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Dschihad im Lehrerzimmer

Dezember 31, 2007

جهاد

Dschihad, frommer Eifer:

Jetzt auch im Lehrerzimmer?

Cem geht zur

Schule

Unsere Schule und

unsere Migranten

Cem wurde versetzt

Von Jacques Auvergne.

Erlebt von Ümmühan Karagözlü

Dschihad bedeutet frommer Eifer, gottgefällige Anstrengung. Und was tut eine seit drei Jahrzehnten im Rheinland lebende türkische Mutter nicht alles für ihren mäßig begabten und zugleich total faulen zwölfjährigen Sprössling, dem leider der Schulverweis droht? Wo der Junge doch am Ende der so genannten Orientierungsstufe angelangt ist, in dem ein Wiederholen für diese Realschüler der ausgehenden sechsten Klasse in jenem Bundesland klar verboten ist.

Richtig, eine türkische Mutter legt frommen Eifer an den Tag. Denn es ist ihre Rolle, die Löwenmutter zu spielen. Eine andere Rolle lässt ihr die Religion beziehungsweise, was dasselbe ist: Lässt die türkische Großfamilie nämlich gar nicht zu. Die Sippe als Religion.

Ohne das Gefängnis muslimische Großfamilie ist der unsichtbare muslimische Gott arbeitslos.

Im Rechtsstaat wäre der Junge nun von der Realschule „geflogen“ und fortan Besucher der Hauptschule gewesen. Aber Allah hatte einen anderen Plan.

Lassen Sie mich den Jungen für heute Cem nennen, weil er kurzfristiger Gewinner ist und so toll zur Gemeinschaft dazugehört. Die Mutter nennen wir mit Familiennamen einmal Yildirim, weil sie, wie sich zeigte, eine Gewitterstimmung verbreiten kann, dass es nur so blitzt und donnert.

Der zwölfjährige Cem Yildirim hätte von der Schule fliegen müssen, denn er stand im Januar:

· Englisch 5

· Deutsch 5

Nun, Cem wurde in Deutschland geboren, doch zu Hause in Almanya wird kein einziges Wort Deutsch gesprochen, es ist nämlich ein richtig türkisches Haus.

· Mathematik 4

Damit hätte aller Voraussicht nach niemand auf der Schule bleiben können, ohne deutliche Notenverbesserung jedenfalls. Was geschah in diesem halben Jahr des sechsten Schuljahres, was geschah vor dem drohenden Schulwechsel?

Anfang Januar kündigte sich also an, dass die Versetzung vom 6. ins 7. Schuljahr äußerst gefährdet sein würde. Im Januar kam die deutsche Nachhilfelehrerin denn auch mit Mutter Yildirim ins Lehrerzimmer beziehungsweise Sprechzimmer der Schule.

Anwesend waren die Klassenlehrerin und zugleich Deutschlehrerin. Ebenso anwesend waren die Englischlehrerin und der Mathematiklehrer. Insgesamt fünf Personen also. Das Gespräch dauerte wie vorgesehen etwa eine Stunde. Eine Art Schlachtplan wurde entworfen: Vereinbart wurde, dass die Nachhilfelehrerin zwei mal wöchentlich das Haus der Yildirims betritt, um mit dem Zwölfjährigen jeweils 2 volle Stunden im Einzelunterricht zu arbeiten. Vier volle Wochenstunden intensiver Nachhilfe mithin. Das fand nachfolgend auch so statt, bis Ende April, dann kamen die so genannten Zeugniskonferenzen.

Vier Monate von vier Wochenstunden Lernförderung für Cem, durchgeführt von einer begnadeten und bekannt erfolgreichen Lerntrainerin. 64 Stunden Förderung sollten ein lebenslanges Aufwachsen eines türkischen Zwölfjährigen im tiefsten Almanya ohne ein Wort Deutsch also wettmachen. Um es vorweg zu nehmen: Es gelang eher nicht, in Deutsch stand Cem, wir schreiben Mitte April, immer noch 5.

Man kann sich in Nordrhein‑Westfalen als Realschüler des sechsten Schuljahres jedoch keine 5 leisten, und das heißt: Gar keine 5. Eigentlich. Und schon eher gar nicht, wenn diese 5 immer im selben Fach ist. Die Konferenz hat in so einem wie dem zuletzt genannten Fall eine Entscheidung zu treffen. Bei einer zweiten 5 ist allerdings nichts mehr zu entscheiden, das Kind kann, eigentlich, nicht auf der Realschule bleiben. Eigentlich.

Im April also stand der Junge in

· Englisch 4-5

Hier hat sich das Nachhilfetraining, Einzelunterricht, positiv ausgewirkt, doch wie gesagt:

· Deutsch 5

Die Lücken waren einfach zu groß. Cems Wortschatz der deutschen Sprache umfasste im Januar 350 Worte, sein Wortschatz belief sich im April auf immerhin 700 Worte: Er hat also ganz bemerkenswert aufgeholt, fürwahr kein unbegabtes Kind! Doch das Problem war die fehlende „Familiensprache Deutsch“ bei gleichzeitiger fehlender Förderung. Das zweite Problem war so etwas wie eine dringend zu vermutende permanente Erweckung negativer Emotionen zu Deutschland und den Deutschen seitens der Eltern.

In der Familie Yildirim gab es kein Buch. Außer dem dunkelgrünen mit Goldbeschlag gab es kein Buch, auch kein türkisches. Gar keins. Lesen spielt keine Rolle. Klarer Vorteil: Die Augen verdirbt sich niemand, wenigstens nicht durchs Lesen. Der Fernseher indes lief ständig, echte postmoderne Medienverwahrlosung also, ausschließlich türkische Fernsehprogramme, wie sich versteht, und auch nur garantiert sinnfreie Seifenopern.

· Mathe 4

Es begab sich der Einzug ins Besprechungszimmer. Ohne Cem, darauf hatte die Mutter bestanden, der Schule war es gleichgültig gewesen, ob der Junge dabei ist oder nicht. Eine Stunde sollte das Gespräch dauern, so war es vereinbart. Die einander aus dem Januar bekannten fünf Personen also nahmen im sehr kleinen Sprechzimmer Platz. Nahmen „Platz“ ist damit etwas irreführend, besser also: Drängten sich im Zimmerchen zusammen. Es war 13. Uhr.

Mutter Yildirim, die Englischlehrerin, die Deutschlehrerin als Klassenlehrerin, der Mathelehrer und die Nachhilfelehrerin.

Das Gespräch dauerte, wie vorgesehen, eine Stunde. Um es vorweg zu nehmen: Man ging zornig auseinander, zwei der lehrenden Professionellen waren sauer wenn auch sehr unterschiedlich sauer, die Englischlehrerin kochte regelrecht vor Wut. Der Deutschlehrerin aber war die Sache eher egal, sie hat Dergleichen des Öfteren erlebt.

Ein Gespräch mit nachfolgender Umsetzung, die eigentlich verboten ist. Eigentlich, aber doch bitte nicht bei in Deutschland geborenen Kindern „mit Migrationshintergrund“.

Die Nachhilfelehrerin war sauer, stinkesauer, sie fühlte eine schmerzliche und demokratiegefährdende Ungerechtigkeit und daneben hatte sie so etwas wie Mitleid mit Cem, der auf einer für ihn nicht angemessenen Schule war. Außerdem war die Nachhilfelehrerin zornig auf die Eltern, die den durchaus intelligenten und erfreulicherweise charakterlich ausgesprochen gutmütigen Cem durch eine typisch türkische Erziehung in eben diese missliche Lage gebracht haben. In diesen wenigen Monaten, zum ersten Mal in seinem jungen Leben, hatte Cem die Gelegenheit gehabt, in ein persönliches Lernen wirklich „einzusteigen“ und die Nachhilfelehrerin konnte spüren, wie sehr dem Jungen das Lernen gefiel.

Die Familienkultur der Verachtung alles Deutschen aber hatte Cem in eine recht ausweglose Lage manövriert. Das türkische Erziehungsziel für viele in Deutschland lebende Muslime lautet offensichtlich: Die Deutschen und ihre Lebensform sind nichts wert. Dabei waren auch auf den zweiten Blick bei den Yildirims keine Anzeichen von Fundamentalismus zu entdecken, wir haben bei dieser Familie eher so etwas wie finstersten Traditionalismus anzunehmen. Provinzielles Türkentum pur, wobei Türkentum ohne Islam nicht denkbar ist und islamisches Fußvolk nicht ohne einen gewissen Bildungshass auskommen möchte.

Ich habe aber noch gar nicht erzählt, was bis 14.00 Uhr eigentlich geschehen ist.

13 Uhr, man zog in den Raum. Die Klassenlehrerin hätte die durch Gesetze und Verordnungen klar vorgeschriebene Rolle gehabt, Frau Yildirim jetzt zu sagen, dass Cem die Schule wechseln muss. Die Lehrerin handelte entsprechend, das dauerte eine Viertelstunde und die schulischen Gepflogenheiten Nordrhein‑Westfalens wurden ausführlich erläutert. Nennenswerte sprachliche Hürden bestanden in dieser Stunde nicht. Frau Yildirim schwieg diese Viertelstunde lang, doch begann sie, nach guten drei Minuten, zu weinen, denn in der 4. Minute gab die Lehrerin bekannt, dass diese Schule die falsche Schule für Cem ist. Sicherlich, eine traurige Sache. Gute zehn Minuten Weinen also, was alle sehr belastete. Was denn auch durchaus der Sinn des Weinens war.

Klagendes Weinen also, und zwar ebenso planmäßig wie auch erpresserisch. Diesen meinen Vorwurf mag man jetzt als erschreckend empfinden, doch muss dieses hier gesagt sein. Die Deutschlehrerin sagte später der Nachhilfelehrerin vertraulich, mehr als geahnt zu haben, eher schon gewusst, wie Frau Yildirim als pflichtgetreue türkische Löwenmutter reagieren würde. Die Deutschlehrerin hatte tatsächlich einen Riesenstapel an Taschentüchern für die obligatorischen Krokodilstränen bereit gelegt.

Gute zehn Minuten leises Schluchzen. Die ansonsten ausgesprochen machtbewusste und souverän wirkende Frau einfachster Schulbildung inszenierte sich als filmreifes Klageweib.

Dann aber die folgenden drei Viertelstunden. Es wurde recht laut. Tränen ausgestellt und ein nahezu pausenloses Gerede angestellt: Wie fleißig der Junge doch sei, wie gut, wie fleißig die Mutter doch all die Jahre gewesen sei, wie sehr sie mit dem Sohn Vokabeln geübt hätte.

Kein Wort stimmte, in Wahrheit hatte die Mutter keinerlei Anstalten gemacht, um zwischen Januar und April etwaige Lernfortschritte Cems zu unterstützen, man hatte vielmehr auch in dieser wichtigen Zeit annehmen müssen, dass Mutter Yildirim kein Interesse an der schulischen Bildung ihrer Kinder gehabt hat. Bemerkenswert vielleicht, dass im Februar und März in Anwesenheit der Nachhilfelehrerin immer wieder Türkisch gesprochen wurde, obwohl Mutter Yildirim einer Vereinbarung, doch wenigstens in diesen wenigen Stunden Deutsch zu sprechen, im Januar zugestimmt hatte. Mutter Yildirims Gleichgültigkeit dominierte also das entscheidende Quartal.

Nun aber, im Gespräch, folgte Lüge auf Lüge, was die Nachhilfelehrerin in einige Schwierigkeiten brachte. Cems Mutter kalkulierte nämlich ganz genau, dass die anwesende und auf Fairness und Etikette bedachte Nachhilfelehrerin zu höflich sein würde, sie in dieser Minute der Lüge zu bezichtigen, und so konnte Frau Yildirim schamlos farbigste Märchen von angeblichen endlosen Bibliotheksbesuchen und gemeinsamem Vokabeltrainieren erzählen oder vom Beachten des rechtzeitigen zu Bett Gehens gerade vor den Klassenarbeiten. Das alles war glatt gelogen, die Kultur einer gewissen Medienverwahrlosung beherrschte auch Cems Zimmer: Pausenlos liefen ein Fernsehgerät und eine Play‑Station, und zwar auch sehr spät nachts.

Eine gute halbe Stunde Selbstbeweihräucherung also. Klagen über das schwere Los: „Das kann doch nicht sein“. Dann wieder großer Lobgesang auf die fleißige Nachhilfelehrerin, großes Loben und Preisen des Söhnchens. Ihre Litanei füllte 95 % dieser Zeit, nervtötendes Anklagen des widrigen Schicksals. Der seltsam beschuldigende Satz „Das kann doch nicht sein, warum darf der Junge denn nicht die Klasse wiederholen“ fiel wohl fünfzig Mal. Die schulischen Bedingungen waren ihr durchaus vertraut.

Dann aber beging die Klassenlehrerin so etwas wie einen Fehler, denn angemessen sachbezogen sprach sie: „Ja Frau Yildirim, haben Sie denn wirklich erwartet, dass innerhalb von drei Monaten die gesamte Grundschulzeit und die beiden Realschuljahre hätten aufgearbeitet werden können? Wenn sich auch einige Leistungen gebessert haben und wenn Cem heute besser mitarbeitet, was ja lobenswert ist. Doch das kam einfach zu spät und zwar wohl viele Jahre zu spät.“

Es war jetzt 14.50 Uhr. Und es wurde laut. Sehr laut. Frau Yildirim donnerte eine knapp zehnminütige sturmgewittrige Schimpfkanonade los. Daher Yildirim. Und zwar pausenlos, kein Lehrer kam zu Wort! Drei der vier anderen saßen verschreckt da. Nur die Deutschlehrerin guckte ebenso genervt wie gelangweilt, sie allein wusste nämlich recht genau, was kommen würde, hatte sie Dergleichen in den letzten Jahren doch schon mehrmals erlebt, wie sie uns Tage später erklärte. Frau Yildirim schrie, keifend und gellend:

„Sprachliche Diskriminierung! Diskriminierung! Und Cem hat es im Leben doch schon so schwer weil er übergewichtig ist und Herzprobleme hat er auch und jetzt hat er sich so abgeschunden und gequält und das soll jetzt etwa alles umsonst gewesen sein?“

Es wurde noch etwas lauter:

„Wir Eltern können nachts nicht mehr schlafen und haben Herzschmerz, jedoch Sie verlangen, dass Cem auf Hauptschule muss? Das können Sie doch nicht tun! Dass wäre Diskriminierung, sprachliche Diskriminierung. Man kann dem Jungen doch nicht vorwerfen, kein ausreichendes Deutsch zu sprechen!“

Es wurde nun ganz laut. Durch die geschlossene Tür hätte es jeder hören können. Doch die Schule war wohl schon ganz leer. Bis auf die Handvoll Menschen in besagtem Zimmerchen. Bei lediglich einer Schallquelle.

„Die anderen Schüler würden ihn beleidigen, sich über ihn lustig machen, wenn er auf die Hauptschule gehen müsste! Auch die gute Nachhilfelehrerin hat so viel Arbeit investiert! Ich werde Widerspruch einlegen, wo kann ich mich über diese Schule und diese Entscheidung beschweren? Und ich kann nachts nicht mehr schlafen und habe Schmerzen in der Herzgegend! Was für eine Diskriminierung eines ausländischen Kindes!“

Und sie log weiter, dass sich die Balken bogen:

„Und all diese Bibliotheksbesuche und all dieses Vokabellernen, all mein Fleiß und meine Sorgfalt als Mutter“.

So vergingen die restlichen Minuten. Mit drei gemurmelten Worten ging man auseinander. Klassenlehrerin wie Nachhilfelehrerin appellierten noch an Frau Yildirim, doch keinen Widerspruch einzulegen, denn dieser hätte beim Kultusministerium eingereicht werden müssen und wäre mit höchster Wahrscheinlichkeit als völlig unbegründet abgelehnt worden.

Liebe Leserinnen und Leser. Ein Dreivierteljahr ist vergangen. 2007 neigt sich heute dem Ende zu. Sie können sich denken, was ich Ihnen noch zu berichten habe. Zwei Dinge.

Erstens, richtig: Cem besucht das siebte Schuljahr. Seiner Realschule.

Zweitens: Zu der Sache mit dem etwaigen schriftlichen Widerspruch beim Kultusminister. Fünf Monate später traf die Nachhilfelehrerin nämlich Frau Yildirim, welche zu spät versuchte, ungesehen die Straßenseite zu wechseln. So kam es zu einem zehnminütigen Gespräch, bei dem die seit dreißig Jahren in Deutschland lebende Türkin Cems jüngere Geschwister praktischerweise gleich zur Nachhilfe anmeldete. Drittklässler, die nämlich gleichfalls in der Schule nur aus dem Fenster gucken konnten, weil sie Jahr für Jahr nichts, absolut nichts verstanden haben. Ach ja, der eingereichte Widerspruch.

Es hat ihn nie gegeben. Er ist gar nicht erst gestellt worden, erklärte Mutter Yildirim mit ausgefuchstem Grinsen. Ein Gespräch mit der Vertrauenslehrerin hat genügt, um Cems Verbleib auf der Schule zu sichern. Auch ein Wiederholen, ohnehin verboten, war auf einmal kein Thema mehr. Die sommerlichen Zeugnisnoten müssen sich also ganz überraschend … verbessert haben.

Jacques Auvergne. Erlebt von Ümmühan Karagözlü

Die Geometrie der Scharia

Dezember 21, 2007


Raumteiler

und Trennwände?

Heiliger Krieg für kleine

Topographien der Apartheid

Vorhang ist gut.

Mauer ist besser

Stadthallen, Hochschulen,

Krankenhäuser Europas.

Schleichende Einführung

der Geschlechterapartheid?

Im Jahr 2006 wie auch im ausgehenden Jahr 2007 hat ein von der breiten Öffentlichkeit noch zu wenig verstandener heiliger Krieg der Geschlechterapartheid die ersten Stadthallen, Schwimmbäder und Aufenthaltsräume zu spalten begonnen. Die Ureinwohner, die künftigen Dhimmis und Harbis also, sie üben sich angestrengt in der Kultur des Schweigens. Wer zuerst das M‑Wort ausspricht, der hat verloren! M hieße muslimisch oder auch Muslime. Leistungsschweigen also. Schließlich ist ein Vorhang in einem Schwimmbad auch nichts ganz und gar Schreckliches, oder? Und mit getrennten Badezeiten für Männer und Frauen kann der oder die Deutsche doch ganz gut leben. Warum sollen Frauen denn nicht auch einmal nur in der hinteren Hälfte einer Stadthalle sitzen, wie am 25. November in Tübingen, das gibt der Sache doch ein exotisches Flair.

Was also geschieht in diesen Jahren der Islamisierung Europas? Wie weit und wie überhaupt bauen sich Räume relativ höheren theokratischen Gruppendrucks auf, Zonen innenstädtischer islamischer Scharia‑Herrschaft nach den Grundsätzen der nun 1.400 Jahre alten Geschlechterapartheid?

Der Kampf der Theokraten gegen die Demokratie ist entbrannt, so jedenfalls meinen wir Islamkritiker und Schariagegner. Und jeder „Fuß in der Tür“ einer auch nur stundenweise durchgesetzten heiligen Geschlechterapartheid strebt nach dem Eifer des Durchsetzens, dem Dschihad des Verewigens. Diese wenigen Stunden am 25. November 2007 in Tübingen sind damit bereits einem Sieg für die Träumer des Kalifats gefährlich nahe gekommen. Die abendliche Saalaufteilung ist ein sakrales Modell, das auf einen starken Gruppenzwang in manchen Milieus der muslimischen Eingewanderten erzeugen wird und das den nichtmuslimischen Ureinwohnern eine Lebenshaltung des immer größeren Duldens aufzuzwingen trachtet.

Etliche Milieus der Zuwanderungsgesellschaften Westeuropas, etliche Milieus der prekären kulturellen Moderne, sind „vulnerabel für Fundamentalismen“, sind verletzbar von und anfällig für antidemokratisches Denken und Handeln. Denn so, wie die ostdeutschen Plattenbauten vulnerabel, verletzbar und anfällig, für Nationalismus und Rassismus sind, so sind dies große Teile der westdeutschen und berlinischen türkischen Community für den Totalitarismus des politischen Islam.

Es ist Hudna, Windstille. Und „nebenbei“ sorgt man für die Erosion und für das Ironisieren der demokratischen Spielregeln. Schulpflicht, Jugendamt, Frauenrechte? Von Allah ist das alles nicht – also kann es wohl nur teuflisches Blendwerk sein.

Es mag Pädagogen und Sozialpädagogen geben, die unsere Sorge für gegenstandslos halten, doch möchten wir alle Demokraten heute vor der sorglos hingenommenen oder vielleicht auch übersehenen Einführung von Mädchen- und Jungenzonen warnen, die unsere Schulhöfe, Kindergärten, Nachmittagskurse, Schulbusse, Klassenfahrten und Klassenzimmer zu zerlegen beginnen.

Ein kleines Textil, nämlich das Mädchenkopftuch ist dabei europaweit immer wieder der Hebel der Provokation. Wünschenswert ist ein Schülerinnenkopftuchverbot nach dem Vorbild Frankreichs, wie Mina Ahadi es vorschlägt.

Aus aktuellem Anlass möchten wir aber gerade auf das bedenkliche Tolerieren der in vielen Hinterzimmergesprächen in diesen Tagen geforderten getrennten Studentinnen- und Studentenzonen in Aufenthalts-, Andachts- und Ruheräumen an Deutschlands Schulen und Hochschulen aufmerksam machen. Vereinzelt und jeweils fast heimlich sind an uns bekannten Schulen und Hochschulen seitens der Ureinwohner und auf Steuerzahlerkosten bereits islamische Gebetsräume und Waschgelegenheiten eingerichtet worden. Warum heimlich? Wer hat genehmigt?

Wir erlebten im Laufe der letzten Jahre mehrmals ein stundenlanges Umfunktionieren von vorhandenen zwei Saaltüren in einen Männer- und einen getrennten Fraueneingang anlässlich von muslimischen Festveranstaltungen in staatlichen Schulen, angeblich ganz spontan und tatsächlich wohl auch recht wortlos. Und, vordergründig, auch ohne Spuren zu hinterlassen. Doch sollten wir nun genau beobachten, ob die Anzahl der türkischstämmigen Studentinnen an solchen „spontan frommen“ Orten nicht bald sinkt, weil eine Studierende ja schließlich Männer treffen könnte.

Sorge macht uns eine mögliche Wiederholung im kommenden Jahr 2008 dessen, was am 25. November 2007 glücklicherweise zum kleinen Skandal werden konnte, nämlich dem stundenlangen Separieren einer Stadthalle im Rahmen eines Vortrags des durch den vom Islamischen Verein Tübingen eingeladenen missionarischen Prediger Pierre Vogel. Islamverein und Islamprediger hatten für diesen Abend die demokratiefeindliche Intention, die Besucher in Frauen und Männer zu spalten und dabei die Frauen in die hinteren Ränge des angemieteten öffentlichen Gebäudes zu zwingen. Eine Ungeheuerlichkeit, die sich die offene Gesellschaft nicht bieten lassen darf.

Es mag ja sein, dass die multikulturellen Gutmenschen unter den Gästen das für eine Art Geländespiel gehalten haben, andere wollten womöglich den „rätselhaft fremden Zauber“ so einer Geschlechterapartheid einmal ganz bewusst auf sich wirken lassen.

Territorien doppelt spalten, darum geht es einer der perversesten „Werkzeuge“ der Menschheitsgeschichte, darum geht es dem Werkzeug Scharia, darum geht es dem Werkzeug Islam. Testfeld und Prototyp einer solchen Maschinerie ist jede Moschee: das sakrale ’Prinzip Nebeneingang’, das sakrale ’Prinzip: der hässliche Raum den Frauen’.

In jeder Moschee werden Frauen durch den Hintereingang gezwungen. In deiner Stadt wohlgemerkt, nicht nur in einer afghanischen Karawanserei oder jemenitischen Wüstenoase. Die blinden Fremdenfreunde aus der Kinder- und Enkelgeneration der deutschen Achtundsechziger murmeln jetzt verlegen von außereuropäischem Blickwinkel und anderer kultureller Prägung, die Aggressiveren von ihnen versuchen, dich mit ihrer Ideologie des Differentialismus als intolerant und damit unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

Islam ist also ein zweifaches Aufspalten.

Die eine Spaltung, die eine Aufteilung der Menschheit ist die in die rechtgläubigen Herrschenden gegenüber den ungläubigen Unterworfenen: Aufteilung in Muslime und Nichtmuslime. Warum gibt es in Kleinasien, in Syrien, nun im Irak und bald wohl in auch Ägypten eigentlich keine Nichtmuslime mehr und warum steht dieses „rätselhafte Verschwinden“ noch nicht einmal in unseren Geschichtsbüchern? Islam ist Dhimmitude, Islam ist ein Sklavenhaltersystem namens Dhimma.

Die zweite Aufspaltung betrifft vor allen Dingen die Gemeinschaft der Muslime selbst und liegt im Erhöhen der entscheidungsbefugten Männer über die rechtlich minderwertigen Frauen. Das ist Scharia, das ist Islam. Deiner städtischen Integrationsbeauftragten darfst du das allerdings so nicht sagen, sie hat ein rotes oder grünes Parteibuch und würde empört mit den Augen rollen und dich des Rassismus bezichtigen. Auch dem Dhimmi‑Klerus aus der evangelischen Kirche solltest du so nicht kommen, die schnappen dann ungesund nach Luft und holen sich Rat beim nächsten Imam.

Islam spaltet. Erster Grundsatz: Frauen hinter Vorhänge oder Mauern zwingen. Zweiter Grundsatz: die Nichtmuslime mit Mauern und Verboten von den Muslimen trennen.

Europa hat die Gleichberechtigung der Geschlechter in einem mehrere Jahrhunderte dauernden Prozess entwickeln können. Jetzt spaltet der voraufklärerische und totalitäre Islam Deutschlands städtische Gebäude.

Erst seit wenigen Jahrzehnten werden in Europa Angehörige christlicher Sondergruppen, werden Ex‑Christen, werden Buddhisten und werden Nichtchristen nicht mehr im städtischen Alltag sowie in der Arbeitswelt diskriminiert. Jetzt geben wir, ausgerechnet im Namen der Toleranz, diese erkämpfte Freiheit auf. Zugunsten einer Kultur der Apostatenmorde. Für die Religion der Zwangsehen, Cousinenheiraten und gelegentlichen Frauensteinigung.

Wir Demokraten müssen viel untoleranter werden, andernfalls wird uns der politische Islam unsere Freiheit rauben. Straßenzüge oder gar Stadtviertel der islamischen Gegengesellschaften bestehen längst, in denen über Frechheiten wie Schulpflicht oder über die Ermahnungen unserer seichten und nicht einmal transparenten Jugendämter allenfalls müde gelächelt wird. Häuserblocks und Straßenzeilen, in denen sich die Mehrheit der Mädchen ihren Ehemann nicht aussuchen wird. Gegengesellschaften, die manche ihrer weiblichen Unterworfenen allenfalls noch mit Tschador oder Burka aus dem Haus huschen lassen. Eine Barbarei, die unsere Demokratie zerstören wird, wenn wir derlei nicht rasch und nachhaltig unterbinden.

Tübingen am 25. November 2007. Deutschlands erste Stadthalle mit durchgesetzter Gender-Apartheid. Das dreiste Experiment jener radikalislamischen, lebensmüden und autoritären Persönlichkeit namens Pierre Vogel können wir Demokraten als Chance nutzen. Der Sprecher des Städtetages, Manfred Stehle, reagierte erfreulich ablehnend auf diese menschenverachtende Praxis der rückwärtigen Frauenplätze und des allen weiblichen Besuchern vorgeschriebenen Hintereingangs.

Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer verbat sich eine Wiederholung so eines Tuns. Doch es mussten wenige und unbenannt gebliebene Menschen auf diesen Skandal erst einmal öffentlich aufmerksam machen, im Internet war es etwa die Homapage Akte Islam.

Ist es auch nicht zu befürchten, dass die Mehrheit der Deutschen solche „Stadthallenapartheid“ jederzeit zu bagatellisieren bereit ist? Dass man zu einer solchen Geschlechterspaltung im öffentlichen Raum im kommenden Jahr 2008 „tolerant“ schweigen wird?

Wir sollten uns weigern, uns an das geschriebene oder mündlich angeordnete oder auch nur durch Gesten und Blicke erzeugte doppelte Prinzip „Nicht für Frauen“ beziehungsweise „Ungläubige haben keinen Zutritt“ zu gewöhnen. Die islamistischen oder auch nur islamischen Radikalen werden uns diesbezüglich bald wieder Einiges zumuten.

Europas Dschihadisten geht es also nicht nur um schreckliche terroristische Attentate. Vielmehr kann heiliger Krieg auch bedeuten, zunächst stundenweise die jede Demokratie verhöhnende Geschlechterapartheid durchzusetzen. Oder auf eine für einen „ummauerten Raum“ erkämpfte Sondergesetzlichkeit zu bestehen, und mögen es „nur“ Umkleidekabinen, Wartezimmer, öffentliche Toiletten, ärztliche Behandlungsräume, Operationssäle, Schulklassen oder Schwimmbecken sein. Oder seien es die Pausenräume, die Räume der Andacht beziehungsweise die Erholungsräume gewisser staatlicher Schulen und Hochschulen in Nordrhein‑Westfalen.

Stunden der Scharia, ummauerte Räume der Scharia. Radikale Sinnzeichen für die Orientierung der vormodern denkenden und empfindenden muslimischen Menschen aus den Kerkern ihrer patriarchalen Sippe. Damit auch ja keiner ausbricht. Damit weiterhin Ehen arrangiert werden können, damit Prügel und Einschüchterung die Erziehung der muslimischen Kinder Deutschlands auch in Zukunft prägen. Damit die fremdenfeindlichen Ureinwohner endlich tolerant werden und aufhören, sich in die Belange der Muslime einzumischen.

So wird die Selbst‑Segregierung der Muslime eine der Strategien der Islamisierung Europas sein, der scheinheilige Selbst‑Ausschluss von solchen „Kleinigkeiten“ wie Mittagessen, Klassenfahrten und Schulfesten. Das gespielt verschnupfte „wir dürfen das nicht“, das bei den Gutmenschen den lustvollen Masochismus der Fremdenfreundlichkeit auslöst.

Lassen wir, soweit uns Demokraten das möglich ist, keine Stunde und kein Zimmer der „religiösen Spaltung in Männer und Frauen“ zu! Richten wir „den“ Muslimen keine Sonderräumlichkeiten und keine Sonderrechte ein.

Wir Demokraten müssen viel empfindlicher werden.

Jacques Auvergne