Islam für Kids aus islamkritischer Sicht

084

أنيس

anis,

seltener arabischer

männlicher Vorname,

Bedeutung etwa

„herzlich“, „höflich“

oder „loyal.“

Islam für Kids.

Das Buch von Anis Hamadeh

islamkritisch rezensiert

Cees van der Duin am 27.08.2008

Der singende und malende Anis Hamadeh ist Autor von „Islam für Kids“ (2007). Hamadeh, Sohn einer Deutschen und eines Palästinensers lebt im rheinland-pfälzischen Mainz. „Islam für Kids“ erschien beim Vertrieb bhv-Buch (Redline GmbH) in einer schulbegleitenden Buchreihe, die bislang pädagogisch wertvolle Bücher wie „Biologie für Kids“ oder „Mathematik für Kids“ erstellte und damit für einen Verlag, der eigentlich auf Computerhandbücher spezialisiert ist.

Sozialpädagoge Cees van der Duin hält „Islam für Kids“ für ein Vehikel, welches im Namen der Toleranz, des Kulturrelativismus und der gesellschaftlichen Vielfalt („diversity“) sehr scheinheilig das fundamentalistische und antidemokratische Gedankengut eines auf ethno-religiöse Segregation zielenden politischen Islam unter Deutschlands Kindern und Jugendlichen verbreiten möchte. Gemessen am Ziel der Qualitätssicherung wissenschaftlich orientierter Jugendliteratur hält van der Duin „Islam für Kids“ für misslungen und als Lehrbuch für nicht schulfähig. Speziell der Maßgabe der Schulbuchkommissionen, einen den universellen Menschenrechten nachgeordneten und nur damit nachhaltigen Abbau von Feindbildern zu erzielen, sieht der Rezensent in „Islam für Kids“ ein Verharmlosen des politischen Islam und unterstellt dem Autor, Parallelgesellschaften aufbauen zu wollen und die ohnehin bedrohte Haltung der Säkularität unter Europas Muslimen planmäßig zu untergraben. Das tendenziell antiaufklärerische und damit jugendgefährdende Werk „Islam für Kids“ wirbt für die Ordnungspolitik der Scharia und ist auf Verfassungsverträglichkeit zu überprüfen.

Übermorgen, am Freitag den 29. August 2008 wird Hamadeh gemeinsam mit der städtischen Integrationsbeauftragten Coletta Manemann anlässlich eines palästinensischen Kulturfestivals auf dem Marktplatz der Stadt Bonn auftreten und von 17:00 bis 17:30 sein „Islam für Kids“ öffentlich diskutieren

Islam

für Kids

14 Woran glaubt ein Muslim? Wie funktioniert das islamische Recht, die Scharia?

Hamadeh wisse darüber Bescheid, was ein Muslim zu glauben hat: Bitte, in welcher Ironie oder in welchem Fanatismus, mit welcher Unfähigkeit oder Fähigkeit zur Außenansicht und Religionskritik namentlich Schariakritik?

Scharia wird als irgendwie funktionierend dargestellt, das impliziert Funktionalität und damit Kompatibilität zur kulturellen Moderne. Ein repressives, auf Denkverboten und Fundamentalismus beruhendes geistiges und seelisches Gefängnis wird also bereits in der Einleitung des „Islam für Kids“ verharmlost und verkitscht. „Für Kids“ suggeriert uns, Islam sei etwas Kinderleichtes: Wer jetzt noch kritisiert, ist womöglich dummer als ein Kind.

19 … neue Religion? Aber nein, Muhammad sprach vom selben Gott der Juden und Christen, nur als neuer Prophet.

Diese Vereinnahmung der jüdischen und der christlichen Religion durch einen gefräßigen Islam ist für bewusst religiöse Juden und Christen wohl kaum hinnehmbar. Hamadeh also gibt einer fundamentalistischen und aggressiv missionierenden Auffassung von Islam Raum, die beim Anschein der freundschaftlichen Nähe und der religiösen Verwandtschaft die Grundlagen der beiden anderern – älteren – abrahamitischen Religionen gleichsam schluckt und sich einverleibt. Diese Frechheit geht noch nicht einmal auf Anis Hamadeh zurück, sondern auf Mohammed, einem unterrichtsbegleitenden Buch jedoch, mit dem Anspruch, objektiv zu informieren, wird derartige Propaganda nicht gerecht.

24 … dass es oft mehrere Versionen einer Geschichte gibt (…) hat jeder seine eigene Sichtweise …

Allerdings. Das gilt auch für säkulare Muslime und für Ex-Muslime, die von Hamadehs orthodoxer Islamauffassung womöglich verschont werden möchten.

29 Die neue Religion hatte es nicht leicht.

Anders als auf Seite 19 ist der Islam jetzt doch eine Religion? Hamadehs Denken ist elastisch wie Kaugummi. Der Islam „hatte es nicht leicht“, er verdiene angeblich das Mitgefühl des womöglich minderjährigen Lesers. Hamadehs Appell ans Mitgefühl ist eine Manipulationstechnik und als solche in moderner Pädagogik nicht statthaft.

29 Vor Gott war der Mensch frei. Diese Idee interessierte besonders Sklaven, Frauen und Arme …

Che Guevara Mohammed! Der Prophet als Sozialreformer. Als Sklavenversteher, Frauenfreund und Sozialarbeiter.

34 Viele Sonderrechte wurden abgeschafft und der Gedanke der umfassenden Gerechtigkeit gewann an Bedeutung.

Ja, die Stammesreligionen und Stammesgesetze der polytheistischen Araber wurden restlos zerstört. Juden und Christen wurden als Menschenklasse minderen Ranges islamrechtlich qualifiziert, was der Autor freilich den deutschen Kindern der Dhimmis verschweigt.

36 Im Mai 629 … Oase Haibar … kämpften gegen die Banu Nadir. Muhammad nahm eine der Witwen zur Frau.

Sich um verarmte Witwen kümmern, wie nett? Die Juden des Stammes Banu Nadir (Banū Naīr; Banu n-nadir / بنو النضير‎) wurden im Jahre 628 in Chaibar nahezu vollzählig umgebracht. Eine Tochter und Augenzeugin der grausamen Folter und Ermordungen musste mit dem Propheten fortan auf einem Kopfkissen übernachten.

„Witwe“ nämlich ist die Jüdin Safiyya (Safiyya bint Huyayy) dadurch geworden, dass ihr Mann Kinana (Kināna ibn al-Rabī), der so etwas wie Kassenwart oder Schatzmeister der Banu Nadir war, von Mohammed zu Tode gefoltert wurde, weil er den Muslimen nicht so ohne Weiteres verraten wollte, wo das gemeinschaftliche Geld versteckt war. Die traumatisierte Jüdin wurde zwangsweise die elfte Frau des Propheten. Soviel zum Konzept „umfassender Gerechtigkeit“ (Hamadeh, 34).

46 In den nächsten fünfzig Jahren wurde ganz Nordafrika islamisch. Bis nach Frankreich kamen die muslimischen Krieger. Auch tief in den Osten gelangte der neue Glaube (…) das mächtige persische Reich wurde islamisch. Der Süden Arabiens war ganz islamisiert …

Einverstanden. Die Islamisierung eines Territoriums geschah mit militärisch organisierten Massenmorden und dem Aufbau einer politischen Besatzung. Islam ist Dschihad.

56 Schon vor der islamischen Zeit gab es ein Weltwissen, ein Wissen der Völker.

Allerdings. Dieses Menschheitserbe wird bis heute kosmopolitisch weiter entwickelt, doch wohl eher in Milieus, die von Fundamentalismus und Theokratie nicht so sehr geprägt sind.

66-67 Die Logik des Aristoteles (…) blieb da eine ganze Weile umstritten, wo der Koran mit seinen Versen als erste Beweisführung galt und die Logik als Konkurrenz erschien.

Nachvollziehbare Beweisführung macht den Hütern heiliger Denkverbote nun einmal schwer zu schaffen. Wir werden doch wohl im heutigen Islam nicht etwa Orte finden, an denen die Schlüssigkeit des Denkens gegenüber den Inhalten irgendwelcher Freitagspredigten oder Fatwas „als Konkurrenz erscheint“? Gar im Buch Islam für Kids? Wir werden.

Die inhumane Prägung der beschriebenen orientalischen islamisierten Stadtkulturen als Jahrhunderte der religiösen Entrechtung der Juden, der Christen und der Frauen unterschlägt uns der Autor großzügig.

81-82 Wir heute in Europa glauben an die Demokratie mit Wahlen und freier Presse, Gewaltenteilung und Menschenrechen. Im Grunde ist das auch eine Art Rechtgläubigkeit (…)

Hamadeh hält die Forderung nach Wahlrecht und Pressefreiheit für intolerant, radikal und fundamentalistisch? Dieses weltanschauliche Problem sollte der Autor doch bitte einmal im Dialog mit Verfassungsschützern vertiefen.

94 Die islamische Welt hatte jetzt alle Einflüsse der Umgebung in sich aufgenommen.

„Alle Einflüsse“, jetzt übertreibt der Autor aber ein wenig, von den Juden und Buddhisten und Griechen hätten die stolzen Muslime noch vieles lernen können.

Andererseits ist islamischerseits das Lernen von nichtmuslimischen Kulturen auch in unseren Jahrzehnten mal wieder mehr als überfällig: Psychoanalyse, Frauenrechte, negative Religionsfreiheit … die angeblich „beste Gemeinschaft“ (Koran Sure 3 Vers 110) hat, sehr beschämenswert, im weltweiten Vergleich mal wieder großen Nachholbedarf.

96 Christen und Juden lebten als Minderheiten in muslimischen Ländern.

Sie lebten nicht nur, sie starben auch. Nicht selten gewaltsam. In den meisten islamisierten Regionen gab es bald keine Christen mehr.

100 Die Menschen der muslimischen Welt liebten auch das Reisen sehr.

Meine türkische Nachbarin wird verprügelt, wenn sie einmal im Monat auch nur zum 100 Meter entfernten Kiosk geht, um sich ein paar Zigaretten zu kaufen. Ihr frommer muslimischer Mann gibt ihr auch keinen Euro Geld, sie tauscht daher bei einer feministisch-säkularen Nachbarin heimlich Naturalien, um an Münzen für ihr Genussmittel zu kommen. Autor Hamadeh aber lässt die mittelalterlichen Muslime „das Reisen lieben“? Die islamischen Frauen kann er jedenfalls nicht gemeint haben.

106 Die Rückeroberung Andalusiens durch die Spanier … 1492

Eben. Zurück erobert. Spanien den Spaniern, Fremdherrscher raus.

110 Wenn der Sultan anwesend war, verhielten sich alle mucksmäuschenstill.

War auch ratsam. Bei schlechter Laune des Sultans endete deine Audienz für dich tödlich.

110 Unter ‚Harem‘ versteht man in Europa oft die Frauengemächer des Herrscherhauses. ‚Privater Bereich‘ ist allerdings passender. Auch hier wurde Politik gemacht.

Etymologisch und orthodox zu „haram, verboten“ gehörend, war der Herrscher-Harem ein Ort der Menschenzucht aus den gekauften Söhnchenfabriken (Frauen). Der Autor verschweigt uns an dieser Stelle den Sachverhalt der koranisch legitimierten und islamisch traditionellen Vielehe, Polygamie. Unter Harem sollten wir alle, Nichtmuslime und Muslime, die Strukturen der Vielweiberei verstehen. Eifersüchtige Nebenfrauen pflegten die Söhnchen der Nebenbuhlerin im Harem, den alle Frauen nicht verlassen durften, zu ermorden, insofern wurde in der Tat „auch hier … Politik gemacht.“ Das zutiefst islamische Prinzip der ins Haus gesperrten Frau unterschlägt uns Anis Hamadeh ohne erkennbaren Skrupel, auch dasjenige der unter Deutschlands Türken so verbreiteten Zwangsehe oder das der häuslichen Gewalt.

110 Manche Historiker betonen, dass die islamische Orthodoxie das „Tor der selbständigen Forschung“ geschlossen hat. Diese Theorie des Kulturverfalls ist nicht von der Hand zu weisen.

Um wissenschaftliches Forschen im Sinne von Naturwissenschaft oder Sprachwissenschaft ging es bei der so genannten Schließung der Tore des Idschtihad eher sekundär, was Hamadeh eigentlich wissen sollte. Das Gegenteil zu idschtihād ist taqlīd, blindes Befolgen. Wer im letzten Jahrtausend kein mujtahid war, kein „Elite-Ulema“, der hat zu Koran und Sunna den Mund nicht mehr autonom öffnen dürfen. Taqlīd, stumpfsinniges Nachplappern des Lehrstoffes deiner madhhab, deiner Rechtsschule ist für dich als Muslim seither verpflichtend. Gegen diesen Kerker denken weltweit nur ganz wenige Menschen an, darunter Irshad Manji (mitunterzeichnend im „Manifest der 12“) und das Projekt Secular Islam. Ob dem offensichtlich nichtsäkulare Hamadeh nun der Mut oder der Verstand fehlt oder beides, um den Islam in die kulturelle Moderne führen zu helfen, das geht aus „Islam für Kids“ leider nicht hervor.

112 Große Teile Indiens beispielsweise stabilisierten sich unter den muslimischen Mogul-Kaisern.

Auf derlei „Stabilisierung“ hätten die unterworfenen Menschen Indiens als Buddhisten, Hindus oder auch Stammesreligiöse sicherlich gerne verzichtet. Bereits die islamische Schreckensherrschaft des Ala du-Din Khalji ließ die Nichtmuslime sich an ein wahrhaftig „stabiles“ Dasein als Sklave gewöhnen. Die Buddhisten wurden unter ihm und den Moguln nahezu restlos ausgerottet, fast alle buddhistischen Tempel Indiens systematisch zerstört. Durch gezielte, massenhafte Tötung der buddhistischen Mönche war es leichter, Indiens Buddhisten zwangsweise zu islamisieren, andere flüchteten in die zwar versklavten, aber für die Muslime zur Ausbeutung „volkswirtschaftlich“ unentbehrlichen Gemeinschaften der Hindus. Heute gibt es in Indien als der Heimat des historischen Buddha nur noch 0,8 % Buddhisten, darunter viele Exil-Tibeter. Auch Afghanistans Buddhisten sind längst ausgerottet oder zwangsislamisiert worden, letzte vorislamische Spuren sollten mit der Sprengung der Buddha-Statuen von Bamyan aus der Erinnerung getilgt werden. Die Zahl der in Indien während eines halben Jahrtausend islamischer Herrschaft ermordeten Hindus dürfte gewaltig hoch sein. Alles ein Beitrag zu „Stabilisierung.“

112 Revolution in Arabien … eine revolutionäre Bewegung … Muhammad ibn `Abdu l-Wahhāb (1703-1792) … vertrat einen besonders strengen Islam

Nun, wir Demokraten dürfen „islamische Revolution“ in der Tat getrost als Aufbau einer theokratischen Schreckensherrschaft verstehen, als politische Systemtransformation hin zu einem islamischen, sprich einem inhumanen und quasi-rassistischen Staatswesen, in dem Frauen und Nichtmuslimen die Rechte männlicher Muslime nicht mehr zugänglich sind (Allahkratie, englisch Allahcracy).

Abdu l-Wahhāb ließ sich von dem um 1300 lebenden Sufi-Gegner und geistigen Ahnherrn des neuzeitlichen Islamismus Ibn Taimiya inspirieren und schuf in der Tat diejenige Variante von Staatsislam, der es bis heute gelungen ist, mit der heute auf Brutalität und Erdölverkauf beruhenden Macht des saudischen Königshauses als des Hüters der heiligen Stätten zu verschmelzen.

Wahhabiya ist eine fromme islamische Kultur der Prügelstrafen oder Auspeitschungen für Männer, der vollzogenen Todesstrafen, der Inhaftierung gewaltloser politischer Gegner und der Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren. Homosexualität wird, islamrechtlich einwandfrei, mit Auspeitschungen bestraft. In Städten dürfen Frauen kein Auto fahren. Frauen dürfen das Land nicht ohne Erlaubnis durch ihren „Vormund“ (männlichen Besitzer oder Hüter) verlassen. Hamadeh verschweigt diesen menschenverachtenden Sachverhalt und bevorzugt die Wortwahl „besonders strenger Islam.“

Im Jahre 2007 wurden im Staate der von Anis Hamadeh so genannten „Revolution in Arabien“ 153 Männer und 3 Frauen hingerichtet, die meisten davon mit dem im der Landesfahne so dekorativ dargestellten Schwert enthauptet. Statt Pressefreiheit herrscht im wahhabitischen Saudi-Arabien strikte Zensur, was „Islam für Kids“ allerdings großzügig übergeht. Großzügigkeit ist eine islamische Tugend.

114 Kolonialismus

Der Herrschaftsbereich des Islam ist ein einziger Imperialismus und Kolonialismus. Muslime betrieben jahrhundertelang Sklavenfang und Sklavenhandel. Die Doktrin der Dār al-Harb meint das Imperium Allahs, Nichtmuslime sind islamrechtlich Menschen minderen Wertes.

117 [Die ] Muslimischen Reformer. (…) [al-Afghānī, `Abduh und Raschīd Ridā] formulierten den Islam neu.

‚Den Islam neu formulieren‘, Anis beliebt zu scherzen. Die drei radikalen Theokraten al-Afghānī, `Abduh und Raschīd Ridā sind die Wegbereiter der rückwärtsgewandten as-Salafiyya, einer Gegenbewegung einerseits zu Europas Kolonialismus, andererseits gegen die kulturelle Moderne mit deren Forderungen nach universellen Menschenrechten, negativer Religionsfreiheit, Glaubenswechsel in jede Richtung und Frauenrechten. Der populärste rheinische Seelenfänger der Salafiyya ist Pierre Vogel, die von ihm und seinen Getreuen kultivierten Attribute sind Kittel, Bart und Strickmütze für die Männer beziehungsweise Tschador oder sogar Niqab für die ins Hinterzimmer huschenden Weibchen. Hat der Autor Sympathien für die Salafiyya? Wir wissen es nicht … und Anis äh Allah weiß es am Besten.

117 1928 gründete Hasan al-Bannā die Muslimbruderschaft in Ägypten …

… als den Wurzelgrund nahezu sämtlicher islamischer terroristischer Gruppen. Gegründet vom Kolonialismus- und Kapitalismuskritiker al-Banna wuchs die Muslimbruderschaft, al-ichwān al-muslimūn, zu einer Gegenkraft, die seit 1948 plausibel verdächtigt wird, den ägyptischen Staat stürzen zu wollen.

Dass sich die Ägypter um 1928 vom Bau und Betrieb des Suez-Kanals überrollt und gedemütigt fühlten ist vielleicht nachzuvollziehen. Bezeichnend jedoch, dass sie nicht mit Fleiß und Lernen nach Zugang zur damaligen höchsten Technologie strebten wie etwa Japaner oder Koreaner es getan hätten und haben, sondern mit einer „Rolle rückwärts“, mit einer Verweigerungshaltung bei Verehrung und Verklärung der asr as-saadet, der islamischen Frühzeit als eines Zeitalters der angeblichen Glückseligkeit.

Hassan al-Banna ganz realpolitisch: „Es liegt in der Natur des Islam, zu herrschen und nicht beherrscht zu werden, seine Gesetze allen Nationen aufzuzwingen und seine Macht über den gesamten Planeten auszuweiten.“

1800 radikal-muslimische Anhänger zählt der bundesdeutsche Zweig der Muslimbruderschaft (MB), welcher auch die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD) unter Ibrahim el-Zayat zugerechnet wird. Die MB scheint eine Art Outsourcing zu betreiben, für den militärtechnischen Teil und in Israel sowie Palästina etwa ist die HAMAS zuständig, die Raketen baut und benutzt, Selbstmordattentäter ermutigt und bereits Kindergartenkinder antiisraelisch indoktriniert und Wehrsport einüben lässt. HAMAS-TV führt diese Pädagogik der Aufhetzung weiter, berüchtigt ist die dschihadistische und antisemitische Kinderfilm-Reihe „tomorrow`s pioneers“ mit den Comic-Figuren Farfour und Nahool, geklaut bei Walt Disney. Ibrahim el-Zayat ist Vorstandsmitglied bei dem der MB freundschaftlich nahe stehenden FIOE, zu dem muslimische „Jugendwerke“ wie WAMY und FEMISO gehören.

Jene FEMYSO, mit der sich Europas christlichem Jugendverband EYCE im Dezember 2007 im griechischen Vólos zum Gespräch traf (Monologue or Dialogue? Inter-religious dialogue meets fundamentalism”), eingebettet in die Veranstaltungsreihe “All Different – All Equal”, European Youth Campaign for Diversity, Human Rights and Participation.

All different, all equal. Alle anders, alle gleich. Irgendwie gleich also … vor dem Europarat oder auch dem radikalislamisch unterwanderten UN-Menschenrechtsrat oder auch vor dem unsichtbaren Allah höchstpersönlich.

Die auf Hasan al-Banna zurück gehenden, der heutigen MB nahe stehenden Strömungen fühlen sich nicht der freiheitlichen Demokratie verpflichtet, sondern der aus orthodoxer islamischer Doktrin einzig legitimen Gesellschaftsform, dem hilāfa, Allahs Kalifat. Dazu aber sagt unser Islamwissenschaftler, Herr Hamadeh aus Mainz? Nichts.

120 Seit fast hundert Jahren steckt der Konflikt in Palästina/Israel wie ein Keil zwischen der islamischen und der westlichen Welt.

Das ist nicht verantwortungsvoll, den in den wenig bürgerrechtlichen islamischen Regimes von Regierungen wie Oppositionsgruppen zu propagandistischen Zwecken „nützlichen“ Nahostkonflikt auch hier derartig zu stilisieren. Die zwar häufige, aber nicht desto weniger groteske Chiffre „Welt“, ob „islamische Welt“ oder „westliche Welt“ sollte man ohnehin vermeiden, wie wäre es mit etwas mehr Eine-Welt-Idee? Zumal ja hier recht unverhohlen der islamische Welt-Teil vom westlichen Teil (der Welt) abgegrenzt wird. Will Hamadeh zwei Welten? Dar al-Harb und Dar al-Islam?

122 Am 11.09.2001 sind zwei Flugzeuge ins World Trade Center in New York geflogen und haben beide Türme des Gebäudes zerstört.

Es gab mehr als dreitausend Tote, ja. Die beiden Muslime Chalid Scheich Mohammed und Mohammed Atef sind wohl die Planer der Anschläge. Der in Syrien geborene deutsche Staatsbürger Muhammad Haider Zammar, in Pakistan als Mudschahidin-Kämpfer ausgebildet, rekrutierte die ausführenden Muslime, mehrere davon im Hamburger Studentenmilieu um die als radikal geltende Hamburger al-Quds-Moschee. Der gebürtige Ägypter Mohammed Atta, 1993-1999 Student der Stadtplanung in Hamburg, kann als Anführer des deutschen Kreises der dschihadistischen eingewanderten Studenten gelten. Jung, männlich, muslimisch, antiwestlich, etwas entwurzelt, radikal-islamisch, fast ein bisschen deutsch, antimodern, antisemitisch. Sympathisanten des zeitweisen Mitglieds der Muslimbruderschaft Osama bin Laden und der dschihadistischen Netzwerke von und um al-Qaida.

122 eine neue Lücke zwischen West und Ost entstanden ist

Lücke, Kluft. Die man nicht um jeden Preis schließen, überwinden muss, schon gar nicht aus Angst vor weiterem radikal-islamischen Terror, unter dem auch freiheitliche orientalische Muslime leiden, Freidenker, Frauenrechtler. Auch müsste der Autor jetzt eigentlich im Nahen Osten sowie unter Europas Muslimen für weltbürgerlichen, kosmopolitischen Geist werben, für die Eine-Welt-Idee, für die Universalität der Menschenrechte, wenn ihm wirklich an einem Frieden in Freiheit gelegen wäre. Aber der politische Islam sagt ja nicht Freiheit, sondern Gerechtigkeit …

122 Wenn du auf die Geschichte des Islam blickst, siehst du, dass einem friedlichen Miteinander eigentlich nichts im Weg steht.

Das ist für uns Leser des „Islam für Kids“ allerdings gar nicht zu sehen. Eine vormoderne Herrschaftsordnung, welche Frauen entrechtet, Ungläubige verachtet, Abtrünnige der heiligen Ermordung anempfiehlt, gehört nicht, ja: „Nicht ungezähmt“ in die freiheitliche Demokratie und muss, durchaus: „Wie ein wildes Tier“ gebändigt, gefesselt, eingegrenzt und eingeschränkt werden, soll sie in Kindererziehung, politischer Meinungsbildung, Arbeitswelt, Nachbarschaft und innerer Sicherheit keinen Schaden stiften.

Ich weiß, nicht-säkulare Muslime gucken traurig und schreien: „Rassismus, Diskriminierung!“ oder „Islamisch zu leben ist mein Freiheitsrecht!“

Islamrechtlich einwandfrei Delinquenten köpfen oder ihnen die Hand und den Fuß amputieren, solange es, ganz nach Allahs Anweisung, nur der Fuß der anderen Körperseite ist? Kindern in jeder Koranschule und jeder auch nur halbwegs orthodoxen Familie einreden, dass die Ungläubigen, darunter die Mehrheit der christlichen und wohl sicherlich alle jüdischen Nachbarn und Mitschüler nach dem Tod in der Hölle schmoren? Dazu aufrufen, das Dogma der weltweiten Islamisierung und mit jedem Mittel durchsetzen zu dürfen, vorzugsweise mit List oder Gewalt? Sehr geehrter Herr Islamwissenschaftler, mit dem „friedlichen Miteinander“ wird das leider nichts.

Töchter und Söhne zwangsweise verheiraten, bei Bedarf Neunjährige verheiraten und ehelich vergewaltigen, die von der al-Azhar gebilligte und in Ägypten täglich praktizierte Frauengenitalverstümmelung beschweigen sofern man nur Anis Hamadeh heißt, Vielweiberei (Polygamie) dulden? Verbot des Glaubenswechsels und der Islamkritik? Herr Hamadeh, Ihre Lieblingsreligion steht bis auf Weiteres einem „friedlichen Miteinander“ durchaus sehr im Weg.

208 Für männliche Kinder ist im Islam wie auch im Judentum die Beschneidung vorgeschrieben, bei der die Vorhaut vom Penis chirurgisch entfernt wird, heutzutage normalerweise in einem Krankenhaus. Es handelt sich um eine Hygiene-Vorschrift. Dieses Ereignis wird als festlich angesehen.

Anis, lies mal Bruno Bettelheim und befrage die Häuptlinge der Papuas oder Aborigines. Ach ja, jeder Mensch sei von Natur aus Muslim und das Vorkommen der sexualmagischen Routine-Jungenbeschneidung bei afrikanischen und pazifischen Stammeskulturen sei so etwas wie ein korankonformer Gottesbeweis?

Routinebeschneidung ist vormodern und die „heiligen“ Beschneidungswerkzeuge gehören ins Museum. Dass sich mittlerweile eine „Medikalisierung“ der sexualmagischen Körpermutilationen eingeschlichen hat, in Ägypten und Ostafrika natürlich gerade auch die ungleich grausamere weibliche Genitalverstümmelung betreffend, verschleiert leider sowohl die archaischen Wurzeln als auch die zu erhoffende Durchschaubarkeit dieses theokratischen Unterwerfungs- und Initiationsrituals.

Ich habe mir einen Scherz erlaubt, Anis. Du musst jetzt nicht das tun, was dir die Häuptlinge der Papuas und Aborigines sagen, die haben nämlich ihre womöglich höchst grausame und unwissenschaftliche Variante von at-tahāra, ritueller Reinheit, meist mit zusätzlichem heiligem Zahnausschlagen und gottgewollter Tätowierung verknüpft. Tu`s dir nicht an.

Der Autor von „Islam für Kids“ vermengt die Begriffe „rein“ und „sauber“ oder behauptet, die Jungenbeschneidung diene dem Aspekt „sauber“ (Hygiene), wo es doch überwiegend um „rein“ (rituelle Reinheit) geht. Entscheidend: Hamadeh stellt die Jungenbeschneidung und den sie umgebenden Konformitätsdruck nicht annähernd in Frage, sofern er ihn überhaupt durchschaut. Modern denkende Pädagogen, Urologen, Kinderärzte, Psychologen oder Politiker können einer sexualmagischen Routine-Operation am Genital des männlichen Kindes nicht zustimmen.

Bettelheim betont den initiatorischen und zugleich sexualmagischen Charakter der geheiligten Zirkumzision ostafrikanischer und melanesischer Stämme, bei denen die Einritzung oder Entfernung der Vorhaut am Genital des kleinen Mannes sowohl die Einweihung in die Kriegerkaste beziehungsweise den Jägerbund markiere als auch Schmerz und Blutung einem grandios scheiternden Versuch der Aneignung der Macht weiblichen Gebärens entspreche. Durch die Mutilation am Genital werde der Mann zum zweiten Mal geboren, die unvermeidliche Geburt aus der Mutter überkrönt, übertroffen und die Frauengeburt und damit die Frau religiös abgewertet. Der Krieger, so ließe sich mit Bettelheim sagen, gebäre sich selber. Vom Fransenschneiden in die Vorhaut bis zum Aufritzen der Harnröhre war und ist im Laufe der Jahrtausende mancherlei getrieben worden am „männlichsten aller Körperteile“ (Jacques Auvergne).

Jungenbeschneidung als „kulturelle“ oder sexualmagisch-religiöse Routine ist ein Angriff auf das männliche Genital und damit ist sexualisierte Gewalt, nennen wir es Kindesmissbrauch. Routine-Zirkumzision, ob Amerikaner, Papuas, Juden, Aborigines, Muslime oder Südkoreaner, verstößt gegen die Maßgabe der körperlichen Unversehrtheit und darf in der kulturellen Moderne etwa mit Religionsfreiheit nicht zu entschuldigen sein. Der Initiant männlicher Genitalverstümmelung weigert sich erklärlicherweise, sich einzugestehen, Opfer seiner (angeblich „rituell reinen“ wie zugleich „zivilisierten, hygienischen“) Kultur zu sein.

Der männliche Autor entstammt als Kind einer deutschen Mutter und eines palästinensischen Vaters dem Grenzgebiet zwischen einer beschneidungsobligatorischen und einer beschneidungsindifferenten Kultur. Was macht Hamadeh als verantwortlicher Verfasser „Islam für Kids“, wovor schreckt der stolze Krieger Gottes nicht zurück? Die patriarchalische Ritualzirkumzision ins Kapitel „Kinder“ zu verfrachten und sie als „Hygiene“ zu rationalisieren und zu bagatellisieren.

Üblicherweise die zweite geheiligte sexualisierte Gewalterfahrung für muslimische Männer, womöglich für jeden zweiten da zwangsverheirateten türkischen Mann, ist die durchzuführende Penetrierung der Jungfrau in der Hochzeitsnacht, indes draußen die Dorfbevölkerung oder Großfamilie auf das blutbefleckte Bettlaken wartet. In Allahs überirdischem Glanz fusionieren Sexualität und Gewalt schier unauflöslich, Reinheitswahn und Sadismus.

212 Kleidung. Zugrunde liegt das islamische Gebot, sich nicht aufreizend und eher zu kleiden.

Islamischer Tugendterror, der seine „satanischen“ Opfer konsequent und maschinengleich konstruiert, schafft, fordert. Auf Frauenseite finden wir hier die Grunddichotomie „Heilige und Hure“ jedes Patriarchats. Frau-frauliches Nase-Drehen, „Ätsch, ich komme in den Himmel, Schwester, und du nicht, dein Kopftuch ist zu wenig keusch!“ Kopftuchmobbing, Tugendterror.

Die Muslima sei lebenslang, so die Logik von Hijab und Niqab, von Unreinheit, das heißt von diabolischem Dreck bedroht. Der Muslima drohe mit sittlichem Fehlverhalten eine Gottesferne, die den Männerbund in seiner Ordnung und Frömmigkeit zerstören könne. Dem Muslim wird der angeborene Wesenszug des Vergewaltigers unterstellt.

Muslimischen Männern wie Frauen wird mit der wortlosen Sprache der Kleidung anerzogen, angedrillt, antrainiert: Als „Sorte Mensch“ erhebe sich die Umma mit der arroganten Selbstkennzeichnung sakraler Kleidung über die fürs Höllenfeuer bestimmten Barbaren. Das ist neben der mehr oder weniger radikal realisierten Geometrie der Geschlechtertrennung die zweite Geometrie oder Dichotomie: Die sittlich höherwertigen Gläubigen gegen die Kuffār. Das gibt schon mal Probleme im Klassenzimmer oder Großraumbüro, zumal kleine Mädchen eingedreckt und verprügelt werden, wenn sie ihre „Bedeckung“ nicht fromm genug tragen.

Weder der ebenso alberne wie brutale Konformitätsdruck noch die Dynamik der aufgezwungenen „Muslimisierung“ durch radikal-islamische Gruppen, die den muslimischen Frauen in Kairo wie in Köln, in Beirut wie in Berlin eine jeweils immer „noch keuschere, noch strengere“ Kleidung vorzuschreiben trachten ist dem Autor eine Zeile wert. Auf Videos gewisser Kindergartenfeste der „pädagogischen Arbeit“ der palästinenischen HAMAS (zur Firmengruppe Muslimbruderschaft) sind Wesen, fraglos Frauen mit Tschador und Niqab zu sehen: Keusche wie reinheitsbedrohte Weibchen mit Sehschlitz-Anblick und zugehörigem Sehspalt-Weltbild. Soweit zu „islamische Kleidung“, steht aber nicht in „Islam für Kids.“

212-213 … sieht man so gut wie nie Männer und schon gar nicht Frauen in kurzen Hosen … man macht es nicht, weil man sich nicht wohl fühlen würde oder weil die Leute sonst über einen reden.

Frau macht es nicht, weil man ihre koranisch angedachten blauen Flecken sehen könnte, weil sie an der nächsten Ecke von Muslimen vergewaltigt werden würde und weil sie weiß, dass die Beine von westlich-dekadenten Minirockträgerinnen im islamisierten Teil der Erde dann und wann mit Säure übergossen worden sind. Soviel zu Scharia und Shorts für Frauen.

Der Autor ist zu feige, im Orient Shorts zu tragen, weil er Angst hat ins Gerede zu kommen? Klar, Moslems, männliche wie weibliche übrigens, gaffen kurzbehosten Männern so lange auf die Beine und signalisieren mit Gesten, Schnalzen, Zischen und Augenrollen, dass der Mann wohl schwul sein müsse oder Heide oder Schlimmeres, bis das der frevlerische Mann wieder keusch seine Beinchen bedeckt. Aus Europas Zuwanderermilieus heraus baut sich Gruppendruck auf Jungen jeder (Ex-)Religion auf, im Schwimmbad wenn nicht Kniebundhosen so doch Bermuda-Shorts zu tragen. Soviel zu Scharia und Shorts für Männer.

Den Konformitätsdruck zur Sittsamkeit kritisieren sieht sich Hamadeh nicht in der Lage. Der Autor schweigt zum textilienbezogenen Gruppenzwang.

213 Sauber soll die Kleidung sein. Das ist schon etwas Islamisches, denn im Koran und in der Sunna …

Ach so, sauber muss Kleidung sein! Steht in „Islam für Kids.“ Ach nein, steht im Koran und in der Sunna …

213 Hygiene-Regeln (..) wie das Waschen vor dem Gebet oder das Haareschneiden beim Hadsch

Vor wenigen Jahren gab es einmal eine etwas problematische Fernsehreklame: „Nicht sauber, sondern rein!“ Putzmittelbezogene Produktwerbung also griff auf magisches Denken zurück.

Haareschneiden bei der Pilgerfahrt ist ein öffentlich Demut wie Stolz darstellendes Ritual der Unterwerfung, Hingabe, der Solidarität und der „Verwandlungsbereitschaft“, weltweit haben viele Kulte oder Glaubenslehren ähnliches. Gegen Riten ist nicht grundsätzlich zu protestieren, doch sollte man sie den Ungläubigen und auch nicht den eigenen Kindern als „hygienisch“ verkaufen. Sich dem Göttlichen nähern ist ein Weg heraus aus dem Alltäglichen, die zwar konstruierte aber seelisch für Menschen wohl nicht gänzlich vermeidbare Aufteilung von Handlungen, Zeiten und Räumen in profane und sakrale Bereiche „fordert“ sichtbar werdende Sinnzeichen.

Nebenbei erhebt sich der sich einem Reinheitskult verpflichtet fühlende „Rechtgläubige“ mehr oder weniger unsozial über den „Ungläubigen“, wohl keine Geistlichkeit betont die „frevelhafte Dreckigkeit“ der Andersgläubigen so sehr wie die islamische. Das jedoch brauchen sich nichtmuslimische Demokraten nicht so ohne Weiteres gefallen lassen, von englischen, niederländischen oder deutschen Moscheepredigern als stinkend und unzivilisiert bezeichnet zu werden, nicht wahr, Herr Hamadeh?

213 … gehört auch, dass sich Muslime nach dem Toilettengang den Po mit der linken Hand waschen, weil die rechte fürs Essen gebraucht wird. Wenn man sich überlegt, dass zur Zeit des Propheten weder Klopapier noch Messer und Gabel benutzt wurden, wird deutlich …

… dass wir nicht im siebten Jahrhundert leben. Dass aber die muslimische Mami den Kindern mit Geschrei und Ohrfeigen die linke Körperhälfte als teuflisch, dreckig, schwul und feminin antrainieren muss. Den Weltraum und die deutsche Stadtöffentlichkeit schariatisieren heißt eben auch, den Körper zu zerspalten. Wie soll das Kind jemals Juden, Atheisten, Linkshänder, Frauen und Homosexuelle hassen, wenn dieses nicht „erlebnispädagogisch wertvoll“ antrainiert wird? Hamadeh verschweigt uns diese „Islampädagogik“ der verteufelten linken Körperhälfte, letztere wir nach C. G. Jung der „Anima“ des Menschen zuordnen dürfen. Auch andere patriarchalische Kulturen beziehungsweise Milieus verwenden „links“ als Synonym für „verhext“ (Redensarten wie „mit dem linken Fuß aufstehen“) oder unmännlich-schwul. Scharia beruht auf halbierten Klassenzimmern und Stadträumen (Geschlechtertrennung, Dhimmi-Ghettos, selbstgewählte Segregation der Muslime) ebenso wie auf einer zur entsprechenden Motivation unentbehrlichen Spaltung der Seele und der Persönlichkeit.

Nur sehr säkulare oder sehr moderne türkische Eltern lassen ihr Kind als Linkshänder zu. Der Hass auf die linke Hand entspricht dem Hass auf die Frau und den unmännlichen (schwulen, atheistischen) Mann, nicht nur im rückständigen Teil des Islam, aber gerade dort.

Klassisch-islamrechtlich gilt es, homosexuelle Männer zu töten, indem man sie von hohen Gebäuden in die Tiefe stürzt.

214 Grundsätzlich gilt, dass Islam alle Bereiche des Lebens betrifft

Das bezeichnet der Totalitarist als ganzheitlich und der freiheitliche Demokrat als totalitär.

214 … denn es zählt zu den islamischen Tugenden, anderen Menschen zu helfen und gut zu ihnen zu sein …

Nur Juden dürfen diese Menschen nicht sein, Apostaten auch nicht, auch keine Islamkritiker. Frau ist auch nicht so gut. Es ist schon ein tolles Gefühl, ein guter Mensch zu sein. Eine gute Dosis Islam schmeichelt dem Ego.

216 Kriege zwischen Muslimen … werden als unislamisch abgelehnt.

Warum sprengt ihr Sunniten und Schiiten euch dann zum Freitagsgebet in Bagdad oder Basra wechselseitig aus der Moschee?

Im Prinzip stimmt dieser Satz auch noch. Islam will den Krieg gegen den Nichtislam. Bis zur Unterwerfung (Islam). Unterwirf dich und du wirst verschont (Aslim, taslam). Doktrin ist, die Welt glücklich zu islamisieren, bis dahin ist der Nichtmuslim Mensch zweiter Klasse und darf übervorteilt werden. In der tausend Jahre alten und von Hamadeh nicht kritisierten Doktrin der „islamischen Gesellschaft“ sind Nichtmuslime (soweit Dhimmis) als Menschenklasse minderer Rechte vorgesehen, Polytheisten und Atheisten (zur Klasse der Harbis) dürfen einfach so getötet werden. Gleichberechtigung für Zoroastrier oder Christen oder Bahá`í gibt es in Saudi-Arabien oder im Iran ganz offiziell nicht, in der Türkei oder in Ägypten funktioniert diese Diskriminierung der Nichtmuslime gewissermaßen spontan.

239 Aus den anerkannten Hadith-Werken geht hervor, dass das Abhacken der Hand tatsächlich von Muhammad praktiziert wurde. Auch im christlichen Europa wurde übrigens Dieben die Hand abgehackt.

Richtig. Es gab Religionsstifter, die Dieben die Hand abhacken ließen und es gab Religionsstifter, die Dieben nicht die Hand abhacken ließen.

240 Ebenso wie der islamische Prophet … das Abhacken von Händen in Einzelfällen selbst in Auftrag gab, so hat er auch in mehreren Fällen befohlen, Menschen hinzurichten.

Mohammed halt. Scharia.

245 Deshalb erben Frauen nach islamischem Recht nur die Hälfte von dem, was Männer erben. … Nach islamischem Recht wiegt die Aussage einer Frau – da, wo sie überhaupt als Zeugin auftreten darf – halb so viel wie die eines Mannes.

Koran halt, Scharia.

245 Muslimische Männer dürfen Nichtmusliminnen heiraten, muslimische Frauen aber keine Muslime.

Was, alles andere als zufällig, im Laufe der Jahrzehnte eine ethnoreligiöse Auslöschung der Nichtmuslime (Islamisierung) der Region befördert, da jedes Kind eines männlichen Muslims ungefragt Muslim ist und das Entführen jedenfalls Beutemachen an zu schwängernden Dhimmifrauen islamische Folklore. Islam expandiert auf Kosten der Nichtmuslime (auf wessen denn sonst). Der Autor stellt dieses patriarchalische, expansive und kulturenzerstörende Prinzip mit keinem Wort in Frage.

Hamadeh ist hier ganz persönlich betroffen, was er freilich uns gegenüber – und vielleicht sich selbst gegenüber – nicht zugibt, was er dreist oder panisch verleugnet: Wäre seine Mutter muslimische Palästinenserin und sein Vater (nichtmuslimischer) Deutscher, stünde einer Karriere Hamadehs bei den Ex-Muslimen ebenso wenig im Wege wie der Benutzung eines Schraubenziehers zum Abschrauben des Mainzer Klingelschildes aus berechtigter Sorge vor einem islamisch inspirierten Attentäter. Oder dem arabischen „Ehre waschen“ sprich Ermorden an der „Verräterin“, der muslimischen Frau, die einen Kāfir zu heiraten wagte.

Das sollte in der kulturellen Moderne anders sein. Durch sein Schweigen mach sich Hamadeh zum Komplizen der politischen Scharia, der von radikalen Kreisen gewünschten Schariatisierung Europas.

245 Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist eine Herausforderung für die drei von Männern beherrschten Religionen.

Hindus, Sikhs, Maoisten und atheistische Wohngemeinschaften nicht zu vergessen. Herausforderung oder Zumutung? Was hält der Autor von dieser „Herausforderung“, die gegen die von Mohammed pardon Allah gestiftete heilige Scharia schließlich ganz klar verstößt? Erwartet Hamadeh ein klares Bekenntnis zur Gleichberechtigung der Frau, ausgesprochen durch die orthodoxe Geistlichkeit der Palästinenser oder der al-Azhar oder des europäischen Fatwa-Rates? Er erwartet nichts, er vermisst nichts, so dürfen wir als Säkulare und Demokraten das Schweigen des Autors von „Islam für Kids“ doch wohl deuten.

247 … im siebten Jahrhundert war es üblich, dass Väter ihre Töchter verheiratet haben.

Jede zweite Frau, Türkei, heute. In unseren Städten sind regelmäßig sechzehnjährige oder sogar fünfzehnjährige „Frauen“ in den Sommerferien verheiratet worden. Die Braut kann aber auch in Europa durchaus einmal ein halbes Jahrzehnt jünger sein; im Jemen klagte eine Achtjährige vor Gericht dagegen, in der Ehe dauernd vergewaltigt zu werden. Gut, das Prinzip Kindbraut ist in der islamischen Praxis glücklicherweise eher selten, doch warum verschweigt Hamadeh uns die Alltäglichkeit der arrangierten Ehe sprich Zwangsehe?

248 Ebenso werden Mädchen nicht mehr verheiratet und schon gar nicht in dem Alter, in dem etwa Muhammad die `Aischa geheiratet hat

In Nordrhein-Westfalen ist die Hälfte der türkischen Ehen erzwungen. Ist das, lieber Herr Hamadeh, in Rheinland-Pfalz so anders?

Deutscher Islam: Die Zwangsehen der achtziger und neunziger Jahre sind für sechzehn- und fünfzehnjährige Schülerinnen arrangiert worden, das wird in unseren Städten von den betroffenen Frauen heute relativ offen zugegeben („Ich kannte meinem Mann nur vom Sehen“, „Ich sprach mit ihm erst nach der Hochzeit“).

Wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen wissen von muslimischen Kinderehen für dreizehnjährige, zwölfjährige, elfjährige Mädchen. Das ist selten, das kommt aber vor. Die schwangere türkische Unterstufenschülerin als islamische Braut einer Imam-Ehe sowie, für ältere Bräute, leider immer noch die traditionelle Cousinen-Ehe sind ein sehr deutsches Thema, sozialpädagogisch wie polizeiarbeiterisch.

252 Friedliches Nebeneinander … muslimische neben nichtmuslimischen Ländern

Länder, nicht Menschen. So wird praktischerweise die stets mehr oder weniger entrechtete Situation aller Nichtmuslime in „muslimischen Ländern“ ausgeblendet. Wobei „muslimisches Land“ den Islam als ordnungspolitisches System erkennbar macht und dem europäischen Leser offensichtlich nahelegt, der Einrichtung von islamisch befreiten Zonen zuzustimmen, von schariatisierten Territorien.

Autor Hamadeh spricht nicht von freiheitlicher Demokratie, verzichtet darauf, eine Säkularisierung des Islam als Qualitätskriterium aufzuzeigen.

Lebt Hamadeh, als Sänger und Maler in Mainz und übermorgen auf Vortragsreise zu Coletta Manemann in Bonn, lebt er in einem „nichtmuslimischen Land“ oder nicht vielmehr in einer freiheitlichen Demokratie der universellen Menschenrechte, geprägt von Gleichberechtigung der Geschlechter und Religionen, von Pressefreiheit, negativer Religionsfreiheit und altehrwürdiger Religionskritik? Fragen über Fragen.

273 Schalten wir den Fernseher ein … nach einem Bombenanschlag … jemand ruft ‚Allāh, Allāh‘ …

Es ist sehr erklärlich und sehr angemessen, wenn ein verängstigter Mensch in Not den Namen seines Gottes ausruft. Nanu, irgendetwas stimmt hier noch nicht so ganz: „Nach einem Bombenanschlag“ schreibt der Autor?

Ach ja: Uns Kritiker des politischen (orthodoxen) Islam beunruhigen nicht die Allāh-Allāh-Rufe nach einem Bombenanschlag islamischer Extremisten mit Opfern irgendeiner Religion oder Nichtreligion, sondern die Allāh-Allāh-Rufe der genannten Extremisten vor ihrem Bombenanschlag.

281 Der soziale Frieden entsteht da, wo sich die Menschen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen kennen und respektieren.

Muslime haben, alle kollektiv, wie zufällig als Individuum dieses und jenes Bedürfnis, das wir in „Islam für Kids“ nachlesen können. Heh, du bist Muslim, du musst jetzt dieses und jenes Bedürfnis haben, steht bei Hamadeh.

Geschickt übergeht und vernebelt der an der Scharia orientierte Autor die Konstruktion von ethnoreligiösen Kollektiven, von Menschenklassen. Die Säkularen oder Nichtmuslime mögen „die Muslime“ also hinfort in Ruhe lassen und deren „besondere Bedürfnisse“ nicht stören, sondern respektieren. Andernfalls, hier schwingt sehr erpresserisch eine sorgsam dosierte Drohung mit, gebe es keinen sozialen Frieden. Sondern, richtig, sozialen Krieg.

281 … ist es nicht zu übersehen, dass Migranten und Migrantenkinder im Durchschnitt eine schlechtere Ausbildung und schlechtere Jobs erhalten. Sie werden seltener für höhere Schulen vorgeschlagen und schaffen es nicht so häufig in gut bezahlte Berufe.

Hamadeh unterstellt Europas nichtmuslimischer Mehrheit augenzwinkernd ein bisschen Rassismus. Deutschlands Muslime namentlich Türken sind leider immer noch mehrheitlich Bildungsverweigerer, das gilt auch für Roma (Zigeuner). In unserem Haus wohnt ein sehr frommer türkischer Vater, der seinen fünfjährigen Sohn ins Gesicht schlug, wenn dieser auch nur das Wort danke auf Deutsch sagte. Letzterer wurde, wundert uns das jetzt, zwar eingeschult, aber aufgrund eines Wortschatzes von 25 Worten und der Unfähigkeit, auch nur einen vollständigen Satz zu bilden, von entsetzten Lehrern zurückgestellt, in einen Kindergartenkurs mit Deutschunterricht geschickt. Seine Mutter ist übrigens in Deutschland geboren worden, ihr zwangsweise anverheirateter Ehemann, erst nach der Hochzeit nach Deutschland importiert, verbüßte hier im Rheinland mehrfache Haftstrafen und murmelt gelegentlich „Scheißdeutschland.“ Alle Kinder dieser intellektuell mindestens durchschnittlich begabten türkischen Familie werden, mit Hamadehs Worten, „schlechtere Ausbildung“ erhalten. Es ist ebenso tragisch wie angemessen, dass diesen Kindern keine unverdient guten Schulnoten hinterher geworfen werden.

281 Deutschland ist für sie eine Heimat.

Das ist für 90 % der immigrierten Muslime falsch und Hamadeh weiß das. Die Frauen dürfen nicht mit Kolleginnen auf Wochenendtour sofern sie überhaupt das Haus verlassen dürfen, die Mädchen werden vom Schwimmverein abgemeldet, die Jungen weigern sich, etwas über deutsche Geschichte oder Naturkunde oder Politik zu lernen, die Männer haben ein Alibi, den deutschen Staat irgendwie doof zu finden, der sie ja öfter mal inhaftierte.

Und der Mainzer Hamadeh singt „Free Gaza!“

284, 287 Euro-Islam (vgl. 117 Muslimbruderschaft)

Enkel von al-Banna (117) ist übrigens Tariq Ramadan, der dem – säkular gemeinten! – Begriff „Euro-Islam“ eines Bassam Tibi einen theokratisch verstandenen „Euro-Islam“ dreist gegenüber setzt.

Wobei Anis Hamadeh den Euro-Islam (säkular) eines Professor Tibi in geschickter Hütchenspieler-Manier mit dem nahezu konträr angelegten Euro-Islam (theokratisch) eines Tariq Ramadan verwirbelt und vernebelt.

Euro-Islam, sofern Tariq Ramadan statt Bassam Tibi: Ziemlich viel Islam, ziemlich wenig Europa.

326 … ebenso der türkische Nationalismus, der zum Beispiel im Verhältnis zu den Armeniern (…) deutlich wird

An ungefähr tausend türkischen Orten wurden 1915 und 1916 jeweils ungefähr tausend Armenier ermordet, weshalb 1917 auch 1.000.000 Menschen „fehlten“, nebenbei bemerkt: Christliche Menschen fehlten. Es gehört leider zum hochnäsigen türkischen Selbstverständnis, bis heute den Völkermord an den Armeniern zu leugnen. Erst ganz wenige türkische Intellektuelle haben es öffentlich gewagt, über den verschwiegenen Genozid zu reden, noch jeder von diesen wurde anschließend beschimpft und bedroht. Die meisten Türken, ich spreche aus vielfacher eigener Erfahrung, weigern sich, in diese Richtung auch nur zu denken, gucken, daraufhin angesprochen, erst sekundenlang bekümmert und dann rasch hasserfüllt und brechen den Kontakt für immer ab. Ausnahmen gibt es, einen von hundert, der mich dann um Geheimhaltung bittet, aus Angst vor seinen Landleuten und Mitmuslimen. Jetzt gibt es keine Armenier mehr, Kismet.

Der Traum oder Alptraum vom makellos reinen Kollektiv, die Angst vor Verunreinigung, Entehrung und „Gesichtsverlust“ bilden die seelischen Grundlagen für einen gewünschten Straftatbestand „Beleidigung des Türkentums“, Artikel 301. Nation oder Umma ist dabei einerlei, austauschbar, der einzelne hat nicht aus der Reihe zu tanzen.

Was aber sagt uns der Herr Islamwissenschaftler zur Ausrottung der kleinasiatischen christlichen Armenier, zur Rechtlosigkeit der Bahá’í in Ägypten, zur geradezu traditionellen Diskriminierung der orientalischen Juden, Jesiden und Zoroastrier? Nichts.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Inhaltsverzeichnis, Kapitelstruktur und optisch-technische Gestaltung des „Islam für Kids“ dem Thema angemessen sind. Verweise auf Kunst, Architektur, geschichtliche Daten und Personenamen sind in Umfang und Quelle gleichermaßen gut ausgewählt. Die Manipulation des Lesers durch einen fundamentalistischen und politischen Islam indes wurde zwar kraftvoll umgesetzt, aber keineswegs ironisch oder gar ehrlich aufgelöst. So ist „Islam für Kids“ zu attestieren, für den Gebrauch in Schule und Jugendbildung ungeeignet zu sein und in Wirkung wie Intention die Kluft zwischen Nichtmuslimen und Muslimen zu vergrößern. „Islam für Kids“ mag es gelingen, einen erfolgreichen Beitrag zu leisten zur Verfestigung der europäischen wie gerade auch deutschen, schariatisch ausgerichteten Parallelgesellschaften, in denen Bürgerrechte gerade für muslimische Frauen und Kinder nicht mehr zur Gänze zugänglich sind. Die Idee und Struktur von Wissenschaftlichkeit sowie die Idee und Struktur von Schule und Schulunterricht wird vom Autor ironisiert und erodiert.

Cees van der Duin

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