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Taschenbuchkommentar, Nomos Verlagsgesellschaft 1999, 6. Auflage

21

http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsvolk

22

http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel

23

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/nn_1866426/SubSites/DIK/DE/PresseService/RedenInterviews/Reden/20060928-regerkl-dik-perspektiven.html

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http://europa.eu/legislation_summaries/other/c10611_de.htm

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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,535931,00.html

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http://www.frsh.de/equal/equalkurz.doc

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http://www.google.de/#hl=de&q=zielgruppe+URBAN+europäischer&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=&fp=b52ff5a993c4ca35

28

http://www.baalawi-kl.com/v1/images/the%20prophet%20of%20mercy%20-%20final%20chapter.pdf

29

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E493BDC9D2FFB4DC98202538949AFA1D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

30

In »Muslimisch, weiblich, deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam« (C. H. Beck, München 2010) berichtet Lamya Kaddor kommentarlos zum System der Duisburger Mädchenüberwachung: „Tatsächlich ist es so, dass sich fast alle Jungen im Stadtteil verpflichtet haben, „auf die Lohberger Mädchen aufzupassen“. Dass geht so weit, dass Mädchen mit ihrem jeweiligen Freund in bis zu sechzig Kilometer entfernten Städten von den „Lohberger Jungs“ gesichtet worden sind. Doch es bleibt nicht immer beim bloßen Sichten. Der Freund des Mädchens wird häufig mit körperlicher Gewalt daran „erinnert“, sich von dem Mädchen fernzuhalten. Das Mädchen selbst bekommt es mit dem älteren Bruder oder seinem Vater zu tun. … Sie [die Mädchen] erzählen mir, dass es mittlerweile eine Art Bande gibt, zu der alle „Lohberger Jungs“ gehören, um sie mit ihren Freunden zu erwischen, egal wo. Einige erzählen, wie sie von Ali gesehen worden seien und anschließend großen Ärger bekommen hätten. Selbst die Väter der Mädchen rufen das Bandenoberhaupt an, damit es auf ihre Töchter aufpasst.“

31

http://www.fgulen.cc/gulens-works/156-key-concepts-in-the-practice-of-sufism-1/877-istiqama-straightforwardness.html

32

http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503547810

33

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

34

http://www.islamweb.net/grn/index.php?page=showfatwa&FatwaId=122626

35

http://muslim-canada.org/purdah.pdf

36

Ghadban ebd. zum Begriff der aura im Islam: „Es kann Mangel an Sehfähigkeit (daher a’war, Einäugige) oder Schwachpunkt in der Verteidigungslinie im Krieg oder Mangel an Schutz des eigenen Hauses oder der Privatsphäre heißen. Das Wort bedeutet auch die Schamgegend am Körper, die aus den Geschlechtsteilen besteht.“

Das englische Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: »Etymologically, the term Awrah derives from the root ‘a-w-r which means „defectiveness“, „imperfection“, „blemish“ or „weakness“ – however the most common English translation is „nakedness“.«

37

http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab

38

http://www.enfal.de/libas.htm

39

http://de.wikipedia.org/wiki/Feridun_Zaimoglu

40

http://www.fsw.vu.nl/en/Images/4abstract_english_tcm31-140234.pdf

41

http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/iv09-701.pdf

42

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Buschkowsky

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http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan

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http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/geschlechterrollen/300217.html

45

http://www.patient.co.uk/health/Vitamin-D-Deficiency.htm

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http://www.iofbonehealth.org/download/osteofound/filemanager/health_professionals/pdf/Vitamin-D-reports/Vitamin_D-MEast_Africa.pdf

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http://www.thisislondon.co.uk/news/article-23404811-women-in-hijabs-need-sunlight-or-risk-illness.do

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http://www.eslam.de/begriffe/m/mahram-verwandte.htm

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http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab

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http://www.pflegewiki.de/wiki/Sensorische_Deprivation

51

http://www.quranenglish.com/books/Al-Hijab%20Purdah%20and%20status%20of%20women.pdf

52

http://chawart.wordpress.com/2010/05/01/die-purdah-%E2%80%93-das-verhullungsgebot/

53

http://www.igfm.de/fileadmin/igfm.de/pdf/Publikationen/Anzeigen/Burka_Muell_IGFM.pdf

54

http://en.wikipedia.org/wiki/Taqiyah_%28cap%29

55

http://de.wikipedia.org/wiki/Salafiyya

56

http://darulislam.info/Article150.html

57

http://www.turntoislam.com/forum/showthread.php?t=9302

58

http://www.whywar.at/geschlechterrollen_afghanistan

59

http://www.eslam.de/begriffe/m/mahram-verwandte.htm

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http://www.welt.de/politik/deutschland/article5921859/Polizei-stellt-frauenfeindliche-Islam-Buecher-sicher.html

61

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=201:meldung&Itemid=327

62

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

63

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/03/28/der-shirk-der-wahlen

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http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M52fd14c304c.0.html

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http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:7w0C7qU1XTkJ:www.bst-mosbach.verdi.de/upload/m42cb8036ded4e_verweis1.doc+Wahabismus

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http://aussen-sicherheitspolitik.de/?p=1944

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http://de.wikipedia.org/wiki/Namus

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http://taslimanasrin.com/

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http://www.outlookindia.com/article.aspx?233670

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http://de.wikipedia.org/wiki/Salafist

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http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Vogel

72

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1481139#Bekannte_Gelehrte

73

http://www.al-eman.com/Ask/ask3.asp

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M546f51abd88.0.html

74

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M5c2b818f91e.0.html

75

http://www.youtube.com/watch?v=CXyJ11sWEiE&feature=relate

76

http://www.womenforwomen.org/news-women-for-women/files/crit-half/CHJournalv1.pdf

77

http://anakbawang.com/taslima-nasreen-article-full-transcript-english-translation.html

78

http://www.basari.de/buecher/islam-allgemein/islamische-lebensweise.html

79

http://www.q-news.com/eventsMay.htm

80

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M51bb46bad50.0.html

81

http://www.islamweb.net/grn/index.php?page=showfatwa&FatwaId=122626

82

http://www.welt.de/die-welt/politik/article4967468/Letzte-Loesung-Kopftuchverbot.html

83

http://bazonline.ch/ausland/europa/Deutsche-lassen-Auslaender-Integrationsvertraege-unterschreiben/story/22435040

84

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/europaratsparlamentarier_gegen_burkaverbote_1.6217627.html

***Antwort des Petitionsausschusses (auf die durch Gründler angekündigte, angeblich sachgleiche Petition eines weiteren, uns gegenüber anonymisierten Petenten) durch BMI MinR Dr. Michael Frehse, ohne Datum***

Bundesministerium des Innern

MinR Dr. Michael Frehse

Unterabteilungsleiter G II

Alt-Moabit 101 D, 10559 Berlin

Deutscher Bundestag

– Petitionsausschuss –

11014 Berlin

BETREFF Kirchenfragen

HIER [gelöscht]

BEZUG [gelöscht]

ANLAGE – 2 – (Doppel, Petition)

Mit ihrer Eingabe fordert die Petentin ein allgemeines Verbot traditioneller islamischer Kleidung in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Gebäuden. Sie konkretisiert dies besonders im Hinblick auf das Tragen von Burka, Niqab und Kopftuch.

Sie begründet ihre Forderung damit, dass es ein entsprechendes Gebot im Islam nicht gebe und die traditionelle islamische Kleidung als politisches Symbol vorrangig der Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft diene. Das der Verschleierung zugrunde liegende Ehrverständnis habe ferner eine Diskriminierung der Frauen zur Folge, die dies nicht praktizierten. Eine vollständige Verschleierung erschwere zudem die Identifizierung bei Videoaufzeichnungen.

Zu der Eingabe nehme ich wie folgt Stellung:

Dem Anliegen der Petentin kann nicht entsprochen werden.

Die Interpretation der koranischen Texte zur Bedeckungspflicht der Frau reicht von der bloßen Aufforderung zu anständiger Bekleidung über die Bedeckung der Haare bis zur Verhüllung des ganzen Körpers. Auch nationale und kulturelle Traditionen in den Herkunftsländern der Muslime spielen eine Rolle.

Dem in religiösen Fragen neutralen Staat bleibt es verwehrt, die Bewertung einer theologischen Frage selbst vorzunehmen. Ob eine unterschiedlich bewertete religiöse Pflicht im Islam von allen Gläubigen oder nur einem Teil befolgt wird, ist für die staatliche Sicht unerheblich. Entscheidend ist die Überzeugung der Einzelnen, einem religiösen Gebot zu folgen. Sofern eine Muslimin in Deutschland aus eigener religiös motivierter Überzeugung sich an bestimmte Kleidervorschriften hält, ist dies aus staatlicher Sicht grundsätzlich als Religionsausübung im Sinne des Art. 4 GG zu respektieren. Das Tragen entsprechender Kleidung in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Gebäuden ist grundsätzlich sowohl als Teil der freien Entfaltung der Persönlichkeit wie auch der Religionsausübung geschützt. Ein möglicher Missbrauch durch Instrumentalisierung der Bedeckung für politische Zwecke oder Diskriminierung der Frauen, die sich nicht an entsprechende Regelungen gebunden fühlen, vermag allein ein grundsätzliches Verbot nicht zu rechtfertigen.

Im Hinblick auf das Kopftuch einer muslimischen Lehrerin an öffentlichen Schulen hat das BVerfG in seiner Entscheidung vom 24. September 2003 festgestellt, dass derartige Verbote einer gesetzlichen Grundlage bedürfen. Verschiedene Bundesländer haben in Folge entsprechende landesrechtliche Regelungen erlassen.

Im Auftrag

Dr. Frehse

Karakasoglu: Islam als Störfaktor in der Schule

Januar 17, 2010

حكم اختلاف

ḥukm al-iḫtilāf

Governance of difference

Die Segregation integrieren

Die Islamisierung der Differenz

Zu: Yasemin Karakaşoğlu: »Islam als Störfaktor in der Schule« (2009), publiziert in: Thorsten Gerald Schneiders (Hg.): »Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen«. Von Jacques Auvergne

Das Englische macht einen Unterschied zwischen Interkulturalismus, dem Primat der für jedes Individuum zugänglichen universellen Menschenrechte, und Multikulturalismus, der Ideologisierung jeder Kultur als gleich wertvoll und gleichwertig (1). Das deutsche Wikipedia kennt diesen Unterschied noch nicht, und an der Universität Bremen scheint man ebenfalls keinen Wert auf die Universalität der Menschenrechte zu legen, sonst würde die Liebhaberin der geheiligten deklassierenden šarīʿa (Scharia), Yasemin Karakaşoğlu dort nicht derartig unkritisiert als Professorin für Interkulturelle Pädagogik arbeiten können, sondern müsste den vielleicht förderungswürdigen Lehrstuhl für Pädagogik religiöser Apartheid und sakraler Frauenentrechtung bekleiden.

Islam als Störfaktor in der Schule. Anmerkungen zum pädagogischen Umgang mit orthodoxen Positionen und Alltagskonflikten.

Jeder Skeptiker der schariatischen Verhaltensvorschriften darf als Ewiggestriger und Eurozentriker bezeichnet werden. Schließlich bereichere uns das islamische Gefüge der in sunna und šarīʿa aufgestellten Befehle, wer sich „gestört“ fühlen würde, sei nicht ausreichend weltbürgerlich und müsse sein „Bild vom Islam verändern“. Der orthodoxe Islam, so lässt sich Karakaşoğlus Rechtleitung weiter führen, müsse sich nicht verändern, der Weltbürger indessen habe das Dressurinstrument des ḥiǧāb (Hidschab) und das Kopftuch als individuelle spirituelle Selbstdarstellung einer ihre Religionsfreiheit auslebenden Frau zu tolerieren.

Karakaşoğlu gibt Befehle aus – und ist nicht nur Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), sondern hat auch einen Sitz in der Prüfungskommission der Uni Bremen. Deutschlands Studenten der Pädagogik und Sozialpädagogik haben Karakaşoğlus und Allahgottes Anweisungen („Anmerkungen“) Folge zu leisten. Um einen akademischen Abschluss zu erlangen, sollte man der Weltanschauung seines Professors oder seiner Professorin besser nicht hörbar widersprechen. Am 19.03.2008 ließ man Kopftuchfreundin Karakaşoğlu in Dresden bei der 21. Konferenz der DGfE zu »Interkulturelle Bildung zwischen Marginalisierung und Beschwörung im bildungspolitischen Diskurs des ‚Integrationslandes‘ Deutschland« reden (2). In antiimperialistischer und dabei mit dem Polit-Islam verträglicher Manier verhöhnt die Befürworterin islamischer Segregation die Bundesrepublik Deutschland und wirft ihr vor, kein veritables Integrationsland zu sein.

Wir sollen also die Segregation integrieren – mehr Trennung für alle.

„Störfaktor“ bietet relativ abgeschottet lebenden oder islamisch-revolutionären Jugendlichen an, sich als aufregende Gegenkultur zu verstehen, die Autorin gießt Öl ins Feuer des Low Intensity Conflict namens Schulhofdschihad. Die kleinen männlichen Religionspolizisten, die kleinen Kopftuchkriegerinnen können aufjubeln: Hurrah, wir sind Störfaktor! Man mag dabei an acht bis dreizehn Jahre alte und vom Umfeld der İslam Toplumu Millî Görüş (İGMG) indoktrinierte Schülerinnen und Schüler senken.

Doch traten am 29.05.2007 im Antwerpener EcoHuis keine Kinder, sondern erwachsene Aktivisten der im Januar 2007 gegründeten Plattform »Baas Over Eigen Hoofd« (BOEH!) auf, das bedeutet „Herrin über den eigenen Kopf“, um für ein Arbeiten und Arbeitsleben im Einklang mit den Bekleidungsvorschriften der totalen (totalitären) Sitten- und Pflichtenlehre der Scharia auch in der Stadtverwaltung zu protestieren: Die belgische Konvertitin Nadia (De bekeerde Belgische Nadia) verlas (den von Unreinheit bedrohten Leib in helles Türkis gehüllt, ein riesiges schneeweißes Kopftuch ließ kein Haar sehen, in dem sich schließlich ein Teufel oder Mann verfangen könnte) einen das Recht auf Verschleierung fordernden Brief an den Bürgermeister (43). BOEH! versteckt seine antietatistische, rechtsspaltende Islamisierungsabsicht hinter der feministisch anmutenden Forderung, dass die Frauen selbst entscheiden sollen, was sie auf dem Kopf tragen und hält die Wahl für ein Kopftuch für Menschenrecht (BOEH! wil dat vrouwen zelf beslissen wat ze op hun hoofd dragen … De keuze om een hoofddoek te dragen is een mensenrecht).

Die Wegbereiter der korantreuen Politik von »BOEH!« mischten sich 2009 in den Kopftuchkrieg am Königlichen Atheneum ein, was Belgiens Sozialisten begeistert, denn nackte Mädchenhaare könnten den Jungen und Mädchen das ewige Seelenheil gefährden und der Konvertiten- oder Migrantenfamilie gleich mit. Jungenhaare gelten den Multikulturalisten oder denkfaulen (textgläubigen) Hadithenlesern schließlich als weniger nackt (44).

„Störfaktor“ klingt nach kindgerechter Lebensfreude, nach unterhaltsamem Hoppla und Lernschritte ermöglichendem Stolperstein. Die Etablierten (Pädagogen) sollen sich für ihre Unaufgeschlossenheit schämen, sie sind aufgerufen, ihre als veraltet oder reaktionär diffamierten Regeln und Strukturen abzubauen. Das Lehrerkollegium mag sich auf islamisch korrektes Verhalten bespitzeln.

Der Beitrag will der Frage nachgehen, inwiefern sich Islamophobie im schulischen Bereich äußert. … Mit Islamophobie sind hier … „generell ablehnende Einstellungen gegenüber Muslimen, pauschale Abwertung der islamischen Kultur und distanzierende Verhaltensabsichten gegenüber Muslimen“ (Leibold / Kühnel 2006) sowie grundsätzliche Negierung der von ihnen vorgebrachten Ansprüche an das Schulsystem gemeint. Hinzu kommt die Tendenz, Muslime als geschlossene Gruppe wahrzunehmen.

Das würde Tariq Ramadan oder Grußmufti Mustafa Cerić niemals einfallen, „Muslime als geschlossene Gruppe wahrzunehmen”?! Gruppen von Menschen sollte man in der Tat nicht abwerten, Ex-Muslime beispielsweise oder Polytheisten, unbotmäßige muslimische Einzelne allerdings auch nicht. Ruft die Autorin Deutschlands Imame dazu auf, kopftuchverweigernden Töchtern gegenüber kein „distanzierendes Verhalten“ zu zeigen? Das wäre zu begrüßen.

Die irgendwie andersartigen „Muslime“ haben also „Ansprüche“ an das deutsche Schulsystem, erfahren wir im ersten Absatz (haben Atheisten, Taoisten, Ex-Muslime oder sonstige Nichtmuslime diese nicht?). Ob es Karakaşoğlu um jene (rechtlich einklagbaren oder in Hinterzimmern zu verhandelnden) Forderungen geht, die weltweit im Namen der antiaufklärerischen und zur Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen aufrufenden Gesellschaftsmodell Scharia (šarīʿa) erhoben werden? Wird die Bremer Erziehungswissenschaftlerin in ihrem Text zur Entwürdigung und Entrechtung der Frau im Koran und im Islamischen Recht schweigen?

Am 22.01.2007 mochte Karakaşoğlu zur frauendiskriminierenden šarīʿa nicht auf Distanz gehen: „[Fazit.] Nach islamischer Auffassung gehört es zu den religiösen Pflichten eines Muslims / einer Muslima, sein Kind mit den Inhalten und religiösen Pflichten des Islam vertraut zu machen, denn erst durch gezielte religiöse Erziehung wird ein Muslim in die Lage versetzt, seine religiöse Pflicht zu erfüllen“. Dabei verschweigt die Pädagogin uns, dass der Verweigerer der göttlichen Verhaltensvorschriften in der Hölle brennen muss oder sie hat in der Koranschule nicht richtig aufgepasst. Die radikal fundamentalistischen, in Kindern kalkuliert Furcht erweckenden, jenseitszentrierten Ansprüche, die seit tausend Jahren das Tugendgefängnis orthodoxen islamischen Wohlverhaltens bauen, schmuggelt Karakaşoğlu uns in die Hamburger Ringvorlesung »Religiöse Differenz als Chance?« (3).

Der in Teheran die Zwangsverschleierung fordernde und Steinigungen befehlende Allahgott kann über diesen Differenzbegriff (»Religiöse Differenz als Chance?«) zufrieden sein. Die Islamisierung der Differenz.

Hinsichtlich von Normkonflikten zwischen Pädagogen und orthodoxen Muslimen

Es besteht Schulpflicht. Auch zum Sport- und Schwimmunterricht sowie bei einigen wenigen Stunden Sexualaufklärung pro Schullaufbahn. Die vielleicht gotteslästerliche Evolutionstheorie werden sich die paradiesbestimmten Kinder aus Elternhäusern aller möglichen Kreationisten ebenso anhören müssen wie die Heidenkinder.

[Islam als Konflikt mit der Schule] Das Anrufen externer Stellen verdeutlicht … die tiefe Verunsicherung weiter Teile der Gesellschaft im Umgang mit „dem“ Islam

Wir leben in einem Rechtsstaat, die Eröffnung des Rechtsweges ist verfassungsrechtlich und gesetzlich vorgeschrieben. Wünscht die Autorin ernsthaft ein „Der Rechtsweg ist ausgeschlossen“ für jeden Streitgegenstand mit Islambezug?

Sollen wir, den Islam betreffend, jedes Unbehagen hinweglächeln, nur um als lässig und souverän zu gelten und keineswegs als zutiefst verunsichert?

Für viele Entscheidungsträger in der Politik, für Journalisten und Pädagogen ist nicht einmal die Frage der Vereinbarkeit von Islam, Demokratie und Menschenrechten geklärt.

Das mag sein, die Damen und Herren werden auch nicht dafür bezahlt, Schariawissenschaft zu studieren. Politiker in einem säkularen (freiheitlichen) Rechtsstaat diskutieren keine fatāwā (Sg. Fatwā), sondern bearbeiten, ziemlich sachlich, Tagesordnungspunkte ohne Jenseitsbezug.

Einige von ihnen sind gleichwohl bestens über den orthodoxen Islam informiert, so etwa Michael Bertrams, der den Islam und das auf der šarīʿa gründende Islamische Recht 2009 als nicht vereinbar mit den Grundwerten des deutschen Staates bezeichnete: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann“, was sowohl dem Gleichheitsgebot als auch der Menschenwürde als dem höchsten Verfassungswert widerspreche: „Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“, und sei daher für diesen Beruf ungeeignet (4). Der 62jährige Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes NRW argumentierte so plausibel, dass es Frau Karakaşoğlu die Sprache verschlägt.

Karakaşoğlu mag sich in der Meinung des Bonner politischen Bündnisses »Rat muslimischer Studierender und Akademiker« (RaMSA) wieder finden, der durch Dr. Bertrams demokratiefreundliche Aussage die Muslime herabgewürdigt sieht und den Islam gleich mit, was RaMSA zum Verfassen eines Protestbriefes an die Justizministerin veranlasste (5).

RaMSA steht dem gottesfürchtigen Rechtsanwalt Yahya Martin Heising nahe, der die Seite Muslime an deutschen Schulen betreibt, mithin der Fachmann für schulischen Islamkonflikt: „Wenn Muslime ihre Rechte an Schulen wahren wollen, entsteht das erste Problem zumeist schon auf ganz banaler Ebene. Was muss ich jetzt überhaupt machen? Wer ist zuständig? Reicht hier ein Telefonat, oder muss ich einen Brief schreiben?“ Kleine Muslime drohen im barbarischen Almanya ihrer Rechte verlustig zu gehen, es ist wahrhaftig zum Jammern, wie sehr muslimische Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter an der Ausübung ihrer Rechte gehindert werden?

Nein. Der kalkuliert wehklagende Herr Heising, Übertritt zum Islam 1996, Rechtsanwalt seit 2005, kultiviert hier wohl weniger seine persönliche Spiritualität, als dass er ein sehr politisches Jammern betreibt, die Bedarfsweckung nach legalistisch (Karakaşoğlu: „Das Anrufen externer Stellen“) durchzusetzendem Sonderrecht, was ihm wie nebenbei lukrative Aufträge sichern mag und die Schule zur „gesamtgesellschaftlichen Schule“ schariakonform umbildet sprich islamisiert. Eindeutig ein vorliegender Fall „tiefer Verunsicherung“ (Karakaşoğlu)? Heising befindet grundsätzlich:

„In vielen Fällen wird der Streit aber seitens der Nichtmuslime künstlich dadurch hergestellt, dass diese uns unsere Rechte vorenthalten wollen, obwohl wir einen Anspruch auf ein bestimmtes Handeln oder Unterlassen haben. Oftmals ist es auch so, dass Lösungen ganz unproblematisch gefunden werden könnten, z.B. indem Schwimmunterricht geschlechtergetrennt angeboten wird, und dies organisatorisch auch möglich ist, von den Lösungen aber kein Gebrach gemacht wird, weil Lehrpersonen und Direktoren der Ansicht sind, dass die Muslime sich hier anzupassen haben. Hierzu kann nur gesagt werden, dass die deutsche Gesellschaft sich im Wandel befindet. Islam ist nicht mehr wegzudenken und wird sich weiter verbreiten.“

Mit ḥisba meint der orthodoxe (politische) Islām die nach Kräften zu befördernde Gewährleistung jenes Tugendterrors, nach der alles heilsgefährdende Unislamische von jedem Einzelnen Tag für Tag abzudrängen ist. Konvertit Heising wird islampädagogisch konkret und betreibt die erstmals von Abū l-Ḥasan al-Māwardī (* 972 in Baṣra, † 1058 in Baġdād) als Pflicht jedes Muslim beschriebene ḥisba:

„Mädchen haben grundsätzlich ab dem Eintritt der Geschlechtsreife, spätestens aber ab der fünften Klasse einen Anspruch auf Befreiung vom Schwimmunterricht. Vorher besteht dieser Rechtsanspruch nicht. Maßgeblich ist ein Urteil des BVerwG aus dem Jahre 1993. Dieses Urteil könnt ihr unter den Downloads finden. Jüngere Mädchen haben keinen Anspruch auf Befreiung, aber manche Schulen befreien trotzdem. Zur Befreiung müsst ihr einen Antrag stellen (6).“

Im Wasser planschende halbnackte Mädchen sind eben immer wesentlich nackter als im Wasser planschende halbnackte Jungen. Im Ernst: Fundamentalisten wollen Kindern Angst vor dem anderen Geschlecht andressieren, den weiblichen Körper gilt es als von Dämonen umflattert zu verinnerlichen. Gegen diesen, die Apartheid der Geschlechter verfestigenden Klageweg hat Erziehungswissenschaftlerin Karakaşoğlu nichts einzuwenden. Mit dem Mittel der Rechtsklage betreibt Heising den Ausstieg aus der kulturellen Moderne, sehr säkulare Menschen würden sagen, er nutzt das Recht gegen den Rechtsstaat.

Der politische Islām bekümmert sich um „die Frauenfrage“. Geheiligte Obszönität im Namen der Religionsfreiheit.

… der Islam in Deutschland, der ja nicht über eine Kirchenstruktur verfügt, … versucht, eine akzeptable Stellung im Verhältnis zum Staat zu erlangen.

Die politreligiöse islamische Gegenwart ist für die Bremer Erziehungsforscherin unakzeptabel. Indirekt (tawriya) appelliert sie an uns, den Islām sprich die Muslime für diskriminiert zu halten. Vielleicht ja im Sinne der Antwort auf die nach der Rettung der Seele suchende Frage vom 22.06.2002:

„Ihre Exzellenz, ehrenwerter Scheich, as-salāmu ʿalaikum, immer wieder vernehmen wir, dass der Säkularismus die Weise ist, in der in unserer Zeit die meisten gesellschaftlichen Dimensionen zu gestalten sind. Wie sieht das der Islām? Dear Sheikh! As-Salam `Alaykum! We always hear that secularism is the mode dominating most systems in present day world. How does Islam view secularism?”

auf die Yūsuf al-Qaraḍāwī als irdischer Stellvertreter der Gottheit des Propheten antwortet:

„Der Säkularismus mag in einer christlichen Gesellschaft als annehmbar gelten, doch wird er in einer islamischen Gesellschaft niemals eine allgemeine Wertschätzung finden können, Secularism may be accepted in a Christian society but it can never enjoy a general acceptance in an Islamic society. Wo doch der Islām ein kohärentes System von ʿibāda (Gottesknechtschaft; Gotteslob) und šarīʿa (Gesetzgebung) ist, muss die Duldung des Säkularismus das Preisgeben der šarīʿa bedeuten, damit eine Verneinung der Göttlichen Rechtleitung und ein Zurückweisen der gesetzgeberischen Anordnungen Allahs, Since Islam is a comprehensive system of `Ibadah (worship) and Shari`ah (legislation), the acceptance of secularism means abandonment of Shari`ah, a denial of the Divine guidance and a rejection of Allah’s injunctions.”

Dank an George Jacob Holyoake (1817-1906), der das Wort Säkularismus („Secularism“) prägte (7), und an den islamkritischen Blogger M. J. (Islam och Islamistövervakaren), dem ich den Hinweis auf die genannte fatwā verdanke (8).

Befreiung vom koedukativen Sportunterricht

Entgrenzt tolerant verteidigt die Sowohldemokratin als auch Quasifundamentalistin Karakaşoğlu das jenseitszentrierte und sexualisierte Treiben der Abmeldung vom koedukativen Sportunterricht. Professionell.

Derlei Tun kann nicht nachhaltig sein, wir dürfen unseren Toleranzbegriff vielmehr so ausstatten, dass er in einigen Jahren oder Jahrzehnten noch nachempfunden werden kann. Karakaşoğlu verteidigt hingegen im Namen sich wie beiläufig abschaffender Toleranz das Lehrerinnenkopftuch, das Mädchenkopftuch auch im Klassenzimmer oder die vormoderne und den beileibe nicht „natürlichen“ Patriarchalismus verfestigende Segregation der Geschlechter. Georg Taxacher berichtet 2007, wie die die „Interkulturelle Pädagogin“ Karakaşoğlu das Kopftuch der Schülerinnen als aufmüpfige, „geborgte“ Äußerlichkeit und Sichtbarwerdung „jugendkultureller“ Lebensfreude verteidigt, nämlich als „kreative Suche nach Zugehörigkeit:

„Die Jugendlichen borgten sich traditionelle Symbole nur aus, gestalteten damit aber eine ganz eigene Jugendkultur. Das ist die Einschätzung von Yasemin Karakasoglu, die Interkulturelle Pädagogik zunächst in Essen, jetzt in Bremen lehrt. Ihr zufolge provozieren die Jugendlichen, weil sie nach einem positiven Selbstwertgefühl suchen (9).“

Die reaktionäre und faschistoide Mädchenerziehung der Millî-Görüş-Bewegung oder Muslimbruderschaft wird in dieser Sichtweise, der Begriff Jugendkultur stammt schließlich vom Lehrer an der Hermann-Lietz-Schule in Haubinda und Gründer der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, dem Reformpädagogen Gustav Wyneken (1875-1964), oder vielmehr in dieser Fehletikettierung zum angeblichen emanzipatorischen Selbstfindungstrip. Sportabmeldung, Burka und Gesichtsschleier sollen uns als Sponti-Event verkauft werden.

Jugendkultur ist jedoch gerade nicht Erfüllungsgehilfe der Normen der Erwachsenenwelt, und das heilssichernd sexualisierende, körperpolitische Dressurinstrument des antiindividuellen ḥiǧāb (Schleier) beziehungsweise des territorialpolitischen ḥiǧāb (Geschlechterapartheid) werden wir nicht als kindgerecht, kindlich oder gar als angeboren oder wesenhaft bezeichnen wollen. Karakaşoğlu biedert sich den gegenmodernen Koranpolitikern an, welche Verschleierung und Geschlechtertrennung als dem Menschen wesenseigen, als naturhaft bezeichnen und sich auf den schariarechtlichen Begriff der fiṭra, des Geschaffenseins auf Allahgott hin bedienen, um Europas Muslime von der kulturellen Moderne abzuschotten. Sicherlich ist auch jungen Nationalsozialisten and derselben von Frau Karakaşoğlu betrachteten Schule ein „positives Selbstwertgefühl“ (Karakaşoğlu nach Taxacher) zu gönnen, doch sollten wir Pädagogen und Sozialpädagogen junge Menschen vor Frauenbild, Sittenpolitik und Gesellschaftslehre von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Sayyid Quṭb oder Necmettin Erbakan ebenso schützen und warnen wie vor derjenigen einer Jutta Rüdiger (deutsche Psychologin, 1943: »Germanische Jugend«) oder eines Alfred Rosenberg (»Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit«).

Jutta Rüdiger war ab 1937 höchste Führerin des Bundes Deutscher Mädel (BDM). „Die Jungen werden zu politischen Soldaten und die Mädel zu starken und tapferen Frauen erzogen … Wir wollen darum bewußt politische Mädel formen. Das bedeutet nicht: Frauen die später in Parlamenten debattieren und diskutieren, sondern Mädel und Frauen, die um die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes wissen …“, so wird Rüdiger bei Arno Klönne laut Wikipedia zitiert). Nach zweieinhalbjähriger Haft durfte Rüdiger 1948 in Düsseldorf als Psychologin mit eigener Praxis tätig werden, Fachbereich Kinder- und Jugendpsychologie.

Vom deutschen braunen zum deutschen grünen Totalitarismus: „Die VIKZ-Vertreter versprechen alles und machen dann doch, was sie wollen“, erläutert Hanspeter Pohl, im Hessischen Sozialministerium verantwortlich für die Aufsicht über Kinder- und Jugendheime. Religionsunterricht finde in „erheblich größerem Umfang“ statt, als es der VIKZ zugibt, mitten in der Nacht würden Kinder zum Beten geweckt. Der VIKZ hält dagegen: „Gebete sind freiwillig, und kein Kind wird hierzu gezwungen (10).“ Ganz ungezwungen also will das Kind nicht in der Hölle schmoren, völlig freiwillig will es der schariatischen Betpflicht nachkommen? Karakaşoğlus alternative „Jugendkultur“?

Rebecca Brohm war im Jahre 2005 Praktikantin in der Sozialen Arbeit und berichtet von zwei türkeistämmigen Mädchen, die ihr eines Tages ganz aufgeregt eine Geschichte von einem holländischen Mädchen erzählten: „dass Feuer gefangen hätte, weil es seinen Eltern ungehorsam war und außerdem den Koran zerriss. Nun sei das Mädchen total entstellt und die Eltern würden es einschläfern lassen wollen. Das ganze sei wirklich passiert, sie hätten ein Foto von dem Mädchen gesehen (11).“ Nachforschungen der Erzieherinnen ergaben, dass sogar eine Mutter bereit war, diesen durch ein geraubtes Fotokunstwerk belegten postmodernen Mythos von der verbrennenden Unfolgsamen und niederländischen Koranschänderin Glauben zu schenken. Die antirationale Internet-Legende gründet auf der Kosmologie und Höllenlehre des qurʾān ebenso wie auf dem hoch politischen Gehorsamskult des Islamischen Rechts. Die Schreckensgeschichte wird im Sinne der Rechtleitungsdoktrin und Durchsetzungsberechtigung der ḥisba, wörtlich (kalkulatorisches) Resultat oder Bewahrheitung, nutzbar gemacht, und sollte nicht dahingehend verharmlost werden, ein frecher Bruder wolle halt einmal seine kleine Schwester verängstigen.

Ungeachtet oft katastrophaler Deutschkenntnisse ist das kulturrassistisch gemeinte und auf der keineswegs falsch verstandenen šarīʿa gegründete, abfällige „Christ!“ ein übliches Schimpfwort an Berlins Schulen geworden, die Leiterin der Fichtelgebirgs-Grundschule, Anette Spieler, weiß vom Unehrentitel „Schweinefleischfresser!“ (12). Dem Schulleiter der Hector-Peterson-Oberschule in Berlin-Kreuzberg, der bereits seit Längerem mit einer Zunahme von Kopftüchern und fundamentalistischen Positionen konfrontiert worden war, ist seitens der korangläubigen Schüler schon mal zu erkennen gegeben worden, dass er als Nichtmuslim schlicht der Falsche sei, um über islamrelevante Fragen zu sprechen, an diese Schüler kommt Pädagoge Dietmar Pagel nach eigener Aussage nicht mehr heran (13).

Yasemin Karakaşoğlu wird vermutlich abstreiten, dass es zwischen einer sich erhöhender Kopftuchquote auf dem Schulhof und einem gewollt oder gezwungen getätigtem Ausstieg aus dem Menschenbild der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie der auch für Nichtmuslime geltenden vollen sittlichen Wertschätzung einen Zusammenhang gibt.

Zwei zum Zeitpunkt des Prozessbeginns zwölf und 13-jährige türkische Schülerinnen hatten angegeben, dass sie sich aus religiösen Gründen nicht in der Lage sähen, am gemischtgeschlechtlichen Schulsport teilzunehmen. … Vom Schwimmunterricht waren sie bereits befreit. … Das Mädchen und ihre Eltern … gaben an, die Kleidung beziehungsweise das Kopftuch könne verrutschen.

Unter jedem Mädchenhaar kann sich ein Teufel verstecken, unter jedem einzelnen, gar nicht auszudenken. Und das Gebet der sexuell verrückt gemachten korangläubigen Jungen gilt womöglich nicht, ganzen Großfamilien droht damit nicht die Abschiebung in ein womöglich nicht rechtsstaatliches Ausland, sondern in die ungastliche Hölle.

„Retten Sie Deutschlands muslimische Seelen, lassen Sie das Kopftuch nebst Unterwasserburka in den zertifiziert männer- und jungenfrei gehaltenen Sportgebäuden und Schwimmhallen zu!“, so ließe sich die Bremer Professorin für Interkulturelle Pädagogik ja vielleicht zusammenfassen, was übrigens nicht nur Demokratie gefährdend und frauenfeindlich ist, sondern auch eine Beleidigung für jeden Jungen und Mann.

Das Gericht entschied schließlich unter Berufung auf die hohe Bedeutung der Religionsfreiheit in Artikel 4 Grundgesetz, dass die Mädchen grundsätzlich nicht zum koedukativen Sportunterricht gezwungen werden dürfen. … Eine Ausweitung des Urteils auf andere Fächer wird ausgeschlossen. …

Die Richter rechneten also damit, die den schulpolitischen ǧiḥād betreibenden Eltern sehr rasch auch in Sachen Biologieunterricht (Fortpflanzung; Darwin) oder Kunstunterricht (das den Schöpfungsakt frevlerisch kopierende Anfertigen eines jeden Bildes lästere Gott, eine Skulptur (ṭāġūt, Pl. ṭawāġīt) stelle gar einen Götzen neben den Allahgott) im Saal wieder zu treffen. Das Jenseits wird politisch und sickert in unsere Gerichtsgebäude.

Augenrollendes Betreiben von Jenseitspolitik ist kein Problem für das Mitglied im Bundesjugendkuratorium Karakaşoğlu, das neben Jamal Malik (*1956, Peschawar, Pakistan), Barbara John und anderen Kuratoriumsmitglied der Muslimischen Akademie in Deutschland ist. Die am 30.06.2004 durch Barbara John gegründete Muslimische Akademie (www.muslimische-akademie.de) hat ihren Sitz in Berlin, die Herren Bekir Alboğa (Mannheim) und Ghulam-D. Totakhyl (Sankt Augustin bei Bonn) sind Mitglied, Vorstandsvorsitzende ist Hamideh Mohagheghi, ihr Stellvertreter Abdul Hadi Christian Hofmann. (14). Mohagheghi ist auch Gründerin von HUDA: Netzwerk für Muslimische Frauen (http://www.huda.de/).

Der 1944 in Afghanistan geborene Bonner Ghulam-D. Totakhyl trat im Jahre 2000 mit Hasan Özdogan an die Öffentlichkeit – als Generalsekretär beziehungsweise Ratsvorsitzender des Islamrats und mit der Forderung, einen bundesdeutschen Islamischen Religionsunterricht (IRU) mitsamt regulärer universitärer Lehrerausbildung für diesen IRU flächendeckend zu installieren. (15).

[Schulfach Biologie] einzelne muslimische Eltern übern vor allem wegen der Lehreinheiten Sexualkunde und Evolutionsunterricht Widerstand gegen eine Teilnahme ihrer Kinder an diesem Unterricht aus. … Was den Sexualkundeunterricht anbelangt, so konnte von muslimischer Seite bisher keine Befreiung erwirkt werden.

Ist das so schlecht, wenn im Kalifat pardon in der „Gesamtgesellschaft“ die Muslimbürger genau so wenig unerwünschte Schwangerschaften, sexuellen Missbrauch, Syphilis und AIDS haben wie Nichtmuslimbürger?

Zur Frage des Sexualkundeunterrichts gab es in den 90er Jahren bereits erste Vorschläge von islamischer Seite, wie ein Kompromiss …

Kein Kompromiss. Es gilt die Schulpflicht.

[Sexualkundeunterricht] … von islamischer Seite, wie ein Kompromiss zwischen beiden Positionen erreicht werden könnte.

Zwischen Schulrecht und Schariarecht, in der Tat. Die islamsensible Sexualpädagogikforscherin Karakaşoğlu weiter:

Adnan Aslan schlug die Beteiligung der muslimischen Seite bei der Unterrichtsgestaltung vor.

Ja, Adnan Aslan bietet uns an, hauptberufliche Sittenwächter oder ehrenamtlich tätige Religionspolizisten ins Lehrerzimmer zu bringen. Und Professorin Karakaşoğlu findet durch staatliche Schulen patrouillierende Imame oder Amateur-Sittenwächter prima. Wir halten Deutschlands Biologielehrer aber bereits heute für ausreichend kompetent, und Schariawissenschaft sollen sie ja auch gar nicht betreiben! Adnan Aslan (http://adnan-aslan.com/) residiert in der Neustiftgasse 117, A-1070 Wien.

Der Senat der Universität Wien führt Adnan Aslan, allerdings als Ednan Aslan, als vorsitzenden Professor für das Masterstudium Islamischer Religionspädagogik. Auch auf seiner eigenen Seite bei der Uni Wien, unter Herrn Aslan lehren etwa Monika Fatima Mühlböck, Susanne Zuze, Lahkim Bennani, Haci-Halil Uslucan und Abdullah Takim, schreibt er sich Ednan Aslan (16).

Aslan betreibt die Islamisierung der Schulpolitik. Sein Buch »Geschlechtererziehung in den öffentlichen Schulen« etwa will mit der sehr nach Landnahme für das Kalifat klingenden Eigenbezeichnung „Die Stellung der Geschlechtlichkeit im Islam und die Konfrontation der muslimischen Kinder mit der Geschlechtserziehung in den öffentlichen Schulen“ offensichtlich den geheiligten islamischen Sexualekel zur nachhaltigen Segregation der prekär paradiesbestimmten Kinder nutzbar machen, die es von Österreichs Unreinen (Nichtmuslimen, säkularen Muslimen) zu trennen gilt.

[Sexualkundeunterricht] Es wird befürchtet, der Unterricht könne das Schamgefühl der Kinder verletzen.

Muslimkinder sollen sich anders schämen als Nichtmuslimkinder, das ist ganz wichtig, um die Unreinen als schamlos bis unverschämt zu bezeichnen und Deutschlands Muslime dauerhaft von den reaktionären Islamverbänden abhängig halten zu können.

Die islamische Orthodoxie betreibt Schampolitik. Die Herren ‚ʿAllāma‘ Sir Muḥammad Iqbāl und Muḥammad ʿAlī Ǧinnāḥ betrieben die Nutzbarmachung der Schamhaftigkeit als »Two-Nation Theory«. In Afghanistan und im Iran wird der Allahkrat Sir Iqbāl, der einst in Cambridge, München und Heidelberg Jura und Philosophie studiert hatte und damit ein wenig ‚Made in Germany‘ ist, als Eghbāl-e-Lāhoorī (Iqbāl von Lahore) verehrt, der, Ort, an dem der Poet und Philosoph 1938 verstarb. Die Großstadt Lahore (panjābī: Lāhaur) hat knapp sieben Millionen Einwohner, ist die Hauptstadt des Punjab (gespr. Pandschāb, von Sanskrit pañj = fünf + āb = Gewässer), liegt im Nordosten Pakistans, an der Grenze zu Indien. Lahore ist eines der bedeutendsten Zentren des orthodoxen Islam.

Mit der juristisch anerkannten Doktrin oder bereits mit der entgrenzten (gnadenlosen) Toleranz, dass sich Muslimkinder vor Allahgott anders zu schämen hätten als Hindukinder oder Christenkinder vor ihrem Gott, lässt sich eine Nation spalten oder ein Apartheidsstaat aufbauen, in dem eine durch Religionsverschiedenheit definierte Rechtsungleichheit gilt.

Der Großmufti von Bosnien und Herzegowina, Mustafa Cerić, der an der Kairoer al-Azhar sowie in Malaysia studiert hat, will diese Rechtsspaltung, die das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams, im Februar 2008 bereits unterstützt hat: Das Islamische Recht scheint für Großbritannien unvermeidlich („Sharia law seems unavoidable“). Nur vier Monate später sekundierte ihm Lordrichter Phillips: „Muslime sollten im Einklang mit der Scharia leben dürfen („Muslims in Britain should be able to live according to Sharia“). Cerić und Karakaşoğlu mochten 2008 gegen derartige britische Großzügigkeit nichts einwenden.

Nicholas Addison Phillips, Baron Phillips of Worth Matravers war der Vorsitzende des erst 2003 beziehungsweise 2005 gegründeten Obersten Gerichtshofs des Vereinigten Königreichs. Das Supreme Court of the United Kingdom ist seit dem 01.10.2009 höchstes britisches Gericht. Williams und Phillips hatten also einen Staatsstreich geplant, anschließend an diesen umgekehrten Ustertag (1830) oder umgekehrten Züriputsch (1831) wären Teile der britischen Frauen, Nichtmuslime und Islamapostaten familienrechtlich einwandfrei diskriminiert worden, ausdrücklich auch im Namen der pseudochristlichen Toleranz (repressiven Gleichgültigkeit) und der originär repressiven islamischen Dogmatik (Scharia; Quṭb nach al-Maudūdī: ḥakimīyat Allāh). Genau umgekehrt zu Williams und Phillips hatten viele Schweizer, der „Französischen Julirevolution von 1830“ folgend in diesem und im Folgejahr für die Säkularität gekämpft, 1833 konnte die säkulare Schule durchgesetzt werden, eine Idee von einer Schule, an der nicht länger ausschließlich die reformierten Pfarrer unterrichten würden. 1830 malte Eugène Delacroix zum bürgerrechtlichen Kampf gegen die Reaktion der Bourbonen sein weltberühmtes La liberté guidant le peuple, Die Freiheit führt das Volk (17). Im Jahre 2009 wollen Europas Gutmenschen oder Islamisten die mittelalterlich orientierten Islamischen Lehrer an die Schulen lassen, La théocratie guidant le peuple, eine barbusige Allegorie ist vom Gott islamischen Rechts allerdings unerwünscht.

Williams und Phillips oder ihre „differenziert“ denkenden Mitstreiter werden wiederkommen, um wie zufällig ganz Sinne von Yūsuf al-Qaraḍāwī und Tariq Ramadan gegen die universellen Menschenrechte und für die Duldung des Islamischen Rechts zu kämpfen. Karakaşoğlu:

Kopftuchtragen bei Schülerinnen und Studentinnen. Der Staat ist also ausdrücklich nicht befugt eine Bewertung vorzunehmen, wenn Religionen ihren Anhängern eine bestimmte Kleidung vorschreiben.

Dem ist nicht so.

http://www.agpf.de/akt88-3.htm#ROT-VERBOT

Die nordwestdeutsche Professorin für Interkulturelle Pädagogik freut sich, wenn „muslimische” Mädchen in staatlichen Schulen Kopftuch tragen dürfen, sie muss damit das türkische Kopftuchverbot für falsch halten. Wir halten das Kopftuch für ein Dressurinstrument, das zum Aufbau einer frauenfeindlichen Gesellschaft aufruft. Ob Karakaşoğlu nicht gleich auch den Gesichtsschleier verteidigen möchte, den entmenschenden niqāb?

Entscheidend ist, „dass die religiösen Regeln für den Grundrechtsträger einen verbindlichen Teil seiner Lebensführung darstellen“. Sollte der Beweis erfolgen, gilt die Freiheit auch für Schülerinnen, die das Gesicht mit Ausnahme der Augen vollständig verschleiern.

Gespenster im Klassenzimmer, die 1965 in Wilhelmshaven geborene und „in einem deutsch-türkischen Elternhaus“ (Wikipedia) aufgewachsene Erziehungswissenschaftlerin kämpft für die weibliche „Freiheit“, keine Nase und keinen Mund zeigen zu dürfen. Mädchen sind nasenlos und mundlos sprich stumm. Nur das männliche Gesicht ist ein menschliches Gesicht, das als obszön diffamierte nackte Frauen- und Mädchengesicht zieht nach ultraorthodoxer Auffassung die Dämonen heran.

Kopftuchtragen von Lehrerinnen. Der Fall der afghanischstämmigen Lehramtsstudentin Fereshta Ludin

Im Sommer 2003, das Urteil für oder gegen Deutschlands berühmteste pädagogische Kopftuchklägerin war noch nicht gesprochen, hatte sich die ausdauernde Ferestha Ludin bereits fünf Jahre lang durch die Instanzen geklagt, als Gleichheitsfeministin Alice Schwarzer in der EMMA zu berichten wusste, dass Ludin für das Islam Forum als Lehrerin tätig ist, eine private Schule, die auch nach richterlicher Entscheidung als Tarnorganisation der Millî Görüş bezeichnet werden kann. Ludin heiratete den Konvertiten, nicht zum Taoismus, sondern zum Islam, Raimund Ḥamid Prochaska.

Exkurs: Ellwangen.

Ein Raimund Prochaska, die Namensgleichheit mag Zufall sein, bestand 1987 am Peutinger-Gymnasium in Ellwangen (zwischen Heidenheim an der Brenz und Crailshaim) das Abitur. Ellwangen war seit der Karolingerzeit Sitz eines Klosters, Gründer waren französische Benediktiner, und war zur Reformationszeit Sitz eines Probstes mit Bischofsrechten (Fürstprobstei Ellwangen, 1460-1802). Im Dreißigjährigen Krieg versuchte der vom Schwedenkönig eingesetzte Graf Kraft VII. von Hohenlohe-Neuenstein vergeblich, die Reformation durchzusetzen, mit dem Argument der Truppenpräsenz und damit sicherlich nur wenig spirituell. Die vorausgegangenen Ellwanger Hexenprozesse in den Jahren zwischen 1588 und 1618 waren indes noch weit weniger vergeistigt, zeitigten vielmehr die Ermordung von 400 bis 450 Menschen, viele verbrannte man zum Fluch des Teufels und zu Ehren der pervers verstandenen christlichen Gottheit, die Hälfte der Frauen und ein Sechstel der Männer des Ortes.

Der Anklagepunkt, zu den „Feinden gegen Gott“ (mohāreb bā Khodā, moḥāreb bā Ḫodā; warriors against the God; zu arab.: ḥarb, Pl. ḥurub, „Feind; Krieg“, islamrechtl. Konzeption der ḥirāba, „Piraterie, Guerillakrieg“) zu gehören oder „Verderbenstiften auf Erden“ (mofsed fel arz, Spreading corruption on earth, zu mufsidūna fī l-ʾarḍ, boshafter Verursacher von Schaden im Lande; f-s-d (mufsidūna) gehört zu fasād, Zerstörung, ungerechtfertigte Kriegsführung, Gesetzeslosigkeit, „social disorder“ … Sozialstörung) zu begehen, sollte doch eigentlich Ellwangens heutige Schüler an die beschämenswerten Zeiten des theologischen Faschismus ihrer Heimatstadt erinnern. Der genannte Tatvorwurf zieht seit dreißig Jahren die öffentliche Todesstrafe nach sich. Die Sakraljurisprudenz kennt die öffentliche, bewusst auf Abschreckung zielende Hinrichtung (at-taqtīl) etwa als Steinigung, alle sollen etwas lernen und ihr künftiges Wohlverhalten kontrollieren. Taqtīl gehört zu arab. qatal „töten“ (yaqtūl „er tötet“, qatl „Mord, Unfalltod, Selbstmord“), islamrechtlich ist auch der at-taṣlīb zulässig, die Kreuzigung. Schiitisch üblicher ist das öffentliche Erhängen. Im Īrān. Auch 2009 und 2010. Diese warme „Nähe“ zum Islām.

Am heutigen Gymnasium lernt man in Fach Ethik in der zehnte Klasse über den Taoismus gar nichts und lernt, den die Gewaltlosigkeit (ahiṃsā) lehrenden Siddhārtha Gautama als einen sehr unchristlichen Charakter zu bewerten: „Der Buddhismus als Kontrast zu den monotheistischen Religionen Christentum und Islam“. Weiterhin überspringt man die absolute Geltung der universellen Menschenrechte auch für Frauen und Ex-Muslime, und plappert als Schüler wie angeordnet nach, den Islam auf Kosten des abgrundtief fremdartig zu bewertenden Buddhismus als quasichristlich jedenfalls geschwisterlich wertzuschätzen: „Der Islam als monotheistische Religion. Die Stellung der Frau. Auszüge aus dem Koran. Besuch einer Moschee. Hans Küng: Weltethos (18)“. Mit Küngs Hilfe die Buddhisten und sich selbst ins Kalifat integrieren.

Dass der orthodoxe Islam die Frau systematisch erniedrigt, verschweigt man den Zehntklässlern im Ostalbkreis, welche zur äquidistanten Betrachtung kulturrassistischer islamischer Texte und Frauen entrechtender islamischer Lebensformen allerdings ebenso ermutigt werden wie zur Komplizenschaft mit den reaktionären Koranpolitikern und aggressiven Schariatisierern im heutigen Europa. Das mag nur funktionieren, wenn man den Buddhismus als „Kontrast“ zu empfinden lernt, am besten auch gleich noch die allgemeinen Menschenrechte.

Die Ṭālibān, zu: ṭālib, „Koranschüler, Student“), die im am 12.03.2001 die annähernd eineinhalb Jahrtausende alten, im Siedlungsgebiet der Hazāra errichteten Buddhastatuen im Hochtal von Bamyān in die Luft sprengten, hätten die Sache mit dem „Kontrast“ (Gymnasium Ellwangen) gar nicht besser sagen können. Dabei vollendeten diese Krieger Allahgottes unter Verwendung von modernster Sprengtechnik eine Arbeit, die dem islamisch motivierten indischen Großmogul Aurangzeb misslungen war. Muhammad Aurangzeb Alamgir (1618-1707) ließ die größere der beiden Buddhastatuen mit Kanonen beschießen. Als Stellvertreter (Kalif) der unduldsamen Gottheit des Koran verbot Aurangzeb 1668 den Hindus alle Pilgerfeste, im Folgejahr ließ er in ganz Indien Tempel zerstören. Der Sulṭān presste den erniedrigten Dhimmis die geheiligte islamische Tributpflicht der ǧizya ab, der Koran (9:29) gebietet dieses heilssichernde Schutzgelderpressen. Immer wieder ließ Aurangzeb öffentliche Tänze und vor allem Musikdarbietungen verbieten, durchaus der Sittenpolitik der Ṭālibān 330 Jahre später vergleichbar, der jeweilige Landesherr wünschte seinen Untertanen weniger „Kontrast“.

Damit nicht genug, die katholischen Schüler am ostwürttembergischen Gymnasium werden im Rahmen einer politischen Islambeschwichtigung bereits in der achten Klasse zur gnadenlosen Toleranz ermutigt. Sie sollen auch gar nicht die erstaunliche, durch den deutschen Indologen Helmuth von Glasenapp (1891-1963, Professor in Königsberg und Tübingen) neu bewertete indische Sāṃkhya-Naturphilosophie verstehen oder das gleichermaßen von Neugier, Weltvertrauen und Skepsis geprägte Weltbild des Vorsokratikers Xenophánes von Kolophón, sie müssen vielmehr: „die Nähe erläutern, die zwischen dem Glauben der Muslime an Allah und dem biblischen Gottesglauben besteht (19)“. Nähe, nicht geringe Nähe oder gar Ferne, die geheiligte Misogynie und schlichte Grundgesetzwidrigkeit des orthodoxen Islam stehe der Ethik eines Jesus von Nazareth nahe oder eines Ignatius Desiderius von Peutingen (* 1641 in Augsburg, † 1718 in Ellwangen), nach dem sich das Gymnasium nennt. Man darf hoffen, dass unsere Schüler, nicht zuletzt auch die muslimischen unter ihnen, immun bleiben gegenüber dieser mittlerweile auch im Ostalbkreis angeordneten totalen Verträglichkeit.

Soweit zu Ellwangen.

Dass Fereshta Ludin zwischen 1997 und 1999 im Vorstand der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) saß, jenem 1994 um Muḥammad Ṣiddīq Borgfeldt (ECFR; Haus des Islam (HDI), Lützelbach, Odenwaldkreis) entstandenen kleinen Jugendverband, das möchte Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu nicht so ausführlich schreiben.

Die MJD hat etwa 250 Mitglieder, arbeitet sehr stark geschlechtertrennt, kultiviert ziemlich extreme islamische Kleidung für die Frau sprich den ḥiǧāb. Die MJD gehört zum engeren Umfeld der Muslimbruderschaft (MB), deren deutscher Zweig die „IGD“ darstellt, die Islamische Glaubensgemeinschaft in Deutschland, deren prominenteste Figur Ibrahim el-Zayat ist. Die IGD ist Mitgründerin der Föderation Islamischer Organisationen in Europa (FIOE, Federation of Islamic Organisations in Europe, ein Vorstandsmitglied war Ibrahim el-Zayat), das ist die Europaorganisation der al-iḫwān al-muslimūn (MB). Die MJD ist Mitgründerin des Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), erster FEMYSO-Präsident war Ibrahim El-Zayat.

Im Jahre 2003 verpflichtete sich die Schura (Ratsversammlung) der MJD, sich in allen Fragen aktueller Rechtsgutachten nach dem ECFR zu richten, dessen geistliches Oberhaupt der als islamische Autorität unter Sunniten weltweit hoch anerkannte Muslimbruder Yūsuf al-Qaraḍāwī ist. Herr Borgfeldt aus Lützelbach im Odenwald (Muḥammad Ṣiddīq Borgfeldt) ist angesehener Mitarbeiter im ECFR, gründete das Haus des Islam (HDI) und war der erste MJD-Präsident, auf ihn folgte Rüştü Aslandur.

Ludins Ehemann Raimund Ḥamid Prochaska war der dritte Vorsitzende der Muslimischen Jugend Deutschlands, die in der Gitschiner Straße 16 in Berlin ansässig ist. Der Verlag Green Palace (Berlin, Gitschiner Straße 16) vertreibt die Schriften von Tariq Ramadan (etwa: »Islam. Gott – Mensch – Welt« oder »Die Muslime im Westen. Aufbauen und Mitgestalten«. Auch das »Ratschläge an meine muslimischen Geschwister« (2003, Übersetzer: Rüştü Aslandur 2003) des fünfzigjährigen Mustafa İslâmoğlu ist bei Green Palace zu erwerben. İslâmoğlu erblickte 1960 im türkischen Landkreis (İlçe) Develi in der Provinz Kayseri das Licht der Welt, begann später eine Ausbildung an der Imam-Hochschule, das er an der ägyptischen al-Azhar fortsetzte, wo er Scharia studierte. Zeitweilig vertrieb Green Palace die Schriften der den Islamstaat erstrebenden Revolutionäre Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Sayyid Quṭb und Ahmad von Denffer, was Dr. Yasemin Karakaşoğlu allerdings nicht so in den Vordergrund rücken möchte, die Dame möchte schließlich versachlichen und ausgleichen:

Islamophobie im pädagogischen Alltag. Islamisch-orthodoxe Positionen wie der Widerstand gegen die Teilnahme am koedukativen Sportunterricht, am Schwimmunterricht, an Klassenfahrten und am Sexualkundeunterricht werden von Seiten der Lehrer sowie der Schulverwaltung vor allem als Störung des regulären und gewohnten Ablaufs im Schulalltag wahrgenommen.

Sollen die Lehrer in Begeisterungsstürme ausbrechen: Hurra, schon wieder ein tunesisches Mädchen, das nicht in die Jugendherberge mit darf? Sollen mitreisende „gottesfürchtige“ Erwachsene die Kinder oder Jugendlichen auf islamisch korrektes Verhalten hin überwachen wie die weltanschaulich geschulten Aufpasser bei den Freizeiten der einstigen BDM-Mädels oder DDR-Jungpioniere?

Bei den zugewanderten Kindern soll [durchd Deutschlands staatliche Schulen] eine Handlungsweise erreicht werden

Nein, bei allen Kindern. Es gibt eben keine Lex Muslimkind.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es bei allen drei Fragen (Koedukation, Kopftuch und Sexualkunde) um islamisch-orthodoxe Positionen zum gesellschaftlichen Paradigma des Geschlechterverhältnisses in der kulturellen Moderne geht

Genau, um die islamisch betriebene Verweigerung des kulturell modernen Geschlechterverhältnisses, das auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau beruht. Sicherlich kennt Wissenschaft, auch Rechtswissenschaft, einen „Erkenntnisvorbehalt“, die Rechtsnormen sind durchaus im Wandel. Möchte die Autorin, die durch die Verwendung von „Paradigma“ die Gleichberechtigung gleichsam mit spitzen Fingern anfasst, zur Revolte gegen diesen vorläufig mehrheitlich akzeptierten Lehrsatz (Paradigma) aufrufen?

Nach dem US-Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn (1922-1996), der zwischen statischen und dynamischen Phasen der Wissenschaftsentwicklung unterschied, kündigt eine durch geballt herandrängende, beständige Neubewertungen eines als gesichert geltenden Sachverhalts die Abkehr von der Phase der Erkenntnisgewohnheit (normal science) an und eröffnet die Phase der „außerordentlichen Wissenschaft“ (revolutionary science), vielleicht sogar den Paradigmenwechsel (paradigm shift). Arbeitet Karakaşoğlu auf eine Erziehungsrevolution hin? Welche revolutionary science stellt sie sich zur Idee Schule oder zur Gleichberechtigung von Mann und Frau denn bitte vor, doch hoffentlich nicht das „Paradigma“ des Geschlechterverhältnisses von islamischen Gesellschaftstheoretikern wie al-Maudūdī oder Erbakan?

Bei der Verwendung des Begriffs „interkultureller Konflikt“ ist die Gefahr gegeben, von einer grundsätzlichen Konflikthaftigkeit des Aufeinandertreffens unterschiedlicher Kulturen auszugehen.

Die Erziehungswissenschaftlerin, wir reden über die Scharia, legt uns also nahe, die vom Islamischen Recht geprägte Kultur konfliktfrei zu tolerieren sprich unverändert zu. Es liege an uns Pädagogen und Sozialpädagogen, ob die Familien der auf Klassenfahrt nicht anwesenden oder nach den Sommerferien überhaupt nicht mehr in Deutschland anwesenden Mädchen als Ärgernis zu bewerten seien. Warum haben wir Eurozentriker denn Burka (burqa, von arab. burquʿ) oder Tschador (čādor, häufiger genannt: pardā) mit dieser ärgerlichen Konflikthaftigkeit befrachtet. Das gilt ja vielleicht auch für zehnjährige Ehefrauen oder elfjährige schwangere Ehefrauen: Den Paradigmenwechsel vorbereiten mit einem Don`t worry – be happy.

In Bremen arbeitet man am postmodernen Paradigma und bewirbt mit einem ebenso rätselhaften wie nachvollziehbaren „Gesetze wachsen in einem gesellschaftlichen Kontext (20)“ für die Einführung der šarīʿa – der so Redende ist Mehmet Kilinç, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Bremen, Außenstellenleiter der in Soest-Deiringsen beheimateten Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland Stiftung (ZIAD, Gründer und Leiter ist Mohammed Salim Abdullah d. i. Herbert Abdullah Krawinkel). Der Bremer Außenstelle ist ein Übersetzungsbüro angegliedert, dessen Leiter Kilinç ist, der im Gespräch mit der taz das mehrstufig einzuführende Islamische Recht, Strafrecht eingeschlossen, derartig verteidigt, dass die Zeitung »Wer darf wem die Hand abhacken?« titelt. Kilinç war bis zum 15.11.2009 Vorsitzender der inzwischen umbenannten »Schura Bremen, Islamische Religionsgemeinschaft Bremen«, Nachfolger ist Ismail Baser. Ein zweiter Bremer Dachverband ist die Islamische Föderation Bremen (IFB), ihr Sekretär ist Cengiz Taşkinsoy, ihr Präsident Zeki Başaran (www.islam-bremen.de), zu deren 20-jährigem Jubiläum am 02.12.2009 Henning Scherf anwesend war (21). IFB-Präsident Zeki Başaran ist der Vorsitzende des Regionalverbands Bremen der Millî Görüş. IFB:

„Das vorrangige Ziel der Islamischen Föderation ist der Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen und der Abbau von Vorurteilen gegenüber dem Islam. Die IFB möchte eine Brücke zwischen der hiesigen und der islamischen Kultur sein und eine Plattform für eine gegenseitige Verständigung und für einen kulturellen Ausgleich.“

Auch in Berlin firmiert der veritable Landesverband der Millî Görüş unter dem Namen Islamische Föderation (Berlin; IFB).

Die extremistische Millî Görüş stellt in der Schura Bremen vier Moscheevereine auf, die IGMG-Ortsvereine Blumenthal, Hemeling, Huchting und Tenever, und (www.schurabremen.de) flunkert bisweilen ein wenig: „Dem Koran nach sind Männer und Frauen gleich“, um einzuschränken: „Die Rollen von Männern und Frauen sind einander ergänzend und zusammenwirkend“ und das fast freche Fazit zu wagen: „Rechte und Verantwortlichkeiten beider Geschlechter sind insgesamt angemessen und ausgewogen.“ Allahs ein wenig zweifelhafter Humor.

Hören wir noch ein wenig auf die Schura Bremen: „Der Islam wird häufig missverstanden und mag in manchen Gegenden der heutigen Welt sogar exotisch erscheinen. Vielleicht ist das so, weil die Religion in der westlichen Welt das Alltagsleben nicht mehr bestimmt, während der Islam das Leben ist.“ Das klingt selbstbewusst. Die Bremer Schura weiter: „Die Muslime ziehen keine Trennung zwischen weltlich und heilig (22).“ Das ist ja das Schlimme, al-islām huwa dīn wa daula, der Islam ist heilssicherndes Handlungssystem und das Monopol auf Staatlichkeit. Säkulare Muslime dürften sich in einer solchen Form von Frömmigkeit, wie es die Schura Bremen allen Bremer Muslimen vorgibt, schlicht nicht wieder finden.

Zehn Tage vor dem Rücktritt des ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden Mehmet Kilinç lud die Schura Bremen unterstützt von der Universität Bremen am 05.11.2009 zum Fachgespräch in die Räumlichkeiten der Bremischen Bürgerschaft, um den Islam und die muslimischen Bedürfnisse vorzustellen. Die Professorinnen Yasemin Karakaşoğlu und Grit Klinkhammer, die ja vielleicht gar nicht wissen, wer Necmettin Erbakan oder was die Scharia ist, übernahmen die Moderation, der als Hauptredner geladene Janbernd Oebbecke überlegte ausführlich, wie ein Staatsvertrag mit den Muslimen zustande kommen könne, der etwa in Jugendhilfeplanung und Rundfunkrat das vollumfängliche Wohlergehen der Muslime gewährleiste.

Das Wort šūrā (Koran 42:38) meint Ratsversammlung und gilt als irdische Erkenntnisquelle guter islamischer Politik und Abglanz der Staatsführung von Medina, etwas „westlich“ beeinflusst heißen heutige Parlamante manchmal maǧlis aš-šūrā. Auch in Hamburg, wo 130.000 Muslime leben, nennt sich ein am 04.07.1999 gegründeter Interessenverband von Moscheegemeinden Schura (www.schura-hamburg.de), in welchem beispielsweise jeweils ein iranischer jedenfalls schiitischer, ein indonesischer, bosnischer, pakistanischer und ein libanesischer Moscheeverein Mitglied sind.

Ein männlicher, türkeistämmiger Schüler habe sich geweigert, das Klassenzimmer auszufegen. Dies sei mit dem Hinweis geschehen, dass es sich bei dieser Aufgabe um „Frauenarbeit“ handele.

Vergleichbares erleben Europas Jugend- und Sozialarbeiter täglich, wichtige Szenarien der Pädagogik und Integrationsarbeit. Der Junge (14), dürfen wir aus Erfahrung ergänzen, verwahrt für seine große Schwester das Taschengeld, die hat für ihn den Schulranzen zu schleppen – und ist womöglich bereits („es war Liebe“) zwangsverlobt worden? Leider sagt Frau Karakaşoğlu zu solchen Fällen keine Silbe, beschuldigt den „alten, männlichen, reichen“ Lehrer implizit des Eurozentrismus und antimuslimischen Rassismus und bringt den Schnösel mit den Attributen „männlich, jung, arm“ in Verbindung, was uns irgendwie zum Schluchzen und Lehrerbeschimpfen („Diktator, Rassist!“) bringen soll.

Das Mädchen fegt derweil. Wie früher. Geht doch.

Differenzfaktor Religion

Ich dachte, der „Eine Gott“ verbinde uns Menschenkinder allesamt? Differenziert Allahgott, gar politisch? Die Erziehungswissenschaftlerin erwähnt („der Rahmenplan ist im Internet abrufbar“), leider ohne Namen oder auch nur Quellen (und neben dem irgendwie lehrreichen Lehrerbeschimpfungsanekdötchen) einen Bremer Vorgang um die Ausweitung des Projekts Islamkunde für die Sekundarstufe I an zwei Schulen im Bremer Westen.

Am 03.07.1999 ist das Thema Islamischer Religionsunterricht in einer Podiumsdiskussion an der Uni Bremen diskutiert worden (Manfred Spieß: Islamkunde an Bremens Schulen. Ein Modellprojekt vor dem Anfang). Es wurde beschlossen, einen Runden Tisch unter der Schirmherrschaft des damaligen Bremer Bürgermeisters Henning Scherf und des Oberschulrates Werner Wilker einzurichten, der sich im Folgenden dreimal traf, erstes Treffen war am 23.03.2000 mit Vertreter der Moscheegemeinden im Rathaus. Spieß: „Faktisch handelt es sich bei dem vorgelegten Grundkonzept noch um keinen Lehrplan, sondern um einen Stoffplan in katechetischer Tradition. Jedoch kann man von einer „fortschrittlichen Katechese“, die auf Weiterentwicklung angelegt ist, sprechen“, in welche Richtung fortschrittsfähig, Richtung Scharia? Es hat also zu diesem Zeitpunkt kein Kurrikulum gegeben. Spieß weiter zum gefühlten Unwohlsein: „Vertreter des Studienganges Religionswissenschaft/Religionspädagogik und der christlichen Religionslehrer gaben zu bedenken, dass eine Differenzierung der Schulkinder nach Religionen nicht nur „unbremisch“, sondern auch aus pädagogischen Gründen nicht zu empfehlen sei. Sie regten an, viele gemeinsame Phasen für die ganze Schulklasse in den Unterricht einzuplanen, um das gegenseitige Verstehen und das interreligiöse Miteinander stärker zu fördern. Und später solle man das zusammenführen, was zusammengehört!“ Die „fortschrittlichen“ Bremer scheinen ahnen, dass der Kulturrassismus des orthodoxen Islam ein freiheitlich-demokratisches Gesellschaftsbild in Frage stellt und ein emanzipatorisches oder auch nur aufklärungshumanistisch zu nennendes Menschenbild sowieso, sie sagen es aber womöglich nicht.

Im nordwestdeutschen Stadtstaat gilt die „Bremer Klausel“, nach welcher der Staat für den Religionsunterricht zuständig, nicht (nur) die Religionsgemeinschaft. Am 01.07.2005 fand eine sechsstündige öffentliche Veranstaltung zum Thema Islamischer Religionsunterricht an Bremer Schulen statt, Titel: Religionsunterricht in Bremen und seine besonderen Chancen für (inter-) kulturelle Bildung, Ort: Uni Bremen, Begrüßung, 13:15 Uhr: Yasemin Karakaşoğlu. In diesen Wochen dauerte ein Rechtsstreit zwischen einer muslimischen angehenden Lehrerin und dem Staat Bremen an, die Referandarin war nicht zur Erteilung des Faches Biblische Geschichte / Religionskunde zugelassen worden. Es sprachen: 14:00 Uhr: Sibel Besir, Islamkundelehrerin am Bremer Schulzentrum Koblenzer Straße; 15:00 Uhr: Martin Stock (Uni Bielefeld), Rechtliche Aspekte des Bremer Religionsunterrichts; 15:45 Uhr: Jürgen Lott (Uni Bremen), „Religionskunde. Ein allgemein bildendes, konfessionell nicht gebundenes Schulfach“; 17:00 Uhr: Christina Stollmann und Schüler des Schulzentrums Neustadt: Unsere Erfahrungen mit dem Bremer Religionskundeunterricht; 17:30 Uhr: Renke Brahms (Landesverband Evangelischer Kindertageseinrichtungen), „Frühkindliche Bildung und Religion“.

Um 18:00 Uhr schloss sich eine Podiumsdiskussion an mit Marie-Luise Beck (Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration), Monika Karpa / Dr. Hans Rolf (Bremer Landesinstitut für Schule), Canan Kalaç (Modellprojekt Islamkunde, Niedersachsen), Klaus Sieveking (Uni Bremen und Kuratorium des Evangelischen Bildungswerks), Anita Schröder-Klein, (Senatorin für Bildung), Manfred Spieß (Uni Bremen, Aktionsgemeinschaft Biblische Geschichte / Religionskunde Bremen e. V.), die Moderation oblag Christa Dommel (Uni Bremen, Studiengang Religionswissenschaft).

Dr. phil Kalaç war als Lehrerin in Niedersachsen tätig, forscht zur evangelischen Theologin Dorothee Sölle. Die feministisch-befreiungstheologisch orientierte Kulturrelativistin Sölle betrieb rabiat politische Bibel-Entmythologisierung und feministisch-befreiungstheologisch orientierten Kulturrelativismus. Sölle hielt den himmlischen Gott ohne uns Menschen für arbeitslos jedenfalls unterbeschäftigt. Derartige „evangelische“ Politisierung, gründend im Hass auf den Mythos, begünstigt den hoch politischen Allahgott und die kirchliche kulturelle Selbstauflösung, im Dialog mit dem Islam hält man nachfolgend die Scharia für „feministisch“. Kalaç hatte in Ankara Germanistik, Pädagogik, Linguistik, Römische und Griechische Literatur studiert (23).

Der gemeinnützige Kölner Verein Netzwerk Bildung und Religion um tolerante Menschen wie Martin Bauschke (Evangelischer Theologe, Berlin-Büro der Stiftung Weltethos), Havva Engin (Erziehungswissenschaftlerin und Sprachwissenschaftlerin, Pädagogische Hochschule Bielefeld) und Mark Bodenstein begünstigt die Lehrerin laut Satzung im Falle der Auflösung („Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks fällt das Vermögen des Vereins an Canan Kalac, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat.“). Kalaç ist Vorstandsvorsitzende, eine US-Rabbinerin sitzt mit im Boot, Dr. Sabine Yael Meyer („Beraterin für Jüdische Religionslehre“) (24).

Islamwissenschaftler Bodenstein arbeitet für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und gehört zum Erlangener Zentrum für Islam und Recht in Europa. Dessen Gründungsdirektor ist der Jurist, Schariafachmann und Experte für Rechtsvergleichung Mathias Rohe, Mitbegründer und seit Oktober 2001 Vorsitzender der Gesellschaft für arabisches und islamisches Recht (GAIR) und 2009 Gutachter zum ärgerlichen Gebetsraumurteil (Berliner Diesterweg-Gymnasium), Aktenzeichen VG 3 A 984.07.

SPIEGEL-online meinte zur schariakonformen Betpflicht im staatlichen Schulgebäude „Der Senat, der „Glaubensinseln“ in den Lehranstalten befürchtet, wird wohl in Berufung gehen“ und zitiert den professionellen Schariaverharmloser und offiziellen Berliner Gebetspflichtbegutachter Rohe:

„Der Erlanger Islamwissenschaftler und Jurist Mathias Rohe wertete die Haltung des Schülers als „plausible Meinung im Spektrum der Religionsfreiheit“. Rohe sagte vor dem Gericht als Experte aus. Es handele sich bei dem Jungen nicht um einen Extremisten, „der auf Biegen und Brechen“ etwas durchsetzen wolle (25)“.

Darum ist es, sehr geehrter Herr Experte, freilich nie gegangen, ob Schüler Yunus M., seine Eltern oder sein Erlangener Juraprofessor die freiheitliche Demokratie durch die islamische Gesellschaft (Kalifat) ersetzen wollen oder nicht. Das Problem sind die flackernden Höllenflammen, die dem Pflichtverweigerer der Vorschriften der Schariawissenschaft dräuen, mit dem Aktenzeichen VG 3 A 984.07 hat die Höllenpädagogik des islamischen Mittelalters Einzug in die Berliner Bildungslandschaft gehalten und das nach Kohärenz strebende heilige und revolutionäre Islamische Gesetz gleich mit, das Schariawohlverhalten als der Kristallkern kalifatsähnlicher Strukturen, an den sich weitere islamische Normen anlagern werden. Mathias Rohe legt uns ja vielleicht die Strategie der Schlampigkeit nahe, jedenfalls meint der SPIEGEL:

„Auch die Islamkonferenz, deren Mitglied Rohe ist, habe in einem Papier unlängst „Pragmatismus“ empfohlen. Nach „pragmatischen Einzelfalllösungen zu suchen“, sei generell sinnvoll.“

Sollen wir jetzt jedem Richter und Lehrerzimmer einen Mufti beigesellen und jedem Bildungssenat und Kultusminister einen Scheich, um den Einzelfall, lassen Sie uns ein beliebtes Wort der alten Achtundsechziger verwenden, „auszudiskutieren“? Hoffnung macht, dass Schulleiterin Brigitte Burchardt und der Landeselternausschuss am schariakonformen Urteil Kritik üben. Die nordrhein-westfälische Sozialpädagogin Gabi Schmidt und Diplom-Sozialpädagoge Edward von Roy haben am 22.10.2009 eine plausible und sehr lesenswerte Petition verfasst (Geschäftszeichen 5314/16), die den Senat auffordert („wir ersuchen den Senat des Landes Berlin gegen das oben genannte Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum islamischen Gebet in den Räumlichkeiten einer staatlichen Schule wegen seines Präzedenzfallcharakters und seiner allgemeinen Bedeutung für das gesamte Bundesgebiet Revision einzulegen“), das Urteil keinesfalls hinzunehmen, Revision beziehungsweise Berufung einzulegen und die Argumentation des Mathias Rohe besonders kritisch auf demokratische Nachhaltigkeit zu prüfen (26).

Deutschlands Gerichte sollten in Zukunft einen jeden in seinen Untersuchungsgegenstand verliebten Religionsdogmatiker und damit eben auch einen islamverliebten Schariafachmann nicht gutachterlich tätig werden lassen, schon gar nicht im Mütter und Minderjährige besonders tangierenden Familienrecht und Schulrecht. Herr Mathias Rohe ist zu fragen, warum unser Rechtsstaat (im Namen der „Toleranz“?) hinter die familienrechtlichen beziehungsweise schulpolitischen Standards Tunesiens und der Türkei zurückfallen soll.

Elham Manea ist eine auch in Kuweit ausgebildete Politikwissenschaftlerin, sie besitzt die schweizerische und die jemenitische Staatsangehörigkeit, hielt am 26.09.2009 in Emmenbrücke (Gemeinde Emmen, Kanton Luzern, Schweiz) einen Vortrag zum Thema Schariarecht versus säkulares Recht:

„Manea … verweist darauf, dass es ganz einfach nicht möglich sei, „islamisches Gesetz in Familienangelegenheiten zu tolerieren, ohne auch in Kauf zu nehmen, dass grundlegende Menschenrechte verletzt werden.“ Das traditionelle islamische Recht beruhe auf der Ungleichheit der Geschlechter und beschränke die Rechte der Frauen, z.B. im Bereich des Eherechts. Manea spricht sich deshalb klar gegen Ideen und Forderungen aus, islamisches Gesetz in westlichen Rechtssystemen zuzulassen. Ein solcher Rechtspluralismus führe zur Entstehung von Parallelgesellschaften und verhindere dadurch die Integration der muslimischen Minderheit (27), (28).“

Islamophobe Einstellungen sind nicht auf Angehörige der nicht-muslimischen Gesellschaft begrenzt.

Allahs Stellvertreter haben auch aus dem Bereich der tunesischen, türkischen oder iranischen Intellektuellen mit rational begründeter und dabei universell-menschenrechtlich sprich gleichheitsfeministisch orientierter Kritik zu rechnen. Eine Phobie ist etwas anderes, nämlich eine unbegründete Angst. Yasemin Karakaşoğlu missbraucht den Begriff Islamophobie (zeitweilig halbwegs sinnvoll verwendet bei Wilhelm Heitmeyer) ganz bewusst für ihre Absicht, den auf geheiligte Ungleichbehandlung zielenden orthodoxen Islam zu verteidigen. Damit wird die Bremer Erziehungswissenschaftlerin zur Komplizin der weltweit vernetzten Schariapolitiker von Necmettin Erbakan bis zu Mahmud Achmadinedschad, welche den Vorwurf der Islamophobie taktisch nutzen, um Islamkritik in unglaubwürdig zu machen. Ein den universellen Menschenrechten verpflichtetes Betrachten des politischen Islam ist alles andere als ein Kulturrassismus und wird den gründlichen Betrachter mit begründeter Sorge erfüllen.

Mina Ahadi als die Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime betonte gegenüber der Leipziger Volkszeitung, sie sehe keine Anzeichen für eine Islamophobie in Deutschland: „Im Gegenteil, die Bundesregierung hat immer wieder erstaunliche Zugeständnisse an die hier lebenden Muslime gemacht, zuletzt beim Islamgipfel“. Die deutsche Bundesregierung, so die Autorin sinngemäß, müsse aufpassen, dass sie nicht mit weiteren Zugeständnissen dem radikalen politischen Islam Vorschub leiste und die iranische Diktatur mehr oder weniger bewusst verharmlose:

„Wenn Frauen im Iran für ihre Rechte auf die Straße gehen, werden sie erschossen. Wird dagegen in Deutschland protestiert, werden Kritiker mit dem Vorwurf der Islamophobie unter Druck gesetzt (29)“.

Soviel zur Schariafreundin Karakaşoğlu.

Im orthodoxen Islām ist iḫtilāf, Dissens, ist das Gegenteil von iǧmāʿ (Konsens). So kann iḫtilāf bedeuten, islamrechtlich in einer Detailfrage zwischen den hier divergierenden Ansichten der vier sunnitischen Rechtsschulen maḏāhib, Sg. maḏhab) auswählen zu können (30). Allahs vormoderne Soziallehre wird dabei durchaus aktuell (gegenmodern) gehalten. So macht sich (englisch geschrieben: ‚ikhtilaf‘) ein US-amerikanischer Ausrichter von muslimischen Jugendfreizeiten dieses innerislamischen ‚Legal Pluralism‘ bewusst: „Unsere iḫtilāf-bewusste Herangehensweise, our ikhtilaf (diversity-conscious) approach“ (31). In Pakistan hält der Scharia-Rechtsgelehrte Muhammad Khalid Masud („Islam allows for a diversity of views, or ikhtilaf“) den Islām ernsthaft für freiheitlicher und humaner als den Katholizismus, gerade in Bezug auf diese überwältigende Meinungsvielfalt in Bezug auf die Gender-Sensibilität (32). Das ist keine Museumspädagogik, sondern zeitgleich revolutionärer Elan und gelebtes Mittelalter.

Säkularisierter und nicht weniger politisch könnte ḥukm al-iḫtilāf Beherrschung der Widerstände und Widersprüche bedeuten, Kunst des Ausgleichens, Kompromissfähigkeit und Realpolitik (zu: ḥakama: urteilen, bewerten, steuern, regieren). Von Parteigängern der Schariapolitik wird die Logik des iḫtilāf jedoch sinngemäß (Murad Wilfried Hofmann, Mustafa Cerić, Tariq Ramadan) oder auch explizit verwendet, um einen etwas anderen Rechtspluralismus durchzusetzen. Es geht nicht mehr um den innerislamischen und auf Detailfragen des islamischen Rechts bezogenen Begriff von „Dissens, Differenz“, sondern um den uns bereits vom britischen Erzbischof Rowan Williams und vom Schweizer Sozialanthropologen Christian Giordano nahe gelegten Rechtspluralismus zwischen šarīʿa und säkularem Recht.

Auf Christian Giordanos Wunsch nach Verzicht auf Rechtseinheitlichkeit im Stile der reagierte die Schweizer Politikwissenschaftlerin und säkulare Muslima, Dr. phil. Elham Manea empört und warnt:

„Ein solcher Schritt wäre fatal: Während das Schweizerische Gesetz eine Frau als eine mündige Person betrachtet, die in der Lage ist, ihren Partner aus freien Stücken zu wählen, behandelt das islamische Gesetz, so wie es von den meisten Rechtsschulen interpretiert wird, sie als Unmündige, die ohne die Zustimmung ihres männlichen Vormunds keine Ehe eingehen kann. Aber auch im Falle einer Scheidung und der Frage des Sorgerechts für die Kinder der Mann bevorzugt und die Ehefrau benachteiligt. Und sogar Zwangsheiraten, welche auch in der Schweiz eine traurige Realität sind, würden rechtlich erleichtert. Es darf im Übrigen vermutet werden, dass religiöse motivierte und archaische Sonderrechte für andere, nicht-muslimische Immigrantengruppen ebenfalls solchen diskriminierenden Praktiken Vorschub leisten (27), (28).“

Seyran Ateş zitierte am 25.06.2009 auf der Deutschen Islamkonferenz (DIK) die Schweizerin Manea, Mitglied im Vorstand des Schweizer Forums für einen fortschrittlichen Islam (FFI) und Autorin von »Ich will nicht mehr schweigen. « mit: „Erst die Menschenrechte, dann die Religion“ (27), (28).“ In dieser wunderbar zivilcouragierten Rede der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin ist ein sehr wichtiger Satz enthalten, der darauf hinweist, ob und wenn ja wie Jurist Wolfgang Schäuble (CDU) und der übreige Dialog mit dem Islam die künftige freiheitlich-demokratische Lebensweise der Bundesrepublik Deutschland verspielt: „Hier muss ich kurz von meinem Text abweichen. Wenn ich Necla Kelek gerade richtig verstanden habe, ist sie der Ansicht, in der AG 2 wäre entschieden worden, und in dem Papier der AG 2 niedergeschrieben worden, dass es vorstellbar sei, in zivilrechtlichen Angelegenheiten die Scharia einzuführen. Falls so etwas in dem Papier steht, ist es nicht das Papier, was ich in der AG 2 mitunterzeichnet habe. Ich bitte diesbezüglich um Aufklärung. Wir haben genau das Gegenteil beschlossen. In Deutschland, in Europa darf es keine Rechtspluralität geben. Dazu habe ich gerade gestern in Bern einen Vortrag gehalten. In der Arbeitsgruppe haben wir über den Begriff Scharia diskutiert, ja, aber es ging um eine andere Ebene. Niemand hat den Wunsch nach der Einführung der Scharia geäußert. Die Verbände haben sich dem Papier ebenfalls angeschlossen. Und wir haben lediglich beschrieben, wo in Deutschland, aufgrund des Internationalen Privatrecht, also nach geltendem Recht, bereits islamisches Recht Anwendung findet. Jeder Anwalt, jede Anwältin, die Familienrecht macht, muss hin und wieder zähneknirschend islamisches Recht akzeptieren. Aber das ist nicht die Anerkennung der Scharia, sondern wie gesagt Internationales Privatrecht.“

Die listenreich vorläufige Bedeutungsausweitung des Begriffs vom Dissens, iḫtilāf, auf die Dogmen der ḏimma und ridda mag die Unterscheidung zwischen Islām und Islamismus mäßig rechtfertigen jedenfalls verorten: Wo die nach Stand und Glaubensnation (milla) segregierte, agrarisch gestützte Raubökonomie noch von ḏimma, heilssichernder Deklassierung der Nichtmuslime gesprochen hatte, oder die der Ermahnung folgende Tötung des Ex-Muslims nach dem sakramentartigen Konzept der ridda kultiviert hatte, schmuggelt man als postmoderner Schariafaschist (Koranpolitiker) nun einen ‚legal pluralism‘ in die Debatte der Multikulturalität oder Interkulturalität hinein. Dass der stolze Islamjurist einen Nichtmuslim nicht für ebenbürtig halten kann, steht auf einem anderen Blatt, es geht schließlich darum, dass die islambegeisterten Nichtmuslime sich wertgeschätzt (Appreciative Inquiry) fühlen. Einer trialogischen, abrahamischen Herangehensweise jedenfalls, Juden, Christen und Muslimen sei derselbe Gott eigen, wird diese Verschiebung des Dissens-Begriffs von einer innerislamischen Grenze auf die islamische Außengrenze alter und neuer Dhimmitude den angestrebten Verzicht auf die Universalität der Menschenrechte gefühlt erleichtern (Positive Thinking).

Yasemin Karakaşoğlu etwa ist es gelungen, diesen schariaverträglich (kulturrassistisch) gemeinten Begriff von iḫtilāf als „Differenz“ in die deutsche Bildungspolitik und universitäre Lehrerausbildung einzubringen. Für die angebliche „Andersheit“ der Muslimkinder und Muslimjugendlichen fordert sie unsere „Toleranz“. Der Verzicht auf das Menschenbild von Aufklärung und Totalitarismuskritik, die Abkehr der erhaltenswerten Rechtseinheitlichkeit im Familienrecht und Personenstandsrecht wird Islamverteidigern wie der in Wilhelmshaven geborenen Bremer Turkologin und einstigen Mitarbeiterin der Essener Migrationspädagogin Ursula Boos-Nünning („arrangierte Ehen sind keine Zwangsehen. Die sind nicht unterdrückt!“) zur „diskussionswürdigen“ Meinungsverschiedenheit.

Obwohl auf einer höheren („wohlverstandenen, positiven“) Ebene dann doch wieder der beglückender Konsens (iǧmāʿ) herrscht („Ach ja, islamisches Heiratsalter, Polygamie, Geschlechtertrennung und Mädchenverschleierung. Nett, dass wir darüber geredet haben“), verdient die drohende Herrschaft der durchgesetzten Rechtsspaltung einen meta-monotheistischen, „abrahamischen“ Namen: »dār al-iḫtilāf« (Haus der Differenz). Schenkt man der Encyclopædia Britannica Glauben, kann die Gottheit der Multikultur zufrieden sein:

„Such diversity is permissible as long as the basic principles of Islām are not affected (33)“. Schließlich ist ‚ikhtilaf (diversity)‘ ein Naturphänomen (34)“. Auf der englischen Seite The Radical Middle Way (TRMW) wird für eine Missionsveranstaltung in London im November 2008 geworben, der Kairoer Aktivist Ustadh Moez Massoud erkundet den Multikulturalismus spirituell: „Die Kraft der Vielfalt. The Power of diversity“ (35).

Wolfgang Huber sagte am 26.05.2005 (in: »Unvereinbare Gegensätze? Scharia und säkulares Recht«) zum Recht auf Religionsfreiheit, zur Religionsneutralität des Staates und zur Forderung nach der Berücksichtigung von Grundsätzen und rechtlichen Regelungen der Scharia: „Den Dialog zwischen Christen und Muslimen sollten wir … führen – gemeinsam verpflichtet auf ein gewaltfreies Zusammenleben und auf die Wahrung des Rechts. … Es gibt ein Recht auf Unterschiede, aber es gibt kein unterschiedliches Recht. Ein Staat, der grundlegende Freiheiten für alle seine Bürger garantieren will, kann es nicht hinnehmen, wenn eine religiöse Gruppe danach strebt, eigenes Recht zu etablieren und verbindlich zu machen (36).“

Der in den USA lehrende Professor für Religionswissenschaften, Abdulaziz Sachedina, wurde in Tansania als Sohn indischer Muslime geboren. Sachedina studierte Scharia in Amman (Jordanien), lernte an der schariatreuen, 1875 gegründeten Aligarh Muslim University im Staat Uttar Pradesh (Indien) (37) und war im Iran Student beim sanften Islamisten Ali Schariati (ʿAlī Šarīʿatī). Im Jahre 2002 verbrachte Sachedina wiederum acht Monate in der Diktatur Iran, wie er im gemäßigt terroristischen Ikhwanweb veröffentlichen lässt (38). Die Muslime, meint Schariati-Schüler Sachedine, können dem Rest der Welt zeigen, wer die freiheitliche Demokratie erfunden hat: The Islamic Roots of Democratic Pluralizm (39).

Den heutigen europäischen Islamlobbyisten mag die vielleicht missverstandene Empfehlung des britischen Oberrabbiners Sir Jonathan Sacks nützlich scheinen: »The Dignity of Difference: How to Avoid the Clash of Civilizations. Baron Sacks ist Life Peer im House of Lords, Vorsitzender (Av Beth Din) im Rabbinatsgericht LBD (London Beth Din, North Finchley, London), Rabbi einer Londoner Synagogengemeinde, Chief Rabbi des United Kingdom and Commonwealth und hat einen permanenten Sitz im fünfzehnköpfigen, vierteljährlich zusammentretenden »Chief Rabbi’s Cabinet«, das beispielsweise über Angelegenheiten der Erziehung, des Verhältnisses zu Israel oder zum Beth Din berät. Der Anspruch auf geheiligte Rechtsspaltung ist von dem eines Schariagerichts nicht so sehr verschieden:

„Im Jüdischen Gesetz ist es jüdischen Parteien untersagt, ihre zivilrechtlichen Streitsachen an einem säkularen Gerichtshof auszutragen, ihnen ist auferlegt, diese Streite von einem Beth Din beurteilen zu lassen. In Jewish Law, Jewish parties are forbidden to take their civil disputes to a secular court and are required to have those disputes adjudicated by a Beth Din (40)“, ein ehrbar geschichtsbewusstes Ansinnen, das die auf Rechtssicherheit und Rechtseinheitlichkeit gründende kulturelle Moderne selbstverständlich höflich abzulehnen hat. One Law For All, die Staatsbürger mit jüdischer oder muslimischer Abstammung beziehungsweise Identität stehen nicht unter dem Naturschutz selbst gewählter Fremdheit.

Der Inselstaat Großbritannien, Großrabbi Sacks nennt es „die Würde der Differenz“, hat sich gefährlich weit in den Bereich der Toleranz gegenüber dem religiös begründeten Sonderrecht vorgewagt – manch ein jüdisches Religionsgericht versagte der trennungswilligen Frau bereits die Scheidung (41). Inzwischen kombiniert der vorsichtig säkulare britische Staat das gottesrechtlich begründete Trennungsverhindern mit einem Bußgeld. Das jüdische Recht im säkularen (freiheitlichen) Staat ist ein Trittstein der familienrechtlichen Scharia und damit der Islamisierung Europas. Großbritannien, Israel und Griechenland haben die für ihre „muslimischen Bürger“ geltende Scharia ganz abzuschaffen.

Zu den Milieus und Organisationen der Außendarstellung des Gefüges der schariatisch zu verschmelzenden Blöcke (Rechtsschulen) ließe sich, betrachtet man nicht die Bruchlinien, sondern die allahzentrierten Herrschafts- und Gefolgschaftsverhältnisse, auch von einer Islamisierung des Toleranzbegriffs sprechen. Islamintern braucht man den Anhänger von taṣauwuf (ṣūfīya), Alevitentum oder Dawoodi Bohra, vielleicht, nicht der ridda (Islamapostasie) zu bezichtigen, und im christlich-islamischen Dialog kämpfen alle Beteiligten bereits seit Längerem für ein eher realitätsfernes Verschmelzen der Begriffe Islam und Toleranz.

Ursula Mıhçıyazgan (Ringvorlesung »Religiöse Differenz als Chance?«, Uni Hamburg 2006 / 2007) rechtfertigt den in der Tat drohenden Zerfall der offenen Gesellschaft in voneinander abgeschottete Glaubensnationen und endet in einer Anrufung der allen gemeinsamen Gottheit, die mit derjenigen des orthodoxen Islām kompatibel sei: „Ein gemeinsames ‚Wir‘ kann aus der Anerkennung einer Alterität, von der die unterschiedlichen Imperative unseres Handelns ausgehen, entwickelt werden. Und in dieser These ist eine positive Antwort auf die Frage, ob wir religiöse Differenz als Chance begreifen können, enthalten: Wir können Einheit in der Vielfalt denken, nämlich dann, wenn wir uns von einer planetischen, jenseitigen Alterität her denken, der wir alle unsere Existenz verdanken (42).“ Schariapolitikerin Ursula Mıhçıyazgan führt aus: „Die Anerkennung der Andersheit: … Die Andersheit des Anderen [zu] verstehen und an[zu]erkennen [als] eine notwendige Voraussetzung für ein friedlicheres Miteinander in der Weltgesellschaft“, sie droht uns also wie nebenbei mit kriegsähnlichen Szenarien im Falle fortgesetzter Kritik am orthodoxen Islam.

Frau Karakaşoğlu, die am 18.12.2006 im Rahmen der genannten Hamburger Ringvorlesung (»Religiöse Differenz als Chance?«, ebenso bei der gleichnamigen Ringvorlesung in Bremen am 22.01.2007) sprechen durfte, betreibt die Islamisierung der „Alterität“ (Mıhçıyazgan) im Bereich der bundesdeutschen Pädagogik und Sozialpädagogik und zeigt sich von jedem schariakompatiblen Konzept der Würde des Anders-Seins begeistert. Das gefällt auch unseren Politikern, denn wenn endlich jeder muslimische Fundamentalist unverändert bleiben darf, ist auch die Sache mit der verflixten Integration gelungen.

Künftigen Frieden in Deutschland und Europa, so lehrt man in der Bremer Erziehungswissenschaft, würden wir einer wohlverstandenen Differenz verdanken. Und wahrhaftig, Allahgott macht den Unterschied.

Jacques Auvergne

(1) Interculturalism vs Multiculturalism

http://en.wikipedia.org/wiki/Interculturalism

(2) In: Melzer, Wolfgang; Tippelt, Rudolf (Hg.): Kulturen der Bildung. Beiträge zum 21. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Eine Sammlung der Redebeiträge der DGfE (Dresden 2009), auf Seite 177-196 die pädagogisch-professionelle Islambeschönigung der Yasemin Karakaşoğlu. Bei: Budrich, Opladen 2009

http://www.amazon.de/Kulturen-Bildung-Deutschen-Gesellschaft-Erziehungswissenschaft/dp/3866492308

Das Buch wird von der bpb gelistet, der Bundeszentrale für politische Bildung. So macht man das

http://www1.bpb.de/themen/WH3Y47,0,0,Literaturliste.html

(3) Religiosität und religiöse Erziehung. Einstellungen von Mädchen und jungen Frauen türkisch-muslimischer Herkunft. Vortrag von Yasemin Karakaşoğlu, Universität Bremen, am 22.01.07 im Rahmen der Ringvorlesung „Religiöse Differenz als Chance?“. Vortragsort: Interdisziplinäres Zentrum Weltreligionen im Dialog (ZWiD). ZWiD: Direktor Wolfram Weiße, Stellvertretender Direktor Ulrich Dehn, Koordinatorin Dorothea Grießbach. Das ZWiD strebt den Aufbau einer schariakompatiblen Akademie der Weltreligionen an. Universität Hamburg

http://www.zwid.uni-hamburg.de/cosmea/core/corebase/mediabase/awr/Dokumente/Ringvorlesung_0607/Karakasoglu_Ringvorl_Dialog.pdf

ZWiD-Dunstkreis:

Demokratisiert das Zentrum Moderner Orient (ZMO, um die ZMO-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Freitag) die extremistische, am Aufbau eines Kalifats interessierte deutsche Millî Görüş (IGMG)?

Dr. Schirin Amir-Moazami, Viadrina-Universität Frankfurt/Oder »“Vorbotinnen eines ‚Euro-Islam'“? Muslimische Frauen in der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs«

http://www.zmo.de/muslime_in_europa/teilprojekte/tp5.html

Betreffend Konrad Adenauer, Gerhard von Mende, Said Ramadan, Mohammed Mahdi Akef, Ghaleb Himmat. Von: Hartmut Kistenfeger, Markus Krischer und Göran Schattauer: »Es begann in München. Wie die Muslimbruderschaft eine Moschee als Brückenkopf für ihre radikale Ideologie aufbaute«

http://www.focus.de/politik/deutschland/islam-es-begann-in-muenchen_aid_215889.html

Betreffend Gerhard von Mende, Nurredin Namangani, Youssef Nada. Von: Ian Johnson: Ex-Nazis Spark Radical Islam (The Wall Street Online, 12.07.2005)

http://www.moralgroup.com/NewsItems/Islam/p20.htm

Der Kopftuchdschihad der Yasemin Karakaşoğlu (»Frauen mit Kopftuch in Deutschland. Symbol der Religiosität, Zeichen von Unterdrückung, Ausdruck neuer Identitäten?«) nutzt den „Feminismus“ des Dunstkreises der Muslimbruderschaft und das „Menschenrechtsverständnis“ der Verteidiger des iranischen Theofaschismus. Am 28.06.2005, bei: Bundeszentrale für politische Bildung. Stellt sich die Frage: Wie doof ist die bpb?

„Muslimische Feministinnen (z.B. Rabia Müller, Sabiha al-Zayat, Hamideh Mohagheghi) setzen sich für die Selbstbestimmung der Frau auch im Hinblick auf das Kopftuchtragen ein. Auch wenn für sie selbst das Bedeckungsgebot des Islam außer Zweifel steht, kritisieren sie den elterlich oder gesellschaftlich ausgeübten Zwang in religiösen Angelegenheiten mit Argumenten, die sie ebenfalls dem Koran entnehmen, wie etwa dem Ausspruch „Es gibt keinen Zwang in der Religion“. … Ihr Ansatz ist eine Neu-Interpretation der religiösen Textgrundlagen aus Koran und Sunna, die der Intention des Islam, Frau und Mann als gleichwertige Wesen vor Gott zu sehen, gerecht wird.“ …
„Auch Vertreterinnen eines liberalen Umgangs mit dem Kopftuch gibt es sowohl unter muslimischen wie auch nicht-muslimischen Frauen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Während die Unterzeichnerinnen des Aufrufes von Marieluise Beck „Wider eine Lex Kopftuch“ dazu gehören, kann als prominenteste Vertreterin der Argumentation, dass die Frauen selbst entscheiden sollten, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht, die iranische Menschenrechtlerin Shirin Ebadi angeführt werden. Diese Position setzt sich nicht ‚für ein Kopftuchgebot‘ ein sondern gegen eine staatliche Intervention in die Kleidungspräferenzen der Individuen. Ihrer Meinung nach führt ein Verbot ebenso wie ein Zwangsgebot des Kopftuches zu dessen symbolischer und politischer Aufladung als Zeichen der Ausgrenzung.“

Allahgottes iranische Feministin Shirin Ebadi macht es richtig, sagt Karakaşoğlu, mehr Liberalität für das spontan gewünschte Tschadortragen.

http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=V1NOYB

(4) Bertrams: Scharia ist verfassungswidrig

http://www.epd.de/west/west_index_67813.html

(5) Scharia kritisieren geht gar nicht. Herabwürdigung des Islams durch Landesverfassungsrichter NRW: „Sehr geehrte Frau Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter“

http://www.ramsa-deutschland.org/?q=node/304

RaMSA nennt die gegenmoderne Gehorsamsdoktrin der Schariawissenschaft wissenschaftlich unwiderlegt und distanziert sich vom Wissenschaftler Kalisch

http://www.ramsa-deutschland.org/?q=kalisch

Die gastfreie Adenauerallee 13 beherbergt das Büro dieses im November 2007 in Bonn gegründeten »RaMSA«, des »Rates muslimischer Studierender und Akademiker«

http://www.ramsa-deutschland.org/

In die Adenauerallee 13 lädt 2009 die dem Rechtsanwalt und Konvertiten Yahya Martin Heising (Rechtsanwaltskanzlei Adenauerallee 13) nahe stehende Islamische Hochschulvereinigung Bonn (IHV Bonn) zum interkulturellen Fastenbrechen ein, ausgerechnet am 11. September (9/11).

http://www.ihv-bonn.de/?q=oldevents

Fawzi Dzilbar (RAMAN. Kurdischer Studentenverein in Bonn, http://www.raman.uni-bonn.de/) sitzt mit Saloua Mohammad und den JuSos (JungsozialistInnen in Bonn) im Bündnis »Gemeinsam in Bonn«. Yasin Alder lässt in der Adenauerallee 13 den zu „der Identitätsfrage“ und „der Integrationsfrage tüftelnden »Rat der muslimischen Studenten und Akademiker« wohnen.

http://www.ihv-bonn.de/?q=node/3

(6) Islamkonfliktfachanwalt Yahya Martin Heising

http://www.muslimeandeutschenschulen.de/recht_schwimmunterricht.php

(7) Holyoake, 1817-1906, Autor, Beeinflusser der britischen Arbeiterbewegung und Genossenschaftsewegung, Erfinder des Begriffs Säkularismus. Der Atheist oder Agnostiker verbüßte eine sechsmonatige Gefängnisstrafe wegen Blasphemie (!)

http://de.wikipedia.org/wiki/George_Jacob_Holyoake

(8) M. J., schwedischer Aktivist für Islamverweigerung: »Islam och Islamistövervakaren«

http://theislamophobeinternational.blogspot.com/

Aktiver Islamkritiker: Hans C. Petterson: »Jihad i Malmö«

http://jihadimalmo.blogspot.com/

(9) Islamischer Religionsunterricht in Berlin: Islamische Föderation Berlin, Ghulam Totakhyl, Nail Dural (1979), Burhan Kesici. »Das Kreuz mit dem Halbmond. « Von: Anne Françoise Weber, 01.03.2001

„Die vom Verfassungsschutz beobachtete Milli Görüs steht der in der Türkei verbotenen islamistischen Wohlfahrtspartei nahe. In einem vom Verfassungsschutz (VS) zitierten Papier wird das »An-die-Macht-Bringen des islamischen Rechts« als »größtes Ziel und größte Aufgabe« beschrieben. Auch die Islamische Föderation steht seit einigen Wochen unter Beobachtung des Berliner Verfassungsschutzes. Dieser verfügt zwar über eine »Reihe von Erkenntnissen, die eine Beobachtung notwendig machen« – doch den Einzug der Islamisten in die Klassenräume dürfte auch er nicht verhindern können: Bis zum Herbst jedenfalls, wenn die Islamische Föderation in fünf Schulen mit ihrem Islam-Unterricht beginnen will, sei nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, so ein VS-Mitarbeiter.“

http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/10/09a.htm

Die repressiven Scharianormen als typisch pubertärer Protest, romantische oder idealistische Jugendkultur, Selbsterfahrung oder „kreative Suche nach Zugehörigkeit“?

http://www.ard.de/zukunft/kinder-sind-zukunft/kinder-sind-hellwach/integration-von-migranten/-/id=520626/nid=520626/did=548760/lkdi9m/index.html

(10) Andrea Brandt, Cordula Mayer: »Nächtliche Gebete«

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-49626800.html

(11) Rebecca Brohm: »Erziehung im Islam«

http://www.grin.com/e-book/112322/erziehung-im-islam

(12) Schulhof-Schimpfworte multikultureller Postmoderne: Christ, Schweinefresser! Aus: »Wrangelkiez – die Banlieue von Berlin?«, von: Christian Schwägerl und Leonie Wild

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EB807AE03CB044415B437739B66918374~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(13) „Schulleiter Dietmar Pagel von der Hector-Peterson-Oberschule in Kreuzberg ist einer, der das Gespräch mit seinen Schülern sucht. Aber immer häufiger haben er und seine Kollegen das Gefühl, gegen Mauern zu laufen. … Seine Schüler, klagt Pagel, erreiche er nicht mehr. „Wenn ich argumentiere, dass das Kopftuch in der Türkei weniger als bei uns getragen wird, sagen sie mir: ‚Deshalb sind wir ja nach Deutschland gekommen, damit wir hier unsere Religion richtig leben können.'“ Und manchmal geben sie ihm auch einfach zu verstehen, dass er als Nicht-Muslim der Falsche sei, um über solche Themen zu reden.“ (aus: Andrea Brandt, Cordula Mayer: »Nächtliche Gebete«)

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-49626800.html

(14) Bundesjugendkuratorium (BJK)

http://www.bundesjugendkuratorium.de/mitglieder.html

Muslimische Akademie

http://www.muslimische-akademie.de/kuratorium.htm

Bundesjugendkuratorium. BJK-Vorsitzende ist die Bonner Theologin Dr. Claudia-Lücking Michel, mit mehr als 70 Damen, darunter Dr. Sonja Sailer-Pfister (Katholisches Stadtdekanat Köln)

http://www.agenda-theologinnen-forum.de/

Sailer-Pfister. Mit Ayyub Axel Köhler im Kölner Rat der Religionen

http://www.stadt-koeln.de/2/integration/rat-der-religionen/00482/

Sailer-Pfister im Kampf gegen Islamophobie. „Um Konflikten vorzubeugen, gibt es seit 2006 in Köln zweimal im Jahr einen Runden Tisch, den »Rat der Religionen« … Vorbild sei dabei ein Modell aus der Partnerstadt Liverpool. Theologische Diskussionen würden nicht geführt, dafür wolle man aber über alle wichtigen Alltagsthemen im Gespräch bleiben und über die Besonderheiten der Gruppierungen informieren. … In Planung befinden sich ein Kölner Buch der Religion und ein gemeinsamer Tag der Religion 2009. Auch eine Erklärung gegen Islamophobie möchte man gemeinsam entwerfen, so Sailer-Pfister. „Wir wollen die Ängste der Leute aufgreifen.“ Quelle: Dekade gegen Gewalt (DOV, Decade to Overcome Violence), Ökumenischer Rat der Kirchen (World Council of Churches), Genève / Genf

http://gewaltueberwinden.org/de/news-events/nachrichten/dov-nachrichten/article/5996/friedlicher-spielplatz-d.html

auf französisch

http://vaincrelaviolence.org/fr/nouvelles-et-agenda/nouvelles/nouvelles-dov/article/5996/les-religions-sunissent.html

BJK, 2006, Adresse Rheinweg 6, 53113 Bonn, damalige Vorsitzende war Ingrid Mielenz, Stellvertreter Gaby Hagmanns und Richard Münchmeier. Das BJK (Fußnote 6 und 27) zieht die Freundin der arrangierten Ehe Ursula Boos-Nünning, heran, die mit Kopftuchverteidigerin Yasemin Karakaşoğlu, Yasemin das beim BJK beliebte multikulturalistische „Viele Welten leben“ produzierte. Auch zu „Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und Sport“ (Fußnote 6) arbeiteten Boos-Nünning und Karakaşoğlu (in: Wolf-Dietrich Brettschneider , Werner Schmidt, Ilse Hartmann-Tews (Hg.): Erster Kinder- und Jugendsportbericht. Schorndorf 2003, 319-338). 2006 also ordnete das BJK an: »Die Zukunft der Städte ist multiethnisch und interkulturell« und führt zur Koranpolitik und Schariatisierung aus: „Als das Zusammenleben und damit die Integration beeinträchtigend, sieht das Bundesjugendkuratorium das zunehmende Misstrauen, die Intoleranz und den Generalverdacht des Fundamentalismus und Terrorismus an, wie sie gegenüber jungen Musliminnen und Muslimen und gegenüber dem Islam an sich geäußert werden. So entsteht eine Atmosphäre der Ausgrenzung und der Diskriminierung, die einen Assimilationsdruck auf Migrantinnen und Migranten erzeugt, der bestehende Integrationsbemühungen konterkariert und den interkulturellen Diskurs behindert.“ (pdf)

http://www.bundesjugendkuratorium.de/pdf/2002-2005/bjk_2005_stellungnahme_migration_integration_jugendhilfe.pdf

(15) Totakhyl und Özdogan, Islamrat, Bonn 2000

http://www.welt.de/print-welt/article512721/Muslime_hoffen_auf_neuen_Lehrstuhl_in_Bonn.html

(16) Aslan, hier Adnan Aslan. Sonst Ednan Aslan. Biographie des Diplom-Sozialpädagogen (FH, Esslingen 1988) und Politologen-Pädagogen (M.A., Tübingen und Stuttgart 1992, Abschlussarbeit: Islam und Demokratie). Aslan denkt den Islamischen Religionsunterricht (IRU) seit 1994, etwa die Entwicklung der Lehrpläne für den IRU betreffend, Materialien und Didaktik, Aus- und Fortbildung der LehrerInnen

http://adnan-aslan.com/seiten/biografie_german.htm

(17) Delacroix 1830

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Freiheit_f%C3%BChrt_das_Volk

(18) Ellwangen, Peutinger-Gymnasium. Ethik, Zehnte Klasse. Islam

http://www.peutinger-gymnasium.de/html/wie/schulcurriculum/klasse10-ethik.html

(19) Vorschrift aus Ellwangen: Los, 13-14-jähriger Katholik, begründe deine Nähe zum Islam!

http://www.peutinger-gymnasium.de/html/wie/schulcurriculum/klasse8-religion_rk.html

(20) Kilinç, Bremen, in: taz: Wer darf wem die Hand abhacken?

http://www.taz.de/regional/nord/bremen/artikel/?dig=2008/12/13/a0036&cHash=e16af01ec7

(21) Manfred Spieß: Islamkunde an Bremens Schulen. Modellprojekt vor dem Anfang

http://www.die-bruecke.uni-bremen.de/artikel/artikel11.htm

(22) Ohne rot zu werden: „Vielleicht ist das so, weil die Religion in der westlichen Welt das Alltagsleben nicht mehr bestimmt, während der Islam das Leben ist. Die Muslime ziehen keine Trennung zwischen weltlich und heilig.“ – genau, man sagt Totalitarismus.

http://www.schurabremen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=52&Itemid=67

(23) Canan Kalaç. „Zur Zeit ist sie Religionslehrerin für Islam an einer Privatschule in Köln. Mitglied ist sie im unter anderem im Arbeitskreis für Religionspädagogik (AfR), Religions for Peace (WCRP), Europe United – The European Party, Integrationsrat in Göttingen, sowie stellvertretende Vorsitzende beim Arbeitskreis Interreligiöse Verständigung und Zusammenarbeit, Wien.“

http://diegesellschafter.de/tagebuch/eintrag.php?eid=682&z1=1262455340&z2=fc2be8ffcab74e3d10ede790739e164c&

(24) Netzwerk Bildung und Religion (Köln)

http://www.netzwerk-bildung-religion.de/index.php/satzung

(25) SPIEGEL-online am 29.09.2009 zum Gebetsraumurteil Diesterweg-Gymnasium

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,652098,00.html

(26) Petition gegen das Berliner Gebetsraumurteil

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/23/150/

(27) Elham Manea, zitiert von Mathias Tanner

http://www.religion.ch/web/politik/137-die-scharia-ihre-anwendung-und-ihre-vereinbarkeit-mit-den-menschenrechten

(28) Politikwissenschaftlerin Elham Manea warnt vor dem „Rechtspluralismus“ des Sozialanthropologen Christian Giordano

http://www.humanrights.ch/home/upload/pdf/090318_Manea.pdf

(29) Sieht keine Anzeichen für eine Islamophobie in Deutschland: Mina Ahadi

http://www.ex-muslime.de/indexAktuell.html

(30) Allahzentrischer juristischer Dissens (iḫtilāf). Bei den weiblichen Islamverherrlichern und Schariafreundinnen der „Sisters in Islam“ veröffentlicht Mohammad Hashim Kamali zum iḫtilāf-Begriff: »The Scope of Diversity and Ikhtilaf«.

Professor Kamali lehrt am International Institute of Islamic Thought and Civilisation (ISTAC) an der International Islamic University (Malaysia). Auszug aus einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1998 (Pakistan).

http://www.sistersinislam.org.my/BM/baraza/hashim%20kamali.pdf

(31) Our ikhtilaf (diversity-conscious) approach

http://www.muslimyouthcamp.org/myc_faq.php

(32) Pakistan. Ikhtilaf. Gender-sensitive understanding of Islam and Islamic laws. Auch im Umfeld der islamisch-revolutionären Sisters in Islam (Kuala Lumpur) zitiert man die Schariafeministin Amina Wadud (she stresses the distinction between shariah and fiqh)

http://www.thesouthasian.org/archives/2009/wantedequality_and_justice_in.html

vgl.: »Ikhtilaf al-Fuqaha: Diversity Fiqh as a Social Construction« von Muhammad Khalid Masoud („social change“), der das islamische Familienrecht reformieren möchte, korantreu, versteht sich. Bei den Sisters in Islam (SiS Forum Malaysia), »Musawah. For Equality in the Family«

http://www.musawah.org/docs/pubs/wanted/Wanted-MKM-Summary.pdf

Der Islam ist die Lösung. SiS: We hold the principles of Islam to be a source of justice, equality, fairness and dignity for all human beings … Islam embodies equality, justice, love, compassion and mutual respect between all human beings, and these values provide us with a path towards change … There is a distinction between Shari’ah, the revealed way, and fiqh, the science of Islamic jurisprudence [analog: Amina Wadud]

http://www.musawah.org/framework_action.asp

(33) Ikhtilāf (Arabic: “disagreement”) in Islām. Such diversity is permissible …

http://www.britannica.com/EBchecked/topic/282602/ikhtilaf

(34) Ikhtilaf (diversity) is a recurring theme in the Quran and widely recognised in Islamic tradition as a natural phenomenon

http://thestar.com.my/news/story.asp?file=/2008/11/2/focus/2439240&sec=focus

(35) Ustadh Moez Masoud (Kairo) am 20.11.2008 zu Gast in London. A Spiritual Exploration of Multiculturalism: „The Power of diversity“

http://www.radicalmiddleway.co.uk/videos.php?id=1&art=29

(36) Huber (2005, Kirchentag, Hannover) zur Scharia: „Es gibt ein Recht auf Unterschiede, aber es gibt kein unterschiedliches Recht. Ein Staat, der grundlegende Freiheiten für alle seine Bürger garantieren will, kann es nicht hinnehmen, wenn eine religiöse Gruppe danach strebt, eigenes Recht zu etablieren und verbindlich zu machen.“

http://www.ekd.de/vortraege/huber_scharia_und_saekulares_recht.html

(37) Aligarh Muslim University, Indien: “A college in tune with the British education system but without compromising its Islamic values”

http://wapedia.mobi/en/Aligarh_Muslim_University

(38) Sachedina weilte 2002 im allahgöttlichen Faschismus in Teheran, sagt er bei den Muslimbrüdern

http://www.ikhwanweb.com/article.php?id=839&ref=search.php

Sachedina studierte im Iran bei Ali Schariati (ʿAlī Šarīʿatī) und in Indien, lernte Scharia in Amman (Jordanien) und ist jetzt Professor für Religious Studies an der University of Virginia, Charlottesville (USA). Forscht zu islamrechtlichen Bezügen zur Bioethik (8/95 „Justifications for Violence in Islam.“) und schweigt zur FGM. Experte für den Mahdi-Kult, keine Silbe gegen Ahmadinedschad. Spricht und liest Gujarati (Muttersprache), Swahili, Arabisch, Persisch, Urdu, Hindi und Englisch, daneben etwas Französisch und Deutsch. Interessiert sich für muslimisch-jüdische und muslimisch-christliche Beziehungen (6/95 „Islamic Theology for Interfaith Relations in 21st Century: Where shall We Begin?“ Muslim-Christian Relations: Prospects in the Twenty First Century). Der Professor für Dhimmitude, Wali Mudschbir und schafiitische FGM gilt als Fundamentalismus- und Extremismusforscher.

http://www.ikhwanweb.com/article.php?id=15950&ref=search.php

Ferdowsi University of Mashad, Iran. Hier lehrte Ali Schariati, ein Student hieß Abdulaziz Sachedina

http://wapedia.mobi/en/Ferdowsi_University_of_Mashad

(39) The Islamic Roots of Democratic Pluralism, von: Abdulaziz Sachedina, bei: Oxford University Press

http://www.amazon.de/gp/reader/0195139917

(40) London Beth Din (LBD), 735 High Road, London N12 0US

http://www.come-and-hear.com/editor/beth-din-london/index.html

Ein Koscher-Zertifikat der London Beth Din Kashrut Division (LBDKD), High Road, London, ausgestellt für ein Pektin. Pektin wurde im Jahre 1790 vom französischen Chemiker und Apotheker Louis-Nicolas Vauquelin (er entdeckte 1797 das Chrom, 1798 Beryllium) in Fruchtsäften aufgefunden, sind rein pflanzliche Geliermittel, die, dem Algenprodukt Agar-Agar ähnelnd, heute zur Produktion von Marmeladen und Süßspeisen, aber auch zur Herstellung von Shampoos und Kosmetika eingesetzt werden. für angehende Paradiesbewohner jeder Religion bzw. Ex-Religion … mit oder ohne religionsgerichtlichem Zertifikat. Stellt sich die Kasche: Woher konnten die Religionsgründer wissen, dass 1790 das Pektin entdeckt werden würde, wie hebräisch oder ur-islamisch sind also Pektinzertifikate? Auf jede Frage gibt es eine Antwort, Auf a Kasche is a Teritz (bzw. fatwā).

http://www.herbstreith-fox.de/fileadmin/tmpl/pdf/qualitaet/Kosher_Zertifikat09_Herbafood_e.pdf

was koscher (hebräisch kascher, jiddisch kuscher) ist, ist oft gleich auch noch ḥalāl

http://www.herbstreith-fox.de/fileadmin/tmpl/images/zertifikate/Halal_Zertifikat.pdf

Halalzertifikat vom 26.08.2009, ausgestellt von HALAL CONTROL, Kobaltstraße 2-4, 65428 Rüsselsheim) signieren die Herren „DI Mahmoud M. Tatari [Ṭaṭarī], General Manager“ und „Prof. Dr. Muhammad Hassan Hitou [Hītū], Director Board of Scholars, Islamologist, IC“. Islamologie erinnert ein wenig an Zaidan (s.u.)? „HALAL CONTROL, Our standards, your assurance“, Islam ist sehr praktisch, irgendjemand hat dem Muslim immer schon ein Stück voraus gedacht, sagt ihm, wo es lang geht (standards) und garantiere dem Endverbraucher die „Sicherheit, Versicherung“ (assurance) im Diesseits und Jenseits. Sakrales Zwangshandeln, Einschüchterungsmechanik, Berufsstand der Tugendkontrolleure: „Offiziell anerkannt durch das HDC/JAKIM (Malaysia), LP-POM MUI Indonesien (Majlis Ulama Indonesia), HASCI/HAFSOT Halal Science Center/Institute for Halal Food Standard of Thailand“. Das Zertifikat wird nicht kostenlos gewesen sein, wir dürfen uns an den Ablasshandel erinnert fühlen

http://www.halalcontrol.de/

Dr. Eduardo Garcia, Milchprodukte GARMO, Hauptsponsor der Stuttgarter Kickers, lässt bei HALAL CONTROL zertifizieren: „Bereits seit über 30 Jahren stellen wir Käse und andere Milchprodukte für die islamische Bevölkerung in Westeuropa als auch für Länder des Nahen und Mittleren Ostens her. Seit dem Jahre 2006 sind nun alle Produktionswerke von einem anerkannten Institut gemäß den neuesten Halal Richtlinien MS 1500:2004 zertifiziert. Damit wird beurkundet, dass alle unsere Produkte mit den islamischen Grundsätzen in vollem Einklang stehen … Halal Control ist das bisher einzige akkreditierte und spezialisierte Unternehmen in Deutschland für qualitätsorientierte Helal-Zertifizierung nach islamischen Normen. Alle Herstellungsprozesse in den Produktionswerken wurden von Halal Control e. K. als vertrauenswürdig und unbedenklich hinsichtlich der islamischen Grundsätze eingestuft.“ War da was mit Menschenrechten unter der Scharia oder dem Frauenbild der Majlis Ulama? Es lebe die Speisediät der kulturrassistischen Apartheid. Islamisierung der Nahrungsmittelindustrie.

http://www.garmo.de/

GARMO, Marke GAZi. Zertifikat vom 07.09.2006, gültig bis zum 08.09.2007, Halal Control (Eisenstraße 51, 65428 Rüsselsheim). Wieder unterzeichnen die Herren Tatari und Hitou („Islamologist“), doch obenan ein anderer Name: „Dir. Prof. Mag. Amir Zaidan, Islamologist“. Zaidan studierte (vierjähriges Fernstudium) am französischen IESH (Institut Européen des Sciences Humaines, radikalislamisches Bildungszentrum, der Muslimbruderschaft und dem ECFR um Yūsuf al-Qaraḍāwī zuzurechnen, gelegen in Château-Chinon, Nièvre, Burgund) Schariarecht und uṣūlu d-dīn (Grundlagen des Glaubens), war Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) und arbeitet jetzt am Islamischen Religionspädagogischen Institut (IRPI) der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Zaidan unterschrieb die diskriminierende schulpolitische »Kamel-Fatwa«. Kein Problem für GARMO, GAZi und die Stuttgarter Kickers, dafür „in Übereinstimmung mit dem Islamischen Recht, in compliance with the Islamic Law“. Und jedes Jahr neu zu beantragen (kaufen), das sind heilssichernde Geldströme und Arbeitsplätze, die wie nebenbei Europa dem sittlich wertvollen Staatswesen (Kalifat) anähneln

http://www.garmo.de/Bilder/HC-070906-080907-C3010801900-GARMO.pdf

Direktur Pusat Studi Islam Frankfurt, Jerman, Prof. Dr. Muhammad Hassan Hitou mengharapkan Ma`had (Pusat Pendidikan) Al-Quran Pondok Pesantren Darul Muzari`in Al-Islamiyah, Pandeglang, Banten

http://masdulido.web.id/?p=12

http://www.eramuslim.com/berita/nasional/ma-039-had-al-quran-pandeglang-menjadi-yang-terbesar-asia-tenggara.htm

Zaidan. Maria, Kommentar 12, weiß, dass Zaidan ein zweijähriges Studium auf arabisch im Fachbereich „tafsīr und ʿulūmu l-qurʾān“ an der JAMIA NIZAMIA, der Ǧamiʿa-Niẓāmiyya-Universität im indischen Hyderabad mit dem Abschluß M. A. absolviert habe

http://blog.zeit.de/joerglau/2007/03/27/405_405/comment-page-2

Jörg Lau, 22.03.2007: Der Autor der Kamel-Fatwa als Ausbilder islamischer Religionslehrer in Deutschland?

http://blog.zeit.de/joerglau/2007/03/27/405_405

JAMIA NIZAMIA (Ǧamiʿa Niẓāmiyya), State: Āndhra Pradēś, India

http://www.jamianizamia.org/

Hitou. Zaidan (Wiki) habe bei ihm im „Internationalen Zentrum für islamische Wissenschaften e. V.“ studiert. Telefonbuch: „Internationales Zentrum für Islamische Wissenschaften e. V., Dr. Hitou, Straße: Frau Nauses , Ort: Groß-Umstadt“

http://www.dasoertliche.de/Themen/Vw/Gro%C3%9F–Umstadt.html

Jüdische Speisegesetze. Zur unter Juden unterschiedlich perfekt gelebten Trennung von Milch- und Fleischprodukten (Kühlschrank, Geschirr, Besteck, Spülwasser) beruft man sich auf das 2. Buch Mose, Exodus 23,19

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Speisegesetze

Koschern auf gut militärisch, nicht nur sauber, sondern rein. Die soldatischen Servierwagen sind markiert: Milchiges blau, Fleischiges rot. Abraham und Moses werden statt des Gasbrenners allerdings auf die gute alte Wurzelbürste zurückgegriffen haben

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/9/9a/Koschern.JPG

Louis-Nicolas Vauquelin (1763-1829). Chemiker und Apotheker aus Saint-André-d’Hébertot in der Normandie, Pionier der Messverfahren und Mineraloge, Hochschullehrer und Parlamentarier, Entdecker von Chrom, Beryllium und vom makromolekularen, gleichwohl leicht löslichen (Gel bildenden) Polysaccharid Pektin

http://fr.wikipedia.org/wiki/Louis-Nicolas_Vauquelin

(41) Jewish Divorce Act. Jetzt Jahwe-göttliche Eherettung plus säkulares Bußgeld. Ein Trittstein für die familienrechtliche Scharia

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19078/1.html

(42) Ursula Mıhçıyazgan: Anerkennung der Andersheit und Einheit in der Vielfalt (Uni Hamburg, 11.12.2006)

http://www.zwid.uni-hamburg.de/cosmea/core/corebase/mediabase/awr/Dokumente/Ringvorlesung_0607/Vortrag_Mihciyazgan.pdf

(43) Antwerpen, EcoHuis, 29.05.2007. hoofddoekjihâd, Kopftuchdschihad. Aktionsgruppe Baas Over Eigen Hoofd (BOEH). De bekeerde Belgische Nadia las een brief voor aan de burgemeester.

http://www.indymedia.be/en/node/10939

BOEH „Chef über den eigenen Kopf“, also pro-Hidschab. Was bedeutet: pro-Scharia. Allahgott würde sagen pro-Weltfrieden …

http://www.baasovereigenhoofd.be/

BOEH! Hoefddookjihād. Die unheimlich lustigen Schariafreunde der Gruppe »Buhh!« kündigen juristische Schritte gegen das Kopftuchverbot an. Was Emel Abidin Algan, Beate Sträter, Yasemin Karakaşoğlu und Melanie Miehl noch getrennt machen, betreibt die belgische Aktionsgemeinschaft BOEH! bereits gebündelt

http://boeh.wordpress.com/2009/09/24/boeh-kondigt-juridische-actie-tegen-hoofddoekverbod-aan/

Zu ihr verlinkt die christlich-multikulturalistische Organisation Motief

http://motief.org/motief/

Antwerpen 2009, Kopftuchstreit an der Schule.

gva. „Kopftuchdebatte am Athenäum erhitzt die Gemüter“, „Imam Nordine Taouil hält das Kopftuchverbot für organisierte Diskriminierung und droht, ein verbot würde die Jüngeren noch weiter radikalisieren.“ Also freiwillig den islamisch Begeisterten Burka und Tschador gewähren, damit sie nicht islamistisch erzwungen werden, Burka und Tschador? Imam-Logik.

http://www.gva.be/antwerpen/antwerpen/gemoederen-lopen-hoog-op-tijdens-infomoment-over-hoofdoekenverbod.aspx

gva. Die ordentliche Pädagogin und freiheitlich-demokratische Schuldrektorin Karin Heremans lässt sich nicht davon erpressen, dass sich nun Allahgottes kleine Hidschabträgerinnen massenhaft abmelden wollen. Bravo!

http://www.gva.be/antwerpen/antwerpen/helft-van-leerlingen-verlaat-antwerps-atheneum.aspx

gva. „Mit einem Verbot beschützen wir die Mädchen ohne Kopftuch!“ „Irgendwann hatten wir 60 % Kopftuchträgerinnen, denn wir waren die einzige Schule in Antwerpen, in der das Kopftuchtragen noch erlaubt war. … Radikale muslimische Jugendliche setzen die Mädchen nun unter Druck, das Kopftuch zu tragen, Radicale moslimjongeren zetten meisjes nu onder druk om een hoofddoek te dragen.“

http://www.gva.be/antwerpen/met-een-verbod-beschermen-we-meisjes-zonder-hoofddoek-3.aspx

nzz. Belgien wieder voll im Kopftuch Dilemma. „Kein Kopftuch! – Keine Schüler!“

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/belgien_wieder_voll_im_kopftuch-dilemma_1.2828459.html

(44) Bei den manichäisch-ersatzreligiösen Sozialisten ist man islamsolidarisch: BOEH! ist auch vor dem Königlichen Athenäum (Antwerpen) im Einsatz für das „Menschenrecht“ auf Schariakleidung, die realen, unter Burka, Dschilbab oder Parda gezwungenen Frauen in Kandahar, Mogadischu und Teheran sind Belgiens Gutmenschen wie Sozialisten egal, wichtiger ist es ihnen, den Islam als antikolonial, spontan und modern zu preisen

http://www.socialisme.be/actieflinks/index.php?option=com_content&view=article&id=233:boeh-protesteert-aan-het-atheneum-in-antwerpen&catid=52:verslagen&Itemid=61

Erich Fromms Erben rauchen Friedenspfeife mit dem radikalen Islam? Philosophie und Dialog der Kulturen, ein Vortrag von Azelarabe Lahkim Bennani. Die Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft / International Erich Fromm Society / Société Internationale Erich-Fromm (S.I.E.F.) zu Gast in Marokko, April 2007. Vor der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft redete Abdelhadi Boutaleb (1923-2009), zeitweiliger marokkanischer Botschafter in Syrien, Mexiko und den USA, Ende der Sechziger Minister für Erziehung und Kultur, Politiker der Partei „Ach-choura wal Istiqlal“ (PDI). Boutaleb übernahm 1982 den Vorsitz der „Organisation islamique pour l’éducation, les sciences et la culture“ (ISESCO = OIC). Ebenfalls vor der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft sprach Prof. Dr. Dr. Abdelwahab Tazi Saoud, Rektor der in Fès gelegenen, mehr als 1.100 Jahre alten „Universität“ (Schariawissenschaftlichen Lehrstätte) Karaouiyine, der Ǧāmiʿat al-Qarawiyīn), vgl. A. T. Saoud: »Der Islam, die Moderne und der Westen«, wo dem Rest der Welt klargemacht wird: „Jegliche Erneuerung wird akzeptiert, wenn sie nicht die Grundlagen der Glaubenssätze und des Glaubens in Frage stellt; die damit einhergehenden Veränderungen, die nicht auf den sicheren Grundlagen der Religion beruhen, werden zurückgewiesen.“

http://www.marokko.net/info/publikationen/html/der_islam_und_die_moderne.html

Erich-Fromm-Gesellschaft. Muna Tatari. Mann und Frau im Spiegel des Qur`ran.

http://www.con-spiration.de/texte/2008/tatari.html

ISESCO (marokkanisch, gegründet im Mai 1979 durch die OIC). 20 years of ISESCO, the Islamic Educational, Scientific and Cultural Organization (1982-2002). Bei: Universität Erlangen-Nürnberg, Evangelische Religionspädagogik, Johannes Lähnemann, Hansjoerg Biener (Religions for Peace (RfP Germany, um Franz Brendle, Stuttgart; vormals World Conference of Religions for Peace (WCRP))

http://www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/R2001-Isesco.htm

ISESCO (dem OIC angehörend; Sitz in Rabat, Marokko). Tunis Appeal on „Dialogue among Civilizations“ Bei: Lähnemann, Biener (RfP Nürnberg-Erlangen; Peace Education Standing Commission (PESC), RfP = Dr. Brendle, Stuttgart)

http://www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/R2001-Isesco.htm#Tunis%20Appeal